#Allgemeines

3. Juni 2017 | Der Streich, der keiner war

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Es ist haargenau zehn Jahre her, seit Monika Burgener in einem Leserbrief fragte, was eigentlich vom «guten alten Maturastreich» noch übrig sei. Damals war es offenbar verboten, sich zum Maturastreich zu verkleiden. Ein Burkaverbot ante verbum sozusagen. In diesem Jahr müssen wir von einem «sogenannten Maturastreich» reden, denn es ist doch bei Weitem kein Streich, wenn Maturandinnen und Maturanden mit dem auf «Bahn frei» gestellten Signal der Schulleitung nach dem Drehbuch eines Hollywoodstreifens auf der Munotwiese einen Sportevent mit Wasserpistolen organisieren. Dass der Anlass lustig war, soll hier nicht bestritten werden. Aber unter einem Streich versteht man gemeinhin etwas anderes, nämlich die kreative Überschreitung einer verordneten Grenze. Könnte es sein, dass bei den jungen Menschen zurzeit gar kein Bedürfnis besteht, wider den Stachel zu löcken? Diese Frage muss in diesem Zusammenhang gestellt werden, denn man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die jungen Menschen heute einen überaus angepassten Eindruck machen. Angepasst woran? Gibt es eine Angst, den eigenen Platz im Leben nur dann zu finden, wenn man jedes Anecken vermeidet? Gibt es eine Furcht davor, bei Auffälligkeiten nicht mehr im Rennen um einen lukrativen Job zu sein? Eine Angst davor, aus dem gesellschaftlichen Netz zu fallen?
Im heutigen Zeitalter des ­«Anything goes» stellt man fest: Nein, nichts geht mehr. Provokationen, so sie denn als solche gemeint sind, laufen ins Leere. Welche Grenzen überschreiten? Welche Tabus brechen? Der Mainstream ist über die Ufer getreten und deckt alles zu. Und das Erstaunlichste daran: Die Jugend lässt sich das gefallen. Wo ist der rebellische Geist? Wo die Sehnsucht nach dem Meer und wo das Samenkorn, das nicht unter alledem erstickt?

#Alt-Scaphusia

3. Juni 2017 | Eugen Wehrli olim Hörnli

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Eugen Wehrli olim Hörnli
Kaufmann
Generation 1936
1919-2017

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Abdankung wird am Dienstag, 4. Juli 2017, um 11.00 Uhr in der St. Anna-Kapelle des Klosters Allerheiligen stattfinden.

Die studentische Totenehrung wird am Mittwoch, 16. August 2017, um 20.00 Uhr im Verbindungslokal stattfinden.

#Allgemeines

31. Mai 2017 | Spiel, Sport und Spass am letzten Kantischultag

Schaffhauser Nachrichten
Tito Valchera

Hunderte verkleidete junge Menschen, teilweise mit Wasserpistolen und Wasserkübeln ausgerüstet, tummelten sich gestern auf der Wiese der Munot-Sportanlage. Sie folgten den Anweisungen von Nino Storrer. Er hatte zusammen mit anderen Schülern den diesjährigen Maturastreich an der Kantonsschule Schaffhausen organisiert.
Ein abgestecktes Spielfeld mit Hindernissen, Gymnastikbällen, Trampolinen, Wasserrutschen und Slackline stand für die Schüler bereit. Das Motto lautete «Die Tribute von Panem» nach der gleichnamigen Hollywoodproduktion. Dieser Science-Fiction-Film spielt in der Nation Panem mit ihrer Hauptstadt Kapitol und zwölf Distrikten. Jedes Jahr treten je ein junges Paar als Distriktvertreter, sogenannte Tribute, an den «Hunger Games» in einem Schaukampf um Leben und Tod gegeneinander an.

**«Es war megacool»**
Am Montag bestimmten die Maturanden die Tribute aus den jüngeren Klassen. Eine davon war Natascha Stamm aus der Klasse 3sa: «Es war anstrengend, aber megacool», sagte sie nach ihrem Einsatz. Sie hatte sich gerade mit den anderen Tributen auf der Wiese einen Kampf um den Tagessieg geliefert. Das Ziel dabei: den anderen die Luftballone wegzureissen.
Auch ihre Klassenkolleginnen waren begeistert: «Es war für uns der bisher grösste Maturstreich, und alles war sehr gut organisiert.» Auch Lehrpersonen wurden als Tribute bestimmt und machten beim Schaukampf mit. So der Geografielehrer Sascha Kardaetz. «Ich finde den Maturastreich grundsätzlich gut, und er macht auch Spass, solange ein gesundes Mass eingehalten wird», sagte er.
Die Maturanden waren an ihren Wasserpistolen erkennbar. Eine davon trug Domenik Grbic aus der Abschlussklasse 3Fb. «Es ist super, etwas zu machen, was nicht mit dem Schulunterricht zu tun hat – in diesem Fall können wir andere Schüler nass machen.»
Dieses Jahr gab es erstmals einen verkürzten Maturastreich an der Kanti Schaffhausen. «Der Militärdienst wurde vorverlegt, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten», erklärte Kantirektor Pasquale Comi. So beginnen die Maturaprüfungen bereits heute Mittwoch. Das Zeitfenster für den Maturastreich beschränkte sich auf Montag und Dienstag. Comi lobte den diesjährigen Anlass: «Dieser Jahrgang amüsiert sich nicht auf Kosten der anderen, jüngeren Schüler, sondern gemeinsam mit ihnen.» Storrer zumindest hatte sichtlich Spass am Streich. «Es war chaotisch, aber das ist normal, wenn Schüler etwas organisieren.»



Auf der Munotwiese lieferten sich Kantischüler gestern einen feuchtfröhlichen Wettkampf – angefeuert von ihren Mitschülern am Spielfeldrand.
Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

20. Mai 2017 | Vielfältige und hervorragende Arbeiten

Schaffhauser Nachrichten
Clio Zubler

Eine Maturaarbeit zu schreiben, ist eine Herausforderung und eine wertvolle Erfahrung für die jungen Erwachsenen. Auch dieses Jahr wurden die besten der 117 eingereichten Maturaarbeiten der Kantonsschule Schaffhausen zur Prämierung vorgeschlagen. Am Donnerstagabend wurden von den 18 nominierten Arbeiten acht prämiert. Christian Amsler, Vorsteher des Erziehungsdepartements, betonte in seinem Grusswort jedoch: «Es spielt keine Rolle, ob Sie die Goldmedaille gewinnen, Sie alle hätten sie verdient.»
In diesem Jahr gab es keine Nominierung im sprachlichen Bereich, dafür zum ersten Mal zwei prämierte Arbeiten im Bereich Technik und Wirtschaft. Die Preise dafür stiftet die Industrie- & Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen IVS. Deren Vertreter Frank Wentzler überreichte den beiden Gewinnern Leon Marti und Simon Stamm die begehrten, mit 500 Franken dotierten Preise. Marti hatte eine eigene Musikbox konstruiert und gebaut. Stamm suchte eine Lösung für Plastikabfall, den man mit ferromagnetischen Materialen wie Eisen magnetisch machen und so besser sammeln beziehungsweise entsorgen könnte.

**Skeptiker mit Arbeit überzeugt**
Jonas Brütsch wurde im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften prämiert. Er hatte untersucht, ob man eine OL-Karte auch touristisch nutzen kann. «Sie haben mich, einen grossen Skeptiker, mit ihrer Arbeit überzeugt», sagte Peter Scheck vom Historischen Verein Schaffhausen. Charles Graham durfte von Scheck ebenfalls einen Preis entgegennehmen. Seine Arbeit befasste sich mit den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Brexits.
Jana Weidmann wurde von Jakob Walter, Naturforschende Gesellschaft Schaffhausen, gelobt: Er nannte sie «eine Forscherin mit unvoreingenommener, objektiver und kritischer Haltung ». Sie hatte in ihrer Arbeit untersucht, ob mikrowellenerwärmtes Essen schädlich für Menschen sei. Jonas Wolter, ebenfalls im Bereich «Naturwissenschaften und Mathematik» prämiert, hatte einen digitalen Lernbegleiter aufgrund der Lernforschung entwickelt. Markus Landolt überreichte als Vertreter der Schaffhauser Platzbanken die Preise im Bereich Kunst, aus dem Sport gab es keine nominierte Arbeit. Besonders überzeugt hatte Dolker Angotsang mit einem Animationsfilm basierend auf persönlichen Erinnerungen an ihre Flucht aus dem Tibet. «Sie lebt erst seit einigen Jahren bei uns, um so beeindruckender ist die sprachliche Leistung», sagte Landolt. Ronja Bollingers Arbeit über die Mode der Frau und wie sich diese mit der Zeit ändert, wurde ebenfalls prämiert.

**Hervorragende Leistung**
*Die diesjährigen nominierten und prämierten Maturaarbeiten*

**Geistes- und Sozialwissenschaften**
· Prämierte Arbeit: Jonas Brütsch: Touristische Nutzung einer OL-Karte «Rheinfall» 1)
· Prämierte Arbeit: Charles Graham: Brexit – a reflection on the first 60 days
· Arbijosa Kukleci: Ein halbes Volk auf der Flucht. Was Miloševic´s Versuch einer ethnischen Säuberung für Hunderttausende Albaner bedeutete – illustriert am Beispiel der Familie Kukleci
· Fabienne Ritzmann: Frauenstimmrecht – Und wie weiter?
· Björn Wegberg: Die Terrormiliz Islamischer Staat, Ziele und Strategien im Nahen Osten

**Naturwissenschaften, Mathematik**
· Bogdan Gadzhylov: Entwicklung einer Organizer-App für Android mithilfe von Android Studio
· Emanuel Mauch: Bestandesaufnahme des Ökosystems Uhwieser Weiher
· Yannis Möckli: Parrondo’s Paradoxon
· Simon Stamm: Ferromagnetischer Kunststoff und Mikroplastik 1)
· Prämierte Arbeit: Jana Weidmann: Mikrowellenerwärmte Nahrung – Die Frage nach einer potenziellen schädlichen Auswirkung auf den menschlichen Organismus
· Prämierte Arbeit: Jonas Wolter: Entwicklung eines digitalen Lernbegleiters

**Kunst und Sport**
· Prämierte Arbeit: Dolker Angotsang: Ein Animationsfilm
· Prämierte Arbeit: Ronja Bollinger: Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart – Die Mode der Frau im Wandel der Zeit
· Lorenz Strologo: Komposition und musikalische Experimente zum Kurzanimationsfilm «An Object at Rest»
· Simona Volpe: «Alles ist ein Gleichgewicht über dem Wahnsinn», eine persönliche Reise durch DADA

**Technik und Wirtschaft**
· Jonas Brütsch: Touristische Nutzung einer OL-Karte «Rheinfall» 1)
· Prämierte Arbeit: Leon Marti: Bau einer mobilen Lautsprecher-Box
· Seraina Schmed: Benetton, wo liegen die Grenzen der Werbung?
· Noah Nolè: Auswirkungen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses auf die Schaffhauser Wirtschaft
· Prämierte Arbeit: Simon Stamm: Ferromagnetischer Kunststoff und Mikroplastik* 1)

1)
Manche Namen erscheinen aufgrund verschiedener Auswahlverfahren in zwei Bereichen.



Charles Graham durfte von Peter Scheck vom Historischen Verein Schaffhausen einen Preis für seine Maturaarbeit mit dem Titel «Brexit – a reflection on the first 60 days» entgegennehmen.
Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

27. April 2017 | Handwerk: Volle Craft voraus

Coopzeitung 17-2017
Carole Gröflin

Craft Beer ist derzeit in aller Munde. Nicht nur das Wort, sondern auch der damit gemeinte Gerstensaft. Craft bedeutet Handwerk, dieses steht beim Brauen ungewöhnlicher Bierstile wieder im Fokus. Die Bewegung begann zwar vor rund 40 Jahren in Amerika. Inspiration holten sich die Amis allerdings viel früher in der Alten Welt. In Europa erlebten die mit faden Industriebieren übersättigten Gäste ihr sensorisches Bierwunder: Pils aus Deutschland, britische Ales und Klosterbiere aus Belgien. Als US-Präsident Jimmy Carter dann 1978 das Heimbrau-Verbot aufhob, wurde um die Wette experimentiert.
Gemäss dem amerikanischen Brauereiverband gilt für Craft-Beer-Brauer folgender Grundsatz: klein, unabhängig und traditionell. Wobei besonders ersterer Punkt aus Schweizer Sicht relativ ist. Die Brewers Association geht bei 7 Millionen Hektolitern noch von einer Kleinbrauerei aus ? im Jahr 2015 wurden von der Schweizer Bevölkerung 4,6 Millionen Hektoliter Bier konsumiert.
Auch Philip Bucher wurde auf Reisen mit dem Craft-Beer-Virus infiziert. «Die Auswahl dort ist berauschend. Die Schweizer hinken den Amerikanern rund 15 Jahre hinterher», sagt der Geschäftsführer der Doppelleu Brauwerkstatt. Neben dem gleichnamigen Bier stellen er und sein 35-köpfiges Team in Winterthur auch die Chopfab-Biere her. Die Brauerei legte 2012 los, die Palette umfasst heute 14 obergärige Sorten. Bei obergärigem Bier wird die Hefe während des Brauvorgangs vom entstehenden Kohlendioxid nach oben gedrückt. Im Gegensatz dazu sinkt die Hefe bei untergärigem Bier – etwa Lager – während der Gärung nach unten.

**Begriff Craft im Volksmund hip**
Als Bucher loslegte, war alles noch sehr hemdsärmelig: Während vier Jahren wurde die Brauerei laufend erneuert und erweitert, sie glich zeitweilig einer Baustelle. Seit Dezember 2016 ist nun die neue Anlage mit einer Kapazität von 100?000 Hektolitern in Betrieb. Kann nun auf Schweizer Niveau noch von Craft Beer die Rede sein? «Natürlich!», sagt er postwendend. Im Volksmund sei der Begriff zwar hip, «doch verstehen die wenigsten, was damit wirklich gemeint ist.»
Für Bucher geht es bei Craft Beer nicht um die Grösse der Brauerei, vielmehr sei es die Philosophie dahinter. Geschmacklich müsse etwa eine breite Vielfalt angestrebt werden, die Nase und der Gaumen immer wieder überraschen. «Zudem müssen immer neue Kombinationen versucht werden», sagt der 42-Jährige. So sollen neue Rezepturen nicht gescheut werden: «Ein Bier aus vier oder fünf Spezialmalzen kann toll werden, und im Zusammenspiel mit modernen Hopfensorten sogar noch besser.» Für das «Craft Beer»-Logo auf seinen Flaschen wurde er bereits von anderen Brauereien angefragt. «Dabei geht es weniger darum, dass dies draufsteht; sondern dass Herzblut und Innovation drinstecken.

**Lager bleibt Liebling**
Mit Feldschlösschen hat im Frühjahr ein grosser Akteur sein Sortiment erweitert: Dunkel, Hopfen und Weizen heissen die drei Neuzugänge. Mit dem Weizen wird erstmals seit über 100 Jahren ein obergäriges Bier produziert, sattelt Feldschlösschen nun auch auf Craft Beer um? «Feldschlösschen hatte schon immer Spezialitätenbiere im Angebot, aber rund 80 Prozent der Schweizer trinken nach wie vor gerne Lagerbier», sagt Gaby Gerber, Diplom-Biersommelière und Leiterin Kommunikation bei Feldschlösschen. Die Zahl sei in den letzten Jahren konstant geblieben. Weizen, Pale Ales, Stouts und dergleichen werden gemäss Gerber nach wie vor von einem kleinen Kreis genossen. Aber: «Unsere drei neuen Biere haben einen sehr guten Start hingelegt», erläutert die 44-Jährige. Dass Lagerbier-Trinker nur noch auf sogenanntes Spezialitätenbier wechseln, hält Gerber für unwahrscheinlich: «Wir investieren in die Vielfalt des Angebots, nehmen Trends auf und möchten mit unseren neuen Bieren alle Biertrinker ansprechen.» Die Brauerei Valaisanne, 1972 von Feldschlösschen übernommen, stellt mit dem Pale Ale und dem Weizen Ämrich weitere Spezialitätenbiere her.

**Frauen und Weintrinker als Ziel**
Ein noch zu wenig erschlossener Markt ist sowohl für Feldschlösschen als auch Doppelleu jener der Frauen. «Es ist schon seit vielen Jahren salonfähig, dass Frauen in der Bar ein Bier bestellen», weiss Gerber. Sie war damals 2011 die erste Frau, die die Ausbildung zur Biersommelière gemacht hat. In den letzten Jahren sei ein Kult daraus geworden. «Unser Braufrisch spricht viele Biertrinkerinnen an», sagt Gerber.
Ähnlich sieht dies Philip Bucher von Doppelleu: «Die Branche hat in den letzten Jahren Weinliebhaber und Frauen vernachlässigt.» Doppelleu habe es in den letzten Jahren geschafft, bei diesen zwei Kundengruppen zu punkten. Gerade das Pale Ale «Trüeb» sei ein sanftes Bier, das sich als «Einstieg in die Craft-Beer-Welt eignet». Bucher: «Obwohl es herb ist, habe ich noch nie gehört, dass dieses Bier beim weiblichen Geschlecht nicht gut ankommt.» Dementsprechend lautet auch seine Prognose für die Biertrends: «Pale Ale und India Pale Ale ? kurz: IPA ? werden weiterhin gerne getrunken.»
Pale Ale wird mit hellem Malz gebraut und hat ein hopfiges Fruchtaroma. Das IPA ist etwas schwerer. Denn es wurde speziell für den Export nach Indien entwickelt: Damit das Bier auch nach Ankunft geniessbar war, war ein höherer Alkohol- und Hopfengehalt nötig. In Indien sollte das Bier mit Wasser verdünnt werden – heute wird es unverdünnt genossen.
Pale Ale wird mit hellem Malz gebraut und hat ein hopfiges Fruchtaroma. Das IPA ist etwas schwerer. Denn es wurde speziell für den Export nach Indien entwickelt: Damit das Bier auch nach Ankunft geniessbar war, war ein höherer Alkohol- und Hopfengehalt nötig. In Indien sollte das Bier mit Wasser verdünnt werden – heute wird es unverdünnt genossen.


**Tipp Kochbuch**

Wer mit Craft-Bieren gerne in der Küche experimentieren will, dem sei der Griff zu folgendem Buch empfohlen:

Craft Beer Kochbuch. Von Stevan Paul, Torsten Goffin und Daniela Haug. Brandstätter Verlag, 2015.

#Allgemeines

26. April 2017 | Tanzkurs des Munotvereins

Cha Cha Cha, Tango, Walzer, Jive, Discofox.

8 Abende vom 4.5.-22.6. jeweils von 20.00-21.30 Uhr in der Bach-Turnhalle Schaffhausen.

Programm

#Notizen zu Namen

20. April 2017 | So tickt der neue Chef der Schaffhauser SP

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Die Schaffhauser SP vollzieht derzeit einen Generationenwandel. Mit Daniel Meyer hat die Partei vor zwei Wochen einen Präsidenten gewählt, der nicht einmal halb so alt ist wie sein Vorgänger. Ausserhalb Hallaus, wo der 31jährige Maschinenbauingenieur im Gemeinderat sitzt, kennt man Meyer allerdings kaum. Eine Notlösung sei er dennoch nicht, sagt Meyer im SN-Interview. «Hätte man mir die Aufgabe nicht zugetraut, hätte man mich nicht angefragt und am Parteitag auch nicht gewählt.
Ideologisch sieht er sich nicht als linken Hardliner, auch wenn er seine politische Karriere seinerzeit in der AL startete. Für seine Partei hat er einen klaren Auftrag: «Wir müssen uns schlicht besser vermarkten.» Und: Die Schaffhauser SP soll jünger werden – und moderner.


**«Ich bin nicht der Weltverbesserer per se»**

*Nur halb so alt wie sein Vorgänger ist Daniel Meyer, der neue Präsident der Schaffhauser SP. Jetzt will er die zweitgrösste Partei des Kantons umfassend modernisieren und verjüngen.*

InterviewDaniel Meyer, neuer Präsident der Schaffhauser SP

*Sie sind neuer Präsident der Schaffhauser SP, der zweitgrössten Partei im Kanton. Das ist eine grosse Verantwortung. Wie gehen Sie damit um?*
Die grosse Verantwortung war der Grund, weshalb ich nicht von Anfang an zusagte. Die Anfrage gärte seit dem letzten Winter in mir. Soll ich das auf mich nehmen? Will ich mich exponieren? Ich kam zu dem Schluss, ja, ich wage es. Ich sehe es als Chance, für mich wie für meine Partei.

*Welche Überlegungen stellten Sie an?*
Die Arbeit im Gemeinderat von Hallau gefällt mir, aber der Wirkungskreis dieses Mandats hört irgendwo hinter der Engi auf. Jetzt sah ich eine Gelegenheit, den Sprung auf das kantonale Parkett zu wagen. Dass gleich der Stuhl des Präsidiums frei geworden ist, war vielleicht Zufall. Ich hätte mich auch mit einem gewöhnlichen Vorstandsmandat zufriedengegeben. Aber ich finde, man muss die Chance packen, die man bekommt.

*Sie sind jung und links, eigentlich ein klassischer Fall für die AL, der Sie früher auch angehörten. Warum jetzt die SP?*
Ich wollte eine gemässigtere Politik machen. Gefallen hat mir auch die Ausstrahlung der SP als nationale Partei. Die AL ist ja vor allem im Lokalen engagiert. Und vielleicht war der Übertritt auch eine Emanzipation von einer Zeit, die vergangen ist. Meine AL-Zeit liegt schon länger zurück.

*Sie sind Alter Herr der Mittelschulverbindung Scaphusia. Es fällt auf, dass sich mehrere Scaphusianer in Ihrem Alter politisch stark engagiert haben. In der AL die Kantonsräte Matthias Frick und Till Aders, früher auch ­Florian Keller, aber auch ein Marcel Montanari von den Jungfreisinnigen. Und Sie stehen jetzt der SP vor. Weshalb ist Ihre Generation so politisch?*
Schwierig zu ­sagen. Mir fehlt die Aussensicht, ich war ja auch Teil dieser engagierten Gruppe. Wir haben immer viele Diskussionen geführt, da sind auch die Fetzen geflogen. Vielleicht kann man es demografisch erklären? Unsere Generation füllt das Vakuum, das die Babyboomer hinterlassen haben. In der Scaphusia hat übrigens ein Vertreter meiner Generation jetzt auch das Altherrenpräsidium übernommen. Es gibt also Parallelen zur Stabübergabe von Alt zu Jung auf der politischen Ebene.

*Ihr Cerevis in der Scaphusia lautet «Scholle». Wie der Fisch oder wie der Boden?*
Definitiv wie der Boden. Das Klettgauerische ist in mir, man hört es mir ja auch an. Diese Verbundenheit ist mir wichtig.

*Über Politik zu diskutieren, ist das eine. Etwas anderes ist es, aktiv in die Politik einzusteigen. Was gab für Sie den Ausschlag?*
Ich war und bin mit gewissen Zuständen und Umständen nicht zufrieden. Ich will etwas verändern, ich glaube, da geht es mir wie jeder Politikerin oder jedem Politiker. Sie sind ­bestrebt, eine Veränderung herbeizuführen.

*Mit welchen Zuständen und Umständen sind Sie nicht zufrieden?*
Es macht mir Sorgen, dass der Sozialstaat an allen Ecken und Enden abgebaut wird, etwa bei der Arbeits­losenversicherung. Auf kantonaler Ebene sollen Grossaktionäre ihre ungerechtfertigten Privi­legien behalten, was wir mit unserer Initiative bekämpfen. In mir gibt es auch eine grüne Komponente, ich bin ein grosser Fan des öffentlichen Verkehrs, obwohl ich auch ein Auto habe.

*Bei Ihren Auftritten hat man den Eindruck, dass sie weniger ideologisch als pragmatisch denken und handeln. Hat das etwas?*
Ja, durchaus. Ich bin nicht der Weltverbesserer per se, was aber nicht heisst, dass ich nicht kämpfe.

*Wofür?*
Zum Beispiel dafür, dass der gewöhnliche Angestellte auch eine Stimme hat und nicht nur die Vertreter der Hochfinanz.

*Aber das Problem ist doch, dass der gewöhnliche Angestellte heutzutage SVP wählt?*
Ja, aber uns gibt es auch. Wir decken mehr Anliegen ab, als manchmal wahrgenommen wird.

*Wer hat Sie politisch geprägt? Das Elternhaus?*
Weniger. Mein Vater war zwar Gewerkschafter, aber für Politik interessierte ich mich erst ab der Kanti. Als ich dem Stimmrechtsalter näher rückte, wuchs auch das Interesse mitzureden.

*Und woher kommt das linke Element?*
Die Gerechtigkeit und der Ausgleich sind zentral für mich. Und es geht auch um das Verhältnis zum Staat: Der Staat ist für mich nicht der Gegner, sondern letztlich etwas Gemeinsames von uns allen. Wir als ­Bevölkerung prägen den Staat.

*Wo stehen Sie im linken Parteispektrum?*
Kommt darauf an. Bei Themen, die klar als links gelten, wie Steuerfragen oder Energie, bin ich ganz auf Parteilinie. Aber ich sehe mich sicher nicht als linken Hardliner, auch wenn ich eine Vergangenheit in der AL habe.

*Wo weichen Sie von der Parteilinie ab?*
Der Ausreisser ist die Sicherheitspolitik, dort entspricht meine Haltung nicht ganz dem Parteibuch. Ich bin ein Verfechter der Miliz­armee, und im Militär bin ich Offizier.

*Offizier und SP-Präsident, wie geht das ­zusammen?*
Sehr gut! Wir haben in der Schweiz eine Milizarmee, und ich bin der Meinung, dass diese Milizarmee einen Querschnitt unserer Bevölkerung repräsentieren soll. Unsere Bevölkerung ist zu einem anständigen Anteil auch links. Ich repräsentiere als linker Offizier diesen Teil der Bevölkerung, und das ist aus meiner Sicht für eine staatstragende Partei wie die SP in Ordnung. Ich stehe dazu, dass ich Offizier bin, das habe ich auch in der SP nie verheimlicht. Im Militärdienst selbst spielt das Parteibuch übrigens keine Rolle, da ist die fachliche Qualifikation gefragt und das Erfüllen des dienst­lichen Auftrags.

*Die «schaffhauser az» schrieb, der Meyer sei als SP-Präsident eine Notlösung, ein «No Name aus der Provinz». Wahre Worte oder wüste Beleidigung?*
Der «No Name» ist aktuell sicher noch wahr, aber ich arbeite daran. Die «Notlösung» ist eine Beleidigung. Ich stehe für die Erneuerung der Partei, für einen Schritt nach vorne, und ich bin unverbraucht. Das ist doch kein Notfallkonzept! Hätte man mir die Aufgabe nicht zugetraut, hätte man mich nicht angefragt und am Parteitag auch nicht gewählt.

*Ein Parteipräsident sollte auch Mitglied des Kantonsrats sein, heisst es. Sie sind nicht im Parlament. Ist das ein Problem?*
Na ja, FDP-Präsident Marcel Sonderegger ist ja auch nicht im Kantonsrat, und Pentti Aellig von der SVP war es lange Zeit nicht. Ich selbst fände es für die Partei und für mich gut, und ich arbeite daran. Mein Ziel ist es, längerfristig Einsitz zu nehmen.

*Parteipräsidenten sind wie Fussballtrainer: Man erwartet von ihnen Erfolge, sonst sind sie wieder weg.*
Klar, wenn wir nur noch verlieren sollten, müsste man sich fragen, ob ich der Richtige bin. Das wird sich weisen. Abstimmungen gewinnen heisst auch, eine Politik zu machen, die mehrheitsfähig ist. Wenn wir das schaffen und dem Volk zum Beispiel klarmachen können, dass der Spardruck nicht das allein selig Machende ist, dann kommt es gut.

*Da reicht es aber nicht, wenn Sie nur die linken Wählerinnen und Wähler ansprechen, oder?*
Logisch. Man braucht mehr als 50 Prozent, um eine Abstimmung zu gewinnen, und wir sind aktuell im Kanton eine 22-Prozent-Partei. Ex­treme Forderungen liegen mir weniger. Das kommt auch aus meiner Arbeit in der Exekutive. Wir müssen einen Konsens finden, mit dem alle leben können.

*Der SP-Präsident ist ein Mann, der SP-Regierungsrat ist ein Mann, der SP-Stadtpräsident ist ein Mann: Hat die SP ein Frauenproblem?*
Nein, ein Problem nicht. In der SP sind Frauen hochwillkommen, wir bieten viele Chancen. Aber es stimmt, in den Exekutiven und in der Parteileitung sind sie in der Minderheit. Dies hat auch damit zu tun, dass linke Frauen in meinem Alter in der AL sind.

*Wo sehen Sie die SP in fünf bis zehn Jahren?*
Ich will den Erfolgskurs der letzten zwei Jahre fortsetzen. Wir haben Wähler und Abstimmungen gewonnen. Ein ganz zentraler Auftrag ist weiter die Verjüngung der Partei. Wir brauchen mehr junge Leute, die auch bereit sind, im Vorstand mitzuarbeiten. Die Schaffhauser SP soll jünger werden und moderner. Sie soll auch medial präsenter werden – wie es übrigens die Bündner SP bereits vollzogen hat. Wir machen schon viel, die Basis ist da. Aber wir müssen noch mehr nach dem Sprichwort «Tue Gutes und sprich darüber» handeln. Wir als SP müssen uns schlicht besser vermarkten.


**Daniel Meyer: Zur Person**

Alter: 31
Beruf: Maschinenbauingenieur FH
Zivilstand: ledig
Militär: Major, Nachrichtenoffizier im Ristl Bat 21
Hobbys: Politik, Segeln, Skifahren
Politische Tätigkeiten: Gemeinderat Hallau, Präsident der SP des Kantons Schaffhausen


#Notizen zu Namen

17. April 2017 | Ein Hallauer ist neuer SP-Präsident

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Die Schaffhauser SP hat einen neuen Präsidenten: Die Delegierten haben gestern Abend Daniel Meyer (31) aus Hallau zum Nachfolger von Werner Bächtold (63) gewählt.
Dass Meyer den wichtigsten Posten der Schaffhauser Linken übernehmen würde, wussten gestern zu Beginn der Versammlung im Schaffhauser «Güterhof» nicht einmal die Delegierten. Die Parteileitung machte bis zuletzt ein Geheimnis daraus, wen die Findungskommission, bestehend aus Regierungsrat Walter Vogelsanger und SP-Stadt-Präsidentin Monika Lacher, zur Wahl vorschlagen würde.
Vogelsanger lüftete schliesslich den Schleier und stellte Meyer vor. Er stammt ursprünglich aus Wilchingen, er wohnt jetzt aber in Hallau, wo er seit 2013 auch für die SP im Gemeinderat sitzt. Dort leitet er das Sozialreferat. Meyer ist ausgebildeter Maschinen­ingenieur und arbeitet bei den SBB. «Daniel ist ein sehr zuverlässiger und belastbarer Parteikämpfer», sagte Vogelsanger, der auch verriet, dass Meyer einst bei ihm zur Schule gegangen sei.

**«Unter der Schallgrenze geblieben»**
Nach dieser Vorstellung wurden der Bewerber und die Presse vor die Tür gebeten. Die Delegierten mussten aber nicht lange diskutieren. Schon nach wenigen Minuten brauste Applaus auf im Saal, und Meyer, der neue SP-Präsident, wurde hereingeholt.
Bei seiner Antrittsrede machte er keinen Hehl daraus, dass er in der SP und auch ausserhalb noch nicht sehr bekannt sei. «Auf kantonaler Ebene bin ich bis jetzt immer unter der Schallgrenze geblieben», sagte er. Er räumte auch ein, dass seine Sympathien früher bei einer anderen linken Gruppierung gelegen hatten: bei der Alternativen Liste. «Meine Kanti-Generation war praktisch gleichzusetzen mit dem Gründungsdatum der AL», sagte Meyer. Er selbst sei eines der ersten AL-Mitglieder gewesen. «Irgendwo in einer Kiste habe ich den Mitgliederausweis noch, es ist die Nummer elf.»
Aber das sei 2003 gewesen, seither sei viel passiert. Der Entscheid für die SP sei am 1.-Mai-Umzug 2009 gefallen. «Ich war auf der Suche nach einer politischen Heimat, und damals fand ich sie in der SP.» Mit der AL verstehe er sich nach wie vor gut, «aber bei der SP ist die Schnittmenge mit meinen Überzeugungen am grössten».
Für die SP wünsche er sich, dass sie auch in Zukunft für Jüngere interessant sei. Dabei denke er insbesondere an junge Frauen, sagte Meyer. Für die Partei gelte es nun, eine Diskussion zu führen, wie sie sich in der Parteienlandschaft positionieren wolle und wie sie ihren Anteil halten und ausbauen könne.
Die SP hat neben den Wahlen gestern auch noch ihre Parolen für die kommenden kantonalen Abstimmungen gefasst. Sie empfiehlt sowohl für ihre eigene Volksinitiative «Keine Steuergeschenke an Grossaktionäre» wie auch für die Zusammenlegung der Friedensrichterämter ein Ja.



Vorgänger und Nachfolger: Werner Bächtold (links) hat gestern das SP-Präsidium an Daniel Meyer übergeben. Meyer hat sich in der SP unter anderem als Gemeinderat von Hallau einen Namen gemacht.
Bild Zeno Geisseler

#Allgemeines

13. April 2017 | 2[x-3(2- x)] = 5(x + 1)-3(x + 1). Wie lautet x?

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Was ist ein anderes Wort für «misstrauisch»? Wie sagt man «nette Freundin» auf Französisch? Was ist im Satz «Homines doctae saepe legunt» falsch? Und wie hoch ist der Gewinn für einen Skateboard-Händler, wenn er seinen Zulieferer wechselt? – Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich derzeit genau 282 Schaffhauser Sekschüler: Ab heute beginnen die Aufnahmeprüfungen für die Kantonsschule, also für die Maturitätsschule und für die Fachmittelschule.
Los geht es heute Freitagmorgen mit Deutsch, am Nachmittag folgen dann Französisch und – für das sprachlichaltsprachliche Profil – Latein. Morgen Samstag und am Montag gilt es schliesslich, in Mathematik zu zeigen, was man gelernt hat.

**«Grosse Aussagekraft»**
Andere Fächer, etwa Englisch oder Geschichte, werden nicht geprüft. Aber wieso eigentlich nicht? «Deutsch, Französisch und Mathematik sind exemplarisch und haben eine grosse prognostische Aussagekraft», sagt der Rektor der Kantonsschule, Pasquale Comi.
Anders gesagt: Wer in diesen Fächern Mühe hat, der dürfte auch sonst Schwierigkeiten haben, die Kantonsschule zu bestehen. Oder positiv formuliert: Wer in einer Fremdsprache gut ist, dürfte auch mit einer anderen Fremdsprache gut zurechtkommen, und wer sein mathematisches Werkzeug beherrscht, ist auch für Fächer wie Physik und Chemie gewappnet.
«Geprüft», sagt Comi, «wird ausschliesslich regulärer Unterrichtsstoff der Sekundarschule.» Das, was abgefragt wird, ist den 15- bis 17jährigen Kandidatinnen und Kandidaten also schon einmal im Unterricht begegnet. Zudem gibt es an den Sekundarschulen spezielle Unterrichtsgefässe zur Vorbereitung.
Auch in der Prüfung selbst sind die Schülerinnen und Schüler nicht ganz auf sich gestellt. Gewisse Hilfsmittel sind erlaubt, so etwa ein wissenschaftlicher Taschenrechner für die Mathematikaufgaben. Und beim Deutschaufsatz darf der Duden, Band 1, auf dem Tisch stehen. Wer hingegen mit anderen Hilfsmitteln erwischt wird, wird von der Prüfung ausgeschlossen.

**Sieben von zehn kommen durch**
Die langjährige Erfahrung zeigt, dass die Prüfung zwar anspruchsvoll, aber machbar ist: Die Kantonsschule veröffentlicht jeweils die Erfolgs- quote, und diese bewegt sich bei etwa 70 Prozent.
Wie steht es mit Ihnen? Würden Sie die Prüfung bestehen? Wir haben aus alten Aufnahmeprüfungen einige Fragen für Sie vorbereitet. Viel Erfolg!

**«Frisch gedopt ist halb gewonnen»:
Diese Fragen aus vier Fächern stammen aus früheren Aufnahmeprüfungen für die Kanti**

Wer in die Kantonsschule eintreten will, muss zuvor eine Aufnahmeprüfung bestehen. Sie besteht aus drei Fächern: Deutsch, Französisch und Mathematik. Für das S-Profil kommt noch Latein dazu. Hier eine Auswahl von Prüfungsfragen aus früheren Jahren. Ausser solchen Fragen gibt es auch noch Texte, die gelesen und interpretiert werden müssen, in Französisch wird zudem auch das Hörverständnis geprüft. Die Fragen sind für 15- bis 17jährige Sekschüler gedacht.

**Deutsch**

1. Die folgenden Sprichwörter wurden verändert. Wie lauten sie richtig?

·Wie man sich fettet, so riecht man.

·Aller Umfang ist schwer.

·Wer flucht, der findet.

·Wo Rauch ist, ist auch ein Raucher.

·Alter nützt bei Torheit nicht.·?Frisch gedopt ist halb gewonnen.

2. Der «Affe» hat sich in all diesen Wörtern versteckt. Finde sie heraus.

·?_ _ _ A F F E (Eine Art Krug)

·?_ _ A F F E _ _ _ (gehört zur Ausrüstung eines Kunstmalers)

·?_ _ _ _ _ A F F E _ _ _ _ _ (Qualität, Art und Weise)

·? _ _ A F F E _ _ (Eine Wunde, die genäht werden muss, ist …(Partizip I)

·?_ _ A F F E _ _ _ (Gruppenwettlauf)

3. Ersetzedas kursiv gedruckte Wortdurch ein in den Zusammenhang passendes Synonym und passe es grammatikalisch richtig an:

·Sie sieht ihn misstrauisch an.

·Wenn Hilde sich nicht immer so einmischen würde.

·… haben sie dagesessen mit ihren starren Gesichtern.

4. Verändere den gegebenen Begriff in einen Ausdruck der gleichen Wortfamilie. Die Wortart soll dabei gemäss Vorgabe geändert werden. Bei Nomen schreibst du den Artikel dazu. Nominalisierungen und Partizipien zählen nicht! Beispiele: fahren (Nomen) => Die Fahrt; klingen (Adjektiv) => klangvoll.

·denken (Nomen) =>

·schliesslich (Nomen) =>

·geduldig (Verb) =>

·laufen (Adjektiv) =>

5. Welches Wort passt nicht in die Reihe?
·mürbe, elastisch, spröde, brüchig, splitterig

·ungeschickt, linkisch, unbeholfen, umständlich, ungehorsam

·vergüten, ersetzen, vergelten, beschwichtigen, entschädigen

·Abneigung, Ausrede, Ausflucht, Vorwand, Notlüge

**Französisch**

1. Vervollständige die folgenden Sätze mit einem passenden Ausdruck

·C’est un grand problème; il faut trouver … .

·Si je ne fais pas mes devoirs, mon professeur va me … .

·Au cinéma, Nathalie ne voit rien parce qu’elle a oublié … .

·J’aime bien la géographie ; c’est … préférée.

·L’athlète est blessé ; il ne peut pas … tournoi (nicht aller !).

·Mon frère a 16 ans et ne va pas à l’école cantonale ; il est … . (Il travaille dans un garage pour être mécanicien plus tard.)

2. Übersetze. Gib wo nötig das Geschlecht ( m / f ) und beim Adjektiv auch die weibliche Form an.

·das Abenteuer

·leicht [Gewicht]

·vergleichen

·die Reise

·la détente

·avancer

3. Vervollständige den Text, falls nötig, mit den richtigen Präpositionen. Streiche die Lücke, falls es keine Präposition braucht:

Marc fête son anniversaire … été, … juillet. … le matin, il se lève … six heures et il va … la salle de bains et se prépare … aller … l’école. Puis, il cherche … son sac. Où estce qu’il est? (Unter) … le lit , (hinter) … la caisse ou … la chambre … Pascal? Il veut demander … sa mère mais elle n’est pas … la maison. Alors, il va … les voisins, mais ils sont … vacances. Il est triste, parce que son portemonnaie est … le sac et il veut acheter un gâteau … la boulangerie [neben] … l’école. Oh non, il va arriver … gâteau et ses copains ne vont pas être contents!

**Mathematik**

1. Löse die Gleichung nach x auf. Gib das Resultat als ganze Zahl oder als gekürzten Bruch an.

·2[x ? 3(2 ? x)] = 5(x + 1) ? 3(x + 1)

2. Nach allgemeingültigen Regeln muss ein Fussballfeld zwischen 90 und 120 Meter lang sein. Das ist auch in Fantasiland so. Dort gibt es aber drei verschiedene Längenmasseinheiten: Ein Xoul entspricht 30 cm, eine Yecke ist gleich 84 cm, und ein Zessi misst 105 cm. Die Länge eines Fussballfeldes in Fantasiland muss in allen drei Einheiten durch eine natürliche Zahl ausgedrückt werden können. Wie lang (gemessen in Metern und Zentimetern) muss ein Fussballfeld in Fantasiland mindestens sein?

3. Ein Verkäufer von Skateboards setzt diese aus den Einzelteilen Brett, Rädersatz und Zubehör zusammen. Bisher hat er diese Teile zu folgenden Preisen eingekauft: das Brett für 42 Franken, den Rädersatz für 9.20 Franken und das Zubehör für 21 Franken. Sein Gewinn entspricht 39,2 Prozent des Verkaufspreises. Nun wechselt er seinen Zulieferer. Dadurch muss er für das Brett 15 Prozent weniger ausgeben, den Rädersatz erhält er neu für 7.20 Franken, und für das Zubehör muss er 15 Prozent mehr bezahlen.

Den Verkaufspreis lässt er unverändert. Wie gross ist nun der Gewinn des Verkäufers in Prozenten des Verkaufspreises?

4. Aus einem Quadrat der Seitenlänge a wird die schraffierte Fläche F gemäss unten stehender Figur ausgeschnitten.

·Stelle eine Formel auf, mit der sich der Flächeninhalt von F aus a und x berechnen lässt.

·?Sei nun a = 12 cm. Bestimme x durch Probieren mit dem Taschenrechner (bis auf Millimeter genau) so, dass F möglichst genau den halben Flächeninhalt des ganzen Quadrates ausmacht.

5. Holzhändler Huber fährt mit 16 Tonnen Brennholz zum Brennholzmarkt. Es gibt Brennholz in zwei verschiedenen Qualitäten. Eine Tonne der besseren Qualität kostet 400 Franken, und für eine Tonne der normalen Qualität bezahlt man 350 Franken. Abends fährt Herr Huber mit 3,9 Tonnen nicht verkauftem Brennholz und 4500 Franken Einnahmen nach Hause.

·Es sei x die von Herrn Huber verkaufte Menge Brennholz der besseren Qualität in Tonnen. Stelle eine Gleichung für x auf und löse sie.

**Latein**

1. Bilde von den Substantiventimor,consiliumundvictoriafolgende Formen: Akk. Sg., Abl. Sg. und Gen. Pl.!

2. Nenne das Gegenteil folgender Wörter:

·pater

·scribere

·laetus

·clamare

·currere

·nemo

·respondere

·sine

3. Übersetze!
·Hodie multi homines Romam veniunt, nam in Colosseo pugnas gladiatorum clarorum expectant. Gladiatores non modo ex Italia, sed etiam e terris aliis veniunt, quod cuncti gloriae cupidi sunt.

**Kantiprüfung: Die Lösungen**

**Deutsch**

Aufgabe 1:
·Wie man sich bettet, so liegt man.

·Aller Anfang ist schwer.

·Frisch gewagt ist halb gewonnen.

·Wer sucht, der findet.

·Wo Rauch ist, ist auch ein Feuer.

·Alter schützt vor Torheit nicht.

Aufgabe 2:
·Karaffe·Staffelei·Gaffer

·Beschaffenheit·klaffend

·Staffette

Aufgabe 3:
·argwöhnisch, kritisch, skeptisch, ungläubig, zweifelnd, prüfend.

·dreinreden, intervenieren, sich einmengen.

·Aufregung, Eile, Gehetze, Hast, Hetzerei, Angst, Stress, Panik

·unbeweglichen, steinernen, versteinerten, emotionslosen, gefühllosen, leblosen, steifen, gefrorenen, teilnahmslosen, regungslosen, ausdruckslosen

Aufgabe 4:
·der Gedanke/ Andacht / Gedächtnis / Denkmal / Andenken

·der Schluss / Schlussfolgerung / Be-/Entschluss / Schloss

·sich gedulden, dulden

·läuferisch, läufig, geläufig, laufstark, lauffreudig.

Aufgabe 5:
·elastisch·ungehorsam

·beschwichtigen·Abneigung

**Französisch**

Aufgabe 1:
·une solution·me gronder

·ses/les lunettes.·ma matière

·au tournoi·(un) apprenti

Aufgabe 2:
·l’aventure (f.)·léger, -ère

·comparer·le voyage

·die Entspannung, die Erholung

·vorrücken, vorwärtskommen

Aufgabe 3:
·Marc fête son anniversaire en été, en juillet. X le matin, il se lève à six heures et il va dans la salle de bains et se prépare pour aller à l’école. Puis, il cherche X son sac. Où estce qu’il est? Sous le lit, derrière la caisse ou dans la chambre de Pascal? Il veut demander à sa mère mais elle n’est pas à la maison. Alors, il va chez les voisins, mais ils sont en vacances. Il est triste, parce que son portemonnaie est dans le sac et il veut acheter un gâteau à/dans la boulangerie près de / à côté de l’école. Oh non, il va arriver sans gâteau et ses copains ne vont pas être contents!

**Mathematik**

Aufgabe 1:
·x=7/3

Aufgabe 2:
·92 m 40 cm

Aufgabe 3:
·43.54 Prozent

Aufgabe 4:
·F = 3ax ? 2x²
·Für x = 2,3 cm erhält man den besten Wert.

Aufgabe 5:
·x = 5,3

(Die kompletten Lösungswege können hier mangels Platz nicht angegeben werden, sie finden sich aber online.)

**Latein**

Aufgabe 1:
·timor, timorem, timore, timorum ·consilium, consilio, consiliorum ·victoriam, victoria, victoriarum

Aufgabe 2:
·mater, filius·legere ·maestus, miser·tacere ·stare·cuncti·rogare·cum

Aufgabe 3:
·«Heute kommen viele Leute nach Rom, denn sie erwarten im Kolosseum die Kämpfe berühmter Gladiatoren. Die Gladiatoren kommen nicht nur aus Italien, sondern auch aus anderen Ländern, weil alle nach Ruhm begierig sind.»

#Notizen zu Namen

4. April 2017 | Zwei neue Richter gewählt

Schaffhauser Nachrichten
lbb

Als Ersatz für die auf Ende Juni 2017 zurücktretende Oberrichterin Marlis Pfeiffer hat das Schaffhauser Kan- tonsparlament gestern den aus dem Zürcher Oberland stammenden Oliver Herrmann (geb. 1982) mit einem 50-Prozent-Pensum gewählt. Herrmann war seit 2014 Ersatzrichter am Bezirksgericht Zürich und wird weiter zur Hälfte als Gerichtsschreiber am Bundesverwaltungs- gericht arbeiten. Die Wahlvorbereitungskommission hatte Herrmann aus fünf Bewerbungen ausgewählt. Der Rat wählte ihn mit 58 von 58 gültigen Stimmen.
Das Schaffhauser Kantonsgericht muss per Gesetz über mindestens drei Ersatzmitglieder verfügen. Mit der Wahl von Andreas Textor zum ordentlichen Kantonsrichter fehlt ein solches. Der Rat hat gestern den Juristen Philipp Zumbühl (geb. 1986) zum Ersatzrichter des Kantonsgerichts gewählt. Zumbühl ist in Dörflingen aufgewachsen und hat im Dezember 2016 sein Anwaltspatent gemacht. Ein Ersatzrichter übernimmt die Aufgaben eines Einzelrichters oder ist mitwirkender Richter in einer Kammer. Zumbühl erreichte 57 von 57 gültigen Stimmen.

#Allgemeines

18. März 2017 | Konflikte sind vorprogrammiert

Schaffhauser Nachrichten
Mark Liebenberg

Schülerinnen und Schüler an Schweizer Gymnasien sollen «ein fundiertes Verständnis der Hintergründe der Informationsgesellschaft entwickeln». Diese Forderung hat die Schweizerische Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) aufgestellt. Gymnasiasten sollen die Grundzüge von Programmiersprachen kennen, die technischen Hintergründe von Computernetzwerken verstehen und die Sicherheitsaspekte der digitalen Kommunikation einschätzen können. Im Vorschlag der EDK würde Informatik an Maturitätsschulen entweder zu einem Grundlagenfach oder zu einem obligatorischen Fach erklärt. Diese Idee hat die EDK jetzt in die Anhörung in den Kantonen geschickt. Sind die Signale positiv, soll als Nächstes das Schweizer Maturitätsreglement dahingehend angepasst werden.

**Weiter Weg bis zum Maturafach**
«Ich bin ein klarer Verfechter davon, dass sich die Schule ganz generell der digitalen Herausforderung stellen muss», sagt Christian Amsler, der als Schaffhauser Bildungsdirektor und Mitglied in der EDK zu den treibenden Kräften hinter der Idee eines Informatikobligatoriums auf Gymnasialstufe gehört. «Gerade auch weiterführende Tertiärinstitute wie die ETH machen Druck, dass man hier forcieren muss und dass zum Beispiel auch das Programmieren einen höheren Stellenwert haben muss.» Bereits in der Entwicklung des Lehrplans 21 für die Volksschule habe man besonderes Augenmerk auf diese Diskussion im Kontext einer sich immer stärker digitalisierenden Schul- und Berufswelt gelegt.
Nun sei die Debatte eben auch am Gymnasium angekommen, wo jetzt die Bewertung des Fachs und die Stundendotation zur Disposition steht. «Klar, neue Fächer haben es immer schwer», räumt Amsler ein, «aus Stundendotationsgründen und aus finanziellen Gründen. Der Weg zu einem Maturafach wird noch weit sein.»

**Stärkung der Mint-Fächer**
Von der Schaffhauser Erziehungsdirektion zur Stellungnahme aufgefordert ist auch der Rektor der Kantonsschule Schaffhausen. Pasquale Comi steht der Idee grundsätzlich offen gegenüber, wie er gegenüber den SN sagt. «Die Stärkung der sogenannten Mint-Fächer – also von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie – entspricht dem Zeitgeist», sagt er. Auch die ETH und die Wirtschaftsverbände lägen den Gymnasialrektoren deswegen in den Ohren. Bezüglich der Umsetzung setzt Comi indes noch Fragezeichen: «Völlig offen ist, in welchem Rahmen und auf Kosten welcher anderen Lerninhalte dies geschehen könnte.»
Heute schon kommt jeder Kantonsschüler mit dem Fach Informatik wenigstens einmal in Berührung. Während des zweiten Semesters wird Informatik als Bestandteil des Grundlagenfachs Mathematik in zwei Wochenlektionen unterrichtet. Schüler lernen etwa die Funktionsweise von Algorithmen und den Aufbau komplexer Programme aus einfachen Bausteinen kennen. Das Fach wird geprüft und benotet.
Ab dem dritten Semester kann man an der Kanti Informatik als Freifach belegen, und zwar für eine zweijährige Dauer im Umfang von drei Wochenlektionen. Dort wird eine Programmiersprache erlernt, und dynamische und interaktive Webanwendungen werden programmiert. Im Schnitt zwischen 15 und 20 Schülerinnen und Schüler wählen das Fach pro Jahrgang, der durchschnittlich 130 Schüler zählt. Vier von fünf Schüler sind männlich.

**Eher keine Maturanote**
Das geplante Obligatorium, erklärt Comi, könnte entweder umgesetzt werden, indem man ein neues Grundlagenfach Informatik schaffe, das gleichberechtigt neben Mathematik, Deutsch oder Französisch stehe und direkt maturrelevant wäre. Oder aber, indem man es als neues obligatorisches Fach definiere, das von allen besucht werden müsse und das promotionswirksam sei, aber nicht als Maturanote einfliesse – ausser ein Schüler wähle es als Frei- oder Schwerpunktfach, so wie heute das Fach Recht und Wirtschaft.
Comi sieht eher Letzteres als realistisch: «Man kann den Kanon der Grundlagenfächer nicht beliebig erweitern, ohne dass man die Gewichtung einzelner davon zu verwässern beginnt», ist er überzeugt.
Aber auch wenn Informatik ein obligatorisches Fach würde, stelle sich die Frage, auf Kosten welcher anderer Fächer es eingeführt werden solle: auf Kosten ähnlicher Fächer im Mint-Bereich oder auf Kosten von sozial- und geisteswissenschaftlichen? «Hier sind Konflikte vorprogrammiert», sagt der Kantirektor.

#Allgemeines

17. März 2017 | Es soll wieder ein Treffpunkt für die Steiner werden

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritschi

Seit Oktober war der «Rothe Ochsen» in Stein am Rhein geschlossen. Inhaberin Katharina Keller wollte das Lokal, das bis dahin verpachtet war, selbst übernehmen. Allerdings nicht als Wirtin an der Front, sondern im Hintergrund. Als Geschäftsführer hat sie Oussama Moukrim eingestellt. Moukrim war sechs Jahre lang in der Bordgastronomie der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein tätig und kennt das Metier bestens. «Er hat sein Serviceteam mitgebracht, es ist bestens aufeinander eingespielt», sagt Keller. «Das sorgt für eine gute ­Atmosphäre.» Denn die Platzverhältnisse, speziell in der Küche des «Rothen Ochsen», sind eng. Deshalb wollen Keller und ihr Partner Peter Lagler, die für das Konzept verantwortlich zeichnen, nur ein kleines, ausgewähltes Speiseangebot führen und vor allem die Einheimischen ansprechen.
Die kamen am Mittwochnachmittag zur Wiedereröffnung zuhauf: Man traf sich zu einem Schwätzchen und einem Glas Wein, dazu servierten Moukrim und sein Team diverse Snacks, die einen Vorgeschmack auf das künftige Angebot gaben.
«Wir möchten täglich ein selbst gekochtes Menü anbieten, das hier zubereitet wird», sagt Keller. Auf der Karte sind Wurst- und Käseplättli, wie es sich für eine Weinstube gehört; es gibt Kutteln, Käsefondue, Salatkreationen, Haus­toast, Sandwiches oder «Bölletünne». Nicht alles ist selbst gemacht, sondern kommt aus Steiner Geschäften wie der Metzgerei Villiger. «Natürlich sind bei uns auch Touristen willkommen», sagt Keller. In erster Linie aber liegt es ihr am Herzen, dass die Steiner im «Ro­then Ochsen» mit seiner bewegten Geschichte wieder einen Treffpunkt haben, wo sie sich in einer schönen Umgebung austauschen können. Das schien am Wiedereröffungstag auf Gegenliebe zu stossen. Drinnen waren alle Plätze besetzt, und auch draussen hatten sich Nachbarn und Gwundrige zum Apéro versammelt, Moukrim und seinem Team jedenfalls ging die Arbeit nicht aus, alle wurden freundlich begrüsst und bewirtet.
In der Vorsaison wird der «Rothe Ochsen» täglich ausser Montag und Dienstag von 10 bis 22 Uhr offen sein; am Sonntag bis 17 Uhr. In der Haupt­saison ist die Weinstube sieben Tage in der Woche offen. Und punkto Sperrstunde will man flexibel sein. Sollten Vereine oder Gruppen erst später am Abend kommen, wird nicht stur um 22 Uhr geschlossen. «Da richten wir uns schon nach den Gästen», sagt Moukrim.



Es herrscht wieder Leben im «Rothen Ochsen». Oussama Moukrim und sein Team hoffen als Gastgeber auch auf viele Stammgäste aus dem Städtli.
Bild Edith Fritschi

#Allgemeines

3. März 2017 | Auch Bootsführer sollen pusten

Schaffhauser Nachrichten
sda

Wie bei Autofahrern genügt künftig auch bei Bootsführern ein Atem­alkoholtest, um einen zu hohen Pegel nachzuweisen. Das hat der Nationalrat gestern beschlossen. Heute ist eine Blutprobe nötig. Die Rechtsgrundlage für beweissichere Atemalkoholproben ist Teil des revidierten Binnenschifffahrtsgesetzes. Der Ständerat hatte die Vorlage im Dezember gutgeheissen.
Kern ist ein neues System der Sicherheitsaufsicht. Bisher wurden Schiffe umfassend getestet, bevor sie zugelassen wurden. Künftig muss der Gesuchsteller nachweisen, dass ein Schiff sicher ist, und der zuständigen Behörde die erforderlichen Unterlagen vorlegen. Geprüft werden jene Teile, die besonders sicherheitsrelevant sind. Damit wird das Verfahren an jenes angeglichen, das für Eisenbahnen und Seilbahnen gilt. Für die Schifffahrtsunternehmen rechnet der Bundesrat mit moderaten Mehrkosten für den ­Sicherheitsnachweis.
Ziel ist die Entlastung der Verwaltung. Es gebe neue Arten von Schiffen, beispielsweise Solarschiffe, sagte Kommissionssprecher Kurt Fluri (FDP/SO). Es sei nicht sinnvoll, die Verwaltung die Kompetenzen aufbauen zu lassen, die für die Prüfung notwendig wären.
Die SVP lehnte das Gesetz ab. Es gebe im Bereich der Schifffahrt keine Probleme, sagte Walter Wobmann (SVP/SO). Bei den Datenbanken gehe es nur um die Überwachung der Schifffahrt, ein Alkoholgrenzwert sei bereits im Gesetz festgelegt. Laut Wobmann braucht es das Gesetz daher nicht. «Das ist eine Aufblähung für gar nichts», sagte er. Die Mehrheit war aber anderer Meinung und trat auf das Gesetz ein.

**Keine zentralen Register**
Der Ständerat hatte einige Änderungen an der Vorlage des Bundesrats beschlossen, die der Nationalrat nun übernommen hat. Gestrichen wurde die Rechtsgrundlage für die Einrichtung von zentralen Datenbanken über Schiffe, Halter, Fahrberechtigungen und Administrativ- oder Strafverfahren. Laut Fluri wären die zentralen Datenbanken auf Begehren der Kantone eingeführt worden. Er erinnerte an das Subsidiaritätsprinzip in der Bundesverfassung: Es sei ein Leichtes für die Kantone, sich in einem Konkordat zu einigen und die Register auf kantonaler Ebene einzuführen, sagte er.
Die Linke setzte sich für die Datenbanken ein. Ein Register werde nur geschaffen, wenn die Kantone das wollten, sagte Thomas Hardegger (SP/ZH). «Es gibt keinen Grund, diese Option zu verhindern.» Register unterstützten die Vollzugsorgane und sorgten so für mehr Sicherheit auf Gewässern. Die Mehrheit lehnte das aber mit 134 zu ­­ 52 Stimmen ab.
Die Räte änderten die Vorlage in einem weiteren Punkt: Bootsführer sollen erst ab dem vollendeten 75. Altersjahr und nicht schon ab dem 70. ihre Fahreignung ärztlich untersuchen lassen müssen. Die Gesamtabstimmung endete mit 124 zu 62 Stimmen. Die Gegenstimmen kamen von der SVP. Mit einer Differenz bei den Voraussetzungen für die Erteilung des Führerausweises geht die Vorlage zurück an den Ständerat.
Das Binnenschifffahrtsgesetz gilt für sämtliche Fahrzeuge oder Geräte, die auf oder unter der Wasseroberfläche bewegt werden. Für kleinere Schlauch- oder Strandboote gelten aber Ausnahmen.

#Notizen zu Namen

28. Februar 2017 | «Es ist eine grosse Hürde für Kantonsschüler»

Schaffhauser Nachrichten
Mark Liebenberg

*Herr Comi, 110 Maturaarbeiten wurden an der Kantonsschule Schaffhausen dieses Jahr abgenommen. Wie würden Sie den Lerneffekt der selbständigen Arbeit beschreiben?*
Diese Arbeit ist eine der wichtigsten Kompetenzen, die Kantonsschüler im Laufe der Gymnasialzeit erwerben können. Nach wissenschaftlichen Massstäben selbständig eine Arbeit erstellen ist eine grosse Hürde für die meisten Schüler. Sie stehen vor einem riesigen Berg und müssen lernen, nicht zu verzweifeln, sondern systematisch und fokussiert an ein Thema heranzugehen. Klar, wir geben alle Unterstützung, aber es sind die Schüler, die Motivation und Fleiss an den Tag legen müssen.

*Auffallend ist die Themenbreite. Täuscht der Eindruck. oder ist man offener geworden, auch hinsichtlich den sogenannten Life Sciences?*
Das stimmt, Themen wie Gesundheit, Ernährung, Medizin sind zunehmend gefragt. In der Themenwahl sind die Maturanden frei und unabhängig vom gewählten Profil, und das ist ganz entscheidend. Übrigens ist dieses Jahr mit 31 Arbeiten der mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Bereich – die sogenannten MINT-Fächer – sehr gut vertreten, darauf können wir stolz sein. Die Maturanden sollen ihr Thema selber wählen, und es freut mich auch, dass viele mit der Zeit, in der sie leben, gehen. Ausserdem gibt es einige brandaktuelle Phänomene wie etwa Terrorismus, Brexit, Einkaufstourismus, die aufgegriffen werden. Und auch in regionalen Themen können Maturanden immer wieder einen spannenden Beitrag leisten, etwa zur Lokalgeschichte.

*Wie kann man diese doch sehr unterschiedlichen Arbeiten vergleichen und bewerten?*
Die Benotung erfolgt durch einen betreuenden Lehrer und einen Co-Referenten. Etwa ein Viertel der Note bezieht sich auf den Arbeitsprozess selber, und ein besonderes Gewicht liegt auf der Präsentation der Arbeit, die vor Publikum stattfindet. Entscheidend ist immer, wie die Fragestellung bearbeitet wurde.

*Wie steht die Kantonsschule derzeit bezüglich Maturandenquote da, und wie viele Schüler nehmen ein Hochschulstudium auf?*
Unsere gymnasiale Maturitätsquote liegt seit vielen Jahren mit 15 bis 17 Prozent klar unter dem nationalen Durchschnitt, dafür ist sie bei der Berufsmatur höher als im Landesdurchschnitt. So gleicht sich das aus. Im letzten Jahr haben rund zwei Drittel angegeben, ein ETH- oder Hochschulstudium beginnen zu wollen. Knapp 20 Prozent wollten an einer Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule studieren.

*Der Königsweg mit gymnasialer Matur und Hochschulstudium ist also kein Auslaufmodell?*
Nein. Aber interessant ist, dass sich vor rund 15 Jahren das Geschlechterverhältnis gedreht hat. Heute liegt die Frauenquote an der Kantonsschule bei etwa zwei Dritteln. Wieso das so ist, ist schwer zu sagen. Es gibt die Hypothese, dass es die Volksschule sprachlich begabten Schülern einfacher macht, gute Noten und damit einen Übertritt ins Gymnasium zu erreichen.

Neulich konnte man lesen, dass die Armee immer weniger diensttaugliche Maturanden findet. Sind die Kantonsschüler zu schlapp fürs Militär?*
Das denke ich ganz und gar nicht. Unsere Schüler sind fit, es gibt nach wie vor drei Sportstunden pro Woche. Aber es trifft zu, dass für viele Maturanden der Militärdienst nicht mehr die auch karrieretechnische Anziehungskraft hat wie früher. Ich denke, die Armee müsste die Kompatibilität von Studium und Militärdienst verbessern, um attraktiver zu werden, zum Beispiel mit Ausbildungsgutscheinen. Daran arbeitet man ja.



Pasquale Comi, Rektor der Kantonsschule Schaffhausen .
Bild Mark Liebenberg


**Eine Herausforderung für das Schaffhauser Gewerbe**

*Der Einkaufstourismus nach Deutschland ist weit verbreitet in Schaffhausen. Julian Alvarez befasst sich in seiner Maturaarbeit mit den Folgen.*

Von Clio Zubler

Julian Alvarez ist selbst Einkaufstourist und kauft mit seiner Familie immer wieder mal in Deutschland ein. «Ich wollte mehr über die Auswirkungen des Einkauftourismus wissen», sagt der Kantonsschüler. So widmete er seine Maturaarbeit dem Thema. «In meiner Arbeit zeige ich auf, wieso die Leute nach Deutschland gehen und was die Folgen fürs Schaffhauser Gewerbe sind», sagt Alvarez. Er konzentriert sich in seiner Maturaarbeit auf die Lebensmittel- und Modebranche. In einem aufwendigen Theorieteil klärt er vorab den Begriff des Einkaufstourismus, setzt sich mit dem Kaufverhalten der Konsumenten auseinander und erläutert die Einfuhrbestimmungen.

Im zweiten Teil der Arbeit beschreibt er die Gründe für den Einkaufstourismus in der Region. Herausgefunden hat er diese, indem er fünfzig Leute befragt hat. «Ich habe Passanten einmal auf dem Fronwagplatz angesprochen und einmal vor dem Herblingermarkt», erklärt Alvarez. «Es war sehr mühsam und zeitaufwendig, die Umfrage auszuwerten», sagt er. Es zeigte sich, dass der grosse Preisunterschied zwischen der Schweiz und Deutschland tatsächlich der wichtigste Grund ist, um im Ausland einkaufen zu gehen.

**Vollkostenrechnung**
Alvarez erstellte auch eine Vollkostenrechnung für den Einkauf in Deutschland und vergleicht die Preise der Warenkörbe inklusive der Anfahrtskosten und etwaigen Einfuhrzöllen. Den grössten Preisunterschied gebe es in der Lebensmittelbranche zwischen Coop und Lidl, ganze 65 Prozent sind es. «Das war wirklich überraschend», meint Alvarez. «Die Qualität ist aber auch nicht dieselbe.»

**Neue Sichtweisen**
Alvarez’ Ziel war es, neue Sichtweisen auf den Einkaufstourismus und auch Lösungen für das Schaffhauser Gewerbe aufzuzeigen. Der grösste Gewinner der Situation sei der sparende fallen die Auswirkungen des Einkaufstourismus eher klein aus», Gewerbe wegen des Einkaufstourismus fünf bis zehn Prozent der Einnahmen fehlen, gebe es auch ein paar gute Seiten. So müssen die Geschäfte innovativ bleiben und sich vom ausländischen Angebot differenzieren, wie er in seiner Arbeit schreibt. «Die beste Lösung ist meiner Meinung nach, das Schaffhauser Gewerbe den Kunden näherzubringen», sagt der Maturand. Beispielsweise könnte man den Kunden mit einer App zeigen, welche Geschäfte es hier gibt.


**Zur Person**
Julian Alvarez

*Alter*
17 Jahre

*Wohnort*
Lohn

*Nach der Matura*
Militär, dann Wirtschaftsstudium

*Titel der Maturraarbeit*
Einfluss des Einkaufstourismus nach Deutschland auf das SH-Gewerbe

*Fachbereich*
Wirtschaft und Recht.



Julian Alvarez inmitten der Schaffhauser Altstadt. Der wichtigste Grund, um ins Ausland
einkaufen zu gehen, sind anscheinend die grossen Preisunterschiede.
Bild Clio Zubler

#Notizen zu Namen

24. Februar 2017 | Ott macht Platz für frische Kräfte

Schaffhauser Nachrichten
Daniel Jung

Die «Schaffhauser AZ» hat eine neue Chefredaktion. Seit diesem Monat wird die Arbeiterzeitung von den beiden 29jährigen Journalisten Mattias Greuter und Marlon Rusch geleitet. Die beiden gehören zu einem Team von insgesamt sechs Journalistinnen und Journalisten, die alle zwischen 26 und 31 Jahre alt sind und je im 60-Prozent-Pensum für die AZ schreiben.
«Mit 66 Jahren bin ich langsam ein alter Knabe», sagt Bernhard Ott, der zuvor die redaktionelle Leitung innehatte. «Es wurde Zeit für den Wechsel.» Nun habe die junge Crew die Chance, die Zeitung ohne den Einfluss der älteren Generation weiterzuführen.

**Abkehr vom Tagesjournalismus**
«Die Jungen sind viel radikaler im Verständnis, was es heisst, eine Wochenzeitung zu machen», sagt Ott über seine Nachfolger. Der älteren Garde der AZ sei es nie ganz gelungen, die Gepflogenheiten des Tagesjournalismus abzulegen. Die AZ war bis 1997 eine Tageszeitung. Nach einer kurzen Zwischenphase mit drei Ausgaben pro Woche wurde sie 1998 zum Wochenblatt – aus finanziellen Gründen. Die deutliche Abkehr von Veranstaltungen und Pressekonferenzen habe der AZ gutgetan, ist Ott überzeugt.
«Wir wollen mehr recherchieren und mit jedem unserer Texte eine Geschichte erzählen», sagt Marlon Rusch zu seinen journalistischen Zielen. Für die zwei jungen Chefs hat sich im Alltag aber nicht allzu viel geändert. «Wir sitzen immer noch am selben Ort wie vorher», sagt Rusch. Gegen aussen hin würden sie wohl vermehrt als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Schwierige Entscheide würden aber wie bisher von der ganzen Redaktion gemeinsam gefällt. So wurde auch die Entscheidung, wer die Führungsrolle übernehmen soll, im Kollektiv gefällt. Im jungen Team sind Rusch und Greuter am längsten dabei.

**Vom Chef zum freien Mitarbeiter**
Ott bleibt weiterhin als Verlagsleiter verantwortlich für die kommerziellen Belange der AZ Verlags AG. Hiermit hat er eine schwierige Aufgabe. «Die AZ ist ein Defizitgeschäft», sagt er. Aktuell hat die AZ eine verkaufte Auflage von rund 2000 Stück. Ohne Spenden könnte sie nicht überleben. Rund 15 Prozent der Einnahmen stammen derzeit von Sponsoren. Dazu ­gehören die rund 150 Mitglieder des Gönnervereins sowie fünf grössere Einzelsponsoren. Die restlichen Einnahmen stammen etwa je zur Hälfte aus der Werbung und den Abo-Erlösen. «Früher kamen einmal rund 70 Prozent der Einnahmen von den Inseraten», sagt Ott.
Als Geschäftsführer ist Ott unter anderem für die Lohnadministration, die Bereitstellung der Daten für die ­externe Buchhaltung und die Pflege der Abonnenten zuständig. Weiterhin nimmt er auch an Redaktionssitzungen teil, sitzt aber nicht mehr am Kopf des Tischs. Als freier Mitarbeiter wird er auch künftig für die AZ schreiben, speziell über Themen der Schaff­hauser Geschichte oder Wirtschaft.
Ott stammt aus einem katholischen, bürgerlichen Haushalt. «Es war für viele Leute aus meiner Generation auch eine Abgrenzung zu den eigenen Eltern, bei der SP mitzumachen», sagt er. Ähnliche Prozesse gebe es auch heute noch: Die Entstehung der Alternativen Liste in Schaffhausen, als zweite linke Kraft, habe ebenfalls viel mit persönlichen Biografien zu tun – mit Kindern aus SP-Haushalten, die ­etwas Eigenes aufbauen wollten. Dass die Schaffhauser Linke heute gespalten ist, macht Ott keine Sorgen. «Die AL kann mit ihrer Oppositionsrolle Leute abholen, welche die SP zu stark als Teil des Systems sehen.» Ott hat schon ­geschrieben, dass er langfristig eine Fusion von SP und AL erwartet. «Das muss aber selber wachsen», sagt er.

**Grosses Jubiläum**
Die «Schaffhauser AZ» war 1918 gegründet worden. Im nächsten Jahr feiert sie ihr 100-Jahr-Jubiläum. Dafür ist unter anderem ein Jubiläumsbuch geplant, das vom Historiker Adrian ­Knoepfli verfasst wird. Knoepfli hat bereits über die Geschichte der Alusuisse, der GF oder des Elektrizitätswerks des Kantons Schaffhausen geschrieben. ­Warum schreibt der ­Historiker Ott das Buch nicht selbst? «Hans-Jürg und ich wollten, dass es jemand von aussen schreibt», sagt er – der früherer SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr ist Verwaltungsratspräsident der AZ Verlags AG. In den 100 Jahren habe die AZ auch einige ­«Irrungen und Wirrungen» durchgemacht, sagt Ott. «Dafür ist ein kühler Blick von aussen nötig.»
Warum gibt es die AZ heute noch – während die anderen als sozialdemokratische Parteiblätter gegründeten Arbeiterzeitungen der Schweiz verschwunden sind? «Ich glaube, das liegt einerseits daran, dass Schaffhausen ein vergleichsweise geschlossener Raum mit übersichtlichen Verhältnissen ist», sagt Ott. Andererseits habe die bürgerliche Ausrichtung der «Schaffhauser Nachrichten» auf der linken Seite stets Raum gelassen. «Und heute haben wir den Vorteil, eine Wochenzeitung zu sein», sagt Ott.
In den wirtschaftlich brenzligen Situationen sei es stets die überzeugte Fangemeinde der AZ gewesen, welche das Überleben ermöglichte. Im Jahr 1996 etwa hatte die Zeitung massive ­Finanzprobleme. Damals wurde die alte Unionsdruckerei in eine Verlags- und eine Immobilienfirma aufgeteilt sowie das Druckerei-Geschäft verkauft. Der UD Immobilien AG gehören drei Liegenschaften zwischen «Platz» und Webergasse. Ott ist sich bewusst, dass die Existenz der Zeitung weiter vom wirtschaftlichen Erfolg abhängt. «Wenn das Geld nicht reicht, dann kann man machen, was will», sagt er.
Zuletzt konnte die AZ gemäss Ott aber eine leicht Zunahme der Abonnenten feststellen – seit Januar 2016 um rund 3 Prozent. Er ist überzeugt, dass dies mit der neuen journalistischen Ausrichtung zu tun hat.

**«Zum Glück nicht entlassen»**
Auch von der SP habe sich die AZ stärker emanzipiert. «Bis vor 25 Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass jemand für die AZ schreibt, der nicht in der SP ist», sagt Ott. Heute ist von den sechs Redaktoren nur einer bei einer Partei – Matthias Greuter war schon auf Wahllisten der AL. Ott weist aber darauf hin, dass er selbst als 28jähriger Journalist in der AZ einmal den damaligen SP-Regierungsrat Paul Harnisch zum Rücktritt aufgefordert hatte – wegen einer Revision des Polizeigesetzes. «Ich wurde damals zum Glück nicht entlassen», sagt er.



«Exekutivpolitiker wollen die Zeitung als Werbetrommel nutzen», sagt Bernhard Ott, Verlagsleiter der «Schaffhauser AZ». Die Rolle der Zeitung sei jedoch eine andere.
Bild Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

18. Februar 2017 | Chnopf der Woche

Schaffhauser Nachrichten
czu

Zora Njeri Keller
Geboren am 13. Februar, 8.16 Uhr
Gewicht: 2870 Gramm
Grösse: 48 Zentimeter

Am 13. Februar durften die Eltern ihre Tochter Zora zum ersten Mal in die Arme schliessen. Das Paar ist seit drei Jahren verheiratet. Eine Woche früher als am eigent­lichen Geburtstermin kam Zora nach einer relativ leichten Geburt zur Welt. «Ihr zweiter Name, Njeri, ist derjenige meiner Mutter», erklärt Tabby lächelnd.
Zoras zweijähriger Bruder Kasper hat sie schnell ins Herz geschlossen und ist aufgeregt und glücklich, eine kleine Schwester zu haben. Mutter und Tochter dürfen das Spital voraussichtlich am Samstag verlassen. Die ganze Familie freut sich darauf, einfach zu Hause zu sein und den gemeinsamen Alltag zu geniessen.



Die glücklichen Eltern: Tabby und Florian Keller mit Kasper aus Schaffhausen

#Notizen zu Namen

15. Februar 2017 | «Bei mir war’s nur ein Ordner»

Schaffhauser Nachrichten
Jean-Claude Goldschmid

*Herr Leu, wie haben Sie sich als Gemeindepräsident eingelebt?*
Eigentlich recht gut. Ich wurde auch gut unterstützt, einerseits durch die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, die mir zu einer schnellen Übersicht verhalfen, und andererseits natürlich auch durch die Kollegen im Gemeinderat, die mit ihrer Loyalität viel zu einem erfreulichen Start beigetragen haben.

*Wie ging die Amtsübergabe vonstatten?*
Ich habe, was meine Ämter und Referate betrifft, von einer akribisch vorbereiteten Übergabe profitieren können. Die Gespräche und die Unterlagen, in denen die laufenden Geschäfte, die Pendenzen, aktuelle Themen, ja selbst Umstände mit Konfliktpotenzial festgehalten sind, waren mir bei der Einarbeitung sehr dienlich. Ich muss schmunzeln, wenn ich daran denke, dass Amtskollegen von mir Berge von Ordnern übernehmen mussten. Bei mir war es gerade mal einer, aber eben zusammen mit einem Stick mit wohlgeordneten Dateien.

*Sie wurden ja im Rahmen einer Kampfwahl gewählt – inwiefern haben sich die Wogen da wieder geglättet?*
Ein so knapper Ausgang im zweiten Wahlgang hinterlässt Spuren, das ist keine Frage. Ich bin mir dessen bewusst und werde mich deshalb besonders bemühen, alle Einwohnerinnen und Einwohner zu vertreten und alle Interessen- und Anspruchsgruppen unserer Gemeinde gleichermassen zu berücksichtigen. Ich bin aber zuversichtlich und überzeugt, gestärkt durch viele Rückmeldungen und diesbezügliche Signale, dass die Kräfte gebündelt werden können und eine förderliche Zusammenarbeit möglich sein wird, wenn es darum geht, für die Entwicklung der Gemeinde die richtigen Lösungen zu finden.

*Welche Prioritäten setzen Sie für Ihre Gemeinde in den nächsten vier Jahren?*
Will man nicht nur Worthülsen und Papiertiger produzieren, müssen die Formulierung von konkreten Zielen und zielführenden Massnahmen aus der Sicht des Gemeinderats auf der Basis einer Auslegeordnung und einer entsprechenden Analyse erfolgen. Daran arbeitet der neu zusammengesetzte Gemeinderat. Im Frühling wird er die Resultate in einem Bericht festhalten. Das soll die Grundlage bilden, aufgrund derer dann die Schwerpunkte und Ziele festgelegt sowie die Instrumente und Mittel, mit denen diese zu erreichen wären, aufgezeigt werden; dies unter Einbezug möglichst vieler Interessen– und Anspruchsgruppen.

*Inwiefern kommt Ihnen Ihre Erfahrung als ehemaliger Gemeinderat beim neuen Amt zugute?*
Wie gewinnbringend ich meine Er- fahrungen einbringen kann, müssen andere beurteilen. Ich stelle aber fest, dass meine beruflichen Erfahrungen und insbesondere die Erfahrungen als ehemaliger Gemeinderat das Einarbeiten erleichtern.

*Und wie wirkt sich das neue Amt auf Ihr Privatleben aus?*
Natürlich musste ich einen Teil des beschaulichen und behaglichen Rentnerdaseins hergeben. Das war mir und auch meiner Frau von vornherein klar. Dennoch hoffe ich sehr, dass sich nach dem grossen anfänglichen Aufwand, der unumgänglich ist, ein Normalzustand einstellt, der noch genügend Zeit übrig lässt für meine Familie, meine Enkelkinder, die Pflege unseres Freundeskreises sowie für Sport und Musik. Ich bin da zuversichtlich. Eine fortschrittliche Vernetzung ermöglicht es mir, von überall her und zu jeder Tages- und Nachtzeit auf alle Unterlagen der Verwaltung und des Gemeinderates zuzugreifen. Das kommt mir sehr entgegen und ermöglicht mir ein effizientes Arbeiten.

*Welche Rolle spielt die Parteipolitik im Wilchinger Gemeinderat?*
Keine! Die gleiche Feststellung gilt auch für meine Zeit als Gemeinderat in den Neunzigerjahren. Selbstverständlich ist jedes Mitglied des Gemeinderates durch eine gewisse politische Ausrichtung geprägt. Aber in einer Exekutive geht es darum, im Konsens zu Entscheidungen zu kommen. Parteipolitik tritt in den Hintergrund.

*Wie stehen Sie zur Zukunft der Schule in der Gemeinde?*
Unsere Schülerinnen und Schüler haben einen Anspruch auf ein Schulangebot, das sie im Vergleich zu allen anderen Schülern des Kantons nicht benachteiligt. Unsere Schulen in Wilchingen gewährleisten dies auch in ihrer kleinen Einheit immer noch in hohem Masse, davon bin ich überzeugt. Allerdings hat es seinen Preis. Und mit abnehmenden Schülerzahlen und zunehmenden Anforderungen an die zukünftige Schule wird das nicht einfacher. Grössere Schuleinheiten sind eine Antwort. Die Ablehnung eines zentralen Oberstufenschulhauses für Wilchingen und Hallau sollte uns nicht davon abhalten, wenigstens auf der organisatorischen und betrieblichen Ebene mit unseren Nachbargemeinden zusammenzuarbeiten und grössere Einheiten anzustreben, dies unter vorläufiger Nutzung der bestehenden Schulanlagen. Damit verbauen wir uns keine weiteren Entwicklungen und Projekte.

*Sind Gemeindefusionen für Sie ein Thema?*
Ich denke nicht. Auf alle Fälle nehme ich es nicht wahr, dass das Thema Fusion im Unteren Klettgau auf irgendeiner Agenda steht. Die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden in Sachbereichen und bei gleichen oder ähnlichen Problemstellungen steht im Vordergrund. In diesem Bereich ist schon einiges vollzogen, und die Bereitschaft, diesen Weg weiterzugehen, ist gross. Je erfolgreicher wir diese Zusammenarbeit gestalten können, desto mehr tritt eine Fusion in den Hintergrund.


**Ruedi Leu**
*Mit vier Stimmen Vorsprung gewählt*

Von 1991 bis 1998 hat der heute parteilose Ruedi Leu (65) schon einmal acht Jahre Einsitz im Wilchinger Gemeinderat genommen, damals allerdings noch für die SVP. Im September 2016 wurde er im zweiten Wahlgang mit vier Stimmen Vorsprung vor Virginia Stoll (SVP) zum neuen Gemeindepräsidenten gewählt.
Beruflich war der inzwischen pensionierte Leu als Schulinspektor tätig. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkelkinder. Seine Hobbys sind die Familie, der Freundeskreis, der Sport und die Musik. Er wirkte lange Jahre als Dirigent der Chöre in Wilchingen. Heute geht er gerne in Konzertsäle.



«Natürlich musste ich einen Teil des beschaulichen und behaglichen Rentnerdaseins hergeben – das war mir auch von vornherein klar»: der neue Wilchinger Gemeindepräsident Ruedi Leu in seinem Garten.
Bild zvg

#Notizen zu Namen

15. Februar 2017 | «Ich glaube nicht, dass wir bald aussterben»

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Wer ins Vereinslokal der Scaphusia tritt, bekommt unweigerlich das Gefühl, in einer andern Zeitepoche gelandet zu sein. Geschnitzte Holztische, ein Parkettboden, vertäfelte Wände, eine Gemütlichkeit, die heute urtümlich anmutet, aber vor 40 Jahren in etlichen Altstadtlokalen noch ganz selbstverständlich war. Seit 1912 befindet sich das Vereinslokal im «Falken». 2002, als die Scaphusianer eigene sanitäre Anlagen einbauen liessen, sei ein Bleiberecht für weitere 25 Jahre vereinbart worden. Davon sind jetzt allerdings auch schon wieder 15 Jahre verstrichen.
Andreas Schirrmacher, der neue Altherrenpräsident der Scaphusia, nimmt an einem der Tische Platz. Wie es sich denn anfühle, für einen so jungen Mann wie ihn, Altherrenpräsident zu sein. Andreas Schirrmacher lacht. «Ja, Altherr ist tatsächlich eine lustige Bezeichnung für jemanden, der gerade mal die 30 überschritten hat und nun Präsident eines Vereins ist, dessen Mitglieder zwischen 19 und 96 Jahre alt sind.» Und er habe, als er angefragt wurde, das Ansinnen erst gar nicht ernst genommen, sondern abgewinkt. «Aber als ich dann immer wieder, und zwar sowohl von Jungen als auch von Alten, gefragt wurde, ob ich das Amt nicht übernehmen würde, da habe ich es dann einmal zu Hause beim Znacht vorgebracht, um vorzufühlen, ob ich da Unterstützung finde.» Offenbar bekam der junge Familienvater auch zu Hause grünes Licht, denn seit gut fünf Wochen ist er nun im Amt. Es sei eben ein Anliegen innerhalb der Verbindung gewesen, im Vorstand eine Verjüngung zu erreichen. «Und seit sieben Jahren sitze ich schon im Vorstand und bin daher mit praktisch allen operativen Geschäften vertraut.»
Der Sinn der Verbindung Scaphusia sei es, bei den jungen Kantonsschülern durch gemeinsames Erleben von Freizeitaktivitäten einen Freundschaftsbund zu schmieden und das Interesse für Themen zu öffnen, mit denen man sich aus eigenem Antrieb vielleicht nicht beschäftigen würde. «Ich erinnere mich an Theaterbesuche in meiner Fuxenzeit, zum Beispiel an Shakespeares ‹Sommernachtstraum›, da wäre ich ohne die Scaphusia allein doch nie hingegangen.»
Ausserdem zerstreue man sich nach der Matura in alle Winde. Das sei zwar auch bei den Scaphusianern so, aber: «Wir sehen uns jeden Dezember an der Jahresversammlung, und alle 12 bis 15 Wochen treffen sich einige zu einem Abendessen. Mittlerweile sind auch die Ehefrauen und die ersten Kinder dabei. Und das alles möchte ich nicht missen. Aber am Anfang, in der aktiven Zeit als Kantischüler, muss man dafür arbeiten. Man muss Zeit mitbringen.»
Aktuell besteht die Aktivitas aus sechs Fuxen und sechs Burschen. Klingt nicht gerade nach viel, gegenüber einem Bestand an Altherren von doch rund 300 Personen. Schirrmacher: «Zahlenmässig müssen wir sagen, dass Verbindungen ein Auslaufmodell zu sein scheinen. Aber wir haben steigende Mitgliederzahlen. Es wird sich auf einem tiefen Pegel stabilisieren. Früher gab es an der Kantonsschule Schaffhausen drei aktive Verbindungen. Jetzt gibt es nur noch uns. Aber ich glaube nicht, dass wir bald aussterben. » Andreas Schirrmacher will denn auch den Kontakt zur Kantonsschule ausbauen und stärken.
Wer als Schüler in der Scaphusia mitmachen wolle, brauche «ein erhebliches Commitment», sagt Andreas Schirrmacher. «Vor allem ohne entsprechende schulische Leistung geht es nicht. Wenn man in der Schule untergeht, kann man sich vor den Eltern und den Lehrern nicht dafür rechtfertigen, dass man zweimal pro Woche an einen Anlass geht, wo Bier getrunken wird. Die Noten müssen stimmen.» Ausserdem könne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass jeder zweite oder dritte Kantilehrer Altherr einer Verbindung sei, sprich: «Die Zeiten, wo der Pauker den Pennäler am Morgen nach dem Stammtisch im Unterricht in Ruhe lässt, sind endgültig vorbei.» Anders gesagt: Wenn es bei den Fuxen und den Burschen kriselt, schreiten die Altherren ein: «Ja, dann sehe ich uns in der Pflicht. Wenn man das Farbenband trägt, stellt man sich aus, und dann muss man auch Leistung bringen können. Wir bitten die Aktiven daher, dass sie uns ihre schulischen Leistungen offenlegen.»
Aber dennoch: Das Bier gehört dazu. «Vorzugsweise Falkenbier», sagt Andreas Schirrmacher lachend. Er war 16, als er in die Scaphusia eintrat. «Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich war damals Präsident der Schülerorganisation an der Kanti und wurde immer wieder gefragt, was das für welche seien, die diese Bändel trügen.» Da habe er sich schlaugemacht. Und für den ersten Kontakt mit der Verbindung habe er zum ersten Mal freiwillig einen Kittel angezogen. «Und ich erlebte einen unglaublich tollen Abend!» Am nächsten Morgen sei er dann – wegen des Bieres – «mit einem dicken Kopf erwacht, aber ich wusste: Das hat mir Spass gemacht.»
Nun freut sich Andreas Schirrmacher auf seine Zeit als Altherrenpräsident. «Der Verein hat ein grosses Potenzial und dadurch auch viele Alphatiere. Die Kunst des Präsidenten besteht darin, eine Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen. Wo müssen wir authentisch bleiben, und wo müssen wir mit der Zeit gehen?» Das sei eine Gratwanderung, denn viele würden die Tradition mit eigenen emotionalen Erinnerungen verknüpfen.
«Das Amt bringt einiges an Arbeit mit sich», sagt Andreas Schirrmacher. Jedes Jahr findet eine Wiederwahl statt, eine Begrenzung der Amtszeiten gibt es nicht. «Darauf, wie lange ich das machen werde, will ich mich heute nicht festlegen.»


**Scaphusia**
*Seit 159 Jahren trinkfeste Geselligkeit*
*Früher* An der Kantonsschule gab es in den letzten 100 Jahren drei nennenswerte Verbindungen, nämlich den Kantonsschul-Turnverein KTV, die Scaphusia sowie die Verbindung Munot, deren Mitglieder sich verpflichten, bis zum Austritt aus der Kantonsschule abstinent zu leben.
*Heute* Neben der Verbindung Scaphusia gibt es gegenwärtig noch die Verbindung der angehenden Kaufleute, Commercia. Diese Verbindung ist ebenfalls noch aktiv und kann nächstes Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiern.
*Die Scaphusia* Die Verbindung wurde 1858 gegründet, zählt heute 12 Aktive und rund 300 Altherren. Neuer Altherrenpräsident ist seit 2017 der Rechtsanwalt Andreas Schirrmacher v/o Recte.
*Biernamen* Die Biernamen, auch Cerevis oder Vulgo (v/o) genannt, sind in der Scaphusia nach Zürcher Vorbild seit 1861 üblich. Sie sind Symbol dafür, dass der junge Mann mit dem Eintritt ein neuer Mensch wird und für ihn ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
(Wü.)



Das Bier darf nicht fehlen, während Andreas Schirrmacher, der neue Präsident der Altherren der Schaffhauser Kantonsschulverbindung Scaphusia, von seiner Motivation,
als 16-Jähriger in den Verein einzutreten, und seinen jetzigen Zielen erzählt. Das Vereinslokal befindet sich im ersten Stock des «Falken» an der Vorstadt.
Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

26. Januar 2017 | Scheiben an der Kanti eingeschlagen

Schaffhauser Nachrichten
Stefanie Bernath

Am letzten Wochenende haben Unbekannte zwei Fenster in der Kantonsschule Schaffhausen mit Steinen eingeschlagen. Dabei wurden auch die Türen daneben getroffen. «Ein Lehrer, der am Samstag im Schulhaus war, hat mich und den Hausmeister informiert», sagt Schuldirektor Pasquale Comi. Die Fenster liegen beim Schulhof. Die Steine entnahmen die Täter wahrscheinlich einem nahe gelegenen Brunnen, in dem Steine als Dekorationsmaterial dienen.
Am Samstag haben Schreiner die Fenster provisorisch verschlossen. Die Reparatur erfolgt laut Comi möglichst in den Sportferien. Die Kosten für den Sachschaden sind noch nicht klar. «Vermutlich liegen sie aber bei über 10 000 Franken», sagt Comi. Die Schule hat am vergangenen Samstag Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Steine hat die Polizei mitgenommen, um allfällige DNA-Spuren zu sichern. «Bei aller Frustration, welche ein schulischer Misserfolg provozieren kann, ist ein solcher Akt von Vandalismus nicht zu entschuldigen», hält Comi fest.

#Allgemeines

23. Januar 2017 | Alkoholatemtest bei Stachlern?

Schaffhauser Nachrichten
(r.)

Werden auch Stachler bald auf Alkohol kontrolliert? Diese Frage ist noch nicht abschliessend geklärt. Einen Atem­alkoholtest für alle Bootsführer sieht die laufende Revision des Binnenschifffahrtsgesetzes vor. Der Ständerat hat mittlerweile dieser Revision zugestimmt. Sie gilt für sämtliche Fahrzeuge oder Geräte, die auf oder unter der Wasseroberfläche bewegt werden. Ausnahmen würden nur für kleinere Schlauch- oder Strandboote gelten. Die Vorlage geht nun an den Nationalrat.
Staatsschreiber Stefan Bilger sagte auf Anfrage zur Situation der Schaffhauser Weidlingskapitäne, dass der Schaffhauser Regierungsrat derzeit die genaue Ausnahmeregelung prüfe und je nach dem, ob Handlungsbedarf bestehe, aktiv werde. Im Frühling 2015 hatte der Regierungsrat in einer Vernehmlassung Ausnahmen für motorlose Weidlinge auf dem Rhein verlangt.

#Allgemeines

21. Januar 2017 | Ein Prost auf die Braukunst

Schweizer Familie 3/2017
Michael Lütscher

Plopp. Es tönt, als würde eine Champagnerflasche geöffnet. Aber auf dem Tisch steht eine Flasche Pilgrim Triple Ambrée. Ein Bier. Eines, das mit einem Champagnerkorken verschlossen war. Man trinkt es zum Essen, das auf dem weiss aufgedeckten Tisch steht, Kalbssteak mit feinen Nudeln.
«Ich will zeigen, dass sich Bier bestens zu einem Essen eignet», sagt Martin Wartmann, der dieses Bier braut. Die Anerkennung von Bier in der Schweiz als vollwertigem Getränk ist die Mission des weisshaarigen Thurgauers. Bier ist das Leben des 69-Jährigen: In eine Brauerfamilie geboren, hat er als Braumeister und Unternehmer sein ganzes Berufsleben in der Branche verbracht.
Die Champagnerflasche ist Symbol dafür, dass es sich beim «Bière d’Abbaye Triple Ambrée», wie auf der Etikette steht, nicht um ein simples Lagerbier handelt. Triple heisst dreifach vergoren; wie bei Schaumwein findet die letzte Gärung in der Flasche statt. Damit er sich unter dem Druck der Gärgase nicht löst, muss der Verschluss gut gesichert sein.
Goldgelb funkelt das Abteibier im Glas, verführerisch würzig ist sein Geschmack. Es ist so weit weg von einer «Stange» wie ein komplexer Rotwein von einem einfachen Landwein. Ausgeschenkt wird es in ein Weinglas. Weil die Geschmacksvielfalt so besser zur Geltung kommt.
Wartmann hat diese Art des Bierbrauens in den Hinterthurgau importiert – aus Belgien, wo sie in den Klöstern der Trappistenmönche Tradition hat. Sinnigerweise braut er auch in einem Kloster – in Fischingen TG.
Betrieben wird dieses von Benediktinermönchen, die dem Bier gegenüber seit jeher besonders zugetan sind. «Trinken bricht das Fasten nicht» heisst eine Regel des Ordens aus dem 9. Jahrhundert. Während der Fastenzeit ernährten sich die Mönche flüssig, mit selbst gebrautem Bier.

**Bier im Wandel**
Dass ein altgedienter Brauer wie Martin Wartmann ins Kloster gefunden hat, ist bezeichnend für die Vielfalt und den Wandel der Schweizer Brauszene. Aktuell gibt es 740 Brauereien in der Schweiz, 1990 waren es nur 32 gewesen. Ein Bier war damals buchstäblich ein Bier: Die Brauereien hatten in ihrem Kartell den Markt aufgeteilt und die Biersorten beschränkt – auf «Lager», «Spezli» und «dunkel» sowie eine saisonale Spezialität.
Als Pionier brach Wartmann diese Einfalt auf. 1976 lancierte er mit der damaligen familieneigenen Actienbrauerei Frauenfeld ein Weizenbier nach deutschem Vorbild. Dazu inspirieren lassen hatte er sich während seiner Ausbildung zum Braumeister 1969 bis 1972 in Berlin. In den frühen 1980er-Jahren entwickelte er dann das Ittinger Bräu, gebraut mit dem Hopfen der Kartause Ittingen, eines ehemaligen Klosters im Thurgau. Dass dieses Bier speziell war, liess sich auf den ersten Blick an der Farbe erkennen: dunkelgolden wie Bernstein. Das war damals in der Schweiz eine absolute Neuheit. Ittinger verkaufte Wartmann später an den holländischen Braugiganten Heineken, der es seither zusammen mit den Marken Calanda, Eichhof und Haldengut braut. Wartmann gehörte auch zu den Ersten, die die Tradition der Restaurant-Brauerei wiederbelebten, die vor der Erfindung des Kühlschranks weit verbreitet war. Ende der 1980er-Jahre eröffnete er das Brauhaus Sternen in Frauenfeld, woraus später die Back & Brau-Kette wuchs (die dann wegen einer falschen Standortwahl, wie Wartmann sagt, wieder verschwand).
1991 reiste er in die USA nach Austin, Texas, an eine Messe namens Craft Brewers Conference. «Da ist meine schweizerisch-deutsche Brauwelt zusammengekracht», sagt Wartmann. Er war gewohnt, dass Bier aus Gersten- oder Weizenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser bestand. Die jungen Amerikaner aber, die er traf, brauten auch mit Zucker, Gewürzen und Holz, inspiriert von den kunterbunten Brautraditionen Belgiens und Grossbritanniens. Der Begriff «Craft Beer», «handwerkliches Bier», steht mittlerweile auch in der Schweiz für besondere Biere.
«Wir erlauben uns, im Barockkloster barock zu brauen», sagt Wartmann, als er uns durch die kleine Brauerei führt, die in einem früheren Werkgebäude ausserhalb der Klostermauern untergebracht ist. Es riecht nach Bier, in einem Regal sind die neun Pilgrim-Sorten aufgereiht, nebst den Abteibieren auch einfachere, von kleinen 3,3-dl-Fläschchen bis zu 1,5-Liter-Magnum-Flaschen. An einer Wand hängen internationale Auszeichnungen für die erst 2015 eröffnete Brauerei.
Rohre, Tanks, Computer, Monitore – die Räume sind voller Geräte. «Ohne Hightech geht es nicht», sagt Wartmann. 2,5 Millionen Franken hat er mit seinen Partnern, dem Lista-Büromöbelfabrikanten Fredy Lienhard und Andreas Schoellhorn, dem Ex-Chef von Haldengut, investiert.
In einem engen Raum stapeln sich weisse Säcke mit dem Grundstoff: verschiedene Malze – ausgetriebene, getrocknete Getreidekörner. Importiert aus Belgien und Deutschland; in der Schweiz gibt es trotz dem Bierboom keine grössere Mälzerei. In den Säcken lagert Gersten- und Weizenmalz in diversen Röstgraden. Diese bestimmen die Farbe des Bieres – stark geröstetes Malz ergibt dunkles Bier.
Ein industrielles Lagerbier enthält ein einziges Malz, ein Pilgrim-Abteibier vier bis sechs Sorten. Mit dem Hopfen und Wasser aus der Klosterquelle kommen die Malze in die Sudpfannen aus glänzendem Kupfer, wo sie während sechs Stunden auf 62 bis 68 Grad erhitzt werden.

**Das Brauteam**
Verantwortlich fürs Brauen ist Braumeister Philipp Krickl, ein 34-jähriger Deutscher, der in München Braukunst studiert hat. Sekundiert wird er von Johanna Haeberle, 23. Wartmann agiert mehr im Hintergrund, als Geschäftsführer und Marketingmann mit einem Pensum von «50 bis 60 Prozent». Pilgrim ist eine kleine Brauerei, wie so viele der neuen im Lande. Abgefüllt wird zweimal pro Woche, von Hand – von einer Gruppe Rentner. Männer mit technischer Ausbildung, wie Wartmann betont. Gibt es beim Abfüllen Probleme, können sie sie selbst beheben.
1000 Liter werden bei Pilgrim pro Tag gebraut. Von der Sudpfanne gelangen die Abteibiere in offene Stahlbottiche, wo sie unter der Zugabe von Hefe bis vier Wochen lang gären. «So haben wir den Prozess besser unter Kontrolle», sagt Wartmann über die offenen Tanks.
In den einen Bottichen schäumt es, in anderen bewegt sich die braune Suppe wie in einem Whirlpool. Das sind klare Zeichen, dass die Hefen damit beschäftigt sind, Zucker in Alkohol umzuwandeln. «Wenn es still wird, ist der Gärprozess abgeschlossen», sagt Braumeister Krickl.
Ein Abteibier ist dann noch nicht vollendet. In einem geschlossenen Reifetank wird es ein zweites Mal vergoren. Beigaben sind Gewürzsäckchen in der Form von Frauenstrümpfen, gefüllt mit Stoffen wie Bitterorangen, Tannennadeln oder Kardamom. Holzschnitzel, die mit der flüssigen Hefe getränkt sind, treiben im Bier. Sie sorgen für weitere Geschmacksnoten. Zuchthefen sind die heikelsten und teuersten Zutaten beim Brauen; sie entscheiden über die Länge des Gärprozesses, über den Alkoholgehalt und mit über den Geschmack. Die meisten bezieht man aus den USA, wo die führenden Laboratorien für Bierhefen sind.
Wartmanns und Krickls Sorge ist derzeit, die passende Hefe für ihr fünftes Abteibier, das bald als «Imperial Blond» lanciert werden soll, zu finden. Mit 17 Prozent Alkohol soll es stärker als die allermeisten Biere werden. Nach drei unbefriedigenden Versuchen liegt der vierte Sud im Bottich. Die Strömungen an der Oberfläche der ockerfarbigen Brühe zeigen, dass die Hefen noch arbeiten. Probiert werden kann sie dennoch. Cremig ergiesst sie sich ins Glas, süss riechend. Als «Alternative zum Portwein» preist Wartmann das Imperial Blond. «Gerade Frauen lieben solche Biere.»
Wie er darauf kommt? Durch Nähe zu Kunden und Kundinnen. Wer will, kann in der Brauerei degustieren. Und zweimal im Jahr bei der Präsentation der Saisonspezialitäten Freibier trinken.

**Kaufinformationen**
Verkauf im Kloster Fischingen TG und im Online-Shop

www.pilgrim.ch

Zwei Abteibiere sind in grossen Coop-Filialen erhältlich.


ESSEN UND BIER: WAS PASST?

Bier als Begleiter zum Essen hat eine ähnlich grosse Tradition wie Wein. Die Geschmacksvielfalt der Biere ist enorm, auch wenn den allermeisten die Säure fehlt, welche Weine als Essensbegleiter auszeichnet. Die aufgeführten Biersorten werden alle auch in der Schweiz gebraut.
PORTER – dunkel, oft mit Kaffee- oder Schokoladen-aromen – passt zu Austern, gedünsteten Muscheln, Rauchlachs.
STOUT – dunkel bis schwarz, oft mild – passt zu Parmesan, Sbrinz.
BROWN ALE – dunkel, oft mit Caramelnoten – passt zu Roastbeef.
BOCK – alkoholreich und oft malzig-süsslich – passt zu Pizza (z.B. Margherita), Schweinskotelett.
PALE ALE – hell, fruchtig, würzig – passt zu Penne all’arrabiata.
DOPPELTES ABTEIBIER – feinperlig und zweifach vergoren wie Schaumwein – passt zu geschmortem Fleisch, pikantem Weichkäse.
IMPERIAL STOUT – eine besonders kräftige Version eines Stout-Biers – passt zu Schokoladekuchen.
FRUCHTBIER – süsslich, fruchtig, da mit Früchten vergoren – passt zu Cheesecake.



Bierbrauer Martin Wartmann vor der Sudpfanne in der Klosterbrauerei.
Fotos Daniel Ammann


Vier Sorten des dreifach vergorenen Abteibiers mit Champagnerverschluss.

#Notizen zu Namen

20. Januar 2017 | «St. Georgen» könnte auch ganz anders sein

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Hätte im Jahre 1875 Pfarrer Ferdinand Vetter das ehemalige Kloster St. Georgen nicht von der Stadt Stein am Rhein für 20 000 Franken als Familiensitz erworben, wäre es heute wohl kein Museum. Die Anlage war vor dem Verkauf an Pfarrer Vetter in einem maroden Zustand, war sie doch als Industrieanlage, Turnhalle und Schulgebäude und so weiter genutzt worden. Ausserdem war die Stadt Stein am Rhein wegen des Eisenbahnbaus verschuldet und konnte sich historisches Erbe nicht leisten.

**Ferdinand Vetters Lebensaufgabe**
Pfarrer Vetters Sohn, Ferdinand Vetter (1847–1924), war als Germanistikprofessor und Mittelalterfachmann eine der markantesten Persönlichkeiten seiner Zeit, und als er 1888 St. Georgen von seinem Vater übernahm, machte er die Erhaltung der seit der Reformation nicht mehr als Kloster dienenden Anlage zu seiner Lebensaufgabe. Er wurde zum «Retter» des Klosters St. Georgen.»
Um die Anlage zu retten, verband sich Vetter mit den führenden Köpfen im Land, die sich für den Erhalt von Bauwerken und historischen Kunstdenkmälern einsetzten. Es war die Zeit des Historismus, und man stritt sich darum, wo das geplante Landesmuseum errichtet werden sollte: in Bern, wo Ferdinand Vetter unter anderem den Verein gegründet hatte, der den Münsterturm vervollständigte, oder in Zürich, wo sein Gegenspieler, der Industrielle Heinrich Angst (1847–1922), eine starke Stellung innehatte. Vetter und Angst wollten beide der erste Direktor des Landesmuseums werden. Dass Heinrich Angst es schliesslich wurde, hing nicht zuletzt damit zusammen, dass er der bessere Stratege und von weniger aufbrausendem Temperament war als Vetter.
Das Museum, das Ferdinand Vetter in St. Georgen dann einrichtete, setzte den Schwerpunkt auf das Kloster. Diese Gewichtung war ein willkürlicher Entscheid und hätte auch anders ausfallen können. Denn Vetter löschte damit alle Zeugnisse aus den 300 Jahren, in denen hier Zürcher Amtsleute gewirkt hatten, aus. Der Referent, der Konservator des Museums St. Georgen, Andreas Münch, sagte, dass dies aus heutiger Sicht bedauerlich sei, aber damals habe die Denkmalpflege, die gerade erst entstand, das Ziel gehabt, eine einzige Zeitepoche auszuwählen und sozusagen zu inszenieren. So etwa liess Vetter zu Werbezwecken Bildkarten drucken, auf denen einer seiner Söhne als lesender Mönch im Kreuzgang posieren musste.

**Vetter-Biografie ist ein Desiderat**
Heute, gemäss den Gesichtspunkten des «modernen» Denkmalpflegers Josef Zemp (1869–1942) gestaltet, nehmen sich die Räumlichkeiten von St. Georgen geradezu nüchtern aus. Jede Zeit gestalte ihre Museen gemäss ihren Prioritäten, sagte Andreas Münch, heute werde Altes und Neueres nebeneinander stehen gelassen, zur Zeit Ferdinand Vetters war das anders.
1926 kaufte die Gottfried-Keller-Stiftung St. Georgen aus dem Nachlass der Familie Vetter, sodass die Anlage und damit das Museum heute Eigentum der Eidgenossenschaft ist. St. Georgen wird seit 2012 direkt vom Bundesamt für Kultur, wo Andreas Münch arbeitet, betreut.
Ein Desiderat ist weiterhin eine Biografie der vielschichtigen, sehr kommunikativen, aber nicht immer umgänglichen Persönlichkeit des Ferdinand Vetter, der 1884 auch als Autor des ersten Kunstführers von St. Georgen hervortrat sowie als leidenschaftlicher Verfasser von Festspielen.
Rund fünfzig Personen besuchten den Vortrag, organisiert vom Historischen Verein des Kanton Schaffhausen, am Dienstagabend im Museum zu Allerheiligen bei.

#Notizen zu Namen

11. Januar 2017 | Ein «Frischling» wird neuer Präsident

Schaffhauser Nachrichten
Pascal Schmidlin

«Herr Ratspräsident, die Glocke gehört Ihnen», sagte der scheidende Präsident des Grossen Stadtrats, Martin Egger (FDP), zum Schluss seiner einjährigen Amtszeit – und machte Platz für seinen Nachfolger Stefan Marti (SP).
Zum ersten Mal kam gestern der Ende November neu gewählte Grosse Stadtrat im Kantonsratsaal zusammen. Die Mitglieder begrüssten sich, gratulierten sich gegenseitig zur Neu- respektive Wiederwahl, und da und dort machte man sich mit den «neuen Gesichtern» bekannt. Entschuldigen musste Martin Egger, der die Sitzung eröffnete und während der ersten drei Traktanden noch die Leitung innehatte, für einmal niemanden. Alle 36 Ratsmitglieder sowie der gesamte Stadtrat – zum ersten Mal mit Katrin Bernath (GLP) – waren erschienen.

**Souveräne Wahl Martis**
Nach der Inpflichtnahme der bisherigen und der neu gewählten Grossstadträtinnen und -räte startete sogleich das Wahlprozedere – denn stolze 14 Wahlen waren am gestrigen Abend traktandiert. Darunter natürlich auch die wichtige Wahl des neuen Ratspräsidenten. Dafür nominiert war Stefan Marti (SP), der sich über eine souveräne Wahl freuen durfte: Von den 36 Ratsmitgliedern gaben deren 28 ihre Stimme dem bisherigen ersten Vizepräsidenten – bei 6 ungültigen oder leeren Wahlzetteln und 2 Stimmen für andere Kandidaten –, der damit 2017 das höchste städtische Amt bekleiden darf.
Als erster Vizepräsident wurde Rainer Schmidig (EVP) gewählt, der im letzten Jahr bereits zweiter Vizepräsident war. Er konnte von 32 gültigen Stimmen deren 30 auf sich vereinen. Als zweiter Vizepräsident neu ins sogenannte Büro des Parlaments gewählt wurde schliesslich Hermann Schlatter (SVP), dies mit 26 Stimmen bei 30 gültigen Wahlzetteln. Alleswurden sie mit grossem Applaus im neuen Amt von den Ratskollegen sowie Gästen im Saal willkommen geheissen.
Komplettiert wurde das Ratsbüro für das Jahr 2017 mit der Wahl der Stimmenzähler. Gewählt wurden die bisherige Stimmenzählerin Cornelia Stamm Hurter (SVP), der abtretende Ratspräsident Martin Egger (FDP) sowie die neu gewählte Grossstadträtin Angela Penkov (AL).

**«Zukunftsweisende Entscheide»**
Bevor Egger seinen Platz auf dem «Bock», dem Stuhl des Präsidenten, verliess, blickte er nochmals auf seine Amtszeit zurück. Insgesamt 17 Sitzungen leitete er im letzten Jahr – davon eine Dreifach- und zwei Doppelsitzungen. «Dabei wurden zukunftsweisende Entscheide gefällt», hielt er fest.
Anschliessend übernahm Stefan Marti das Wort und bedankte sich für die Wahl zum Präsidenten des Grossen Stadtrats. Mit ihm habe das Parlament «gezwungenermassen keinen alten Hasen, sondern einen – wenn auch etwas älteren – ‹Frischling› auf den ‹Bock› gehoben», sagte er. Marti sitzt nämlich erst seit drei Jahren wieder im Rat, nachdem er zuvor schon einmal ein Jahr lang Mitglied gewesen war. Er habe in den letzten zwei Jahren im Vizepräsidium viel gelernt und freue sich auf eine spannende Legislatur mit wichtigen Entscheiden über die Zukunft der Stadt Schaffhausen. Darunter zum Beispiel die Gestaltung des Kammgarn-Areals oder die anstehende Sanierung der KSS.
Es folgten danach noch mehrere stille Wahlen für diverse Kommissionen sowie das Wahlbüro der Stadt (siehe unten), bevor Marti zu seiner Wahlfeier im Haberhaus lud (siehe Seite 19).

**Weitere Wahlen**
Die Kommissionen des Grossen Stadtrats wurden gestern für die Amtszeit von 2017 bis 2020 neu gewählt

In der ersten Sitzung der neuen Legislatur wurden nicht nur die jährlich wechselnden Ämter im Ratsbüro neu vergeben, sondern auch die ständigen Kommissionen des Grossen Stadtrats neu besetzt. Ebenso wurden verschiedene Mitglieder in Verwaltungskommissionen von städtischen oder stadtnahen Betrieben delegiert, um dort die Interessen der Stadt zu vertreten. Zuletzt wurden 30 Stimmenzähler für das Wahlbüro der Stadt gewählt. Sie leisten jeweils an Wahl- und Abstimmungswochenenden einen wichtigen Dienst. Die Nominationen für all diese Gremien waren an einer Konferenz der Fraktionspräsidenten vorbesprochen worden.

*Geschäftsprüfungskommission*
In die Geschäftsprüfungskommission (GPK) wurden folgende sieben Mitglieder gewählt: Diego Faccani (FDP), Urs Fürer (SP), Walter Hotz (SVP), Martin Jung (AL), Marco Planas (SP), René Schmidt (GLP, Präsident) und Cornelia Stamm Hurter (SVP).

*Fachkommission Soziales*
In die Fachkommission für Soziales, Bildung, Betreuung, Kultur und Sport wurden folgende sieben Mitglieder gewählt: Kirsten Brähler (SVP), Iren Eichenberger (ÖBS), Mariano Fioretti (SVP), Res Hauser (Jungfreisinn), Monika Lacher (SP), Urs Tanner (SP, Präsident) und Bea Will (AL).

*Fachkommission Bau*
In die Fachkommission für Bau, Planung, Verkehr, Umwelt und Sicherheit wurden ebenfalls sieben Mitglieder gewählt: Jeannette Grüninger (SP), Markus Leu (SVP), Stephan Schlatter (FDP), Rainer Schmidig (EVP), Simon Sepan (AL), Ernst Yak Sulzberger (GLP) und Edgar Zehnder (SVP, Präsident).

*VK Städtische Werke*
Für die Verwaltungskommission (VK) der Städtischen Werke (SH Power) wurden vier Mitglieder gewählt: Theresia Derksen (CVP), Till Hardmeier (FDP), Hermann Schlatter (SVP) und Urs Tanner (SP).

*VK Freizeitpark KSS*
Für die Verwaltungskommission der KSS Sport- und Freizeitanlagen Schaffhausen wurden folgende drei Mitglieder gewählt: Georg Merz (ÖBS), Bea Will (AL) und Edgar Zehnder (SVP).

*VK Verkehrsbetriebe VBSH*
Für die Verwaltungskommission der Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH) wurden zwei Mitglieder gewählt: Nicole Herren (FDP) und Christoph Schlatter (SP).

*SPK Öffentlichkeitsprinzip*
In die Spezialkommission (SPK) «Öffentlichkeitsprinzip der Stadt Schaffhausen» wurden neun Mitglieder gewählt: Iren Eichenberger (ÖBS), Res Hauser (Jungfreisinn), Walter Hotz (SVP), Martin Jng (AL), Stephan Schlatter (FDP), Rainer Schmidig (EVP, Vorsitz), Cornelia Stamm Hurter (SVP), Urs Tanner (SP) und Jonathan Vonäsch (Juso).

*SPK Revision Geschäftsordnung*
In die Spezialkommission «Teilrevision der Geschäftsordnung» wurden folgende elf Mitglieder gewählt: Martin Egger (FDP), Iren Eichenberger (ÖBS), Diego Faccani (FDP), Walter Hotz (SVP), Martin Jung (AL), Stefan Marti (SP), Christoph Schlatter (SP), Hermann Schlatter (SVP), Rainer Schmidig (EVP), Cornelia Stamm Hurter (SVP, Vorsitz) und Urs Tanner (SP).

*Wahlbüro der Stadt*
Für das Wahlbüro der Stadt Schaffhausen wurden insgesamt 30 Stimmenzählerinnen und Stimmenzäh- ler gewählt: Fabian Berger (AL), Theresia Brambrink (FDP), Nicolas ­Brauchli (AL), Richard Brauchli (SP), Stefan Bruderer (ÖBS), Verena Danz (ÖBS), Casimir Fürer (Juso), Walter Glanzmann (SVP), Esther Gloor (CVP), Wilhelm Hefti (SP), Noemi Heusler (SP), Franziska Humm (SP), Nora Hurter (SVP), Valentin Käslin (Jungfreisinn), Maria Lapadula (SVP), Rosemarie Leitner (EVP), Bert Marti (GLP), Hanna Meister (SP), Guido Mühlemann (FDP), Ramona Neidhart (GLP), Heidi Pletscher (SVP), Beate Schäpper (SVP), Esther Scheck (SVP), Ester Schmitz (FDP), Anna Sigg (SP), Oliver Sipos (AL), Elisabeth Sutter (EDU), Barbara Tappolet (SVP), Augostino Tarabusi (SP), Jolanda Walther (FDP).(dj.)

**Gestern im Rat**

· Der Grosse Stadtrat nimmt die 36 gewählten Mitgliederin die Pflicht.

· Das Parlament wählt das neue Ratsbüro und die Stimmenzähler. Ratspräsident wird Stefan Marti (SP), 1. Vizepräsident wird Rainer Schmidig (EVP), 2. Vizepräsident wird Hermann Schlatter (SVP).

· Der Grosse Stadtrat wählt die Mitglieder derständigen Kommissionen und zweier Spezialkommissionen, er delegiert Mitglieder in Verwaltungskommissionen von städtischen Betrieben und wählt 30 Stimmenzähler für das Wahlbüro der Stadt Schaffhausen.

#Allgemeines

7. Januar 2017 | Der traditionell gebaute Weidling lebt

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Draussen liegt Schnee, und drinnen in der Werkstatt ist es zugig und so kalt, dass Weidlingbauer Urs Kohler nicht nur die Faserpelzjacke angezogen, sondern sich auch noch eine wollene Zipfelmütze aufgesetzt hat. Und so weit, wie der Winter vom Stacheln und Sichaufdem-Rhein- treiben-Lassen entfernt ist, so weit ist auch das Sperrholzmodell auf den Arbeitsböcken vom fertigen Weidling entfernt. Denn das, woran Urs Kohler momentan arbeitet, ist die Hilfskons­truktion, die er für die Herstellung seines ersten Motorweidlings braucht. Bisher wurden in der Werkstatt einzig Stachelweidlinge hergestellt, und wer mit Urs Kohler spricht, merkt schnell, dass sein Herz nicht für Schiffe mit Benzinmotoren schlägt. Aber: Kundenwunsch ist Kundenwunsch. «Dieses Jahr werden wir auf Bestellung vier Motorweidlinge und vier Stachelweidlinge bauen.»

**Ein Modell und viel Gefühl**
Weil nun ein Motorweidling etwas grösser ist als ein Stachelweidling, braucht Urs Kohler ein Modell, nach dem er dann den Prototyp baut. «Bei einem Motorweidling ist alles ein wenig anders als beim Stachelweidling. Die Bordwand ist etwas steiler, und das Boot ist insgesamt etwas breiter.»
Zunächst hat Urs Kohler den Weidling gezeichnet, dann die Spanten gemacht und schliesslich das Modell aus Sperrholz gefertigt. «Ich muss das Schiff, das ich bauen will, sehen», sagt Kohler, «damit ich mit dem Gefühl weiter an der Form arbeiten kann, die vielleicht auf dem Papier ganz gut aussah.» So wie der Prototyp werden dann alle Motorweidlinge, die Urs Kohler baut, aussehen. «Nach dem Modell stelle ich Schablonen her, und diese wiederum dienen dann dazu, die Bretter, die es für das Schiff braucht, zuzuschneiden.»
Das Holz, das Urs Kohler verarbeitet, kommt aus Wilchingen, von der Sägerei Hedinger. «Es sind Tannenbretter, etwa drei Zentimeter dick und zehn Meter lang, zwei, drei Jahre gelagert.» Dann wird zugesägt, gehobelt, und wenn es fertig ist, wird das Holz im sanktgallischen Waldkirch mit einer Borsalzlösung druckimprägniert, und dann ist es bereit zur Verarbeitung. Diese Druckimprägnierung schützt das Holz vor Fäulnis, ansonsten aber braucht ein Weidling, so Urs Kohler, kaum Pflege. «Auch wenn er im Winter im Wasser bleibt, ja selbst wenn das Wasser im Innern gefriert, macht das gar nichts», sagt der Fachmann, fügt aber hinzu: «Wichtig ist, dass man den Weidling im Frühling herausnimmt und ganz gründlich reinigt und vor allem im Innern, an Stellen, wo sich Moos ansetzen kann, dieses entfernt, damit das Holz nicht fault.»

**Rituale rund ums Weidlingfahren**
Diese Reinigungsarbeit sei auch immer ein geselliges Ereignis, sagt Urs Kohler und spricht damit die emotionale Seite des Weidlingfahrens an. Schon wegen der paar Hundert Kilo, die ein solches Boot auf die Waage bringt, ist es sinnvoll, es an Land mithilfe von Kollegen zu bewegen. «Das ist ein Ritual.» Ein Schiff sei etwas Archaisches, sagt Urs Kohler, viele hätten daran eine grosse Freude. «Und Arbeiten wie Auswassern, Putzen, das Streichen des Unterbodens mit Kupfer gegen den Pflanzenbewuchs, das Einwassern, all das gehört einfach zum Weidlingfahren.»
Die Tradition ist Urs Kohler wichtig. Und im Weidlingbau bedeutet Tradition eben das Verwenden von Massivholz. «Natürlich könnte ich auch, wie die Konkurrenz aus Österreich, geleimte Dreischichtplatten verwenden. Ich habe sogar meinen eigenen Weidling auf diese Weise gebaut, aber ich will das auf keinen Fall hier bei uns einführen. Ich will bei unserer Bauweise bleiben.» Ja, die Schiffe aus Österreich seien um rund die Hälfte günstiger, räumt Urs Kohler ein, aber er könne nicht sagen, wie es um die Haltbarkeit bestellt sei. Dazu würden ihm die Erfahrungswerte fehlen. Warum er denn für seinen Weidling – der übrigens mit einem Elektromotor und Solarpaneelen angetrieben wird – diese Bauweise gewählt habe? «Um es auszuprobieren!» Aber das sei eben ein ganz anderes Schiff. «Der traditionell hergestellte Weidling lebt», sagt Urs Kohler, «man muss ihn zum Beispiel nach dem Überwintern verschwellen, damit er dicht ist. Den modernen Kahn mit dem Dreischichtholz können Sie einfach ins Wasser werfen und losfahren.» Aber da könne man ja dann ebenso gut einen Aluweidling kaufen: «Und ein solcher hält erst noch ewig.»
Zurück zum Prototyp. Eine Woche dauert es etwa, bis das Holz gemäss den Schablonen zugeschnitten ist und alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind, dann geht es an die Montage. «Die dauert dann noch einmal eine Woche. Oft arbeiten wir auch zu zweit.» Dann ist das Boot fertig. Grösstenteils besteht es aus Tannenholz, einzig die Hölzer für die Kettenringe an Bug und Heck, das sogenannte vordere und hintere Schoo, sind aus Eiche sowie die Spanten, an die die Beplankung der Bordwände geschraubt wird, und der Spiegel. So heisst das Brett, an dem der Benzinmotor befestigt wird. Vorne im Bug wird zu guter Letzt ein verschliessbarer Raum eingebaut, die Kiste, für all die Dinge wie Anker oder Schwimmwesten, die der Vorschrift gemäss, mitgeführt werden müssen.

**Ein Herz für den Elektroweidling**
Und dann ist es so weit: Der Kunde, der für das Schiff 12 000 bis 13 000 Franken hinblättern muss, sticht in See re­spektive befährt mit dem Kohler- Motorweidling-Prototyp zum ersten Mal den Rhein. Mit Kinderkrankheiten rechnet Urs Kohler nicht, denn schliesslich hat er schon über 100 Stachelweidlinge gebaut. Ob es allerdings dereinst einmal auch 100 Motorweidlinge sein werden, scheint dem so stark der Tradition verpflichteten Urs Kohler indes ungewiss: «Ich bin ein Elektrofan», sagt er, «und bin der Überzeugung: Elektroweidlinge mit Solarpaneel werden die Zukunft sein. Die sind super.»


**Der Weidling Geschichte und Gegenwart eines Typs**

*Uralt*
Der Weidling ist ein Flachboot, und diesen Bootstyp gibt es bereits seit über 5000 Jahren.

Verbreitung
Der Weidling ist vor allem in der Schweiz, aber auch in Österreich und Deutschland auf Flüssen und Seen sehr beliebt und steht in vielfältigem Einsatz.

*Verwendung*
Der Weidling wurde früher zum Warentransport benutzt, heute ist er ein Freizeitboot. Im Kanton Schaffhausen ist dieser Bootstyp geradezu ein Wahrzeichen auf dem Rhein. Aber auch die Seilfähren in Basel sind Weidlinge, ebenso die Donauzillen.

*Dimensionen*
Ein klassischer Schaffhauser Stachelweidling ist rund 9 Meter lang und etwa 1,5 Meter breit und wiegt um die 400 Kilogramm.

*Preis und Haltbarkeit*
Ein traditioneller Stachelweidling mit Eichenspanten und Tannenbeplankung kostet rund 10 000 Franken und hält 20 bis 30 Jahre.
(Wü.)



Weidlingbauer Urs Kohler arbeitet in seiner Werkstatt in Thayngen gegenwärtig am Modell für seinen ersten Motorweidling. Bislang stellte die Firma als einzige in der Schweiz ausschliesslich Stachelweidlinge her. Neben handwerklichem Können ist bei der Arbeit auch viel Gefühl gefragt.
Bilder Michael Kessler


Der Bau eines Weidlings erfordert viel Augenmass. Und auch das Modell, nach dem die Schablonen für die Einzelteile hergestellt werden, muss präzis gehobelt werden.


Gemäss dem aus Sperrholz angefertigten Modell werden Schablonen hergestellt, mit deren Hilfe dann die Bretter für das «richtige» Schiff zugeschnitten werden.

#Notizen zu Namen

14. Dezember 2016 | Vier neue Fraktionschefs im Kantonsrat

Schaffhauser Nachrichten
lbb

Mit der neuen Legislatur, die im Januar beginnt, verändert sich nicht nur die Zusammensetzung des Schaffhauser Kantonsparlaments. Teilweise werden auch die Fraktionen von neuen Köpfen angeführt. So steht an der Spitze der 14köpfigen SP-Juso-Fraktion neu der Stadtschaffhauser Kantonsrat Kurt ­Zubler. Er folgt auf den Oberhallauer Patrick Strasser, der die Fraktionsgeschäfte seit gut anderthalb Jahren geführt hat. Strasser macht auf Anfrage berufliche Gründe geltend. «Ein Fraktionspräsident sollte die zeitliche Kapazität haben, um als einer der wichtigsten politischen Akteure innerhalb einer Partei politische Arbeit leisten zu können», sagt Strasser. Er selbst arbeite in Kloten und könne bei Medienkonferenzen kaum anwesend sein. Zudem sei er als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission zeitlich stark eingebunden.
Auch die Fraktionsgemeinschaft aus FDP, CVP und den Jungfreisinnigen hat einen neuen Chef: Beat Hedinger (FDP, Wilchingen) ersetzt Thomas Hauser (FDP, Schaffhausen). Letzterer will bekanntlich im Jahr 2017 den Ratsvsorsitz übernehmen, was ein gleichzeitiges Fraktionspräsidium ausschliesst.
Zwei neu gebildete Fraktionen haben sich ebenfalls konstituiert. So gehen neu die Alternative Liste und die Ökoliberale Bewegung Schaffhausen zusammen. Den Fraktionsvorsitz übernimmt dort Till Aders (AL, Schaffhausen). Zum erstenmal angetreten war bei den Wahlen im September die Grünliberale Partei; sie gewann auf Anhieb vier Sitze. Zusammen mit dem EVP-Vertreter bilden die Grünliberalen nun eine Fraktion, die von Regula Widmer (GLP, Beringen) präsidiert wird.
Unverändert bleibt es bei der grössten Fraktion aus SVP und EDU: Andreas Gnädinger (SVP, Siblingen) steht der 22köpfigen Gruppe vor. Die erste Sitzung des neu gewählten Kantonsrats findet am 16. Januar statt.

#Allgemeines

12. Dezember 2016 | «Die Brauerei ist wie ein Kind für mich»

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

**Interview mit Philipp Moersen, Präsident des Verwaltungsrates der Brauerei Falken**

*Herr Moersen, Sie haben im Frühling Ihren 65. Geburtstag gefeiert und somit das Pensionsalter erreicht. Kehren Sie nun der Brauerei den Rücken?*
Zusammen mit unserem CEO Markus Höfler habe ich entschieden, dass wir die Brauerei auf den technisch neuesten Stand bringen und ich dann kürzertrete. Unser wichtigstes Projekt war ein neuer Gär- und Lagerkeller. Wir haben über fünf Millionen Franken in dieses Projekt investiert, und nun steht es kurz vor seinem Abschluss.

*Und dann geben Sie das Präsidium ab?*
Wissen Sie, ich bin seit 40 Jahren in der Brauerei, sie ist wie ein Kind für mich. Zudem ist unsere Familie ein namhafter Miteigentümer des Unternehmens, und deshalb werde ich das Präsidium beibehalten. Die unternehmerische Verantwortung liegt jedoch künftig noch stärker bei Markus Höfler. Er ist jetzt seit zwölf Jahren bei uns und ein Glücksfall für die Firma. Er ist nicht einfach ein Manager, er denkt sehr unternehmerisch, und dies ist für uns zentral. Wir sind ein KMU, und wir könnten uns keine Kaderleute leisten, die nicht unternehmerisch denken.

*Seit Jahren trinken die Leute in der Schweiz weniger Bier. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird in etwa sechzig Jahren die letzte Falken-Büchse abgefüllt. Macht Ihnen das Sorgen?*
Ehrlich gesagt, nein. Der Bierkonsum geht zurück, aber er wird nie bei null landen. Solange unser Bier Abnehmer findet, ist es nicht schlimm, wenn der Gesamtmarkt schrumpft.

*Und wie stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen in einem schrumpfenden Markt besteht?*
Indem wir agil bleiben und Entwicklungen im Markt frühzeitig erkennen. Für uns war der Aufbau des Dosenkompetenzzentrums ein solcher Schritt: Nur die zwei grossen Braukonzerne in der Schweiz besassen früher eigene Dosenabfüllanlagen, sie füllten aber nicht für Fremde ab. Alle kleinen Brauereien, darunter auch wir, mussten im Ausland abfüllen. Also haben wir eine eigene Anlage erstellt, auf der wir auch für Dritte abfüllen. Diese ­Anlage bringt uns heute wichtige Erträge.

*Würde man diesen Faden weiterspinnen, könnte man zum Schluss kommen, das Unternehmen strategisch völlig neu aufzustellen und sich zum Beispiel ganz auf das Abfüllen und den Handel zu konzentrieren. Gab es solche Überlegungen?*
Natürlich denken wir immer wieder über unsere Strategie nach. Unsere Überlegungen sind jedoch in eine andere Richtung gegangen, nämlich dass wir die Brauerei stärken wollen. Deshalb haben wir viel Geld in den Gär- und Lagerkeller investiert. Die Brauerei ist ein wichtiges Standbein, und sie wird es auch bleiben.

*Die Brauerei Falken stellt 15 ver- schiedene Getränke her, vom «Adam und Eva» bis hin zum Schwarzbier. Ist Ihr Sortiment nicht zu komplex für so eine kleine Brauerei? Ein Detaillist kann ja gar nicht alle Sorten ins Gestell bringen.*
Das stimmt, aber Spezialitätenbiere sind preislich für uns interessanter als Lagerbier aus der Dose. Im Übrigen ist es auch nicht so, dass alle Varianten immer im Angebot bleiben. Von zehn Innovationen besteht vielleicht letztlich bloss eine.

*In der Schweiz sind praktisch alle mittelgrossen Brauereien aufgekauft worden. Wird Falken in den kommenden Jahrzehnten noch unabhängig bleiben können?*
Es ist sehr schwierig, Aussagen darüber zu machen, was in vielen Jahren sein wird. Das weiss letztlich ja niemand. Was ich ganz sicher weiss, ist, dass unsere Unabhängigkeit auf Jahre hinaus nicht gefährdet ist. Wir stehen auf gesunden Beinen.

*Nur: Der Markt ist gnadenlos. In Discountern kostet die Büchse Bier in Aktionen weniger als 40 Rappen. Kann diese Rechnung aufgehen?*
Nein, und da machen wir auch nicht mit. Ich glaube auch nicht, dass die Grossen bei solchen Preisen noch etwas verdienen. Wir wollen mit anderen Produkten auf uns aufmerksam machen, eben mit Spezialbieren, oder mit besonderen Verpackungen wie der «Hülse», der wiederverschliessbaren Dose. Auch so kann man am Markt erfolgreich sein. Und natürlich gilt auch für uns, dass wir die Kosten sehr gut im Griff haben müssen.

*Wo sparen Sie? Beim Personal, beim Warenaufwand, bei den Zulieferern?*
Nein, in erster Linie über die Effizienz. Aber, und das ist mir ganz wichtig: Wir suchen nicht einfach nur das billigste Angebot. Es gibt auch Ausgaben, bei denen wir ganz bewusst nicht sparen. Bei unserem Gär- und ­Lagerkeller haben wir wann immer möglich Anbieter aus der Region bevorzugt, auch wenn das vielleicht Mehrkosten verursachte. Wir sind in der Region verwurzelt und wollen hier auch unser Geld ausgeben. Einzig bei wenigen Spezialaufgaben, für die es schlicht keine regionalen Unternehmen gab, haben wir auf weiter entfernte Firmen zurückgreifen müssen.

*Die Brauerei Falken zahlt seit vielen Jahren die gleiche Dividende aus, insgesamt rund 150 000 Franken. Das ist auch für die Mehrheitsaktionärin keine besonders hohe Summe, oder?*
Richtig. Aber wissen Sie, wo das Geld dafür bleibt? In der Firma. Und der Erhalt und die Gesundheit unseres Unternehmens sind uns das Allerwichtigste überhaupt, viel wichtiger als eine höhere Dividende.

*Herr Moersen, besten Dank für dieses Gespräch.*


**Falken-Brauerei setzt auf Durst und Markentreue**

*Die ersten Biere aus den neuen Gär- und Lagerkellern tranken gestern Abend die Aktionäre und Gäste der Brauerei Falken anlässlich der Generalversammlung.*

Schaffhauser Nachrichten
Jeannette Vogel

Hell leuchtende, knisternde Fackeln wiesen den Weg ins Schaffhauser Park Casino, wo gestern Abend die jährliche Generalversammlung der Brauerei Falken AG durchgefu?hrt wurde.
Gut 400 Personen nahmen an der ordentlichen Generalversammlung der Brauerei teil, darunter 369 Aktionäre sowie hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Der Tradition folgend, verzichtete VR-Präsident Philipp Moersen darauf, die einzelnen Persönlichkeiten zu begru?ssen: «Alle sin gleichermassen willkommen», sagte er.
Rasch kam Moersen auf ein ihm wichtiges Thema zu sprechen – die Verlockung durch gu?nstige Preise jenseits der Grenze – ihr könnten auch Schaffhauserinnen und Schaffhauser nicht widerstehen: «Dieser Schwund der Loyalität macht uns Sorgen», stellte er fest. Die Falken-Brauerei setze sich fu?r die Sicherung der Arbeitsplätze in der Region ein, das ju?ngste Beispiel dafu?r seien die neuen Gär- und Lagerkeller (siehe Interview). Die ersten Biere seien bereits produziert worden: «Die Aktionäre kommen heute schon in den Genuss», so Moersen weiter, bevor ein Kurzfilm u?ber die Bautätigkeiten gezeigt wurde. Moersen schloss mit den Worten: «Wir freuen uns, auch ku?nftig auf Ihren Durst und Ihre Markentreue zählen zu du?rfen.»
Markus Höfler, Delegierter des VR, stellte eine Renaissance des Schweizer Biers fest. Die gut 740 landesweiten Brauereien hätten, ob gross oder klein, eines gemeinsam – die Vielfalt und die Kreativität. Mit dem schweizerischen Pro-Kopf-Verbrauch von 55 Litern zeigte er sich weniger glu?cklich, die Schweiz hinke etwa Tschechien mit einem Verbrauch von 160 Litern weit hinterher.

**Statutarische Geschäfte**
Die Versammlung genehmigte alle statutarischen Geschäfte einstimmig und diskussionslos. Wie in den Vorjahren wurde beschlossen, eine Dividende von 10 Prozent auszuzahlen (50 Franken pro Aktie).

**Gute Unterhaltung mit Comedy**
Bevor Speis und Trank serviert wurden, hatte das Comedyduo Sutter & Pfändler seinen Auftritt: «App (application software) haben die Schweizer erfunden – natu?rlich im Appenzellerland», erfuhren die Falken-Brauerei-Aktionäre von den Gewinnern des «Prix Walo».
Einige der prominenten Gäste wurden namentlich vom Comedyduo aufgerufen und mit einbezogen. Schliesslich verlangten Cony Sutter und Peter Pfändler aber von allen Anwesenden einen langen, kräftigen Applaus.

#Notizen zu Namen

28. November 2016 | Der neue Grosse Stadtrat auf einen Blick

Schaffhauser Nachrichten
Titi Valchera

Neu in den Grossen Stadtrat wählten die Stimmbürger der Stadt Schaffhausen mit Kirsten Brähler, Thomas Stamm und Hans Peter Brütsch drei Kandidaten aus den Reihen der SVP. Einen zusätzlichen Sitz gewann die SVP an der Urne, und zwei Plätze wurden frei, weil zwei Bisherige nicht mehr zur Wahl angetreten waren. Brähler zeigte sich sichtlich stolz: «Ich werde das Beste geben, um das mir entgegengebrachte Vertrauen zu rechtfertigen», sagte sie.
Mit der Präsidentin der städtischen SP, Monika Lacher, sowie Patrick Portmann und Christian Ulmer wurden bei der SP, die einen Sitz dazugewonnen hat, drei Neue gewählt. Ulmer blickt auf ein intensives Jahr zurück. «Mein Einsatz für die Kultur wie auch für das Baurecht sind Herzensangelegenheiten und nicht bloss Wahlkampf gewesen.» Abgewählt wurden bei der SP hingegen Christoph Schlatter und Urs Fürer. Bei Fürer, dem derzeitigen GPK-Präsidenten, besteht jedoch die Chance, dass er anstelle des auch in den Kantonsrat gewählten Patrick Portmann nachrücken könnte.
Die AL wird mit gleicher Sitzzahl, aber zwei neuen Köpfen im Grossen Stadtrat vertreten sein. Simon Sepan und Angela Penkov sind neu dabei. Bei Penkov kam aber keine rechte Freude auf, da ein Sitz auf Kosten der Bisherigen Manuela Bührer ging. Der zweite hingegen wurde frei, weil der Bisherige Daniel Böhringer nicht mehr angetreten war.
Ebenfalls neu in den Grossen Stadtrat haben es die zwei GLP-Kandidaten Bernhard Egli und Ernst Sulzberger geschafft. Einer nahm den Sitz der neuen Stadträtin Katrin Bernath ein, der andere den bei den Wahlen von der GLP dazugewonnenen. Till Hardmeier sitzt hingegen nun nicht mehr für die Junfgreisinnigen im Grossen Stadtrat, sondern hat zur Mutterpartei FDP gewechselt.

**Zumstein und Hauser abgewählt**
FDP und CVP haben bei den gestrigen Wahlen je einen Sitz verloren. Bei der FDP wurden mit Manuela Roost Müller und Katrin Hauser zwei bisherige Grossstadträtinnen abgewählt. Für den Präsidenten der Stadt-FDP, Stephan Schlatter, ist vor allem die Abwahl von Hauser sehr überraschend: «Hätten Sie mich vor der Wahl gefragt, wer gewählt wird, hätte ich sicher gesagt, dass Hauser dazugehört», sagte er.
Bei der CVP verlor Nathalie Zum­stein ihren Sitz. Bereits an den diesjährigen Stadtschulratswahlen ging sie als Verliererin hervor. «Ich habe heute fast damit gerechnet und bin nicht wahnsinnig traurig», sagte sie gefasst. Vor vier Jahren sei sie knapp reingekommen, dieses Mal knapp nicht mehr. Die Politikerin, die sich vor allem in Bildungsfragen engagiert, bilanzierte: «Ich bin vielleicht nicht für ein städtisches Parlament geeignet, sondern eher in der Exekutive zu Hause.»

#Allgemeines

23. November 2016 | Alkoholkonsum in der Schweiz auf niedrigstem Niveau

Schaffhauser Nachrichten
sda

Der verregnete Frühling und der nicht bessere Frühsommer haben den Bierabsatz in der Schweiz getrübt. Im abgelaufenen Braujahr 2015/16 (per Ende September) sank der Ausstoss um 0,6 Prozent auf 4,62 Millionen Hektoliter. Den Trend konnte selbst die Fussball-Europameisterschaft nicht wenden. «Hauptgrund für diesen Rückgang war der nasskalte Frühling 2016, welcher der Lust auf ein frisches, kühles Bier abträglich war», stellte der Schweizer Brauerei-Verband (SBV) gestern in Zürich fest. Juli und August seien auch weniger heiss gewesen als vor einem Jahr.
«Noch nie wurden in der Schweiz so wenige alkoholhaltige Getränke getrunken wie heute», sagte SBV-Direktor Marcel Kreber. Seit Beginn der Aufzeichnungen sei noch nie ein solcher Tiefstand erreicht worden, sei es bei Wein, Spirituosen oder Bier. Pro Kopf flossen noch etwas über 55 Liter Bier durch die Kehle. Im Vorjahr war es noch etwa ein halber Liter mehr gewesen. Das habe auch mit dem geänderten Konsumverhalten zu tun. Über Mittag würden immer weniger alkoholhaltige Getränke getrunken, sagte Kreber. Bei Geschäftsessen würden die Leute immer mehr Wasser oder Süssgetränke bestellen.

**Auch Bierimporte gesunken**
Dabei waren sowohl der Ausstoss der Schweizer Brauereien als auch die Importe leicht rückläufig. Der Inlandsausstoss sank um 0,7 Prozent auf ,44 Millionen Hektoliter. Die Bierimporte verzeichneten ebenfalls ein Minus von 0,3 Prozent auf 1,19 Millionen Hektoliter Bier. Mittlerweile stammen knapp 26 Prozent aller Biere aus dem Ausland.

#Alt-Scaphusia

21. November 2016 | Werner Indermühle olim Logos

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Werner Indermühle olim Logos
Dr. phil.
Generation 1960
1942-2016

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Abdankung wird am Freitag, 29. November 2016, um 10.30 Uhr im Krematorium / Friedhof Sihlfeld in Zürich stattfinden.

Die studentische Totenehrung wird am Mittwoch, 7. Dezember 2016, 20.00 Uhr im Verbindungslokal stattfinden.

#Notizen zu Namen

21. November 2016 | Von einem Fruchtsaft, der gern ein Stück Fleisch wäre

Schaffhauser Nachrichten
Luca Miozzari

Unter Beifall des Publikums fährt Standup-Comedian Yves Keller auf einem roten Bobby-Car sitzend ins Rampenlicht. «Da kann der Maximilian von der HSG abfahren mit seinem billigen Bentley», sagt er mit einem spitzbübischen Lächeln, während er sein Gefährt begutachtet. So begann Yves Keller, genannt «Chäller», am Freitag seine rund zweistündige Vorstellung im Saal des Hotels Kronenhof. Der Schaffhauser, der beim privaten Radiosender FM1 täglich eine Morgensendung moderiert, besuchte mit seinem ersten Comedy-Programm unter dem Titel «Geile Scheiss» nun auch seine Heimatstadt.

**Einen Beatrice-Egli-Fisch gesichtet**
Keller, dessen Darmgase nach eigenen Angaben dieselbe Geschmacksrichtung haben wie die seines Hundes, war sich bei seiner Show nicht zu schade, die Gürtellinie zu unterschreiten. Mit viel Witz und Charme machte er aus gewöhnlichen Alltagssituationen Pointen, die beim Publikum für lautstarke Lacher sorgten. So erzählte er beispielsweise von seiner Mutter, die ihm einmal ein Steak versprochen hatte, um ihn dazu zu bewegen, wieder einmal zu ihr nach Hause zu kommen. «Es gibt zwei Arten, Männer zu ködern: erstens Sex und zweitens Fleisch – Mama, ich denke du hast dich für die richtige Variante entschieden», scherzte er.
Seine Liebe zu Fleisch drückte er auch in einem Gedicht aus, das er dem Publikum vortrug. Das Werk handelte von einem Fruchtsaft, der sich im Kühlschrank unwohl fühlte und lieber ein gutes Fleischstück gewesen wäre.
Sehr schlecht weg kam seine Exfreundin, die mit seinem damaligen Chef durchgebrannt sein soll. Besonders bemängelte er ihre fehlende Blasenkapazität. «Die musste ständig pinkeln , egal, wo wir gerade waren.»
Zum Schluss machte sich Keller als Tierbeobachter verkleidet noch über die Schweizer Promiwelt lustig. «Ah, das sehe ich einen Beatrice-Egli», sagte er und fügte an: «Zum Glück leben die unter Wasser, so müssen wir uns ihre schrillen Töne nicht anhören.»



Der ehemalige Radio-Munot-Moderator Yves Keller («Chäller»).
Bild Luca Miozzari