#Notizen zu Namen

5. April 2008 | Kochrezept

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Von Florian Keller, Kantonsrat

Ein Spanferkel vom Metzger, etwa 15 Kilo, reicht für gut 20 Personen. Die Haut an Rücken und Schinken am Vorabend carréeförmig einschneiden und das ganze Ferkel grosszügig marinieren. Vorsicht: Nur die Haut einschneiden, nicht das Fleisch. Für die Marinade 1 Liter Olivenöl, 200 Gramm flüssigen Bienenhonig und eine Knolle Knoblauch vermengen, kräftig würzen und diverse Kräuter wie Rosmarin, Salbei, wilden Oregano oder Thymian gehackt beifügen. Das Spanferkel über Nacht in der Hälfte der Marinade einziehen lassen. Am nächsten Morgen dem Ferkel einen Apfel ins Maul stecken, den Bauch mit einem Busch Rosmarin füllen und aufspiessen. Wichtig ist, dass das Gewicht gut um den Spiess verteilt ist, sonst beginnt es irgendwann zu leiern. Das Spanferkel muss jetzt rund zehn Stunden lang über einem Glutenbett gegrillt werden. Dabei die Haut ständig mit Marinade, Honig und Bier bestreichen. Ab und zu einen Schluck Bier in den Bauch verhindert Austrocknung. Ab und zu einen Schluck Bier für den Grillmeister hält auch diesen bei Laune.

#Allgemeines

5. April 2008 | Es geht auch ohne Exzesse

Schaffhauser Nachrichten, Region
Adrian Schuhmacher

Suchtprävention wird an der Kantonsschule Schaffhausen schon seit mehreren Jahren betrieben. So wurden unter der Führung von Sportlehrer Boris Benziger früher Informationsveranstaltungen für die Lehrpersonen durchgeführt, und letztes Jahr zeigte ein Arzt der Forell-Klinik den Schülern die negativen Konsequenzen des Suchtmittelkonsums auf. Für gestern wurde im Rahmen des Aktionstages «Jugend und Suchtmittel» ein anderes Vorgehen gewählt. Um den rund 190 Erstklässlern einen gesundheits- und verantwortungsbewussten Umgang mit Suchtmitteln zu vermitteln, griff die Schule auf das andernorts bestens bewährte Beratungsangebot der Firma ckt GmbH zurück. Das unter dem Patronat des Schweizerischen Studentenvereins SchwStv. stehende Präventionsprogramm wird jährlich an rund 100 Berufsschulen und Gymnasien durchgeführt und findet bei den Zielgruppen grossen Anklang.
Für Rektor Urs Saxer ist klar: «Präventionsarbeit bringt nur etwas, wenn sie interaktiv angelegt ist, sprich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Erfahrungen aktiv miteinbezieht.» Dieser Forderung wurde die Veranstaltung gestern gerecht. Um alle Teilnehmer auf den gleichen Wissensstand zu bringen, informierte Beat Hardmeier, Oberarzt in Anästhesiologie am Spital Lachen/SZ, im Rahmen eines Referats zunächst über psychoaktive Substanzen und ihre Wirkungen. Danach durchliefen die Schüler vier Workshops, die jeweils an Wettbewerbe mit attraktiven Preisen gekoppelt waren. Eventmanager Marcel Mauerhofer zeigte den Jugendlichen Wege auf, wie man private Partys feiern kann, ohne dass diese in Alkoholexzesse ausarten müssen. «Mit ein Hauptgrund einer Party ist das Kennenlernen einer Person oder einer Personengruppe», sagt Mauerhofer. Sein Rezept ist denkbar einfach: Mit Hilfe einfacher Spiele kann ein Veranstalter seine Gäste untereinander in Gespräche verwickeln und sie dazu bringen persönliche Hemmschwellen abzubauen. «Wer nicht still in der Ecke sitzt und sich langweilt, der trinkt auch weniger.» Der Workshop der Fachstelle ASN zum Thema «Alkohol- und Drogenprävention im Strassenverkehr» zeigte mit Hilfe eines Echtauto-Fahrsimulators der neuesten Generation auf, wie gravierend sich Alkohol auf den individuellen Fahrstil auswirkt. In der Funky-Bar erhielten die Teilnehmer schliesslich Ideen für alkoholfreie Cocktails, die man Gästen, die mit dem Auto an die Party gekommen sind, anbieten kann. Peter Würsch von der IKM Guggenbühl AG erarbeitete mit den Schülern anhand von Beispielen zum Thema «Vom Genuss und seinen Schattenseiten» Massnahmen und Vorsätze aus, wie man allfälligen Suchtgefahren begegnen kann. Und André Duttli (Basler Versicherungen) führte den Jugendlichen in einem Referat mit anschliessender Gruppendiskussion die Folgen eines Unfalls vor Augen.

#Allgemeines

2. April 2008 | EBK begrüsst Marcel Ospels Abgang

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Michael Brunner

Es war ein Zufall, dass die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) just gestern ihre Jahresmedienkonferenz abhielt. Doch entsprechend stand die Situation bei der UBS mit den jüngsten riesigen Abschreibungen und dem Abgang von UBS-Chef Marcel Ospel im Vordergrund. Dabei sprach sich die EBK mit überraschend klaren Worten für Ospels Abgang aus, nachdem sie vor kurzem seinen Verbleib noch befürwortet hatte. «Wir begrüssen den Entscheid», sagte EBK-Direktor Daniel Zuberbühler gestern. «Man kann nicht ewig weiterfahren mit immer neuen Abschreibern und Rekapitalisierungen.»
Die Deutlichkeit der Worte lässt vermuten, dass die EBK Druck gemacht hat. EBK-Präsident Eugen Haltiner wollte solche Vermutungen weder bestätigen noch dementieren: «Wir haben eine Beurteilung vorgenommen und der Bank unsere Überlegungen mitgeteilt.» Er zeigte sich überzeugt, dass mit dem personellen Wechsel für die UBS eine Chance verbunden sei.
EBK weist Schuld von sich
Darüber hinaus war die EBK-Spitze sichtlich bemüht, die Situation bei der UBS nicht zu dramatisieren. Die Bank sei stabil, und es habe nie die Gefahr eines finanziellen Zusammenbruchs bestanden. Aber die Beschaffung von neuem Eigenkapital sei dennoch nötig gewesen. Mittelfristig will die EBK die Zielgrösse für den Anteil an Eigenkapital erhöhen. Jetzt in der Krise sei dies aber nicht möglich.
Ob der aktuellen Entwicklung rückte die Frage, welche Schuld die EBK daran trägt, dass auch die beiden Schweizer Grossbanken Opfer der Kreditkrise wurden, etwas in den Hintergrund. Immerhin ist die EBK dazu da, allen Schweizer Banken auf die Finger zu schauen. Die EBK sei wie alle anderen Aufsichtsorgane von der Kreditkrise überrascht worden, sagte Zuberbühler. Und als sie reagiert habe, sei es schon zu spät gewesen. Dass die UBS weltweit von der Kreditkrise am stärksten betroffen sei, könne man nicht der EBK anlasten. Immerhin sei die CS verhältnismässig glimpflich davongekommen. «Die EBK hat nicht besser und nicht schlechter agiert als ihre viel grösseren angelsächsischen Schwesterbehörden.» Die EBK sei aber stark von den Kontrollen der Banken abhängig.

#Allgemeines

20. März 2008 | Von der Schulbank direkt auf die Musicalbühne

Schaffhauser Nachrichten, Region
Viola Bauer

Viel Applaus hat am Montag- und Dienstagabend das Musical «Yolanda» der Maturandinnen Amanda Moor und Zippora Schmidt bei seiner Premiere im ParkCasino geerntet. Und der war wirklich verdient. Ein Jahr lang haben die beiden Schaffhauser Kantonsschülerinnen an dem Musical gearbeitet: die Handlung konstruiert, Dialoge geschrieben, Lieder komponiert, Choreographien einstudiert, Schauspieler und Band gecoacht, Regie geführt, für Licht und Technik gesorgt, Kostüme und Requisiten organisiert, Sponsoren gesucht – die Liste scheint schier endlos. Und nicht zuletzt haben die Maturandinnen auch noch die Hauptrollen in ihrem Musical selbst übernommen. «Man lernt seine Freizeit wieder zu schätzen», meint Amanda Moor, denn davon hatten sie nach eigenen Angaben im letzten Jahr nicht mehr viel.
Begonnen hat alles spasseshalber, als «Witz», wie die zwei jungen Frauen meinen. Lehrer hätten sie zwar vor dem Arbeitsaufwand «gewarnt», aber die musicalfaszinierten Schülerinnen wollten ihre Idee umsetzen. In Anlehnung an Disneys Märchenwelt und die Geschichte von «Die Schöne und das Biest» wollten sie ein modernes Märchen schreiben. Und das ist ihnen gelungen. Klischees von einer oberflächlichen Aufrechterhaltung von Ruhm und Glanz kommen ebenso vor wie der «gefallene» Manager, der sein ganzes Vermögen mit Aktien verspekuliert hat. Auch humoristische Pointen fehlen nicht, wie etwa wenn der junge «Möchtegern-Mittelpunkt-Mann» zu seinen Freunden und Frauen im Stück meint: «Kommt her zu mir, ich bin der Geilste hier!» Oder auch die neckische Aussage des verwöhnten Sohnes aus reichem Hause zur jungen Putzfrau: «So, du bist wieder einmal putzmunter!»
«Wir wollten schon Gesellschaftskritik üben und zum Nachdenken anregen. Im Stück ist alles recht überspitzt dargestellt», so Schmidt. Auch die Gesangseinlagen der jungen Hauptdarsteller, mit teilweise gewagt hohen Tönen, zeigen Potential, aber auch Mut. Gut inszeniert sind auch die Ballettchoreographien, etwa hinter der Schattenwand. Mitgewirkt haben 35 Kantonsschüler und Freunde der beiden Musicalschreiberinnen. Einmal in der Woche und öfter haben sie in letzter Zeit gemeinsam geprobt.
Mit so viel Arbeit und mit «so viel Zeug zusätzlich» wie den ganzen Organisationsarbeiten haben Moor und Schmidt am Anfang nicht gerechnet. «Es hat schöne Momente gegeben, aber auch oft den Punkt: Wie soll es weitergehen? Aber das Ganze war eine gute Erfahrung und hat Freude gemacht», blickt Moor auf ihr Musicalprojekt zurück. Und auch Schmidt zeigt sich jetzt nach den gelungenen Aufführungen erleichtert: «Es freut einen schon, dass das Stück etwas geworden ist.» Eine wirklich herzeigenswerte Maturaarbeit.

#Notizen zu Namen

19. März 2008 | Ferien-Fotowettbewerb der Schaffhauser Nachrichten

Schaffhauser Nachrichten, Region

Einen Monat lang nutzten die SN-Leser die Gelegenheit, ihre schönsten Ferienbilder einzusenden. Letzte Woche hat die Redaktion nun aus den rund zweihundert eingegangenen E-Mails, MMS und Briefen die drei Gewinner ziehen dürfen. Die Sieger trafen sich am Montagmorgen zur Preisübergabe. Den 1. Prei, einen Pro-City-Gutschein im Wert von 400 Franken, sicherte sich Anneke Schuster aus Stetten. Ein Pro-City-Gutschein über 200 Franken ging an Claudia Böhni aus Stein am Rhein und an Sarah Ott aus Buch. Über den dritten Preis, einen Pro-City-Gutschein über 100 Franken, darf sich Manfred Trächsel mit seinem Enkel Florentin freuen.

#Aktivitas

16. März 2008 | Knaben dürfen unter sich sein

Neue Zürcher Zeitung
Suzette Sandoz

Es gibt die alte Tradition der studentischen Verbindungen, etwa Zofingia, Helvetia, Germania. Ebenfalls nach alter Tradition standen diese Verbände nur Knaben offen. Dafür gab es verschiedene Gründe. Während Jahren galt dies auch für Wohltätigkeitsklubs wie den Rotary.
Aus Gründen der Gleichheit wurde der Rotary zu einem gemischten Klub, das heisst, er musste weibliche Mitglieder zulassen. Einige Studentenverbindungen sind inzwischen ebenfalls gemischt. Nun habe ich kürzlich erfahren, dass die Universität Lausanne verschiedenen Studentenverbindungen eine kleine finanzielle Unterstützung gewährt, sie aber jenen verweigert, die nicht gemischt sind. Warum denn, um Himmels willen? Steht das Bedürfnis, sich nur «unter Knaben» treffen zu wollen (oder nur «unter Mädchen», wenn Verbindungen nur für Studentinnen geschaffen würden), wirklich im Widerspruch zum Prinzip der Gleichheit? Muss man den Nachweis einer homosexuellen Gemeinschaft erbringen, um das Recht zu haben, eine Vereinigung, die nur Knaben oder Mädchen vorbehalten ist, zu gründen oder zu erweitern?
Gewiss, es ist oft gesagt worden – und es stimmt –, dass diese studentischen Verbindungen zukünftige berufliche oder politische Netzwerke sind und folglich den Mädchen dieselben Chancen bieten sollten. Aber was hindert denn die Studentinnen daran, eine eigene Vereinigung oder ein eigenes Netzwerk zu schaffen, auch ein gemischtes, wenn sie es wollen? Mit welchem Recht sollten sie die Netzwerke der anderen nutzen dürfen?
Mein Grossvater, sein Sohn, viele meiner Freunde und ihre Söhne waren oder sind Mitglieder der einen oder anderen studentischen Verbindung. Wenn ich ihren Erzählungen über Begegnungen in ihrer Jugend, über ihre Streiche und Diskussionen zuhöre, wird mir bewusst, wie wichtig es manchmal für junge Leute ist, sich in einem bestimmten Rahmen «unter Knaben» zu entspannen. Machen wir uns nichts vor. Die Spasskultur und der Alkoholkonsum sind bei Mädchen und Knaben unterschiedlich. Und nach alter Tradition organisieren die Mitglieder von (männlichen) Verbindungen einen Ball oder eine Party, zu denen die Studentinnen eingeladen werden. Da herrscht eine andere Stimmung; jeder vergnügt sich.
Die Gesellschaft ändert sich. Mag sein, dass neue, gemischte Verbindungen geschaffen werden, die einen anderen Zweck verfolgen als nicht gemischte Verbände, deren männlicher Charakter historisch begründet ist. Aber um Himmels willen, welches Verbrechen begehen denn Personen, die unter sich bleiben wollen? Macht die Gleichheit aus dem Wunsch, sich unter seinesgleichen zu treffen, ein Verbrechen? Nichts ist mit der Freiheit derart unvereinbar als der Druck, der auf die privaten Vereinigungen ausgeübt wird, um sie im Namen eines zerstörerischen Einheitsgedankens zu zwingen, ihren – durchaus legitimen – Charakter zu ändern.
Im Übrigen sollten die Universitätsbehörden keiner einzigen Studentenverbindung finanzielle Unterstützung gewähren, denn diese Verbände stellen kein eigentliches akademisches Interesse dar. Schockierend ist nicht die Tatsache, dass rein private Vereinigungen nicht gemischt sind, sondern dass öffentliche Gelder für rein private Zwecke bereitgestellt werden.
Aber Geld stinkt bekanntlich nicht. Den Universitäten wurden aufgrund des Bundesrechts bis zu 48 000 Franken pro angestellte ordentliche Professorin bezahlt. Man wird sich gewiss an den Mut von Professor Andreas Auer, dem ehemaligen Dekan der Rechtsfakultät der Universität Genf, erinnern, der im Jahre 2001 oder 2002 diese Ausgleichszahlung abgelehnt und erfolgreich verlangt hatte, sie für ein Kolloquium über die Verfassungsmässigkeit der Zahlung einzusetzen.
Wenn die Gleichheit als Vorwand benutzt wird, um die legitime Wahlfreiheit einzuschränken, fällt die Kultur in den Obskurantismus zurück. Und die Verantwortung dafür wird man am Ende den Frauen aufbürden.
Machen wir uns nichts vor. Die Spasskultur und der Alkoholkonsum sind bei Mädchen und Knaben unterschiedlich.

#Notizen zu Namen

15. März 2008 | Michael Sattler und die Wiedertäufer – Märtyrer oder Fanatiker

Schaffhauser Nachrichten, Medien, Journal

**Yves Keller von Radio Munot mit bester Diplomarbeit**

Das knapp 40 Minuten lange Radio-Feature «Michael Sattler und die Wiedertäufer – Märtyrer oder Fanatiker? Eine Spurensuche» von Radio-Munot-Redaktor Yves Keller war die beste Diplomarbeit des zweijährigen Diplomkurses, der kürzlich am Medienausbildungszentrum (MAZ) zu Ende ging. Kellers Arbeit über den Täufer Sattler, der im 16. Jahrhundert auch in Schleitheim wirkte, erhielt die Bewertung A («hervorragend»). Vor zwei Jahren war bereits die Diplomarbeit von Radio-Munot-Redaktorin Nathalie Thomann als beste des Kurses ausgezeichnet worden.

#Allgemeines

6. März 2008 | «Bonisystem muss sich ändern»

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar-Ryser

«Finanzmärkte in Bewegung»: So lautete der schon beinahe trivial anmutende Titel des von allen mit Spannung erwarteten Referats von Konrad Hummler, Privatbankier von Bank Wegelin und Mitglied des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, zur momentanen Finanzkrise in den USA. Jürg Weber konnte denn auch wiederum «ein volles Haus» zur traditionellen Wirtschaftsdebatte der Handelsschulverbindung Commercia Schaffhausen im Kulturklub des Haberhauses begrüssen.

**Kein Blitz aus heiterem Himmel**
Lange habe Konrad Hummler mit seinen frühzeitigen Warnungen bezüglich der sich abzeichnenden Fehlentwicklungen im amerikanischen Hypothekengeschäft als Rufer in der Wüste gegolten, betonte Jürg Weber in seiner Vorstellung des Referenten. «Von der Aktualität her gesehen liegen wir mit unserem Debattenthema wieder einmal goldrichtig.»
Die US-Kreditkrise sei wahrhaftig kein Blitzschlag aus heiterem Himmel. Damit leitete Konrad Hummler zu seinen Ausführungen zu diesem noch lange nicht ausgestandenen Thema über. So zeigte er auf, wie sich seit 2003 im US-Hypothekengeschäft der Anteil von Hypotheken mit ungenügender Deckung, sogenannten «Subprime-Hypotheken», laufend erhöhte und mit über 1500 Milliarden Dollar gemessen am Gesamtvolumen von 3000 Milliarden bereits Ende 2006 einen Höchststand erreicht hatte. Den Grund für diese Entwicklung ortete er in der Attraktivität des Geschäftes: Für einen Investmentbanker sei es natürlich besonders attraktiv, mit Krediten, die nichts wert sind, lukrative Geschäfte in Form von in Wertpapieren verbrieften Hypotheken zu tätigen. Solche Geschäfte hätten es unter dem Begriff «Carry-Trade» zu unrühmlicher Bekanntheit gebracht.
Bei der UBS habe der Verwaltungsrat 2004 beschlossen, das Risikomodell der Bank zugunsten solcher «Carry-Trade-Geschäfte» anzupassen. Ganz nach dem Motto «zu gross, um zu fallen» seien die Risikoprämien immer mehr gefallen und hätten die UBS zu solch riskanten Geschäfte animiert.
Mit einem Blick in die Zukunft meint Hummler, dass die Krise noch nicht ausgestanden sei und dass sich die USA bereits in einer Rezession befänden. Er forderte eine strikte Trennung des sicherheitsrelevanten Anlagegeschäftes vom risikoreichen Investmentgeschäft, um das Vertrauen nicht weiter zu strapazieren. «Das Bonisystem muss sich grundsätzlich ändern», forderte er als weitere Massnahme.
Das Co-Referat von Lorenz Leuzinger sowie die Fragen von Martin Schläpfer und aus dem Publikum parierte der Privatbankier mit Bravour.

#Notizen zu Namen

4. März 2008 | Schlechtere Schüler trinken tendenziell mehr

Schaffhauser Nachrichten, Region
Jan Hudec

«Die Diskussion in den Medien hat mich aufgeschreckt», erklärt Florian Theiler. Immer wieder sei von Komasaufen die Rede gewesen und von einer Generation von Rauschtrinkern. Das habe sein Interesse am Thema geweckt, «ich wollte etwas über den Alkoholkonsum von Jugendlichen in Erfahrung bringen». Er selbst sei passionierter Ausgänger und trinke auch gerne einmal etwas. Insofern wolle er auch nicht den Moralapostel spielen, vielmehr habe ihn interessiert, wie die Situation tatsächlich sei.
Um dies herauszufinden, hat er bereits in den Sommerferien 2007 einen Fragebogen entworfen, den er an alle Kantonsschüler verteilt hat. Von den rund 650 ausgeilten Fragebögen kamen 322 auswertbare zurück, die er dann «in sehr aufwendiger Arbeit» ausgewertet hat. Besonders interessiert hätten ihn die Fragen, wie das Trinkverhalten den Kantonsschülerinnen und -schüler generell aussehe, wann, wo und weshalb sie konsumierten und wie es sich mit dem exzessiven Konsum verhalte.
Ein zu erwartender Zusammenhang habe sich zwischen Alter und Trinkverhalten gezeigt. «Ältere Schüler trinken häufiger und mehr.» Dabei gebe es einen markanten Anstieg vom 16. zum 17. Lebensjahr, die Frage der Legalität des Trinkens scheine für den Konsum eine Rolle zu spielen. «Ausserdem gehen die Älteren auch mehr in den Ausgang, wodurch der Konsum ebenfalls ansteigt.» Denn für immerhin 50 Prozent der Befragten gehört Alkohol nach eigenen Aussagen zum Ausgang dazu. Eine interessante Korrelation konnte Theiler zwischen der schulischen Leistung und dem Alkoholkonsum aufzeigen: «Je schlechter die Schulnoten sind, desto mehr und häufiger trinken die Schüler.»
Generell habe sich in seiner Untersuchung gezeigt, dass der Grossteil der Kantonsschüler nicht in übertriebenem Masse zur Flasche greife. Einige Ergebnisse seien aber schon erschreckend gewesen. «Ich finde es krass, dass 29 Prozent der Befragten angegeben haben, sie würden bisweilen trinken, um den Alltag zu vergessen.» Auch in Bezug auf die Trinkhäufigkeit fördert Theilers Arbeit Bemerkenswertes zutage. So sagten 17 Prozent der Schüler, sie würden zwei- bis dreimal pro Woche Alkohol konsumieren. Unter den männlichen Jugendlichen sind es sogar 26 Prozent. Und immerhin 3 Prozent gaben an, sich zwei- bis dreimal pro Woche einen Rausch anzutrinken.
Insgesamt habe ihm das Verfassen einer eigenen Arbeit trotz des Aufwands viel Spass gemacht, «schade ist nur, dass sie nicht für die Maturnote zählt».

**Zur Person**

Florian Theiler
Alter: 18
Wohnort: Buchthalen
Nach der Matura:
Zwischenjahr mit Sprachaufenthalt, danach geisteswissenschaftliches Studium.
Titel der Maturaarbeit:
Jugend und Alkohol. Eine Analyse des Trinkverhaltens der Kantonsschülerinnen und -schüler.
Fachbereich: Deutsch

#Alt-Scaphusia

4. März 2008 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Prof. Dr. iur. em. Universität Bern Rolf Bär v/o Lux

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Gedenkfeier findet am kommenden Freitag, 07. März 2008 um 11.00 Uhr in der Nydeggkircher in Bern statt.

Die studentische Totenehrung findet am Mittwoch, 26. März 2008 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

1. März 2008 | Zurück in alter Pracht und Schönheit

Schaffhauser Nachrichten, Region
Martin Schweizer

Nun hängen sie wieder, die drei riesigen Helgen aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurden in den letzten Monaten nacheinander in minutiöser Feinarbeit restauriert. Gestern Freitagnachmittag kam mit «Diogenes und Alexander dem Grossen» nun auch das dritte Bild aus dem Exil zurück. Frisch, strahlend, in neuem Glanz.
Es geschah am helllichten Tag und ohne Bodyguards: «Diogenes» wurde in einem kleinen Lieferwagen vom Atelier der Neuhauser Restauratorin Barbara Bührer nach Schaffhausen transportiert und problemlos in die Rathauslaube gehievt.

**Keine Angst vor Räubern**
Vor Kunsträubern musste man sich nicht in Acht nehmen. Denn die drei Historienbilder mit Szenen aus der Antike kann man sich nicht einfach unter den Arm klemmen. Dafür sind sie mit bis zu drei Metern Höhe und Breite zu gross und zu schwer.
‘ ‘Entwarnung auch sonst: Der Versicherungswert ist, entsprechend dem künstlerischen Status, bescheiden, mit einem Cézanne, Monet, van Gogh oder Degas sind die Bilder nicht zu vergleichen. Vor allem aber: Die drei Bilder in der Rathauslaube sind nicht signiert, bis heute weiss man nicht wirklich, wer sie gemalt hat.

**Unter den «besten Künstlern»**
Zugeschrieben werden die «Keuschheitsprobe», der «Kranke Königssohn» und der «Diogenes» dem Kunstmaler Johann Martin Veith, der von 1650 bis 1717 lebte. Ihm traut man die Schaffung der monumentalen Werke zu. Aber es ist nur eine Vermutung, die allein auf Johann Caspar Füssli zurückgeht, der dem Schaffhauser Veith einen «Rang unter den besten Schweizer Künstlern seiner Zeit» zuwies. Das war im Jahre 1769, seither gibt es kaum neue Erkenntnisse. Nur eine von Stadtarchivar Peter Scheck gefundene Randnotiz im Genealogischen Register aus dem 18. Jahrhundert, die.allerdings pikant ist.

**Reisen und Heirat**
Danach wurde Johann Martin Veith wohl als «ausgezeichneter» und «berühmter» Künstler bezeichnet, indessen hätten sich «ein leichtes Weib und viele zum Theil ungerathene Kinder schädlich auf seine Arbeit» ausgewirkt. Der Mann heiratete mit 37.Jahren Elisabetha Ott und hatte mit ihr acht Kinder.
Bevor er sich definitiv in seiner Vaterstadt niederliess, hielt sich Veith offenbar während zehn Jahren zu Studienzwecken in Rom und Venedig auf, danach in Warschau beim Fürsten Radizwill.
Im Depot des Museums zu Allerheiligen lagern heute noch weitere elf Bilder, vorwiegend Porträts, die vermutlich von Veith stammen. In der Kunstsammlung Biel befindet sich zudem ein Veith-Oeuvre aus der Collection Reder, ein Stillleben mit «Wildente und Eierkorb».

**Kaum mehr lesbar**
Die drei Bilder, die seit Jahrzehnten in der Rathauslaube hingen und dort verstaubten, waren verschmutzt und kaum mehr lesbar, als Barbara Bührer vor Jahresfrist im Auftrag des Kantons mit der Restaurierung begann.
Die Malerei lag unter stark verbräunten, dicken Firnisschichten. Teile der originalen Farbschichten, etwa der Himmel oder Köpfe, Arme und Hände, waren bei früheren Behandlungen übermalt worden.
Restauriert wird heute in der Regel konservierend mit kleinen Eingriffen, vergleichbar vielleicht mit einer minimal-invasiven Schönheitschirurgie. Hier aber war eine tiefgreifende Reinigung angezeigt. Eine spannende Arbeit auch für die auf Restaurierungen von Gemälden spezialisierte Barbara Bührer. Denn auf einmal kommt unter den Händen der Restauratorin eine vordem verdeckte Figur oder – wie beim «Diogenes» – ein Hund mit grossen Augen zum Vorschein.
Schicht um Schicht musste Bührer die zuletzt vor 85 Jahren behandelten Bildoberflächen mit Lösungsmitteln von Lackschichten und Dreck reinigen, retouchieren, Löcher kitten und schliesslich neu firnissen. In einem erstaunlich soliden Zustand waren dagegen die immerhin dreihundert Jahre alten und aus mehreren Bahnen zusammengenähten Leinwände.
An der Restaurierung eines Bildes arbeitete Barbara Bührer in ihrer Werkstatt an der Zentralstrasse jeweils wenig mehr als hundert Stunden, bei einem Rahmenkredit des Kantons von insgesamt 40000 Franken.

**Geschenk der Brauerei**
Die jetzt restaurierten Bilder hingen bis 1923 im Hotel «Schiff» am Freien Platz, ehe sie als Geschenk der Brauerei Falken an den Kanton in die Rathauslaube kamen. Die Herkunft aus dem «Schiff» gibt neue Rätsel über die Autorenschaft der Bilder auf. Denn das Gasthaus ging anno 1689 für lange Zeit an die bekannte und sehr musisch veranlagte Bürgerfamilie Deggeller, weit herum berühmt damals durch Kantor Hans Caspar Deggeller. Drei Deggeller-Brüder waren in jener Zeit tatsächlich auch Kunstmaler. Verwirrlich nur: In der Familiengeschichte taucht plötzlich auch wieder der Name Veith auf.

**Spurensuche geht weiter**
Dass ein Deggeller die Historiengemälde in der Rathauslaube gemalt hat, erwähnt in einer 1926 erschienenen Schrift allerdings auch Enrico Wüscher-Becchi. Hanns Deggeller wiederum, der die Spurensuche aufrechterhält, vermutet ebenfalls einen Zusammenhang mit seiner Familie; der 90 jährige Zünfter zimmert seit Jahren an einem Stammbaum, der ihn schon um die halbe Welt gebracht hat.
Ausschliessen mag auch Barbara Bührer nicht, dass es ein Deggeller war, der als Maler in Frage kommt. Noch wichtiger aber für die Spezialistin: Abgesehen von einer gewissen Alterung leuchten die Bilder nun wieder in orginalgetreuen Farben, die Restauratorin darf sich zu Recht über die abgeschlossene Arbeit freuen.

**Historienmalerei**

**Drei alte Ölbilder restauriert**
Herkunft Die drei extrem grossen Ölbilder mit den Titeln «Keuschheitsprobe», «Geschichte vom kranken Königssohn» und «Besuch Alexanders des Grossen bei Diogenes» aus dem 17. Jahrhundert stammen vermutlich vom Schaffhauser Kunstmaler Johann Martin Veith (1650- 1717). Sicher ist es nicht, da die Gemälde nicht signiert sind. Bis 1923 hingen die Bilder im Hotel «Schiff», seither in der Rathauslaube und dort in der Umgebung vieler Porträts von Bürgermeistern mit klingenden Namen aus dem 17. und dem 18. Jahrhundert, zu sehen sind unter anderem Tobias Holländer, der, Franz von Meyenburg, Melchior Hurter, Christoph Schalch, Nikolaus Wüscher. Ausser der Reihe: Johannes Rietmann (1679- 1765), seines Zeichens General in sardischen Diensten. Die Rathauslaube ist mit Ausnahme von Samstag und Sonntag öffentlich zugänglich.

#Allgemeines

29. Februar 2008 | Schöner Weg wird noch schöner

Schaffhauser Nachrichten, Rhein / Diessenhofen
Margrith Pfister-Kübler

Der Höhenweg Mammern-Steckborn ist eine sehr attraktive und beliebte Wanderroute hoch überm See, teilweise mit Seeblick. Er ist aber sehr abgenutzt und teilweise kaum mehr begehbar. «Die Sanierung ist zwingend», erklärt Bruno Rudolf von der Fachstelle Rad- und Wanderwege des Tiefbauamtes Kanton Thurgau, der für den Unterhalt der Wanderwege zuständig ist.

**Vielleicht Verbot für Biker**
Der Höhenweg hat eine Länge von 1400 Metern. Die Kosten für die Sanierung sind auf 40000 Franken veranschlagt. Derzeit ist ein Team des Tiefbauamtes dabei, mit einem kleinen Bagger und weiteren Maschinen, Wege auszuebnen; mit Kies aufzufüllen sowie Treppenstufen und Holzbrücken auszubessern. Der Verein Thurgauer Wanderwege sorgt für die Signalisation. Der Höhenweg ist wegen der Hanglage ein heikles Stück Weg im Thurgauer Wanderwegnetz mit seinen insgesamt 1072 Kilometern. Es werde speziell darauf geachtet, dass die Wurzeln der Bäume im Weg geschont werden, betonte Rudolf. Frau Gemeindeammannn Anita Dähler und Gemeinderätin Flandrina von Salis, zuständig fürs Ressort Tourismus, haben ein Auge auf den Weg, denn sie wünschen keinen Rummel in dieser Idylle, sondern achtsamen Umgang mit der Natur. Von Salis, gleichzeitig Vizedirektorin der Klinik Schloss Mammern, zieht zum Schutz der Wanderer und der Familien mit Kinderwagen ein Bikerverbot auf dieser Strecke in Betracht.

**Teil der «Via Rhenana»**
Zuständig für diesen Entscheid sind die Waldeigentümer. Im Fall Höhenweg sind sechs Waldbesitzer betroffen, darunter die Klinik Schloss Mammern und die Bürgergemeinde. Jetzt wird das Gespräch mit den weiteren Waldeigentümern gesucht. Der Höhenweg wird im «Schweiz Mobil»-Projekt als Highlightstrecke (Kreuzlingen-Mammern-Schaffhausen) und als Via Rhenana (Teil des Jakobsweges bis Eglisau) ausgeschildert und am 25. April offiziell eröffnet.
«Schweiz Mobil» ist ein Projekt von Bund, Kantonen sowie Organisationen aus Verkehr, Tourismus und Sport. Ziel ist es, eine Auswahl besonders attraktiver nationaler Routen für Wanderer, Velofahrer, Skater und Paddler zu signalisieren. An Service- oder Etappenorten sollen sie übernachten können, sich verpflegen, Informationen einholen, Reservationen tätigen oder Far zeuge mieten. Alle Dienstleistun – sollen auch im Internet abrufbar sein.

#Notizen zu Namen

28. Februar 2008 | Jungfreisinn schlägt Marcel Sonderegger als Kandidat für das Stadtpräsidium vor

Schaffhauser Nachrichten, Region
(rob)

Im Kampf um das Stadtpräsidium wartet man noch immer auf Kandidaten aus den Reihen der FDP. Derweil wollen die Jungfreisinnigen, der Nachwuchs der FDP, aber nicht mehr auf die Findungskommission warten. Nachdem erst kürzlich angedroht wurde, einen eigenen Kandidaten vorzuschlagen, macht die Jungpartei jetzt Ernst: Der Vorstand der Jungfreisinnigen will gemäss gestern versandter Mitteilung mit Marcel Sonderegger in den Wahlkampf ziehen.

**Familienvater und Unternehmer**
Der 40-jährige Schaffhauser ist seit 2002 im Vorstand der Stadt-FDP mit dabei. Sonderegger hat an der ETH Lausanne, in den USA und Spanien studiert. Seinen Ingenieursabschluss mit Doktortitel erwarb er sich an der Universität Tokio. Der verheiratete Vater zweier Kinder (8 und 10 Jahre) ist Gründer und Inhaber eines Ingenieurbüros in Schaffhausen, das lokal im Bereich von Glasvordächern, international auf dem Spezialmaschinensektor für die medizinische Industrie tätig ist. Ausserdem war er bis 2004 an der ETH Lausanne als Dozent angestellt, diese Tätigkeit führt er heute an der Hochschule für Wirtschaft Zürich fort.

**«Jung und doch erfahren»**
Wie der Vorstand der Jungfreisinnigen mitteilt, sei man der Meinung, dass eine Kandidatur aus den Reihen der Jungfreisinnigen nicht in Frage komme. Mit Sondergger habe man aber einen Kandidaten gefunden, der «alle Kriterien auf sich vereint, die ein Stadtpräsident erfüllen muss»: So vertrete Sonderegger «freisinniges Gedankengut», habe unter anderem einen privatwirtschaftlichen Hintergrund und Führungserfahrung. Fazit: «Jung und doch erfahren» sei der Kandidat, der «in Rekordzeit» gefunden wurde.
Zuerst wird Marcel Sondergger ,sich nun den jungfreisinnigen Parteimitgliedern anlässlich der ausserordentlichen Versammlung vom 6. März stellen müssen. Stimmen die Jungfreissinnigen dem Vorstandvorschlag zu, soll Sonderegger der Nominationsversammlung der FDP vom 10. April als Kandidat für die Nachfolge von Marcel Wenger empfohlen werden.

08.03.08
Schaffhauser Nachrichten, Region
Martin Edlin

**Marcel Sonderegger bleibt im Rennen**

*Die Jungfreisinnigen halten an ihrer eigenen Nomination für den FDP-Stadtpräsidentschaftskandidaten fest.*

Einstimmig ist eine ausserordentliche Parteiversammlung der Jungfreisinnigen der Stadt Schaffhausen (JFSH) ihrem Vorstand gefolgt: Der FDP-Nominierungsversammlung vom 10. April wird die Kandidatur von Dr. ing. Marcel Sonderegger als Nachfolger für den im Herbst nicht mehr zur Wahl antretenden Stadtpräsidenten Marcel Wenger (FDP) beantragt. «Damit bieten wir eine echte und glaubwürdige Alternative zu Urs Hunziker, dem Kandidaten der Findungskommission und des FDP-Vorstandes», betonte JFSH-Präsident Fabian Käslin vor den Medienvertretern.

**Jung, dynamisch, lebenserfahren**
Diese Kandidatur sei aus einer bei der FDP «weit über die Jungfreisinnigen hinaus feststellbaren Unzufriedenheit» erwachsen, und zwar sowohl über die Arbeit der parteiinternen Findungskommission wie auch über den während der letzten vier Jahre verschlafenen Aufbau einer Persönlichkeit, welche «liberales Gedankengut vertritt und Strahlkraft über die FDP hinaus besitzt». Mit 40 Jahren jung, dynamisch, lebenserfahren, mit eindrücklichem Leistungsausweis und ideenreich: So präsentierte sich Marcel Sonderegger den Medienvertretern. Der verheiratete Vater zweier Kinder hat nach seinem Ingenieur-Studium an der ETH Lausanne, an der Universität von Tokio (wo er doktorierte), in den USA und in Spanien in seiner Vaterstadt Schaffhausen die Sonderegger Engineering AG aufgebaut, die einerseits international Spezialmaschinen für die medizintechnische Industrie entwickelt und andererseits Glasvordächer verkauft.
Die unternehmerische Führungserfahrung und der privatwirtschaftliehe Hintergrund als KMU-Besitzer, aber auch «der Wille und der Mut zu neuen Wegen und Ideen – neuer Kopf, nicht alter Zopf» werden von den Jungfreisinnigen zu den ausschlaggebenden Vorzügen von MarcelSondereggerfürs Stadtpräsidium gezählt.

**Sogar originelle Ideen vorhanden**
Politische Erfahrungen – ausser im Vorstand der FDP der Stadt Schaffhausen – fehlen allerdings Marcel Sonderegger in seiner Palmares. In einem Zehn-Punkte-Programm versucht er immerhin, etwas politisches Profil zu gewinnen: KMU- und gewerbeorientierte Wirtschaftspolitik, Steuersenkungen, mehr Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt, Entkrampfung des Verhältnisses Stadt-Kanton und was sonst noch in vielen bürgerlichen Parteiprogrammen zu finden ist.
Sogar originelle Ideen sind vorhanden: Verpachten des städtischen Rebberges am Munot (die Stadt kauft dann nur noch so viele Flaschen Wein zurück, wie sie effektiv braucht), Vermietung der Flachdächer von Liegenschaften in städtischem Besitz für die Erstellung von Solaranlagen oder die Beschränkung des Lohnes des Stadtpräsidenten auf 195000 Franken, wobei die dadurch frei werdenden Mittel in einen Fonds für die Förderung von Jungunternehmern fliessen würden.

Marcel Sonderegger, vorgestellt vom Präsidenten der Jungfreisinnigen, Fabian Käslin (l.) und Vorstandsmitglied Andreas Hauser (r.).
Bild: Martin Edlin

#Notizen zu Namen

19. Februar 2008 | 90 Jahre Hanns Deggeller

Schaffhauser Nachrichten, Region
Bernhard Seiler
Obmann der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte

Die Schaffhauser Gesellschafter und Zünfter gratulieren ihrem Ehrenobmann Hanns Deggeller ganz herzlich zu seinem 90. Geburtstag und wünschen ihm weiterhin gute Gesundheit und Wohlergehen, auf dass er noch lange an den Zunftanlässen und anderen geselligen Veranstaltungen teilnehmen kann. Die alteingesessene Schaffhauser Familie Deggeller war bis etwa 1800 zünftig bei den Webern und seit nun 200 Jahren in der Zunft zun Schneidern. Es war für Hanns eine Selbstverständlichkeit, sich schon früh aktiv in der Zunft zu betätigen. Zuerst im Vorstand und dann 20 Jahre lang als Zunftmeister. Die Schneidern bedankten sich bei ihm für sein sehr aktives Wirken mit der Verleihung des Titels Ehrenzunftmeister.
Zeit seines Lebens hatte das Zunftwesen für Hanns Deggeller grosse Bedeutung, auch über seine eigene Zunft hinaus. So regte er als Zunftmeister an, die Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte möchten sich noch enger zusammenschliessen, zum Beispiel mit der Äufnung eines Fonds, aus dem bei Renovationen von Zunfthäusern in der Stadt Schaffhausen finanzielle Beiträge geleistet werden könnten. Diese Idee ist Ende der siebziger Jahre geboren, als Gesellschafter und Zünfter finanziell bei der Erneuerung des Zunfthauses Gerberstube mithalfen.
Es war fast selbstverständlich, als Carl E. Scherrer das Amt als Obmann der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte abgab, dass Hanns Deggeller 1982 als sein Nachfolger gewählt wurde. Mit sehr viel Motivation, Einfühlungsvermögen, Geschick und wenn notwendig einer gewissen Beharrlichkeit gestaltete er dieses Amt. Sein erster bedeutender Erfolg war die Miete der renovierten Schneiderstube an der Vordergasse. Dank seinem Verhandlungstalent konnte er mit den Besitzern dieser Liegenschaft einen für die Zünfte guten Mietvertrag abschliessen. Damit erhielten diese wieder eine «eigene» Zunftstube, die aber auch Dritten zur Verfügung stand. Sein nächstes Ziel, die Errichtung einer Stiftung – wie er dies schon früher angeregt hatte -, fand mit der Beurkundung 1984 einen erfolgreichen Abschluss. Ein neues Gremium, der Stiftungsrat, bestehend aus den Obherren und Zunftmeistern und präsidiert vom Obmann, trat nun alljährlich mindestens einmal zusammen. Nebst den statutarischen Traktanden ergab sich damit ein ideales «Arbeitsinstrument», um die Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte noch näher zusammenzubringen sowie für die Durchführung grösserer Anlässe wie zum Beispiel die Zunftmunotabende 1984 und 1989. Gemeinsam gelang auch die Beteiligung der Zünfte an den Feierlichkeiten «Geburtstag der Eidgenossenschaft» von 1991 mit einem Tavernenfest in der
Schneiderstube und einer Ausstellung der Silberschätze der Schaffhauser Zünfte. Mitgeprägt und mitgetragen hat Hanns Deggeller auch die Herausgabe der sogenannten Neujahrsblätter (farbige Drucke alter Stadtschaffhauser Häuser und Plätze), die über mehrere Jahre erfolgreich lief.
Einer der Höhepunkte im Leben der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte ist eine Zusammenkunft jeweils zu Jahresbeginn. Vor 1984, das heisst vor der Gründung der Stiftung, sind an diesem Anlass auch Beschlüsse gefasst und Wahlen durchgeführt worden. Nach der Stiftungsgründung machte der Obmann Hanns Deggeller aus diesem im Januar stattfindenden Anlass eine rein gesellige Zusammenkunft. Er lud dazu jeweils auch Persönlichkeiten, die sich verdient gemacht hatten um das Zunftleben, die Stadt und/oder den Kanton Schaffhausen. Zu Ehren seines Vorgängers als Obmann, Carl E. Scherrer, nannte er diese Zusammenkünfte Karlstage. Damit erinnern sich die Gesellschafter und Zünfte dankbar an den Erneuerer des heutigen Zunftlebens in unserer Vaterstadt Schaffhausen.
Nach zwölf Jahren erfolgreichem Wirken als Obmann der Gesellschaften und Zünfte wünschte Hanns Deggeller, sich auf den Karlstag 1993 zurückziehen zu dürfen. Die Gesellschafter und Zünfter dankten Hanns seinen grossartigen, unermüdlichen Einsatz mit der Verleihung des Titels Ehrenobmann. Einem Ausspruch, den er am Anfang seiner Amtsübernahme als Obmann machte, hat er stets vorbildlich nachgelebt: «Die Zünfte schlafen nicht mehr, sie sind erwacht.» Dafür Dir, Hanns Deggeller, ein ganz herzliches Dankeschön. Nochmals beste Wünsche zum Neunzigsten und weiterhin alles Gute.

20.02.08
Schaffhauser Nachrichten, Region

**Geburtstagsapéro**
Glückwünsche für Jubilar Deggeller

Hanns Deggeller durfte gestern aus Anlass seines 90. Geburtstages im ersten Stock des Hotels Kronenhof eine grosse Zahl von Glückwünschen in Empfang nehmen. Neben den Vertretern der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte nahmen zahlreiche Freunde und Bekannte des ehemaligen Unternehmers, engagierten Parlamentariers, umsichtigen Bürgerpräsidenten, kollegialen Farbenbruders, einstigen Ruders, aktiven Wanderers und stolzen Familienvaters die Gelegenheit wahr, mit dem Jubilar auf eine weiterhin gute Gesundheit und möglichst viele beglückende Stunden anzustossen. Die familiäre Zusammenkunft wurde von Ilj von Grünigen – einem Enkel des Jubilars – mit einigen musikalischen Einlagen bereichert.

Der Jubilar mit Gattin Alice und Sohn Christian
Bild: Eric Bührer

#Notizen zu Namen

11. Februar 2008 | Wir orientieren uns am Willen des Stifters

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Interview Walter Joos

*Herr Spahn, was veranlasst die Werner-Amsler-Stiftung, sich in zunehmendem Masse für die von Werner Bärtschi geleiteten Schaffhauser Meisterkurse zu engagieren?*
Wir orientieren uns am Willen des 2004 in Schaffhausen verstorbenen Stifters. Dieser wollte mit der Gründung der nach ihm benannten Stiftung in erster Linie die künstlerische Bildung sowie die kulturellen Aktivitäten – namentlich im Bereich der Musik – fördern. Zum Stiftungszweck gehört aber auch die Förderung von liberalen Projekten und Aktivitäten, die heimatverbunden und den schweizerischen Grundwerten verpflichtet sowie auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ausgerichtet sind. Dabei geht es namentlich um einen möglichst massvollen Umgang mit der Mobilität.

*Über wie viel Kapital verfügt die Stiftung, und wer gehört ausser Ihnen dem Stiftungsrat an?*
Wir sind in finanzieller Hinsicht nicht ganz so gut gepolstert wie die Jakob-und-Emma-Windler-Stiftung in Stein am Rhein. Wir verfügen jedoch über ein ansehnliches Stiftungsvermögen, welches uns eine nachhaltige Unterstützung der Musikschule, die Durchführung der Meisterkurse’sowie weitere Aktivitäten erlaubt. Dem Stiftungsrat gehören Werner Bärtschi, Rosmarie Widmer Gysel, Thomas Feurer und Edgar Mittler als Mitglieder an.

*Mit der Organisation der Meisterkurse ist es der Stiftung gelungen, die kulturellen Aktivitäten in Schaffhausen auf wertvolle Weise zu ergänzen. Wie geht es weiter?*
Ich freue mich, dass wir bei zahlreichen jungen und talentierten Musikern sowie beim einheimischen Publikum mit unseren aus eigener Initiative 2005 gestarteten, nunmehr bereits zur Tradition gewordenen Meisterkursen auf ein so positives Echo gestossen sind. Das hat uns in diesem Jahr veranlasst, die Zahl der Lehrkräfte und der Ausbildungstage zu erweitern. Unser zum-Auftakt der Meisterkurse veranstaltetes Galakonzert fand letzte Woche zudem zum erstenmal im Stadttheater statt und konnte in einem ansprechenden Rahmen mit einem von der Stadtantenne Schaffhausen AG offerierten Apero abgerundet werden. Die Meisterkurse stossen aber auch bei den Behörden, den zahlreichen Helferinnen und Helfern und nicht zuletzt bei jenen Personen, die sich jeweils bereit erklären, Studenten für einige Tage imihrem Heim zu beherbergen, auf viel Sympathie.

*Wie Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel zu Beginn des Galakonzertes im Stadttheater verkündete, will sich die Werner-Amsler-Stiftung im Bereich der klassischen Musik in Zukunft nicht nur auf die Organisation der Meisterkurse beschränken. Sie will sich vielmehr im nächsten Herbst auch als Konzertveranstalter profilieren.*
Wir haben uns entschlossen, im September – also vor dem eigentlichen Beginn der Konzertsaison – drei Meisterkonzerte mit einem bekannten Klaviertrio sowie zwei renommierten Pianisten zu veranstalten. Wir sind überzeugt, dass wir damit das bestehende Konzertangebot in Schaffhausen auf sinnvolle Weise bereichern können.

*Laufen Sie mit diesen zusätzlichen Aktivitäten nicht Gefahr, den Besuch der Konzerte der etablierten Veranstalter – zum Beispiel des MusikCollegiums Schaffhausen – zu beeinträchtigen?*
Wir wollen die bestehenden Angebote in keiner Weise beeinträchtigen oder die etablierten Veranstalter gleichsam übertrumpfen. Wir versuchen mit unseren Aktivitäten im Bereich der klassischen Musik neue Akzente zu setzen. Wir sind zudem überzeugt, dass in jenen Jahren, in denen kein Internationales Bachfest stattfindet, das Publikum an einer gewissen Erweiterung und Ergänzung des bisherigen Angebotes-durchaus interessiert ist. Ein gesunder Wettbewerb belebt auch in diesem Bereich die Szene. Bei einer sinnvollen Abstimmung der Termine erscheint es mir zudem möglich, eine übermässige Häufung von Konzertveranstaltungen zu verhindern. Dazu bedarf es selbstverständlich einer gegenseitigen Rücksichtnahme sowie zeitgerechter Absprachen.

*Neben der Förderung von kulturellen Aktivitäten gehört auch die Unterstützung ökologisch sinnvoller Projekte zum Zweck der Stiftung. Welche Akzente setzen Sie in dieser Hinsicht?*
Wir unterstützen insbesondere die regelmässig stattfindende Aktion slowUp. Dabei geht es in erster Linie darum, jung und alt neue Möglichkeiten zur Befriedigung des weiterhin zunehmenden Mobilitätsbedürfnisses aufzuzeigen. Wir sind aber auch gegenüber konkreten Anliegen im Bereich des Naturschutzes, des Landschaftsschutzes und des Heimatschutzes offen. Auch da sind wir bestrebt, dem Willen des Stifters gerecht zu werden.


**Meisterkonzerte Ein Zyklus mit dem Beaux Arts Trio sowie Krystian Zimerman und Andras Schiff**

«Die Stiftung Werner Amsler hat eine bedeutungsvolle Ankündigung zu machen, die gewiss alle Musikfreunde in unserer Region begeistern wird.» Dies verkündete Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel vergangene Woche im Stadttheater. Es sei der Werner-Amsler-Stiftung erfreulicherweise gelungen, die Crème de la Crème – das heisst die absolute Elite unter den internationalen Stars -nach Schaffhausen zu verpflichten, berichtete die Vorsteherin des Bildungsdepartementes ihrer Eigenschaft als Mitglied des Stiftungsrates stolz.
Am 2. September dieses Jahres tritt das Beaux Arts Trio – laut Rosmarie Widmer Gysel seit Jahrzehnten als das führende Klaviertrio schlechthin angesehen – in der Kirche St. Johann auf. Am 11. September kommt der polnische Pianist Krystian Zimerman nach Schaffhausen. Über die Einzelheiten seines Programms wird zurzeit noch verhandelt. Am 23. September wird schliesslich der ungarische Pianist Andras Schiff den erstmalig in dieser Form veranstalteten Zyklus mit Werken von Franz Schubert abschliessen.

#Aktivitas

29. Januar 2008 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Dr. med. Albert Sonderegger v/o Chiron aktiv 1960

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Gedenkfeier findet am kommenden Freitag, 01. Februar 2008 um 14.30 Uhr im Münster zu Allerheiligen statt.

Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 20.Februar 2008 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

26. Januar 2008 | Umstrittener Lift im Altbau der Kanti bald in Betrieb

Schaffhauser Nachrichte, Region
(ek)

Der umstrittene neue Lift im Altbau der Kantonsschule soll nach den Sportferien in Betrieb genommen werden. Das antwortet die Regierung auf eine Kleine Anfrage von Kantonsrätin Martina Munz (SP, Hallau). Mit ihrem Vorstoss hatte Munz den Einbau des Lifts, gegen den sich die Kantonsschullehrer mit einer Petition gewehrt hatten, verhindern wollen. Die Antworten der Regierung auf die Kleine Anfrage sind damit nicht mehr als eine nachträgliche Rechtfertigung des bereits realisierten Lifts. So erklärt die Regierung, es seien verschiedene Varianten geprüft worden, die aber aus finanziellen oder denkmalpflegerischen Gründen nicht in Frage gekommen seien. Deshalb habe man sich für die Variante vor dem Eingang der Aula entschieden.
Feuerpolizei wie Heimatschutz hätten keine Einwände gehabt, die kantonale Denkmalpflege habe unabhängig das Vorhaben beurteilt, auch wenn der Kanton der Bauherr gewesen sei, und habe das Projekt optimiert. Als Begründung, dass eine andere Variante nicht geprüft und schon gar nicht gebaut werden könne, gibt die Regierung an, dass bei der Einreichung der Kleinen Anfrage die Bauarbeiten bereits im Gange gewesen seien.

#Notizen zu Namen

25. Januar 2008 | Ersparniskasse behauptet sich gut

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Zwar konnte die Ersparniskasse Schaffhausen das Rekordergebnis vom letzten Jahr nicht wiederholen. Trotzdem zeigte sich Verwaltungsratspräsident Jürg P. Spahn bei der gestrigen Bekanntgabe der Jahreszahlen 2007 zufrieden: «Mit einem Jahresgewinn erstmals über der 2-Millionen-Grenze und einer nachhaltig gewachsenen Bilanzsumme haben wir ein erfolgreiches sowie bezüglich der getroffenen Strategieentscheide ein intensives Jubiläumsjahr hinter uns», resümiert Spahn das Geschäftsjahr. Auf den zurücktretenden Verwaltungsrat Heinz Baumgartner folgt Urs Heierle.

**Wichtige strategische Entscheide**
Spahn nannte drei vom Verwaltungsrat getroffene strategische Entscheide zur zukünftigen Stärkung der Ersparniskasse Schaffhausen:
So werde per Ende des Geschäftsjahres 2008 die Mitgliedschaft bei der Clientis-Gruppe gekündigt. Nicht erfüllte Synergien, namentlich auf der Kostenseite, hätten zu diesem Entscheid geführt. Durch , die Clientis-Dachmarkenstrategie habe auch die Ersparniskasse Schaffhausen zunehmend an Identität verloren. Die «Uniformierung» habe zudem bei der Kundschaft zu Verwirrung und Verwechslung mit anderen Clientis-Banken in Schaffhausen geführt. «Wir wollen uns auf unsere Werte besinnen und unsere Eigenständigkeit betonen», begründet Spahn die Rückkehr zum ursprünglichen Marktauftritt der Ersparniskasse.
Zur Stützung der erfolgreichen Wachstumsstrategie im Zürcher Weinland werde die Ersparniskasse im Raum Andelfingen eine Filiale eröffnen. Der genaue Standort. werde im Frühjahr bekanntgegeben.
Überdies werde die Regionalbank die Dienstleistungen in der Anlageberatung und die Anlageprodukte gezielt ausbauen, dies nachdem dieser erfolgreiche Geschäftszweig bereits 30 Prozent zum Ertrag beisteuere.

**Tieferer Bruttogewinn**
Gemäss Bankdirektor Edgar Mittler haben ein höherer Sachaufwand von 2,7 Mio. Franken sowie eine leicht tiefere Zinsmarge zu einem um 200000 Franken oder 3,4 Prozent tieferen Bruttogewinn von 5,8 Mio. Franken geführt. «Unsere Hauptertragsquelle bildet das Zinsgeschäft», betonte Mittler. Dort hätten die 2007 erfolgte Zinserhöhung auf Sparguthaben sowie die Umschichtungen bei den Spargeldern zu einer tieferen Zinsmarge geführt. Dies konnte mit mehr Krediten nahezu kompensiert werden.
Der Erfolg aus dem Kommissionsund Dienstleistungsgeschäft erhöhte sich um 15,3 Prozent-auf 2,6 Mio. Franken. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft reduzierte sich als Folge mangelnder Aktienkursgewinne um 0,2 Mio. auf 718 Mio. Franken. Der Sachaufwand erhöhte sich wegen steigender IT-Kosten um 12,3 Prozent auf 2,7 Mio. Franken, während der Personalaufwand auf 2,8 Mio. Franken verharrte. Dank eines reduzierten Wertberichtigungsbedarfs erreichte der Jahresgewinn erstmals gut 2 Mio. Franken. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 20Prozent sowie die Überweisung von 100000 Franken an die Hülfsgesellschaft Schaffhausen.
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,98 Prozent auf 490 Mio. Franken. Kundengeldern von 357,9 Mio. Franken stehen Kundenausleihungen von 450,6 Mio. Franken gegenüber. Die Refinanzierung erfolge über Pfandbriefdarlehen und liquide Mittel.

#Notizen zu Namen

19. Januar 2008 | Parkhaus an der Schifflände eröffnet

Schaffhauser Nachrichten, Region
Jan Hudec

«Wir sind mächtig stolz», freuten sich die beiden Architekten und Erbauer des Parkhauses Schifflände, Renato Zarotti und Heinz Ulmer, «dass es uns nach 20 Jahren und vielen Gesprächen mit Anwohnern und Anwälten endlich gelungen ist, dieses Projekt zu realisieren.» Lange hätten sie Leute, die sich über den Stand des Projekts erkundigt hätten, vertrösten müssen, doch nun sei ihr Traum Realität geworden.
Mit seinen 58 öffentlichen Parkplätzen – im zweiten Stock hat es für den privaten Gebrauch noch einmal so viele Einstellplätze – sei das neue Parkhaus, verglichen mit derartigen Bauten in Zürich, doch eher ein Parkhüüsli, meinte Ulmer schmunzelnd. Bei der gestrigen Eröffnungsfeier wurde das rund 14 Millionen Franken teure Gebäude der Parkhaus-Herrenacker AG übergeben, in deren Namen Verwaltungsratspräsident Gerold Bührer anwesend war. Ulmer und Zarotti übergaben Bührer symbolisch eine Torte, die mit einer Marzipannachbildung des Parkhausschilds bedeckt war, auf dem geschrieben stand: «Immer besetzt». Ulmer merkte daraufhin noch an, dass die Aktien der Parkhaus-Herrenacker AG nun rasant in die Höhe steigen würden.
Bührer bedankte sich bei den Architekten und meinte sodann, dass er von Auswärtigen immer wieder auf die schöne Altstadt angesprochen werde, die Schaffhausen zu bieten habe. Was allerdings auch immer wieder erwähnt werde, sei der Umstand, dass Schaffhausen viel zu wenig aus dem Rhein mache. Der Umbau des Güterhofs, die Umgestaltung des Freien Platzes und auch das neue Parkhaus würden nun endlich Leben an den Rhein bringen.
«Da die Parkplätze am Freien Platz wegen der Bauarbeiten demnächst wegfallen und da auch zusätzliche Geschäftsaktivität entsteht», sagte Bührer, «bin ich überzeugt, dass die Parkplätze gut belegt sein werden.» Seinen Dank richtete er auch an die Behörden, die hinter dem Projekt gestanden seien, und nicht zuletzt auch an die Aktionäre für ihre finanzielle Unterstützung. «Ich hoffe, dass wir auch dem Kunden einen Nutzen stiften können.» Die Tarife seien ein wenig günstiger als im Parkhaus Herrenacker, da man an der Schifflände etwas weiter weg vom Zentrum sei. Bührer versprach zudem, dass die Parkhaus-Herrenacker AG die Preise stabil halten wolle. «Ich hoffe, dass wir in ein bis zwei Jahren sagen können: ‹Es hat sich für alle gelohnt›», meinte Bührer abschliessend. Die erste Kundin des neuen Parkhauses, Claudia Kunz, wurde dann noch von Bührer begrüsst und mit einem Blumenstrauss beschenkt.

Die Architekten und Erbauer Renato Zarotti und Heinz Ulmer (v.l.) bei der feierlichen Übergabe des Parkhauses Schifflände an Gerold Bührer.
Bild Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

17. Januar 2008 | Der Gemeindepräsident von Fluringen tritt zurück

17.01.08
Schaffhauser Nachrichten, Region
(J. R.)

**Christoph Waldvogel: Rücktritt Ende Juni**

Christoph Waldvogel, der Gemeindepräsident von Flurlingen, tritt Ende Juni 2008 von seinem Amt zurück. Dies teilte er gestern an der Hilari-Gemeindeversammlung mit. Ein entsprechendes Rücktrittsgesuch ist vom Bezirksrat Andelfingen gutgeheissen worden, obwohl im Kanton Zürich der Amtszwang gilt. Waldvogel gehörte dem Gemeinderat zehn Jahre lang an. Zuvor hatte er seit Jahren weitere öffentliche Ämter ausgeübt. Vor zwei Jahren hatte er sich bloss für eine weitere Kandidatur entschlossen, weil alle anderen Mitglieder des Gemeinderates Neulinge waren. Mittlerweile hat sich das neue Gremium formiert und eingearbeitet. Für ihn sei deshalb jetzt die Zeit zum Rücktritt gekommen, meinte er.

18.01.08
Schaffhauser Nachrichten, Weinland
(J. R.)

**Zwei Budgets, ein Rücktritt und der Hilari**

*Eine Gemeindeversammlung in Flurlingen hat den Voranschlag gutgeheissen und vom Rücktritt von Gemeindepräsident Christoph Waldvogel Kenntnis nehmen müssen.*

Im Ausseramt ticken die Uhren anders – jedenfalls, wenn die Zeit des Hilari gekommen ist. Zwar sind, wie andernorts, die Gemeindeversammlungen im allgemeinen eher bescheiden besucht, die traditionelle Hilari-Gemeindeversammlung wird jedoch, wie am Mittwochabend, geradezu von Teilnehmerinnen und Teilnehmern überschwemmt. Sogar, wenn nicht unbedingt spektakuläre Traktanden anstehen, wie der Voranschlag 2008.
Allerdings bieten die Hilari-Gemeindeversammlungen, wohl das Geheimnis der unübertroffenen Attraktivität, auch etwas mehr: Wein wird ausgeschenkt, Schlüferli werden gereicht, und die «Heisler» warten mit einer Schnitzelbank auf und erinnern gereimt an besondere dörfliche Begebenheiten – da entweicht politische Brisanz aus dem Saal wie die Luft aus dem angestochenen Luftballon.
Brisanz? Nun, immerhin provozierte das Budget 2008 der Politischen Gemeinde eine ganze Reihe von kritischen Fragen (namentlich auch nach der Zunahme der Alimentenbevorschussungen), aber letztlich passierte das Zahlenwerk problemlos und abgestützt von rund 170 Stimmberechtigten. Einen leisen Vorwurf, es müsse mehr gespart werden, konterte Gemeindepräsident Christoph Waldvogel mit der Feststellung, dass die Gemeinde den Gürtel seit Jahren eng schnalle und dass die Fremdverschuldung markant abgebaut werden konnte.
Finanzvorstand Stefan Hofstetter wies überdies auf die gesetzlichen Gegebenheiten hin, die – wie bei den Alimenten – die Gemeinden eben auch zu Ausgaben zwingen. So schlecht, das verdeutlichte der Voranschlag, steht die Gemeinde auch gar nicht da. Der Gesamtsteuerfuss bleibt bei 117 Prozent, jener der Politischen Gemeinde bei 48 Prozent, und damit prognostiziert das Budget einen Aufwandüberschuss von 233000 Franken, der durch das Eigenkapital gedeckt wird. Die Flurlinger Investitionsrechnung sieht Nettoinvestitionen von 693000 Franken vor. Massgebliche Summen sind vorgesehen für die Sanierung eines Kugelfangs, für ein neues Kommunalfahrzeug und für die Sanierung des Eisenstegs. 205000 Franken wird die Sanierung der Häglibachquelle kosten, wobei darüber im März noch abgestimmt wird. Zu Beginn der Versammlung hatte Gemeindepräsident Christoph Waldvogel die Verdienste des kürzlich verstorbenen Ruedi Bührer gewürdigt, der als «gewissenhafter Journalist» über die Gemeinde und auch über die Gemeindeversammlungen berichtet hat.
Keinerlei Diskussionen löste die von Schulpräsident Gino Pangione geleitete Gemeindeversammlung der Primarschule aus. Einziges Traktandum auch hier der Voranschlag 2008, der einen Aufwandüberschuss von 139000 Franken vorsieht. Allerdings wird hier der Steuerfuss von 46 auf 45 Prozent gesenkt, wie Finanzvorständin Doris Tempini erläuterte. Dahinter steckt der «Tausch» eines Steuerprozents mit der Oberstufe. Die Investitionsrechnung sieht Ausgaben von 260000 Franken vor, 200000 Franken davon sind für den geplanten Mittagstisch im Kindergarten «Usser Gründen» vorgesehen.
Allerdings: Vergleichbar mit den Vorjahreswerten ist der Voranschlag der Schule nur sehr bedingt, weil wesentliche Grundlagen (unter anderem durch das neue Volksschulgesetz) geändert worden sind – etwa auch der von «Bern» initiierte Rückzug der IV aus der Finanzierung der Sonderschulung. Bleibt anzumerken, dass die Primarschulgemeinde trotz reduziertem Steuerfuss mit höheren Steuererträgen (1,35 Millionen) rechnet als im Budget 2007 (1,31 Millionen) vorgesehen. Die Gunst steigender Steuereingänge kann natürlich auch die Politische Gemeinde in Anspruch nehmen. Es steht nicht so schlimm um Flurlingen – und schon gar nicht an den verrückten Hilari-Tagen.

**Rücktritt**
Gemeindepräsident Christoph Waldvogel scheidet Ende Juni aus dem Amt
(er.)

Rücktritte von Behördemitgliedern während der laufenden Amtsperiode sind im Kanton Zürich die Ausnahme, denn hier gilt der Amtszwang. Was heisst: Wer sich für ein Amt wählen lässt, hat es grundsätzlich auch bis zum Ende der Amtsperiode zu erfüllen. An der Hilari-Gemeindeversammlung allerdings hat Gemeindepräsident Christoph Waldvogel seinen Rücktritt auf Ende Juni angekündigt – also scheidet er mitten in der laufenden Legislatur aus. Und: Der dafür zuständige Bezirksrat hat das Rücktrittsgesuch gutgeheissen. Es ist demnach definitiv. Waldvogel wird, wie er schmunzeln verkündete, am 1. Juli 2008 zwar nicht mehr im Amt sein, aber «auch wenn mein Name Christoph ist, bin ich am 1. 7. nicht in der Opposition».
Dass der Rückzug derart schlank über die Bühne geht, hatte seinen Grund: Schon 2006 hat Waldvogel verkündet, nur «notfalls» nochmals zu kandidieren, nämlich dann, wenn kein anderer Kandidat gefunden werden könne. Es konnte nicht, Waldvogel musste antreten – und einen völlig erneuerten Gemeinderat über die ersten Hürden leiten und in die politischen Geschäfte einführen. Dieses ausserordentliche Engagement im Dienste des Gemeinwohls hat der Bezirksrat offensichtlich gewürdigt und deshalb den Rücktritt erlaubt. Denn das Gremium hat schnell Fuss gefasst und sich gefunden.
Nun allerdings steht Flurlingen eine ausserordentliche Wahl bevor beziehungsweise sogar zwei. Für den scheidenden Christoph Waldvogel muss ein neues Mitglied des Gemeinderates gewählt werden plus ein Gemeindepräsident, wobei zum Präsidenten nur ein Mitglied des Gemeinderates oder ein auch dafür nominierter Kandidat gewählt werden kann. Wahlvorschläge sind bis zum 5. März dem Gemeinderat Flurlingen einzureichen. Sollte letztlich bloss ein Kandidat beziehungsweise eine Kandidatin bleiben, ist auch eine stille Wahl (also eine Wahl ohne Urnengang) möglich.

29.02.08
Schaffhauser Nachrichten, Weinland
(J. R.)

**«Mein Amt war selten eine Last»**

*Nach zehn Jahren als Gemeindepräsident von Flurlingen und vielen Jahren in anderen öffentlichen Funktionen zieht sich Christoph Waldvogel aus der Politik zurück.*

Einmal ist genug – das versteht jeder. Zumal, wenn das «genug», der Not gehorchend und nicht dem eignen Triebe, bereits revidiert werden musste. Vor zwei Jahren nämlich wollte der Flurlinger Gemeindepräsident bereits von seinem Amt zurücktreten beziehungsweise sich nicht mehr für eine Kandidatur zur Verfügung stellen. Pech für ihn: Genau das wollten auch sämtliche anderen Mitglieder des Gemeinderates. Eine Gemeinde ohne ein einziges erfahrenes Gemeinderatsmitglied? Eine Gemeinde, in der lauter Neulinge die wichtigsten politischen Ämter bekleiden? «Das konnte ich nicht verantworten», sagt Waldvogel.
Deshalb ist er nochmals angetreten – und diese besondere Situation ermöglicht ihm nun den vom Bezirksrat gebilligten Rücktritt auf Ende Juni als Gemeindepräsident und Gemeinderat. Denn im Kanton Zürich herrscht eigentlich der «Amtszwang» – eine Amtsperiode muss grundsätzlich zu Ende geführt werden. Nur bei triftigen Gründen kann ein Rücktritt während der Amtsdauer erfolgen – manchmal gegen den Willen des Amtsinhabers notabene.
Aber das kann man bei Waldvogel nun wirklich nicht behaupten, der Mann hat auch Standfestigkeit bewiesen in öffentlichen Ämtern, die Pflicht ; an der Gemeinschaft mehr als nur erfüllt. Er war lange Jahre in der Gesundheitsbehörde, er war – ein besonders forderndes Amt – vier Jahre Fürsorgepräsident, er feiert dieses Jahr das «Zehnjährige» als Gemeindepräsident. «Jetzt ist es genug», sagt Christoph Waldvogel, und der hauptamtliche Treuhänder/Immobilienverwalter und nebenamtliche Lehrer (bei Gastro Zürich) hofft, künftig seine Hobbys intensiver pflegen zu können: vermehrt mit dem Motorrad ausfahren und reisen, fotografieren, wieder mehr Sport treiben, holzen. «Es wird mir nicht langweilig», meint Waldvogel.
Aber Vorsicht, diese «Amtsmüdigkeit» ist eine aussergewöhnlich gelassene, sozusagen eine erfüllte und befriedigende, von «Abnützung», Frustration oder Überdruss ist nichts, aber auch gar nichts zu spüren. «Das Amt als Gemeindepräsident», stellt Waldvogel denn auch fest, «war mir selten eine Last.»
Flurlingen, nun ja, ist auch nicht gerade der Hauptkrisenherd der Region oder ein Brennpunkt sozialer oder wirtschaftlicher Probleme. Eher ruhig geht es in dieser Gemeinde zu und her, in der der Begriff «Schlafgemeinde» keineswegs abwertend verstanden wird, sondern von Lebensqualität zeugt. Aber nur Friede, Freude, Wohlwollen und liebliches Mit- und Nebeneinander?
Natürlich nicht. Auch Flurlingen kennt seine Auseinandersetzungen, Streit zwischen Nachbarn, Interessenkonflikte, auch hier beklagen und beschweren sich die Bürger beim Gemeindepräsidenten, der allerdings gelernt hat, auch laute Worte gelassen hinzunehmen. «Die Menschen müssen ihren Frust abladen können», sagt der scheidende Gemeindepräsident, und wo könnten sie es besser als beim ruhig wirkenden, humorvollen, väterlichen «Oberhaupt», das sich offensichtlich nicht (mehr) so schnell aus der Ruhe bringen lässt.
Ein gradliniger Mensch – so kommt Christoph Waldvogel daher, und deshalb sagt er auch, dass «Probleme nicht unter den Tisch gewischt werden dürfen, sondern angesprochen und gelöst werden müssen». Mit dieser Devise ist er gut gefahren, und sie hat sich positiv auf die Entwicklung ausgewirkt. Flurlingen ist eine prosperierende Gemeinde mit, wiewohl «Schlafgemeinde», intakter Identität und funktionierendem Dorfleben. Die Infrastruktur ist gebaut, auf einem guten Stand – man hinterlässt den Nachkommen weder Versäumnisse noch unbezahlbare Aufgaben.
Vor zwei Jahren sah es Waldvogel als Verpflichtung an, nochmals ‘anzutreten. Jetzt kann man sagen, er habe seine Verpflichtung gegenüber der Gemeinde, der Öffentlichkeit, wahrhaftig erfüllt. Der Mann kann gehen – und dies durchaus mit einem gewissen Stolz, obschon Christoph Waldvogel das natürlich selbst nie so formulieren würde.


#Notizen zu Namen

17. Januar 2008 | Finanzmarktaufsicht: Sieben Verwaltungsräte gewählt

Schaffhauser Nachrichten
(sda)

Institutionen zusammengeführt
In der neuen integrierten Finanzmarktaufsichtsbehörde werden die EBK, die Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei und das Bundesamt für Privatversicherungen (BPV) zusammengeführt. Definitiv startet die FINMA am 1. Januar 2009, wenn auch das dazugehörige Gesetz vollständig in Kraft tritt.
Neben Präsident Haltiner wurden in den Verwaltungsrat gewählt: Vizepräsident Peter V. Eckert (Mitglied der EBK), Anne Héritier Lachat (Mitglied der EBK), Charles Pictet (Mitglied der EBK), Sabine Kilgus (neu Mitglied der EBK), Bruno Porro (früherer Chief Risk Officer der Schweizerischen Rückversicherungsgesellschaft) und Professor Jean-Baptiste Zufferey (Vizepräsident der EBK).

Für vier Jahre gewählt
Der für vier Jahre gewählte Verwaltungsrat wird im Sommer mit anschliessender Genehmigung durch den Bundesrat den Direktor oder die Direktorin der FINMA wählen. Der Posten wurde Mitte Dezember 2007 ausgeschrieben. Im Herbst wird der Bundesrat den Verwaltungsrat mit zwei weiteren Mitgliedern komplettieren.
Die FINMA wacht darüber, dass die Finanzbranche die sie betreffenden Gesetze einhält. Ein starker Finanzplatz brauche auch eine starke Aufsicht, sagte Bundesrat Hans-Rudolf Merz vor den Medien. Wichtig sei dabei die «internationale Ausstrahlung»: Die immer komplexer werdenden Finanzsysteme machten nicht Halt vor den Landesgrenzen, wie die jüngsten Turbulenzen zeigten.

Fachkunde und Praxisnähe
Laut Merz legte der Bundesrat das zentrale Augenmerk bei der Wahl des Verwaltungsrates auf Fachkunde und Praxisnähe. Alle Branchenbereiche seien abgedeckt, auch die Wissenschaft vertreten. Ebenso erfüllt sei die gesetzliche Auflage einer angemessenen Vertretung der beiden Geschlechter.
Der zu 100 Prozent ausgelastete VR-Präsident erhält eine Jahrespauschale von 320 000 Franken. Der Vizepräsident mit einem Pensum von 35 Prozent wird mit 100 000 Franken entschädigt. Die übrigen Mitglieder bekommen für eine Arbeitsbelastung von 25 Prozent je 80 000 Franken.
Jene Verwaltungsratsmitglieder, die 2008 auch noch der EBK angehören, erhalten nur die neue FINMA-Jahrespauschale. Eine Doppelentschädigung im Übergangsjahr wäre nach Ansicht des Bundesrates nicht gerechtfertigt.

#Notizen zu Namen

29. Dezember 2007 | Rorschach-Test: Sag mir, was du siehst – und ich sag dir, wer du bist

Tages-Anzeiger
Guido Kalberer

«Ich will nie mehr nur Bücher lesen, sondern Menschen», schreibt der 22-jährige Student am 18. Februar 1906 an seine Schwester Anna. Das
Interessanteste in der Natur sei doch die menschliche Seele. Der in Zürich geborene und in Schaffhausen aufgewachsene Hermann Rorschach (1884–1922) studierte Medizin mit dem Ziel, Psychiater zu werden. In den beiden letzten Semestern hörte er Vorlesungen bei Eugen Bleuler zur allgemeinen und speziellen Psychiatrie und psychiatrischen Klinik und bei C.G. Jung zur Psychopathologie der Hysterie. Nach Zwischensemestern in Berlin und Bern schloss Rorschach sein Studium 1909 an der Universität Zürich mit dem Staatsexamen ab. Ein Jahr später heiratete er die russische Studienkollegin Olga Stempelin, mit der er zwei Kinder hatte. Der Versuch, sich 1913 in Russland eine Existenz als Ärztepaar aufzubauen, scheiterte.

Kurze Karriere, früher Tod
Es gab in der deutschsprachigen Schweiz kaum eine psychiatrische Anstalt, an der Hermann Rorschach nicht gearbeitet hat: Von der «Thurgauischen Irrenanstalt Münsterlingen» führte seine kurze Karriere über die «Bernische Kantonale Irrenanstalt Waldau» bis zur «Appenzell-Ausserrhodischen Heil- und Pflegeanstalt» in Herisau, wo er 38-jährig an den Folgen einer zu spät erkannten Blinddarmentzündung gestorben ist. Heute erinnert an Rorschach bloss noch das weltberühmte Testverfahren und der seit 50 Jahren in Bern aufbewahrte wissenschaftliche Nachlass «Archiv und Sammlung Hermann Rorschach».
Angeregt von der psychoanalytischen Assoziationslehre wollte Rorschach anhand zufälliger Tintenbilder erfahren, wie die Patienten die so genannten «Klecksografien» wahrnehmen und interpretieren. Die spontanen Reaktionen liessen in seinen Augen auf die mentale und psychische Konstitution der Betrachter schliessen. Es ging Rorschach nicht primär darum, was in die Bilder hineingelesen wurde, sondern um die Fragen: Werden die Kleckse als Ganze oder in Teilen erfasst? Und ist die Antwort durch die Form der Kleckse allein oder auch durch die Farbe bestimmt? Diese neue Methode und die damit einhergehende Problematik waren auch Thema einer Studie, die 1921 dank der Hilfe des einflussreichen Berner Psychiaters Walter Morgenthaler erschienen ist unter dem etwas länglichen Titel «Psychodiagnostik. Methodik und Ergebnisse eines wahrnehmungsdiagnostischen Experiments (Deutenlassen von Zufallsformen)». Sein erstes bedeutendes Werk sollte jedoch bereits sein Vermächtnis sein: Nur Monate nach dessen Publikation verstarb Rorschach.

Siegel der Objektivität
Eine Kabinettausstellung in der Berner Universitätsbibliothek führt nun mittels sorgfältig ausgewählter Fotografien, Briefe, (kopierter) Klecksbilder und Zeichnungen in das Leben und Werk von Rorschach ein. Auf kleinem Raum entsteht so ein Bild dieses im deutschsprachigen Raum kaum, in den USA und Japan umso mehr angesehenen und rezipierten Psychiaters – eines Forschers, dessen Neugier nicht gezügelt wurde durch die wissenschaftlichen Fachgrenzen. Der Untertitel der Schau macht deutlich, in welchem Spannungsfeld sich die Psychologie und die Psychiatrie jener Zeit bewegten: «Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition». Wie schon Sigmund Freud war auch Rorschach darauf bedacht, seine Einsichten in die menschliche Wahrnehmungs- und Vorstellungswelt mit dem Siegel der Objektivität zu versehen. Alles andere wäre ihm zu wenig gewesen in einer Zeit, die vom unaufhaltsamen Siegeszug der Naturwissenschaften geprägt war.

Die für die Ausstellung verantwortliche Psychologin Rita Signer verfasste auch eine lesenswerte Broschüre zum Thema. Darin räumt sie den Kontrahenten von Hermann Rorschach gebührend Platz ein – insbesondere Szymon Hens, der bereits 1917 seine Doktorarbeit «Phantasieprüfungen mit formlosen Klecksen bei Schulkindern, normalen Erwachsenen und Geisteskranken» am Burghölzli eingereicht hat. Stärker als Rorschach, der sich mit formalen Kriterien wie Ganz- oder Detaildeutung, Form-, Farb- und Bewegungseinflüssen beschäftigte, interessierte Hens die Frage, was die Betrachter tatsächlich auf den Bildern sahen. Signer geht davon aus, dass die Publikation von Hens Hermann Rorschach zu den weiteren Forschungen angeregt hat. Dass dieser wiederum andere Psychiater beeinflusste, zeigt die Berner Ausstellung mit den formschönen Tintenklecksen des deutschen Arztes Georg A. Roemer. Diese Arbeiten, die Rorschachs Erbe nach dessen frühem Tod weiterführen sollten, belegen, dass sich damals eine regelrechte Klecksszene herausgebildet hat.

Spitzname Klex
Die Ausstellung, die vor allen Dingen historisch interessant und aufschlussreich ist, hält sich mit Aussagen über Sinn und Zweck des «Formdeutversuchs» (Rorschach) angenehm zurück. Kritischen Besuchern sei empfohlen, das Werk des Psychiaters losgelöst von der damals üblichen Anbindung an die Gesetze der Naturwissenschaft zu betrachten. Dass der subjektive Faktor im Leben und Werk Hermann Rorschachs eine weitaus grössere Rolle gespielt hat als bisher angenommen, mag ein Detail illustrieren: Schaut man sich die Innenseite der Mütze an, welche der Schaffhauser Kantonsschüler als Mitglied der Studentenverbindung «Scaphusia» trug, entdeckt man den Namen Klex. Wenn das kein Omen war…

**Ausstellung «Hermann Rorschach. Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition»**

Die Universitätsbibliothek Bern nimmt das fünfzigjährige Bestehen des von ihr betreuten Rorschach-Archivs zum Anlass, Leben und Werk des Forschers und Arztes Hermann Rorschach (1884-1922) mit Exponaten aus dessen Nachlass anschaulich zumachen. Hermann Rorschach wurde mit seinem später nach ihm benannten psychodiagnostischen Test weltberühmt. Dass sich seine Forschungsinteressen auch auf andere Gebiete erstrecken, ist weitgehend unbekannt. Die Ausstellung orientiert sich an den Stationen seines kurzen Lebens und verzichtet bewusst darauf, Werk und Biografie trennen.

Universitätsbibliothek Bern, Zentralbibliothek, Ausstellungsraum, Münstergasse 63, 3000 Bern 8. – 6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2007
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr, Sa 8 bis 12 Uhr.

Ausstellungsraum der Zentralbibliothek:
6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2008
Öffnungszeiten Mo bis Fr, 8 bis 19 Uhr Sa, 8 bis 12 Uhr

**Ausstellung «Hermann Rorschach. Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition»**
*Medientext*

Website Archiv und Sammlung «Hermann Rorschach»

Der Rorschach-Test wurde weltberühmt. Sein Schöpfer, der Schweizer Psychiater Hermann Rorschach, blieb jedoch ein Unbekannter. Die Universitätsbibliothek Bern nimmt das fünfzigjährige Bestehen des von ihr betreuten Rorschach-Archivs zum Anlass, Leben und Werk des jung verstorbenen Forschers und Arztes in einer Ausstellung zu zeigen. Diese präsentiert eine vielseitig interessierte und künstlerisch begabte Persönlichkeit.

Wer mit dem Namen Rorschach nicht die Stadt am Bodensee, sondern den berühmten psychodiagnostischen Rorschach-Test verbindet, kennt sicher das hervorstechendste Merkmal im Schaffen des Schweizer Psychiaters Hermann Rorschach (1884-1922). Die vielseitige Person, die sich hinter dem Ruhm des Testverfahrens verbirgt, dürfte allerdings nur wenigen bekannt sein.
Ein Grossteil des Nachlasses von Hermann Rorschach gelangte in den vergangenen Jahren durch Schenkung der Kinder in das von der Universitätsbibliothek Bern betreute Rorschach-Archiv. Dadurch kann erstmals Einblick in die Weite des Denkens und Forschens, aber auch in die künstlerischen Seiten von Rorschachs Persönlichkeit genommen werden.
2007 feiert das Archiv und Sammlung Hermann Rorschach sein fünfzigjähriges Bestehen, ein willkommener Anlass, dem mit erst 38 Jahren verstorbenen Psychiater eine Ausstellung zu widmen. Die Ausstellung orientiert sich an den Stationen seines kurzen Lebens und verzichtet bewusst darauf, Werk und Biografie zu trennen.

Zum Leben von Hermann Rorschach
Kindheit und Jugend
Hermann Rorschach wird am 8. November 1884 in Zürich als Sohn eines Zeichenlehrers geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in Schaffhausen. 1897 verlieren er und seine beiden jüngeren Geschwister die Mutter, 1903 stirbt der Vater nach längerer Leidenszeit.

Studium
Nach Abschluss der Schule 1904 nimmt Hermann Rorschach sein Studium an der Académie de Neuchâtel auf, im Herbst 1904 beginnt er ein Medizinstudium an der Universität Zürich. Er verkehrt in russischen Studentenkreisen und lernt Russisch. Nach Zwischensemestern in Berlin und Bern schliesst er im Februar 1909 sein Studium in Zürich ab.

Münsterlingen
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Russland tritt Hermann Rorschach im Sommer 1909 eine Assistentenstelle in der Thurgauischen Irrenanstalt Münsterlingen an. 1910 heiratet er seine russische Studienkollegin Olga Stempelin. Mit einer Dissertation über Reflexhalluzinationen promoviert er 1912 bei Eugen Bleuler. Im Zusammenhang mit dieser Arbeit macht er die ersten Versuche mit Tintenklecksen.

Russland – Waldau
Ende 1913 verlässt Hermann Rorschach mit seiner Frau die Schweiz, um sich in Russland als Psychiater niederzulassen. Die dort vorgefundenen Arbeitsbedingungen entsprechen jedoch seinen Vorstellungen nicht. Im Sommer 1914 kehrt er wieder in die Schweiz zurück und nimmt eine Assistentenstelle an der Bernischen Kantonalen Irrenanstalt Waldau bei Bern an.

Herisau – Zufallsbilder
Im Herbst 1915 wird Hermann Rorschach als Sekundararzt an die Appenzell-Ausserrhodische Heil- und Pflegeanstalt in Herisau gewählt. Zwei Jahre später widmet er sich wieder Klecksversuchen. Die Ergebnisse dieser jahrelangen Versuche mit Zufallsbildern werden im Juni 1921 unter dem Titel «Psychodiagnostik» publiziert.
1917 wird die Tochter Lisa geboren, 1919 der Sohn Wadim. Erst 38-jährig stirbt Hermann Rorschach acht Monate nach der Veröffentlichung seines später weltbekannten Tests am 2. April 1922 an den Folgen einer zu spät diagnostizierten Blinddarmentzündung.

Zufallsbilder und Rorschach-Test
Zufallsbilder haben in der Kunst eine lange Tradition und seit einigen Jahren im kunsthistorischen Diskurs Konjunktur. Dabei wird regelmässig auf den Rorschach-Test verwiesen. Bereits seit der Renaissance haben Zufallsbilder Künstler fasziniert und inspiriert: Leonardo da Vinci erläutert in seinem Traktat von der Malerei, dass man sich durch Anschauen von Gemäuer mit Flecken zu Bildern inspirieren lassen kann. Im 18. Jahrhundert stellt der englische Kunstpädagoge und Landschaftsmaler Alexander Cozens eine Klecksmethode zum Entwerfen von Landschaftsbildern vor. Im 19. Jahrhundert spielt der englische Landschaftsmaler Turner gezielt mit dem Zufall.
Die in der Ausstellung konzipierten Lebensstationen Hermann Rorschachs widmen sich unter anderem seiner Kindheit, Jugend und Studienzeit, veranschaulichen seine ersten wissenschaftlichen Erfahrungen in der Psychoanalyse, dokumentieren die Aufenthalte in Russland und zeigen seine spätere Forschungsarbeit mit den Zufallsbildern, die als Grundlage zum Rorschach-Test dienen. Anhand von Fotografien, Zeichnungen, Manuskripten und Korrespondenzen wird nicht nur die Vielfalt seines wissenschaftlichen Werks, sondern auch die vielen Facetten der Persönlichkeit von Hermann Rorschach aufgezeigt.

*Kontakt: Rita Signer, Leiterin von Archiv und Sammlung Rorschach, Dalmazirain 11, 3005 Bern
Telefon 031 351 27 02, rita.signer@ub.unibe.ch.
Christine Felber, Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsbibliothek Bern, Münstergasse 61, 3000 Bern 8
Telefon 031 631 92 56, Fax 031 631 92 99, E-Mail christine.felber@ub.unibe.ch, www.ub.unibe.ch
Nähere Informationen zur Ausstellung
Ausstellungskonzept: Rita Signer, Leiterin von Archiv und Sammlung Hermann Rorschach und Fachreferentin für Psychologie und Psychiatrie an der Universitätsbibliothek Bern.
Ort: Universitätsbibliothek Bern, Zentralbibliothek, Ausstellungsraum, Münstergasse 61/63, 3000 Bern 8
Dauer: 6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2008
Vernissage: Mittwoch, 5. Dezember 2007, 18 Uhr (auf Voranmeldung)
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr, Sa 8 bis 12 Uhr
Veranstaltungen: Die Ausstellung begleiten Vorträge und Führungen (s. Begleitleporello)
Publikation: Rita Signer: Archiv und Sammlung Hermann Rorschach. Bern: Universitätsbibliothek Bern, 2007*

Universitätsbibliothek Bern

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19. Dezember 2007 | Stammbaum der Bierfamilien

Auf der Seite Bierfamilien kann neu der von %%NAME:893%% erstellte Stammbaum der Bierfamilien der Scaphusia heruntergeladen werden.

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18. Dezember 2007 | Neuer Schlossherr ad interim

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
Mark Gasser

Der neue Schlossherr auf Schloss Laufen heisst Tomislav Babic und ist Geschäftsführer und Inhaber der RTM Hotels & Restaurants AG. Er wird in der kommenden Saison den Betrieb gemeinsam mit seinen drei Assistentinnen und Assistenten (Bankette, Service, Administration) im Restaurant führen. Das Frontmanagement hat sich damit geändert, die Pacht- und Besitzverhältnisse bleiben aber gleich. Dieselbe Betriebsgesellschaft CdM Schloss Laufen AG, deren Besitzergesellschaft CdM (Carlo de Mercurio) SA Lausanne ist, bleibt Pächterin.
Seit den Sechzigerjahren ist das Schloss, welches dem Kanton Zürich gehört, der Organisation aus Lausanne verpachtet mit dem Auftrag, ein Restaurant zu betreiben. Jugendherberge und Souvenirkiosk sind separat verpachtet. Die geplanten, aber lange hinausgezögerten baulichen Massnahmen bei der Schloss- und Tourismusinfrastruktur haben laut Babie und CdM-Geschäftsführer Reto de Mercurio zum jüngsten Entscheid geführt. In der Vorbauphase würden an die operative Führung hohe Anforderungen gestellt. Das Schloss habe ausserdem eine hohe emotionale Bedeutung für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden. Nachdem dieses Jahr der Managementauftrag an den Partner der CdM H&R SA in der Nordostschweiz, die RTM H&R AG, gegangen sei, werde nun die Führung der Restaurants Schloss Laufen bei RTM H&R zur Chefsache erklärt, wie die beiden Unternehmen gestern mitteilten. Babic bezeichnet die RTM H&R AG als Betrieb, der sehr stark lokal verankert ist. Unter anderem betreibt die Firma in Schaffhausen seit 1996 das Stammhaus der Brauerei Falken, das Restaurant «Falken», und die «Brasserie Bahnhof Schaffhausen», das ehemalige Bahnhofsbuffet.
Babic versichert, dass der Gastrobetrieb in den Restaurationsbetrieben Schloss Laufen ab März und bis zur Winterpause 2008 mit dem bisherigen Angebot aufrechterhalten wird. Verkaufsschlager wie der Ritterzmorge, der Füürtopf oder das Schlossfäscht sollen erhalten bleiben. Ausserdem verspricht er eine leichte Anpassung des Gastroangebotes hin zu mehr lokaler und Schweizer Kost.

«Der Kostenvoranschlag steht nun»
Im «neuen» Schloss Laufen, frühestens 2009, werde das Gastroangebot allerdings definiert durch den von der Zürcher Baudirektion und der Regierung geplanten Umbau, so Babic. Das Gastroangebot werde von Anpassungen im Schloss direkt mit beeinflusst. Mitunter müssen Räumlichkeiten fürs Museum eingerichtet sowie andere Sanierungen und die Erweiterung des Kiosks in Angriff genommen werden. Im Laufe des nächsten Jahres könne man das Angebot für die Saison 2009 definieren.
Der Kanton Zürich plant, nebst der Gastronomie mit Schlosscharakter die bestehenden ungenutzten Räumlichkeiten als Museum zu nutzen. Wie die Bauetappen und -massnahmen im Detail aussehen, dazu wollte sich die Baudirektion noch bis Mitte Dezember äussern. Gestern Abend war der Kostenvoranschlag Thema bei der Baudirektion: «Der Kostenvoranschlag steht nun», sagte Giorgio Engeli, Leiter der Abteilung Steuerung und Portfolios vom Zürcher Immobilienamt (Baudirektion). Doch voraussichtlich ist erst im Januar mit einem Entscheid der Regierung zu rechnen. Das Siegerprojekt zur Einrichtung eines Besucherzentrums und zur Erweiterung des Verpflegungskiosks sowie der Studienwettbewerb zur Erreichung eines touristischen Inszenierungskonzeptes werden bei einem positiven Entscheid der Regierung ab 2008 umgesetzt. Engeli verrät noch nichts über die geforderte Kredithöhe.
Spricht die Regierung das Geld, werden – nach den erteilten Baubewilligungen – ab September 2008 voraussichtlich das Besucherzentrum und der Kioskbereich für den Sommerbetrieb ausgebaut werden. Im Schloss Laufen (Nordtrakt) ist eine Ausstellung geplant. Und der Gang zum Rheinfall selbst soll den Besuchern mit einem Erlebnispfad versüsst werden. Im Rahmen dieser Aufwertung des Schlossgartens sollen aber keine Tiere gehalten werden, wie einige Medien berichteten. Dafür würde ein Liftkonzept realisiert.

Grundstein für Ganzjahresbetrieb
Zum Gastrokonzept äusserte sich Engeli noch nicht konkret: Die Pacht werde nach dem Entscheid der Regierung voraussichtlich im Laufe des Frühlings neu ausgeschrieben. Ob es dann einen oder mehrere Pächter für die Gastrobetriebe geben werde, liess er noch offen.
Seine Aufgabe, so Tomislav Babic, sei, einen Grundstein für die Zukunft zu legen, unabhängig davon, wer dann den Pachtvertrag unterzeichne. Optimal wäre laut Babic, den Ganzjahresbetrieb anzustreben, obwohl dieses Szenario bisweilen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit heraufbeschwöre. «Ich denke, da braucht es eine Vorlaufzeit von zwei, drei Jahren. Doch ab 2010 könnte man den Ganzjahresbetrieb hinkriegen.» Es sei dann auch möglich, beim Personal auf mehr Kontinuität sprich: Jahresangestellte zu setzen. Darauf reagierten auch die Gäste positiv, meint Babic. Nächstes Jahr will er deshalb personell das Fundament für einen Ganzjahresbetrieb legen.

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15. Dezember 2007 | Allgemeine Diskussion

Neu kann die Seite Allgemeine Diskussion für nicht themenbezogene Verlautbarungen (Gedanken, Einladungen, Geburtstagswünsche etc.) genutzt werden.

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8. Dezember 2007 | Zufriedene Gesichter an der Falken-GV

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Aus einer langen Tradition heraus zählt die Generalversammlung der Brauerei Falken zu den bedeutenden gesellschaftlichen Anlässen im Wirtschaftsleben von Schaffhausen. Das war auch an der gestrigen Generalversammlung der Brauerei Falken im Park Casino Schaffhausen offenkundig, nahmen doch 261 Aktionäre daran teil. Unter den Aktionären waren denn auch nur zufriedene Gesichter auszumachen. Kein Wunder, durften sie doch unter anderem über die Gewinnverwendung eines insgesamt erfolgreichen Braujahres befinden.

Im Markt erfolgreich behauptet
«Ich freue mich sehr, dass die Brauerei Falken in einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb bei steigenden Beschaffungskosten sowohl den Umsatz als auch den Ertrag steigern konnte», betonte Verwaltungsratspräsident Jürg Spahn in seiner Einführung. Dies sei der Qualität als Dienstleister, den innovativen Produkten, der erfolgreichen Marktexpansion sowie dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeitenden zu verdanken und gerade im heutigen Marktumfeld nicht selbstverständlich. Besonders erfreut zeigte er sich, dass diese Zunahme gar stärker als das Wachstum des gesamten inländischen Biermarktes ausgefallen sei. Die Steigerung der Marktpräsenz von Falken zahle sich aus. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein sowie grossen Anstrengungen im Betrieb und an der Verkaufsfront sei es der mittelgrossen Brauerei Falken gelungen, sich eine solide Position im Markt zu erarbeiten.
Sorgen bereiten dem. Verwaltungsratspräsidenten die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise. Dies sei mitunter eine Folge der höheren Hopfennachfrage in China und Russland. Dann aber auch der laufend zurückgehenden Anbaufläche für Braugerste zu Gunsten des Anbaus von Energiepflanzen für die Bioethanol-Produktion.

Noch einen Gang höher schalten
Trotz dieser anhaltend schwierigen Situation auf den Beschaffungsmärkten hegt Spahn für das bereits im Oktober angelaufene neue Braujahr ehrgeizige Wachstumsziele. «Wir wollen nochmals einen Gang höher schalten und weiter wachsen, nicht um jeden Preis, sondern qualitativ und profitabel, unter Wahrung strikter Kostendisziplin.» Im Heimmarkt sieht Spahn beispielsweise in der Euro 08 grosse Chancen. «Wir werden für die Fangemeinde mit dem ‹Trainings-Lager› ein eigens auf diesen Anlass hin entwickeltes Lagerbier auf den Markt bringen.» Auch die Expansionsanstrengungen Richtung Süd würden fortgesetzt. CEO Philipp Moersen präsentierte in seinem Jahresbericht unter anderem die Investitionen in den Betrieb, welche ebenfalls zum Wachstum beitragen sollen. So sei für das Abfüllen von Bügelflaschen einen neuen Bügelschliesser investiert worden. Er hob auch die Erfolge mit dem neuen Erscheinungsbild und den neuen Märkten hervor.

Alle Traktanden genehmigt
Die anwesenden Kapitalgeber zeigten sich denn auch mit dem Geschäftsgang der Brauerei sehr zufrieden. So gewährten sie dem Verwaltungsrat ohne Gegenstimme die beantragte Entlastung und stimmten sowohl der vorgeschlagenen Verwendung des Bilanzgewinns als auch der Wiederwahl der bisherigen Revisionsstelle oppositionslos zu. Auch der Jahresbericht und die Jahresrechnung wurden genehmigt. Der Bilanzgewinn von gut 316 000 Franken wird zur Hälfte für die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von zehn Prozent verwendet. Der Rest wird den freien Reserven zugewiesen respektive als Gewinnvortrag auf die neue Rechnung gesetzt.
«An der Euro 08 ein Schlager wird das «Falken Trainings-Lager», dieser Reim des vom VR-Präsidenten verfassten Gedichtes, diesmal zur Euro 08, leitete dann zum traditionellen, vom Braumeister nach Geheimrezept zubereiteten Ochsenmaulsalat über.

Brauerei Falen Jahreskennzahlen 06/07

06/07 05/06
Nettoerlöse 21.69 21.32
Jahresgewinn 0.26 0.25
Umlaufvermögen 5.85 6.09
Anlagevermögen 11.48 11.42
Fremdkapital 13.58 13.88
Eigenkapital 3.75 3.63
Flüssige Mittel 0.39 0.36
Warenaufwand 13.35 12.90
Personalaufwand 5.97 6.15
Dividende pro Aktie 50 50

In Millionen Franken / Dividende in Franken

#Alt-Scaphusia

4. Dezember 2007 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Ernst Rubli olim Brenz

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 19. Dezember 2007 statt.

#Alt-Scaphusia

4. Dezember 2007 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Dr. René Clémençon olim Mutz

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 12. Dezember 2007 statt.

#Alt-Scaphusia

29. November 2007 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Willi Richli olim Häpf (Generation 1958)

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Abdankung wird am Freitag, 30. November 2007 in Wilchingen abgehalten.
Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 12. Dezember 2007 statt.

#Allgemeines

28. November 2007 | Sache … Sächeli: Brauerei Falken

Schaffhauser Nachrichten, Sache … Sächeli

Seit Montagabend hat der Obertorturm Konkurrenz erhalten. Nicht nur dieser, sondern auch der Siloturm der Brauerei Falken im Herblingertal erstrahlt im Lichterglanz unzähliger Lämpchengirlanden, die den oberen Teil des Turms in warmes, weihnachtliches Licht tauchen. Die Installation sei gemacht worden, um der Schaffhauser Bevölkerung zu danken für die Treue und die Loyalität zum Bier aus der Region, wurde dazu mitgeteilt.