#Allgemeines

18. Dezember 2012 | Wie Jugendliche in der DDR aufwuchsen

Schaffhauser Nachrichten, Region
Zeno Geisseler

Mit der DDR verbindet man die Mauer, Trabis, Honecker. Sascha Kardaetz denkt bei diesen drei Buchstaben aber noch an etwas ganz anderes: an seine Kindheit und Jugend. Kardaetz, Lehrer für Geografie an der Kantonsschule Schaffhausen, ist in Ostberlin aufgewachsen. 1989, als die Mauer fiel, war er 14 Jahre alt.
Am letzten Freitag sprach er auf Einladung der Mittelschulverbindung Scaphusia darüber, wie es war, in der DDR gross zu werden. Zuerst zeichnete Kardaetz die historischen Linien nach, die überhaupt zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik geführt hatten – also die Niederlage Nazideutschlands im Zweiten Weltkrieg und die Aufteilung des besetzten Landes und Berlins nach Zonen. Dann führte er die rund 30 Zuhörer durch diverse Themengebiete, immer mit einem Bezug zu seiner Kindheit und Jugend. Zum Beispiel, was es hiess, in einer Planwirtschaft aufzuwachsen: «Es herrschte Mangel an allem. Wenn es aber mal was gab, dann gab es das für alle.» Einmal sei seine Mutter ganz aufgeregt nach Hause gekommen und habe erzählt, dass es Schuhe mit Klettverschlüssen gebe. Sie seien sofort raus und hätten ein Paar für ihn gekauft. «Als ich am nächsten Tag zur Schule kam, hatten alle anderen die genau gleichen Schuhe.» Am liebsten hätten sie Westkleider getragen, doch diese waren für die meisten Leute unerreichbar. «Wir haben uns stattdessen einen Puma auf die T-Shirts gemalt. Oder drei Streifen auf die Turnschuhe.» Wie Adidas-Schuhe und Puma-Leibchen aussahen, habe man bestens gewusst – aus dem Westfernsehen.

**Westschokoriegel**
Ab und zu gab es in Kardaetz’ Familie auch echte Produkte von jenseits des «antifaschistischen Schutzwalls», wie die Mauer damals genannt wurde: «Mein Grossvater brachte mir von Westreisen immer «Mars»-Riegel mit. Ich war wohl das einzige Kind im Osten, das keine ‹Mars› mehr sehen konnte.» Mit Bildern, mit Videos und mit Musik führte Kardaetz die Scaphusianer und deren Gäste durch den ostdeutschen Alltag. «Die Partei griff in alle Bereiche des Lebens ein», sagte er. Sogar die Länge der Haare oder der Röcke sei vorgegeben gewesen. «Die Partei hatte einen Allmachts-anspruch. Sie war gottgleich.» Kardaetz unterlegte dies mit dem «Lied der Partei». Refrain: «Die Partei, die Partei, die hat immer recht.» Als er in die Schule kam, wurde Kardaetz Mitglied der Jungpioniere, der politischen Jugendorganisation des Landes (siehe auch «Gruppenplan» im Kasten). Er machte nicht aus Überzeugung mit: «Offiziell war die Mitgliedschaft freiwillig, doch wer nicht mitmachte, riskierte etwa, später keinen Studienplatz zu bekommen.»

**Keine «Ostalgie»**
Damals seien sie auf ihre Uniform mit dem besonderen Halstuch auch stolz gewesen, und die «Pioniernachmittage» hätten durchaus auch Spass gemacht, erzählte Kardaetz. Er machte aber deutlich, dass er mit der «Ostalgie», dem Sehnen nach den Zuständen in der DDR, überhaupt nichts anfangen könne, auch wenn nicht alles schlecht gewesen sei. Verglichen mit anderen Ländern im Ostblock, etwa Rumänien, hätten sie es noch gut gehabt. Aber letztlich sei die DDR nur eines gewesen: eine totalitäre Diktatur.


**Gruppenplan
Klasse 1a 1985/86**

**September** Wir lernen uns kennen. Fröhliche Spiele im Hort.
**Oktober** Lustiges Drachensteigen.
**November** Wir lernen unser Halstuch kennen.
**Dezember** Wir werden Jungpioniere. Weihnächtliche Stunde. Paket an unseren Patensoldaten Lutz.
**Januar** Winterliche Sportspiele.
**Februar** Lustiges Faschingstreiben mit unseren Paten.
**März** Wir gratulieren unseren Muttis.
**April** Unser Bestes zum XI. Parteitag: Ernst Thälmann – unser Vorbild.
**Mai** Wett- und Kreisspiele.
**Juni** Fröhliches Lernfest. Wir feiern unseren Tag.
**Juli** Wir verabschieden uns von allen, die uns besonders im ersten Jahr halfen.



Sascha Kardaetz mit Bildern von Produkten aus der DDR.
Bild: Zeno Geisseler

#Notizen zu Namen

15. Dezember 2012 | «Ich kann ein gesundes Unternehmen übergeben»

Schaffhauser Nachrichten. Regionale Wirtschaft
Rolf Fehlmann

Nach 29 Jahren im Dienst der Brauerei Falken scheidet der Schaffhauser Wirtschaftsanwalt Jürg P. Spahn aus dem Verwaltungsrat aus, dem er seit 1983 angehört und den er seit 1993 präsidiert hatte.
In den ersten Jahren seines Mandats als Verwaltungsrat hätten sich die Schweizer Brauereien noch in der wohlgeordneten Welt des Bierkartells bewegt, erinnert er sich, doch ab den Neunzigerjahren, während seiner ersten Jahre als Präsident des Verwaltungsrates, nachdem das Kartell gefallen war, begannen die Kräfte des freien Marktes zu spielen: Bis dahin «nie in Frage stehende Lieferverträge mit Restaurants wurden im Zuge eines verschärften Wettbewerbs plötzlich zum Spielball der Konkurrenz, es gab keinen ‹Heimatschutz› mehr, und die bis anhin stabilen Preise kamen massiv unter Druck.» So musste sich auch die Brauerei Falken auf die veränderte Situation im Biermarkt einstellen: Eine Welle von Brauerei-Übernahmen führte zu einer Konzentration der inländischen Marktteilnehmer, während gleichzeitig grosse internationale Player in die Schweiz drängten.
In der Folge führte Spahn einen Veränderungsprozess mit dem Ziel, das Unternehmen fit zu machen für den liberalisierten Biermarkt. Die wichtigsten Massnahmen betrafen den Produktionsbetrieb, den Ausbau der Marktpräsenz und die Kultur der Führung. «Bei der Brauerei haben wir den Betrieb produktiver gemacht und die Rentabilität des Getränkehandels gesteigert.» Neben einem neuen Erscheinungsbild habe «Falken» sein Absatzgebiet auch in Richtung des Grossraumes Zürich ausgeweitet: «Dieser liegt weniger nahe an der Landesgrenze und verfügt über zusätzliche Kaufkraft.» Die Einführung eines neuen Rechnungswesens als Steuerungs- und Führungsinstrument «verschaffte uns Klarheit darüber, wo wir Geld verdienen und wo nicht. So konnten wir unsere Mittel am richtigen Ort investieren, zum Beispiel in das kürzlich eröffnete Dosenkompetenzzentrum.» Im Bereich der Führung schliesslich sei es darum gegangen, ein Umfeld zu schaffen, welches «dem Management die gestalterischen Freiräume gibt, damit es erfolgreich sein kann.»
Die grösste Herausforderung seiner fast dreissigjährigen Mandatszeit sei gewesen, die Brauerei Falken als selbständiges, unabhängiges und eigenständiges Unternehmen zu erhalten: «Dass wir das geschafft haben, ist für mich eine grosse Befriedigung. Entscheidend für unseren langfristigen Erfolg war, dass wir als Unternehmen unsere Möglichkeiten und Grenzen realistisch einschätzten; und dass wir innerhalb dieser Grenzen agiert haben, ohne die Bodenhaftung zu verlieren.» Heute, bei seinem altersbedingten Ausscheiden aus dem Verwaltungsrat, könne er seinem Nachfolger «ein vitales, wirtschaftlich gesundes Unternehmen mit Substanz» übergeben, welches Raum biete für neue, zukünftige Projekte: «Das Haus ist bestellt.»


#Notizen zu Namen

14. Dezember 2012 | Vom Sonderschulrat bis zur Flurnamenkommission

Schaffhauser Nachrichten, Region
(r)

Der Regierungsrat hat dem Kantonsrat beantragt, als Mitglieder der Verwaltungskommission der Gebäudeversicherung für die Amtsperiode 2013–2016 die bisherigen Amtsinhaber wiederzuwählen. Es handelt sich um Beat Hug, Stein am Rhein, Andreas Liberato, Schaffhausen, Peter Oechslin, Löhningen, sowie Claudia Uehlinger, Schaffhausen. Für die zurücktretenden Heinz Gloor und Gerhard Schwyn werden als neue Mitglieder Claudio Poles, Neuhausen am Rheinfall, und Simon Oettli, Stetten, vorgeschlagen. Schliesslich schlägt die Regierung die Vorsteherin des Finanzdepartementes, Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel, als Präsidentin der Verwaltungskommission vor. Sie ist von Amtes wegen Mitglied der Kommission.

**Tripartite Kommission**
Vorsitzender ist Vivian Biner, Chef Arbeitsamt. Als Mitglieder wurden als Behördenvertreter Beat Hartmann, Sonja Schönberger, Rolf Dietrich, Daniel Schär und als Arbeitgebervertreter Peter Beglinger, Renato Brunetti, Hans Peter Brütsch sowie als Arbeitnehmervertreter Elisabeth Brandenberger, Martin Burkhardt und Remo Schädler ernannt.

**Sonderschulrat gewählt**
Präsident bleibt Otto Stehle, Hallau. Als Mitglieder wurden Regierungsrat Christian Amsler, Regula Hangartner (Elternvertreterin), Hans Rosenast (Liegenschaften), Jürg Sauter (Vertrauensperson des Personals), Vreni Wipf (Vertreterin Gemeinden) sowie Nathalie Zumstein (Vertreterin Stadt Schaffhausen) ernannt.

**Wahl des Berufsbildungsrates**
Präsident ist Regierungsrat Christian Amsler. Als Mitglieder wurden Daniel Brüschweiler, Martin Burkhardt, Rolf Dietrich, Thomas Maag, Nella Marin, Barbara Müller-Buchser, Christian Roth, Ernst Schläpfer und René Schmidt ernannt.

**Aufsichtskommission Kanti**
Präsident ist Regierungsrat Christian Amsler. Als Mitglieder wurden Verena Anliker, Rolf Dietrich, Hans-Rudolf Dütsch, Pfarrer Andreas Egli, Ines Goldbach, Christoph Honegger, Markus Malagoli, Jürg Rebsamen, Reto Savoca, Urs Saxer, Jörg Sorg, Iwan Stössel, Britta Wehren und Erich Zwicker ernannt.

**Aufsichtskommission PHSH**
Präsident der Aufsichtskommission der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen (PHSH) ist Regierungsrat Christian Amsler. Als Mitglieder wurden Hans Jürg Keller, Thomas Meinen, Elisabeth Roth Hauser, Werner Schraff, Beat Stöckli und Thomas Tritschler ernannt.

**Aufsichtskommissionen BBZ**
Präsident der Aufsichtskommission der Berufsfachschule (BBZ) ist Regierungsrat Christian Amsler. Als Mitglieder wurden Marco Altmann, Rolf Dietrich, Andrea Dörig, Daniel Gysin, Gabriela Lenhard, Ruedi Leu, Thomas Maag, Beat Moretti, Jürg Pfister, Bruno Rapold, Urs Renggli, Peter Sandri, Ernst Schläpfer, Manfred Schmid und Pius Zehnder ernannt. Präsident der Aufsichtskommission der Höheren Fachschulen BBZ ist weiterhin Erwin Gfeller. Als Mitglieder wurden Rolf Dietrich, Ruedi Federer, Roland Frosini, Jörg Gerber, Markus Greulich, Susanne Hagen, René Meile, Martin Onken, Ernst Schläpfer, Thomas Wittwer, Urs Zehnder und Rita Maria Züger ernannt.

**Konsultativkommission Wirtschaft**
Vorsitzender bleibt Regierungsrat Ernst Landolt. Als Mitglieder wurden Thomas Feurer, Stephan Rawyler, Karlheinz Baumann, Barbara Müller-Buchser, Martin Vogel, Martin Burkhardt, Roland Kammer, Florian Keller, Edgar Weiss, Nora Winzeler, Thomas Imobersteg, Vivian Biner und Daniel Sattler ernannt.

**Alterskommission**
Vorsitzende ist Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf. Als Mitglieder wurden als Gemeindevertreter Christian Di Ronco, Neuhausen am Rheinfall, Peter Keller, Stein am Rhein, Daniel Meyer, Hallau, Eva Neumann, Beringen, Daniela Stauffer, Neunkirch, Monica Studer, Schaffhausen, Paul Zuber, Thayngen, und als Seniorenvertreter Hermann Amstutz, Markus Kübler, René Rohrbasser sowie als Vertreter der Leistungserbringer Elsbeth Fischer-Roth, Daniel Gysin, Jan Kuchynka, Andrea Monterosso, Norbert Stettler und Lotti Winzeler ernannt.

**Verwaltungskommission PK**
Als Arbeitgebervertreter in der Verwaltungskommission der Kantonalen Pensionskasse wurden vom Regierungsrat Thomas Feurer, Stadtpräsident Schaffhausen, Stephan Rawyler, Gemeindepräsident Neuhausen am Rheinfall, Andreas Liberato, Schaffhauser Kantonalbank, Hanspeter Meister, Direktor Spitäler Schaffhausen, Ralph Kolb, Bereichsleiter Finanzen Stadt Schaffhausen, und Astrid Makowski, Personalleiterin Kanton Schaffhausen, ernannt. Die Delegiertenversammlung der Pensionskasse hat als Arbeitnehmervertreter Werner Bianchi, Controller Stadt Schaffhausen, Michael Gerike, Kantonsschullehrer, Stefan Klaiber, Schaffhauser Kantonalbank, Peter Möller, Leitender Jugendanwalt, Ernst Schläpfer, Rektor BBZ, Alfred Schweizer, Verband der Rentnerinnen und Rentner, Walter Widmer, Gruppenleiter Stiftung Impuls, Christine Wüscher, Handelsschule KV Schaffhausen, gewählt.

**Fachausschuss KSD**
Vorsitzende ist Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel. Als Vizepräsident amtet Jörg Steinemann, Schaffhauser Kantonalbank. Als Mitglieder wurden Werner Bianchi, Controller Stadt Schaffhausen, Lukas Fässler, Rechtsanwalt und Informatikexperte, Zug, und Hans Heinrich Schärrer, ehem. Projektleiter IBM, Neuhausen am Rheinfall, ernannt.

**Natur- und Heimatschutz**
Als Präsident wurde David Hilty, Stein am Rhein, gewählt. Als Mitglieder wurden Manuel Bergamini, Schaffhausen, Roland Hofer, Thayngen, Britta F. Schmid, Schaffhausen, Urs Weibel, Stein am Rhein, Konradin Winzeler, Neuhausen am Rheinfall, sowie Josef Würms, Ramsen, ernannt.

**Steuerkommission gewählt**
Vorsitzender ist Andreas Wurster. Als Mitglieder wurden René Meile, Stein am Rhein, und Alain Staub, Beringen, gewählt. Ersatzmitglieder sind Jürg Tanner, Schaffhausen, und Ulrich Burkhard, Dörflingen.

**Jägerprüfungskommission**
Präsident ist weiterhin Andreas Vögeli, Departementssekretär. Als Mitglieder wurden Beat Hartmann, Schaffhausen, Daniel Leu, Schaffhausen, Silvio Lorenzetti, Stein am Rhein, Markus Purtschert, Schaffhausen, Patrick Wasem, Beringen, Karl Heinz Gysel, Wilchingen, Harry Müller, Bargen, Werner Stauffacher, Merishausen, Helmut Weiss, Büsingen, André Moritz, Ramsen, und Michael Ryser, Thayngen, ernannt.

**Wahl der Sportfonds-Kommission**
Präsident ist Peter Boser. Als Mitglieder wurden Peter Baumann, Roland Bernath, Katrin Huber Ott, Fredi Meyer, Christian Naef, Hans Peter Schöttli, Jörg Egestorff und Roland Wanner ernannt.

**Kommission aufgelöst**
Der Regierungsrat hat die Kommission für Jugend+Sport auf Ende der Amtsdauer 2009–2012 aufgelöst und den Mitgliedern der Kommission für ihre teilweise langjährige Kommissionsarbeit seinen besten Dank ausgesprochen. Der Hauptgrund für die Auflösung der Kommission liegt beim Bundesamt für Sport, welches in den letzten Jahren wesentliche Aufgaben der kantonalen Kommissionen übernommen hat.

**Flurnamenkommission**
Vorsitzender bleibt Hannes Schärer, Kantonsgeometer. Als Mitglieder wurden Eduard Joos, Schaffhausen, und Alfred Wüger, Schaffhausen, ernannt.

#Allgemeines

8. Dezember 2012 | Abschied für eine Legende

Schaffhauser Nachrichten. Regionale Wirtschaft
Rolf Fehlmann

Zwei Drittel des Schweizer Biermarktes seien in den Händen der grossen Konzerne, sagte der scheidende «Falken»-Verwaltungsratspräsident Jürg P. Spahn in seinem Jahresbericht, und trotzdem erlebe die Schweiz mit 354 einheimischen Brauereien eine Bierrenaissance. Mit 57,5 Litern pro Kopf liege der Bierkonsum in der Schweiz allerdings deutlich hinter Spitzenreitern wie Tschechien (160 Liter) und Deutschland (107 Liter). Für die Brauerei Falken gelte es, «den Multis die Stirn zu bieten», sich mit Spezialitäten zu profilieren und regional verwurzelt zu bleiben: Falken-Bier sei nicht nur «ein Schluck Heimat» – das Unternehmen sei auch ein sicherer Wert, der Zuversicht ausstrahle und das Vertrauen in die Region stärke. Dafür gebühre den Mitarbeitenden wie den Aktionären gleichermassen Dank.
«Bier braut Heimat», kalauerte auch «Falken»-Geschäftsführer Markus Höfler, der in seinem Jahresrückblick unter anderem die baulichen Veränderungen erwähnte – Abbruch der Mälzerei, Erweiterungsbau für das Dosenkompetenzzentrum – und dies mit einem emotionalen Video dokumentierte. Das Geschäftsergebnis bezeichnete er als «insgesamt befriedigend», und er zeigte die Anstrengungen des Unternehmens auf, um die rückläufige Absatzentwicklung in der Gastronomie mit verstärkten Aktivitäten abzufedern, um «Falken»-Spezialitäten wie zum Beispiel den «Eidgenoss» auch überregional im Handel zu verankern. Frenetischen Applaus erntete Jürg P. Spahn nach Abschluss aller statutarischen Geschäfte mit seiner legendären «Derniere» in Versform – da bekamen Banker und Bundesräte in brillant geschliffener Sprache ebenso ihr Fett ab wie Sport, Wahlen und Busse in Schaffhausen. In seiner Laudatio blickte Ständerat Hannes Germann auf die Ära Spahn zurück und würdigte ihn als grosses Vorbild in Bezug auf Korrektheit und Sprache – die jungen Männer der Studentenverbindung Scaphusia hätten sich damals als treffsicher erwiesen, als sie Spahn den Verbindungsnamen «Niveau» gaben. Philipp Moersen schliesslich war es vergönnt, seinen Vorgänger in den noblen Orden «Ad Gloriam Cerevisiae» («Zur Ehre des Bieres») aufzunehmen – wahrlich ein würdiger Abschied für eine Legende.


**Falken-Aktie**
Rund 11 000 Franken pro Stück muss man derzeit auslegen

Falken nicht nur im Kühlschrank, sondern auch im Depot zu haben, möchten nicht wenige – nur schon wegen der legendären Generalversammlungen: «Wir können bei uns feststellen, dass die Nachfrage vor der GV jeweils steigt», sagt Martin Vogel, Chef der Schaffhauser Kantonalbank. Interessenten stammten meist aus der Region oder hätten einen Bezug zu Schaffhausen.
Der Investmentgedanke steht nicht im Vordergrund. Falken sei eine Liebhaber-Aktie, sagt Vogel. Nicht der finanzielle, sondern der emotionale Wert zählt also, doch auch der hat seinen Preis: Laut KB stehen die Aktien zurzeit bei rund 11 000 Franken. Allerdings wird der Titel nur selten und nur ausserbörslich gehandelt. «Die Nachfrage ist gross, das Angebot ist klein», sagt Vogel. Der Preis habe sich im Verlauf des Jahres eher seitwärts bewegt. Insgesamt gibt es 1800 Stammaktien und 1200 Prioritätsaktien. Prioritäts-aktien haben generell bei der Ausschüttung des Gewinnes ein Vorrecht, die beiden Typen kosten jedoch etwa gleich viel. Die Mehrheit der 3000 Aktien ist in Familienbesitz. (zge)


**Brauerei Falken**
Zahlen und Fakten für 2011/12

Gesamtertrag 20512414 Fr.
Total Aufwand 20177200 Fr.
Sachaufwand 11016909 Fr.
Personalaufwand 5004543 Fr.
Reingewinn 335214 Fr.
Dividende 50 Fr. brutto
Anzahl Mitarbeitende 55
Verwaltungsrat bis 2012 Jürg P. Spahn (Präsident), Philipp Moersen (Vize), Ronald Forster (Mitglied)
Verwaltungsrat ab 2013 Philipp Moersen (Präsident), Ronald Forster (Vize), Markus Höfler (Delegierter), René Zeier (Mitglied)

#Allgemeines

5. Dezember 2012 | Zwischen 40 Jahren und der Ewigkeit

Schaffhauser Nachrichten, Region
Robin Blanck

Nicht die tiefen Temperaturen dieser Tage, sondern auch die lange Warteliste für einen Weidlingspfosten lassen vielen Rhein-Fans das Blut in den Adern gefrieren. Den Inhabern wird von der Stadt eine Sondernutzung gewährt (siehe Artikel unten), künftig sollen aber mehr Personen in den Genuss einer Rheinfahrt kommen, weil der Stadtrat wie bereits gemeldet verschiedene Möglichkeiten prüft, um die Wartezeit zu verkürzen (siehe SN vom 14. November). Im Fokus stehen dürfte dabei unter anderem die Erblichkeit der Liegeplätze. Betrachtet man andere Gemeinden mit Rheinanstoss, wird klar, dass es beträchtliche Unterschiede gibt: Die Gemeinde Feuerthalen etwa hat keine Vorschrift für die Weitergabe eines Pfosten, in der Praxis existiert aber eine Regelung. Möglich ist eine Weitergabe nur innerhalb einer Haltergemeinschaft, wenn diese zehn Jahre Bestand hatte. Das heisst: Wenn beispielsweise ein Mitglied einer dreiköpfigen Haltergemeinschaft die Gruppe verlässt, kann ein anderes Mitglied den Pfosten nur übernehmen, wenn dieses schon seit zehn Jahren mit dabei ist. Das gilt auch für die Vererbung innerhalb der Familie: Eine Haltergemeinschaft zwischen den Familienangehörigen ist Pflicht für die Vererbung. Aber: Angeregt durch die Debatte im Grossen Stadtrat, denkt man im Gemeinderat über eine Revision des Reglements nach, wie der Feuerthaler Bausekretär Robert Schwarzer auf Anfrage der SN erklärt. Die Warteliste in Feuerthalen ist gemäss Auskunft von Schwarzer überblickbar, dies nicht zuletzt, weil bereits vor Jahren eine Wartelistengebühr eingeführt wurde: Jedes Jahr stellt die Gemeinde den auf der Warteliste verzeichneten Personen eine Rechnung über zehn Franken, gleichzeitig wird der Angeschriebene darüber informiert, auf welcher Position er sich befindet. «Das hat die Warteliste von etwa 200 auf gegen 80 reduziert», erinnert sich Schwarzer.
Die Bootsliegeplätze in Stein am Rhein werden von der Steiner Stadtpolizei verwaltet, die entsprechende Verordnung enthält keine Angaben zur Weitergabe innerhalb der Familie. Bei einem Todesfall in der Familie kann der Platz auf den Ehepartner übergehen, wie auf Anfrage erklärt wird. Im Übrigen habe die Warteliste Priorität: «In 99 Prozent der Fälle erfolgt die Weitergabe nach der Warteliste», sagt Stadtpolizist Beat Hirschi. Einen Vererbungsautomatismus gibt es gemäss Hirschi nicht, ausgeschlossen ist eine direkte Weitergabe aber nicht: «Weil die meisten sich schon früh auf die Warteliste setzen lassen, kann manchmal ein Pfosten übernommen werden, weil der Nachkomme ganz oben auf der Liste steht», sagt Hirschi. Wie die Gemeinde die Vergabe in Zukunft regeln wird, muss sich erst noch weisen, denn auch in Stein am Rhein wird an einer neuen Regelung gearbeitet, in der unter anderem die Höhe der geltenden Gebühren angepasst werden könnte – inhaltlich will man sich aber derzeit noch nicht äussern. Die Gemeinde Schlatt unterhält Bootsliegeplätze im Altparadies, eine Vererbung ist gemäss Gemeinderat Hans Möckli aber nicht erlaubt. «Wir hatten deswegen schon Streitfälle, unsere Regelung ist aber bestätigt worden», sagt Möckli. Wird ein Pfosten frei, hat der Nächste auf der Warteliste Anrecht auf den Platz.

**40 Jahre plus Verlängerung**
Einige Kilometer rheinaufwärts regelt seit 2002 eine Verordnung die Vergabe der Diessenhofer Bootsplätze. Zentral: Die Konzessionsdauer ist auf 40 Jahre beschränkt, wobei «bei begründeten Ausnahmefällen» eine Verlängerung um 10 Jahre gewährt werden kann. «Bisher gab es noch keinen solchen Fall», sagt Armin Jungi, Stadtschreiber von Diessenhofen. Deshalb sei auch nicht klar, wie der Stadtrat diese Regelung tatsächlich auslegen würde. Stirbt der Inhaber eines Diessenhofer Pfostens, geht der Platz längstens fünf Jahre an den überlebenden Ehegatten oder einen in Diessenhofen wohnenden direkten Nachkommen über. Auch in Diessenhofen wird eine Wartelistegebühr erhoben: 20 Franken beim Eintrag und danach jeweils alle 5 Jahre. Zwischen 60 und 70 Leute seien aktuell auf der Warteliste, «die Wartezeit beträgt Grössenordnung 25 Jahre», sagt Jungi. Nicht ausgeschlossen ist auch in Diessenhofen, dass das geltende Reglement in den kommenden Jahren von den Behörden nochmals einer Überarbeitung unterzogen wird – ein Abgleich mit den Reglementen anderer Gemeinden und vielleicht auch eine Anpassung der Gebühren könnten Gegenstand der Revision sein. In Wagenhausen ist ein Übertrag des Bootsliegeplatzes auf Ehepartner, Konkubinatspartner respektive Partner in eingetragener Partnerschaft oder direkte Nachkommen beim Tod oder schwerer Invalidität des Platzinhabers erlaubt, ähnlich ist die Situation in Rheinau: Grundsätzlich geht es nach der Warteliste, eine Vererbung beim Todesfall des Inhabers an Ehepartner oder Kinder ist aber erlaubt, denn diese Möglichkeit sei in der vom Kanton Zürich erlassenen «Verordnung über das Stationieren von Schiffen» explizit enthalten.


**Nachgefragt Marisa Miguel, Rechtsdienst Bau**
«Den Benützern wird eine Sondernutzung eingeräumt»

Mieten die Pfosteninhaber ihre Pfosten von der Stadt? Und gibt es einen Vertrag zwischen der Stadt und dem jeweili- gen Inhaber? Wir sprachen mit Marisa Miguel über diese Punkte.

*Welche Form von rechtlichem Verhältnis geht die Stadt mit den Inhabern eines Weidlingspfostens ein?*
Marisa Miguel: Beim Rhein handelt es sich um eine öffentliche Sache im Gemeingebrauch. Gebrauchsrechte an öffentlichen Sachen im Gemeingebrauch werden grundsätzlich nicht über privatrechtliche Verträge geregelt, sondern über Bewilligungen. Dem Benützer eines Weidlingspfostens wird eine sogenannte Sondernutzung eingeräumt. Die Vergabe von Bootsliegeplätzen wird in der Stadt Schaffhausen im Reglement über die Benützung der Bootsliegeplätze geregelt. Ein ähnliches Beispiel wäre die gebührenpflichtige Bewilligung für den Betrieb eines Boulevardcafés auf dem öffentlichen Grund. Beim Weidlingspfosten handelt es sich allerdings nicht um einen gesteigerten Gemeingebrauch wie bei den Cafés: Weil der entsprechende Platz am Pfosten nicht gleichzeitig auch von jemand anderem benutzt werden kann, muss das als Sondernutzung betrachtet werden.

*Ohne Vertrag wäre damit die Stadt theoretisch auch berechtigt, die Pfosten jederzeit zurückzufordern?*
So einfach ist es nicht: Man müsste zuerst prüfen, ob bei der Einräumung einer Sondernutzung ein «wohlerworbenes Recht» entsteht. Im Falle der Nutzung von Weidlingspfosten in der Stadt Schaffhausen ist dies aber nicht der Fall, weil sich dies nicht aus dem Reglement ableiten lässt. Das besagte Reglement sieht vor, dass die Verwaltungspolizei berechtigt ist, das Gebrauchsrecht jederzeit sofort und entschädigungslos aufzuheben, sofern die Gebühr nicht fristgemäss entrichtet oder die Verpflichtungen aufgrund des Reglements nicht erfüllt werden.

*Es gibt also keinen Vertrag, und ein «wohlerworbenes Recht» ist ein Pfosten auch nicht. Wie und ab wann könnte die Stadt nach einer Anpassung des Reglements – etwa im Sinne einer Befristung oder eines Verbots der Weitergabe – diese neuen Regeln in Kraft setzen?*
Das ist eine Frage des intertemporalen Rechts. Das angepasste Reglement müsste eine Bestimmung enthalten, die klar regelt, wie sich das neue Recht zu bestehenden Sachverhalten verhält und ab wann es in Kraft tritt. Klar ist, dass auf neue Vergaben von Bootsliegeplätzen dann auch das neue Reglement Anwendung finden würde. Die Antwort auf die Frage, auf welche Sachverhalte das alte Recht noch anzuwenden wäre, hängt aber vor allem davon ab, wie das Interesse des Betroffenen am Schutz des Vertrauens in die Weitergeltung des bisherigen Rechts gewichtet wird. Denn die Anwendung des neuen Rechts könnte eine Verletzung des Vertrauensschutzprinzips, eines Grundprinzips des Verwaltungsrechts, darstellen. Insbesondere dann, wenn die Betroffenen im Vertrauen auf die Weitergeltung des bisherigen Rechts Dispositionen getroffen haben, die sich ohne Nachteil nicht wieder rückgängig machen liessen. Beispiel: Wenn ein Betroffener kurz vor Inkrafttreten des neuen Reglements einen neuen Weidling gekauft hat. Die Betroffenen haben Anspruch auf eine angemessene Übergangsregelung.

*Würde ein Verbot der Weitergabe vor oder nach der nächsten Weitergabe in Kraft treten? Bisher konnten die Inhaber davon ausgehen, dass eine Weitergabe möglich sei …*
Diese Frage müsste von den Übergangsbestimmungen des neuen Reglements beantwortet werden. Für einen neuen Nutzer, dem das Nutzungsrecht weitergegeben wurde, müsste ein Verbot der Weitergabe gelten, da der neue Nutzer keinen Vertrauensschutz geniesst. Ein Verbot der Weitergabe für die bisherigen Inhaber würde meines Erachtens mit dem Vertrauensschutzprinzip kollidieren. Man müsste eine Interessenabwägung zwischen dem Interesse an der richtigen Anwendung des neuen Rechts und dem Vertrauensschutzprinzip machen.

*Welche Rechte an einem solchen Pfosten können Inhaber überhaupt geltend machen?*
Gegen Bezahlung der Benützungsgebühr hat ein Inhaber das Recht, den Bootsliegeplatz ausschliesslich zu nutzen. Er hat kein Eigentum daran, aber ein Nutzungsrecht, das ihm von der Stadt eingeräumt wurde.

Interview Robin Blanck


**Einwohner zuerst**
Ein umstrittenes Recht für die eigenen Bürger

Nebst Regelungen zur Weitergabe führen verschiedene Reglemente auch eine Einwohnerbevorzugung auf: Laut der Wagenhauser Ordnung sollen «in erster Linie» Einwohner der Gemeinde einen Platz bekommen, maximal zwei Fünftel können Campingplatzmietern zur Verfügung gestellt werden. Die Diessenhofer Ordnung legt fest, dass nur Personen mit Wohnsitz in der Gemeinde einen Platz erhalten, ganz ähnlich ist es in Schlatt, dort werden aber – wenn die Platzverhältnisse es zulassen – auch Auswärtige zugelassen. Solche Einwohnerbevorzugungen sind auch in verschiedenen anderen Gemeinden vorhanden, rechtlich stehen sie aber auf wackligen Füssen: Das frühere Reglement der Stadt Schaffhausen enthielt ebenfalls einen solchen Artikel, 1988 war dieser aber nebst anderen Gegenstand einer abstrakten Normenkontrolle durch das Schaffhauser Obergericht: Der Artikel wurde aus dem Reglement gekippt, weil er die Rechtsgleichheit verletzte. (rob)

#Allgemeines

30. November 2012 | Die Leere in den Naturwissenschaften

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Anna Rosenwasser

Im Rahmen von «ETH unterwegs» wurde die Kantonsschule Schaffhausen am Mittwoch und Donnerstag von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich besucht. Die Studienorientierung, die mit Aktionstagen durch diverse Schweizer Mittelschulen tourt, hat zum Ziel, die «Lust auf Naturwissenschaften und Technik» zu wecken – und selbstverständlich auch für ein Studium an der ETH zu werben.

**Illuster besetztes Podium**
Während am Mittwochnachmittag eine Chemie-Experimentalvorlesung stattfand und am Donnerstag Vorträge über Nanopartikel bis hin zu Origami gehalten wurden, fand am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle ein Inputreferat zum Thema Ingenieurmangel in der Schweiz statt. Die Veranstaltung «Wo bleiben die Ingenieure?» war öffentlich und beinhaltete auch eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Wissenschaftsjournalist Felix Würsten. Dazu war mit Thomas Vogel, Prorektor der ETH und Bauingenieur, Erziehungsdirektor Christian Amsler, Thomas Metzler, Geschäftsführer der Georg Fischer Wavin AG, Monika Walther, Geschäftsführerin der Siftung kihz, sowie Kantirektor Urs Saxer eine illustre Gästeschar zur Diskussionsrunde geladen worden. Das Inputreferat zum Thema hielt Thomas Vogel. Der Referent beleuchtete für das «nicht allzu zahlreich erschienene, aber umso interessiertere Publikum» das Schweizer Bildungssystem. Vogel erläuterte nicht nur kurz die fünf Departemente der ETH, sondern auch aktuelle Entwicklungen. Während die Informatik momentan «eher durchzogen» sei, boome der Studiengang des Maschineningenieurs, so Vogel. Der ETH-Prorektor forderte ausserdem klar eine angemessene Honorierung, damit Ingenieurinnen und Ingenieure nicht abwanderten. Dazu zeigte Vogel Zahlen aus dem Kanton Zürich. «Dass die Frauen weniger verdienen», was auf der Grafik klar erkennbar war, «das ist einfach so.» Die Frauen waren denn, wenn auch im Titel der Veranstaltung nicht erkennbar, ein zentrales Thema der Diskussion. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern sind; so seien in Lehrpositionen und Professuren zu wenig weibliche Vorbilder enthalten.

**Es fehlt an**
Nicht nur mangelt es dem Schweizer Ingenieurwesen an Frauen – es mangelt der Schweiz auch an Ingenieuren. «Es fehlen Leute, die bahnbrechende Produkte entwickeln», hielt Thomas Metzler fest, Geschäftsführer der Georg Fischer Wavin AG. 80 Prozent ihrer Ingenieure stammen aus dem Ausland. Daraufhin wurde eine Erhöhung der Maturandenquote dis-kutiert. Diesem «zweischneidigen Schwert» hielt Kantonsschulrektor Urs Saxer entgegen, dass in der Kanti Ingenieurswissenschaften prominent gefördert würden. Regierungsrat Christian Amsler fand, dass ohnehin viel früher angesetzt werden müsse, etwa in Eltern-Kind-Aktivitäten rund um die Naturwissenschaften. Als grösstes Anliegen äusserten Walther und Saxer das Umdenken bei Rollenmodellen. Zum Abschluss versicherte Metzler dem ETH-Prorektor, sie würden gerne ETH-Ingenieurinnen und Ingenieure einstellen, «wenn es denn hätte!»

#Allgemeines

27. November 2012 | Falken mit neuer Abfüllstrasse für Dosenbier

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Rolf Fehlmann

Dieser Druck auf den roten Startknopf sei «ein Highlight» seiner Karriere, sagte Verwaltungsratspräsident Jürg P. Spahn gestern anlässlich der Eröffnung der neuen Abfüllstrasse für Dosenbier.

**Lohnfüllung für Brauereien**
Das symbolische Betätigen des Startknopfes markiert nicht nur die Inbetriebnahme ihres neuen Dosenkompetenzzentrums (wie Falken die Abfüllanlage offiziell bezeichnet) – die Schaffhauser Brauerei macht gleichzeitig einen wichtigen Schritt in ein Tätigkeitsfeld, das den Schweizer Biermarkt beeinflussen wird: «Dieses Dosenkompetenzzentrum steht im Lohnauftrag auch anderen unabhängigen schweizerischen Brauereien offen», sagte Spahn. Damit sei das Unternehmen in der Lage, eine steigende Nachfrage abzudecken, erläuterte er. Die Nachfrage nach Dosenbier sei nämlich «mit zweistelligen Zuwachsraten pro Jahr» gewachsen; und fast alle grösseren Brauereien seien auf diesen Zug aufgesprungen, auch Falken. Weil jedoch alle Abfüllanlagen für Dosenbier in der Schweiz von global agierenden Konzernen weitestgehend für deren eigenen Bedarf betrieben würden, seien die meisten unabhängigen Brauereien «mangels Abfüllmöglichkeiten im Inland gezwungen, ihre in der Schweiz gebrauten Biere im nahen Ausland in Dosen abfüllen zu lassen, zum Beispiel im süddeutschen Raum», so Spahn. Auslöser für den Gedanken, das Lohnfüllgeschäft als weiteres strategisches Standbein der Brauerei Falken auszubauen, war ausgerechnet der Wegfall des grossen Lohnfüllkunden Thurella, der 2010 seinen Betrieb einstellte. Mit ihrem Schritt ins Lohnfüllgeschäft mit Dosenbier für unabhängige Brauereien verschafft Falken diesen jetzt die Möglichkeit, ihre gesamte Wertschöpfungskette innerhalb der Schweizer Landesgrenzen zu betreiben: «Swissness wird immer wichtiger, auch im Bewusstsein der Konsumenten», ist Spahn überzeugt, und darum strahle diese neue Anlage weit über die Region Schaffhausen hinaus: «Dieses Dosenkompetenzzentrum bringt Umsätze aus dem Ausland in die Schweiz zurück, es sichert Arbeitsplätze und zeichnet die Brauerei Falken als zukunftsgerichtetes Unternehmen aus.» Lediglich neun Monate nach dem Entscheid des Verwaltungsrates, die Anlage zu realisieren, laufe diese, und man habe alle gesteckten Ziele erreicht, berichtete Philipp Moersen, Vizepräsident des Verwaltungsrates. Im Zusammenhang mit dem Projekt habe man zusätzlich je eine Lehrstelle geschaffen für einen Logistiker und einen Lebensmitteltechnologen; und bei der Vergabe der Arbeiten für die bauliche Erweiterung seien, «wo immer möglich, Firmen aus der Region berücksichtigt worden». Von den sieben spezialisierten Lieferfirmen, die Komponenten für das Dosenkompetenzzentrum geliefert haben, stammen deren sechs ebenfalls aus der Schweiz. Noch bevor gestern der erste Dosen-Sixpack die Abfüllstrasse verliess, war die Auslastung der neuen Anlage bereits weit ins Jahr 2013 hinein gesichert: «Die Abfüllung von zehn Millionen Dosen ist bereits durch Verträge zugesagt, und weitere stehen kurz vor dem Abschluss», sagte Moersen.


**Dosenbier-Abfüllstrasse 15 000 Dosen pro Stunde in allen gängigen Grössen**

Das neue Dosenkompetenzzentrum der Brauerei Falken ist die einzige Abfüllstrasse für Dosenbier in der Schweiz, die nicht von den beiden Konzernen Heineken und Carlsberg betrieben wird und den unabhängigen Brauereien für das Abfüllen von Dosenbier zur Verfügung steht. Die technischen Daten der neuen Anlage sind beeindruckend: Unter Volllast kann sie 15 000 Dosen pro Stunde abfüllen. Während des Abfüllvorganges nehme das Bier höchstens 0,04 mg/l Sauerstoff auf, was äusserst wenig sei und ein Merkmal für die hohe Qualität darstelle, wie Falken betont. Neben den verbreiteten 50-cl- und 33-cl-Dosen können auch die kleineren 25-cl-«Slim Can»-Dosen befüllt werden. Auf der Anlage lassen sich 25 verschiedene Verpackungseinheiten verarbeiten; besonders gefragt ist die Fähigkeit, die Dosen in Schrumpffolie einzuschweissen, statt sie in Karton zu verpacken. (rf.)

#Allgemeines

27. November 2012 | Meilenstein in der Firmengeschichte der Brauerei Falken: Falken füllt neu auch Dosen ab

Schaffhauser Bock
von Daniel Thüler

Der grosse Stolz des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung der Brauerei Falken AG war deutlich spürbar an der gestrigen offiziellen Einweihung des neuen Dosenkompetenzzentrums («Es ist ein Meilenstein in der Firmengeschichte»): Hier kann die Schaffhauser Brauerei künftig pro Stunde 15 000 50-cl- oder 33-cl-Dosen abfüllen, und nach einer späteren Erweiterung auch 25-cl-Slim-Cans (bekannt durch «Red Bull»). «Es gibt nur zwei weitere Dosenabfüllanlagen in der Schweiz», erklärt VR-Präsident Jürg P. Spahn. «Und diese sind in festen Händen von ausländischen Grossbrauereien, die nicht mit kleineren zusammenarbeiten wollen. Unabhängige Schweizer Brauereien waren deshalb bisher gezwungen, ihr Bier jenseits der Grenze abfüllen zu lassen – dem schaffen wir nun Abhilfe.» Gerade beim lokalen Bezug der Biere, dem zunehmenden Absatz von Dosenbier und dem grösseren Bewusstsein der Konsumenten für «swissness» sei dies enorm wichtig. Das hätten auch die anderen Brauereien erkannt: «Die Nachfrage ist bereits deutlich höher als wir erwartet haben.»

**Verlust wird zur Chance**
Am Anfang des neuen Dosenkompetenzzentrums stand der Verlust eines wichtigen Kunden. «Nebst der Produktion unserer Falken-Biere und dem Getränkehandel sind wir auch zu einer guten Adresse für Lohnfüllungen für andere Brauereien und Produzenten nichtalkoholischer Getränke geworden», erklärt Spahn. «Im Herbst 2010 wurde Thurella geschlossen, wodurch wir einen wichtigen Partner im Bereich Lohnfüllungen verloren haben.» Statt den Verlust nicht einfach mit Bedauern zur Kenntnis zu nehmen, wollte der Verwaltungsrat ihn mindestens kompensieren. «Die Geschäftsleitung suchte nach Alternativen», so Jürg P. Spahn, «mit dem Ziel, die freigewordenen Kapazitäten wieder auszulasten, auch um die Arbeitsplätze zu erhalten und längerfristig zu sichern. So kam der Gedanke zum Ausbau des Lohnfüllgeschäftes als weiteres strategisches Standbein der Brauerei Falken.» Bier in Dosen verzeichne zurzeit zweistellige Zuwachsraten pro Jahr. Wie Falken-Geschäftsleiter Markus Höfler sagt, werde am eigenen Sortiment deshalb nicht geschraubt – Bier aus Flaschen habe für Falken nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Geplantes Volumen übertroffen Wie Philipp Moersen sagte, seien für den Bau möglichst Firmen aus der Region berücksichtigt worden. «Am 5. Juni 2012 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, nun sind wir bereits fertig», erklärt er. «Parallel zum Bau haben wir mit potenziellen Lohnfüllpartnern die vorbesprochenen Verträge abgeschlossen, und so können wir heute mit Stolz festhalten, dass wir die ursprünglich geplanten Anfangsvolumen weit übertroffen haben und weitere Verträge kurz vor dem Abschluss stehen.» Ein positiver Aspekt sei auch, dass eine zusätzliche Lehrstelle für einen Lebensmitteltechnologen sowie eine Lehrstelle für einen Logistiker geschaffen werden konnten.

#Notizen zu Namen

24. November 2012 | Hallau: Referate im Gemeinderat neu verteilt

Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Reiat
(r.)

Die neuen Gemeinderatsmitglieder Dieter Buess und Daniel Meyer sind in der alten Legislaturperiode an der Sitzung vom 20. November 2012 unter dem Präsidium von Werner Pfistner in Pflicht genommen worden. Anschliessend nahmen die beiden Kollegen als Gäste an den Verhandlungen der zahlreichen Geschäfte des Abends teil. Der neu gewählte Hallauer Gemeinderat hat am späten Dienstagabend im Anschluss an die ordentliche Sitzung vom 20. November 2012 unter Ausschluss von Werner Pfistner und Gabriela Buff sowie unter dem Vorsitz des neuen Gemeindepräsidenten die Referatsbesetzungen ab 2013 eingehend diskutiert und für die nächste vierjährige Legislaturperiode die erforderlichen Beschlüsse gefasst.

**Präsident behält Finanzreferat**
Alfred Neukomm übernimmt von Werner Pfistner die Geschäftsbereiche, die zum Präsidium gehören wie die Leitung der Gemeinderatssitzungen und der Gemeindeversammlung, die Aufsicht über die Geschäfte des Gemeinderates, die Kanzlei, das Bürgerrechtswesen, die Pflege der dorfübergreifenden Kontakte mit den Klettgauer Gemeinden und dem Kanton, die grenzüberschreitenden Gespräche, die Förderung der Weiterentwicklung der Gemeinde, den Bereich Tourismus, ferner die Polizeiaufgaben (Verkehr, Wirtschaft, Gewerbe usw.), den Störfall- und den Katastrophenschutz sowie die Leitung von Katastrophenstab, Wahlbüro und das Präsidium der Arbeitsgruppe Einbürgerungen, das Ortsmuseum sowie das Gemeindearchiv. Alfred Neukomm führt weiterhin das Finanz- und Personalreferat (Zentralverwaltung, Steuerverwaltung, Personal- und Versicherungswesen), die Information nach innen und aussen, übergibt aber das Werkreferat, das bisher dem Gemeindepräsidium zugeordnet war, einem Gemeinderatskollegen.

**Neu gebildetes Baureferat**
Ab Neujahr 2013 gibt es ein Bau-(Hochbau) und ein Werkreferat (Tiefbau). Das neu gebildete Baureferat, das vor allem mit den Baugesuchen zu tun hat, übernimmt Dieter Buess. Verschiedene Bereiche gehören ferner zu diesem Referat: die Umsetzung des kantonalen Baugesetzes sowie der Bau- und Nutzungsordnung, der Betrieb und Unterhalt von Gemeindeliegenschaften, die Bau- und die Feuerpolizei, die Raumplanung, die Objekte im Baurecht, die Verwaltung von Liegenschaften, das Pachtwesen, der Natur- und Landschaftsschutz sowie das Bestattungswesen. Das Werkreferat mit dem Tiefbau betreut künftig Hans Neukomm. Nebst der Wasser- und der Elektrizitätsversorgung mit dem Kraftwerk Wunderklingen gehören auch die Entsorgung (Abfallwesen und Abwasserverband Klettgau), die Planung, die Erstellung und der Unterhalt aller Tiefbauten mit den Strassen und Werkleitungen, ferner der Forst mit dem Jagdwesen, die öffentlichen Anlagen, der Privatverkehr, der Unterhalt von öffentlichen Gewässern und Ufern sowie die Wanderwege und auch die Arbeitssicherheit in dieses Referat. Hans Neukomm-Schneider wurde als amtältestes Mitglied des Gemeinderats (nach Alfred Neukomm-Ammann) zum Vizepräsidenten der Hallauer Exekutive gewählt.

**Keine weiteren Veränderungen**
Das Schulreferat bleibt weiterhin in den Händen von Liliana Goetz-Gianini. Diese beinhaltet die Aufsicht über die Organisation des Schulwesens, die Vertretung des Gemeinderats in der Schulbehörde und die Jugendarbeit (auch Mitglied in der Jugendkommission) sowie den Jugendschutz. Die Aufsicht und der Vollzug des Erbschaftswesens sind die weiteren Tätigkeiten wie die kulturellen Belange, die Freizeitangebote, die Kontakte zu den Vereinen (allgemeine Vorstandssitzung) und die Standortförderung. Das Sozialreferat führt ab Neujahr Daniel Meyer. Im Zentrum stehen der Betrieb und der Unterhalt des Alters- und Pflegeheims am Buck, die Sozialhilfe, das Gesundheitswesen (inkl. Spitex und die Gesundheitsprävention), die Arbeitslosenhilfe, das Asylwesen und die Alimentenbevorschussung. Er gehört künftig der Kantonalen Alterskommission an, ebenso der Regionalkonferenz Atommüll-Endlager Südranden. Daniel Meyer ist ferner für den öffentlichen Verkehr zuständig.

**Inpflichtnahme des Präsidenten**
Die Inpflichtnahme des neuen Gemeindepräsidenten erfolgt am 11. Dezember 2012 durch den Regierungsrat in Schaffhausen. In dieser neuen Zusammensetzung kann der Gemeinderat ab Neujahr 2013 seine Regierungsaufgaben unter besten Voraussetzungen erfüllen und an der Gemeinderatssitzung vom 8. Januar 2013 die ersten Geschäfte behandeln. Gemäss den Ausführungen von Alfred Neukomm-Ammann hat das Milizsystem für die Gemeinden trotz komplexerer Aufgaben nicht ausgedient. Es brauche aber auch mehr Verständnis für die Milizarbeit. Bei Strukturreformen oder anderen Neuerungen in den Gemeinden dürfe man dabei nie die Grundidee aus den Augen lassen: Staatliche Institutionen haben das Wohl der Bevölkerung zu verfolgen und die beschränkten Ressourcen effektiv und effizient einzusetzen.

#Alt-Scaphusia

22. November 2012 | Kurt Hausammann olim Obelix

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Dr. med. Kurt Hausammann olim Obelix
Arzt
Generation 1971

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Abdankung findet am Donnerstag, 29. November 2012, 14.30 Uhr in der Reformierten Kirche Ermatingen statt.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 12. Dezember 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt. Den Nekrolog hält verdankenswerterweise Dr. med. Jürg Häggi v/o Moses.

#Allgemeines

21. November 2012 | Das lange Warten auf einen Pfosten

Schaffhauser Nachrichten, Front, Region
Robin Blanck

Über 600 Personen warten derzeit auf einen der begehrten Weidlingspfosten: Darunter sind nicht nur Schaffhauser, sondern auch Personen aus der ganzen Schweiz und anderen Ländern. Geführt wird die legendäre Warteliste von der Verwaltungspolizei. Die Interessenten auf den vordersten Plätzen haben sich Anfang der 70er-Jahre auf die Liste setzen lassen, entsprechend älter sind auch sie geworden, wenn sie demnächst einen Pfosten erhalten: Der Erste auf der Liste für Weidlinge ohne Motor ist heute 63 Jahre alt, der Erste auf der Warteliste für Motorboote 75 Jahre.


**Einen Pfosten gibt es meist erst ab 60**

Weidlingsenthusiast F. muss sich noch etwas gedulden, dennoch ist er jetzt da, wo Hunderte andere auch sein möchten: auf Platz 1 der Warteliste für einen Bootsliegeplatz. Das bedeutet: F. erhält den nächsten Pfosten zugesprochen, der frei wird. Im Jahr 1981, im Alter von 32 Jahren, hat er sich mit dem Vermerk «ohne Motor» auf die Liste setzen lassen. Nun, nach 31 Jahren Wartezeit und im Alter von 63 Jahren, ist der Pfosten in greifbare Nähe gerückt. Weil seit 1986 ein Ausgleich zwischen motorbetriebenen und motorlosen Weidlingen vorgeschrieben ist und noch immer ein kleines Übergewicht von Motorbooten besteht, wurden seither nur Pfosten an Besitzer motorloser Weidlinge vergeben. Deshalb ist die Wartezeit dort kürzer als auf der Warteliste der Personen mit Motorboot: Der Interessent, der ganz oben auf der Motorbootliste steht, wartet seit 1971, seither sind 41 Jahre vergangen. Damals war der Mann 34-jährig, seinen eigenen Weidlingspfosten bekommt er also frühestens im Alter von 75 Jahren.

**Älteste Interessenten sind 79**
Das sind keine Einzelfälle, auf der «Warteliste mit und ohne Motor.xls», wie die Datei auf dem Computer der städtischen Verwaltungspolizei heisst, gibt es dafür zahlreiche Beispiele: Auch auf nachfolgenden Plätzen warten Interessenten, die sich in der ersten Hälfte der 70er-Jahre für einen Pfosten vormerken liessen. Die ältesten Wartenden haben Jahrgang 1933, jene auf der Motorbootliste sind meist deutlich vor 1950 geboren worden. Das illustriert das Problem: Die 276 Pfosten sind heiss begehrt, aber weil pro Jahr nur gerade vier Wechsel stattfinden, muss man sich gedulden. Auf die Liste setzen lassen kann man sich heute im Alter von 16 Jahren, betrachtet man die Wartezeit von gegen 40 Jahren, erhält ein Interessent seinen Pfosten kurz vor dem 60. Altersjahr. Vermutlich dürfte die effektive Wartezeit aber noch höher liegen, zumal die Liste dauernd wächst: 2011 kamen 25 Personen neu auf die Liste, 2012 waren es bisher 18, der letzte Neuzugang datiert vom 7. November. Drei Wartelisten gibt es: eine für Personen, die ein Wassergefährt ohne Motor besitzen (188 Personen), für jene, die eine motorbetriebenes Boot haben (180 Personen), und für solche, die sich beide Möglichkeiten offenhalten (251). Macht zusammen 619 Personen, wobei manche sich gleich auf mehreren Listen eingetragen haben, sodass die Zahl der Wartenden leicht tiefer sein dürfte.

**Nicht alle sind noch interessiert**
Allerdings ist nicht bei allen auf der Liste klar, ob das Interesse auch weiterhin vorhanden ist: Wird schriftlich Verzicht erklärt oder ist eine Person verstorben, wird die Liste angepasst. Bleibt das aus oder wird auch auf schriftliche Nachfrage nicht geantwortet, bleibt der Interessent auf der Liste.

**Weitergabe an Nachkommen**
Dass es nur wenig Wechsel gibt, hat einerseits mit dem Umstand zu tun, dass Pfosten selten freiwillig zurückgegeben werden, andererseits mit den geltenden Regelungen: Gemäss heutiger Praxis ist es erlaubt, den Liegeplatz an direkte Nachkommen weiterzugeben, wenn diese auch auf der Warteliste stehen. Zwingend nötig ist ein Platz auf der Liste aber nicht: Wenn die Nachkommen sich bereit erklären, dem Ausgleichspassus im Reglement Folge zu leisten, ist eine Weitergabe «ausnahmsweise» erlaubt. Konkret heisst das: Als Nachkomme eines Inhabers mit Motorweidling müsste man sich derzeit bereit erklären, bei der Übernahme auf den Motor zu verzichten. Das gilt natürlich nur bis zum Gleichstand zwischen motorlosen und motorbetriebenen Booten, danach wäre eine Vererbung unter Beibehaltung der Antriebsart möglich.

**Interessenten aus den USA**
Einem rascheren Wechsel steht auch die Regelung entgegen, welche es ausdrücklich erlaubt, den Pfosten auch nach dem Wegzug aus Schaffhausen zu behalten. Das hat auch Folgen für die Interessenten: Auf der Warteliste finden sich Adressen aus der ganzen Schweiz, aber auch aus Norddeutschland oder den USA. «In der Regel handelt es sich um Personen aus Schaffhausen, die weggezogen sind», sagt Alois Sidler, Chef der Verwaltungspolizei.

**Stadtrat kann Reglement anpassen**
Um die Wartezeit zu verkürzen, hat der Grosse Stadtrat am vergangenen Dienstag ein Postulat von Till Hardmeier (siehe SN vom 14. November) überwiesen, das vom Stadtrat entsprechende Massnahmen verlangt. Wichtig dabei: Beschränkt sich der Stadtrat auf eine Änderung des «Reglements über die Benützung der Bootsliegeplätze», liegt die Umsetzung allein in der Kompetenz der städtischen Exekutive. Eine befristetes Nutzungsrecht oder auch das Verbot, die Pfosten an Nachkommen zu vererben – beides Ansätze, die für erheblichen Aufruhr sorgen dürften –, müssten nicht durch den Grossen Stadtrat oder das Stimmvolk genehmigt werden. Der Stadtrat ist nur dazu verpflichtet, dem Grossen Stadtrat Bericht zu erstatten. Der Rat seinerseits könnte die Abschreibung des Postulats ablehnen, mehr aber nicht. Die Betroffenen könnten sich gegen die Änderung des Reglements mit individuellen Rechtsmitteln zur Wehr setzen oder eine abstrakte Normenkontrolle durch das Obergericht verlangen. Anders sähe es aus, wenn der Stadtrat beispielsweise eine dritte Reihe Bootspfähle einschlagen wollte: Das würde wahrscheinlich aufgrund der Finanzkompetenzen dazu führen, dass das Stadtparlament befragt werden müsste.

**Stichproben bei Haltern**
Damit nach Möglichkeit Missbrauch verhindert wird – etwas, dass jemand den Pfosten eines Verstorbenen einfach übernimmt oder Pfosten verbotenerweise untervermietet werden –, macht die Verwaltungspolizei Stichproben: Es wird überprüft, wer die Gebühren für den Pfosten begleicht und auf wen der Weidling zugelassen ist. Werden Unstimmigkeiten festgestellt, tritt man in Kontakt mit dem Halter. «Das meiste kommt an den Tag, wenn wir die Rechnungen verschicken», sagt Sidler. Wird ein Weidling vernachlässigt, etwa indem man eindringendes Wasser nicht mehr schöpft, kontaktiert die Verwaltungspolizei den Halter. Bei wiederholter Vernachlässigung wird der Entzug des Pfostens angedroht. Der Entzug kann unverzüglich erfolgen, wenn die Pflichten nicht eingehalten werden oder die Gebühren nicht entrichtet werden. «Droht der Entzug, wird in der Regel rasch reagiert», sagt Sidler.

#Allgemeines

20. November 2012 | Bier vom Discounter statt in der Beiz

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
(sda)

In der Schweiz wird immer mehr ausländisches Bier getrunken. Der Marktanteil beträgt inzwischen fast 24 Prozent. Trotz des Booms an Kleinbrauereien ist der Absatz der heimischen Hersteller im Braujahr 2011/12 (per Ende September) dagegen erneut gesunken. Damit setzten sich die Trends der letzten Jahre fort, wenn auch weniger prägnant. Für den Schweizer Brauerei-Verband (SBV) ist es ein Hoffnungsschimmer, dass sich das Absatzwachstum der Importbiere von 7,1 Prozent im Vorjahr auf 4,1 Prozent verlangsamt hat und sich das Minus der schweizerischen Bierproduktion (–0,3 Prozent) in Grenzen hält.
Insgesamt wuchs der Schweizer Biermarkt im vergangenen Braujahr um 0,7 Prozent auf rund 4,6 Millionen Hektoliter. Der Pro-Kopf-Konsum dürfte aber weiter gesunken sein, nahm doch die Wohnbevölkerung in den letzten Jahren stets um rund 1 Prozent zu.

**Einwanderer bleiben ihrem Bier treu**
Die Einwanderer bleiben teilweise Biermarken aus der Heimat treu. So stammen 12,2 Prozent der importierten Biere aus Portugal, 14,5 Prozent aus Frankreich und 51 Prozent aus Deutschland. Dieser Neuzuzügereffekt sei aber nicht entscheidend für den Markttrend, sagte SBV-Direktor Marcel Kreber an einer Medienkonferenz in Zürich. Gewichtigere Faktoren seien die Frankenstärke und das unsichere Wirtschaftsumfeld. Der Einkaufstourismus habe nochmals zugenommen, ebenso die Verlagerung weg von der Gastronomie in den Detailhandel. Diese Entwicklung werde durch Rauchverbote verstärkt, sagte Verbandspräsident Markus Zemp. Allerdings müssen die Restaurantbesucher für Bier auch immer tiefer in die Tasche greifen: Für Aufsehen sorgte im Sommer der Wirteverband Basel-Stadt, der sich gegen neuerliche Preiserhöhungen von rund 4 Prozent der dominierenden Lieferanten Heineken und Carlsberg wehrte und Direktimporte organisierte. Den Bierkonsum drückten auch die rückläufigen Gästezahlen in den Tourismusregionen. Entscheidenden Einfluss hat das Wetter: So lasteten die durchzogenen Sommermonate auf dem Absatz, wie Zemp sagte. Gutes Grillwetter sei für die Brauereien wichtiger als einzelne Grossereignisse wie die Fussball-Weltmeisterschaft. Der Wettbewerb sei intensiv. Dies begünstige die Innovation und steigere die Qualität, auch wenn nicht alle neuen Biersorten lange bestehen blieben, sagte Kreber. Der Boom von Klein- und Kleinstbrauereien sei gut für die Vielfalt und damit das Image von Bier. Sie erreichen aber nur eine Marktnische. Von den über 350 Brauereien in der Schweiz gehören die 16 grössten zum SBV. Diese brauen über 97 Prozent des in der Schweiz hergestellten Bieres. Ihr Umsatz beträgt rund 1 Milliarde Franken. Immer bedeutender wird der Marktanteil der Importbiere, der von 22,9 Prozent im Vorjahr auf 23,7 Prozent gestiegen ist. Der Anteil der ausländischen Marken ist noch höher, denn das in der Schweiz gebraute Bier der beiden dominierenden Konzerne Carlsberg und Heineken wird vom SBV zum inländischen Bier gezählt.

**Gegen politische Eingriffe**
Angesichts des schrumpfenden Absatzes wehren sich die Schweizer Bierbrauer gegen Eingriffe der Politik, auch wenn sie ebenfalls keine Freude an Alkoholexzessen von Jugendlichen oder an Abfallbergen auf Ausgangsmeilen haben. So wehrt sich der Verband bei der laufenden Revision des Alkoholgesetzes gegen nächtliche Alkoholverkaufsverbote im Detailhandel. Auch das Ansinnen von Getränkegrossisten für ein Pflichtpfand lehnt er ab, betrage doch der Glasrücklauf gut 95 Prozent.


**Schaffhauser Biermarkt Auch Brauerei Falken spürt den rückläufigen Inlandkonsum**

Den Trends, welche das Braujahr 2011/12 prägten, konnte sich auch die Schaffhauser Brauerei Falken nicht entziehen, wie Markus Höfler, Geschäftsführer der Brauerei Falken, auf Anfrage der «Schaffhauser Nachrichten» ausführte.
«Als Brauerei in der Grenzregion spüren wir den Einkaufstourismus deutlich, ebenso wie die Verlagerung des Konsums vom Gastgewerbe in den Detailhandel», sagte Höfler. «Trotzdem behaupten wir uns gut und sehen keinen Anlass zum Jammern.» Den Löwenanteil ihrer Umsätze mache die Brauerei Falken nach wie vor mit ihrem klassischen Lagerbier, erläuterte Höfler. «Den Rest tragen die Spezialitäten bei. Damit können wir zwar wachsen; wir sind jedoch nicht in der Lage, den rückläufigen Konsum inländischer Biere vollständig zu kompensieren.» Wegen kleinerer Herstellmengen, spezieller Zutaten und eines höheren Anteils an nicht automatisierbaren Produktionsschritten seien Spezialitäten zwar aufwendiger, meinte Höfler, doch trügen sie dazu bei, «dass wir als Brauerei kontinuierlich Innovationskraft zeigen können.» (rf.)

#Allgemeines

15. November 2012 | Kunstauktion an der Kanti für den guten Zweck

Schaffhauser Nachrichten, Region
Selina Zehnder

Ein Projekt der besonderen Art stellt die Schülerorganisation (SO) der Kantonsschule Schaffhausen auf die Beine: eine Kunstausstellung mit anschliessender Auktion unter dem Motto «Kunst für warme Füsse». «Bis jetzt konnten wir rund 20 verschiedene Künstler dazu bewegen, unserem Projekt ein Kunstobjekt beizusteuern», erklären Vicky Mäder und Melvin Steiger, die beiden Hauptorganisatoren der Kunstausstellung. Der Grossteil der Mitwirkenden seien Schüler. Aber auch Werke des Zeichenlehrers Silvio Vanzella und von Hans Funke, dem verstorbenen Vater einer ehemaligen Kanti-Prorektorin, werden vertreten sein. Dabei seien die Kunstobjekte nicht nur Gemälde und Skulpturen, sondern auch selbst verzierte Jutetaschen und eigens dafür geschriebene Gedichte, welche in Gemälden dargestellt werden. «Unser Ziel war es, mindestens 20 Bilder und Skulpturen zu organisieren. Das haben wir inzwischen sogar übertroffen. Denn einige Künstler steuern gleich mehrere Objekte für die Auktion bei», berichtet Mäder.
Die zündende Idee für das Projekt stammt nicht von der SO selbst. «Im Frühling dieses Jahres kam eine Schülerin auf uns zu und fragte, ob wir nicht mit einem Projekt die Hilfsorganisation ‹ungerwägs› unterstützen könnten», sagt Steiger. Nach reichlicher Überlegung hätten sich die jungen Leute dann entschlossen, eine Kunstausstellung mit anschliessender Auktion zu organisieren. «Mit Kunst ist es möglich, Leute für so ein Projekt zu begeistern», meint Steiger. Der Erlös der Auktion geht vollumfänglich an die Organisation «ungerwägs» aus Bern. «Der Erlös wird Kindern in Moldavien, dem ärmsten Land Europas, zugutekam», erklären die beiden. Denn rund 70 Prozent der Kinder leiden in Moldavien im Winter unter ständiger Kälte. Mit dem Erlös soll ihnen geholfen werden – daher auch das Thema des Projekts: «Kunst für warme Füsse». Während der Ausstellung und der Auktion werde es ausserdem eine Kollekte geben. «So können auch diejenigen, welche kein Kunstwerk ersteigert haben, spenden.»

**Nur noch kleinere Arbeiten**
Die Vorbereitungen für kommenden Samstag laufen im Moment auf Hochtouren. Zwar hätten Vicky Mäder und Melvin Steiger mithilfe des übrigen SO-Vorstandes schon das meiste organisiert, doch würden jetzt noch kleinere Arbeiten anfallen: Bilder einholen, Apéro einkaufen, Präsentationsmedien organisieren, Mindestgebote festlegen und so weiter. «Nun hoffen wir natürlich, dass am Samstagmittag möglichst viele Interessierte kommen werden und entweder ein Bild ersteigern oder sonst spenden.» Denn nur so können die Veranstalter am Schluss der Hilfsorganisation wirklich einen Betrag überweisen, der sich auch sehen lassen kann.

**Ausstellung: «Kunst für warme Füsse»**

Am Samstag, dem 17. November, findet in der Mensa im Ergänzungsbau der Kantonsschule eine durch die Schülerorganisation der Kanti organisierte Kunstausstellung mit anschliessender Auktion statt. Ab 11 Uhr können die Interessierten einen Apéro mit musikalischer Begleitung durch Schüler der Kanti geniessen. Um 11.15 Uhr findet die offizielle Begrüssung statt, wobei die Präsidentin von «ungerwägs», Margret Stoll, die Hilfsorganisation vorstellen wird. Danach haben die Besucher während einer Stunde Zeit, die Kunstwerke zu betrachten und mitzubieten. Das Prinzip, so die beiden Hauptorganisatoren Vicky Mäder und Melvin Steiger, sei dabei wie bei einer Ebay- oder Ricardo-Auktion. Nach Ablauf der Zeit wird verkündet, wer welches Bild ersteigert hat. Die Bezahlung kann direkt bar oder per Einzahlungsschein erfolgen. (sze)

#Allgemeines

14. November 2012 | Weidlingspfosten: Stadtrat will auch eine befristete Nutzung prüfen

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Robin Blanck

Geduld war bisher die Kardinaltugend all jener, die sich einen Weidlingspfosten wünschten: Der Grosse Stadtrat hat nun gestern einen Vorstoss überwiesen, der dafür sorgen soll, dass die Wartezeit – gesprochen wird von Zeiträumen zwischen 30 und 50 Jahren – künftig verkürzt werden soll. Mit 23 gegen 7 Stimmen wurde ein Vorstoss von Till Hardmeier (JFSH) überwiesen, der eine Prüfung der entsprechenden Möglichkeiten durch den Stadtrat verlangt hatte. Brisant: Der Stadtrat hat nicht nur die Bereitschaft signalisiert, einen Ausbau der Kapazitäten und eine Gruppenbevorzugung zu prüfen, sondern auch eine Befristung der Nutzungsdauer für die Weidlingspfosten. Stadträtin Jeanette Storrer nannte hier als möglichen Zeitraum eine Untergrenze von 20 Jahren. Nicht weiter verfolgen will die Stadt die Idee, auf ihrem Land Bootstrockengaragen zu erstellen. Das sei dem schönen Rheinufer abträglich und zudem nicht Aufgabe der öffentlichen Hand. Heute führt die Stadt drei Wartelisten: eine für Interessenten mit einem Schiff mit Motor, eine für solche ohne und eine für jene, die beide Optionen angegeben haben. Die letzte Liste ist mit 250 Wartenden die längste, insgesamt summieren sich die drei Listen auf 600 Personen, wobei manche Personen auf verschiedenen Listen eingetragen sind.
Ausserdem stimmte der Grosse Stadtrat gestern der Vorlage zum Freien Platz zu und überwies ein Postulat zum Bau von Fotovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden.

**Das Warten soll ein Ende haben**

*Mit 23 gegen 7 Stimmen wurde das Weidlingspostulat überwiesen. Trockengaragen für Boote bauen will der Stadtrat aber nicht.*

Die Debatte um die 278 Weidlingspfosten, welche von der Stadt bewirtschaftet werden, ist alt, die Klage über die lange Wartezeit ein bekanntes Problem. Was aber soll man tun, um das Warten zu verkürzen? Till Hardmeier hat seine Vorschläge im Rahmen eines Postulates aufgezeigt: eine zusätzliche Reihe Pfosten einschlagen, Gruppen bei der Vergabe der Pfosten bevorzugen, ein Mobility-ähnliches Angebot auf privater Basis ermöglichen, Bootstrockengaragen bauen oder auch – schärfster Ansatz – bei zu geringer Nutzung des Weidlings den Pfosten entziehen. Den Weg sah Hardmeier aber als zweitrangig an, «ich will einfach, dass die Wartezeit verkürzt wird», sagte er. Und aus dem Stadtrat kam keine Ablehnung, für die Mehrheit der Vorschläge zeigte man sich bei der Stadt empfänglich. Stadträtin Jeanette Storrer äusserte sich zu den drei möglichen Wegen, das Postulat umzusetzen. Weg 1: Änderungen im Reglement – etwa durch die Bevorzugung von Gruppen oder auch die Beschränkung der Nutzungsdauer oder Verbot der Vererbung. Bereits heute sei es nicht möglich, den Pfosten an einen Nachkommen zu übergeben, wenn dieser nicht auf der Warteliste stehe. Eine Nutzungsklausel bringe grossen Kontrollaufwand, zudem gebe es immer Gründe, wieso man den Weidling gerade jetzt nicht brauchen könne. Der Stadtrat sei aber bereit, eine Befristung der Liegeplätze – als «reines Beispiel» nannte Storrer «20 Jahre oder mehr» – zu prüfen, ebenso eine Abgabe des Liegeplatzes beim Wegzug aus dem Kanton Schaffhausen. Für den Stadtrat prüfenswert sei auch die Frage nach der Gruppenbevorzugung. Einen oder mehrere Bootspfähle für ein Boots-Sharing einzusetzen – analog Mobility – beurteilt der Stadtrat ebenso als mögliche Option, die verfolgt werden könnte.
Weg 2 zur Verkürzung der Wartezeit: mehr Pfosten. Hier wies Storrer darauf hin, dass der kantonale Richtplan den Bau zusätzlicher Liegeplätze begrenze. Gleichwohl sei man bereit, einen Ausbau der Kapazitäten an den wenigen verbleibenden Stellen abzuklären. Weg 3 zum Pfosten: Bau von Bootstrockengaragen. In diesem Punkt war es vorbei mit dem Verständnis der Stadt, weil das nun nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sei, wie Storrer erklärte. Wenige Wellen geschlagen habe das Anliegen bei der SVP, «das Verkehrsaufkommen muss auch nicht um jeden Preis erhöht werden», lehnte Ernst Spengler das Postulat ab. Eine dritte Reihe Pfosten und damit eine starke Zunahme des Verkehrs lehnte auch Georg Merz (ÖBS) ab, der Gruppenbevorzugung konnte er aber einiges abgewinnen. Thomas Hauser (FDP) stellte sich hinter die Forderung und drängte vor allem auf einen Ausbau der Anzahl Liegeplätze. Er rief in diesem Zusammenhang dazu auf, sich bei der Revision des Richtplans im Kantonsrat für mehr Pfosten einzusetzen. Zustimmung gab es auch von Beat Steinacher (SP), «auch wenn einzelne Vorschläge Stirnrunzeln hervorgerufen haben».

#Notizen zu Namen

13. November 2012 | Kernkraft: Das Gefühl von Sicherheit

Schaffhauser Nachrichten, Region
Mark Liebenberg

Die Fragestellung war klar und einfach: «Sind unsere Kernkraftwerke sicher?» – dass die Antwort kaum ebenso klar und einfach ausfallen würde, war vorprogrammiert. Hans Wanner, Direktor des Eidgenössischen Nuklearinspektorats (Ensi), fasste das Dilemma so zusammen: «Würde ich Nein sagen, würden Sie mich fragen, wieso wir dann unsere Atomkraftwerke nicht sofort abstellen. Würde ich Ja sagen, würden Sie mich fragen, wie ich Sicherheit definiere.»
Wanner, der in Schaffhausen geboren und aufgewachsen ist, doktorierte an der ETH in Chemie und arbeitete ab 1994 beim Bundesamt für Energie. Seit zwei Jahren ist er der Direktor des Ensi und damit für die Überwachung der Sicherheit der vier schweizerischen Kernkraftwerke verantwortlich. Aus dieser Optik leitete Wanner den Begriff der Sicherheit zum einen durch bestehende Gesetze und Regelungen her. Wanner erwähnte die Ausserbetriebnahmeverordnung und Betriebs- und Bewilligungsvorschriften sowie Sicherheitsanalysen, welche sein vom Bundesamt für Energie und von den AKW-Betreibern unabhängiges Inspektorat anordnet oder periodisch erstellen lässt. Zum anderen müsse aber der Faktor Zeit in die Beurteilung einfliessen. «Was denken Sie, steigt oder sinkt die Sicherheit eines Kernkraftwerks im Laufe der Zeit?» Tatsache sei, sie steige. Weil das Ensi konsequent und mit gesetzlichem Auftrag die Nachrüstung der Meiler mit neuer Technologie durchsetze, die auch neue Erkenntnisse in der internationalen Atomforschung auf aktuellstem Stand einschliesse. So seien Mühleberg und Beznau heute die um ein Vielfaches sichereren Kernkraftwerke als damals, als sie in Betrieb genommen wurden. «Sicherheit ist kein Zustand, der einmal erreicht wird und den man dann einfach erhalten kann. Sicherheit ist ein andauernder Prozess.»
So viel zur Innenschau. Nun gebe es aber Ereignisse, welche die Sicherheitsdiskussion entscheidend beeinflussen können – wie zum Beispiel die Katastrophe in Fukushima Daichi. Innerhalb weniger Tage und Wochen änderten sich die Rahmenbedingungen völlig, zumindest in der deutschsprachigen Welt. Es sei der Atomausstieg beschlossen worden, und das Ensi habe schnell reagiert und, wie Wanner sich ausdrückt, «aus den Fehlern in Fukushima die Lehren gezogen» und entsprechende Nachbesserungen bei den Schweizer Betreibern sofort durchgesetzt. Die vier Schweizer Atommeiler stünden im internationalen Vergleich sogar sehr gut da, sagte Wanner mit Hinweis auf den EU-Stresstest. Wanner versuchte auch, dem Publikum zu vermitteln, dass gerade die Unfälle in Tschernobyl und Fukushima stark auf menschliches Ver- sagen zurückzuführen seien. Auch daran arbeiteten das Ensi und die AKW-Betreiber unermüdlich. Und: «Nicht jeder Unfall in einem Kernkraftwerk, nicht jede Kernschmelze führen zu einer Umweltkatastrophe mit entweichender Radioaktivität und Verstrahlungen.» Das zeigten zwei Unfälle in den AKW in den USA, wo keine Radioaktivität entwich, obwohl es eine Kernschmelze gab (Harrisburg) oder der Reaktor überflutet wurde (Fort Calhoun).
Ausschliessen könne man einen Unfall jedoch nie, so Wanner. Er könne nur garantieren, dass man in der Schweiz nach höchsten internationalen Standards die Sicherheit der Atomanlagen stetig anpasst. Das Ziel sei erreicht, wenn sich die Bevölkerung sicher fühle. Das habe auch mit Vertrauen zu tun. Wanner gab daher den Ball an das überaus interessierte und diskutierfreudige Publikum zurück und fragte: «Fühlen Sie sich sicher?» Wanner fügte an, dass eine Umfrage ergeben habe, dass zwar rund sechs von zehn Personen der Atomkraft gegenüber negativ eingestellt seien, aber nur 19 Prozent glaubten, die Schweizer Atomkraftwerke seien nicht sicher.

#Allgemeines

13. November 2012 | Kater danach – Wieso uns Alkohol so zusetzt

Schweizer Familie, Gesundheit
Wunderwerk Mensch

Das liegt daran, dass der Körper in einer feuchtfröhlichen Nacht viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert. Jetzt hilft nur eines: ein herzhaftes Katerfrühstück und viel Wasser.
Die Niere reguliert den Wasser- und Elektrolythaushalt. Es geht vor allem um lebensnotwendige Salze wie Natrium, Kalium und Kalzium. Die Niere filtert Wasser und Mineralstoffe aus dem Blut und führt beides dem Organismus zu. Dafür produziert der Körper ein spezielles Hormon. Trinken wir Alkohol, wird dieses gehemmt. Die Folge: vermehrter Harndrang und das Ausscheiden von Wasser und Salzen, die dem Körper dann fehlen.
Beim Abbau von Alkohol wird zudem eine chemische Substanz freigesetzt. Zusammen mit dem Flüssigkeits- und Mineralstoffdefizit löst sie Schwindel, Kopfweh und Übelkeit aus. Je schneller wir den Verlust von Flüssigkeit und Salzen mit Rollmops und Wasser ausgleichen, desto schneller fühlen wir uns wieder besser.

#Notizen zu Namen

10. November 2012 | Lesung und Buchtaufe: Felix Graf im Windler-Saal in Stein am Rhein

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen





Grossandrang herrschte am Donnerstagabend im Windler-Saal, als Felix Graf, der gebürtige Steiner mit Wohnsitz in Schaffhausen, sein Büchlein «Land der Dinge» im Rahmen der Steiner Volkshochschule aus der Taufe hob und den rund 120 Anwesenden daraufhin markante, humorvolle Passagen daraus vorlas. Auf kleinem Raum und in bildhafter Sprache stellt Graf, Kurator am Landesmuseum, Erlebnisse, Erinnerungen und Gedanken über Aktuelles und Vergangenes in einen schlüssigen Zusammenhang. Für die Steiner, von denen sich einige in den Texten wiederfanden, las er Passagen, die sich mit Stein und dem Untersee befassen. Nach der Lesung kauften sich nicht wenige das Büchlein und liessen es vom Autor signieren. Natürlich nutzte man die Gelegenheit für Gespräche mit Graf – hier der ehemalige Pfarrer Christoph Buff (r.). Und man stiess mit Steiner Stadtwein, den die Gemeinde spendiert hatte, auf das Werk an.
Bild Edith Fritschi

#Alt-Scaphusia

7. November 2012 | Peter Bolliger olim Schluck

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Peter Bolliger olim Schluck
Dipl. Ing. ETH
Generation 1941

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Trauergottesdienst findet am Dienstag, 13. November 2012, 14.00 Uhr in der Reformierten Kirche in Uitikon-Waldegg statt.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 12. Dezember 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt. Den Nekrolog hält verdankenswerterweise Dr. Hans Bohner v/o Schmuck.

#Notizen zu Namen

7. November 2012 | Eine Kopfreise durch Orte und Zeiten

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritschi

Panta rhei; alles fliesst ineinander in diesem «Land der Dinge», wie Felix Graf sein «Tagebuch 2011 bis Februar 2012» nennt. «Ich führe», sagt Graf, Sohn des einstigen Steiner Stadtpräsidenten Koni Graf, der von 1953 bis 1964 am Ruder war, «zwei Tagebücher. «Eines seit über 30 Jahren, und das zweite, das literarische, seit eineinhalb Jahren.» Ersteres sei sein Skizzenbuch und Steinbruch für die Nummer 2, die er nun öffentlich gemacht hat für Freunde und Bekannte. «An irgendeinem Punkt hat sich das Büchlein wie von selbst geschrieben», erzählt er im «Wystübli des Frieden», einer Lieblingsbeiz von ihm, wenn er nicht im «Rothen Ochsen» jasst. So, wie er zwischen Schaffhausen, wo er wohnt, Zürich, wo er arbeitet, und Stein, wo seine «Vergangenheit und Jugend wohnt», hin- und herpendelt, so pendelt er auch zwischen Zeiten, Orten und Ebenen in seinem ansprechend gestalteten Buch, mit Varlins Regenschirm als Titelbild, hin und her.

**Eintauchen in die Sprache**
Der Schirm als Schlüssel ins Land der Dinge, in ein Kopfland voller «Waren und Wörter», wie ein von Felix Graf konzipiertes Ausstellungsmodul für das Landesmuseum heisst. Denn der studierte Gräzist und Althistoriker arbeitet seit 22 Jahren am Landesmuseum; seit 2009 als Ausstellungs- und Sammlungskurator. Und er schreibt. Schreibt Kolumnen und wissenschaftliche Artikel über die Dinge, die ihn im Museum umgeben. Nun dieses Bändchen: Man kann sagen, es sei der gelungene Versuch, die «Cronica», eine beliebte literarische Gattung in der portugiesischen Literatur, auch im Deutschen einzubürgern. «Wer einmal die Literatur Portugals und Brasiliens entdeckt hat, ist für immer an sie verloren», erzählt Graf und: «Ich tauche in die Sprache ein. Erst über das Portugiesische erschliesst sich mir die Latinität, um die ich mich zur Zeit des sogenannten Studiums mit mässigen Erfolg bemüht habe», heisst es zu Beginn des Tagebuchs. «Portugiesisch als Schlüssel zum Latein. Unbeabsichtigt. Und portugiesisch als Fenster zur Welt. Das mit Absicht.» Dieses Fenster öffnet Felix Graf weit. Schweift gedanklich mit Störchen nach Afrika und auf die Insel Werd, ins Allerheiligen, ins Museum Stemmler und dann in eine mit Azulejos ausgeschmückte Kapelle am Meer im portugiesischen Faro. Von Grafs «Cronica» war auch seine Portugiesischlehrerin in der Sprachschule Altstadt begeistert. Nicht einmal mehr die Muttersprachler könnten diese so schreiben wie er, meinte sie, als er ihr ein paar Blätter zur Korrektur mitbrachte. Ein Jahr, vier Jahreszeiten, fliessende Übergänge, im Buch angekündigt durch verschiedenfarbige Blätter mit feinen Tierzeichnungen und Prosatexten, unterbrochen von Gedichten wie einem «Rhysonett» auf Dialekt und auf Portugiesisch: Das ist weit entfernt von einem seelenentblätternden Tagebuch. Vielmehr tut sich beim Lesen ein farbiges Panoptikum auf, das sich mit dem Hier und Jetzt genauso befasst wie mit früheren Zeiten, mit der Suche nach der Etymologie von Worten und Begriffen, mit Betrachtungen und persönlichen Empfindungen. Mitunter malt Graf auch mit der Sprache: «Sonniger, aber noch kühler Sommertag. Der Unterluft raut die von Lichtreflexen blitzende Oberfläche des waschküchenwassergrünen Flusses auf. Am Morgen ein dreiviertelstündiger Lauf am Rhein und im Freien.» Inspirieren liess er sich von Orten, Menschen und Autoren, unter anderem auch vom sprachgewaltigen Schriftsteller Gerhard Meier (1917–2008) und dessen «Amrainer Tetralogie» mit dem «Land der Winde». So kam schliesslich Grafs Titel «Land der Dinge» fast wie von selbst zustande.

**Man trifft auf Bekannte**
«Es ist», sagt er, «auch ein wenig das Anschreiben gegen die Vergänglichkeit.» Diese wurde ihm während einer längeren Krankheitsphase und eines Spitalaufenthalts mehr als bewusst. Und er begab sich ins Tröstliche der Literatur, die ihm wiederum Inspiration für Eigenes wird. Es dürften sich einige Leute erkennen in diesem Büchlein, andere sind beim Namen genannt; ebenso kann man einen fragmentarischen Blick in eine Steiner Kindheit der 50er- und 60er-Jahre werfen. Stein, die Gegend drumherum, die Weinberge, der Rhein und der nahe Untersee sind Graf wichtig. Gleichwohl ist er vor 24 Jahren nach Schaffhausen gezogen. «Vielleicht», sagt er, «wäre es mir bei aller Liebe ein wenig eng geworden.» Da er in Zürich arbeitet, ist Schaffhausen als Wohnort praktischer. Er liebt den Weg, zum Bahnhof durch die morgendliche Stadt am Museum vorbei, die Fahrt im Zug, die er zum Wachwerden, Lesen, Denken nutzt. Hier war auch die Begegnung mit Varlins Regenschirm, in Form einer Rubrik, die er für eine Zeitung schrieb. Und da begann dieser Schirm zu tanzen, zu lachen, zu singen, kurz: Er bekam ein Eigenleben, das er jetzt auf dem Buchdeckel weiterführen kann. Und der Autor hat schon wieder Stoff für ein neues Büchlein. «Der geht mir so schnell nicht aus», sagt Graf. Er kann es fast nicht mehr lassen. «Erst die schriftstellerische Bearbeitung verleiht dem Lebensrelief vollplastische Form», schreibt er unter dem Titel «Klassische Archäologie». Und dann heisst es andernorts noch: «Schreiben ist Reisen an Ort.»

Am 8.11.2012 um 19 Uhr stellt Felix Graf sein Büchlein im Rahmen des Winterprogramms der Volkshochschule Stein am Rhein im Windler-Saal vor.



Felix Graf wohnt in Schaffhausen, ist gebürtiger Steiner, arbeitet in Zürich und liebt die portugiesische Sprache.
Bild Edith Fritschi

#Notizen zu Namen

5. November 2012 | Einblicke in das geheime Kriegsbuch

Schaffhauser Nachrichten
Hermann-Luc Hardmeier

«Ein Angriff auf Schaffhausen ist nicht unrealistisch!» Das dachte man zumindest im 17. Jahrhundert zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges. Deshalb zeichnete man Pläne, wie man die Stadtmauer verstärken und undurchdringbar machen könnte. Eine zehn Meter tiefe Schanzenanlage war beispielsweise auf der heutigen Munot-Sportanlage geplant. Auch detaillierte Aufstellungen über Soldaten, Waffen und weitere Kriegsmaterialien wurden auf Plänen und in einem Buch mit dem Titel «Geheimes Kriegsbuch Schaffhausen» niedergeschrieben. Zu sehen gab es dies und noch viel mehr am Tag der offenen Tür in Schweizer Archiven im Stadtarchiv mit dem Thema Stadtentwicklung. Auch im Staatsarchiv und den Archiven in Stein am Rhein und Schleitheim wurden historische Schätze wie Bücher, Karten und Filme gezeigt. Im Stadtarchiv führte Peter Scheck im Verlaufe des Tages gut 130 Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung.

**Fotos, von einer Drohne gemacht**
Besonders stolz war er auch auf Flugaufnahmen, die eine Drohne von Schaffhausen im Auftrag des Stadtarchivs aufgenommen hatte. Eine Drohne und das Stadtarchiv? Ist das nicht ein wenig zu modern? Stadtarchivar Peter Scheck muss über solche Klischees schmunzeln. Die technologischen Fortschritte beschäftigen ihn schliesslich täglich: «Die zunehmende Elektronisierung der Gesellschaft ist eine unserer Hauptherausforderungen. Die Datenmenge auf immer neueren Datenträgern macht auch vor den Archiven nicht halt. Wer liest in 100 Jahren noch ein Word-2007-Dokument?», fragte Scheck rhetorisch. «Wir müssen diese Daten ‹haltbar› archivieren und standardisieren.» Über diese Aufgabe freut er sich übrigens sehr: «Die Lösung dieser Probleme ist hochspannend und braucht graue Hirnzellen.» Auch das Internet ist aus dem Stadtarchiv nicht mehr wegzudenken. Die ganzen Bestände sind online einsehbar. Zu den Kunden zählen Ahnenforscher, interessierte Bürger, Architekten mit Fragen zu Gebäuden oder Kantonsschüler mit Maturarbeiten. Pro Jahr kommen etwa 1000 Besucher beziehungsweise Forscher selber vorbei.

**350 Laufmeter Akten**
Viele stellen ihre Fragen aber auch via E-Mail. Darunter gibt es natürlich auch sehr skurrile Anfragen: «Please send me everything about Schaffhausen», war beispielsweise in einer Mail zu lesen, die Peter Scheck eines Tages aus Australien erhielt. «Sollte ich nun unsere 350 Laufmeter Akten in Containerschiffen nach Übersee verschicken?», scherzte Peter Scheck. Der Archivtag zog viele Besucherinnen und Besucher an, und die Organisatoren waren zufrieden.

#Notizen zu Namen

2. November 2012 | Amsler verzichtet, Faccani rutscht nach

Schaffhauser Nachrichten
(rob)

Gestern hat die Stadt Schaffhausen über die nachrückenden Kandidaten informiert, unklar war einzig noch, ob Dieter Amsler (FDP) für Raphaël Rohner (FDP), der aufgrund seiner Wahl in den Stadtrat ausscheidet, nachrücken wird. Jetzt ist klar: Dieter Amsler verzichtet nach reiflicher Überlegung darauf, den frei werdenden Sitz zu übernehmen, und scheidet damit – nach 16 Jahren im Grossen Stadtrat – aus. An seine Stelle rückt der mit 2762 Stimmen nächstplatzierte Diego Faccani (Bild) für die FDP nach: Er sass bisher noch nie im Grossen Stadtrat.
Weiter gemeldet wurden die bereits bekannten Verzichte: Bei den Juso verzichtet Seraina Fürer für Patrik Simmler, Susi Stühlinger und Till Aders verzichten zugunsten von Leonardo Pivetta und Bea Will, und bei den Jungfreisinnigen verzichtet Florian Hotz für Res Hauser. Der Stadtrat wird von den ent-sprechenden Änderungen nach Vorliegen aller Erklärungen an seiner nächsten Sitzung vom kommen- den Dienstag formell Kenntnis nehmen.

#Allgemeines

31. Oktober 2012 | Stadt wird nicht Weidlingsvermieterin

Schaffhauser Nachrichten
Mark Liebenberg

Einen Weidling für alle – das hatten sich die Jungsozialisten gewünscht. In einer Volksmotion forderten sie die Stadt auf, ein «Weidlingssharing» anzubieten. Dafür solle die Stadt zwei der motorlosen Stocherkähne erwerben und über die Verwaltungspolizei an alle interessierten Personen vermieten. Und zwar für 20 Franken pro Tag für Jugendliche unter 25, für den doppelten Betrag für Personen über 25 Jahren. Die Ausgangslage, so Beat Steinacher (SP) sei, dass man heute gegen 30 Jahre Wartezeit für einen Weidlingsplatz am Rhein rechnen müsse. «Es ist klar, das ein Aufwandüberschuss resultieren würde», sagte Steinacher. Die Kosten seien aber vertretbar und sinnvoll, wenn man sie mit andere Ausgaben wie etwa Sportanlagen vergleiche. Sukkurs erhielten die Jungsozialisten auch von Iren Eichenberger (ÖBS). Weidlingsfahren sei ein Kulturgut, es handle sich also auch um eine Kulturfördermassnahme. Peter Möller (SP) plädierte ebenfalls für die Volksmotion – Detailfragen könnten fantasievoll gelöst werden, etwa in Zusammenarbeit mit dem Pontonierverein.
Dass der Teufel aber meist im Detail stochert respektive steckt, legte Stadträtin Jeanette Storrer dar. Die Anschaffungskosten für zwei Weidlinge bezifferte Storrer auf rund 30 000 Franken, dazu kämen Unterhaltskosten, Betreuungs- und Verwaltungsaufwand in unbekannter Höhe. Bootsvermietung und -bewirtschaftung sowie das Anbieten eines Einführungskurses, wie die Motion ebenfalls forderte, gehöre nicht gerade zu den Kernaufgaben der Stadt. Die bürgerliche Seite im Rat betonte, diese Mehrausgaben seien schwer vermittelbar, gebe es doch bereits heute unzählige Fahrgemeinschaften auf privater Basis sowie private Bootsvermieter. «Väterchen Staat sollte wirklich nur anbieten, was Must-Have ist», meinte Georg Merz (ÖBS). Jeder könne beim Pontonierverein das Weidlingsfahren erlernen, befand auch Beat Brunner (EDU). Walter Hotz (parteilos) hatte für die jungen Sozialisten gar den Rat übrig: «Zeigen Sie einmal selbst Initiative, statt alles dem Staat zu übertragen.»

#Notizen zu Namen

29. Oktober 2012 | Hallau: Dieter Buess und Daniel Meyer neu im Gemeinderat

Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Hallau

Gleich zwei neue Gemeinderäte wurden in Hallau gewählt: Für den ins Gemeindepräsdidium gewählten Alfred Neukomm-Ammann (Finanzen) wählten die Hallauer Stimmberechtigten Dieter Buess mit 348 Stimmen sowie für die zurücktretende Gabriela Buff (Soziales) Daniel Meyer mit 321 Stimmen in den Gemeinderat; dies bei einem absoluten Mehr von 200 Stimmen. Von den Bisherigen wurden Liliana Götz-Gianini mit 289 Stimmen sowie Hans Neukomm-Schneider mit 232 Stimmen wiedergewählt. Vereinzelte erhielten 409 Stimmen.

#Notizen zu Namen

29. Oktober 2012 | Stefanie Huonker und Matthias Frick neu im Gemeinderat Trasadingen

Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Hallau
Hans-Caspar Ryser

Als einziger Gemeinde im Klettgau kam es in Trasadingen bei der Bestellung des Gemeinderates zu einer Kampfwahl. Für die beiden vakanten Gemeinderatssitze stellten sich die drei Kandidaten Urs Baumann, Stefanie Huonker und Matthias Frick zur Wahl.
Bei einem absoluten Mehr von 87 Stimmen wurden Stefanie Huonker mit 149 Stimmen sowie Matthias Frick mit 106 Stimmen in den Gemeinderat gewählt. Der ehemalige Schulpräsident Urs Baumann erreichte zwar mit 87 Stimmen just das absolute Mehr, schied jedoch als überzählig aus dem Rennen aus. Dies ist umso erstaunlicher, als sein Bekanntheitsgrad in der Gemeinde hoch ist. Von einem noch höherer Bekanntheitsgrad scheint der ebenfalls kandidierende und klar gewählte Matthias Frick, Kantonsrat von der Alternativen Liste Schaffhausen, profitiert zu haben. Damit hält erstmals ein Vertreter der AL Einzug in eine Klettgauer Gemeindebehörde. Die bisherigen Gemeinderäte Therese Hauser und Hans Werner Külling wählten die Stimmberechtigten mit 153 beziehungsweise 108 Stimmen in den Trasadinger Gemeinderat.

#Notizen zu Namen

29. Oktober 2012 | Grossstadtratswahlen: SP verliert, AL, Juso und SVP legen zu

Schaffhauser Nachrichten

Von Robin Blanck

*Deutlich an Boden verliert die SP bei den Grossstadtratswahlen: Zwei Sitze gibt die SPab, SVP, AL und Juso gewinnenje ein Mandat.*

Bereits 2008 hat die SP bei den Grossstadtratswahlen fast 4 Prozent Stimmenanteil verloren, und auch diesmal muss die Partei einen vergleichbaren Verlust hinnehmen: Die SP verliert damit 2 Sitze und schickt noch 7 Vertreter in den Grossen Stadtrat. Im Gegenzug gewinnen AL und Juso je einen Sitz, was die Verluste für das linke Lager insgesamt auffängt.
Zu den Verlierern gehört – nach einem Erfolg vor vier Jahren – auch die städtische FDP: Sie büsst beim gestrigen Wahlgang rund 2,5 Prozent der Stimmen gegenüber 2008 ein und muss eines ihrer bisher 7 Mandate abtreten. Nutzniesserin dieses Rückgangs dürfte die SVP sein, die 2,3 Prozent mehr Stimmen erhält und mit einem zusätzlichen Sitz neu 8 Vertreter in den Rat schickt.

**Mitte als Mehrheitenbeschaffer**
Trotz dieser Verschiebungen haben die gestrigen Grossstadtratswahlen die politischen Machtverhältnisse nicht grundlegend verändert: Noch immer entscheiden die Stimmen der Mitteparteien, in welche Richtung es geht.

**Wenig Interesse an Wahlgang**
Der Wahlgang vermochte nicht zu motivieren: Nur gerade 46,1 Prozent der Stimmberechtigten nahmen teil. Zum Vergleich: Vor vier Jahren lag die Stimmbeteiligung bei den Grossstadtratswahlen bei fast 54 Prozent. Wie Stadtpräsident Thomas Feurer anlässlich der Bekanntgabe der Resultate erklärte, habe sich «eine gewisse Ermüdung» feststellen lassen. Man werde dieses Ergebnis noch genauer analysieren und zusammen mit den Parteien mögliche Massnahmen besprechen.


**Kommentar**

**Der Grosse Stadtrat bleibt gespalten**

Von Robin Blanck

Die Kräfteverhältnisse im Grossen Stadtrat wurden an diesem Wochenende nicht umgekrempelt: Linke und bürgerliche Kräfte halten sich nach wie vor in etwa die Waage. Mit je 17 Vertretern stehen sich die Lager gegenüber, der Grosse Stadtrat wird also weiterhin gespalten sein, und in besonders hart umkämpften Fragen werden die beiden Stimmen der CVP wie bis anhin entscheiden. Allerdings hat die Mitte in den vergangenen vier Jahren öfter mit der Ratslinken gestimmt, auch daran dürfte sich künftig kaum etwas ändern.
Die FDP hat gestern zwar nicht im gleichen Umfang an Stimmen verloren wie bei den letzten Kantonsratswahlen, dennoch droht sie zwischen der noch immer zulegenden SVP und den aufstrebenden Jungparteien aufgerieben zu werden. Ein Mittel gegen diesen fortschreitenden Niedergang hat die Partei noch immer nicht gefunden, aber langsam wird die Zeit für die nötige Rückbesinnung auf liberale Tugenden knapp: Nur noch zwei Sitze trennen den Freisinn inzwischen von der ÖBS oder der AL. Mehr Alarmzeichen geht nicht. Die AL hat zwar den erwarteten zusätzlichen Sitz im Rat erringen können, dennoch blieb die Linkspartei in der Stadt – wo sie das grösste Potenzial hat – hinter den Erwartungen zurück. Das gilt in noch viel stärkerem Masse für die SP, welche massiv Stimmen eingebüsst hat und als Verliererin aus diesen Grossstadtratswahlen hervorgeht: 4 Prozent Verlust in 4 Jahren in einem urbanen Zentrum wie Schaffhausen ist eine verheerende Bilanz. Es fehlt vor allem der politische Nachwuchs. Die Partei muss sich die Frage stellen, wieso sich die Jungen derart entschieden von ihr abwenden.


SP und FDP verlieren, SVP und AL legen zu

Von Robin Blanck

*Ein schwarzer Tag war der gestrige Sonntag für die SP, die über 4 Prozent Stimmen und 2 Sitze verliert: Weil Juso und AL je einen Sitz gewinnen, ändert sich an den Kräfteverhältnissen im Grossen Stadtrat aber nichts.*

«Der Erdrutsch ist ausgeblieben», sagte Stadtpräsident Thomas Feurer gestern kurz nach 18 Uhr zu den rund 100 Personen – Kandidatinnen und Kandidaten sowie Sympathi-santen –, die ins Park Casino gekommen waren. Tatsächlich hat sich wenig verändert, wenn man die politischen Demarkationslinien zugrunde legt: Das linke Spektrum, bestehend aus SP, AL und den neu mit einem Sitz im Grossen Stadtrat vertretenen Jungsozialisten (Juso), hält zusammen 12 Sitze, die Mitte (ÖBS, CVP, EVP) blieb ebenso stabil bei zusammen 7 Sitzen, und dann ist da noch der Block aus FDP, SVP, Jungfreisinn und EDU, der zusammen auf 17 Stimmen kommt. Das entspricht genau den bisherigen Kräftever- hältnissen, bei denen die Mitte meist das Zünglein an der Waage spielte und spielen wird.

**SP als Wahlverliererin**
Interessant ist aber, wie sich die Anteile zwischen den Parteien verschoben haben. Eiskalt erwischt hat es an diesem kalten Wochenende die SP, die als Wahlverliererin dasteht: Die Partei büsst 2 ihrer bisher 9 Sitze ein und fällt von einem Stimmenanteil von 25,36 (2008) auf 21,75 Prozent zurück. Neu für die SP in den Rat gewählt wurde der Gewerkschaftssekretär Osman Osmani. Parteipräsident Andres Bächtold machte gestern keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: «Es gibt nichts schönzureden: Wir haben relativ deutlich verloren», sagte er, «etwa gleich viel Stimmenanteile wie schon vor vier Jahren.» Erklären kann Bächtold, der bereits angekündigt hat, sein Amt als Präsident bei Gelegenheit zur Verfügung zu stellen, die Verluste nicht, «es gelingt der SP einfach nicht, die Jungen anzulocken», sagt Bächtold. Bei den Jungen Stimmen machen dafür andere: AL und Juso dürften mit ihren Erfolgen auch zu den Verlusten der SP beigetragen haben. Tröstlich für Bächtold: «Die Stimmen bleiben zumindest auf der linken Seite.»

**AL erreicht Fraktionsstärke**
Tatsächlich hat die Alternative Liste (AL), die in diesem Herbst mit Wahlerfolgen glänzte, auch an diesem Wochenende einen Sitz hinzugewonnen: Neu stellt sie 4 Mandate und hat damit Fraktionsstärke. Ebenfalls einen Sitz haben sich die Jungsozialisten geholt, die nun erstmals im Stadtparlament mitreden können. AL-Präsident Till Aders war mit dem Ausgang der Wahl zufrieden, «wir haben unser Ziel erreicht» – immerhin hat die Partei über 4 Prozent Stimmenanteil zugelegt. Trotzdem räumte Aders ein, aufgrund der Erfolge der letzten Monate sogar mit einem fünften Sitz geliebäugelt zu haben. Wie bereits angekündigt wird es bei der AL keine Doppelmandate geben, weshalb mehrere Gewählte (Susi Stühlinger, Till Aders) und mehrere Ersatzleute auf den Sitz verzichten: Zusammen mit den beiden Bisherigen Andi Kunz und Martin Jung werden neu Leonardo Pivetta und Bea Will die AL im Rat vertreten. Analog läuft es bei der Juso: Seraina Fürer, die bereits in den Kantonsrat gewählt wurde, verzichtet zugunsten von Patrik Simmler. «Der Kantonsratswahlkampf hatte sicher Einfluss auf diese Wahl, zudem waren wir auf der Strasse und mit einer Initiative präsent», erklärt Seraina Fürer (Juso) den Sitzgewinn.

**SVP gewinnt einen Sitz**
Zufriedene Gesichter gab es gestern bei der SVP, der Siegerin auf bürgerlicher Seite: Im Verbund mit der Jungen SVP gelang es ihr, einen weiteren Sitz zu erobern: Damit stellt die Partei neu 8 Ratsmitglieder, das entspricht 22,6 Prozent der Stimmen (+2,3 gegenüber 2008). Für die SVP neu dabei sind Mariano Fioretti, der kürzlich in den Stadtschulrat gewählt wurde, und Landwirt Hansueli Scheck. Auch Daniel Preisig und der parteilose Walter Hotz haben die Wahl geschafft.

**FDP büsst einen Sitz ein**
Die Gewinne der SVP entsprechen weitgehend den Verlusten, welche die FDP gestern zu verkraften hatte: Der Freisinn büsst eines seiner bisher sieben Mandate ein. Der Stimmenanteil der FDP ist von 18,72 (2008) auf 16 Prozent zurückgegangen. Damit ist Marcel Sonderegger, Präsident der Stadt-FDP, nicht zufrieden: «Ich bin davon ausgegangen, dass wir unsere Sitze halten können», sagt Sonderegger. Für Sonderegger ist das FDP-Ergebnis symptomatisch für die Abkehr von den traditionellen Parteien: «Neue Parteien haben den Vorteil, dass sie nicht staatstragend sind und entsprechend pointierter auftreten können.» Auf die Frage, ob er Parteipräsident bleibe, heisst es: «Kein Kommentar.» Während also dem Chef der Stadt-FDP der Sprung in den Grossen Stadtrat versagt bleibt, hat es dafür ein anderer geschafft: Nihat Tektas, Kantonalpräsident, der die Wahl in den Kantonsrat verpasst hat, nimmt künftig im Stadtparlament Einsitz. Auch das zweite neue FDP-Ratsmitglied hat schon für die FDP politisiert: Nicole Herren gehörte dem Rat früher schon an.

**Drei Schulratsmitglieder im Rat**
Die CVP konnte zwar ihre Sitze verteidigen, aber Gädi Distel musste ihren Sitz zugunsten von Schulrätin Nathalie Zumstein räumen. Neben Schulratspräsidentin Katrin Huber Ott und Mariano Fioretti ist Zumstein das dritte Schulbehördenmitglied, das im Grossen Stadtrat politisiert. Die CVP bildete vor Jahren mit der FDP eine Fraktion, hat aber schon vor längerer Zeit zur ÖBS/EVP-Fraktion gewechselt. Daran, so erste Aussage, wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

**Wenig Wechsel bei Kleinparteien**
Die ÖBS bleibt mit ihren 4 Sitzen personell unverändert, verliert aber gegen 1 Prozent Stimmen. Ähnlich das Bild bei der EVP, die nach wie vor mit Rainer Schmidig im Rat vertreten ist, und bei der EDU, die den Sitz von Beat Brunner verteidigen kann. Der Jungfreisinn bleibt bei 2 Mandaten, neu gewählt wurde nun auch Florian Hotz, der bereits in den Kantonsrat gewählt worden war.


**Stimmenanteile AL und SVP legen zu**

Am meisten Stimmenanteil eingebüsst hat die SP, die neu bei 21,75 Prozent liegt: 2004 erreichte sie noch 29 Prozent, 2008 noch 25,34 Prozent. Auch die FDP hat Stimmen verloren und steht jetzt bei 16 Prozent. Vor vier Jahren entfielen 18,7 Prozent auf die FDP, 2004 waren es noch 18,2 Prozent. Die CVP hat von 5,7 (2008) auf 4,6 Prozent leicht verloren. Zu früherer Stärke hat die SVP zurückgefunden: Vor vier Jahren musste die Partei einen Verlust von 2 Prozent hinnehmen, diesmal gewinnt sie etwas mehr als das hinzu und liegt wieder bei 22,6 Prozent – zusammen mit der Jungen SVP. Die ÖBS hat gegenüber den letzten Wahlen etwa 1 Prozent der Stimmen eingebüsst und verfügt nun über einen Anteil von 10,5 Prozent. Die AL hat am meisten Stimmenanteile zulegen können: Von 5 Prozent (2004) ging es auf 7 (2008), und jetzt erreicht man 11,4 Prozent. Die Juso erreichten auf Anhieb 2,4 Prozent. Kleinere Veränderungen gegenüber den letzten Wahlen gab es bei der EVP: 2,45 Prozent (–0,8), der EDU: 3,77 Prozent (+0,5), und dem Jungfreisinn: 4,41 Prozent (–0,3). (rob)


**Der neue Grosse Stadtrat**

**SP**
Katrin Huber Ott
4606 Stimmen
Christa Flückiger
4499 Stimmen
Peter Möller
4337 Stimmen
Urs Tanner
4328 Stimmen
Urs Fürer
4025 Stimmen
Daniel Schlatter
3821 Stimmen
Osman Osmani
3733 Stimmen

**FDP**
Thomas Hauser
3314 Stimmen
Nihat Tektas
3061 Stimmen
Martin Egger
3004 Stimmen
Katrin Hauser-Lauber
2938 Stimmen
Nicole Herren
2854 Stimmen
Dieter Amsler
2767 Stimmen

**SVP + JSVP**
Daniel Preisig
2569 Stimmen
Hermann Schlatter
2508 Stimmen
Edgar Zehnder
2394 Stimmen
Alfred Tappolet
2190 Stimmen
Hansueli Scheck
2011 Stimmen
Walter Hotz
2489 Stimmen
Cornelia Stamm Hurter
2341 Stimmen
Mariano Fioretti
2139 Stimmen

**ALSH**
Bea Will
1034 Stimmen
Andi Kunz
2657 Stimmen
Martin Jung
1919 Stimmen
Leonardo Pivetta
1615 Stimmen

**JFSH**
Till Hardmeier
1185 Stimmen
Florian Hotz
1166 Stimmen

**JUSOplus**
Patrik Simmler
592 Stimmen

**EVP**
Rainer Schmidig
1310 Stimmen

**CVP**
Nathalie Zumstein
1121 Stimmen
Theresia Derksen
1416 Stimmen

**EDU**
Beat Brunner
987 Stimmen

**ÖBS**
Martin Roost
3228 Stimmen
Iren Eichenberger
2867 Stimmen
Georg Merz
2159 Stimmen
Katrin Bernath
2499 Stimmen


**Das sind die (provisorisch) Abgewählten**

*Mehrere Personen haben die Wiederwahl nicht geschafft. Die eine oder andere dürfte aber noch nachrücken.*

Von Zeno Geisseler

Zwei, drei, vier oder fünf Bisherige haben die Wiederwahl in den Grossen Stadtrat verpasst. Es kommt ein wenig drauf an, wie man zählt. Offiziell wurden fünf derzeitige Mitglieder des Parlaments, die wieder angetreten waren, nicht wiedergewählt: Dieter Amsler (FDP), Gädi Distel (CVP), Res Hauser (JF), Werner Schöni (SVP) und Simon Stocker (AL). Stocker war allerdings vor einem Monat in die Stadtregierung gewählt worden, er stand somit gar nicht mehr als Kandidat zur Verfügung. Sein Name war nur noch auf der AL-Liste eingetragen, weil die Listen bereits vor den Stadtratswahlen eingereicht werden mussten. In Stockers Fall von einer Abwahl zu sprechen, wäre also rein technisch richtig, aber dennoch nicht korrekt.
Bleiben noch vier Abgewählte. FDP-Mann Amsler wurde abgewählt, weil Raphaël Rohner noch 23 Stimmen mehr holte. Doch auch Rohner ist in die Stadtregierung gewählt worden und wird somit seinen Sitz im Parlament gar nicht antreten können. De facto ist also Amsler gewählt. Bleiben noch drei Abgewählte. Etwas unsicher ist die Situation bei den Jungfreisinnigen. Florian Hotz hat den Bisherigen Res Hauser verdrängt, allerdings ist noch nicht klar, ob Hotz, der bereits im Kantonsrat sitzt, auch das städtische Mandat übernehmen wird. Hauser könnte also nachrücken, wir zählen ihn vorerst aber als abgewählt. Keine Zweifel gibt es hingegen bei CVP-Frau Distel und SVP-Mann Schöni. Sie werden kaum nachrücken können. Schöni liegt nur auf dem zweiten Ersatzplatz, es müssten also gleich zwei Parteikollegen vor ihm verzichten, ein Gewählter und der erste Ersatzmann, Markus Leu. Bei der CVP ist Distel zwar auf den ersten Ersatzplatz gekommen, doch es ist nicht anzunehmen, dass die beiden gewählten Kandidatin- nen Theresia Derksen und Nathalie Zumstein verzichten werden.

#Notizen zu Namen

23. Oktober 2012 | «Das meiste schreibt sich von selber»

Steiner Anzeiger
Mark Schiesser

Über 30 Jahre arbeitete er in einer kleinen Lampenfabrik in Niederbipp, seinem Heimatdorf, und verzichtete der Familie zuliebe auf jede literarische Betätigung. Erst in seinem 54. Lebensjahr entschloss sich Gerhard Meier (1917-2008) zu tun, wovon er schon immer geträumt hatte: zu schreiben.
In rascher Folge entstand ein umfangreiches Werk des stillen Poeten und eines der bedeutendsten Schweizer Gegenwartsautoren, wobei sein Rang erst nach und nach erkannt wurde. Seinen Roman «Land der Winde» aus der Amrainer Tetralogie hat auch der Sammlungsund Ausstellungskurator des Schweizerischen Landesmuseums Zürich und Sohn des legendären Steiner Stadtpräsidenten Konrad Graf (1953-1964) mehrfach gelesen. Er hat ihn mitunter zur Herausgabe seines Buches inspiriert.

**Nicht ans Publizieren gedacht**
«Land der Dinge» ist ein Buch, das in erster Linie aus Freude entstanden ist. «Ich habe einfach geschrieben und nicht ans Publizieren gedacht», erzählt Felix Graf an seinem Arbeitsort, dem Zürcher Landesmuseum, dessen Sammlungszentrum im Auftrag des Bundes unter über 850000 Objekten der Kulturhistorischen Sammlung rund 400 beherbergt, die einen direkten Bezug zu Stein am Rhein aufweisen.
Einen neuen indirekten Bezug schafft das Buch von Felix Graf, nach Jahreszeiten geordnet und sehr persönlich die Kindheit in den Fünfziger- und Sechzigerjahren reflektierend. Die Verbindung mit dem Thematischen macht den Reiz des Stoffes aus und wird zum Lesespass, weil man auch die Bereitschaft des Autors zum Loslassen spürt.
(…) Ich habe noch nie ein Sonett geschrieben. Weder ein portugiesisches noch ein deutsches. Schon gar nicht ein schweizerdeutsches. Die intensive Beschäftigung mit dem Portugiesischen und der Blick aus dem Zug auf die Flusslandschaft inspirieren dazu. Zusammen mit der Zweckfreiheit. Musse, *otium*, heisst das produktive Zauberwort (…). Der wiederaufgenommene Jassabend mit den Steiner Schulkollegen, damals im alten Schifferhaus oberhalb des Espi, heute im Hotel Schiff, widerspiegelt locker und subjektiv die Atmosphäre und beschreibt gleichzeitig wissenschaftlich sorgfältig die Kulturgeschichte des Schweizer Nationalsportes, des Jassens.
Der Autor Felix Graf erzählt von der «crônica», einer der beliebtesten Textformen in Portugal und Brasilien, von denen viele gute später in Buchform erschienen sind. «Ich habe viele davon gelesen.» Vor eineinhalb Jahren, nach einer schweren Lungenentzündung, hat er sich entschlossen, diese während eines Ferienaufenthaltes mit «Sprachkur» in Südportugal auszukurieren». Am Atlantik, am Strand von Faro entstanden die Texte in portugiesischer Sprache (…) Portugiesisch als Schlüssel zum Latein. Unbeabsichtigt. Und Portugiesisch als Fenster zur Welt. Das mit Absicht (…) Zurück in der Schweiz, experimentiert er mit diaristischer Kurzprosa, mit prägnanten Notizen. «Ich habe mir gesagt, ich probier’s einfach auf Deutsch. Es funktionierte, und seither schreibe ich einfach.»
Auf der einen Seite gehört das Gebrauchstagebuch als berufsbezogenes Arbeitsinstrument und gedankliches Skizzenbuch seit 30 Jahren zum Alltag von Felix Graf. «Ich schreibe seit Portugal zusätzlich auch ein literarisches Tagebuch, wo ausgefeilte Texte entstehen.» Beim Schreiben für die Rubrik «Dinge im Museum», welche regelmässig im «Tagblatt der Stadt Zürich» erscheint, liefert ein Ölbild des Zürcher Malers Varlin im Museum zu Allerheiligen die Idee für den Einstieg und, irgendwann in der Badewanne, nach dem Lesen von Gerhard Meiers «Land der Winde» entsteht der Buchtitel: So wurde aus «Land der Winde» ein «Land der Dinge» mit dem Regenschirm als Teil der Person, als verselbständigter Körperteil. «Der Regenschirm wirkt wie ein Porträt; er lebt, er lacht, er tanzt …»

**Den Schriftsteller aktiviert**
Und der Inhalt des Buches? Anders als eine Auftragsarbeit, meint Graf, schreibe es sich von selber. «Ich liege in der Sauna, sitze auf einer Bank am Rhein, und so entstehen Texte und Gedichte, quasi als eine Befreiung.» Und nach einer Operation, postoperativen Beschwerden und einem sechswöchigen Arbeitsausfall und nach vielem Nachdenken habe sich dies als ideal erwiesen. Der Spitalaufenthalt und das «Auf-der-Kippe-Sein» hätten es ausgelöst und die Begegnung mit der portugiesischen Sprache den Poeten in ihm geweckt. «Schlussendlich hat das Flachliegen den Schriftsteller aktiviert.»
«Ich kann mich hinsetzen, und es entsteht ein Text», erklärt Felix Graf.und kommt ins Schwärmen. Das Gebrauchstagebuch führe er nebenbei selbstverständlich weiter. «Am liebsten würde ich jedes Jahr ein Buch schreiben», fügt er hinzu, denn er habe ja als einer von 16 Kuratoren im Landesmuseum eine wunderbare Arbeit und einen Schopf am See in Mammern als Rückzugsgebiet. Wegen der immer wiederkehrenden Schmerzen kommen wir über seine Physiotherapeutin mit Glarner Wurzeln auf den Autor Tim Krohn zu sprechen. Und die Schmerzen sind schon wieder vergessen.
Krohn, ein deutscher, in Glarus aufgewachsener Autor – der in astreinem Glarnerdeutsch in «Vrenelisgärtli» die Lebens-, Leidens- und Liebesgeschichte erzählt, «(…) das Vreneli chräsmete meist über das Bödeli und schnäderete in tuusigs erfundenen Sprachen mit jedem Stein und Blüemli und Chäferli und hatte allen viel zu verzellen (…)» –, war auch für ihn eine Offenbarung. So ist aus lauter Angst vor der um den Körper kreisenden Röntgenröhre ein Gedicht über die Insel Werd entstanden. Oder ein Sonett über den Rhein in Portugiesisch. «Drei Tage bevor ich den Text in die Druckerei schicken musste, ist mir eine Übersetzung in Steiner Mundart gelungen», die ebenfalls im Buch erscheint. Gedacht übrigens in erster Linie für seinen Freundeskreis als persönliches Geschenk.
«Mein Zielpublikum ist aber auch der Bekanntenkreis. Und der ist riesig», ist sich Felix Graf bewusst. «Es muss dir aber erst etwas wehtun, dann werden Ressourcen angezapft, von denen man nichts weiss. Sonst kommt man nicht auf die Idee, ein Buch zu schreiben.» Ein Buch, in dem die Lebensmittelpunkte an Untersee und Rhein, die Standorte des Schweizerischen Landesmuseums sowie die portugiesische Welt im Zentrum stehen. Und ein Buch für einen lustigen Mix von Leuten, die sich dafür interessieren könnten und bestimmt auch werden.


*Die Buchvernissage mit Lesung und Apero findet im Rahmen des Winterprogramms der Volkshochschule Stein am Rhein am Donnerstag, 8. November, um 19 Uhr im Windler-Saal statt.*


«Land der Dinge»
Felix Graf
stamm+co. AG,
Schleitheim,
2012,
Fr. 24.-


Felix Graf, geboren 11. Juni 1955, aus Stein am Rhein, Gräzist und Althistoriker, arbeitet seit 22 Jahren im Schweizerischen Nationalmuseum. Unter anderem als Wissenschaftlicher Bibliothekar, Ausstellungskurator, Lehrbeauftragter, Leiter des Museums Bärengasse, interimistischer operativer Leiter der Landesmuseums Zürich und Kurator für alte Drucke. Er publiziert Zeitungs- und Fachartikel, schreibt portugiesische und deutsche Gedichte und führt seit 30 Jahren Tagebuch.


**Crônica**
Die «crônica» ist eine literarische Gattung, die sich in Brasilien seit über 150 Jahren grosser Beliebtheit erfreut. Im Laufe dieser Zeit hat sie eine Formenvielfalt angenommen, die es Literaturwissenschaftlem schwer macht, sie noch klar zu definieren oder auch nur einzugrenzen. In der Regel sind «crônicas» subjektive, oft autobiografisch gefärbte Texte, eher locker dahingeschrieben und bisweilen auch recht amüsant. Sie dürfen sich der Ironie bedienen, zu polemischen Mitteln greifen, Politikern in die Suppe spucken oder auch nur einfach die Herzen der Leser anrühren. (Sr.)



Felix Graf hat aus Freude mit dem Schreiben angefangen.



Schöne Erinnerungen: Der Kunstmaler Christian Schmidt aus Zürich importierte ab 1885 Keimsche Mineralfarben f’ür die Schweiz. Diese zeugen an der Fassade und im Entrée des Landesmuseums Zürich (Bild mit Felix Graf), am Steiner Rathaus und am «Pelikan» von deren Nachhaltigkeit.

Bild Mark Schiesser

#Aktivitas

21. Oktober 2012 | Flyer Quartalsprogramm Herbst

Flyer und Plakate mit dem Herbstprogramm werden ab morgen an der Kanti im Umlauf sein.

qp_12_4_bergsteigen_banner_klein.pdf

#Notizen zu Namen

18. Oktober 2012 | Daniel Meyer (SP) kandidiert für den Gemeinderat

Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Reiat
SP Hallau

Die SP Hallau hat anlässlich ihrer Mitgliederversammlung Daniel Meyer (27) einstimmig als Kandidat für die Gemeinderatswahlen Hallau vom 28. Oktober 2012 nominiert. Die SP Hallau freut sich, mit Daniel Meyer den Hallauerinnen und Hallauern einen engagierten und kompetenten Kandidaten zur Wahl vorzuschlagen.
Daniel Meyer ist seit mehreren Jahren Mitglied der SP Hallau und hat unter anderem den Kantonsratswahlkampf im Bezirk Klettgau für die SP geleitet. Aus der Medienmitteilung geht hervor, dass das ausgeprägte Organisationstalent, die Führungskompetenz sowie sein unermüdlicher Einsatz in allen Tätigkeitsgebieten für die SP Hallau ausschlaggebend gewesen seien, Daniel Meyer als neuen Gemeinderat in Hallau vorzuschlagen. Die SP Hallau empfehle zudem alle bisherigen Mitglieder der Schulbehörde (Dominik Pongracz, Ruth Neukomm, Peter Schöttli) sowie der Rechnungsprüfungskommission (Andrea Bringolf, Fritz Friedli, Christian Näf) zur Wiederwahl.

**Motiviert und viel Tatendrang**
Die Motivation von Daniel Meyer, für die Gemeinderat zu kandidieren, gründe auf einer Mischung von Tatendrang, Neugierde und politischem Interesse. Dabei sei ihm bewusst, dass die Mitgliedschaft in einer Exekutivbehörde viel Verantwortung und eine hohe Arbeitslast mit sich bringe. Doch stelle das Amt auch eine gute Chance dar, mit anzupacken und Hallau weiterzubringen. Aufgewachsen in Wilchingen, sei er seit drei Jahren Mitglied der SP Hallau. Als Ingenieur sei ihm das Lösen von Problemen nicht fremd. Beruflich beschäftige er sich mit dem Unterhalt von Personenzügen der SBB. Jeweils in den Semesterferien während des Maschinenbaustudiums habe er bei bei Fritz Meier AG auf dem Bau gearbeitet. Als Hauptmann im Stab eines Bataillons fühle er sich gut gewappnet, Mitglied in einem verantwortungsvollen Gremium zu werden.

#Notizen zu Namen

17. Oktober 2012 | Matthias Frick (AL) kandidiert für den Gemeinderat

Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Reiat
(r.)

Bei der Wiederbesetzung der Vakanz im Gemeinderat von Trasadingen kommt es zu einer Kampfwahl. Wie die Alternative Liste Schaffhausen (AL) gestern bekannt gab, tritt nämlich der Klettgauer Kantonsrat Matthias Frick bei den Gemeinderatswahlen vom 28. Oktober 2012 in Trasadingen an. Dies, nachdem bereits die Kandidatur des parteilosen Urs Baumann bekannt gegeben wurde.
Mit Matthias Frick schickt die AL eines seiner aktivsten und erfahrensten Mitglieder mit intakten Wahlchancen in den Wahlkampf. Matthias Frick ist angehender Historiker und arbeitet derzeit im Staatsarchiv des Kantons Schaffhausen. Er ist in Trasadingen aufgewachsen und mit seiner Heimatgemeinde eng verbunden. Er weiss, wo in der Gemeinde der Schuh drückt und welches die Herausforderungen sind, die das Dorf gegenwärtig beschäftigen. Als Kantonsrat verfügt Matthias Frick über die erforderlichen politischen Erfahrungen, um das angestrebte Amt auszufüllen und ihm neuen Schwung zu verleihen. Zudem engagiert er sich bereits heute in der Regionalkonferenz Südranden als Vertreter von Trasadingen.
Matthias Frick ist Gründungsmitglied der Alternativen Liste Schaffhausen und hat mit mehreren Vorstössen im Kantonsrat, durch seine Mitarbeit in verschiedenen Spezialkommissionen und auch als Kampagnenleiter bei der Prämienverbilligung und der Reichtumssteuer-Initiative unter Beweis gestellt, dass er nicht nur überzeugende Ideen, sondern vor allem auch Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen besitzt, um seine Umwelt mitzugestalten.

#Aktivitas

15. Oktober 2012 | Neue Umfrage!

Die neue Umfrage findet ihr auf der Startseite rechts unten oder [hier!](https://scaphusia.ch/umfragen/2012/10/10/bier-besteht-aus/)