#Alt-Scaphusia

26. Juni 2012 | Jakob Honegger olim Philos

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Jakob Honegger olim Philos
Arzt
Generation 1968

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 12. September 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

25. Juni 2012 | Und alles dreht sich im Tanzkreis

Schaffhauser Nachrichten
Alexander Joho

Schaffhausen Der Munotball ist ein Traditionsanlass – und das seit über 100 Jahren. Alte Hasen wie Heidi und Werner Siegrist, beide Lehrer (er pensioniert, sie in zwei Wochen), sind bereits als Kantonsschüler gerne vorbeigekommen. «Die Atmosphäre ist halt schon einzigartig, und der Munot bedeutet für mich auch ein Stück Heimat» erzählt mir Werner Leu. Zu den Neulingen an diesem Abend zählen Heinz Fischer und Irma Ackeret aus dem Zürcher Oberland, die erst seit drei Jahren regelmässig beim Munotball anzutreffen sind. «Wir waren früher auf die Volkstanzszene in Zürich fixiert, doch dann wurde es immer schwieriger und teurer, bis dann gar nichts mehr ging. Umso mehr freut es uns, jetzt hier beim Munotball mittanzen zu können.» Die beiden Saxofonisten Jürg Hiltenbrand und Felix Meisterhans haben über die Gage Stillschweigen vereinbart, für sie ist klar: «Die Ambiance allein entschädigt tausendfach. So was gibt es in der Schweiz nur an wenigen Orten.» Vom Rentnerdasein noch etwas weiter entfernt sind Dario Righes und Laura John, die zusammen mit ihren Freunden am Tisch den Altersdurchschnitt um einige Jahre nach unten drücken. «Meine Grossmutter hat mir davon erzählt, und nun kommen wir auch schon das fünfte oder sechste Mal hierher», erklärt mir Laura John. Am anderen Ende des Altersspektrums sind Jürg und Ursel Comminot anzusiedeln, beide seit bald 50 Jahren dabei. «Hier in Schaffhausen kennt uns jeder», sagt Jürg Comminot, der seit Jahren immer im selben Tanzoutfit am Ball auftaucht. Das schönste Lob erhält der Munotball von Silvia Germann aus dem Kanton Zürich, die zusammen mit Tanzpartner Boris Wismer aufgekreuzt ist: «Wir sind zum ersten Mal hier, und es gefällt uns super, nur ans Tanzen im Kreis muss ich mich noch gewöhnen.»



Der traditionelle Quadrille-Tanz nach neun Uhr abends stellte auch für die Scaphusianer einen Höhepunkt dar.



Kennen den Munotball bereits aus Kantizeiten: Heidi und Werner Siegrist.



Volkstanzknappheit in Zürich hat sie nach Schaffhausen geführt: Irma Ackeret und Heinz Fischer.



Seit bald 50 Jahren fester Bestandteil des Munotballs: Ursel und Jürg Comminot.



Sie wurde von der Grossmutter auf den Ball aufmerksam gemacht: Laura John mit Dario Righes.


Bei der tollen Ambiance ist die Gage zweitrangig: Jürg Hiltenbrand und Felix Meisterhans von der Nostalgie-Big-Band.



Das schönste Outfit an diesem Abend: Boris Wismer mit Tanzpartnerin Silvia Germann.

Bilder Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

20. Juni 2012 | Der Blutkreislauf der Wirtschaft

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Jung

Bis Januar 2010 war Edi Looser in der Lehrerbildung tätig und Rektor der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen. Dann wurde er pensioniert. Heute arbeitet er Teilzeit als Lastwagenchauffeur für drei verschiedene Firmen. Er hilft aus, wenn ein zusätzlicher Chauffeur benötigt wird. Der 65-Jährige ist seit anderthalb Jahren regelmässig mit grossen Fahrzeugen in der Schweiz und in Deutschland unterwegs.
«Ich hatte schon immer eine Affinität zu Autos und Motoren», sagt Looser, der das Lastwagenfahren erst nach seiner Pensionierung erlernt hat. Nach zehn Doppellektionen bestand er im Herbst 2010 die Fahrprüfung. Nun darf er alle Arten von Lastwagen fahren: LKW mit bis zu 40 Tonnen Gesamtgewicht und mit Anhänger, Lieferwagen oder Sattelschlepper.

**Teil des Arbeitsprozesses**
«Viele Leute sagten: ‹Du spinnst›, als sie hörten, dass ich Lastwagen fahren will», sagt er. Auch sein Arzt habe ihm wegen der körperlichen Anstrengungen davon abgeraten. Doch Looser fühlt sich körperlich noch fit, und er zeigt beim Heben und Schieben von schweren Lasten eine robuste Kraft. «Ein Buch kann ich ja später noch schreiben», sagt er. Im Moment geniesse er es, mit dem Lastwagen unterwegs und ein Teil des Arbeitsprozesses zu sein. «Viele Leute sind sich dessen nicht bewusst», sagt er, «aber das Transportgewerbe ist der Blutkreislauf unserer Wirtschaft.» Wir haben Looser am Montag auf einer Fahrt mit Stückgut durch die Ostschweiz begleitet. An 14 Stationen haben wir sehr unterschiedliche Güter ab- oder aufgeladen: Dämmstoffe, Gitterroste, Bauteile für einen Fabrikkran, Glaswaren, eine Zahnwelle oder Schleifsteine. Die meisten dieser Güter sind auf Paletten abgepackt, damit sie mit einem Palettroller von der Ladefläche des Lastwagens in die Industriegebäude der Empfänger transportiert werden können. Der Tag beginnt um 5.45 bei der Lagerhalle der Firma Hans Peter Brütsch AG in Herblingen. Edi Looser kontrolliert die Ladung und den Zustand des Lastwagens: den Reifendruck, die Rückspiegel, die Blinker und Bremslichter. Beladen wurde der LKW am Vorabend durch die Lagermitarbeiter der Firma Brütsch. Dabei ist es wichtig, dass das Gewicht gleichmässig auf die Achsen und Seiten verteilt, und die Ladung so verkeilt wird, dass sie sich während der Fahrt nicht verschiebt. Die Firma Brütsch hat insgesamt 16 Fahrzeuge im Einsatz und ist im Inland und international tätig. Regelmässig verkehren Lastwagen zu den Hochseehäfen in Hamburg und Antwerpen. Für jedes Fahrzeug muss täglich eine Route geplant werden. Dies übernehmen die Disponenten, die zur Optimierung auch Computerprogramme einsetzen. Oft werden die Routen aber während des Tages noch angepasst, wenn neue Aufträge dazukommen.

**Strenge Kontrolle**
Die Arbeits- und Ruhezeiten der Chauffeure werden staatlich streng kontrolliert. In unserem älteren Lastwagen der Marke DAF, der schon über 850 000 Kilometer hinter sich hat, wird dafür ein Fahrtenschreiber eingesetzt, der die Bewegungen während des Tages auf einer Papierscheibe aufzeichnet. Neuere Lastwagen verfügen über ein rein elektronisches System mit Chipkarten. Die Fahrer müssen darauf achten, die vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten. Ebenfalls erfasst wird die Geschwindigkeit. Fährt ein Chauffeur zu schnell, kann er nicht nur an Radarfallen bestraft werden, sondern auch aufgrund der Aufzeichnungen. Die Daten für die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) werden ebenfalls von einem kleinen Kasten selbständig aufgezeichnet, und die Firmenzentrale weiss über GPS jederzeit Bescheid, wo sich die Fahrzeuge befinden. «Ich bin ein sehr defensiver Fahrer», sagt Edi Looser. Genügend Abstand und eine angepasste Geschwindigkeit seien das A und O für eine sichere Fahrt. Speziell Velofahrer erfordern von den Chauffeuren stets viel Konzentration: Beim Überholen muss der Lastwagen relativ weit auf die Gegenfahrbahn ausweichen, um genügend Platz zu lassen. Und trotz mehrerer Seitenspiegel sind Velofahrer aus der hohen Kabine nicht in jedem Winkel sichtbar. Zur Orientierung setzt Looser eine Navigations-App auf seinem Smartphone ein. In dieser hat er die Route bereits am Vorabend erfasst. «Am Anfang habe ich kein Navi verwendet», sagt er. «Die Geräte sind heute aber sehr zuverlässig. Die Kunst ist es, zu merken, wann sie falsch liegen.» Lastwagenfahrer müssen bei ihrer Routenwahl aufmerksam sein. Zweimal während des Tages müssen wir umkehren, weil das speziell für Lastwagen eingerichtete Navigationsprogramm zu niedrige Unterführungen vorschlägt. Zudem fällt auf, an wie vielen Orten Baustellen den Verkehr erschweren. «Ich finde es positiv, wenn gebaut wird», sagt Looser. «Ich habe einen gewissen Fortschrittsglauben, und Bauarbeiten zeigen, dass die Menschen mit Energie an der Zukunft arbeiten.» Seine Verpflegung bringt Looser in einer Kühlbox mit. Er besucht keine Beizen. Er trinkt Wasser, Tee, Orangensaft und kalten Instantkaffee aus einer PET-Flasche. Während der Fahrt isst er Feigen, zum Zmittag schält er sich zum Brot eine Cervelat. Die Mittagspause verbringen wir unter dem Vordach eines Thurgauer Industriebetriebs. Auf der Stückguttour zeigt sich, wie gross die Industrie- und Gewerbeflächen auch in kleinen Thurgauer Landgemeinden sind.

**Biokosmetika für Südafrika**
Den letzten Auftrag erhält Looser am Nachmittag per Telefon. Fünf Paletten soll er in einem Weiler bei Weinfelden abholen. Der Firmensitz des Auftraggebers liegt in einer Scheune. Bei der sauber in Kartonschachteln verpackten Ware handelt es sich um Biodrogerieartikel für den Export nach Südafrika und Saudi-Arabien. «Ich bin ein Zwischenhändler», erklärt der Auftraggeber, der seine Paletten persönlich mit dem Gabelstapler auf die Ladeklappe des Lastwagens hievt. Er habe weder geerbt noch eine Bank hinter sich, doch er habe sich mit den Pflegeprodukten eine Existenz aufgebaut. «Vielleicht ist es Marihuana», scherzt Looser beim Wegfahren. Danach kehren wir nach Herblingen zurück. Nach 251 Kilometern in gut 10 Stunden ist die Stückguttour beendet. Die abgeholten Güter werden in die Lagerhalle geräumt. Noch am selben Abend werden sie auf andere Lastwagen verteilt, die sie am nächsten Tag weitertransportieren.



Der ehemalige Rektor der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen hat einen bewegten «Ruhestand»: Edi Looser ist als Teilzeit-Lastwagenchauffeur unterwegs, hier im Thurgau.



Die Ladefläche ist bald leer: Edi Looser kontrolliert beim Abladen, ob die Informationen auf dem Lieferschein mit der Sendung übereinstimmen.



Rosen züchten, durch die Welt reisen oder segeln? Edi Looser hat sich in der ersten Phase seines Ruhestands für das Lastwagenfahren entschieden.

Bilder Daniel Jung

#Notizen zu Namen

13. Juni 2012 | Quer durch Tisch und Stadt

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

«Wenn sich jemand aus der Familie in einem Komitee einsetzt, dann halten sich die anderen mit Zuschriften zurück, auch wenn sie anderer Meinung sind», erläutert FDP-Grossstadträtin Katrin Hauser-Lauber am Küchentisch die Regel. Ihr gegenüber sitzt Thomas Hauser, ebenfalls Grossstadtrat, ebenfalls für die FDP. Aber: Er ist Co-Präsident im Komitee «Rhybadi für alli», das sich für die Aufwertung einsetzt. Und weil bei dieser heftig umkämpften Vorlage nichts ist wie sonst, wurde die hausersche Hausregel in Sachen öffentliche Stellungnahme diesmal gebrochen: Katrin Hauser-Lauber schrieb einen Leserbrief, in welchem sie die Ablehnung der Vorlage empfahl.
Besonders erfreut war Politurgestein Thomas Hauser darob nicht gerade und verweigerte auch das sonst übliche Gegenlesen, «den Schrott musst du gar nicht bringen», sagte er, als seine Frau ihm den Brief hinhielt. Ein offenes Ohr fand Katrin Hauser-Lauber dafür bei ihrem Sohn Res Hauser, ebenfalls Grossstadtrat, aber für den stets sparenden Jungfreisinn und damit gegen die Vorlage. «Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich keinen Leserbrief schreibe, wenn Vater so dafür ist», sagt Res, der noch am Studieren ist und Prüfungen ablegen muss. Was bei der politisch einflussreichsten Familie der städtischen Politik (sie vertreten zusammen einen Zwölftel des Grossen Stadtrates) am Küchentisch zum Ausdruck kommt, ist keine Einzelerscheinung, sondern zieht sich quer durch die Stadt, gesellschaftlich wie politisch: Die Rhybadi-Vorlage polarisiert wie kein anderer Urnengang der letzten Jahre. Im Grossen Stadtrat wurde die Vorlage mit 19 zu 15 Stimmen beschlossen. SP-Kantonsrat Matthias Freivogel, der das Referendum gegen den Beschluss ergriffen hatte, konnte 2700 Unterschriften präsentieren, in seiner eigenen Partei fand er aber keine Mehrheit für die Ablehnung: Die SP sprach sich klar für die Vorlage aus. Aber auch in anderen Parteien lässt die finanziell nicht besonders ausschweifende Vorlage es im Gebälk knirschen: ÖBS-Präsidentin Iren Eichenberger tritt entschieden gegen die Aufwertung und damit gegen ihren Parteikollegen Thomas Feurer, den Stadtpräsidenten, an. Und Max Baumann, ÖBS-Mitglied der ersten Stunde, spricht in seiner Zuschrift von «Klugscheissern». Sogar der Rhybadi-Bademeister tritt gegen die Stadt an. Das Grundmuster sieht so aus: Befürworter werfen den Gegnern vor, Verhinderer zu sein und die Rhybadi als Privatrefugium nur für sich beanspruchen zu wollen. Die Gegner ihrerseits warnen vor dem Verlust der idyllischen Atmosphäre und sehen in den Befürwortern Feinde, die die Zürcher Urbanität nachäffen wollen. Am Küchentisch der Familie Hauser an der Buchthalerstrasse wird heftig diskutiert: So ein Beizli wär doch was. Nein, das braucht es nicht. Doch! Nein! Und dann dieser Flohmarkt! Die Argumente sind bekannt. Tochter Michaela, die auch am Tisch sitzt und für den Kantonsrat kandidiert, hat sich noch nicht entschieden. «Ich verstehe gewisse Punkte von Thomas», sagt Katrin Hauser-Lauber, «und er versteht vermutlich auch meine Sicht …» – «Nein, nein!», sagt Thomas Hauser und schüttelt den Kopf, es wird gelacht am Tisch. Bleibt zu hoffen, dass auch Gegner und Befürworter nach dem kommenden Sonntag den entstandenen Graben so einfach wieder schliessen können.



Bei Hausers am Küchentisch (v. l.): Vater Thomas (Befürworter), Tochter Michaela (neutral), Sohn Res (Gegner) und Mutter Katrin (Gegnerin). Nicht auf dem Bild ist Sohn Fabian, über dessen Meinung die Angaben der Eltern divergieren.
Bild Robin Blanck

#Notizen zu Namen

12. Juni 2012 | Ein angesehener Chirurg und Lehrer

Steiner Anzeiger
Christian Birchmeier

Am 19. Februar 1847 erblickte er in Stein am Rhein das Licht der Welt, dort, wo sein Vater, der aus Schweinfurt eingewandert war, eine Gerberei seines Schwiegervaters übernahm und betrieb. Seine Mutter Anna Elisabeth Gräflein stammte aus Steckborn. Ulrich Krönlein absolvierte die Schulen in Stein am Rhein und besuchte anschliessend – aber nur für ein Jahr – die Kantonsschule in Frauenfeld. Die strenge Zucht in dieser Schule scheint ihm allerdings nicht zugesagt zu haben. An Ostern 1862 wechselte er ans Gymnasium in Schaffhausen, wo er, in allen Fächern hochbegabt, die Schule problemlos als Primus bis zur Matura durchlief.

**Krönlein und die Scaphusia**
Er genoss die an dieser Schule herrschenden grösseren Freiheiten und den offenen, humanen Geist. Zusammen mit 8 weiteren Schulkollegen trat er als Fuxe der Mittelschulverbindung Scaphusia bei, die er aufgrund seiner damals schon vorhandenen, starken Persönlichkeit stark prägte. Am 5. November 1864 wurde R.U. Krönlein v/o Petz von seinen Freunden zu deren Präsidenten gewählt. Unter seiner Leitung nahm die 1858 gegründete Verbindung Scaphusia einen grossen Aufschwung. Vorträge und Diskussionen zu zeitgenössischen Themen aus Forschung, Wirtschaft, Kultur (hier vor allem Literatur) und Politik beflügelten den jungen Gymnasiasten und brachten seine deutlich hervorragende, frühentwickelte Persönlichkeit und natürliche Autorität zum Blühen.
Werte, die dem zukünftigen berühmten Chirurgen und Rektor der Universität Zürich zu gute kamen. Das Archiv der Verbindung Scaphusia hütet einige wertvolle Dokumente aus seiner Zeit, so wohl auch die älteste Aufnahme von Krönlein und seiner Generation selber.
1866 begann er sein medizinisches Studium in Zürich. Nach dem Staatsexamen schrieb er seine Dissertation zum Thema «Die offene Wundbehandlung» (1872). Sein weiterer akademischer Weg führte ihn 1874 nach Berlin, wo er eine Stelle als Assistenzarzt antreten konnte, ehe er 1878/79 als ao. Professor die chirurgische Universitätsklinik Giessen führte. 1881 folgte er dem Ruf nach Zürich auf den Lehrstuhl seines früheren Lehrers Rose. Bereits 1886 wurde er für 2 Jahre zum Rektor der Universität Zürich gewählt, 1888-90 war er Dekan der medizinischen Fakultät. Eine verlockende Berufung als Nachfolger von Theodor Billroth an den Lehrstuhl nach Wien lehnte er ab, worauf ihm die Zürcher Studentenschaft als öffentlichen Dank einen glänzenden Fackelzug mit anschliessendem Kommers brachte. 1906 konnte er das 25 jährige Jubiläum seiner grossen und sehr erfolgreichen klinischen Tätigkeit an der Universität Zürich feiern.

**Ein Pionier**
Krönlein wurde ein begnadeter und weltweit angesehener Chirurg und Lehrer. Er gilt als Pionier von Eingriffen an der Lunge, noch vor der Erfindung der Unterdruckkammer durch Ferdinand Sauerbruch. Die Kopfchirurgie und Bauchchirurgie wurden zu seinen Spezialgebieten. Als eine wegweisende Leistung wird die erstmalig von ihm durchgeführte operative Entfernung eines entzündeten Wurmfortsatzes (Bilddarms) angesehen. Prof. Krönlein blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1910 der Chirurgie an der Uni Zürich treu.



Die erste Portraitaufnahme der Studentenverbindung Scaphusia, Generation 1864 mit Rudolf Ulrich Krönlein v/o Petz (3. von rechts, stehend).


Portrait von Prof. Dr. R.U. Krönlein um 1900.


Die Erinnerungstafel am Geburtshaus in Stein am Rhein.


Krönlein umgeben von seine engsten Mitarbeitern der Uni Zürich um 1900.

Bilder zvg

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#Notizen zu Namen

12. Juni 2012 | 40 Jahre Heimatvereinigung Buch-Hemishofen-Ramsen: Säge Buch und weiteres Kulturgut erhalten

Schaffhauser Bock, Unsere Gemeinden
Daniel Thüler

Wenn man die Biberbrücke am Dorfein­gang von Buch überquert, sieht man kurz darauf auf der linken Seite einen schmu­cken historischen Holzschopf. Es handelt sich um die Säge Buch, die 1786 gebaut wurde und war bis im 1899 in Betrieb stand. Danach verlotterte sie zunehmend und drohte zusammenzubrechen.

**Vom Zerfall gerettet**
1973 wurde die Säge Buch schliesslich gerettet. Der Eigentümer, Ernst Brütsch-Geier, verkaufte sie an die Heimatverei­nigung Buch-Hemishofen-Ramsen, die ein Jahr zuvor gegründet wurde und sie restaurieren wollte. Als 1975 das Europäische Jahr für Heimatschutz und Denkmalpflege stattfand, wurde die Säge Buch SH zu einem der Pilotobjekte des Kantons Schaffhausen erkoren. Beiträge von Bund, Kanton, Gemeinden, Vereini­gungen und Privaten ermöglichten eine umfassende Renovation des Gebäudes, den Nachbau des ehemaligen Wasserra­des, die Installation eines alten Getriebes und einer typischen Einfachgangsäge. Von 1977 bis 1979 wurde zudem im Un­tergeschoss eine Hanfreibe aufgebaut. Als Buch 1980 das 900-Jahre-Jubiläum feierte, konnte sogar Geld aufgetrieben werden, um einen geschlossenen Was­serkreislauf zu erstellen, der den Antrieb des Schaufelrades mit Wasser ermög­lichte.
Die Säge Buch wird jeweils am SlowUp öffentlich vorgeführt und auch private Führungen, allenfalls kombiniert mit ei­nem Apéro sind möglich.

**Kulturgüter für Zukunft bewahren**
Die Heimatvereinigung Buch-Hemisho­fen- Ramsen wurde 1972, also vor genau 40 Jahren, von Dr. Herbert Brütsch ge­gründet. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die Liebe der Bevölkerung zur engeren Heimat zu wecken und das Verständnis der Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft zu retten. Jährlich wird ein Vor­trag sowie ein interessanter Ausflug für die fast 200 Mitglieder organisiert. Auch werden immer wieder Ausstellungen rea­lisiert, um der Schuljugend Einblick in die frühere Wohn- und Arbeitswelt zu geben.

**Flohmarkt Ende Juni**
Die Heimatvereinigung pflegt auch ei­ne umfangreiche Sammlung von selten gewordenen Kulturgütern. «Viele die­ser Gegenstände sind im Hinterhaus des Museums Lindwurm in Stein am Rhein ausgestellt», erklärt Arthur Meister, seit 24 Jahren Präsident der Heimatvereini­gung. «Ursprünglich wollten wir ein eige­nes Dorfmuseum im Anker-Schulhaus in Ramsen betreiben, sahen aber davon ab, da es fraglich ist, ob genügend Besucher kommen. Die Ausstellungsgegenstände würden nur verstauben.» Viel Sammelgut besitzt die Heimatverei­nigung mehrfach. «Wir führen deshalb am Samstag, 23. Juni 2012, in Ramsen einen grossen Flohmarkt durch, wo die nicht mehr gewollten Sammelstücke ver­kauft werden», sagt Meister.

**Vermehrt auf Film setzen**
Die Heimatvereinigung will künftig ver­mehrt auf filmische Dokumente setzen. «Dokumentarfilme sind eine tolle Mög­lichkeit, heutiges Wissen in die Zukunft zu überführen», sagt Arthur Meister. «Man muss heute filmen, was morgen Vergangenheit ist.» Der Aktuar Hansueli Holzer hat bereits einen Film über 40 Jah­re Heimatvereinigung zusammengestellt. Uraufgeführt wurde dieser an der Jubilä­ums- GV im März.



Die historische Säge von aussen.


Die Säge von 1786, die von der Heimatvereinigung Buch-Hemishofen-Ramsen gerettet wur­de, ist die Attraktion in Buch.

Bilder: Daniel Thüler

#Allgemeines

8. Juni 2012 | Die Wasserschlacht von Hogwarts

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Jung

Gestern Morgen wurden an der Kanti sonderbare Fächer unterrichtet: alte Runen, Verwandlung, Wahrsagerei und Geschichte der Zauberei. Doch kaum hatten diese von Schülern unterrichteten Lektionen begonnen, übernahmen dunkel gewandete «Todesser» die Schule.
Als Höhepunkt der letzten regulären Schulwoche der Maturandenklassen an der Kanti fand gestern der Maturstreich statt. Diesmal stand die Woche unter dem Motto «Harry Potter», und die Kanti verwandelte sich ins Zauberinternat Hogwarts. Die Maturanden hatten fantasievolle Kostüme angezogen, sie trugen Masken oder aufwendige Schminke. In den Tagen davor hatten sie in der grossen Pause mit einer Feuerkelchprozession, Zauberschach und einem «Quidditch»-Spiel für Unterhaltung gesorgt. Die unteren Klassen wurden gestern vor knifflige Aufgaben gestellt: Die Erstklässler mussten eine Zauberverkleidung aus Zeitungspapier basteln, die Zweitklässer einen Besen für ein Wettrennen fertigen und die dritten Klassen ein Produkt für Zauberlehrlinge präsentieren. Vorgestellt wurden die Ergebnisse in der Munotturnhalle. Doch bevor alle Klassen dort ankamen, kam es auf dem ganzen Gelände zu einer grossen Wasserschlacht, bei der niemand ganz trocken blieb. In der Turnhalle äusserte sich danach der «sprechende Hut» frech über die Angewohnheiten verschiedener Lehrkräfte. Passend zur Zeit der Castingshows fanden dann diverse Wahlen statt, von der schönsten Schülerin bis zum goldigen Lehrer. Am Schluss übergaben die Maturanden die Herrschaft an Kantirektor Urs Saxer, in dem sie den dunklen «Lord Voldemort» erkannt hatten.



Mit Wasserpistolen und -ballonen geleiteten die düsteren «Todesser» die Kantiklassen am Maturstreich in die Munothalle.


Die Schüler der ersten Klassen bekamen den Auftrag, aus Zeitungspapier ein Zauberkostüm zu basteln.


Gelüftete Masken: Beim Spektakel zum Abschluss der Kantischulzeit waren viele Schüler verkleidet.
Bilder Simon Brühlmann

#Allgemeines

25. Mai 2012 | Lehrschwimmen für Führungskräfte in spe

Schaffhauser Nachrichten, Region
Mark Liebenberg

Steve Jobs präsentiert auf dem Video aus dem Jahr 2007 gerade sein erstes iPhone. Gespannt folgen die vier Teams im Raum dem Auftritt und machen sich Notizen. Zur Gestik, zur Sprache, zum Aufbau der Rede und welche Botschaften platziert werden. Jobs erzählt seine Geschichte in einer einfachen Sprache, die ein 9-jähriges Kind versteht und ebenso die Grossmutter. Wie eine Show kommt das daher, die Kursteilnehmer lachen amüsiert, als der Apple-Guru auf humorvolle Art die Funktionen dieses neuartigen Geräts erklärt – nicht wenige haben heute, fünf Jahre später, selber ein solches Phone im Hosensack.
Die Kursdozenten Thomas Berchtold und Ruedi Boxler sind Kommunikationsprofis. Sie bringen an jenem vierten Kurstag der Wirtschaftswoche den Kantons- und Handelsschülern im Klarissensaal des Klostergutes Paradies in Schlatt bei, von welcher Bedeutung gute Kommunikationsstrategien beim Führen eines Unternehmens sind. Die Mehrheit der 18 Kursteilnehmer ist von der Kantonsschule.

**Wissen und Erlebnisse vermitteln**
Wie jedes Jahr während der Wirtschaftswoche, sollen Jugendliche hautnah erleben, was es heisst, ein Unternehmen zu führen. Angeleitet von erfahrenen Führungskräften aus der Privatwirtschaft managen die Jugendlichen in fünf Tagen ihr virtuelles Unternehmen. Sie wählen einen Namen für die Firma, verteilen die Funktionen, legen fest, was diese Firma wie tun will und legen los. Alle Firmen vertreiben dabei das gleiche Produkt. Ein computerbasiertes Planspiel simuliert dabei den Markt und das wirtschaftliche Umfeld der Unternehmung. Die Studenten lernen, Strategien zu entwickeln, sich mit den Aktivitäten der Konkurrenz und der Marktentwicklung auseinanderzusetzen, sich klug zu organisieren und Marketingkonzepte umzusetzen. Jeder Kurstag ist dabei ein Geschäftsjahr. Über Nacht kann sich die Lage drastisch verändern, und es müssen neue Strategien her. Am Freitag, dem letzten Kurstag, stellen die Teams ihr Unternehmen im Plenum vor und berichten, warum welche Entwicklung eingetreten ist. Das Ziel ist, über das eigene Handeln vorhandenes Wirtschaftswissen zu verinnerlichen und darüber hinaus das Interesse und die Freude an wirtschaftlichen Themen zu wecken. Bei den Teilnehmern des Kurses im Klarissensaal ist dieser Erfolg weitgehend eingetreten (siehe unten). Auch sie werden vielleicht eines Tages Führungsverantwortung übernehmen. Als «Projekt- und Erlebniswoche» beschreibt die Ernst-Schmidheiny-Stiftung, die das Konzept entwickelte, den Kurs. Er wird gemeinsam mit den kantonalen Industrie- und Handelskammern und mit der Unterstützung zahlreicher grosser und kleiner Schweizer Unternehmungen ermöglicht.


**Was Kantonsschüler denken Keine Angst vor der Krise, aber lieber einen krisensicheren Beruf wählen**

**Moritz Stocker, Schaffhausen**: «Ich habe gelernt, als virtueller CFO für ein Unternehmen Verantwortung zu tragen und die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen abzuschätzen. Natürlich entwickelt man mit der Zeit einen gewissen Ehrgeiz, besser zu werden, auch wenn es sich ja nur um ein Planspiel handelt. Ich überlege mir, nach der Matur Mathematik zu stu-dieren. Aber wenn es nur halb so viel Spass macht, ein echtes Unternehmen zu führen, wie hier, dann würde mich das schon reizen. Nur fehlt in der Realität natürlich jedes Sicherheitsnetz. Ich bin vielleicht blauäugig, aber ich glaube, die jetzige Wirtschaftskrise ist überschätzt. Europa geht vielleicht ein bisschen kaputt, aber wir als Schweiz werden auch diese Krise überleben.»

**Marija Vasic, Neuhausen am Rheinfall**: «Ganz neu für mich und spannend ist, die unternehmensinternen Abläufe und die Organisationsstrukturen kennenzulernen. Ich gebe es zu: Ich habe es mir einfacher vorgestellt, so ein Unternehmen zu führen. Als CEO unseres virtuellen Unternehmens merke ich, dass man mega viel Verantwortung trägt und ständig den Überblick behalten muss, zum Beispiel über den Börsenkurs. Koordination ist auch sehr wichtig – es ist alles sehr realistisch aufgebaut. Und Menschen ent-lassen ist definitiv keine einfache Entscheidung; nicht einmal wenn es nur eine Übung ist! Vor der momentanen Krise habe ich eigentlich keine Angst, aber nach der Kanti will ich Jura studieren, das ist ein krisensicherer Job.»

**Valentin Fischer, Hemmental**: «Zwar haben wir in der Kanti ja Recht und Wirtschaft, aber man gewinnt dort mehr so den Blick von aussen auf die Vorgänge in einem Unternehmen. Der grosse Pluspunkt hier im Kurs ist, dass man selber in der Haut eines Firmenkaders steckt und zum Teil schwierige Entscheidungen treffen und die Fol-gen verantworten muss. Ich werde anschliessend an die Matur hoffentlich in St. Gallen Recht und Wirtschaft studieren. Mein Fernziel ist es, Wirtschaftsanwalt zu werden. Die aktuelle Krise ist meines Erachtens keine Krise des Systems. Unser Wohlstand ist nicht bedroht. Es haben einige Menschen in den Banken falsche Entscheide getroffen, so what? Es sind Probleme, die man lösen kann.»

**Lisa-Marie Hüttenberger, Stein am Rhein**: «Mich fasziniert vor allem der Bereich Marketing und Kommunikation. Gestern haben wir die Vier-P-Lehre behandelt (Produkt, Promotion, Placement, Preis), das war neu für mich. Den Kurs habe ich in Graubünden vor zwei Jahren schon einmal gemacht, jetzt lerne ich aber viel mehr. So ein Tag geht schneller vorbei als an der Kanti, weil es so interessant ist. Die Dozenten sind sehr gut. Nach der Matur werde ich nicht Wirtschaft studieren, mich reizt eher etwas im Bereich Personalmanagement. Daher will ich Kommunikationswissenschaften studieren und danach vielleicht einen MBA machen. Die Weltwirtschaft macht mir schon Sorgen. Wenn man sieht, wie Spanien und Italien kämpfen.»
(lbb)

#Allgemeines

22. Mai 2012 | Ball auf dem Munot

Coop-Zeitung Nr. 21, Freizeit & Unterhaltung
mz

Der Munot ist das Wahrzeichen Schaffhausens. Zwischen 1563 und 1585 als Rundfestung erbaut, konnte sie nur einmal ihre Militärtauglichkeit unter Beweis stellen: 1799 zogen die französischen Truppen nach einer Belagerung unverrichteter Dinge ab. In der Folge diente derMunot beim Aufbau der Stadt als Steinbruch, wurde bis 1839 renoviert und ist seit über 100 Jahren Austragungsort der festlichenMunotbälle. AchtMal finden
diese im Sommer statt, dieses Jahr zwischen dem 23.Juni und dem 25.August. Das Manko der nicht ganz ebenen Tanzfläche wiegen die live aufspielenden Big Bands problemlos auf. Höhepunkt jedes Balles sind die Quadrillen, die jeweils nach dem Läuten des Munotglöckleins um 21.20 und um 22.20 Uhr aufgeführt werden.


Eindrucksvoll: der Munot, der über Schaffhausen thront und wacht.


**Munotglöcklein**
Auf des Munots altem Turme
Sie ist 420 kg schwer, 70 cm hoch, hat einen Durchmesser von 90,5 cm und klingt auf G: die Glocke im Munot oder – wie sie in ihrer Heimatstadt Schaffhausen genannt wird – das Nüniglöggli. Früher kündigte ihr Geläut die Schliessung der Stadttore an, heute ist deren Ausklingen der Startschuss zur ersten Quadrille bei den Munotbällen.


**Quadrillenkurse**
Getrippelt wie gerannt
Die zwei Quadrillentänze sind die tänzerischen Höhepunkte der Munotbälle. Die Stammbesuchern beherrschen die Schrittfolgen aufgrund jahrelanger Erfahrung. Wer sie lernen möchte, um selber mittrippeln und mitrennen zu können, besucht einen der Quadrillenkurse, die 2012 am 5. und 12. Juni (20.15 Uhr) auf der Munotzinne stattfinden.

#Aktivitas

8. Mai 2012 | Flyer Quartalsprogramm Frühling

Flyer und Plakate mit dem Frühlingsprogramm sind ab heute an der Kanti im Umlauf.

Das komische Zeugs im Wappen ist ein QR-Code. Mit dem geeigneten App auf einem Smartphone kann man den Code scannen, welcher direkt auf die Website der Scaphusia leitet.

#Allgemeines

7. Mai 2012 | Maturaball

Schaffhauser Nachrichten, Region

Getanzt und gefeiert wurde am diesjährigen Maturaball in der Schaffhauser Kanti, der von Fabienne Spahn organisiert worden war. Zu Beginn war die Stimmung noch nicht ausgelassen, was sich im Laufe der Zeit änderte. Zur Einstimmung auf den Ballabend gab es einen Apéro im Foyer, dann begrüsste das Organisationskomitee die Anwesenden mit einer Eröffnungsrede, und im Laufe des Abends liefen die Gäste zur vollen Form auf, die Stimmung wurde immer besser, wozu nicht zuletzt «dj 2eazy» beitrug. Allmählich kam Partystimmung auf, und es wurde heftig das Tanzbein geschwungen. Masken aber trugen nur die wenigsten Besucher.



Bild Lukas Seebacher

#Notizen zu Namen

5. Mai 2012 | Bisheriger SP-Stadtschulrat nicht nominiert

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen / Schaffhausen
Daniel Jung

Überraschend hat sich die SP der Stadt Schaffhausen am Donnerstag entschieden, nur noch mit zwei Kandidatinnen für den Stadtschulrat anzutreten. Bisher stellten die Sozialdemokraten drei Mitglieder des achtköpfigen Gremiums: die Präsidentin Katrin Huber Ott, Vreni Osterwalder und Andreas Wüthrich. Huber Ott war bereits im Februar nominiert worden, Vreni Osterwalder wurde am Donnerstag mit grosser Mehrheit für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen. Andreas Wüthrich jedoch wurde eine Nomination verwehrt.
Darüber ist Wüthrich enttäuscht. Er erklärt, dass seine Nichtberücksichtigung wohl mit einer Forderung der Schulratspräsidentin Huber Ott zusammenhänge: Sie soll ihre Kandidatur davon abhängig gemacht haben, dass Wüthrich nicht mehr nominiert wird. Mit dieser Forderung habe sie den Parteivorstand überzeugt. Die Parteiversammlung sei am Donnerstag dem Vorstand dann gefolgt. Wüthrich erklärt gegenüber der SN, es habe keine offenen Konflikte zwischen ihm und der Präsidentin Huber Ott gegeben. «Es kam aus heiterem Himmel», sagt er. «Sie hat mich nie darauf angesprochen und nur einmal eine Reklamation weitergeleitet.» Wüthrich habe sich persönlich gut mit Huber Ott verstanden. Er spricht von einem «kollegialen Verhältnis, wie es eigentlich unter Genossen üblich sein sollte». Er versteht die radikale Entscheidung daher nicht. Andres Bächtold, Präsident der SP Stadt Schaffhausen, begründet die Entscheidung anders. Einerseits sei die SP im Stadtschulrat übervertreten, während ÖBS und SVP gar nicht eingebunden seien, was zu einer instabilen Situation führe. Anfang Jahr hatte sich Bächtold darum bemüht, das Gremium breiter abzustützen. Er war mit seinem Vorschlag für eine einvernehmliche, stille Wahl aber gescheitert. Trotzdem will die Partei nun einen ihrer Sitze zur Verfügung stellen.

**Spannungen in der Behörde**
Daneben gibt es auch Vorbehalte gegenüber Andreas Wüthrich. «Er hat Defizite im Kommunikationsbereich», sagt Bächtold. Man müsse als Stadtschulrat gut zwischen Lehrpersonen, Eltern und Schülern vermitteln können. «In diesem Bereich musste Wüthrich unterstützt werden, was zu einer zusätzlichen Belastung für die ohnehin überlasteten anderen Mitglieder des Stadtschulrats geführt hat.» Dies habe auch in anderen Parteien zu Unruhe geführt, es sei im Parlament und in der Geschäftsprüfungskommission zum Thema geworden. «Darum haben wir gehandelt, bevor es eine Schlammschlacht gibt», sagt Bächtold. «Wir haben ihm nahegelegt, seine Kandidatur zurückzuziehen. Das wollte er aber nicht.» Die Partei habe einen demokratischen Entscheid gefällt, der natürlich für den Betroffenen schmerzhaft sei. Wüthrich kann die Entscheidung aber auch strategisch nicht verstehen. «Wir haben damals so um unsere Sitze gekämpft», sagt er. Man habe viel Engagement und ein erhebliches Budget in den Wahlkampf investiert. «Darum finde ich es absurd, dass man gerade einer SVP einen Sitz schenken will», sagt Wüthrich, «das ist für mich nicht nachvollziehbar.» Bächtold entgegnet: «Wir halten den Stadtschulrat weiterhin für eine äusserst wichtige Behörde. So wichtig, dass wir sie mit Leuten besetzen möchten, die alle Bereiche optimal abdecken können.» Die SP erwartet nun von den anderen Parteien, dass sie fähige Kandidaten vorschlagen. Trotz seiner Enttäuschung möchte Wüthrich in der SP verbleiben. «Ich stehe nach wie vor hinter den Ideen der Partei», sagte er. Konflikte kämen vor, wo Menschen miteinander arbeiteten.

#Notizen zu Namen

25. April 2012 | André Lorenzetti

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen

ist zum Oberst der Schweizer Armee befördert worden. Lorenzetti wuchs in Stein am Rhein auf. In der Armee war er Spielführer, dann Adjutant im Inf Bat des Thurgauer Infanterieregiments 31und wechselte nach dessen Auflösung ins Zentrum für Management-, Informations- und Kommunikationsausbildung der Armee MIKA und führt dort einen Fachstab mit 400 Spezialisten. Er lebt mit seiner Familie in Oberdiessbach und arbeitet als Gymnasiallehrer. Wir gratulieren herzlich.


Zuschrift in «Litteris et Amicitiae» 2-2012 von Franz Lorenzetti v/o Blasius

Domingo, Aktivpräsident 1984/85, durchlief in der Armee eine aussergewöhnliche Karriere. Er war erst Spielführer, dann Adjutant im Inf Bat des Thurgauer Infanterieregiments 31. Nach dessen Auflösung wechselte er ins Zentrum für Management-, Informations- und Kommunikationsausbildung der Armee MIKA und führt zurzeit dort einen Fachstab mit rund 400 Spezialisten.
Nun ist Domingo zum Obersten der Schweizer Armee befördert worden.
Er lebt mit Susanne (dem ehemaligen Besen) und zwei Kindern in Oberdiessbach (BE) und arbeitet zivil als Gymnasiallehrer und als Teilprojektleiter in der Erziehungsdirektion.



#Notizen zu Namen

21. April 2012 | Hochzeit

Schaffhauser Landzeitung, Die Zeitung für den Klettgau, Nr. 45

Endlich läuteten in Schleitheim wieder einmal die Hochzeitsglocken, denn am vergangenen Samstag haben Eliane und Daniel Regli in der Reformierten Kirche geheiratet. Die Dorfibevölkerung wartete gespannt auf das Hochzeitspaar, welches wunderschön gekleidet aus der Kirche trat und durch die spalierstehenden Kameraden der Armee und der Scaphusia-Studentenverbindung schritt. In der Randenhalle stand die Männerriege hinter den reichhaltigen Apéro-Buffets im Einsatz und bewirtete die Gäste, welche sehr zahlreich erschienen war und sich gutgelaunt unterhielt. Besonders erfreut waren die Eltern und Grosseltern von Daniel Regli und genossen es sichtlich. Gegen Abend begab sich die Hochzeitsgesellschaft nach Albführen zum Nachtessen.



Eliane und Daniel Regli beim Verlassen der reformierten Kirche von Schleitheim.
(Bild: zvg)

#Allgemeines

20. April 2012 | Abbruch in die Zukunft

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Sebastian Babic

Die Brauerei Falken schafft sich seit gestern auf ihrem Areal Platz für neue, zukunftsweisende Projekte.
Bereits seit den Sechzigerjahren, steht die Malzproduktion in Schaffhausen und der ganzen Schweiz still. Die Mälzerei der Falkenbrauerei wurde daher bis vor Kurzem als Lagerhalle genutzt, wobei auch Betriebswohnungen in den oberen Stockwerken vorhanden waren. Tempi passati. «Der Unterhalt eines solchen Gebäudes kostet Geld, und da ohnehin grössere Investitionen in das Gebäude angestanden wären, haben wir uns entschieden, es abzureissen», erklärt Markus Höfler, Geschäftsleiter der Brauerei Falken, die Beweggründe. Zudem sei es meist günstiger, ein Gebäude abzureissen und ein neues zu bauen, als zu renovieren. «So können wir uns ausserdem Optionen für verschiedene Projekte offenhalten», so Höfler weiter.
Man hätte bei der Brauerei diverse neue Nutzungsmöglichkeiten im Kopf, um aber keine falschen Erwartungen in der Bevölkerung zu wecken, wolle man noch nicht explizit darüber sprechen, da diese Projekte noch nicht konkret seien. «Lieber zuerst eine grüne Wiese und danach über Neues nachdenken als umgekehrt», sagt der Geschäftsleiter. «Jedenfalls wird es anstelle der Mälzerei weder eine neue Lagerhalle noch Parkplätze, Wohnungen oder ein weiteres Bürogebäude geben.» Wenn die Brauerei etwas Neues baue, werde es mit Sicherheit eine Investition in die Technik sein, eine Investition in die Werterhaltung der Brauerei, versichert Höfler.
Die Arbeiten laufen bereits seit Montag auf Hochtouren und werden noch mindestens sechs Wochen in Anspruch nehmen. Vom vergangenen Montag bis zum Mittwoch wurde das Gebäude auf den Abriss vorbereitet und wurden Stoffe aus der Mälzerei rezykliert. Gestern begann der eigentliche Abriss. Die neu entstandene Fläche wird vorerst brachliegen: «Wir lassen einen lockeren Boden zurück. Er muss nur befahrbar sein; Tennis wird man darauf nicht spielen können.»



Der Abrissbagger gräbt seine Schaufel in die Mälzerei und trägt so die erste Fassade Stück für Stück ab.
Bild Simon Brühlmann

#Allgemeines

19. April 2012 | Mit Hopfen, Malz und viel Leidenschaft

Schaffhauser Nachrichten, Region
Mark Liebenberg und Jan Hudec

Erde, Wasser, Feuer, Luft – das Gerstenkorn, das aus dem Samen in der Erde wächst, das Wasser, in dem das geschrotete Malz gemaischt wird, die Feuerflammen, die an die Braupfanne züngeln und den Sud erhitzen, und die kohlensäurigen Luftbläschen, die im vergärenden Gerstentrunk entstehen: Im Bierbrauprozess kommt ein komplexes Zusammenspiel der vier Elemente zustande. Das Resultat aber ist etwas vom Schönsten und Besten, das die Menschheit überhaupt hervorgebracht hat, seit irgendjemand in Mesopotamien seinen Getreidebrei einige Tage stehen liess und feststellte, dass dieser zu gären begann. Gerüchten zufolge war es auch der bei der Gärung entstehende Alkohol, der dem darauffolgenden Experimentiergeist Flügel verlieh.
Über 5000 Jahre nach den ersten schriftlichen Zeugnissen des Bierbrauens bittet Urs A. Meier in seine Braustube in einem alten Bauernhaus auf der Breite. Den Ingenieur packte die Bierlust Anfang der Neunzigerjahre, als das Heimbrauen so richtig im Trend lag. Nach ersten Gehversuchen in der Küche baute und schweisste er sich bald seine Gerätschaften selber zusammen. Auch den ganzen Vorgang vom Gerstenkorn über das Schroten bis zum fertig gerösteten Malz exerzierte Meier mit Erfolg anfänglich selber – heute bezieht er für den Brauvorgang fertige Produkte beim Händler: «Mich reizte von Anfang an nicht nur das Produkt, sondern die technisch-analytischen Details und das Messen und Rechnen beim Brauen», sagt Meier. An verschiedensten Rezepturen pröbelt er lange herum und hält alles akribisch im Braubuch fest. So verfügt er nicht nur über einen hochmodernen Braukessel, sondern auch über eine 30 Liter fassende Experimentieranlage. Dort tüftelt der Technikfreak an etwa zehn Tagen im Jahr an Amberbieren, Porter und weiteren Spezialbieren. «Besonders ehrgeizig war ich beim Herstellen eines Klons des weltberühmten «Samichlausbiers» der Brauerei Hürlimann, sagt der 59-Jährige und holt sogleich eine wahre Preziose aus dem Keller: Ein «Samichlaus», Jahrgang 1996. «Zum Vergleich.» Ein Vergleich, den er keineswegs scheuen muss (siehe Degustationsnotiz). «Im Grunde braue ich Biere für Weintrinker», sagt Meier schmunzelnd. Vorderhand tut er dies für den Eigengebrauch und für Freunde und Feste. Gibt es Burggütli-Bräu bald auch zu kaufen? «Vielleicht, wenn ich pensioniert bin.»

**Gutes Bier vom Hof**
In Mutters Küche begann Bruno Gnädingers Brauerkarriere. Einen Tag lang schuftete er vor über 15 Jahren mit seinem Bruder an Kochtöpfen herum – und am Ende schauten kümmerliche zehn Liter Bier heraus. Bald begannen die Brüder aus Ramsen, im grösseren Stil zu brauen und rüsteten einen ausrangierten 170-Liter-Dampfkochtopf aus einer Grosskantine zum Braukessel um. Seither produziert Gnädinger auf seinem Hof gegen 1500 Liter Gnädinger-Bräu jährlich, das meiste davon für Feste, Vereinsanlässe und dergleichen mehr. Und natürlich kann man ab Hof das leckere Lagerbier beziehen. Ein kleiner Nebenerwerb. «Aber es soll ein Hobby bleiben», sagt der 40-Jährige, schliesslich ist daneben noch eine Hühnereierfarm zu betreuen. Ausserdem: «Die Leute sollten neben Gnädinger-Bier ruhig auch mal ein Falken trinken.»

**Minibrauerei im Keller**
Vor dem Haus an der Hegaustrasse spielen Kinder. Thomas Müller bittet freundlich herein, in die Bar, die eigentlich ein Veloraum ist. Daneben, im nächsten Raum, steht die selbst gebaute Abfüllanlage und daneben ein stählernes Ungetüm aus einer ostdeutschen Metzgerei, in der rund 200 Liter Malzsirup mit Hopfen und Wasser gekocht werden können. In der Waschküche stehen Harassen aufgestapelt und in einer kleinen Kammer daneben ein grosser Tank, in dem das Bier gelagert wird. Kurz: Thomas Müller hat seinen ganzen Keller in eine Minibrauerei umfunktioniert. Was sagt seine Frau dazu? «Tja, das Haus gehört mir», sagt er lachend. Er habe sich mit ihr gut arrangiert, schliesslich habe es oben in der Wohnung auch noch genug Platz. 2000 bis 3000 Liter Bier stellt Müller in der «Brauerei.SH» pro Jahr her. Natürlich nicht alles für den Eigenbedarf. «Ich verkaufe das Bier auch, allerdings im kleinen Rahmen, an Nachbarn, Freunde oder für Feste.» Gelegentlich verkauft er auch ein Monatsbier an die Kammgarn. Geld verdienen kann er damit freilich nicht. «Es ist ein selbsttragendes Hobby, sofern man denn die Arbeitsstunden nicht rechnet.» Angefangen hat alles ganz klein. 1998 hat er sich an einer Messe einen kleinen Brau-Kit gekauft, mit fertigen Zutaten und Rezept. Das war ihm aber bald zu langweilig, und so fing er selbst an zu experimentieren, kaufte sich immer neue und grössere Geräte und probierte allerlei Rezepte aus. Mittlerweile stellt er diverse Biersorten her: vom hellen Lager über ein Red Ale und Stout bis zum Bocksbier (siehe auch Degustation rechts). «Ich will einfach ein Bier brauen, das so ist, wie ich es gerne trinke, das ich aber so nicht im Laden bekomme», sagt Müller.


**Marke Eigenbräu**

**Perlen heimischer regionaler Bierproduktion**
**Urs Meiers Niggi-Näggi 1997** (13% Vol., über 30° Stammwürze) ist unverkennbar dem legen- dären Samichlausbier der untergegangenen Brauerei Hürlimann nachempfunden. Dieser Doppelbock steht dem Original in nichts nach und zeichnet sich dagegen mit weniger erschlagener Süsse, dafür mit erdigen, fast hölzernen, rauchigen Tönen aus. Fast likörartig, sirupartig, mit Lakritznote. Ein Kunstwerk von einem Bier, und das nach 15 Jahren!
Am letzten Chlausentag gebraut, ist **Niggi-Näggi 2011** (9% Vol., 16° Stammwürze) aus **Meiers Burggütli-Bräu** ein vielversprechender und bekömmlicher Enkel des oben beschriebenen Urahnen. Tiefdunkles Braun, eine fast cremige Substanz und ein ganz sanfter Sauerstich machen aus dem Gerstensaft einen soliden, bereits jetzt aromatischen Bock. Das unfiltrierte, untergärige Bier wird in der Flasche noch zulegen.
**Thomas Müllers Alte Henne** von der Brauerei.SH schmeckt keineswegs so, wie der Name befürchten liesse. Es ist vollmundig, kräftig und würzig mit einer angenehmen Bitternote, im Abgang leicht rauchig. Ein echtes Männerbier. Die cremige Kohlensäure sorgt dafür, dass es noch leichter die Kehle hinuntergleitet.
**Thomas Müllers Weggess Stout** hat ein grosses Vorbild: Guinness. An das irische Nationalgetränk kommt es nicht nur von der Farbe her nahe heran. Es ist arm an Kohlensäure, dafür reich an Geschmack. Die charakteristische Kaffeenote sticht deutlich hervor, nur der Schaum ist nicht so zäh wie beim Original.
**Bruno Gnädingers Lager Hell** aus Ramsen (5% Vol., ca. 11° Stammwürze) überzeugt mit seiner robusten Bitterkeit und seinem überaus geschmeidigen malzigen Körper. Ein vollmundiges, sehr gehaltvolles Bier mit gut abgestimmter Kohlensäure. Erinnert fast an herbere Pilsnerbiere. Das geborene Festbier.
**Das Dunkle Lager von Gnädinger Bräu** (5% Vol., ca. 13° Stammwürze) ist ein überraschend leichtfüssiges dunkles Bier – ideal für die Sommersaison. Transparentes Rötlichbraun, florale Noten, feiner Hopfenextrakt, leicht karamellige Malz- töne, aber durchwegs schlank und bekömmlich. Ein idealer Durstlöscher mit Gehalt. Noch etwas kohlensäurearm. (lbb/jhu)


**Falken-Brauerei «Die Kleinbrauer sind keine Feinde»**

Die Kleinbrauerszene ist zwar sehr aktiv, doch wer in Schaffhausen von Bier spricht, spricht in erster Linie von der Brauerei Falken. Es gibt fast kein Restaurant in der Region, das nicht von diesem Traditionsbetrieb beliefert wird – obwohl auch einige der Kleinbrauer ihre Biere mittlerweile an die Gastronomie und an Privatkunden verkaufen. Falken-Geschäftsleiter Markus Höfler hat damit keine Pro-bleme: «Das sind keine Feinde.» Zwar gehe jede Flasche, die ein anderer hier absetze, letztlich auf ihre Kosten. «Aber jeder, der in der Schweiz ein gutes Bier braut, hilft mit, das Kulturgut Bier und die Biervielfalt zu erhalten.» Falken verschliesse sich auch nicht, wenn ein Kleinbrauer eine technische Frage habe, zur Qualität etwa oder zum richtigen Malz.
Morgen, am ersten Tag des Schweizer Bieres, hat Falken keine speziellen Anlässe in der Region geplant. «Am Willen liegt es nicht», sagt Höfler, «und schon gar nicht am Mangel an guten Ideen. Aber wir haben schon sehr viele Projekte am Laufen, unter anderem wird derzeit die Mälzerei abgerissen.» Dazu komme das anspruchsvolle Tagesgeschäft. «Wir haben sozusagen jeden Tag ‹Tag des Schweizer Bieres›», sagt Höfler. Es sei ihr «Daily Business», ein hochstehendes Bier zu brauen und die Bierkultur hochzuhalten. Was aber nicht ausschliesse, dass man im nächsten Jahr etwas zum «Tag des Schweizer Bieres» mache, sagt Höfler. Beschlossen aber ist noch nichts. (zge)



Der Tüftler: Urs A. Meier hat sich seine Braustube selber zusammengebaut und stellt an etwa zehn Tagen im Jahr Spezialbiere her – bislang vorwiegend für den Eigenbedarf. Besonders angetan haben es ihm dunkle Starkbiere.
Bild Mark Liebenberg

#Alt-Scaphusia

7. April 2012 | Andreas Käser olim Knaster

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Andreas Käser olim Knaster
Generation 1964

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier hat auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Familienkreis stattgefunden.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 16. Mai 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Notizen zu Namen

7. April 2012 | «An der Eigenständigkeit festhalten»

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Interview Philipp Lenherr

*Als Sie 2007 Verwaltungsratspräsident der Ersparniskasse wurden, begann die Wirtschafts- und Finanzkrise, es folgten turbulente Jahre, nicht nur, aber auch für die Banken. Wie beurteilen Sie die Situation der Ersparniskasse Schaffhausen heute?*
Es waren tatsächlich anspruchsvolle, aber sehr spannende Jahre, gerade in der Zeit, in der ich die Bank führen durfte. Dank ihrem traditionell verantwortungsvollen Umgang mit Risiken, dank Augenmass und Bodenhaftung ist die Ersparniskasse in einem hervorragenden Zustand. Das ist das Resultat unserer langfristig ausgerichteten Geschäftspolitik und lässt sich auch am ausgezeichneten Jahresergebnis 2011 ablesen. Wir haben gute Leute auf allen Stufen, die bereit sind, Leistung zu erbringen und Herausforderungen anzunehmen. Wir legen Wert darauf, unsere jungen Mitarbeitenden nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern und frühzeitig in die Verantwortung einzubinden.

*Wie haben sich die Turbulenzen in der Wirtschaft in den letzten Jahren ausgewirkt?*
Auch im schwierigen Umfeld der letzten Jahre ist die Bank kräftig gewachsen. Sie hat sich nicht nur in den vergangenen Jahren, sondern seit ich 1982 in den Verwaltungsrat gewählt wurde, kontinuierlich entwickelt. Aus einer lokalen Hypothekarbank ist eine regionale Universalbank geworden. Die wichtigsten Kennzahlen wie Bilanzsumme, Kundengelder, Ausleihungen und Gewinn haben sich seither vervielfacht. Und wie ich bei einem Blick in den Geschäftsbericht von 1982 festgestellt habe, wurden damals praktisch dieselben Themen wie heute heiss diskutiert, nämlich die gewaltige Staatsverschuldung, die schwierige wirtschaftliche Lage und das Bankgeheimnis!

*Der Finanzplatz Schweiz ist im Umbruch. Das Vermögensverwaltungsgeschäft mit ausländischen Kunden, die zu Hause nicht immer alles ehrlich versteuern, ist seit Jahren unter Beschuss, und das Image der Banken, insbesondere der Grossbanken, hat in der Bevölkerung gelitten. Was bedeutet das für die Ersparniskasse?*
Wir konnten ein Stück weit sogar etwas profitieren von diesen Veränderungen. Im Jahr 2008, das bereits von der Krise geprägt war, verzeichneten wir beispielsweise einen markanten Kundenzuwachs und einen starken Zufluss von Kundengeldern. Erfreulicherweise ist dieser Zustrom auch in den folgenden Jahren nicht abgebrochen. Die Finanzkrise ist aber auch eine Vertrauenskrise, die noch nicht ausgestanden ist. Auch die politischen Kontroversen um das Bankgeheimnis sind Folge eines Vertrauensschwundes. Dieser führt zu einer immer engmaschigeren Regulierung der Finanzinstitute. Die regulatorischen Daumenschrauben wurden in den letzten Jahren angezogen. Das betrifft natürlich auch kleinere Banken wie die Ersparniskasse. Führung, Überwachung und Verhaltensregeln haben enorm an Bedeutung gewonnen. Corporate Governance und Compliance sind zu prominenten Disziplinen geworden.

*Kann eine kleine, unabhängige Bank wie die Ersparniskasse die steigenden Anforderungen in diesen Bereichen überhaupt bewältigen?*
Ja, und wir wollen auch an der Eigenständigkeit festhalten. Ganz allein sind wir ja trotzdem nicht. Die Ersparniskasse gehört zur RBA-Holding, welche Dienstleistungen für die schweizerischen Regionalbanken erbringt. Vor 30 Jahren haben wir noch alles selber gemacht. Im Verlaufe der Zeit wurden verschiedene Bereiche an eine RBA-Gesellschaft ausgelagert, zum Beispiel das Rechnungswesen und der Zahlungsverkehr. Dadurch haben wir Kapazität an der Front gewonnen, namentlich für die immer anspruchsvollere Kundenbetreuung. Bezüglich Compliance, also der Einhaltung aller anwendbaren Normen, haben wir ebenfalls eine professionelle externe Begleitung.

*Welches sind die wichtigsten aktuellen Herausforderungen, die auf Ihren Nachfolger Hannes Germann zukommen?*
Das heutige Bankgeschäft bringt etliche Herausforderungen mit sich, und es kommen laufend neue dazu. Eine aktuelle Herausforderung liegt im Bereich der Eigenmittel. Wir sind in den letzten Jahren ja kräftig gewachsen und müssen dafür sorgen, dass die Eigenmittel mit diesem Wachstum Schritt halten. Bereits heute erfüllen wir die strengen Anforderungen der Eigenmittelverordnung bei Weitem. Darauf wird man aber auch in Zukunft ein besonderes Augenmerk richten müssen. Wir haben daher frühzeitig eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit der längerfristigen Kapitalplanung befasst.

*Sie sind – noch bis Ende Jahr – Ver-waltungsratspräsident der Brauerei Falken. Eine Bank und eine Brauerei haben auf den ersten Blick ja nicht viel miteinander zu tun – gibt es trotzdem Gemeinsamkeiten?*
Die grösste Gemeinsamkeit ist wohl, dass es zwei traditionelle Firmen mit einer langen und erfolgreichen Geschichte sind. Beide leisten mit vielfältigem Engagement einen massgeblichen Beitrag zur Entwicklung und Attraktivierung der Region, in der sie stark verankert sind. Bei der Ersparniskasse hat der Bereich Veranstaltungen und Sponsoring in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen. Auch bei der Brauerei Falken ist das so. Und beide Unternehmen haben ihre Marktpräsenz ausgebaut, die Ersparniskasse im Zürcher Weinland mit eigener Geschäftsstelle, die Brauerei Falken im Raum Zürich. Die eigentliche Geschäftstätigkeit unterscheidet sich natürlich stark, das Bankgeschäft ist ein ganz anderes als dasjenige eines industriellen Betriebes. Es freut mich natürlich und macht mich auch etwas stolz, dass beide Unternehmen heute in einem jeweils schwierigen Umfeld nach wie vor eigenständig, solid und gut aufgestellt sind.

*Sie werden Ende Jahr 70 Jahre alt. Bis anhin waren Sie in den vergangenen Jahren beruflich immer noch stark engagiert. Werden Sie zukünftig etwas kürzertreten?*
Die Tätigkeit als Rechtsanwalt habe ich bereits in den vergangenen Jahren stark reduziert. Als selbständiger Anwalt hat man den Vorteil, dass man sein Pensum schrittweise abbauen kann. Die Verwaltungsratsmandate waren übrigens immer eine ideale Ergänzung zur Anwaltstätigkeit und haben mir beruflich und menschlich viel gegeben. Das Präsidium der vor allem kulturell tätigen Stiftung Werner Amsler und einige weniger aufwendige Verwaltungsratsmandate werde ich vorläufig noch behalten.

*Unter dem Strich werden Sie sicher etwas mehr Freizeit haben. Wie werden Sie diese verbringen?*
Ich muss zugeben, dass die Familie neben der Arbeit bisweilen etwas zu kurz gekommen ist. Ich freue mich darauf, ihr künftig mehr Zeit zu widmen. Grosse Freude habe ich beispielsweise an meinen drei Enkelkindern. Meine Frau und ich werden wohl auch etwas mehr Zeit in unserer Ferienwohnung in den Bergen verbringen. Dann habe ich ja auch zwei Hobbys: die Modelleisenbahn und meinen Oldtimer. Überdies habe ich mir vorgenommen, mich etwas häufiger sportlich zu betätigen.



Blieb der Ersparniskasse während 30 Jahren als Verwaltungsrat treu: Jürg Spahn.
Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

5. April 2012 | «Mit der Zukunft ist es so eine Sache»

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

Die beiden prominenten Referenten Oswald Grübel und Rudolf Strahm sorgten am vergangenen Dienstagabend an der diesjährigen Auflage der Commercia-Wirtschaftsdebatte im Schaffhauser Haberhaus für einen besonders grossen Andrang. Die jüngsten Entwicklungen im Steuerstreit mit Deutschland verliehen dem Anlass zusätzliche Brisanz, sodass die geladenen Gäste den Aussagen der beiden profunden Kenner der Materie umso interessierter folgten.
Der Vollblutbanker Grübel, der der Branche seit seiner Ausbildung zum Bankkaufmann Anfang der 1960er-Jahre bis zum Schluss seines Berufslebens im vergangenen Herbst treu geblieben ist, und der ehemalige SP-Nationalrat und Preisüberwacher Rudolf Strahm betrachten das Thema zwar von unterschiedlichen Standpunkten aus – die Diskussion an der Wirtschaftsdebatte der Schaffhauser Verbindung der Kaufleute (siehe Kasten) ist aber sachlich verlaufen. In einzelnen Punkten waren sich die beiden Referenten sogar einig. «Mit der Zukunft ist es so eine Sache», sagte Grübel einleitend zur Fragestellung der Debatte, «Hat der Finanzplatz Schweiz noch Zukunft?». Klar geäussert hat er sich aber daraufhin zu einzelnen Aspekten des Themas. Zu reden gaben natürlich die Haftbefehle, die die Schweizer Bundesanwaltschaft gegen deutsche Steuerfahnder wegen des Ankaufs von Daten-CD erlassen hat. «Wenn die Haftbefehle rechtens sind, sehe ich nichts Falsches daran», so Grübel. «Wir haben zwei Rechtssysteme, die sich widersprechen. Beide haben recht», so Strahm dazu. «Das hat schon vor über zehn Jahren angefangen», sagte Grübel über die schleichende Erosion des Bankgeheimnisses in der Schweiz. Unsere Gesellschaft sei dabei, sich zu einer transparenten Gesellschaft zu entwickeln, stellte er nüchtern fest, und «Transparenz ist der Feind des Geheimnisses. In einer Facebook-Gesellschaft kann es keine Geheimnisse mehr geben.» Er ist überzeugt, dass viele ausländische Bankkunden ohne Bankgeheimnis ihr Geld nicht mehr in die Schweiz bringen werden beziehungsweise dass vorhandene Vermögen abgezogen werden. Die Weissgeldstrategie, von Grübel als «Unwort des Jahres» bezeichnet, sei gar nicht umsetzbar, da es weltweit so viele unterschiedliche Steuergesetze gebe, dass es unmöglich sei, den Überblick zu behalten. Wenn schon, sollte eine solche Strategie aber für alle Länder gelten, und nicht nur für Deutschland und die USA. Mit Blick auf den Steuerstreit mit Deutschland bezeichnete er es als klaren Fehler, dass die Schweiz bilaterale Verhandlungen mit einzelnen Ländern führe, anstatt mit der EU nach einer Lösung zu suchen, die für alle EU-Länder gilt. In diesem Punkt stimmte Strahm ihm zu.

**Immer nur auf Druck reagiert**
In zahlreichen anderen Punkten waren sich der ehemalige Banker und der frühere SP-Politiker nicht einig. Strahm kritisierte beispielsweise, dass die Schweiz punkto Bankgeheimnis seit Jahrzehnten immer nur auf Druck des Auslands, aber nie aus eigenem Antrieb aktiv wurde. Auch betonte er, dass die Bedeutung der Schweizer Banken, die rund sechs bis sieben Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen, eher überschätzt werde. Gar nicht einig waren sich die beiden Referenten bezüglich der Kursuntergrenze des Schweizer Frankens zum Euro. Grübel bezeichnete diesen Vorgang als «unerhört» und wies darauf hin, dass durch die Abschwächung des Frankens auch «das Volksvermögen reduziert wurde», und das einzig und allein, um exportorientierten Betrieben unter die Arme zu greifen, die es versäumt hätten, sich gegen Währungsschwanken abzusichern. SP-Mann Strahm wiederum nahm die Exportindustrie in Schutz und bezeichnete die Intervention der Nationalbank als erfolgreiche Stabilisierung der Situation. Die Frage nach der Zukunft des Finanzplatzes Schweiz konnte an der Veranstaltung nicht eindeutig beantwortet werden. Strahm jedenfalls geht davon aus, dass die EU sich durchsetzen wird. «Moralisch sind wir bei der Beihilfe zur Prellung eines anderen Staates nicht im Recht», betonte er. Auch Grübel mochte in dieser Frage keinen Optimismus versprühen. Für ihn ist aber klar, dass ein Bedeutungsverlust des Schweizer Finanzplatzes Folgen für die ganze Wirtschaft hätte. Der Finanzplatz Schweiz habe dem Land seit Jahrzehnten tiefere Zinsen als in den Nachbarländern beschert. Mit diesem Vorteil könnte es bald vorbei sein.


**Commercia Schaffhausen Verbindung der Kaufleute**

Commercio et Amicitiae «Dem Handel und der Freundschaft», so lautet die Devise der 1918 gegründeten Verbindung für angehende Kaufleute. Die Verbindung zählt über 100 Mitglieder im Altherrenverband und vereinigt Absolventen der Handelsschule des Kaufmännischen Vereins sowie anderer kaufmännischer Lehranstalten. Stammlokal der Commercianer ist das Restaurant Adler in Schaffhausen. Ziele Die Commercia Schaffhausen bezweckt die fachliche und allgemeine Aus- und Weiterbildung, die Schulung rhetorischer Fertigkeit und guter Umgangsformen sowie die Förderung einer besonderen Freundschaft unter den Mitgliedern. Weiter wird die Vermittlung kameradschaftlicher Kontakte zu Angehörigen anderer Verbindungen, insbesondere im Schosse des Bremgartenkartells, gefördert.

#Allgemeines

3. April 2012 | Gewicht – Woher kommt der Bierbauch?

Schweizer Familie, 14/2012
Wunderwerk Mensch

Bier enthält zwar Kohlenhydrate und Kalorien. Trotzdem ist es nicht allein verantwortlich für dicke Bäuche. Das hat eine Studie des Londoner University College bestätigt: Männer, die wöchentlich drei Liter Bier tranken, nahmen nicht zu. Im Gegensatz zu anderen alkoholischen Getränken ist Bier keine Kalorienbombe. Sogar Milch und Apfelsaft übertreffen es in Sachen Nährwert.
Das Problem ist, dass Biertrinker im Gegensatz zu Weinliebhabern oft masslos statt massvoll trinken. Literweise Bier – ja. Literweise Wein – eher nein. Ausserdem verstärken Kohlensäure und Alkohol die Produktion von Magensäure, wirken also appetitanregend. Wer Bier trinkt, isst nebenher häufig Deftiges.
Hopfen wird auch als Arznei eingesetzt, etwa gegen Appetitlosigkeit. Malz ist ebenfalls gesund, vor allem durch die Vitamine, die für Stoffwechsel wichtig sind. Fett und Cholesterin sind im Bier hingegen nicht zu finden. Am Bierbauch ist also die falsche Ernährung schuld – und wie so oft: die fehlende Bewegung. Bierhumpen stemmen gilt nicht als Sport.

#Allgemeines

1. April 2012 | Unser flüssig Brot …

Salz & Pfeffer, Nr. 2, März/April 2012
Martin Wartmann

Bier macht süchtig. Bier ist Schuld am Jugendalkoholismus und Vandalismus. Biertrinker sind dumm und doof?… Es wird immer noch gepflegt, das Bild vom Alkoholiker und vom Proletariergesöff Bier. Die Fotos in den Zeitungen und die Aufzeichnungen am Fernsehen zeigen leer gesoffene Bierflaschen, Schlägereien und zerbrochenes Glas. Und sogleich folgt ein Bericht darüber, dass man Alkoholverkauf im Allgemeinen und den Bierverkauf im Besonderen sofort einschränken muss. Promillesenkung, Verkaufsverbot, Verfügbarkeitsbeschränkung und Steuererhöhung werden propagiert. Und zu guter Letzt die Deklaration auf der Etikette: «Bier schadet Ihrer Gesundheit».
Was der Staat unter dem Titel «Gesundheitsvorsorge» und «Alkoholprävention» plant, ist in der «WHO campaign against alcoholism» aus dem Jahr 2007 ersichtlich. Unsere Politstrategen haben es mitunterzeichnet und wollen die Massnahmen bis 2017 umsetzen. Unter anderem sollen eine Null-Promille-Regel eingeführt, die Altersgrenzen und Steuern erhöht und die Verfügbarkeit eingeschränkt werden. Schön, dass sich Vater Staat so rührend um uns sorgt. Und erst noch mit Salamitaktik, so wie es die Mutter früher immer tat. Sie hat uns auch nicht alles auf einmal weggenommen. Mal ists der Rauch, dann das böse Fett. Und vorzugsweise der Alkohol, mit dem «bösen Bier» voraus. Von Wein und vom Schnaps im Kafi fertig spricht man nicht. Denn sie stehen unter dem Heimatschutz der Bauernlobby. Und vor dieser hat man Angst.
Klar, Alkohol ist ein gefährliches Zellgift. Niemand, am allerwenigsten der Brauer, hat Freude am Missbrauch. Dafür hat er sein Bier nicht gebraut. Das Bier, so wie der Wein auch, gehört seit Jahrtausenden in unseren Kulturkreis. Von den Besäufnissen im Mittelalter kann man in Geschichtsbüchern lesen. Und trotz Räuschen wurden aus Generationen von Studenten gute Akademiker und aus Rekruten gestandene Männer. 95 Prozent der Bevölkerung geht problemlos mit Alkohol um, Bier und Alkoholkonsum im Allgemeinen gehen sogar massiv zurück. Die meisten von uns leben sehr vernünftig, ohne staatliche Aufsicht. Ob es weise ist, die Probleme einer Minderheit mit Massnahmen zu Lasten der Mehrheit zu lösen, ist fraglich. Prohibitionsformen führen oft zum Gegenteil von dem, was man damit bezweckte. Aus Untersuchungen weiss man, dass die Wurzeln der Sucht kaum über den Bierpreis zu bekämpfen sind. Zudem besteht Bier nicht nur aus Wasser und Alkohol, dient nicht nur zum Besaufen und ist nicht nur das Getränk der Randalierer. Bier ist Kultur. Und Bier begleitet uns seit Jahrtausenden, ob als Getränk, Nahrungsmittel oder Essensbegleiter. Und es wirkt dank einer riesigen Palette an wertvollen Inhaltsstoffen mit vielfältigen positiven Wirkungen auf unseren Organismus. Höchste Zeit, sich dies wieder einmal bewusst zu machen.

**Aus dem ersten Getreide geboren**
Die Gerste, der Hauptrohstoff des Bieres, gehört zu den ganz wenigen Pflanzen, welche die Entwicklung der menschlichen Hochkultur von Anfang an begleitet hat. Bereits die Sumerer (4000 v. Chr.) brachten Gerste zum Keimen und «vermälzten» sie für die Herstellung von Brot und Bier. In China zählt die Gerste zu den fünf heiligen Pflanzen. Der Grieche Ilias feierte die Gerste als das «Mark der Männer» und Pythagoras verteilte in seiner Denkschule den Schülern Gerstenspeisen zur Stärkung der Geisteskraft. Dass das Mälzen – also das Keimenlassen zur Bildung der Enzyme – die vielfachen Eigenschaften des Grundnahrungsmittels verstärkt, wissen die Menschen längstens. Auch die Gärung ist den Menschen seit Jahrtausenden bekannt. Man wusste zwar nicht, weshalb sich die süsse Getreidesuppe in ein berauschendes Getränk verwandelte, aber man spürte die wohltuenden Wirkungen auf den Organismus. Bier gehörte darum, wie alles Mystische und Unerklärbare auch, ins Reich der Götter. Der Gärungsverursacher Hefe wurde um 1830 vom Bierbrauer Hansen am Carlsberg-Institut in Kopenhagen entdeckt. Die Zusammenhänge der Gärung begriff man aber erst einige Generationen später. Heute kennt man das Erfolgsgeheimnis des Bieres. Es liegt in der Kombination von Keimen, Mälzen und Gären. Der Einzeller Hefe kann sich in der Bierwürze aus dem reichen Angebot an durch Keimung und Maischen aufbereiteten Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren aus der Gerste bedienen. Daraus bildet er eine ganze Reihe Wirkstoffe, vor allem Vitamine, welche in unserem Körper weiter wohltuend wirken.
Nicht umsonst findet man in der Medizingeschichte jahrtausendealte Hinweise auf die Heilwirkung des Bieres und des darin enthaltenen «Zeugs». Mit «Zeugs» meinte man den Bodensatz, die Hefe. Sie war als Wunderheilmittel begehrt. Die berühmte Nonne Hildegard von Bingen (um 1050 n. Chr.) empfahl sogar ein Bad darin. Heute findet das «Geläger» aus den Biertanks gelegentlich den Weg in die Drogerien, wo man es für teures Geld als homöopathisches Heilmittel kaufen kann. Billiger ist ein frisches Glas unfiltriertes Zwickel- oder Weizenbier.

**Kohlenhydrate, die Dickmacher**
Die Getreidestärke, die als Dickmacher verschrien ist, baut sich in den Keim-, Maische- und Kochprozessen im Sudhaus ab. In der Bierwürze findet man nur noch leicht verwertbare Abbauprodukte der Stärke, unter anderem Dextrin sowie Glucose, Fructose, Saccharose und Pentosane. Sie werden durch die Hefe in Alkohol und Kohlensäure verwandelt. Bier enthält pro Liter noch rund 28 Gramm Kohlenhydrate. Das entspricht etwa 400 Kilokalorien oder 1800 Kilojoule. Süssgetränke, Säfte und Weine enthalten weit mehr Kalorien als Bier.
Die noch vorhandenen Kohlenhydrate im Bier sind leicht verdaulich. Sie bilden ein Gegengewicht zur Wirkung des Alkohols und fördern den Stoffwechsel. Die Behauptung, Bier mache dick, stimmt nicht. Vielmehr ist Dickwerden eine Frage der gesamten Ernährung. Was man zum Bier isst, hat mehr Einfluss auf die Figur als das Bier selber. Man kann dem Bier höchstens vorwerfen, es mache Appetit auf dick machende Gerichte.

**Das Wasser machts**
Hauptbestandteil von Bier ist Wasser. Unser Körper braucht im Schnitt pro Tag 2,8 bis 3 Liter Wasser. Der Wasserhaushalt ist eine komplexe Geschichte und hat viel mit Salzen und dem sogenannten osmotischen Druck zu tun. Es sei aber festgestellt, dass die Wasserzufuhr in Form von Bier den Flüssigkeitshaushalt des Körpers durch die isotonische Wirkung unterstützt. Vor allem alkoholfreies Bier gilt als erstklassiges, isotonisches Getränk, nicht zuletzt dank seinen vielen wertvollen Inhaltsstoffen.

**Eiweiss – Proteine und Aminosäuren**
In jedem Liter Bier stecken rund 5000 Milligramm Proteine. Sie stammen aus der Gerste und werden durch Keimen und Maischen zur leicht verdaubaren Nahrung abgebaut. Das Eiweiss hat zudem Einfluss auf den stabilen Schaum und gibt dem Bier seine Vollmundigkeit. Proteine finden sich in allen Zellen und verleihen ihnen Struktur. Sie sind «molekulare Maschinen», welche Metaboliten transportieren, Ionen pumpen, chemische Reaktionen katalysieren und Signalstoffe erkennen. Ohne sie geht es nicht.

**Mineralstoffe**
Bier enthält viele Arten von Mineralstoffen. Sie stammen aus dem Brauwasser sowie aus der Gerste. Die Zusammensetzung unterscheidet sich beachtlich: Bier aus magnesiumhaltigem Brauwasser beispielsweise belebt den Darm. Wer es sich nicht gewohnt ist, merkt es sehr schnell und deutlich.

**Vitamine**
Vitamine kann der Körper nicht selber aufbauen. Sie regulieren die Verwertung von Kohlenhydraten, Proteinen und Mineralstoffen und stärken das Immunsystem. Zudem sind sie unverzichtbar beim Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen. Die vielen im Bier enthaltenen Vitamine entstehen bei der Keimung im Korn sowie während der Gärung in der Hefe.

**Hopfenbitterstoffe und Hopfenöle**
Hopfenbitterstoffe (Humulon) wirken auf unser Nervensystem, sind keimtötend und verlängern die Haltbarkeit von Bier. Hopfenextrakte finden heute in der alternativen Medizin immer mehr Anwendung. Den Weg ins Bier fand Hopfen um 800 n. Chr. über die Heilkräutergärten der Mönche, denen vor allem die haltbar machende Wirkung wichtig war.


**Nahrung seit Jahrtausenden**

Das **Papyrus Ebers** (1555 v. Chr., Ägypten) beschreibt den Bodensatz des Bieres als sehr heilsam, er helfe alt zu werden.

**Hippokrates** (460–377), Ahnherr der Ärzte, empfahl Bierhefe als Hilfe gegen Fieber.

**Plinius** (23–79 n. Chr.) schreibt darüber, wie ägyptische Frauen den Bierschaum als Schönheitsbad für die Haut verwendeten.

**Paracelsus** bezeichnete Bier als «göttliche Medizin» und Hildegard von Bingen (1098–1179) empfahl zur Gesunderhaltung regelmässig Bier zu trinken.

Die **Bücher des Mittelalters** erzählen von wahren Wundern der wertvollen «Artzney Bier». Um das Jahr 1900 wütete in den USA die Pellagra-Seuche, eine Hautkrankheit, die zum Tod führen kann. Mit einer gigantischen Hefe-Vitamin-Kur mit Abfallhefen, welche lastwagenweise verteilt wurden, bekämpfte das Rote Kreuz diese Seuche landesweit mit grossem Erfolg.

Das **Deutsche Kaiserreich** baute im 1. Weltkrieg in Hefe-Zucht und Trocknungsfabriken 30?000 Tonnen Trockenhefe auf, welche der Kriegsnahrung beigemischt wurde.

In den letzten Tagen von **Stalingrad** – Bierstadt im Russischen Reich – überlebten Tausende nur dank Hefe, welche als Notnahrung in den Bottichen der halb zerbombten Brauereien aus ungeniessbaren Essensresten gezüchtet wurde. In russischen Gefangenenlagern züchteten sich unterernährte Insassen in Holzeimern selber Hefe, um sich überlebensnotwendige Vitamine zuzuführen.


Foto: © Marco Desscouleurs – Fotolia.com / Fotoretusche: Balz Egger

#Allgemeines

23. März 2012 | Der Serviceclub RT 9 in der Mondlinger Brauerei

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen / Schaffhausen
(h./r.)

In der Garage von Urs B. Zahner riecht es nicht nach Motorenöl oder modrigen Kartons, sondern nach warmem Biersud. Als die Mitglieder des Schaffhauser Serviceclubs RT 9 beim Braumeister eintreffen, wird gerade der Sud filtriert, und die Besucher helfen, das Bier in Flaschen abzufüllen. Obwohl RT 9 immer wieder lokale Betriebe besucht, um Neues zu entdecken, ist der Abend in der Mondlinger Brauerei in Flurlingen speziell: Das gebraute Bier wird nämlich im Mai am 50-Jahr-Jubiläum von RT 9 Schaffhausen der internationalen Gästeschar ausgeschenkt. Diese kommen zum Euromeeting in Schaffhausen zusammen.

**Auch in der «Fischerzunft»**
«Unser Bier gibt es sogar in der ‹Fischerzunft›», erklärt Zahner stolz, «und wir sind nun auch von der Eidgenössischen Alkoholverwaltung als offizielle Kleinbrauerei anerkannt worden.» Nach dem ersten Schluck weiss man, warum – es schmeckt würzig und gut. Aber nur schon die Bernsteinfarbe verlockt zum Probieren. Auch bei den Flaschenetiketten von Daniela Räss (Plakate Kleine Bühne Schaffhausen) und dem historischen Geschirr spürt man, dass jedes Detail in der Brauerei mit Liebe gestaltet wurde. Der Braumeister Urs B. Zahner hat mit einem 50-Liter-Topf von einem Kollegen begonnen, Bier zu brauen, und probiert immer mal wieder neue Rezepte, wie zum Beispiel Marronibier, aus. Mit Erfolg, denn sein Weizenbier und auch das Zwickelbier haben je den 2. Platz bei der Prämierung der Swiss Homebrewing Society erreicht. Bevor der RT-9-Präsident Michael Vögeli die Besprechung der Vorbereitungsarbeiten fürs Euromeeting eröffnet, serviert Zahner Weisswürste und «Brezen» – das bewährte Menü in der Mondlinger Brauerei. Man fragt sich dann auf dem Heimweg, was wohl sonst noch alles für versteckte Welten hinter Garagentüren verborgen sind.



Urs B. Zahner beim Bierbrauen in seiner Garagenbrauerei.
Bild zvg

#Aktivitas

26. Februar 2012 | Flyer QP 12-1

Der Flyer mit dem Quartalsprogramm für das erste Quartal 2012 ist seit Anfang Februar im Umlauf.
flyer_scaphusia_qp_12_1_s1.pdf

#Notizen zu Namen

21. Februar 2012 | Robert Amsler – Weltbürger und Schaffhauser

Schaffhauser Nachrichten
Marcel Wenger, alt Stadtpräsident

Als Sohn des Diplomaten Reinhard Amsler und dessen Frau Ruth Bélart, welche ursprünglich aus einer im südfranzösischen Nîmes beheimateten Familie stammte, kam er 1925 in Buenos Aires zur Welt. Die Stationen seiner frühen Kindheit spiegelten den beruflichen Werdegang des Vaters: In Argentinien war er als Geschäftsträger bei der schweizerischen Gesandtschaft tätig, übernahm er danach die Südamerika-Vertretung der Schweizer Weltmarke Bally. Damit näherte er sich den unternehmerischen Wurzeln seiner Familie in Schaffhausen wieder an.

Es ging von Buenos Aires zunächst nach Hamburg, wo die junge Familie 1929 von der «Great Depression» so stark getroffen wurde, dass sie sich entschied, nach Schaffhausen überzusiedeln: Reinhard Amsler übernahm in der Familienfirma – der Alfred J. Amsler & Co. Werkzeugprüfmaschinen – eine leitende Funktion. Robert Amsler sprach damals Hochdeutsch und war schweizerisch-argentinischer Doppelbürger. Er hörte im internationalen Ambiente, wie seine Eltern französisch, englisch, spanisch oder italienisch sprachen. Diese familiäre Begabung für Fremdsprachen spiegelte sich auch in der Berufswahl seiner Schwester Martina wider, die später nach England auswanderte und als Dolmetscherin mitunter auch für die Queen tätig war. Für das Schaffhauserdeutsch begeisterte Robert Amsler sich ebenso, und die Vaterstadt, wohin ihn die Weltwirtschaftskrise verschlagen hatte, bekam er als sein eigentliches Zuhause gern. Ganz so einfach wird es ihm das neue Umfeld wohl nicht gemacht haben. Die Mutter war als Tochter von Hans Bélart, dem Chef der Anatolischen Eisenbahn, in Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – aufgewachsen; der Vater ein «Weitgereister», die Familie mehrsprachig: Paradiesvögel im «kleinen Paradies»? Natürlich nicht. Robert Amsler legte eine schulische Musterkarriere hin und gewann Freunde, die ihn 1943 an der «Kanti» zum Präsidenten der Scaphusia erkoren. Ob er dafür häufig «in die Kanne» musste, gar den «Bischof» oder den «grossen Ozean» hinunterzuschlucken hatte? Das erschlösse sich, wenn schon, sicher nicht dem Schreibenden, der ein rundes Vierteljahrhundert später ausgerechnet Präsident der abstinenten «Munötler» war. Aber die Kameradschaft und das Latein, welches auch Robert Amsler lernte, brachten es wohl mit sich, dass er nie am Ende des Letzteren anlangte: Er entwickelte sich zu einem mehrdimensional denkenden und genau abwägenden Menschen, der lauten Tönen kritisch, wenn nicht ablehnend gegenüberstand. Der Zeitgeist und die Ereignisse der Vorkriegs- und Kriegsjahre legten eine solche Entwicklung gewiss nicht nahe, wohl aber die kulturell und international gut vernetzte Familie.

**Freie Wirtschaft als Berufung**
Um auch an unternehmerische Traditionen anknüpfen zu können, richtete Robert Amsler sein Jus-Studium auf wirtschaftsrechtliche Themen aus. Doch statt wie andere von Schaffhausen nach Zürich und wieder zurück zu pendeln, wählte er auf Wunsch seiner Eltern für das Grundstudium und die französische Sprache die Uni Genf. Nach einem Abstecher an die Université Libre in Brüssel – sie war eine der ersten Möglichkeiten nach dem Krieg für Auslandssemester in Europa – schloss er sein Studium mit einer Doktorarbeit in Bern ab. «Die Sicherheitshinterlegung im schweizerischen Recht» behandelte einen wichtigen privatrechtlichen Aspekt des wachsenden Kreditbedarfes der Nachkriegswirtschaft. Kein Geringerer als Professor Theo Guhl, ein Doyen des Schweizerischen Privatrechts, war sein Doktorvater. Weil es weder bei Banken noch anderen Hinterlegungsstellen Formularverträge gab, finden sich am Schluss der Arbeit Vertragsbeispiele zur Verbesserung der Rechtssicherheit: Gute Rechtswissenschaft lieferte für Robert Amsler nicht primär das Arsenal für Prozesse, sondern vielmehr zu deren Vermeidung. Eine Haltung, die ihn auch nach dem Erwerb des Schaffhauser Anwaltspatentes 1952 nicht in eine eigene Kanzlei führte, sondern als kaufmännischen Leiter zur Alfred J. Amsler & Co. Deren Werkstoffprüfmaschinen waren Spitzenprodukte, und die Firma garantierte innert 48 Stunden weltweit Service- und Montagedienstleistungen: Internationalität lange vor der Globalisierung. Die Erschliessung des südamerikanischen Marktes mit Peru, Brasilien, Bolivien und Chile führte den Jungunternehmer zu den noch bestehenden Kontakten seines Vaters Reinhard und zu aufstrebenden Firmen und Investoren in diesen Ländern. Damals lernte Robert Amsler seine spätere Frau Lucy kennen, die Tochter eines hohen peruanischen Marineoffiziers. Die Heirat im Februar 1957, mitten im peruanischen Sommer, und der Wechsel nach Schaffhausen sorgten fortan dafür, dass Robert und Lucy Amsler ihre Ehejubiläen jeweils im tiefsten Schaffhauser Winter feierten, wenn sie nicht ins Andenland reisten. Zum Glück für beide kam dies nach seinem Übertritt in den (Un-)Ruhestand recht häufig vor, und beide freuten sich jeweils besonders auf Familie und Freunde in Peru. Der Strukturwandel in der Schweizer Metall- und Maschinenindustrie begann für die Alfred J. Amsler & Co. bereits gegen Ende der 1960er-Jahre. Grossunternehmen diversifizierten sich zunehmend zu stark vermischten Konzernen. +GF+ übernahm die Firma zu einem Zeitpunkt, wo der Schaffhauser Teil der Familie zwar gerne autonom geblieben wäre, die zürcherischen Miteigentümer sich aber für einen Verkauf aussprachen. Robert Amsler musste als Vorsitzender der Geschäftsleitung diesen Mehrheitsbeschluss gegen seinen Willen umsetzen, was für ihn nach eigenem Bekunden, aber auch aus Gesprächen mit Familienangehörigen nicht einfach war. Auch seine Mandate im Verwaltungsrat von Georg Fischer und das Präsidium des Verbandes Schweizerischer Maschinenindustrieller VSM konnten den Verlust an Nähe zum operativen Geschäft nicht kompensieren. Als Wirtschaftsjurist wurde er in den Verwaltungsrat der Zürcher Privatbank Von der Mühll und Weyeneth gewählt, und er begann, sich auf das Anlage- und Börsengeschäft zu spezialisieren. Sprach- und Rechnungslegungskenntnisse sind dafür auch heute noch wichtig. Damals gab es indessen weder elektronische noch durch Plattformen standardisierte Unter- stützung. Alles musste aus Presse-, Börsen- und Unternehmensberichten zusammengestellt und fortlaufend kommentiert werden. Ein Blick in die monatlichen Börsenbriefe, die Robert Amsler auch noch für die spätere Käuferin des Instituts Von der Mühll, die Slavenburg’s Bank, verfasste, macht dies überdeutlich. Es galt, eine Fülle von Einzelinformationen in ein Gesamtbild zu fassen. Robert Amsler tat dies mit Verve und der ihm eigenen, differenzierten Art. Er konzentrierte sich dabei nicht nur auf die Schweiz und die damals führenden Wirtschaftsnationen, sondern widmete auch den zukünftigen Schwellenländern und Rohstoffregionen seine Aufmerksamkeit. Er kannte sich in den 70er-Jahren bei australischen Minengesellschaften besser aus als mancher Fachjournalist. China, Russland und Südamerika waren für ihn schon früh Anlagethemen, immer gepaart mit einem scharfen Blick auf die staatlichen Rahmenbedingungen.

**Politik als Beruf?**
Es war nicht einfach, Robert Amsler für den ersten Wahlgang nach Annahme der Halbämter-Initiative als Stadtratskandidaten zu gewinnen. Die Stadtfreisinnigen, deren Präsident ich sein durfte, hatten mit Felix Schwank schon einen ausgewiesenen und starken Stadtpräsidenten. Würden sich dieses «animal politique» und der «uomo universale» verstehen? Und mehr noch: Würde sich für den Stadtpräsidenten, der seine Anliegen häufig mit einer Koalition aus Bürgerlichen und SP durchgebracht hatte, auch mehr Sukkurs aus bürgerlichen Reihen generieren lassen? Rückblickend ist man versucht zu sagen: Alles blieb anders. In der Stadt konnte man als Liberaler nur durch Einbezug aller relevanten Kräfte regieren. Dazu gehörten eben auch die Sozialdemokraten. Für den Wirtschaftsfreisinnigen Robert Amsler war es darum ein mutiger Schritt hin zum Staat, wenngleich auch «nur» im Halbamt. Er wusste, worauf er sich einlassen würde: 1956 bis 1968 gehörte er dem Grossen Stadtrat zu Zeiten Walther Bringolfs an. 1977 zog er erneut ins Parlament, besorgt wegen der Finanzlage und des Vormarschs des Landesrings. Er hätte diese Mandate lieber bei der FDP gesehen und konnte mit seinen guten Wahlresultaten das Schlimmste verhindern helfen. Mit einer glanzvollen Wahl 1980 in den Stadtrat und der schrittweisen Gesundung «seiner» ihm anvertrauten Stadtfinanzen in den Folgejahren war Robert Amsler jedoch intensiv beschäftigt. «Man hätte sich vom Mann im Finanzreferat vermehrt ein deutliches Wort auch über sein eigenes Metier hinaus erwünscht», analysierte Jörg Riser 1991 in den SN. Wohl wahr: Aber der operative Druck mit den veränderten Pensen im Stadtrat machte selbst privatwirtschaftlich Erfahrenen zu schaffen. Und da waren ja auch noch die VR-Mandate bei Bircher, Slavenburg’s, Hidrostal, Colores und der Spar- & Leihkasse Schaffhausen, welche als Privatbank den Kostensprung hin zum modernen Anlageinstitut aus eigener Kraft nicht glaubte schaffen zu können. Deren Übernahme durch die Bankverein-Tochter «Schweizerische Depositen- und Kreditbank» in Basel wurde in Schaffhausen nicht überall gut aufgenommen. Dabei darf man sich getrost fragen, ob nicht gerade daraus auch ein Erfolgsfaktor für die letzte verbliebene und private Stadtschaffhauser Gewerbebank resultierte. Wie auch immer: Robert Amsler betrachtete sein Halbamt insbesondere in den Jahren nach 1985, wo zu den Finanzen auch noch Polizei und Feuerwehr kamen, nicht immer «als ein Zuckerschlecken». Mit Themen wie der unglücklichen Verlegung des Wochenmarktes, den üblichen Dauerbrennern bei der Ortspolizei und der oftmals aus luftiger Höhe operierenden Feuerwehr tat er sich schwer: Schwindelerregende Zahlen konnten ihn nicht aus dem Gleichgewicht bringen, wohl aber eine Leiter, die mehr als drei Sprossen hatte … Robert Amsler nahm es mit der ihm eigenen gelassen-humorvollen Art. Der Schreibende durfte während seiner ersten zwei Jahre als Baureferent mit Robert Amsler noch im Stadtrat zusammenarbeiten. Seine Unterstützung hat in der heraufziehenden Strukturkrise Ende der 80er-Jahre dafür gesorgt, dass nicht auch noch die Investitionen der Stadt einbrachen. Und dass die forcierte Fusion des städtischen mit dem kantonalen Polizeikorps zuoberst auf seiner Prioritätenliste gestanden habe, ist Geschichtsklitterung: Hermann Keller brauchte «manpower», und Max Hess wollte endlich mehr Zusammenarbeit. Schade nur, dass es lange brauchte, beide Ziele zu harmonisieren.

**Interkulturelle Akzente**
Im November dieses Jahres wäre Robert Amsler 87 geworden. In den rund drei Generationen veränderte sich vieles dramatisch. Sein Umgang mit dem Wandel war, darauf nicht mit Ablehnung, sondern mit Gestaltung zu reagieren. Ein liberaler und überaus kulturbewusster Ansatz, dem viel Augenmass für die Bedeutung des Einzelnen in der Gesellschaft zugrunde liegt. Natürlich gibt es die Lauten, die Populisten, die «Reisser» und «Leader». Hätten wir nur sie, wäre es in Wirtschaft und Politik definitiv nicht mehr auszuhalten. Robert Amsler war der Antityp aller Gerissenen und Superhelden. Er setzte mehr auf Historie, Analytik, Debatte und Pragmatismus. Wichtig waren für ihn auch sein Engagement bei Rotary und dessen Gemeinschaftsprojekten, aber auch das Kultur- und Musikleben in unserer Stadt, etwa für die Ausstellung «Peru durch die Jahrtausende», die 1984 nach Schaffhausen kam, oder die permanente Archäologische Sammlung Ebnöther im Museum zu Allerheiligen. Deshalb waren Gespräche mit ihm immer eine grosse Bereicherung, auch wenn er zusehends mit enormen gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Nun bleibt die Erinnerung an einen der wenigen echten Grandseigneurs der Schaffhauser Politik und Wirtschaft.



Robert Amsler (1925–2012) Anfang der Neunzigerjahre.
Bild B.+ E. Bührer

#Alt-Scaphusia

17. Februar 2012 | Bruno René Schwyn olim Hauder

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Bruno René Schwyn olim Hauder
Generation 1949

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 28. Februar 2012 um 13.30 Uhr in der Bergkirche Neunkirch statt.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 21. März 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

13. Februar 2012 | Lob und Tadel

Wer Gutes tut, wird von den Schaffhauser Fasnächtlern jeweils mit dem «Bsetzi» geehrt, wer etwas Schlechtes getan hat, erhält den «Chnorz» aufgebrummt. Am Samstag war es wieder so weit, die Fasnächtler luden zur Verleihung der beiden Auszeichnungen.
Zuerst war der «Bsetzi» an der Reihe. Als Redner waltete der Schwyzer Nationalrat Alois Gmür, der auch Braumeister in der Brauerei Rosengarten in Einsiedeln ist. Er vergab den «Bsetzi» an die Brauerei Falken. «Sie ist seit jeher unabhängig und eigenständig», lobte er. «Und sie produziert keine 08/15-Pfütze wie einige der Grossbrauereien.» Markus Höfler, der Geschäftsleiter der Brauerei Falken, nahm die Auszeichnung dankend entgegen, er lobte zudem das Fasnachtskomitee für dessen Arbeit. Dann war die Reihe am «Bsetzi». Laudator Heinz Hegetschweiler übergab ihn dem Musik-Collegium Schaffhausen, und zwar für dessen Terminplanung. Die Meisterkonzerte fänden ausgerechnet während der Fasnacht statt, dabei kenne man die Termine der Fasnacht doch schon weit im Voraus, und man komme gut aneinander vorbei. Heini Stamm vom MCS nahm die Schelte sportlich und bedankte sich für den «Chnorz». Die Meisterkurse könne man eben nur in den Sportferien durchführen, und dann sei halt auch die Fasnacht. Im Übrigen hätten die Fasnächtler auch schon kurzfristig die Fasnacht verschoben. Stamm brachte aber die frohe Botschaft mit, dass das MCS 2013 und 2014 mit seinen Konzerten ausweiche, was von der Festgemeinde mit grossem Applaus quittiert wurde.

#Notizen zu Namen

10. Februar 2012 | Robert Amsler ist verstorben

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
jhu

Am vergangenen Montag, 6. Februar, verstarb Robert Amsler, ehemaliger Finanzreferent der Stadt Schaffhausen. Robert Amsler wurde 1925 in Buenos Aires als Sohn eines Diplomaten geboren. 1929 siedelte die Familie nach Schaffhausen über, wo er die Schulen absolvierte, bevor er in Genf, Brüssel und Bern Recht studierte. 1952 trat Amsler in die Dienste der Firma Alfred Amsler & Co. in Schaffhausen, deren Geschäftsleitung er angehörte, ein. 1964 trat er die Nachfolge seines Vater als Präsident der Spar- und Leihkasse Schaffhausen an, bis diese 1988 von einem Tochterunternehmen des Bankvereins übernommen wurde. Robert Amsler, der seit 1960 Honorarkonsul von Peru war – seine Frau war Peruanerin –, wurde 1956 in den Grossen Stadtrat gewählt, den er 1968 präsidierte. 1981 zog Amsler in den Stadtrat ein und gehörte diesem während zehn Jahren als Finanzreferent an.

#Allgemeines

9. Februar 2012 | Warnstreik

Schaffhauser Nachrichten, Region
(rob)

Nicht nur Lehrpersonen der Unter- und der Oberstufe treten am kommenden Montag in den Streik, auch an der Kantonsschule wollen gemäss jüngsten Angaben 8 der total 120 Lehrpersonen an der Aktion auf dem Herrenacker teilnehmen. Dies erklärt Urs Saxer, Rektor der Kantonsschule, gegenüber den SN. Trotz der Absenzen wird der Unterricht an der Kantonsschule stattfinden – wenn auch in angepasster Form: Die rund 120 Schüler werden während der Abwesenheit der jeweiligen Lehrpersonen von Rektor Saxer und Prorektor Pasquale Comi in der Mensa respektive einem weiteren Schulzimmer im Vorlesungsbetrieb mit Arbeitsblättern unterrichtet. Auch das Thema für diese Lektionen ist bereits gesetzt: «Streik – geschichtlicher Rückblick und rechtliche Grundlagen in Frankreich respektive der Schweiz». Persönlich beurteilt Saxer den Streik zwar durchaus als legitimes Mittel, insgesamt sei das aktuelle Vorgehen aber eher «kontraproduktiv» und überstürzt: «Als Lehrer und Elternteil wünsche ich mir, dass die Solidarität mit den berechtigten Anliegen der Lehrerschaft des Kantons Schaffhausen auf eine konstruktivere Art als in der Teilnahme an diesem – aus meiner Sicht allzu spontan organisierten – Streik gesucht wird.» Um eine für die Eltern akzeptable Kinderbetreuung innerhalb der Schulen zu organisieren, brauche es eine bedachtere Planung und mehr Zeit. Saxer: «Wenn man an Streik als ‹Lösungsansatz› denkt, kann man als Lehrer auch an die unterrichtsfreie Zeit denken, diese gehört ja auch zu unserer Arbeitszeit. In diesem Sinne wäre eine Aktion an einem Samstagmorgen auf dem Fronwagplatz aus meiner Sicht als nächster Schritt besser geeignet gewesen.»
Beim Berufsbildungszentrum (BBZ) rechnet man nicht damit, dass am kommenden Montag Lehrkräfte abwesend sein werden: «Ich habe keine Kenntnis von solchen Absenzen», sagt BBZ-Direktor Ernst Schläpfer auf Anfrage der SN. «Wir sind für die Ausbildung der Schüler zuständig, und die können ja nichts für die vorhandenen Probleme», sagt Schläpfer, «deshalb gehe ich davon aus, dass bei den meisten BBZ-Lehrkräften die Überzeugung besteht, dass es andere Wege gäbe, die Forderungen zu deponieren.» Kritik übt Schläpfer etwa an der Lohnentwicklungsskala des Kantons, die im Zusammenhang mit dem neuen Personalgesetz erarbeitet wurde: «Diese ist nicht stimmig», sagt Schläpfer. Sie bevorteile Quereinsteiger. Personen, die aber gleich nach dem Studium den Lehrerberuf ergriffen, würden oft enttäuscht: «Bei der Einstellung wird eine Lohnentwicklung von jährlich 1,5 Prozent suggeriert, aber am Ende geht diese Rechnung nicht auf.» So könne es dazu kommen, dass ein Junglehrer nach fünf Jahren gegen 1000 Franken unter dem in Aussicht gestellten Lohn verdiene. «Das geht einfach nicht auf», sagt Schläpfer, der den Fehler nicht beim Erziehungsdepartement, sondern beim Personalamt sieht. Gemäss Anfrage wird auch bei der Handelsschule Schaffhausen nicht damit gerechnet, dass Lehrkräfte am Montag abwesend sein werden.

#Alt-Scaphusia

6. Februar 2012 | Robert Alfred Hans Amsler olim Corpus

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Robert Alfred Hans Amsler olim Corpus
Dr. iur., Rechtsanwalt, Stadtrat, Honorarkonsul
Generation 1942

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 14. Februar 2012 um 10.30 Uhr im Waldfriedhof Schaffhausen statt.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 14. März 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt. Laudatio: René Benes v/o Quax.

#Allgemeines

2. Februar 2012 | Durchblick: Unter dem Weiher liegt still der See

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen

Die Forstleute haben in der Gegend von Mammern ausgeholzt. Dank dieser Massnahme werden die Höhenweg-Wanderer von Mammern nach Steckborn – oder auch umgekehrt – im Bereich der Ruine Neuburg mit einem wunderschönen Blick gleich auf zwei Gewässer verwöhnt. Unser Bild zeigt den Weiher unterhalb der Ruine Neuburg mit prächtiger Aussicht auf den Untersee.


Bild Margrith Pfister-Kübler