#Notizen zu Namen

7. Dezember 2011 | Seine zuverlässige Art schaffte Vertrauen

Schaffhauser Nachrichten
Ernst Neukomm, alt Regierungsrat, Löhningen

Am vergangenen Freitagmittag erreichte uns die traurige Nachricht, dass alt Staatsschreiber Felix Bolli im Alter von 77 Jahren an einer schweren Krankheit im Hirslandenspital in Zürich gestorben war. Der Regierungsrat und seine Mitarbeiter in der Staatskanzlei schätzten ihn als tüchtigen Mitarbeiter und als stets freundliche und bescheidene Persönlichkeit sehr.
Ich verweise deshalb gerne auf einige markante Marksteine im Leben und Wirken des ehemaligen Staatsschreibers. Felix Bolli wuchs in seinem Heimatort Beringen auf und erwarb im Jahre 1954 an der Kantonsschule Schaffhausen die Maturität. Anschliessend studierte er in Lausanne und Bern Rechtswissenschaft. Nach einem Praktikum in einem bernischen Anwaltsbüro und bei den Schaffhauser Gerichten erwarb er noch das Anwaltspatent. Anschliessend wirkte er drei Jahre als Chef des Büros für Verkehrsstrafsachen und als Sekretär der Justizdirektion. Nach einem Abstecher in die Stabsstelle der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Thurgau wählte ihn die Schaffhauser Regierung auf den 1. Januar 1971 zum juristischen Sekretär der Staatskanzlei und zum Stellvertreter des Staatsschreibers. In dieser Zeit übte er auch das anspruchsvolle Nebenamt eines Baureferenten in der damals aufstrebenden Gemeinde Beringen aus. Seit dem 1. Mai 1992 diente Felix Bolli dem Kanton als Staatsschreiber. Auch in dieser Funktion hat er viel und gute Arbeit geleistet. Seine zuverlässige, ruhige und stets korrekte Art verschaffte ihm einen grossen Vertrauensbonus. Dies war auch im Regierungsrat der Fall. Die Teilnahme und die Mitwirkung an den Sitzungen des Regierungsrates gehören naturgemäss zu den Schwerpunkten der Tätigkeit eines Staatsschreibers. Nachher hat er viel ins geschriebene Wort zu fassen und Geschriebenes aus den Verwaltungsabteilungen zu redigieren, dass es der Kantonsregierung in Form und Inhalt wohl ansteht. An Diskussionen im Regierungsrat kann sich jeweils auch der Staatsschreiber beteiligen. Das hat Felix Bolli selten getan. Aber bei hitzigen Situationen versuchte er ausgleichend zu wirken und zu beruhigen. Nach seiner Devise bestand die menschliche Kraft nicht in den Extremen, sondern eher in deren Vermeidung. Viele andere wichtige Leistungen von Felix Bolli werden uns ebenfalls in dankbarer Erinnerung bleiben, wie die Schaffung und die Leitung der Departementssekretärenkonferenz, die umsichtige Oberaufsicht des Staatsarchivs und das Mitwirken in der Internationalen Bodenseekonferenz. Die Kraft und die Gelassenheit für sein Wirken bezog er zu einem grossen Teil aus seinem schönen Heim in Beringen, in dem seine liebe Gattin, die vor eindreiviertel Jahren gestorben ist, stets mit feinem Humor für einen guten Geist besorgt war. Zudem hat Felix Bolli seine Lebensfreude bis zum Lebensende behalten, weil ihm die Kunst des Savoir-vivre nicht fremd war, von der er ein gutes Stück verstand und auch praktizierte. Er konnte sich zum Beispiel am Schönen ausgiebig und herzlich freuen. Stichworte sind Gemäldeausstellungen, Konzerte, Reisen, Bücherlesen, gutes Essen und feine Getränke. Er genoss es, in kleinen Kreisen Freundschaften zu pflegen, lachte dann gerne und brachte auch andere zum Lachen. So nach seinem Motto «Ein ehrliches Lächeln kostet weniger als elektrischer Strom und gibt mehr Licht». Beides wird uns von Felix Bolli unvergesslich bleiben, weil wir ihn, sein Lächeln und das damit bei uns erzeugte Licht arg vermissen.



Felix Bolli, 1934–2011
Archivbild B. + E. Bührer

#Allgemeines

6. Dezember 2011 | Ersatzwahl ins Kantonsgericht

Schaffhauser Nachrichten
von Erwin Künzi

06.12.2011
Kantonsgerichtswahl mit Nebengeräuschen
Die Ersatzwahl ins Kantonsgericht hat mit einer Überraschung geendet
von Erwin Künzi

Die Ersatzwahl ins Kantonsgericht, die durch den Wechsel von Annette Dolge an die Spitze des Obergerichts nötig geworden war, sorgte bereits im Vorfeld für Diskussionen. Der Grund: die Zusammensetzung der Wahlvorbereitungskommission. Diese besteht aus der Justizkommission des Kantonsrats, dem zuständigen Regierungsrat sowie vier Vertretern der Schaffhauser Justiz. Stimmberechtigt sind allerdings nur die Mitglieder der Justizkommission. So kam es denn, dass die Repräsentanten der Justiz sich geschlossen für Eva Bengtsson, Schreiberin am Obergericht, aussprachen, während die drei Mitglieder der Justizkommission, die an der Wahlsitzung teilnahmen, ebenso klar Marcus Andreas Textor favorisierten. Und da nur sie stimmberechtigt waren, wurde Textor offiziell dem Kantonsrat zur Wahl vorgeschlagen. Das empörte die Vertreter der Justiz, die ganze Sache wurde öffentlich, und es kam auch zu Filzvorwürfen (siehe SN vom 24. November).

Gespaltene Kommission
Auf diese Vorgeschichte ging Willi Josel (SVP, Neuhausen), der Präsident sowohl der Justizkommission wie der Wahlvorbereitungskommission, gestern ein. Er schilderte, wie es innerhalb der Kommission zu diesem Wahlvorschlag gekommen war. Er habe zweimal angesichts der gespaltenen Kommission und der Abwesenheit von zwei Kantonsräten versucht, den Entscheid zu verschieben, sei aber damit nicht durchgedrungen. Für die Zukunft wolle die Kommission eine Lösung für diesen Spagat suchen und diese dem Kantonsrat unterbreiten. Als erster Fraktionssprecher erklärte Heinz Brütsch (FDP, Büttenhardt), Textor wie Bengtsson seien zu einem Gespräch eingeladen worden, und die Mehrheit der Fraktion habe sich für Textor ausgesprochen. Dass die Profis der Justiz für Bengtsson, die Kommission aber für Textor gewesen sei, sei unschön, aber zu akzeptieren, meinte Werner Bächtold (SP, Schaffhausen). Was nicht gehe, sei, dass Medienschaffende von Mitgliedern der Wahlvorbereitungskommission informiert worden seien. Es gehe auch nicht an, dass die Justiz einen solch starken Druck auf die Kommission ausübe. Für die Zukunft forderte Bächtold, dass die Kommission immer in Vollbesetzung tagen müsse, und der Kommissionsbericht müsse ausführlicher sein. Auch die SP/AL-Fraktion hörte beide an und sprach sich für Bengtsson aus, weil der zu wählende Richter es vor allem mit Familienrecht zu tun bekomme. Das gleiche Argument gab auch bei der ÖBS/EVP-Fraktion den Ausschlag, wie Bernhard Egli (ÖBS, Schaffhausen) erklärte. In der Folge wurde Eva Bengtsson mit 29 Stimmen vor Marcus Andreas Textor mit 25 Stimmen gewählt. Daraufhin ergriff Willi Josel nochmals das Wort: Bei dieser Wahl seien das Amtsgeheimnis mehrfach sowie die Gewaltenteilung verletzt worden. Die Justizkommission werde jetzt alle Beteiligten befragen und erwarte von denjenigen, die das Amtsgeheimnis verletzt haben, dass sie ihren Rücktritt aus der Wahlvorbereitungskommission erklären.


26.11.2011
Leider nur gut gemeint
von Erwin Künzi

Es war, wie so oft im Leben, gut gemeint: Bei der Vorbereitung der Wahlen von Justizpersonal wie Richtern und Staatsanwälten sollte die Justiz bereits frühzeitig mit einbezogen werden. Neu sollte nicht mehr die aus fünf Mitgliedern des Kantonsrats bestehende Justizkommission allein dem Parlament Wahlvorschläge unterbreiten, sondern eine Wahlvorbereitungskommission, der auch Vertreter der Schaffhauser Justiz angehören. Stimmberechtigt würden aber allein die Parlamentarier sein. Im ersten Umgang funktionierte das einigermassen gut, jetzt ist es zum Krach gekommen (siehe SN vom 24. November), als die Kantonsräte sich bei der Ersatzwahl ins Kantonsgericht für einen Kandidaten aussprachen, die Justizvertreter dezidiert anderer Meinung waren und am Schluss die Politiker entschieden.
Es konnte wenig verwundern, dass in dieser Situation bald einmal Filzvorwürfe auftauchten. Aber: Wir sind in Schaffhausen, wo «ein dä ander kännt», wie es im bekannten Lied von Dieter Wiesmann heisst. Da kommt es unweigerlich zu engeren Kontakten, und der Grat zwischen dem, was der eine für Verfilzung hält und der andere einfach für eine gute Vernetzung, ist sehr schmal. In diesem Fall scheint das Problem aber anderswo zu liegen: In dieser Wahlvorbereitungskommission dürfen die einen – die Politiker – entscheiden, die anderen – die Justizvertreter – aber nur mitreden. So will es die Gewaltentrennung. Wäre es da nicht ehrlicher, wieder zum alten System mit klaren Fronten zurückzukehren? Im Klartext: Die Justizkommission alleine, also die Kantonsräte, schlägt das zu wählende Justizpersonal vor. Bei der Vorbereitung dieser Vorschläge konsultiert sie, falls nötig, die Vertreter der Justiz und lässt deren Hinweise bei Bedarf in ihre Wahlempfehlung einfliessen.


24.11.2011
Umstrittene Wahl in das Kantonsgericht
Am 5. Dezember nimmt der Kantonsrat eine Ersatzwahl ins Kantonsgericht vor. Umstritten sind dabei nicht die Kandidierenden, sondern die Rolle der Wahlvorbereitungskommission
von Erwin Künzi

Am 1. April 2012 tritt Annette Dolge die Nachfolge von Obergerichtspräsident David Werner an. Damit wurde das Amt als Kammervorsitzende des Kantonsgerichts, das sie zurzeit innehat, frei. Das Kantonsgericht wählte am 9. September aus seiner Mitte Kantonsrichter Markus Kübler zum neuen Kammervorsitzenden. Das wiederum hiess, dass ein neuer Kantonsrichter gebraucht wird, der das Amt von Markus Kübler übernimmt, und zwar ebenfalls auf den 1. April 2012. Gesucht war ein Kantonsrichter mit einem 50-Prozent-Pensum, der vom Kantonsrat gewählt werden muss. Und an diesem Punkt kam die Wahlvorbereitungskommission ins Spiel.
Diese Kommission ist, wenn man so will, ein Kind des neuen Justizgesetzes, das seit dem 1. Januar dieses Jahres in Kraft ist. Vorher machte die fünfköpfige Justizkommission des Kantonsrats dem Parlament Wahlvorschläge. Mit dem neuen Justizgesetz wurde aber eine spezielle Wahlvorbereitungskommission geschaffen, in der nicht nur die gesamte Justizkommission, sondern auch die Justiz vertreten ist (siehe Kasten auf dieser Seite). Die Idee dahinter war, die Justiz bereits frühzeitig bei der Wahl von neuen Richtern und Staatsanwälten mit einzubeziehen. Allerdings war für die Justizvertreter nur eine beratende Rolle vorgesehen; entscheiden, wer zur Wahl vorgeschlagen wird, dürfen nur die fünf Kantonsräte der Justizkommission. Der Artikel 3 des Justizgesetzes, der die rechtliche Grundlage für diese Wahlvorbereitungskommission bildet, wurde von der Regierung bereits am 1. Mai 2010 in Kraft gesetzt. Damit konnte die Kommission ihre Arbeit rechtzeitig aufnehmen und die Wahlvorschläge, die mit dem neuen Justizgesetz nötig wurden, ausarbeiten. Dieser erste Auftritt der Wahlvorbereitungskommission ging letztes Jahr ohne grössere Nebengeräusche über die Bühne. Jetzt, mit der anstehenden Ersatzwahl ins Kantonsgericht, musste sich diese Kommission zum ersten Mal im, wenn man so will, Alltag bewähren. Auf eine Ausschreibung hin meldeten sich für das Amt des Kantonsrichters 15 Personen, 5 wurden zu einer Anhörung eingeladen. Dabei stellte die Kommission fest, wie in ihrem Bericht nachzulesen ist, «dass alle 5 Personen, welche sich der Kommission vorgestellt haben, die Wahlvoraussetzungen erfüllen und grundsätzlich wählbar sind». Die Mitglieder der Kommission mussten anschliessend reihum erklären, wen sie dem Kantonsrat für die Wahl vorschlagen wollten. Und dabei kam es zum Eklat. Zuerst meldeten sich die vier Vertreter der Justiz. Sie sprachen sich alle eindeutig für Eva Bengtsson aus, zurzeit Schreiberin am Schaffhauser Obergericht. Anderer Meinung waren die drei Vertreter der Justizkommission (zwei konnten, zum Teil aus gesundheitlichen Gründen, nicht an der Sitzung teilnehmen): Sie empfahlen Marcus Andreas Textor, Anwalt bei einer Anwaltskanzlei in Zürich, zur Wahl. Und da nur sie stimmberechtigt waren, wurde Textor zum offiziellen Kandidaten bestimmt, was auch so kommuniziert wurde (siehe SN vom 8. November).

Helle Empörung
Bei den Vertretern der Justiz herrschte daraufhin helle Empörung. Sie hatten sich für Bengtsson ausgesprochen, weil diese von 2004 bis 2011 als Schreiberin am Kantonsgericht gearbeitet und in dieser Funktion über 100 Gerichtsentscheide formuliert hatte. Mit ihr würde das Kantonsgericht jemanden erhalten, der nicht nur das Gericht bestens kennt, sondern auch gut ins Team passen würde. «Textor ist gut, aber sie ist besser», meinte einer der Justizvertreter gegenüber den SN. Er und die anderen können nicht verstehen, warum man die Justizvertreter in die Kommission geholt hat, um dann doch gegen ihre geschlossene Meinung zu entscheiden. Prompt kamen Vermutungen auf, für den Wahlvorschlag ausschlaggebend gewesen seien die Parteizugehörigkeit von Textor (zwei Mitglieder der Justizkommission sind in der gleichen Partei wie er) sowie der Umstand, dass dieser, wie ein Mitglied der Justizkommission auch, früher einer bestimmten Kantonsschulverbindung angehört hat. Diese Unterstellungen weist der Präsident der Justizkommission, Kantonsrat Willi Josel (SVP, Neuhausen), entschieden zurück. «Es gab gute Gründe, die für Textor sprachen, dessen Fähigkeiten, das Richteramt zu versehen, übrigens niemand in Zweifel zog». erklärte er gegenüber den SN. Für Josel persönlich war die Tätigkeit Textors bei einer Anwaltskanzlei ein Pluspunkt: «Er musste sich dem rauen Wind der Privatwirtschaft aussetzen, und die Erfahrungen, die er dabei machte, kommen dem Gericht zugute.» Zudem sei Textor vom Kantonsrat bereits zum Ersatzrichter am Kantonsgericht gewählt worden, wo er seine Arbeit gut mache. Auf die einhellige Meinung der Justizvertreter angesprochen, meinte Josel: «Es gilt die Gewaltentrennung, aber natürlich nicht nur in eine Richtung. Und für die Richterwahl ist nun einmal die Politik zuständig, nicht die Justiz.» Der Kantonsrat wird an seiner Sitzung vom 5. Dezember als erstes Geschäft die Ersatzwahl ins Kantonsgericht vornehmen. Neben Textor, der von der Wahlvorbereitungskommission vorgeschlagen wird, hat auch Bengtsson ihre Kandidatur angemeldet.


Richterwahl. Die Fakten

Gesetzliche Grundlage
Justizgesetz, Artikel 3: «Dem Kantonsrat obliegende Wahlen bereitet eine Wahlvorbereitungskommission vor. Sie steht unter dem Vorsitz der Präsidentin oder des Präsidenten der Justizkommission und setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
a.) Mitglieder der Justizkommission,
b.) Vorsteherin oder Vorsteher des zuständigen Departements,
c.) Vertretung des Obergerichts,
d.) Vertretung des Kantonsgerichts,
e.) Vertretung der Staatsanwaltschaft,
f.) Vertretung der Schaffhauser Anwaltskammer.
Sie unterbreitet dem Kantonsrat Wahlvorschläge. Die Mitglieder der Justizkommission sind stimmberechtigt.» Dieser Artikel wurde am 1. Mai 2010 von der Regierung in Kraft gesetzt.

Zusammensetzung
Die Wahlvorbereitungskommission setzt sich wie folgt zusammen: Justizkommission des Kantonsrats mit Willi Josel (SVP, Neuhausen), Präsident; Andreas Gnädinger (SVP, Schaffhausen), Vizepräsident; Florian Hotz (JFSH, Schaffhausen); Florian Keller (AL, Schaffhausen), Heinz Rether (ÖBS, Thayngen). Ernst Landolt, Regierungsrat. Justiz: David Werner, Präsident des Obergerichts; Werner Oechslin, Präsident des Kantonsgerichts; Peter Sticher, Erster Staatsanwalt; Jürg Uhlmann, Vertreter der Anwaltskammer. Stimmberechtigt sind nur die 5 Mitglieder der Justizkommission.

#Alt-Scaphusia

6. Dezember 2011 | Felix Bolli olim Lot

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Felix Bolli olim Lot
Alt Staatsschreiber
Generation 1952

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 11. Januar 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Notizen zu Namen

22. November 2011 | Doppelkonzert mit vielen Highlights

Schaffhauser Nachrichten; Neuhausen / Schaffhausen
Gustav Sigg

Im Namen der drei beteiligten städtischen Musikkorps konnte Knabenmusik-Präsident Robert Weber nicht nur ein erwartungsvolles Publikum, sondern seitens der Behörden auch Regierungspräsident Reto Dubach und Stadtrat Peter Käppler in der Kirche St Johann herzlich willkommen heissen. Nach beinahe zehn Jahren veranstalteten die Stadtmusik/Stadtharmonie und die Knabenmusik Schaffhausen wieder einmal zusammen ein Konzert. Es wurde von den siebzig Jugendlichen der Knabenmusik unter der Leitung von Dirigent Bruno Schmid mit «Pasadena», einem grossorchestralen Klanggemälde von Jacob de Haan, schwungvoll eröffnet. In der Filmmusik «Highlights from Ratatouille» hatte Altmeister Walt Disney auf originelle Art und Weise das Leben von Ratten eingefangen, indem speziell das Flöten- und Klarinettenregister dominierte. Aber auch die Perkussionisten waren durch die oft wechselnden Tempi sehr stark gefordert. Nicht weniger hoch motiviert präsentierte sich die vierstimmige Posaunensektion in der Rob-Ares-Komposition «Happy Trombones» mit ihrem auch spieltechnisch recht ausgefeilten Ensemblespiel.
Im sehr anspruchsvollen Werk «Imagasy» von Thiemo Kraas kam das fantastische Klangbild der höchst konzentriert aufspielenden Knabenmusik unter Einschluss aller Register in seiner breitesten Form überzeugend zum Tragen. Zur unbestrittenen Paradenummer der heute auch bei internationalen Musikwettbewerben sehr erfolgreichen Knabenmusik geriet einmal mehr das popige Paul-Lavender-Arrangement «Lionel!» In dieser Ode an den weltberühmten farbigen Gesangsstar Lionel Richie begegnete man seinen bekanntesten Hits wie «Ballerina Girl», und «Deep River Woman». Und es endete mit einem fulminanten Xylofon-Solo von Schlagzeuglehrer Peter Keller zum unsterblichen «Say You, Say Me!». Der zweite «Highlights»-Teil wurde von den fortan miteinander musizierenden Stadtmusik und Stadtharmonie Schaffhausen mit dem feierlichen «Festmarsch op. 452» – unter der Direktion von Alain Wozniak aus Friedrichshafen – voluminös eröffnet. Ebenfalls aus der kundigen Feder von Johann Strauss Sohn stammte die nachfolgende populäre «Fledermaus-Ouvertüre» mit dem Maskenball-Finale im beliebten Walzertakt. An eine menschliche Tragödie im zweiten Weltkrieg erinnerte Steven Spielbergs Film «Schindlers Liste», dessen Melodien durch das virtuose Geigenspiel von Wolfgang Steinke bereichert wurden. Im Walzer-Erfolg «Estudiantina» von Emile Waldteufel kam das perfekte Zusammenspiel der beiden Korps zum Ausdruck. Im ungarischen Nationaltanz «Czardas» von Vittorio Monti liess Wolfgang Steinke in seinem temporeichen Violinensoli die Zuhörer das leidenschaftliche Temperament der Osteuropäer spüren. Einen begeisternden Schlusspunkt setzte das klangvolle Trompetensolo von Andrea Reale mit «La Virgen de la Macarena», worauf Dirigent Alain Wozniak das Doppelkonzert mit zwei stürmisch verlangten Zugaben ausklingen liess.



Die Knabenmusik Schaffhausen am «Highlights 2011»-Konzert.
[auf dem Foto sind erkennbar: Simba, Troubadix und Yang; Dubio ist nicht abgebildet; Quell weilt derzeit in der Rekrutenschule.]
Bild Eric Bührer

#Notizen zu Namen

22. November 2011 | Ensi-Direktor neuer Präsident der Westeuropäischen Atomaufsicht

NZZ Online, Politik

Der Direktor der Schweizer Atomaufsichtsbehörde, Hans Wanner, ist zum neuen Präsidenten der Westeuropäischen Nuklearaufsichtsbehörde (Wenra) [Western European Nuclear Regulators’ Association] ernannt worden. Der 56-Jährige folgt auf Jukka Laaksonen von der finnischen Atomaufsichtsbehörde.
Die Ernennung von Wanner sei ein klares Zeichen dafür, wie sehr die Leistungen der Schweizer Atomaufsicht international anerkannt würden, teilte der Rat des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) am Dienstag mit.
Der 1999 gegründete Wenra gehören 17 Mitgliedsstaaten an. Sie hat das Ziel, die Sicherheitsstandards für AKW zu harmonisieren und nach dem Stand von Wissenschaft und Technik laufend zu verbessern. Dabei prägte sie unter anderem die Standards für den EU-Stresstest. (sda)

[ebenso in:
Berner Zeitung BZ, BZ Namen; 23. November 2011
Aargauer Zeitung / MLZ, Inland, Nachrichten; 23. November 2011
Blick, Manager des Tages; 23. November 2011
Basler Zeitung, Nachrichten; 23. November 2011
HandelsZeitung, Sesselwechsel; 24. November 2011
Migros-Magazin, Menschen, Mann der Woche; 28. November 2011]

#Notizen zu Namen

17. November 2011 | Generationenwechsel im Kirchenstand

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen / Schaffhausen
H. H.

Dieses Jahr nahmen am 14. November 94 Personen die Einladung an zum Besuch der Ordentlichen Kirchgemeindeversammlung der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Schaffhausen im Pfarreisaal Sta. Maria. In der Eröffnungsansprache liess der amtierende Präsident, René Quiblier, die letzten Jahre Revue passieren. Während zwölf Jahren hat er das Gremium geleitet und mitgeprägt. In dieser Zeit wurden viele Gebäudehüllen saniert, Kirchen innen und aussen renoviert, Neues gebaut. Der Kirchenstand musste sich vor allem mit Zahlen, Bauen und Organisieren beschäftigen. Doch hinter diesen Gebäudehüllen und allen Tätigkeiten steht der Wunsch, dass diese dazu da sind, mit Leben gefüllt zu werden, dass Begegnungen möglich sind, dass Gemeindeleben entsteht, dass Jung und Alt sich gemeinsam wohlfühlt und alle ihre Aktivitäten gestalten können. Immer wieder zeigt sich: Gemeinschaft entsteht immer wieder neu.
In die Präsidialzeit fielen aber auch Ereignisse, welche zu Belastungen führten. Vakanzen und Erkrankungen erforderten in der Kirchgemeinde eine gute Organisation und das Engagement von Mitgliedern, welche die Mehrarbeit übernahmen. Die Herausforderungen wurden gemeistert, und heute kann René Quiblier eine bestens funktionierende Verwaltung mit einer intakten Kirchgemeinde seinem Nachfolger übergeben. Mit herzlichem Applaus wurden die Rede und das Wirken des scheidenden Präsidenten vom Publikum verdankt. Als Kandidat für das Präsidentenamt war Andreas Textor zur Wahl vorgeschlagen. Vor vier Jahren in den Kirchenstand gewählt, konnte er sich in das Gremium und die Materie einarbeiten und sich so das Rüstzeug für die Präsidentschaft holen. Die Mitglieder der Versammlung wählten den 34-Jährigen einstimmig in sein neues Amt. Somit wurde hier ein Generationenwechsel vollzogen. Da sich auch Pfarradministrator Benedikt Wey nicht mehr zur Wahl stellte, weil er im Sommer seine neue Stelle in Frauenfeld antreten wird, mussten weitere Mitglieder gesucht werden. Mit Josef Montanari und Wolfgang Lendl stellten sich zwei Personen zur Wahl und wurden mit Applaus in den Kirchenstand berufen. Zur Wiederwahl stellten sich Norbert Gschwend, Roland Korn und Martina Truninger, welche von den Anwesenden mit Applaus bestätigt wurden. Mit den bestehenden und den neuen Mitgliedern wird eine gute Kontinuität erreicht, bei der Bewährtes mit gutem Potenzial für neue Ideen durchmischt wird. Auch die Geschäftsprüfungskommission wurde einstimmig wiedergewählt.

**Infos zum neuen Pastoralraum**
Als Gast war Ulrike Zimmermann von der Bistumsregionalleitung anwesend. Sie informierte über das Projekt Pastoraler Entwicklungsplan (PEP), das vom damaligen Bischof Kurt Koch zur Neuorganisation im Bistum initiiert worden war. Mit der Errichtung von Pastoralräumen sollen grossräumigere Einheiten geschaffen und dabei die Bedürfnisse in den Pfarreien besser abgedeckt werden können. So werden in Zukunft die drei Stadtpfarreien in Schaffhausen zusammen mit Thayngen einen Pastoralraum bilden. In solchen Pastoralräumen wird Zusammenarbeit grossgeschrieben, nicht jeder muss alles selbst machen. Inhaltliche Schwerpunkte können gesetzt werden. Grössere Seelsorgeteams werden gebildet und Vakanzen können besser abgefedert werden.

**Gute Jahresrechnung 2010**
Norbert Gschwend als Finanzreferent durfte einmal mehr eine gute Jahresrechnung präsentieren. Diskusionslos genehmigten die Versammelten einstimmig die von der Geschäftsprüfungskommission bestätigte Rechnung. Auch das Budget 2012 fand grosse Zustimmung.

**Bauprojekt Pfarreizentrum Sta. Maria**
Neben den Neuwahlen dürfte das Bauprojekt Pfarreizentrum Sta. Maria das Haupttraktandum dargestellt haben. Bereits im letzten Jahr hatte die Kirchgemeindeversammlung einen Projektierungskredit genehmigt. Dieser wurde entsprechend genutzt und eine Baukommission ins Leben gerufen. Dabei wurde mit dem Architekten Felix Aries ein Projekt ausgearbeitet, welches die Bedürfnisse der Pfarrei abdeckt und zukunftsorientiert ist. Der Pfarreisaal wird komplett renoviert, und darüber werden zwei grosse neue Sitzungszimmer gebaut. Die Infrastruktur der Küche wird aufgewertet, und endlich werden die WC-Anlagen auf zwei Niveaus ebenerdig erschlossen. Jungwacht und Blauring können von neuen Räumlichkeiten profitieren, und auch in der Kirchgemeindeverwaltung werden einige Umbauten getätigt. Solch grosse Projekte sind natürlich nicht gratis zu haben, und manch ein Kirchbürger wird über den Betrag erschrocken sein, stand doch im Voranschlag ein Projektvolumen von über 2,2 Millionen Franken. Um dieses zu finanzieren, hat der Kirchenstand eine Objektsteuer von 1 Prozent beantragt, mit welcher der Umbau bezahlt und abgeschrieben werden soll. Aus Erfahrung wissen die Mitglieder der Versammlung, dass der Kirchenstand bei den Finanzen vorsichtig budgetiert und auch das Umfeld der weiteren zukünftigen Ausgaben berücksichtigt. So werden in den nächsten Jahren noch einige Projekte anstehen, die entsprechende finanzielle Mittel erfordern. Gerade die Objektsteuer schien einigen Anwesenden sauer aufzustossen. Es gab Anträge, auf diese zu verzichten, und auch das Bauprojekt selbst wurde als Luxus taxiert. Engagierte Voten zugunsten des Zentrums und die Klarheit der Argumentations führten dazu, dass letztlich mit 84 Personen eine grosse Mehrheit dem Projekt Pfarreizentrum Sta. Maria zustimmte und auch bereit war, die Objektsteuer zu tragen. Bereits im Mai 2012 wird mit dem Umbau begonnen werden, der rechtzeitig Ende November beendet sein soll. Am Schluss der Kirchgemeindeversammlung verabschiedete Norbert Gschwend den scheidenden Präsidenten René Quiblier unter dem herzlichem Applaus der Anwesenden.

#Allgemeines

17. November 2011 | Stadt hat «Tanne» übernommen

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Robin Blanck

Seit dem letzten Freitag gehört die Liegenschaft Tanne 3 mit der traditionsreichen Weinstube der Stadt: Das kam nicht überraschend, sondern war schon länger mit der heute 93-jährigen Besitzerin Margrit Zimmermann so geplant (siehe dazu auch SN vom 8. März 2011). In den letzten 15 Jahren war das Lokal nur noch jeweils am Samstagmorgen für zwei Stunden geöffnet, eine kleine, aber konstante Gästeschar traf sich noch in der Weinstube. Seit März des Jahres entfielen auch diese Stunden, und das Lokal blieb geschlossen. Bereits 1998 wurde abgemacht, dass bei Geschäftsaufgabe die Stadt die Liegenschaft übernehmen wird. Im Gegenzug wurden zwei Dinge zugesichert: Einerseits soll die besondere Eigenart der Wirtschaft mit historischer Ausstattung erhalten werden, «soweit dies mit den gesetzlichen Bestimmungen und Auflagen in Einklang zu bringen ist», wie es in der gestern versandten Mitteilung heisst. Andererseits wurde vereinbart, dass Margrit Zimmermann statt eines einmaligen Kaufpreises für das Gebäude von der Stadt eine bescheidene Leibrente erhält.
Den Zeitpunkt der Übertragung konnte die Eigentümerin und Wirtin selber wählen. Bis vor Kurzem bewohnte Margrit Zimmermann, wie schon ihr ganzes Leben, das Haus an der Tanne; gesundheitliche Gründe legten aber einen Übertritt in ein städtisches Altersheim nahe. «Ihr geht es den Umständen entsprechend gut», sagt Baureferent Peter Käppler auf Anfrage der SN.

**Weder zugänglich machen**
Die Weinstube selbst ist derzeit geschlossen, «bei der Stadt besteht der feste Wille, dass man das Lokal künftig wieder der Öffentlichkeit zugänglich macht», sagt Käppler. In welcher Form das erfolgen soll, könne man heute noch nicht festlegen. Offen ist derzeit auch, wann das passieren soll, zumal erst noch Investitionen für einen Weiterbetrieb notwendig sind. Käppler: «Es handelt sich um ein Stück Schaffhauser Identität, mit dem wir sorgfältig umgehen wollen, deshalb soll zuerst eine saubere Analyse vorgenommen und dann – ohne Zeitdruck – dem Grossen Stadtrat eine Vorlage präsentiert werden.» Mit dem «Alten Emmersberg», dem Park Casino, dem «Alten Schützenhaus», dem «Kleinen Käfig» und dem Theaterrestaurant besitzt die Stadt bereits heute fünf Restaurationsbetriebe, die auch künftig weitergeführt werden sollen.

#Allgemeines

17. November 2011 | Schweizer Brauereien weiter unter Druck

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

Fast 4,6 Millionen Hektoliter Bier sind im Braujahr 2010/11 in der Schweiz getrunken worden. Dies entspricht einem Zuwachs von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Schweizer Brauerei-Verband gestern mitteilte. Trotz diesem leichten Wachstum ist die Produktion der Schweizer Brauereien um 1,1 Prozent gesunken – die Bierimporte hingegen sind einmal mehr deutlich angestiegen, deren Marktanteil beträgt mittlerweile fast 23 Prozent. Mit Abstand am meisten Bier wird aus Deutschland importiert. Eine Entwicklung, die Schweizer Brauereien Sorgen bereitet. «Die stete Zunahme der Bierimporte stellt unsere schweizerische Braubranche vor Herausforderungen», so der Präsident des Schweizer Brauerei-Verbandes, Nationalrat Markus Zemp. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben seiner Ansicht nach die Verschlechterung der Wirtschaftslage und der günstige Euro. Auch das Rauchverbot in Gaststätten, welches am 1. Mai 2010 in Kraft trat, habe sich ausgewirkt. Die Brauerei Falken konnte ihr Jahresergebnis in diesem anspruchsvollen Umfeld halten (siehe unten).

**Verlagerung zum Detailhandel**
Das neue, schweizweite Rauchverbot dürfte auch dazu beigetragen haben, dass die Verlagerung von der Gastronomie in den Detailhandel weiter angehalten hat. Als Indiz dafür sieht der Brauerei-Verband den hohen Anteil von Dosen und Einwegflaschen, welche die Gebinde der Importbiere dominieren. Wer sein Feierabendbier nicht an einem rauchfreien Stammtisch einnehmen will, tut dies offenbar vermehrt zu Hause in der guten Stube – mit Zigarette oder Stumpen, und im Glas perlt wohl auch öfter als in der Beiz ein Importbier.

**Markteingriffe befürchtet**
Neues Ungemach sehen die hiesigen Brauereien aus Bundesbern auf sich zukommen: Gesetzesvorhaben wie die Revision des Alkoholgesetzes könnten zu Eingriffen in die Markt- und Wirtschaftsfreiheit der Brauer führen, so die Befürchtung. Gegensteuer gibt der Verband mit einem kürzlich erstmals angelaufenen Ausbildungskurs zum Schweizer Bier-Sommelier, mit dem die Bierkompetenz in der Schweizer Gastronomie erhöht werden soll. Zudem findet am 19. April 2012 erstmals der «Tag des Schweizer Bieres» statt, an dem Schweizer Bierkultur und Brauereitradition erlebbar sein sollen.


**Brauerei Falken In schwierigem Umfeld das Ergebnis gehalten**

Die Brauerei Falken AG weist für 2010/2011 einen Jahresgewinn von rund 329 000 Franken aus, wie der gestern veröffentlichten Einladung zur Generalversammlung der Aktionäre zu entnehmen ist. Damit konnte die hiesige Brauerei das Vorjahresergebnis trotz verschiedenen negativen Einflüssen auf dem Vorjahresniveau halten. «Auch wir haben natürlich unter der Frankenstärke und dem Import von Billigbier gelitten», sagt Geschäftsführer Markus Höfler auf Anfrage. Angesichts des harten Umfelds sei dies ein positives Ergebnis.

**Strategie beibehalten**
«Wir halten an unserer Strategie fest, wir wollen uns nicht über einen tiefen Preis profilieren. Stattdessen setzen wir auf Qualität und Dienstleistungen», so Höfler weiter. Auch an der hauptsächlichen Ausrichtung auf die Region soll sich nichts ändern. Neben den Bierimporten des Handels bekommt die Falken-Brauerei auch den Einkaufstourismus zu spüren, der statistisch nicht erfasst wird. «Dem gegenüber stehen aber eine grosse Loyalität der Schaffhauser zu regionalen Produkten sowie eine überdurchschnittliche Dichte gastronomischer Betriebe auf hohem Niveau», sagt Markus Höfler. (ple)

#Notizen zu Namen

12. November 2011 | Arnold Oechslin, der fast Vergessene

Schaffhauser Nachrichten, Region
Martin Schweizer

Für die in beschränkter Auflage vorab für die Mitglieder des Schweizerischen Ex Libris Club gedruckte Broschüre zeichnet Stadtbibliothekar René Specht verantwortlich, der sich bereits früher intensiv mit dem Schaffhauser Künstler (1885–1960) befasst hat. Dass das sorgfältig erstellte und mit einer Werkliste versehene Heft im Jubiläumsjahr der «Schaffhauser Nachrichten» erscheint, ist ein Zufall – ein bemerkenswerter: Arnold Oechslin ist verwandt mit Carl Oechslin (C. O.), Verleger und Chefredaktor dieser Zeitung bis 1971; einige der Radierungen, von denen ab den Kupferplatten jeweils bis 150 Abzüge gemacht wurden, beziehen sich auf ihn oder auf Angehörige der Familien Oechslin/Meier.
In der Jahresgabe des Ex Libris Club sind 60 und damit alle zurzeit noch auffindbaren Exlibris von Oechslin abgebildet. Ein Exlibris ist – oder war – ein speziell angefertigtes Blatt Papier auf der Innenseite des vorderen Buchdeckels, auf dem der Name des Bucheigentümers stand, verbunden oft mit einem allegorischen Motiv. Im Falle von Arnold Oechslin kann man sagen: Es sind bei ihm in der Regel humorvolle oder karikierende Exlibris mit persönlichem Touch. Meist entstanden die Blätter im Auftrag der hier ansässigen Buchbesitzer. Arnold Oechslin ist den Schaffhausern allerdings weniger geläufig als Exlibriskünstler denn als Gestalter von Wein- und Bieretiketten, Plakaten, Inseraten sowie von Wandmalereien wie im Schaffhauser Staatskeller. Und noch bekannter ist Oechslin für den Lappi-Mann am Schwabentor. Bei der Renovation des Schwabentors im Jahre 1933/35 entschied sich der Stadtrat aus vier Einsendungen für den Entwurf von Arnold Oechslin; der Bildhauer Martin Oechslin meisselte die Vorlage dann in Stein. Der nachgerade weltberühmte und beherzigenswerte Spruch «Lappi tue d’Auge uf» geht auf eine russische Inschrift zurück, die ursprünglich im 19. Jahrhundert auf dem Gut «Charlottenfels» angebracht wurde. Eingebunden in feste Strukturen, etwa die einer Werbeagentur, hätte sich Oechslin nach Ansicht von René Specht «möglicherweise zu einem bedeutenden Schweizer Grafiker der Zwischenkriegszeit entwickeln können.» Er brachte es auf dem Gebiet der Gestaltung zu «beachtlicher Meisterschaft», verstand sich aber eigentlich als Maler. Doch in dieser Disziplin reüssierte er nicht. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich weitgehend mit Gelegenheitsarbeiten, neben Etiketten etwa von Einladungskarten oder Karikaturen für Fasnachtszeitungen. Geboren wurde Arnold Oechslin 1885 in Schaffhausen als Sohn des Seilfabrikanten Carl Caspar Oechslin und der Anna Barbara Oechslin. Er war das achte von zwölf Kindern, von denen sechs früh starben. Arnold absolvierte eine Lehre als Bildhauer, liess sich danach an Akademien in Nürnberg und Berlin weiter ausbilden, in grafischen Techniken und in der Landschaftsmalerei. 1914 heiratete er in Berlin Albertine Wilhelmine Grundner. Sohn Albert Arnold (1914–1994) wurde bekannt als Bühnenbildner und nannte sich, zur Unterscheidung vom Vater, Ary. 1917 kehrte Arnold Oechslin nach Schaffhausen zurück, wohnte im Haus «zum Peyerhof» an der Vordergasse 43, unterrichtete Zeichnen an der Pestalozzischule und Modellieren an der Gewerbeschule. Zeitweise gehörte er dem Vorstand des Munotvereins an und war zuständig für Dekorationen. Im Dezember 1940 übersiedelte Oechslin nach Berlin und blieb dort mit kurzem Unterbruch bis Kriegsende. Warum er dort ausharrte, ist unklar. Als möglichen Beweggrund erwähnt Biograf Specht den Umstand, dass Sohn Ary damals an verschiedenen deutschen Theatern arbeitete und seine Frau in Berlin vermutlich Verwandte hatte. Naheliegend sind auch gewisse Sympathien zu Nazideutschland; die «Schaffhauser Nachrichten» widmeten Arnold Oechslin jedenfalls keinen Nachruf, obwohl Carl Oechslin, der damalige Besitzer und Chefredaktor der SN, sein Neffe war. Während der Künstler Arnold Oechslin zwischen den beiden Weltkriegen in Schaffhausen «gesellschaftlich gut verankert war», hat man seinen Weggang nach Deutschland offenbar nicht überall goutiert. Er wurde nach seiner Rückkehr 1946 in die alte Heimat einsam, seine künstlerische Arbeit litt. Bis zu seinem Tod im Herbst 1960 lebte Oechslin wieder in der Munotstadt, zuletzt im städtischen Altersheim. Laut Todesanzeige starb er «nach langem schweren Leiden.»

Die Jahresgabe kann man beziehen bei anna.stiefel@hispeed.ch.



**Arnold Oechslin Maler, Grafiker, Karikaturist Porträt**
Von Arnold Oechslin (1885–1960) sind kaum Aufnahmen bekannt, gut porträtierte aber Albert Merckling (1895–1958) den Künstler auf einer (undatierten) Zeichnung. Oechslin selbst konnte von seiner Malerei nicht leben, verdiente für sich und seine Familie den Lebensunterhalt vor allem mit Gebrauchsgrafik, wo er es zu einer allseits anerkannten Meisterschaft brachte.



Eduard Gubler, Chefredaktor bis 1927



Fritz Hartmeier, Hausarzt des Künstlers



Heinrich Meier, genannt «Rundum», als Jäger



Carl Oechslin (1916-1971), Verleger und Chefredaktor des «Intelligenzblattes»



Mimmi, Schwester des Künstlers



Bundesrichter Jakob Hablützel um 1930



Arnold Oechslin als Kunstmaler



Arnold Oechslin beherrschte wie kein Zweiter die Kunst der Etikettenmalerei



Vor allem in der Zwischenkriegszeit schuf Arnold Oechslin immer wieder Wein- und Bieretiketten. Es waren für ihn, der sich als Maler verstand, Gelegenheitsarbeiten



Das Museum zu Allerheiligen besitzt einige Ölbilder von Oechslin, umfangreicher sind Bestände der farbenfrohen und oft witzigen druckgrafischen Erzeugnisse



Eine leicht verwegene Etikette, entstanden mitten im Ersten Weltkrieg


Bilder zvg

#Allgemeines

10. November 2011 | Sex ist kein Tabuthema im Unterricht

Schaffhauser Nachrichten, Region
Silvia Krauer

Ende Oktober musste ein Gymnasiallehrer aus Zürich vor dem Bezirksgericht erscheinen, weil er seinen Schülern im Sprachunterricht durch seine Auswahl literarischer Werke Pornografie zugänglich gemacht haben soll. Der Fall wirft die Frage danach auf, welche Werke an den Schulen gelesen werden dürfen und wo die Grenzen liegen. Wie werden der literarische Kanon und die Themen, die im Sprachunterricht an Gymnasien behandelt werden, vorgegeben und kontrolliert?
In den meisten Kantonen bezieht sich der gymnasiale Lehrplan auf die Epochen der Literaturgeschichte, die vermittelt werden müssen, nicht aber auf die Auswahl der einzelnen Werke oder gar der Themen, die innerhalb eines Werkes besonders hervorgehoben werden sollen.

**Was soll man, was darf man lesen?**
So wird dies auch an der Kantonsschule Schaffhausen gehandhabt. Bei der Auswahl der Werke handle der jeweilige Sprachlehrer nach eigener Verantwortung, informiert Detlef Roth, Fachschaftsvorstand Deutsch an der Kantonsschule Schaffhausen. Roth erinnere sich nicht, dass seit seinem Stellenantritt als Lehrer vor fünf Jahren Beschwerden bezüglich des Umgangs mit sexuellen Thematiken in der behandelten Literatur eingegangen wären. Er selber ist der Meinung, dass das Thema der sexualisierten Gesellschaft, wie es sich in der Literatur der letzten zehn bis zwanzig Jahre spiegle, durchaus an der gymnasialen Oberstufe diskutiert werden könne. «Ob ein Lehrer dies jedoch tun will oder nicht, ist ihm freigestellt», ergänzt Roth, der diese Freiheit angemessen findet, denn «nicht jeder fühlt sich kompetent, im Unterricht Diskussionen über Themen wie Sexualität zu führen. Daher soll auch niemand dazu gezwungen werden, sich aufs Glatteis zu wagen.» Auch der Rektor der Kantonsschule, Urs Saxer, erinnert sich an keine diesbezüglichen Beschwerden in den letzten fünfzehn Jahren: «Der einzige Vorfall, der in diese Richtung geht, war eine Nachfrage von Eltern bezüglich des Vokabulars, das eine Französischlehrkraft als Vorbereitung für einen Sprachaufenthalt in Frankreich zusammengestellt hatte. Unter dem Passivwortschatz befanden sich einzelne obszöne Ausdrücke, deren Verständnis die Lehrkraft als nützlich beurteilt hatte.»

**Auch Schülerwünsche zählen**
«Bei der Themenwahl hat nicht nur der Lehrer viel Freiraum, sondern auch den Schülern wird häufig die Gelegenheit gegeben, mitzubestimmen, unter welchen Aspekten sie ein Buch lesen möchten», erklärt Roth. Der Haltung, dass ein literarisches Werk gerade von der Vielfalt an Bezügen lebe, würde sich wohl so mancher Sprachlehrer anschliessen. Als aktuelles Beispiel eines literarischen Werkes, in dem Sexualität ein zentrales, aber nicht das Kernthema bildet, nennt Roth den Roman «Der Vorleser» von Bernhard Schlink aus dem Jahr 1995, der an vielen Gymnasien bereits zum ungeschriebenen Kanon gehört und sich seit seiner Verfilmung im Jahr 2008 bei den Schülern noch grösserer Beliebtheit erfreut. Bis heute haben mehrere Generationen von Kantonsschülerinnen und -schülern diesen zum Klassiker avancierten Roman gelesen, trotz seiner sexuellen Thematik.

**Zielsetzung muss klar sein**
«Will ein Lehrer ein Buch wählen, das heikel sein könnte, wie zum Beispiel das Werk «Feuchtgebiete», muss er mir dieses nicht zur Kontrolle einreichen. Ich bin aber zur Stelle, falls sich Fragen oder Unsicherheiten ergeben», gibt Rektor Urs Saxer über die Situation an der Kantonsschule Schaffhausen Auskunft. «In jedem Fall ist es gut, wenn neue Bücher zuerst in der Fachschaft diskutiert werden und innerhalb des Teams Unterstützung finden», erklärt er den Usus an seiner Schule. Wichtig sei, dass die Zielsetzung klar sei: «Es soll von aussen nachvollziehbar sein, warum die Wahl gerade dieses Werkes das Erreichen der Lernziele fördert.»

**Sexualität nicht das einzige Thema**
Hinter der Frage nach Angemessenheit stehe diejenige der Verantwortung, findet Roth: «Wer soll heute für die Aufklärung verantwortlich sein, die Schule oder die Eltern?» Allerdings gibt es neben Sexualität noch viele andere heikle Themen, die im Unterricht zu schwierigen Situationen führen können. Saxer erinnert sich an einen Fall, wo eine Lehrkraft den Tod als Unterrichtsthema wählte, ohne zu wissen, dass eine Schülerin kurz zuvor eine enge Bezugsperson verloren hatte. Dies löste bei der Betroffenen Unsicherheit aus. Solche Schwierigkeiten sind bei der Wahl von Themen wie Abtreibung, Magersucht, Gewalt, Drogenkonsum oder eben Sexualität im Vornherein zu bedenken. «Der Lehrer muss eine solche Thematik ganz bewusst angehen», meint Roth.

#Aktivitas

31. Oktober 2011 | Flyer Quartalsprogramm Herbst

Der Flyer ist seit letzter Woche an der Kanti im Umlauf und als A2-Plakate aufgehängt.


#Allgemeines

28. Oktober 2011 | Kanti: Mehr Solarstrom

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(r.)

Die Solarstromanlage auf der Kantonsschule übertrifft die Erwartungen. In den ersten neun Monaten Betriebszeit hat sie rund 86 000 Kilowattstunden (kWh) Strom produziert, bei einem prognostizierten Jahresertrag von gut 75 000 kWh. Dies teilt das Baudepartement mit.
Neue erneuerbare Energien sollen bis 2017 mehr als 2000 Haushalte mit Strom versorgen. Damit die Sonne ihren Anteil übernehmen kann, hat der Regierungsrat Anfang des Jahres das Impulsprogramm Solarenergie lanciert. Es umfasst vier Massnahmen, von welchen eine die Vorbildrolle des Kantons bildet. Ein Beispiel hat der Kanton zum Start des Programms bereits umgesetzt: die Solarstromanlage auf der Kantonsschule. Sie ist seit Anfang 2011 in Betrieb. Der erzeugte Strom wird in erster Linie für den Eigenbedarf der Kanti eingesetzt. Dabei werden über 15 Prozent des Stromverbrauchs abgedeckt.

#Notizen zu Namen

11. Oktober 2011 | Der Rugbyclub Schaffhausen kann zuversichtlich in die Zukunft blicken

Schaffhauser Nachrichten, Sport
pd

Rugby ist ein faszinierender Sport. Davon konnten sich die Zuschauer, die am Samstag den schlechten äusseren Bedingungen trotzten, überzeugen lassen. Was für die Zuschauer als eher unangenehmes Wetter empfunden wurde, war aber perfektes Rugbywetter. Der Boden auf dem Sportplatz Schlauch in Wiechs am Randen war leicht aufgeweicht. Beste Voraussetzungen also für das körperbetonte Spiel der Schaffhauser. Nach Monaten harter Arbeit scheint es den Verantwortlichen gelungen zu sein, in Schaffhausen eine schlagkräftige Rugby-Mannschaft auf die Beine zu stellen. Trotz der Unerfahrenheit und des zum Teil jugendlichen Alters einiger Spieler hat Schaffhausen eine durchweg konkurrenzfähige Mannschaft.
Im Spiel gegen Zürich konnten die Schaffhauser Rugbyspieler sodann auch von Beginn weg mithalten. Schaffhausen zeigte wiederum ein beherztes Spiel. Zürich musste bald feststellen, dass ihm ein hartes Stück Arbeit bevorstehen und ein Sieg gegen die Neulinge nicht leichtfallen würde. Trotz teilweise drückender Überlegenheit gelang es des Zürchern nicht, die Verteidigung der Schaffhauser zu durchbrechen. Man spürte die wachsende Nervosität bei den Zürchern, was sich immer wieder in verbalen Auseinandersetzungen in ihren Reihen zeigte. Kurz vor der 10. Minute konnten die Gäste aber ihr erstes Try verzeichnen. Das gab ihnen die nötige Ruhe, um die Schaffhauser weiter unter Druck zu setzen. Verteidigen ist im Rugby ein Kraftakt. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die Heimmannschaft zusehends müde wirkte. Zürich kam dadurch zu weiteren Punkten. Schaffhausen glänzte aber immer wieder mit schönen Angriffen. Am Schluss stand es 29:7. Die Schaffhauser können mit ihrer Leistung gegen ein etabliertes Team wie Zürich aber durchaus zufrieden sein.
Nach dem Zweitrundensieg gegen Bern verzeichneten die Schaffhauser damit die zweite Niederlage in Folge. Trotzdem ist die Zuversicht gross, dass in dieser Saison noch Siege folgen werden. Auch hält Coach Nick Wragg am Ziel fest, in zwei Jahren in die nächsthöhere Liga aufsteigen zu wollen.


1. Liga Osta RC Schaffhausen – RU Zürich 7:29.. -1x Try durch Luca Cristina; lx Conversion durch )ason Raynolds. – RCS mit: Eichenberger, Wragg, Eisenring, Tobler, Cristina, Häggi, Renolds, Kradolfer (2x), Furrer, Zeindler, Arm, Formica, Knaus, Hess, Kuhn, Tasovac, Weber. – Weitere Partien: Baar Panth. RFC – RC Solothurn 17:5. Rugby Bombers Zug – RC Bern 2 28:39. – Rangliste: 1. Baar 19.2. Zürich 10.3. Bern 7.4. Heugümpers 5.5. Solothurn 5.6. Schaffhausen 5.7. Zug 0.


#Allgemeines

8. Oktober 2011 | Vertretbarer Aufwand

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

Man ist mit einem blauen Auge davongekommen: Es war nur ein Fehlalarm, als am 19. September ein bewaffneter Mann in der Nähe der Kantonsschule gesichtet wurde. Beim Vorfall wurden Sicherheitsmängel an der Kanti offenbar, die teilweise schon länger bekannt waren: Ein Teil der Zimmertüren ist nicht abschliessbar, die Lautsprecheranlage funktioniert nicht überall – besonders im erst vor wenigen Jahren erstellten Neubau muss in diesem Punkt von Fehlplanung gesprochen werden. Das soll nun behoben werden. Angesichts dessen, dass im Jahr 2011 Geld auch für weniger dringliche Belange wie eine Solaranlage oder die Fassadensanierung – beides bei der Kanti – ausgegeben wurde, dürfte einer raschen Umsetzung dieser einfachen Massnahmen nichts entgegenstehen. Dass die Probleme den Verantwortlichen schon deutlich länger bekannt waren und trotzdem zugewartet wurde, erstaunt: Eine Alarmierungsmöglichkeit via Lautsprecher dürfte kaum ein längeres Abwägen erfordern. In der lancierten Petition wird verlangt, dass die Probleme bis Ende Jahr gelöst werden sollen, die Schulleitung will dies in den Sportferien erledigen lassen. Auf diese 28 Tage – so viel Zeit liegt zwischen dem Jahresende und dem Beginn der Sportferien – kommt es nicht an. Sinnvollerweise stellt man im Zusammenhang mit Sicherheitsmassnahmen immer wieder die Frage nach dem Nutzen. Längst ist klar, dass Unfälle und Gewaltverbrechen sich nie ganz werden verhindern lassen. Deshalb kann man nicht völlig auf Sicherheitsmassnahmen verzichten, sondern es gilt ein vernünftiges Verhältnis von Aufwand zu Ertrag zu wahren. Eine Lautsprecheranlage für eine Schule, in der sich über 700 Schüler aufhalten, und ein paar Türschlösser sind auch unter diesem Aspekt ein vertretbarer Aufwand.

#Allgemeines

7. Oktober 2011 | Sicherheitsmängel schon länger bekannt

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

Als der 23-jährige bewaffnete Mann am 19. September festgenommen war und fest stand, dass es sich nicht um einen Amoklauf gehandelt hat, ging ein Aufatmen durch die Kantonsschule. Insgesamt, so das Fazit des Prorektors, sei alles gut abgelaufen, zudem wurde angekündigt, dass Lücken im Alarmierungssystem – etwa die Verschliessbarkeit der Zimmer und die Instandsetzung der Audioanlage für die Warndurchsagen – geschlossen werden können.
Eine Überraschung seien die Lücken indes nicht gewesen, vielmehr hätten die Verantwortlichen von Schulleitung, Erziehungsdepartement und Hochbauamt bereits seit Jahren Kenntnis dieser Mängel: Das ist der Petition «Taten statt Worte! – Eine Petition für mehr Sicherheit an der Kantonsschule Schaffhausen» zu entnehmen, die im Nachgang des Vorfalls von Lehrerinnen und Lehrern der Kantonsschule lanciert wurde und bei Lehrern, Schülern und Eltern zirkulierte. Gemäss Petitionstext haben im Rahmen einer Lehrerkonferenz im Juni 2009 Vertreter der Schaffhauser Polizei ein Referat zum Thema «Sicherheit und Notfälle» gehalten und dabei die Sicherheitsmängel aufgezeigt. Ebenso seien Verbesserungen angekündigt worden. Und: «Auch interne Testläufe zeigten die Mängel in aller Deutlichkeit auf!»

**Viermal Handlungsbedarf**
Die Petitionskommission, in der fast jede Fachschaft mit mindestens einer Lehrperson vertreten ist, legt auch eine vier Punkte umfassende Mängelliste vor: Die Mehrheit der Lehrpersonen hätten ihre Zimmertüren nicht abschliessen können, weil die Schlüssel nicht gepasst hätten. Zweitens wären die Durchsagen im Ergänzungsbau nicht zu hören gewesen, weshalb ein Schulleitungsmitglied die Warnung von Zimmer zu Zimmer gehend verbreiten musste. Dieser Mangel wird auch in Punkt drei angesprochen: Noch immer verfüge nicht jedes Schulzimmer über eine funktionierende Lautsprecheranlage. Und schliesslich sei erst kürzlich eingestellten Lehrern das verwendete Amok-Codewort gar nicht bekannt gewesen, weshalb sie von einem «technischen Defekt» im Wortsinn ausgegangen seien.

**750 Unterschriften in einer Woche**
Die 16 Mitglieder des Petitionskomitees stehen mit ihren Forderungen offenbar nicht alleine da: In knapp einer Woche sind über 750 Unterschriften von Schülern, Eltern und Lehrpersonen zusammengekommen, wie ein Mitglied der Petitionskommission gegenüber den SN erklärt. Die Erwartungen werden klar formuliert: Die Verantwortlichen sollen die Behebung der «Missstände, die das Leben und die Sicherheit der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter gefährden» nicht aufschieben, sondern diese bis Ende des Jahres beheben. Man sei sich, so steht es in der Petition, bewusst, dass mit den angetönten Veränderungen Amokläufe zwar nicht verhindert, aber doch Menschenleben gerettet werden könnten. Nach den Ferien will die Kommission beschliessen, an wen nebst der Schulleitung die Petition überwiesen wird. Bei der Schulleitung stossen die Anliegen der Petenten nicht auf taube Ohren, wie Prorektor Pasquale Comi, der den Inhalt der Petition kennt, auf Anfrage der SN erklärt: «Ich habe Verständnis für die Forderungen», sagt Comi, der während des Alarms selber nachgeschaut hat, ob auch keine Schüler mehr auf dem Areal unterwegs sind. Aber: «Die Petition ist in erster Linie gut gemeint, notwendig war sie nicht mehr, weil wir schon vorher reagiert haben», sagt Comi. Bereits anlässlich der Konferenz, die am Abend des 19. Septembers stattgefunden hat, seien die Lehrpersonen, die den Alarm nicht hören konnten, aufgefordert worden, sich bei der Schulleitung zu melden und ihren jeweiligen Aufenthaltsort zur Alarmzeit anzugeben. Am Tag darauf wurde die Liste an der Schulleitungssitzung behandelt und ein Treffen mit Vertretern des Baudepartementes und der Schaffhauser Polizei am folgenden Montag angekündigt. Ziel des Treffens sei die Behebung der baulichen Unzulänglichkeiten im Zusammenhang mit dem Sicherheitskonzept. Am Mittwoch, also erst am Tag nach dieser Ankündigung, seien die Petitionsbögen aufgelegt worden, wie Comi betont. Die angekündigte Sitzung hat inzwischen stattgefunden und es wurde beschlossen, in den nächsten drei Wochen ein Detailkonzept zu erarbeiten und die nötigen Tests durchzuführen. Comi bestätigt, dass ein Teil der Probleme bereits seit 2009 bekannt waren: «Wir wussten von einer Evakuationsübung, dass Durchsagen über die auf dem Gang angebrachten Lautsprecher in den Zimmern praktisch nicht zu hören sind.» Konkret betroffen davon war etwa der neuste Teil der Schulanlage, der Ergänzungstrakt mit der Mensa. Als Folge des vermeintlichen Amoklaufs werden jetzt im Rahmen des Einbaus einer Wireless-Internet-Anlage auch gleich die nötigen Kabel für die Installation von Lautsprechern eingezogen, wie ein Augenschein vor Ort gestern zeigte. Auch die bisher mangelhafte Abschliessbarkeit der Schulzimmer war schon seit 2010 bekannt: «Nicht alle Lehrer verfügen über einen Schlüssel, um die verschiedenen Zimmer, in denen sie unterrichten, abzuschliessen», sagt Comi.

**Einheitliche Standards abwarten**
Wieso aber hat man offensichtliche Mängel nicht schon früher behoben? Gemäss dem Prorektor ist das darauf zurückzuführen, dass man in dieser Frage vonseiten des Hochbauamtes einheitliche Standards für alle kantonalen Schulen definieren wollte und dabei noch das Vorgehen anderer Kantone wie etwa Zürich abwarten wollte. «Das führte zur Verzögerung, die Behebung der Mängel war vom Hochbauamt für das Jahr 2012 vorgesehen», sagt Comi. Bildungsdirektor Christian Amsler weilt derzeit in den Ferien: «So lange ich den genauen Inhalt der Petition nicht kenne, kann ich mich dazu auch nicht äussern.» Er ist überzeugt, dass man man sich im Nachgang des Amoklaufs von Winnenden beim Erziehungsdepartement die nötigen Gedanken gemacht hat. Amsler: «Es ist möglich, dass wir die bauliche Seite nochmals anschauen müssen.»

**Kaum noch in diesem Jahr**
In den Sportferien 2012 soll nun die Lautsprecheranlage abschliessend angepasst und wo nötig sollen Verriegelungsvorrichtungen auf der Innenseite der Türen montiert werden, die ohne Schlüssel bedient werden können. Die Forderung der Petenten, die eine Umsetzung sämtlicher Massnahmen noch in diesem Jahr verlangen, kann kaum erfüllt werden: Zuerst müsse die Regierung die nötigen Ausgaben bewilligen, dann würden die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben. Comi: «Und weil während der Schulzeit nicht gebaut werden kann, muss das in den Sportferien geschehen – das ist der schnellstmögliche Termin.»


**Augenzeugen Wie Kantischüler den Alarm erlebt haben**

Hört man sich bei Kantonsschülern um, die den Fehlalarm vom 19. September erlebt haben, so wird der Eindruck gestützt, das nicht alles wie geplant lief. Schüler Reto beispielsweise sagt, nur gerade eine Klasse sei nicht an den Pulten sitzen geblieben, schon gar nicht sei man unter die Tische gesessen. Im Ernstfall wäre die Schule nicht gerüstet gewesen – so sein Fazit. Thomas sagt, dass bei seiner Klasse die Türen nach der Durchsage abgeschlossen worden seien, der Unterricht aber normal weitergeführt worden sei. Es sei, so seine Einschätzung, nicht alles optimal gelaufen. Jasmin findet, dass gut reagiert worden sei, Annika hingegen erklärt auf Anfrage der SN: «In unserem Zimmer hörte niemand den Alarm und wir erfuhren erst nach Schulschluss von der ganzen Sache.» Berichtet wird überdies von Fällen, in denen Schüler und Lehrer auf dem Gang unterwegs waren, um herauszufinden, was genau los sei. (cco/rob)

#Allgemeines

5. Oktober 2011 | Wussten Sie schon…

Schaffhauser Nachrichten, Service
(mha.)

Schon im Mittelalter galten alkoholische Getränke als etwas Mystisches. Viele Menschen konnten sich damals nicht erklären, wie der berauschende Effekt zustande kam. Oft vermutete man dahinter den Einfluss einer Gottheit.
Nicht selten wurde Alkohol zu rituellen und religiösen Anlässen getrunken. In Griechenland waren insbesondere die Symposien, eine Art Trinkgelage, bei denen man philosophische Gespräche führte, sehr beliebt. Der Rausch galt damals als Erkenntnis fördernd. Gleichwohl unterlag der Alkoholkonsum in der Antike in der Regel einer strengen sozialen Kontrolle. In Athen wachte auch die Obrigkeit darüber, wann und wie viel Alkohol getrunken wurde. Ähnliches galt auch für die Menschen im alten Rom, wobei der Senat recht häufig gegen ausschweifende Trinkorgien durchgreifen musste. Frauen war übrigens im alten Rom der Alkoholkonsum gänzlich verboten.
Während sich die Griechen und die Römer vorwiegend mit Wein berauschten, hielten sich die Germanen lieber an Met und Bier. Diese Getränke hatten auch eine stark kultische Bedeutung. Mit ihnen ehrte man unter anderem den Gott Odin. Wichtige Beschlüsse wurden von den Germanen nur im berauschten Zustand getroffen, wobei Trinkzwang herrschte. Es sollte schliesslich niemand einen Vorteil aus dem Rausch der anderen ziehen können.
Auch im Mittelalter gehörte der Alkohol zum täglichen Leben. Zwar verurteilte die Kirche übermässige Trunkenheit als heidnisches Laster. Die damals überwiegend schlechte Qualität des Trinkwassers führte jedoch dazu, dass sich das Volk lieber an Wein und Bier hielt. Selbst Kindern wurden in der Regel mit Wasser verdünnte alkoholische Getränke verabreicht, wenn keine Milch zur Verfügung stand. Ein Quantum von 2 bis 3 Litern Wein dürfte auch im alten Schaffhausen bei erwachsenen Personen keine Seltenheit gewesen sein. Allerdings hatte beispielsweise der Weisswein damals kaum mehr als 6 bis 8 Volumenprozente. Und dennoch: Weil Alkohol praktisch rund um die Uhr getrunken wurde, führte das bei den meisten Menschen von damals zu einer Art Dauerbeschwipstheit. Zu Exzessen kam es in mittelalterlicher Zeit vor allem auch durch die Unsitte des Zutrinkens, welche bei jungen Leuten und Landsknechten sehr beliebt war. Wem in einer Wirtschaft zugetrunken wurde, musste in der Regel mit dem gleichen Quantum nachsteigen, wenn er nicht eine Prügelei riskieren wollte.
Mit der Reformation gab es dann auch in unserer Stadt zunehmend strengere Gesetze gegen den übermässigen Alkoholkonsum. Ihr tägliches Quantum Wein liessen sich aber die meisten Schaffhauser – Erwachsene wie Kinder – bis weit ins 19. Jahrhundert hinein nicht nehmen.

#Allgemeines

1. Oktober 2011 | Ein Finale mit Powerpoint

Schaffhauser Nachrichten, Region
Mark Liebenberg

In Teams von fünf Leuten hatten die rund 100 Kantons- und Berufsschüler während einer Woche Kurse zu unternehmerischen Aspekten besucht und ein fingiertes Unternehmen vorangebracht, das mit Hilfe einer computergestützten Unternehmenssimulation und mit konkreten Entscheidungen auf verschiedenen Führungsebenen auf die Erfolgskurve gebracht werden musste. Am Freitag galt es dann ernst: Die Ergebnisse der Geschäftstätigkeit, der Erfolg und die zukünftige Strategie mussten an einer fingierten Generalversammlung den Aktionären schmackhaft und überzeugend dargelegt werden.

**Simulierte Unternehmensführung**
So legte vor dem Plenum auch die Forma «Deep Divers» Rechenschaft ab. Sie produziert seit 14 Jahren Kopfhörer – was sie mit dem packenden Slogan «Dive into your world of music» verdeutlicht. CEO Matthias referiert gekonnt über die Grundstrategie, die Ziele und die Leitsätze. Zudem sind im zurückliegenden Jahr schwere Gewinneinbussen zu verzeichnen gewesen, was ein etwas verlegener CFO Sven dem Aktionariat erklären musste: «Tut mir leid», so der Finanzchef über die geringeren Dividendenzahlungen. «Wie der Phönix aus der Asche» sei das Unternehmen aber wieder in die Gewinnkurve eingebogen. Wie man merkt, legen die Schüler ein grosses Augenmerk auf die Situation der Arbeitnehmenden. So berichtet Judith vom Human Resources Management von einer erfreulichen Lohnentwicklung und attraktiven Weiterbildungen. Johanna gibt sodann kompetent zu Forschung und Entwicklung des Unternehmens sowie zur Anlagenentwicklung Bescheid und abschliessend gibt Mia eine Übersicht über das Marketing der Kopfhörerfirma. Auch sie tut dies sattelfest. Wie es scheint, haben die Schüler die Materie verstanden und somit wichtige Grundbegriffe der Betriebsökonomie verinnerlicht. Fast schon mit Pathos in der Stimme verbreitet der CEO nochmals gute Stimmung und legt die Schwerpnkte und konkreten Ziele des Unternehmens dar. Das Auditorium war entzückt und spendete Applaus. Unter den Zuhörenden waren auch Regierungsrat Christian Amsler und Vertreter des Erziehungsdepartements, der Industrie- & Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen, der Ernst-Schmidheiny-Stiftung und der Kantonsschule – jene Institutionen, die die traditionelle Wirtschaftswoche mittragen.

#Allgemeines

21. September 2011 | Polizei hat Festgenommenen freigelassen

Schaffhauser Nachrichten
(zge/ek)

Der Mann, der am Montag bei einem Grosseinsatz in Schaffhausen von der Polizei gefasst wurde, ist wieder frei. Wie Polizeisprecher Patrick Caprez gestern erklärte, sei keine Bedrohung von dem 23-Jährigen ausgegangen. Passanten hatten gemeldet, dass der Mann mit einer Waffe in Richtung Kantonsschule gehe. Die Polizei löste darauf in mehreren Schulen Amokalarm aus und postierte Polizisten. Bei der Festnahme stellte sich heraus, dass der Mann eine Schreckschusspistole, einen Schlagstock und einen Pfefferspray auf sich trug. Eine Verbindung zur Schule habe aber nicht bestanden, sagte Caprez. Der Mann wird nun wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz verzeigt.
Der Zwischenfall offenbarte Lücken im Alarmierungssystem der Kantonsschule. So konnte etwa die Durchsage, dass Schüler und Lehrer in den Zimmern bleiben sollten, nicht überall gehört werden. Nun sollten die Konsequenzen gezogen werden, sagte Prorektor Pasquale Comi: «Die Verschliessbarkeit der Zimmer soll verbessert und die Audioanlage à jour gebracht werden.»

#Allgemeines

20. September 2011 | Amok-Alarm in Schaffhausen: Bewaffneter bei Schulhaus verhaftet

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Ein 23-jähriger Schweizer hat gestern Nachmittag die Polizei und die Schulen in Atem gehalten. Um 14.15 Uhr geht bei der Polizei laut Mediensprecher Patrick Caprez die Meldung ein, dass bei der Bushaltestelle Frohberg ein Mann mit einer Schusswaffe hantiert habe und jetzt in Richtung Schulhäuser unterwegs sei. Die Polizei rückt sofort aus und zieht ein grosszügiges Dispositiv auf. Die Schulhäuser Emmersberg und Gelbhausgarten, das Bachschulhaus und die Kantonsschule sowie das Berufsbildungszentrum werden in Alarmzustand versetzt. In den Schulhäusern werden Polizisten postiert. «Die Schüler und die Lehrer mussten in den Zimmern bleiben, die Türen wurden abgeschlossen», erzählt Pasquale Comi, stellvertretender Rektor der Kantonsschule, «Hektik gab es aber keine.»

**Absichten unklar**
Um etwa 15 Uhr lässt sich der Mann widerstandslos unterhalb der Kantitreppe von der Polizei festnehmen. Kurz danach gibt es in den Schulhäusern Entwarnung. Wie Polizeisprecher Patrick Caprez sagte, trug der Mann bei der Verhaftung eine Schreckschusspistole auf sich, die sich optisch nicht von einer wirklichen Pistole unterschied. Weiter hatte er einen Teleskopschlagstock und einen Pfefferspray dabei. Noch ist unklar, warum der Mann diese Gegenstände bei sich hatte und was seine genauen Absichten waren. Laut Polizeiangaben bleibt der Mann vorläufig in Gewahrsam. Die Lehrerinnen und Lehrer der Kantonsschule wurden laut Comi gestern Abend um 17.15 Uhr über den Vorfall informiert, heute Dienstag erfahren die Schülerinnen und Schüler der Kanti mehr.

#Allgemeines

5. September 2011 | Die Meister des Schweizer Biers in Schaffhausen

Schaffhauser Nachrichten
Nora Cetin

Was braucht es, um ein gutes Bier zu brauen? Erstens: Gerstenmalz oder andere stärkehaltige Rohstoffe, vor allem Getreide wie Weizen, Roggen, Mais, Reis, Hafer, Dinkel oder Emmer, aber auch Zutaten wie Kastanien oder Datteln eignen sich. Zweitens braucht man Hopfen. Er sorgt nicht nur durch seine edlen Aroma-, Bitter- und Gerbstoffe für den angenehm bitteren Geschmack eines Bieres, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf die Haltbarkeit und die Schaumbildung des Getränks.
Entscheidend ist drittens für ein gutes Bier: Wasser. Für helles Bier wird im Normalfall weiches Wasser eingesetzt, für dunkle Biere kann auch härteres Wasser verwendet werden. Und viertens wäre da noch die Hefe. Sie hat wesentlichen Anteil am Charakter und Geschmack eines Bieres. All diese Inhaltsstoffe braucht es, um ein gutes Bier zu brauen. Aber all diese Zutaten wären verschwendet, wäre Hopfen und Malz verloren, wenn es da nicht den Braumeister geben würde, der mit diesen Zutaten zu arbeiten weiss. Um ein gutes Bier zu brauen, braucht es einen guten, einen erfahrenen Braumeister.

**Lebenselixier Bier**
Von überall aus der Schweiz waren die Mitglieder der Schweizerischen Braumeistervereinigung, wie schon im Gründungsjahr 1909, in Schaffhausen zusammengekommen. Nach einem vielfältigen Programm am Nachmittag, organisiert vom Gastgeber, der FalkenBrauerei AG, wurden die Braumeister und Braumeisterinnen am Abend offiziell in Schaffhausen begrüsst. Regierungsrat Reto Dubach würdigte das Bier mit einem kurzen Reim: «Bier, glaube mir, ist ein Lebenselixier.» Stadtpräsident Thomas Feurer lobte das Bier als perfektes Lebensmittel mit grosser handwerklicher Tradition, die nicht verloren gehen dürfe, und die Brauerei Falken als Vorzeigebetrieb der Region. Die längste Rede des Abends war jedoch nicht ein Loblied auf Schaffhausen oder auf das Bier, sondern eine Laudatio für einen ganz besonderen Braumeister. Jeder, der in den letzten 28 Jahren ein Bier aus der Falken Brauerei getrunken hat, hat seine Geschmacksnerven diesem Mann anvertraut: Oskar Dommen.

**Bis nach Afrika …**
Der Laudator Alfred Bucher, ehemaliger Technischer Direktor von Feldschlösschen und langjähriger Freund von Dommen, legte dem Laureaten nahe, ein Buch über sein Leben zu schreiben. Möglicher Titel: «I had a dream … to become a brewmaster». Dieser Traum hat sich für Oskar Dommen erfüllt und ihn, sogar mehrere Male, bis nach Afrika geführt, wo er etwa in Swasiland oder Gambia als Braumeister tätig war. Neben der Leidenschaft fürs Bier hat Oskar noch eine weitere, über die ein Buch geschrieben werden könnte: Triathlon. Laudator Bucher hatte auch für dieses Werk bereits einen Titel ersonnen: «Mit Hopfen und mit Malz im Blut läuft Oskar immer gut». Als Braumeister wählt Dommen die Rohstoffe sorgfältig aus, stimmt die Rezepturen behutsam ab und stellt eine exakte Steuerung der Brauvorgänge sicher. «Dank seiner Erfahrung und Begeisterung braute er Bier, über dessen Geschmack und Qualität man nichts weiter zu sagen braucht», so Bucher. Er übergebe seinem Nachfolger (Uwe Siegrist) Ende des Jahres eine intakte Brauerei auf dem neusten Stand der Technik. Zeit für ein gutes Bier hat Oskar Dommen in Zukunft noch mehr, vielleicht schafft er es dann auch, seinen Kaffe endlich einmal heiss zu geniessen: «Den Znüni-Kaffi lass ich nämlich immer irgendwo stehen und vergesse ihn, bis er kalt ist», sagt Dommen.



Oskar Dommen, Braumeister der Falken Brauerei, im Kreise seiner Berufskollegen.
Bild Nora Cetin

#Alt-Scaphusia

31. August 2011 | Hanspeter Fischer olim Öpfel

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Hanspeter Fischer olim Öpfel
Dr. iur.
Generation 1942

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 28. September 2011 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

30. August 2011 | Achtung Bier – jetzt kommen die Frauen!

Coopzeitung Nr. 35 vom 30. August 2011
Bettina Ullmann

*Coopzeitung: Warum wird eine Frau
Biersommelière?*
Gaby Gerber: Ich trinke natürlich selbst gerne Bier. Ich beobachte, dass es vielen Frauen genauso geht wie mir und es wird immer selbstverständlicher, dass Frauen Bier trinken. Die Frauen meiner Generation sind selbstbewusster geworden. Diese Frauen möchte ich über meineTätigkeit erreichen.Meine Ausbildung zur Biersommelière war für mich aber nicht in erster Linie eine Frage von Geschlechterklischees. Die Ausbildung zur Biersommelière hat mich einfach fachlich interessiert.

*Aber das Bierimage ist natürlich sehr männlich.*
Ganz klar. Dabei waren es ganz früher einmal die Frauen, die das Bier gebraut haben. Weil Bier historisch gesehen ein Nebenprodukt der Brotbäckerei war. Heute ist die Branche mehrheitlich in Männerhand.

*Spüren Sie das?*
Ich muss zum Beispiel manchmal erklären, warum mir Bier schmeckt. In der Brauerei Feldschlösschen verkosten wir in einem Team von 19 Leuten täglich verschiedene Biere. Unter diesen Personen sind fünfweibliche Mitarbeiterinnen.

*Gibt es denn einen Unterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Biergenuss?*
Grundsätzlich sind Frauen zum Beispiel probierfreudiger als Männer. Das gefällt mir.

*Warum?*
Ich würde gerne allen Bierliebhabern, Frauen wie Männern, vermitteln, dass Bier nicht gleich Bier ist. Wenn wir im Restaurant einenWein bestellen, sagen wir ja auch nicht, «einen Wein bitte!» – sondern wir bestellen einen ganz bestimmten Wein. Die Unterschiede zwischen einem obergärigenWeizenbier, einem Lager, einem süffigen alkolholfreien und so weiter, sind so gross, dass wir von dieser grossen Biervielfalt auch profitieren sollten. Ein Biersommelier in guten Restaurants könnte genauso selbstverständlich sein wie ein Weinsommelier. Das wäre mein Ziel.

*Welche Biere schmecken denn vor allem den Frauen?*
Die Wahrnehmung des Biergeschmacks ist nach meiner Erfahrung nicht gleich wie bei Männern. Viele Frauen mögen keinen ausgeprägten «bierigen» Geschmack, sondern trinken gerne milde oder liebliche Biere. Das kann aber nicht allein an der Bitterkeit liegen. Denn Bitter Lemonund Campari werden auch von Frauen gerne getrunken. Grundsätzlich schmecken Frauen empfindlicher als Männer. Auch unser Eve ist so entstanden.Während der Entwicklungsphase sagte unser Chef, daran lasse er nur Frauen, und so war es. Das Eve wurde ausschliesslich von Frauen entwickelt.

*Welche Biersorten empfehlen Sie zu welchem Essen?*
Ein Amber passt gut zum Essen. Aber natürlich ist relevant, was genau aufgetischt wird. Zu einem hellen Gericht wie Fisch beispielsweise passt auch ein helles Bier. Zu Brot oder einem Wildgericht serviere ich gerne ein Amber oder ein dunkles Bier, zu einem Dessert passt eher ein herbes, helles Spezbier. Wenn man an einem Abend verschiedene Biere nacheinander trinkt, gilt die Regel: vom alkoholarmen zum alkoholhaltigen, vomweniger süssen zum süsseren, vom wenig vollmundigen zum vollmundigen Bier steigern.


**Die Biergeschichte ist auch weiblich**
Man weiss sicher, dass es im alten Ägypten neben Bäckereien auch Brauereien gab. Und das bereits vor rund 5500 Jahren! Frauen waren am Biergenuss durchaus beteiligt und ein bierähnlicher, aus Brotteig gegorener Trank avancierte damals zum Nationalgetränk. Lange Zeit war das Bierbrauen in Frauenhand, unter anderem, weil es so eng mit dem Brotbacken verbunden war. 1358 hiess eine der sieben Brauereien in Strassburg «Zur Bierfrouwen». 1439 gab es in Oxford mehr Frauen als Männer im Braugewerbe. Dann wurden sie jedoch bald aus diesen Berufen vertrieben. Ob Frauen Alkohol trinken durften, war gesellschaftlich nicht immer gleich legitim. Dennoch haben sich die Frauen wahrscheinlich zu keinem


**Gaby Gerber: Die Bierexpertin**
Gaby Gerber (39) wuchs in einem von Frauen geführten KMU auf, das Edelbrände herstellt. Sie ist heute nicht nur Fachfrau für Bier, sondern auch Jurymitglied der Destillata, der grössten internationalen Edelbrandverkostung. Seit 14 Jahren ist sie bei der Brauerei Feldschlösschen angestellt. Ihre Ausbildung zur Biersommelière machte sie an der Brauakademie Doemens (D), diese beinhaltete unter anderem 100 Unterrichtseinheiten und 140 Bierproben. Gaby Gerber ist bei Feldschlösschen zuständig für das Standortmarketing der Brauerei in Rheinfelden.

Umfrage: Trinken Sie gerne Bier?

#Allgemeines

28. August 2011 | Züri-Hell-Bier: Herkunft dunkel

Saldo, 28. August 2011
Thomas Lattmann

Das Bier für Zürich», bewirbt der Verein Züri-Hell sein Bier. Die Etikette auf der Flasche zeigt das nächtlich erleuchtete Grossmünster und das Reiterdenkmal von Hans Waldmann. Züri-Hell gibt sich als Stadtzürcher Bier aus. Abgesehen vom Namen auf der Etikette hat es mit der grössten Schweizer Stadt aber nichts gemeinsam: Denn Züri-Hell wird von der Brauerei Sonnenbräu in Rebstein SG hergestellt. Gemäss Claudia Graf, Geschäftsleitungsmitglied von Sonnenbräu, ist Züri-Hell praktisch identisch mit dem hauseigenen Maisbier.

**Heineken und Carlsberg geben in der Schweiz den Ton an**
Nach der Übernahme und Schliessung zahlreicher Brauereien dominieren in der Schweiz zwei internationale Bierkonzerne: Heineken aus Holland und Carlsberg aus Dänemark. Die beiden Riesen beherrschen rund zwei Drittel des Schweizer Biermarkts. Als Gegenbewegung zu den Einheitsbieren der beiden marktführenden Unternehmen sind in den letzten Jahren zahlreiche Kleinbrauereien entstanden. Die Kleinen wollen sich mit Kundenemotionen, Brautradition, Spezialitäten und Lokalkolorit gegen die Grossen behaupten. Mit ihrer angeblichen Einzigartigkeit rechtfertigen sie den meist höheren Preis für ihre Biere.
Auch Coop hat den Trend zu lokalen Bieren erkannt. Je nach Verkaufsregion befinden sich unterschiedliche Biere im Angebot des Grossverteilers. Über 115 lokale und regionale Biere umfasst das Sortiment.

**Einige Kleinbrauereien gibt es in Wirklichkeit gar nicht**
Züri-Hell ist kein Einzelfall: So lokal verwurzelt und einzigartig sind die Biere vieler Kleinbrauereien nicht – wenngleich der Name und die Werbung etwas anderes verheissen. Einige Brauereien existieren sogar nur auf dem Papier. Deren Biere werden auswärts gebraut. Hier drei Beispiele:

*Brauerei Aare in Bargen BE:*
Sie bedient verschiedene Regionen mit «lokalem» Bier. Die 2006 im Berner Seeland eröffnete Brauerei produziert Lozärner Bier, Churer Stadtbier sowie Goldküstenbräu und Oberländerbräu (Zürcher Oberland). Geschäftsführer Cesare Gallina sagt, dass alle Biere nach den Rezepturen der Auftraggeber produziert würden. Philippe Corbat, einer der besten Bierkenner des Landes und regelmässiges Jury-Mitglied beim Wettbewerb Schweizer Bier des Jahres, bezweifelt dies. Beim Blindtest konnte er keinerlei Unterschiede feststellen zwischen dem Kellerfrisch der Aare-Bier-Brauerei und den Fremdmarken Lozärner Bier und Goldküstenbräu. Gallina habe diesen Sachverhalt ihm gegenüber bestätigt, sagt Corbat.

*Brauerei Locher in Appenzell:*
Diese Brauerei liefert ein weiteres Beispiel von Fremdbrauen. Die Marke Em Basler sy Bier stammt nicht etwa aus einem Sudtopf von den Ufern des Rheins, sondern von der Brauerei Locher. Auf der Etikette ist das aber nirgends deklariert. Die Basler Herkunft wirkt konstruiert: Braugerste und Hopfen sollen von Feldern des Stadtkantons kommen und das Wasser aus «einer der 16 benannten Rheinquellen». Gemeint ist da­mit das Appenzeller Wasser, das letztendlich in den Rhein fliesst. Locher braut im katholischen Appenzell auch die Calvinus-Biere. Mit dem Bild des Reformators Jean Calvin wird bei diesen Bieren die Genfer Identität betont. Von den Frères Papinot in Genf, die auf den Flaschenetiketten angegeben sind, stammen aber lediglich die Rezepturen.

*Brauerei Baar ZG:*
Diese Brauerei stellt seit ein paar Jahren das Amboss-Bier aus dem Zürcher Kreis 5 her. Als «Lieblingsbier unserer Lieblingsstadt» preist sich dieser Gerstensaft an. Auf der Etikette steht lediglich: «Ein Produkt der Amboss Zürich AG. In Kooperation mit der Brauerei Baar». Ob der Biertrinker daraus schliesst, dass Amboss aus dem Kanton Zug kommt, ist fraglich.

Bierspezialist Philippe Corbat kritisiert, dass viele Kleinbrauereien ihr Bier von anderen herstellen lassen und sich auf den Marketing-Aspekt und allenfalls den Vertrieb beschränken. Wird das nicht oder nur ungenügend offengelegt, grenze das für ihn an Betrug.
Deutlicher wird Adrien Weber, Geschäftsführer der Zürcher Turbinenbräu: «Wenn man die Leute über die Herkunft des Bieres anlügt, ist das Etikettenschwindel. Das schadet dem Produkt Bier.» In den vergangenen Jahren habe in der Schweiz nicht die Biervielfalt, sondern die Etikettenvielfalt zugenommen.

**Zuerst kommt das Marketing, dann das Brauen**
Hansjörg Schatt von Züri-Hell weist den Vorwurf des Etikettenschwindels entschieden zurück. Das Brauen sei sehr kapitalintensiv. Deshalb behelfe man sich anfänglich mit einer Fremdabfüllung und kümmere sich zuerst um das Marketing. Seine Vision sei eine Braustätte in Zürich. Coop weiss, dass manche Anbieter von lokalen und regionalen Bieren nicht selber produzieren. Das sei kein Etikettenschwindel. «Wenn wir Produkte ins Sortiment nehmen, geschieht dies, weil der Kunde danach fragt und das Konzept, welches hinter dem Bier steht, als Ganzes überzeugt.»

**Gemälzte Gerste kommt immer aus dem Ausland**
Kein Bier in der Schweiz ist 100 Prozent lokal, weil in der Schweiz keine Mälzerei zur Verarbeitung der Gerste existiert. Aber es gibt Kleinbrauereien, die dem Ideal nahe kommen. Dazu gehören etwa die Brauerei Luzern, Euelbräu in Winterthur oder Turbinenbräu in Zürich. Diese Betriebe führen vom Brauprozess über die Abfüllung bis hin zum Vertrieb und der Vermarktung des Biers alles selber durch. «Für uns ist das selbstverständlich», sagt Adrien Weber von Turbinenbräu.

**Brauereien und ihre Fremdbiere**

*Aare Bier, Bargen BE, braut:*
* Biere von Braukultur Uster ZH, nämlich Goldküstenbräu, Oberländerbräu, Usterbräu
* Lozärner Bier, Luzern
* Churer Stadtbier, Chur GR

*Baar, Baar ZG, braut:*
* Amboss Bier, Zürich

*Falken, Schaffhausen, braut:*
* Striker, Meilen ZH

*Locher, Appenzell AI, braut:*
* Hopfehäxli, Wolfwil SO
* Calvinus, Genf
* Em Basler sy Bier, Basel
* Stammheimer Hopfenperle, Stammheim ZH

*Rosengarten, Einsiedeln SZ, braut:*
* Gottardo, Faido TI
* Pfauenbier, Rapperswil SG
* Entlebucher Bier, Entlebuch LU (Aushilfe bei Kapazitätsengpässen)
* Stadtguet, Winterthur ZH (Flaschenabfüllung und Aushilfe bei Kapazitätsengpässen)

*Sonnenbräu, Rebstein SG, braut:*
* Züri-Hell, Zürich
* Thurbobräu, Wil SG
* lllauer Punt, Illnau ZH



Etikettenschwindel: Em Basler sy Bier, Calvinus, Lozärner Bier, Züri-Hell

#Aktivitas

26. August 2011 | Flyer Quartalsprogramm Sommer

Der Flyer ist ab heute 26. August an der Kanti im Umlauf.

flyer_scaphusia_hs_2011.pdf

#Allgemeines

25. August 2011 | «Im Stammertal gehört der Hopfen dazu»

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
Oskar Keller

*Herr Ulrich, wie wird die Hopfenernte 2011 ausfallen, die heuer wohl zwei Wochen früher beginnt? 2010 haben Sie noch 6000 Kilogramm geerntet …*
Stefan Ulrich: Die Ernte wird nicht zwei Wochen früher beginnen, sondern am 29. August, denn die Abreife ist durch die Tageslänge gesteuert, das heisst, der Erntezeitpunkt variiert nur wenige Tage. Die Erntemenge ist sehr schwer einzuschätzen, und ich wage keine Prognose. Da sind schon viele «Gelehrte» reingefallen, allerdings sieht der Hopfen zum jetzigen Zeitpunkt sehr schön und vielversprechend aus. Vor fünf Jahren hatten indes wir einen verregneten, kalten August. Damals waren alle sehr enttäuscht.

*Der Hopfenanbau in der Schweiz ist am Verschwinden (Gesamtfläche: 17 Hektaren). Er macht etwa 15 Prozent des Bedarfs aus. Im süddeutschen Tettnang beträgt die Anbaufläche heuer 1221 Hektaren! Bauen Sie im Stammertal in Zukunft noch mehr Hopfen an?*
Wir würden gerne mehr Hopfen anbauen, denn die vorhandenen Anlagen und Maschinen würden locker für die doppelte Fläche ausreichen. Daneben müsste aber auch der Preis stimmen, denn ich stelle nicht gern Aushilfskräfte ein, die dann den höheren Lohn haben als ich!

*Der Hopfenübernahmepreis wurde gemäss Beschluss Ihrer Hopfen-Genossenschaft (GSH) für drei Jahre (2010–2012) auf 430 Franken für fünfzig Kilogramm festgelegt. Das sind 8.60 Franken pro Kilo. Hopfenpreise sind Weltmarktpreise. Wie sieht es mit den Erträgen für den Hopfenanbau in Stammheim aus? Sind Hopfen ein gutes Geschäft für Sie?*
Ich arbeite fast ausschliesslich mit Maschinen, die älter als zwanzig Jahre und damit amortisiert sind. Darum und weil wir vieles selber machen, sprich wenig betriebsfremde Arbeitskräfte einsetzen, ist der Anbau noch machbar. Heute mit dem Hopfenbau zu beginnen, ist aber völlig unmöglich.

*Sie sind Mitglied in der Genossenschaft für Schweizer Hopfen (GSH) sowie seit 1991 Präsident des Vereins Schweizerischer Hopfen-Produzenten (VSH) mit neun Mitgliedern. Was bezwecken und nützen diese Organisationen den wenigen Hopfenanbauern?*
Da mindestens alle drei Jahre über den Hopfenpreis verhandelt wird, sind eine gute Absprache und ein Konsens unter den Produzenten sehr wichtig. Ausserdem gibt es viele andere Bereiche, wo eine offizielle Ansprechperson nötig ist – etwa für Pflanzenschutz und Direktzahlungsverordnung –, denn wir haben keine andere Lobby.

*Wie viele Hopfenbauer gibt es noch im Stammertal?*
Heute sind wir im Stammertal noch fünf Pflanzer, als mein Vater 1949 mit dem Anbau begann, waren es acht Bauern und fünf Jahre später sogar 19 Produzenten. Allerdings war der durchschnittliche Hopfengarten nur etwa eine Juchert, circa 36 Aren gross, und heute beträgt die Anbaufläche pro Betrieb doch 1 bis 2,9 Hektaren.

*Gibt es einen Trend bei den Hopfenpflanzen?*
Die Hopfenpflanzen-Neuzüchtungen werden wie alle Kulturpflanzen immer ertragreicher und krankheitsresistenter. In der Schweiz werden vermutlich immer mehr Bitterstoffsorten angebaut, weil die Brauereien dies wünschen. Die Umstellungen gehen aber sehr langsam vor sich, denn eine Sorte kann locker zwanzig bis dreissig Jahre genutzt werden, und ein Sortenwechsel ist mit viel zusätzlicher Arbeit verbunden.

*Die alte Heilpflanze hat viele Vorzüge, und der Anbau ist speziell. Was fasziniert Sie am Hopfenanbau?*
Der Hopfen ist eine schöne Pflanze, und ein Hopfengarten im August ist doch sehr imposant. Hopfenanbau ist jedes Jahr eine neue Herausforderung und sehr spannend. Es ist jedes Jahr faszinierend, wie schnell die Hopfen in die Höhe schiessen – bis zwanzig Zentimeter pro Tag –, und der Geruch während der Ernte ist unbeschreiblich. Ausserdem bin ich natürlich Bierliebhaber, und etwas für dieses Getränk zu produzieren, freut mich besonders, auch wenn ich die heutigen Biere eher zu wenig bitter finde.

*«Die Schweizer Hopfenbauern haben den Trend im Wechsel der Pflanzen verpasst und die besonderen Aromakomponenten des Hopfens vergessen», meint Bierguru und Brauer Martin Wartmann aus Frauenfeld. Es gilt nach wie vor der Bitterstoffgehalt als allein selig machend, während in den USA und England die spezifischen Aromasorten einen wahren Boom erleben. Wie sehen Sie das?*
Zum Teil gebe ich Martin Wartmann recht, allerdings ist es fast nirgends so, dass etwas angefasst wird, wenn es nicht bezahlt wird. Andrerseits müssen Sie sich die Dimensionen vor Augen halten: In der Schweiz werden etwa 30 Tonnen Hopfen geerntet. 80 Prozent dieser Menge wird von den Konzernen Carlsberg und Heineken gekauft und verwendet, das heisst, wenn wir nicht das produzieren, was sie wollen, können wir 80 Prozent unserer Ernte nicht verkaufen.

*Hopfenlaus und Spinnmilben sind omnipräsent. Wie halten Sie es mit dem Pflanzenschutz?*
Wer erlebt hat, wie schnell so ein Schädling den Ertrag dezimieren und die Qualität zunichtemachen kann, der begreift auch, dass der Hopfenbauer Gegenmassnahmen ergreift. Natürlich heisst die Devise: So viel wie nötig, so wenig wie möglich, aber es ist sehr schwierig, den Verlauf eines Schädlings- oder eines Pilzbefalles abzuschätzen.

*Biologischer Hopfen führt weiterhin ein Schattendasein. Acht von neun Anbauern führen konventionelle Betriebe. Warum bauen Sie nicht Biohopfen an?*
Mit 2,5 Hektaren ist der Bedarf an Biohopfen in der Schweiz mehr als abgedeckt. Ausserdem muss in der Schweiz der gesamte Betrieb nach den Biorichtlinien geführt werden. Als Traubenproduzent kommt das für mich nicht in Frage. Daneben stellt sich die Frage, warum ich Fortschritte in der Anbautechnik und im Pflanzenschutz nicht nutzen sollte. Von einem herausragenden Einhundert-Meter-Läufer erwartet man auch nicht, dass er diese Leistung mit Wasser und Brot vollbringt. Im Übrigen habe ich es zu oft erlebt, dass erstens Konsumenten, die Bioprodukte verlangen, keine Ahnung haben von der Bioproduktion und zweitens, wenn sie im eigenen Garten ein Problem haben, sehr schnell zur Giftspritze greifen. Damit Sie mich richtig verstehen: Ich habe hohen Respekt vor den Biobauern und den Leistungen, die sie erbringen, aber im Hopfenbau ist es enorm schwer und der Ertrag extrem starken Schwankungen unterlegen. Den ökonomischen Aspekt kann ich nicht ausklammern, denn der Hopfenanbau liefert etwa einen Drittel des Betriebseinkommens.

*Der Bierkonsum stieg im Jahr 2010 leicht auf 57,3 Liter pro Kopf. Der Trend geht aber auch zu alkoholreduzierten Bieren – und zu Mineralwasser. Wie sehen Sie die Zukunft für die Schweizer Hopfenbauern? Wird in zwanzig Jahren noch Hopfen in Stammheim und in der Schweiz angebaut?*
Ich fände es sehr schade, wenn der Hopfenbau in der Schweiz zum Erliegen käme. Eine bald hundertjährige Kulturpflanze würde verschwinden und damit viel Wissen und Know-how. Im Weiteren sehe ich den Hopfen als Bereicherung unserer Landschaft. Im Stammertal gehört der Hopfen einfach dazu.

**Hopfenanbau Seit über 60 Jahren Familienbetrieb**
*Stefan Ulrich*
1960 in Unterstammheim geboren, studierte er 1981 an der ETH Zürich Agronomie. 1988 übernahm er mit seiner Frau Sylvia aus Buchberg SH, auch Bäuerin, den 1976 erbauten Hopfenhof in der Nähe des Bahnhofs Stammheim. Ulrich ist seit 1991 Präsident des Vereins Schweizerischer Hopfen-Produzenten (VSH). Stefan und Sylvia Ulrich sowie ihre vier Kinder bewirtschaften 20 Hektaren Land. Sie betreiben vor allem Milchwirtschaft und Rebbau (125 Aren). 2010 begannen sie mit der Zucht der besonderen englischen Jersey-Kühe, denn 2013 tritt die neue Tierschutzverordnung in Kraft, die die Haltung der bisherigen Fleckviehrasse in ihrem Stall untersagt.

*Verarbeitung*
1949, lange nach der «Anbauschlacht Wahlen», begann Stefans Vater René Ulrich, Hopfen anzubauen. Bis 1955 wurden viele Hopfen noch von Hand geerntet. Heute werden die aromatischen Blüten – die Dolden – auf einer Pflückmaschine von den Ranken abgezupft, getrocknet und in 50 bis 60 Kilogramm schweren Ballen verpackt. Die gesamte (getrocknete) Hopfenernte in der Schweiz wird mit Lastwagen in das grösste deutsche Hopfenanbaugebiet, in die bayrische Hallertau – mit über 15 000 Hektaren – gebracht. Dort werden die Hopfen fein gemahlen, die Bitterstoffe standardisiert, und in kleine, zylinderförmige Körper pelletiert, das heisst gepresst.



«Es werden vermutlich immer mehr Bitterstoffsorten angebaut»: Stefan Ulrich, 51, in seinem Hopfengarten in Unterstammheim.
Bild Urs Oskar Keller

#Notizen zu Namen

13. August 2011 | Stühlinger und Aders wollen in Bern Brot statt Spielchen

Schaffhauser Nachrichten, Schaffhausen / Neuhausen
(ek)

«Wir sind leidenschaftliche Wahlkämpfer, und deshalb treten wir auch bei dieser Wahl an.» Mit diesen Worten begrüsste gestern Andi Kunz, Grossstadtrat und Wahlkampfleiter der AL, die Medien zur Vorstellung der beiden AL-Kandidierenden. Das sind Susi Stühlinger, 26 Jahre alt, wohnhaft in der Stadt Schaffhausen, Journalistin, noch bei der AZ, ab 1. September bei der Wochenzeitung (WoZ), und Till Aders, 24 Jahre alt, Präsident der AL, ebenfalls in Schaffhausen wohnhaft, Geografiestudent an der Universität Zürich. Beide sind Gewerkschaftsmitglieder.
Sie führen ihren Wahlkampf unter dem Motto «Brot statt Spielchen». Damit soll, so Kunz, die zunehmende Verflechtung von Politik und wirtschaftlichen Interessen thematisiert werden. «Mit unserer Nationalratskandidatur bieten wir all jenen, die genug haben vom Hass der Rechtspopulisten und von der Gier des Wirtschaftsfilzes, eine Wahlalternative an». erklärte Kunz. Für Susi Stühlinger stehen Mindestlöhne, bezahlbarer Wohnraum und Lebensqualität für alle im Vordergrund. Jeder und jede soll mindestens 22 Franken pro Stunde verdienen, denn «es geht nicht an, dass die Chefs in den Teppichetagen ungeniert Millionen abstauben, während es für andere kaum zum Leben reicht.» Beim Wohnen brauche es durchmischte Quartiere, die Integration und Zusammenhalt fördern. Was die Steuern angeht, so fordert Stühlinger mit der AL: «Schluss mit Steuerprivilegien für wenige zulasten der Mehrheit.»
Till Aders möchte mehr Mitbestimmung: In Bern sollen auch junge, sozial Schwache und Ausländerinnen und Ausländer Gehör finden, denn «eine intakte Gesellschaft existiert nur, wenn allen die Chance geboten wird, die Gesellschaft mitzugestalten». Weiter fordert Aders eine andere Energiepolitik: «Ich setze mich dafür ein, dass Atomkraftwerke abgeschaltet werden, dass mit erneuerbarer Energie Arbeitsplätze geschaffen werden und der Forschungsstandort Schweiz gestärkt wird.»
Da die beiden einen gesetzlichen Mindestlohn befürworten, haben sie auch die Unterstützung der Gewerkschaften, erklärte VPOD-Präsidentin Nella Marin. Und die bekannte Slam-Poetin Lara Stoll unterstützt vor allem Susi Stühlinger, da es junge Frauen brauche, «welche die Eier haben, für ihre Ideale zu kämpfen». Die AL will 15 000 Franken für den Wahlkampf ausgeben und erhofft sich einen Stimmenanteil zwischen 5 und 6 Prozent. Die AL-Liste ist mit den Listen der SP, der Juso und der SP International verbunden.



Kandidieren für den Nationalrat: Susi Stühlinger und Till Aders von der Alternativen Liste (AL).
Bild Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

22. Juli 2011 | Abschied von fast 40 Jahren Lebensgeschichte

Schaffhauser Nachrichten, Schaffhausen
Jan Hudec

«Es wird sicher etwas komisch sein, wenn die Bücherwand auf einmal leer ist. Aber der Stolz und die Freude darüber, im Landesmuseum verewigt zu sein, überwiegen.» Das sagt Hans Bader, während er vor seiner Wohnung in der Schönbühlstrasse gerade einige seiner 42 Fotokästen in einen Lieferwagen hievt. Sie sind schwer, die kunstfertig in Leinen eingefassten Kartonschachteln, in denen die grossen Papierbögen ruhen, auf die Bader seine Bilder geklebt hat.

**Seiner Frau gewidmet**
Fast 40 Jahre lang hat er das Leben seiner vierköpfigen Familie dokumentiert: Geburtstage, Weidlingsfahrten, 1.-Mai-Demos und Weinlesen aus dem Waadtland, woher seine Frau Marcelle stammt. Ihr hat er alle Fotoboxen gewidmet. Sie habe denn auch entscheiden müssen, ob sie «dieses Zeugnis einer Schweizer Durchschnittsfamilie» ans Landesmuseum verschenken. Sie stimmte zu. «Ich habe mich gefragt, was ich mit den Kästen machen würde, wenn Hans vor mir gehe müsste», erzählt Marcelle Bader. «Ich hätte es nicht übers Herz gebracht, sie wegzuwerfen.» Deshalb habe gar nichts Besseres passieren können, als dass das Lebenswerk ihres Mannes nun ins Landes- museum aufgenommen werde. Gestern war es nun so weit. Felix Graf, Kurator am Schweizerischen Landesmuseum in Zürich, kam persönlich, um die Fotokästen abzuholen. Bevor es so weit war, musste Hans Bader in den letzten Monaten aber noch einiges an Arbeit leisten. Auf Maquetten trug er ein, wer auf den Bildern zu sehen ist und wo sie entstanden sind. «An alle Namen konnte ich mich nicht mehr erinnern, aber mit der Hilfe von Marcelle konnten ich das meiste rekonstruieren.» Es war ein tiefer Sprung in die eigene Vergangenheit. «Es war interessant zu sehen, mit wem wir so verkehrten. Da gab es Freunde, die kamen und gingen, und da gibt es auch einen harten Kern, der über die Jahre geblieben ist», erzählt Hans Bader. Seine Fotokästen reichen zurück in die frühen 70er-Jahre. Bader hatte den Auftrag von einer Basler Fasnachtsclique, ihre Vorbereitungen auf den Morgenstraich fotografisch zu dokumentieren. Für seine Bilder, die er sorgfältig auf Papierbögen aufklebte, fertigte er eigens einen Fotokasten an, das Handwerk hatte er von einem befreundeten Buchbinder gelernt. «Denn die Fotoalben waren damals viel zu teuer: 45 Franken.» So entstanden 1973 seine ersten Fotokästen, die er dann der Basler Clique verkaufen konnte. Die Idee für die Kästen war geboren, und ab 1974 schenkte er seiner Frau jedes Jahr einen. Der Aufwand, den er betrieb, war riesig. Seine Schwarz-Weiss-Fotografien entwickelte er alle selber. Dazu hatte er sich in der Küche ein Labor eingerichtet. «Wir brauchten einen Plan, damit ich überhaupt zum Kochen kam», erzählt Marcelle Bader lachend. Nach einem Umzug konnte er sich dann eine eigene Dunkelkammer einrichten. Dort arbeitete er vor allem in der kalten Jahreszeit: «Wenn der Weidling im Oktober im Trockenen lag, dann ging ich in die Dunkelkammer und habe dort das Jahr nochmals erlebt.»

**Geschichte von unten gesehen**
Felix Graf, Sohn des ehemaligen Schaffhauser Ständerats Konrad Graf, war vom Geschenk der Baders begeistert. «Dieses Œuvre passt wunderbar in unsere Fotosammlung.» Das Spannende daran sei, dass man auf Baders hochstehenden Aufnahmen die Geschichte aus privater Perspektive sehe. Ein anderer Blickwinkel, als zum Beispiel ein Pressefotograf einnehme. «Die Fotografien zeigen die Geschichte von unten gesehen.» Eine einzigartige Dokumentation, wie eine Schweizer Familie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelebt hat. Dass Bader seine Fotokästen nicht dem Schaffhauser Stadtarchiv vermacht, hat zwei Gründe. Zum einen seien darin nicht nur Bilder aus Schaffhausen enthalten, sondern aus der ganzen Schweiz. Zum anderen fühle er sich als Stadtzürcher eher Zürich verbunden. «In Schaffhausen hält mich nur der Rhein», sagt der passionierte Weidlingsfahrer. Das Stadtarchiv werde aber sicher jederzeit auf die Dokumente im Landesarchiv zugreifen können, bestätigt Graf. Überhaupt ist für Hans Bader vor allem eins wichtig: «Ich weiss, dass die Kästen an einem guten Ort sind.»

Auf 16 000 Fotografien hat Hans Bader (r.) während fast 40 Jahren das Leben seiner vierköpfigen Familie festgehalten. Für seine Bilder hat er eigens in Leinen eingebundene Kartonkästen angefertigt. Jedes Jahr schenkte er seiner Frau Marcelle einen solchen Fotokasten. Da die Kinder die 42 Kästen nicht übernehmen wollten, haben sich die Baders entschieden, sie dem Schweizerischen Landesmuseum zu schenken. Felix Graf (l.), Kurator des Landesmuseums, ist vom Geschenk begeistert: «Das Werk passt perfekt in unsere Sammlung», die Bilder zeigten einen privaten Blick auf des Leben einer Schweizer Familie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Hans Bader (2. v. l.) übergab gestern seine Fotosammlung dem Schweizerischen Landesmuseum.
Bilder Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

12. Juli 2011 | Neues zu Namen

Schaffhauser Bock

In Stein am Rhein wurde der «Liliputbahn-Verein Stein am Rhein» zur Unterstützung der Liliputbahn gegründet.
In den Vorstand gewählt wurden Roger Schneider, Vize-Präsident; Hansueli Birchmeier, Kassier; Stephan Brügel, Aktuar; Franz Marty, Verbindungsmann Politik, und Markus Zogg, technischer Berater. Gesucht wird noch ein Präsident.

#Notizen zu Namen

11. Juli 2011 | Mords-Splitter

Schaffhauser Nachrichten, Stein
(efr.)

Nicht ganz ohne Pannen lief «Mord an Bord» für die Verantwortlichen. Insgesamt vier Verletzte gab es im Vorfeld, wobei sich die Betroffenen nicht während der Proben, sondern unterwegs oder zu Hause ihre Blessuren holten. Am schlimmsten traf es Hans-peter Hotz alias Domherr Pennington. Er stürzte vom Velo und trug unter anderem einen Schädelbruch davon. Es grenzt fast schon an ein Wunder, dass er kurze Zeit darauf wieder bei den Proben war und auch die Premiere bravourös (auf dem Bild mit Christine Bader als Händlerin) meisterte und so getrost als der Star des Freilichtspiels gelten darf. Choreografin undArtistin Mika Netser (r.) musste das Geschehen von der Tribüne aus verfolgen. Sie hatte sich beim Einturnen den Zehen so schlimm verletzt, dass ein Auftritt unmöglich war. So sah man sie, statt artistisch an Ringen zu turnen, nun eben im Zuschauerrang neben Regisseur Stefano Mengarelli und Kostümbildnerin Kathrin Kündig. Andere Verletzte konnten allerdings auftreten. Die Verpflegung auf dem «Dampfer» kam beim Premierenpublikum gut an. Wers gediegen wollte, konnte sich fürs dreigängige Captains Dinner im Extrazelt anmelden. Peter Müller, Finanzchef des Letzten «No e Wili» und seine Frau Renate, waren begeistert. Und auch im Brasseriezelt mit Grill dahinter liess man es sich schmecken. Überhaupt ist die Infrastruktur bestens, wofür viele Freiwillige im Einsatz sind. Für die Produktion habe man etwa 100 engagierte Helfer gewinnen können, freute sich OK-Chef Ueli Böhni. Nun müsse nur noch das Wetter mitspielen, denn das hat sich bisher noch nicht so ganz theaterfreundlich gezeigt.

#Notizen zu Namen

8. Juli 2011 | «Alle Optionen liegen Ihnen zu Füssen!»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Jung

«Wir haben’s geschafft mit gemeinsamer Kraft / sind zusammen im Ziel. Das war mehr als ein Spiel. / Es gibt eine Zeit, um sich Sorgen zu machen, /aber jetzt ist die Zeit, um zu tanzen und zu lachen.» Diese Zeilen aus dem Lied «Hier und Jetzt» der A-cappella-Band Wise Guys trug gestern Abend das Vokalensemble der Kanti an der Maturfeier vor. Hervorragend passte das Lied zu dem Abend, an dem bei vielen Maturanden die Erleichterung klar zu spüren war, endlich das begehrte Maturzeugnis in ihren Händen zu halten.
Eröffnet wurde die abwechslungsreiche Feier durch das Trompetenensemble der Kanti, das die Ouverture aus Georg Friedrich Händels «Wassermusik» spielte. Danach begrüsste der gut gelaunte Rektor Urs Saxer den voll besetzten St. Johann: «Wir alle freuen uns, mit euch heute den Abschluss feiern zu können.» Die Kirche war festlich geschmückt, mit Gestecken von Sonnenblumen und zwei Gruppen traditionell gekleideter Burschen der Mittelschulverbindung Scaphusia, die später ihre Mitglieder mit dem Schwingen ihrer Fahne grüssten.

Meilenstein gesetzt
Als Vorsteher des Erziehungsdepartements überbrachte Christian Amsler die Glückwünsche der Schaffhauser Regierung. «Sie haben nun ein wichtiges Zwischenziel erreicht und einen Meilenstein gesetzt», sagte er. Auch eine Lebensweisheit von Mahatma Gandhi gab er den jungen Erwachsenen mit auf den Weg: «Das Glück entflieht uns, wenn wir hinter ihm herrennen. In Wahrheit kommt das Glück von innen.» Es stimme ihn zuversichtlich, so Amsler, dass er hier eine Generation erkenne, die kritisch, fantasievoll und konstruktiv mit Wissen und Traditionen umgeht. Als Gastredner trat der Bildungsforscher Stefan Wolter auf. Er verglich die für viele nun beginnende Studienzeit mit einer langen Wanderung durch die Bildungslandschaft Schweiz. «Sie stehen jetzt auf dem Bildungsgipfel», sagte er zu den Maturanden. «Von hier aus haben Sie eine grossartige Aussicht, und alle Möglichkeiten liegen Ihnen zu Füssen.» Jeder Schritt und jede Entscheidung nach der Matur werde den jungen Menschen zwar Tiefe geben, doch gleichzeitig ihre Möglichkeiten auch einschränken. Wolter wies die zukünftigen Studenten an, in ihre Studienwahl auch ihre Berufsziele einzubeziehen. «Einige unserer Bildungstäler enden in einer Wüste», warnte er. So würden 40 Prozent der Historiker und Kulturwissenschaftler nach ihrem Studium in Positionen arbeiten, für die sie gar keinen Uniabschluss benötigten. Auch dauere die Phase der Arbeit etwa achtmal so lange wie die Studienzeit. «Wählen Sie gut und mit Bedacht», riet Wolter den Maturanden zu Schluss. Danach wurden die Zeugnisse verteilt. Die meisten hatten sich für die Feier elegant gekleidet. Einige junge Männer erschienen in der Ausgangsuniform der Schweizer Armee. Die Schüler der Klasse 4nb trugen ein T-Shirt, das ihre eben beendete Maturreise nach Bulgarien dokumentierte. Stärker als in früheren Jahren wurden spezielle Leistungen herausgehoben. So wurde in jeder Klasse der beste Notenschnitt mit einem edlen Schreibset ausgezeichnet. Schüler, die ein Jahr in Lausanne verbracht hatten, wurden genannt. Maturanden, die eine prämierte Maturarbeit und einen Schnitt über 5,3 erreicht hatten, wurden zur Teilnahme an einem Förderprogramm der Schweizerischen Studienstiftung eingeladen. Und der allerbeste Notenschnitt, den Christian Stähle aus Neunkirch erreicht hatte, wurde von der Verbindung Munot mit 1200 Franken honoriert. «Zwei Drittel der Maturanden beginnen gleich im Herbst ein Studium», sagte Rektor Saxer. 20 Prozent hätten sich für eine mathematisch-naturwissenschaftliche Richtung entschieden. «Das ist eine deutliche Zunahme, die uns freut», sagte Saxer.

**Profil M musisch/sprachlich**
Jakob Ackermann, Schaffhausen, beabsichtigte Ausbildung: Musik; Luis Aellig, Dörflingen, Musik; Myriam Bächtold, Schleitheim, Soziales; Franziska Bai, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Sarah Bänziger, Neuhausen, Humanmedizin; David Bollinger, Schaffhausen, Humanmedizin; Yvonne Burger, Schaffhausen, Tourismus; Dominic Caviezel, Neuhausen, Auslandsaufenthalt; Chantal Convertini, Thayngen, noch nicht entschieden; Tabea D’Anna, Neuhausen, Chemie; Marie Louise Duer, Stetten SH, Auslandsaufenthalt; Harsha Edavana, Schaffhausen, Humanmedizin; Adrienne Fehr, Schaffhausen, Humanmedizin; Francesca Graf, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Manuela Güdel, Büttenhardt, Bewegungswissenschaften/Sport; Corinne Hänggi, Schaffhausen, Biologie; Julie Hedinger, Wilchingen, Auslandsaufenthalt; Julia Heiri, Schaffhausen, Geografie; Rosina Hieke, Gächlingen, Humanmedizin; Annina Hilty, Stein am Rhein, Psychologie; Nathalie Homberger, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Jessica Huber, Feuerthalen, Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften; Stephan Huber, Schaffhausen, Architektur/Bauwesen; Helena Hunziker, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Alfred Ivic, Neuhausen, Rechtswissenschaften; Andrina Jenny, Dachsen, Erziehung; Janine Keller, Neunkirch, Psychologie; Luzia Knobel, Schaffhausen, Kunst; Paul Kohlhaas, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Irina Lerch, Schaffhausen, Physiotherapeutin; Jasmina Licina, Neuhausen, Anglistik; Jerôme Luzi, Schaffhausen, Hotellerie; Nathalie Mächler, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Delia Mändli, Lohn SH, Geschichte; Cinzia Mazzeo, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Florian Meier, Schaffhausen, Praxis; Heinrich Meier, Wilchingen, Wirtschaftswissenschaften; Dominique Michel, Stetten SH, Auslandsaufenthalt; Beni Muhl, Büttenhardt, noch nicht entschieden; Elena Mühlemann, Feuerthalen, Auslandsaufenthalt; Florian Näf, Schaffhausen, Medien-/Kommunikationswissenschaften; Timothy Odermatt, Schaffhausen, Pharmazie; Agnes Oettli, Beringen, Agrar-/Lebensmittelwissenschaft; Alessio Procopio, Thayngen, Pädagogik; Corina Rüedi, Hallau, Pädagogische Hochschule; Nadine Sailer, Stetten SH, Ethnologie und Volkskunde; Sanja Sauter, Neuhausen, Psychologie; Céline Saxer, Schaffhausen, Sprachen; Yolanda Schär, Stein am Rhein, Pädagogische Hochschule; Larissa Schenkel, Neuhausen, Humanmedizin; Elia Schudel, Schleitheim, noch nicht entschieden; Nicole Silvestri, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Tiziana Somma, Flurlingen, Rechtswissenschaften; Tatiana Specchia, Trasadingen, Dolmetscherin; Martina Stamm, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Lukas Stoll, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Simone Stoll, Osterfingen, Kunstwissenschaften; Tobias Sulzberger, Schaffhausen, Humanmedizin; Cyril Surber, Flurlingen, Berufslehre, Linienpilot; Stefanie Thierstein, Schaffhausen, Kunstgeschichte; Maya Thommen, Schaffhausen, Hotellerie; Rahel Tobler, Neuhausen, Rechtswissenschaften; Vanessa Urech, Beringen, Psychologie; Hanna von Siebenthal, Büttenhardt, Lebensmittelwissenschaften; Alisha Wanner, Schaffhausen, Berufslehre, Clown; Sinja Willi, Wilchingen, Soziales; Lukas Wirz, Wilchingen, Musik; Olivia Ziegler, Stetten SH, Auslandsaufenthalt; Nicolas Zurbuchen, Schaffhausen, Umweltwissenschaften.

**Profil N naturwissenschaftlich/mathematisch**
Patrick Bertolini, Neuhausen, Umweltwissenschaften; Larissa Blum, Neuhausen, Rechtswissenschaften; Jonas Bosshard, Neunkirch, Werkstoffwissenschaften; Dominic Brütsch, Schaffhausen, Elektrotechnik; Simon Danner, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Dominic Fawcett, Schaffhausen, Geografie; Armin Fehr, Altdorf SH, Maschinenbau; Christian Fuchs, Thayngen, Rechtswissenschaften; Simon Galli, Neuhausen, Rechtswissenschaften; Peter Güttinger, Schaffhausen, Physik; Leo Häggi, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Helga Kadar, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Pascal Kiarostami, Schaffhausen, Humanmedizin; Hannes Knapp, Wilchingen, Umweltwissenschaften; Alen Krajinovic-Kopic, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Simon Kübler, Oberhallau, Interdisziplinäre Naturwissenschaften; Tobias Loosli, Feuerthalen, Geografie; Emine Lubitcheva, Neuhausen, Rechtswissenschaften; Kevin Mayer, Dörflingen, Berufslehre, Linienpilot; Cyril Meister, Schaffhausen, Elektrotechnik; Manuel Miralhos, Diessenhofen, Architektur; Fabian Müller, Löhningen, Elektrotechnik; Fabrice Müller, Diessenhofen, Humanmedizin; Patrick Müntener, Dörflingen, Biologie; Carolin Noll, Schaffhausen, Physiotherapeutin; Filip Novak, Neuhausen, Biologie; Pascal Oberholzer, Neunkirch, Werkstoffwissenschaften; Batuhan Pamukcu, Neuhausen, Wirtschaftswissenschaften; Boris Radanovic, Schaffhausen, Humanmedizin; Lukas Regli, Hallau, Maschinenbau; Alexander Ristic, Schaffhausen, Informatik; Isabelle Roesch, Schaffhausen, Informatik; Laura Seifert, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Christian Stähle, Neunkirch, Rechtswissen- schaften; Flor Stammer, Beringen, Musik; Daniel Steinacher, Schaffhausen, Tourismus; Nathalie Steinemann, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Sebastian Stelz, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Silvio Stoll, Osterfingen, Bewegungswissenschaften/Sport; Ruben Wohlgenannt, Thayngen, lnformationstechnologie/lnformatik; Lillian Yacoubian, Guntmadingen, Praxis; Gabriel Zehnder, Oberhallau, Erdwissenschaften; Tizian Zeltner, Langwiesen, Informatik; Andreas Zingg, Schaffhausen, Biologie.

**Profil S sprachlich/altsprachlich**
Berna Aydemir, Schaffhausen, Internationale Beziehungen; Erasmus Binotto, Schaffhausen, Geschichte; Laura Ferber, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Marianne Gatti, Neuhausen, Architektur; Simon Hug, Schaffhausen, Bewegungswissenschaften/Sport; Jasmin Koch, Schaffhausen, Pädagogik; Isabelle Kohler, Schaffhausen, Umweltwissenschaften; Stefan Kübler, Hofen SH, Wirtschaftswissenschaften; Hannah Kwasnicki, Neuhausen, Pädagogische Hochschule; Judith Meisterhans, Flurlingen, noch nicht entschieden; Corina Moser, Neuhausen, Humanmedizin; Ramona Müller, Schleitheim, Auslandsaufenthalt; Claudio Nart, Thayngen, Sport; Felix Palm, Merishausen, Russisch; Rebecca Peyer, Schaffhausen, Theaterwissenschaft; Nathalie Rausch, Schaffhausen, Sprachen; Aurelia Reiser, Schaffhausen, Humanmedizin; Anina Rüger, Wilchingen, Biologie; Marie-Louise Schneider, Ramsen, Musik; Christian Sidler, Wilchingen, Wirtschaftswissenschaften; Michelle Spahn, Dachsen, Auslandsaufenthalt; Benjamin Stettler, Stetten SH, Wirtschaftswissenschaften; Elena Stojkova, Neuhausen, Sprachen; Lukas Studer, Schleitheim, Rechtswissenschaften; Michael Thüring, Stetten SH, Humanmedizin; Vera Tramer, Stein am Rhein, Auslandsaufenthalt; Céline Uehlinger, Neunkirch, Praxis; Anna Vogelsanger, Schleitheim, Pädagogische Hochschule; Jeannine Wanner, Merishausen, Anglistik; Jolanda Wanner, Schleitheim, Praxis.