#Notizen zu Namen

9. August 2010 | Sensationelle U-19-Ruderer holen Gold

Schaffhauser Nachrichten
(hcs.)

Im Verlaufe der Junioren-WM in Tschechien ruderte sich der Schweizer Vierer mit in die Favoritenrolle. Sowohl den Vorlauf als auch den Halbfinal gewann das U-19-Quartett Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron), Alex Plüss, Markus Kessler (beide Ruderclub Schaffhausen), Louis Margot (Forward Rowing Club Morges) und Steuermann Marco Brechbühl (Seeclub Luzern) souverän. Und am Sonntag dominierten die Schweizer auch den Final. Schweizer Junioren holten an Titelkämpfen letztmals 1997 eine Medaille und erst die dritte Goldmedaille für ein Schweizer Juniorenboot überhaupt. Die letzten Goldmedaillen liegen noch länger zurück. 1994 gewannen der Junioren-Achter und der Juniorinnen-Doppelzweier in München den Titel.

Mit einem Start-Ziel-Sieg unterstrichen die von Junioren-Nationaltrainer Simon Cox gecoachten jungen Ruderer und ihr Steuermann die ihre Favoritenrolle, in welche sie sich im Verlaufe der WM hineingerudert hatten. Die beiden Schaffhauser mit den zwei Welschen und dem Luzerner Steuermann hatten den Vorlauf sowie den Halbfinal gewonnen und einen starken Eindruck hinterlassen, den stärksten aller 14 Boote. Nach der schnellsten Vorlauf- und Halbfinalzeit wurde die Konkurrenz auf das Schweizer Boot aufmerksam. Im Finalrennen startete das Schweizer Boot wiederum am schnellsten und übernahm die Führung. Das war wichtig, um den anderen Halbfinalsieger Italien von Beginn weg unter Druck setzen zu können. Bei 500 Metern hatten die Schweizer bereits eine drei Viertel Bootslänge Vorsprung. Bei der Hälfte waren es gute 2,5 Sekunden. Die dritten 500 Meter waren während der ganzen Regatta eine Stärke der Schweizer – auch im Final. 500 Meter vor dem Ziel war Verfolger Italien endgültig abgeschüttelt, und der Vorsprung betrug nun etwas mehr als eine ganze Bootslänge. Die Stimmung beim Zieleinlauf im Ruderstadion von Roudnice kochte, und sogar der Streckenkommentator wechselte 100 Meter vor der Zieleinfahrt von Englisch auf Schweizerdeutsch. Mit einem Vorsprung von 2,2 Sekunden holten sich die jungen Schweizer die Goldmedaille. Aus den Händen von Denis Oswald, dem Schweizer Präsidenten des Weltruderverbandes Fisa, nahmen die frisch gekürten Weltmeister ihre Medaillen entgegen. Der Schaffhauser Clubtrainer von Alex Plüss und Markus Kessler, Roland Altenburger, war extra nach Roudnice gereist, um seine Ruderer am Beckenrand zu unterstützen. Auch er freute sich wie die Athleten ernorm über diesen tollen Erfolg: «Wir haben vor allem im Winter hart gearbeitet für diese Medaille. In den letzten vier Wochen vor dem Anlass haben die vier in Sarnen noch den letzten Schliff bekommen.» Für die vier sei nun vieles möglich, er hoffe auf einen Platz an den Olympischen Spielen 2012 in London.



Der Schweizer Vierer mit Steuermann rudert souverän in den Final: Augustin Maillefer, die Schaffhauser Alex Plüss und Markus Kessler sowie Louis Margot.
Bild Roland Altenburger

#Notizen zu Namen

4. August 2010 | Matthias Frick: «Ich bin ein Lokalpatriot»

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Die Kantonsschule ist für jeden Schüler ein prägender Ort. Manche finden hier ihre erste grosse Liebe. Andere stellen die Weichen für ihre berufliche Zukunft. Für Matthias Frick war seine Zeit an der Kantonsschule Schaffhausen wesentlich für seine politische Entwicklung. Deshalb hat der Regierungsratskandidat der Alternativen Liste die Schule als Anfangspunkt unserer kleinen Reise durch die Region gewählt. Sie soll uns an Orte führen, die wichtige Wegmarken für ihn sind.
«Ich bin schon vor der Kanti politisiert gewesen», sagt Frick, als wir uns auf ein Mäuerchen mit Blick auf die Stadt setzen. «Aber hier wurden mir die Augen geöffnet für Zusammenhänge auf der Welt, die ich vorher nicht gesehen hatte.» Besonders der Geografielehrer, Herr Jud, hatte es dem Schüler angetan. Die Umwelt war im Unterricht ein Thema, die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens. «Ich erkannte, wie wichtig Ökologie und Nachhaltigkeit sind», sagt Frick. «Erstaunt war ich nur, dass das nicht alle in meiner Klasse so sahen wie ich.»

**Scaphusia: Frick v/o Labor**
Während der Kantizeit trat er auch der Mittelschulverbindung Scaphusia bei. Ein Linker in einer Verbindung? «Die Scaphusia ist apolitisch», sagt Frick. «Viele Mitglieder sind aber politisch engagiert, auch in der Linken.» Florian Keller, wie Frick ein Gründungsmitglied der Alternativen Liste, ist ein Farbenbruder – und zusammen sitzen sie im Kantonsrat. In der Scaphusia erhielt Frick den Vulgo «Labor». «Arbeit, Mühe», übersetzt er. «Das passt gut zu mir. Ich kann in meiner Freizeit nicht nichts machen, bei mir muss immer etwas laufen.» Seit 2006 studiert Frick Geschichte und Politologie an der Universität Zürich. Zu 40 Prozent arbeitet er im Staatsarchiv (siehe auch Kasten oben rechts). Die Saat für Fricks politisches und ökologisches Engagement wurde in seiner Familie ausgebracht. Die Mutter hat jeweils Fair-Trade-Produkte gekauft, der Vater war in der Gewerkschaft VPOD aktiv und kandidierte mehrmals auf der SP-Liste. «Er nahm mich an 1.-Mai-Umzüge mit, auf dem Rücken trug er eine batteriebetriebene Sirene», erinnert sich Frick. Sein vielleicht erstes politisches Erlebnis waren die Demonstrationen im Zusammenhang mit der GSoA-Initiative gegen den Kauf neuer Kampfflugzeuge. Das war 1993, er war damals acht Jahre alt. Heute ist Frick sowohl im VPOD wie auch in der GSoA Mitglied. Wir nehmen die S-Bahn nach Hüntwangen-Wil. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs sei für den Kanton Schaffhausen zentral, sagt der GA-Besitzer. Ihn stört aber, dass Strassen und öffentlicher Verkehr gleichberechtigt ausgebaut werden sollen. Nachhaltig sei das nicht. Der ÖV müsse viel stärker gefördert werden. Vom Perron aus sieht man in der Ferne die Bauarbeiten für den Ausbau auf Doppelspur. Sind wir deshalb hier? «Ja, aber nicht nur», sagt Frick. Von Hüntwangen-Wil aus nimmt er jeweils den Zug nach Zürich, wo er studiert und unter der Woche lebt. Das machen viele Pendler aus dem Klettgau so. Die meisten fahren mit dem Auto zum Bahnhof. Auch Matthias Frick. Den Ausbau des ÖV zu fördern und gleichzeitig Auto zu fahren, ist für ihn kein Widerspruch. Er sieht das pragmatisch: «Die Fahrt mit dem Zug via Schaffhausen dauert anderthalbmal so lang und ist nur einmal in der Stunde möglich.» Wenn der Halbstundentakt komme, werde er mit Sicherheit häufiger den Zug nehmen. Oder, wie er schelmisch anfügt, «wenn es einen Eisenbahntunnel zwischen Erzingen und Hüntwangen gäbe». Auf dem Parkplatz des Bahnhofs steht ein VW Passat, Baujahr 1991. «Der hat 402 000 Kilometer», sagt Frick nicht ohne Stolz, «und verbraucht 7 Liter auf 100 Kilometer». Wir fahren über den Berg nach Trasadingen zu seinem Elternhaus. In Trasadingen ist Frick aufgewachsen, hier ist seine Heimat. «Ich bin kein Nationalpatriot», sagt er. «Aber ein Lokalpatriot.» Kann er sich auch vorstellen, in Trasadingen politisch tätig zu werden, ein Gemeinderatsamt zu übernehmen? «Das ist derzeit kein Thema. Der jetzige Gemeinderat macht seine Sache sehr gut.» Frick öffnet das Garagentor. Auf einer Hebebühne steht das Skelett eines Volvo Amazon, Baujahr 1968. Er hat das Coupé in Deutschland gekauft, für 200 Euro, und eigenhändig von der deutschen Grenze nach Trasadingen geschoben. Jetzt restauriert er den Wagen. Auch das ist eine Form von Nachhaltigkeit.

**Realistische Erwartungen**
Wir gehen zum Bahnhof Trasadingen. Bald kommt der Zug zurück nach Schaffhausen. Würde Matthias Frick in den Regierungsrat gewählt, würde sein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Wird es so weit kommen? «Bei den letzten Wahlen waren die Bürgerlichen zerstritten, die SP führte eine grosse Kampagne mit einem sehr guten Kandidaten. Und trotzdem wurde der FDP-Vertreter gewählt», sagt Frick. «Jetzt stehen FDP und SVP Schulter an Schulter, und der einzige Gegner ist ein 25-jähriger Student von der Alternativen Liste. Es wird schwierig werden.»

**Matthias Frick Student und Kantonsrat**
Persönliches. Matthias Frick, Jahrgang 1985, wuchs in Trasadingen auf und besuchte in Schaffhausen die Kantonsschule. Nach einem Zwischenjahr begann er 2006 an der Universität Zürich ein Studium der Geschichte und der Politologie. Frick arbeitet als Werkstudent mit einem Teilzeitpensum im Staatsarchiv Zürich in der Aktenerschliessung. Frick ist Mitglied der Gewerkschaft VPOD, der GSoA, von Klar! Schaffhausen, des VCS, der Scaphusia und von Pro Specie Rara. Politisches. Matthias Frick wurde bereits im Elternhaus politisiert. Er ist Gründungsmitglied der Alternativen Liste und wurde im Herbst 2008 für den Wahlkreis Klettgau in den Kantonsrat gewählt. Frick setzt sich speziell für die Verkehrs- und Energiepolitik ein und engagiert sich in den entsprechenden Spezialkommissionen des Kantonsrats.

#Allgemeines

3. August 2010 | Nur die Grossen schlagen auf

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Reto Wäckerli

Die Stange und das Grosse werden in vielen Schweizer Beizen teurer: Feldschlösschen, das zum dänischen Carlsberg-Konzern gehört, schlug im Juli bei den Marken Feldschlösschen und Cardinal um 4 Prozent auf. Heineken, das Haldengut, Calanda und Eichhof braut, verlangt ab dem 1. Oktober im Schnitt 2,5 Prozent mehr, wie Firmensprecherin Carmen Wyss einen Bericht der Zeitung «Sonntag» bestätigt. Von den Preiserhöhungen betroffen sind in beiden Fällen nur Bierfässer und Mehrwegflaschen, wie sie vor allem in der Gastronomie verwendet werden. Einwegflaschen und Büchsen bleiben verschont. Die Preiserhöhung ist erstaunlich. Denn die Brauereien beklagen gleichzeitig, dass in den Schweizer Restaurants immer weniger Bier getrunken wird. Theoretisch müsste eine geringere Nachfrage aber zu einem härteren Preiskampf und somit zu tieferen Preisen führen. «Wir können diese Erhöhung nicht eins zu eins nachvollziehen», sagt Anton Schmutz, Direktor von GastroSuisse, dem Dachverband der Schweizer Hoteliers und Wirte.

**Falkenbier zieht nicht mit**
Überrascht sind auch kleinere Brauereien. «Wir haben eine Anpassung bis jetzt nicht einmal diskutiert», sagt Ernst Zingg, Verkaufsdirektor der St. Galler Brauerei Schützengarten. Denn die Preise für Hopfen und Malz seien gesunken. «Wir können nun wieder zu normalen Bedingungen einkaufen.» Auch bei der Schaffhauser Brauerei Falken ist eine Preiserhöhung kein Thema: «Wir beobachten den Markt dauernd, derzeit gibt es aber keinen Grund, von unseren Partnern mehr Geld zu verlangen», sagt Verkaufs- leiter Markus Höfler. Die Wirte hätten genug andere Sorgen. Schützengarten und Falken sind im Vergleich zu Feldschlösschen und Heineken Zwerge. Die beiden Riesen haben einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Der Verdacht steht deshalb im Raum: Nützen die beiden Platzhirsche ihre Marktmacht aus? Haben sie sich sogar abgesprochen? Die Unternehmen widersprechen energisch: «Das Bierkartell gibt es schon lange nicht mehr», sagt Carmen Wyss von Heineken. «Was die anderen Brauereien machen, entzieht sich unseren Kenntnissen», sagt Markus Werner von Feldschlösschen. Beide begründen die Preiserhöhungen mit einer veränderten Kostenstruktur: «Der Betrieb einer Reinigungsanlage beispielsweise bleibt gleich teuer, auch wenn wegen der rückläufigen Nachfrage weniger Mehrwegflaschen zu reinigen sind», sagt Werner. Bei Heineken wird zudem darauf verwiesen, dass dies die erste Preiserhöhung seit fast zwei Jahren sei. Bei den Rohstoffpreisen sei man zudem an langfristige Verträge gebunden. Und der Aufwand für die Energie und die Logistik habe zugenommen – was auch die Verantwortlichen bei Schützengarten und Falken einräumen. Für sie rechtfertigt dies trotzdem keine Preiserhöhung.

**«Es gibt kein Bierkartell»**
Also doch ein Kartell von Feldschlösschen und Heineken? Die Wettbewerbskommission (Weko) winkt ab. «Bei der letzten Überprüfung haben wir festgestellt, dass im Schweizer Biermarkt niemand eine marktbeherrschende Stellung hat», sagt der stellvertretende Direktor Patrik Ducrey. Gaststätten könnten auf andere Anbieter ausweichen. Und um eine Untersuchung wegen Preisabsprachen einzuleiten, brauche es deutliche Indizien. Etwa, dass die Erhöhung gleichzeitig erfolge. Das ist im Fall von Feldschlösschen und Heineken nicht so.

**Flexibilität ist schwierig**
Auch Anton Schmutz vom Wirtedachverband GastroSuisse will nicht von einem Kartell sprechen. «Die beiden Brauereien haben aber eine starke Stellung.» Und die Bindung eines Wirts an eine Brauerei sei wegen der Logistik und der oft lang laufenden Verträge stark. «Viele Wirte können deshalb nicht so flexibel reagieren, wie sie eigentlich möchten.»

#Allgemeines

3. August 2010 | In der Beiz wird der Gerstensaft teurer

Schaffhauser Nachrichten, Front
(wä)

Viele Schweizer Wirte müssen neue Getränkekarten drucken. Denn die beiden grössten Brauereien des Landes, Feldschlösschen und Heineken, wollen mehr Geld für ihr Bier. Feldschlösschen erhöhte per 1. Juli die Preise für Mehrwegflaschen und Fassbier um 4 Prozent. Heineken, das etwa Haldengut, Calanda und Eichhof braut, zieht im Oktober mit etwa 2,5 Prozent nach. Beim Importbier Miller sind es sogar 10 Prozent.
Kleinere Brauereien halten sich hingegen mit Preiserhöhungen zurück. Bei der Schaffhauser Brauerei Falken und dem St. Galler Schützengarten sind sie zum Beispiel kein Thema.

#Notizen zu Namen

31. Juli 2010 | Landolt und Frick kreuzten die Klingen

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Künzi

Der Auftakt zum gestrigen SN-Wahlpodium im Zunftsaal zun Kaufleuten war erstaunlich entspannt: «Wir haben der Einfachheit halber schon bald einmal Duzis gemacht», erklärte SVP-Kandidat Ernst Landolt, zum Verhältnis zum Gegenkandidaten befragt, und AL-Kandidat Matthias Frick meinte: «Ernst Landolt macht einen sympathischen Eindruck, und wenn er in einer anderen Partei wäre, könnte man ihn durchaus wählen.» Dann stellten die beiden noch fest, dass sie einen grünen Daumen haben: Während Frick Dahlien züchtet, sind es bei Landolt Sonnenblumen.
Doch dann wurde es ernst, als SN-Chefredaktor Norbert Neininger, nachdem er die Kandidaten kurz vorgestellt hatte, wissen wollte, wie es die beiden mit Atommüll-Endlagern auf Schaffhauser Boden halten würden. Die Schaffhauser Regierung habe den Auftrag, sich gegen solche Lager zu wehren, und diesen Auftrag würde er im Falle einer Wahl ernst nehmen und erfüllen, erklärte Ernst Landolt. Persönlich sei er der Meinung, dass man alles daransetzen müsse, dass das Endlager nicht in die Region Schaffhausen komme. Schaffhausen unternehme grosse Anstrengungen, um für Neuzuzüger attraktiv zu sein, und da passe ein solches Lager nicht. Matthias Frick pflichtete bei und forderte, auch andere mögliche Standorte in der Schweiz müssten genau abgeklärt werden. Gegensätzliche Standpunkte ergaben sich bei der Frage nach den Atomkraftwerken. Frick plädierte für den Ausstieg aus der Kernenergie: «Der Kanton muss aus dieser schmutzigen Energie aussteigen, wenn er glaubwürdig sein will.» Diesem Ausstieg stand Landolt skeptisch gegenüber: «Wenn wir jetzt die AKW abstellen, gehen rasch die Lichter aus», meinte er und warnte vor «Energieromantik». Voraussetzung für einen Ausstieg sei, dass der Atomstrom durch erneuerbare Energien ersetzt werden könne: «Hier ist uns Deutschland um Längen voraus, hier müssen wir ansetzen.» Damit konnte sich Frick wieder einverstanden erklären: «Je mehr wir in die erneuerbaren Energien investieren, je rascher haben wir sie, und desto schneller kann man die AKW abschalten.» Also Windräder auf dem Randen aufstellen?, fragte Neininger. Ja, wenn jeder Windstoss ausgenutzt werden muss, so Landolt; es werde Diskussionen wegen des Landschaftsschutzes geben, aber: «Vielleicht kommen wir gar nicht darum herum.» Weniger Skrupel, Windräder aufzustellen, hatte Frick: «Die Landschaft in der Schweiz ist ohnehin gänzlich vom Menschen gestaltet, und damit passen die Räder auch auf den Randen.» Bei den Sonnenkollektoren waren sich beide wieder einig: «Wenn man ernsthaft für erneuerbare Energie ist, braucht es sie flächendeckend», (Landolt) und: «In 20 Jahren wird es auch auf dem Munot Sonnenkollektoren haben.» (Frick). Themawechsel: Wie halten es die Kandidaten mit dem Steuerwettbewerb? Den braucht es, denn tiefe Steuern sind ein wichtiger Standortfaktor, meinte Landolt. Es gebe aber auch Grenzen: «Im Kanton Zug können immer mehr normale Leute es sich nicht mehr leisten, dort zu wohnen, weil die tiefen Steuern so viele Gutverdienende angezogen haben. Das will ich nicht, man muss einen guten Mix finden.» Attraktivierung ja, aber bei den Firmen, die mit den günstigen Steuern angelockt würden, müsse man auch darauf achten, ob diese nachhaltige Produkte herstellten, so Frick: «Eine Firma wie Transocean in Zug brauchen wir bei uns im Kanton Schaffhausen nicht.» Während beim Thema «Gemeindefusionen» Einigkeit herrschte («Muss von den Gemeinden selber kommen und kann nicht von oben verordnet werden»), gingen beim Schulkonkordat HarmoS die Meinungen auseinander. «Diese Koordinierung des Schulwesens ist seit 150 Jahren fällig. Es kann nicht sein, dass die Schule von Kanton zu Kanton verschieden ist.» sagte der AL-Kandidat. Etwas differenzierter fiel die Haltung von Ernst Landolt aus: Der Grundsatz sei okay, vor allem, dass überall die gleichen Stundenpläne eingeführt würden. Mit anderen Aspekten von HarmoS habe er aber mehr Mühe: «Die Gemeinden müssen ihren Schulalltag noch gestalten können, und das ist jetzt gefährdet.» Zum Schluss wollte Gesprächsleiter Norbert Neininger wissen, warum das Schaffhauser-volk gerade Ernst Landolt beziehungsweise Matthias Frick in die Regierung wählen solle. «Weil ich ein Vertreter der Linken bin und für Ökologie und die wirtschaftlich Schwachen einstehe», empfahl sich Frick. «Weil ich einen Beitrag dazu leisten will, Schaffhausen weiterzubringen», erklärte Landolt.


Podium zur Regierungsrats-Ersatzwahl
**Die Stimmen aus dem Publikum**

Mehr klare Statements, mehr Erfahrung und ein Zweierticket …
«Jobsharing» lautete die Losung von Sabine Wirth Thommen: Die beiden Kandidaten sollten sich das Amt teilen. Sie kommt wie Katrin Geier aus Buchberg – und die beiden Frauen kennen sowohl Frick als auch Landolt seit mehr als 20 Jahren. Überraschungen gab für sie das Podium also (fast) keine her. Nur der souveräne Auftritt von Matthias Frick überraschte sie angenehm.
Christian Müller, Landwirt aus Thayngen, fand, dass man den beiden Kandidaten härtere Fragen hätte stellen sollen, «etwa zum Thema Asyl oder AHV/IV-Missbrauch», sagte Müller. Vom Kandidaten Frick war Müller nicht enttäuscht, «er braucht aber noch mehr Lebenserfahrung – auch politische muss er noch zulegen». Allzu viel Neues hat Müller gestern nicht erfahren, «die Katze wurde nicht aus dem Sack gelassen».
Für Adrian Ackermann und Mirella Walter war ihr Kandidat Frick der Gewinner des Duells. «Es braucht einen Vertreter der jungen Generation», waren sie sich einig. «Oft waren die beiden ja einer Meinung», fand Walter. Anerkennung gab es von Ackermann auch für den SVP-Mann: «Landolt hat gezeigt, dass er mehr Erfahrung hat – aber er hängt doch sehr stark dem Altbekannten nach.»
Für wen Till Aders – der Präsident der AL – Sympathien hegt, ist keine Frage. Er fand, sein Kandidat Frick habe mit Fachwissen gepunktet. Aus der Schule kennt Oscar Köllner Matthias Frick. Und er konnte versichern: Matthias Frick ist auch als Regierungsratskandidat total authentisch.
Als positiv bezeichnete Matthias Wipf den Umstand, dass die Bevölkerung aus zwei Kandidaten auswählen kann. «Für die Demokratie ist das begrüssenswert», sagte er. Weniger zufrieden war er mit dem Auftritt der beiden Kandidaten: «Ich hätte mir von beiden klarere Aussagen und Visionen gewünscht.»
Matthias Freivogel und Esther Bänziger hielt es während der Debatte im Zunftsaal kaum mehr auf den Stühlen, die beiden Sozialdemokraten machten sich sogar mit Zwischenrufen bemerkbar. «Landolts Aussagen zu HarmoS waren falsch», monierte Bänziger. Und auch Freivogel geizte nicht mit Kritik: «Wer einmal das Volkswirtschaftsdepartement übernehmen will, muss wissen, dass das Sicherheitszentrum ein Thema ist!»
Andreas Schirrmacher kennt Frick von der Scaphusia her. Und trotzdem: Die Stimme seines Kollegen ist er sich auch nach dem gestrigen Abend nicht sicher. Auch wenn er zum Teil Ansichten mit Frick teilt und gut findet: Die Ideen zur Umsetzung – Stichwort Energie – überzeugten ihn nicht immer, Landolt machte ihm den sichereren Eindruck und steht ihm sachpolitisch näher. Zufrieden war Fricks Wahlkampfleiter José Krause. Ihm gefielen die kurzen Sätze seines Kandidaten. «Aber ein bisschen angriffiger hätte er schon auftreten können.»
(rob/dk)

#Notizen zu Namen

30. Juli 2010 | Letzte Chance für zwei Ausflugsplätze

Schaffhauser Nachrichten, Stein/Diessenhofen
Thomas Riesen

Diessenhofen Idyllisch gelegen sind die beiden Feuerstellen «Mörderbuck» unterhalb der Klinik St. Katharinental. Direkt daneben eine Anlegestelle für Gäste vom Rhein her und auch Wander- und Radweg sind ganz in der Nähe. Kein Wunder, sind die Grillplätze an schönen Tagen sehr begehrt. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Eine der beiden Grillstellen wurde im Frühling verwüstet und wiederhergerichtet. Jetzt ist das gleiche noch einmal passiert – bei beiden Plätzen gleichzeitig. «Wir sind bereit, etwas für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, aber so geht es nicht», sagt Urban Brütsch, Präsident des Forstreviers und in der Bürgergemeinde (sie hat die beiden Feuerstellen gesponsert, die Red.) für den Wald zuständig. Das sei eine «Sisyphos-Arbeit». Und der Revierförster Jakob Gubler ergänzt: «Die Feuerstellen waren solide gebaut, die drei Stützen in Beton gegossen und die Grillroste mit Ketten verbunden. Das hat Kraft gebraucht.»

**Grillroste gestohlen**
Unabhängig davon: Derzeit können beide Grillstellen nicht genutzt werden, denn die Grillroste wurden von den Vandalen gleich mitgenommen. Anzeige erstattet hat bis jetzt jedoch weder Brütsch noch Gubler. «Gegen wenn denn? Das bringt doch nichts», sagt der Revierförster, und auf die Frage, wer es gewesen sein könnte, sagt Brütsch: «Für einen Wanderer oder Velofahrer wäre es wahrscheinlich eher mühsam gewesen einen grossen Grillrost mitzunehmen. Eventuell war es ein Besucher vom Rhein her.» Gleichzeitig wissen er und Gubler aus Erfahrung, dass man mit einer Feuerstelle umso mehr Probleme hat, je besser zugänglich sie ist. Dann werde auch mit dem Auto herangefahren und zum Beispiel das bereitgestellte Holz gestohlen. Das sei bei anderen Feuerstellen beobachtet worden. Andererseits kennen sie diese neue Art von Problemen bei den anderen, grösseren Grillstellen, die sie unterhalten, nicht, weil diese weniger gut zugänglich sind. Es stellt sich also die Frage: Wie weiter? Brütsch und Gubler haben sich im Vorfeld des Gespräches darüber Gedanken gemacht und sind zum Schluss gekommen, das beide Plätze noch einmal schön hergerichtet werden. Sollte es in nächster Zeit jedoch noch einmal zu einem Fall von Vandalismus kommen, werden sie geschlossen. Das bedeutet in der Praxis ein Grillverbot beim «Mörderbuck», denn Grillieren ist im Schaarenwald nur an offiziellen Feuerstellen erlaubt. «Das wäre schade, denn bisher hatten wir hier mit Abfällen nur wenig und sonst gar keine Probleme», sagt der Revierförster.

**Kosten von rund 2000 Franken**
Die Kosten für eine Sanierung der beiden Feuerplätze betragen rund 2000 Franken, schliesslich seien sie bereit, etwas Solides, Schönes zur Verfügung zu stellen. Ergänzend hat Gubler bei der Stadtgemeinde Diessenhofen angefragt, ob sich diese möglicherweise daran beteiligt, und dazu das Gespräch mit Stadtammann Walter Sommer gesucht. Dieser weilt in den Ferien. Stellvertretend sagt der Stadtschreiber Armin Jungi: «Ich könnte mir vorstellen, dass ein solches Gesuch im Stadtrat eine Chance hätte.» Auf die Frage, ob die Stadtgemeinde bei ihren Feuerstellen beim «Tote Maa» und in der Badi ebenfalls schlechte Erfahrungen mit Vandalismus gemacht hat, sagt er: «Das gab es auch schon, ist jedoch eine Weile her. Wir haben eher ein Problem mit dem Abfall.»

#Allgemeines

30. Juli 2010 | Qualitätssiegel für Brauerei Falken

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
(sda)

Zehn mittlere und kleinere Schweizer Privatbrauereien haben sich gestern auf dem Tellspielareal bei Interlaken auf Qualität eingeschworen. Sie alle wurden mit dem Qualitätssiegel der deutschen Vereinigung Brauring ausgezeichnet. Das Qualitätssiegel soll die kleinen Brauereien im hart umkämpften Biermarkt stärken und ihnen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den grossen Weltkonzernen verschaffen. Von dem Gütesiegel sollen Konsumenten, Gastronomen und der Handel profitieren, schreiben die Brauereien in einer gemeinsamen Mitteilung. Mediengerecht inszeniert, leisteten die Vertreter der zehn Brauereien vor den Kulissen des Tellspiels einen Qualitätsschwur. Damit verpflichten sie sich unter anderem, ihre Biere einer jährlichen Prüfung bei einem unabhängigen Institut zu unterziehen. Das Siegel erhielten die Brauereien Felsenau (Bern), Rugen (Interlaken), H. Müller (Baden), Brauerei Baar (Baar), Locher (Appenzell), Falken (Schaffhausen), Adler (Schwanden), Rosengarten (Einsiedeln), Stadtbühl (Gossau) und Sonnenbräu (Rebstein). Die Kooperationsgesellschaft Brauring, die das Qualitätssiegel vergibt, wurde 1973 gegründet und zählt heute 200 Brauereien in Deutschland und 26 in der Schweiz und Österreich zu ihren Mitgliedern.

#Notizen zu Namen

28. Juli 2010 | Alternative Liste stellt Kandidaten vor

Schaffhauser Nachrichten, Region
Zeno Geisseler

Die Regierungsratswahl ist für die Alternative Liste eine Riesenchance. Ein Sitzgewinn wäre für die jungen Linken zwar eine grosse Überraschung, und das sehen die Aktivisten ganz realistisch. Aber der Kampf um die Nachfolge von SVP-Regierungsrat Erhard Meister ist in jedem Fall eine erstklassige Plattform, um Programm, Parolen und Personen zu promoten. Wer als Einziger der SVP die Stirn bietet, hat die Aufmerksamkeit auf sicher. Da sind die 10 000 Franken, die der AL für den Wahlkampf zur Verfügung stehen, gut eingesetztes Geld, egal, wer den Sitz am 29. August letztlich holt.
An der gestrigen Vorstellung ihres Kandidaten Matthias Frick war denn die Regierungsratswahl zwar das Hauptthema, die AL nutzte den Anlass aber auch, um auf andere politische Anliegen aufmerksam zu machen, namentlich auf ihre Hochschul-Initiative, über die am gleichen Tag abgestimmt wird. Trotzdem versteht die AL die Kandidatur nicht als Alibi-Übung. Es sei wichtig, den Sitz in der Regierung nicht kampflos dem politischen Gegner zu überlassen, sondern dem Volk eine Auswahl zu bieten, sagte AL-Präsident Till Aders. Frick sei trotz seiner 25 Jahre jemand, der für den Regierungsrat geeignet sei. Nicht zuletzt, weil er als Kantonsrat im Gegensatz zum SVP-Nominierten die Parlaments- und Kommissionsarbeit gut kenne. Frick selbst versteht sich getreu der AL-Linie als Vertreter der Jungen und der ökologisch engagierten Linken: «Wir haben schon genug Babyboomer in unserer Regierung», sagt er. Die Steuerprivilegien für Gutsituierte gehörten abgeschafft, der Schutz der Arbeitnehmer müsse ausgebaut werden. Zudem soll die Nachhaltigkeit beim Wachstum des Kantons eine viel grössere Rolle spielen. Weiter gelte es, mit allen Mitteln den Zuwachs des Privatverkehrs einzudämmen. Mit dem Bau des Galgenbucktunnels und dem Ausbau der A4 nach Winterthur etwa seien völlig falsche Grundsteine gelegt worden. Frick sieht sich dennoch nicht als ideologiegesteuerter Ökofundamentalist. Er wolle eine lösungsorientierte Sachpolitik betreiben und sei durchaus auch kompromissbereit. Das lebt er auch vor: Frick besitzt zwar ein Generalabonnement der SBB, in die Ferien nach Frankreich fährt er aber in seinem eigenen Auto. Und wenn er in der Freizeit nicht gerade Bäume veredelt, schraubt er in der Garage an einem Oldtimer herum.


Matthias Frick
Zur Person

Ausbildung Matthias Frick, geboren 1985, wuchs in Trasadingen auf. Kantonsschule in Schaffhausen, seit 2006 Student (Geschichte und Politologie) an der Universität Zürich. Daneben tätig in der Aktenerschliessung im Staatsarchiv Zürich. Politisches Frick ist Gründungsmitglied der Alternativen Liste und wurde im Herbst 2008 in den Kantonsrat gewählt. Schwerpunkte: Verkehr und Energie. Engagements Matthias Frick ist Mitglied der Gewerkschaft VPOD, der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), von Klar! Schaffhausen, des VCS, der Mittelschulverbindung Scaphusia und der Pro Specie Rara.

#Notizen zu Namen

27. Juli 2010 | Manchmal ist ein Schritt über die Schwelle notwendig

Schaffhauser Nachrichten, Kolumne
Felix Schwank

Unserer Zeit wird nachgesagt, sie sei nicht geschichtsbewusst. Die Tageszeitung scheint das zu widerlegen. Mit einem Jubiläumsbericht pro Woche darf man rechnen. Die Jubiläumsreden sind geblieben, stehen aber oft im Schatten der kulturellen Beigaben. Ihnen gilt die Freude jener, die das Unternehmen weitertragen. Das Traditionelle wird noch gestreift. Der Stadtpräsident sagt es mit Bezug auf die 300 jährige Steigschule zum Beispiel so: «Ich habe dieses Schulhaus in guter Erinnerung, trotzdem ist der Unterricht im Steigschulhaus nicht immer angenehm gewesen. Wenn wir nicht gemacht haben, was der Lehrer wollte, sind die Strafen klar gewesen.» Ich weiss es von ihm, dass Willy Pfunder, der zu Thomas Feurers Zeit dort Lehrer war, «Kopfnüsse» verteilte. Nein, Körperstrafen, das habe es bei ihm nicht gegeben. Dies sagte der Lehrer in einem Kreis, in welchem ein ganz früher Pfunder-Schüler dabei war. Ein Lächeln umspielte dessen Mund, dann redete er seinen ehemaligen Lehrer mit dem Cerevis an, den man Willy Pfunder bei der Scaphusia zugeteilt hatte: «Weisst du nicht mehr, Uhu, wie du die Sünder im Turnen zu den Ringen befohlen hast, wo die Seile herunterhingen. Übers Knie hast du sie genommen und die Seile doppelt. Uhu gab es zögernd zu, aber mit dem Beifügen, es sei die Ausnahme gewesen. Die Strafen seien klar gewesen, hat Thomas Feurer gesagt. Hat er «Kopfnüsse» kassiert, weil er, wie er sagt, manchmal bei den Abweichlern war?
Willy Pfunder war als Lehrer das, was wir heute als gute, alte Schule bezeichnen würden. Bei einem meiner Besuche kam er auf die Rechtschreibung zu sprechen. Ich habe mir dazu ein paar Notizen gemacht und finde in meinem Tagebuch unterm 9. März 1986 Folgendes: «Ich (W. Pf) habe festgestellt, dass es ca. 300 Rechtschreibfehler gibt, die immer wieder vorkommen. Gegen diese Fehler habe ich einen Schlachtplan gemacht. Ich habe Diktatserien geschaffen, in denen die 300 Wörter nach und nach vorkommen. Verpackt in eine kleine Geschichte. Die Sache durfte nie langweilig werden. Die hartnäckigsten Fehler habe ich durch Wiederholung der Wörter ausgemerzt. In der 5. Klasse konnte bei mir praktisch jeder fehlerfrei schreiben.»
Der Unterricht im Steigschulhaus sei nicht immer angenehm gewesen, erinnert sich der Stadtpräsident. Das Exakte, das in den Sätzen Pfunders zum Ausdruck kommt, hat das Mühsame zum Begleiter. Das muss so sein und wird so bleiben, auch wenn wir dem Spielerischen, das zu Kreativem führt, seinen Platz einräumen. Folgt die Steigschule, ja unsere Schule, dieser Tradition – und sie wird vom Lehrer sichergestellt -, bleibt vom Jubiläum das Wesentliche.
Wenn nun im Kanton Zürich in den nächsten Jahren 1000 Lehrer fehlen, wird es auch für Schaffhausen eng. Der unselige Streit über die geleiteten Schulen, der bei uns Zeichen der Sturheit trägt, ist zu beenden. Es gibt andere Mittel, um den Lehrern mehr Möglichkeiten zu geben, ihren Unterricht zu gestalten. Dazu gehört sicher, dass man die Computer zügelt, die zu viel Papier auf die Lehrerpulte herunterladen. Wo gut bezahlte Schulräte als Ephoren (Aufseher) mit den Problemen nicht mehr fertig werden, könnte ein Trouble-Shooter eingesetzt werden. Die geleitete Schule neigt nach Ansicht vieler zur Überverwaltung. Wer die Schule vom Spargebot ausnehmen will, tut ihr nichts Gutes. Es überrascht, wie harsch die Politik in Schaffhausen mit jungen Leuten umspringt, die sich an das Wort «sparen» wagen. Natürlich wird auch übers Ziel hinausgeschossen. Meine Freisinnigen täten gut daran, die Reihen zu schliessen. Wenn einer, der in der Partei weit oben steht, meint, die Türe bleibe offen, dann sage ich ihm als ehemaliger Parteipräsident: «Offene Türen erzeugen allenfalls Durchzug. Manchmal ist ein Schritt über die Schwelle nötig.» Wenn es beim Freisinn so lottert wie jetzt, sind die nächsten Wahlen verloren. Das sind harte Worte, ich weiss.
Und wenn ich es friedlich haben will, verziehe ich mich gerne ins Engadin. Hochzeitstag! Der 59.! Ob sich da ein Jubiläum anbahnt, liegt nicht in unserer Hand. Wir fuhren hin. Ein trüber Tag. Die Strasse aber jenseits des Flurlinger Tunnels trocken. Da braust von rechts einer daher. Einfahrt ja, aber da noch ein Zweiter, mit Vollgas. Leicht. auf die Bremse und dann die Frage, macht dieses diesige Wetter die Lenker verrückt? Die Quittung kommt auf der Zürcher-Oberland-Autobahn, auf jenem Stück, das die Geschwindigkeit bei höchstens 80 km/h haben will. Ein Schatten im Rückspiegel. Schon vorbei. Ein Sportwagen, ein zweiter, ein dritter, alle auch deutlich über 120 km/h. Kein Rennen, einfach so, weil Sonntag ist. Weil man damit rechnet, auch die Polizei habe Sonntag. Die Fahrt über den Julier war sonnig. Nach Bivio das grosse gelbe Blühen der Wiesen, das Mäandern der Bäche, die von den Hängen sprudeln. Im Engadin zog der Scheibenwischer knarrende Spuren. Werde ich zum ersten Mal bei Regen in Sils einfahren? Nein, der Himmel war uns gnädig, blaute auf, wir zogen gegen den See. Aber der Wind war stürmisch, so stürmisch, dass ich meinen kosmetischen Spruch vom Faltenglätter Malojawind unterdrückte. Dann der Abend. Es gebe für uns einen Apero. Es gab mehr. Es gab eine Überraschung: Unter der Tür stand unsere Tochter mit wunderbaren Rosen im Arm. Welch ein Segen doch Kinder sind. Und Kindeskinder. Am goldenen Hochzeitstag vor neun Jahren waren wir, mit Marianne, den Blumenweg von Baseglia nach Grevasalvas gegangen. Diesmal wagten wir es noch von Plaun da Lej aus, das halbwegs liegt. Langsam, mit vielen Halten folgten wir dem Strässchen. Die Sonne spielte mit dem Gelb der Trollblumen. Dazwischen Gruppen jener Veilchen mit dem langen Sporn, deren warmes Violett uns erfreute. Längerer Halt bei einem weiss herabschäumenden Bach und dann das Dörfchen. Grevasalvas, Heidifilm. Wir sassen in der Sonne, dachten daran, dass wir früher über die Sumpfwiesen mit dem Wollgras nach Blaunca gestiegen waren. Und dann, auf nassem, bachbettartigem Weg, hinunter nach Pila, wo jener Giovanoli haust der, wie man sagte, die besten Würste im Tal bereitete. Wir kamen ins Träumen, blickten hinunter auf den gleissenden See. Unser kleines Jubiläum war von tiefer Dankbarkeit erfüllt.

#Aktivitas

25. Juli 2010 | Das neue Quartalsprogramm ist online!

[Quartalsprogramm August – Oktober](https://scaphusia.ch/anlaesse/anlaesse-der-aktivitas/)

#Allgemeines

14. Juli 2010 | «Wir wollen die Lebensqualität erhalten»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Walter Joos

*Schaffhausen entwickelt sich – trotz der stetig zunehmenden Anstrengungen seitens der Wirtschaftsförderer – im Vergleich zu den benachbarten Standorten in einem eher bescheidenen Masse. Warum?*
Thomas Holenstein: In Schaffhausen sterben Jahr für Jahr mehr Menschen, als im gleichen Zeitraum geboren werden. Dieser negative Geburtenüberschuss muss zuerst kompensiert werden. Ohne Neuzuzüger würde unsere Bevölkerung schrumpfen. In den letzten Jahren ist es uns in zunehmendem Masse gelungen, diesem unerfreulichen Trend Einhalt zu gebieten.

*Die Wirtschaftsförderer plädieren stets für ein möglichst günstiges Steuerklima. Unter dem Strich zahlen die Steuerpflichtigen jedoch nach wie vor mehr als in den benachbarten Gemeinden im Kanton Zürich.*
Marcus Cajacob: Regierung und Parlament haben in den letzten Jahren eine Vielzahl von konkreten Schritten zur Verbesserung des Steuerklimas für natürliche und juristische Personen unternommen. Bei den natürlichen Personen nähern wir uns der im Kanton Zürich geltenden Steuerbelastung in kleinen Schritten an. Zudem wurde vor zwei Jahren eine erhebliche Entlastung bei den juristischen Personen beschlossen. Die damit verbundenen Steuerausfälle wurden innerhalb kurzer Zeit durch zusätzlich akquirierte Unternehmen kompensiert. Wir bewegen uns also stetig in der richtigen Richtung.

*Nach Ansicht verschiedener Politiker ist die Steuerbelastung nicht unbedingt der wesentlichste Faktor bei einer Standortwahl. Wo liegen denn aus Ihrer Sicht die Prioritäten?*
Ueli Jäger: Die Attraktivität eines Standortes hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Dazu gehören zum Beispiel auch die Verkehrsanbindung, das Bildungsangebot, der Gesundheitsdienst und die Verfügbarkeit von geeigneten Immobilien.

*Regierung und Stadtrat setzen in wirtschaftlicher und in demografischer Hinsicht auf ein weiteres kontinuierliches Wachstum. Warum können wir uns denn nicht einfach mit der vorhandenen Substanz zufrieden geben?*
Holenstein: Wachstum ist für uns kein Selbstzweck. Es geht dabei in erster Linie um den Erhalt der Lebensqualität der heutigen und der künftigen Einwohner sowie um die Sicherstellung der staatlichen Leistungsfähigkeit sowie einer angemessenen Nachfrage im Bereich des Konsums. Ohne die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und den Zuzug neuer Einwohner geraten wir auf fatale Weise ins Hintertreffen.

*Sie rücken bei Ihren Imagekampagnen stets unsere paradiesischen Verhältnisse in den Vordergrund. Gleichzeitig huldigen Sie einer Wachstumsstrategie, welche unserer viel gelobten Überschaubarkeit kaum förderlich sein dürfte.*
Cajacob: Das heisst, dass wir pro Kopf unter dem Strich mehr Steuern zur Sicherstellung der staatlichen Dienstleistungen und der vorhandenen Infrastruktur zahlen müssten. Ein moderates Wachstum ist aus unserer Sicht eine Notwendigkeit. Wir wollen damit eben gerade die Lebensqualität erhalten.

*Um das angestrebte Wachstum zu ermöglichen, brauchen wir aufgrund der in den letzten Jahren gemachten Analysen mehr attraktiven Wohnraum und mehr verfügbares Bauland.*
Jäger: Der Wohnraumbedarf nimmt nicht nur wegen der erwarteten Neuzuzüger kontinuierlich zu. Die Statistiken zeigen, dass auch die bereits ansässige Bevölkerung immer mehr Wohnflächen beansprucht. Um unsere demografische Struktur zu verbessern, besteht eindeutig Handlungsbedarf. Wir brauchen gut situierte Familien mit Kindern. Überalterte Immobilienbestände drücken zudem auf die Mietpreise und hemmen damit potenzielle Investoren.

*Ist es denn primär eine Sache der öffentlichen Hand, das Immobilienangebot zu verbessern?*
Holenstein: Der Wohnungsbau soll auch in Zukunft in erster Linie durch private Investoren erfolgen. Der Kanton, die Stadt und die Gemeinden haben jedoch eine Vielzahl von Möglichkeiten, um die Attraktivität unserer Region als Wohnort und Lebensraum zu steigern. Die Regierung hat die Notwendigkeit zum Handeln erkannt. Unter Federführung des Baudepartements prüft eine breit abgestützte Arbeitsgruppe geeignete Massnahmen. Beispielsweise Anreize für Sanierungen, die Schliessung von Baulücken oder Verdichtungen.

*Nach den Vorstellungen des Stadtrates soll die Stadt vor allem nach «innen» wachsen. Besteht dabei nicht die Gefahr, dass eine Vielzahl von attraktiven Grünflächen im Siedlungsgebiet verschwindet?*
Holenstein: Wir wollen unsere weitgehend intakte Umwelt so weit wie möglich schonen. Aus diesem Grund möchten wir nicht einfach weiteres Kulturland erschliessen und zubetonieren. Wir verfügen an verschiedenen Orten über seit längerer Zeit ungenutzte Potenziale und möchten daher die bestehenden Siedlungsräume qualitativ aufwerten und diese besser nutzen. Dazu gehören auch die Nutzung von freien Flächen im Siedlungsgebiet und die damit mögliche Erhaltung von Grünflachen ausserhalb.

*Die Wirtschaftsförderung setzt im wirtschaftlichen Bereich in erster Linie auf den Zuzug von international tätigen Unternehmen im Bereich von Dienstleistungen.*
Cajacob: Wir sind in erster Linie dort aktiv, wo wir eine Chance und einen maximalen «return on investment» für den Kanton und die Gemeinden haben. Wir haben in den vergangenen Jahren nicht nur für zusätzliche Steuereinnahmen, sondern auch für die Schaffung einer Vielzahl von neuen Arbeitsplätzen gesorgt. Wir sind ausserdem bestrebt, bestimmte Schwerpunkte zu setzen. Ein erstes Beispiel ist das in enger Zusammenarbeit mit der Branche entstandene Ausbildungszentrum für Verpackungsspezialisten.

*Aus Sicht der ländlichen Gemeinden streben Sie vor allem eine Stärkung des urbanen Zentrums an. Möchten Sie das übrige Gebiet des Kantons in einen regionalen Naturpark verwandeln?*
Jäger: Unsere Strategie beruht auf bereits bestehenden natürlichen und historisch gewachsenen Schwerpunkten. Neben der unabdingbaren Stärkung des urbanen Zentrums soll sich auch die Landschaft mit ihren gewachsenen Dorfstrukturen und Naturräumen weiter entwicklen. Dazu bedarf es keiner neuen Vorschriften, sondern der Planung und der Umsetzung von möglichst breit abgestützten Projekten. Hierzu zählt auch die Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken eines regionalen Naturparks. Wir sind überzeugt, dass sich mit Hilfe einer integralen Stärkung des Tourismus, des Weinbaus, der Landwirtschaft und der Naherholung auch für die ländlichen Gebiete neue Perspektiven eröffnen.

*Stehen Ihre angestrebten Ziele – Clusterbildung in bestimmten wirtschaftlichen Bereichen und Schaffung von regionalen Naturparks – nicht in einem gewissen Widerspruch?*
Cajacob: Die Kombination von innovativen Entwicklungen im Zentrum der Region und die gleichzeitige Nähe zu einer teilweise fast unberührten Landschaft innerhalb einer überschaubaren Region zählten zu den eigentlichen Vorzügen unseres Kantons. Die damit verbundene Vielfalt wird sowohl von der einheimischen Bevölkerung als auch von den Neuzuzügern gleichermassen geschätzt.

*Je mehr wir unsere natürlichen Grenzen überschreiten und Schaffhausen in den Sog der «greater Zurich area» gerät, desto grösser ist doch die Gefahr, dass Siedlungsdruck und Verkehrsbelastung zunehmen.*
Jäger: Wir können – davon sind wir überzeugt – unsere Position im Wettbewerb der Standorte ohne gleichzeitige Aufgabe unserer Trümpfe ausbauen. Wir streben aus diesem Grunde in erster Linie ein moderates Wachstum mit nachhaltiger Ausrichtung an.

**Strategische Zielsetzung Stärkung des Standortes**

Vorrangiges Ziel von Regierung und Parlament sind nach wie vor die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die weitere Attraktivierung des Kantons Schaffhausen als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Die volkswirtschaftliche Basis soll weiter vergrössert und diversifiziert werden, mit dem Ziel, zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu schaffen, zusätzliches Steuersubstrat für Kanton und Gemeinden zu generieren sowie die notwendigen Investitionen am Standort Schaffhausen auszulösen.
Weiter wollen die Behörden von Kanton und Stadt die verschiedenen Träger der Projekte zur Regional- und Standortentwicklung bei der Realisierung ihrer Vorhaben tatkräftig unterstützen. Die 2009 gestartete Imagekampagne «Schaffhausen – ein kleines Paradies» wird – in den Grundzügen unverändert – auch im laufenden Jahr fortgesetzt.

**Standortentwicklung «Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es»**

Den einheimischen Behörden und den von ihnen beauftragten Wirtschaftsförderern ist es in den letzten zwölf Jahren gelungen, die Rahmenbedingungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft in den Bereichen öffentlicher und privater Verkehr, Bildung und Steuern schrittweise zu verbessern. Dank einer zielgerichteten, auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Politik konnten im Laufe der Jahre neue Arbeitsplätze geschaffen, Investitionen ausgelöst, der Konsum erhöht und in einem erheb-lichen Masse zusätzliche Steuereinnahmen generiert werden. Damit sich der Kanton Schaffhausen gemäss der zu Beginn dieses Jahrtausends vom Regierungsrat definierten Leitidee als attraktiver Lebensraum und Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität und zu einem Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung entwickeln kann, müssen die heute vorhandenen Rahmenbedingungen aus der Sicht der Wirtschaftsförderer in den kommenden Jahren verbessert werden. Die Behörden haben in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Projekten entwickelt und die zu deren Realisierung notwendigen finanziellen und recht-lichen Grundlagen geschaffen. Dazu zählen unter anderem das vom Verein Agglomeration Schaffhausen am 22. November 2007 gutgeheissene Agglomerationsprogramm sowie das vom Parlament am 19. Mai 2008 gutgeheissene Gesetz zur Förderung der regionalen Standortentwicklung. Mit diesen Erlassen wurden wesentliche Grundlagen geschaffen, zu einer möglichst raschen Umsetzung der im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung von Stadt und Land geplanten Investitionen. Dazu zählt auch die Bereitschaft des Bundes, die konkreten Massnahmen in finanzieller Hinsicht massgeblich zu unterstützen. Der Handlungsbedarf ist unbestritten. Doch es gibt – zumindest laut Erich Kästner – nichts Gutes, es sei denn, man tut es. (W. J.)

#Notizen zu Namen

9. Juli 2010 | In Zukunft heissts «chrampfe und gnüüsse»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Künzi

«China ist die grosse Herausforderung, und Sie müssen sich damit auseinandersetzen.» Auf diesen Satz spitzte Wirtschaftsförderer Thomas Holenstein seine Ausführungen an die Maturandinnen und Maturanden zu, bevor diese ihre Maturzeugnisse in Empfang nehmen konnten. Urs Saxer, der Rektor der Kantonsschule, hatte Holenstein nicht zuletzt deshalb eingeladen, weil dieser während einiger Jahre den Wirtschaftsstandort Schweiz in China vertreten hatte. Was er über das aufstrebende Reich der Mitte zu sagen hatte, war eindrücklich. Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss kam Holenstein auf die Gegenwart zu sprechen: «In China läuft ein gesellschaftliches Experiment, das einen totalitären Staat mit der Marktwirtschaft verbindet.» Die Chinesen würden mit dem Westen als Vorbild und mit schweizerischen Tugenden an ihrem Wohlstand arbeiten. Ohne Zweifel werde das 21.Jahrhundert das chinesische Jahrhundert sein, mit Folgen auch für die Schaffhau- ser Maturanden, die sich mit dieser Herausforderung auseinanderzusetzen hätten. Einfach nur den Wohlstand zu geniessen, gehe nicht mehr: Es müssten Leistungen erbracht und für die Demokratie gekämpft werden. Mit den Worten «Chrampfe und gnüüsse – es braucht beides» schloss Holenstein.

**Gratulation der Regierung**
Seine Rede war der nachdenklichere Teil einer stimmungsvollen Feier, zu der Angehörige, Freunde, Lehrkräfte und weitere Personen, die sich mit den erfolgreichen Prüflingen verbunden fühlten, in die Kirche St. Johann gekommen waren. Die Grüsse und Gratulationen des Regierungsrats überbrachte Christian Amsler, der Vorsteher des Erziehungsdepartements, der die Gelegenheit nutzte und für den Lehrerberuf warb. «Sie sind die Zukunftshoffnung des kleinen Paradieses Schaffhausen», rief er den erfolgreichen Absolventen der Maturaprüfung zu, bevor diese klassenweise die blumengeschmückte Bühne betraten und aus der Hand von Urs Saxer ihre Zeugnisse erhielten. Jede und jeder bekam den verdienten Applaus, und wenn die Prüfungsleistung besonders gut war, eine Einladung zum Förderprogramm der schweizerischen Studienstiftung oder ein Schreibset. Immer wieder unterbrochen wurde die Zeugnisübergabe durch musikalische Einlagen, die durchs Band von hauseigenen Kräften, das heisst von Schülerinnen und Schülern der Kantonschule, bestritten wurden. Zum Schluss wurde Fabian Kraxner für die beste Maturaprüfung 2010 ausgezeichnet: Aus der Hand von Richard Ronner erhielt er für seinen Notendurchschnitt von 5,78 den Anerkennungspreis der Stiftung der Verbindung Munot. Zum Schluss wurde gemeinsam das alte Studentenlied «Gaudeamus igitur» gesungen.

**Profil M musisch/sprachlich**
Nina Ackermann, Schaffhausen, beabsichtigte Ausbildung: Rechtswissenschaften; Michael Bänziger, Neuhausen am Rheinfall, noch nicht entschieden; Nina Böni, Flurlingen, noch nicht entschieden; Anita Bosshard, Beringen, Pädagogische Hochschule; Belinda Brauchli, Wilchingen, Theater; Aline Bürgin, Schaffhausen, Psychologie; Nadine Burkert, Schaffhausen, Praxis; Linda Burri, Schaffhausen, Kunst; Anabel Da Pra, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Gianluca Di Deo, Neuhausen am Rheinfall, Humanmedizin; Leonie Eaton, Uhwiesen, Auslandsaufenthalt; Anna Eichrodt, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Andrea Engel, Diessenhofen, Physik; Jacqueline Fäs, Neuhausen am Rheinfall, Information/Dokumentation; Jonas Fischer, Schleitheim, Humanmedizin; Anna Fontana, Dachsen, Rechtswissenschaften; Anna Fryscak, Schaffhausen, Praxis; Silvana Geisshüsler, Stetten SH, Pharmazie; Janina Graule, Schaffhausen, Humanmedizin; Tanja Griadunova, Basadingen, Kunst; Vanessa Guidetti, Ramsen, Umweltwissenschaften; Nina Helg-Kurmann, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Janine Hofer, Lohn SH, Hotellerie; Sibil Hofer, Schaffhausen, Architektur; Robin Hübscher, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Leonie Hunter, Schaffhausen, Politikwissenschaft; Nino Keller, Schaffhausen, Praxis; Vera Küng, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Anja Leu, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Dominique Looser, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Pauline Lüthi, Flurlingen, Auslandsaufenthalt; Selina Lüthi, Thayngen, Pädagogische Hochschule; Johanna Mattern, Trasadingen, Auslandsaufenthalt; Désirée Metzler, Dachsen, Praxis; Valentina Missio, Beringen, Pädagogische Hochschule; Arlène Müller, Löhningen, Pädagogische Hochschule; Ramona Neidhart, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Anna Portmann, Schaffhausen, Humanmedizin; Lorena Ricci, Schaffhausen, Tourismus; Claudia Rohr, Schaffhausen, Information/Dokumentation; Franca Schaad, Neuhausen am Rheinfall, Praxis; Carola Schabert, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Kathrin Schäppi, Thayngen, Russisch; Joscha Schraff, Gächlingen, Jazzschule; Lina Stahel, Beringen, Musik; Beatrice Strasser, Stein am Rhein, Pädagogische Hochschule; Michaela Tobler, Neuhausen am Rheinfall, Pädagogische Hochschule; Jules Trümpler, Schaffhausen, Agronomie; Yasemin Tüzel, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Manuel von Burg, Lohn SH, noch nicht entschieden; Manuela Voss, Stetten SH, Auslandsaufenthalt; Lynn Walter, Löhningen, Praxis; Karin Wäspe, Uhwiesen, Soziale Arbeit; Sara Wohlwend, Ramsen, Pädagogische Hochschule.

**Profil N naturwissenschaftlich/mathematisch**
Lea Behlau, Flurlingen, beabsichtigte Ausbildung: Humanmedizin; Christoph Bohren, Thayngen, Umweltwissenschaften; Niculin Detreköy, Diessenhofen, Physik; Claudia Deuber, Osterfingen, Erdwissenschaften; Robin Dreyer, Hemishofen, Maschinenbau; Florian Fanger, Thayngen, noch nicht entschieden; Christopher Gabriel, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Simon Gmür, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Elisabeth Güttinger, Schaffhausen, Umweltwissenschaften; Ralph Hartmeier, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Felix Hauser, Schaffhausen, Praxis; Matthias Karst, Stein am Rhein, Sprachen; Luca Keller, Dörflingen, Maschinenbau; Blanka Krznaric, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Marco Lang, Uhwiesen, Maschinenbau; Marco Mächler, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Armon Mändli, Lohn SH, noch nicht entschieden; Hannes Müller, Dörflingen, Maschinenbau; Laura Neumann, Beringen, Praxis; Fritz Prengel, Beringen, Auslandsaufenthalt; Nico Reber, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Katharina Rieker, Diessenhofen, Wirtschaftswissenschaften; Andrin Rohner, Dachsen, Maschinenbau; Corinne Ruh, Buch SH, Agrar-/Lebensmittelwissenschaft; Silvan Scheerer, Gächlingen, Wirtschaftswissenschaften; Bettina Schlatter, Beringen, Humanmedizin; Nicolas Schmid, Schaffhausen, Maschinenbau; Robert Spleiss, Schaffhausen, Informatik; Jasper Stücheli, Schaff-hausen, Praxis; Michael Waldvogel, Feuerthalen, Auslandsaufenthalt; Andri Weber, Hallau, Biologie; Lukas Wehren, Stetten SH, Maschinenbau; Christoph Werner, Beggingen, Humanmedizin; Raphael Widmer, Beringen, Maschinen-/Elektrotechnik.

**Profil S sprachlich/altsprachlich**
Nina Brauchart, Schaffhausen, beabsichtigte Ausbildung: Internationale Beziehungen; Kathleen Di Paolo Cortes, Schaffhausen, Internationale Beziehungen; Anita Djordjevic, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Katarina Dujmovic, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Anna Ebi, Gächlingen, Humanmedizin; Minhet Fakic, Neuhausen am Rheinfall, Pädagogische Hochschule; Ladina Feucht, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Nadia Filippi, Schaffhausen, Sprachen; Leticia Hollenstein, Schaffhausen, Sprachen; Ronja Hübscher, Beringen, Auslandsaufenthalt; Andreas Hunziker, Schaffhausen, Umweltwissenschaften; Fabian Kraxner, Diessenhofen, Zahnmedizin; Nora Leutert, Schaffhausen, Sprachen; Jessica Mazzola, Thayngen, Sprachen; Silvio Meier, Schaffhausen, Praxis; Julian Miguez, Uhwiesen, Geschichte; Tabea Näf, Gächlingen, Wirtschaftswissenschaften; Mia Rajcic, Schaffhausen, Hotellerie; Enrico Regazzoni, Feuerthalen, Altertumswissenschaften; Pascal Richter, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt; Lilith Ritzmann, Flurlingen, Rechtswissenschaften; Gianluca Scheidegger, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Deborah Schneider, Neunkirch, Humanmedizin; Martin Schnetzler, Siblingen, Wirtschaftswissenschaften; Fabienne Schober, Uhwiesen, Rechtswissenschaften; Claude Schwyn, Beringen, noch nicht entschieden; Shena Seger, Schaffhausen, Praxis; Lucas Seiler, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Stefanie Stammer, Beringen, Architektur; Camilla Stauffacher, Neuhausen am Rheinfall, Auslandsaufenthalt; Matthias Tanner, Löhningen, Rechtswissenschaften; Janine Thöni, Schaffhausen, Humanmedizin; Lara Toffolon, Flurlingen, noch nicht entschieden; Tibor Vàradi, Löhningen, noch nicht entschieden; Samuel Vogelsanger, Beggingen, Physik; Laura Walter, Schaffhausen, Hotellerie; Bruce Weder, Schaffhausen, Humanmedizin; Carole Werdenberg, Schaffhausen, Umweltwissenschaften; Ladina Wunderli, Thayngen, Hotellerie; Philipp Zens, Schaffhausen, Auslandsaufenthalt.

#Notizen zu Namen

6. Juli 2010 | Plüss / Kessler überzeugend

Schaffhauser Nachrichten
Roland Altenburger

Der Ruderclub Schaffhausen durfte nach einer erfolgreichen Saison mit einigen Erwartungen an den Rotsee zu der Schweizer Meisterschaft reisen. Seit über 25 Jahren zum ersten Mal wieder konnten Männer A des RCS das Podest besteigen. Jedoch nicht alle Erwartungen oder Hoffnungen konnten erfüllt werden. Die Hitze im Rotseebecken machte den Athleten zu schaffen, ein Gewitter am Samstag hatte sogar einen Rennunterbruch zur Folge. Die Rennen konnten aber alle unter fairen Bedingungen abgewickelt werden.

**Silber im Männer-Zweier**
Alex Plüss und Markus Kessler (beide Jahrgang 1992) fuhren im Zweier ohne Steuermann der Männer gegen zwei routinierte Spitzenruderer ein gutes Rennen um das SRV-Fanion. Die Luzerner Mario Gyr/Michael Schmid konnten ihren Titel wohl erfolgreich verteidigen, mussten sich allerdings sehr anstrengen, um die beiden kecken Schaffhauser Junioren in Schach halten zu können. Im Männer Skiff drang David Aregger (20) in den A-Final vor, indem er auf den sechsten Platz ruderte. Er bereitet sich nun auf seinen internationalen Einsatz bei der U-23-WM im weissrussischen Brest (22. bis 25. Juli) vor. Im Einerrennen der leichten Frauen schaffte Patricia Holenstein ebenfalls den Einzug ins A-Finale, wo sie in einem guten Rennen Platz vier erreichte.

**Gold und Meistertitel bei den U 19**
Alex Plüss und Markus Kessler holten in ihrer Kategorie Junioren U 19 im Zweier ohne Steuermann den Meistertitel nach einem weiteren souveränen Sieg. Somit blieben sie in der ganzen Saison ungeschlagen und dürfen mit grossen Ambitionen an der Junioren-WM im tschechischen Roudnice (vom 5. bis 8. August) für den Schweizer Ruderverband (SRV) im Vierer starten. Im Leichtgewichts-Doppelzweier der Frauen trafen die Schwestern Lea (23) und Patricia Holenstein (19) auf Kaderruderinnen und konnten nicht in den Kampf um die Spitze eingreifen. Sie wurden aber immerhin Dritte.

**Bronze im Achter**
Der Seeclub Zürich entschied das Rennen im Achter der Männer nicht ganz unerwartet in einem harten Kampf knapp vor der überraschenden Grasshopper-Crew und der Renngemeinschaft Schaffhausen/Kreuzlingen für sich. Das war enttäuschend für die RCS/RCK-Ruderer (mit Nico Stahlberg David Aregger, Alex Plüss, Markus Kessler, Daniel Rohr, Joel Horni, Mathias Stehrenberger, Severin Studach und Steuermann Samuel Ess), hatten sie doch bisher alle Rennen dieser Saison dominiert. Im Gegensatz zu den Zürcher Booten konzentrierten sich die Schaffhauser indes nicht nur auf den Achter und mussten eventuell für jedes harte Rennen büssen. Der Seeclub gewann in 5:52:80 hauchdünn mit 17 Hundertstelsekunden Vorsprung auf die Grasshoppers; Schaffhausen/Kreuzlingen verloren mit 5:57:57 fast fünf Sekunden auf die Erstklassierten, holten aber klar vor Vevey, Baden und Morges die Bronzemedaille – für Plüss/ Kessler war es die dritte SM-Medaille. Nicht ganz erfüllt wurden die Erwartungen bei den übrigen Junioren. Einzig bei den U 15 im Doppelzweier konnten Marvin Lüddecke und Christian Ess das B-Finale gewinnen, im Doppelvierer reichte es den jüngsten Schaffhausern (Marvin Lüddecke, Valentin Hoff, Marek Stahel und Christian Ess) zum 6. Platz.



RCS-Präsident Christian Rohr durfte den beiden erfolgreichsten Schaffhausern die Goldmedaille überreichen: Markus Kessler (links) und Alex Plüss (rechts) holten Gold im Zweier U 19, Silber im Zweier der Aktiven und Bronze im Achter.
Bild Roland Altenburger

#Allgemeines

1. Juli 2010 | Für die Technik begeistern

Schaffhauser Nachrichten, Region
Jan Hudec

Der Schweiz fehlen die Techniker. Viel zu wenige Maturanden entscheiden sich für ein naturwissenschaftliches Studium. Diese Malaise ist zwar lange erkannt, doch man kann schliesslich niemanden zwingen, Chemie oder Maschinenbau zu studieren. Der Weg kann nur über die richtige Motivation führen, und genau das versucht die Kantonsschule derzeit mit einer Technikwoche, an der je eine dritte Klasse des N- und des S-Profils teilnimmt.

**Kampf der Roboter**
«Gegen die Greifarme habt ihr eh keine Chance», prahlt ein Schüler, während er seinen Lego-Roboter auf dem Spielfeld platziert. Es ist Mittwochnachmittag kurz nach drei, und der Höhepunkt des Tages steht auf dem Programm, ein Roboterduell. Das Spielprinzip ist einfach: Das Spielfeld sind zwei Rampen, die sich in der Mitte treffen. Auf der Kante liegen Pingpongbälle, die die Schüler mit einem selbst zusammengebauten und programmierten Roboterfahrzeug in die gegnerische Hälfte schubsen müssen. Das Wichtigste ist aber, dass der Roboter die Arbeit selbst macht, eingreifen dürfen die Schüler nicht. Die knapp 20 Jugendlichen stehen um den Tisch herum und fiebern bei den Duellen mit. «Ich finde das Programm heute genial», sagt Simon Galli. Jetzt, wo es um den Wettkampf geht, sind alle voll bei der Sache, auch jene, die sonst nicht viel mit Technik anfangen können. «Es geht darum, ihnen zu zeigen, dass das keine Magie ist, die die Roboter bewegt», sagt Vance Carter, der den Kurs leitet.

**Das Verständnis fördern**
«Eine Technikwoche führen wir zum ersten Mal durch», erklärt Prorektor Georg Keller, der das Projekt lanciert hat. «Wir wollen damit erreichen, dass das Verständnis für die Technik bei den Schülern wächst und damit auch die Motivation grösser wird, ein entsprechendes Studium zu absolvieren.» Die Technikwoche läuft an der Kantonsschule aber erst als Versuch, an dem nur zwei dritte Klassen teilnehmen. Nur zwei Klassen sind es, weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist, denn die Kantonsschule lässt die Technikwoche vom Verein IngCH durchführen. IngCH ist ein Verein aus verschiedenen Unternehmen, darunter ABB, Roche und auch GF, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Nachwuchs für technische Berufe zu fördern. «Referenten, Kursleiter und das Material bekommen wir kostenlos zur Verfügung gestellt», so Keller. Ziel ist, dass die Technikwoche an der Kantonsschule künftig für einen ganzen Jahrgang angeboten wird. Mittels einer Befragung soll aber zuerst evaluiert werden, ob das Angebot etwas bringt und inwieweit es angepasst werden muss, «schliesslich wollen wir die Schüler ja nicht noch davon abschrecken, einen technischen Beruf zu ergreifen.»

**Frust, weil andere frei haben**
Die Roboter zu programmieren, macht den Schülern sichtlich Spass, immerhin ist es auch ein ziemliches Erfolgserlebnis, wenn sie ihr Fahrzeug zum Beispiel mittels Händeklatschen steuern können. Die Technikwoche als Ganze stösst bei den Schülern aber nicht nur auf Wohlwollen. Neben dem praktischen Teil stehen auch Vorträge zur Technikgeschichte sowie Ausflüge an die ETH oder in technische Betriebe auf dem Programm, und da haben Fabian Müller und Simon Galli auch ein paar Längen geortet. «Eines der Referate war recht langweilig.» Ansonsten gefällt den beiden die Technikwoche aber ganz gut. Überhaupt nichts anfangen mit den ersten beiden Tagen konnten Laura Seifert und Hannah Kwasnicki. Die Vorträge fanden sie ziemlich öde, und ein technischer Beruf komme für sie ohnehin nicht in Frage. Seifert will Lehrerin werden und Kwasnicki im sozialen Bereich arbeiten, «daran ändert auch die Technikwoche nichts». Was die Schüler aber am meisten ärgert: Weil die Maturprüfungen laufen, haben die anderen frei, «und das bei diesem Wetter.» Die Schüler werden dies wohl irgendwann verschmerzen können. Ganz deutlich hat sich aber gezeigt, dass sie sich von praktischen Anwendungen am ehesten begeistern lassen. Nur logisch also, dass die Kantonsschule ab nächstem Jahr zumindest einmal für alle Erstklässler praktische Übungen in der Physik anbieten will.

#Allgemeines

29. Juni 2010 | Gastkolumne – Technikwoche

Schaffhauser Bock, Titelseite
Urs Saxer

An der Kantonsschule Schaffhausen gibt es verschiedene Themenwochen: Es gibt Sportwochen, Projektwochen, Wirtschaftswochen und diese Woche ganz neu, auch eine Technikwoche. Die Welt der Technik ist faszinierend und spannend. Für viele Schülerinnen und Schüler ist diese Welt aber auch gleichzeitig etwas fremd, vielleicht wegen der enormen Komplexität oder der rasanten technologischen Entwicklung. Technik ist aber immer auch ein Teil unserer Kultur und wir müssen uns mit den technologischen Entwicklungen und dem damit verbundenen Fortschritt intensiv auseinandersetzen. Die schweizerische Wirtschaft benötigt dringend mehr Naturwissenschaftler und Ingenieure. In den Legislatur- und Regierungszielen unseres Erziehungsdepartementes ist die Förderung der Naturwissenschaften sogar explizit aufgeführt. Nun sind für den Mangel an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren nicht nur die Gymnasien verantwortlich, das Interesse ist bereits auf Sekundarstufe und auf der Primarstufe zu wecken. Gleichzeitig sind auch die Anreize auf dem Arbeitsmarkt für technikorientierte Berufe zu verbessern. In der Kantonsschule wollen wir mit der Technikwoche bei den Klassen ein besseres Verständnis für naturwissenschaftliche Phänomene und Zusammenhänge und damit auch ein grösseres Interesse an Naturwissenschaften und Technik und den entsprechenden Berufen fördern. Die Zielsetzungen der Technikwoche lassen sich nur mit vertieften Kontaktmöglichkeiten zu den naturwissenschaftlich-technischen Studien- und Berufsbereichen erreichen. Für diese Kontakte danke ich im Namen der Schülerinnen und Schüler allen beteiligten Schaffhauser Unternehmungen ganz herzlich.

#Notizen zu Namen

22. Juni 2010 | Die ÖBS wählt drei neue Vorstandsmitglieder

Schaffhauser Nachrichten

Die Wahl von neuen und die Verabschiedung von zurücktretenden Vorstandsmitgliedern sowie die Rechnungsabnahme waren Traktanden an der GV der ÖBS Schaffhausen.
Gewohnt humorvoll und souverän führte Präsidentin Iren Eichenberger durch die Generalversammlung der Ökoliberalen Bewegung Schaffhausen (ÖBS). In ihrem Jahresbericht wies auf die zahlreichen Aktivitäten der ÖBS inner- und ausserhalb der Parlamente im vergangenen Jahr hin. Gleich fünf bewährte und teilweise langjährige Vorstandsmitglieder musste die ÖBS an diesem Abend verabschieden. Es waren dies aus Schaffhausen alt Kantonsrat René Schmidt und Bürgerratspräsidentin Brigitte Oechslin, aus Neuhausen die ehemaligen Sektionspräsidenten Ueli Furrer und Fränzi Vögele und aus Bibern der Steiner Stadtschreiber und frühere Erziehungsrat Stephan Brügel. Ihnen allen wurde mit herzlichem Applaus, freundlichen Worten und einer Flasche Süssmost für ihr grosses Engagement für die ÖBS gedankt.
Die Präsidentin konnte der Versammlung drei engagierte neue Vorstandsmitglieder zur Wahl vorschlagen. Mit Applaus gewählt wurden Apotheker Georg Merz aus Schaffhausen, die Thaynger Einwohnerrätin Maria Härvelid und als Vertreter der jungen Generation der Neuhauser Michael Bernath. Unberührt von der Finanzkrise blieb die Kasse der ÖBS. Die Rechnung, die von Kantonsrätin Regula Widmer verantwortet wurde, schloss mit einem erfreulichen Gewinn, sodass ein kleines Polster für die anstehenden Wahljahre entstanden ist. Weiter wurde bekannt, dass die ÖBS am 24. Juni die beiden Regierungsratskandidaten Ernst Landolt und Matthias Frick zu einem Hearing einladen und dann über eine allfällige offizielle Unterstützung entscheiden wird. Bereits früher hatte sich die ÖBS im Rahmen des ersten ÖBS-Forums des Jahres intensiv mit der Bildungspolitik beschäftigt. Unter der Leitung von ÖBS-Erziehungsrätin Ruth Gloor wurden unter anderem HarmoS, das neue Schulgesetz und der Berufsauftrag für Lehrpersonen diskutiert. Dabei ergab sich in der Diskussion, dass die ÖBS nicht gegen neue Schulleitungen ist, dass bei der Umsetzung aber gewisse Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen. Weiter wurde betont, dass der neue Berufsauftrag nicht zu einem Kontrollinstrument für die Lehrpersonen werden soll. Im Herbst wird sich die ÖBS in einem weiteren Forum noch einmal mit der Bildungspolitik auseinandersetzen. (ÖBS/S. B.)

#Allgemeines

22. Juni 2010 | Jedem sein Bier

Coopzeitung
Stefan Fehlmann

«Zuerst wird man ja mal ausgelacht, wenn man den Leuten sagt, dass man ein Biersommelier ist», erklärt Walter Tobler. Kein Wunder: Jeder weiss, was ein Weinsommelier ist. Schliesslich gehört dieser in der gehobenen Gastronomie zum guten Ton und findet sich fast schon in jedem besseren Restaurant oder Hotel.
Ein Biersommelier hingegen ist so etwas wie ein bunter Hund. Und entsprechend selten. Ganze acht dürfte es davon in der Schweiz derzeit geben. Das stört Walter Tobler aber nicht. Denn der 53-jährige Wirt aus Überzeugung, wie er selber von sich sagt, weiss es besser: «Im Grunde genommen sind ein Bier- und ein Weinsommelier das Gleiche. Nur dass Bier meiner Meinung nach ungemein vielfältiger ist als Wein.» Das war auch mit ein Grund, warum er sich vor drei Jahren in München und Salzburg zum diplomierten Biersommelier ausbilden liess, eine Ausbildung, die in der Schweiz nicht existiert.
«Bier hat mich immer fasziniert. Ich war neugierig und wollte Argumente für das Bier haben», sagt Tobler. Was nicht verwunderlich ist, immerhin schenkt er in seinen Betrieben, so etwa im historischen «Zum Goldenen Leuen», auch bekannt als «National oder Naz» im St. Galler Klosterviertel eigenes, «huus-braui»-Bier aus. Zusammen mit seinem Braumeister entwickelt er regelmässig neue Biere und führt Degustationen durch. Zudem gibt er sein Wissen auch an der Ostschweizer Gastronomiefachschule weiter.
Nur: Wie wird Bier eigentlich degustiert? «Im Grunde genommen genau gleich wie Wein. Mich interessieren die Farbe, der Schaum, der Geruch und schliesslich das, was im Mund passiert», erklärt Tobler und fügt lachend an: «Mit dem kleinen Unterschied, dass wir das Bier nicht ausspucken wie den Wein, sondern trinken.» Was aber nicht heissen will, dass Biersommliers schlicht und einfach Schluckspechte sind. Vielmehr muss das Bier auch geschluckt werden, um seine Bitterkeit zu bestimmen, und diese zeigt sich eben erst im sogenannten Nachtrunk. Ansonsten kommt beim Bierdegustieren ein ähnliches Vokabular zum Tragen wie beim Wein. So kann ein Bier schon einmal nach frischem Heu riechen und nach Schokolade schmecken. Und es gibt ein spezielles Degustationsglas. Dieses ist unten schmal, öffnet sich zur Mitte und verschliesst sich gegen oben wieder, bevor es sich nochmals leicht öffnet.
Dazu der Fachmann: «Mit dem unteren, schmaleren Teil können wir die Farbe bestimmen, der sich öffnende Teil hilft den Geschmack zu entfalten, derweil die Verengung den Schaum komprimiert, damit sich dessen Struktur bestimmen lässt.» Das klingt spannend und schreit nach der Probe aufs Exempel mit ein paar ausgesuchten Spezialitäten aus dem breiten Biersortiment, welches Coop in grösseren Supermärkten anbietet. Tobler ist von der internationalen Auswahl sehr angetan. Zum Beispiel vom «Schneider Weisse», ein würziges Weizenbier aus Bayern. Dummerweise ist das mitgebrachte Muster ein wenig zu warm. Bier muss kühl sein. 4 bis 6 Grad sind ideal. «Je leichter das Bier, desto kühler sollte es sein. Einzig die dunklen, schweren englischen Stout-Biere vertragen ein wenig Temperatur», klärt er auf. Trotzdem, das Weizenbier schmeckt ihm. Ihm gefallen der kräftige Charakter, die Karamellfarbe und das Bananenaroma. Klingt interessant.
Und würde er für ein gutes Essen auch Bier statt Wein empfehlen? «Unbedingt», erklärt er im Brustton tiefster Überzeugung. «Dieses Bier etwa passt garantiert gut zu Frischkäse und auch zu Fleisch.» Und dann zeigt sich ein Leuchten in seinen Augen: «Und zum Dessert sowieso.» Sein Tipp? Frische Erdbeeren! Warum nicht, einen Versuch wärs wert. Prost!





Foto: Christoph Sonderegger

#Notizen zu Namen

18. Juni 2010 | Die Stadtfahne

Schaffhauser Nachrichten, Sport
Matthias Dubach

Wer in Durban während der Partie Spanien – Schweiz im Moses- Mabhida-Stadion genau auf den Bildschirm schaute, konnte je nach Kameraeinstellung am Fernseher eine Schaffhauser Stadtfahne auf der Tribüne entdecken, sekundiert von einem Banner der Falken-Brauerei. Die Fans, welche mit den Fahnen auf ihre Herkunft hinwiesen, heissen Lorenz Textor, Andreas Grieder, Marco Zeltner, Simon Meyer und Turgut Gülay (v. l.). Schon vor dem Spiel posierte das Quintett siegesgewiss an der Strandpromenade von Durban.





Text und Bild Matthias Dubach

#Notizen zu Namen

11. Juni 2010 | Schaffhausen ist bereit für den Anstoss

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Wunderli und Robin Blanck

Heute beginnt das grosse Fussballfest in Südafrika, auch in Schaffhausen hat sich in den letzten Tagen die Vorfreude auf die Fussball-Weltmeisterschaft bemerkbar gemacht, wenn auch nicht im selben Umfang wie noch vor zwei Jahren, als die Schweiz die Europameisterschaft zusammen mit Österreich ausgerichtet hatte.
Im Kindergarten Munothalde in Schaffhausen herrscht echte WM-Stimmung: In der Garderobe des Kindergartens findet ein Match statt, «wir sind die Spielvi» – «wir die Schweiz!», rufen die Knaben, dann Schuss und Tor. Jubelgeschrei, es steht 2:2. «Das nächste Goal entscheidet», sagt Kindergärtnerin Patrizia Walter, die einen nicht benutzten Raum des Munothalden-Kindergartens in eine WM-Spielwiese verwandelt hat: Es gibt Luftballons mit Fussballmuster, einen Tschüttelikasten, Fussball-Memory, Bücher, Girlanden mit den Fahnen der teilnehmenden Nationen und – nebst vielen weiteren Attraktionen – natürlich auch ein eigenes WM-Studio mit Spielplan und einem Poster der Schweizer Nati. Im WM-Studio wird gerade emsig gearbeitet, die alte Schreibmaschine von Patrizia Walter steht nie still, Interviews werden geführt, die Kinder als Reporter. Wie bereits in früheren Jahren hat Walter die WM-Werkstatt eigens für die Kinder zusammengestellt, für die Kindergärtnerin ist das Thema vertraut: «Ich bin selber Fussballfan», gesteht sie, die früher auch öfter die Spiele des FCS besucht hat. Die Begeisterung für das runde Leder geht zurück auf Walters Cousine Monika Stahel, die 1964 am ersten für Frauen zugelassenen Schiedsrichterkurs teilgenommen hat. Eine junge Reporterin mit Mikrofon in der Hand interviewt den Kollegen von der Zeitung: Man ist sich einig, Alex Frei wird spielen können. Plötzlich Jubel in der Garderobe: Die Schweiz schlägt die Spielvi – auch ohne Frei. In der Garage von Urs Zahner in Flurlingen ist auch schon alles bereit für den WM-Auftakt, richtig los geht es aber nicht morgen, sondern erst am Montag, 21. Juni: Am Tag der Sommersonnenwende, genau um 16 Uhr, wenn die Schweiz gegen Chile spielt, wird er zusammen mit seinen Freunden mit dem Brauen eines «Sommersonnenwende-WM-Biers» beginnen. Vor fünf Jahren hat ihm sein Schwager ein Buch über das Bierbrauen geschenkt, seither wurde die Garage zur Brauerei und damit zur Produktionsstätte des «Mondlinger Bräus» umfunktioniert. Rund 50 Liter Bier ergibt ein Brauvorgang, «wenn alles ideal läuft», sagt der Chiropraktiker mit Praxis in Schaffhausen. Das WM-Bier werden die Brauer allerdings nicht mehr während der Weltmeisterschaft geniessen können: Nach einer Gärung von bis zu sieben Tagen muss das Bier noch vier bis sechs Wochen kühl gelagert werden. Auf dem Trockenen bleiben muss die Mondlinger-Bräu-Truppe aber nicht – schliesslich lagern ja noch ein paar Flaschen mit den von Daniela Räss gestalteten Etiketten in der Garage. Für den Schaffhauser Lorenz Textor und seine fünf Mitreisenden beginnt die WM heute auf dem Flughafen Kloten: Von dort reist man nach Kapstadt, im Gepäck sind Tickets für alle drei Gruppenspiele der Schweizer Mannschaft, dafür werden die Schaffhauser während zweier Wochen quer durchs Land reisen und weitere Partien besuchen. Die Vorfreude auf das Ereignis währt aber schon fast vier Jahre: 2004 schauten sich Textor und ein Freund in Dortmund das WM- Spiel Schweiz – Togo an, das brachte sie auf die Idee, auch bei der WM in Südafrika dabei zu sein. An einem Abend im Schaaren wurde der Vorschlag mit den Freunden – auch sie Mitglieder der Mittelschulverbindung Scaphusia – diskutiert und für gut befunden. Weil aber solche Vorhaben vier Jahre im Voraus meist von allen unterstützt werden, aber die meis- ten plötzlich nicht mehr mitziehen, wenn es Ernst gilt, wurde der Verein «Falkenprinzen» gegründet: Die Mitglieder verpflichten sich, das nötige Geld im Voraus einzuzahlen und an der Reise teilzunehmen. Als legitime Rücktrittsgründe – mit Rückerstattung des eingezahlten Geldes – gelten gemäss Statuten etwa ausbildungsbedingte Absenzen, nicht aber die Entbindung eines Kindes: «Wir wussten, dass wir 2010 30 Jahre alt sein würden und dass Verpflichtungen die Reise verhindern könnten», sagt Architekt Textor, der in den vergangen beiden Jahren in New York seinen MBA gemacht hat. Tatsächlich mussten mehrere Vereinsmitglieder absagen, sodass vier Kollegen aus dem gleichen Scaphusia-Jahrgang, der sogenannte Jahrgangsgötti aus der Verbindung und ein weiteres Verbindungsmitglied übrig blieben. «Gegen Spanien sehe ich kaum eine Möglichkeit, dass die Schweiz gewinnt, gegen die beiden anderen Teams liegt etwas drin», ist Textor überzeugt. Für Fussballverrückte, welche die Spiele nicht in Südafrika verfolgen können, besteht die Möglichkeit, eines der drei Public Viewings im Kanton aufzusuchen. Das grösste Public Viewing ist die «Ersparniskasse Arena Schaffhausen» im Mosergarten. Mitorganisator Luciano Di Fabrizio versichert, dass es noch freie Plätze gibt. Die Sitzplätze für eines der Spiele mit Schweizer Beteiligung würden aber langsam rar, so Di Fabrizio. «Für das dritte Spiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen Honduras sind bereits jetzt alle Sitzplätze ausverkauft.» Stehplätze seien aber nach wie vor erhältlich. Der Grund dafür sei die Tatsache, dass dies das einzige Spiel der Schweizer in der Gruppenphase sei, welches am Abend stattfinde. Ein Rahmenprogramm vor und nach den Spielen gibt es im Mosergarten nicht. «Nach den Spielen dürfen die Besucher aber gerne noch in der Arena verweilen», sagt Di Fabrizio. Von Sonntag bis Donnerstag schliesst diese nämlich erst um halb eins, an den Wochenenden gar erst um halb zwei. In der «Clientis Arena» in Beringen können die Fans die WM unter freiem Himmel verfolgen. Die Organisatoren Christof und Albin von Euw vom Restaurant Gemeindehaus haben gestern Nachmittag mit dem Aufbau begonnen. Wie viele Besucher sie für die Spiele erwarten könnten, sei schwer einzuschätzen sagt Christof von Euw. «Das hängt stark von der Witterung ab.» Platzreservationen sind beim Public Viewing in Beringen nicht möglich, da der Eintritt frei ist. «Wer zuerst da ist», so von Euw, «der mahlt zuerst.» Bei grossem Ansturm können aber kurzfristig noch Stehtische aufgestellt werden. Die Organisatoren des Public Viewing im Stadtgarten in Stein am Rhein sind ebenfalls bereit für den heutigen Anpfiff. «Für die Spiele der Nationalmannschaft, sowie das Eröffnungsspiel und den Final sind die 70 Plätze im VIP-Bereich und viele Tische bereits besetzt», sagt Mitorganisator Oliver Schmid. Trotzdem gibt es an der Abendkasse noch genügend Einzeleintritte. «Bis zu 350 Leute dürfen wir ins Zelt lassen, erst danach müssen wir Leute abweisen.» Vor den Spielen der Nati werden in Stein am Rhein jeweils Bands aus der Region die Besucher auf die Matches einstimmen.

#Notizen zu Namen

8. Juni 2010 | Ein Oberstaatsanwalt und elf Staatsanwälte

Schaffhauser Nachrichten, Region
Walter Joos

Die Staatsanwaltschaft setzt sich in Zukunft aus drei verschiedenen Abteilungen zusammen. Diese unterstehen dem gestern vom Parlament mit 56 Stimmen vom Staatsanwalt zum ersten Staatsanwalt beförderten Peter Sticher. Die elf weiteren von der erweiterten Justizkommission vorgeschlagenen und vom Parlament ohne zusätzliche Nominationen gewählten Staatsanwälte gehörten bisher zum grössten Teil dem Untersuchungsrichteramt an. Sie bilden künftig die allgemeine Abteilung der Staatsanwaltschaft und haben die ihnen zugewiesenen Fälle bis zum rechtskräftigen Abschluss unter grösstmöglicher Eigenverantwortung im Grundsatz selbständig zu führen. Mit Ausnahme von Monika Jehli hatten sich alle übrigen sechs bisherigen Untersuchungsrichter bereits mindestens einmal im Parlament zur Wahl gestellt.

**Mannschaft ist vollständig**
Martina Fankhauser kam gestern als einzige Kandidatin auf 58 Stimmen. Für Monika Jehli, Thomas Rapold und Dominique Kübler wurden je 57, für Willy Zürcher und Gaudenz Kind je 56 Stimmen ausgezählt. Peter Neukomm musste sich mit 50 Stimmen begnügen. Kerstin Lehniger mit 57 Stimmen und Deborah Schneckenburger mit 56 Stimmen wurden als Staatsanwältinnen der Verkehrsabteilung, Peter Möller mit 55 Stimmen und Barbara Wüthrich Frey mit 53 Stimmen zu Staatsanwälten der Abteilung Jugendanwaltschaft gewählt. Damit ist die insgesamt 1100 Stellenprozent umfassende Mannschaft von Peter Sticher komplett.

**Reserve für den Übergang**
Nicht ganz zufrieden zeigte sich gestern Markus Müller (SVP, Löhningen) über die Tatsache, dass Richard Jezler als bisher vom Parlament gewählter Staatsanwalt-Stellvertreter zwecks Abbau vorhandener Pendenzen als ausserordentlicher Staatsanwalt für einige Jahre mit einem reduzierten Pensum weiterbeschäftigt wird.Nach Auskunft von Kommissionspräsident Willi Josel (SVP, Neuhausen) dient diese Regelung auch der Sicherstellung eines möglichst reibungslosen Übergangs auf das neue Arbeitsmodell innerhalb der neu formierten Staatsanwaltschaft. Das Obergericht geht davon aus, dass bei gleichbleibender Belastung aufgrund der rationelleren Abläufe ab 2013 ein halbes Pensum bei der Staatsanwaltschaft eingespart werden kann.

**Vierköpfige Leitung**
Noch offen ist die in der Kompetenz der Regierung liegende Wahl der leitenden Staatsanwälte, die in Zukunft je einer der drei Abteilungen vorstehen. Die von der durch Regierungspräsident Erhard Meister, Obergerichtspräsident David Werner, Kantonsgerichtspräsident Werner Oechslin, Staatsanwalt Peter Sticher und Rechtsanwalt Jürg Uhlmann erweiterten Justizkommission vorgeschlagenen Kandidaten – Willy Zürcher als Leiter der allgemeinen Abteilung, Kerstin Lehniger als Leiterin der Verkehrsabteilung und Peter Möller als Leiter der Jugendanwaltschaft – gelten dem Vernehmen nach jedoch als gesetzt. Peter Sticher als erster Staatsanwalt und die von der Exekutive ernannten drei leitenden Staatsanwälte bilden zusammen die Geschäftsleitung. Sie sind in Zukunft in erster Linie für die einheitliche fachliche Führung der gesamten Staatsanwaltschaft verantwortlich.


**Kantonsgericht**
Parlament bestätigt die Funktion von Ernst Sulzberger

Ernst Sulzberger wurde gestern vom Kantonsrat mit 55 Stimmen als Vizepräsident des Kantonsgerichtes bestätigt. Bisher beschränkte sich das Parlament auf die Wahl des Kantonsgerichtspräsidenten und der Kantonsrichter und überliess die Bestellung des Vizepräsidenten dem Kantonsgericht. Neu muss nun – analog den bereits bisher für das Obergericht geltenden Vorschriften – sowohl der Präsident als auch der Vizepräsident des Kantonsgerichtes durch den Kantonsrat gewählt werden. Der Grund dafür liegt in der Möglichkeit, der Vizepräsidentin respektive dem Vizepräsidenten die Führung einer Kammer zu übertragen. Auch das entspricht der beim Obergericht geübten Praxis. Dem Kantonsgericht gehören neben Präsident Werner Oechslin und Vizepräsident Ernst Sulzberger mit Annette Dolge, Manuela Hardmeier, Nicole Hebden und Markus Kübler vier weitere Juristen an. Als Ersatzrichter kommen Andrea Berger-Fehr, Christof Brassel, Hans Hakios, Michèle Hubmann Trächsel und Marcus Andreas Textor zum Einsatz. (W. J.)

#Allgemeines

5. Juni 2010 | Der Falke ist im Coop-Regal gelandet

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

In der Region Schaffhausen ist das normale Falken-Lagerbier schon lange in den Coop-Filialen erhältlich. Seit mehr als zwei Jahren produziert die Brauerei Falken zudem für Coop alkoholfreies Biobier. Rechtzeitig zu Beginn der Grillsaison ist es der Brauerei nun gelungen, gleich zwei weitere Biere in die Coop-Regale zu bringen.

**Biolagerbier und «Eidgenoss»**
Mitte Mai lancierte Coop das neue Biolagerbier unter dem Label Naturaplan, welches von der Brauerei Falken hergestellt wird und schweizweit im Coop erhältlich ist. Den Hinweis auf die Schaffhauser Brauerei findet der aufmerksame Biertrinker auf der Rückseite der Flasche. Viel eher auf den ersten Blick als Falkenbier zu erkennen ist hingegen der «Eidgenoss», welcher ebenfalls seit Mitte Mai bei Coop in allen grösseren Filialen der Deutschschweiz verkauft wird. Der Falke ist also gleich doppelt in den Coop-Regalen gelandet, vielerorts wahrscheinlich auf der verkaufstechnisch attraktiven Augenhöhe im Regal. «Wir sind wirklich stolz auf die nun ausgebaute Zusammenarbeit mit Coop. Wir sind die einzige unabhängige Brauerei in der Deutschschweiz, die das geschafft hat», so Geschäftsleiter Markus Höfler auf Anfrage. Um das Naturaplan-Biobier liefern zu dürfen, musste die Brauerei zahlreiche Anforderungen erfüllen. «Nötig war zum Beispiel die Bio-Zertifizierung, die wir bereits hatten», so Höfler. Weiter würden Grossverteiler wie Coop zahlreiche Anforderungen an die Produktionsabläufe stellen, die sogenannten «Food Standards». «Wir haben kürzlich zum zweiten Mal die Zertifizierung für den International Food Standard (IFS) erhalten, und das auch noch auf höherem Niveau», so Höfler. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand für eine kleine Brauerei, der sich offenbar gelohnt hat.

**Expandieren – für die Region**
Neben dem Vorstoss in die Coop-Regale hat die Brauerei Falken in letzter Zeit auch andere Anstrengungen unternommen, um neue Absatzkanäle für ihre Gerstensäfte zu erschliessen – mit Erfolg. So schenkt der in Zürich stadtbekannte «Sternen-Grill» beim Bellevue seit wenigen Tagen nur noch Falkenbier aus. Zahlreiche Stadtzürcher und Auswärtige werden dort wohl ihre erste Bekanntschaft mit Falkenbier machen. Und auch am Zürifäscht Anfang Juli wird dieses Jahr einmal mehr Falkenbier ausgeschenkt werden. Die Expansion nach Zürich wird also fortgesetzt, und die Coop-Regale sind erobert – fühlt sich der Falke etwa nicht mehr wohl in seinem angestammten Schaffhauser Horst? Markus Höfler verneint vehement. Viel eher scheint der Falke mehr Platz für Ausflüge zu brauchen. «Schaffhausen ist und bleibt unser Heimmarkt. Es ist auch nicht so, dass unsere Sponsoring-Engagements in Zürich und anderswo auf Kosten der Aktivitäten hier vor Ort gehen», so Höfler. Die teilweise langjährige Unterstützung von Anlässen in der Region soll fortgeführt werden. Die Handballer der Kadetten, die FCS-Kicker und die Kanti-Girls beispielsweise brauchen sich also um eine weitere Zusammenarbeit keine Sorgen zu machen. Mit dem Nordostschweizer Jodlerfest und dem «Festival» auf dem Herrenacker stehen zudem diesen Sommer zwei Grossanlässe auf dem Programm, die von der Brauerei ebenfalls unterstützt werden. «Alle unsere Anstrengungen in diesem Bereich, insbesondere auch die in Zürich, machen wir letztendlich nur für Schaffhausen. Es geht darum, die Zukunft unserer Brauerei und der rund 60 Arbeitsplätze zu sichern», so Höfler. Da die Brauerei in ihrem Heimmarkt bereits einen hohen Marktanteil hat und der Sprung über die Grenze ins «Bierland» Deutschland wenig Sinn machen würde, bleibt Zürich als Expansionsgebiet übrig. Dass durch die erweiterte Zusammenarbeit mit Coop nun auch die schweizweite Präsenz deutlich erhöht werden kann, ist für die über 200 Jahre alte Brauerei natürlich sehr positiv. Von den Coop-Regalen aus werden die in Schaffhausen produzierten Biere ab diesem Sommer noch den Weg zu der einen oder anderen Grillparty finden, die bisher ausserhalb der Reichweite von Falken waren.

#Allgemeines

2. Juni 2010 | Das beruhigende Geheimnis des Rotweins

Journal of the Science of Food and Agriculture
Marcello Iriti (Universität Mailand) et al.

Italienische Forscher haben möglicherweise entdeckt, warum ein Glas Rotwein am Abend so angenehm entspannend wirkt: Einige der beliebtesten Rotweintrauben enthalten in ihren Schalen das Schlafhormon Melatonin, konnten die Botaniker zeigen. Besonders die Arten Nebbiolo, Croatina, Cabernet Sauvignon und Sangiovese, eine der Haupttrauben des Chianti, waren reich an Melatonin. Sollte sich bestätigen, dass das Hormon auch noch nach dem Keltern im fertigen Wein vorhanden ist, wäre Rotwein sogar noch gesünder als bislang angenommen: Melatonin reguliert nämlich nicht nur den Schlaf- und Wachzyklus, sondern kann genau wie die anderen im Rotwein enthaltenen Antioxidantien auch die berüchtigten freien Radikale unschädlich machen.
Lange Zeit glaubten Forscher, das auch als “Jetlag-Hormon” bekannte Melatonin werde ausschließlich in der Zirbeldrüse von Wirbeltieren produziert. Mittlerweile konnte das Hormon jedoch auch bei Bakterien, verschiedenen Einzellern, Pilzen, einigen wirbellosen Tieren und einer ganzen Reihe von Pflanzen nachgewiesen werden. Seine Hauptfunktion scheint in allen Organismen etwa die gleiche zu sein: Es reguliert die Stoffwechselprozesse, die einem Tag-Nacht-Rhythmus folgen. Bei Tieren ist das beispielsweise der Schlaf, bei Pflanzen unter anderem der Zeitpunkt des Blühens.
Da Melatonin neben seiner hormonellen Funktion auch als Antioxidans wirken und schädliche freien Radikale unschädlich machen kann, suchen Forscher bereits seit längerer Zeit nach melatoninhaltigen essbaren Pflanzen. Fündig wurden sie bereits bei verschiedenen Kräutern, Samen und Früchten. Auch die Schalen einiger roter Traubenarten enthalten das Hormon, konnten die Forscher um Marcello Iriti nun zeigen. Allerdings ist der Melatoningehalt vor allem im Vergleich zu einigen Heilpflanzen hier eher gering: Während Johanniskraut beispielsweise bis zu vier Mikrogramm Melatonin pro Gramm enthält, kommen die Traubenschalen gerade auf ein tausendstel Mikrogramm pro Gramm. Trotzdem glauben Iriti und seine Kollegen, dass diese Menge für einen gesundheitsfördernden und beruhigenden Effekt ausreicht. Sie wollen nun prüfen, ob das Hormon die Bearbeitung beim Keltern übersteht und auch im Rotwein selbst noch nachweisbar ist.
Andere Forscher sind jedoch skeptisch. Es sei nicht sicher, dass Iriti und seine Kollegen tatsächlich Melatonin gefunden hätten, gibt beispielsweise der Hirnforscher Richard Wurtman vom Massachusetts Institute of Technology in einem Kommentar im Magazin Chemistry & Industry zu bedenken. Die verwendeten Methoden seien nicht zuverlässig genug und die Ergebnisse müssten zuerst mit anderen Verfahren reproduziert und bestätigt werden.

#Allgemeines

2. Juni 2010 | Die gestaltete Wand als Notenblatt

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Wunderli

Die dritte Klasse mit Schwerpunktfach Gestaltung hat sich zusammen mit ihrem Lehrer Eduard Schwyn vorgenommen, eine Wandfläche im Zwischentrakt des Schulhauses zu gestalten. «Wir standen vor der leeren Fläche und bemerkten, dass sich diese in einem Durchgangsbereich befindet», so Schwyn. Auf die Wand gehe selten jemand direkt zu, aber viele Male am Tag daran vorbei. Dieses Vorbeigehen haben sich die Schüler der Klasse zum Thema gemacht und versucht, unterschiedliche Bewegungsmuster visuell festzuhalten. Sie taten dies mit Hilfe von Stanzresten, welche Schwyn von einer Kartonfabrik erhalten hatte. Daraus stellten die Schüler auf einem Streifen Papier den Rhythmus des Vorbeigehens in Form eines Reliefs dar. Aus den aneinandergefügten Streifen entstand dann die fertige Komposition.
«Als ich vor der gestalteten Wand stand, dachte ich mir, dass das Werk aussieht wie visualisierte Musik», so Schwyn. Das Optische in Musik umzusetzen, hat sich an der Vernissage der Kantonsschüler Timon Happle zur Aufgabe gemacht. In einem minutenlangen Solokonzert am Schlagzeug übertrug er die verschiedenen Rhythmen des Wandreliefs auf die Trommeln seines Schlagzeugs. Der dreidimensionalen Darstellung von menschlichen Bewegungsabläufen ist ein zweiter Teil der Ausstellung gewidmet. Der schwierigen Aufgabe nahmen sich unter anderem Felix Hauser und Elisabeth Güttinger an. Mit vierkantigen Balsahölzchen schufen sie eine Skulptur von zwei Judokämpfern in Aktion. «Zuerst haben wir Skizzen gemacht und versucht, die Proportionen der Figuren richtig darzustellen», erklärt Hauser. Beim Zusammenbauen der Figuren waren dann starke Nerven gefragt, wie Güttinger betont: «Das ist keine exakte Wissenschaft, man muss immer wieder ausprobieren, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.» Die fertigen Balsaholzfiguren wurden von den Schülern auch fotografiert: einmal sachlich nüchtern, dann durch farbiges Licht in Szene gesetzt. Die gestrige Vernissage war gut besucht. Neben Schülern und Eltern war auch Regierungsrat Christian Amsler anwesend. Beim anschliessenden Apéro konnten sich die Besucher dann über die ausgestellten Werke unterhalten.

#Aktivitas

1. Juni 2010 | Grosskartell

Das diesjährige Grosskartell findet nicht wie bis anhin angegebenen am Sa. 05.06.2010, sondern am **Fr. 04.06.2010** statt.

#Allgemeines

1. Juni 2010 | Interessantes über Altstadt-Baugestein

Schaffhauser Bock
(dat)

Zwei Klassen der Kantonsschule Schaffhausen haben unter der Leitung von Anna Jablonkay (Fachschaft Geographie-Geologie) im Rahmen der Aktion «Die Schweiz entdeckt die Geologie» einen Plakatrundgang durch die Schaffhauser Altstadt erstellt. Am Samstag und Sonntag konnte dieser als Anlass genommen werden, einen kleinen geologischen Bildungs-Spaziergang zu unternehmen.
Die Tafeln enthielten viel interessante Informationen. So konnte man erfahren, dass für den Bau des Klosters Allerheiligen (1049–1064) vor allem Kalkfels, Bollensteine, Sand und Kies verwendet wurde, was es alles oberhalb einer Felsbank am Rheinufer gab. Beim anschliessenden Ausbau wurde unter anderem auch grauer Plattensandstein aus Rorschach und roter Schilfsandstein aus Schleitheim sowie Mörtelguss mit rötlichem Ziegelzuschlag verwendet.
Auf dem Plakat im Rathausbogen wurde erklärt, dass die Pflastersteine, auf denen man gerade steht, aus Tessiner Granit oder Bündner Gneis bestehen. Sie werden in Bögen angeorndet, einerseits aus ästhetischen Gründen, andererseits weil die Steine weniger auseinander rutschen, wenn der Druck von Fahrzeugrädern gegen die Bogenform wirkt. Fixiert sind die Steine mit Zement-Mörtel.
Wer am Sonntag den Rundgang abging, hatte teilweise Pech – aufgrund des Reges und des Windes wurde leider etwa die Hälfte der Plakate von den Ständern gerissen.

#Allgemeines

29. Mai 2010 | Von Männern gegründet, von Frauen getragen

Schaffhauser Nachrichten, Region
Wolfgang Schreiber

Zum Festakt «200 Jahre Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen (GGS)» gestern Abend im Park Casino Schaffhausen ging Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, in ihrer Festansprache speziell auf den Wert der privaten gemeinnützigen Tätigkeit ein. «In Ihrem Einsatz für das gemeinnützige und freiwillige Engagement liegt auch eine mögliche Gegenstrategie zum kalten und eigennützigen Profitdenken in der Wirtschaft, dessen Exzesse wir in der jüngsten Zeit miterleben mussten», sagte Annemarie Huber-Hotz, die von 2000 bis 2007 als erste Bundeskanzlerin amtete. Sie wies darauf hin, «dass der Ausdruck ‹Profit› mehr bedeuten kann als nur Geld», und erwähnte den Philosophen Otfried Höffe, der schrieb: «In der Tat ist der pekuniäre Profit nur eine der vielen Währungen, in denen die Menschen das messen, worauf es ihnen letztlich ankommt. Nur oberflächliche Menschen geben sich mit Äusserlichem zufrieden … Wer mehr will, nämlich ein halbwegs gelungenes Leben, sucht Anerkennung – sowohl durch die Familie, Freunde und Mitbürger als auch durch sich selbst.» Die Präsidentin der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft bestätigte: «Gemeinnütziges Engagement und Freiwilligenarbeit bringen einen persönlichen Profit, sie bringen Menschen zusammen, die dieselben Werte teilen, und: Die Zeit, die wir aus freien Stücken für die Familie, für Freunde und für die Gesellschaft einsetzen, ist sinnvoll verbrachte Zeit. Den Profit, den wir daraus ziehen, erhalten wir in der Währung Glück und Befriedigung.»
Die 200-jährige Geschichte der Gemeinnützigen Gesellschaft Schaffhausen kann in der Tat als eine Geschichte von Win-win-Situationen gelesen werden. Das ging auch aus den Begrüssungsworten des Präsidenten der Schaffhauser Gemeinnützigen Gesellschaft, Christoph Waldvogel, hervor. Regierungspräsident Erhard Meister lobte die vielen erfolgreichen Projekte der Gemeinnützigen Gesellschaft und unterstrich, dass gemeinnütziges Tätigsein, dass freiwillige Arbeit für die Gemeinschaft noch immer ein wichtiger Motor unserer Gesellschaft sei, dass sie quasi die Seele der Schweiz ausmache, und dies trotz ausgebautem Sozialstaat. Er zollte dem freiwilligen Engagement der vielen Mitglieder der Gemeinnützigen Gesellschaft, von der er sagte, «sie ist von Männern gegründet, aber heute von Frauen getragen», seine Anerkennung und sprach den Dank der Regierung aus. Die 200-jährige Geschichte der Gesellschaft wurde vom Historiker Adrian Knöpfli kurz vorgestellt. Von den aktuellen Aktivitäten, den Ferienlagern und vom Pradotel Churwalden berichtete Michael Schmid in einer Diashow, Willi Wasser zeigte Ausschnitte aus seinem Film über die Idem. Das 13-köpfige Vokalensemble der Kantonsschule Schaffhausen mit Alexander Wanner am Klavier, geleitet von Beatrice Zeindler, gab der 200-Jahr-Feier den gesanglich-künstlerischen Rahmen.


**Gemeinnützige Gesellschaft**
«Dass es sie nach 200 Jahren noch gibt, ist eine Erfolgsgeschichte»

Die Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen (GGS) feiert 2010 ihr 200-jähriges Bestehen. Der Wirtschaftshistoriker Adrian Knoepfli hat die Geschichte der GGS unter dem Titel «Von ‹wohlthätigen Menschenfreunden› gegründet» (*) nachgezeichnet.

*Wer waren diese Gründer, diese «wohlthätigen Menschenfreunde»?*
Adrian Knoepfli: Diesen Titel habe ich in einem Aufruf gefunden, den 1810 die beiden Schaffhauser Johann Jacob Altorfer und Johann Jacob Stokar veröffentlicht haben. Sie wandten sich an «wohlthätige Menschen» mit der Bitte, Geld zu spenden, damit zwei blinde Knaben aus Schaffhausen zwecks Bildung nach Zürich in eine Blindenanstalt geschickt werden konnten. «Wohlthätige Menschen» waren es denn auch, die die GGS gegründet haben. Sie erkannten, dass die Situation vieler Menschen, bedingt auch durch die Kriegswirren dieser Zeit, schlecht war und dass etwas unternommen werden musste, um ihnen zu helfen. Es war eine Initiative von oben für die Armen unten. Diese Hilfe war aber nicht ganz uneigennützig, denn sie sollte auch den Aufstand der Armen verhindern.

*Dann rekrutierte sich die GGS also eher aus den Gutbetuchten?*
Knoepfli: In der GGS war seit der Gründung immer die Oberschicht vertreten, etwa durch Fabrikanten, Pfarrer und Lehrer. Es gehörte zum guten Ton, dort dabei zu sein.

*Bereits im 19. Jahrhundert begann die GGS mit der Organisation von Ferienlagern für Kinder, was sie heute noch tut. Wie hat sich diese Aktivität im Lauf der Zeit gewandelt?*
Knoepfli: Die Ferienlager bilden die kontinuierlichste Tätigkeit der GGS, ihre Durchführung war jeweils mit viel Herzblut verbunden, wie man den Berichten dazu entnehmen kann. An den Lagern nahmen Unterschichtkinder teil, die auch gesundheitlich davon profitieren sollten. Die Idee zu solchen Lagern ging von einem Pfarrer Bion in Zürich aus, der die ersten durchführte. Diese wurden an vielen Orten und bald auch in Schaffhausen nachgeahmt. Als die Schaffhauser Initianten Geld für ein Ferienheim suchten, wandten sie sich an die GGS. Diese nahm sich der Sache an und betrieb seit 1895 das Ferienheim in Büttenhardt. Später erwarb die GGS für die Lager ein Hotel in Heiden, 1974 erfolgte der Wechsel nach Churwalden. Nachdem die städtischen Stimmbürger dem dortigen Jugendzentrum einen Beitrag verweigert hatten, realisierte es die GGS selber und wandelte das Zentrum später ins Pradotel um. Dieses ist heute das wichtigste Asset der GGS.

*Waren diese Ferienlager der GGS nie gefährdet?*
Knoepfli: In einem gewissen Grade schon, denn nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich die Feriengewohnheiten, und es war oft schwierig, Leiter zu finden. Doch die GGS meisterte alle Probleme, und die Lager gibt es heute noch.

*Gilt das auch für die anderen Aktivitäten der GGS?*
Knoepfli: Nein, vieles verschwand, da zunehmend der Sozialstaat Aufga- ben übernahm, um die sich früher die GGS gekümmert hatte. Dass es die GGS nach 200 Jahren aber immer noch gibt, ist zweifellos eine Erfolgsgeschichte.

Interview Erwin Künzi

(*) Adrian Knoepfli: Von «wohlthätigen Menschenfreunden» gegründet. 200 Jahre Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen, 1810–2010. Schaffhausen 2010.

#Allgemeines

29. Mai 2010 | «Erlebnis Geologie»

Schaffhauser Nachrichten, Region
(dj.)

Das in der Disziplin der Geologie vereinigte Wissen prägt unseren Alltag stark. Aus unseren Wasserhähnen fliesst stets sauberes Wasser. Unsere Häuser stehen auf zuverlässigen Fundamenten. Wir wissen zwar nicht genau, wann ein isländischer Vulkan ausbrechen wird, aber wir verstehen die dahinterliegenden Prozesse ziemlich gut. All dies dank dem Fachwissen der Geologen – doch woraus sind die Häuser in Schaffhausen gebaut?
Zwei Klassen der Kantonsschule sind während eines Monats im Geografieunterricht dieser Frage nachgegangen. Die Schüler redeten mit Hausbesitzern, durchsuchten das Stadtarchiv und interviewten Denkmalschützer. Das so gesammelte Wissen haben sie nun auf 19 grossen Plakaten aufbereitet, die dieses Wochenende als Stadtrundgang in der Stadt verteilt sind, von der Stadtmauer beim Schwabentor bis zum Munot. Der Mohrenbrunnen auf dem Fronwagplatz etwa besteht aus Mägenwiler Muschelsandstein aus dem Aargau, der vor 21 Millionen Jahren entstand, als das Meer bis ins Mittelland vorstiess. Das Gestein bildete sich aus Schalen von Muscheln und Schnecken, die sich im Meeresboden einlagerten und dann zusammengepresst wurden. Die auf den Plakaten gebotenen Informationen zur Baugeschichte und zum jeweils verwendeten Gestein überzeugen, die Präsentation ist leider nicht vollständig geglückt. Die Texte sind etwas lang und zu wenig gegliedert. Die Auflösung der Bilder ist relativ zur Plakatgrösse oft etwas knapp. An diesem Wochenende finden neben dem Plakatrundgang unter dem Titel «Erlebnis Geologie» auch verschiedene Führungen statt. Am Samstag um 14 Uhr starten beim Infopavillon am Rheinfall zwei Angebote, ein klimageschichtlicher Spaziergang und eine geologische Velotour. Am Sonntag erklärt der Geologe Iwan Stössel in Schleitheim die Spuren des Gipsabbaus in der Gemeinde.

#Allgemeines

28. Mai 2010 | «Diese Arbeiten haben uns am besten gefallen»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Wunderli

Prorektor Thomas Stamm begrüsste gestern Abend in der Aula der Kantonsschule Schaffhausen die 22 Schüler, deren Maturaarbeiten von ihren Betreuern zur Prämierung vorgeschlagen wurden, sowie die zahlreich erschienenen Eltern, Kollegen und Gäste, darunter auch Regierungsrat Christian Amsler. Er berichtete kurz von seinen eigenen Erfahrungen als Verfasser und Betreuer ähnlicher Arbeiten.
Die Preisverleihung eröffnete dann Georg Freivogel von der Buchhandlung Fass, die den Preis für die ausgezeichnete Arbeit im Fachbereich Sprache stiftet. «Es sind nicht die besten Arbeiten, die wir als Jury prämiert haben, sondern jene, die uns am besten gefallen haben», so Freivogel. Einfach habe es sich die Jury nicht gemacht: «Über vier Stunden haben wir in der entscheidenden Sitzung beraten, welche Arbeiten heute prämiert werden sollen.» Den Preis im Fachbereich Sprache erhielt dann Ladina Wunderli für ihre Maturaarbeit über die Planung eines Workshops für den Englischunterricht. Im Fachbereich Naturwissenschaften präsentierte Jakob Walter von der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen zwei Arbeiten. Als Erstes eine Arbeit von Christoph Bohren, der anhand von Videoaufnahmen das Brutverhalten der Mehlschwalben analysierte, sowie die Arbeit von Nicolas Schmid über die umwelttechnischen Aspekte des Holzbaus. Die Preise in diesem Fachbereich wurden von der Firma Cilag finanziert. «Ich komme gleich zur Sache», sagte Peter Scheck vom Historischen Verein und überreichte Katarina Dujmovic den Preis für ihre Arbeit über die Auswirkungen des Jugoslawienkriegs auf die kroatische Stadt Vukovar. Daneben wurde die Arbeit von Sara Wohlwend zur Solarenergie-Nutzung in Deutschland und der Schweiz prämiert. Der von der Bank Wegelin gestiftete Preis in der Kategorie Kunst ging an Anja Leu, die ein Theaterstück mit dem Titel «Irre?» zum Thema Normalität verfasst hat. Für den musikalischen Rahmen sorgte das famose Schülerensemble «Bansemble» unter der Leitung von Andrew Kendrick.


**Maturaarbeiten**
Die nominierten Arbeiten

*Fachbereich Sprachen*
Nora Leutert: «Irrlichtern» – eine Erzählung Valentina Missio: La Sciroccana. Una trasmissione radiofonica in italiano Michaela Tobler, Karin Wäspe: Kinder für Kinder – Ein Theaterprojekt Ladina Wunderli: Creating a Workshop

*Fachbereich Naturwissenschaft und Mathematik*
Christoph Bohren: Mehlschwalben. Analyse des Brutverhaltens mit Hilfe einer Videokamera Anna Ebi: Trüffeln auf dem Südranden Janina Graule: Muttermilch oder Säuglingsnahrung – Was ist das Beste für Mutter und Kind? Elisabeth Güttinger: Ammoniten – Eine stammesgeschichtliche Interpretation der Gattungen Staufenia, Ludwigia und Brasilia Andrin Rohner, Luca Keller: Strömungskanal selbst gebaut. Technische Experimente an Weidlingsmodellen Nicolas Schmid: Mit Holzbau gegen den Klimawandel Deborah Schneider: Neuerhebung von Fledermaus- Gebäudequartieren im Kanton Schaffhausen Bruce Weder: Ernährungstherapie mit chinesischen Kräutern

*Fachbereich Geistes- und Sozialwissenschaften*
Katarina Dujmovic: Vukovar: Werden die Wunden jemals verheilen? Ralph Hartmeier: Erfahrungen aus der Jugendorganisation im Handgepäck – Bessere Chancen im Berufsleben Vera Küng, Carola Schabert: Bombardierung der Stadt Schaffhausen im Zweiten Weltkrieg am Schicksalstag des 1. April 1944 – Entwurf einer Stadtführung Lilith Ritzmann: Sanierungsprojekt «Linth 2000» Bettina Schlatter: Gelähmt! Und dann? Ist Schaffhausen rollstuhlfreundlich? Fabienne Schober: Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bei Kindern – Störungsbild, Problemfeld Schule Sara Wohlwend: Solarenergie-Nutzung in der Schweiz und in Deutschland – Ein Vergleich anhand von Stein am Rhein und Gottmadingen

*Fachbereich Kunst und Sport*
Aline Bürgin: Mara – Wenn das Leben aus den Fugen gerät (Musical) Tanja Griadunova: Russland, meine zweite Heimat Anja Leu: Irre? – Ein Theaterstück zum Thema Normalität


**Maturaarbeiten**
Die prämierten Arbeiten

*Prämiert Fachbereich Naturwissenschaften*
«Mehlschwalben. Analyse des Brutverhaltens mit Hilfe einer Videokamera», so lautet der Titel der ausgezeichneten Arbeit von Christoph Bohren aus Thayngen. Er hat eine Kolonie Mehlschwalben mit der Kamera gefilmt und dabei viel Wissenswertes herausgefunden. Zwei Beispiele: Die Jungvögel vertilgen bis zu 500 Gramm Insekten, bevor sie flügge werden.Wenn Schwalben ihre Jungen füttern, wird das Nest rund 500-mal pro Tag angeflogen.

*Prämiert Fachbereich Naturwissenschaften*
Nicolas Schmid aus Schaffhausen hat sich mit dem Potenzial des Holzbaus im Kampf gegen die Erderwärmung auseinandergesetzt. In seiner Arbeit «Mit Holzbau gegen den Klimawandel» verglich er einen Schaffhauser Kindergarten in Holzbauweise mit einem fiktiven Gebäude aus konventionellen Materialien. Dabei konnte er in detaillierten Berechnungen zeigen, dass der Holzbau weniger Treibhausgase verursacht als herkömmliche Bauweisen.

*Prämiert Geistes- und Sozialwissenschaften*
Katarina Dujmovic aus Schaffhausen hat über die wechselvolle Geschichte der ostkroatischen Stadt Vukovar und die Auswirkungen des Jugoslawienkrieges geschrieben. Ihre Arbeit heisst «Vukovar: Werden die Wunden jemals verheilen?». Weiter hat sie mit sechs serbischen und sechs kroatischen Bewohnern der Stadt Interviews geführt. Die im Titel gestellte Frage konnte sie nicht definitiv beantworten, jedoch macht sie auch Vorschläge, um das Zusammenleben der Volksgruppen zu verbessern.

*Prämiert Geistes- und Sozialwissenschaften*
Die ausgezeichnete Arbeit von Sara Wohlwend aus Ramsen heisst «Solarenergie-Nutzung in der Schweiz und in Deutschland – ein Vergleich anhand von Stein am Rhein und Gottmadingen». Der Maturandin ist aufgefallen, dass es in Gottmadingen speziell viele Sonnenenergie-Anlagen gibt. Die Frage, wie die Situation im Vergleich zur Schweiz aussieht, hat sie in ihrer eigenständigen und originellen Arbeit systematisch untersucht und dabei die unterschiedlichen Fördermassnahmen diskutiert.

*Prämiert Fachbereich Kunst*
An der Theaterarbeit von Anja Leu aus Schaffhausen lobte Laudator Thomas Stamm die saubere Ausführung, sowohl in der Inszenierung wie auch in der schriftlichen Präsentation. Die Arbeit hat den Titel «Irre? – ein Theaterstück zum Thema Normalität». Anja Leu betrieb für ihr selbst geschriebenes Stück grossen Aufwand und inszenierte es packend mit Schulkollegen im Theater Central in Neuhausen. In der Klinik des Stücks werden drei Pfleger durch ihren Alltag an den Rand der Normalität getrieben.

*Prämiert Fachbereich Sprachen*
Ladina Wunderli aus Thayngen hat einen Workshop für den Englischunterricht in der 3. Sekundarklasse entwickelt. Ziel der Arbeit mit dem Titel «Creating a Workshop» war es, dass die Schüler Freude am Sprachunterricht haben. Sie entwarf ergänzende Unterrichtsmaterialien rund um eine fiktive Weltreise in englischsprachige Länder. Getestet hat Ladina Wunderli den Workshop in einer 3.-Sek-Klasse in Thayngen. Ihr Workshop kam bei der Klasse wie auch beim Lehrer sehr gut an.

#Allgemeines

27. Mai 2010 | Mundartrock auf der Munotzinne

Schaffhauser Bock
Judith Klingenberg

Auf der Munotzinne ist für grosse und kleine Besucher auch diesen Sommer wieder einiges los – vom Kinderfest über die Munotbälle bis zum Grosskonzert und Kino-Open-Air. Damit an den Veranstaltungen auch das leibliche Wohl der Gäste nicht zu kurz kommt, setzt der Munotverein seit Jahren auf die Zusammenarbeit mit dem Hombergerhaus. “Eine bewährte Zusammenarbeit”, sagte Präsident Urs Saxer an der Präsentation des Jahresprogramms vor den Medienvertretern. Nun ergibt sich bei der Betriebsführung auf den 1. Juli eine Änderung: Christian Strassgschwandtner ersetzt den Geranten Jürgen Gnotke von der Compass Group. Somit übernimmt Strassgschwandtner gleichzeitig die Bewirtung auf dem Munot. Für den ausgewiesenen Gastrofachmann, der aus Salzburg stammt, seit 23 Jahren in der Schweiz lebt und seit acht Jahren das Restaurant Sudhuus im Herblingermarkt führt, geht damit ein grosser Wunsch in Erfüllung.

**Gastroangebot: Klein und attraktiv**
“Ich hatte früher viel mit Catering zu tun und vermisste diesen Bereich in den letzten Jahren”, sagte Strassgschwandtner. Durch die Übernahme des Hombergerhauses und der Munotgastronomie sei er nun in der glücklichen Lage, wieder einen Catering-Bereich aufzubauen. Das Sudhuus im Herblingermarkt wird derweilen seine Frau Tamara weiterführen. Für das gastronomische Angebot auf dem Munot hat er sich schon einiges überlegt. Wegen der nicht einfachen Infrastruktur und um lange Wartezeiten zu vermeiden, setzt er auf ein kleines, aber attraktives Angebot.

**Konzert als Alternative zur WM**
Attraktiv ist auch das Unterhaltungsangebot auf der Munotzinne, das Saxer und Vorstandsmitglied Thomas Stamm vorstellten. Für das grosse Openair-Konzert konnte der Munotverein den Berner Mundartrocker Florian Ast verpflichten. “Wir setzen damit die mit Plüsch, Züri West und Patent Ochsner begonnene Tradition fort”, sagte Saxer. Als Vorgruppe spielen The Rockets aus Hemmental. Dass der Konzerttermin vom 25. Juni mit dem Match Schweiz-Honduras zusammenfällt, bezeichnete er als unglücklichen Zufall. Für Nicht-WM-Fans dürfte das Konzert aber eine willkommene Alternative darstellen, zeigte er sich überzeugt.

**Kino-Open-Air mit sechs Filmen**
Als zweites Highlight geht dann vom 9. bis zum 14. August das Kino-Open-Air über die Bühne. Die 14. Ausgabe startet mit dem Film “21”, der vor allem ein junges Publikum ansprechen dürfte. Weiter gehts mit dem Musikfilm “Crazy Heart” mit Jeff Bridges in der Hauptrolle, dem Schweizer Film “Giulias Verschwinden ” mit Bruno Ganz, “Invictus”, Clint Eastwoods Film über den eben zum Präsidenten Südafrikas gewählten Nelson Mandela, die Neuverfilmung “Sherlock Holmes” und “The Blind Side” mit Sandra Bullock in der Hauptrolle. Erstmals wird das Kino-Open-Air nicht mehr von Peter Pfeiffer organisiert, da dieser nach 13 Jahren aus dem Vorstand zurückgetreten ist. Als neue Vorstandsmitglieder konnte der Munotverein Daniel Schmid, Thomas Spichtig und Michael Fuchs gewinnen. Saxer: “Mit ihnen verfügen wir über einen breit abgestützten Vorstand.”

**Munotbälle und Kinderfest**
Die Open-Air-Saison auf dem Munot startet am 13. Juni mit einem ökumenischen Gottesdienst. Anschliessend können sich Interessierte jeweils am Dienstag dreimal in die Munot-Quadrille einführen lassen. Ab dem 3. Juli finden dann insgesamt acht mal die traditionellen Munot-Bälle statt und am 25. August das Munot-Kinderfest, an dem die Neuhauser Erstklässler wegen des Gemeinde-Jubiläums gratis teilnehmen dürfen.

#Allgemeines

27. Mai 2010 | Gastkolumne – Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen

Schaffhauser Bock
Christoph Waldvogel

Die Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen (GGS) feiert dieses Jahr ihren 200. Geburtstag. Ein stattliches Alter für eine Institution, die seit jeher auf die Unterstützung freiwillig und uneigennützig tätiger Menschen zählen darf. Freiwilligenarbeit? Kürzlich wurde ich gefragt, ob es denn solche Organisationen wie die GGS heute überhaupt noch brauche. Meine Antwort: Stellen Sie sich einmal vor, alle freiwillig tätigen Menschen würden einen Monat lang in den Streik treten. Es würde sehr schnell sichtbar, wo überall durch Freiwilligenarbeit Lücken ausgefüllt werden, und wo meist unspektakuläre Arbeit geleistet wird. Der Uno-Tag der Freiwilligenarbeit im Dezember zeigte auf, dass auch in diesem Gremium der Stellenwert erkannt wird. Es ist mehr denn je notwendig, dass wir über den Wert der Gemeinnützigkeit nachdenken, dass der Sinn für die soziale Verantwortung in unserer Gesellschaft gestärkt wird, und dass jenen, die nicht nur darüber nachdenken, sondern auch handeln – nämlich den vielen Freiwilligen – für ihren wertvollen Einsatz Dank und Anerkennung ausgesprochen wird. Die Nachfrage nach den Dienstleistungen der GGS ist nach wie vor gross. Die Arbeit der IDEM-Mitarbeitenden in den Spitälern Schaffhausen wird hoch geschätzt, unsere Angebote an sinnvollen und kreativen Ferienwochen für Kinder werden rege genutzt. In unserem “Pradotel” in Churwalden, das von einer einfachen Gruppenunterkunft zu einem zeitgemässen, familienfreundlichen Betrieb entwickelt wurde, können wir in attraktiver Umgebung vielen Ansprüchen mit beschränkten Budgets gerecht werden. Ich danke nicht nur den freiwillig Mitarbeitenden der GGS, sondern allen Menschen, die einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten.