#Notizen zu Namen

3. Juli 2015 | Bleiben Sie weiterhin aufrührerisch

Schaffhauser Nachrichten
Martin Edlin

Ein «hausgemachtes» (also von Kantonsschülern bestrittenes) musikalisches Programm, das sich sowohl in seiner Frische wie auch bezüglich Qualität mit Genuss hören lassen konnte, und mit Gerhard Schwarz, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, ein Maturredner, der unverhohlen dazu aufrief, «aufrührerisch zu bleiben»: Das waren die Höhepunkte der Maturfeier gestern am frühen Abend in der Schaffhauser Kirche St. Johann. Abgesehen natürlich von der Überreichung der Maturzeugnisse an die 136 erfolgreichen Absolventen der vierjährigen Gymnasialzeit! Damit «sind Ihnen nun Tür und Tor geöffnet», stellte Erziehungsdirektor Christian Amsler als Überbringer der Glückwünsche des Regierungsrates fest und meinte mit dem Tor die Weiterbildung nach eigenen Interessen. Und die sehen so aus: 16 werden ein Sprachstudium beginnen, 15 his- torische und Kultur- wissenschaften studieren und 27 sich einem mathematischnaturwissenschaftlichen Studium widmen, zu zwei Dritteln an einer Universität oder an der ETH, der Rest an Fachhochschulen. «Zum Ende der Reise durchs Gymnasium» formulierte Gerhard Schwarz – einst Chef der Wirtschaftsredaktion der «Neuen Zürcher Zeitung» und heute Direktor des Thinktanks Avenir Suisse – mit prägnanten Gedankengängen einen «Aufruf im Paradies». Ausgehend vom «Wirtschaftswunderland Schweiz», das seine Prosperität «der Selbstverantwortlichkeit und der genossenschaftlichen Solidarität» verdanke, diagnostizierte er «trotz allem Jammern auf hohem Niveau» eine weit verbreitete Selbstgenügsamkeit und Selbstzufriedenheit. Eine Gefahr für die Zukunft! Deshalb rief er die jungen Menschen auf, keine Angst vor Risiken zu zeigen und der Lähmung durch Überregulierung und staatliche Bevormundung entgegenzuwirken. Schwarz kritisierte den Hang, «Gleichheit höher zu gewichten als den Unterschied», denn Gleichmacherei sei nicht Gerechtigkeit. Als Drittes rief der promovierte Ökonom dazu auf, bei der Abwägung zwischen Offenheit, welche die Grundlage für Innovation und Wohlstand bilde, und identitätssichernder Abschottung nicht zu sehr in Letztere zu kippen. Das Fazit als Wegzehrung für die Maturandinnen und Maturanden: «Bleiben Sie in einem konstruktiven Sinn unzufrieden, neugierig, interessiert … eben aufrührerisch!» Zufrieden durften die Kantonsschulabsolventen jedoch bei der Überreichung der Maturzeugnisse sein: Ein Dutzend Mal war dies mit einer Einladung durch die Stipendien-Stiftung verbunden, weil die Maturagesamtnote über 5,3 betrug, und den Anerkennungspreis der Verbindung Munot für die beste Prüfung – 1200 Franken – durfte Julian Stoffel aus den Händen von Stiftungsratspräsident Richard Ronner entgegennehmen.
Der donnernde Applaus, der in der voll besetzten Kirche St. Johann immer wieder ausbrach, galt jedoch nicht nur allen, die Maturzeugnisse und Auszeichnungen erhielten, sondern ebenso denjenigen, welche die zwei Feierstunden mit Musik bereicherten: dem Trompetenensemble der Kantonsschule von Vaclav Medlik, Severin Balzers Schlagzeugensemble, der Jazz-Workshop-Band, dem Vokalensemble der Kantonsschule unter der Leitung von Beatrice Zeindler, den Red Box mit Gästen und dem Kammerchor mit seinem Dirigenten Ulrich Waldvogel Herzig.

**Abschluss 2015**
Die Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Schaffhausen

Musisch-neusprachliches Gymnasium

Klasse 4ma Klassenlehrerin: Silvia Nogradi
Sabrina Alvarez, Lohn; Viola Bierich, Schaffhausen; Sara Billing, Schaffhausen; Zina Christinger, Diessenhofen; Charlotte Egestorff, Neuhausen am Rheinfall; Nele Gabriel, Hemishofen; Natalie Jost, Hemishofen; Larissa Maffi, Wilchingen; Regula Naeff, Diessenhofen; Matthias Neidhart, Schaffhausen; Jeannine Ott, Löhningen; Céline Schmalfuss, Schlattingen; Milena Schraff, Gächlingen; Finn Spörndli, Schaffhausen; Roger Thöni, Schaffhausen; Christapor Yacoubian, Guntmadingen; Tieni Zubler, Schaffhausen
Klasse 4mb Klassenlehrer: David Malentinsky
Lea Bancroft, Schaffhausen; Nathalie Barandun, Schaffhausen; Jonas Brugger, Schaffhausen; Naomi Dünki, Dachsen; Aleyna Ekinci, Schaffhausen; Hanna Engelhart, Schaffhausen; Ann-Kathrin Fuchs, Thayngen; Aladar Jankovics, Neuhausen am Rheinfall; Debora Knuchel, Schaffhausen; Elias Küng, Thayngen; Laura Mercanti, Stetten; Dominic Nakamura, Neunkirch; Tobia Nolè, Neuhausen am Rheinfall; Hanna Ochsner, Schaffhausen; Paloma Porfido, Thayngen; Alexandra Schaber, Stetten; Michelle Schlick, Schaffhausen; Tanja Schwarz, Schaffhausen; Anna-Barbara Winzeler, Neuhausen am Rheinfall
Klasse 4mc Klassenlehrerin: Ursula Hubatka
Enso Aellig, Dörflingen; Stephanie Baumann, Neunkirch; Chiara Ciapponi, Beringen; Samuel Grand, Hallau; Jonas Gubser, Schleitheim; Isabelle Imhof, Osterfingen; Milena Keltsch, Wilchingen; Ronja Kübler, Siblingen; Franziska Regli, Hallau; Larissa Scheuermeier, Schaffhausen; Damian Schmid, Schlatt; Alexandra Sebök, Hallau; Tharsiga Sivabalan, Schaffhausen; Julian Stoffel, Schaffhausen; Lisa Stoll, Wilchingen; Fruzsina Szunyogh, Schaffhausen; Mala Walz, Schaffhausen; Linus Zimmermann, Neunkirch

Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium

Klasse 4na Klassenlehrerin: Andrea Jedlicka
Daniel Baur, Neuhausen am Rheinfall; Simon Hintermann, Hallau; Paula Hombach, Beringen; Fabian Kaderk, Schaffhausen; Anna Leu, Schaffhausen; Moreno Longhitano, Beringen; Rafael Lopes Laranjeira, Neuhausen am Rheinfall; Marco Salathé, Wilchingen; Morris Schmid, Basadingen; Vincent Stähle, Beringen; Marco Steinacher, Schaffhausen; Anna-Sophia Stocker, Schaffhausen; Vithiya Suthahar, Schaffhausen; Lars Wicki, Schaffhausen
Klasse 4nb Klassenlehrer: Stefan Genner
Elisabeth Agethen, Neuhausen am Rheinfall; Patrick Barandun, Schaffhausen; Yannick Busch, Stetten; David Ebner, Langwiesen; Niklas Harder, Schaffhausen; Lukas Heieck, Schaffhausen; Andrea Knoepfli, Uhwiesen; Nevio Liberato, Schaffhausen; Peter Loosli, Schaffhausen; Neethu Maliakal, Schaffhausen; Ursina Schwyn, Neuhausen am Rheinfall; Tomislav Simunovic, Langwiesen; Justin Staller, Uhwiesen; Irina Storrer, Gächlingen; Kenny Truong, Schaffhausen
Klasse 4nc Klassenlehrer: Alex Wanner
Dejan Bozin, Stetten; Rahel Brühlmann, Hofen; Kaspar Bührer, Schlatt; Letizia D’Agostino, Bibern; Sarah Germann, Opfertshofen; Linda Hirt, Bargen; Katharina Kuhn, Schaffhausen; Simon Maron, Dörflingen; Ivo Marti, Schaffhausen; David Marxen, Stein am Rhein; Daniel Novak, Stetten; Miruse Suloska, Schaffhausen; Prakash Thakolkaran, Schaffhausen

Sprachlich-altsprachliches Gymnasium

Klasse 4sa Klassenlehrerin: Christine Schnyder
Lisa Brühlmann, Thayngen; Martina Burger, Schaffhausen; Tirza Heiduschke, Schaffhausen; Nora Hurter, Schaffhausen; Divya Maliakal, Schaffhausen; Flurina Müller, Schaffhausen; Lisa Näf, Gächlingen; Xenia Quinter, Schaffhausen; Valerija Rukavina, Schaffhausen; Sophie Schudel, Schaffhausen; Eliza Stamm, Schaffhauen; Olivia Stauffer, Neunkirch; Léanne Steiner, Neuhausen am Rheinfall; Anna-Lena Stettler, Stetten; Lindita Sulja, Feuerthalen; Martina Zivkovic, Feuerthalen
Klasse 4sb Klassenlehrer: Urs Walter
Jonas Baumgartner, Schaffhausen; Ninotchka Beseda, Neuhausen am Rheinfall; Patryk Biesiada, Schaffhausen; Anna Boll, Löhningen; Christina Brodowsky, Schaffhausen; Damian Cordes, Schaffhausen; Andreas Gschwend, Schaffhausen; Oemer Kafa, Schaffhausen; Ramona Käslin, Schaffhausen; Lina Kuhn, Schaffhausen; Tiffany Kuhn, Stein am Rhein; Salomé Meier, Hemishofen; Andri Omlin, Schaffhausen; Lorina Röllin, Schaffhausen; Chantal Roth, Schaffhausen; Lisa Schwaninger, Schaffhausen; Leonie Stoll, Flurlingen; Louis Strologo, Schaffhausen; Bajka Teesselink, Feuerthalen; Dario Tomic, Schaffhausen; Lina Vogelsanger, Beggingen; Luzia Vogelsanger, Schleitheim; Anna-Katharina Zehnder, Oberhallau

#Notizen zu Namen

25. Juni 2015 | Kantonalturnfest in Dörflingen

Schaffhauser Nachrichten

Am Montagabend versammelten sich nochmals weit über 1000 Personen im grossen Festzelt in Dörflingen zum bei einem solchen Grossanlass obligaten Handwerkervesper. Die meisten von ihnen waren Helferinnen und Helfer an den zwei vorangegangenen Wochenenden am Schaffhauser Kantonalturnfest gewesen, die nun als Dank ihr verdientes Vesperplättli geniessen durften. Zwei Bands sorgten für tolle Stimmung. Dank der guten Arbeit des Dörflinger OK (im Bild) durfte sich die ganze Turngemeinde über ein sehr gelungenes Fest freuen, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.



1 Bomm
2 Charme
3 Skol
Bild zvg

#Notizen zu Namen

20. Juni 2015 | Der Haussegen hängt noch immer schief

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Dass die Schule ein sensibles Umfeld ist, zeigt sich in Hallau exemplarisch. Vor einer Woche meldeten wir, dass eine Elterngruppe rund 150 Unterschriften sammelte und dem Erziehungsrat in Schaffhausen zukommen liess, um ihn dazu zu bewegen, die Situation in Hallau unter die Lupe zu nehmen. Was war geschehen? Der Vertrag des Primarlehrers Tim Schriber, der in Oberhallau eine Klasse mit 17 Schülern, aufgeteilt in Fünft- und Sechstklässler, unterrichtet, war nicht mehr verlängert worden.
Jetzt erläutert Tim Schriber seine Sicht der Dinge: Am letzten Tag vor den Frühlingsferien hätten ihm Schulleiter Boris Bollinger und Schulpräsidentin Jutta Pongracz mitgeteilt, dass der Vertrag, der jedes Jahr erneuert werden müsse, dieses Mal nicht verlängert werden würde. «Als einziger Grund für die Nichtverlängerung wurde genannt, dass die Zusammenarbeit mit der zweiten Lehrperson im Schulhaus Oberhallau nicht so gewesen sei, wie man sich das gewünscht habe.»

**Lehrer wollte versetzt werden**
Diese Einschätzung teilte auch Tim Schriber, denn er stellte an Pongracz und Bollinger ein Gesuch um Versetzung an die Schule Hallau. Tim Schriber: «Ich sah mein Gesuch als einen Lösungsvorschlag.» Er hätte sich in Hallau für die Stelle an einer 3./4.-Klasse bewerben können. Eine solche Bewerbung, so Schriber, sei aber an Bedingungen geknüpft gewesen. «Da habe ich auf die Bewerbung verzichtet.» Was war in Oberhallau denn vorgefallen? Gemäss Tim Schriber hätten zwischenmenschliche Unstimmigkeiten die berufliche Zusammenarbeit so gestört, dass beide Lehrpersonen die Hilfe des Schulleiters in Anspruch nahmen. Tim Schriber: «Es kam zu einem Vierergespräch mit Jutta Pongracz, Boris Bollinger, der zweiten Lehrperson und mir. Danach kam niemand mehr auf mich zu, bis mir eröffnet wurde, mein Vertrag werde nicht mehr verlängert. Am 31. Juli ist mein letzter Arbeitstag.» Jetzt habe sich die Situation jedoch wieder beruhigt, beruflich würde es wieder funktionieren, sagt Tim Schriber. Und er würde auch in Oberhallau weiterunterrichten wollen, wenn er denn wieder einen Vertrag bekäme. In der gegenwärtigen Lage allerdings fürchtet Tim Schriber um seine Reputation als Lehrer. Über die Fachkraft Schriber sagt Boris Bollinger: «Herr Schriber ist ein guter Primarlehrer und hat den Job im Klassenzimmer gut gemacht. Die Gründe für die Nichtverlängerung des Vertrages entstanden im Umfeld des Klassenzimmers.»

**«Meuterei» im Klassenzimmer**
Warum aber wurden 150 Unterschriften gesammelt? Boris Bollinger: «Es ist ein ganz kleines Grüpplein hinter diesen 150 Unterschriften.» Ein Mitglied dieses «ganz kleinen Grüppleins» umschreibt den Grund, warum Unterschriften gesammelt wurden, so: «Die Gruppe bildete sich, nachdem die Schulleitung mit der Klasse von Tim Schriber eine Aussprache gehabt hatte. Dabei fiel das Wort Meuterei. Das, fanden wir, ging zu weit.» Die Unterschriftensammlung kam also aufgrund einer hoch emotionalen Gemengelage zustande. Jutta Pongracz: «Hätten wir dem Gesuch von Tim Schriber um Versetzung stattgeben können, wäre Tim Schriber ohnehin nicht mehr an dieser Klasse, an der die Eltern ihn nun halten wollen. Er wollte von dieser Klasse weg. So oder so kann man dem Wunsch der Eltern nicht nachkommen.» Die Schulpräsidentin sieht denn auch keinen Grund zur Beunruhigung. «Die Konflikte an der Schule werden von uns konstruktiv und gegenüber allen Beteiligten transparent gelöst.» Boris Bollinger doppelt nach: «Als Schulleiter kann ich sagen, im Vergleich zu andern Schulen im Kanton Zürich und Schaffhausen sind wir eine normale Schule. Es wird jetzt aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Darum möchte ich mich dagegen wehren, dass man sagt, die Schule Hallau sei wieder nicht in Ordnung.» Auf die Frage, warum er denn nach nur einem Jahr wieder gekündigt habe und die Schule Hallau auf Ende Januar 2016 verlässt, führt Boris Bollinger zuvorderst strukturelle Gründe ins Feld. «Eine Firma oder eine Schule mit knapp 50 Mitarbeitenden kann ich mit 90 Stellenprozent einfach nicht alleine führen.» Im Rahmen der Nachfolgelösung müssten Schulbehörde und Gemeinderat nun darüber nachdenken, was für ein Pensum es für so eine grosse Firma brauche. Boris Bollinger schätzt, dass 100 Prozent nötig sind und zusätzlich 40 Prozent für die Administration. Einen zweiten Kündigungsgrund umreisst der Schulleiter so: «Der Schulleiter ist nicht wirklich akzeptiert in der Lehrerschaft. Ich spüre immer wieder Widerstände.» Seine Ideen seien zu wenig mitgetragen worden. «Ich habe Visionen. Aber ich und das Lehrerteam haben nicht dieselben Vorstellungen, was Schulentwicklung und Qualitätssicherung anbelangt.» Teilweise herrschten unter den Lehrkräften traditionelle Denkmuster vor, die es dem Schulleiter schwer machen würden, den Auftrag, den er von der Schulbehörde habe, nämlich die Schule vorwärtszubringen, umzusetzen. Schulpräsidentin Jutta Pongracz äussert sich sehr positiv über die Arbeit, die Boris Bollinger in Hallau geleistet hat. «Wir sind auch sehr zufrieden darüber, wie er die Schule nach aussen vertreten hat.»

**Zu wenig Ressourcen für Führung**
Boris Bollinger habe, wie er sagt, die Stelle in Hallau mit Herzblut angetreten, obwohl er im Vorfeld sozusagen gewarnt worden sei. «Mir wurde gesagt, dass es in Hallau viele Baustellen und Altlasten gibt.» Ob er denn von der Situation, wie er sie dann tatsächlich angetroffen habe, überrascht worden sei? Boris Bollinger: «Ich habe zwar Erfahrung in der Schulverwaltung und in leitender Funktion in der Privatwirtschaft, bin aber als Schulleiter ein Neuling und konnte schlecht abschätzen, was es heisst, 45 Lehrpersonen, 300 Schüler und die Eltern unter einen Hut zu bringen. Ich musste 70 Prozent für die Administration aufwenden, und für die eigentliche Führungsaufgabe blieben mir 20 Prozent. Es müsste umgekehrt sein. Ich muss sagen: Entweder passe ich nicht zu dieser Schule, oder ich habe Visionen, die sich hier nicht umsetzen lassen.»

**«Noch dieselbe Situation wie 2013»**
Vor zwei Jahren schon hatte es an der Schule Hallau gebrodelt. Damals machten unzufriedene Eltern ihrem Ärger vor allem über die häufigen Lehrerwechsel und die ihrer Ansicht nach ungenügende Kommunikation der Behörden Luft. Lehrer, die der Schule den Rücken gekehrt hatten, beklagten sich über Einschüchterungsversuche und mangelnde Wertschätzung seitens der Schulleitung und der Schulbehörde. Die Schulleiterin kündigte damals ihren Job, und auch die Schulpräsidentin quittierte Ende 2013 ihren Dienst. Unter den einstigen Kritikern heisst es heute, dass sich die Situation im Wesentlichen kaum verändert habe. Mit vollem Namen in der Zeitung erscheinen will von ihnen allerdings niemand.

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13. Juni 2015 | Hallauer Primarlehrer muss den Hut nehmen

Schaffhauser Nachrichten
(Wü.)

Der Grund dafür, dass der Vertrag mit Primarlehrer Tim Schriber nicht verlängert wird, werde mit «personell» angegeben, teilt das achtköpfige Elternteam mit, das die Unterschriftensammlung organisiert. «Wir wissen nicht, was damit gemeint ist», heisst es aus der Gruppe. Die Eltern haben über 150 Unterschriften gesammelt und werden diese heute Samstagnachmittag dem Erziehungsrat in Schaffhausen persönlich und zusammen mit einem Begleitschreiben übergeben. Ziel der Aktion sei es, zu erreichen, dass die Behörde die Situation in Hallau anschaut. «Wir Eltern haben kein Mitspracherecht in solchen Personalfragen, und das ist grundsätzlich auch richtig. Aber wir vermuten eine Ungerechtigkeit hinter der Nichtverlängerung des Vertrags mit Tim Schriber. Wir wollen, dass der Fall vom Erziehungsrat unter die Lupe genommen wird, und wir möchten, dass Tim Schriber wieder einen Vertag bekommt.»
Schulreferentin Liliane Götz sagte auf Anfrage, dass sie zu den Gründen, warum der Vertrag mit Tim Schriber nicht verlängert werde, wegen des Amtsgeheimnisses keine Auskunft geben könne.

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3. Juni 2015 | Vier Zumbühls im Kern-OK des Kantonalturnfestes

Schaffhauser Nachrichten
Publibeilage

Im OK des Kantonalturnfestes 2015 in Dörflingen ist die Familie Zumbühl prominent vertreten: hinten die Söhne Fabian (Turnkomitee) und Philipp (2. Vizepräsident), Esther Zumbühl (Aktuarin) sowie Josef Zumbühl (Support).

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22. Mai 2015 | Endlich wieder wandern

Schaffhauser Nachrichten
Mark Liebenberg

«In zwei Wochen gehe ich endlich wieder wandern, darauf freue ich mich» – der das sagt, feiert heute seinen Achtzigsten und bereitet sich derzeit täglich mit Gymnastik und auf dem Heimtrainer auf seine geliebten Ausflüge in die Berge vor: Kurt Amsler, alt Regierungsrat, hat sich jetzt lange gedulden müssen, denn im März hatte er einen Verkehrsunfall und war einige Zeit im Spital. «Und dies nach 58 unfallfreien Jahren!» Ausser ein paar Blessuren ist aber gottlob nichts passiert. Und so kann Amsler seinen runden Geburtstag mit seiner Frau Cornelia und seinen sieben Kindern und Angeheirateten sowie den acht Enkelkindern unbelastet feiern.
Das Wandern ist eines der Hobbys, die Amsler teuer sind. Regelmässig betreibt er es etwa auch zusammen mit anderen Alten Herren der Scaphusia. Das andere grosse Hobby ist das Lesen: Vor zehn Jahren hatte er sich vorgenommen, die grossen Klassiker der Weltliteratur zu lesen. «Mittlerweile lese ich aber querbeet, was mich gerade interessiert», sagt er. Zurzeit ist es der neue Roman von Martin Suter. Mindestens zwei Bücher pro Woche seien es mindestens, «dafür verliere ich kaum Zeit im Internet». Im Ruhestand ist Amsler seit elf Jahren – er war ab 1973 13 Jahre freisinniger Regierungsrat des Kantons Schaffhausen (Finanzen und Verkehr) und von 1998 bis 2004 Präsident des Verbandes Schweizerischer Kantonalbanken. Im Historischen Lexikon der Schweiz wird hervorgehoben, Amsler habe «… zielstrebig und umsichtig die Staatsschulden von 95 auf 10 Mio. Fr. reduziert und meisterte die Krisen um Spitalneubau und Computerbetrügereien in der Verwaltung». Diese Zeiten sind lange her. Aber das politische Geschehen lässt den Veteranen – und seine Frau Cornelia, die ebenfalls lange Jahre in der Politik war – natürlich nicht los, und er verfolgt es intensiv. «Im Vergleich zu seinerzeit geht es heute in der Politik viel schneller zu und her, die Medien geben das Tempo vor und wollen sofort Stellungnahmen und Interviews. Das war bei uns früher nicht so», erinnert sich Amsler. Den Austausch mit seinen Gefährten von einst und den Nachfolgern und Nachfolgerinnen pflegt er nach wie vor alle zwei Monate am Stammtisch der alt Regierungsräte und alt Staatsschreiber, an dem auch immer ein amtierendes Mitglied der Kantonsregierung vertreten ist. «Mittlerweile bin ich der, der am längsten draussen ist», lacht Amsler.


**Zur Person Kurt Amsler, alt Regierungsrat**

Kurt Amsler wurde am 22. Mai 1935 als Sohn eines Landwirtes in Schaffhausen geboren. Er wurde zuerst Primarlehrer und studierte dann an der Hochschule St. Gallen Betriebs- und Volkswirtschaft. Amsler doktorierte an der Uni Fribourg und arbeitete ab 1961 bei SIG und danach bei Georg Fischer in Schaffhausen. Von 1973 bis 1986 war er freisinniger Schaffhauser Regierungsrat. 1987 wurde Amsler Direktor der Schaffhauser Kantonalbank und präsidierte von 1998 bis 2004 den Verband der Schweizer Kantonalbanken. (r.)



Alt Regierungsrat Kurt Amsler, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, mit seiner Frau Cornelia.
Bild Selwyn Hoffmann

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10. April 2015 | Stephan Schlatter leitet die städtische FDP

Schaffhauser Nachrichten
Karl Hotz

Marcel Sonderegger hatte es gestern Abend streng: Zuerst leitete er als abtretender Präsident die Jahresversammlung der FDP der Stadt, dann jene der Kantonalpartei als kürzlich gewählter Präsident und schliesslich die Nominationsversammlung für die Eidgenössischen Wahlen im Herbst. Erleichtert wurde ihm seine Aufgabe dadurch, dass alle Vorgeschlagenen per Akklamation gewählt wurden.
Wichtig dabei waren die Wahlen in die Stadtpartei: Sie wählte mit Stephan Schlatter einen neuen Parteipräsidenten für Sonderegger sowie mit Jeronim Perovic´ und Markus Bührer zwei neue Vorstandsmitglieder.

**Dubach frisch von der Leber weg**
Am meisten zu reden gab es allerdings bei den Nominationen für die Eidgenössischen Wahlen vom Herbst. Regierungsrat Reto Dubach, der für die FDP den Ständeratssitz zurückerobern will, überzeugte dabei in einer Art Kreuzverhör durch Peter Hartmeier durch die frische und offene Art, in der er auf die Fragen reagierte. Er trete nicht primär gegen Thomas Minder an, meinte er beispielsweise, im Zentrum stehe für ihn, dass in Bern wieder eine liberale Stimme aus Schaffhausen gehört werde. «Bei allem Respekt vor der SVP: Drei Vertreter aus einer Fraktion ist einer zu viel», meinte er zur heutigen Situation. Wichtig sei es zudem, so seine Erfahrung als Regierungsrat, in Bern gute Kontakte zu pflegen – das nicht zuletzt zu den Direktoren der Bundesämter. Das funktioniere im Moment nicht bei allen vier Vertretern in Bern gleich gut. Weiter plädierte er dafür, dass sich die FDP nicht nur als Wirtschafts- und Finanzpolitik profiliere. Man dürfe auch andere gesellschaftspolitische Themen nicht vernachlässigen. Vor allem sei es wichtig – gerade für einen Vertreter der Schaffhauser FDP, die früh schon ihr Augenmerk auf den Umweltschutz gerichtet habe –, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen.

**Sorge um Wirtschaftsstandort**
Martin Keller, er wird auf der Nationalratsliste der FDP auf der ersten Linie stehen, und Florian Hotz legten in ihren Kurzvorstellungen das Hauptaugenmerk vor allem auf die Wirtschaft. «Der Produktionsstandort Schweiz ist bedroht», mahnte Kessler aus seinen Erfahrungen als Chef eines mittleren Unternehmens. Und Florian Hotz meinte, die Freiheit sei in Gefahr, weil in kleinen, oft kaum merkbaren Schritten auf vielen Gebieten der Staat immer mehr Kompetenzen an sich reisse. Nach den mit Applaus erfolgten Nominationen skizzierte Carina Schaller, operationelle Leiterin Wahlkampf 2015 der FDP Schweiz, Ideen, Strategien und Ziele der schweizerischen Partei für den Wahlkampf im kommenden Herbst.



Neu im Vorstand der städtischen FDP: Jeronim Perovic´, Stephan Schlatter (Präsident) und Markus Bührer (v.l.n.r.).
Bild Eric Bührer

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30. März 2015 | Vorfreude beim neuen Munotvater

Schaffhauser Nachrichten
Ursula Junker

Mit einem lang andauernden Applaus verabschiedete der Munotverein Schaffhausen am vergangenen Freitag anlässlich der Generalversammlung seinen bisherigen Präsidenten Urs Saxer. Er habe einen ausserordentlichen Einsatz geleistet, deshalb gebühre ihm auch ein ganz besonderer Dank, würdigte Vizepräsident Peter Uehlinger die Verdienste des scheidenden Präsidenten, in dessen Amtszeit alte Traditionen ebenso gepflegt wurden, wie neue Ideen umgesetzt wurden, um den Verein vorwärtszubringen. Uehlinger lobte auch die Art, wie Saxer den Vorstand geleitet hatte: «Er war ein umsichtiger Fuhrmann, wusste, wo er bremsen und wo er ziehen musste.»

**Emotionaler Abschied**
Saxer zeigte sich sichtlich bewegt von den Standig Ovations der in der Schützenstube anwesenden Vereinsmitglieder und beteuerte: «Die Zeit als Munotvater war für mich ein Teil meines Lebens, den ich nie vergessen werde.» Noch vor seinem Abschied galt es für Saxer, die Wahlen in Vorstand und im Präsidium durchzuführen. Nach zwei Strategiesitzungen zur Entwicklung des Vereins habe man sich entschieden, Peter Uehlinger zur Wahl ins Präsidium vorzuschlagen. Mit einem langen und herzlichen Applaus wurde Uehlinger gewählt. «Ich bemühe mich, dass Sie in ein paar Jahren immer noch das Gefühl haben, eine gute Wahl getroffen zu haben», bedankte sich der Neugewählte, der sich auch auf seine neue Aufgabe freut. Sie biete die Möglichkeit, viele neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu pflegen. Ebenso verwies er auf die über 4000 Mitglieder, die dem Verein die Treue halten, sowie die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und dem Munotwächter-Ehepaar. Am vergangenen Freitag musste auch der Vorstand ergänzt werden. Roger Acklin und Beat Stöckli wurden einstimmig ins Gremium gewählt. In seinem Jahresbericht liess der scheidende Saxer noch einmal das Jubiläumsjahr Revue passieren, das viele zusätzliche Aktivitäten bot, von denen einige allerdings durch Regen verhindert wurden. Das schlug sich dann auch in der Rechnung nieder, wie Kassier Matthias Baumgartner darlegte. Saxer bedauerte auch, dass der mit viel Schwung angegangene Ausbau des westlichen Wehrgangs bislang durch die Denkmalpflege verunmöglicht wurde.

**Keine Munot-Summer-Nights mehr**
In der kommenden Saison werden die Aktivitäten etwas zurückgefahren. Nicht mehr im Programm aufgeführt sind etwa die Munot-Summer-Music-Nights. Allerdings wartet der Verein 2016 mit der Aufführung von «Carmen» als Freilichtoper auf (siehe SN vom 23. März). Dieses ganz besondere Ereignis wird den Vorstand auch dieses Jahr schon stark in Anspruch nehmen.



Peter Uehlinger (links) ist nun offiziell neuer Munotvater. Für Vorgänger Urs Saxer gab es bei der Generalversammlung Standing Ovations.
Bild Bruno Bührer

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17. März 2015 | Jahresgewinn wächst um 7,4 Prozent

Schaffhauser Nachrichten
Rolf Fehlmann

**Jahresgewinn wächst um 7,4 Prozent**
Schaffhausen Das Geschäftsjahr 2014 sei für die Schaffhauser Kantonalbank «herausfordernd, aber ausgezeichnet» gewesen – so charakterisierte gestern Bankpräsident Rinaldo Riguzzi auf der Bilanzmedienkonferenz das abgelaufene Jahr. «Wir waren konfrontiert mit steigenden regulatorischen Anforderungen, mit insgesamt weiter sinkenden Margen und mit einer technologischen Entwicklung, mit der man mithalten muss, vor allem im Bereich der elektronischen Kommunikation.»

**Rekordwerte**
Die Eckdaten des Jahresabschlusses sind beeindruckend: Mit dem höchsten jemals ausgewiesenen Jahresgewinn von 39,04 Millionen Franken und einer Bilanzsumme von 6,18 Milliarden Fr. erwirtschaftete die Bank 2014 ein Rekordergebnis. Die Kundengelder nahmen gegenüber dem Geschäftsjahr 2013 um 230 Mio. Fr. zu, die Kundenausleihungen stiegen um 335 Millionen – dies trotz «unverändert vorsichtiger Kreditpolitik», wie Riguzzi gestern vor den Medien versicherte. Dieser Ausbau sei das Resultat «einer anhaltend soliden Nachfrage privater Wohnbaufinanzierungen als auch des Vertrauens einiger grösserer kommerzieller Immobilienkunden», heisst es dazu in der Medienmitteilung der Kantonalbank: «Wir legen seit Jahren Wert darauf, Geschäfte mit moderat belehnten Wohnliegenschaften und Kreditnehmern guter Bonität zu erzielen.»

**1 Milliarde verwaltete Vermögen**
Das Volumen der verwalteten Vermögen liege derzeit bei rund einer Milliarde Franken, sagte Kantonalbank-CEO Martin Vogel. Die Anzahl Mandate der hauseigenen Vermögensverwaltung stieg um 27,8 Prozent.«Das kann nur gelingen, wenn die Kunden darauf vertrauen, dass Sie ein verlässlicher und nachhaltiger Vermögensverwalter sind.» Ein Renner seien 2014 die sogenannten Indexmandate gewesen, also Vermögensverwaltung für kleinere Einkommen ab 100 000 Franken.

**1,5 Millionen mehr für den Kanton**
Vom guten Ergebnis profitiert auch der Kanton Schaffhausen mit einer Ablieferung von insgesamt 23,9 Mio. Fr.; das sind 1,524 Mio. mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Budgetiert hatte der Kanton laut Vogel insgesamt 22,2 Mio. Fr.: «So steuert ausser der Nationalbank noch eine weitere Bank etwas bei, mit dem man nicht gerechnet hatte», meinte Vogel augenzwinkernd. Er begründete die Ausschüttungsquote von 60 Prozent des Jahresgewinns mit dem Argument der Sicherheit der Bank: «Wir achten darauf, dass wir auf eine Eigenkapitalquote von 12 bis 13 Prozent zu liegen kommen.» Entsprechend steuere man die Ausschüttungsquote, die laut Gesetz zwischen 60 und 80 Prozent betragen müsse.

**Veränderte Ausgangslage für 2015**
Für 2015 rechnet die Schaffhauser Kantonalbank mit einem ertragsmässig schwierigen Jahr. Vogel: «Der Wegfall der Euro-Untergrenze und die Einführung der Negativzinsen haben die Ausgangslage wirklich verändert.» So reduziere die quasi über Nacht erfolgte Wertminderung des Euro das Volumen der verwalteten Gelder, was zu einem Ertragsrückgang führen werde. Darum rechne man mit Belastungen in allen Geschäftsbereichen. Dennoch sei die Bank für die zahlreichen Unwägbarkeiten des laufenden Jahres gut gerüstet – dies nicht zuletzt wegen ihrer Kapitalstärke.

**Personalien Beförderungen per 1. April 2015**
Die Schaffhauser Kantonalbank gibt per 1. April 2015 folgende Beförderungen bekannt: Zur Stellvertretenden Direktorin: Silvia Graf, Leiterin Produkt- und Prozessmanagement; zu Vizedirektoren: Ursula Erb, Leiterin Kommunikation; Stefan André Kleber, Berater Firmenkunden; Antonio Longhitano, Leiter Frontsupport; Aleksander Petrovic, Leiter Finance & Risk; zu Prokuristen: Reto Conrad, Leiter Produktion; Daniel Winzeler, Stab Marktleistungen; zu Handlungsbevollmächtigten: Sofia Dressler, Beraterin Private Kunden; Andreas Glauser, Informatiker; Thomas Hartmann, Produktmanager; Andrea Suter, Stab der Geschäftsleitung; Felizia Wattinger, Schalterberaterin; Andreas Wüscher, Berater private Kunden. Der Bankrat und die Geschäftsleitung gratulieren herzlich.

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26. Februar 2015 | «Fast täglich erleben wir Überraschungen»

Schaffhauser Nachrichten
(schi)

«Diewil», schreibt Johann Jakob Rüeger, «habend sich ouch ander ordenslüt alhie ingeflickt und sich alhie grësslet zuo irem guoten nutz, der armen burgerschaft aber zuo nachteil und schaden an lib, guot und seel, namlich die Barfuosser münchen.» Ob der knapp zwanzig Jahre nach der Reformation geborene Theologe als objektiver Chronist anzusehen ist und die Franziskaner sich wirklich als die Schlimmsten der Schlimmen gebärdeten, sei dahingestellt; fest steht aber, dass die 1253 erstmals erwähnte Barfüsserkirche mit einer Länge von 67 Metern ganze neun Meter länger als die Stadtkirche St. Johann gewesen ist. Das ist erstaunlich, aber man weiss dies schon seit Längerem.

**Noch nicht alle Geheimnisse**
Doch der Schaffhauser Kirchenarchäologe Guido Faccani – ein würdiger Nachfolger von Hans Rudolf Sennhauser – zeigte in seinem spannenden Referat im Kloster Allerheiligen auf, dass die Minderen Brüder, wie man die Mitglieder dieses Bettelordens ebenfalls nennt, noch längst nicht alle Geheimnisse preisgegeben haben und dass alleine schon hinter der baufälligen, zwanzig Zentimeter vorbauchenden Nordfassade des Guardianhauses wahre Schätze verborgen sind. Man reisst in dieser Liegenschaft am Platz 1 eine lausige Pavatexwand weg und staunt ob einer gut erhaltenen Fachwerkkonstruktion aus dem frühen 16. Jahrhundert. Entdeckt Quaderimitationen als Wandmalereien, eine um 1370 entstandene Holzdecke, russige, aus dem Mittelalter stammende Dachlatten. Die Beispiele liessen sich beliebig vermehren, wenn man etwa an das Haus «zum Goldenen Apfel», Krummgasse 8, denkt. Faccani machte die rund hundert Mitglieder und Gäste des Historischen Vereins, darunter Stadtpräsident Peter Neukomm, richtiggehend glustig, wagte sich aber doch nicht auf die Äste hinaus. «Das Neuland, das wir betreten, ist so neu, dass keine gültigen Rekonstruktionsversuche möglich sind. Fast täglich erleben wir Über- raschungen.» Und das wiederum ist mit Blick auf eine spätere Gesamtschau nichts anderes als ein grosses Versprechen, wenn man bedenkt, dass Guido Faccani bereits 2008 im Auftrag der Denkmalpflege mit der Detailinventarisierung der städtischen Liegenschaften im Stadthausgeviert – dem Barfüsserklosterareal – begonnen hat und nun mit seinem kleinen Team an der Notsicherung des Guardianhauses arbeitet.

**Verkaufen und zurückkaufen**
Spannend ist aber auch die Besitzergeschichte des Klosterkomplexes, der mit der Reformation an die Stadt Schaffhausen überging, die bald schon einzelne Parzellen umnutzte beziehungsweise verkaufte. So wurde die Klosterkirche in drei Etappen abgebrochen, zuerst der Chor (1543), dann das westliche Schiff (1729), wo das Haus zur Freudenquelle entstand, und schliesslich auch der Mittelteil (1837), der zuletzt als Baulager diente. Seit 1839 macht das Haus zur Freudenquelle als Stadthaus seinem Namen alle Ehre. Schon früh entwickelte man Umbaupläne für das ganze Stadthausgeviert. Dementsprechend begann die Stadt nach und nach sechs Liegenschaften des ehemaligen Barfüsserklosters zurückzukaufen. Zuerst 1930 den schwarzen Stier, 1958 durch Expropriation die daraufhin abgebrochene Liegenschaft Krummgasse 12, 1965 den goldenen Apfel und schliesslich 1979 die Weltkugel an der Safrangasse 5. Um Platz für ein Verwaltungszentrum zu schaffen, war man lange Zeit bereit, sämtliche Liegenschaften abzureissen. Doch zum Glück haben die städtischen Mühlen langsam genug gemahlen. Tabula rasa ist kein Thema mehr.



Der Schaffhauser Kirchenarchäologe Guido Faccani.
Bild Jeannette Vogel

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12. Februar 2015 | Unter neuer Führung ins Wahljahr

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

Die FDP Schaffhausen will zurück nach Bern: Nachdem der Schaffhauser Freisinn den Ständeratssitz von Peter Briner, der 2011 zurücktrat, nicht verteidigen konnte, will Reto Dubach ab 2016 für die Partei im Ständerat politisieren. Wird der Baudirektor am Parteitag vom 1. April von der Partei nominiert – woran kaum Zweifel bestehen dürften – so kommt es am 18. Oktober 2015 zu einer Kampfwahl: Bereits hat die SVP im Januar ihren bisherigen Vertreter Hannes Germann für eine erneute Kandidatur nominiert, und auch der parteilose Thomas Minder, der zweite Schaffhauser Vertreter in der kleinen Kammer, hat erst kürzlich angekündigt, erneut anzutreten. Dubach bezeichnet sich angesichts dieser Situation zwar als Aussenseiter, «aber einer mit intakten Chancen». Bliebe der Wahlerfolg aus, würde Dubach weiterhin als Regierungsrat im Amt bleiben.
Neuigkeiten konnte Regierungsrat Christian Amsler in seiner Funktion als Vorsitzender der FDP-Personalkommission im Hinblick auf die Nationalratswahlen verkünden: Nach intensiven Gesprächen sei es gelungen, mit dem Klettgauer Unternehmer Martin Kessler und Florian Hotz zwei «Topkandidaten» für den Nationalratswahlkampf zu gewinnen. «Dieses starke Zweierticket zeigt die Nähe der FDP zum Gewerbe und zur Wirtschaft», sagte Amsler. Auch hier müssen die FDP-Kandidaten gegen die beiden bisherigen Nationalräte Thomas Hurter (SVP) und Martina Munz (SP) antreten. Vor diesen Ankündigungen befasste sich die Partei mit der Parolenfassung zu den Abstimmungen vom 8. März und erteilten dabei dem Ständeratskandidaten in spe eine Absage: Mit einer deutlichen Mehrheit wurde die Energievorlage, für die sich der Baudirektor Dubach stark eingesetzt hatte, abgelehnt (Details im Kasten). Für die Partei noch wichtiger war aber die Klärung der Nachfolge von Parteipräsident Harald Jenny: Der Vorstand hatte der Versammlung Marcel Sonderegger, Jahrgang 1968, vorgeschlagen, Thomas Hauser sprach gestern von einem «Glücksfall für die Partei». Aktuell steht Sonderegger der Stadt-FDP vor. Der Familienvater und Ingenieur mit eigenem Büro in Schaffhausen begründet seine Kandidatur damit, dass er in der Vergangenheit im Parteivorstand verschiedentlich als Kritiker aufgetreten war – und jetzt selber in die Hosen steigen will. «Ich werde mich für gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft einsetzen», sagte er. Denn nur wenn die Wirtschaft floriere, verfüge der Staat auch über genügend Steuereinnahmen. Das Präsidium würde er als Ehrenamt ohne Entschädigung übernehmen. «Wer Geld verdient, macht sich abhängig», sagte Sonderegger. Stattdessen kündigte er an, die Arbeit auf die fünfköpfige Geschäftsleitung der Partei zu verteilen. Einwände gegen seine Wahl gab es nicht, und Sonderegger wurde einstimmig gewählt.


**Parolen: Nein zur Energievorlage und klares Ja zum Beitrag an das Fussballstadion im Herblingertal**

Am Schluss warnte Regierungsrat Reto Dubach davor, Risse in der Partei aufbrechen zu lassen, aber auch das half nichts: Mit 24 zu 11 Stimmen verweigerten die Parteimitglieder den beiden anwesenden Regierungsräten Dubach und Amsler die Gefolgschaft und beschlossen die Nein-Parole zur kantonalen Energievorlage. Vorausgegangen waren ein Pro-Referat von René Sauzet und eine ablehnende Stellungnahme von Marcel Montanari. In der Diskussion im Plenum wurden sowohl finanzielle als auch grundsätzliche Bedenken gegen die Vorlage ins Feld geführt: Ein Unternehmer lehnte die Einführung einer Förderabgabe mit der Begründung ab, dass er für seine Firma plötzlich bis zu 20 000 Franken mehr bezahlen müsste, «und das ohne einen Gegenwert». Mehrfach moniert wurde, dass die Massnahmen mit weitreichenden Eingriffen in die Privatsphäre und das Eigentumsrecht verbunden seien, was dem FDP-Credo zuwiderlaufe. Kein Gehör fand auch das Argument, dass sich mit Massnahmen zur Energieeffizienz Geld sparen lasse: «Wenn sich das rechnet, werden die Leute das auch ohne Förderprogramm tun», sagte Kantonsrat Christian Heydecker. Christian Amsler verteidigte die Vorlage als «moderat», und Reto Dubach betonte, dass es sich um zeitlich befristete Massnahmen handle, und kritisierte, dass mit Halbwahrheiten gegen die Vorlage argumentiert würde. Und er rief dazu auf, eine Verbindung von «Ökonomie und Ökologie» zu schaffen. Zustimmung gab es in der Folge für die Vorlage über das Erbschaftswesen, die Partei stellte sich hinter das beschlossene Budget und damit gegen das Referendum. Während die beiden nationalen Vorlagen abgelehnt wurden, beschloss die Stadtsektion mit einer deutlichen Mehrheit die Ja-Parole zum Stadionbeitrag.



Interimspräsident Thomas Hauser (l.) gratuliert dem neuen Parteipräsidenten Marcel Sonderegger zur einstimmigen Wahl ins Präsidium der Schaffhauser FDP.
Bild Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

13. Januar 2015 | Ein nüchterner Analytiker auf dem Bock

Schaffhauser Nachrichten
Claudia Härdi

Der Historiker Peter Scheck, der dieses Jahr den Kantonsrat leitet, macht den Eindruck, dass ihn nichts aus der Ruhe bringen kann. Er ist erstaunlich entspannt für einen Menschen, der im Kantonsparlament die brisante Debatte über das Sparpaket, «das Herzstück der diesjährigen politischen Diskussion im Kantonsparlament», laut Scheck, leiten muss. «Ich habe davor Respekt», sagt er. Er hofft, dass das Parlament einen Kompromiss finden wird, und ist davon überzeugt, dass auch die Bevölkerung dazu bereit wäre, einen Kompromiss einzugehen. Sein Ziel ist es, den Kantonsrat so zu führen, dass rasch ein Konsens gefunden wird. «Alles andere nervt mich», sagt Scheck, den vor allem die Endlosdebatten im Rat ärgern. Pfiff und Ironie in Debatten aber seien durchaus erlaubt. «Den Gegner darf man auch mal an die Wand spielen. Ich lege aber Wert auf einen anständigen Ton. Das ist mir wichtig», betont der Stadtarchivar.

**Beschränkte Macht**
Dass er als Kantonsratspräsident das Parlament steuern kann, daran glaubt er nicht: «Diese Macht hat man nicht.» Er könne zwar zur Versöhnung aufrufen. «Aber ob das gelingt?», fragt Scheck, der die verschiedenen politischen Positionen in seiner Fraktion, die er während dreier Jahre geleitet hat, als Vergleich heranzieht. «Wie will man eine Einigung im gesamten Rat zustande bringen, wenn es nicht einmal in der Fraktion klappt?» Es gebe in allen Parteien die Gemässigten, die Extremen und die Schlaumeier. Letztere seien diejenigen, die mal diese und mal jene Meinung vertreten würden, fügt Scheck, der sich selbst zu den gemässigten Politikern zählt, hinzu.

**Mit der Schule verbunden**
Er zieht die sachbezogene und analytische Gesprächskultur der Polemik vor. «Ich bin kein Hardliner und durchaus auch dazu bereit, dem anderen entgegenzukommen. Nicht nur in der Politik, auch im täglichen Leben suche ich den Kompromiss», sagt er. Aber auch ihm fällt es manchmal schwer, Kompromisse zu schliessen. Insbesondere wenn es um Sparmassnahmen an den Schulen geht. «Mit dem Abbau in der Bildung habe ich sehr Mühe. Das geht mir gegen den Strich», sagt Scheck, der sich durch seine nebenamtliche Tätigkeit als Maturitätsexperte an der Kantonsschule, an der Handelsschule KV und am Berufsbildungszentrum des Kantons Schaffhausen stark mit der Schule verbunden fühlt. «Wenn wir uns zum Ziel gesetzt haben, unsere Bildung zu fördern, sollten wir die Gelder dafür nicht kürzen. Das ist für mich ein totaler Widerspruch.»

**Freunde fürs Leben**
Bevor Scheck an der Universität Zürich Allgemeine Geschichte studierte und dort auch promovierte, seine Dissertation schrieb er zu den politischen Bündnissen der Stadt Schaffhausen von 1312 bis 1454, hatte der Schaffhauser SVP-Politiker an der Real- und Sekundarschule Rüdlingen und Buchberg selbst als Lehrer gearbeitet. Während seiner Lehrtätigkeit entdeckte er für sich das Fach Geschichte, denn ursprünglich wollte er Medizin oder Biochemie studieren. «Es ist erstaunlich, dass ich letztendlich Geschichte studiert habe. Physik und Chemie waren eher meine Stärken», bemerkt er. Die Arbeit mit jungen Menschen und der Kontakt zu ihnen ist ihm heute noch wichtig, sei es im Rahmen seiner Tätigkeit an der Kantonsschule oder auch in der Verbindung Scaphusia. Er sei an ihren Meinungen und Argumentationen interessiert. «Es ist reine Neugier», sagt er. Dass er auch am Leben junger Menschen Anteil nimmt, hat in Schecks Lebenslauf viel mit der Scaphusia zu tun. «Als Jugendlicher schliesst man dort Freundschaften fürs Leben, und der Zusammenhalt ist ausserordentlich gross.» Seiner Meinung nach lernt man in einer Verbindung Menschen besser kennen als in einem Verein. «Gerade in der Pubertät, wo man seine Sorgen und Nöte miteinander diskutiert, kommt man sich relativ nahe», sagt Scheck, der nebst der Scaphusia auch Ehrenmitglied der Technikerverbindung Fortuna ist. Für ihn jedenfalls sind die Verbindungen und die damit verbundenen Freundschaften sehr zentral.

**Geschichte ist Wissenschaft**
Seit 1996 leitet der heute 59-Jährige das Schaffhauser Stadtarchiv. Über die Stadt und den Kanton weiss er entsprechend viel, «aber längst nicht alles», wie er sagt. «Ich lerne jeden Tag wieder etwas Neues dazu.» Dass Historiker rückwärtsbezogene Denker seien, hält Scheck für Unsinn. Geschichte sei reines Handwerk. Und ein Historiker sei ein Wissenschaftler, der sich mit der Erforschung und Darstellung der Geschichte beschäftige. Es sei eine wissenschaftliche Herangehensweise – eine reine Analyse, sagt er. «Ob das die Vergangenheit oder die Gegenwart betrifft, ist absolut nicht entscheidend.» Entscheidend sei, dass Geschichte nie wertend sein dürfe.

**Ein nüchterner Analytiker**
Scheck kann man zu den nüchternen Analytikern zählen: Seine Aussagen sind kritischer Natur, aber nicht ohne Ironie. Sich selbst allzu ernst zu nehmen, sei ihm sehr fremd, sagt er. Nebst seiner Tätigkeit im Stadtarchiv, das er übrigens ins digitale Zeitalter überführt hat, engagiert sich der SVP-Politiker unter anderem auch in diversen Vereinen, und er ist Mitglied von Kommissionen und Beiräten. Der Stadtarchivar liest viel und gerne, denn das gehört seiner Meinung nach einfach zum Leben. Zur Entspannung spielt er Klavier. «So, wie andere ihr autogenes Training betreiben», sagt er. Am liebsten ist ihm Mozart oder die Improvisation. Sein Improvisationstalent kann er sicherlich auch gut als Kantonsratspräside gebrauchen.


**Peter Scheck: zur Person**

*Geburtstag:* 4. Juni 1956
*Schulen:* Primar-, Real- und Kantonsschule in Schaffhausen.
*Ausbildung:* Promovierte 1992 zum Dr. phil. I bei Prof. Dr. H. C. Peyer. Studium der Allgemeinen Geschichte (1982–1989). Lehrerseminar Schaffhausen (1976–1978).
*Weiterbildung:* Unter anderem Programmierung von Datenbankanwendungen an der Universität Zürich Irchel (1986–1989), römisches und germanisches Recht sowie Verfassungsgeschichte an der juristischen Fakultät Zürich (1986–1989), Literaturgeschichte und Mittelhochdeutsch am Deutschen Seminar der Universität Zürich (1983–1986).
*Berufliche Tätigkeit:* Seit 1996 Stadtarchivar von Schaffhausen. Davor unter anderem zuständig für den Aufbau und die Leitung der Dokumentationsstelle «Wirtschaft und Zeitgeschichte» (1995–1996) sowie die Leitung der Dokumentationsstelle «Wirtschafts- und Aussenwirtschaftspolitik» an der ETH Zürich (1991–1995).
*Politik:* Seit 2007 Kantonsratsmitglied. Fraktionspräsident der SVP-Fraktion (2011–2014).
*Militär:* Bis 2007 Hauptmann der Infanterie Waffenplatz St. Gallen.
*Auszug weitere Tätigkeiten:* Maturitätsexperte an Kantonsschule, Handelsschule KV und Berufsbildungszentrum des Kantons Schaffhausen. Vorstandsmitglied des Historischen Vereins Schaffhausen. Beirat des Hegau-Geschichtsvereins.
*Mitgliedschaften:* Ehrenmitglied der Techniker-Verbindung Fortuna und Mitglied der Scaphusia.
*Familie:* Verheiratet, vier erwachsene Kinder (Schwiegersöhne inklusive).
*Hobbys:* Tennis, Lesen, Reisen, Klavier.



Der Schaffhauser SVP-Politiker Peter Scheck zieht eine sachbezogene Gesprächskultur der Polemik vor. Er sieht sich als kompromissbereiten und offenen Menschen. Endlosdebatten im Rat strapazieren aber seine Toleranz ungemein.
Bild Selwyn Hoffmann


Schaffhauser Bock, 13.01.2015, Nr. 3
Marcel Tresch

*Der SVP-Politiker und Stadtarchivar Peter Scheck (58) ist höchster Schaffhauser des Jahres 2015*

**Zum Wohle der Bevölkerung**

Vor den Feiertagen wurde Peter Scheck zum neuen Präsidenten des Staatsparlamentes gewählt. Wie wird der SVP-Vertreter den Kantonsrat führen? Diese und andere Fragen beantwortet er dem «Schaffhauser Bock».

*«Schaffhauser Bock»: Wie beschreibt Peter Scheck sich selber als Persönlichkeit?*
Peter Scheck: Ich bin eher ein feinfühliger Mensch und versuche in erster Linie zu vermitteln. Eine Portion Humor und auch eine Prise Ironie fehlen dabei selten.

*Welche Stärken zeichnen Sie aus?*
Ich betrachte mich als durchschnittlich begabt. Vielleicht habe ich wenig auffallende Schwächen, aber auch nicht gerade herausragende Stärken wie etwa überdurchschnittliche Intelligenz, rhetorische Begabung, besonderes Durchsetzungsvermögen oder spezielle analytische Fähigkeiten.

*Was für eine Bedeutung hat für Sie das Präsidentenamt des Kantons Schaffhausen?*
Der Präsident ist Primus inter Pares, also Erster unter Gleichen. Es gilt für ihn in erster Linie, die Geschäfte des Kantonsrates sehr gut vorzubereiten, damit er auf Eventualitäten gefasst ist. Ebenso wichtig ist es, die Sitzungen fair und ausgewogen zu leiten. Das ist die Hauptaufgabe. Eine Zusatzaufgabe ist es, den Kantonsrat an besonderen Anlässen zu repräsentieren und ab und zu auch einige Grussworte aus Schaffhausen zu überbringen.

*Eine Aufgabe mit viel Würde oder Bürde?*
Ich denke, dass die Zeiten hierzulande endgültig vorbei sind, in denen ein solches Amt noch eine besondere Würde darstellte. Das passt heute vielleicht in die Europäische Union, aber nicht in die direkte Demokratie der Schweiz. Die zeitliche Beanspruchung ist im Übrigen durchaus verkraftbar.

*Was erhoffen Sie sich gesellschaftlich von Ihrem Präsidialjahr?*
Ich hoffe auf zahlreiche interessante Begegnungen mit Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Politik.

*Die Schweizerische Volkspartei setzt sich unter anderem für die Erhaltung und Attraktivität des Kantons Schaffhausen ein. Was will Ihre Partei, was wollen Sie erreichen?*
Die zunehmende Regelungsdichte sowie Bürokratisierung, die uns meist vom Bund aufgezwungen werden, verlangen logischerweise immer mehr Staatspersonal und schränken die persönliche Freiheit der Bürger immer mehr ein. Die SVP setzt sich dagegen für einen schlanken Staat ein, also für einen Kanton, der mit den Ressourcen sparsam und effizient umgeht, und will die individuelle Freiheit der Schweizer möglichst erhalten. Dahinter stehe ich vollumfänglich. Die Rolle des Parlamentspräsidenten ist aber die, möglichst neutral zu sein und sich den persönlichen politischen Meinungen in der Debatte zu enthalten.

*Wie wird sich unter Ihrer Leitung die Gesprächskultur zwischen links und rechts im Parlament verändern?*
Die Gesprächskultur im Parlament ist jetzt schon gut, mit einigen kleinen Ausrutschern im vergangenen Jahr. Ich beharre deshalb weiterhin auf der Achtung des politischen Gegners und dem Respekt vor den übrigen Parlamentariern und insbesondere auch vor den Regierungsräten. Ich liebe Sachpolitik und Logik; Polemik oder gar Ideologien haben in den Beratungen nichts verloren. Natürlich darf man auch mal dem Gegner in witziger Weise kontern.

*Welche politischen Themen müssen Ihrer Meinung nach unbedingt behandelt werden?*
Es wäre für mich der grösste Erfolg, wenn wir bei der Beratung des Entlastungsprogramms einen Kompromiss erzielen könnten, hinter dem die grosse Mehrheit des Parlaments stünde. Es ist das wesentliche Thema, gemeinsam mit dem Budget 2014 und 2015. Weiter wird uns das Tourismusgesetz sicher noch beschäftigen. Es werden aber auch einige Vorlagen von Regierung und Parlament dazukommen.

*Vor ein paar Jahren wurde das Kantonsparlament verkleinert. Ist das nach jetziger Erfahrung eher ein Vor- oder eher ein Nachteil?*
Kleinere Fraktionen haben oft Mühe, Vertreter in den zahlreichen Kommissionen zu finden. Meiner Meinung nach haben sich die Rednerlisten auch nicht wesentlich verkürzt. Die Verkleinerung des Parlaments hat nicht besonders viel gebracht.

*Was muss aus Ihrer Sicht in der Schaffhauser Wirtschaft noch verbessert werden?*
Ich sehe nicht ganz ein, warum ich unsere Wirtschaft beurteilen soll. Dazu bin ich weder berufen noch qualifiziert. Das Schaffhauser Parlament sollte deshalb auch unsere Wirtschaft nicht mit Ratschlägen oder gar gesetzgeberischen Vorstössen behelligen.

*Wie unterscheidet sich Ihre Politik und diejenige Ihrer Partei mit derjenigen der so genannt harten Linie der Zürcher SVP?*
Der Tonfall ist bei uns um einiges moderater.

*Sie sind Kantonsrat und Stadtarchivar, also politisch und beruflich stark engagiert. Was tun Sie in ihrer spärlichen Freizeit?*
Ich versuche, mich weiterzubilden. Geselligkeit und Tennis werden aber auch dieses Jahr ihren Platz finden.

*Welche politischen Ziele wollen Sie persönlich noch erreichen?*
Ich hege bezüglich politscher Karriere keine Ziele. Ich will ganz einfach eine gradlinige und berechenbare Person sein und anständig politisieren.

*Deckt sich Ihre Politik mit derjenigen Ihrer Frau, oder gibt es hier Differenzen?*
Meine Frau hat manchmal eine ganz andere Sichtweise, die ich respektiere. Wir politisieren allerdings selten, denn wir haben oft spannendere Themen beim Essen oder am Feierabend.

*Worüber reden Sie mit Ihrer Frau, wenn Sie nicht über Politik und Beruf reden?*
Familiäre Themen stehen oft im Vordergrund. Die Zukunft der Kinder, aber auch die Beziehungen zu unseren Freunden und Bekannten. Daneben philosophieren wir gerne über das Leben und die Zukunft.

*Eine Annahme: Künftig dürfte pro Familie nur noch eine Person ein Mandat übernehmen. Würden Sie zu Gunsten Ihrer Partnerin politisch kürzertreten, oder gäben Sie Ihrem persönlichen Ehrgeiz den Vorrang?*
Da meine Frau in dieser Beziehung keinerlei Ambitionen hat, erübrigt sich diese Frage.

*Hat Ihre Frau einen Einfluss auf Ihre Ratstätigkeit oder die Amtsausübung als Parlamentspräsident?*
Kaum. Wenn ich jedoch mit meiner Partnerin eingeladen bin, wird sie mich gerne begleiten.

*Was wünschen Sie den Schaffhauser Kantonsbürgern für das Jahr 2015?*
Ich wünsche allen ein glückliches und gesundes Jahr und hoffe, dass das Parlament zum Wohle der Bevölkerung weise Entscheidungen trifft.


**Peter Scheck persönlich**

*Geboren:* 4. Juni 1956
*Aufgewachsen:* in Schaffhausen
*Wohnhaft:* in Herblingen
*Beruf:* Dr. phil. Stadtarchivar
*Zivilstand:* verheiratet mit Doris Scheck-Küpfer, vier Kinder im Alter von 23 bis 29 Jahren
*Hobbys:* Tennis, Lesen, Musik (Klavier)
*Politik:* seit 2007 Mitglied des Kantonsrates Schaffhausen, Fraktionspräsident bis Ende 2014, seit 2004 Mitglied der kantonalen SVP



Peter Scheck: «Der Präsident ist Primus inter Pares, also Erster unter Gleichen.»
Bild: Marcel Tresch

#Notizen zu Namen

9. Dezember 2014 | Zwei SVP-Politiker an der Spitze

Schaffhauser Nachrichten
Claudia Härdi

Gestern Morgen wurde der Schaffhauser Peter Scheck mit 50 von 52 gültigen Stimmen in das höchste Amt des Kantonsratspräsidenten gewählt. Ebenfalls unbestritten war die Wahl des Regierungspräsidenten. Ernst Landolt erhielt 56 von 57 gültigen Stimmen und übernimmt damit die Führung der Regierung. Mit den beiden Politikern Peter Scheck und Ernst Landolt werden die zwei wichtigsten Ämter im Kanton im neuen Jahr von der SVP besetzt. Sie lösen zwei FDP-Politiker, Kantonsratspräsident Martin Kessler und Regierungspräsident Christian Amsler, ab.
Für Kessler sei gestern ein spannendes Jahr als Kantonsratspräsident zu Ende gegangen, wie er gegenüber den SN sagte. In Erinnerung geblieben ist ihm vor allem eine seiner ersten Sitzungen, die er zu leiten hatte. Traktandiert gewesen sei die Strukturreform des Kantons. «Diese Sitzung war meine grösste Herausforderung als Ratspräsident», sagt Kessler, der sich nun darauf freut, im Kantonsrat wieder zur Sache mitreden zu können. Auf Peter Scheck (SVP Schaffhausen) könnten im nächsten Jahr ebenfalls ein paar Herausforderungen warten. Der Kantonsrat hat noch einige kontroverse Themen zu diskutieren. So zum Beispiel das neuste Sparprogramm. Bis anhin hat Scheck als Fraktionspräsident das Wort für seine Partei geführt. An den nächsten Ratssitzungen wird er sich als Ratspräsident mit seinen Meinungen zurückhalten müssen. Erben wird Schecks Amt als Fraktionspräsident Andreas Gnädinger aus Siblingen.
Nebst der Wahl des Kantonsratspräsidenten und des Regierungspräsidenten wurden gestern auch zwei Vizepräsidenten gewählt. Die SP hat im vergangenen Jahr Walter Vogelsanger auf die Präsidentenlaufbahn geschickt. Er erhielt 48 von 53 gültigen Stimmen und wird 2015 neuer Erster Vizepräsident. Das Amt des Zweiten Vizepräsidenten ging an die FDP, vertreten durch Thomas Hauser, der 47 von 50 gültigen Stimmen erhielt. Stimmenzähler im neuen politischen Jahr werden Till Aders (AL, Schaffhausen) und Rainer Schmidig (EVP, Schaffhausen). Beide sind mit einem deutlichen Mehr gewählt worden. Wenn alles wie geplant läuft, wird Vogelsanger im Jahr 2016 Präsident des Kantonsrats werden und Hauser im Jahr 2017. Nach alter Tradition wurde der höchste Mann im Kanton nach der Ratsarbeit mit Chäschüechli und Wein gefeiert. Zur grossen Feier (mehr zur Wahlfeier: siehe unten) lud Scheck ins Casino in Schaffhausen ein.


**Kantonsrat**
Rücktritt von Di Ronco und Keller
Christian Di Ronco (CVP, Neuhausen am Rheinfall) tritt per Ende Jahr aus dem Kantonsrat zurück. Seine Nachfolge ist noch offen. Ebenfalls aus dem Rat verabschiedet wurde Florian Keller (AL, Schaffhausen). Susi Stühlinger, (AL, Schaffhausen) tritt aus der Gesundheitskommission zurück und wird voraussichtlich für Florian Keller in die Geschäftsprüfungskommission wechseln. (ch)


**Viel Bier und träfe Sprüche an der Wahlfeier**

*Zusammen mit Peter Scheck haben über 120 Gäste seine Wahl gefeiert, natürlich mit den obligaten Produktionen.*

Von Zeno Geisseler

Peter Scheck, der neue Kantonsratspräsident, ist kein Kostverächter. Bier und schnelle, offene Wagen sind die Präferenzen des Schaffhauser SVP-Politikers, jedenfalls wenn man die gestrige Wahlfeier im Park Casino zum Massstab nimmt. Immer wieder tauchten diese beiden Punkte in den Reden, Produktionen und Geschenken auf. Mit rund 120 Personen, darunter zwei Drittel des Kantonsrats, die Kantons- und Stadtregierung, Vertretern der Wirtschaft, der Gerichte, der Scaphusia (eine Dreierdelegation im Vollwichs war anwesend) und weiteren Freunden und Bekannten feierte Scheck einen wunderbaren Abend, organisiert von Kantonsratskollege Thomas Hauser. Auch die Polizeimusik spielte auf. Das Motto des Abends war «PS feiern wir», wobei «PS» ebenso für «Peter Scheck» stand wie für «Pferdestärke» oder «Post Scriptum».
Zu den Klängen des Studentenliedes «Gaudeamus Igitur», gesungen von allen Anwesenden, schritt Scheck (v/o Fino in der Scaphusia) auf die Bühne und begrüsste die Gäste, garniert mit launigen Sprüchen wie diesem: «Thomas Hauser ist der Typ Mensch, von dem mich meine Mutter in der Jugend immer gewarnt hat», sagte er. «Mittlerweile sind wir gute Freunde geworden.» Dann war der Ball beim abtretenden Regierungspräsidenten Christian Amsler, der Scheck schon seit seiner Zeit als Zugführer im Füs Bat 61 kennt. Amsler überreichte die obligaten Weine aus dem Staatskeller und übergab dann auch ein Geschenk an den neuen Regierungspräsidenten Ernst Landolt: ein Rebbürdeli, das er seinerzeit von Rosmarie Widmer Gysel erhalten hatte.
Auch Stadtpräsident Thomas Feurer, der Chef von Peter Scheck, der Stadtarchivar ist, gab einige Anekdoten zum Besten. So habe Scheck sich lange Zeit geweigert, bei einem neuen Arbeitszeiterfassungssystem mitzumachen. «Nach zwei Jahren kam dann die Personalabteilung zu mir», erzählte Feurer, «und sagte, Scheck habe 5000 Minusstunden.»
Dann folgten die Produktionen, wobei neben Zauberer Lorios vor allem die SP-Kantonsräte Jürg Tanner und Daniel Fischer mit einer bayrischen Nummer für viele Lacher sorgten – natürlich durften einige humorvolle Spitzen gegen die Bürgerlichen nicht fehlen, wie ein angebliches Schreiben von Finanzdirektorin Rosmarie Widmer Gysel an die Versicherung: «Liebe Mobiliar, wir sind abgebrannt, jetzt möchten wir gerne einen Schadensfall geltend machen.» Oder diesen: «Wir haben ein Schleudertrauma vom starken Kopfschütteln beim Lesen des Entlastungsprogramms 2014.»
Serviert wurde zum Apéro Stadtwein (spendiert von der Stadt Schaffhausen), danach gab es einen Tomaten-Mozzarella-Salat, zum Hauptgang dann Tessinerbraten mit Risotto und Ratatouille, dazu ein Osterfinger Badwy 2012 und zum Dessert Tiramisù.


Der frisch gewählte Regierungspräsident Ernst Landolt (SVP; links) und Peter Scheck (SVP), der 2015 die Leitung des Kantonsrats übernehmen wird, gratulieren einander zur Wahl. Rechts der scheidende Ratspräsident Martin Kessler.
Bild Eric Bührer

#Notizen zu Namen

3. Dezember 2014 | «Stillstand ist Rückschritt»

Automobil Revue, Nr. 49/14
Eva-Maria Burkhardt

*Guten Morgen, Herr Dreher, es ist ein wenig ruhig geworden um Sie. Wir vermissen Ihre pointierten und bisweilen polemischen Aussagen zu Verkehr und Politik der Schweiz. Womit beschäftigen Sie sich gerade?*
Danke der Nachfrage! Stiftungsrecht, Erbrecht, Steuerrecht, Immobiliarrecht, aber auch Verkehrsrecht halten unsere Kanzlei und meine Partner durchaus beschäftigt. Dazu kommen Bauvorhaben im Hoch- und Tiefbau. Mit meiner Industrieland Schaffhausen AG verlegen wir auf 20 000 m2 in Beringen derzeit das grösste Erdkollektorenfeld der Schweiz mit rund 107 km Kollektoren zum Beheizen und Kühlen der künftigen Gebäude. Nicht grüner Gugus, sondern kalkulierte Zukunft.

*Früher zielte Ihr Büro ein Bild des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Ist es noch da?*
Das Bild hat mir FJS 1985 nach einem Besuch des politischen Aschermittwochs in Passau persönlich gewidmet. Das bleibt. Neu ist ein Foto von Ronald Wilson Reagan, das Titelbild des «Economist» vom 10.6.2004: «The man who beat communism». Oder sollte ich ein Foto vom Asylanten-Koller oder Tempo 80/120-Egli aufängen?

*Im kommenden Februar ist es genau 30 Jahre her, dass Sie die Autopartei gegründet haben – als Gegenpol zu den Grünen und deren «Öko-Terror», wie Sie es nannten. Sind Sie nach wie vor stolz auf diese Initiative?*
Ja!

*Sie haben den Begriff von der «Jahrhundertlüge Waldsterben» geprägt. Würden Sie es noch immer so bezeichnen? Oder blicken Sie heute bereits in gewisser Altersmilde auf den aggressiven Jungpolitiker Mike Dreher zurück?*
Am 6.2.2015 gibt’s ein Jubiläum: 30 Jahre Sondersession Waldsterbelüge. Kein Parlament Europas hat sich so tief erniedrigt. Die aktuelle Klimahysterie ist im Vergleich dazu Sonntagsschule. Sogar die Zürcher Staatskirche forderte damals Tempolimiten, Benzinrationierung, Sonntagsfahrverbote und Benzinpreiserhöhungen «zur Rettung der Schöpfung». Tempo 80/120 fahren wir seit 1985 zur «Rettung des Waldes», nicht wegen der Sicherheit. Ein unglaublicher Polizeistaat auf der Strasse war und ist die Folge. Der einzige Journalist mit Rückgrat war «Blick»-Chef Peter Uebersax.

*Was halten Sie von der Milchkuh-Initiative, die durchsetzen möchte, dass die Einnahmen aus dem Strassenverkehr konsequent in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden? Als wir den Slogan «Die Milchkuh wird zur Kampfkuh» hörten, dachten wir, der könnte von Ihnen stammen.*
Danke! Diese Initiative ist super, zumal ja keine Autofahrer-Lobby existiert. Schauen Sie doch den Bussen- und Polizeistaat auf der Strasse an, die 25 Jahre Rückstand im Autobahnbau oder das Affentheater um die zweite Gotthardröhre. Sind Staus gut für die Umwelt? Wenn TCS und ACS etwas taugen würden, hätten wir doch andere Verhältnisse!

*Einen wirklichen Ruhestand können wir uns bei Ihnen gar nicht vorstellen. Wie lange wird man Sie noch als umtriebigen Anwalt des flüssigen Strassenverkehrs in der Schweiz erleben?*
Generell: Stillstand ist Rückschritt. 2015 sind ja wieder Nationalratswahlen. Und jemand muss doch auch die Auto- und Töff-Fahrer sowie die vielen Rentner vertreten, die angeblich «wegen der Sicherheit» laufend neuen Schikanen – geplant sind obligatorische Kurse, Zusatzprüfungen etc. – ausgesetzt sind und noch werden. Wir schicken meines Wissens als einziges Land die 70+-Jährigen zum Arzt. Und es kostet immer! Ausländische Rentner am Steuer sind folglich ein Sicherheitsrisiko. Arztcheck künftig an der Grenze?

*Was raten Sie als Jurist der Dr. Dreher & Partner AG und als Präsident der Stiftung «Auto Allianz» Autofahrern, die einen Bussenbescheid erhalten?*
Ordnungsbussen in der Regel bezahlen. Bei Verzeigungen immer Einsprache machen! Das ist der Satz «Ich erhebe Einsprache» plus 6 Franken Porto. Zurückziehen kann man immer. Man gewinnt jedenfalls Zeit und den Fall öfter als man denkt. Selbst im Bussen- und Polizei-Zürich.

*In Ihrer Vita sind von 1970 bis 1973 «ausgedehnte Studienreisen mit Fiat 2300 S, Abarth Coupé und Lancia Flaminia GT 3C 2800» aufgeführt. Sie notierten, nach den Entbehrungen des Studiums sei es ein Menschenrecht, nicht nur über exklusive Autos eine Dissertation zu schreiben, sondern sie zu fahren. Wie viele Autos besitzen Sie heute?*
Ich fahre seit 1991 das gleiche, aber nicht dasselbe Auto: einen Mercedes-Benz 560 SEC. Sieht aus jedem Winkel gut aus und ist elektronikfrei. Meine Frau ist 1980 von ihrer Pagode 280 SL, die sie als junge Anwältin gekauft hatte, auf einen Mercedes-Benz 280 TE umgestiegen. Mittlerweile fährt sie den vierten als 320 T. Natürlich kämen auch Audi, BMW, Jaguar oder Tesla in Frage. Aber wir sind längst an diese Fahrzeuge gewöhnt. Auch bewege ich mich nach wie vor in der Oldtimerszene. Zurzeit macht die Zürcher FDP Sorgen, weil sie sich nicht dem Vorstoss der SVP anschliessen will, die unsinnig hohen Steuern im Kanton Zürich für privat finanziertes Kulturgut, nämlich hubraumstarke Veteranen-Fahrzeuge, die pro Jahr 500 bis 1000 km bewegt werden, massiv herabzusetzen.


**Zur Person**
Michael E. «Mike» Dreher

*8.1.1944 >*
Geboren in Schaffhausen.

*1980 >*
Abschluss des Ius-Studiums mit Doktorat im Völkerrecht an der UZH, «Die Institution der Guten Dienste im Völkerrecht». Zuvor Abschluss an der HSG mit Schwerpunkt Technologie und Marketing.

*25.2.1984 >*
Mitbegründer der Autopartei (1994 umbenannt in Freiheitspartei).

*1987 bis 1999 > Mitglied des Nationalrats.

*2000 >*
Wechsel zur SVP.
Dreher ist seit fast 38 Jahren mit Dr. iur. Suzanne Dreher verheiratet. Die beiden haben einen Sohn – er ist auch Jurist.


#Notizen zu Namen

2. Dezember 2014 | Klatsch bei Thalmann und Blanz

Schaffhauser Nachrichten
Alena Bareiss

Nicht Giacobbo und Müller, aber Thalmann und Blanz hatten am diesjährigen Chränzli in Dörflingen die Mikrofone in der Hand. Vor einer Halle prall gefüllt mit Zuschauern bereiteten sie am letzten Samstag das ausgehende Jahr 2014 satirisch auf.
Wie von der Fensehsendung am Sonntagabend gewohnt, liessen die turnenden Satiriker kein nennenswertes Ereignis aus, um darüber in Klatsch und Tratsch zu berichten. Los ging es mit dem Bankgeheimnis, welches die Muki-Turner mit Löwenkräften zu bewahren wussten. Auszudiskutieren galt es die Olympischen Winterspiele in Sotschi und vor allem deren ganzes Drumherum. Um dabei den Sport nicht zu vergessen, stellte die kleine Mädchenriege als Schweizer Delegation Sportarten der Winterolympiade vor. Die Grossen der Mädchenriege ermöglichten den Zuschauern einen Blick ins Fandorf in Brasilien während der Fussball-WM. Ein sportlicher Grossanlass jagte den nächsten. Die Knaben der kleinen Jugi präsentierten einen Liveausschnitt aus der Leichtathletik-EM auf dem Letzigrund, bevor sich die Grösseren als Turmspringer beziehungsweise Synchronschwimmer versuchten. Wieder zurück bei der Politik, diskutierten Fabian Thalmann und Marcel Blanz über Gripen und Einwanderungs-Initiative – Letzteres mit dem «Munotglöggli» von Thalmann musikalisch untermalt. Einige Jahre zurückversetzt fühlte man sich während der Aufführung der Blues Brothers und der Blue Man Group des Turnvereins. Die Männer- und die Frauenriege bildeten dann den Abschluss in eidgenössischem Stil.
Der zweite Teil der Abendunterhaltung stand im Zeichen des Theaters. Eine achtköpfige Truppe aus Dörflingen brachte das Publikum mit einer ausgeklügelten Liebesgeschichte zum Lachen. Mit erheitertem Gemüt begaben sich die Zuschauer danach an die Bar.


Am Chränzli in Dörflingen hatten auch die Blues Brothers und die Blue Man Group ihren Auftritt. [In der Mitte: Philipp Klaus Zumbühl v/o Bomm]
Bild Alena Bareiss

#Notizen zu Namen

21. November 2014 | «E guete Wurscht bruucht e kan Sämpff»

Schaffhauser Nachrichten
Mark Schiesser

Wenn sich Geschichte und Gegenwart, Staaner Mundart und romanische Sprache begegnen, dann ist das Interesse gross. Vor allem, wenn es sich um einen begnadeten Erzähler wie Felix Graf handelt. Wie schon zwei Jahre zuvor, als der gebürtige Steiner mit Schaffhauser Wohnsitz sein erstes Buch «Land der Dinge» aus der Taufe hob, war der Windler-Saal auch am Mittwochabend wieder sehr gut besetzt. Die Lesung mit Buchtaufe im Rahmen des Winterprogramms der Volkshochschule schien wie ein grosses Familientreffen zu sein.

Graf habe schon immer gute Geschichten erzählt, erinnerte sich der Präsident der Volkshochschule, René Meile. In seiner Jugendzeit sei er deshalb oft später nach Hause gekommen. Gespannt waren viele Steiner wie auch Auswärtige, ob sie sich in einem der Texte wiederfinden würden. Denn der Historiker und Kurator am Landesmuseum gab mit seinem neuen historischen Tagebuch namens «Fluss und Zeit» weitere Erlebnisse, Anekdoten und Gedanken von Schauplätzen zwischen Rheinfall und Konstanzer Münster zum Besten. So auch aus der spezifischen Gegenwelt, die nur im Zeitfenster der Staaner Fasnacht sichtbar wird, oder aus einer Begegnung mit dem alten Bären-Metzger Windler und dessen eigenwilligem Grundsatz, dass eine gute Wurst keinen Senf brauche. Die Verlagerung eines grimmschen Märchens nach Stein am Rhein – «Vum Fischer und de Fischeri» in gutem altem Staaner Dialekt – fand genauso Anklang wie die Liebe des Autors zur portugiesischen Sprache, die sich in Form von Gedichten in dem Büchlein wiederfindet. Am Apéro mit Chäs-Chüechli und einheimischem Rebensaft wurde besonders darauf angestossen, dass Felix Graf auch weiterhin schreibend viele neue Wege anlegt.



Der gebürtige Steiner Autor Felix Graf beim Signieren seines zweiten literarischen Tagebuchs im Windler-Saal.
Bild Mark Schiesser

Mittwoch, 19. November 2014
Schaffhauser Nachrichten
Interview Edith Fritschi

**«Alles ist in Bewegung»**

Nachgefragt Felix Graf

Aus seinem neuen literarischen Tagebuch liest Felix Graf heute Abend im Windler-Saal auf Einladung der Steiner Volkshochschule. Graf, gebürtiger Steiner, ist beruflich als Sammlungs- und Ausstellungskurator am Schweizerischen Nationalmuseum tätig.

*Herr Graf, es ist nun das zweite literarische Tagebuch, das Sie nach «Land der Dinge» vorlegen. Was dürfen die Leser diesmal erwarten?*
Kein ausschliesslich persönliches Büchlein mit intimen Einträgen und Bekenntnissen, sondern eine Mischung aus Crónicas – Kurzgeschichten, kulturgeschichtlichen Streiflichtern, Erinnerungen, Arbeitsnotizen, Gedanken und Gedichten.

*Wo ist das Buch «Fluss und Zeit» geografisch und zeitlich angesiedelt?*
Ausgangspunkt meiner Reise durch Raum und Zeit ist das Stein am Rhein der 1950er- und 1960er-Jahre: die beiden Elternhäuser, Vor der Brugg, die Altstadt, die Reben, der Rhein, der nahe Untersee. Ich erzähle Begebenheiten, an die sich meine Schulkollegen und die älteren Steiner erinnern können. Dazu ein Märchen im Staaner Dialekt.

*Also eine Mischung aus Geschichte und Gegenwart, Mundart und Hochsprache?*
Ja, und ich schreibe auch portugiesische Texte, aus purer Freude an dieser wunderbaren und inspirierenden Sprache.

*Und Sie schlagen mitunter gar ganz weite Bögen zwischen der Landschaft am Rhein und dem Tejo …*
Ja, das sagt vielleicht auch der Titel schon ein wenig. «Fluss und Zeit» enthält auch das griechische «panta rhei» und meint, dass alles in Bewegung ist. Auch der Fluss der Gedanken.

*Sie mäandern gewaltig, was auch die Lektüre spannend und weitläufig macht. Und Sie schreiben auch Gedichte auf Portugiesisch. Eines davon ist im Buch zu finden. Woher kommt Ihre grosse Vorliebe für diese Sprache?*
Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen habe ich schon lange familiären Kontakt zur Familie Silva Costa in Stein am Rhein. Zum anderen habe ich den Narren gefressen an diesem weiten Sprachraum. Er erstreckt sich über vier Kontinente, vom Süden Europas über Afrika und Brasilien bis nach Asien. Nach wie vor ist portugiesisch eine der sechs grossen Weltsprachen.

*Sie haben einst Latein studiert und sind aufs Portugiesische gekommen?*
Man kann sagen, dass es so etwas wie die Nutzanwendung der Lateinkenntnisse ist. Portugiesisch ist die dem Latein am nächsten verwandte, gesprochene Sprache. Und das Portugiesische ist ein Fenster zur Welt. Man kann damit an Orte auf vier Kontinenten reisen, ohne sich mittels einer Drittsprache verständigen zu müssen.

*An wen richtet sich «Fluss und Zeit»?*
In erster Linie an Leute, die zwischen Schaffhausen und Konstanz wohnen, an beiden Ufern von Rhein und Untersee. Ich verstehe meine literarischen Aktivitäten als regionale Kleinkunst. Dann erzähle ich Geschichten, die ich bei den Ausstellungsvorbereitungen am Schweizerischen Nationalmuseum erlebe, weshalb Berufskollegen und Museumsbesucher ebenfalls zum Zielpublikum gehören. Schliesslich auch die portugiesischsprachige Gemeinde in der Schweiz. Das weiss ich seit meiner letzten Veröffentlichung, als ich Reaktionen aus dieser Ecke bekommen habe, auch von Leuten, die Portugiesisch unterrichten. Auch auf «Fluss und Zeit» habe ich bereits schöne Feedbacks erhalten.


#Notizen zu Namen

3. Oktober 2014 | Rüdlinger Wirtschaft zur Stube wird von Grund auf restauriert

Schaffhauser Nachrichten
Karin Lüthi

Die traditionsreiche Wirtschaft zur Stube in Rüdlingen, die seit einiger Zeit im Besitz von Giorgio und Anne-Marie Behr ist, wird in den kommenden 13 Monaten aufwendig renoviert. Damit während des Umbaus weder Arbeitsplätze verloren gehen noch die vielen treuen Gäste auf den Besuch des bekannten Fischrestaurants unter der Leitung der Wirtin Hanny Matzinger verzichten müssen, wurde die zum Gebäude gehörende Trotte zu einer Gaststube umgestaltet. Wenn alles wie geplant läuft, wird die «Stube» im Oktober 2015 ein echtes Bijou sein, das seinesgleichen sucht.
Die Restauration betrifft nicht nur den Bereich von Gaststube und Küche, sondern das ganze Gebäude. Vom Keller bis zum Estrich mitsamt der ehemaligen Scheune wird alles möglichst epochengetreu renoviert. Das Ehepaar Behr sieht diesen Umbau als Engagement auf lokaler Ebene und begleitet es mit viel Idealismus und Wohlwollen. Wie dieser riesige Umbau und die Erneuerung des dreistöckigen Gebäudes aus der Renaissance stattfinden sollen, war am Mittwochabend Gegenstand eines geselligen Informationsanlasses für Nachbarn und Behörden. Mit der Restauration beauftragt sind Alois Kühne, ein bekannter Restaurator von historischen Liegenschaften in der Ostschweiz, und Walter Steinemann, der mit ihm schon mehrere Gebäude instand gestellt hat. Die «Stube», im Jahr 1512 erbaut, wurde seit Anfang August von allem befreit, was vom Zahn der Zeit angegriffen war oder nicht aus der ursprünglichen Bauzeit stammte. Walter Steinemann wies auf der Führung durch die alten Gemäuer darauf hin, dass im Lauf der Jahrhunderte, in denen sich naturgemäss die Ansprüche der Bewohner verändert hatten, immer wieder neue Elemente hinzugefügt wurden, die nicht mehr zum Stil der Renaissance passten.

**Der Schatz im ersten Stock**
Ein wahrer Schatz ist dann aber die Stube im ersten Stock, deren wunderschöne Kassettendecke und -wände aus Föhrenholz aus der ursprünglichen Bauzeit stammen. Diese Stube, die womöglich für den Namen der Wirtschaft verantwortlich ist, erhält einen prachtvollen Winterthurer Pfau-Kachelofen und wird nach der Restauration für gastgewerbliche Zwecke zugänglich gemacht. Von besonderem Interesse ist natürlich der Ausbau der Gaststube selbst. Der Kachelofen, den man dort kannte, war verhältnismässig jung; er stammte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er wird nun durch einen Kachelofen aus dem 17. Jahrhundert ersetzt. Steinemann mit seinem Beziehungsnetz, das er in vielen Jahren aufbauen konnte, spürte die beiden Trouvaillen auf und freut sich nun sehr darüber, dass sie in diesem alten Gebäude für Gemütlichkeit sorgen werden. Moderne Elemente finden sich vor allem im Küchenbereich. Hier wird Hanny Matzinger mit ihrem Team in Zukunft bestens eingerichtet sein. Damit ausserdem der Service im Gartenrestaurant optimiert werden kann, verlegt man die Strasse zwischen dem Haus und dem Garten nordwärts. Viel Erfahrung erfordert die heute vorgeschriebene fachgerechte Isolation der Gebäudehülle. Hier bewährt sich das Wissen von Kühne nochmals sehr, denn am Ende soll von dieser wichtigen Arbeit möglichst wenig, dafür vom Riegel des Hauses möglichst alles zu sehen sein. Der Riegel selbst wird in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach in grauer und nicht mehr in roter Farbe gehalten sein. Eingebaut wird auch ein Lift, der vom Keller bis in den obersten Stock führt, womit das Haus in Zukunft auch behindertengerecht sein wird.



Will die alten Gemäuer möglichst stilecht instand stellen: Restaurator Walter Steinemann.
Bild Karin Lüthi

#Notizen zu Namen

3. Oktober 2014 | Ein Rucksack für die «Helden» der Berge

Schaffhauser Nachrichten
Saskia Baumgartner

Die Idee, einen neuen Rucksack zu entwickeln, kam David Freitag in der Freizeit. Der Schaffhauser ist gerne in den Bergen, hat auch schon einige Viertausender bestiegen. Dabei hat er sich jedoch immer wieder eine bessere Ausrüstung gewünscht. «Für fortgeschrittene Bergsteiger gibt es kaum spezielles Equipment», sagt er. Als besonders störend habe er empfunden, dass man bei einem herkömmlichen Rucksack kaum an dessen Inhalt gelangt, ohne ihn komplett von den Schultern zu nehmen. Höchst unpraktisch – vor allem wenn man gerade an einer steilen Wand zugange ist und sich zumindest mit einer Hand festhalten muss.
Im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste suchte der Produkte-Designer nach einer Lösung. Das Ergebnis, der Rucksack «Caturix», wurde vor zwei Wochen mit dem James Dyson Award ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Erfinderwettbewerb für Jungdesigner. Freitag hatte sich gegen knapp 30 Konkurrenten durchsetzen können. Was ist an dem Rucksack nun so besonders? Anstelle der üblichen parallel verlaufenden zwei Rucksackträger setzte Freitag ein Träger-Kreuz ein. Vier Träger – jeweils zwei von oben und zwei von unten – laufen in der Mitte der Brust zusammen. Verschlossen werden sie hier mittels eines Systems, dass dem der Autogurte ähnelt. Wenn man an den Inhalt des Rucksacks gelangen will, öffnet man zwei diagonal verlaufende Träger. Der Rucksack lässt sich dadurch wie eine Umhängetasche verwenden und mit einer Hand nach vorne ziehen. Auch der Reissverschluss lässt sich mit einer Hand öffnen und man gelangt zum Inhalt des Rucksacks. Eine Vorrichtung verhindert, dass alle vier Gurte gleichzeitig geöffnet werden können und der Rucksack im schlimmsten Fall in die Tiefe stürzt. Der Rucksack lässt sich auch wieder einhändig verschliessen.

**Der Verschluss als Herzstück**
Nebst dem Trägerkreuz und dem Verschluss, «dem Herzstück» von Freitags Rucksack, gibt es noch ein paar weitere raffinierte Eigenschaften. So etwa die Möglichkeit, einen Eispickel per Magnet am Rucksack festzumachen und diesen unkompliziert und schnell zur Hand zu haben. David Freitag gab seinem Rucksack den Namen «Caturix», nach einem helvetischen Gott des Krieges. «Ein Bergsteiger hat ja schon etwas von einem Helden», sagt Freitag schmunzelnd. Der Designer hat den «Caturix» selbst genäht. Bislang gibt es nur diesen einen Prototypen. Um zu erreichen, dass der Rucksack in den Handel kommt, müsste man den neuen Verschluss in Serie herstellen können. «Ich denke, dazu wären etwa 150 000 bis 200 000 Franken nötig», sagt Freitag. Finanziert werden könnte dies etwa durch einen der bekannten Bergsport-Ausrüster. Freitag kann sich zwar vorstellen, in Zukunft mit einem grösseren Konzern zusammenzuarbeiten. Zunächst will er jedoch noch selbst etwas an dem Verschluss feilen. «Ich hinterfrage immer alles, und ich glaube, dass es vielleicht eine Lösung gibt, die noch etwas besser ist», sagt Freitag. Die Jury des schweizerischen James-Dyson-Wettbewerbs hat David Freitag jedoch noch mit dem aktuellen Verschluss überzeugt. Der «Caturix» ist auch noch im Rennen des internationalen Wettbewerbs, an dem rund 90 Erfinder teilnehmen. Der Gewinner wird am 6. November bekannt gegeben.





David Freitag demonstriert die Idee des «Caturix» – durch das Öffnen zweier diagonaler Träger (der Verschluss ist orange) lässt sich der Rucksack wie eine Umhängetasche verwenden. Auf diese Weise benötigt man nur eine Hand, um an das Innere des Rucksacks zu gelangen – was gerade für Bergsteiger sehr praktisch ist.
Bilder Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

27. September 2014 | Florian Keller (AL) zieht sich aus dem Kantonsrat zurück

Schaffhauser Nachrichten
(ek)

**Rücktritt**
Kantonsrat Florian Keller (AL, Schaffhausen) hat auf Ende Jahr seinen Rücktritt aus dem Parlament erklärt. Er tut dies mit der Begründung, dass er nach zehn Jahren im Rat wieder mehr Zeit für Politik haben möchte. «Ich bereue keines dieser Jahre und höre auf, bevor sich daran etwas ändert», schreibt Keller in seiner Rücktrittserklärung an den Kantonsratspräsidenten Martin Kessler (FDP, Trasadingen), die den SN vorliegt. Keller nutzt seinen Rücktritt dazu, harsche Kritik an der Regierung wie am Kantonsrat zu üben. Sein Zeugnis für das Parlament sei «kein besonders gutes», er habe selten «substanzielle, ergebnisorientierte Debatten» erlebt. Er fährt vor: «Stattdessen wird die Ausgestaltung der strategischen Richtung unseres Kantons mehrheitlich der Regierung überlassen, während das Regieren selber dann regelmässig wieder vom Kantonsrat übernommen werden will, häufig um schludrige Ratsarbeit zu korrigieren.»

**Kritik am Sparpaket**
Und auch zum diese Woche vorgestellten Sparpaket der Regierung äussert sich Keller: «Das vorgelegte Sparpaket bekräftigt mich in der Überzeugung, dass Regierung und Parlament mehrheitlich die falsche Politik für unseren Kanton beabsichtigen.» Abschliessend schreibt Keller: «Ich habe den Glauben verloren, dass sich in der heutigen Konstitution dieses Rates innerparlamentarisch etwas bewegen lässt, und entscheide mich freiwillig dazu, diesen Rat zu verlassen, auch wenn ich gerne mitbestimmt habe. Ich werde das weiterhin als Bürger machen und wieder mehr Zeit für Politik haben.» Nachfolgerin von Keller im Kantonsrat wird für die AL Linda de Ventura.

#Notizen zu Namen

18. September 2014 | Innovativer Rucksack für Bergsteiger gewinnt Studentenpreis

Dyson SA, Pressemitteilung

David Freitag aus Schaffhausen hat mit dem neuartigen Outdoor-Rucksack Caturix den James Dyson Award in der Schweiz gewonnen. Das technische Herzstück des Diplomarbeitprojekts von Freitag an der Zürcher Hochschule der Künste ist ein innovatives Verschlusssystem. Dieses ermöglicht ein einfacheres Erreichen des Rucksackinhalts in allen Lagen und besonders in schwierigeren Kletterpassagen. Dadurch wird die Sicherheit des Bergsteigers erhöht.
In der Schweiz ist der 12. James Dyson Award in Zusammenarbeit mit der swiss design association (sda) verliehen worden. Die nationale Jury hat aus 28 eingereichten Schweizer Projekten aus den Bereichen Industrie- und Produktdesign das beste nationale Projekt ermittelt. In der Schweiz hat Caturix, ein innovativer und äusserst praktischer Rucksack, gewonnen. «Als Ingenieure müssen wir bestehende Dinge hinterfragen und prüfen, ob nicht ein anderer Weg besser ist.» Diese Aussage von Erfinder und Firmeninhaber James Dyson passt perfekt zum Gewinnerprojekt.

**Der Rucksack mit neuartigem Tragesystem für mehr Flexibilität und Sicherheit**

Seit vielen Jahren wurde der Outdoor-Rucksack nicht mehr grundlegend verändert. Durch eigene Erfahrung und viele Selbsttests hat David Freitag (25) erkannt, dass bei herkömmlichen Rucksäcken der Zugang zum Inhalt während schwieriger Kletterpassagen teilweise fast unmöglich ist. David Freitag erklärt: «Solche Strecken können Stunden dauern. Währenddessen müssen Verpflegung und Notfallausrüstung einfach erreichbar sein. In dieser Hinsicht bedeutet höhere Flexibilität zugleich auch mehr persönliche Sicherheit für den Bergsteiger.» Das bewog den Studenten dazu, die grundlegende Funktionalität des Rucksacks zu hinterfragen, und er ist dabei auf das bislang kaum veränderte Tragesystem gestossen.
David Freitag hat mit Caturix einen neuartigen Verschluss für das Rucksack-Tragesystem entwickelt, bei dem die Schulterriemen in einem Kreuz über dem Brustkorb zusammen kommen. Der innovative Verschluss ermöglicht mehr Flexibilität in der Handhabung. In der Ursprungsposition können drei Varianten gewählt werden: Der Verschluss kann in der Mitte getrennt und auf beiden Seiten jeweils diagonal geöffnet werden. Sobald eine Variante ausgelöst wird, verhindert die Mechanik im Verschluss eine Fehlbetätigung der anderen Lösungen. In der Mitte wird der Rucksack getrennt, um ihn klassisch auszuziehen. Die diagonalen Varianten eignen sich, um mit einer Hand den Rucksack nach vorne zu drehen und sich somit Zugang zum gewünschten Inhalt zu verschaffen, ohne den Rucksack ausziehen zu müssen.
Neben dem innovativen Verschlusssystem weist der Rucksack noch weitere Verbesserungen auf: Viel Ausrüstung kann beim Zustieg in einem grossen Fach verstaut werden. Beim Einstieg in die Wand wird dieser Aussenstoff abgenommen, deponiert oder im Rucksack verstaut. Dadurch hat man beim Klettern einen schlanken Rucksack, der mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht. Um ein Durcheinander mit dem Klettergurt und dem Hüftgurt des Rucksacks zu vermeiden, können die Hüftflossen praktisch und schnell verstaut werden. Eine neue Pickelbefestigung ermöglicht zudem das Abnehmen des Pickels vom Rucksack, ohne ihn ausziehen zu müssen. Für anderes Gelände kann der Pickel sicherer befestigt werden.
Jurypräsident Prof. Gregor Naef lobt die Erfindung: «Jeder Bergsteiger kennt das Problem herkömmlicher Rucksacksysteme. Caturix hat eine höchst funktionale, sichere und gleichzeitig unkomplizierte und formschöne Antwort gefunden. Die Chancen, am Markt zu bestehen, sind gegeben.»
David Freitag gewinnt hierzulande den James Dyson Award 2014 und erhält 3000 Franken und eine Jungmitgliedschaft bei der swiss design association.

**Die besten 5 Schweizer Projekte für das internationale Finale gewählt**
Das Schweizer Gewinnerprojekt wird mit 4 weiteren hochwertigen Schweizer Erfindungen an das internationale Finale des James Dyson Award weitergereicht. Hier erhalten alle nochmals die Chance, 30 000 Pfund für sich und 10 000 Pfund für ihre Hochschule zu gewinnen. Die Qualität der Projekte war für das Weiterkommen entscheidend, denn nur bis zu maximal 5 hochwertige Produktideen durften gemäss Reglement weitergereicht werden. Der internationale Gewinner wird am 6. November 2014 bekannt gegeben. Aus der Schweiz haben sich qualifiziert:

**Siegerprojekt:**

**Caturix**
David Freitag, Schaffhausen, Zürcher Hochschule der Künste
Neuartiges Tragesystem für Rucksäcke ermöglicht einfacheres Erreichen des Inhalts, wodurch die Sicherheit beim Bergsport gesteigert wird.

**Finalisten:**

**Down Up**
Alice Spieser, Genf, ECAL/Haute école d’art et de design Lausanne
Der Trink- und Wasserhahn: Mit einem Finger kann das Wasser umgeleitet werden, um wie aus einem Brunnen trinken zu können.

**Woodlouse**
Romain Gaillard, Lausanne, ECAL/Haute école d’art et de design Lausanne
Faltbare und kompakte Schneeschuhe, auf die Bedürfnisse der Freerider angepasst.

**Gills**
Anaïs Benoît, Paris, ECAL/Haute école d’art et de design Lausanne
Schwimmflossen und Wasserschuhe in einem.

**Stride**
Derya Ayfer, St. Gallen, Fachhochschule Nordwestschweiz
Prothesenfuss, bei dem problemlos drei Absatzhöhen eingestellt werden können.

**Über den James Dyson Award**
Beim James Dyson Award können Studierende weltweit ihre Projekte auf der Internetplattform www.jamesdysonaward.org anmelden. Dort präsentieren die Teilnehmenden die Erfindungen mittels Video-, Bild- und Textdateien. Auf der Seite können Interessierte auch jederzeit die weltweit eingereichten Projekte einsehen. Nationale Jurys bewerten die Projekte und reichen bis zu 5 Projekte ans internationale Finale ein und bestimmen einen Ländergewinner.
In der Schweiz setzte sich die Jury zusammen aus Urs Honegger (Redaktor «Hochparterre»), Alexis Georgacopoulos (Direktor ECAL Lausanne), Nicole Kind (Leiterin Industrial Design an der Zürcher Hochschule der Künste), Prof. Gregor Naef (langjähriger Präsident der swiss design association, Dozent an der Hochschule für Gestaltung und Kunst am Institut Industrial Design in Aarau, FHNW) und Peter Schweizer (Geschäftsführer Methosys GmbH). Im Vorfeld sind weltweit über 600 Projekte aus 18 Ländern angemeldet worden.
Der James Dyson Award wird international durch die James Dyson Foundation verliehen, die damit innovative Studenten weltweit unterstützt. Der Award ist die Chance für junge Designer und Designerinnen, auf nationaler und internationaler Ebene entdeckt zu werden und erste Erfahrungen im Wettbewerbsgeschäft zu sammeln.

Siegerprojekt: Caturix von David Freitag



#Notizen zu Namen

15. September 2014 | Der Dichtung und der Klassik verpflichtet

Schaffhauser Nachrichten
Sabine Bierich

Lukas Stamm verfüge über einen intellektuellen Zugang zur Musik, begründete Jurymitglied Ralph Tanner den Entscheid. Stamm hat die Kantonsschule in Schaffhausen absolviert und studiert zurzeit Komposition an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau. Lukas Stamm hat den Contempo-Förderpreis am Samstagabend in der Kammgarn entgegengenommen. Dieser ist mit 5000 Franken dotiert. Nebst Lukas Stamm waren die Pianisten Martin P. Werner, Lars Wicki, Nina Haug und Joscha Schraff für den Contempo-Preis 2014 nominiert.

**Die Preisrichter hatten’s schwer**
Es ist der Jury des Contempo-Preises 2014 sicher nicht leicht gefallen, von den fünf jungen Pianisten, die dieses Jahr zur Disposition für den Preis standen, einen Bewerber auszuzeichnen. Verdient hätten sie es alle fünf, so unterschiedlich sind ihre musikalischen Wege, so wenig sind sie miteinander ins Verhältnis zu setzen. Man habe lange die Bewerbungsdossiers gewälzt und sich für diesmal viel Musik zu Gemüte geführt, verkündete die Jury, die sich jeweils im Vorfeld auf einen oder, wie es auch schon passiert ist, gleich auf mehrere Preisträger einigt, die am Ende des Abends bei der Preisverleihung schliesslich bekannt gegeben werden. Mit blumigen Worten und einem Rilke-Gedicht liess der auch einigen als Deutsch- und Philosophielehrer von der Kantonsschule her bekannte Ralph Tanner die Katze aus dem Sack: Die Wahl war auf Lukas Stamm gefallen. Dessen intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Dichtung und den alten Meistern, insbesondere Schubert, und Stamms Hinwendung zur klassischen Komposition hatten den Ausschlag gegeben. Den einen oder anderen mag diese Wahl ein wenig verwundert haben, war doch das Vorspiel von Lukas Stamm nicht das schillerndste des Abends. Er improvisierte auf Publikumsvorschlag über einen regnerischen Sommer, intensiv gefühlt und mit viel Anklängen an Chopin, und im etwas fröhlicheren zweiten Stück mit Grüssen von Beethoven. Aber das Rahmenprogramm sei keine Castingshow, hatte schon zu Beginn der Veranstaltung Contempo-Präsident Andi Kunz gesagt.

**Clowneske Intermezzi**
Während der Veranstaltung sorgte «Superbuffo» (Toni Caradonna) immer wieder clownesk für Stimmung. Die eigentlichen Glanzlichter setzten dann die von Lehrer und Chorleiter Ulrich Waldvogel Herzig in seiner Funktion als dienstältestem Vorstandsmitglied sehr persönlich angekündigten Pianisten: Nina Haug machte den Anfang mit ihrer Version von «Sentimental» von Duke Ellington und Rachmaninows Prélude Opus 32 Nr. 10 h-Moll, bewegend und jazzig durchflutet. Exotisch und schweizerisch zugleich wurde es mit Lars Wicki, der schon als Kind von der Plattensammlung seiner Grossmutter musikalisch inspiriert worden war. Er brachte seine Freude an der Unterhaltungsmusik und deren Umsetzung auf dem Klavier mit Ragtime und Schlagern fröhlich ansteckend und tänzerisch zum Ausdruck. Martin Werner trat nicht selbst auf, sondern war lediglich in einem eindrucksvollen Konzertmitschnitt virtuos zu sehen. Pulsierend setzte sich Jazzpianist Joschua Schraff mit dem gewagtesten Beitrag des Abends, seinem Stück «Titel», in Szene.

**Nachgefragt**
Interview Sabine Bierich

*Was fangen Sie nun mit dem Preisgeld an?*
Stamm: Oh, ich weiss es noch nicht. Das kam alles ganz überraschend für mich. Ich habe nicht damit gerechnet, den Preis zu bekommen. Ich freue mich sehr.

*Was sind Ihre nächsten musikalischen Projekte?*
Stamm: Weiterarbeiten und Klavier spielen! In Arbeit ist ein Liederzyklus mit drei von mir vertonten Gedichten von Kurt Marti: «Inzwischen das Herz der Igel». Er soll in Freiburg im Breisgau uraufgeführt werden, wo ich seit 2013 Komposition studiere. Die Auseinandersetzung mit dem Problem des Künstlers, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen oder eben nicht, ist darin ein zentrales Thema. Ich suche allerdings noch einen Bariton, die Partie wird ziemlich schwierig! Ausserdem habe ich ein Stück für Kammerorchester in Arbeit.

*Was bedeutet Ihnen Schaffhausen?*
Stamm: Ich bin sehr oft in Schaffhausen. Ich bin hier daheim – zwischen all den Reibungen in meinem Leben.

Schaffhauser AZ
18.09.2014

**«Er fühlt sich richtiggehend ein»**

*Der diesjährige Contempo-Preis geht an den jungen Pianisten Lukas Stamm*

Marlon Rusch

Der 20-jährige Pianist Lukas Stamm ist der Contempo-Preisträger 2014. Gesucht wurden dieses Jahr «junge Tastentalente» – ein enges Feld auf den ersten Blick, bei genauerem Hinschauen
und -hören lassen sich die Nominierten in ihrem Schaffen jedoch nur schwer vergleichen.
Es sei der Jury dementsprechend schwergefallen, einen Sieger zu bestimmen, sagt Contempo-Präsident Andi Kunz: «Spielerisch sind sie alle auf einem hohen Niveau, aber es zählte schlussendlich nicht der beste Tastenanschlag. Der Contempo-Preis ist kein Fachpreis, es geht um die Person.»Schliesslich gewann Lukas Stamm den Preis auch wegen seines intellektuellen Zugangs zur Musik und seiner Auseinandersetzung mit der deutschen Dichtung und Musikgeschichte. «Man hat gespürt, dass es ihm nicht nur um die Töne an sich geht, als er bei der Preisverleihung zu Inputs aus dem Publikum improvisiert hat», so Kunz. «Er versucht, die Musik der alten Meister zu verstehen und fühlt sich richtiggehend ein.» Verdient hätten den Preis alle fünf, so Kunz. Schliesslich habe man sich aber entscheiden müssen. Dass mehrere Nominierte den Preis und die 5’000 Franken Preisgeld aufteilen, wie es vor zwei Jahren der Fall war, kam nicht in Frage. Das sei damals etwas unglücklich gelaufen, so Kunz. Um die Wahl in Zukunft transparenter zu gestalten, will der Contempo-Verein die Kriterien für den Preis künftig früher festlegen und kommunizieren, damit die Nominierten bei ihrer Bewerbung schon wissen, worauf es ankomme. So könne die Jury sie dann auch objektiver beurteilen und den Entscheid besser begründen.

#Notizen zu Namen

6. September 2014 | Contempo-Preis für junge Tastentalente

Schaffhauser Nachrichten, Region
von Zeno Geisseler

Kunstpreise werden oft vom Staat getragen, von Stiftungen oder von Unternehmen. Der Schaffhauser Contempo-Preis ist etwas anders gestrickt, er wird nämlich ausschliesslich von den rund 200 Mitgliedern des gleichnamigen Vereins finanziert. Diese fördern mit ihrem Jahresbeitrag, derzeit regulär 300 Franken, einerseits die Kultur in der Kammgarn und andererseits eben den mit 5000 Franken dotierten Preis. In der Regel geht der Preis an eine einzelne Person oder Gruppe, die Summe kann aber auch aufgeteilt werden wie zuletzt 2012, als gleich drei Bands ausgezeichnet wurden.

**Keine Vorgaben**
Die Auszeichnung sei als Fördermassnahme gedacht, erklärt Martin Schnider, der zusammen mit Andi Kunz im Co-Präsidium den Verein führt: «Es geht dabei aber nicht nur ums Geld. Wir wollen der Preisträgerin oder dem Preisträger auch eine Botschaft mitgeben: Bleib dran! Du hast Talent!» Was die Gewinner mit dem Preisgeld anstellen, ist ihnen überlassen. «Wir machen keine Vorgaben, dass jemand zum Beispiel eine CD produzieren muss», sagt Schnider. Als 2011 Lea Wäckerlin ausgezeichnet wurde, riet ihr die Moderatorin an der Preisverleihung schlicht und schmunzelnd: «Lass dich bloss nicht anpumpen!» – Schnider betont, dass der Sieger oder die Siegerin nicht einfach nur die Preissumme erhalte, sondern das ganze Jahr hindurch begleitet und unterstützt werde.
Anders als bei vielen Kunstpreisen, welche in der Regel etablierte Künstlerinnen und Künstler auszeichnen, steht beim Contempo nicht immer, aber immer wieder junges Talent im Vordergrund: So sind die für den Preis des Jahres 2014 Nominierten (siehe unten) zwischen 19 und 23 Jahre alt. Ausser ihrem Talent und ihrer Jugend ist ihnen gemeinsam, dass sie in der Region Schaffhausen wohnen oder von dort stammen – das ist, neben dem künstlerischen Potenzial, ein wichtiges Kriterium, um preiswürdig zu sein.

**Auch Gabriel Vetter ausgezeichnet**
Speziell am Contempo-Preis ist zudem, dass jedes Jahr eine andere Sparte bewertet wird (siehe Liste der Preisträger rechts). Oft geht es um Musik in der einen oder anderen Form, dann um das gesprochene oder geschriebene Wort oder um die Bildende Kunst im weiteren Sinn. Und ab und zu wird auch eine Institution ausgezeichnet. Der wohl bekannteste Preisträger ist der Wortkünstler Gabriel Vetter, der 1994 ausgezeichnet wurde.
Welche Kategorie jeweils an die Reihe kommt, das entscheidet die sogenannte Nominationsgruppe. In ihr sitzen aktuell Stefan Colombo, Stefan Kiss, die frühere Preisträgerin Lea Wäckerlin, Diane Manschott, Bea Will und Carlo Lienhard. Die Nominationsgruppe bestimmt auch, wer für den Preis überhaupt infrage kommt – bewerben für den Contempo-Preis kann man sich nämlich nicht, man wird dazu eingeladen. Die Eingeladenen werden über die Nomination informiert und dazu aufgefordert, ein Dossier einzusenden. Die Nominationsgruppe übergibt dann die Shortlist an eine Jury, mal seien es drei, mal auch sechs oder sieben Leute, sagt Schnider. Dieses Gremium, aktuell bestehend aus Ralph Tanner, Ulrich Waldvogel Herzig, Walter Millns (ebenfalls Preisträger), Erwin Gloor und Domenico Busciglio, bestimmt dann die Siegerin oder den Sieger.

**Aufreger und Skandälchen**
Wie es sich für einen Kunstpreis gehört, ist auch der Contempo nicht frei von Aufregern und Skandälchen. So hatten 2011 zwei der vier Nominierten keine Lust, das angeforderte Bewerbungsdossier einzureichen, und fielen aus dem Rennen. 2012, als mehrere Bands ausgezeichnet wurden, verzichtete eine Gruppe auf das Preisgeld, «zugunsten der anderen», wie sie ausrichten liess. Und 2013, als Journalisten im Fokus standen (es gewann SN-Mitarbeiter Alfred Wüger), forderte das ebenfalls nominierte Team des mittlerweile eingegangenen Blogs «Verfaulte Geschichten» mehr Transparenz bei der Preisvergabe. Die Vertreter der AL-Zeitschrift «Lappi» wiederum erklärten schlicht, dass ihnen die Geldgeber und der Preis egal seien.
Wer in diesem Jahr gewinnen wird, hat die Jury übrigens noch nicht bestimmt. Die Bekanntgabe erfolgt erst am traditionellen Contempo-Fest heute in einer Woche, am 13. September. Alle fünf Nominierten zeigen an diesem Abend in der Kammgarn ihr Können, während die Contempo-Mitglieder und Zugewandte Orte ein Nachtessen zu sich nehmen. Vereinsmitglieder sind an diesem Abend eingeladen, Gäste bezahlen einen Selbstkostenbeitrag von 30 Franken.



Martin Schnider ist Co-Präsident des Contempo-Vereins.
Bild Selwyn Hoffmann


**Joscha Schraff**
Joscha Schraff (*1991) ist Jazzpianist. Nach der Kantonsschule in Schaffhausen studierte er an der Jazzschule in Zürich unter dem Berner Jazzpianisten Andy Harder, wo sein Bachelorprojekt mit der Bestnote ausgezeichnet wurde. Momentan befindet sich Schraff im Masterstudium an der Jazzabteilung der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK). Das Studium wird er voraussichtlich im Frühling 2015 abschliessen. Zu Studienbeginn gründete er das Joscha-Schraff-Trio, inzwischen gibt es auch ein Joscha-Schraff-Quartett. Verschiedene CD-Aufnahmen sind geplant, so im Herbst 2014 zusammen mit Marena Whitcher’s Shady Midnight Orchestra und im nächsten Jahr mit seinem eigenen Quartett. Schraff hat schon verschiedene Preise erhalten, so 2014 den Förderpreis der Friedl-Wald-Stiftung und zwei Preise im kantonsschulinternen Scaphusia-Wettbewerb. (zge)

Joscha Schraff.
Bild zvg


**Lukas Stamm**
Lukas Stamm (*1994) erhielt schon im Alter von fünf Jahren die ersten Klavierstunden. Während seiner ganzen Schulzeit, die er 2012 mit der Matur abschloss, nahm er Klavier- und gegen Ende auch Orgelunterricht. Am Konservatorium in Winterthur absolvierte er ein Vorstudium in Komposition sowie Musiktheorie und Klavier. Zusätzlich belegte er Orchester- und Chorleitung. Seit dem Wintersemester 2013 studiert Stamm Komposition an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau. Er ist Organist in Beringen und Merishausen. 2009 gründete er das Klavierduo lukas & lukas, welches bis heute besteht und konzertiert. 2013 erhielt Stamm beim Kompositionswettbewerb der Camerata Zürich den zweiten Preis für sein Werk «Intermezzo für Streichorchester». Im Februar 2015 wird der Liederzyklus «inzwischen das herz der igel» in Freiburg im Breisgau uraufgeführt. (zge)

Lukas Stamm.
Bild zvg


**Martin P. Werner**
Martin P. Werner (*1991) erhielt den ersten Klavierunterricht mit fünf. Als er acht war, erhielt er den Förderpreis der Musikschule Schaffhausen. Im Jahr 2000 trat er ins Konservatorium Winterthur ein und begann 2003 mit dem musikalischen Vorstudium. 2012 hat er mit dem Bachelor an der Zürcher Hochschule der Künste abgeschlossen, und 2013 begann er ein Jusstudium an der Uni Zürich. Seine Leistungen wurden durch nationale und internationale Auszeichnungen anerkannt. Unter anderem erspielte er erste Preise bei den Schweizerischen Jugendmusikwettbewerben sowie einen 1. Preis am Hans-Ninck-Musikwettbewerb. Weiter wurde er von der Royal School of Music in London mit Diplomen in Klavier und Musiktheorie (mit Auszeichnung) belohnt. Im März 2008 gab er sein Début in der Tonhalle mit dem Zürcher Kammerorchester. Er hat drei CDs eingespielt. (zge)

Martin P. Werner.
Bild zvg


**Nina Haug**
Nina Haug (*1995) machte 2013 die Matur in Schaffhausen und studiert seither Klavier an der Hochschule für Musik in Würzburg (künstlerisch, Bachelor). Im gleichen Jahr hat sie auch mit dem Dirigierunterricht angefangen. Zuvor hatte sie unter anderem Klavierunterricht am Konservatorium Winterthur genommen. Weiter spielte sie von 2011 bis 2014 in der MKS Big Band mit. Haug hat mehrere Konzerte gespielt und Auszeichnungen erhalten. Für ihr Jazzquartett BOPa-DROP erhielt sie 2012 den 1. Preis am Schweizer Jugendmusikwettbewerb für Bands und 2013 den Förderpreis der Jazz & Blues Days Beringen. Mit Lisa Stoll holte sie 2012 den 2. Preis im Ostschweizer Musikwettbewerb. Neben der Musik interessiert sich Haug auch sehr für das Theater. Schon 2004 hatte sie ihre erste Hauptrolle («Oliver Twist», Stadttheater). Im August trat sie mit einem Solorezital auf (Brahms, Haydn, Rachmaninow, Schubert. (zge)

Nina Haug.
Bild zvg


**Lars Wicki**
Lars Wicki (*1994) schliesst nächstes Jahr die Kantonsschule Schaffhausen ab. Er ist derzeit Aktivpräsident der Mittelschulverbindung Scaphusia, die ihm den Vulgo «Klimper» gegeben hat, denn er ist begeisterter Klavierspieler. Die Begabung wurde ihm in die Wiege gelegt, sind doch beide Eltern Klavierlehrer. Musikalisch orientiert Wicki sich am US-Pianisten Liberace: «Ich begann, sein Spielen nachzuahmen, was anscheinend bei vielen, vor allem älteren Semestern, sehr gut anzukommen scheint», schreibt er in seiner Bewerbung. Das Künstlerische soll auch auf seinem weiteren Ausbildungsweg zentral sein, allerdings nicht die Musik: Nach der Matur möchte er sich voll und ganz seiner zweiten grossen Leidenschaft widmen – dem Film. Er bekommt eine steigende Zahl von Aufträgen, um Konzerte und Feste zu filmen. In seinem Keller hat Wicki ein Heimkino samt 35-mm-Projektor gebaut. (zge)

Lars Wicki.
Bild zvg


**Contempo-Preis**
Die bisher Ausgezeichneten

**1993** Monika Stahel (Gestaltung/Installationen)
**1994** Ingrid Wettstein und Walter Millns (Theater)
**1995** Lisa Sacchetti (Jazzkeller)
**1996** Cindy & Bert (Musik)
**1997** Schaffhauser Chorprojekte
**1998** Fabian Neuhaus (Klanginstallationen)
**1999** Begegnungszentrum Krummgasse
**2000** Faro und Michael Burtscher (Film)
**2001** Désirée Senn (Musik)
**2002** Sybille Demmerle (Bildende Kunst/Video)
**2003** Luca Ramella (Musik)
**2004** Gabriel Vetter (Slam-Poetry)
**2005** Roman Maeder und Remo Keller alias Milk & Wodka (Grafik)
**2006** Britta Hagen (Bühnenbild)
**2007** Miguel Camero (Beatbox)
**2008** Andrin Winteler (Fotografie)
**2009** Oliver Maurmann (Musik)
**2010** Tom Luley (Kulturvermittlung)
**2011** Lea Wäckerlin (Grafik)
**2012** Lo Fat Orchestra, Quince und Plain Zest (Musik)
**2013** Alfred Wüger (Journalismus)

#Notizen zu Namen

26. Juli 2014 | Ein erfolgreicher Schaffhauser Auswanderer in Bern

Schaffhauser Nachrichten
Michael E. Dreher

**Nachruf Rainer Kraft**

Kürzlich ist im Alter von nur 68 Jahren Prof. Dr. med. Rainer Kraft seiner mehrjährigen, heimtückischen Krankheit erlegen. Eine Würdigung seiner Persönlichkeit aus Schaffhauser Sicht ist ohne Bezug zur Scaphusia! nicht denkbar. Denn mit der Matura war auch seine Aktivzeit als Scaphusianer zu Ende. Alsdann verliess er Schaffhausen praktisch für immer.
Rainer Kraft wuchs in Neuhausen am Rheinfall mit seinen Eltern, seinem älteren Bruder und seiner jüngeren Schwester im Familienhaus hoch über der Rosenbergstrasse auf. Sein Vater war der Kantonsbaumeister Adolf Kraft, eine bekannte und starke Persönlichkeit. Ich lernte Rainer Kraft am Weihnachtskommers 1962 als Spefuxe kennen. Im folgenden Juni trat er mit drei weiteren hervorragend qualifizierten Fuxen in die Scaphusia! ein, wo er aufgrund seiner markanten Erscheinung mit dem Cerevis «Fels» Verkehrsgeltung erhielt. Mit ihm traten die späteren Prof. Dr. Dr. h.c. Jürg Fröhlich v/o Proton, Dr. med. Andreas Häsler v/o Rubin und lic. oec. HSG Max Duttlinger v/o Divico ein. Dieses Quartett bildete bis vor wenigen Wochen die Generation 1963. Im Sommer 1964 wurde Rainer Kraft Präsident der Aktivitas und führte diese souverän. Allen war gemeinsam, dass sie in der Schule nie Schwierigkeiten hatten (dies im Gegensatz etwa zu anderen Begabten). Er folgte wie auch sein Freund Proton dem Maturatypus A, also mit Griechisch.
Er wusste schon früh, dass er Medizin studieren würde. Anlässlich der Rekrutierung beim legendären Obersten Reimann wich er jedoch auf «Naturwissenschaften» aus, um der Einteilung in die San Trp zu entgehen, und landete wunschgemäss bei der Artillerie. Dort leistete er bei welschen Einheiten seine Dienste, wurde als Oberst Artilleriechef der Geb Div 10 und kommandierte von 1993–1996 das Art Rgt 10. Die Berufung in den Generalstab lehnte er ab, weil ihn der damit verbundene Zeitaufwand in seiner beruflichen Tätigkeit zu sehr eingeschränkt hätte. Gleiches galt auch bezüglich des Kommandos einer Brigade als Milizoffizier, wofür er zur Debatte stand.
Rainer Kraft begann sein Medizinstudium im Herbst 1965 in Lausanne, da er von Anfang an seine Französischkenntnisse vertiefen wollte. Dort legte er das 1. Propädeutische Examen ab. Sodann wechselte er an die Uni Bern, wo er 1973 sein Staatsexamen glänzend bestand. Es folgten die Assistenzjahre am Pathologischen Institut sowie in der Chirurgischen Abteilung des Kantonsspitals Schwyz bei Chefarzt Dr. Marcel Zimmermann, den er von der Scaphusia! her kannte. 1977 erfolgte die Promotion zum Dr. med. Nach Abschluss seiner Zusatzausbildungen war Rainer Kraft Spezialarzt FMH für Pathologie und FMH für klinische Zytologie. 1990 erfolgten die Habilitation und die Beförderung zum Chefarzt der Abteilung für zytologische Krebsdiagnostik am Pathologischen Institut. 1995 wurde er zum a. o. Professor für Pathologie der Medizinischen Fakultät der Universität Bern ernannt.
1997 verliess er das Pathologische Institut, um mit zwei Kollegen das private Zentrum «Pathologie Länggasse» (benannt nach dem Domizil) zu gründen. Dieses Unternehmen wurde in 15 Jahren zu einem der grössten pathologischen Institute der Schweiz mit 14 Fachpathologen und 70 Beschäftigten. Ein voller Erfolg! Er hat dort auch seine unternehmerischen Fähigkeiten bewiesen, was uns auch mal beratend zusammenführte. Noch zu Lebzeiten kam es zur erfolgreichen Nachfolgeregelung im Rahmen eines Management Buy-out. Mit seiner hohen Intelligenz, seinem scharfen Verstand, seiner Bodenhaftung und seinem Durchsetzungsvermögen wäre er auch in anderen Berufen weit oben angekommen.
Sein Lebensmittelpunkt war seit 1967 die Stadt Bern. Nach Schaffhausen kam er eigentlich nur noch an den Weihnachtskommersen und oft an den Schwarzwaldbummel im Rahmen seines Generationsumfelds am «day after». Als ich 1987 in den Nationalrat gewählt wurde, meinte Freund Fels am Weihnachtskommers: «Jetzt sehen wir uns häufiger. Ich telefoniere dir.» In der Märzsession 1988 wurde ich in eine der muffigen Telefonkabinen des Nationalrats gerufen. Er: «So, tönd er sitze?» Ich: «Wa mich betrüfft, au tänke.» Und schon hatten wir das erste Gelächter. In der Folge trafen wir uns in der Regel einmal pro Session und manchmal am Abend zweitägiger Kommissionssitzungen «en ville ou en campagne» zum gehobenen Verzehr auf dem Land oder trafen uns im «Jack’s», dem Restaurant des «Schweizerhofs», eine unserer Lieblingsbeizen. Es war grossartig, in diesen Privatissima ausserhalb des Politbetriebs mit diesem hochintelligenten Freund und brillanten Analytiker die Zeitfragen, Geschäftliches und Persönliches zu diskutieren. Dass wir kaum Differenzen bezüglich unserer politischen und wirtschaftstheoretischen Auffassungen hatten, erleichterte das Gespräch ungemein. Nach wie vor war er in Latein, Geschichte und Literatur sehr beschlagen, jedes Zusammensein war ein geistiger Gewinn. Dazu hat nicht zuletzt sein trockener Humor beigetragen. Er lachte dann, wenn die Pointe um die Ecke ging und besonders scharfsinnig war und andere eventuell noch nicht lachten. Und noch vor sechs Jahren bot er Hand zu einem veritablen Fuxenstreich, den ich ihm vorgeschlagen hatte. In der Runde war er eher schweigsam, wusste aber noch am andern Tag, was gesprochen wurde. Sport jedoch war sein Hobby nicht. Meine Joggerei Bellevue–Monbijoubrücke–Kirchenfeldbrücke–Bellevue konterte er mit der Bemerkung: Ein wohlgenährter Brigadier sei von seinem Korpskommandanten gefragt worden, wie er es eigentlich mit dem Sport halte. Der Welsche habe geantwortet: «Mes sports, Mon Commandant de corps, sont les promenades que je fais dans les cimetières à l’occasion des enterrements de mes camerades qui ont fait du sport.»
In unserer Beziehung manifestierte sich einmal mehr die Tatsache, dass der wahre Wert einer Studentenverbindung nicht in zwei, drei turbulenten Jahren Aktivzeit an der Kantonsschule liegt, sondern danach und lebenslang, wo sich die Burschen «in Amt und Stand» begegnen.
Die Trauer über die Unabänderlichkeit seines Hinschieds wird nur dadurch gelindert, dass sein Leiden nun ein Ende hat. Seiner Gattin Irene, die auf der Strasse des Lebens 39 Jahre an seiner Seite ging, gilt unsere besondere Anteilnahme. Doch Rainer Kraft, Freund Fels, wusste es selbst am besten: Nemini parcetur!


#Notizen zu Namen

26. Juli 2014 | Chnopf der Woche

Schaffhauser Nachrichten
(adf)

Geboren am 21. Juli, 6.46 Uhr
Gewicht: 2930 Gramm
Grösse: 47 Zentimeter
Die glücklichen Eltern: Tamara Mesonero und Martin Dubach aus Schaffhausen

Eigentlich war der Geburtstermin auf den Tag des WM-Finals gesetzt, aber Lionel scheint nicht ein grosser Fussballfan zu sein – so kam er eine Woche später zur Welt. «Wir waren sehr ungeduldig, jeden Tag dachten wir, heute wird es so weit sein», so die frischgebackenen Eltern. Zu Hause wird es nun zu dritt sicher eine grosse Umstellung geben. «Wir sind sehr spontane Menschen, packen einfach mal das Zeug und gehen aus. Das geht nun nicht mehr», so Mutter Tamara. Diese Veränderung nehmen sie aber sehr gerne in Kauf. Erst ein paar Tage alt, sieht man doch schon gewisse Ähnlichkeiten mit den Eltern: «Die Lippen sind ganz klar von Martin und die Ohren von Tamara», so das Ehepaar.


#Notizen zu Namen

4. Juli 2014 | Auf der Suche nach dem Entscheid

Schaffhauser Nachrichten
von Erwin Künzi

130 junge Frauen und Männer durften gestern am frühen Abend in der voll besetzten Kirche St. Johann ihr Maturzeugnis in Empfang nehmen. Der Hauptredner der Maturfeier, Professor Kurt Schmidheiny von der Universität Basel, sprach über die Schwierigkeit, nach der erfolgreichen Matur den richtigen Entscheid für den weiteren Lebensweg zu finden. «Ich wünsche Ihnen allen viele gute Entscheide, die Energie, diese kompromisslos zu verfolgen, und den Mut, diese infrage zu stellen», sagte Schmidheiny zum Schluss.

Alle, alle waren sie gekommen, um beim Abschluss der Kantonsschulzeit mit der Übergabe des Maturzeugnisses als Höhepunkt dabei zu sein: Eltern, Geschwister, Göttis, Gotten, Freundinnen und Freunde, aber auch Mitschülerinnen und -schüler sowie die Lehrerschaft füllten die Kirche St. Johann gestern am frühen Abend bis auf den letzten Platz. Und sie durften, wie Rektor Urs Saxer ankündigte, Zeuge von etwas Ungewöhnlichem sein: Alle 130, die zur Maturprüfung angetreten waren, hatten sie auch bestanden: 56 (36 Maturandinnen, 20 Maturanden) im musischen, 47 (4/43) im mathematisch-naturwissenschaftlichen und 27 (18/9) im sprachlich-altsprachlichen Profil.
Vor der Übergabe der Zeugnisse wurde aber noch geredet. Nach der Begrüssung durch Urs Saxer ergriff Regierungspräsident Christian Amsler das Wort. Ausgehend von einem Zitat Albert Einsteins, dass die Fragen die gleichen seien, die Antworten sich aber verändern würden, gratulierte er den Maturandinnen und Maturanden und entliess sie in eine sich rasend verändernde Welt. Amsler nahm auch kurz Bezug auf die Sparvorschläge für die Kantonsschule und meinte dazu: «Die Politik muss sagen, was ihr die Bildung wert ist», um fortzufahren: «Aber heute wird gefeiert.» Hauptredner des Abends war Kurt Schmidheiny, Professor für Wirtschaftsstatistik an der Universität Basel. Wer jetzt ein trockenes Wissenschaftsreferat erwartet hatte, lag zum Glück daneben. Ausgehend von seinem Forschungsgebiet – die Mobilität von Steuerzahlern –, beschäftigte sich der 43-Jährige mit der Suche nach gesichertem Wissen und dem Streben nach guten Entscheiden, angewandt auf die Wahl der Studienrichtung; Entscheide, die das Leben prägen werden und die die Maturandinnen und Maturanden alleine verantworten müssen. Er berichtete von seinen Schwierigkeiten, die er selber damals bei diesem Entscheid hatte, und seiner heutigen Gelassenheit, denn, so eine Erkenntnis von Max Frisch, wie immer der Entscheid ausfällt: «Wir können uns nicht entkommen, wir werden uns auch nicht verfehlen.» Zum Schluss wünschte er den Maturandinnen und Maturanden «viele gute Entscheide, die Energie, diese kompromisslos zu verfolgen, und den Mut, diese in Frage zu stellen.» Und dann war es so weit: Urs Saxer übergab die Zeugnisse, die Klassen versammelten sich eine nach der anderen auf der Bühne, jeder und jede wurde aufgerufen und erhielt nicht nur das begehrte Papier, sondern auch einen grossen Applaus (bei den Männern auch schon mal gemischt mit Pfiffen und Gejohle). Dabei fiel auf, dass die Frauen viel Aufwand für ihr Outfit betrieben hatten und es zum Teil wunderschöne Roben zu sehen gab, während es die Männer eher lässig liebten und oft T-Shirt und Turnschuhe dem Smoking vorzogen. Den Preis der Stiftung der Verbindung Munot für die beste Matur überreichte Peter Rohner an Luca Marchetti, der einen Notenschnitt von 5,68 erzielt hatte. Den festlichen Rahmen der Feier bildeten die Darbietungen der kantieigenen Ensembles – Trompetenensemble, Jazz-Workshop-Band, Vokalensemble, das Projekt Tanz und der Kammerchor. Und der Erstklässler Lorenz Strologo verzauberte am Klavier alle mit seiner Gershwin-Interpretation.


**Abschluss 2014: Die Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Schaffhausen**

Fabian Babic, Schaffhausen, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft/Philosophie; Cyril Bachmann, Flurlingen, Humanmedizin; Alena Bareiss, Barzheim, Medienkommunikation/Sport; Selina Baumann, Schaffhausen, Illustration; Christian Baumann, Schaffhausen, Rechnergestützte Wissenschaften; Bodo Bichsel, Neuhausen am Rheinfall, Kunsthistoriker; Marina Bieri, Neunkirch, Internationale Beziehungen; Lara Björnsen, Schlattingen, Innenarchitektur; Nathalie Bohl, Schaffhausen, Humanmedizin; Meret Bohner, Neuhausen am Rheinfall, Primarlehrerin; Preja Boll, Schleitheim, Medizin; Yannick Bolli, Stein am Rhein, Maschinenbau; Cleopatra Bollinger, Beringen, Biologie/Kunst; Michelle Bradler, Thayngen, Prähistorische Archäologie; Oleksandra Britsko, Schaffhausen, Zwischenjahr; Heidrun Brodowsky, Schaffhausen, Zwischenjahr; Simona Brühlmann, Neunkirch, Pflege FH; Klara Brütsch, Schaffhausen, Psychologie; Tatiana Cabuterra, Schaffhausen, Rechtswissenschaft; Kevin Chacko, Schaffhausen, Humanmedizin; Alessio De Nardo, Löhningen, Biologie/Umweltwissenschaft; Fabrice Dealtrey, Schaffhausen, noch offen; Timur Demiral, Neuhausen am Rheinfall, Maschineningenieurwissenschaften; Semian Detreköy, Schaffhausen, Nanowissenschaften; Joel Di Ronco, Beringen, Militär-Offizier; Luca Donisi, Stetten SH, Medizin; Christine Duer, Stetten SH, Pädagogische Hochschule; Marija Dujmovic, Schaffhausen, Zwischenjahr; Andre Eggli, Schleitheim, Elektrotechnik/Informationstechnologie; Alina Eichrodt, Uhwiesen, Internationale Beziehungen; Anika Erbach, Beringen, Vermittlung Kunst und Design; Céline Erzberger, Schaffhausen, noch offen; Kay Fehr, Flurlingen, Betriebswirtschaftslehre; Markus Ferber, Schaffhausen, Elektrotechnik/Informationstechnologie; Elena Finkler, Ramsen, Zwischenjahr; Hendrik Fischer, Dachsen, Humanmedizin; Luca Fortuna, Schaffhausen, Medienwissenschaften; Seraina Frazzetto, Schaffhausen, Gesundheitswissenschaften; Nils Funke, Flurlingen, Medizin; Vincent Gabriel, Schaffhausen, Zwischenjahr; Kajanan Ganavel, Schaffhausen, Physik; David Gasser, Schaffhausen, Rechtswissenschaft; Melanie Geier, Beringen, Gesang/ Biologie; Kevin Geier, Beringen, Biochemie; Lara Geissmann, Schaffhausen, Primarlehrerin; Jonas Gisler, Schaffhausen, Hotelfachschule; Leslie Gmür, Schaffhausen, Medizin/Recht; Maya Gnädinger, Beggingen, Physiotherapie; Daniel Grabski, Beringen, Maschineningenieurwissenschaften; Noëmi Graf, Schaffhausen, Raumplanung; Felix Graule, Schaffhausen, Elektroingenieurwissenschaft; Natalia Gröbli-Ramirez, Dachsen, Medizin/Internationale Beziehungen; Nora Häggi, Schaffhausen, noch offen; Lukas Hänggi, Schaffhausen, Archäologie; Yannik Hänzi, Neuhausen am Rheinfall, Betriebswirtschaftslehre; Laura Hieke, Gächlingen, Lehrerin; Richard Hombach, Beringen, Betriebswirtschaft; Brandon Huber, Langwiesen, noch offen; Jsabelle Hug, Ramsen, Rechtswissenschaft; Nicolas Juraubek, Schaffhausen, Video; Nina Kaderk, Schaffhausen, Spanisch/Geografie; Tobias Klauser, Schaffhausen, Wirtschaft; Tobias Kobelt, Schaffhausen, Architektur; Noah Köppel, Hemmental, Physiotherapie; Jannis Körth, Thayngen, Altgriechische Sprach- und Literaturwissenschaften; Venjamin Koscica, Schaffhausen, Wirtschaft; Dimitrij Küttel, Schaffhausen, noch offen; Annina Laich, Dörflingen, Zwischenjahr; Andrina Lang, Uhwiesen, Humanmedizin; Michelle Löpfe, Schlatt TG, Praktikum Spital; Rudolf Loretan, Schaffhausen, Informatik; Meret Mache, Lohn SH, Lehrerin Bildn. Gestalten; Cindy Manser, Schaffhausen, Wirtschaft; Luca Marchetti, Feuerthalen, noch offen; Rebecca Masek, Siblingen, Biomedizinische Analytikerin HF; Andreina Miozzari, Schaffhausen, Primarlehrerin; Zejnepe Morina, Schaffhausen, Germanistik/Philosophie; Noemi Moser, Schaffhausen, Zwischenjahr; Steven Näf, Neuhausen am Rheinfall, Physik; Annina Napierala, Neuhausen am Rheinfall, Psychologie; Lars Ochsner, Neunkirch, Betriebswirtschaft; Savio Ogg, Thayngen, Philosophie; Sebastian Ortmann, Schaffhausen, Lebensmittelwissenschaft; Rahel Ott, Buch, Zwischenjahr; Justin Palm, Feuerthalen, Archäologie/Geschichte; Olivier Pfeuti, Löhningen, Wirtschaft; Yixuan Qin, Schaffhausen, Japanologie; Jonas Rahm, Löhningen, Jurisprudenz; Vanessa Rauer, Schaffhausen, Englische Sprach- und Literaturwisenschaft/Publizistik; Vithushika Raveenthiran, Schaffhausen, Rechtswissenschaft/Medizin; Benjamin Ritzmann, Wilchingen, Bauingenieurwissenschaften; Philipp Rohr, Schaffhausen, Geschichte/Medienwissenschaften; Raphael Ruch, Schaffhausen, Jazz-Schule; Jasmin Rüger, Wilchingen, Kindergärtnerin; Julien Sala, Schaffhausen, Maschinenbau; Jemima Schadow, Gächlingen, Gesundheitswissenschaften und Technologie; Jan Scheuermeier, Schaffhausen, Gesang; Lukas Schlagenhauf, Lohn SH, Maschinen-ingenieurwissenschaften; Tamara Schmid, Schaffhausen, Lebensmittelwissenschaft; Lorena Schneider, Schaffhausen, Tourismus; Fredi Schurter, Gächlingen, Maschineningenieurwissenschaften; Ruben Schwarz, Schaffhausen, Informatik; Melanie Sidler, Schlattingen, Medizin; Josua Sommer, Schaffhausen, Betriebswirtschaftslehre; Arlette Stadler, Schaffhausen, Physiotherapie; Nicola Stamm, Schleitheim, Medizin; Daniel Steiner, Neuhausen am Rheinfall, noch offen; Chantal Stoll, Wilchingen, Physiotherapie; Sascha Stoll, Osterfingen, Physik; Laura Tamagni, Neuhausen am Rheinfall, Humanmedizin; Roberto Tanchis, Schaffhausen, Anglistik/Italianistik; Mara Tanner, Hemishofen, Soziologie/Geschichte; Melissa Tempini, Dachsen, Zwischenjahr; Andreas Tobler, Neuhausen am Rheinfall, Wirtschaft; Lionel Trümpler, Schaffhausen, Rechtswissenschaft; Thilo Van der Haegen, Schaffhausen, Sustainable Development; Aleksandra Vasic, Neuhausen am Rheinfall, Rechtswissenschaft; Isabelle von Siebenthal, Büttenhardt, Sozialarbeiterin; Christiane von Stegmann, Thayngen, Humanmedizin; Jonas Wagner, Schaffhausen, noch offen; Oliver Waldvogel, Feuerthalen, Rechtswissenschaft; Adrian Walter, Löhningen, Medizin/Englisch; Marco Walter, Löhningen, Maschinenbauingenieur; Andrin Walther, Hallau, Geschichte; David Wenner, Schaffhausen, Lebensmittelwissenschaft; Nicca-Andrea Willi, Wilchingen, Jurisprudenz; Derek Witzig, Löhningen, Mathematik; Florian Wohlwend, Ramsen, Primarlehrer; Robin Wuigk, Hallau, Biologie; Andreas Zulauf, Schaffhausen, Jurisprudenz/Aviatik.



Rektor Urs Saxer führte in der voll besetzten Kirche St. Johann durch die Maturfeier und übergab den 130 erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse.
Bild Simon Brühlmann



Andrina Lang, die wie die anderen 129 Maturandinnen und Maturanden aus der Hand von Rektor Urs Saxer ihr Zeugnis entgegennehmen durfte.
Bild Simon Brühlmann

#Notizen zu Namen

1. Juli 2014 | Neue Kraft in der Mitte

Schaffhauser Nachrichten
von Robin Blanck

Seit gestern Abend ist die Schaffhauser Politlandschaft um eine Partei reicher: In der Sternwarte Schaffhausen wurde die Grünliberale Partei Schaffhausen als 19. Schweizer Sektion gegründet. Die Partei will sich als sachorientierte Alternative zwischen den Blöcken positionieren und Ökologie mit wirtschaftlichen und sozialen Anliegen verbinden. Dabei kann die Partei bereits bei der Gründung eine Reihe von Mandaten im Kantonsrat und in den Gemeinden vorweisen, welche die Inhaber als ÖBS-Mitglieder erobert haben. Und es sollen noch mehr werden: Die frisch konstituierte Partei unter der Co-Leitung von Regula Widmer und Ueli Böhni hat sogleich Katrin Bernath als Kandidatin für den anstehenden Stadtratswahlkampf nominiert: Bernath will für die GLP einen Sitz der Stadt-Exekutive erobern, nachdem Thomas Feurer – ebenfalls GLP-Neumitglied – seinen vorzeitigen Rücktritt per Ende Jahr bekannt gegeben hat.
Grussworte der Mutterpartei überbrachte GLP-Nationalrätin Tiana Moser, die darauf hinwies, dass die Wahlerfolge der vergangenen Jahre nicht selbstverständlich, sondern das Resultat harter politischer Arbeit seien. Diese müsse breit abgestützt sein: «Wir können aber nur gemeinsam erfolgreich sein», betonte Moser. (rob)

Den rund zwei Dutzend Gründungsmitgliedern, die gestern zur Parteigründung schritten, merkte man die 1200 Lichtjahre nicht an, die sie zuvor hinter sich gebracht hatten – zugegebenermassen nur im Planterium der Sternwarte Schaffhausen. Bei Heinz Rether, Kantonsrat der neuen GLP-Sektion Schaffhausen, hat der virtueller Ausflug aber Demut ausgelöst: «Ich hoffe, dass wir das auch auf unseren Weg mitnehmen können», wandte er sich an die Anwesenden. Tiana Moser, Nationalrätin der GLP Zürich, betonte die Schönheit und Symbolkraft der Sternwarte, eines Ortes, der einen innehalten lässt. Dann war es aber mit der Demut und dem Innehalten vorbei, und die basisdemokratische Arbeit begann: Die Parteistatuten wurden von der Versammlung einstimmig gutgeheissen, ebenso unbestritten war die Zusammensetzung des neuen Vorstands, der fast mehr Mitglieder hat als die Partei derzeit, «vorläufig», sagte Rether und erntete damit einen Lacher. Die Geschicke der Partei übertrugen die Anwesenden dem Co-Präsidium bestehend aus Ueli Böhni (Stein am Rhein) und Kantonsrätin Regula Widmer (Beringen). Böhni blickte zurück auf die Entstehung der GLP Schaffhausen, die auf eine interne Debatte in der ÖBS vor drei Jahren zurückgeht: Damals wurde die Frage aufgeworfen, ob man sich mehr Richtung Grüne Partei oder zur GLP hin bewegen solle. Die ÖBS entschied sich für die Grünen, die stärker GLP-Sympathisierenden bereiteten die Gründung der Sektion vor. Diese will sich nun als «kritische, konstruktive Kraft» (Böhni) in der Schaffhauser Politik einbringen, statt Grabenkämpfen solle Sachpolitik betrieben werden. Wie Widmer feststellte, handle es sich nicht einfach um einen Zusammenschluss von ehemaligen ÖBS-Mitgliedern: «Es sind auch junge Menschen da, die bisher noch nicht politisch aktiv waren», sagte Böhni. Aber natürlich finden sich unter den Gründungsmitgliedern auch altbekannte ÖBS-Namen: Bernhard Egli und Hansueli Bernath, dazu auch René Schmidt. Aller Demut zum Trotz ging es danach gleich mit dem Griff nach den Sternen weiter: Noch ehe die Tinte auf dem Gründungspapier trocken war, nominierte die GLP Katrin Bernath als Kandidatin im Stadtratswahlgang vom 28. September.


**GLP Schaffhausen**
Der Vorstand der Partei
Ueli Böhni, Regula Widmer (Co-Präsidium), Kurt Wirz (Kassier), Dani Spitz (Aktuar), Philippe Schultheiss (Medien), Bernhard Egli, Raphi Kräuchi, Katrin Bernath, Maria Härvelid, Patrick Müntener, Christoph Hak, Martin Weder. (r.)



Nationalrätin Tiana Moser (l.) überbrachte die Grüsse der Mutterpartei an die Sektion Schaffhausen, die von Regula Widmer und Ueli Böhni präsidiert wird. Mit Katrin Bernath (r.) will die Partei in der Stadt mitregieren.
Bild B. + E. Bührer

#Notizen zu Namen

20. Mai 2014 | Gastronomie wird massiv benachteiligt – GastroSchaffhausen zur Volksinitiative «Schluss mit der Mehrwertsteuer-Diskriminierung!»

Schaffhauser Bock
(sb.)

Die Branchengrenzen zwischen Gastgewerbe und Detailhandel ver­schwinden immer mehr. Gastronomie findet heute jederzeit und überall statt: Nicht nur in konventionellen Restau­rants, sondern auch in Tankstellen­shops, an den heissen Theken von Supermärkten, bei Kiosken und Imbiss­wagen, in Metzgereien und Bäckereien.
Gegen den Wettbewerb in einem freien Markt ist nichts einzuwenden. Aller­dings muss gewährleistet sein, dass alle Anbieter gleich lange Spiesse haben! Bei der Mehrwertsteuer ist das leider nicht der Fall, denn der Detailhandel und der Take-away-Anbieter verfügen über einen staatlich verordneten Wettbe­werbsvorteil gegenüber dem Gastgewer­be. Speisen und alkoholfreie Getränke werden im Detailhandel mit 2,5 Prozent besteuert, während sie im Gastgewerbe einer mehr als dreimal höheren Besteue­rung von 8 Prozent unterliegen. Das ist ungerecht und wettbewerbsverzerrend. Zudem ist die Satzdifferenzierung auf­grund geänderter Lebensgewohnheiten nicht mehr zeitgemäss.
Die Volksinitiative «Schluss mit der Mehrwertsteuer-Diskriminierung des Gastgewerbes!» verlangt keine Privile­gien, sondern lediglich die Aufhebung dieser sehr stossenden Ungerechtigkeit. Es ist Aufgabe der Politik, die Höhe der einzelnen Steuersätze festzulegen. Die Initiative greift in diesen Prozess nicht ein. Sie will lediglich erreichen, dass verzehrfertige Speisen und alkoholfreie Getränke unabhängig von ihrem Ver­zehrort gleich besteuert werden. Dessen ungeachtet gibt es gute Gründe für einen tiefen Mehrwertsteuersatz.

**Klare Diskriminierung**
Das traditionelle, bediente Gastgewerbe auf der einen und Take-away-Betriebe sowie der Detailhandel (vorgekochte und verzehrbereite Produkte) auf der anderen Seite stehen im Lebensmittelbe­reich in direkter Konkurrenz zueinander. Obwohl sich diese Produkte bezüglich Verarbeitungsgrad kaum unterschei­den, dürfen sie von den Konkurrenten des Gastgewerbes zu einem reduzierten Steuersatz verrechnet werden: Eine Piz­za vom Take-away, ein Kaffee von der Tankstelle oder ein Sandwich vom Kiosk werden gegenüber den genau gleichen Produkten im Restaurant steuerlich massiv begünstigt. Es besteht also eine klare Diskriminierung des Gastgewerbes durch die unterschiedliche Besteuerung gleichartiger Verpflegungsleistungen.
Die mit der Diskriminierung verbundene Wettbewerbsverzerrung ist massgeblich und wurde auch von der Eidgenössischen Finanzkontrolle ganz klar bestätigt.

**Massive Auswirkungen**
Die Differenz der zu bezahlenden Mehr­wertsteuer zwischen Detailhandel res­pektive Take-away-Betrieben und Gast­gewerbe beträgt heute für die teilweise genau gleichen Produkte 5,5 Prozent­punkte. Da die Mehrwertsteuer den End­kunden belastet wird, zahlt der Gast 5,5 Prozentpunkte mehr Mehrwertsteuer.
Warum muss ein Take-away-Betrieb für einen Kaffee, der 4 Franken kostet, 10 Rappen Steuern abliefern und das Res­taurant für den genau gleichen Kaffee 32 Rappen? Warum muss der Gastwirt dreimal mehr Steuern bezahlen? Dies ist eine massive Wettbewerbsverzerrung: Ein Restaurateur mit einem durch­schnittlichen Umsatz bezahlt so Jahr für Jahr rund 30 000 Franken mehr Steu­ern als vergleichbare Konkurrenten.

**Besteuerungsgrundsätze verletzt**
Ein wichtiger Besteuerungsgrundsatz ist, dass Steuern nicht zu Wettbewerbs­verfälschungen zwischen Unterneh­men, Branchen und Regionen führen dürfen. Es muss unbedingt das Prin­zip der Wettbewerbsneutralität gelten. Zudem muss auch der Grundsatz der Steuergerechtigkeit Geltung haben. Die Steuerlast ist gerecht auf die Steuer­pflichtigen zu verteilen.
Satzdifferenzierungen greifen jedoch massiv in das Gefüge des freien Marktes ein. Indem der Konsum von Lebensmit­teln aus Take-away-Betrieben relativ zum Konsum von Speisen und alkohol­freien Getränken aus dem Gastgewerbe künstlich verbilligt wird, verändern sich die Gleichgewichte im Markt. In Folge kommt es zu unerwünschten Fehlallo­kationen.

**Berufliche Mobilität heute gross**
Die Satzdifferenzierung im Lebensmittel­bereich nach geltendem Recht orientiert sich an der überholten Unterscheidung zwischen Grundnahrungsmitteln einer­seits und einer Konsumation im Restau­rant als «Luxusvorgang» andererseits.
Dies ist jedoch längst nicht mehr zeitge­mäss: Die berufliche Mobilität führt dazu, dass 2012 54,4 Prozent aller Essensfälle ausser Haus über Mittag (in der Zeit zwi­schen 11 und 15 Uhr) angefallen sind. Für den überwiegenden Teil der Restaurant­besucher stellt dies nicht eine bewusst ge­wählte «Luxushandlung» dar, sondern sie sind darauf angewiesen, sich in der Nähe des Arbeitsplatzes auswärts zu verpflegen; man könnte beinahe von einem «Pflicht­konsum » sprechen. Umgekehrt sind heute im Detailhandel fertig zu- oder aufbereitete Speisen er­hältlich, welche die Qualifizierung als blosse Grundnahrungsmittel längst hin­ter sich gelassen haben. Es drängt sich daher auf, diese vergleichbaren Angebo­te unbesehen ihrer Herkunft auch gleich zu besteuern.
Es ist ungerecht, dass das Mittagsmenü in der Betriebskantine dreimal stärker besteuert wird als der Kaviar im Delika­tessengeschäft. Es ist nicht einsichtig, warum beispielsweise Kaviar steuerlich begünstigt wird, während das Tagesme­nü in der Betriebskantine einem dreimal höheren Steuersatz als dieses Luxusnah­rungsmittel unterliegt.

**Rollenbild hat sich geändert**
Haushalte mit einem Bruttoeinkommen von durchschnittlich 3244 Franken ge­ben 6,9 Prozent davon im Gastgewerbe aus. Reichere Haushalte mit 10494 Franken Bruttoeinkommen geben hin­gegen dafür nur 5,9 Prozent aus. Das bedeutet, dass einkommensschwächere Haushalte die Gastronomie im Verhält­nis praktisch gleich stark nutzen wie reichere Haushaltungen.
Die steuerliche Unterscheidung von Essen in den eigenen vier Wänden und im Restaurant geht von einem über­kommenen Rollenbild aus: Die Frau kocht daheim und der Mann arbeitet auswärts. Gemäss diesem Verständnis kommt der Ehemann zum Mittagessen nach Hause, im Restaurant wird nur an speziellen Ereignissen gegessen. Dass dieses Rollenbild veraltet ist, scheint klar zu sein. Die Verpflegung im Restaurant ist denn auch kein Luxusakt, sondern für den allergrössten Teil der Angestell­ten eine Notwendigkeit.

**Umweltpolitisch falsch**
Auch aus umweltpolitischen Gründen ist nicht nachvollziehbar, dass Fertig­gerichte gegenüber der Verpflegung in der Gastronomie vergünstigt werden. Während Fertiggerichte eine Unmenge an Abfall produzieren (Stichwort: Lit­tering), wird in Restaurants Mehrweg­geschirr verwendet, und die Nahrungs­mittel stammen aus abfallmindernden Grosspackungen.


**Tomislav Babic zum neuen Gastropräsidenten gewählt**

(sb.) Gestern Nachmittag im Hotel Son­ne in Beringen wählten die Anwesen­den an der Generalversammlung von Gastro Schaffhausen Tomislav Babic zum neuen Präsidenten. Er übernimmt damit die Nachfolge von Gertrud Neu­komm. Ihren Rücktritt hat sie bereits vor einem Jahr angekündigt. Zwei Jahre lang war Gertrud Neukomm als Interimspräsidentin im Amt. Zuvor hat sie bereits einige Jahre als Präsidentin der Sektion Klettgau und anschliessend als Kassierin und Aktuarin von Gastro Schaffhausen im Vorstand mitgearbei­tet. Es sei vor zwei Jahren kein einfacher Anfang als Präsidentin gewesen, aber ein intensiver Austausch mit den neuen Vorstandsmitgliedern habe sie rasch nä­her zusammengebracht. Der Vorstand konnte immer als geschlossenes Gremi­um auftreten. Nach relativ kurzer Zeit begann der Vorstand mit der Umsetzung der ersten Projekte wie der Erstellung einer neuen informativen Homepage (www.gastrosh.ch), dem Aufbau von Dienstleistungsangeboten für die Mit­glieder und mit der Kontaktpflege mit zuständigen Behörden und Partnern. Auch die Mitarbeit und Zusammenar­beit mit GastroSuisse und den übrigen Kantonalverbänden sei anspruchsvoll und intensiv gewesen, so Gertrud Neukomm. Sie konnte in der Zeit als Präsidentin viele gute Kontakte pflegen und neue Freunde gewinnen. Darüber sei sie sehr glücklich. Jetzt freut sie sich auf mehr Zeit für sich selbst, für ihre Familie und ihre Enkel. Nun übernimmt Tomislav Babic das Zepter von Gastro Schaffhausen. Seine Wahl durch die Mitglieder interpretiert er in erster Linie als Erwartung an den Gesamtvorstand für weitere positive Veränderungen im Verband. Entsprechend werde er sich in seiner Amtsperiode dafür einsetzen, das Image der Branche in der Öffentlichkeit weiter zu verbessern. Auf lokalem Ni­veau will Tomislav Babic nach Wegen suchen, um die Politiker weiterhin und intensiv auf die Verschlechterung der Rahmenbedingungen für das Gewerbe aufmerksam zu machen. Er werde alles daran setzen, die Mitglieder für den gewaltigen Investitionsnachholbedarf zu motivieren. Dieser Nachholbedarf sei unter anderem auf die Zurückhaltung der Banken während der vergangenen zwei Jahrzehnte bei der Vergabe von Krediten zurückzuführen.



Der Vorstand von Gastro Schaffhausen: Andre Götti, Renato Pedroncelli, Peter Welter, Car­men Trüeb, die abtretende Präsidentin Gertrud Neukomm sowie der neugewählte Präsident Tomislav Babic.
Bild: zVg

#Notizen zu Namen

14. Mai 2014 | «Mosch niid übertriibe!»

Schaffhauser Nachrichten
Von Peter Hartmeier

Sie fehlte vom Tag an, als sie die «Tanne» verliess; sie fehlte, obwohl sie niemals grosse Worte machte. Meist stand «Fräulein Zimmermann», die legendäre Wirtin des Hotels Tanne, hinter dem dunklen Buffet, auf dem auch heute noch die uralte dunkelbraune Kasse steht. Von dort aus beobachtete sie die Gäste mit ihren auffallend blauen, wachen Augen. Gelegentlich schien ein Lächeln über ihr Gesicht zu huschen – durchaus mit einem spöttisch-amüsierten Anflug. Ein Lächeln, das Distanz signalisierte. Niemals hätte sich die Wirtin der «Tanne» einem Gast oder einer Gästegruppe aufgedrängt: Nur zu einer Handvoll lebenslangen Freunden und Freundinnen setzte sie sich bisweilen dazu – ich selbst durfte nie mit dieser Ehre rechnen. Sonst stand sie am Buffet – immer bereit, in den Keller zu steigen, um einen Einer, einen Zweier, einen Dreier oder einen Halben abzufüllen und auf den jeweiligen Tisch zu stellen. Die behende kleine Frau stieg wohl hunderttausend Mal in diesen Keller – bis zu ihrem letzten Tag als Wirtin.
Und sie war verschwiegen. Nie berichtete sie über ausfällige oder betrunkene Gäste, nie hätte sie rapportiert über seltsame politische Stellungnahmen, über Gerüchte, amouröse Liaisons oder spektakuläre Geschichten, die in ihrer Gaststube die Runde machten. Das Bankgeheimnis ist bekanntlich gefallen – das zimmermannsche Geheimnis hingegen blieb bestehen. Sie schwieg und lächelte. Margrit Zimmermann wirtete mit ihren beiden bereits verstorbenen Brüdern in einer der schönsten Gaststuben weit und breit; ihr Vater hatte sie vor 100 Jahren meinem Urgrossvater August Heinrich Widmer abgekauft – und seither blieb die Gaststube in ihrer originalen Art unbehelligt. In den letzten Jahren ihrer Tätigkeit als Wirtin öffnete sie die «Tanne» nur noch am Samstagmorgen, wo drei Stammtische erhalten geblieben waren: Da gab es den runden Stammtisch munterer mittelalterlicher Frauen gleich neben der Eingangstür; in der Mitte des Raumes stand ein langer Tisch, an dem sich honorige Männer trafen; dieser Tisch firmierte insgeheim unter dem Code 14/18: Irgendjemand hatte einmal behauptet, dass ein Teil dieser Gäste bereits den Ersten Weltkrieg erlebt hätte. In der hinteren Ecke, wo vergilbte, uralte Zeitungen aufgehängt waren, trafen sich unter dem Vorsitz einer sozialdemokratischen Feministin Liberale, Linke und allerhand Freidenker. Meist stritt man sich untereinander an den Tischen – in Ausnahmefällen – Europadiskussionen, Militär oder Frauenfragen – riefen sich Exponenten der einzelnen Tische auch aufgeregt Botschaften zu. Und über alldem wachte Margrit Zimmermann. Unerschütterlich, liebenswürdig und auf eine ganz eigenwillige Art stolz. Alle ihre Gäste hatten sich ihren Regeln unterzuordnen. Linke, Rechte, Konvertiten – und vor allem auch Kinder. Letztere wurden von der Wirtin mit besonders scharfem Auge beobachtet: Sie legte keinen Wert darauf, ein kinderfreundliches Lokal zu führen. Und trotzdem erzählen meine eigenen, mittlerweile erwachsenen Kinder noch heute von den samstäglichen Besuchen am Stammtisch bei Fräulein Zimmermann. Vor rund zehn Jahren schufen enge Freunde einen Bildband mit Fotografien von Rolf Wessendorf über das Leben in der «Tanne». Ich erinnere mich an die Buchvernissage, an der sich tout Schaffhouse traf: Bei Margrit Zimmermann glaubte ich damals so eine Art Verblüffung über das grosse Interesse an ihrer Person und gleichzeitig auch stille Genugtuung festgestellt zu haben. Nach der Aufgabe der «Tanne» wohnte sie im städtischen Altersheim. Bei meinem vorletzten Besuch sagte sie bereits bei der Begrüssung: «Es ist jetzt an der Zeit!», worauf ich fragte: «Wofür ist es Zeit?»; ihre Antwort: «Wir sagen uns jetzt Du. Ich bin Margrit.» Sie hatte mich damit völlig überrumpelt – sodass ich etwas hilflos meinte: «Das ist aber eine grosse Ehre.» Lächelnd fügte sie dann an: «Moosch niid übetriibe, Peter!» Ihr Schalk und ihre Bescheidenheit blieben ihr bis zu ihrem Tod.



Die frühere «Tanne»-Wirtin Margrit Zimmermann, im Hintergrund ihr Bruder Reinhard Zimmermann.
Archivbild Bruno Bührer

#Notizen zu Namen

26. April 2014 | Prof. Dr. Felix W. Wehrli – Ehrenpromotion 2014 der Medizinischen Fakultät

Universität Zürich

Felix W. Wehrli, Ph.D., studierte Chemie an der ETH Zürich, wo er im Jahr 1968 in der Gruppe von Prof. W. Simon über Magnetresonanz-Analysen von Kohlenstoffmolekülen promovierte. Es folgten eine postdoktorale Forschungszeit an der ETH, einige Jahre in der Industrie, schliesslich der Aufbruch in die USA und dann die Berufung, zunächst – 1988 – zum Professor of Radiological Science in Radiology, dann – 1999 – jene zum Professor of Biochemistry & Biophysics an die University of Pennsylvania. Dort leitet er seit 1999 das Laboratory for Structural NMR Imaging.
Entscheidende Beiträge leistete Felix W. Wehrli unter anderem zur Quantifizierung des Metabolismus und der Gewebeperfusion des Gehirns, zur Myelinisierung des zentralen Nervensystems, zur endothelialen Dysfunktion bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit sowie zur Knochenarchitektur und -mechanik. In mehr als 200 wissenschaftlichen Originalarbeiten und 14 Patenten zeigt sich seine grosse wissenschaftliche Schaffenskraft.
Im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit erhielt Wehrli zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 1991 die Benennung zum Fellow der Society of Magnetic Resonance in Medicine, 2005 die Silver Medal der International Society of Magnetic Resonance in Medicine und 1998 den Sylvia Sorkin Greenfield Award der American Association of Physics in Medicine. Als langjähriger Editor des Journals «Magnetic Resonance in Medicine» beeinflusste er über viele Jahre weltweit die Wissenschaft auf dem Gebiet der nuklearen Magnetresonanz.
Felix W. Wehrlis wissenschaftliches Fundament wurde durch eine tiefgehende Ausbildung und langjährige wissenschaftliche Tätigkeit an der ETH Zürich gelegt. Auch nach seiner Berufung auf eine Professur in den USA blieb Wehrli der Schweiz und Zürich sehr verbunden. Wissenschaftliche Kontakte zu den Instituten der radiologischen Bildgebung des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) entstanden durch die Fachgesellschaften der Magnetresonanz-Verfahren. Aufgrund des gemeinsamen Interesses an der Biomechanik des Knochens ist Felix W. Wehrli an Forschungsarbeiten des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des USZ zur Knochendichtemessung mit neuen Verfahren der Magnetresonanztomographie beteiligt.


#Notizen zu Namen

26. April 2014 | Dr. Felix W. Wehrli v/o Lord

Dr. Felix W. Wehrli v/o Lord, Professor am Department of Radiology der University of Pennsylvania Health System in Philadelphia (USA), wurde anlässlich des Dies academicus der Universität Zürich vom 26. April 2014 in Anerkennung seiner grossen Verdienste auf dem Gebiet der Magnetresonanztomographie und –spektroskopie die Würde eines Doktors ehrenhalber verliehen.
Wir gratulieren Lord zu dieser aussergewöhnlichen Ehrung!