#Allgemeines

11. Juli 2014 | Vorschläge für die Zukunft der Brauerei Falken

Schaffhauser Nachrichten
Beni Muhl

«Eigentlich habe ich Bier ja gar nicht gerne», sagt Josua Sommer und lacht. Trotz seiner Abneigung gegen den Gerstensaft hat er sich im Rahmen seiner Maturaarbeit mit dem alkoholischen Getränk aus Hopfen und Malz auseinandergesetzt. Für Sommer war das aber nicht weiter schlimm, denn es ging in seiner Arbeit um den wirtschaftlichen Aspekt der Brauerei Falken AG und nicht ums Biertrinken. Die Idee zu seiner Abschlussarbeit kam Sommer daheim am Küchentisch. «Meine Familie und ich diskutieren zu Hause sehr gerne über Wirtschaftsthemen», so Sommer. Der Maturand wollte wissen, wo sich die Grenzen des Wachstums bei der Brauerei Falken befinden. Dazu analysierte er die Wachstumsstrategie der Brauerei der letzten Jahre. «Ich habe zuerst untersucht, wie es der Firma zurzeit wirtschaftlich gerade geht», erklärt Sommer. Mit den Daten der Brauerei zeigt er die Verlagerung des Absatzmarktes von der Gastronomie zum Detailhandel auf. Wurden im Geschäftsjahr 2011/2013 noch 55 Prozent des Umsatzes in der Gastronomie umgesetzt, waren es im Folgejahr noch 53 Prozent. Im gleichen Zeitraum konnte hingegen der Anteil des Umsatzes im Detailhandel von 42 auf 43 Prozent gesteigert werden. Für Sommer sind die Gründe klar: Er macht das Rauchverbot und die Promillegrenze beim Autofahren für die Verlagerung des Absatzes in den Detailhandel verantwortlich. Die Stammtischkultur würde unter den Regelungen leiden, was sich schliesslich auch bei den Zahlen des Unternehmens bemerkbar machen würde.

**Drei Ansätze für mehr Wachstum**
Im Hauptteil seiner Arbeit stellt Sommer selber eine Wachstumsstrategie für die Brauerei auf. Aufgrund seiner eigenen Analyse zur aktuellen wirtschaftlichen Lage der Brauerei und einem Interview mit Esther Stolz, Mitglied des Verwaltungsrats der Brauerei Falken AG, hat er drei Ansätze heraus gearbeitet, die der Brauerei zu mehr Wachstum verhelfen würden. Die Dosenabfüllanlage, die im Jahr 2012 in Betrieb genommen wurde, könnte mit durchgehend zwei oder sogar drei Arbeitsschichten betrieben werden, statt wie bisher nur teilweise zweischichtig. Ausserdem gäbe es die Möglichkeit, das Falkenbier in den Nachbarkantonen bekannt zu machen und dort mehr Umsatz zu generieren. Schliesslich sieht Sommer für die Brauerei Falken noch die Option, das Bier für andere Brauereien mit deren Rezept zu brauen.
Im letzten Teil der Arbeit untersucht er den ethischen Aspekt des Wachstums der Brauerei. Das Hauptproblem seien vor allem die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gefahr des Bieres als Suchtmittel.


Zur Person
**Josua Sommer**
Alter: 19 Jahre
Wohnort: Schaffhausen
nach der Matura: Sprachaufenthalt in der Dominikanischen Republik, danach Betriebswirtschaftsstudium an der Hochschule St. Gallen (HSG)
Titel der Maturaarbeit: «Die Grenzen des Wachstums – Fallstudie an hand der Brauerei Falken AG»
Fachbereich: Wirtschaft und Recht



Wie könnte die Brauerei Falken AG noch weiter wachsen? – Josua Sommer hat in seiner Maturaarbeit eine Wachstumsstrategie für das Unternehmen ausgearbeitet.
Bild Beni Muhl

#Allgemeines

10. Juli 2014 | 3 Fragen an: Urs Saxer Präsident Munotverein (Munotvater)

Schaffhauser Nachrichten
(sba)

*1 Die ersten beiden Munotbälle dieser Saison konnten nicht stattfinden. Aufgrund welcher Kriterien wird ein Munotball abgesagt?*

Drei Bedingungen sind für die Durchführung in der Regel nötig: Temperatur um 20 Uhr mindestens 20 Grad, keine Prognose von länger andauernden Regenfällen, keine Prognosen starker Gewitter mit Wind über 50 km/h.

*2 Darf man beim Munotball als Herr ohne Krawatte erscheinen?*

Mit einer gehobenen Freizeitkleidung (Anzug oder Kombination, geschlossene Schuhe; Krawatte nicht zwingend) ist man munotgemäss festlich gekleidet. Um den Munotbällen die spezielle Ambiance zu verleihen und aus Achtung.

*3 Der Munotverein möchte seine Mitgliederzahlen erhöhen. Was unternimmt der Verein, um sein Ziel zu erreichen – und wie ist der aktuelle Stand?*

Aktuell zählt der Munotverein 4366 Mitglieder. In unserem Jubi-läumsjahr konnten wir vor dem ersten Munotball bereits 187 neue Mitgliedschaften verzeichnen. Wir bieten an den Munotbällen eine spezielle Aktion für unsere Neumitglieder an. Ebenso kön- nen auch Firmen Mitglied werden.

#Allgemeines

8. Juli 2014 | Die offiziellen Regeln zur Maturrangliste

Schaffhauser Nachrichten
(dj.)

Bei gleicher Punktzahl: Was beim Fussball die Tordifferenz ist, das ist bei der Maturprüfung die Anzahl der Sechser.

Letzten Donnerstag fand in der Schaffhauser Kirche St. Johann die Maturfeier statt. Dabei wurde nur ein Schüler als Jahrgangsbester geehrt, obwohl eine Klassenkameradin den gleichen, exzellenten Notendurchschnitt von 5,68 erreicht hatte. Der Schüler wurde auf der Rangliste vor seiner Kollegin eingeordnet, weil er eine höhere Anzahl Sechser im Zeugnis stehen hatte (siehe SN vom Samstag). Uns wurden nun exklusiv die vollständigen Entscheidungskriterien der Rangliste zugespielt:

1: Notendurchschnitt.
2: Anzahl Sechser.
3: Anzahl der verspätet retournierten Bibliotheksbücher (je weniger, desto besser).
4: Anzahl der auswendig gelernten Zeilen im «Faust I».
5: Dauer der Mitgliedschaft im Munotverein.
6: Ranglistenplatz im Smartphone-Spiel «Quizduell».
7: Seitenzahl der Maturarbeit.
8: Das Los entscheidet.

#Allgemeines

8. Juli 2014 | Auch ein Begegnungsort

Steiner Anzeiger
Mark Schiesser

*Es gibt sie vor allem in Gegenden mit Weinbau, die alten Weinstuben. Eine der ältesten schweizweit steht mitten in der Steiner Altstadt und ist ein beliebter Treffpunkt von Steinerinnen, Steinern und Touristen. Herr de Cardenas, Sie führen seit mehr als vier Jahren die Geschicke der Weinstube. Nun kann man bekanntlich ja nicht nur vom Ausschenken von Rebensaft leben, die Gäste dürfen sich bei Ihnen auch bekochen lassen.*
Roberto de Cardenas: Ja, das ist so. Heute bestimmt der Gast klar, was er essen möchte, und es ist bekannt, dass sich das Konsumverhalten längst verändert hat. Aus diesem Grund haben wir unser Angebot erweitert und bieten auch die länglichen Stäbchen aus Kartoffeln, sprich Pommes frites, oder das traditionelle Schweizer Käsefondue an. Unser Küchenchef beweist zusätzlich während sechs Tagen die Woche seine Kreativität am Herd.

*Was wäre, wenn Sie genau dies nicht anbieten würden?*
(runzelt die Stirne) Es gäbe eine Flaute. Und wir hätten ein leere Weinstube.

*Sie bieten das ganze Jahr hindurch Käsefondue an?*
Ja, Touristen, welche uns in Stein am Rhein besuchen, ich denke an die Japaner und Chinesen, fahren zuerst an den Rheinfall, dann reisen sie nach Stein am Rhein und besuchen am Nachmittag unsere einladende Weinstube. Sie möchten dann, egal bei welchen Temperaturen, ein Käsefondue essen und einen warmen Schokoladenkuchen zum Dessert geniessen. Dann nämlich haben sie die drei wichtigsten regionalen und kulinarischen Sachen der Schweiz gesehen respektive genossen.

*Und das wären?*
Den Rheinfall gesehen, ein typisches Fondue gegessen und traditionell auch etwas mit Schokolade probiert zu haben.

*Was für Nationalitäten kommen denn heute bei Ihnen vorbei, die früher nicht gekommen sind?*
Es sind vorwiegend Chinesen, Japaner, überhaupt Touristen aus dem asiatischen Raum. Aus diesem Grund haben wir längst reagiert und unsere Speisekarten in drei Sprachen übersetzt. Auf jeden Fall sind sie immer sehr begeistert und verlassen unser schönes Kleinod mit guten Erinnerungen.

*Das ist schön, mir scheint, Sie schwärmen allgemein immer noch von Stein am Rhein wie am ersten Tag.*
Das Städtchen mit der ganzen Art und Weise zu Leben finde ich genial. Ich möchte eigentlich auch nur Steinerinnen und Steiner begrüssen. Man darf aber nicht vergessen, wir haben hier über 35 Restaurants, davon etwa 30 noch aktiv bei nur 3000 Einwohnern. Eine bekannte Regel rechnet pro 300 Einwohner ein Restaurant. Als älteste Weinstube der Schweiz wäre es schön, wenn wir nur von den Einheimischen leben könnten. Doch das ist nicht mehr möglich.

*Wenn wir von den Einheimischen sprechen. Sie bekommen hier auf dem Rathausplatz ja einiges mit. Es scheint, im Moment herrsche eine gewisse Unruhe im Städtchen. Spüren Sie das auch?*
Ja, man hört einiges. Vor allem schliessen wieder einige Geschäfte im Städtchen und zum Teil sind dies langjährige Betriebe, welche bisher einfach so selbstverständlich offen hatten. Wenn das so weitergeht und alles schliesst, die Besucher vor leeren Geschäften stehen, dann frage ich mich, was wir dann noch anbieten können im mittelalterlichen Kleinod.

*Bleiben wir zuversichtlich und erinnern uns, dass Sie damals gesagt haben, dass sie sehr gut aufgenommen wurden!*
Genau, wir sind stolz, dass wir viele Einwohner aus Stein am Rhein bedienen und kulinarisch verwöhnen dürfen. Mir ist auch klar, dass sie während der Saison weniger vorbeikommen, denn da ist das Städtchen überfüllt mit Touristen. Heute wie auch im Winter werden wir wieder vermehrt darauf achten, unsere Aufmerksamkeit auf die Steinerinnen und Steiner zu richten.

*Mir fällt auf, dass Sie viele Gäste mitten am Nachmittag verpflegen!*
Mein verstorbener Partner und ich haben damals eine gute Wahl getroffen, indem wir unser ganzes Angebot aus der Küche durchgehend ab 11 Uhr bis abends um 21 Uhr anbieten. Dies wird nicht nur von den Besuchern sehr geschätzt. Wir bieten diese Dienstleistung nun schon seit vier Jahren an, und es freut mich, dass die Gäste darauf eingehen.

*Was würden Sie mir denn spontan zum Essen empfehlen?*
Wie wäre es mit einer hausgemachten Rösti, einem Carpaccio oder frischen Eierschwämmli auf knackigem Salat? Das sind alles saisonale und währschafte Produkte, so wie es sich gehört.

*Vor drei Jahren ist ihr Partner plötzlich und während der Arbeit aus dem Leben gerissen worden. Das war ein tragischer Vorfall.*
Er fehlt mir nicht nur privat, sondern auch im Betrieb. Ich freue mich, dass ich heute wieder mit einem Team zusammenarbeiten darf, welches in meinem Sinne die Geschicke dieses traditionellen Betriebes weiterführt.

*Am 1. Juli haben Sie Ihr fünftes Betriebsjahr im «Rothen Ochsen» angefangen. Die Tage sind lang und das Gastgewerbe fordert Kräfte. Wie lange möchten Sie noch als Gastgeber amten, wenn die Frage erlaubt ist?*
Solange es meine Gesundheit zulässt, werde ich hier weitermachen. Denn es ist mir eine Ehre, dieses einmalige Lokal mit all seinem Charme zu führen, und ich freue mich, hier etwas anzubieten, was man sonst nicht bekommt. Ich bereue keinen Tag, habe ein gutes Verhältnis zu meinen gastronomischen Mitbewerbern und berücksichtige wenn immer möglich die regionalen Anbieter.

*Was treibt Sie an?*
Ich sehe unser Angebot als eine Ergänzung zu den anderen Restaurants. Das Konsumverhalten der Gäste hat sich, wie bereits erwähnt, verändert. Man raucht heute weniger, darf weniger Alkohol konsumieren usw. Das heisst im Klartext, man muss sich ständig anpassen, und das tun wir.

*Wie sind Sie bis jetzt mit dem Verlauf der Sommersaison zufrieden?*
Wir haben den Vorteil, dass wir als älteste Weinstube der Schweiz dem Gast auch bei schlechtem Wetter etwas Besonderes bieten können. Und bei schönem Wetter schätzen die Gäste unsere Gartenwirtschaft mitten auf dem Rathausplatz.

*Und wie ist Ihr Verhältnis zur Hausbesitzerin?*
Das ist sehr gut.

*Der Stammtisch fällt nicht mehr wie früher durch den speziellen Aschenbecher auf, sondern wegen seines speziellen Sitzwerks?*
(lacht) Zu meinem runden Geburtstag habe ich bequeme Stühle gekauft. Nach anfänglichem Erstaunen sind alle Benutzer hell begeistert über die bequeme Sitzgelegenheit.

*Planen Sie etwas Neues?*
Ich, und dazu zähle ich selbstverständlich auch mein Team, bin ständig am Ideen entwickeln und ausprobieren. Wir haben also noch einiges vor. Lassen Sie sich einfach überraschen.

*Die Weinstube zum Rothen Ochsen ist täglich, ausser am Dienstag, von 10 bis 23 Uhr geöffnet.*


**Zur Person**
Roberto de Cardenas (62) ist seit 42 Jahren in der Gastronomie tätig. Er ist gelernter Koch und Absolvent der Hotelfachschule in Lausanne.


**«Rother Ochsen»: Erstes Bürger- und Wirtshaus in Stein am Rhein**

Das Haus Rother Ochsen wird schon 1446 urkundlich mit vollem Namen genannt. Später diente es – wie heute wieder – als Wirtshaus. Ab dem 17. Jahrhundert sassen für rund anderthalb Jahrhunderte die Schmids darin, zu denen auch der Freiherr Johann Rudolf Schmid gehörte. Ein Vertreter dieses vornehmen Steiner Geschlechts, vermutlich Georg, Schultheiss (Gerichtspräsident), liess 1615 den Erker anbringen und wohl gleichzeitig auch die Fassade mit biblischen und römischen Motiven durch Schulmeister Andreas Schmucker (1575–1650) – er beteiligte sich auch als Glas- und Freskenmaler – nach Vorbildern von Tobias Stimmer und Hans Holbein bemalen. Es ist seine bekannteste Schöpfung.
Im 18. Jahrhundert überdeckte ein Künstler diese barocken Fresken mit anderen in Öl. Man vermutet, es sei der 1799 verstorbene Steiner Hans Jakob Vetter gewesen. 1898 bildete sich ein Konsortium von kunstverständigen Männern, die den «Rothen Ochsen» zum Zweck der Erhaltung und Restaurierung erwarben. 1899 bis 1900 erfolgte eine Renovation der Wandfresken durch Christian Schmidt, wobei die Übermalungen des 18. Jahrhunderts entfernt wurden. Gleichzeitig restaurierte Schmidt auch die Wandbilder des Saales im zweiten Obergeschoss. Die Ausmalung der Wirtsstube erfolgte 1913 durch Lore Rippmann und August Schmid. 1996 und 2004 wurden die Fassadenmalereien von Rolf Zurfluh fachkundig restauriert. Das Haus ist seit 1900 in privater Hand.
Viele bekannte Zeitgenossen, unter anderem auch der Journalist und Professor für Germanistik, Hermann Böschenstein, der die Weinstube neben weiteren Steiner Schauplätzen in seinem Roman * erwähnte. gingen in der Weinstube ein und aus.
Quelle: Kunstdenkmäler des Kantons SH, Band II, 1958/Sr.

*[Boeschenstein, Hermann: Im roten Ochsen : Geschichte einer Heimkehr – Schaffhausen : Meier, 1977 – ISBN 3-85801-011-1 Pp. – 231 S. ; 22 cm]



Gastgeber Roberto de Cardenas freut sich über viele Einheimische und Touristen, welche die Weinstube immer wieder besuchen.
Bild Mark Schiesser

#Allgemeines

5. Juli 2014 | «Zwei erreichten die Note 5,68»

Schaffhauser Nachrichten
Interview Erwin Künzi

2014 haben alle 130 Maturandinnen und Maturanden, die an der Kantonsschule zur Matur antraten, auch bestanden. Das ist ungewöhnlich; wir befragten dazu Rektor Urs Saxer.

*Wann gab es zum letzten Mal einen solchen Vollerfolg?*
Seit 1997, seit die Maturitätsschule nur noch 4 Jahre dauert und Tiefnoten doppelt kompensiert werden müssen, hatten wir noch keinen solchen Vollerfolg. Früher, als die Matura in 5 beziehungsweise 6 Jahren absolviert wurde, kam dies immer wieder einmal vor.

*Wo liegen die Gründe dafür? War die Prüfung zu wenig streng?*
Die Selektion findet an der Kantonsschule schwergewichtig an der Aufnahmeprüfung und in den ersten beiden Jahren statt. Die Durchfallquoten an den Maturprüfungen liegen in der Regel zwischen 1 und 3 Prozent. Da kann auch einmal eine Durchfallquote von 0 vorkommen.

*Welche Gründe könnten sonst noch für das gute Abschneiden verant- wortlich sein?*
Ein wichtiger Grund liegt bei der Gruppendynamik in den Klassen: Vier Auszeichnungen der Schweizerischen Studienstiftung gab es alleine in der Klasse 4nb. Nathalie Bohl und Luca Marchetti, welche beide den besten Notendurchschnitt von 5,68 dieses Jahrgangs erreicht haben, stammen auch auch aus dieser Klasse 4nb.

*Vergleicht man die Schaffhauser Maturandinnen und Maturanden des Jahrgangs 2014 mit denjenigen der übrigen Schweiz – wo stehen sie?*
Dies wird sich erst in der Zukunft zeigen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse unserer Ehemaligen-befragung, die darüber Aufschluss geben wird.

#Notizen zu Namen

4. Juli 2014 | Auf der Suche nach dem Entscheid

Schaffhauser Nachrichten
von Erwin Künzi

130 junge Frauen und Männer durften gestern am frühen Abend in der voll besetzten Kirche St. Johann ihr Maturzeugnis in Empfang nehmen. Der Hauptredner der Maturfeier, Professor Kurt Schmidheiny von der Universität Basel, sprach über die Schwierigkeit, nach der erfolgreichen Matur den richtigen Entscheid für den weiteren Lebensweg zu finden. «Ich wünsche Ihnen allen viele gute Entscheide, die Energie, diese kompromisslos zu verfolgen, und den Mut, diese infrage zu stellen», sagte Schmidheiny zum Schluss.

Alle, alle waren sie gekommen, um beim Abschluss der Kantonsschulzeit mit der Übergabe des Maturzeugnisses als Höhepunkt dabei zu sein: Eltern, Geschwister, Göttis, Gotten, Freundinnen und Freunde, aber auch Mitschülerinnen und -schüler sowie die Lehrerschaft füllten die Kirche St. Johann gestern am frühen Abend bis auf den letzten Platz. Und sie durften, wie Rektor Urs Saxer ankündigte, Zeuge von etwas Ungewöhnlichem sein: Alle 130, die zur Maturprüfung angetreten waren, hatten sie auch bestanden: 56 (36 Maturandinnen, 20 Maturanden) im musischen, 47 (4/43) im mathematisch-naturwissenschaftlichen und 27 (18/9) im sprachlich-altsprachlichen Profil.
Vor der Übergabe der Zeugnisse wurde aber noch geredet. Nach der Begrüssung durch Urs Saxer ergriff Regierungspräsident Christian Amsler das Wort. Ausgehend von einem Zitat Albert Einsteins, dass die Fragen die gleichen seien, die Antworten sich aber verändern würden, gratulierte er den Maturandinnen und Maturanden und entliess sie in eine sich rasend verändernde Welt. Amsler nahm auch kurz Bezug auf die Sparvorschläge für die Kantonsschule und meinte dazu: «Die Politik muss sagen, was ihr die Bildung wert ist», um fortzufahren: «Aber heute wird gefeiert.» Hauptredner des Abends war Kurt Schmidheiny, Professor für Wirtschaftsstatistik an der Universität Basel. Wer jetzt ein trockenes Wissenschaftsreferat erwartet hatte, lag zum Glück daneben. Ausgehend von seinem Forschungsgebiet – die Mobilität von Steuerzahlern –, beschäftigte sich der 43-Jährige mit der Suche nach gesichertem Wissen und dem Streben nach guten Entscheiden, angewandt auf die Wahl der Studienrichtung; Entscheide, die das Leben prägen werden und die die Maturandinnen und Maturanden alleine verantworten müssen. Er berichtete von seinen Schwierigkeiten, die er selber damals bei diesem Entscheid hatte, und seiner heutigen Gelassenheit, denn, so eine Erkenntnis von Max Frisch, wie immer der Entscheid ausfällt: «Wir können uns nicht entkommen, wir werden uns auch nicht verfehlen.» Zum Schluss wünschte er den Maturandinnen und Maturanden «viele gute Entscheide, die Energie, diese kompromisslos zu verfolgen, und den Mut, diese in Frage zu stellen.» Und dann war es so weit: Urs Saxer übergab die Zeugnisse, die Klassen versammelten sich eine nach der anderen auf der Bühne, jeder und jede wurde aufgerufen und erhielt nicht nur das begehrte Papier, sondern auch einen grossen Applaus (bei den Männern auch schon mal gemischt mit Pfiffen und Gejohle). Dabei fiel auf, dass die Frauen viel Aufwand für ihr Outfit betrieben hatten und es zum Teil wunderschöne Roben zu sehen gab, während es die Männer eher lässig liebten und oft T-Shirt und Turnschuhe dem Smoking vorzogen. Den Preis der Stiftung der Verbindung Munot für die beste Matur überreichte Peter Rohner an Luca Marchetti, der einen Notenschnitt von 5,68 erzielt hatte. Den festlichen Rahmen der Feier bildeten die Darbietungen der kantieigenen Ensembles – Trompetenensemble, Jazz-Workshop-Band, Vokalensemble, das Projekt Tanz und der Kammerchor. Und der Erstklässler Lorenz Strologo verzauberte am Klavier alle mit seiner Gershwin-Interpretation.


**Abschluss 2014: Die Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Schaffhausen**

Fabian Babic, Schaffhausen, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft/Philosophie; Cyril Bachmann, Flurlingen, Humanmedizin; Alena Bareiss, Barzheim, Medienkommunikation/Sport; Selina Baumann, Schaffhausen, Illustration; Christian Baumann, Schaffhausen, Rechnergestützte Wissenschaften; Bodo Bichsel, Neuhausen am Rheinfall, Kunsthistoriker; Marina Bieri, Neunkirch, Internationale Beziehungen; Lara Björnsen, Schlattingen, Innenarchitektur; Nathalie Bohl, Schaffhausen, Humanmedizin; Meret Bohner, Neuhausen am Rheinfall, Primarlehrerin; Preja Boll, Schleitheim, Medizin; Yannick Bolli, Stein am Rhein, Maschinenbau; Cleopatra Bollinger, Beringen, Biologie/Kunst; Michelle Bradler, Thayngen, Prähistorische Archäologie; Oleksandra Britsko, Schaffhausen, Zwischenjahr; Heidrun Brodowsky, Schaffhausen, Zwischenjahr; Simona Brühlmann, Neunkirch, Pflege FH; Klara Brütsch, Schaffhausen, Psychologie; Tatiana Cabuterra, Schaffhausen, Rechtswissenschaft; Kevin Chacko, Schaffhausen, Humanmedizin; Alessio De Nardo, Löhningen, Biologie/Umweltwissenschaft; Fabrice Dealtrey, Schaffhausen, noch offen; Timur Demiral, Neuhausen am Rheinfall, Maschineningenieurwissenschaften; Semian Detreköy, Schaffhausen, Nanowissenschaften; Joel Di Ronco, Beringen, Militär-Offizier; Luca Donisi, Stetten SH, Medizin; Christine Duer, Stetten SH, Pädagogische Hochschule; Marija Dujmovic, Schaffhausen, Zwischenjahr; Andre Eggli, Schleitheim, Elektrotechnik/Informationstechnologie; Alina Eichrodt, Uhwiesen, Internationale Beziehungen; Anika Erbach, Beringen, Vermittlung Kunst und Design; Céline Erzberger, Schaffhausen, noch offen; Kay Fehr, Flurlingen, Betriebswirtschaftslehre; Markus Ferber, Schaffhausen, Elektrotechnik/Informationstechnologie; Elena Finkler, Ramsen, Zwischenjahr; Hendrik Fischer, Dachsen, Humanmedizin; Luca Fortuna, Schaffhausen, Medienwissenschaften; Seraina Frazzetto, Schaffhausen, Gesundheitswissenschaften; Nils Funke, Flurlingen, Medizin; Vincent Gabriel, Schaffhausen, Zwischenjahr; Kajanan Ganavel, Schaffhausen, Physik; David Gasser, Schaffhausen, Rechtswissenschaft; Melanie Geier, Beringen, Gesang/ Biologie; Kevin Geier, Beringen, Biochemie; Lara Geissmann, Schaffhausen, Primarlehrerin; Jonas Gisler, Schaffhausen, Hotelfachschule; Leslie Gmür, Schaffhausen, Medizin/Recht; Maya Gnädinger, Beggingen, Physiotherapie; Daniel Grabski, Beringen, Maschineningenieurwissenschaften; Noëmi Graf, Schaffhausen, Raumplanung; Felix Graule, Schaffhausen, Elektroingenieurwissenschaft; Natalia Gröbli-Ramirez, Dachsen, Medizin/Internationale Beziehungen; Nora Häggi, Schaffhausen, noch offen; Lukas Hänggi, Schaffhausen, Archäologie; Yannik Hänzi, Neuhausen am Rheinfall, Betriebswirtschaftslehre; Laura Hieke, Gächlingen, Lehrerin; Richard Hombach, Beringen, Betriebswirtschaft; Brandon Huber, Langwiesen, noch offen; Jsabelle Hug, Ramsen, Rechtswissenschaft; Nicolas Juraubek, Schaffhausen, Video; Nina Kaderk, Schaffhausen, Spanisch/Geografie; Tobias Klauser, Schaffhausen, Wirtschaft; Tobias Kobelt, Schaffhausen, Architektur; Noah Köppel, Hemmental, Physiotherapie; Jannis Körth, Thayngen, Altgriechische Sprach- und Literaturwissenschaften; Venjamin Koscica, Schaffhausen, Wirtschaft; Dimitrij Küttel, Schaffhausen, noch offen; Annina Laich, Dörflingen, Zwischenjahr; Andrina Lang, Uhwiesen, Humanmedizin; Michelle Löpfe, Schlatt TG, Praktikum Spital; Rudolf Loretan, Schaffhausen, Informatik; Meret Mache, Lohn SH, Lehrerin Bildn. Gestalten; Cindy Manser, Schaffhausen, Wirtschaft; Luca Marchetti, Feuerthalen, noch offen; Rebecca Masek, Siblingen, Biomedizinische Analytikerin HF; Andreina Miozzari, Schaffhausen, Primarlehrerin; Zejnepe Morina, Schaffhausen, Germanistik/Philosophie; Noemi Moser, Schaffhausen, Zwischenjahr; Steven Näf, Neuhausen am Rheinfall, Physik; Annina Napierala, Neuhausen am Rheinfall, Psychologie; Lars Ochsner, Neunkirch, Betriebswirtschaft; Savio Ogg, Thayngen, Philosophie; Sebastian Ortmann, Schaffhausen, Lebensmittelwissenschaft; Rahel Ott, Buch, Zwischenjahr; Justin Palm, Feuerthalen, Archäologie/Geschichte; Olivier Pfeuti, Löhningen, Wirtschaft; Yixuan Qin, Schaffhausen, Japanologie; Jonas Rahm, Löhningen, Jurisprudenz; Vanessa Rauer, Schaffhausen, Englische Sprach- und Literaturwisenschaft/Publizistik; Vithushika Raveenthiran, Schaffhausen, Rechtswissenschaft/Medizin; Benjamin Ritzmann, Wilchingen, Bauingenieurwissenschaften; Philipp Rohr, Schaffhausen, Geschichte/Medienwissenschaften; Raphael Ruch, Schaffhausen, Jazz-Schule; Jasmin Rüger, Wilchingen, Kindergärtnerin; Julien Sala, Schaffhausen, Maschinenbau; Jemima Schadow, Gächlingen, Gesundheitswissenschaften und Technologie; Jan Scheuermeier, Schaffhausen, Gesang; Lukas Schlagenhauf, Lohn SH, Maschinen-ingenieurwissenschaften; Tamara Schmid, Schaffhausen, Lebensmittelwissenschaft; Lorena Schneider, Schaffhausen, Tourismus; Fredi Schurter, Gächlingen, Maschineningenieurwissenschaften; Ruben Schwarz, Schaffhausen, Informatik; Melanie Sidler, Schlattingen, Medizin; Josua Sommer, Schaffhausen, Betriebswirtschaftslehre; Arlette Stadler, Schaffhausen, Physiotherapie; Nicola Stamm, Schleitheim, Medizin; Daniel Steiner, Neuhausen am Rheinfall, noch offen; Chantal Stoll, Wilchingen, Physiotherapie; Sascha Stoll, Osterfingen, Physik; Laura Tamagni, Neuhausen am Rheinfall, Humanmedizin; Roberto Tanchis, Schaffhausen, Anglistik/Italianistik; Mara Tanner, Hemishofen, Soziologie/Geschichte; Melissa Tempini, Dachsen, Zwischenjahr; Andreas Tobler, Neuhausen am Rheinfall, Wirtschaft; Lionel Trümpler, Schaffhausen, Rechtswissenschaft; Thilo Van der Haegen, Schaffhausen, Sustainable Development; Aleksandra Vasic, Neuhausen am Rheinfall, Rechtswissenschaft; Isabelle von Siebenthal, Büttenhardt, Sozialarbeiterin; Christiane von Stegmann, Thayngen, Humanmedizin; Jonas Wagner, Schaffhausen, noch offen; Oliver Waldvogel, Feuerthalen, Rechtswissenschaft; Adrian Walter, Löhningen, Medizin/Englisch; Marco Walter, Löhningen, Maschinenbauingenieur; Andrin Walther, Hallau, Geschichte; David Wenner, Schaffhausen, Lebensmittelwissenschaft; Nicca-Andrea Willi, Wilchingen, Jurisprudenz; Derek Witzig, Löhningen, Mathematik; Florian Wohlwend, Ramsen, Primarlehrer; Robin Wuigk, Hallau, Biologie; Andreas Zulauf, Schaffhausen, Jurisprudenz/Aviatik.



Rektor Urs Saxer führte in der voll besetzten Kirche St. Johann durch die Maturfeier und übergab den 130 erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse.
Bild Simon Brühlmann



Andrina Lang, die wie die anderen 129 Maturandinnen und Maturanden aus der Hand von Rektor Urs Saxer ihr Zeugnis entgegennehmen durfte.
Bild Simon Brühlmann

#Allgemeines

2. Juli 2014 | Kantischüler protestieren gegen Sparmassnahmen

Schaffhauser Nachrichten
(ek)

Wo sollen beim Staatshaushalt 40 Millionen eingespart werden? Zurzeit läuft die Suche nach Einsparmöglichkeiten. Doch diese spielt sich nicht im stillen Kämmerlein ab, viele Mitarbeitende in der kantonalen Verwaltung, in den Schulen und im Spital sind bei dieser Suche miteinbezogen, was zur Folge hat, dass in einzelnen Fällen bereits heute durchsickert, wo der Sparhebel angesetzt werden soll.
Exemplarisch dafür ist die Kantonsschule. Diese bekam offenbar vom Erziehungsdepartement den Auftrag, 10 Prozent ihres Budgets von rund 16 Millionen Franken einzusparen. Die Schulleitung präsentierte umgehend Sparvorschläge, bezog aber sowohl Lehrer- wie Schülerschaft mit ein und versorgte sie mit den entsprechenden Zahlen. Wenig überraschend, gelangten diese zu einem Kantonsrat, der sich am Montag prompt darüber beklagte, dass Kantilehrer und -schüler mehr über die Sparanstrengungen an ihrer Schule wüssten als die Volksvertreter. «Auf der einen Seite Informationsembargo, auf der anderen basisdemokratische Diskussion von Einzelmassnahmen. Diese Diskrepanz empfinden wir als skandalös und fordern die Regierung auf, endlich mit dem Versteckspiel aufzuhören und die Nebel um das Sparprogramm 14 zu lichten», erklärte Werner Bächtold (SP, Schaffhausen) im Rat (siehe SN von gestern). Aufgrund der Zahlen der Schulleitung hat die Schülerorganisation (SO) der Kanti bereits Stellung zu den Sparvorschlägen bezogen. Sie kritisiert diverse Massnahmen, so den Halbklassenunterricht erst ab 18 Schülern («Je grösser die Halbklassen werden, desto mehr verspielt man die markanten Vorteile des Halbklassenunterrichts»), den Zweier-Unterricht im Instrumentalunterricht («Im Zweierunterricht kann viel weniger auf den einzelnen Schüler eingegangen werden, und das Finden von zwei Schülern auf gleichem Niveau wird sich wohl schwierig gestalten») oder die Kostenbeteiligung der Schüler am 2. und 3. Freifach («Eine Frechheit – es kann nicht sein, dass Schüler und Schülerinnen mit mehr Geld im Vorteil sind! Bildung soll für alle gleich erschwinglich sein, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern!»). Die SO befürchtet, dass durch einen Leistungsabbau an der Kantonsschule das Bildungsniveau sinkt. Sie hält fest: «Wir als Schülerorganisation und Vertretung der Schülerschaft sind mit diesen vorgesehenen Sparmöglichkeiten, die uns in unseren Bildungsmöglichkeiten stark einschränken und uns so den Zugang zu weiterführenden Schulen massiv erschweren, ganz und gar nicht einverstanden und werden die Einsparungen in der Bildung nicht kommentarlos über uns ergehen lassen. Wir hoffen hierbei auf die Unterstützung aller Bürger und Bürgerinnen unseres noch bildungsstarken Kantons!»

#Allgemeines

1. Juli 2014 | Die Kantonsschule muss sparen: Schulleitung unterbreitet Vorschläge

Schaffhauser Nachrichten
von Zeno Geisseler und Erwin Künzi

40 Millionen Franken soll der Kanton Schaffhausen mit dem Entlastungsprogramm 2014 jährlich einsparen. Wo und wie, das ist offiziell noch nicht bekannt, die Departemente arbeiten ihre Sparvorschläge erst aus. Wie nun aber Kantonsrat Werner Bächtold (SP, Schaffhausen) gestern im Rat darlegte, weiss man in der Kantonsschule bereits mehr: Schon im Mai hätten alle Schülerinnen und Schüler von der Schülerorganisation eine Mail erhalten mit dem Aufruf, zu den Sparplänen an der Kanti Stellung zu nehmen. Im Anhang: eine zehnseitige Tabelle inklusive Budget 2015 der Kantonsschule und 47 Sparvorschlägen im Umfang von 1,6 Millionen Franken – 10 Prozent des gesamten Schulbudgets.
«Jeder Kantischüler verfügt über Detailinfos, während wir im Nebel herumstochern», sagte Bächtold. Auch das Staatspersonal wisse mehr als das Parlament, es habe einen Brief erhalten. Bächtold forderte im Votum im Namen seiner Fraktion, dass die Regierung «entweder alle im Nebel stochern lässt oder mit dem Versteckspiel aufhört». Es war gestern das erste Mal, dass das neue Instrument der Fraktionserklärung im Schaffhauser Kantonsrat zum Einsatz kam. (zge)

40 Millionen Franken jährlich will der Kanton im Rahmen des neuen Entlastungsprogramms 2014 einsparen. Woher das Geld kommen soll, ist noch nicht klar; die Departemente sind erst daran, ihre Sparvorschläge auszuarbeiten. Zu einem Punkt liegen nun aber Details vor: der Kantonsschule. Die Schulleitung habe der Schülerorganisation ein detailliertes Dokument mit zur Verfügung gestellt, sagte Kantonsrat Werner Bächtold (SP, Schaffhausen) gestern im Parlament. Somit hatten die Schülerinnen und Schüler schon vor dem Kantonsrat Kenntnis von Sparvorschlägen.

**Einsparungen von 1,6 Millionen**
Wie Recherchen der SN ergaben, erhielt die Kantonsschule vom Erziehungsdepartment den Auftrag, 10 Prozent ihres Jahresbudgets von rund 16 Millionen Franken einzusparen. Daraufhin arbeitete die Schulleitung ein zehnseitiges Dokument mit Sparvorschlägen in Höhe von 1,628791 Millionen Franken aus. Dieser Vorschlag wurde am 13. Mai einer ausserordentlichen Lehrerkonferenz vorgelegt, an der auch die Vertreter der Schülerorganisation teilnahmen. Diese mailten das Dokument an die Schülerschaft, um deren Meinung einzuholen. Den SN liegt das Dokument vor. Unter anderem soll bei der Informatik gespart werden (Einsparung: 134 000 Franken), Musikinstrumente sollen künftig nicht mehr im Einzelunterricht, sondern in Zweiergruppen gelehrt werden (200 000 Franken). Gespart wird auch beim Personal; so sollen eine Hauswartstelle (110 000 Franken) und eine Informatik-Lehrlingsstelle (16 000 Franken) gestrichen werden. Gespart wird auch bei den Apéros bei Personalanlässen (12 000 Franken). Nachdem die Sparpläne für die Kanti frühzeitig an die Öffentlichkeit gedrungen sind, sind diese Thema an der heutigen Regierungsratssitzung.


**Leserbriefe zu «Die Kantonsschule muss sparen»**

*02. Juli 2014*
Das transparente Vorgehen verdient grosses Lob
Martin Schwarz, Schaffhausen
Zu «Die Kantonsschule muss sparen», SN vom 1. 7.
Wenn die SchülerInnen der Kanti mehr über die Sparpläne wissen als der Kantonsrat, dann hat das seinen Grund: Sie sind, zusammen mit den Lehrpersonen und der Schulleitung, ExpertInnen für ihre Schule. In einer Aktion von grösstmöglicher Transparenz hat die Schulleitung alle an der Schule aktiven Leute gebeten, zu ihren Sparvorschlägen Stellung zu nehmen.
Dieses Vorgehen verdient ein grosses Lob, da dank dieser Transparenz erstens Vertrauen geschaffen wurde und zweitens auch eine grössere Akzeptanz für die dereinst umzusetzenden Budgetkürzungen entsteht. Wir wissen noch nicht, in welcher Form der Regierungsrat den Kantonsrat und die Öffentlichkeit über die konkreten Massnahmen der Sparübung ins Bild setzt. Ich wünsche mir aber, dass er ebensolches Vertrauen zeigt und eine ebensolche Transparenz an den Tag legt, wie dies die Kantonsschulleitung mit den SchülerInnen, Lehrpersonen und Angestellten gemacht hat.

*05. Juli 2014*
Lassen Sie uns gemeinsam auf die Pauke hauen
Vreni Winzeler, Schul- und Kirchenmusikerin, Schaffhausen
Zu «Unser Land braucht seine Handwerker», Leserbrief vom 2. 7.
Lieber Herr Moretti, keine Frage: Das Handwerk brauchts. Ebenso ist es keine Frage, dass es alle anderen auch braucht – als Musikerin bin ich darauf angewiesen, dass alle an einem Projekt Beteiligten ihren ureigenen Beitrag zum Ganzen leisten. Fehler werden von der ganzen Gemeinschaft wohlwollend getragen, und die Erfolge gemeinsamer Leistung geniessen wir auch gemeinsam. Wissen Sie, dass Ihre Malerchübel, die Sie einstens dem Projektchor Reiat gesponsert haben, als beliebtes Moretti-Schlagzeug an der Kantonsschule die angehenden Akademiker zu musikalischen Höhenflügen anregen und befähigen?
Das vermeintliche Sparpotenzial, welches an der Kantonsschule geortet wird und das die umfassende (Aus-)Bildung der angehenden Akademiker gefährdet, ist nur ein Beispiel – die breite Bildung an allen Schulen (auch an den Berufsschulen) ist gefährdet. Lassen Sie uns gemeinsam auf die Pauke hauen: An der Bildung kann nicht gespart werden! Un- sinnige Sparübungen – wir sind gemeinsam dagegen!

*05. Juli 2014*
SMS-Umfrage
Finden Sie es gut, dass die Kantonsschule 10 Prozent einsparen soll?
Ja51 %
Nein 49 %
Die Umfrageteilnehmer sind sich uneins, ob das Budget der Kanti gekürzt werden soll. Nur eine knappe Mehrheit ist für Sparmassnahmen.

#Allgemeines

1. Juli 2014 | Umjubelte KV-Stars in der Handballarena

Schaffhauser Nachrichten
von Mark Liebenberg

Fussball regiert: Rektor René Schmidt liess es sich nicht nehmen, die Analogien zum gerade stattfindenden Welttheater des Fussballs aufzuzeigen: «Ihr habt die Trägheit beim Lernen überwunden, ihr habt Nervosität und Anspannung überstanden, ihr habt getroffen und gewonnen – heute Abend seid ihr die Stars und dürft den Jubel im Stadion geniessen.» Mit ihren Fähigkeitsausweisen hätten die jungen Leute zwar nicht die gleichen astronomischen Verdienstmöglichkeiten wie die Fussballstars. Aber «ihr habt ein Fundament für euren beruflichen Erfolg fürs ganze Leben gelegt». 269 Diplome wurden in der BBC-Arena gestern verteilt. Kein ganz ein- faches Unterfangen. Denn schier unübersichtlich sind die verschiedenen Ausbildungsgattungen und ihre schwindelerregenden Attributszusätze der Berufsleute, die gestern ihren Abschluss feiern konnten: Detailhandelsassistenten und Detailhandelsfachfrauen, Kaufmänner und -frauen mit Basisbildung, Kaufleute erweiterte Grundbildung (mit oder ohne Berufsmaturität), Kaufmänner und Kauffrauen, welche die Ausbildung als Erwachsene absolvieren, dazu die Berufsmaturanden und Berufsmaturandinnen mit gelerntem Beruf sowie die Kaufleute im erweiterten Grund- bildungsprofil mit Berufsmaturität (im Volksmund: Handelsmittelschule). Nicht weniger als 18 Klassen betraten – in festlicher Abendrobe die Damen, in feschen Anzügen die Herren – das Podium und kamen per Händedruck und namentlichem Aufruf zu Ehren – Nachname zuerst, Vorname als Zweites. Und so verwandelte sich an diesem Montagabend die BBC-Arena während fast einer Dreiviertelstunde in eine riesige, durchorganisierte Diplommaschine in die nur hie und da Individualität hereinkam, indem die gut und gern 1500 Freunde, Schätze, Eltern, Mitschüler oder Kollegen des Ausbildungsbetriebs wacker johlten, wenn der junge Mann oder die junge Dame aufgerufen wurde, deretwegen sie gekommen waren. Als Festredner ermutigte Stadtrat Raphaël Rohner die Diplomanden, die momentane Hochkonjunktur zu nutzen, um sich stetig weiterzubilden. «Sie werden schnell merken, dass das nicht nur mit Aufwand verbunden ist, sondern auch Spass macht und das Selbstbewusstsein stärkt», sagte Rohner. Ausserdem ermunterte er die jungen Absolventen, doch in die Welt hinauszugehen und mit reichen Erfahrungen dann aber auch wieder zurückzukehren – gerade der Standort Schaffhausen sei auf junge Berufstätige angewiesen.



Die Prüfungen sind geschafft, das Diplom erhalten, und trotzdem scheinen sie die Fakten selbst prüfen zu wollen: Die HMS-Absolventen Patrick Biedermann (links) und Eduardo Miguel Da Silva Nunes.
Bild Fabian Stamm

#Notizen zu Namen

1. Juli 2014 | Neue Kraft in der Mitte

Schaffhauser Nachrichten
von Robin Blanck

Seit gestern Abend ist die Schaffhauser Politlandschaft um eine Partei reicher: In der Sternwarte Schaffhausen wurde die Grünliberale Partei Schaffhausen als 19. Schweizer Sektion gegründet. Die Partei will sich als sachorientierte Alternative zwischen den Blöcken positionieren und Ökologie mit wirtschaftlichen und sozialen Anliegen verbinden. Dabei kann die Partei bereits bei der Gründung eine Reihe von Mandaten im Kantonsrat und in den Gemeinden vorweisen, welche die Inhaber als ÖBS-Mitglieder erobert haben. Und es sollen noch mehr werden: Die frisch konstituierte Partei unter der Co-Leitung von Regula Widmer und Ueli Böhni hat sogleich Katrin Bernath als Kandidatin für den anstehenden Stadtratswahlkampf nominiert: Bernath will für die GLP einen Sitz der Stadt-Exekutive erobern, nachdem Thomas Feurer – ebenfalls GLP-Neumitglied – seinen vorzeitigen Rücktritt per Ende Jahr bekannt gegeben hat.
Grussworte der Mutterpartei überbrachte GLP-Nationalrätin Tiana Moser, die darauf hinwies, dass die Wahlerfolge der vergangenen Jahre nicht selbstverständlich, sondern das Resultat harter politischer Arbeit seien. Diese müsse breit abgestützt sein: «Wir können aber nur gemeinsam erfolgreich sein», betonte Moser. (rob)

Den rund zwei Dutzend Gründungsmitgliedern, die gestern zur Parteigründung schritten, merkte man die 1200 Lichtjahre nicht an, die sie zuvor hinter sich gebracht hatten – zugegebenermassen nur im Planterium der Sternwarte Schaffhausen. Bei Heinz Rether, Kantonsrat der neuen GLP-Sektion Schaffhausen, hat der virtueller Ausflug aber Demut ausgelöst: «Ich hoffe, dass wir das auch auf unseren Weg mitnehmen können», wandte er sich an die Anwesenden. Tiana Moser, Nationalrätin der GLP Zürich, betonte die Schönheit und Symbolkraft der Sternwarte, eines Ortes, der einen innehalten lässt. Dann war es aber mit der Demut und dem Innehalten vorbei, und die basisdemokratische Arbeit begann: Die Parteistatuten wurden von der Versammlung einstimmig gutgeheissen, ebenso unbestritten war die Zusammensetzung des neuen Vorstands, der fast mehr Mitglieder hat als die Partei derzeit, «vorläufig», sagte Rether und erntete damit einen Lacher. Die Geschicke der Partei übertrugen die Anwesenden dem Co-Präsidium bestehend aus Ueli Böhni (Stein am Rhein) und Kantonsrätin Regula Widmer (Beringen). Böhni blickte zurück auf die Entstehung der GLP Schaffhausen, die auf eine interne Debatte in der ÖBS vor drei Jahren zurückgeht: Damals wurde die Frage aufgeworfen, ob man sich mehr Richtung Grüne Partei oder zur GLP hin bewegen solle. Die ÖBS entschied sich für die Grünen, die stärker GLP-Sympathisierenden bereiteten die Gründung der Sektion vor. Diese will sich nun als «kritische, konstruktive Kraft» (Böhni) in der Schaffhauser Politik einbringen, statt Grabenkämpfen solle Sachpolitik betrieben werden. Wie Widmer feststellte, handle es sich nicht einfach um einen Zusammenschluss von ehemaligen ÖBS-Mitgliedern: «Es sind auch junge Menschen da, die bisher noch nicht politisch aktiv waren», sagte Böhni. Aber natürlich finden sich unter den Gründungsmitgliedern auch altbekannte ÖBS-Namen: Bernhard Egli und Hansueli Bernath, dazu auch René Schmidt. Aller Demut zum Trotz ging es danach gleich mit dem Griff nach den Sternen weiter: Noch ehe die Tinte auf dem Gründungspapier trocken war, nominierte die GLP Katrin Bernath als Kandidatin im Stadtratswahlgang vom 28. September.


**GLP Schaffhausen**
Der Vorstand der Partei
Ueli Böhni, Regula Widmer (Co-Präsidium), Kurt Wirz (Kassier), Dani Spitz (Aktuar), Philippe Schultheiss (Medien), Bernhard Egli, Raphi Kräuchi, Katrin Bernath, Maria Härvelid, Patrick Müntener, Christoph Hak, Martin Weder. (r.)



Nationalrätin Tiana Moser (l.) überbrachte die Grüsse der Mutterpartei an die Sektion Schaffhausen, die von Regula Widmer und Ueli Böhni präsidiert wird. Mit Katrin Bernath (r.) will die Partei in der Stadt mitregieren.
Bild B. + E. Bührer

#Allgemeines

28. Juni 2014 | Ein Hundertster mit wehenden Fahnen und herben Enttäuschungen

Schaffhauser Nachrichten
von Mark Liebenberg

Die Stadt, in der er geboren wurde und in der er immer gelebt hatte, kam einen Tag zu spät zum Fest. Der Fussballclub, den er ein Leben lang unterstützt hatte (und dessen Ehrenmitglied er seit 38 Jahren ist), liess den hundertsten Geburtstag von Edwin Bührer ebenfalls unbemerkt verstreichen. Das waren die Wermutstropfen, die Edwin Bührer an seinem hundertsten Wiegenfest zu schlucken hatte.
Doch die guten Nachrichten zuerst: Eine stattliche Anzahl Aktiver und Alter Herren der Handelsschulverbindung Commercia Schaffhausen erwies ihrem rüstigen Ältesten Edwin Bührer v/o Strom am Geburtstag die Ehre bei ihm zu Hause an der Tödistrasse, wo sie von Lidwina und Edwin Bührer und Sohn Rolf empfangen wurden. Mit Fahnen, Vollwichs und Gesang feierte die Delegation den Jubilar, und das hat ihn «wahnsinnig gefreut», wie er sagt.

**Warten auf den hohen Gast**
Altherr Strom war ein besonders engagierter Commercianer, schreibt sein Farbenbruder Arthur Tschudi den SN. Geboren vier Jahre bevor die Studentenverbindung selbst gegründet wurde, habe er bis ins hohe Alter Bergtouren für Junge und Alte organisiert. Der Stadtschaffhauser machte seine Lehre beim Bankverein in Schaffhausen und wechselte im Jahre 1941 zur kantonalen Steuerverwaltung. Dort blieb Edwin Bührer bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1979. Er lebt noch heute mit seinem Frau im eigenen Haus im Quartier Buchthalen. Er hat zwei Kinder und drei Enkel. Die Stadt hatte sich für den Mittwoch nach Pfingsten angemeldet um zu gratulieren. Das Ehepaar Bührer lud ein paar Bekannte ein, stellte ein Fläschchen Wein kühl und wartete auf den hohen Gast. Doch niemand kam. Erst am nächsten Tag läutete der zuständige Stadtrat und brachte Glückwünsche vorbei. Irrtum oder Versäumnis? Das ist einerlei: «Das hat mich schon etwas enttäuscht», sagt Bührer gegenüber den SN. Ebenfalls herb enttäuscht sind die Bührers vom FC Schaffhausen. Nicht einmal eine Glückwunschkarte traf ein – obwohl Bührer 28 Jahre (!) dem Vorstand angehört und während vieler Jahre den Kiosk im Breitestadion geleitet hatte. Ganz anders der FC Zürich, bei dem Bührer ebenfalls Mitglied ist. Noch vor dem Geburtstag trudelte an der Tödistrasse ein Original-Spielertrikot ein mit allen Unterschriften der ersten Mannschaft des FCZ. Nebst einem persönlichen Glückwunschschreiben von FCZ-Präsident Ancillo Canepa. «Darüber habe ich mich wahnsinnig gefreut», sagt Bührer.



Mitglieder der Aktivitas und einige Alte Herren der Verbindung Commercia machten dem rüstigen Altherr Edwin Bührer v/o Strom zu Hause ihre Aufwartung.
Bild zvg/David Schöttli



Ein Trikot des FC Zürich mit Autogrammen aller aktuellen Spieler.
Bild zvg

#Allgemeines

26. Juni 2014 | «Die Aufgaben sind nicht schwieriger, aber einfach anders»

Schaffhauser Nachrichten
von Erwin Künzi

**Kopf der Woche: Alexander Alder, Hauptlehrer für Mathematik an der Kantonsschule Schaffhausen, zu den Maturitätsprüfungen**

Gestern gingen an der Kantonsschule die Maturprüfungen zu Ende, am Abend erhielten die letzten Schülerinnen und Schüler ihre Resultate. Auch für Alexander Alder, Hauptlehrer für Mathematik, war die Arbeit beendet. Den Überblick darüber, die wievielte Matur genau das für ihn gewesen war, hat er in all den Jahren, die er an der Kantonsschule unterrichtet, verloren. 1976 stand er zum ersten Mal als Hilfslehrer vor einer Klasse, 1983 erhielt er ein volles Pensum. Aber erst nach achtjähriger Tätigkeit als Hauptlehrer durfte er eine Matur abnehmen.
Nach seinem Mathematikstudium standen Alder beruflich viele Möglichkeiten offen, er entschied sich dann für den Lehrerberuf, denn «es ist ein Privileg, wenn man über Sachen sprechen kann, die einen interessieren», erklärte er im Gespräch mit den SN. Die Schule hat er nie gewechselt: «Schaffhausen gefällt mir als Wohnort gut, und die Schüler an der Kanti sind angenehm – alles Gründe, um hier zu bleiben.» Was versteht er unter «angenehmen Schülern»? «Sie sind anständig, es gibt kaum disziplinarische Probleme, und die Zusammenarbeit ist in der Regel gut.» Die Früchte dieser Zusammenarbeit können die Schüler an der Matur ernten. Wie unterscheidet sich eine Mathematik-matur von heute von einer vor 20 Jahren? «Zum einen hat sich stofflich einiges geändert», so Alder. «Wir behandeln heute Themen, die früher der Hochschule vorbehalten waren.» Zum anderen erlaube es der Einsatz von technischen Hilfsmitteln (Computer, Taschenrechner), Aufgaben zu stellen, die einen hohen Rechnungsaufwand erforderten. Heisst das, dass die Aufgaben heute schwieriger sind? «Sie sind nicht schwieriger, aber einfach anders», sagt Alder. Veränderungen stellt Alder aber auch bei den Schülern fest: «Die Maturanden können sich heute in der Regel besser verkaufen», ist ihm aufgefallen. 20 Prozent der Maturanden sind in Mathematik «grob ungenügend»: «Das sind mehr als früher», so Alder. Dann gab und gibt es aber auch die, die aus der Masse herausragen. So erinnert sich Alder an einen Schüler, der heute Professor für Mathematik an der Universität Konstanz ist. «Aber dass der gut ist, sah man schon in der ersten Klasse.» Und was hat sich im Rückblick sonst noch geändert? «Vor mehr als 20 Jahren wurde während der Prüfungen im Lehrerzimmer Wein serviert. Heute geht es nüchterner her und zu», erinnert sich Alder mit einem Lachen.


**Zur Person**
*Alter*
62
*Zivilstand*
Verheiratet, drei erwachsene Kinder, sechs Enkel
*Wohnort*
Schaffhausen
*Hobbys*
Velofahren, Wandern, Kajak, Stacheln, Lesen, Schach
*Aktuelle Lektüre*
Der englische Krimi «Locked In» und ein Buch mit Limericks



Seit 1976 – zuerst als Hilfslehrer, später als Hauptlehrer – unterrichtet Alexander Alder an der Kantonsschule Mathematik.
Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

25. Juni 2014 | «Keine Haie im Rhein»: Kampagne für Sicherheit an Flüssen und Seen

Schaffhauser Nachrichten
von Daniel Jung

Auf dem Bodensee und auf dem 21 Kilometer langen Rheinabschnitt bis Schaffhausen ereigneten sich im letzten Jahr insgesamt 14 Badeunfälle. Dabei konnten fünf Badende verletzt geborgen werden – neun Personen verunglückten tödlich. Ein Fall im letzten Jahr geschah auf dem Rheinstück zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen: Am 13. Juli 2013 ertrank bei Diessenhofen ein 18-jähriger Schwimmer.

**Übermut und körperliche Grenzen**
«Bei jüngeren Personen sind es oft Übermut oder Selbstüberschätzung, die zu Unfällen führen», sagte Urs Eberli, Dienstchef der Thurgauer Seepolizei, gestern an einer Medienkonferenz auf dem Motorschiff «Stein am Rhein» der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh). Bei älteren Personen seien es oft Herz-Kreislauf-Probleme, die zu Badeunfällen führten. Um über die Risiken des Rheins zu informieren, führen die verantwortlichen Stellen regelmässig Präventionskampagnen durch. In diesem Jahr heisst die gemeinsame Kampagne der Schweizer Wasser- und Seepolizeien «Keine Haie in diesem Fluss». An beliebten Badeplätzen und Einstiegsstellen für Schlauchbootfahrer wurden bereits grosse Tafeln angebracht. Darauf heisst es: «Die Schaffhauser Polizei und die Kantonspolizei Thurgau geben Entwarnung: Auf dem Hochrhein besteht garantiert keine Gefahr durch Haifische.» Jedoch könnten Wiffen, Brückenpfeiler oder Kursschiffe eine Gefahr darstellen. Daher sei es wichtig, dass Bootsbenutzer und Badende gewisse Regeln einhielten.

**Polizeipräsenz auf dem Rhein**
«Der Hai soll Aufmerksamkeit auf sich ziehen», sagte Martin Tanner, Chef der Schaffhauser Verkehrs- und Wasserpolizei. Ein Vorteil der neuen Kampagne sei es, dass sie in mehreren Kantonen flächendeckend verbreitet werde. «Unser Ziel ist es, dass sich die Leute stärker ihrer Eigenverantwortung bewusst werden», sagte Tanner. Neben den Plakaten werden auch Wasserbälle und Aufkleber mit dem Hai-Logo verteilt. Zudem ist ein Hai-Schwimmsack erhältlich. Daneben markieren die Schaffhauser Polizei und die Kantonspolizei Thurgau auch in diesem Jahr Präsenz auf dem Rhein, achten auf das richtige Verhalten der Flussbenützer und greifen ein, wenn dies nötig ist. Neben der Polizei informierte gestern auch die Schifffahrtsgesellschaft URh über Sicherheit auf dem Rhein. «Was uns zu denken gibt, ist die schiere Masse an Fahrzeugen, Vehikeln und Schwimmern, die an einem schönen Tag am Wochenende auf dem Rhein ist», sagte Lukas Reimann, URh-Betriebschef. Die grossen Kursschiffe seien eher träge, die Antriebsschrauben gefährlich. Daher seien die URh-Kapitäne darauf angewiesen, dass Schwimmer und Bootsfahrer genügend Distanz einhielten und keine Mutproben oder waghalsigen Manöver durchführten.


**Schifffahrtszeichen: Stahlwiffe mit drehbarem Aufsatz soll Gefahr reduzieren**

Seit Mitte März befindet sich etwa auf Höhe des Schupfens im Rhein ein neuartiges Schifffahrtszeichen, das über einen drehbaren Schwimmkörper verfügt. Mit dem derzeit laufenden Testbetrieb soll abgeklärt werden, ob sich durch die neue Konstruktion die Gefahr der Wiffen für Schwimmer und Freizeitkapitäne reduzieren lässt.
Das neue Schifffahrtszeichen wurde von Bauingenieur- und Architekturstudenten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur entwickelt. Das Schaffhauser Baudepartement, das für die Wiffen im Rheinabschnitt zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen zuständig ist, hatte bei der ZHAW eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Von den Projektgruppen wurden verschiedene mechanische und elektronische Lösungen vorgeschlagen. Praktisch getestet wird nun eine Wiffe aus Stahl, die über einen runden, gummierten Schwimmkörper verfügt. Dieser passt sich dem wechselnden Wasserstand an. Bei einer Kollision soll er verhindern, dass Boote oder Schwimmer an der Wiffe hängen bleiben, und sie abweisen. «Der Drehkörper ist immer noch beweglich», sagte Jürg Schulthess, Leiter der Abteilung Gewässer des kantonalen Tiefbauamts, gestern auf dem Rhein. Die Fachleute waren sich vor dem Testbetrieb nicht sicher, ob sich der Schwimmkörper wegen Seegras oder Muscheln bald nicht mehr drehen lassen würde. Letzte Woche haben Taucher der Schaffhauser Polizei verschiedene Kollisionstests mit Schlauchboot, Kanu, Kajak und Weidling durchgeführt und so Erfahrungen gesammelt. «Das Prinzip funktioniert», sagte Schulthess. Keines der Versuchsboote sei hängen geblieben. Der Versuchsbetrieb soll insgesamt rund ein Jahr dauern. Erst danach wird entschieden, ob weitere Wiffen durch den neuen Typ ersetzt werden. Bereits jetzt sei aber klar, so Schulthess, dass auch mit dem neuen Schwimmkörper die Gefahr der Wiffen nicht vollständig eliminiert werden kann. «Es gilt nach wie vor: Immer genügend Abstand zu den Wiffen halten», sagte er. Bisher hat der Versuch mit dem Wiffenprototyp insgesamt 26 000 Franken gekostet. Zwar ist Schaffhausen für den Wiffenunterhalt zwischen Untersee und Rheinfall zuständig, an den Kosten beteiligen sich aber auch das Bundesland Baden-Württemberg und der Kanton Thurgau zu je einem Drittel. (dj.)


**Regeln für Badegäste und Freizeitkapitäne**
*Vorbereitung*
Unbekannte Flussabschnitte sollten vor der Fahrt erkundet werden.
*Flussschwimmer*
In freie Gewässer wagen sich nur gute und geübte Schwimmer.
*Kältekrampf*
Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen. Je kälter das Wasser, desto kürzer der Aufenthalt darin.
*Sichtbarkeit*
Tragen Sie beim Schwimmen eine auffallende Kopfbedeckung.
*Abstand*
Achten Sie auf genügend Distanz zu Fahrgast- und Kursschiffen, Wiffen und Brückenpfeilern.
*Keine Knoten*
Binden Sie Boote nicht zusammen. Sie sind so nicht mehr manövrierfähig.



Die Gefahr auf dem Wasser geht nicht von Haien aus. Jedoch können Wiffen, Brückenpfeiler oder Kursschiffe eine Gefahr darstellen, wenn Schwimmer und Bootsbenützer Risiken eingehen. Das ist die Botschaft einer neuen Präventionskampagne, welche die Schweizer Wasser- und Seepolizeien in diesem Sommer erstmals durchführen. Gemeinsam mit der Thurgauer Seepolizei sprach Martin Tanner, Chef der Schaffhauser Verkehrs- und Wasserpolizei, gestern über die Gefahren im Flussabschnitt zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen. «Unser Ziel ist es, dass sich die Leute ihrer Eigenverantwortung stärker bewusst werden», sagte Tanner.
Bild Selwyn Hoffmann

#Alt-Scaphusia

25. Juni 2014 | Rainer Kraft olim Fels

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Prof. Dr. med. Rainer Kraft olim Fels
13. Juni 1946 – 21. Juni 2014
Arzt
Generation 1963

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier mit anschliessender Urnenbeisetzung, zu der Sie herzlich eingeladen sind, findet am Freitag, 27. Juni 2014, um 14.30 Uhr in der grossen Kapelle des Krematoriums im Bremgartenfriedhof an der Weyermannsstrasse 1 in Bern statt.
Wer Fels anders als mit Blumen ehren möchte, gedenke der Schweizerischen Krebsliga, Bern, Postkonto 30-4843-9, Vermerk: Rainer Kraft.

Die studentische Totenehrung findet am 20. August 2014 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

24. Juni 2014 | Schafuuser Züngli – Im gestreckten Galopp in Sicherheit

Schaffhauser Nachrichten, Kolumne
(rob)

Ich weiss, wer Torschützenkönig bei der WM 82 in Spanien wurde, kann den Schellenursli ganz und Teile der Aeneis auswendig aufsagen, weiss noch meine Laufzeit beim Schafuuser Bölle: Nur die fünf Touren der Munot-Quadrille kann ich mir nicht merken. Das «Kompliment des Herren» geht noch so, danach wird es schwieriger, und ich bin froh um entsprechende Zurufe: «Halbrechts!», «Tour de Main!», «Promenade!». Das wäre ja alles nicht so schlimm, aber bei der Quadrille hat man immer ein Paar gegenüber, mit dem man tanzt – und das jeden Fehler hautnah zu spüren bekommt. Wenn Sie mir also bei Gelegenheit tanzbereit gegenüberstehen, denken Sie bitte daran: Ich mache das nicht mit Absicht. Und überspringen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit einfach die ersten fünf Touren und machen nur den Schluss der 5. Tour, den «Galopp». Ich versteh das. Körperliche Gesundheit ist wichtig.

#Allgemeines

18. Juni 2014 | Der Munot verbindet Tradition und Moderne

Schaffhauser Nachrichten
Von Urs Saxer

«Munotvater» – an diese traditionelle Bezeichnung als Präsident des Munotvereins musste ich mich schon etwas gewöhnen, auch wenn ich mich objektiv nicht mehr zu den Jüngsten zähle und — insbesondere in dieser Funktion — auch nicht mehr zäh- len muss. Johann Jakob Beck, der Grün- der und erste Präsident des Munotvereins hat vor 175 Jahren den Munot vor dem Schicksal als Steinbruch bewahrt und damit durchaus väterlich gewirkt. Als 16. Munotvater habe ich es einiges leichter als er: Niemand kommt heute ernsthaft auf die Idee, den Munot abzureissen. Im Gegenteil: über 4400 Personen unterstützen als Mitglieder des Munotvereins den Erhalt des Munots als historisches Bauwerk und die Organisation von Veranstaltungen auf dem Munot.

**Hoffnungslos veraltete Bräuche?**
Eine weitere Tradition des Munotvereins besteht darin, seine Mitglieder nach 25 Jahren Mitgliedschaft als «Veteran» und nach 50 Jahren Mitgliedschaft als «Ehrenveteran» zu ehren. Man kann sich fragen, ob solche Bräuche nicht hoffnungslos veraltet sind. Wie auch die Munot-Quadrille, der Gesellschaftstanz aus dem 17. Jahrhundert, der seit mehr als 130 Jahren an den Munotbällen zelebriert wird. Offenbar üben aber solche langen Traditionen gerade in der heutigen, modernen, schnelllebigen Zeit eine Faszination aus. Man hält für einen Moment inne und wird dadurch zum Nachdenken angeregt. Letztlich entscheidet immer die Gesellschaft über die Weiterführung von Traditionen. Und hier stellen wir fest, dass unsere Quadrillekurse nach wie vor sehr gefragt sind — ein faszinierendes Phänomen. Während vor 100 Jahren auf der Munotzinne noch literarische Abende, Lesezirkel, Veteranenfeiern und Maskenbälle durchgeführt wurden, waren es in den letzten Jahrzehnten Disco-Abende, Salsa-Tanzkurse und Kino-Open-Air-Abende die das traditionelle Jahresprogramm ergänzten. Und heute? Nach den fantastischen Rückmeldungen des ersten Rundbühnenkonzerts im Juni 2013 mit Phil Dankner, Ritschi und Steff la Cheffe inmitten der Munotzinne finden Anfang September zwei weitere Munot Summer Nights statt. Mit solchen neuen Angeboten hat der Munotverein im Laufe der letzten Jahre auch jüngere Personen angesprochen, sodass der Munotverein mitgliedermässig nicht vom Aussterben bedroht ist, ganz im Gegenteil: In den letzten 20 Jahren verzeichnete der Verein einen Mitgliederzuwachs von 20 Prozent.

**Westlicher Wehrgang**
Neben den Veranstaltungen des Munotvereins ist der Erhalt des Munots als historisches Bauwerk die zweite Hauptaufgabe, welche in den Statuten festgehalten ist. Hier stellen sich einige aktuelle Fragen. Beispielsweise muss die westliche Flankenmauer saniert werden. Aber wie genau? Und mit welchem Material? Während die Stadt Schaffhausen als Eigentümerin des Munots dafür zuständig ist, stellt sich der Munotverein die Frage, ob und wie der 1871 abgebrannte Wehrgang wieder aufgebaut werden könnte. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zur Projektidee der Rekonstruktion des westlichen Wehrgangs sind durchaus positiv. Auf die Frage des Wie werden natür- lich kontroverse Antworten zu erwarten sein. Wir sind überzeugt, dass sich auch in dieser Frage Tradition und Moderne verbinden lassen.

**Ein Ort für Tradition und Moderne**
Das Besondere ist und bleibt aber wohl der einzigartige Standort des Munots, über der Altstadt und dem Rhein residierend und von weit her sichtbar in seiner speziellen Architektur. Dazu umranken ihn zahlreiche Geschichten, vom Hirschgraben über die un-terirdischen Gänge bis ganz nach oben in die Wohnung des Munotwächters, der immer noch jeden Abend um 9 Uhr das «Munotglöggli» von Hand läutet. Die Geschichten, die sich rund um das prominente Wahrzeichen weben, interessieren nach wie vor Jung und Alt. Dies erleben wir mit den Jüngsten am Munot-Kinderfest, mit der mittleren Generation bei den «jungen» Angeboten und mit der älteren Generation an den Munotbällen. Ich bin überzeugt, dass der Munot auch nach 175 Jahren immer wieder neue Gäste anziehen wird, sei es an einem Munotball, am Kinderfest, an einem Kino-Open-Air Abend oder an einer Munot Summer Night. Weil auf dem Munot beides stattfindet: Traditionelles und Modernes. Und das ist wohl das Spezielle am Munotverein: Er muss keinen Spagat zwischen Tradition und Moderne machen. Der Munot bietet genug Platz und Zeit für Traditionen, die man aktiv pflegen und zelebrieren kann, wie auch für moderne Anlässe und innovative Projekte, mit denen man experimentieren kann.

#Allgemeines

18. Juni 2014 | Lasterhaftes Maturandenleben

Schaffhauser Nachrichten
von Mark Liebenberg

**Abschlussarbeiten 2014 – Alkohol- und Tabakkonsum an zwei Mittelschulen**

Als Nathalie Bohl während ihres Austauschjahres am Gymnase de la Cité in Lausanne weilte, fiel ihr auf, wie viel dort geraucht wurde. «Lehrer und Schüler standen in der Pause draussen und pafften, während an der Kanti Schaffhausen die Raucher ihrem Laster nur in einer klar mit einer gelben Linie gekennzeichneten Zone auf dem Pausenplatz nachgehen dürfen», erinnert sich Bohl. Geht man in der Romandie lascher mit der Raucherei um, fragte sich die Nichtraucherin. Und wie ist es mit dem Alkohol? Comparaison de la consommation de tabac et d’alcool an den beiden Gymnasien wurde kurzerhand das Thema ihrer Maturarbeit als Anschluss der maturité bilingue. Dazu erstellte sie nach recherchierten Standards einen Fragebogen, den sie an 635 Schülerinnen und Schüler verteilte.

**An der Kanti raucht jeder Dritte**
Wann habt ihr eure erste Zigi geraucht / zum ersten Mal Alkohol getrunken? Wie viel raucht/trinkt ihr heute? Solche und weitere Fragen hatten die Kollegen (anonym) zu beantworten. Da es sich um eine Arbeit in den Fächern Französisch und Mathematik handelt, musste Bohl ausserdem nach einem genau festgelegten Verfahren mit einer Stichprobe arbeiten und das Signifikanzniveau ermitteln – was den theoretischen Teil der Arbeit ausmacht und den Anforderungen einer Maturarbeit offenbar vollauf gerecht wurde: Bohls Arbeit wurde mit der Bestnote bewertet. Die Ergebnisse der Arbeit – die von Lehrern wie Schülern mit grossem Interesse erwartet wurden – sind eigentlich … ernüchternd. Oder viel mehr: ermunternd. «Die welschen Kollegen beginnen im Schnitt etwas früher mit Rauchen und Trinken, die grosse Mehrheit hatte aber im Monat vor der Befragung einen moderaten Konsum vorzuweisen.» Vor allem beim Alkoholkonsum ergeben sich im Vergleich zwischen Lavaux und Blauburgunderland ganz minime Unterschiede. In beiden Weinregionen ist zudem Bier das Getränk der Jugend. Einen Unterschied jedoch gibt es bei den Glimmstängeln: «Rund zwei Drittel der Schaffhauser Kantischüler sind erklärte Nichtraucher. In Lausanne sind dies nur gerade 46 Prozent.» Auch sonst pflegen die angehenden Akademiker einen moderaten Lebensstil. Nur gerade eine Nennung von Alkoholvergiftung gab es bei einem Schüler in Lausanne. Mehr als eine Schachtel Zigaretten pro Tag rauchten zwei Schüler oder Schülerinnen in Lausanne, einer in Schaffhausen. «Das galt natürlich nicht auf der Maturareise», lacht Bohl, «dort herrscht dann schon eher der Ausnahmezustand.» Die junge Dame mit dem Berufsziel Ärztin hatte sogar zwei Maturareisen, mit ihren Kollegen in Schaffhausen und jenen in Lausanne. Die Erfahrungen ihres Austauschjahres möchte Bohl nicht missen. «Alles ist dort ein bisschen lockerer, offener, aber auch ein bisschen unverbindlicher.»

*Alter 18 Wohnort Herblingen Nach der Matura Ein Zwischenjahr in Chile, danach Humanmedizin Titel der Maturaarbeit «Comparaison de la consommation d’alcool et de tabac dans le gymnase de La Cité, Lausanne et le gymnase cantonal de Schaffhouse» Fachbereich Französisch/Mathematik*

#Allgemeines

16. Juni 2014 | Prämierung der besten Maturaarbeiten der Schweiz

Schaffhauser Nachrichten
(cme)

Noch ist nicht alles verloren. Auch in Zukunft werden denkende und recherchierende Zeitgenossen den Lauf der Welt zu verstehen versuchen. Dies könnte als Fazit die Prämierung der schweizweit besten Maturaarbeiten 2014 zusammenfassen. Insgesamt 30 Maturanden aus der ganzen Schweiz wurden so für ihre gründlichen Recherchen und die fachliche Qualität ihrer Arbeiten in der Rathauslaube ausgezeichnet. «Die Eigenständigkeit, welche in den Arbeiten steckt, haben uns imponiert», lobte der Jurypräsident, Martin Chevallaz, die Rangierung sei demnach aufgrund der hohen Qualität der Werke sehr schwierig gewesen. Aufgrund verschiedener Kriterien, wie unter anderem der staatsbürgerlichen Relevanz, die fachliche Substanz oder der intellektuellen und gedanklichen Qualität setzte sich Corinne Turnherr aus Oberriet (SG) von ihren Mitstreitern ab. Die Arbeit mit dem Titel «Die Rolle der Frau um 1950» wurde mit 3000 Franken prämiert. Auch Valentin Roniger aus Zeihen (AG) konnte sich dank der Bewertung seiner Arbeit «Frauenstimmrecht 1971. Wo stehen wir heute?» über 2000 Franken Preisgeld freuen. Die Standfesten unserer Demokratie hat der drittplatzierte, Dominik Ess aus Herisau (AR) unter die Lupe genommen. Anhand von persönlichen Interviews mit diversen Politikern wie den Präsidenten der vier wichtigsten Parteien sowie unter anderen Christoph Blocher, beschäftigte sich der Maturand mit der «Volkswahl des Bundesrates». Sein Engagement und die entsprechende Umsetzung brachten ihm 1000 Franken ein. Jedoch gingen auch die restlichen Kandidaten nicht leer aus. Jeweils mit einem 150 Franken Büchergutschein wurden die übrigen Arbeiten prämiert.

**«Benötigen unruhige Geister»**
Seit 14 Jahren wird der Peter-Dolder-Preis von der Stiftung für Demokratie verliehen. Vom damaligen Nationalrat Peter Sager ins Leben gerufen, setzt sich die Stiftung für die Schaffung, Erhaltung und Weiterentwicklung der offenen Gesellschaft und die Förderung sachbezogener Informationen als Voraussetzung demokratischer Willensbildung ein. Der Peter-Dolder-Preis im Speziellen geht in seiner derzeitigen Anwendung primär an Maturandinnen und Maturanden, welche ihre Abschlussarbeit im Bereich Geschichte, Staatskunde, Geografie oder Wirtschaft und Recht geschrieben haben. «Das ist Kultur, dies gibt dem Leben eine andere Dimension», erklärte der Stiftungsratspräsident Jürg Stüssi-Lauterburg, «ausserdem wollen wir den Maturanden so zeigen, dass ihre Arbeiten ernst genommen werden.» Von den Resultaten angetan, sprach ebenso die Schaffhauser Regierungspräsidentin Rosmarie Widmer Gysel den Autoren ihren Respekt aus. «Wir benötigen wache und unruhige Geister wie sie.» Für die direkte Demokratie einzustehen und dafür zu kämpfen, forderte Ständerat Thomas Minder. Gleichzeitig zeigte er sich jedoch beeindruckt: «Ich finde es toll, dass sich junge Leute für die Politik interessieren, das ist sehr bemerkenswert.»

#Allgemeines

7. Juni 2014 | Ökovisionen – und Entlassungen

Schaffhauser Nachrichten
von Rolf Fehlmann

CEO für eine Woche – dieser Traum (oder Albtraum) wurde für rund 80 Studierende der Kantonsschule Schaffhausen sowie für ein Dutzend Berufslernende von Bosch, ABB, Bircher, Georg Fischer und SIG all Cap im Klostergut Paradies Wirklichkeit.
Für die rund 90 Teilnehmenden an der traditionellen Wirtschaftswoche – einem Gemeinschaftsprojekt der IVS Industrie- und Wirtschaftsvereinigung Schaffhausen, der Kantonsschule Schaffhausen und der Ernst-Schmidheiny-Stiftung – drehte sich von Montag bis gestern Freitag alles um die Wirtschaft: Statt Vokabeln zu pauken oder Formeln zu büffeln, schlüpften sie in die Rolle von Unternehmensleitungen. Markt und Unternehmen simulierte dabei das computergestützte Lehrkonzept Wiwag. Wie im richtigen Wirtschaftsleben mussten sie für ihre Wirtschaftswochen-Unternehmen Strategien entwickeln, sich mit der Konkurrenz und mit der Entwicklung des Marktes auseinandersetzen, Marketingkonzepte umsetzen und eine Vielzahl von Entscheiden fällen. So musste etwa die Herstellerfirma des Kinderspielzeugautos Wheely über 50 Leute abbauen, weil nach einer Preiserhöhung der Absatz eingebrochen war: «Es war mir nicht von Anfang an bewusst, dass sich teurere Produkte weniger gut verkaufen», gestand an der gestrigen Generalversammlung der «Wheely»-Herstellerin ein Mitglied der Geschäftsleitung freimütig. «Die Jugendlichen erleben realitätsnah, wie ein Unternehmen am Markt funktioniert», sagte dazu Thomas Stamm, Prorektor der Kantonsschule. «Sie sind gefordert, kreativ und verantwortungsvoll ihre Unternehmen zu führen.» Dass ökologisches Bewusstsein, soziales und nachhaltiges Handeln oberste Priorität haben, zog sich gestern wie ein roter Faden durch alle Präsentationen und Konzepte – eher kürzte man den Aktionären die Dividende als der Schule im Kongo die Unterstützung. Regierungspräsident Christian Amsler zeigte sich beeindruckt von der hohen Qualität der Konzepte und Präsentationen und lobte «die gute Auftrittskompetenz» der Studierenden wie der Berufslernenden: «Der Realitätsbezug war gut, und in der Simulation wurden alle Aspekte abgedeckt.» Es sei «absolut wichtig, dass junge Leute der Wirtschaft begegnen», so Amsler.

#Allgemeines

6. Juni 2014 | Maturstreich: Rund 700 Kantischüler marschierten durch die Stadt

Schaffhauser Nachrichten
(kme)

Mit dem Umzug ging der Streich gestern Morgen in die letzte Runde. Um halb neun stürmten die Maturanden in die Klassenzimmer der jüngeren Schüler und nahmen sie mit auf eine kleine Reise durch die Altstadt. Die meisten Schüler waren dem Thema «Antike» entsprechend gekleidet. Poseidon, Artemis, aber auch Gladiatoren zogen verwunderte Blicke der Passanten auf sich. Kein Wunder: Rund 700 verkleideten Kantischülern begegnet man nicht jeden Tag. «Die Verwaltungspolizei haben wir aber über unseren Umzug informiert», erklärt Klara Brütsch vom Maturstreich-OK. Geendet hat der Anlass in der Munothalle, wo wie jedes Jahr die Maturanden eine Show für die ganze Schule veranstalteten.



Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

4. Juni 2014 | Gladiatorenkampf an der Kanti

Schaffhauser Nachrichten
von Katja Meier

Seit Montag wird den Schülern und Lehrern der Einlass zur Kanti erschwert. Jeden Morgen stehen die Schüler vor dem Haupteingang Schlange, denn sie müssen alle durch eine sogenannte Zeitmaschine. Mit einer Nebelmaschine und Lichteffekten werden sie ins Zeitalter der Antike geschickt. Wer sich wehrt, bekommt ohne Erbarmen einen dicken Stempel mit der Aufschrift «Sklave» ins Gesicht. Ist man dann endlich im Schulgebäude drin, laufen einem Gestalten wie Gladiatoren, Sklaven, römische und griechische Götter, Statuen und andere antike Persönlichkeiten über den Weg.

**Gladiatorenkampf und Skalpieren**
In der grossen Pause und über Mittag haben sich die Maturandinnen und Maturanden des Organisationskomitees verschiedene Veranstaltungen überlegt. Etwa Theaterspiele mit den griechischen und den römischen Göttern oder Wagenrennen. Zudem wurden unartigen Schülern die Haare geschoren. Für die grosse Pause von gestern haben sich die OK-Mitglieder ein ganz bestimmtes Thema überlegt: einen Gladiatorenkampf. Im Lichthof des neuen Kantigebäudes wurde die Arena für die kämpfenden Krieger aus Matten, Schwedenkästen und Bänken aufgestellt. Auf der Bank balancierend lieferten sich die Schüler von der 1. bis zur 3. Klasse, ausgestattet mit Schwimmnudeln, Duelle. Auch die Lehrer wurden von dieser Aktion nicht verschont. Deutschlehrer Roger Staub errang sogar einen tapferen Sieg gegen einen Schüler. Nicht nur die Jungs kämpften, auch die Mädchen mussten mit den Schwimmnudeln gegeneinander antreten. Kantonsschulrektor Urs Saxer schien sehr zufrieden zu sein mit der Umsetzung des diesjährigen Maturstreichs. «Es ist überraschend, dass die Werte der Antike für die Schüler eine so hohe Bedeutung haben», sagte Saxer.

**Eine grosse Überraschung**
Morgen Donnerstag steigt dann das grosse Finale des Maturstreichs. Am letzten Tag vor den Prüfungen lassen die Viertklässler noch einmal so richtig die Sau raus. «Wir haben uns für den Abschlusstag etwas ganz Besonderes ausgedacht», sagt Klara Brütsch vom Maturstreich-OK, «dieses Jahr wird die Feier etwas anders ablaufen.» Die jüngeren Schülerinnen und Schüler wissen noch nicht, was morgen auf sie zukommen wird. Aber eins ist gewiss: Niemand wird verschont.

**Ein letztes Mal Blödsinn machen**
Der Maturstreich wird an vielen Gymnasien und Fachmittelschulen in der Schweiz durchgeführt. In Schaffhausen findet er immer in der Woche vor den schriftlichen Maturprüfungen statt. Ziel des Streichs ist es, dass die Schüler noch ein letztes Mal Blödsinn machen können, bevor dann der Ernst des Lebens beginnt. Grössere Zwischenfälle hatte es laut Urs Saxer glücklicherweise diese Woche noch keine gegeben.



Am Maturstreich mussten einige Kantischüler in der Gladiatorenarena ihre Kräfte unter Beweis stellen. Auch die Lehrer wurden nicht verschont.
Bild Simon Brühlmann



Haare ab hiess es für den Kantischüler Nino Storrer (sitzend). An Ideen fehlte es dem Organisationskomitee des Maturstreichs, der diese Woche an der Kanti Schaffhausen stattfindet, nicht. Seit Montag befinden sich die Maturandinnen und Maturanden in der Welt der Antike, bevor sie sich dann am Freitag den schriftlichen Abschlussprüfungen widmen. Die Abschlussklässler versuchen in den manchmal tristen Schulalltag ein bisschen Witz reinzubringen. Wie auch hier auf dem Bild: Die unartigen jüngeren Schüler, wie Nino Storrer, wurden von den Maturanden David Gasser (mit Rasierer) und Marco Walter (im Rock) mit einer Kopfrasur bestraft.
Bild Katja Meier

#Allgemeines

26. Mai 2014 | Munotverein feiert 175-Jahr-Jubiläum mit der Bevölkerung

Schaffhauser Nachrichten
(r.)

Auf ganz besondere Art konnten die Besucher am Samstag den Munot kennenlernen, denn der Munotverein öffnete anlässlich seines 175-Jahr-Jubiläums sämtliche Gänge, Türen und Tore. Im Munotgraben konnte man das Bauwerk einmal aus dem Blickwinkel eines Hirsches betrachten. Unterirdische Gänge offenbarten sich, der Römerturm oder der steile Wehrgang konnten entdeckt werden, sogar in den Geheimgang konnten die vielen Besucher einen Blick werfen. Weitere Darbietungen rundeten bei schönem Wetter den viel beachteten Tag der offenen Tore auf dem Wahrzeichen ab. Urs Saxer, Präsident des Munotvereins, sprach von über 1500 Gästen, die auf dem Munot unterwegs waren.

von Katja Meier

**Ausnahmezustand auf dem Munot**

*175 Jahre Munotverein wurden auf der Festung gefeiert. Zum ersten Mal war das ganze Munotgelände für die Öffentlichkeit zugänglich.*

Ausnahmezustand herrschte am Samstag auf dem Munotgelände zwischen 10 und 16 Uhr. Mehrere Flaggen vom Munotverein waren an den Masten aufgehängt, Leute irrten zwischen den Rebbergen umher, und die Damhirsche mussten sich mit einem ein bisschen kleineren Gehege zufrieden geben. Anlässlich des 175-Jahre-Jubiläums öffnete der Munotverein alle Toren und Türen.

**Volles Programm**
Am Samstag konnten die Besucherinnen und Besucher den Munot einmal auf eine ganze besondere Art erleben. Sie hatten zu sämtlichen Gängen, Gärten und Kellern Zugang. Im Munotgraben konnte man das Bauwerk einmal aus der Perspektive der Hirsche begutachten. Den unterirdischen Gang entlanglaufen und beim Ziehbrunnen einen Blick auf den Grundwasserspiegel erhaschen. Den Römerturm besteigen. Den steilen östlichen Wehrgang hochkraxeln. Die Pflanzenwelt im Munotgarten erblicken. Und den Pavillon in den Rebbergen entdecken. Dies und noch vieles mehr konnte man am Samstag fast den ganzen Tag auf dem Munotgelände erkunden. Auch ganz oben auf der Munotzinne stiess man auf allerlei Darbietungen. Der amtierende Munotwächter Christian Beck unterhielt das Publikum mit einer Drehorgel aus den 60er-Jahren und informierte die Leute über die Geschichten des Munots. Und auch seine Frau Christine Beck nutzte die Gelegenheit, um zusammen mit Katja Ur ihr neues Projekt vorzustellen: Die Munotglöggli-Spielgruppe soll ab dem Sommer 2014 eröffnet werden. Mit dem «Munotmüüsli» werden die Kinder dann auf Entdeckungsreise gehen. Auch die Schaffhauser Pfadi war anwesend und zuständig für das Kinderprogramm. Leonie Neukomm verwandelte die Kinder in Schmetterlinge, Clowns oder Katzen, indem sie mit Farbe die Gesichter der Kinder bemalte. Und bei der Schmiedezunft konnten viele ihren eigenen Nagel schmieden.

**«Perfektes Wetter»**
Um halb 11 war es noch bedeckt und ziemlich kühl. Im Verlauf des Tages drückte aber immer mehr die Sonne durch die Wolken. Laut Munotvereinspräsident Urs Saxer war es das perfekte Wetter für eine solche Veranstaltung. «Für die Schaffhauser ist es etwas zu kühl, um auf den Rhein zu gehen, aber regnen tut es auch nicht», meinte Saxer und hielt fest: «Deshalb ist es ideales Wetter für einen Besuch auf dem Munot.» Auch über die grosse Anzahl der Besucher freute sich Saxer: Rund 1500 fanden am Samstag den Weg zum Munot. Es war eindeutig kein normaler Besuch auf dem Munot. «Es entstehen ganz spontane Gespräche zwischen den Leuten, welche sonst nie passieren», meinte Saxer zufrieden. Der Verein durfte sich auch über etwa 30 Neumitglieder freuen, welche mit ihrem Mitgliederbeitrag auch das neue Projekt des westlichen Wehrgangs unterstützen, das am Samstag von Architekt und Vorstandsmitglied Manuel Bergamini genauer vorgestellt wurde.

**100 Helfer im Einsatz**
Für die ganze Veranstaltung waren natürlich auch viele Helfer nötig. Rund 100 Helferinnen und Helfer zeigten den Besuchern den Weg, informierten die Leute über die Geschichte des Munots, verkauften Essen und Trinken oder warben auch um Neumitglieder. Auch die jüngere Gesellschaft half kräftig mit, wie der 12-jährige Florian Leutwiler. «Ich war am Vormittag im unterirdischen Gang und zeigte den Leuten den Weg», sagte der junge Schüler stolz.

#Allgemeines

24. Mai 2014 | Herausragende Maturaarbeiten prämiert

Schaffhauser Nachrichten
Von Wolfgang Schreiber

«Sieben auf einen Streich» oder «Die glorreichen Sieben» sind am Donnerstagabend in der Aula der Kantonsschule mit Preisen von jeweils 500 Franken ausgezeichnet worden. Die sieben haben Maturaarbeiten verfasst, die von der Lehrerschaft mit sechs weiteren Arbeiten einer Jury vorgelegt wurden. Das Maturitätsanerkennungsreglement verlangt von den Kantonsschülerinnen und -schülern, dass sie im Abschlussjahr eine grössere, eigenständige Arbeit schreiben und diese mündlich präsentieren müssen. Die Jury hat aus diesen 13 dann die sieben Arbeiten ausgewählt, die prämiert wurden.
Es sind sieben von insgesamt 131 in den letzten Monaten verfassten Maturaarbeiten. Diese «glorreichen Sieben», um mit dem Titel eines Hollywoodfilms zu sprechen, erhielten die Preise in einer an die Oscar-Verleihung erinnernden Feier. Die Prämierung wurde vom Schülerensemble der Kantonsschule unter der Leitung von Andrew Kendrick und mit den Sängerinnen Cindy Manser und Isabelle von Siebental musikalisch umrahmt. In den letzten Jahren sind die nominierten Verfasserinnen und Verfasser in der Aula dem Publikum gegenübergesessen. Das Publikum, das wie immer aus Mitschülerinnen und Mitschülern, Eltern, Verwandten und Freunden bestand, konnte sie ins Auge fassen. Das wollten die Maturanden dieses Jahr nicht. Sie hätten sich dabei wie «ausgestellt» gefühlt. Also sassen sie ganz bescheiden im Publikum. Sie traten nur vor, um sich selbst und in kurzen Worten das Thema ihrer Arbeit vorzustellen. Sehr sympathisch auch, dass sie immer auch ihre jeweiligen Betreuer und Koreferenten in die Vorstellung einbezogen. Denn das ist klar, nicht nur eine Maturaarbeit, fast jede Arbeit kann nur mit einem Team gelingen. Unsere Wirtschaft, die Art, wie wir Erfolg belohnen – alles dreht sich um den Einzelnen. Wie die Wissenschaftler der Social Physics jetzt nachweisen, was schon die Grossmutter wusste, hängt all unser Tun und Denken hochgradig von unsern Mitmenschen ab. Darauf hat in seinem Referat auch Prorektor Thomas Stamm aufmerksam gemacht, als er die Maturaarbeiten insgesamt würdigte. Er sprach vom Œuvre und von der Mühe und der Arbeit und den Seufzern, die eine Maturaarbeit hervorruft. Stamm erwähnte ausdrücklich «die Eltern und andere hilfreiche und geduldige Unterstützer» aus dem Umfeld der Verfasserinnen und Verfasser. Die beiden Preise der Naturforschenden Gesellschaft, gestiftet von der Cilag, gingen an Christian Baumann (Shuffling of Cards) und Felix Graule (Getränkeroboter), die Laudatio hielt Jakob Walter. Der Preis der Schaffhauser Platzbanken, überreicht von Andreas Liberato, ging an Robin Wuigk (Dok.-Film «Auf den Spuren des Wassers»). Die Preise des Historischen Vereins gingen an Brandon Huber (Nachwuchsförderung im Segelfliegen) und an Julien Sala (Venezuela nach Hugo Chávez). Die Laudatio hielt Peter Scheck. Die Preise der Schaffhauser Buchhandlung Fass und des Architekturbüros hofer.kick architekten gingen an Annina Napierala (Hans im Glück oder Warum Religion auch Atheisten glücklich machen kann) und an Lionel Trümpler (Novelle «Lehrzeit» oder Einstein in Schaffhausen und eine Reflexion über Novellen). Die Laudatio hielt Georg Freivogel.


**Auszeichnung – Die nominierten und die prämierten Arbeiten**

Fachbereich Sprachen
Annina Napierala: Hans im Glück oder Warum Religion auch Atheisten glücklich machen kann.*
Lionel Trümpler: Lehrzeit – Eine Novelle. Reflexion «Vom Verfassen einer historischen Novelle».*

Geistes- und Sozialwissenschaften
Brandon Huber: Nachwuchsförderung im Segelfliegen.*
Tobias Klauser: Die Entwicklung und Zukunft der sinoamerikanischen Beziehung im 21. Jahrhundert – Eskalation oder Kooperation?
Julien Sala: Das Vermächtnis von Hugo Chávez. Wie geht es weiter mit Venezuela?*

Naturwissenschaften und Mathematik
Luca Marchetti: Genetische Ursachen für den Grauen Star. Screening des Gens SLC16A12 von Kataraktpatienten.
Laura Tamagni: Xenotransplantation – Zukunft der Transplantationen.
Christian Baumann: Shuffling of Cards.* ?Felix Graule: Entwicklung eines Getränkeautomaten.*
Robin Wuigk: H2O Nordost. Eine Querschnitt-Reise durch die Schweiz auf den Spuren des Wassers.*

Kunst und Sport
Meret Mache: Kunst bewirkt.
Aleksandra Vasic: Psycho – Männer und Frauen.
Cleopatra Bollinger: Körperlichkeit. Weibliche Körper in der plastischen Kunst.

* Prämierte Arbeiten

#Allgemeines

22. Mai 2014 | Bis zu 30 Schüler pro Kantiklasse

Schaffhauser Nachrichten
(zge)

Auch in grossen Kantonsschulklassen mit 30 Schülerinnen und Schülern sind die Bildungschancen gewährleistet. Dies schreibt die Schaffhauser Kantonsregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Kantonsrätin Martina Munz (SP, Hallau). Hintergrund ist das Sparprogramm ESH3, welches unter anderem eine Reduktion der Anzahl Kantonsschulklassen vorsieht.
Die Regierung beruft sich auf empirische Studien, welche zeigten, dass die Leistung in Gymnasialklassen mit bis zu 30 Schülerinnen und Schülern nicht sinke. Insbesondere in der Probezeit sollten grössere Klassen zugelassen werden, schreibt die Regierung. So könne man die Alternative, die Einführung eines Numerus clausus, vermeiden. Es sei aber nicht so, dass die Klassen durchgehend im vollen Bestand unterrichtet würden: In ausgewählten Fächern (Laborunterricht, Bildnerisches Gestalten, aber auch Französisch) würden einzelne Klassen im Halbklassenunterricht geführt. Erfahrungsgemäss würde während der Probezeit jeder zehnte bis jeder fünfte Schüler wieder gehen, die grossen Klassen müssten also nicht bis zur Matura geführt werden, sagt die Regierung weiter. Falls die Abgängerquote tiefer sei, könne auf die zweite Klasse hin immer noch eine zusätzliche Klasse geführt werden.

#Allgemeines

22. Mai 2014 | Lehrreicher Tag im Grünen

Schaffhauser Nachrichten
von Daniel Jung

Löst man Harz von Bäumen in Alkohol auf, so lässt sich ein wirksames Desinfektionsmittel herstellen. Brot, Bier oder Antibiotika: All dies gäbe es ohne nützliche Pilze nicht. Und der Amerikaner Joseph Cox erfand die Kette der Kettensäge, nachdem er die Funktionsweise von Kiefern verschiedener Wald-Käfer studiert hatte.
All dies und noch viel mehr erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen der Kantonsschule Schaffhausen gestern am Posten von Martin Bolliger von der Fachstelle Naturschutz des Kantons Schaffhausen. «Natur-Inspirationen» lautete der Titel dieser einen von insgesamt fünf Stationen im Eschheimertal, welche die mehr als 160 Schülerinnen und Schüler im Laufe des Tages besuchten. Susanne Gatti, Leiterin des kantonalen Planungs- und Naturschutzamtes, sprach im Gelände über Fragen der Raumplanung. André Moritz, stellvertretender Forstmeister der Stadt Schaffhausen, erläuterte vor Ort die ökologischen Vernetzungsprojekte, wobei etwa mit Hecken verschiedene Lebensräume verbunden werden.

**Die Herkunft der «Unkenrufe»**
Herbert Billing, Leiter Naturschutz beim Kanton, sprach über Amphibien und ihre verletzliche, meist feuchte und teilweise giftige Haut. Er hatte in der Nacht zuvor für die Schüler unter anderem eine Kreuzkröte, einen Laubfrosch und einen Feuersalamander eingefangen. Vom Computer spielte Billing die eigentümlichen Laute der Gelbbauchunken ab und erklärte so die Herkunft des Begriffs «Unkenrufe». Er erwähnte auch, dass die in der Schweiz verloren gegangenen Lebensräume in Überschwemmungsgebieten von Flussläufen durch Biotope in Kiesgruben teilweise ersetzt werden können.

**Urwälder nachahmen**
Kantonsforstmeister Bruno Schmid sprach bei einem Waldspaziergang über das Prinzip des Dauerwalds. «Unser Ziel ist es, jeden Baum bis zur optimalen Dicke wachsen zu lassen», sagte er. Dies dauere bei Eichen etwa 130 Jahre – sechs Generationen von Förstern. Kahlschläge werden im Dauerwald vermieden. Ziel ist es, im bewirtschafteten Forst die natürliche Struktur von Urwäldern nachzuahmen. Zur Mittagspause grillierten die Biologielehrer, die den Tag der Ökologie organisiert hatten, am Eschheimerweiher Brat- und Vegiwürste. Die Stimmung unter den Schülern war ausgezeichnet. «Martin Bolliger gab uns viele praktische und fantasievolle Tipps, zum Beispiel welche Kräuter gegen Fieberbläschen helfen», sagte Amon Rether. «Uns macht es Spass, einen Tag nicht im Schulzimmer, sondern in der Natur zu verbringen», erklärten Nadine Schlatter und Michèle Fuhrer. «Das ist etwas Besonderes.»

#Allgemeines

20. Mai 2014 | Gelebte rumänische Gastfreundschaft

Schaffhauser Nachrichten
Von Linus Zimmermann und Julian Stoffel

Bahnhof Schaffhausen, vier Uhr morgens, den 22. April. An die 20 müde Gesichter verabschieden sich von ihren Eltern oder Partnern und steigen vollbepackt mit Reisegepäck und Gastgeschenken in einen Reisecar mit dem Ziel Flughafen Stuttgart. Noch glauben nicht alle, dass die lang ersehnte Reise ins Herzen Rumäniens, in die siebenbürgische Kulturstadt Schässburg, begonnen hat.
Man konnte die rumänischen Gäste aus dem Sommer 2013 nicht vergessen, waren diese Tage doch ein grossartiges Erlebnis. Umso mehr freut man sich jetzt, die «alten» rumänischen Bekannten zu treffen und weitere lebensfrohe und offene Gleichaltrige aus Osteuropa in ihrem Heimatland kennenlernen zu dürfen.

**Auch ein Bildungsaustausch**
Der Reise sind einige Vorbereitungstreffen jeweils am Samstagmorgen vorausgegangen, die einerseits eine gewisse Vorfreude verstärkten, uns andererseits das Land und die rumänische Kultur etwas näherbrachten. Dabei wurden wir von unseren Lehrern, selbst erfahrene Rumänienexperten, eingehend über wirtschaftliche, historische und sprachliche Aspekte des Landes informiert. Ganz im Sinne des Reiseprojektes sollte niemand vergessen, dass diese Reise auch ein Bildungsaustausch sein soll, ein Vorwissen also fast Bedingung war. Die neun erlebten Tage in der angeblichen Heimatstadt Draculas ergänzten dieses Vorwissen mit unvergesslichen Erlebnissen und bisher unvergleichlichen Erfahrungen. Von den weitläufigen rumänischen Landzügen und den massiven Karpaten bis zur Unesco-Weltkulturstadt Schässburg, vom Unterrichtsbesuch am örtlichen, deutschsprachigen Josef-Haltrich-Lyzeum bis zur hautnah miterlebten Familienkultur in der Gastfamilie, von der rumänischen Feinkost direkt ab Hof bis zur traditionellen Volksmusik, von der rumänischen Sightseeing-Tour im Traktorenanhänger bis zum Verkehrsmittel Nummer eins des Landes, dem Taxi – in weniger als zwei Wochen erhielten wir einen unglaublich breiten Eindruck eines Landes.

**Riesengrosse Gastfreundschaft**
Rumänien wird oft auch als das Armenhaus Europas bezeichnet, aber trifft dies nach unseren Erfahrungen wirklich zu? Eins liesse dies auf jeden Fall nicht vermuten, nämlich die riesengrosse Gastfreundschaft, mit der wir empfangen und die ganze Woche hindurch mit Köstlichkeiten verpflegt wurden. Vielen von uns gelang es kaum einmal, zum Beispiel ein Taxi selber zu zahlen oder sogar zu offerieren, obwohl dies für uns im Vergleich viel weniger gekostet hätte als für die Rumänen. Allerdings stellte diese Gastfreundschaft für viele Rumänen wohl doch eine grössere Belastung dar, als sie es zugeben wollten. Obwohl Schässburg zu den eher reicheren Gegenden in Rumänien gehört, auch weil die alte Burg vor allem im Sommer viele Touristen anzieht, haben die meisten Familien trotzdem Probleme, mit den meist sehr tiefen Löhnen durchzukommen.

**Kaum Perspektiven**
Die Hoffnung vieler ruht dabei auf ihren Kindern und deren Schulbildung, also auf unseren Gastschwestern und Gastbrüdern. Viele Junge, gerade auch am Josef-Haltrich-Lyzeum, sehen aber kaum Perspektiven in Rumänien und haben deshalb vor, mit ihrem Abitur und ihren Deutschkenntnissen einmal zum Beispiel in Deutschland oder Österreich zu studieren. Für viele liegen die Probleme Rumäniens in der Politik und vor allem bei den vielen korrupten Politikern, die gegen die Abwanderung der Jugendlichen, die eigentlich oft gut gebildet wären, nichts unternehmen wollen. Es gibt nur wenige, die in dieser Situation noch genug Stolz für ihr Land aufbringen können, um dort zu bleiben und zu versuchen, eine Stelle mit einem einigermassen genügenden Einkommen zu bekommen. An einigem sind die Rumänen aber auf jeden Fall nicht arm, nämlich an Offenheit, Gastfreundschaft und am Sinn dafür, wie man gut zusammen feiert. Davon, meinen wir, könnten wir in der Schweiz uns gut auch einmal eine Scheibe abschneiden. Wir sind der Kantonsschule Schaffhausen und den zuständigen Lehrern in der Schweiz und in Rumänien sehr dankbar dafür, dass sie uns die Teilnahme an diesem Projekt ermöglicht haben, und hoffen, dass noch viele Schüler nach uns diese Möglichkeit wahrnehmen können. Für uns war dieser Austausch eine wunderschöne, spannende und bereichernde Erfahrung, bei der wir die Möglichkeit hatten, viele neue Kontakte zu grossartigen Personen zu knüpfen und ein Land kennenzulernen, das uns, glauben wir, trotz unterschiedlichen Lebensumständen weniger fremd ist, als man dies meinen könnte.



Die Schülerinnen und Schüler des Austausches mit ihren Lehrkräften. Ganz links: Lieselotte Baier und Meda Pop (Schässburg) und Eric De Pizzol, Rebekka Argenton und Hans-Ruedi Dütsch (Schaffhausen).
Bild zvg

#Allgemeines

20. Mai 2014 | Hoher Fussballbesuch – 8. Commercia-Wirtschaftsdebatte

Schaffhauser Bock
Daniel Thüler

Auch bei der 8. Wirtschaftsdebatte konnte die Handelsschulverbindung Commercia Schaffhausen auf namhafte Gesprächsgäste zählen: Der derzeit weltweit wohl bekannteste Schaffhauser, ex-Chelsea-Trainer Roberto Di Matteo, sowie der einstige FCS-Coach Rolf Fringer (der auch Di Matteo trainierte) stellten sich den Fragen von Moderator Martin Schläpfer.
Da Di Matteo, der seinen Lebensmittelpunkt derzeit in England hat, nur selten öffentliche Auftritte in seiner Heimat hat, galt das Publikumsinteresse mehr seiner Person als dem eigentlichen Thema «Milliardengeschäft Fussball». Er sehe sich heute als Europäer: «Ich bin in Schaffhausen aufgewachsen, spielte in der italienischen Nationalmannschaft und feierte meine grössten Erfolge als Trainer und Spieler in England.» Dennoch sei er mit der Heimat emotional noch eng verbunden: «Es ist mein Wunsch, dass ich einmal auf dem Waldfriedhof bestattet werde», sagte er, was mit grossem Applaus quittiert wurde. Wohin es ihn nach seinem Engagement bei Chelsea, wo er mit seiner Mannschaft den FA Cup und die UEFA Champions League 2011/12 gewann, verschlägt, konnte (oder wollte) er noch nicht sagen.
In Schaffhausen schloss Roberto Di Matteo damals seine KV-Lehre mit der Note 5,2 ab – zur Erinnerung an den berühmten Schüler und als Vorbild für die künftigen Auszubildenden, wird ihm zu Ehren eine Tafel mit seinem Porträt am KV-Schulhaus angebracht.



Fussballtrainer Roberto Di Matteo (links) im Gespräch mit Martin Schläpfer.
Bilder: Daniel Thüler



Rolf Fringer erzählte unter anderem Anekdoten von Roberto Di Matteo aus der gemeinsamen Zeit beim FC Schaffhausen.



Roberto Di Matteo, flankiert von Martin Schläpfer und Hannes Germann, mit der Tafel, die künftig das KV-Schulhaus ziert.

#Notizen zu Namen

20. Mai 2014 | Gastronomie wird massiv benachteiligt – GastroSchaffhausen zur Volksinitiative «Schluss mit der Mehrwertsteuer-Diskriminierung!»

Schaffhauser Bock
(sb.)

Die Branchengrenzen zwischen Gastgewerbe und Detailhandel ver­schwinden immer mehr. Gastronomie findet heute jederzeit und überall statt: Nicht nur in konventionellen Restau­rants, sondern auch in Tankstellen­shops, an den heissen Theken von Supermärkten, bei Kiosken und Imbiss­wagen, in Metzgereien und Bäckereien.
Gegen den Wettbewerb in einem freien Markt ist nichts einzuwenden. Aller­dings muss gewährleistet sein, dass alle Anbieter gleich lange Spiesse haben! Bei der Mehrwertsteuer ist das leider nicht der Fall, denn der Detailhandel und der Take-away-Anbieter verfügen über einen staatlich verordneten Wettbe­werbsvorteil gegenüber dem Gastgewer­be. Speisen und alkoholfreie Getränke werden im Detailhandel mit 2,5 Prozent besteuert, während sie im Gastgewerbe einer mehr als dreimal höheren Besteue­rung von 8 Prozent unterliegen. Das ist ungerecht und wettbewerbsverzerrend. Zudem ist die Satzdifferenzierung auf­grund geänderter Lebensgewohnheiten nicht mehr zeitgemäss.
Die Volksinitiative «Schluss mit der Mehrwertsteuer-Diskriminierung des Gastgewerbes!» verlangt keine Privile­gien, sondern lediglich die Aufhebung dieser sehr stossenden Ungerechtigkeit. Es ist Aufgabe der Politik, die Höhe der einzelnen Steuersätze festzulegen. Die Initiative greift in diesen Prozess nicht ein. Sie will lediglich erreichen, dass verzehrfertige Speisen und alkoholfreie Getränke unabhängig von ihrem Ver­zehrort gleich besteuert werden. Dessen ungeachtet gibt es gute Gründe für einen tiefen Mehrwertsteuersatz.

**Klare Diskriminierung**
Das traditionelle, bediente Gastgewerbe auf der einen und Take-away-Betriebe sowie der Detailhandel (vorgekochte und verzehrbereite Produkte) auf der anderen Seite stehen im Lebensmittelbe­reich in direkter Konkurrenz zueinander. Obwohl sich diese Produkte bezüglich Verarbeitungsgrad kaum unterschei­den, dürfen sie von den Konkurrenten des Gastgewerbes zu einem reduzierten Steuersatz verrechnet werden: Eine Piz­za vom Take-away, ein Kaffee von der Tankstelle oder ein Sandwich vom Kiosk werden gegenüber den genau gleichen Produkten im Restaurant steuerlich massiv begünstigt. Es besteht also eine klare Diskriminierung des Gastgewerbes durch die unterschiedliche Besteuerung gleichartiger Verpflegungsleistungen.
Die mit der Diskriminierung verbundene Wettbewerbsverzerrung ist massgeblich und wurde auch von der Eidgenössischen Finanzkontrolle ganz klar bestätigt.

**Massive Auswirkungen**
Die Differenz der zu bezahlenden Mehr­wertsteuer zwischen Detailhandel res­pektive Take-away-Betrieben und Gast­gewerbe beträgt heute für die teilweise genau gleichen Produkte 5,5 Prozent­punkte. Da die Mehrwertsteuer den End­kunden belastet wird, zahlt der Gast 5,5 Prozentpunkte mehr Mehrwertsteuer.
Warum muss ein Take-away-Betrieb für einen Kaffee, der 4 Franken kostet, 10 Rappen Steuern abliefern und das Res­taurant für den genau gleichen Kaffee 32 Rappen? Warum muss der Gastwirt dreimal mehr Steuern bezahlen? Dies ist eine massive Wettbewerbsverzerrung: Ein Restaurateur mit einem durch­schnittlichen Umsatz bezahlt so Jahr für Jahr rund 30 000 Franken mehr Steu­ern als vergleichbare Konkurrenten.

**Besteuerungsgrundsätze verletzt**
Ein wichtiger Besteuerungsgrundsatz ist, dass Steuern nicht zu Wettbewerbs­verfälschungen zwischen Unterneh­men, Branchen und Regionen führen dürfen. Es muss unbedingt das Prin­zip der Wettbewerbsneutralität gelten. Zudem muss auch der Grundsatz der Steuergerechtigkeit Geltung haben. Die Steuerlast ist gerecht auf die Steuer­pflichtigen zu verteilen.
Satzdifferenzierungen greifen jedoch massiv in das Gefüge des freien Marktes ein. Indem der Konsum von Lebensmit­teln aus Take-away-Betrieben relativ zum Konsum von Speisen und alkohol­freien Getränken aus dem Gastgewerbe künstlich verbilligt wird, verändern sich die Gleichgewichte im Markt. In Folge kommt es zu unerwünschten Fehlallo­kationen.

**Berufliche Mobilität heute gross**
Die Satzdifferenzierung im Lebensmittel­bereich nach geltendem Recht orientiert sich an der überholten Unterscheidung zwischen Grundnahrungsmitteln einer­seits und einer Konsumation im Restau­rant als «Luxusvorgang» andererseits.
Dies ist jedoch längst nicht mehr zeitge­mäss: Die berufliche Mobilität führt dazu, dass 2012 54,4 Prozent aller Essensfälle ausser Haus über Mittag (in der Zeit zwi­schen 11 und 15 Uhr) angefallen sind. Für den überwiegenden Teil der Restaurant­besucher stellt dies nicht eine bewusst ge­wählte «Luxushandlung» dar, sondern sie sind darauf angewiesen, sich in der Nähe des Arbeitsplatzes auswärts zu verpflegen; man könnte beinahe von einem «Pflicht­konsum » sprechen. Umgekehrt sind heute im Detailhandel fertig zu- oder aufbereitete Speisen er­hältlich, welche die Qualifizierung als blosse Grundnahrungsmittel längst hin­ter sich gelassen haben. Es drängt sich daher auf, diese vergleichbaren Angebo­te unbesehen ihrer Herkunft auch gleich zu besteuern.
Es ist ungerecht, dass das Mittagsmenü in der Betriebskantine dreimal stärker besteuert wird als der Kaviar im Delika­tessengeschäft. Es ist nicht einsichtig, warum beispielsweise Kaviar steuerlich begünstigt wird, während das Tagesme­nü in der Betriebskantine einem dreimal höheren Steuersatz als dieses Luxusnah­rungsmittel unterliegt.

**Rollenbild hat sich geändert**
Haushalte mit einem Bruttoeinkommen von durchschnittlich 3244 Franken ge­ben 6,9 Prozent davon im Gastgewerbe aus. Reichere Haushalte mit 10494 Franken Bruttoeinkommen geben hin­gegen dafür nur 5,9 Prozent aus. Das bedeutet, dass einkommensschwächere Haushalte die Gastronomie im Verhält­nis praktisch gleich stark nutzen wie reichere Haushaltungen.
Die steuerliche Unterscheidung von Essen in den eigenen vier Wänden und im Restaurant geht von einem über­kommenen Rollenbild aus: Die Frau kocht daheim und der Mann arbeitet auswärts. Gemäss diesem Verständnis kommt der Ehemann zum Mittagessen nach Hause, im Restaurant wird nur an speziellen Ereignissen gegessen. Dass dieses Rollenbild veraltet ist, scheint klar zu sein. Die Verpflegung im Restaurant ist denn auch kein Luxusakt, sondern für den allergrössten Teil der Angestell­ten eine Notwendigkeit.

**Umweltpolitisch falsch**
Auch aus umweltpolitischen Gründen ist nicht nachvollziehbar, dass Fertig­gerichte gegenüber der Verpflegung in der Gastronomie vergünstigt werden. Während Fertiggerichte eine Unmenge an Abfall produzieren (Stichwort: Lit­tering), wird in Restaurants Mehrweg­geschirr verwendet, und die Nahrungs­mittel stammen aus abfallmindernden Grosspackungen.


**Tomislav Babic zum neuen Gastropräsidenten gewählt**

(sb.) Gestern Nachmittag im Hotel Son­ne in Beringen wählten die Anwesen­den an der Generalversammlung von Gastro Schaffhausen Tomislav Babic zum neuen Präsidenten. Er übernimmt damit die Nachfolge von Gertrud Neu­komm. Ihren Rücktritt hat sie bereits vor einem Jahr angekündigt. Zwei Jahre lang war Gertrud Neukomm als Interimspräsidentin im Amt. Zuvor hat sie bereits einige Jahre als Präsidentin der Sektion Klettgau und anschliessend als Kassierin und Aktuarin von Gastro Schaffhausen im Vorstand mitgearbei­tet. Es sei vor zwei Jahren kein einfacher Anfang als Präsidentin gewesen, aber ein intensiver Austausch mit den neuen Vorstandsmitgliedern habe sie rasch nä­her zusammengebracht. Der Vorstand konnte immer als geschlossenes Gremi­um auftreten. Nach relativ kurzer Zeit begann der Vorstand mit der Umsetzung der ersten Projekte wie der Erstellung einer neuen informativen Homepage (www.gastrosh.ch), dem Aufbau von Dienstleistungsangeboten für die Mit­glieder und mit der Kontaktpflege mit zuständigen Behörden und Partnern. Auch die Mitarbeit und Zusammenar­beit mit GastroSuisse und den übrigen Kantonalverbänden sei anspruchsvoll und intensiv gewesen, so Gertrud Neukomm. Sie konnte in der Zeit als Präsidentin viele gute Kontakte pflegen und neue Freunde gewinnen. Darüber sei sie sehr glücklich. Jetzt freut sie sich auf mehr Zeit für sich selbst, für ihre Familie und ihre Enkel. Nun übernimmt Tomislav Babic das Zepter von Gastro Schaffhausen. Seine Wahl durch die Mitglieder interpretiert er in erster Linie als Erwartung an den Gesamtvorstand für weitere positive Veränderungen im Verband. Entsprechend werde er sich in seiner Amtsperiode dafür einsetzen, das Image der Branche in der Öffentlichkeit weiter zu verbessern. Auf lokalem Ni­veau will Tomislav Babic nach Wegen suchen, um die Politiker weiterhin und intensiv auf die Verschlechterung der Rahmenbedingungen für das Gewerbe aufmerksam zu machen. Er werde alles daran setzen, die Mitglieder für den gewaltigen Investitionsnachholbedarf zu motivieren. Dieser Nachholbedarf sei unter anderem auf die Zurückhaltung der Banken während der vergangenen zwei Jahrzehnte bei der Vergabe von Krediten zurückzuführen.



Der Vorstand von Gastro Schaffhausen: Andre Götti, Renato Pedroncelli, Peter Welter, Car­men Trüeb, die abtretende Präsidentin Gertrud Neukomm sowie der neugewählte Präsident Tomislav Babic.
Bild: zVg

#Alt-Scaphusia

19. Mai 2014 | Walter Roost olim Kabel

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Walter Roost olim Kabel
Dipl. Masch. Ing. ETH
Generation 1945

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Beisetzung fand am 13. Mai 2014 in Rancho Bernardo, San Diego statt.

Die studentische Totenehrung wird am Mittwoch, 18. Juni 2014, um 20.00 Uhr im Verbindungslokal stattfinden.

#Allgemeines

15. Mai 2014 | Das Ringen um ein gutes Verhältnis Schweiz–EU

Schaffhauser Nachrichten
von Katja Meierund Mark Liebenberg

Anlässlich des Europatags besuchten am Dienstagabend der slowakische Botschafter, Ján Foltín, und Hannes Germann, Präsident des Ständerats, die Kantonsschule Schaffhausen.
Schwerpunkt des Abends war die Europa-Debatte nach dem 9. Februar. Foltin war sozusagen als Vertreter der Europäischen Union eingeladen worden und versuchte, den Schülerinnen und Schülern der dritten und vierten Klassen der Kanti die EU ein bisschen verständlicher zu machen.

**Für die Slowakei attraktives Modell**
Zu Beginn stellte Foltín die Slowakei vor und hob auch immer wieder das gute Verhältnis zwischen der Slowakei und der Schweiz und deren Ähnlichkeiten hervor. Ausserdem erklärte er den jungen Schülern, was genau die EU eigentlich ist, aus welchen Gründen die Slowakei 2004 EU-Mitglied wurde – und was dies dem Land seither für Vorteile bringt. Er betonte aber ausdrücklich: «Mein Ziel ist es nicht, überzeugte Europäer aus Ihnen zu machen.» Umso wichtiger sei ihm, dass auch die jungen Leute in der Schweiz die Europäische Union besser kennenlernten. Kein Hehl machte Foltín jedoch aus seinem Ärger über den Kroatien-Entscheid des Bundesrats: «Die Schweiz kann nicht ein EU-Mitglied anders behandeln als die anderen – das können wir nie akzeptieren!» Hannes Germann machte die Schüler darauf aufmerksam, dass die Schweiz von der Europäischen Union geografisch sozusagen «heftig umarmt» wird. Auch wenn das Verhältnis EU–Schweiz seit der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative vom 9. Februar gelitten habe, sei die Schweiz dennoch einer der verlässlichsten Partner und neben den USA der wichtigste Investor der EU. «Und genau deshalb liegt mir sehr viel daran, dass die Schweiz und die EU ein gutes Verhältnis haben und eine friedliche Zukunft planen können», so Germann. «Die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative hat eingeschlagen wie eine Bombe», sagte Germann. Man sei aber dabei, die Auswirkungen zu diskutieren und geeignete Lösungen zu finden. Aber Germann fand der EU gegenüber auch kritische Töne, vor allem zum Währungssystem und zu den aus Schweizer Optik oft unangenehm an Weltmachtrhetorik erinnernden Verlautbarungen von EU-Funktionären. «Nach den Europawahlen in zwei Wochen wird in der EU hoffentlich wieder Vernunft einkehren», hofft Germann. Schliesslich waren die Schülerinnen und Schüler an der Reihe und richteten ihre in den Wochen zuvor in Arbeitsgruppen vorbereiteten Fragen an Foltin und Germann. Ob das EU-Parlament in Zukunft eine ernster zu nehmende Rolle spielen werde und was ein Triumph von EU-kritischen Parteien bei der Europawahl Ende Mai bedeuten würde. «Die Radikalen haben keine Wunderlösungen», meinte Foltín und ist sich sicher, dass die Wähler dies schnell merkten. Auch ganz grundsätzliche Fragen kamen nun ins Spiel. Wie viel Ausdehnung erträgt die Europäische Union überhaupt? Wie kann man in Zukunft verhindern, dass die Verschuldung einzelner Staaten den ganzen Kontinent in die Krise stürzt? Der meistens angesprochene Foltín stand Rede und Antwort. Auf die Frage eines Schülers, ob das Zusammenfügen unterschiedlicher Nationen, die jede ihre eigene kulturelle Identität besitzt, sinnvoll ist, antwortete der slowakische Botschafter: «Die EU zwingt die Staaten nicht zum Beitritt.» Und zeigte dies am Beispiel der Slowakei. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Anfang der Neunzigerjahre war die EU für die Slowaken ein attraktives Modell. Die jungen Leute wollten reisen, ein Studium im Ausland und eine funktionierende Wirtschaft. Die Europäische Union ermöglichte dies der Slowakei. «Vergessen Sie nicht, dass die EU ursprünglich als Friedensprojekt gegründet wurde», warnt Foltín die Schüler, «jeder Staat kann selber entscheiden, ob er ein Mitgliedsland der EU sein will oder nicht.» Und auch die Sorge um das für dieses Jahr ausgesetzte Erasmus-Studentenaustauschprogramm und die Forschungszusammenarbeit umtrieb die angehenden Akademiker. Beide Politiker gaben Entwarnung: Zwar sei das Programm derzeit sistiert, aber weder die EU noch die Schweiz hätten ein Interesse daran, dass dies so bleibe.