#Allgemeines

25. März 2014 | 36 Pfostenbesitzern droht der Entzug

Schaffhauser Nachrichten
von Robin Blanck

Meist kurz vor Ostern geht es los: An zwei bis drei Wochenenden wird geschliffen, gebürstet, gemalt, dann kommen die Weidlinge ins Wasser an den Pfosten. Für 36 Personen mit einem Liegeplatz auf Stadtgebiet könnte sich diese Frage künftig nicht mehr stellen: Denkbar ist, dass ihnen der Pfosten entzogen wird. Grund: Derzeit läuft wie bereits berichtet die Vernehmlassung für die Umsetzung des Postulats «Mehr Rhein für Schaffhausen». Der Stadtrat präsentiert dabei verschiedene Vorschläge, die an einem Treffen mit interessierten Kreisen am meisten Akzeptanz erhielten, unter anderem die Bevorzugung von Kantonsbewohnern bei der Vergabe der so heiss begehrten Pfosten. Im Fragebogen heisst es zu diesem Punkt: «Bei der Pfostenvergabe werden Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Kanton Schaffhausen bevorzugt. Auswärtigen oder Weggezogenen wird der Pfosten entzogen, beziehungsweise diese haben kein Anrecht auf einen Pfosten.»

**Regelung bereits erprobt**
Wie die Verwaltungspolizei auf Anfrage erklärt, finden sich unter den 278 Inhabern eines Liegeplatzes 36 (13 Prozent) mit ausserkantonalem Wohnsitz, wobei sowohl Zürcher Gemeinden aus der näheren Umgebung auftauchen als auch Adressen in der Romandie, im Bündnerland oder in der Innerschweiz. «Diese Regelung wurde in Büsingen, in Stein am Rhein und weiteren Gemeinden am Bodensee eingeführt», sagt Simon Stocker, der als Sicherheitsreferent für diesen Bereich zuständig ist. Für die betroffenen Bootsbesitzer würde das den Verlust des Pfostens bedeuten – «hier wäre eine Übergangsfrist von mehreren Jahren denkbar», sagt Stocker, dem bewusst ist, dass eine Rückforderung ein vergleichsweise starker Eingriff wäre, weshalb er den Weg über eine Vernehmlassung gewählt hat. Das Reglement über die Vergabe der Liegeplätze könnte der Stadtrat grundsätzlich in eigener Kompetenz anpassen, dennoch möchte er zuerst die Stellungnahmen der betroffenen Kreise zu diesem heiklen Vorgehen einholen. Diskutiert worden sei eine Beschränkung des Anwärterkreises auf Einwohner der Stadt Schaffhausen, davon ist man aber rasch wieder abgekommen, zumal das Schaffhauser Obergericht eine solche Regelung 1988 in einem zentralen Urteil zum Pfosten-Streit aus dem Reglement gestrichen hatte. Die Einwohnerbevorzugung hätte sicher auch starken Einfluss auf die Länge der Wartelisten und damit die Wartezeit: 118 Personen, die auf einen Liegeplatz für ihr Wasserfahrzeug warten, würden unabhängig vom derzeitigen Listenplatz auf einen Schlag gestrichen und die Länge der Warteliste würde von aktuell 638 Personen auf 520 schrumpfen. Nebst Anpassungen am Reglement wurden auch andere Ideen eingebracht, etwa die Schaffung einer dritten Reihe von Pfosten oder eines Weidlingshafens. «Diesen Vorschlägen stehen entweder rechtliche oder finanzielle Probleme entgegen», gibt Stocker zu bedenken. Er ruft die Grundidee nochmals in Erinnerung: «Wir wollen die Benützung der einzelnen Pfosten respektive der dort angebundenen Weidlinge erhöhen.»

**Rasche Verbesserung**
Die Frage der Erblichkeit wurde in den Debatten ebenfalls tangiert, «daran wollten wir noch nicht rütteln», sagt Stocker, zumal es Familien gebe, welche ihren Weidling schon seit Generationen intensiv nutzten, und ein strenges Verbot der Pfostenweitergabe innerhalb der Familie einen schweren Eingriff dargestellt hätte. «Wir wollten zuerst dort ansetzen, wo eine schnelle Verbesserung der Situation erzielt werden kann», sagt Stocker. Aber die Regelung werde man im Gesamtstadtrat nochmals besprechen müssen. Jetzt sind aber zuerst die zur Vernehmlassung eingeladenen Gruppen dran und müssen sich bis Ende März zu den Ideen äussern.


**Mehr Rhein: Das Postulat Hardmeier**

Im November 2012 wurde vom Grossen Stadtrat ein Postulat mit dem Titel «Mehr Rhein für Schaffhausen» von Till Hardmeier (JFSH) überwiesen, um den langen Wartezeiten auf Pfosten respektive der eingeschränkten Zugänglichkeit des Rheins mit Wasserfahrzeugen entgegenzuwirken. Ab Juli 2013 wurde als erste Massnahme ein Weidling zur Miete angeboten. Im August fand ein Treffen der interessierten Kreise mit der Stadt statt, dabei kristallisierten sich mehrere Ideen heraus, die nun in einer Vernehmlassung genauer geprüft werden. Zur Stellungnahme eingeladen wurden der Boots-Club, die Pontoniere Schaffhausen, der Kanu-Club, der Fischereiverein Schaffhausen und die Parteien. (rob)

#Allgemeines

24. März 2014 | Keine Bestrafung reiner Männervereine

Neue Zürcher Zeitung, E-Paper
fon.

Universitäten sind Orte, an denen politische Korrektheit grossgeschrieben wird. Da passt eine Studentenverbindung, die einzig Männer aufnimmt, schlecht hinein. Das hat die Waadtländer Sektion der Zofingia erfahren. Die Universität Lausanne hatte dem Zofingerverein 2011 die Anerkennung als universitäre Vereinigung entzogen; dieser Status ist mit gewissen Vorteilen verbunden, etwa der Benutzung von Uni-Räumlichkeiten. Die Verantwortlichen begründeten dies damit, dass die Universität verpflichtet sei, die Gleichheit von Mann und Frau zu fördern, und die Zofingia dem nicht entspreche. Das Waadtländer Kantonsgericht schloss sich dem nicht an und hiess eine Beschwerde der Zofinger gut. Das Bundesgericht hat dieses Urteil in einer öffentlichen Sitzung bestätigt.
Unbestritten war, dass die Zofingia als privater Verein das Recht hat, nur Männer aufzunehmen. Hingegen war man sich innerhalb der II. Öffentlich-rechtlichen Kammer nicht einig, ob die Universität, die als staatliche Institution an die Gleichstellung der Geschlechter gebunden ist, für eine solche Assoziation Leistungen erbringen muss. Eine Minderheit wollte dies der Uni nicht zumuten. Die Mehrheit erkannte in der Nichtanerkennung aber einen indirekten Druck auf die Vereinsfreiheit und warnte davor, dass nicht nur die Zofinger, sondern auch andere, nicht gemischte Vereine, etwa Klubs schwuler Studenten, diesfalls keine Leistungen mehr erhielten. Auch hiess es, dass der Ausschluss der Zofingia für die Frauen keinen grossen Nachteil darstelle.

(Siehe auch nachfolgende Medienmitteilung des Bundesgerichts zum Urteil 2C_421/2013)



Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

CH-1000 Lausanne 14
Korrespondenznummer 11.5.2/06_2014
Lausanne, 21. März 2014

*Medienmitteilung des Bundesgerichts*

Urteil vom 21. März 2014 (2C_421/2013)
**Zofingia behält Status einer universitären Vereinigung**

*Die nur Männern zugängliche Studentenverbindung Zofingia behält ihre Anerkennung als universitäre Vereinigung der Universität Lausanne. Das Bundesgericht weist die Beschwerde der Universität ab. Gemäss dem Urteil muss die verfassungsmässig garantierte Gleichberechtigung von Frau und Mann in den Hintergrund treten.*

Die Waadtländer Sektion des Schweizerischen Zofingervereins war von der Universität Lausanne 1994 als universitäre Vereinigung anerkannt worden. Dieser Status ist mit gewissen Privilegien verbunden. Anerkannte Gruppierungen dürfen Räumlichkeiten der Universität für Versammlungen nutzen und können sich auf der Internetseite der Universität präsentieren. 2011 entschied die Universität, der Zofingia die Anerkennung zu entziehen. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass die Studentenverbindung nur Männer als Mitglieder aufnimmt, die Universität gemäss ihrer Charta aber verpflichtet sei, die Gleichheit von Frau und Mann zu fördern. Das Kantonsgericht des Kantons Waadt hob den Ausschluss 2013 auf. Die Universität gelangte ans Bundesgericht.
Die II. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts weist die Beschwerde der Universität in ihrer Beratung vom Freitag ab. Gemäss dem Urteil hat die Zofingia als privater Verein das Recht, frei darüber zu bestimmen, wer bei ihr Mitglied sein darf. Ihr Entscheid, Frauen nicht aufzunehmen, kann sich auf das Grundrecht der Vereinigungsfreiheit stützen. Gleichzeitig garantiert zwar Artikel 8 der Bundesverfassung die Gleichberechtigung von Frau und Mann. In der konkret vorliegenden Kollision von Grundrechten muss die Garantie der Gleichberechtigung in den Hintergrund treten.

Kontakt: Peter Josi, Medienbeauftragter
Tel. +41 (0)21 318 97 16; Fax +41 (0)21 323 37 00
E-Mail: presse@bger.ch
Hinweis: Das Urteil wird nach Vorliegen der schriftlichen Begründung auf unserer Webseite www.bger.ch / “Rechtsprechung (gratis)” / “Weitere Urteile ab 2000” veröffentlicht werden (im Suchfeld die Urteilsreferenz 2C_421/2013 eingeben). Wann die schriftliche Begründung vorliegen wird, ist noch nicht bekannt.



Siehe auch weitere Artikel zu diesem Thema:

Denis Masmejan: Sociétés d’étudiants masculines: l’Université de Lausanne désavouée; Le Temps, 22.03.2014

(sda): Bundesgericht entscheidet: Zofingia-Studenten dürfen weiter auf Frauen verzichten; Aargauer Zeitung, 21.03.2014

Mathieu Signorell: Contre l’avis de l’UNIL, Zofingue peut rester un club pour hommes; Le Temps, 09.04.2010

Suzette Sandoz: Knaben dürfen unter sich sein; Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2008

#Allgemeines

22. März 2014 | Sociétés d’étudiants masculines: l’Université de Lausanne désavouée

Le Temps
Denis Masmejan

La tradition est sauve. La société d’étudiants de Zofingue n’aura pas à admettre les femmes pour continuer à bénéficier du statut d’association reconnue par l’Université de Lausanne.
De justesse, par 3 voix contre 2, le Tribunal fédéral a donné gain de cause vendredi à la section vaudoise de la vénérable corporation d’étudiants fondée en 1820, toujours exclusivement masculine après bientôt deux siècles d’existence. Au terme de longues délibérations, les juges ont confirmé la décision favorable à Zofingue déjà prise par le Tribunal cantonal vaudois et ont rejeté le recours de l’Université. Celle-ci jugeait les statuts de la société d’étudiants incompatibles avec les valeurs d’égalité entre les sexes promues par l’Université, et par voie de conséquence lui refusait la reconnaissance en tant qu’association universitaire.
Ce jugement fera jurisprudence pour les quelques autres associations d’étudiants encore exclusivement masculines. A commencer par Helvetia – issue d’une scission au sein de Zofingue en 1832 –, dont le statut est également à l’examen auprès de l’Université.
Au-delà de sa dimension symbolique – et fortement controversée au sein de la cour elle-même –, la décision du Tribunal fédéral ne devrait avoir que «des enjeux minimes», a confié à l’issue de l’audience la responsable du service juridique de l’Université, Martine Ray-Suillot. En effet, la qualité d’association reconnue par l’Université ne confère que des menus avantages, tels que l’accès à un local, une présence lors de la journée de présentation des nouveaux étudiants ou l’utilisation des espaces publicitaires.
Avocat de la société d’étudiants, Philippe Dal Col, lui-même «vieux Zofingien», se garde de tout triomphalisme. «Nous sommes évidemment satisfaits, mais notre but est de maintenir de bonnes relations avec l’Université. Celle-ci doit maintenant accepter la diversité», confie-t-il, non sans reconnaître que la question de l’admission des femmes revient souvent au sein de l’association.
«Cette décision donne une image bien peu progressiste du Tribunal fédéral», a déploré la juge fédérale Florence Aubry Girardin. Chargée de présenter une proposition à ses collègues, elle s’exprimait en premier. Dès lors que l’enjeu de la reconnaissance par l’Université consiste, pour l’entité concernée, à bénéficier de certains avantages, «je ne vois pas pourquoi l’Université ne pourrait pas refuser de les fournir à des associations qui ne respectent pas l’égalité entre les hommes et les femmes».
Pour la majorité des juges, au contraire, la liberté d’association doit l’emporter sur le souci de l’Université, certes compréhensible, de n’accorder une reconnaissance officielle qu’à des associations partageant les valeurs qu’elle entend promouvoir.
Etablissant un parallèle avec les problèmes juridiques que pose la mise à disposition d’espace d’affichage sur le domaine public, le président de la cour, Andreas Zünd, a souligné qu’en tant qu’organe étatique, l’Université est aussi tenue par l’égalité de traitement. «Elle n’a pas le droit de préférer certaines associations à d’autres.» On peut imaginer une association universitaire ouverte aux femmes seulement, ou aux homosexuels, a ajouté un autre juge.
Le verdict réjouit Olivier Meuwly. «Quelle bonne nouvelle!» réagit l’historien et juriste, auteur d’un ouvrage sur les sociétés d’étudiants. Pour lui, il est bon que la liberté d’association l’ait emporté sans être «embourbée dans la morale». Mais pourquoi donc certaines sociétés d’étudiants persistent-elles à ne pas vouloir s’ouvrir aux femmes? «Il n’y a pas d’autre argument que la tradition, répond Olivier Meuwly. Ces sociétés sont nées à une époque où l’université était exclusivement masculine.» Dans les années 1970, des sociétés telles Stella ont admis les femmes afin d’élargir le recrutement.

Audience publique du 21 mars 2014 dans la cause 2C – 421/2013.

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21. März 2014 | Bundesgericht entscheidet: Zofingia-Studenten dürfen weiter auf Frauen verzichten

Aargauer Zeitung
(sda)

Die Waadtländer Sektion der Studentenverbindung Zofingia ist im Jahre 1994 von der Universität Lausanne als universitäre Vereinigung anerkannt worden.
Eine Studentenverbindung ist ein Verband von Studenten, die Brauchtüme und Traditionen pflegt.
Die nur Männern zugängliche Studentenverbindung Zofingia behält ihre Anerkennung als universitäre Vereinigung der Universität Lausanne. Das Bundesgericht wies die Beschwerde der Universität am Freitag ab. Gemäss dem Urteil muss die verfassungsmässig garantierte Gleichberechtigung von Frau und Mann in den Hintergrund treten.
Die 1820 gegründete Studentenvereinigung Zofingia ist bis heute ein ausschliesslicher Männerklub. 1994 wurde die Waadtländer Sektion des Schweizerischen Zofingervereins von der Universität Lausanne zunächst trotzdem als universitäre Vereinigung anerkannt.
Dieser Status ist mit gewissen Privilegien verbunden. Anerkannte Gruppierungen dürfen Räumlichkeiten der Universität für Versammlungen nutzen und können sich auf der Internetseite der Universität präsentieren.

**Anerkennung wurde 2011 entzogen**
2011 entschied die Universität, der Zofingia die Anerkennung zu entziehen. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass die Studentenverbindung nur Männer als Mitglieder aufnimmt, die Universität gemäss ihrer Charta aber verpflichtet sei, die Gleichheit von Frau und Mann zu fördern.
Das Kantonsgericht des Kantons Waadt hob den Ausschluss 2013 auf. Die Universität gelangte darauf ans Bundesgericht. Die II. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts wies die Beschwerde der Universität in ihrer öffentlichen Beratung vom Freitag im Verhältnis von drei zu zwei ab.

**Zofingia kann selber bestimmen**
Gemäss dem Urteil hat die Zofingia als privater Verein das Recht, frei darüber zu bestimmen, wer bei ihr Mitglied sein darf. Ihr Entscheid, Frauen nicht aufzunehmen, könne sich auf das Grundrecht der Vereinigungsfreiheit stützen.
Gleichzeitig garantiert zwar Artikel 8 der Bundesverfassung die Gleichberechtigung von Frau und Mann. In der konkret vorliegenden Kollision von Grundrechten muss laut Bundesgericht aber die Garantie der Gleichberechtigung in den Hintergrund treten.

**«Wenig fortschrittliches» Bild gezeigt**
Es sei berechtigt, der Vereinigungsfreiheit den Vorzug zu geben, seien doch die Vorteile, welche die Universität den Vereinsmitgliedern bieten würden, sehr gering, sagte einer der Richter. Ausserdem existierten zahlreiche Vereine, die nicht beiden Geschlechtern offen stünden, seien es Männerchöre oder Organisationen von lesbischen Frauen, wurde weiter argumentiert.
Nicht einverstanden mit diesen Argumenten zeigten sich die beiden unterlegenen Richter, darunter die Bundesrichterin Florence Aubry Girardin. In ihren Augen muss eine Universität die Freiheit haben, eine Vereinigung nicht zu anerkennen, welche Frauen den Zugang verweigert.
Die Ablehnung des Rekurses verletzte die Autonomie der Universität Lausanne. «Mit diesem Entscheid zeigt man ein wenig fortschrittliches Bild des Bundesgerichts», bedauerte Aubry Girardin.

#Allgemeines

20. März 2014 | Wiffen-Prototyp im Rhein verankert

Schaffhauser Nachrichten
von Fiona Tinner

Nun steht sie, die neuartige Wiffe. Sie soll zukünftig der Unfallgefahr auf dem Rhein entgegenwirken (siehe SN vom Samstag). Am Dienstag wurde der Pfosten aus Stahl senkrecht in den Rhein gerammt. «Dies hat reibungslos funktioniert», sagte Roland Schwarz, Gewässeraufseher des Tiefbauamts des Kantons Schaffhausen. «Anfangs hatten wir Bedenken, denn die neue Wiffe ist nicht mehr aus Holz, sondern aus Stahl.» Dies hätte Probleme beim Hineinrammen in den Untergrund verursachen können. Hat es aber nicht. Die Initianten sind erleichtert.

**«Genug Hindernisse im Rhein»**
Die neue Wiffe ersetzt eine alte beim Campingplatz Schupfen. «Wir wollten keinen zusätzlichen Pfahl einpferchen», erklärt Schwarz. «Hindernisse hat es schon genug im Rhein.» Der Standort für die neuartige Wiffe musste genug Strömungsgeschwindigkeit aufweisen, damit die Standhaftigkeit der Wiffe getestet werden konnte. Das neue Schifffahrtszeichen hat einen drehbaren Schwimmkörper, an dem die kollidierten Fahrzeuge nicht mehr hängen bleiben, sondern von dem sie abgewiesen werden sollen.

**Ein Jahr Versuchsphase**
Ob der Prototyp sich bewährt hat und ob mehr solche Wiffen aufgestellt werden sollen, wird in einem Jahr entschieden. «Die Polizei wird einige Anfahrversuche durchführen», sagt Schwarz. «Wir werden auch beobachten, ob der Schwimmkörper sich nach einem Jahr noch dreht.» Man müsse zum Schluss alles nochmals beurteilen «um sicherzustellen, dass die neuartigen Wiffen sich auch wirklich lohnen», sagt Schwarz.

**Neue Wiffe nicht ohne Grund**
Kollisionen zwischen Schiffen, Schlauchbooten, Schwimmern und Wiffen sind nicht selten und haben in einzelnen Fällen zum Tod geführt. Das Ziel der Erhöhung der Sicherheit ist also nicht ohne Grund. Das kantonale Tiefbauamt suchte nach einer entsprechenden Lösung. Diese liess daraufhin die Studierenden der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) Ideen dazu konzipieren. Eine Variante wurde von lokalen Ingenieuren und Metallbauern weiterentwickelt und steht heute als Prototyp im Rhein. Der Versuch wurde in Zusammenarbeit mit den zuständigen Thurgauer und deutschen Behörden, wie auch der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) gestartet. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 35 000 Franken.



Das Rammschiff «Bär» vom Landratsamt Konstanz keilte die neue Wiffe im Bereich «Schupfen» senkrecht ein. Die alte Wiffe liess sich leicht herausziehen.


Die neuartige Wiffe ist aus Stahl anstatt aus Holz.
Bilder zvg

#Notizen zu Namen

15. März 2014 | «Naturwissenschaften liefern Antworten, die zu neuen Fragen führen»

Berner Zeitung, Einsteiger
Interview und Bild: Rolf Marti

**Der Philosoph Ludwig Hasler hat vor zwei Jahren vor Berner Gymnasiallehrpersonen gesagt, das Gymnasium sei weltfremd. Es fokussiere auf Schöngeistiges und vernachlässige naturwissenschaftliche Bildung. Einverstanden?**
*Küng*
Die Gymnasien stehen zwar im Ruf, abgehoben zu sein – aber in Bezug auf das Gymnasium Neufeld teile ich diese Auffassung nicht. Naturwissenschaftliche Bildung hat bei uns grosses Gewicht und eine lange Tradition.
*Lorenzetti*
Auch ich widerspreche Herrn Hasler. Die Gymnasien vernachlässigen weder natur- noch geisteswissenschaftliche Bildung. Sie pflegen beides.

**Tatsache ist: Viele Jugendliche meiden nach Möglichkeit Mathematik, Physik und Co. Offenbar sind naturwissenschaftliche Fächer – salopp ausgedrückt – nicht sexy.**
*Küng*
Das ist zu allgemein. Chemie und Biologie sind Boom-Fächer am Gymnasium, Physik und Anwendungen der Mathematik haben konstanten Zulauf. Aber sicher werden die Fächer als anspruchsvoll wahrgenommen …
*Lorenzetti*
… was aber nicht heisst, dass sie nicht sexy sind. Nur muss man das Feuer dafür – wie für alle anderen naturwissenschaftlichen Fächer – bereits in der Volksschule entfachen. Zudem ist es durchaus sexy, wenn man eine Formel versteht und nicht nur aufsagen kann.

**Was tun Ihre beiden Gymnasien, damit es in der Schweiz wieder mehr Ingenieure, Informatikerinnen, Chemiker, Physikerinnen usw. gibt? Wie werden allfällige Berührungsängste zu Mathematik und Physik abgebaut?**
*Küng*
Wir gehen im Unterricht vom Phänomen aus und versuchen, dieses mit naturwissenschaftlichen Modellen zu erklären. Die geschickte Themenwahl erlaubt die praktische Anwendung in der Laborsituation. Beispielsweise färben wir Wolle nach alten Methoden in grossen Färberkesseln, synthetisieren selber Farbstoffe und diskutieren diese quantenchemisch. Das macht Naturwissenschaften lebensnaher und interessanter als die alleinige Fokussierung auf Messbares und Berechenbares. Naturwissenschaftliche Bildung als Abenteuer. Es bleibt aber dabei: Wer Ingenieur werden will, muss irgendeinmal Freude an Zahlen haben.
*Lorenzetti*
Berührungsängste versuchen wir zudem durch positive Erlebnisse abzubauen. So pflegen wir eine Vortragsreihe mit Jungwissenschaftler/-innen, die über ihre Forschungsthemen erzählen. Oder wir besuchen Forschungszentren und sprechen mit den Fachleuten. Dank solchen Sonderveranstaltungen sowie Praktika und Freifächern im MINT-Bereich wird naturwissenschaftliche Bildung fassbar.

**An einigen Berner Gymnasien wird seit zwei Jahren mit einer Offensive versucht, mehr Jugendliche für MINT zu begeistern (Kasten). Beteiligen sich auch die Gymnasien Neufeld und Kirchenfeld daran?**
*Lorenzetti*
Wir begrüssen, dass die anderen Gymnasien den MINT-Themen mehr Gewicht geben. So kommen mehr Schüler/-innen damit in Kontakt. Wir haben eine andere Tradition: Bei uns gehört MINT seit jeher zum Kerngeschäft. Wir sind traditionelle MINT-Gymnasien und haben viel Erfahrung damit, junge Frauen und Männer mit naturwissenschaftlichem Interesse zur Hochschulreife zu begleiten.
*Küng*
Richtig, und dies mit guten Ergebnissen. Wir führen Klassen mit Schülern/-innen, die ausschliesslich naturwissenschaftliche Schwerpunktfächer belegen. Dies erlaubt es uns, auch in anderen Fächern auf die naturwissenschaftlichen Interessen unserer Schüler/-innen einzugehen.

**Damit sprechen Sie Jugendliche an, die sowieso schon MINT-begeistert sind. Wie holen Sie die Skeptiker/-innen ab, die sich beim Eintritt ins Gymnasium für einen Schwerpunkt entscheiden müssen?**
*Lorenzetti*
Wir versuchen, bei Jugendlichen und Eltern Vorurteile abzubauen. Die Schüler/-innen unserer Abteilungen haben beispielsweise mehr Lektionen Mathematik als andere und können sich so vertieft mit der anspruchsvollen Materie befassen.
*Küng*
Volksschüler/-innen bauen ihre Ängste am besten ab, indem sie uns besuchen. An unseren Gymnasien kann man sich jederzeit für einen halb- oder ganztägigen Besuch anmelden und sich begeistern lassen.

**Ein kurzer Werbeslogan zum Schluss: Wieso ist MINT-Unterricht interessant?**
*Lorenzetti*
Naturwissenschaften liefern Antworten, die zu neuen Fragen führen.
*Küng*
MINT fördert die Kultur des Nachdenkens, die Lust am Abenteuer Lernen.


**MINT-Offensive**

Der Schweiz fehlen Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT).
Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Bern will deshalb mit einer MINT-Offensive mehr Gymnasiasten/-innen für entsprechende Studienrichtungen motivieren. An drei Gymnasien wurden dazu Pilotprojekte lanciert.
Das Gymnase français de Bienne bietet z.B. Förderunterricht in Mathematik an, das Gymnasium Köniz-Lerbermatt führt zwei MINT-Klassen und das Gymnasium Thun-Schadau fördert Kontakte mit regionalen MINT-Unternehmen. An den Gymnasien Kirchenfeld und Neufeld haben MINT-Fächer seit jeher einen hohen Stellenwert. Beide führen eine entsprechende mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung.



«Wer das Gymnasium als Elfenbeinturm sieht, verkennt die Realität»: Matthias Küng (links) und André Lorenzetti

#Allgemeines

15. März 2014 | Versuchsanlage für sicherere Wiffen

Schaffhauser Nachrichten
(dj.)

Ab nächstem Dienstag, 18. März, wird eine neuartige Wiffe im Rhein getestet. Mit einem speziellen, drehbaren Aufsatz sollen Boote oder auch Schwimmer bei einer Kollision nicht an der Wiffe hängen bleiben, sondern von dieser abgewiesen werden. Damit soll die Unfallgefahr reduziert werden.
Wiffen sind für die Schifffahrt auf dem Rhein notwendige Navigationshilfen. «Wir haben vor Kurzem überprüft, ob es unnötige Wiffen im Rhein hat», sagte Jürg Schulthess, Chef Gewässer beim Tiefbauamt des Kantons Schaffhausen, gestern, «kamen aber zum Schluss, dass es jede einzelne Wiffe zur Signalisation wirklich braucht.»

**Wiffen: Notwendig und gefährlich**
Die seit vielen Jahrzehnten eingesetzten, starren Wiffen aus Eichenpfählen bergen jedoch ein beträchtliches Gefahrenpotenzial für den Freizeitverkehr auf dem Fluss. Verschiedentlich ist es schon zu Unfällen gekommen. Negativer Höhepunkt der letzten Zeit in dieser Hinsicht bildete das Jahr 2012, als die Schaffhauser Polizei acht und die Thurgauer Polizei fünf Wiffenkollisionen verzeichnete. Einer dieser Zwischenfälle endete gar mit einem Todesfall (siehe SN vom 6. August 2012).

**Projekt mit Studenten der ZHAW**
Das Baudepartement des Kantons Schaffhausen beauftragte das kantonale Tiefbauamt mit der Suche und der Evaluation einer neuen Fahrrinnenkennzeichnung, um Unfällen künftig besser vorbeugen zu können. Die Abteilung Gewässer liess daraufhin von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) konstruktive Konzepte für einen verbesserten Unfallschutz erstellen. In der ZHAW wurde diese Aufgabe im Schnittstellenbereich zwischen Bauingenieur- und Architektenwesen angesiedelt. Die Studierenden erarbeiteten, unter Anleitung eines Dozententeams, verschiedene Vorschläge für eine neue Signalisation der Fahrrinne zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen. Die Arbeiten der ZHAW-Studierenden dienten als wertvolle Grundlage. Eine Variante wurde von lokalen Ingenieuren und Metallbauern weiterentwickelt und als Prototyp hergestellt. Ab nächsten Dienstag wird im Bereich zwischen Schupfen und Bibermühle eine neuartige Wiffe getestet. Ein drehbarer Schwimmkörper an einem Pfosten aus Stahl soll verhindern, dass Weidlinge, Schlauchboote oder auch Schwimmer bei einer Kollision an der Wiffe hängen bleiben. Vielmehr sollen diese abgewiesen werden. Damit soll zukünftig die Gefahr von Unfällen verringert werden. Für den Versuch wird keine bestehende Wiffe mit Eichenpfosten entfernt. Die neue Wiffe wird also zusätzlich zum bisherigen Bestand eingefügt.

**Erster praktischer Test**
Dabei sind aber noch viele Fragen offen. Bereits der Rammvorgang des Stahlpfostens unterscheidet sich vom bisher üblichen Rammen der Holzpfosten. Noch ist unklar, ob der Schwimmkörper langfristig drehbar bleibt oder ob sich dort Verunreinigungen oder Bewuchs ansammeln werden. Im Bereich der Unfallreduktion muss erst noch herausgefunden werden, ob der Drehkörper die erwünschten Verbesserungen bringt. «Wir werden mit der Schaffhauser Polizei sicher auch einige Versuche mit Booten machen», erklärte Schulthess. Das Tiefbauamt sei aber auch froh über Erfahrungen und Beobachtungen, die Rheinbenutzer mit der neuen Anlage machen. Bei der Testanlage wird keine Kamera oder Überwachungsanlage installiert.

**Kosten von 35 000 Franken**
Dieser Versuch wird in Zusammenarbeit mit den zuständigen Thurgauer und deutschen Behörden durchgeführt. In die Planung wurde auch die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein mit einbezogen. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf rund 35 000 Franken. Sie werden zu gleichen Teilen vom Kanton Schaffhausen, dem Kanton Thurgau und dem Landratsamt Konstanz getragen. Der Versuch dauert voraussichtlich ein Jahr. Danach wird über das weitere Vorgehen entschieden.


**Die Wiffen im Rhein – Schiffahrtszeichen**

**Die Schifffahrt** auf dem Untersee und Rhein zwischen Konstanz und Schaffhausen und die entsprechende Signalisation der Schifffahrtsrinne ist zwischen der Schweiz und Deutschland mit einem Vertrag aus dem Jahr 1973 geregelt.
**Eine alte Übereinkunft** aus dem Jahr 1878 regelt die Art und Weise der Schifffahrtszeichen von Konstanz bis Schaffhausen. Gemäss dieser Übereinkunft übernimmt der Kanton Schaffhausen die «Verbaakung» (Signalisation mit Wiffen) und den Unterhalt auf der gesamten Rheinstrecke und verwendet dazu kräftige und leicht sichtbare Schifffahrtszeichen.
**Die Kosten** werden vom Land Baden-Württemberg, dem Kanton Thurgau und dem Kanton Schaffhausen zu je einem Drittel übernommen.
**Eine Wiffe** besteht aus einem Pfahl, auf welchem ein grün-weisses Signal (Schifffahrtszeichen D.2) montiert ist.
**Die grüne Seite** markiert die Fahrrinne der Kursschiffe. Boote mit wenig Tiefgang wie Weidlinge oder Schlauchboote sollten unbedingt auf der weissen Seite fahren und einen Sicherheitsabstand zu den Wiffen halten.



Fotomontage: Mit einem drehbaren Aufsatz sollen Boote oder Schwimmer bei einer Kollision nicht an der Wiffe hängen bleiben, sondern abgewiesen werden.
Visualisierung zvg



Der Schwimmkörper, der an der neuen Wiffe getestet werden soll, hat einen Durchmesser von 1,42 Meter und ist 1,25 Meter hoch.
Bild zvg

#Notizen zu Namen

10. März 2014 | Biodiversität und Natur liegen den Jägern am Herzen

Schaffhauser Nachrichten
(cm)

Auch wenn den Jägern von einigen Tierschützern mordlüsterne Absichten unterstellt werden, an der diesjährigen Generalversammlung im Hombergerhaus am Freitag zeigte sich die Gemeinschaft von einer ganz anderen Seite. Den Frauen und Männern liegt die Natur am Herzen, sie sorgen sich um die Biodiversität und ein ausgeglichenes ökologisches Gleichgewicht. Ebenfalls wird mit dem gezielten Abschuss von zum Beispiel Wildschweinen versucht, Landschäden zu verhindern. Dennoch kam im vergangenen Jahr eine Rekordsumme an Schäden zusammen. Rund 111 000 Franken betrug die Schätzung, wie der für die Jagd zuständige Departementssekretär, Andreas Vögeli, verriet. Verantwortlich für die zusammengekommene Summe ist der Präsident der Wildschaden-Schätzungskommission, Markus Gysel: «Bei uns sind 200 Schadensmeldungen eingegangen, davon wurden 194 entschädigt.» Dies, obschon mit 626 Stück geschossenem Schwarzwild mehr als Doppelte geschossen wurde als im Jahr zuvor. Insgesamt liefen den Jägern ebenfalls 1400 Stück Rehwild und 145 Stück Sikawild vor den Lauf. Diese Tiere würden in grosser Menge vor allem dem Forst Sorgen bereiten, indem sie frische Sprossen fressen würden. Jedoch bestätigte auch Kantonsförster Bruno Schmid die gute Zusammenarbeit zwischen Forst und Jagd im Kanton Schaffhausen.
Vögeli informierte auch über die neue Regelung betreffend den Treffsicherheitsnachweis, welcher jeder Jäger jährlich zu erlangen hat. Erst mit diesem Nachweis kann beim zuständigen Amt ein Jagdpass bezogen werden. Für Diskussionsstoff sorgt momentan die Anwendung von Nachtsichtzielgeräten, welche auf der Basis eines Restlichtverstärkers funktionieren. Während einige Jäger glauben, damit den Tieren eine reelle Fluchtchance zu verwehren, sind andere fest überzeugt, damit genauere Treffer erzielen zu können. Jedoch redet das Gesetz Klartext. Laut Bundesgesetz ist deren Einsatz nämlich verboten, nur in Ausnahmefällen können die Kantone einzelne Bewilligungen ausstellen. Wie dies nun in Schaffhausen gehandhabt werden solle, sei noch in Abklärung, wie Vögeli erklärte.

**Nachwuchs auf Kurs**
Die Versammlung stand aber auch ganz im Zeichen des scheidenden Präsidenten Dani Leu. Für die viele Arbeit in den letzten Jahren dankte Stadtrat Peter Neukomm mit dem neuen Schaffhauser Pin, und Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf als oberste Jagdherrin im Kanton lobte Leu als guten Mediator. Um Worte war auch der Präsident des Fischereiverbandes, Alfred Springmann, nicht verlegen: «Dani hat viel gemacht, ich danke dir für die geleistete Arbeit.» Gemeint hat er auch das Bestreben, die Jagd zusammen mit anderen Partnern der Öffentlichkeit näher zu bringen. Als Ersatz für Leu wählte die Versammlung einstimmig Silvio Lorenzetti. Weiter wurde Ernst Peter Gloor zum neuen Vizepräsidenten und Lukas Niedermann als neues Vorstandsmitglied gewählt. Erfreulicherweise sei in Schaffhausen der Nachwuchs kein Problem, freute sich Dani Leu und konnte mit Samuel Gründler, Beat Hartmann, Roman Lapierre, Alan Lüthi, Benjamin Merk, Kilian Ott, Sandro Schawalder und Oliver Truninger acht erfolgreichen Prüfungsabsolventen den Zinnbecher überreichen. Mit grossem Applaus wurde der ehemalige Obmann Hundewesen, Karl-Heinz Gysel, in den Stand der Ehrenmitglieder erhoben. Als letzte Amtshandlung liess es sich Leu nicht nehmen, auf dem Saxofon die Jagdhymne «Zum Aser» zu blasen und Werbung für die Jagdhornbläsergruppe zu betreiben, eines seiner grossen Anliegen, wie er betonte.

**Wo das Jagdfieber heftig grassiert**

*Vom Prüfling bis zum erfahrenen Schützen standen die Schaffhauser Jäger an der GV für ihr Hobby ein.*
Von Christoph Merki

Meist unsichtbar, die Büchse am Anschlag und dem nächsten Tier auflauernd, setzen sich die Jäger für die Natur ein. Betreffend das Auflauern kann Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf zwar kein Jägerlatein zum Besten geben: «Aber ich war auch schon als Treiberin im Einsatz, das war schweisstreibend.» Zu den jüngeren Gästen gehörte Nathalie Homberger. Als Frau stach sie aus der eher männerdominierten Gesellschaft heraus. Neue Ideen möchte Lukas Niedermann in den Vorstand einbringen: «Ich freue mich, für meine Leidenschaft einen Beitrag im Rahmen der Vorstandsarbeit erbringen zu können.»
Eigentlich haben Christa Gasser und Sandra Werda mit dem Jagen und Schiessen nicht viel am Hut. Als aktive Mitglieder der Jagdhornbläser Munot haben die Musikerinnen einfach Freude an der Jagdmusik, als Treiberinnen seien sie jedoch auch schon im Wald herumgerannt. Peter Fuchs kennt das Metier genau, ist er doch seit 22 Jahren als Jäger unterwegs. Naturschutz und Jäger müssen sich einander allem nicht unbedingt feindlich gesinnt sein. Dies bestätigte ebenso die Anwesenheit von Raphael Zahner als Vertreter von Pro Natura Schaffhausen: «Ich wollte mal einen Einblick ins Jagdgeschehen bekommen und erfahren, was JagdSchaffhausen das Jahr hindurch so macht.» Der Meinungsaustausch und mit ihrer Stimme etwas zu bewegen, waren die Gründe für den Besuch der Generalversammlung von Mario Ehrat und Peter Schwaninger der Jagdgesellschaft Neunkirch. Da er Forstwart gelernt hat und Bauer ist, wollte Kilian Ott auch die Seite der Jäger kennenlernen und bekam an der GV zur bestandenen Prüfung den Zinnbecher. Verschmitzt zog Herbert Winzeler mit Blick auf die verstärkte Reglementierung der Jagd nach der Versammlung Fazit: «Je gescheiter man werden will, desto dümmer kommt es raus.»


Präsidial vereint zeigte sich die Jagddirektorin, Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf (M.), mit dem neu gewählten Präsidenten von JagdSchaffhausen, Silvio Lorenzetti (r.), und dem neuen Vize, Ernst Peter Gloor.


Sie gelten als Jungspunds in der Schaffhauser Jagdszene: Die Prüflinge Marco Rieser (l.) und Andi Hunziker.
Bilder Simon Brühlmann

#Notizen zu Namen

3. März 2014 | Junge musikalische Talente verzauberten ihr Publikum

Schaffhauser Nachrichten
(rbi)

Unter der Leitung der Bandleiterin Christiane Mathé und des Gitarrenlehrers Jürg Meili präsentierten die jungen Musiker am Jazzkonzert 17 anspruchsvolle Songs. Der Andrang in der Mehrzweckhalle der Kantonsschule war so gross, dass die Organisatoren zusätzliche Bestuhlung beschaffen mussten.
Den Auftakt machten einige Schüler, die sich um Bartische verteilt hatten und gekonnt – mit Becher bewaffnet – den herausfordernden Rhythmus zu «Cups (When I’m Gone)» von Lulu & The Lampshades klopften, während die sechsköpfige Band auf der Bühne ihre Instrumente erklingen liess. Mit «Moonlight Shadows» von Mike Oldfield bestätigte das Sextett sein Talent eindrücklich.

**Von Bill Haley bis Led Zeppelin**
Die zweite Combo mit Maurice Storrer am Saxofon präsentierte den legendären Klassiker «Rock Around The Clock» und setzte mit der Led-Zeppelin-Rockhymne «Stairway To Heaven» noch einen drauf, was mit grossem Applaus honoriert wurde. Gitarrist Lorenzo Persi nahm Jimmy Pages Herausforderung an und griff leidenschaftlich in die Saiten. Auch Marek Stahel am Piano, Bassist Shahrdad Ghazi Wakili und Drummer Jonas Bolliger zeichneten sich an diesem Abend aus. Nina Della Pietra war für den Gesang in der dritten Band zuständig. Bei Billy Joels «The Stranger», «It’s My Life» von Bon Jovi und «Junge» von den Ärzten begleiteten sie Lisa Näf am Saxofon, Dominic Nakamura am Piano, Janosch Bohner an den Keyboards und Noah Näf an den Drums.

**«The Bluest Blue»**
Es folgte ein Duo mit Marco Salathé an der Rhythmusgitarre und dem Virtuosen Jonas Brugger als Leadgitarrist. Mit einer bemerkenswerten Hingabe zelebrierte das 17-jährige Riesentalent seine Soli. Eine Fingerfertigkeit, wie sie einst Alvin Lee beherrschte, bewies Brugger mitunter in dessen Song «The Bluest Blue». Während Jonas Brugger auf der Bühne blieb, ergänzten ihn bei der folgenden Combo Sängerin Cindy Manser, Christiane von Stegmann und Christine Duer an den Tasten sowie Linus Zimmermann (Bass) und Enso Aellig (Drums). Und die Show im letzten Part gehörte schliesslich dem Sänger Amon Rether, mit Lukas Heieck am Flügel, Roger Thöni am Saxofon und Samuel Grand an der Trompete. Alle 27 Nachwuchsstars verdienten es jedenfalls, sich ausgiebig feiern zu lassen.



Sie rockten die Kanti. Von links: Maurice Storrer am Saxofon, Marek Stahel am Klavier, Lorenzo Persi an der Gitarre und Jonas Bolliger am Schlagzeug.
Bild Bruno Bührer

#Allgemeines

24. Februar 2014 | Schöner leben dank Alten Herren

Neue Zürcher Zeitung, Campus
Marc Bürgi

Der Eingang an der Chorgasse 10 in der Zürcher Altstadt ist unscheinbar: Nur das rot-weiss-rote Symbol an der Fassade lässt erkennen, dass sich hier eine Studentenverbindung trifft. Die Helvetia Zürich hat das Haus in den 1960er Jahren erworben.
Im Parterre ist ein Restaurant eingemietet, in den oberen Stockwerken befinden sich ein grosser Aufenthaltsraum, Küche und WC sowie einige Zimmer, die ebenfalls vermietet werden. Das Verbindungshaus gehört einer Genossenschaft. Mitglieder der Helvetia können für eine einmalige Zahlung von 500 Franken Genossenschafter werden.
Die Genossenschaft erhält den Pachtzins des Restaurants und die Mieten für die Zimmer. Häuser der Helvetia gibt es auch in Bern und in Lausanne. Auch in diesen Sektionen gehört die Liegenschaft einer Genossenschaft.

**Unterstützung in Notlagen**
Die Aktiven und die Ehemaligen der Helvetia Zürich sind in eigenständigen Vereinen organisiert. Beide Vereine verfügen über fast kein Vermögen. Sie finanzieren sich hauptsächlich über die Mitgliederbeiträge – Aktive zahlen rund 100 Franken pro Semester.
Trotzdem profitieren die Zürcher Studenten der Helvetia in vielerlei Hinsicht von einer finanzkräftigen Gesamtorganisation. «Wir sind privilegiert», sagt der ehemalige Präsident David Plaz. Aktivmitgliedern steht der Raum im Verbindungshaus nach Belieben kostenlos zur Verfügung. Wer will, kann eines der Zimmer im Obergeschoss mieten. Als Helveter erhält man dafür einen kräftigen Rabatt.
Die Verbindung bietet ihren Mitgliedern noch weitere Annehmlichkeiten: Die Ehemaligen, Alten Herren oder Altherren übernehmen häufig die Getränkerechnung der trinkfreudigen Aktiven, die als Füxe beziehungsweise nach einer Probezeit von zwei Semestern als Burschen bezeichnet werden.
Bei grösseren Auslagen können die Studenten die Genossenschaft um Hilfe bitten. Falls ein Student in Not gerät, kann er sich an den Unterstützungsfonds der Zürcher Sektion der Helvetia wenden. Der Fonds wurde in den 1930er Jahren gegründet und vergibt auf diskrete Weise zinslose Darlehen. Verwaltet wird er von den Ehemaligen.

**Ein eigenes Haus unweit der Uni**
Mit solchen Vorteilen für Mitglieder können auch andere Verbindungen aufwarten. Die Zofingia Bern besitzt ein grosses Haus in unmittelbarer Nähe der Universität. Der amtliche Wert der Immobilie liegt bei gut einer halben Million Franken. «Wir nutzen das Haus für unsere Aktivitäten; viele Mitglieder sind aber auch sonst dort und lernen für das Studium oder grillieren im Sommer auf der Terrasse», erzählt Andrea Schaub, der Kassier der Aktiven.
Die Berchtoldia, eine weitere Studentenverbindung in Bern, hat einen Kellersaal in der Altstadt und einen Fonds für Mitglieder mit Geldproblemen. Wie bei der Helvetia sind die Liegenschaften dieser beiden Verbindungen vom Vermögen der Vereine getrennt: Das Haus der Zofingia gehört einer Stiftung, der Berchtolderkeller einer Genossenschaft. Deren Mitglieder wiederum sind fast alle auch bei der Berchtoldia dabei.

**Kein Ort für Profiteure**
Trotz Haus an Traumlage, spendablen Ehemaligen und Unterstützungsfonds: Nur des Geldes wegen werde niemand Mitglied bei der Helvetia Zürich, sagt Sektionspräsident Philipp Stampfli. Was vor allem zählt, sind gemeinsame Werte. So ist die Helvetia nach wie vor eine schlagende Verbindung: Die Aktiven treffen sich jeden Morgen um 7 Uhr zum Fechttraining. Die Ausrüstung dazu wird von der Genossenschaft finanziert. Hinzu kommen weitere Traditionen und Rituale.
«Wer nur profitieren will und nicht mitmacht, ist schnell wieder weg», sagt Stampfli. Eine Mitgliedschaft gilt denn auch ein Leben lang. Auch die Altherren zahlen jährlich einen Mitgliederbeitrag. «Sogar wenn ein Ehemaliger in Argentinien lebt und nicht an Veranstaltungen teilnimmt, zahlt er das Geld», sagt David Plaz.

**Über den Tod hinaus**
Füxe und Burschen nehmen mehr Leistungen in Anspruch, als sie bezahlen. Bei den meisten Ehemaligen ist es umgekehrt. Einige der Altherren waren der Helvetia so sehr verbunden, dass sie die Verbindung gar im Testament berücksichtigten. Diese Beiträge hinterliessen die Verstorbenen der Verbindung für einen bestimmten Zweck. Ein Ehemaliger stiftete beispielsweise einige tausend Franken, damit nach Beerdigungen von Helvetern im Verbindungshaus Gedenkfeiern durchgeführt werden können.

**In der Kronenhalle diniert**
Diese Legate werden für sich verwaltet. Insgesamt umfasst die Helvetia Zürich somit Legate, eine Genossenschaft, zwei Vereine und einen Unterstützungsfonds. Laut David Plaz bedeutet das viel Arbeit. Doch abgesehen davon verursachten diese Strukturen keine Probleme – auch nicht mit Blick auf die verschiedenen Budgets und Kassen. Der frühere Präsident kann sich nur an einen Fall erinnern, in dem nicht korrekt abgerechnet wurde.
Die jungen Helveter hatten einmal einen Ball organisiert, nach der Veranstaltung blieb ein kleiner Überschuss in der Kasse. «Mit dem Geld haben sich die Studenten im Restaurant Kronenhalle die Bäuche gefüllt, statt den Betrag auf das Vereinskonto zu überweisen», erzählt Plaz. Er sagt es mit einem Augenzwinkern.

**Loch in der Vereinskasse**
Weniger harmlos war ein Vorfall in der Zofingia in Bern. Vor einiger Zeit hatte der Verein der Aktiven hohe Schulden, weil die Ausgaben über mehrere Jahre nicht gewissenhaft abgerechnet worden waren. Es wurden Getränkerechnungen gefunden, die nachträglich beglichen werden mussten. Zudem hatten viele Mitglieder ihre Beiträge nicht einbezahlt.
«Es gab damals keine Schuldigen, alle hatten zu wenig aufgepasst», betont der heutige Kassier Andrea Schaub. Dank höheren Mitgliederbeiträgen und einem Zustupf der Ehemaligen gelang es den Studenten mittlerweile, ihre Vereinskasse zu sanieren.

#Allgemeines

21. Februar 2014 | Ein neues Kapitel Biergeschichte

Schaffhauser Nachrichten
(kü)

Die Idee des Bierbrauens in Steckborn ist schon länger am Gären. Die Vorbereitungsgruppe mit Sally Schumacher, Jan Martin, Manuel Hanimann, Markus Weigele, Martin Weigele und Roger Pernet hat sorgfältigste Vorarbeit geleistet, und der Ansturm von Bierbegeisterten am Gründungsabend wirkte geradezu bahnbrechend. Auch Stadtammann Roger Forrer und die Stadträte Jörg Ferkel und Gregor Rominger, der Arzt Martin Haas und viele andere gehören zu den Gründungsmitgliedern.
Roger Pernet blendete in die Steckborner Biergeschichte, liess Namen, alte Fotos und Daten aufleuchten, auch solche aus dem Brauereiverzeichnis Schweiz bis zum Jahr 2000. Steckborn: 1875: Emil Rietmann, Brauerei; 1903: Seb. Herzog, Brauerei zum Weingarten, 1875: Albert Schönenberger, Brauerei zur Sonne, 1891: Stähle-Christen, Brauerei zur Sonne. 1895: Boser, Brauerei zur Sonne, 1916: Georg Fauser, Brauerei zur Sonne. 2007 wurde «Ais … Amberbier» zum 60-Jahr-Jubiläum der Firma Pernet Ofenbau, Plattenbeläge gebraut. Roger Pernet hat auch Inserate aufgespürt. So eines vom Hotel Löwen, das mit Dampfschiffländeplatz und Gartenwirtschaft warb. «Wir wollen keinen Bierclub, sondern die Braukultur wieder aufleben lassen», betonte Pernet. Im Firmengarten Pernet soll künftig Hopfen gedeihen. Definitiv ist, dass im März 2014 zu einem Bierbraukurs eingeladen wird. Nach und nach soll die Bieridee ausgeweitet werden. 2017 sei hoffentlich genug Kapital vorhanden, um 2018 eine Brauerei Steckborn zu eröffnen. 100 Kubik Gratis-Wasser wurde bereits von den Stadträten zugesichert. «Es geht auch um Geselligkeit», sagte Michael Städler und terminierte für den 2. August einen Stammtisch; auch legte er pfiffige Etiketten-Ideen für die Bierflaschen vor. Unzählige klare Bekenntnisse zur Bierkultur mit Steckborner und Untersee-Charakter wurden abgegeben. Hansi Dürst habe schon Pfähle für die Hopfen bestellt; Markus Grob habe Ja gesagt zu Weizen und Gerste, wurde informiert. Nik Dutli hat sich bereits Wissen über Biermaschinen zugelegt. Noch gibt es viel zu klären. Auf jeden Fall soll es ein typisch regionales Bier werden. Diverse Arbeitsgruppen kommen zum Einsatz, neben Braukursen trifft man sich zu geselligen Runden. Dann wurden die Statuten genehmigt und der Vorstand gewählt. Mitglied werden kann jeder ab 18 mit Interesse an der Bierkultur und Bezug zur Region. Aktivmitglieder haben neben dem Jahresbeitrag ein Mithilfepensum zu erfüllen. Vereinspräsident ist Roger Pernet. Jan Martin, Sally Schumacher, Manuel Hanimann und Martin Weigele sind im Vorstand, und als Revisoren wurden Patrik Hösli und Patrik Heger gewählt.

#Notizen zu Namen

6. Februar 2014 | Ein berühmter Schaffhauser Medicus

Schaffhauser Nachrichten
von Ursina Storrer

In Noah Gordons Bestsellerroman «Der Medicus» und in der gleichnamigen Verfilmung des deutschen Regisseurs Philipp Stölzl, die derzeit auch im Kinepolis in Schaffhausen zu sehen ist, dreht sich alles um den fiktiven Charakter des Robert Cole. Er, der in Film und Buch seinem innersten Wunsch des «Heilbringens» nachgeht, ist der Lehrling, bald der Arzt, der Medicus. Schauplatz in Stölzls Romanverfilmung ist England im 11. Jahrhundert. Doch auch die Region Schaffhausen brachte bereits früh einen bedeutenden «Medicus» hervor: Rudolf Ulrich Krönlein war ein Pionier der Chirurgie.

**Stets als Primus**
Geboren wurde Rudolf Ulrich Krönlein 1847 im Haus zur «Weissen Rose» in Stein am Rhein. Hier verbrachte er im Kreise von fünf Geschwistern die Jugendjahre und besuchte Elementar- wie Realschule. Darauf trat er in die zweite Klasse der Kantonsschule Frauenfeld ein. Die strenge Zucht an dieser Schule schien ihm aber nicht zugesagt zu haben, denn bereits nach einem Jahr wechselte er an die Kantonsschule Schaffhausen, wo die Gymnasiasten grössere Freiheiten genossen. In allen Fächern hochbegabt, durchlief Krönlein die Schulklassen stets als Primus. So fand er neben seiner schulischen Laufbahn unter anderem Zeit für ein reiches gesellschaftliches Leben: In der Mittelschulverbindung Scaphusia tat er sich als dermassen starke Persönlichkeit hervor, dass ihn seine Farbenbrüder zum Präsidenten wählten.

**International bekannt**
Nach Abschluss seiner Gymnasialzeit immatrikulierte sich Krönlein 1866 in Zürich als Student der Medizin. Damit ebnete sich der wissbegierige junge Mann aus Stein am Rhein den Weg zu einer verheissungsvollen Karriere. Bereits ein Jahr nach Studiumbeginn übernahm er die Assistentenstelle in der Anatomie. Auch absolvierte er ein Semester an der Universität Bonn, wo er sich als Assistent des Professors und Chirurgen Dr. Edmund Rose einen Namen machte. Nach absolviertem Staatsexamen und noch mitten in der Doktorprüfung folgte Krönlein bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges seinem Lehrer Rose nach Berlin, um unter ihm Verwendung im Lazarettdienst zu finden. 1872, weitere zwei Jahre später, promovierte er mit seiner Arbeit «Über die offene Wundbehandlung». Diese erregte in Fachkreisen grosses Aufsehen und machte den Namen des jungen Schaffhausers international bekannt. Das gewonnene Auf- und Ansehen machten es ihm möglich, seine chirurgische Laufbahn unabhängig von Rose fortzusetzen. Bald hatte er eine Stelle im Königlichen Klinikum in Berlin. Die sonst vorgeschriebene ärztliche Prüfung wurde ihm aufgrund seiner wissenschaftlich erprobten Leistungen erlassen.

**Die «Seitenkrankheit»**
Als einer der Ersten hat Krönlein sodann die operative Behandlung der diffusen, eitrigen Bauchfellentzündung in Angriff genommen. Die bereits im Mittelalter gefürchtete «Seitenkrankheit» war auch zu Krönleins Zeit eine häufige Todesursache. Mithilfe der vom englischen Chirurgen Josef Lister 1867 eingeführten Desinfektion durch Karbolsäure gelang ihm der bahnbrechende Eingriff: In einem Schaffhauser Privathaus entfernte er einem siebzehnjährigen Patienten den entzündeten Wurmfortsatz (Appendix) am Blinddarm. Zwar verstarb der Patient einige Tage später an den Folgen seiner Bauchfellentzündung, der Eingriff selbst war aber gelungen und sollte bald vielen Menschen das Leben retten. Berichten zufolge fand bereits im 18. Jahrhundert eine Operation am Blinddarm im St. Georges Hospital in London statt, durchgesetzt hat sich der Eingriff jedoch erst nach den Versuchen Krönleins in Schaffhausen, Robert Lawson Taits in England sowie George Thomas Mortons 1887 in den Vereinigten Staaten von Amerika.

**Einfache Klarheit**
Bis zu seinem Tod 1910 war Rudolf Ulrich Krönlein Leiter der Chirurgischen Klinik in Zürich und trug mit seinem praktischen wie theoretischen Schaffen massgeblich zum Ausbau der Hirn-, Magen- und Nierenchirurgie bei. Dank seinem Erfahrungsschatz konnte er als klinischer Lehrer aus dem Vollen schöpfen. Seine Schüler fesselte er mit einer lebendigen Anschauung – einfache Klarheit durchzog Berichten zufolge seinen Unterricht. Mit ihm ging ein «hervorragender Lehrer und schöpferischer Förderer der chirurgischen Wissenschaft der Universität Zürich», heisst es auf der durch seine Schüler an seinem Geburtshaus in Stein am Rhein angebrachten Gedenktafel.

#Allgemeines

23. Januar 2014 | Wie die Schweiz zum Bier fand

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
von Zeno Geisseler

Welcher Schluck Bier ist der beste? «Der erste», sagt der französische Schriftsteller Philippe Delerm. «Er ist der einzige, der zählt.» Mit dem Traktat Delerms über das Bier begann der Wirtschaftshistoriker Matthias Wiesmann am Dienstag seinen Vortrag beim Historischen Verein zum Thema «Eismaschine, Hektoliterjagd und Bierkartell – Eine kurze Geschichte der Brauereien und des Bierkonsums in der Schweiz mit Blick auf Schaffhausen». Etwa 40 Personen waren anwesend.
Wiesmann, ein Neffe des Neuhauser Apothekers und Liedermachers Dieter Wiesmann, hatte sich schon während seines Studiums mit der Schweizer Bierlandschaft befasst (siehe auch «Kopf der Woche», SN vom 16. Januar) und mit «Bier und wir» ein viel beachtetes Werk zum Thema geschrieben. «Mir wird zu meiner Arbeit immer die gleiche erste Frage gestellt», sagte Wiesmann schmunzelnd: «Hast du viel Feldforschung betrieben?» Dies hatte er in der Tat, doch seine Untersuchungen führten ihn weniger an den Stammtisch als viel mehr in Unternehmensarchive und Bibliotheken. Die Braukunst sei mit den Klöstern in der Karolingerzeit in die Schweiz gekommen; auf dem St. Galler Klosterplan von 820 seien drei Brauereien eingezeichnet. «Aber dieser Plan beschrieb den Idealtyp eines Klosters, er bildete nicht die Realität ab», sagte Wiesmann. Im Weinland Schweiz sei Bier lange ein exotisches Getränk gewesen, erklärte er. «Anders als heute war Bier teurer als Wein und wurde seltener getrunken.» In Schaffhausen seien um 1100 neun Bierschenken registriert gewesen, ausgeschenkt worden sei damals aber vermutlich deutsches Bier. Versuche, lokales Bier zu brauen, seien von der Obrigkeit nicht von Anfang an geduldet gewesen. Wiesmann erzählte von einem Küfer und einem Wirt, die im Jahr 1644 ein Gesuch für einen Bierofen einreichten. Der Rat lehnte dies ab, wegen der Dämpfe und der Brandgefahr. Die Stadtherren hatten aber nicht nur Sicherheitsbedenken, sie fürchteten auch den moralischen Zerfall. Erst um 1866 wurden die Brauereien dem übrigen Gewerbe gleichgestellt. Zum Volksgetränk sei Bier dann im ausgehenden 19. Jahrhundert geworden, führte Wiesmann aus. Die Winzer hatten damals mit dem Mehltau und der Reblaus zu kämpfen, was ihre Erträge schrumpfen und die Preise steigen liess. Als dann noch Panscher den Ruf des Weins erschütterten, wurde der Umstieg auf den Gerstensaft noch beschleunigt. Auch der technische Fortschritt habe einen wesentlichen Anteil am Siegeszug des Biers gehabt, sagte Wiesmann, sei es die Erfindung der Eismaschine, die Pasteurisierung oder die Reinzucht der für die Gärung so wichtigen Hefe. Ab 1890 konnte Bier zudem in Flaschen abgefüllt werden. Bier war nun überall das ganze Jahr in guter Qualität verfügbar – und billiger als Wein. In der Diskussion wurden viele Aspekte zum Bier vertieft – so, ob es nun dick macht oder nicht (nicht mehr als Orangensaft) oder ob das Pils wegen des Bilsenkrauts so heisst. (Nein, wegen der Stadt Pilsen, aber früher sei das psychoaktive Bilsenkraut tatsächlich auch dem Bier beigemengt worden, sagte Wiesmann.) Nach dem Vortrag wurde das Thema dann in der einen oder anderen Beiz um einen praktischen Teil ergänzt.

#Notizen zu Namen

15. Januar 2014 | Auf dem Bock: Georg Merz ist Präsident des Grossen Stadtrats 2014

Schaffhauser Nachrichten, Region
Von Daniel Jung

**«Zwischen Zuckerbrot und Peitsche»**

*Mit einem Glanzresultat wurde Georg Merz (ÖBS) gestern Abend zum Präsidenten des Grossen Stadtrats für das Jahr 2014 gewählt.*

Weniger als eine Stunde dauerte die Wahlsitzung des Grossen Stadtrats. Nur zwei Traktanden standen auf der Liste. Zuerst wurde das neue Ratsmitglied Stefan Marti in die Pflicht genommen. Gemäss der Geschäftsordnung des Grossen Stadtrats gelobte er, «die Ehre, die Wohlfahrt und den Nutzen der Stadt Schaffhausen zu fördern» und sein Amt gemäss der Verfassung und den Gesetzen zu führen.
Wie in jedem neuen Jahr standen danach die Wahlen für die verschiedenen Posten der Ratsleitung an. Gemäss der Gepflogenheiten des Schaffhauser Parlaments wurde wiederum der bisherige 1. Vizepräsident zum neuen Präsidenten gewählt: Georg Merz (ÖBS) erhielt 32 Stimmen bei 33 abgegebenen Wahlzetteln. Die bisherige 2. Vizepräsidentin, Cornelia Stamm Hurter, wurde zur neuen 1. Vizepräsidentin gewählt. Sie erhielt 32 Stimmen bei 34 abgegebenen Zetteln. Neu ins Leitungstrio gewählt – und damit auf die Präsidiumslaufbahn geschickt – wurde Martin Egger (FDP). Als 2. Vizepräsident erhielt er 31 Stimmen bei 34 abgegebenen Wahlzetteln.
Als abtretender Ratspräsident 2013 blickte Daniel Schlatter (SP) nach Abschluss der Wahlgeschäfte auf das vergangene Jahr zurück, in dem grosse Sparbemühungen die Debatten prägten. Aufgrund der zwei neuen Mitglieder im Stadtrat und Änderungen bei den Zuständigkeiten waren im ersten Halbjahr nur wenige Vorlagen an den Rat gelangt. In der Folge mussten fünf Sitzungen abgesagt werden. In seinen letzten Minuten auf dem «Bock» scheute Schlatter aber nicht vor einigen kritischen Worten zurück: Er denke gerne an diejenigen Sitzungen zurück, an denen etwas Positives für die Stadt erreicht worden sei – auch wenn dies nicht an der Mehrheit der Sitzungen der Fall gewesen sei. «Den Glauben aber, dass alle in diesem Rat stets das Beste für unsere Stadt wollen, habe ich nicht erst in diesem Jahr verloren», sagte Schlatter.
Der neue Präsident Georg Merz wiederum betonte in seiner Antrittsrede den Umweltschutz als Triebfeder seines politischen Engagements (siehe Porträt auf Seite 18). Deshalb, so erklärte Merz gestern, sei er als Ver- treter der Mittepolitik 2006 zur ÖBS gekommen. Und da will Merz auch in Zukunft bleiben – und sich nicht den gerade entstehenden Schaffhauser Grünliberalen anschliessen. Um die Ziele der Energiewende und der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, brauche es einen «Kompromiss zwischen Zuckerbrot und Peitsche oder zwischen Förderbeiträgen und Lenkungsabgaben», sagte er. Im Ratsalltag wünscht sich Merz konstruktive Teamarbeit, einen respektvollen Umgang und Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. «Auf diese Weise werden wir in diesem Jahr wichtige und hoffentlich richtige Entscheide treffen können.» Wie die Ratsmitglieder dies umsetzen, wird sich am nächsten Dienstag erstmals zeigen.


**Viele Geschenke für den Drachentöter auf dem Bock**

*Ein Kennenlernabend, Chrut und Rüebli und viele gute Wünsche erhielt Georg Merz an seiner Wahlfeier im «Kronenhof».*

Von Robin Blanck

Die Feiern von Parlamentspräsidenten sind ein Unikum: Der frisch gewählte Präsident lädt all jene, die ihn gewählt haben, zum Essen ein. Im Grossen Stadtrat sind das über 30 Personen, dazu Stadträte und Medienvertreter. Damit ist der Präsidiumslohn schon weg, dafür gibt es aber auch Gratulationen und Geschenke. Schon bei der Begrüssung durch Theresia Derksen, die als Moderatorin durch den Abend führte, wurde erstmals auf die Steiner Herkunft des neuen Präsidenten angespielt («Der heilige Georg aus Stein am Rhein ist nun für ein ganzes Jahr König der Stadt»). Diese Verbindung nahm auch Stadtpräsident Thomas Feurer nach dem Essen – Blattsalat, feiner Braten mit Nudeln und Gemüse sowie Schaffhauser Pinot noir – wieder auf: «Ich hoffe nicht, dass du als heiliger Georg einen Schaffhauser Drachen töten musst oder gar mich erschlägst», sagte Feurer, der zum guten Wahlresultat gratulierte und sich vom Apotheker Merz als Naturwissenschaftler Genauigkeit und vielleicht manchmal eine Pille «gegen Müdigkeit oder besondere Erregung im Rat» wünschte. Aus der eigenen Fraktion wurde ihm von Katrin Bernath und Iren Eichenberger eine Kiste voller Gemüse und Esswaren überreicht: «Du bist der Chefkoch in der Parlaments-Küche, aber Du hast es mit Chrut und Rüebli zu tun», warnte Eichenberger. Danach gab es für jede Fraktion eine farblich abgestimmte Gemüsezutat: Ein Rüebli (CVP) soll den Kurzsichtigen im Rat die Augen für Steuererhöhungen öffnen, das Blaukraut (FDP) könne man mit Kochen und einem Schuss Essig zu sozialdemokratischem Rotkraut verwandelt werden, «vielleicht kann die FDP bei gewissen Themen etwas roter werden», sagte Bernath. Eine Zucchini gab es für die SVP, «nur Wasser und etwas Zellulose», frotzelte Eichenberger. Die FDP überreichte dem sportlichen und an Geschichte sowie Literatur interessierten Merz verschiede Geschenke für die Freizeit: Energy-Drinks für die Ausdauer, ein Sparkässeli – überreicht vom Jungfreisinnigen Till Hardmeier- und ein Flextax für gemeinsame Ausfahrten. Ehefrau Roswitha Merz erhielt von Stadtrat Urs Hunziker ein Sträusslein, «mit der Bitte um Nachsicht, wenn es mal später wird.» In Reimen wandte sich Hermann Schlatter im Namen der SVP-Fraktion an die Festgemeinde und konnte Anekdoten aus der Jugend des Neuen zum Besten geben: Von den Ausflügen mit der 6-PS-Gundel des Vaters (Schlatter: «Als Grüner? Ei, ei, ei!»), vom Verzicht auf die Benützung des Mofas, dem Verbindungsnamen «Modest» (Bescheidenheit) und dem Aufstieg zum Oberleutnant im Militär. Zum Schluss gabs einen Essengutschein und auch die Festgesellschaft ging zum Dessert (Tiramisu) über. Dann war die Zeit für die SP und Urs Tanner gekommen: Jeder habe faire und speditive Sitzungen versprochen, gelungen sei es noch keinem, «denn wir wollen dazwischenrufen (wie ich), uns profilieren (kein Name), den Kopf schütteln (Cornelia Stamm Hurter)». Dazu gabs einen Büchergutschein. Ein so «originelles Geschenk» hatte die AL nicht zu bieten, sagte Andi Kunz und erntete damit schon den ersten Lacher. Danach setzte er den humoristischen Glanzpunkt des Abends: Weil man bei den Voten von Merz bis zum Schluss nicht wisse, ob er für oder gegen eine Vorlage sei, lud die Partei ihn zu einem Kennenlernabend «mit viel Alkohol ein». Auch zur aktuellen Debatte schlug Kunz im Witz die Brücke: «Weil das Partylokal an der Karstgasse» nicht zur Verfügung stehe, werde man eine Alternative finden.
Und als Alternative zur Ratsglocke gab es ein pinkes Glöcklein.



Glanzvoll wurde Georg Merz (ÖBS) – hier mit Ehefrau Roswitha, Sohn Felix (14, l.), Tochter Johanna (12) und Sohn Moritz (16) – gestern vom Grossen Stadt- rat zum Präsidenten für das Jahr 2014 gewählt. Der höchste Stadtschaffhauser erläuterte in seiner Antrittsrede, wie die Atomfrage ihn politisiert habe und gleichzeitig auch sein Engagement bestimme: Auch in der Stadt will er sich für das Erreichen der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft einsetzen. Wie üblich wurde nach der ersten Stellungnahme des Präsidenten die Sitzung beendet, und man ging zur traditionellen Präsidialfeier über, bei der die Fraktionen dem neuen Vorsitzenden ihre Gaben überreichten.

Bild: Selwyn Hoffmann


**«Ich bin ein unideologischer Mittepolitiker»**

*Georg Merz wurde gestern zum höchsten Stadtschaffhauser gewählt. Der Apotheker und Mittepolitiker wünscht sich mehr Kooperation und weniger Ideologie im Grossen Stadtrat.*

Von Mark Liebenberg

Von der Rheinquelle bis nach Amsterdam mit dem Velo – ein «Familienprojekt» nennt Georg Merz die Reise dem Rhein entlang zu dessen Mündung in die Nordsee, welche die Familie Merz in mehrere Abschnitte unterteilt hat und jeweils im Sommer in Angriff nimmt. «Bis nach Mainz haben wir’s schon geschafft», sagt der frisch gekürte Präsident des Grossen Stadtrates. Die nächsten beiden Etappen werden ihn, seine Frau Roswitha und die drei Kinder im Alter von 16, 14 und 12 Jahren in die Niederlande führen.
Doch seit gestern Abend muss Georg Merz ganz andere Leute in einem ganz anderen Tätigkeitsbereich führen: Der 58-jährige Apotheker aus Schaffhausen wurde für ein Jahr zum Präsidenten des Grossen Stadtrates gewählt. «Ich freue mich sehr darüber», sagt er gegenüber den SN. «Es ist ein Höhepunkt einer Politikerkarriere.» Ein vergleichsweise früher Höhepunkt ist es auch, denn in die Politik kam Merz erst vor wenigen Jahren, und zwar wegen der Atompolitik. «Als 2006 bekannt wurde, dass die Axpo an Vorstudien für ein neues Kernkraftwerk arbeitete, beschloss ich, mich nun selber politisch zu engagieren», erinnert sich der dezidierte Atomstromgegner Merz. Die ÖBS als einzige grüne Partei in Schaffhausen war ihm das geeignete Forum dafür.
Energiepolitik nennt er denn auch heute noch als sein Steckenpferd. «Ich halte den Atomausstieg für den richtigen Weg.» Als weitere Themen, die ihm am Herzen liegen, nennt er das Gewerbe und den Umweltschutz. Das liegt ihm im Blut: Geboren in Stein am Rhein als Sohn eines Drogisten, war für ihn früh klar, dass er in die Fussstapfen seines Vaters treten würde. Und in der Natur, am und auf dem Rhein verbringt er heute noch am liebsten seine Freizeit – sei es als Velofahrer, sei es in irgendeinem Gefährt auf dem Fluss. Auf dem Rhein hatte er auch seine Gattin kennengelernt: Die St. Gallerin war wie Merz auch begeisterte Kajakfahrerin.
An das Studium der Pharmazie in Zürich schloss sich eine Lehr- und Wanderzeit an, die Merz unter anderem nach Genf und ins Tessin führte. «Ich hatte die Wahl zwischen Doktortitel und Horizonterweiterung. Ich wählte das Zweite.»
Gewerbe und grüne Politik: Nachdem die ÖBS sich im vergangenen Herbst aufgespaltet und sich eine Minderheit der Grünliberalen Partei angeschlossen hat, bleibt Merz der zur Grünen Partei Schweiz gehörenden Rest-ÖBS treu. «Zu Umwelt- und Wirtschaftsthemen gehört meiner Meinung nach noch das Soziale – deshalb bin ich da ganz gut aufgehoben.»
Und obwohl er ein grünes Herz hat: Im letzten Jahr regte Merz in einem Postulat die Schaffung neuer Parkplätze am Rand der Altstadt an. «Es hängen viele Arbeitsplätze in der Stadt von einer guten Erreichbarkeit der Innenstadt auch mit dem Auto ab – und die Stadt könnte so ihre Einnahmen aus den Parkplatzgebühren erhöhen», sagt der mit den Anliegen der Gewerbler bestens vertraute Politiker: Seit 19 Jahren ist er Geschäftsleiter der Volksapotheke zum Rüden gleich beim Bahnhof.
Merz’ Politkarriere verlief steil: 2011 rutschte er für seine Partei auf den Sitz von Lotti Winzeler nach. Bereits nach kurzer Einarbeitungsphase musste die Fraktion turnusgemäss einen Kandidaten für das 2. Vizepräsidium des Rates stellen – und die Wahl fiel schnell auf Georg Merz. «So schlug ich also die Präsidentenlaufbahn ein», sagt er schmunzelnd. Gute Erfahrungen habe er dabei gemacht – trotz des für einen geschäftsführenden Apotheker beträchtlichen zeitlichen Mehraufwands. Die detailgenaue Vertrautheit mit den Dossiers und die Kenntnis des Ratsbetriebs à fond, die er in zwei Jahren zunächst als zweiter, dann als erster Vizepräsident erworben habe, hätten ihn fit gemacht, sagt er. Seine eher zurückhaltende, unaufgeregte Wesensart will er im Amt durchaus zur Geltung bringen: «Ich bin kein Redenschwinger.» Die Repräsentationsaufgaben in der Öffentlichkeit, die mit dem Ratsvorsitz einhergehen, sieht er aber als grosse Chance. «Man kommt an Orte und lernt Menschen kennen, die man sonst nicht kennenlernen würde», freut sich Merz.
Eines der wichtigsten Dossiers zu Beginn seiner Präsidentschaft wird die Vorlage zum Neubau des Schulhauses Breite sein. «Den Diskussionen darüber soll man Raum geben», findet er. Er werde kein Sitzungsleiter sein, der dem Kollegen das Wort abschneide. «Die Glocke des Ratspräsidenten werde ich hoffentlich nur zweimal in der Sitzung brauchen: am Anfang und am Ende.» Und doch hat er persönlich wenig Verständnis, wenn es bisweilen im Rat nicht mehr um die Sache geht: «Wenn nur noch ideologische Grabenkämpfe ausgefochten werden, ist mir das zuwider. Ich finde, in Sachfragen sollte es mehr Kooperation und auch mehr Kompromisse zwischen den Parteien im Grossen Stadtrat geben.»
Und so beschreibt er sich denn auch selber: «Ich bin ein unideologischer Mittepolitiker. Lieber unaufgeregte Sachpolitik als Polemik und Machtspiele.»


**Zur Person: Georg Merz**
Geburtstag: 21. Oktober 1955
Wohnort: Emmersberg
Zivilstand: Verheiratet, drei Kinder im schulpflichtigen Alter
Beruflicher Werdegang: Studium der Pharmazie in Zürich, Lehr- und Wanderjahre in der Romandie und im Tessin, Apotheke zur Taube, seit 1995 Geschäftsführer der Volksapotheke zum Rüden in Schaffhausen
Politik: Seit 2011 für die Ökoliberale Bewegung Schaffhausen (ÖBS) im Grossen Stadtrat
Vereine: Scaphusia, Ruderclub, Kajakclub, Jachtclub
Freizeit: Familie, Natur, Wassersport auf dem Rhein, Velofahren



Ein Grüner, der mehr Parkplätze will: Georg Merz bei der täglichen Arbeit in der Apotheke.

Bild: Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

14. Dezember 2013 | Falken will weiterhin unabhängig bleiben und investiert Millionen

Schaffhauser Nachrichten
von Rolf Fehlmann

Schaffhausen Mit einem Umsatz von 21,9 Millionen Franken (+7,3 Prozent) und einem Jahresgewinn von rund 346 000 Franken hat die Schaffhauser Brauerei Falken das Geschäftsjahr 2013 gut gemeistert. An der gestrigen Generalversammlung im Park Casino in Schaffhausen zeigten sich die 344 anwesenden Aktionäre denn auch zufrieden und winkten bei den statutarischen Geschäften sämtliche Anträge des Verwaltungsrates diskussionslos durch. So bleibt die Höhe der Dividende unverändert bei zehn Prozent beziehungsweise bei 50 Franken (brutto) je Aktie.

**Millioneninvestition**
Verwaltungsratspräsident Philipp Moersen gab gestern bekannt, die Brauerei Falken werde in den nächsten drei Jahren mehrere Millionen Franken in den Lager- und Gärkeller investieren. Dessen Renovation und Modernisierung erforderten eine grössere Investition. «Wir werden das Vorhaben in jedem Fall auf mehrere Jahre aufteilen müssen», sagte er dazu im Interview mit den SN (Seite 11). Die angekündigte Investition übertreffe «deutlich» jene in die Abfüllanlage für Dosenbier, die Falken Ende 2012 eröffnet hatte: «Mit dem Ja zu dieser Investition legen die Eigentümer ein klares Bekenntnis ab, weiterhin als eigenständiges Unternehmen in Schaffhausen operieren zu wollen», so Moersen zu den SN. Damit dokumentiere die Brauerei Falken erneut «ihren klaren Willen zur Selbständigkeit». Rund ein Jahr nach Eröffnung ihrer Abfüllstrasse für Dosenbier seien bei Falken bereits mehr als zehn Millionen Dosen abgefüllt worden, teilte die Brauerei gestern ausserdem mit.


*Interview Philipp Moersen, Verwaltungsratspräsident der Brauerei Falken AG*

**Weitere Investitionen in die Selbstständigkeit**

*Die Brauerei Falken wird in den nächsten Jahren mit bedeutenden Investitionen ihren Gär- und Lagerkeller auf den neusten Stand bringen. Der Verwaltungsrat sehe diesen Entscheid als Ausdruck dafür, dass Falken auf lange Sicht selbständig bleiben wolle, sagt dessen Präsident Philipp Moersen.*

*Wie lautet Ihr Fazit für 2013?*
Das Umfeld für unser Geschäft war in diesem Jahr erneut äusserst anspruchsvoll. So gesehen haben wir das Biergeschäft gut gemeistert.

*Was waren 2013 die drei bedeutendsten Themen im Biermarkt Schweiz?*
Zunächst einmal die Wetterverhältnisse im ersten Halbjahr – diese waren alles andere als bierfreundlich. Wir hatten bis ins Frühjahr hinein vergeblich auf gutes Wetter gehofft; und dieser langanhaltende Winter schlug sich in unseren Zahlen nieder. Dann die Schönwetterperiode im Juli, die unvermittelt auf die Flaute im Frühling folgte. Das brachte eine noch nie dagewesene Steigerung der Absatzmenge mit sich, über die wir uns natürlich gefreut haben; es erforderte aber auch einen aussergewöhnlichen organisatorischen Aufwand. Umso mehr bin ich froh darüber, dass alle unsere Mitarbeitenden ihr Bestes gegeben haben, um diese Spitzenbelastung zu bewältigen. Schliesslich die Tatsache, dass die Schweizer Brauereien über das ganze Jahr gesehen Umsatz verloren haben. Der Import von Bier hat erneut enorm zugenommen; vor allem der Konsum von billigem Bier erfuhr eine Steigerung. Die Grenze von 0,5 Promille für Autofahrer und das Rauchverbot in Restaurants werden uns auch im kommenden Jahr weiterhin beschäftigen. Letzteres führt zu einer Verlagerung des Konsums weg von der Gastronomie: Man kauft sich ein Bier im Supermarkt und trinkt es draussen oder zu Hause.

*Welches waren 2013 die drei wichtigsten Themen für die Brauerei Falken?*
Gefreut hat mich, wie wir in diesem Umfeld abgeschnitten haben. Wir haben die Kosten erfolgreich im Griff behalten, wir haben den Rekordmonat Juli organisatorisch und logistisch hervorragend gemeistert, und wir haben mit unserem neuen Dosenkompetenzzentrum nahezu doppelt so viele Dosen abgefüllt als budgetiert. Statt der ursprünglich geplanten vier Millionen für Dritte abgefüllte Dosen haben wir 2013 um die sieben Millionen Dosen abgefüllt. Bereits im ersten Jahr füllen wir für sämtliche kleinen und mittleren Schweizer Brauereien mit Dosen im Sortiment Bier im Auftrag ab. Wir haben drei Personen zusätzlich eingestellt. Das Dosenkompetenzzentrum war also, zumindest was die Abfüllkapazität betrifft, bereits im ersten Jahr ein Erfolg. Eigentlich hatten wir uns für das erste Betriebsjahr vorgenommen, die Kapazität behutsam hochzufahren. Daraus wurde aber nichts. Dieser Effort musste zusätzlich zum normalen Pensum bewältigt werden und hat nur funktioniert, weil alle Beteiligten am gleichen Strang gezogen haben.

*Falken produziert ja neben dem Bier auch einen Whisky, den Munot Malt …*
Richtig. Dieser Whisky ist eine Erfolgsgeschichte. Im letzten Jahr haben wir 200 Flaschen hergestellt, mit durchschlagendem Erfolg. Die diesjährige Produktion war nach drei Wochen ausverkauft; darum haben wir fürs Weihnachtsgeschäft nochmals eine kleine Charge nachgeschoben. Es ist aber nicht unsere Absicht, gross ins Whiskygeschäft einzusteigen. Der Munot Malt ist eine Ergänzung, die aus der Stammwürze des Falken-Bieres hergestellt wird.

*Was kommt im 2014 auf Falken zu?*
Wir werden unser Dosenkompetenzzentrum weiter auf Effizienz trimmen und es nach der Startphase des ersten Jahres in einen Regelbetrieb überführen. Das muss bis im Februar, spätestens März der Fall sein. Das setzt dann die erforderliche Zeit und Kapazität frei, weiter in die Produkte von Falken zu investieren. Im Sortimentsbereich wird sicher einiges geschehen mit unserem «Eidgenoss», den wir ganz neu herausbringen werden – Stichwort Swissness. Ein zweites Thema wird eine grössere Geschichte rund um die Fussballweltmeisterschaft sein; und als Drittes investieren wir in eine neue Verpackung, die ab März 2014 auf den Markt kommen wird. Schliesslich haben wir eine weitere, grosse Produkteneuheit in petto, in die wir grosse Erwartungen setzen. Näheres kann ich heute allerdings noch nicht sagen.

*Was steht über 2014 hinaus auf Ihrer Agenda?*
Obwohl unser Betrieb von der Technik und von den Prozessen her auf dem höchsten Stand ist und strengste Anforderungen erfüllt, haben wir mittelfristig eine grössere Renovation und Modernisierung des Gär- und Lagerkellers im Auge. Das erfordert eine grössere Investition. Wenn wir als Brauerei auf lange Sicht selbständig sein wollen, müssen wir möglichst jeden Franken im Betrieb behalten, um modern und selbständig zu bleiben. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, diese Planung jetzt in Angriff zu nehmen, aber einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung kann ich Ihnen heute noch nicht nennen. Wir werden das Vorhaben in jedem Fall auf mehrere Jahre aufteilen müssen. Mit dem Ja zu dieser Investition, die jene ins Dosenkompetenzzentrum deutlich übertrifft, legen die Eigentümer ein klares Bekenntnis ab, weiterhin als eigenständiges Unternehmen in Schaffhausen operieren zu wollen. Damit dokumentiert Falken seinen klaren Willen zur Selbständigkeit.

**Falken: Lohnabfüllung hat Erwartungen übertroffen**

*Die Abfüllstrasse der Brauerei Falken für Dosenbier hat bereits im ersten Betriebsjahr sämtliche Erwartungen übertroffen. Das freute gestern die Generalversammlung.*

Das Dosenkompetenzzentrum (wie die Brauerei Falken ihre Abfüllstrasse für Dosenbier nennt) habe sich bereits im ersten Betriebsjahr als Erfolg erwiesen. Das sagte gestern Abend Philipp Moersen, Präsident des Verwaltungsrates der Brauerei Falken AG, anlässlich der Generalversammlung im Park Casino in Schaffhausen. Damit habe die Strategie von Falken funktioniert, mit der Inbetriebnahme der Abfüllstrasse «wichtige Umsätze auf dem Gebiet der Lohnabfüllung aus Deutschland zurückzuholen»; und es hätten zusätzlich drei Personen eingestellt werden können. Ausserdem habe die Brauerei ihre Investition ins Dosenkompetenzzentrum bereits voll abgeschrieben. «Dank unserer Devise ‹Marge vor Menge›, einer strikten Kostenkontrolle und Innovationskraft haben wir in diesem Jahr ein gutes Ergebnis erreicht», sagte Moersen – keine Selbstverständlichkeit angesichts des schwierigen Umfeldes, in dem sich die Schweizer Brauereien im zu Ende gehenden Jahr bewegen (die Produktion sank schweiz-weit um 4,1 Prozent, der Konsum schrumpfte um 0,9 Prozent).
Moersen gab den geschätzten rund 400 Anwesenden – davon 344 Aktionäre – bekannt, dass die Brauerei Falken beabsichtigt, innerhalb der nächsten drei Jahre in die umfassende Renovation und Modernisierung ihres Gär- und Lagerkellers einen Betrag von mehreren Millionen Franken zu investieren: «Dadurch werden wir noch effizienter sein und unsere Qualität weiter steigern können.» Damit bekräftige die Brauerei Falken ihren Willen, unabhängig und erfolgreich zu bleiben.
Seit der Jahrtausendwende habe sich in der Schweiz die Zahl der Klein- und Kleinstbrauereien verzehnfacht, sagte Markus Höfler, Delegierter des Verwaltungsrates, in seinem Jahresbericht. Die Existenz dieser über 300 Mikrobrauereien sei ein untrügliches Zeichen für «ein zunehmendes Bedürfnis nach Heimat». Dominiert werde der Schweizer Biermarkt jedoch von zwei Grosskonzernen. Als eine von 14 mittelgrossen unabhängigen Brauereien müsse Falken weiterhin den grossen Playern und dem Import von Billigbier die Stirn bieten. Dafür sei Falken als traditionelle und eigenständige Brauerei klar positioniert. Auch Falken spüre die tiefere Promillegrenze, die Frankenstärke und die Auswirkungen der Rauchverbote. Zwar trage die Gastronomie 53 Prozent zum Falken-Umsatz bei, doch gewinne der Detailhandel (43 Prozent) an Bedeutung.

**Statutarische Geschäfte**
Die Aktionäre hiessen Jahresbericht und -rechnung einstimmig gut, erteilten den Mitgliedern des Verwaltungsrates Entlastung und wählten für ein weiteres Jahr die Ernst & Young AG, St. Gallen, als Revisionsstelle. Einstimmig genehmigten sie auch die Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von rund 550 000 Franken: Davon werden gut 250 000 Franken auf die neue Rechnung vorgetragen und je 150 000 Franken als Dividenden ausgeschüttet und der freien Reserve zugewiesen.

**Mike Müller erklärt den Biermarkt**
Mit dem Ausscheiden von Jürg P. Spahn aus dem Verwaltungsrat per Ende 2012 (SN vom 8. 12. 2012) endete auch die Ära der brillanten und legendären «Dernieren» in Versform. So trat diesmal nach Abschluss der statutarischen Geschäfte der Komiker Mike Müller als Bierspezialist Hanspeter Burri vor die Versammlung und erklärte dem Falken-Verwaltungsrat in einem Fachvortrag, wie der Biermarkt funktioniert. Heraus kam dabei – wen wundert’s – ein brillantes, chaotisches und abstruses Feuerwerk von vordergründigen, doppelbödigen und ab und an auch hinterhältigen Pointen. Das Publikum dankte es mit herzhaftem Lachen und herzlichem Applaus – die Messlatte für die nächste Generalversammlung vom 12. Dezember 2014 liegt jedenfalls hoch.

**Brauerei Falken: Zahlen und Fakten für 2012/13**
Gesamtertrag 21 946 660
Totalaufwand 21 600 550
Sachaufwand 13 411 337
Personalaufwand 4 981 274
Reingewinn 346 110
Dividende 50 (brutto)
Anzahl Mitarbeitende 55
Verwaltungsrat Philipp Moersen (Präsident)
Ronald Forster (Vize)
Markus Höfler (Delegierter)
René Zeier (Mitglied)

#Notizen zu Namen

9. Dezember 2013 | Rau-herzliche Räubergeschichten

Schaffhauser Nachrichten
von Anna Rosenwasser

Es beginnt laut und düster, das Leben von Ronja Räubertochter. Unter lauten Donnerschlägen in einer düsteren Gewitternacht wird das Mädchen in die Familie Mattis hineingeboren, Kern einer wilden Räubergruppe, die auf der sogenannten Mattisburg im Wald lebt. Ronja soll einst ihr Oberhaupt werden und die Fehde mit der verfeindeten Familie Burka fortsetzen.
Das diesjährige Weihnachtsmärchen der Kleinen Bühne feierte am vergangenen Samstag Premiere und beruht auf der Erzählung von Astrid Lindgren. «Ronja Räubertochter», im schwedischen Original «Ronja Rövardotter», erschien 1981 und wurde zum Welterfolg.

**Verfeindete Wahlgeschwister**
Schon früh stellt sich heraus, dass die kleine Ronja (Martina Lucic) unerschrocken und eigenwillig ist. Mit Freude beginnt sie, auf eigene Faust den Wald zu erkunden, sich Gefahren zu stellen – und prompt rettet sie das Leben von Birk Borka (Lukas Oechslin), der ebenjener Räubergruppe angehört, mit der Ronjas Familie verfeindet ist. Darauf geben Ronja und Birk aber wenig. Sie verbringen viel Zeit miteinander im Wald, nennen sich Bruder und Schwester und halten diese Freundschaft geheim vor ihren Familien. Die Autorin des schwedischen Kinderbuches sagte über die Geschichte, sie sei aus einer Sehnsucht nach der Wildnis entstanden. Wild ist die Mundartversion René Eglis, erstmals in der Schweiz aufgeführt, auf jeden Fall: Genau wie seine Hauptfigur ist das Kinderstück «Ronja Räubertochter» laut, ungestüm und eigenwillig. Akustisch wird das 21-köpfige Schauspielensemble von schlichter, aber effektiver Livemusik unterstützt (Nina, Tobias, Lilian Haug; Leitung: Paul K. Haug). Optisch wurde das Stadttheater in unterhaltsamer Dreidimensionalität genutzt: Unheimlicher Nebel wabert weit ins Publikum hinein, der Wald ragt in die Höhe, und vom Himmel herab schneit es. Zusätzlich sorgen detailverliebte und farbenfrohe Kostüme für Schmunzeln: Die wuschelig-boshaften Graugnomen sorgen für Schrecken, die immer wiederkehrenden Rumpelwichte für altersübergreifendes Lachen im Publikum.

**Nachwuchsräuber hauen ab**
Es vergehen so einige Sommer und Winter, bis Ronja merkt, dass das Räuberdasein auch Unglück hervorbringt. Das Hab und Gut anderer zu klauen, beschliesst das Mädchen, soll nicht ihr Lebensinhalt werden. Damit aber nicht genug: Ihre Bande, die sie sonst so liebt, hat im Zuge der verschlimmerten Feindschaft den Sohn der Burka-Räuber in Geiselhaft genommen – ausgerechnet Birk, Ronjas geheimen Wahlbruder. Die beiden Nachwuchsräuber haben die Nase voll von den hinterhältigen Scherereien. Sie entrinnen ihren keifenden Familien und hauen zu zweit ab, um fortan im Wald zu leben. Familiärer und freundschaftlicher Zusammenhalt ist ein zentrales Thema in «Ronja Räubertochter». Die Kleine Bühne hat sichtbar Wert darauf gelegt, das zum Ausdruck zu bringen: Der Umgang unter Ronjas Familie ist von einer berührenden, rauen Herzlichkeit, wo mächtige Räuberhauptmänner auch mal um Umarmungen und Vergebung bitten. Besonders vergnüglich sind Zwischensequenzen, die bei den Kleinen am besten ankommen: Jahreszeiten, mit Sonnenschein, Blättern und Schnee inszeniert; Wutanfälle, bei denen auch mal Äpfel und Schüsseln durch die Luft geworfen werden; Blödeleien der Räuberbande. Die Szene, in der ein jeder sich ein Hochzeitskleid überzieht und herumtanzt, gehört zu den Höhepunkten dieser Inszenierung. Ronjas Wesen reiht sich in diese permanent freche, übermütige Verspieltheit ein. Selbst die Lieder, die am Anfang des Stückes vergleichsweise schüchtern daherkommen, entwickeln sich in aneinandergereihter Form zum Schluss zu einem lebendigen Wirbelwind.

**Auf Räuber folgen Räuber**
Bei all dieser Dynamik schreckt das Stück nicht vor leisen Szenen zurück. Traurigkeit und Sorge finden Platz in «Ronja Räubertochter», werden aber geschickt und kindergerecht in Zuversicht umgeleitet. Wann immer etwas zu Ende gehe, erläutert Ronjas Mutter (Jacqueline Räss) beim Tod eines alten Bandenmitglieds, entstehe auch wieder etwas Neues. Apropos: Die Wahl des Weihnachtsmärchens im nächsten Jahr fiel auf «Die Drei Räuber».



Ronjas Vater gibt ihr ein paar letzte Tipps mit auf den Weg, bevor sie allein in den Wald hinausgeht.
Bild Simon Brühlmann

#Notizen zu Namen

4. Dezember 2013 | Synodalrat: Wechsel an der Spitze

Schaffhauser Nachrichten
(d.ki.)

Zu Beginn der Synode der römisch-katholischen Landeskirche Schaffhausen beschäftigte sich die Versammlung mit der Frage, wie die Landeskirche sich für künftige Herausforderungen rüsten könnte. Der Antrag, eine Kommission «Zukunft 21plus» an die Seite des Synodalrates zu stellen, fand dabei genauso wenig eine Mehrheit wie der Gegenvorschlag, den Synodalrat selbst zu beauftragen, eine Situationsanalyse zu erstellen und strategische Ziele zu definieren. Die Mehrheit hielt das bisherige Vorgehen der Exekutive für ausreichend.
Das Budget 2014, das Norbert Stettler mit einem Minus von rund 16 000 Franken präsentierte, und die damit verbundene Beibehaltung des Zentralsteuerfusses von 1 Prozent verabschiedeten die Synodalen einstimmig. Die Regionalbeauftragte Ulrike Zimmermann zeigte sich erfreut, dass in den Pfarreien der Stadt Schaffhausen und von Thayngen in Kürze mit dem Projekt zur Bildung eines Pastoralraumes begonnen wird. Ähnliches zeichnet sich bei den Pfarreien Ramsen und Stein am Rhein ab, die zusammen mit den benachbarten Thurgauer Pfarreien einen Pastoralraum bilden werden. Zimmermann betonte auch, dass Bischof Felix Gmür eine gute Zusammenarbeit mit dem Synodalrat wichtig sei.

**Neuer Internetauftritt**
Die Informationen des Synodalrates begann Robert Sauter mit einem Rückblick auf die jüngste Volksabstimmung. Er zeigt sich stolz, dass das Ergebnis für die Kirchen nur wenig schlechter war als bei einer Abstimmung vor 30 Jahren. Er betonte ausserdem, dass die Kosten der Kampagne vollständig mit Spenden gedeckt werden konnten. Dann stellte Andreas Textor die neue Webseite der Landeskirche vor, die künftig unter www.kathschaffhausen.ch zu finden ist. Ziel sei es gewesen, alle katholischen Einrichtungen und Gruppierungen im Kanton Schaffhausen in diesem Auftritt abzubilden. Um die Seite benutzerfreundlich zu gestalten, habe man kirchliche Angebote wie zum Beispiel den Dienst von Beratungsstellen gleich an den Anfang gesetzt. Der Vorteil dieser Webseite sei es, dass die verschiedenen Organisationen ihre Informationen eigenständig aktualisieren könnten. Neben diesem grossen Projekt informierten die Mitglieder des Synodalrates ausserdem über den Stand der Leistungsvereinbarung, die Erarbeitung einer Datenschutzrichtlinie und die Vorbereitung eines Projektes zur künftigen Entwicklung der italienischen Mission.

**Abschied und Neuanfang**
Für die Ersatzwahlen in den Synodalrat stellten sich Urs Elsener, neuer Pfarradministrator des Seelsorgeverbandes Schaffhausen Stadt – Thayngen, das Synodenmitglied Adrian Fritschi und Andreas Textor, Präsident des Kirchenstandes Schaffhausen, zur Verfügung. Die Wahl der drei Kandidaten erfolgte einstimmig. Andreas Textor wurde darüber hinaus zum Präsidenten des Synodalrates gewählt. Norbert Stettler dankte dem scheidenden Präsidenten Robert Sauter, der 25 Jahre lang der Synode angehörte und seit 2001 im Synodalrat mitarbeitete, für sein unermüdliches Engagement. Er bescheinigte ihm ein ausgeprägtes analytisches Denken und lobte seine Ausdauer und grosse soziale Kompetenz. Robert Sauter hob die gute Zusammenarbeit im Synodalrat hervor und betonte, dass ihm die Arbeit Spass gemacht habe.

#Alt-Scaphusia

20. November 2013 | Heinrich Bührer olim Sphinx

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Heinrich Bührer olim Sphinx
Dr. sc. nat. ETH
Generation 1961

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Urnenbeisetzung findet am Freitag den 29. November 2013, um 14.30 Uhr in der reformierten Kirch Effretikon statt.

Die studentische Totenehrung findet am Mittwoch, 11. Dezember 2013, um
20.00 Uhr im Verbindungslokal statt.

#Allgemeines

19. November 2013 | Billigbierimporte und Wetterpech

Schaffhauser Nachrichten
rf.

Zürich In der Schweiz ist im Braujahr 2012/13 weniger Bier getrunken worden. Der Gesamtkonsum nahm um 0,9 Prozent auf 457,97 Millionen Liter ab. Das lag laut dem Schweizer Brauerei-Verband vor allem am nasskalten Frühling. Stark gesunken ist die inländische Bierproduktion. Der Inlandausstoss der Brauereien in der Schweiz fiel um 4,1 Prozent auf 338,6 Millionen Liter. Ihr Marktanteil schrumpfte damit von 76,3 auf 73,9 Prozent, wie der Schweizer Brauerei-Verband gestern mitteilte.
Ausländisches Bier ist weiter auf dem Vormarsch: Die Bierimporte nahmen um satte 9,1 Prozent zu. Im Vorjahr hatte das Plus bereits 4,1 Prozent betragen. Erhöht wurden die Einfuhren dadurch, dass Coop sein Prix-Garantie-Bier nicht mehr bei Calanda, sondern in Deutschland brauen lässt, wie der Detailhändler bestätigt.

**Vor allem aus Deutschland**
Generell werde vor allem Billigbier importiert, zum grössten Teil in Dosen oder Einwegflaschen, sagte Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbands, gestern vor den Medien in Zürich. Gut die Hälfte der Importe stamme aus Deutschland, weitere wichtige Herkunftsländer sind Portugal und Frankreich. Der Kostendruck in Produktion und Vertrieb sei nach wie vor hoch und der Einkaufstourismus angesichts der anhaltenden Euroschwäche ungebrochen.

**Zu Hause statt am Stammtisch**
Erschwerend komme hinzu, dass die Stammtischkultur an vielen Orten nicht mehr wie früher gepflegt werde. Daran hätten die Rauchverbote einen nicht zu unterschätzenden Anteil. «Die Tendenz weg von der Gastronomie hin zum Heimkonsum hat sich abermals bestätigt», erklärte Kreber. Davon profitiere der Detailhandel. Auch das Ausbleiben von Touristen aus «bieraffinen Ländern» wie Deutschland, den Niederlanden und Grossbritannien belastete. Hinzu kam der nasskalte Frühling, der die Nachfrage bremste. Denn Bierkonsum und Temperaturverlauf stimmten «frappant überein», sagte Kreber.

**Pro-Kopf-Konsum ziemlich stabil**
Mit den Ergebnissen können die Schweizer Brauer nicht zufrieden sein, wie Verbandspräsident Markus Zemp festhielt. Es müsse aber relativiert werden, dass der Bierkonsum nach dem drastischen Einbruch in den 1990er-Jahren seit 2003 um 6,5 Prozent zugenommen habe. Der Pro-Kopf-Konsum sei relativ stabil bei 56 bis 57 Litern. Je nach definitiven Zahlen zum Bevölkerungswachstum werde er 2012/13 bei 56,8 bis 57 Litern liegen. Im Vorjahr waren es 57,3 Liter.

**Der Einfluss der Politik**
Neben dem Wetter und der Wirtschaftslage habe die Politik einen grossen Einfluss, sagte Zemp. Der Verband wehrt sich gegen Mindestpreise und Verkaufsverbotszeiten, wie sie im Rahmen der Revision des Alkoholgesetzes diskutiert werden. Schliesslich werde so wenig Alkohol konsumiert wie seit den 1950er-Jahren nicht, sagte Zemp. «Es liegt somit kein alkoholpolitischer Notstand vor.» Er habe keine Freude an jugendlichen Rauschtrinkern; das Problem solle aber nicht mit unspezifischen Massnahmen, welche die Allgemeinheit träfen, angegangen werden. Dem 1877 gegründeten Branchenverband gehören heute 16 Unternehmen mit 18 Braustätten an, die nahezu 97 Prozent der inländischen Bierproduktion abdecken und einen Umsatz von rund 1 Milliarde Franken erzielen. Dominiert wird der Markt von Carlsberg (Feldschlösschen, Cardinal) und Heineken (Eichhof, Calanda).

**Falken: Spürt Trend, ist aber «nicht unzufrieden»**

Auch die Schaffhauser Brauerei Falken bekommt die Trends zu spüren, welche der Schweizer Brauerei-Verband gestern beschrieben hat (siehe Hauptartikel). Dies bestätigte der CEO der Brauerei Falken AG, Markus Höfler, auf Anfrage der SN.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das vom 1. Oktober bis 30. September dauert, habe Falken den nasskalten Sommer ebenso gespürt wie den Einkaufstourismus, «der in unserer Grenzregion sehr stark ist», sagte Höfler. Faktoren wie etwa den durch Rauchverbote akzentuierten Trend weg vom Stammtisch hin zum Küchentisch spüre auch Falken. Dennoch sei die Brauerei «nicht unzufrieden» mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr: «Wir machen unseren Umsatz schwergewichtig in der Gastronomie und gewichten Marge höher als Umsatz.» Auch die vor einem Jahr eingeweihte Abfüllanlage für Dosenbier habe «bereits zum Ergebnis beigetragen», so Höfler. Genaue Zahlen gibt Falken erst an ihrer Generalversammlung am 13. Dezember bekannt.

#Notizen zu Namen

14. November 2013 | Marcel Sonderegger ersetzt Andreas Textor

Schaffhauser Nachrichten, Region
H. H.

101 Mitglieder nahmen an der Ordent- lichen Kirchgemeindeversammlung in den Räumen des letztes Jahr umgebauten Pfarreizentrums St. Maria teil. Finanzreferent Norbert Gschwend durfte in der Jahresrechnung gute Zahlen präsentieren. Bei den Ausgaben nimmt die Kirchgemeinde jedes Jahr ihre soziale Verantwortung war und setzt dabei immer 100 000 Franken für die Unterstützung der Bedürftigen ein. Auch die GPK stellt der Rechnungsführung ein ausgezeichnetes Zeugnis aus, sodass die Rechnung 2012 einstimmig genehmigt wurde.

**Abschluss eines Bauprojekts**
Vor bald einem Jahr durfte die Pfarrei ihre umgebauten Räumlichkeiten – Bauprojekt Pfarreizentrum St. Maria – beziehen. Seither ist reges Leben in den Gemäuern, benutzen doch die verschiedensten Gruppen, vom Kleinkinderalter bis zu den Senioren, die Räume. Die Baukosten hielten sich bei einer Überschreitung von knapp 6 Prozent im Rahmen, und es darf der Baukommission, dem Architekten und den Handwerkern ein gutes Zeugnis ausgestellt werden, dass bei den Widerwärtigkeiten in der Bauphase die Kosten nicht aus dem Ruder liefen. In einer Bildpräsentation zeigte der Architekt Felix Aries den Werdegang des Umbaus auf. So stimmten anschliessend die Anwesenden ohne Gegenstimme der Bauabrechnung zu. Anders verhält es sich mit dem nächsten Bauprojekt in der Pfarrei St. Konrad. Die Gebäulichkeiten stehen unter Denkmalschutz, und eine Sanierung ist nur schwer durchführbar. So teilte der Kirchenstand das Projekt in zwei Teile auf und hat nun mit der Arbeit an der ersten Phase begonnen. Bei jedem Bauprojekt lauern aber immer wieder grössere Überraschungen. So stellte sich beim Ausbau eines Notausganges aus den Jugendräumen das alte Betonfundament des ehemaligen Baukranes in den Weg, das zuerst mühsam abgespitzt werden musste. Die Sanierung der Küche und des Pfarreisaales sind in Angriff genommen worden, erfordern aber noch einen Nachtragskredit, weil Heizung und Decke zusätzlich ins Projekt aufgenommen wurden. Mit grossem Mehr wurde dieser Kredit bewilligt. Das Flachdach wird ebenfalls noch ausserplanmässig saniert werden müssen, was nochmals grosse Summen verschlingen wird. Für den Rest der Renovation sind Baukommission und Architekt in engem Kontakt mit der Denkmalpflege, um eine vernünftige Lösung zu erreichen.

**Wechsel im Kirchenstand**
Seit sechs Jahren ist Andreas Textor im Kirchenstand tätig, die letzten beiden als Präsident. Weil er aus Schaffhausen wegzieht, musste für ihn ein Ersatz gefunden werden. Mit Marcel Sonderegger konnte der Kirchstand einen Nachfolger präsentieren. In seiner persönlichen Vorstellung zeigte sich Sonderegger begeistert davon, die spannenden Aufgaben der Kirchgemeinde in der Zukunft anzupacken. Mit Josef Montanari verlässt gleich ein zweites Kirchenstandsmitglied Schaffhausen. Die Versammlung wählte Urs Elsener, Pfarradministrator des Seelsorgeverbandes Schaffhausen-Stadt/Thayngen, als neues Mitglied in das Gremium. Mit grossem Applaus dankten die Kirchbürger den beiden scheidenden Mitgliedern für ihr Wirken im Dienst der Kirchgemeinde.

**Budget 2014 ist ausgeglichen**
Für die nächste Rechnungsperiode hat der Kirchenstand ein Budget vorgelegt, das auch von der GPK unterstützt wird. Einen Antrag, den Beitrag an die Jugendarbeit für Blauring und Jungwacht auflagenfrei um 10 000 Franken zu erhöhen, wurde von den Kirchbürgern nicht gutgeheissen. Der Finanzreferent erläuterte, dass Blauring und Jungwacht jeweils für ihre Projekte einen Antrag an den Kirchstand einreichen müssen. So sind die gesprochenen Gelder jeweils auch begründet.

**Auf dem Weg zum Pastoralraum**
Aus der jetzigen Zusammenarbeit zwischen den Kirchgemeinden Schaffhausen und Thayngen wird sich in Zukunft ein enges Verhältnis entwickeln. Bereits jetzt hat Pfarradministrator Urs Elsener die verantwortliche Leitung der drei Stadtpfarreien und von Thayngen übernommen. In den Pfarreien sind neu sogenannte Bezugspersonen erste Ansprechpartner vor Ort. Diese bilden zusammen mit Urs Elsener das Seelsorgeteam. So haben die beiden Kirchgemeinden einen Zusammenarbeitsvertrag ausgearbeitet. Die Kirchbürger stimmten dem Vertrag oppositionslos zu. Wenn die Kirchbürger von Thayngen nächste Woche ebenfalls zustimmen, kann der Vertrag ab 2014 in Kraft treten. Das Votum einer Kirchbürgerin, dass die Bischofskonferenz die staatskirchenrechtlichen Gremien abschaffen will, konnte der Präsident Andreas Textor entkräften, da sich im Dialog mit Bischof Felix Gmür keine solchen Pläne abzeichnen.

#Alt-Scaphusia

30. Oktober 2013 | Alfred Specht olim Rüebli

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Alfred Specht olim Rüebli
eidg. dipl. Berufsschullehrer
Generation 1936

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Urnenbeisetzung findet am Mittwoch den 13. November 2013, um 1500
im Waldfriedhof Schaffhausen statt.

Die studentische Totenehrung findet am Mittwoch, 13. November 2013, um
20.00 Uhr im Verbindungslokal statt.

#Allgemeines

9. Oktober 2013 | «Falken»-Wirt Tomislav Babic spannt mit Hombergerhaus zusammen

Schaffhauser Nachrichten; Region
von Mark Liebenberg

Anfang Oktober sind das öffentliche Restaurant, das Catering und das Betriebsrestaurant der Georg Fischer AG im traditionsreichen «Hombergerhaus» an der Ebnatstrasse von der SC Catering AG an die RTM Hotel & Restaurant von «Falken»-Wirt Tomislav Babic (Bild) übergegangen. Der seit Mitte 2010 im Ebnat waltende Geschäftsführer Christian Strassgschwandtner wird im «Hombergerhaus» jedoch als Geschäftsführer weiterbeschäftigt. So solle die Kontinuität gewährleistet werden, teilten gestern die Vermieterin, die Georg-Fischer-Stiftung «Hombergerhaus» und die beiden Gastrounternehmer mit. Die RTM-Gruppe, welche bereits die Brasserie Falken in der Altstadt und das «Bahnhofbuffet» führt, werde alle bisherigen Angestellten im «Hombergerhaus» übernehmen, teilt Babic auf Anfrage der SN mit. Entlassungen werde es keine geben.

**«Wir wollen die Nase vorn haben»**
«Es wird für Einzelkämpfer immer schwieriger», sagt Strassgschwandtner gegenüber den SN. Die Pläne für ein Zusammengehen seiner Firma SC Catering mit der RTM-Gruppe seien schon einige Zeit gereift. Synergien sieht der Herr im «Hombergerhaus» vorab im Personalbereich, aber auch im Einkauf. «Für die Kunden ändert sich nichts», fügt er an. Das Know-how seines Teams bleibe erhalten, und die Ansprechpersonen seien die gleichen. Vorteile sieht er vor allem im gemeinsamen Personalpool der beiden Unternehmen. Die RTM-Gruppe wird damit eines der grössten Gastrounternehmen der Region. Sie hält Anteile am «Bahnhofbuffet» und an einem Backpacker-Hotel in Romanshorn. «Das «Hombergerhaus» ist in der Lage, Caterings für bis zu 1700 Personen zu machen und ist damit der grösste Caterer in der Stadt», sagt Babic. «Wir wollen den Kunden in erster Linie eine grössere Flexibilität bei der Planung ihrer Anlässe geben – vom Geburtstag über die Hochzeit bis zur Generalversammlung. Das können wir dadurch, dass wir auch in der City präsent sind.» Babics RTM-Gruppe hatte sich schon vor fünf Jahren für das «Hombergerhaus» beworben. «Die Kunden haben bisher nur beschränkt wahrgenommen, dass es im «Hombergerhaus» erstens ein normales A-la-carte-Angebot gibt und dass zweitens eine grosse Zahl Parkplätze zur Verfügung stehen», sagt Babic. Dort bestehe Ausbaupotenzial. Ausbaufähig seien ausserdem der Bankettbereich im Hause und das Catering ausser Haus. Strassgschwandtner: «Da wollen wir künftig in der Region die Nase vorn haben.»

#Notizen zu Namen

3. Oktober 2013 | Urban Brütsch ersetzt Monika Weber im Grossen Rat

Radio Munot

Der Thurgauer Regierungsrat hat Urban Brütsch aus Diessenhofen als neues Mitglied des Grossen Rates für gewählt erklärt. Brütsch ersetzt ab sofort für die laufende Amtsperiode bis 2016 die Eschenzer CVP-Politikerin Monika Weber im Grossen Rat. Sie tritt aus beruflichen Gründen zurück.

#Notizen zu Namen

19. September 2013 | Das historische Gewissen von Herblingen

Schaffhauser Nachrichten
Jules Wetter

Die Geschichte des Dorfes Herblingen wäre wohl in Archiven verstaubt, hätte sich nicht der in Schleitheim gebürtige Trasadinger Ernst Wanner damit befasst. Seinem Interesse an Geschichte und seinem intensiven Schaffen als Lokalhistoriker ist es zu verdanken, dass die Herblinger Geschichte der Nachwelt erhalten geblieben ist. Mit Sachkenntnis, jahrelangem Quellenstudium und grossem Zeitaufwand hat Wanner der geschichtlichen Vergangenheit nachgespürt und dabei immer wieder einen Bezug zur Gegenwart aufgezeigt. Dadurch sind seine Veröffentlichungen in der Lokalpresse und seine Publikationen (Kasten) für die folgenden Generationen lesens- und erhaltenswert geblieben. Sein jahrzehntelanges unermüdliches Wirken in Gemeinde und Schule ist vielen Herblingern ebenso in Erinnerung wie seine liebenswürdig bescheidene Lebensart.

**Lehrer, Organist und Dirigent**
Aufgewachsen in Trasadingen, ist Lehrerssohn Ernst Wanner 1929 an die Mittelstufe der Schule Herblingen gewählt worden. Seine Lehrerausbildung absolvierte er am Seminar der Evangelischen Mittelschule im bündnerischen Schiers und an der Kantonsschule Schaffhausen. In der Studentenverbindung Scaphusia knüpfte und pflegte er Freundschaften, welche ein Leben lang hielten. Seine «Rucksackjahre» als Junglehrer absolvierte er im Waisenhaus Schaffhausen und bei der Danzas-Filiale in Genf.
1933 heiratete Ernst Wanner Marta Irminger von Thayngen. Das Ehepaar bewohnte mit Tochter und Sohn ein Eigenheim an der sonnigen Berghalde. Marta Wanner-Irminger, die ihren Gatten in all einen Tätigkeiten unterstützte und beflügelte, ist in ihrem hundertsten Lebensjahr verstorben. Bis zur seiner Pensionierung im Frühjahr 1972 formte Ernst Wanner während 42 Jahren als begnadeter Lehrer die Herblinger Jugend. Selber korrekt und streng, gab er ihnen wichtige Lebensgrundlagen mit. Bis 1956 im Schulhaus Trüllenbuck, nachher im neu erbauten Kreuzgutschulhaus. Dort übernahm
er die Oberstufe und wirkte ab 1964 als Vorsteher beider Schulhäuser.
1100 Aktivdiensttage leistete Fourier Wanner in der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Bei der damaligen Knappheit wohl kein leichtes Amt. Ernst Wanner stellte seine Fähigkeiten den Vereinen und Institutionen zur Verfügung. In der Kirchgemeinde während 26 Jahren als begabter Organist, ebensolang im Männerchor als beliebter Dirigent. Das Amt des Organisten durfte er an seine Ehefrau Marta weitergeben. Sie spielte das anspruchsvolle Instrument in der Dorfkirche während 23 Jahren im Vollamt und 26 Jahre als Stellvertreterin mit Freude und Begabung.

**Der Herblinger Historiker**
Ernst Wanner konnte alte Handschriften lesen und fand so leichteren Zugang zu den Dokumenten aus der Vergangenheit. Leider sind viele seiner geschichtlichen Studien nur einem kleinen Teil der Bevölkerung bekannt. Wer die Gelegenheit hat, die in wenigen Exemplaren von der Familie bewahrte, umfangreiche Manuskriptsammlung «Beiträge zur Geschichte von Herblingen» des Lokalhistorikers lesen zu dürfen, findet ein wahres Lexikon an geschichtlichen Gegebenheiten und Zusammenhängen, aber auch manch heitere Reminiszenz.
Über die prunkvolle Beerdigung von Baron Edward von Postle aus Ringsfeld in der englischen Grafschaft Suffolk, Burgherr auf Schloss Herblingen, am 23. Dezember 1869 steht im Separatdruck «Das Schloss Herblingen und seine Besitzer im 18. und 19. Jahrhundert» von Ernst Wanner: «Der Gemeinderat hat sich über den ausserordentlichen Aufwand dieser Bestattung beraten und dem Wunsch des Schlossherrn für eine Gruft an einem Ehrenplatz bei der Morgenseite der Kirche entsprochen.»
Der adelige Schlossherr mochte nicht bei den gewöhnlichen Herblingern liegen. «Es bewegte sich ein Trauerzug, wie man ihn noch nie gesehen hatte, vom Schloss her zur Kirche und nachher weit zahlreicher wieder zurück ins Schloss. Die Ratsherren von Herblingen und Stetten erhielten eine Einladung ins Herrenhaus, die Sänger von Herblingen und Stetten taten sich an den reich gedeckten Tischen im Pächterhaus gütlich. Es soll eine recht fröhliche Feier gewesen sein, die weit über Mitternacht hinaus gedauert habe.» In der Schlossgeschichte kann man auch lesen, dass um 1890 innerhalb der Schlossmauern im Weinberg des Besitzers, Chefredakteur Friedrich Volkmar Brückner von Arnstadt, 27 000 Rebstöcke standen. Der «Schlossbergler» sei im Dorfgasthaus Löwen ein sehr begehrter Rotwein gewesen. Lokalgeschichte war des Pädagogen Ernst Wanner grosse Leidenschaft.
Er ist mit seinen Chroniken zum Behüter und Bewahrer der Herblinger Geschichte geworden.

**Präsident in unruhiger Zeit**
Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus der Verantwortung des Staatsbürgers heraus, wurde Ernst Wanner Gemeindepolitiker. Als Nachfolger des in den Regierungsrat aufgestiegenen Franz Fischer wählten ihn die Herblinger am 22. Januar 1956 mit 289 Stimmen zum Gemeindepräsidenten, Gegenkandidat Willi Müller erhielt deren 97. In der damals stets wachsenden Vorortsgemeinde erforderte diese ehrenamtliche Funktion Fingerspitzengefühl und Einsatz. In seine Amtszeit fielen unter anderem der Bau des zweiten Kindergartens, die Quartierplanung Ifang-Hägliacker, der Ausbau der Wasserversorgung und die Vorarbeiten zur Erschliessung des Herblingertals als Industriequartier.
Es waren politisch unruhige Zeiten, denn 1961 begannen sich wiederum die Stimmen zu mehren, die eine Eingemeindung forderten. Ein Zusammenschluss mit der Stadt war nicht das Ding Ernst Wanners, des überzeugten Verfechters der Gemeindeautonomie. Er trat auf Ende 1961 zurück, um sich wieder ganz seinem Lehrerberuf zu widmen. Sein Nachfolger hiess Ruedi Specht, der letzte Gemeindepräsident von Herblingen. Konziliant wie Ernst Wanner war, hat er sich nicht im Groll der veränderten Situation verschlossen, sondern mit wachem Geist die neue Entwicklung verfolgt und mit seinen Beiträgen «Herblingen seit der Eingemeindung» weiterhin Anteil am Quartierleben genommen. In seiner neu gewonnenen freien Zeit konnte sich der begabte Handwerker wieder vermehrt seinem zweiten Talent, dem Schreinern von filigranen Möbelstücken, zuwenden. An den Folgen einer Alterskrankheit ist Ernst Wanner am 9. Dezember 1991 im Alter von 85 Jahren verstorben.

Quellen: Ernst Wanner, Beiträge zur Geschichte von Herblingen, Archiv der Familien Wanner


**Auszug aus den Publikationen von Ernst Wanner**
– Kirchengeschichte: Die erste Orgel, Die ersten Kirchenglocken
– 650 Jahre Kirche Herblingen
– Heiraten in früherer Zeit
– Herblinger Familiennamen
– Auswanderung der Herblinger von 1852/1854
– Spiegelbild aus dem Jahre 1857
– Brümsi, Gestefeld, von Postle, Besitzer von Schloss Herblingen
– Gennersbrunn
– Gemeindehäuser von Herblingen
– Gaststätten: Adler, Löwen, Hirschen, Falkeneck
– Häuser und Landsitze: Alte Kirche, Kreuzgut, Hohberggut, zur Stege
– Postwesen in Herblingen
– Wappen und Reben in Herblingen
– Geschichte Männerchor und Schiessverein
– Schulgeschichte von Herblingen
– Herblingen seit der Eingemeindung



Ernst Wanner, Historiker, Lehrer und Gemeindepräsident, 1906–1991.

#Notizen zu Namen

5. August 2013 | Das Leben als stete Weiterbildung

Schaffhauser Nachrichten
Ursula Junker

«Holiday bald für alle», leitete Rektor Urs Saxer die gestrige Maturfeier in der Kirche St. Johann ein und nahm damit Bezug auf das Thema des Trompetenensembles der Kanti, das den Anlass musikalisch eröffnete. Ihm folgte der Kammerchor, der einen «Contrapunto bestiale alla mente» setzte. Er freue sich über die fröhlichen Gesichter, betonte Erziehungsdirektor Christian Amsler und beglückwünschte die Maturandinnen und Maturanden. «Ihr alle habt das Zeugnis verdient, indem ihr reflektiert, gedacht und produziert habt», lobte er die 129 jungen Leute. Das Ziel sei zugleich auch der Start, so Amsler, der die Absolventinnen und Absolventen aufforderte, würdige Vertreterinnen und Vertreter des kleinen Kantons ennet dem Rhein zu werden.

**«Ihr seid live reif»**
Ein rhetorisches Feuerwerk entfachte daraufhin Simon Chen, der die Maturrede hielt. Er spielte mit den Worten und deren Bedeutung und setzte sie in neue Bezüge. Schaffhausen, das komme ja von schaffen, meinte er etwa und folgerte daraus, dass die Maturandinnen und Maturanden immer fleissig die Hausaufgaben gemacht hätten, was mit lautem Gelächter quittiert wurde. Er zitierte aus der Maturarbeit, die sich der Reife des Apfels verschrieben hatte, erwähnte die vier verschiedenen Reifestadien bis zu überreif und schloss mit der Bemerkung: «Hauptsache, ihr seid kein Fallobst.» Vom Apfel war für Chen der Weg nicht weit zum iMac und mithin zu den elektronischen Medien und zu Facebook. Auf das Profil darin anspielend, präsentierte er sich provokant von der Seite, sein reales Profil zeigend. «Ihr habt die Matura in natura und seid live reif», spielte er weiterhin auf die virtuelle Welt an. Nun aber schliesse eine Phase ab, und eine neue öffne sich. Mit Blick auf seinen eigenen Werdegang – Chen brach nach einigen Semestern sein Studium zugunsten der Schauspielschule ab – betonte er, dass das Leben aus Weiterbildung bestehe und man nie ausgelernt habe. Auf das Spiel mit Worten folgte Franz Liszts 3. Konzertetüde, bravourös gespielt von Nina Haug.

**Den richtigen Berg besteigen**
Dann nahte der ersehnte Augenblick: Saxer schritt zur Verteilung der Zeugnisse, wobei die Klassenbesten mit einem Präsent geehrt wurden. Als bester Maturand wurde Moritz Stocker zudem mit dem Anerkennungspreis der Stiftung Verbindung Munot durch Richard Ronner ausgezeichnet. Die Übergabe der Zeugnisse und des Preises wurde durch Auftritte der Jazz-Workshop-Band und des Vokalensembles aufgelockert. Wiederum in Anspielung auf den Songtext rief Saxer die Absolventen dazu auf, nun den richtigen Berg zu besteigen. Mit einem Dank an alle, die zum Gelingen der Maturfeier beigetragen hatten, schloss Saxer, ehe es zu Bölletünne und Tranksame ging.


**Abschluss 2013**
**Die Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Schaffhausen**

Jonas Aeschlimann, Beringen, beabsichtigte Ausbildung: Volkswirtschaftslehre; Serna Aydemir, Schaffhausen, Kommunikation und Medienwissenschaft; Cynthia Bär, Schaffhausen, Humanmedizin; Anita Baumann, Schaffhausen, Hebamme; Daniel Bertschinger, Schaffhausen, Mathematik; Alba Blatter, Schaffhausen, Erziehungswissenschaften; **Stefan Böhni, Stein am Rhein, Humanmedizin;** Andrej Bosnjak, Neunkirch, offen; Sanja Bradjan, Thayngen, Osteuropa-Studium; Yves Bradler, Thayngen, Geschichte; Vivienne Brunner, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule Primarstufe; Cédric Brütsch, Schaffhausen, Rechnergestützte Wissenschaften; Vera Bühl, Schaffhausen, Englische Sprach- und Literaturwissenschaften; Lukas Cavigelli, Stein am Rhein, Humanmedizin; Gian-Luca Courtin, Hallau, offen; Aline Decadt, Uhwiesen, Humanmedizin; Fabio Donisi, Stetten, Humanmedizin; Tomoya Dünki, Dachsen, Bewegungs- und Sportwissenschaften; Celia Fawcett, Schaffhausen, Humanmedizin; Jonas Finkler, Ramsen, Rechnergestützte Wissenschaften; Valentin Herbert Fischer, Schaffhausen, Betriebswirtschaftslehre; Patricia Fischer, Hemishofen, Wirtschaftswissenschaften; Fabian Fischer, Stetten, Informatik; Sara Flügge, Neunkirch, Primarstufe; Nadine Frei, Schaffhausen, Physiotherapie; Jan Fryscak, Schaffhausen, Humanmedizin; Max Gallmann, Schaffhausen, Trainee-Programm; Alina Garbin, Thayngen, Rechtswissenschaften; Johanna Gebrehgziabher, Schaffhausen, Psychologie; Lea Germann, Merishausen, Rechtswissenschaften; David Gmür, Schaffhausen, Mathematik; Victoria Graf, Stein am Rhein, Pädagogische Hochschule Primarstufe; Lukas Hächler, Beringen, Umweltingenieurwissenschaft; Nina Haug, Schaffhausen, Musik; Thea Heieck, Schaffhausen, Psychologie; Salome Hepfer, Schaffhausen, Lebensmitteltechnologie; Marc Herrmann, Neuhausen am Rheinfall, Rechtswissenschaften; Helene Hinnen, Neuhausen, Pädagogische Hochschule Primarstufe; Gianin Hoessly, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Judith Holderegger, Wilchingen, offen; Lisa-Marie Hüttenberger, Stein am Rhein, Kommunikation und Medienwissenschaft; Jasmin Hüttenkofer, Beringen, Betriebsökonomie; Arno Justus, Schaffhausen, offen; Jennifer Keller, Neuhausen am Rheinfall, Humanmedizin; Mark Kelly, Basadingen, Materialwissenschaften; Melania Klaiber, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Silvio Knapp, Wilchingen, Trainee- Programm; Alexandra Kohler, Schaffhausen, Hebamme; Michelle Koradi, Basadingen, offen; Lisa Krattiger, Beringen, Gesundheitswissenschaften und -technologie; Florin Krebser, Stetten, Betriebswirtschaftslehre; Jasmin Anastasia Kübler, Siblingen, Französische Sprach- und Literaturwissenschaften; Lionel Landucci, Uhwiesen, Internationale Beziehungen; Kathrin Loosli, Schaffhausen, Umweltwissenschaften; Helena Loretan, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Lisa Lüthi, Schaffhausen, Humanmedizin; Miriam Maron, Dörflingen, Erziehungswissenschaften; Katja Meier, Schaffhausen, Internationale Beziehungen; Michèlle Menzi, Neuhausen, Soziale Arbeit; Romy Meyer, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Andi Muharemi, Diessenhofen, Pädagogische Hochschule Sekundarstufe I; Florence Müller, Neunkirch, Pädagogische Hochschule Sekundarstufe I; Julia Müller, Schaffhausen, Soziologie und Kulturanthropologie; Franziska Müller, Löhningen, Osteuropastudien; Stefanie Näf, Schaffhausen, Französische Sprach- und Literaturwissenschaften; Anna Näf, Gächlingen, Pädagogische Hochschule Sekundarstufe I; Pearl-Lydia Nebah, Schaffhausen, Japanologie; Julia Nguyen, Feuerthalen, Maschineningenieurwissenschaften; Philippe Niklaus, Gächlingen, Betriebswirtschaftslehre; Sandro Orefice, Dörflingen, Rechtswissenschaften; Stefan Oster, Schaffhausen, Betriebswirtschaftslehre; **Denis Pfeifer, Beringen, Maschineningenieurwissenschaften;** Lukas Pfeiffer, Neuhausen am Rheinfall, Englische Sprach- und Literaturwissenschaften; **Alex Plüss, Schaffhausen, Biologie;** Marija Pusic, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule Sekundarstufe I; Anja Ragusa, Neuhausen am Rheinfall, Pädagogische Hochschule Primarstufe; Manuel Ramirez, Schaffhausen, Journalismus; Mara Elena Ricci, Schaffhausen, Trainee-Programm; Marko Ristic, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Xenia Ritzmann, Flurlingen, Rechtswissenschaften; Luca Roost, Schaffhausen, Geografie; Gianni Ruch, Schaffhausen, Materialwissenschaft; Meike-Silja Rüegg, Ramsen, Pädagogische Hochschule Primarstufe; Philipp Ruppli, Schaffhausen, Künste, Gestaltung und Design; Josua Rutishauser, Schaffhausen, Mathematik; Boletin Satri, Neuhausen, Betriebswirtschaftslehre; Isabel Sauter, Uhwiesen, Umweltwissenschaften; Céline Schlatter, Schaffhausen, Umweltwissenschaften; Claritta Schmökel, Schaffhausen, Humanmedizin; Corina Schneider, Hallau, Veterinärmedizin; Melanie Schwaninger, Beringen, Humanmedizin; Jann Schwaninger, Schaffhausen, Betriebswirtschaftslehre; Annina Schwarz, Stetten, Biologie; Lukas Schwendener, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Anush Sedgh Ardestani, Thayngen, Rechtswissenschaften; Ruben Sousa Costa, Schlatt TG, Banking und Finance; Hermann Stabel, Hallau, Soziale Arbeit; Kathi Stahel, Beringen, Musik; Matthias Stähle, Neunkirch, Umweltwissenschaften; Sarah Stähle, Beringen, Architektur; Johannes Stamm, Stein am Rhein, Rechtswissenschaften; Nina Stamm, Schleitheim, Nordische Sprach- und Literaturwissenschaften; Michael Omar Stefaner, Neuhausen am Rheinfall, Musik; Melvin Samson, Steiger, Rüdlingen, Kunstgeschichte/Philosophie; **Kevin Steiger, Schaffhausen, Humanmedizin;** Oliver Steinemann, Schaffhausen, Betriebswirtschaftslehre; Adrian Steiner, Schaffhausen, Humanmedizin; Moritz Stocker, Schaffhausen, Mathematik; Ursina Storrer, Schaffhausen, Literaturwissenschaften; Anna Tanner, Hemishofen, Betriebswirtschaftslehre; Fabienne Thierstein, Neuhausen, Psychologie/Soziologie/Philosophie; Remo Thommen, Schaffhausen, offen; Rahel Thurnheer, Schaffhausen, Sekundarstufe I; Fiona Tinner, Schaffhausen, Humanmedizin; Daniel Turegard, Schaffhausen, Maschineningenieurwissenschaften; Sandrine Ullmann, Schaffhausen, Internationale Beziehungen; Tobias Urech, Schaffhausen, Religionswissenschaft; Laurin Van der Haegen, Schaffhausen, offen; Marija Vasic, Neuhausen, Rechtswissenschaften; Dominique Vogt, Dachsen, Rechtswissenschaften; Alexander von Stegmann, Thayngen, Maschineningenieurwissenschaften; Anja Walther, Wilchingen, Altertumswissenschaften; Liliane Wanner, Rüdlingen, Pädagogische Hochschule Primarstufe; Stephanie Wichmann, Hemmental, offen; Julia Zechner, Beringen, Betriebswirtschaftslehre; Bianca Zeller, Schaffhausen, Humanmedizin; Nino Zubler, Schaffhausen, offen; **Lukas Zulauf, Schaffhausen, Biologie;** Oliver Zürcher, Schaffhausen, Architektur.

#Allgemeines

30. Juli 2013 | Der Alkoholkonsum in der Schweiz sinkt weiter

Schaffhauser Nachrichten
(sda)

Jede Bewohnerin und jeder Bewohner trank 2012 im Schnitt umgerechnet 8,4 Liter reinen Alkohol. 2011 waren es 8,5 Liter gewesen. Der Stand des Alkoholkonsums liegt heute so tief wie zuletzt Anfang der Fünfzigerjahre, wie die Eidgenössische Alkoholverwaltung am Montag mitteilte. Zum Vergleich: In den Achtzigerjahren trank die Bevölkerung pro Kopf jährlich umgerechnet rund 11 Liter reinen Alkohol. Das ist rund ein Drittel mehr als heute.

**Vor allem der Weinkonsum sinkt**
In Wein- und Biermengen ausgedrückt, bedeutet der Rückgang um einen Deziliter, dass pro Kopf rund ein Liter weniger Wein und ein halber Liter weniger Bier getrunken wird pro Jahr. Durch die durchschnittliche Kehle flossen somit 36 Liter Wein und 56,5 Liter Bier. Wegen des höheren Alkoholgehalts ist die Abnahme fast ausschliesslich auf den geringeren Weinkonsum zurückzuführen. Bei den Spirituosen gab es dagegen praktisch keine Veränderung: Der Durchschnittskonsum beläuft sich auf 3,9 Liter, was 1,6 Liter reinen Alkohols entspricht. In den vergangenen zehn Jahren blieb die Entwicklung bei den Schnäpsen konstant.

**250 000 Personen alkoholsüchtig**
Auch wenn der Alkoholkonsum insgesamt abnimmt, gilt das nicht für alle Teile der Bevölkerung, wie die Alkoholverwaltung zu bedenken gibt. Der Alkoholkonsum einzelner Bevölkerungsgruppen sei nach wie vor problematisch. Rund 250 000 Personen gelten nach groben Schätzungen des Bundes aus dem Jahr 2010 als alkoholabhängig – das sind ungefähr drei Prozent der Bevölkerung.

**«Risikoreiches» Trinken verbreitet**
Allerdings zeigen laut dem Suchtmonitoring des Bundesamtes für Gesundheit fast 20 Prozent der Bevölkerung «episodisch risikoreichen Konsum». Das heisst, sie trinken mindestens einmal monatlich vier (Frauen) bis fünf (Männer) alkoholische Getränke auf einmal.

#Allgemeines

20. Juli 2013 | Alkohol auf dem Rhein: Noch gelten 0,8 Promille

Schaffhauser Nachrichten
zge

Auf der Strasse gelten in der ganzen Schweiz die gleichen Verkehrsregeln und Strafen. Auf dem Wasser hingegen gibt es viele unterschiedliche Regelungen – auch, was den Alkohol angeht. Auf gewissen Gewässern gibt es heute nicht einmal klare Promillegrenzen. Nun soll schweizweit einheitlich auf dem Wasser ein Grenzwert von 0,5 Promille gelten, analog zum Strassenverkehr.
Die Regelung, sie soll ab 2014 in Kraft treten, hat für einigen Unmut gesorgt. Umstritten ist nicht die Promillegrenze an sich, sondern, wer dieser unterstellt ist. Einerseits gilt der Grenzwert unter Umständen für alle Leute auf einem Gefährt, andererseits ist laut den Gegnern der Verordnung nicht klar definiert, für welche Art von Fahrzeugen die Regeln gelten. Sie fürchten, dass auch Freizeitkapitäne in Gummibooten belangt werden können. Auf dem Bodensee und dem Rhein bis zur Feuerthalerbrücke in Schaffhausen ist klar geregelt, wie viel man intus haben darf: Führer von Fracht- und Kursschiffen maximal 0,1 Promille, alle anderen 0,8 Promille. Dies geht aus der sogenannten Bodenseeschifffahrts-Ordnung (VSO) aus dem Jahr 1976 hervor. Diese Grenze ist recht hoch: Ein 70 Kilo schwerer Mann kann innert zwei Stunden über einen Liter Bier trinken. Unklar ist allerdings, welche Freizeitnutzer des Rheins unter die Regelung fallen. Die VSO definiert ein Fahrzeug sehr breit als «Binnenschiffe, einschliesslich Boote und Fähren, andere zur Fortbewegung bestimmte Schwimmkörper sowie schwimmende Geräte». Legt man diesen Passus eng aus, dann fällt so ziemlich jedes Boot und Brett in die Regelung. In der Praxis aber ist es nicht so, dass die Schaffhauser Polizei Freizeitkapitäne en masse ins Röhrchen blasen lässt. «Dafür hätten wir gar keine Kapazität», sagt Mediensprecherin Anja Schudel. «Für uns ist allgemein die Sicherheit auf dem Rhein ein grosses Thema», sagt sie. «Alkohol ist nur ein Teil davon. Wichtig ist zum Beispiel auch, dass die Ausrüstung komplett ist. Und wir überprüfen, ob die Bootsführer die entsprechenden Ausweise vorweisen können.» In den letzten zwei Jahren habe es keine einzige Verzeigung wegen zu viel Alkohols gegeben. Dies heisst aber nicht, dass es einen Freipass für Blaufahrten auf dem Rhein gibt: Wenn einer bei einer Kontrolle oder gar einem Unfall eine Fahne hat, dann wird gemessen. Offen bleibt an dieser Stelle, was die Konsequenzen für betrunkene Bootsführer sind: Wie hoch die Strafe ist und ob eine Bootsfahrt mit zu viel Alkohol dazu führen kann, dass einem der Führerschein für die Strasse entzogen wird. Die Staatsanwaltschaft Schaffhausen konnte wegen Überlastung zu diesen Fragen keine Stellung nehmen.

#Notizen zu Namen

10. Juli 2013 | Der Erste Staatsanwalt mit etwas «Puck»

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

**SN-Sommerserie: Bank-Geschichten (I), heute: Die Anklagebank mit Peter Sticher, Erster Staatsanwalt**

Wenn Peter Sticher im Kantonsratssaal steht und «Danke» sagt, wird es unangenehm. Mit diesem Wort beendet Sticher, Erster Staatsanwalt des Kantons Schaffhausen, vor Gericht jeweils sein Plädoyer, in dem er die Tat des Angeklagten darlegt und eine Strafe fordert. Busse, Geldstrafe bedingt oder unbedingt, Freiheitsstrafe bedingt oder unbedingt. Doch heute ist kein Angeklagter links in der zweiten Bankreihe, auf der SN-Bank sitzt, aufrecht und wie immer im dunklen Anzug, Peter Sticher, 50, Mitglied der Schneiderzunft und des Lions Club Schaffhausen, FDP-Mitglied, Altherr der Scaphusia, und sagt: «Ja, extrem», wenn man ihn fragt, ob er ein ehrlicher Mensch ist. Etwas später schaut Peter Sticher auf die Fingernägel seiner rechten Hand, wie er es bei Fragen zum Privatleben immer tun wird. «Was mein Laster ist?», wiederholt er die Frage, um Zeit zu gewinnen.
2012 wurden rund 8000 Fälle von der Staatsanwaltschaft erledigt, 6380 Fälle wurden mit einem Strafbefehl erledigt, in 130 Fällen wurde Anklage erhoben und ein Gerichtsverfahren durchgeführt, 1278 Verfahren wurden eingestellt. Nicht lügen, nicht bei Rot über die Strasse, nicht zu schnell Auto fahren, «ich bin ein sehr korrekter Mensch», sagt Staatsanwalt Sticher. Das muss sein, denn die Machtfülle eines Staatsanwaltes ist gross: Er kann Personen jederzeit festnehmen, Häuser und Betriebe durchsuchen lassen, Vermögenswerte sperren und Telefonkontakte rückwirkend auswerten lassen. «Da muss man korrekt sein», wiederholt Sticher. Seine letzte Verkehrsbusse liegt jetzt zwei Monate zurück, als er sein Auto am falschen Ort parkierte, weil es pressierte hatte, als er an einen Handballmatch wollte. «Viel mehr als eine Parkbusse liegt bei mir nicht drin», sagt er, «schliesslich bin ich im Schaufenster.» Und da ist Peter Sticher schon länger: 1990 kam er ans Gericht, 1991 bis 1994 war er Gerichtsschreiber, Kündigung Ende Januar 1994, um auf die Anwaltsprüfung zu lernen. Nach erfolgreichem Bestehen ab 1. Juni 1994 Untersuchungsrichter bis Juli 2003, Staatsanwalt seit August 2003 bis 31. Dezember 2010, Erster Staatsanwalt seit 1. Januar 2011 – Peter Sticher weiss all diese Daten auswendig. In 20 Jahren als Strafverfolger hat er nicht eine Einvernahme durchgeführt, ohne sich vorher genau vorzubereiten. Er sagt: «Ja, ich bin sehr strukturiert.» Eine Person aus seinem Umfeld nennt es «Freude an Details»: Peter Sticher mag Ordnung, egal ob es um das Gesetz oder seinen Schreibtisch geht. Er reagiert immer sofort auf Mails. Und fragt jetzt, vor dem Foto, ob die Krawatte sitzt. Überraschungen mag er im Privaten, «hier drin», sagt er und dreht sich zum Saal um, «eher nicht». Die letzte liegt nur wenige Tag zurück: Dass ein Zuschauer während des Prozesses um Erich S. aufstand und ihn beschimpfte, liess Sticher vollkommen ungerührt am Rednerpult über sich ergehen, die echte Überraschung war der Entscheid es Kantonsgerichts. Unvorbereitet war Sticher aber nicht, für den Fall einer sofortigen Freilassung hatte er bereits eine sauber abgetippte Beschwerde in seiner schwarzen Aktenmappe dabei.

**Vulgo «Puck»**
Trotzdem gehören Unwägbarkeiten zum Beruf, denn auch der Erste Staatsanwalt muss Pikett leisten und wird dann zuweilen von der Polizei zu jeder Tages- und Nachtzeit informiert: Ein Toter in einer Wohnung, Anruf beim Pikett-Staatsanwalt. Mehrere Verletzte bei einem Zugunglück, Anruf beim Pikett-Staatsanwalt. Ein schwerer Raubüberfall, Anruf beim Pikett-Staatsanwalt. Nach einem solchen Vorfall sähen die nächsten fünf bis sechs Wochen völlig anders aus als geplant, erzählt Sticher – und plötzlich schwingt da etwas anderes mit: eine Lust am Unvorhersehbaren. «Das ist schon das Spannende an diesem Beruf», sagt er, und da hört man «Stichi», wie ihn seine Freunde nennen, heraus. Und der in der Studentenverbindung Scaphusia in Anlehnung an Shakespeares «Sommernachtstraum» den Vulgo «Puck» erhalten hat: Die Figur des Puck, ein kleiner Elf, der mit seinen Scherzen das Publikum unterhält, aber auch viel Verwirrung stiftet, passt nur auf den ersten Blick nicht zum ernsten Chefankläger. Sobald Peter Sticher dieses offene, jungenhafte Lachen lacht, ist Puck da. Hauptgrund für den Verbindungsnamen waren aber körperliche Merkmale: Bis ins Alter von 17 Jahren war er nur 1,60 Meter gross, in den Jahren danach ist er noch 18 Zentimeter gewachsen. Und das nicht nur im körperlichen Sinn: Seine Mutter, früher Ärztin, mit der er zweimal in der Woche über Mittag essen geht, sagt manchmal: «Du hast es weit gebracht», Sticher blickt wieder kurz auf seine Finger. «Sind schöne Ferien ein Laster?», fragt er dann. Puck hätte Sticher auch heissen können, weil er in seinen Jugendjahren Eishockey gespielt hat: Überhaupt war und ist Sport für ihn wichtig, Skifahren, Ausdauer, etwa ein Dutzend Mal absolvierte er den Schaffhauser Triathlon und den Transrandenlauf, früher lief er Marathon, seine Bestzeit betrug sehr respektable 3 Stunden 43 Minuten, aber das sei 20 Jahre her, sagt er. Die Staatsanwaltschaft gehört zu den fünf grössten Abteilungen des Kantons, wenn man Peter Sticher, früher Major in einem Panzerbataillon, im Gerichtssaal selbstbewusst sprechen und mit Schärfe beantragen hört, ist man überrascht, wenn er sagt: «Man kann sagen, dass ich einen kooperativen Führungsstil habe.» Ein Mitarbeiter bestätigt das aber, «zuerst wird diskutiert, dann entschieden». Bleibt die Frage nach dem Laster. Peter Sticher verspricht, sich per Mail zu melden. Es ist Puck, der den kurzen Text schickt: «Unterliegt dem Amtsgeheimnis ;-).»

**Zur Person: Peter Sticher, Erster Staatsanwalt**
*Kindheit* An der Steigstrasse, Fussballspielen in der Promenade, Mitglied im Eishockeyclub
*Übernamen* Stichi, Puck
*Erster Berufswunsch* Profisportler
*Werdegang* B-Matur, 2 Jahre Militär, Jurastudium in St. Gallen, Gerichtsschreiber, Untersuchungsrichter, Staatsanwalt, Erster Staatsanwalt
*Laster und Leidenschaften* Sport – aktiv und passiv – ist Peter Stichers grosse Leidenschaft. Das Laster «unterliegt dem Amtsgeheimnis».
(rob)



«Hier drin eher nicht»: Peter Sticher mag Überraschungen im Kantonsratsaal, in dem auch das Kantonsgericht tagt, nicht.
Bild Selwyn Hoffmann

#Alt-Scaphusia

11. Juni 2013 | Walter Indermaur olim Zech

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Walter Indermaur olim Zech
Sekundarlehrer
Generation 1964

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier findet am Montag den 17. Juni 2013, um 1400 in der
reformierten Kirche in Unterstammheim statt.

Die studentische Totenehrung findet am Mittwoch, 14. August 2013, um
20.00 Uhr im Verbindungslokal statt.

#Allgemeines

10. Juni 2013 | Über 1000 Leute haben die Brauerei Falken besucht

Schaffhauser Nachrichten
Von Zeno Geisseler

Bei schönstem Wetter hat die Schaffhauser Brauerei Falken am Samstag zum Tag der offenen Tür eingeladen. Etwas über 1000 Personen nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Traditionsbetriebs zu blicken. «Das sind zwar nicht ganz so viele gewesen, wie wir erwartet hatten», sagte Hans-Peter Schneider, Leiter Marketing & Verkauf, «dafür waren die, die gekommen waren, hell begeistert und stellten viele Fragen.»
Im Mittelpunkt des Anlasses stand das neue Dosenkompetenzzentrum, welches Ende November 2012 eröffnet worden war und als modernste Dosenabfüllanlage Europas gilt. 15 000 Dosen können pro Stunde auf der Anlage abgefüllt werden – neben Falken nutzen auch andere unabhängige Schweizer Brauereien die Anlage. Auf einem Rundgang konnten die Besucher hautnah erleben, wie das Bier in die Dosen kommt. Auch andere Teile der Brauerei standen den Besuchern offen, so das Sudhaus, das kleine, aber feine betriebseigene Museum und das Lager. Am Schluss des Rundgangs wartete eine gemütliche Festbeiz mit Livemusik. Für jede Besucherin und jeden Besucher gab es eine Wurst und ein Getränk auf Kosten des Hauses.