#Allgemeines

16. Mai 2015 | Alkoholkontrollen für motorlose Boot

Schaffhauser Nachrichten


06. Mai 2015

**Sache : … Sächeli Von Alkoholkontrollen auf dem Wasser, Drohnenhonig, Eisenhalder Zunftwy, Lob und Einkaufswägeli [Ausschnitt]**
(lbb)

Die Weidlingssaison hat schon wieder angefangen und die Frage der Alkoholkontrollen bewegt auch die Gemüter der Stachler. Hans Bendel, seit über 70 Jahren mit dem Stachelweidling auf dem Rhein unterwegs, ist kein Freund von Polizeikontrollen auf dem Wasser, seit er vor über 40 Jahren nächtens mit dem Weidlingen bei Diessenhofen kontrolliert wurde. Er hatte damals kein Licht an Bord, und ein Polizeiboot näherte sich dem Weidling: «Halten Sie mal an!» rief der Polizist Bendel zu. Geklärt wurde die Sache – logischerweise – dann erst am Ufer. Und Bendel musste am Ende des Gesprächs noch etwas mehr zahlen, wegen Beamtenbeleidigung … (rob) · Bei der enorm gut besuchten Vernissage zur Sonderausstellung «Bienen. Bedrohte Wunderwelt», des Museums zu Allerheiligen vergangene Woche im Kräutergarten der Klosteranlage Allerheiligen drohten die Wolken jederzeit zu brechen – was beinahe eine verregnete Festgesellschaft zur Folge gehabt hätte. Echte Bienen zeigten sich unter diesen Umständen an der Veranstaltung keine – abgesehen von den humanen, duften zweibeinigen. Zu Scherzen aufgelegt war dafür Stadtrat Urs Hunziker, der sich zu Beginn seiner Ansprache mit der Hand auf den Nacken schlug und behauptete: «Jetzt hat mich doch noch eine erwischt!


16. Mai 2015

**Immer langsam**

von Robin Blanck

Eine Frage beschäftigt die- ser Tage die Gemüter von Motorbootkapitänen und Stachlern: Sollen motorlose Boote von Atemalkoholtests ausgenommen werden, oder müssen alle Bootsführer gleichermassen ins Röhrli blasen? Bis vor Kurzem stellte sich die Frage nicht, denn die gelebte Praxis sah so aus: Alkoholkontrollen werden bei Führern motorloser Boote nur dann durchgeführt, wenn sie Verkehrsregeln grob verletzen oder sich ein Unfall ereignet hat. Weil der Bund künftig Atemalkoholtests auf dem Wasser zulassen will und dafür das Binnenschifffahrtsgesetz revidiert, wurde plötzlich auch die Frage nach der Kontrolltätigkeit neu aufgerollt. Den Stein ins Rollen brachte schliesslich die Schaffhauser Regierung, die sich in der Vernehmlassung dafür eingesetzt hat, dass Stachelweidlinge und andere motorlose Boote von den Kontrollen ausgenommen werden. Diese Unterscheidung, die noch nicht beschlossen ist, rief den Präsidenten des Motorboot Clubs Schaffhausen auf den Plan, der verlangte, alle Bootsführer zu kontrollieren, was wiederum die Stachler entschieden ablehnen.

**Gleiches Recht – aber nur bei gleicher Ausgangslage**
Gleiches Recht für alle: Nach diesem Grundsatz wird nun verlangt, dass auch Führer motorloser Boote kontrolliert werden. Gleichbehandlung ist an sich ein sinnvoller Grundsatz, der heute leider aber zu oft als oberstes Prinzip gesetzt wird – unabhängig davon, ob Äpfel mit Birnen verglichen werden. Das geschieht auch in dieser Diskussion: Es ist nicht dasselbe, ob man mit oder ohne Motor auf dem Wasser unterwegs ist. Der Unterschied ergibt sich aus dem höheren Tempo, mit dem auch mehr Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer verbunden sind – ein Grundsatz der gesamten Verkehrsgesetzgebung. Schon das allein rechtfertigt eine unterschiedliche Behandlung der beiden Arten von Schiffsführern. Unterstrichen wird die Differenz zwischen den beiden Kategorien zudem durch den Umstand, dass das Führen eines Stachelweidlings keinen Ausweis erfordert. Natürlich treibt ein motorloser Weidling gleich schnell flussabwärts wie ein Motorboot mit ausgeschaltetem Antrieb. Aber auch diese Argumentation greift nicht: Zum Anlegen wird der Antrieb des Motorbootes wieder eingeschaltet. Überdies gibt es ein weiteres Argument für die Ausnahmeregelung: die Stachler selbst.

**Stachler gaben bisher keinen Anlass zur Klage**
Die Personen, die Stachelweidlinge führen, zeichnen sich in der Regel durch zwei Eigenschaften aus: Sie sind meist nicht besonders risikofreudige Zeitgenossen und haben langjährige Erfahrung mit dem Rhein und dem Bootsverkehr. Mit selbst gewählter Bedächtigkeit drücken Stachler das Holzboot das flache Ufer entlang rheinaufwärts. Die Fortbewegung ist mit erheblichem Kraftaufwand verbunden, was den Wunsch nach unnötigen oder gar gewagten Manövern deutlich reduziert. Die erwähnte Vertrautheit mit dem Gewässer ergibt sich daraus, dass schon das Erlernen des Stachelns wiederholtes Üben zwingend erfordert. Weitergegeben wird diese Fertigkeit zudem unter Anweisung einer Person, die selber mit dem Stacheln und dem Rhein gut vertraut ist. Dies alles sorgt insgesamt dafür, dass die Stachler in der Regel erfahrene, berechenbare und unproblematische Verkehrsteilnehmer sind, wie die Kapitäne der URh werden bestätigen können. Das bedeutet: Aufgrund der bisherigen Erfahrungen gibt es keinen Anlass, von der Praxis, motorlose Weidlinge nur mit Grund zu kontrollieren, abzuweichen.

**Menschenverstand nicht einfach absaufen lassen**
Nun mag man trotzdem einwenden, dass mit Alkoholkontrollen aller Schiffsführer die Sicherheit auf dem Rhein weiter erhöht werden könnte – und hätte damit natürlich vollkommen recht. Wer aber so argumentiert, verkennt, dass der Zugewinn an Sicherheit in keinem sinnvollen Verhältnis zum damit verbundenen zusätzlichen Eingriff in die individuelle Freiheit steht. Denn wäre das der neue Standard, müssten auch bei weiteren potenziell gefährlichen Tätigkeiten Alkoholkontrollen eingeführt werden: Schwimmen, Grillieren, Fussball spielen, aber auch Gemüserüsten, Bedienen eines Rasenmähers oder Reinigen von Fenstern. Warum wir das nicht tun? Weil wir auf Eigenverantwortung und die Vernunft der Menschen setzen. Darauf sollten wir nicht ausgerechnet bei den Stachlern verzichten.


16. Mai 2015

**Gleichbehandlung aller Schiffsführer**

Peter Dörig, Schaffhausen
*Zu «Mit Muskelkraft gegen Atemlufttests», SN vom 13. 5.*

Ich bin für die Gleichbehandlung aller Schiffsführer und habe Mühe mit der Argumentation der stachelnden Juristen. Eine Wiffe kümmert keinen Deut, ob mit oder ohne Motor. Und kann jemand, der genug gebechert hat, einfach den Motor abstellen, sich den Rhein hinunter- treiben lassen und alsdann auch keine Fremdgefährdung mehr darstellen?


20. Mai 2015
**Einsame Spitze für Stachelweidlinge**

*Ein Herz für Stachler hat die Schaffhauser Regierung mit ihrer Stellungnahme gegen Alkoholkontrollen gezeigt. Mit ihrer Forderung ist sie aber allein auf hoher See.*

von Robin Blanck

Noch wartet man gespannt darauf, wie es mit der umstrittenen Teilrevision des Binnenschifffahrtsgesetzes weitergeht und wie sich die Frage entscheidet, ob der Bund Stachelweidlinge von Atemalkoholkontrollen ausnehmen will oder nicht. Klar ist, dass sich die Schaffhauser Regierung für eine solche Ausnahmeregelung eingesetzt hat, klar ist aber ebenso, dass das Bundesamt für Verkehr (BAV) auch die anderen Antworten aus der umfangreichen Vernehmlassung in die Beurteilung wird einfliessen lassen: Zur Stellungnahme eingeladen wurden 93 Körperschaften, vom Verkehrsclub der Schweiz bis zum Schweizerischen Verband für Frauenrechte. Besonderes Gewicht kommt aber den Stellungnahmen der Kantone zu. Aber wie haben die Schaffhauser Nachbarkantone, zu deren Hoheitsgebiet auch ein Teil des Rheins gehört, sich zum Thema geäussert?
Weil die südliche Hälfte des Rheins zwischen Paradies und Untersee zum Thurgau gehört, ist der östliche Nachbarkanton besonders stark involviert: Die Regierung in Frauenfeld hat es in ihrer Antwort grundsätzlich begrüsst, dass die Feststellung der Fahrfähigkeit für Schiffsführer den Regelungen auf der Strasse angepasst wird. Gleichzeitig hat die Regierung aber auch hervorgehoben, dass «Ausnahmen für bestimmte ‹motorlose Schiffe› klar geregelt werden müssen». Denn schon die Bezeichnung «motorlose Schiffe» sei eine neue Begrifflichkeit, welche bisher in der Gesetzgebung nicht verwendet werde und deshalb zu Unsicherheiten führen könne. Deshalb wurde beantragt, auf die Begriffsbestimmungen der Binnenschifffahrtsordnung zurückzugreifen, welche allerdings 21 Kategorien umfasst. Aber: Aussagen dazu, welche Fahrzeuge in den Augen der Thurgauer Regierung von den Kontrollen ausgenommen werden sollen, gab es nicht, auch Weidlinge werden nicht erwähnt: «Der Regierungsrat hatte bei seiner Stellungnahme zu den Ausnahmen keine bestimmten Fahrzeugarten im Auge, er wollte einfach klare Regelungen für den Vollzug», so Stephan Felber, Generalsekretär des Thurgauer Departements für Justiz und Sicherheit. Konkret: Für die Seepolizei müsse klar sein, bei welchen Fahrzeugen die verantwortlichen Personen unter die neuen Bestimmungen fallen. Diese Grenze zu ziehen, sei nun Sache des Bundesgesetzgebers. Zum Kanton Zürich gehört – mit gewissen Einschränkungen – die südliche Rheinhälfte zwischen der A4-Schrägseilbrücke in Schaffhausen bis nach Eglisau, von dort verläuft der Rhein ganz auf Zürcher Gebiet: Die Zürcher Regierung hat sich in ihrer Stellungnahme lediglich dafür ausgesprochen, dass gewisse Schiffsführer von der Überprüfung der Fahrfähigkeit ausgenommen werden sollen – detaillierter hat sich aber die Zürcher Exekutive nicht zum Thema geäussert. Das gilt übrigens auch für die weiteren Kantone entlang der Schweizer Rheinstrecke: In ihrer Stellungnahme begrüssen sowohl der Kanton Aargau als auch Basel-Stadt die Absichten des Bundes, überlassen es aber völlig der Weisheit des BAV, allfällige Ausnahmen zu gewähren. Mit anderen Worten: Mit seiner Forderung nach einer expliziten Ausnahmeregelung für Stachelweidlinge, wie sie auch in den erwähnten Rheinabschnitten vorkommen, steht der Kanton Schaffhausen bisher allein da.


20. Mai 2015

**Zuerst einmal die Gesetze kennen**

Hans Schärrer, Neuhausen am Rheinfall
*Zu «Stachler stellen sich gegen eine Ausweitung der Alkoholkontrollen», SN vom 13. 5.*

Wer sich lautstark über allfällige Blutalkoholproben für Weidlingsfahrer aufregt, sollte sich vorher über die gesetzlichen Grundlagen im Klaren sein. Auf dem Rhein zwischen Stein am Rhein und Rheinbrücke Schaffhausen gilt die Bodenseeschifffahrtsverordnung (BSO) und nicht die schweizerische Binnenschifffahrtsverordnung (BSV). In der BSO ist seit spätestens 2004 ein Alkoholgrenzwert von 0,8 Promille für Schiffsführer festgelegt (Art 6.01, Absatz 3). Eine Unterscheidung zwischen Schiffen mit oder ohne Maschinen- antrieb wird nicht gemacht. So weit zur Regelung für den Rhein oberhalb Rheinbrücke Schaffhausen. Interessant ist übrigens, dass im Schweizerischen Binnenschifffahrtsgesetz in Art 24b seit mindestens 2013 Folgendes geregelt ist: «Wer ein Schiff führt oder an dessen Führung beteiligt ist oder einen nautischen Dienst an Bord des Schiffes ausübt, kann einer Atemalkoholprobe unterzogen werden.» Auch hier: Keine Unterscheidung zwischen Schiffen mit Maschinenantrieb und solchen ohne Maschinenantrieb. Was soll das ganze Geschrei also? Für mich bedenklich ist die Tatsache, dass Bootsführer (ob mit oder ohne Motor unterwegs) auf dem Rhein anscheinend keine Ahnung über die geltenden gesetzlichen Regelungen haben.


20. Mai 2015

**Verlorene Flüssigkeit ausgleichen**

Max Zimmermann, Schaffhausen
*Zum Leserbrief «Gleichbehandlung von Schiffsführern», SN vom 16. 5.*

Diesmal ist der Schuss daneben «ghörig», von einem Schützen namens Dörig! Ein Vergleich zwischen Motorbootführer und Stachler oder Kanute ist nicht möglich und vor allem nicht politisch. Wer selbst einen Weidling bei mittlerem Wasserstand des Rheins zum Beispiel bis zum Schaaren gezogen und gestachelt hat, der weiss, wie viel eigene Muskelkraft dafür benötigt wird. Dasselbe gilt für Kanuten. Demgegenüber muss ein Motorbootführer für die Fortbewegung je nach Motorart lediglich einen Schalter betätigen oder den Motor ankicken und braucht für das Steuern kaum mehr Kraft. In beiden Fällen wird aber Flüssigkeit verbraucht, die allerdings nur bei Muskeleinsatz und speziell an heissen Sommertagen tüchtig ausgeglichen werden muss. Wer nach einer Fahrt den Weidling allein an seinem Pfahl festzubinden hat, weiss auch, dass dieses Unterfangen dann nur mit klaren Sinnen möglich ist. Wenn politisch eher linkslastige Leute sich dafür einsetzen, ein Alkoholverbot für Langsambootsführer zu verhindern, so hat dies kaum mit politischer Haltung zu tun. Es zeigt, dass sie irgendwie begriffen haben, was mit eigener Muskelkraft und ohne fremde Hilfe erreicht werden kann, auch wenn es sich hier nur um eigenes Vergnügen handelt.


23. Mai 2015

**Stachler gleich behandeln**

John Trapletti, Schaffhausen
*Zu «Regierung kämpft allein für Stachler», SN vom 20. 5.*

Führer von motorlosen Booten sollten gleich behandelt werden wie Velofahrer auf der Strasse. Auch diese müssen sich an die gleichen Alkoholgrenzwerte halten wie Autofahrer, darum ist es für mich naheliegend, dies bei Stachlern gleich zu handhaben.

#Allgemeines

13. Mai 2015 | Stachler stellen sich gegen eine Ausweitung der Alkoholkontrollen

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

Die Reaktionen aus der Stachlergemeinde fallen deutlich aus: Dass künftig auch Führer von Stachelweidlingen zum Atemlufttest antraben sollen, wird als «Unsinn», «übertrieben» oder gar als «Witz» bezeichnet. Nachdem sich kürzlich der Präsident des Motorboot-Clubs Schaffhausen für eine Gleichbehandlung aller Schiffsführer unabhängig von der Antriebsfrage ausgesprochen hat, nehmen nun Stachler zu dieser Idee Stellung.

**Selbstgefährdung erlaubt**
Tenor der Argumentation: Eine Gleichbehandlung von motorlosen und motorbetriebenen Booten sei nicht angemessen, weil Alkoholgrenzwerte dafür sorgten, dass Unbeteiligte nicht durch angetrunkene Lenker verletzt würden. Eine solche Fremdgefährdung – so etwa Weidlingsfahrer Werner Oechslin – sei bei einem muskelbetrieben Weidling aber kaum möglich, «wenn überhaupt, könnte sich der Bootsführer selbst gefährden – aber das ist nicht verboten», sagt Oechslin. Unterstützung erhält er von weiteren altgedienten Weidlingsfahrern: Auch Hans Bendel, Hans Bader, René Uhlmann, Rolf Baumann und Matthias Freivogel stellen sich gegen die mögliche Ausweitung der Alkoholkontrollen. Ausgelöst wurde die Debatte durch die Teilrevision des Binnenschifffahrtsgesetzes: Die Regierung hatte in der Vernehmlassungsantwort an den Bund verlangt, dass Stachelweidlinge vom Atemlufttest der Polizei ausgenommen werden.


**Mit Muskelkraft gegen Atemlufttests**
Robin Blanck

*Motorboote können andere gefährden, ein Stachelweidling aber nicht: Mit diesem und weiteren Argumenten treten Stachler gegen zusätzliche Kontrollen an.*

Sollen auch Führer von Stachelweidlingen auf Alkohol getestet werden können?, fragten die SN vorletzte Woche. Das Ergebnis fiel deutlich aus: 76 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten Ja, nur knapp ein Viertel sprachen sich dafür aus, dass die motorlosen Schiffe von dieser Regel ausgenommen werden sollen. Hintergrund ist die laufende Revision des Binnenschifffahrtsgesetzes: Im April war bekannt geworden, dass sich die Schaffhauser Regierung im Rahmen der Revision für eine Ausnahmeregelung zugunsten von Stachelweidlingen starkgemacht hat; daraufhin meldete sich Kurt A. Bürki, Präsident des Boots-Clubs Schaffhausen, zu Wort und verlangte, dass nicht zwischen motorlosen und motorbetriebenen Booten unterschieden werden solle: «Diesem Regime sollten alle Bootsführer gleichermassen unterworfen werden», sagte er (siehe SN vom 23. April).

**Keine Fremdgefährdung**
Doch damit sind langjährige Stachler nicht einverstanden und lehnen die Kontrollen ab. «Alkoholkontrollen bei Führern motorloser Weidlinge wären ein absoluter Unsinn», sagt Stachler Werner Oechslin. Es müsse analog zum Strassenverkehr unterschieden werden: «Fussgänger werden nicht kontrolliert, Autofahrer, die unter Alkohol andere Personen gefährden können, hingegen schon.» Die Alkoholgrenzwerte im Verkehr sollen Fremdgefährdung verhindern. «Eine Fremdgefährdung ist mit einem motorlosen Weidling praktisch unmöglich; wenn überhaupt, könnte sich der Bootsführer selbst gefährden – was aber nicht verboten ist», sagt Oechslin. Es sei heute ja auch nicht verboten, betrunken auf eine Bergtour zu gehen, auch wenn klar argumentiert Oechslin. Dass in einem Weidling meist auch weitere Personen sitzen würden, ändere nichts an der Ausgangslage: «Diese Mitfahrer können ja entscheiden, ob sie ins Boot steigen wollen oder nicht.» Oechslin hat auch Zweifel am Sinn von Alkoholkontrollen bei Stachlern: «Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Stachelweidling in einen Unfall verwickelt war und Alkohol eine Rolle gespielt hat», sagt Oechslin. Für ihn ist klar, dass die grösste Gefahr auf dem Rhein darin besteht, dass ein Motorbootfahrer einen Schwimmer übersieht. Genau das – ein Motorbootunfall im Frühling 2010 – habe die Debatte um Alkoholgrenzwerte auf dem Wasser angestossen: Damals übersah ein Rentner auf dem Bielersee ein Gummiboot und verletzte beim Zusammenstoss die junge Frau tödlich – vermutlich unter Alkoholeinfluss. Hans Bendel bezeichnet die mögliche Ausweitung der Kontrollen auf motorlose Weidlinge als Witz: «Ich stachle seit 71 Jahren auf dem Rhein, aber einen solchen Seich habe ich noch nie gehört. Das ist völlig übertrieben.» Der Rentner, Jahrgang 1926, findet, dass kontrolliert werden soll, wenn sich ein Unfall ereignet hat, «aber eigentlich passiert ja vergleichsweise wenig mit Weidlingen, wenn schon, dann sind Gummiboote involviert». Für Bendel geht es auch um einen Grundsatz: «Die Kontrollen in allen Lebensbereichen haben sehr zugenommen.» Die Forderung nach «gleichem Recht für alle» kann der 84jährige Stachler Hans Bader nachvollziehen, «aber es gibt einen Unterschied: Beim Stacheln bekommt man ordentlich Durst», scherzt er, wird dann aber ernst: «Ich fände es gut, wenn die heutige Regelung beibehalten würde und Stachler nur bei Unfällen kontrolliert werden», sagt er und schliesst sich damit der Meinung der anderen befragten Stachler an. Er betont aber auch, dass die Ressentiments zwischen Stachlern und Motorböötlern jetzt nicht wieder hervorgekramt werden sollten.

**«En fertige Seich»**
René Uhlmann, der ebenfalls seit vielen Jahren auf dem Rhein stachelt, fände solche Kontrollen «en fertige Seich»: «Diese ewige Reglementiererei ärgert mich», sagt Uhlmann und meint damit wie Bendel die generelle Ausweitung von Kontrollen. Bei den Stachelweidlingen sei eine solche verstärkte Kontrolle besonders störend, zumal bei diesen Booten nie Unfälle zu verzeichnen seien. Uhlmann: «Ich finde das absurd.» Auch Rolf Baumann gehört zum Kreis der langjährigen Stachler und sieht nicht ein, weshalb hier eine Verschärfung nottut: «Wenn man im Schaaren oben ist und ein Feuer macht, wird natürlich ein Glas dazu getrunken», sagt Baumann. Die Führer von Stachelweidlingen zum Blastest antreten zu lassen, findet er angesichts der Zahl von unerfahrenen Freizeitkapitänen in Gummibooten lächerlich: «Mit einem Stachelweidling rammt man keine Personen oder andere Schiffe.» Rechtsanwalt Matthias Freivogel ist überzeugt, dass das Gefahrenpotenzial bei maschinenbetriebenen Fahrzeugen «ungleich höher ist» als bei muskelbetriebenen Weidlingen. «Deshalb rechtfertigt sich meiner Meinung nach auch die unterschiedliche Behandlung», sagt Freivogel, der eine Gleichbehandlung als «kleinlich» beurteilt.


**Binnenschifffahrtsgesetz Das soll sich ändern**

Bereits seit 2014 gelten für Bootsführer die gleichen Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Nun sollen auch klare Vorgaben für die Durchführung von Atemalkoholtests in das Binnenschifffahrtsgesetz (BSG)aufgenommen werden: In der enstprechenden Vernehmlassung hat der Bund die Kantone auch danach gefragt, ob gewisse Bootsführer von diesen Kontrollen ausgenommen werden sollten. Die Schaffhauser Regierung hat in der Folge präventiv erklärt, dass Stachelweidlinge ausgenommen werden sollten. Auf dem Rhein zwischen Untersee und Feuerthaler Brücke gilt primär die Bodenseeschifffahrtsordnung (BSO). In Bereichen, die von der BSO aber nicht detailliert geregelt werden, kommt in der Regel das Landesrecht zum Einsatz – eben das BSG

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11. Mai 2015 | Edle Damen und schmucke Gentlemen

Schaffhauser Nachrichten
Christoph Merki

Schulsysteme können ändern, Rektoren wechseln, doch Traditionen bleiben. Der Maturball gehört definitiv dazu. Auch wenn der Countdown für die Maturitätsprüfungen schon begonnen hat, die Maturanden waren am Samstag in bester Festlaune. «Wir wollten mal etwas anderes probieren», erklärte Laura Storrer, «Grobes mit Edlem verbinden.» Zusammen mit Alexandra Schaber, Andreas Gschwend, Lorina Röllin, Nathalie Brandun, Paloma Porfido und Ursina Schwyn bildete sie das Organisationsteam. Zum ersten Mal fand der feierliche Anlass in der Stahlgiesserei statt.
«Es ist ein guter Jahrgang, man kennt sich untereinander», freute sich Charlotte Egestorff auf das Fest. Nochmals richtig feiern, bevor die hirnzermürbenden Prüfungen beginnen, ist das Motto von Sabrina Alvarez, Jan Leu, Anna Blatter und Anna Leu. «Industrial chic» nennen sie den Stil. «Man sieht, dass sich alle Mühe gegeben haben mit ihrem Outfit, auch die Lehrer», lobte Alvarez. «Ich freute mich schon vier Jahre auf den Maturstreich und den Maturball», schmunzelt Lina Vogelsanger. Mit Fliege, Krawatte und wallenden Abendkleidern zeigte sich jeder von der besten Seite. Jedoch geht es an diesem Abend auch um die Kameradschaft und das gemeinsame Anstossen. Dank ihres Bruders Justin kam am Samstag auch Shannon Staller in den Genuss des edlen Ambientes, kennt doch ihre Maturitätsschule diese Tradition nicht. Schon das dritte Mal wurde Seraina Frazzetto an den Ball eingeladen, dieses Jahr von Rafael Lopes Laranjeira. «Es ist immer ein super Erlebnis», beteuerte sie. «Wir hatten ganz tolle Schüler dieses Jahr», lobten die Spanischlehrerinnen Lorena Toluzzi und Teresa Moral, «wir wurden persönlich eingeladen.» Im Hintergrund an der Garderobe beobachtete Ronja Holler das festliche Treiben. Zusammen mit Fabienne Ritzmann seien sie die Mädchen für alles.



Grobes mit Edlem verbinden: Zum ersten Mal diente die Stahlgiesserei als Ballsaal für den Maturball. Als Galadinner stand für die Maturanden ein Rindsburger-Buffet bereit, welches wohl für die Strapazen der Nacht die nötige Energie lieferte.



Als Organisatorinnen mitverantwortlich für die grosse Sause: Laura Storrer (l.) und Alexandra Schaber.



In verliebter Zweisamkeit sehen Damian Schmid und Leoni Stoll den Maturball als festlichen Schlussakt der Kantizeit.



Vertrauen bewies Bajka Teesselink, welche schon vor dem Essen von Johnny Furrer herumgewirbelt wurde.



Die Gemütlichkeit vor dem festlichen Sturm genossen Tobias Studerus, Charlotte Egestorff und Daniel Steiner (v.l.n.r.).



Anstossen mit den Schulkameraden durfte bei Vincent Stähle, Fabian Kaderk und Marco Steinacher nicht fehlen.



Tiffany Kuhn (l.) und Lina Vogelsanger freuten sie sich schon seit dem Beginn der Kantonsschule auf den Ball.
Bilder Christoph Merki

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23. April 2015 | Alkoholkontrollen: Ausnahmen für Stachelweidlinge sorgen für Unmut

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

Sollen Führer eines Stachelweidlings ebenso auf Alkohol hin getestet werden können wie Führer eines Motorbootes? Diese Frage beschäftigt derzeit die Gemüter der Schaffhauser Freizeitkapitäne. Die Regierung hat kürzlich im Zusammenhang mit der Revision des Binnenschifffahrtsgesetzes (BSG) verlangt, dass motorlose Weidlinge von solchen Tests ausgenommen werden.

**Unmut über Ungleichbehandlung**
Damit ist Kurt A. Bürki, Präsident des Boots-Clubs Schaffhausen, aber nicht einverstanden: Er fordert, dass alle Bootsführer in Sachen Alkoholkontrollen gleich behandelt und kontrolliert werden – unabhängig davon, ob sie mit oder ohne Motor auf dem Wasser unterwegs sind. Ein wichtiges Argument für Bürki ist dabei, dass gerade motorlose Wasserfahrzeuge zu einem grossen Teil in Zwischenfälle auf dem Rhein involviert seien. Bisher wurden Schiffsführer eines motorlosen Bootes üblicherweise nur dann kontrolliert, wenn sie in einen Unfall verwickelt waren oder sich grober Verstösse gegen die Verkehrsregeln schuldig machten.

**Laufende Vernehmlassung**
Hintergrund der Debatte ist die Revision des Binnenschifffahrtsgesetzes, bei welcher der Bund die Alkoholkontrollen detaillierter regeln will als bisher. Die Vernehmlassung läuft derzeit noch.


**Stachel im Fleisch der Motorbootbesitzer**

*Egal, ob Stachelweidling oder Motorboot: Der Präsident des Boots-Clubs Schaffhausen fordert, dass vor dem Alkoholprüfgerät alle gleich sind.*

Die Verstimmung zwischen Motorbootbesitzern und den Eignern von Stachelweidlingen ist fast so alt wie der Verbrennungsmotor: Begegnen sich Vertreter der beiden Parteien auf dem Rhein, grüsst man sich – oder auch nicht. Es ist eine Art brüchiger Frieden. Doch nun könnte wieder Unmut entstehen, Grund: Alkoholkontrollen bei Bootsführern.
Der Bund hat beschlossen – übrigens auf Betreiben der Kantone und als Folge des tödlichen Bootsunglücks auf dem Bielersee (siehe Kasten rechts) – das Binnenschifffahrtsgesetz (BSG) zu revidieren. Dabei wird unter anderem vorgeschlagen, «beweissichere Atemalkoholkontrollen» einzuführen, um die Fahrfähigkeit der Bootsführer zu ermitteln. Wichtig dabei: Einzelheiten der Kontrolle soll das Bundesamt für Verkehr (BAV) künftig regeln. Gleichzeitig soll aber die Möglichkeit bestehen, Führer bestimmter motorloser Boote von der Überprüfung auszunehmen – in der laufenden Vernehmlassung nennt das BAV als mögliche Beispiele Schlauch- und Strandboote.

**Ausnahme für Stachelweidlinge**
Als der Schaffhauser Regierungsrat seine Vernehmlassungsantwort formulierte, hiess er die Vorschläge des Bundes gut, legte aber besonderen Wert darauf, dass unter die erwähnte Ausnahmeregelung auch die in Schaffhausen verbreiteten Stachelweidlinge fallen (siehe auch SN vom 1. April). «Die Regierung hat das im Sinn einer Präzisierung in die Vernehmlassung eingebracht», erklärt Staatsschreiber Stefan Bilger, «dies auch, weil vorgesehen ist, dass das Bundesamt für Verkehr die Ausnahmeregelung sowie die Einzelheiten der Durchführung der Atemalkoholprobe in einer Verordnung noch präzisieren wird.» Im Klartext: Bootsführer motorloser Weidlinge sollen nach Meinung der Regierung von den Kontrollen ausgenommen werden.

**Kontrollen ja, aber für alle**
Diese angestrebte Ausnahmeregelung stösst Kurt A. Bürki, Präsident des Boots-Clubs Schaffhausen, aber sauer auf: «Sämtliche Verkehrsteilnehmer auf Strasse und Wasser können bei übermässigem Alkoholkonsum kontrolliert und bestraft werden und das bereits ohne Unfall. Nur Führer von motorlosen Booten sollen davon ausgenommen werden – und das, obschon diese Boote auf dem Rhein für die meisten Zwischenfälle verantwortlich sind.» Gegen eine Präzisierung im Bereich der Alkoholkontrolle wehrt Bürki sich nicht. «Ich halte das für vernünftig», sagt er, «aber diesem Regime sollten alle Bootsführer gleichermassen unterworfen werden.» Er findet, dass die Regierung die Sache nicht zu Ende gedacht habe. Staatsschreiber Stefan Bilger räumt ein, dass auch in der Regierung darüber diskutiert worden sei, ob das Kriterium «Motor» respektive «motorlos» sinnvoll gewählt sei, wenn es darum gehe, einen Alkoholtest vorzunehmen. Für ihn besteht aber darüber hinaus noch Klärungsbedarf beim Begriff «motorloses Boot»: «Derzeit ist nicht definiert, ob ein Schiff mit Motor als motorlos gilt, wenn dessen Antriebsaggregat ausgeschaltet ist.» Diese und weitere Präzisierungen müsse das Bundesamt für Verkehr in der Vollzugsverordnung zum Gesetz noch klären, sagt Bilger, «damit könnte auch die erwähnte Ungleichbehandlung aufgehoben werden.»

**«Keine Unterschiede»**
Bürki erachtet eine Auslegung, die ein Boot mit ausgeschaltetem Motor als «motorlos» einstuft und deshalb von Kontrollen ausnimmt, als nicht praktikabel: Es könnte der Fall eintreten, dass ein Bootsführer, der in der Nähe einer Wiffe zur Sicherheit den Motor laufen lässt, sich einer Kontrolle unterziehen müsste, wenn er ihn nach der Wiffe wieder ausschaltet, hingegen nicht mehr. «Es wäre auch kein Problem, den Motor einfach auszuschalten, wenn die Polizei in Sicht ist», sagt er und ist deshalb der Meinung, dass bei den Alkoholkontrollen keine Unterschiede gemacht werden sollen.

**Landesrecht springt in die Lücke**
Nun gilt auf dem Rhein zwischen Konstanz und der Strassenbrücken Feuerthalen (und dem Bodensee) bekanntermassen nicht das Schweizer Binnenschifffahrtsgesetz, sondern die Bodensee-Schifffahrts-Ordnung (BSO). Aber die Anpassung des Schweizer Rechts könnte gleichwohl Folgen für die Freizeitkapitäne der Region haben: Wenn internationale Regelungen wie die BSO Lücken oder Leerstellen aufweisen, wird üblicherweise auf das Landesrecht zurückgegriffen und dieses angewandt. Einfach ausgedrückt: Weil die BSO keine Vorgaben zu Atemalkoholkontrollen enthält, könnte durchaus der Fall eintreten, dass die Behörden das revidierte Schweizer Binnenschifffahrtsgesetz anwenden.

**Entscheid des Bundes ausstehend**
Bisher handhabte die Schaffhauser Polizei es so, dass sie Atemluftkontrollen von Führern motorloser Schiffe in der Regel nur bei Unfällen oder bei grober Verletzung der Verkehrsregeln im Schiffverkehr durchführte. Stellte die Polizei bei einem Führer eines motorisierten Wasserfahrzeuges Alkoholsymptome fest, wurde ein Atemlufttest vorgenommen. Lag der Wert über 0,8 Promille, wurde analog dem Strassenverkehr eine Blutprobe angeordnet, insbesondere auch bei einem Unfall. Noch ist aber nicht klar, wie der Bund auf die Forderung der Schaffhauser Regierung reagiert, denn die Vernehmlassung für die Revision des Binnenschifffahrtsgesetzes dauert noch bis zum 26. Mai. Erst danach wird man wissen, ob der Bund bereit ist, zwischen motorlosen und motorisierten Booten zu unterscheiden.


**Verschärfung**

*Ein Unfall als Auslöser*

Am 11. Juli 2010 ereignete sich auf dem Bielersee ein Drama: Ein Bootsführer überfährt mit seinem Motorboot ein junges Paar, das mit dem Gummiboot unterwegs ist. Während der junge Mann sich mit einem Sprung vor dem herannahenden Boot retten kann, wird seine 24jährige Freundin von der Schiffsschraube erfasst und verblutet noch im Wasser, das Motorboot fährt ohne anzuhalten weiter. Als Täter wird später ein 77jähriger Rentner ermittelt, der mit seinem Boot zum Tatzeitpunkt auf dem See war, jedoch angibt, von einem Unfall nichts bemerkt zu haben. In einem Indizienprozess wird er im Oktober 2013 zu einer bedingten Haftstrafe von zwölf Monaten verurteilt – eine Strafe, die er nach anfänglicher Berufung akzeptiert. Weil vermutet wurde, dass beim Unfall auch Alkohol im Spiel war, hat der Bundesrat ab Mitte Februar 2014 für Kapitäne von Sport- und Freizeitschiffen den Blutalkoholgrenzwert von 0,5 Promille eingeführt. (rob)

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22. April 2015 | Kantonsschule

Schaffhauser Nachrichten
(zge)

Die Kantonsschule Schaffhausen wird künftig von Pasquale Comi geleitet werden. Der Regierungsrat hat den 53-Jährigen, der in der Weinlandgemeinde Dägerlen lebt, zum neuen Rektor ernannt. Dies hat die Regierung gestern mitgeteilt. Comi hat an der Universität Zürich das Phil.-I-Studium absolviert. Auf den 1. August 1993 wurde er als Hauptlehrer für Französisch und Italienisch an der Kantonsschule Schaffhausen gewählt. Seit Sommer 1999 amtet Comi als Prorektor des Ausbildungsprofils S (Sprachlich-Altsprachlich) der Kantonsschule Schaffhausen.
Laut Erziehungsdirektor Christian Amsler waren für die Stelle insgesamt zehn Bewerbungen eingegangen, darunter auch von Personen aus Deutschland. Mit Comi sei eine Person gewählt worden, die für Ruhe und Solidität stehe, sagte Amsler gegenüber den SN. Comi tritt sein neues Amt am 1. August 2015 an. Er ersetzt den zurücktretenden Urs Saxer, der ans Institut für Wirtschaftspädagogik an der Universität St. Gallen berufen worden ist.



Schaffhauser Bock 1/8

Der Regierungsrat hat Pasquale Comi (Bild), Bänk (Dägerlen), als neuen Rektor der Kantonsschule Schaffhausen ernannt. Der 53-Jährige hat an der Universität Zürich das Phil.-I-Studium absolviert. Seit 1993 ist er Hauptlehrer für Französisch und Italienisch an der Kantonsschule Schaffhausen. Seit Sommer 1999 amtet Pasquale Comi als Prorektor des Ausbildungsprofils S (Sprachlich-Altsprachlich) der Kantonsschule Schaffhausen. Pasquale Comi tritt sein neues Amt am 1. August 2015 an. Er ersetzt den zurücktretenden Urs Saxer.

#Allgemeines

21. April 2015 | Tag des Schweizer Bieres am 24. April 2015

Alle Aktivitäten der Brauereien finden Sie hier.
Tag des Schweizer Bieres

Brauerei Falken zum Tag des Bieres
Brauerei Falken AG auf Facebook

Morgen, am 24. April 2015, ist der Tag des Schweizer Bieres. Ein Bier ist viel mehr als eine “Stange”. Bier ist Emotion…

Posted by Brauerei Falken on Donnerstag, 23. April 2015

#Allgemeines

21. April 2015 | Bier her! Was Sie schon immer über Bier wissen wollten

Coopzeitung Nr. 17, 21. April 2015
Michaela Schlegel / Nicole Hättenschwiler

**Wein auf Bier, das rat ich dir …**
… Bier auf Wein, das lass sein. Wer sich an diesen Spruch hält, soll den Kater am nächsten Tag vermeiden. Eine Missinterpretation – denn der Spruch hat einen sozialen Ursprung: Die Ägypter gelten als Erfinder des Bieres und sollen es viel lieber getrunken haben als den Wein, den die Römer verehrten. Die Römer hingegen hielten Bier und auch die Ägypter für unkultiviert. Im übertragenen Sinn symbolisiert Wein für den Römer also höhere und Bier niedere Kultur. Dementsprechend bedeutet Bier auf Wein sozialen Abstieg – und das lass sein. Umgekehrt steht Wein auf Bier für sozialen Aufstieg – und das rat ich dir.

**Frauensache**
Bis ins frühe Mittelalter fand die Bierproduktion hauptsächlich in den Klöstern statt. Danach wechselte sie in Familienunternehmen. Nicht selten standen diesen Frauen vor. 1439 arbeiteten in Oxford gar mehr Frauen als Männer im Braugewerbe. Der Grund dafür lag darin, dass Bierbrauen eng mit der fraulichen Tätigkeit, dem Brotbacken, verbunden war.

**Ab in den «Sternen»**
Dass unzählige Beizen in der Schweiz «Sternen» heissen, ist kein Zufall. Der Brauerstern zeigte als Symbol der Zunft der Brauer und Mälzer früher an, wo Bier ausgeschenkt wurde. Die sechs Zacken sollen die Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die Bier-Zutaten Hopfen, Malz und Wasser symbolisieren.

**Unter- vs. obergärig**
Bier kann in viele verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Eine geläufige Unterscheidung ist die zwischen unter- und obergärigem Bier. Bei Ersterem sammelt sich die Hefe unten im Braukessel, bei Letzterem schwimmt sie auf dem Sud. Für obergäriges Bier braucht es für die optimale Hefeentwicklung eine Raumtemperatur von 15 bis 20 Grad in der Brauerei, bei untergärigem 4 bis 9 Grad. Je nach Jahreszeit wurde früher ober-(etwa Weizenbiere, Ale) oder untergäriges Bier (Lager) gebraut. Erst als Carl von Linde 1876 die erste industriell nutzbare Kühlmaschine entwickelte, konnte überall und zu jeder Jahreszeit untergärig gebraut werden. Gefördert wurde von Linde vom Münchner Braumeister Gabriel Sedlmayr, in dessen Brauerei die Maschine erstmals zum Einsatz kam.

**Das Feierabend-Bier**
Eigentlich mundet ja jedes Bier. Eins gibt es aber, das noch besser als die andern schmeckt: das Feierabendbier. Dafür musste der Feierabend erst erfunden werden. Eine Entwicklung, die zu diesem beigetragen hat, war das Schweizer Fabrikgesetz, das 1877 erlassen wurde. Es brachte unter anderem den 11-Stunden-Tag, massive Einschränkungen bei der Nacht- und Sonntagsarbeit sowie das generelle Verbot von Kinderarbeit unter 14 Jahren. Zum ersten Mal hatten die Arbeiter ein geregeltes Arbeitsende und konnten dann mit gutem Gewissen ihr Feierabendbier geniessen.

**Bierkartell**
Von 1935 bis 1991 gab es in der Schweiz ein Bierkartell. Fast alle Brauereien waren daran beteiligt. Das Kartell erlaubte eine Regulierung des gesamten Biermarktes. Es regelte die Preise, die Gebiets- und Kundenzuteilungen und Normierung der Biere in Bezug auf Sorten, Inhaltsstoffe, Etiketten und Gebinde.

**Swissness**
Laut den neuen «Swissness»-Regeln muss ein Bier zu mindestens 80 Prozent aus heimischen Zutaten bestehen, um als Schweizer Produkt zu gelten. Da Trinkwasser nicht als Zutat gezählt wurde und Hopfen und Malz oft aus dem Ausland stammen, hätten sich viele Schweizer Biere nicht mehr so nennen dürfen. Nun hat der Bundesrat aber entschieden, die Bestimmungen zu lockern und Wasser als Schweizer Zutat zuzulassen.


Vollständiger Beitrag online



Wasser wird zum guten Tropfen, wenn mans braut mit Malz und Hopfen. Diesem Spruch wird jeder Biergeniesser zustimmen, ohne Wenn und Aber.

#Allgemeines

18. April 2015 | Pflicht oder Spass – die Maturaarbeit

Schaffhauser Nachrichten
Claudia Härdi

**Pflicht oder Spass – die Maturaarbeit**
132 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Schaffhausen haben im März ihre Abschlussarbeit abgeschlossen. Die Themenvielfalt der eingereichten Arbeiten ist gross. Sie reicht von einer Studie über Armutstourismus in Südafrika, eine Arbeit zum ElGamal-Verschlüsselungsverfahren und eine Studie zu Proteinen und Kraftsport bis hin zu einer Studie über Musik in der Architektur. Die beliebtesten Fächer der diesjährigen Abschlussarbeiten sind jedoch klar auszumachen. Es sind Geschichte, Geografie und Biologie.
Ihre Abschlussarbeit haben die Schülerinnen und Schüler über zwölf Monate hinweg erarbeitet. Im Februar und März stand dann eine mündliche Präsentation auf der Agenda. Diese wird ebenfalls benotet. Die Bewertungskriterien sind: Qualität der selbständigen Vorbereitung und Planung des Arbeitsprozesses, Nutzung von Wissen und Quellenangaben, Fragestellung, Inhalt, Sprache, Grammatik und Darstellung.

**Die erste grosse Arbeit**
«Zum ersten Mal arbeiten die Schülerinnen und Schüler über Monate hinweg an einer grossen eigenständigen Arbeit, deren Thema sie selbst ausgewählt haben», sagt Thomas Stamm, Prorektor der Kantonsschule Schaffhausen. Die Themenwahl muss sich übrigens nicht an einer Studien- oder Berufswahl orientieren. Das Thema der Arbeit kann auch von persönlichen Interessen geprägt sein. Über ein Hobby zum Beispiel. Oder eine Thematik, die die Schülerinnen und Schüler an einer Studienwoche kennengelernt haben und nun weiter verfolgen und ausbauen möchten, erklärt Stamm, der selbst Chemie studiert hat, seine Maturaarbeit jedoch über den Dadaismus – eine künstlerische und literarische Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts – geschrieben hat. Auch das geht – heute noch. Für ihre Abschlussarbeiten müssen die Schülerinnen und Schüler rund 100 Stunden investieren. 20 bis 30 Stunden kommen für die Präsentation dazu. Einige wenige steckten jedoch viel mehr Zeit in ihre Abschlussarbeit, sagt Stamm. «Etwa 5 von 100 Schülern gehen weit über die Erwartungen punkto Arbeitsaufwand hinaus.» Ein Schüler hat zum Beispiel vor ein paar Jahren eine Oper geschrieben. «Das waren garantiert 250 bis 300 Stunden», erinnert sich Stamm. Dahinter steht Begeisterung. «Aber oft ist auch eine starke Ermutigung von einer Person im Umfeld der Schülerin oder des Schülers dabei. Das ist ein Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist», sagt Stamm. Diese kleine Ausnahmegruppe gehöre zu einer Schar, die durch die Abschlussarbeit einen unglaublichen Schub entwickle, ergänzt er. «Es sind in der Regel Schülerinnen und Schüler, die breit begabt sind. «Schüler, die 200 Stunden in ihre Arbeit investieren, können es sich meist auch leisten.» Für 10 bis 15 Prozent der 132 Schülerinnen und Schüler sei die Abschlussarbeit reiner Pflichtstoff, so die Einschätzung des Prorektors. Das Mittelfeld wiederum sei ebenfalls sehr interessiert, «aber auch der eine oder andere Durchhänger kommt vor».

**Wenig Naturwissenschaftler**
In der Schweiz werden zu wenig Naturwissenschaftler ausgebildet, so der Tenor in der Öffentlichkeit. Auch an der Kantonsschule haben im Quervergleich wenig Schülerinnen und Schüler mit einer Arbeit in den Naturwissenschaften, wie etwa in der Physik und der Mathematik, abgeschlossen. «Naturwissenschaftliche Themen werden tendenziell von Schülerinnen und Schülern gewählt, die von Anfang an eine grosse Affinität zu ihrem Fach haben», weiss Stamm. Jugendliche an der Kantonsschule für die Naturwissenschaften begeistern zu wollen, sei viel zu spät. «Die Weichen für das Interesse an den Naturwissenschaften müssen bereits in der Primarschule und sicherlich in der ersten Sekundarschule gestellt werden», sagt Stamm.


**Abschlussarbeiten / Aussergewöhnliches**

**Bestnoten und Anerkennung**
Nebst der Prämierung der besten Maturaarbeiten jeweils im Frühjahr erhalten Abschlussarbeiten Anerkennung, indem sie das Interesse anderer Institutionen und Organisationen wecken. Sei es die Stiftung «Schweizer Jugend forscht» oder eine Wettbewerbskommission. Der Getränkeautomat, den Felix Graule entwickelt hatte, weckte breites Interesse ausserhalb der Kantonsschule Schaffhausen. Ein weiteres Beispiel ist auch die Novelle «Einstein in Schaffhausen» von Lionell Trümpler, die gedruckt und veröffentlicht wurde. Abschlussarbeiten, wie etwa die von Manuel Ramirez verfasste Geschichte des Quartiers Breite, können für einen Quartierverein von Interesse sein.

#Notizen zu Namen

10. April 2015 | Stephan Schlatter leitet die städtische FDP

Schaffhauser Nachrichten
Karl Hotz

Marcel Sonderegger hatte es gestern Abend streng: Zuerst leitete er als abtretender Präsident die Jahresversammlung der FDP der Stadt, dann jene der Kantonalpartei als kürzlich gewählter Präsident und schliesslich die Nominationsversammlung für die Eidgenössischen Wahlen im Herbst. Erleichtert wurde ihm seine Aufgabe dadurch, dass alle Vorgeschlagenen per Akklamation gewählt wurden.
Wichtig dabei waren die Wahlen in die Stadtpartei: Sie wählte mit Stephan Schlatter einen neuen Parteipräsidenten für Sonderegger sowie mit Jeronim Perovic´ und Markus Bührer zwei neue Vorstandsmitglieder.

**Dubach frisch von der Leber weg**
Am meisten zu reden gab es allerdings bei den Nominationen für die Eidgenössischen Wahlen vom Herbst. Regierungsrat Reto Dubach, der für die FDP den Ständeratssitz zurückerobern will, überzeugte dabei in einer Art Kreuzverhör durch Peter Hartmeier durch die frische und offene Art, in der er auf die Fragen reagierte. Er trete nicht primär gegen Thomas Minder an, meinte er beispielsweise, im Zentrum stehe für ihn, dass in Bern wieder eine liberale Stimme aus Schaffhausen gehört werde. «Bei allem Respekt vor der SVP: Drei Vertreter aus einer Fraktion ist einer zu viel», meinte er zur heutigen Situation. Wichtig sei es zudem, so seine Erfahrung als Regierungsrat, in Bern gute Kontakte zu pflegen – das nicht zuletzt zu den Direktoren der Bundesämter. Das funktioniere im Moment nicht bei allen vier Vertretern in Bern gleich gut. Weiter plädierte er dafür, dass sich die FDP nicht nur als Wirtschafts- und Finanzpolitik profiliere. Man dürfe auch andere gesellschaftspolitische Themen nicht vernachlässigen. Vor allem sei es wichtig – gerade für einen Vertreter der Schaffhauser FDP, die früh schon ihr Augenmerk auf den Umweltschutz gerichtet habe –, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen.

**Sorge um Wirtschaftsstandort**
Martin Keller, er wird auf der Nationalratsliste der FDP auf der ersten Linie stehen, und Florian Hotz legten in ihren Kurzvorstellungen das Hauptaugenmerk vor allem auf die Wirtschaft. «Der Produktionsstandort Schweiz ist bedroht», mahnte Kessler aus seinen Erfahrungen als Chef eines mittleren Unternehmens. Und Florian Hotz meinte, die Freiheit sei in Gefahr, weil in kleinen, oft kaum merkbaren Schritten auf vielen Gebieten der Staat immer mehr Kompetenzen an sich reisse. Nach den mit Applaus erfolgten Nominationen skizzierte Carina Schaller, operationelle Leiterin Wahlkampf 2015 der FDP Schweiz, Ideen, Strategien und Ziele der schweizerischen Partei für den Wahlkampf im kommenden Herbst.



Neu im Vorstand der städtischen FDP: Jeronim Perovic´, Stephan Schlatter (Präsident) und Markus Bührer (v.l.n.r.).
Bild Eric Bührer

#Allgemeines

8. April 2015 | Ein herzhafter Abend im Zentrum der Stadt

Schaffhauser Nachrichten
Lukullus

**Beizenbummel (VIII) «Falken», Schaffhausen**

Diese Wände sprechen Bände: «Hätt’ Adam gutes Bier besessen, hätt’ er den Apfel nie gegessen», steht da in grossen, weissen Buchstaben im langen Treppenhaus oder – mit Benjamin Franklin – «Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt».
Kein Zweifel, wir sind im «Falken» gelandet, dem Stammhaus der gleichnamigen Brauerei, die uns seit 1799 mit Schaffhauser Bier versorgt. Auf die lange Tradition und die unternehmerische Unabhängigkeit ist man hier an der Vorstadt stolz. Besonders augenfällig wird das in der knorrigen Bierhalle im Erdgeschoss, wo historische Plakate die Wände verschönern und eine «Falken-Tränke» für diejenigen steht, die ihren Durst mittels einer elektronischen Bierkarte gern zügig selber löschen.

**Eine Marktlücke entdeckt**
Aber eben, zum Biertrinken sind wir heute nicht gekommen, oder wenigstens nicht nur. Darum ist auch nicht die Brasserie im Parterre unser Ziel, sondern die Lounge im zweiten Stock. Mit der Lounge hat der umtriebige «Falken»-Patron und Gastro-Schaffhausen-Chef Tomislav Babic eine Marktlücke entdeckt. Auch heute Abend, an einem Mittwoch, ist das Lokal von auffällig vielen jungen Leuten gut besucht. Wir entscheiden uns für einen der etwas niedrigeren Clubtische im vorderen Teil. Man sitzt hier bequem und hat, zumindest vom Sofa aus, einen guten Blick übers Lokal. Der Kellner kommt. Ob wir einen Aperitif möchten? Ja, gern – zwei Falken Prinz. Ein strenger Blick. Das sei keine gute Wahl, sagt er entschieden. Wir sollten ein Bier vom Fass nehmen, das schmecke besser. Ausserdem sei das Bier hier immer frisch, weil stets genug getrunken werde. Wir finden den Einwurf amüsant, nehmen die Speisekarten entgegen und bestellen folgsam zwei «Stammhaus»-Stangen.

**So hätte es Lukullus nicht erwartet**
In der «Falken»-Karte kann man lange blättern. Erstens ist sie ziemlich umfangreich, und zweitens fehlt ihr irgendwie der rote Faden. Dafür findet man fast alles, was die (gut-)bürgerliche Küche hergibt. Am Schluss entscheiden wir uns für Rindsfiletwürfel Stroganoff und Kalbsgeschnetzeltes mit Rösti. Beide Gerichte kosten 42 Franken und stehen damit preislich am oberen Rand des «Falken»-Angebotes. Der Kellner wetzt, und schnell steht die Vorspeise, ein Blatt- und ein Caprese-Salat, auf dem Tisch. Ein Glas Wein haben wir jetzt auch bestellt, einen Regent und einen Pinot Noir von Hans Schlatter aus Hallau. Der Kellner bringt zwei frische Flaschen an den Tisch, lässt uns den – notabene hervorragenden – Wein kosten und schenkt dann grosszügig ein. Lukullus ist zufrieden, das hätte er so nicht erwartet. Am Salat gibt es auch nichts auszusetzen, ausser dass es der Koch mit der Salatsauce etwas gar gut gemeint hat. Inzwischen ist die Lounge fast voll, trotzdem funktioniert der Service tadellos. Der Hauptgang kommt. Das Geschnetzelte sieht gut aus, die Rösti ist sehr kross, aber wir mögen das. Beim Stroganoff muss Lukullus zweimal hinsehen. Grüne Spätzli? Haben wir da auf der Speisekarte etwas übersehen? Bärlauch sei das, klärt der Kellner auf. Aha. Schmecken tut es trotzdem, und auch die Qualität des Fleisches überzeugt. Einziger Kritikpunkt: Das Stroganoff ist gerade mal lauwarm und wird auf einem kalten Teller serviert – schade!

**Das geht dann doch zu weit**
Beim Abräumen fragt der Kellner, ob wir zufrieden waren – und bietet sofort ein Dessert oder einen Kaffee als Entschädigung für den kalten Teller an. Wir lassen uns die Karte bringen. Lukullus Schlaumeier fragt, ob er das versprochene Dessert auch seiner Begleitung anbieten dürfe. Nein, sagt der Kellner bestimmt, das gehe dann doch zu weit. Wir finden das korrekt und bestellen einen Espresso (gratis) und einen – übrigens sehr leckeren – Apfelstrudel auf Rechnung. Nach zwei Stunden brechen wir satt und gut gelaunt auf. Es war ein unterhaltsamer und herzhafter Abend, gut möglich, dass wir wiederkommen werden.

PS: Im «Falken» fühlen sich auch Raucherinnen und Raucher wohl: Die Bierhalle im Parterre ist das mit Abstand grösste Raucherlokal der Region, wenn nicht gar der ganzen Schweiz.

Restaurant Falken, Vorstadt 5, 8200 Schaffhausen. 7 Tage geöffnet. Tel. 052 625 34 04

**Auf einen Blick**
Küche: 3.5/5
Service: 4/5
Ambiance: 3.5/5
Preis / Leistung: 3/5
Gesamtwertung 3.5/5



Zentral gelegen und im Sommer auch draussen oft bis auf den letzten Platz besetzt: der «Falken» an der Vorstadt.
Bild Simon Brühlmann

#Allgemeines

8. April 2015 | Schweizer Brauer können aufatmen

Schaffhauser Nachrichten
(sda)

Wer in der Schweiz Bier braut, soll dieses als Schweizer Bier anpreisen dürfen. Der Bundesrat ist bereit, die geplanten Swissness-Bestimmungen zu lockern und bei manchen Getränken die Herkunft des Wassers zu berücksichtigen. Schweizer Wasser soll dann zum Schweizerkreuz auf der Etikette berechtigen, wenn es für das Getränk «wesensbestimmend» ist. Bei natürlichem oder aromatisiertem Mineralwasser sowie bei Bier ist dies nach Auffassung des Bundesrats der Fall. Bei Getränken auf Basis von Fruchtkonzentraten dagegen nicht.
Der Bundesrat wolle seine Vorschläge für die Verordnung zum Swissness-Gesetzespaket entsprechend anpassen, hiess es gestern beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Das Amt bestätigte damit einen Bericht, der in verschiedenen Westschweizer Zeitungen erschienen ist. Laut BLW will der Bundesrat die Verordnung im Herbst verabschieden, nach Konsultation der Rechtskommissionen von National- und Ständerat.

**Streit ums Wasser**
Die Grundregeln zum Schutz der Marke Schweiz hatte das Parlament nach langer Diskussion im Sommer 2013 beschlossen. Die Swissness-Bestimmungen sollen dafür sorgen, dass Schweiz drin ist, wenn Schweiz draufsteht. Bei Lebensmitteln sind die Rohstoffe ausschlaggebend: Das Produkt muss zu mindestens 80 Prozent aus Schweizer Rohstoffen bestehen. Die Umsetzung ist aber umstritten. Der Verordnungsentwurf, den der Bundesrat letzten Sommer in die Vernehmlassung geschickt hatte, sah vor, dass Schweizer Wasser nicht angerechnet werden sollte ausser bei Mineral- und Quellwasser. Der Bundesrat hatte damit verhindern wollen, dass alle Getränke mit viel (Schweizer) Wasser als Schweizer Getränke angepriesen werden können, so beispielsweise Apfelsaftgetränke aus ausländischen Äpfeln.

**Widerstand der Bierbrauer**
Der Vorschlag stiess jedoch in der Getränkeindustrie und bei den Bierbrauern auf Kritik. Da Bier zu 90 Prozent aus Wasser bestehe und die anderen Bestandteile Hopfen und Malz nicht aus der Schweiz stammten, gebe es künftig kein Schweizer Bier und keine regionalen Biere mehr, kritisierte der Brauerei-Verband. Der Bundesrat will dem nun mit einer differenzierteren Bestimmung Rechnung tragen. Die Verordnung wird indes nicht alle Getränketypen abschliessend regeln, wie der Bundesrat in seiner Antwort auf eine Frage aus dem Parlament ankündigte. Eine Prüfung im Einzelfall müsse möglich bleiben. Im Einzelfall seien auch die Erwartungen der Konsumenten an ein Schweizer Produkt zu berücksichtigen.

#Notizen zu Namen

30. März 2015 | Vorfreude beim neuen Munotvater

Schaffhauser Nachrichten
Ursula Junker

Mit einem lang andauernden Applaus verabschiedete der Munotverein Schaffhausen am vergangenen Freitag anlässlich der Generalversammlung seinen bisherigen Präsidenten Urs Saxer. Er habe einen ausserordentlichen Einsatz geleistet, deshalb gebühre ihm auch ein ganz besonderer Dank, würdigte Vizepräsident Peter Uehlinger die Verdienste des scheidenden Präsidenten, in dessen Amtszeit alte Traditionen ebenso gepflegt wurden, wie neue Ideen umgesetzt wurden, um den Verein vorwärtszubringen. Uehlinger lobte auch die Art, wie Saxer den Vorstand geleitet hatte: «Er war ein umsichtiger Fuhrmann, wusste, wo er bremsen und wo er ziehen musste.»

**Emotionaler Abschied**
Saxer zeigte sich sichtlich bewegt von den Standig Ovations der in der Schützenstube anwesenden Vereinsmitglieder und beteuerte: «Die Zeit als Munotvater war für mich ein Teil meines Lebens, den ich nie vergessen werde.» Noch vor seinem Abschied galt es für Saxer, die Wahlen in Vorstand und im Präsidium durchzuführen. Nach zwei Strategiesitzungen zur Entwicklung des Vereins habe man sich entschieden, Peter Uehlinger zur Wahl ins Präsidium vorzuschlagen. Mit einem langen und herzlichen Applaus wurde Uehlinger gewählt. «Ich bemühe mich, dass Sie in ein paar Jahren immer noch das Gefühl haben, eine gute Wahl getroffen zu haben», bedankte sich der Neugewählte, der sich auch auf seine neue Aufgabe freut. Sie biete die Möglichkeit, viele neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu pflegen. Ebenso verwies er auf die über 4000 Mitglieder, die dem Verein die Treue halten, sowie die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und dem Munotwächter-Ehepaar. Am vergangenen Freitag musste auch der Vorstand ergänzt werden. Roger Acklin und Beat Stöckli wurden einstimmig ins Gremium gewählt. In seinem Jahresbericht liess der scheidende Saxer noch einmal das Jubiläumsjahr Revue passieren, das viele zusätzliche Aktivitäten bot, von denen einige allerdings durch Regen verhindert wurden. Das schlug sich dann auch in der Rechnung nieder, wie Kassier Matthias Baumgartner darlegte. Saxer bedauerte auch, dass der mit viel Schwung angegangene Ausbau des westlichen Wehrgangs bislang durch die Denkmalpflege verunmöglicht wurde.

**Keine Munot-Summer-Nights mehr**
In der kommenden Saison werden die Aktivitäten etwas zurückgefahren. Nicht mehr im Programm aufgeführt sind etwa die Munot-Summer-Music-Nights. Allerdings wartet der Verein 2016 mit der Aufführung von «Carmen» als Freilichtoper auf (siehe SN vom 23. März). Dieses ganz besondere Ereignis wird den Vorstand auch dieses Jahr schon stark in Anspruch nehmen.



Peter Uehlinger (links) ist nun offiziell neuer Munotvater. Für Vorgänger Urs Saxer gab es bei der Generalversammlung Standing Ovations.
Bild Bruno Bührer

#Allgemeines

28. März 2015 | Ein neuer Fuxe in der Scaphusia

Gestern am 27. März ist auch Dionys Breu der Scaphusia als neuer Fuxe und viertem Mitglied der heurigen Generation beigetreten. Er hört auf den Namen Kraul. Wir begrüssen ihn herzlich und wünschen ihm eine fröhliche und erbauliche Zeit in der Aktivitas.

#Alt-Scaphusia

23. März 2015 | Herzlich willkommen in der Scaphusia!

In fröhlicher Runde die manchmal spontan-lockeren, mitunter unischeren, dann wieder souveränen Spefuxenantworten einem passenden Cerevis zuzuführen, erfordert Präsenz und Disziplin. Die Stimmung des Aufnahmeaktes bei Kerzenschein nach dem Farbenkantus – die erwartungsvolle Spannung der neuen Fuxen ist fast greifbar – bleibt ein unübertroffener Höhepunkt, der wohl jedem Scaphusianer zeitlebens in prägender Erinnerung bleibt.


Gian Klingler v/o Riff, Laurin Wiesendanger v/o Kubus, Marc Wanner v/o Träf

#Allgemeines

21. März 2015 | 352 Tasten gleichzeitig

Schaffhauser Nachrichten
Anna Rosenwasser

«Welche Freude, das Publikum auf der Treppe sitzen zu sehen», sagte Werner Schraff zur Begrüssung am diesjährigen Kantikonzert, das vergangenen Donnerstagabend stattfand. Nicht dass der Vorstand der Instrumenten-Fachschaft gerne Gäste unbequem sitzen sähe – aber die 160 Stühle in der Aula des Kantialtbaus waren schlicht und einfach alle besetzt. Insofern konnten sich die Musikerinnen und Musiker über viel Publikum freuen, das sich für das Kantikonzert 2015 gar auf das Treppchen zwischen die Sitze setzte.
Das Konzert Mitte März ist eine jährliche Tradition, die nicht zu verwechseln ist mit den Auftritten der Kantibands; Letztere sind stilistisch vorwiegend von modernem Pop geprägt, während im Kantikonzert viel Klassik zum Tragen kommt. Insgesamt 19 Werke wurden an diesem Abend interpretiert, vom 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit waren ganz unterschiedliche Epochen vertreten. Mit einem Schlagzeugensemble begann der Anlass betont rhythmisch. Es sollte bei Weitem nicht das einzige Mal bleiben, dass an diesem Donnerstagabend eine hohe Zahl an Musizierenden und Instrumenten auf der Bühne stand: oft in Form von Soli, gelegentlich aber bis zu viert. Im eher klavierlastigen Programm sorgten Darbietungen wie Telemanns Konzert in F-Dur für vier Flöten für Abwechslung, oder etwa das Celloduett von Haydn, das in wunderbar hörbarer Harmonie vorgetragen wurde. Aber auch die dargebotenen Klavierstücke waren divers, abwechslungsreich und zeitweise überraschend: Neben Chopin, Rachmaninow und Debussy (der im Zuge des Kassenschlagerfilms «Twilight» kürzlich an Popularität gewonnen hatte) trumpften die Konzertveranstalter mit Khatchaturians Säbeltanz auf, dessen altbekannte Melodie von sage und schreibe 16 Händen, also acht Schülerinnen und Schülern, wiedergegeben wurde. Ein denkbar voller, lebendiger Klang, wenn vier Klaviere gleichzeitig genutzt werden! «Das Klavier und das Schlagzeug sind diejenigen Instrumente, die man in Ensembles beschuldigt, zu laut zu sein», hatte Schraff zu Anfang des Konzertabends festgestellt. Am Kantikonzert allerdings waren diese weder zu laut, noch waren andere Instrumente zu leise: Von der verträumten Arabesque bis hin zum dramatisch dissonanten Walzer wurde die Bandbreite der instrumentalen Möglichkeiten zu einem kurzweiligen Konzertabend verarbeitet. Eine Suite für drei Trompeten schloss die Veranstaltung – als ob man nochmals zeigen wollte, dass die jungen Musikerinnen und Musiker der Kanti weder laute noch sanfte Töne scheuen.

#Notizen zu Namen

17. März 2015 | Jahresgewinn wächst um 7,4 Prozent

Schaffhauser Nachrichten
Rolf Fehlmann

**Jahresgewinn wächst um 7,4 Prozent**
Schaffhausen Das Geschäftsjahr 2014 sei für die Schaffhauser Kantonalbank «herausfordernd, aber ausgezeichnet» gewesen – so charakterisierte gestern Bankpräsident Rinaldo Riguzzi auf der Bilanzmedienkonferenz das abgelaufene Jahr. «Wir waren konfrontiert mit steigenden regulatorischen Anforderungen, mit insgesamt weiter sinkenden Margen und mit einer technologischen Entwicklung, mit der man mithalten muss, vor allem im Bereich der elektronischen Kommunikation.»

**Rekordwerte**
Die Eckdaten des Jahresabschlusses sind beeindruckend: Mit dem höchsten jemals ausgewiesenen Jahresgewinn von 39,04 Millionen Franken und einer Bilanzsumme von 6,18 Milliarden Fr. erwirtschaftete die Bank 2014 ein Rekordergebnis. Die Kundengelder nahmen gegenüber dem Geschäftsjahr 2013 um 230 Mio. Fr. zu, die Kundenausleihungen stiegen um 335 Millionen – dies trotz «unverändert vorsichtiger Kreditpolitik», wie Riguzzi gestern vor den Medien versicherte. Dieser Ausbau sei das Resultat «einer anhaltend soliden Nachfrage privater Wohnbaufinanzierungen als auch des Vertrauens einiger grösserer kommerzieller Immobilienkunden», heisst es dazu in der Medienmitteilung der Kantonalbank: «Wir legen seit Jahren Wert darauf, Geschäfte mit moderat belehnten Wohnliegenschaften und Kreditnehmern guter Bonität zu erzielen.»

**1 Milliarde verwaltete Vermögen**
Das Volumen der verwalteten Vermögen liege derzeit bei rund einer Milliarde Franken, sagte Kantonalbank-CEO Martin Vogel. Die Anzahl Mandate der hauseigenen Vermögensverwaltung stieg um 27,8 Prozent.«Das kann nur gelingen, wenn die Kunden darauf vertrauen, dass Sie ein verlässlicher und nachhaltiger Vermögensverwalter sind.» Ein Renner seien 2014 die sogenannten Indexmandate gewesen, also Vermögensverwaltung für kleinere Einkommen ab 100 000 Franken.

**1,5 Millionen mehr für den Kanton**
Vom guten Ergebnis profitiert auch der Kanton Schaffhausen mit einer Ablieferung von insgesamt 23,9 Mio. Fr.; das sind 1,524 Mio. mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Budgetiert hatte der Kanton laut Vogel insgesamt 22,2 Mio. Fr.: «So steuert ausser der Nationalbank noch eine weitere Bank etwas bei, mit dem man nicht gerechnet hatte», meinte Vogel augenzwinkernd. Er begründete die Ausschüttungsquote von 60 Prozent des Jahresgewinns mit dem Argument der Sicherheit der Bank: «Wir achten darauf, dass wir auf eine Eigenkapitalquote von 12 bis 13 Prozent zu liegen kommen.» Entsprechend steuere man die Ausschüttungsquote, die laut Gesetz zwischen 60 und 80 Prozent betragen müsse.

**Veränderte Ausgangslage für 2015**
Für 2015 rechnet die Schaffhauser Kantonalbank mit einem ertragsmässig schwierigen Jahr. Vogel: «Der Wegfall der Euro-Untergrenze und die Einführung der Negativzinsen haben die Ausgangslage wirklich verändert.» So reduziere die quasi über Nacht erfolgte Wertminderung des Euro das Volumen der verwalteten Gelder, was zu einem Ertragsrückgang führen werde. Darum rechne man mit Belastungen in allen Geschäftsbereichen. Dennoch sei die Bank für die zahlreichen Unwägbarkeiten des laufenden Jahres gut gerüstet – dies nicht zuletzt wegen ihrer Kapitalstärke.

**Personalien Beförderungen per 1. April 2015**
Die Schaffhauser Kantonalbank gibt per 1. April 2015 folgende Beförderungen bekannt: Zur Stellvertretenden Direktorin: Silvia Graf, Leiterin Produkt- und Prozessmanagement; zu Vizedirektoren: Ursula Erb, Leiterin Kommunikation; Stefan André Kleber, Berater Firmenkunden; Antonio Longhitano, Leiter Frontsupport; Aleksander Petrovic, Leiter Finance & Risk; zu Prokuristen: Reto Conrad, Leiter Produktion; Daniel Winzeler, Stab Marktleistungen; zu Handlungsbevollmächtigten: Sofia Dressler, Beraterin Private Kunden; Andreas Glauser, Informatiker; Thomas Hartmann, Produktmanager; Andrea Suter, Stab der Geschäftsleitung; Felizia Wattinger, Schalterberaterin; Andreas Wüscher, Berater private Kunden. Der Bankrat und die Geschäftsleitung gratulieren herzlich.

#Allgemeines

2. März 2015 | Kantikonzert

Schaffhauser Nachrichten
rbi

Full House in der Aula der Kanti am Freitagabend. 30 Kantischüler in fünf Combos präsentierten unter der Leitung von Christiane Mathé, die für die Arrangements zuständig war, ihr Können. Mit Popklängen, wie Robbie Williams’ «Angels», «Baby Jane» von Rod Stewart oder «Africa» von Toto, bis hin zu jazzig-groovigen Elementen, beispielsweise «Cold Duck Time» von Eddie Harris, präsentierten sich die Nachwuchskünstler im Rampenlicht als potenzielle Stars. Und tatsächlich entpuppten sich einmal mehr einige junge Musiker als Lichtblicke für höhere Berufungen. Vor allem die Saxofonisten, wie der 16-jährige Maurice Storrer (Bild), Roger Thöni oder Tobias Haug, die ihr Talent klar unter Beweis stellten. Aber auch Keyboarder Janosch Bohner oder Lena Keller mit ihrer Stimme unterstrichen ihre Ambitionen, wie viele weitere junge Künstler, die sich vorstellen durften. Das Highlight war die Jam-Einlage im Song «American Garage» von der Pat Metheny Group, welche mit gekonnten Improvisationen auftrumpfte. Dies belohnte das Publikum mit tosendem
Applaus. Mit Freude gilt es anzumerken, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Nachwuchstalente die regionalen Bühnen erobern werden.



Bild Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

26. Februar 2015 | «Fast täglich erleben wir Überraschungen»

Schaffhauser Nachrichten
(schi)

«Diewil», schreibt Johann Jakob Rüeger, «habend sich ouch ander ordenslüt alhie ingeflickt und sich alhie grësslet zuo irem guoten nutz, der armen burgerschaft aber zuo nachteil und schaden an lib, guot und seel, namlich die Barfuosser münchen.» Ob der knapp zwanzig Jahre nach der Reformation geborene Theologe als objektiver Chronist anzusehen ist und die Franziskaner sich wirklich als die Schlimmsten der Schlimmen gebärdeten, sei dahingestellt; fest steht aber, dass die 1253 erstmals erwähnte Barfüsserkirche mit einer Länge von 67 Metern ganze neun Meter länger als die Stadtkirche St. Johann gewesen ist. Das ist erstaunlich, aber man weiss dies schon seit Längerem.

**Noch nicht alle Geheimnisse**
Doch der Schaffhauser Kirchenarchäologe Guido Faccani – ein würdiger Nachfolger von Hans Rudolf Sennhauser – zeigte in seinem spannenden Referat im Kloster Allerheiligen auf, dass die Minderen Brüder, wie man die Mitglieder dieses Bettelordens ebenfalls nennt, noch längst nicht alle Geheimnisse preisgegeben haben und dass alleine schon hinter der baufälligen, zwanzig Zentimeter vorbauchenden Nordfassade des Guardianhauses wahre Schätze verborgen sind. Man reisst in dieser Liegenschaft am Platz 1 eine lausige Pavatexwand weg und staunt ob einer gut erhaltenen Fachwerkkonstruktion aus dem frühen 16. Jahrhundert. Entdeckt Quaderimitationen als Wandmalereien, eine um 1370 entstandene Holzdecke, russige, aus dem Mittelalter stammende Dachlatten. Die Beispiele liessen sich beliebig vermehren, wenn man etwa an das Haus «zum Goldenen Apfel», Krummgasse 8, denkt. Faccani machte die rund hundert Mitglieder und Gäste des Historischen Vereins, darunter Stadtpräsident Peter Neukomm, richtiggehend glustig, wagte sich aber doch nicht auf die Äste hinaus. «Das Neuland, das wir betreten, ist so neu, dass keine gültigen Rekonstruktionsversuche möglich sind. Fast täglich erleben wir Über- raschungen.» Und das wiederum ist mit Blick auf eine spätere Gesamtschau nichts anderes als ein grosses Versprechen, wenn man bedenkt, dass Guido Faccani bereits 2008 im Auftrag der Denkmalpflege mit der Detailinventarisierung der städtischen Liegenschaften im Stadthausgeviert – dem Barfüsserklosterareal – begonnen hat und nun mit seinem kleinen Team an der Notsicherung des Guardianhauses arbeitet.

**Verkaufen und zurückkaufen**
Spannend ist aber auch die Besitzergeschichte des Klosterkomplexes, der mit der Reformation an die Stadt Schaffhausen überging, die bald schon einzelne Parzellen umnutzte beziehungsweise verkaufte. So wurde die Klosterkirche in drei Etappen abgebrochen, zuerst der Chor (1543), dann das westliche Schiff (1729), wo das Haus zur Freudenquelle entstand, und schliesslich auch der Mittelteil (1837), der zuletzt als Baulager diente. Seit 1839 macht das Haus zur Freudenquelle als Stadthaus seinem Namen alle Ehre. Schon früh entwickelte man Umbaupläne für das ganze Stadthausgeviert. Dementsprechend begann die Stadt nach und nach sechs Liegenschaften des ehemaligen Barfüsserklosters zurückzukaufen. Zuerst 1930 den schwarzen Stier, 1958 durch Expropriation die daraufhin abgebrochene Liegenschaft Krummgasse 12, 1965 den goldenen Apfel und schliesslich 1979 die Weltkugel an der Safrangasse 5. Um Platz für ein Verwaltungszentrum zu schaffen, war man lange Zeit bereit, sämtliche Liegenschaften abzureissen. Doch zum Glück haben die städtischen Mühlen langsam genug gemahlen. Tabula rasa ist kein Thema mehr.



Der Schaffhauser Kirchenarchäologe Guido Faccani.
Bild Jeannette Vogel

#Allgemeines

16. Februar 2015 | Kanti Schaffhausen

Schaffhauser Nachrichten
(lge)

Hochbetrieb auf dem Emmersberg: Am vergangenen Samstag führte die Kantonsschule Schaffhausen den alljähr- lichen Besuchsmorgen durch. Eltern, Verwandte und Freunde der Schülerinnen und Schüler haben so die Gelegenheit einen Einblick in den Kantonsschulalltag zu erhalten. Im Anschluss an den Besuchsmorgen fand das traditionelle Alumni-Treffen statt. Dabei handelt es sich um einen Anlass für Absolventen der Kantonsschule, welche zum Dank für die Teilnahme an der Ehemaligenbefragung zum Mittagessen eingeladen werden. Am vergangenen Samstag trafen sich rund 30 Absolventen des Abschlussjahrgangs 2013 in der Mensa zum fünften Alumni-Treffen. Kantonsschulrektor Urs Saxer begrüsste die Anwesenden herzlich und informierte die Absolventen über die Ehemaligenbefragung.

**«Investment» kontrollieren**
«Bei der Ehemaligenbefragung geht es darum herauszufinden, was an der Kantonsschule anders oder besser gemacht werden kann», so Rektor Saxer, «Es ist uns wichtig herauszufinden, ob wir unsere Gelder gut investieren.» Gemeinsam mit der schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung habe die Schulleitung Fragebögen zusammengestellt, um mit deren Hilfe herauszufinden, wie sich die Grundausbildung an der Kantonsschule Schaffhausen auf das spätere Studentenleben auswirkt. Die Ehemaligenbefragung wird seit dem Abschlussjahrgang 2010 durchgeführt. Die ersten Resultate der Befragung könne man, laut Saxer, aber erst im Jahr 2017 erwarten. Pro Jahr erlangen ungefähr 150 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Schaffhausen die Matur. Weil davon aber nur wenige die gleiche Studienrichtung belegen, müssen weitere Jahrgänge abgewartet werden, damit sie miteinander verglichen werden können. Die anwesenden Absolventen haben den ersten von vier Fragebögen bereits im Mai 2013 ausgefüllt. Rektor Urs Saxer erinnert sie daran, dass sie im März die zweite Befragung ausfüllen werden. Im Anschluss lud er die Absolventen zu Schnitzel und Pommes ein: «Danke für ihre Mithilfe an der Befragung. Ich wünsche Ihnen alles Gute im Studium und jetzt vor allem en Guete.»

#Alt-Scaphusia

13. Februar 2015 | Roland Widmer olim Schlich

Sehr geehrte Ehrenmitglieder
Sehr geehrte Alte Herren
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste und Farbenbrüder
Liebe Aktive

Wir setzen unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres ehemaligen Farbenbruders Schlich in Kenntnis.

Roland Widmer olim Schlich
Dipl. Ing. ETH
Generation 1955
14. März 1937 – 11. Februar 2015

Die Trauerfeier fand im Kreis seiner Familie in Andelfingen statt.
Da Schlich keinen Kontakt mehr zur Alt-Scaphusia pflegte, findet keine studentische Totenehrung statt.

Wir grüssen Sie in unseren Farben Blau-Weiss-Blau
Der Vorstand der Alt-Scaphusia

#Notizen zu Namen

12. Februar 2015 | Unter neuer Führung ins Wahljahr

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

Die FDP Schaffhausen will zurück nach Bern: Nachdem der Schaffhauser Freisinn den Ständeratssitz von Peter Briner, der 2011 zurücktrat, nicht verteidigen konnte, will Reto Dubach ab 2016 für die Partei im Ständerat politisieren. Wird der Baudirektor am Parteitag vom 1. April von der Partei nominiert – woran kaum Zweifel bestehen dürften – so kommt es am 18. Oktober 2015 zu einer Kampfwahl: Bereits hat die SVP im Januar ihren bisherigen Vertreter Hannes Germann für eine erneute Kandidatur nominiert, und auch der parteilose Thomas Minder, der zweite Schaffhauser Vertreter in der kleinen Kammer, hat erst kürzlich angekündigt, erneut anzutreten. Dubach bezeichnet sich angesichts dieser Situation zwar als Aussenseiter, «aber einer mit intakten Chancen». Bliebe der Wahlerfolg aus, würde Dubach weiterhin als Regierungsrat im Amt bleiben.
Neuigkeiten konnte Regierungsrat Christian Amsler in seiner Funktion als Vorsitzender der FDP-Personalkommission im Hinblick auf die Nationalratswahlen verkünden: Nach intensiven Gesprächen sei es gelungen, mit dem Klettgauer Unternehmer Martin Kessler und Florian Hotz zwei «Topkandidaten» für den Nationalratswahlkampf zu gewinnen. «Dieses starke Zweierticket zeigt die Nähe der FDP zum Gewerbe und zur Wirtschaft», sagte Amsler. Auch hier müssen die FDP-Kandidaten gegen die beiden bisherigen Nationalräte Thomas Hurter (SVP) und Martina Munz (SP) antreten. Vor diesen Ankündigungen befasste sich die Partei mit der Parolenfassung zu den Abstimmungen vom 8. März und erteilten dabei dem Ständeratskandidaten in spe eine Absage: Mit einer deutlichen Mehrheit wurde die Energievorlage, für die sich der Baudirektor Dubach stark eingesetzt hatte, abgelehnt (Details im Kasten). Für die Partei noch wichtiger war aber die Klärung der Nachfolge von Parteipräsident Harald Jenny: Der Vorstand hatte der Versammlung Marcel Sonderegger, Jahrgang 1968, vorgeschlagen, Thomas Hauser sprach gestern von einem «Glücksfall für die Partei». Aktuell steht Sonderegger der Stadt-FDP vor. Der Familienvater und Ingenieur mit eigenem Büro in Schaffhausen begründet seine Kandidatur damit, dass er in der Vergangenheit im Parteivorstand verschiedentlich als Kritiker aufgetreten war – und jetzt selber in die Hosen steigen will. «Ich werde mich für gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft einsetzen», sagte er. Denn nur wenn die Wirtschaft floriere, verfüge der Staat auch über genügend Steuereinnahmen. Das Präsidium würde er als Ehrenamt ohne Entschädigung übernehmen. «Wer Geld verdient, macht sich abhängig», sagte Sonderegger. Stattdessen kündigte er an, die Arbeit auf die fünfköpfige Geschäftsleitung der Partei zu verteilen. Einwände gegen seine Wahl gab es nicht, und Sonderegger wurde einstimmig gewählt.


**Parolen: Nein zur Energievorlage und klares Ja zum Beitrag an das Fussballstadion im Herblingertal**

Am Schluss warnte Regierungsrat Reto Dubach davor, Risse in der Partei aufbrechen zu lassen, aber auch das half nichts: Mit 24 zu 11 Stimmen verweigerten die Parteimitglieder den beiden anwesenden Regierungsräten Dubach und Amsler die Gefolgschaft und beschlossen die Nein-Parole zur kantonalen Energievorlage. Vorausgegangen waren ein Pro-Referat von René Sauzet und eine ablehnende Stellungnahme von Marcel Montanari. In der Diskussion im Plenum wurden sowohl finanzielle als auch grundsätzliche Bedenken gegen die Vorlage ins Feld geführt: Ein Unternehmer lehnte die Einführung einer Förderabgabe mit der Begründung ab, dass er für seine Firma plötzlich bis zu 20 000 Franken mehr bezahlen müsste, «und das ohne einen Gegenwert». Mehrfach moniert wurde, dass die Massnahmen mit weitreichenden Eingriffen in die Privatsphäre und das Eigentumsrecht verbunden seien, was dem FDP-Credo zuwiderlaufe. Kein Gehör fand auch das Argument, dass sich mit Massnahmen zur Energieeffizienz Geld sparen lasse: «Wenn sich das rechnet, werden die Leute das auch ohne Förderprogramm tun», sagte Kantonsrat Christian Heydecker. Christian Amsler verteidigte die Vorlage als «moderat», und Reto Dubach betonte, dass es sich um zeitlich befristete Massnahmen handle, und kritisierte, dass mit Halbwahrheiten gegen die Vorlage argumentiert würde. Und er rief dazu auf, eine Verbindung von «Ökonomie und Ökologie» zu schaffen. Zustimmung gab es in der Folge für die Vorlage über das Erbschaftswesen, die Partei stellte sich hinter das beschlossene Budget und damit gegen das Referendum. Während die beiden nationalen Vorlagen abgelehnt wurden, beschloss die Stadtsektion mit einer deutlichen Mehrheit die Ja-Parole zum Stadionbeitrag.



Interimspräsident Thomas Hauser (l.) gratuliert dem neuen Parteipräsidenten Marcel Sonderegger zur einstimmigen Wahl ins Präsidium der Schaffhauser FDP.
Bild Selwyn Hoffmann

#Aktivitas

11. Februar 2015 | Spefuxen-Zeitung

Hier finden Sie die Spefuxen-Zeitung als PDF.

Diese Zeitung wird am Besuchsmorgen der Kantonsschule Schaffhausen vom Samstag, 14. Februar 2015 zum ersten Mal an die Kantonsschüler verteilt.

#Notizen zu Namen

13. Januar 2015 | Ein nüchterner Analytiker auf dem Bock

Schaffhauser Nachrichten
Claudia Härdi

Der Historiker Peter Scheck, der dieses Jahr den Kantonsrat leitet, macht den Eindruck, dass ihn nichts aus der Ruhe bringen kann. Er ist erstaunlich entspannt für einen Menschen, der im Kantonsparlament die brisante Debatte über das Sparpaket, «das Herzstück der diesjährigen politischen Diskussion im Kantonsparlament», laut Scheck, leiten muss. «Ich habe davor Respekt», sagt er. Er hofft, dass das Parlament einen Kompromiss finden wird, und ist davon überzeugt, dass auch die Bevölkerung dazu bereit wäre, einen Kompromiss einzugehen. Sein Ziel ist es, den Kantonsrat so zu führen, dass rasch ein Konsens gefunden wird. «Alles andere nervt mich», sagt Scheck, den vor allem die Endlosdebatten im Rat ärgern. Pfiff und Ironie in Debatten aber seien durchaus erlaubt. «Den Gegner darf man auch mal an die Wand spielen. Ich lege aber Wert auf einen anständigen Ton. Das ist mir wichtig», betont der Stadtarchivar.

**Beschränkte Macht**
Dass er als Kantonsratspräsident das Parlament steuern kann, daran glaubt er nicht: «Diese Macht hat man nicht.» Er könne zwar zur Versöhnung aufrufen. «Aber ob das gelingt?», fragt Scheck, der die verschiedenen politischen Positionen in seiner Fraktion, die er während dreier Jahre geleitet hat, als Vergleich heranzieht. «Wie will man eine Einigung im gesamten Rat zustande bringen, wenn es nicht einmal in der Fraktion klappt?» Es gebe in allen Parteien die Gemässigten, die Extremen und die Schlaumeier. Letztere seien diejenigen, die mal diese und mal jene Meinung vertreten würden, fügt Scheck, der sich selbst zu den gemässigten Politikern zählt, hinzu.

**Mit der Schule verbunden**
Er zieht die sachbezogene und analytische Gesprächskultur der Polemik vor. «Ich bin kein Hardliner und durchaus auch dazu bereit, dem anderen entgegenzukommen. Nicht nur in der Politik, auch im täglichen Leben suche ich den Kompromiss», sagt er. Aber auch ihm fällt es manchmal schwer, Kompromisse zu schliessen. Insbesondere wenn es um Sparmassnahmen an den Schulen geht. «Mit dem Abbau in der Bildung habe ich sehr Mühe. Das geht mir gegen den Strich», sagt Scheck, der sich durch seine nebenamtliche Tätigkeit als Maturitätsexperte an der Kantonsschule, an der Handelsschule KV und am Berufsbildungszentrum des Kantons Schaffhausen stark mit der Schule verbunden fühlt. «Wenn wir uns zum Ziel gesetzt haben, unsere Bildung zu fördern, sollten wir die Gelder dafür nicht kürzen. Das ist für mich ein totaler Widerspruch.»

**Freunde fürs Leben**
Bevor Scheck an der Universität Zürich Allgemeine Geschichte studierte und dort auch promovierte, seine Dissertation schrieb er zu den politischen Bündnissen der Stadt Schaffhausen von 1312 bis 1454, hatte der Schaffhauser SVP-Politiker an der Real- und Sekundarschule Rüdlingen und Buchberg selbst als Lehrer gearbeitet. Während seiner Lehrtätigkeit entdeckte er für sich das Fach Geschichte, denn ursprünglich wollte er Medizin oder Biochemie studieren. «Es ist erstaunlich, dass ich letztendlich Geschichte studiert habe. Physik und Chemie waren eher meine Stärken», bemerkt er. Die Arbeit mit jungen Menschen und der Kontakt zu ihnen ist ihm heute noch wichtig, sei es im Rahmen seiner Tätigkeit an der Kantonsschule oder auch in der Verbindung Scaphusia. Er sei an ihren Meinungen und Argumentationen interessiert. «Es ist reine Neugier», sagt er. Dass er auch am Leben junger Menschen Anteil nimmt, hat in Schecks Lebenslauf viel mit der Scaphusia zu tun. «Als Jugendlicher schliesst man dort Freundschaften fürs Leben, und der Zusammenhalt ist ausserordentlich gross.» Seiner Meinung nach lernt man in einer Verbindung Menschen besser kennen als in einem Verein. «Gerade in der Pubertät, wo man seine Sorgen und Nöte miteinander diskutiert, kommt man sich relativ nahe», sagt Scheck, der nebst der Scaphusia auch Ehrenmitglied der Technikerverbindung Fortuna ist. Für ihn jedenfalls sind die Verbindungen und die damit verbundenen Freundschaften sehr zentral.

**Geschichte ist Wissenschaft**
Seit 1996 leitet der heute 59-Jährige das Schaffhauser Stadtarchiv. Über die Stadt und den Kanton weiss er entsprechend viel, «aber längst nicht alles», wie er sagt. «Ich lerne jeden Tag wieder etwas Neues dazu.» Dass Historiker rückwärtsbezogene Denker seien, hält Scheck für Unsinn. Geschichte sei reines Handwerk. Und ein Historiker sei ein Wissenschaftler, der sich mit der Erforschung und Darstellung der Geschichte beschäftige. Es sei eine wissenschaftliche Herangehensweise – eine reine Analyse, sagt er. «Ob das die Vergangenheit oder die Gegenwart betrifft, ist absolut nicht entscheidend.» Entscheidend sei, dass Geschichte nie wertend sein dürfe.

**Ein nüchterner Analytiker**
Scheck kann man zu den nüchternen Analytikern zählen: Seine Aussagen sind kritischer Natur, aber nicht ohne Ironie. Sich selbst allzu ernst zu nehmen, sei ihm sehr fremd, sagt er. Nebst seiner Tätigkeit im Stadtarchiv, das er übrigens ins digitale Zeitalter überführt hat, engagiert sich der SVP-Politiker unter anderem auch in diversen Vereinen, und er ist Mitglied von Kommissionen und Beiräten. Der Stadtarchivar liest viel und gerne, denn das gehört seiner Meinung nach einfach zum Leben. Zur Entspannung spielt er Klavier. «So, wie andere ihr autogenes Training betreiben», sagt er. Am liebsten ist ihm Mozart oder die Improvisation. Sein Improvisationstalent kann er sicherlich auch gut als Kantonsratspräside gebrauchen.


**Peter Scheck: zur Person**

*Geburtstag:* 4. Juni 1956
*Schulen:* Primar-, Real- und Kantonsschule in Schaffhausen.
*Ausbildung:* Promovierte 1992 zum Dr. phil. I bei Prof. Dr. H. C. Peyer. Studium der Allgemeinen Geschichte (1982–1989). Lehrerseminar Schaffhausen (1976–1978).
*Weiterbildung:* Unter anderem Programmierung von Datenbankanwendungen an der Universität Zürich Irchel (1986–1989), römisches und germanisches Recht sowie Verfassungsgeschichte an der juristischen Fakultät Zürich (1986–1989), Literaturgeschichte und Mittelhochdeutsch am Deutschen Seminar der Universität Zürich (1983–1986).
*Berufliche Tätigkeit:* Seit 1996 Stadtarchivar von Schaffhausen. Davor unter anderem zuständig für den Aufbau und die Leitung der Dokumentationsstelle «Wirtschaft und Zeitgeschichte» (1995–1996) sowie die Leitung der Dokumentationsstelle «Wirtschafts- und Aussenwirtschaftspolitik» an der ETH Zürich (1991–1995).
*Politik:* Seit 2007 Kantonsratsmitglied. Fraktionspräsident der SVP-Fraktion (2011–2014).
*Militär:* Bis 2007 Hauptmann der Infanterie Waffenplatz St. Gallen.
*Auszug weitere Tätigkeiten:* Maturitätsexperte an Kantonsschule, Handelsschule KV und Berufsbildungszentrum des Kantons Schaffhausen. Vorstandsmitglied des Historischen Vereins Schaffhausen. Beirat des Hegau-Geschichtsvereins.
*Mitgliedschaften:* Ehrenmitglied der Techniker-Verbindung Fortuna und Mitglied der Scaphusia.
*Familie:* Verheiratet, vier erwachsene Kinder (Schwiegersöhne inklusive).
*Hobbys:* Tennis, Lesen, Reisen, Klavier.



Der Schaffhauser SVP-Politiker Peter Scheck zieht eine sachbezogene Gesprächskultur der Polemik vor. Er sieht sich als kompromissbereiten und offenen Menschen. Endlosdebatten im Rat strapazieren aber seine Toleranz ungemein.
Bild Selwyn Hoffmann


Schaffhauser Bock, 13.01.2015, Nr. 3
Marcel Tresch

*Der SVP-Politiker und Stadtarchivar Peter Scheck (58) ist höchster Schaffhauser des Jahres 2015*

**Zum Wohle der Bevölkerung**

Vor den Feiertagen wurde Peter Scheck zum neuen Präsidenten des Staatsparlamentes gewählt. Wie wird der SVP-Vertreter den Kantonsrat führen? Diese und andere Fragen beantwortet er dem «Schaffhauser Bock».

*«Schaffhauser Bock»: Wie beschreibt Peter Scheck sich selber als Persönlichkeit?*
Peter Scheck: Ich bin eher ein feinfühliger Mensch und versuche in erster Linie zu vermitteln. Eine Portion Humor und auch eine Prise Ironie fehlen dabei selten.

*Welche Stärken zeichnen Sie aus?*
Ich betrachte mich als durchschnittlich begabt. Vielleicht habe ich wenig auffallende Schwächen, aber auch nicht gerade herausragende Stärken wie etwa überdurchschnittliche Intelligenz, rhetorische Begabung, besonderes Durchsetzungsvermögen oder spezielle analytische Fähigkeiten.

*Was für eine Bedeutung hat für Sie das Präsidentenamt des Kantons Schaffhausen?*
Der Präsident ist Primus inter Pares, also Erster unter Gleichen. Es gilt für ihn in erster Linie, die Geschäfte des Kantonsrates sehr gut vorzubereiten, damit er auf Eventualitäten gefasst ist. Ebenso wichtig ist es, die Sitzungen fair und ausgewogen zu leiten. Das ist die Hauptaufgabe. Eine Zusatzaufgabe ist es, den Kantonsrat an besonderen Anlässen zu repräsentieren und ab und zu auch einige Grussworte aus Schaffhausen zu überbringen.

*Eine Aufgabe mit viel Würde oder Bürde?*
Ich denke, dass die Zeiten hierzulande endgültig vorbei sind, in denen ein solches Amt noch eine besondere Würde darstellte. Das passt heute vielleicht in die Europäische Union, aber nicht in die direkte Demokratie der Schweiz. Die zeitliche Beanspruchung ist im Übrigen durchaus verkraftbar.

*Was erhoffen Sie sich gesellschaftlich von Ihrem Präsidialjahr?*
Ich hoffe auf zahlreiche interessante Begegnungen mit Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Politik.

*Die Schweizerische Volkspartei setzt sich unter anderem für die Erhaltung und Attraktivität des Kantons Schaffhausen ein. Was will Ihre Partei, was wollen Sie erreichen?*
Die zunehmende Regelungsdichte sowie Bürokratisierung, die uns meist vom Bund aufgezwungen werden, verlangen logischerweise immer mehr Staatspersonal und schränken die persönliche Freiheit der Bürger immer mehr ein. Die SVP setzt sich dagegen für einen schlanken Staat ein, also für einen Kanton, der mit den Ressourcen sparsam und effizient umgeht, und will die individuelle Freiheit der Schweizer möglichst erhalten. Dahinter stehe ich vollumfänglich. Die Rolle des Parlamentspräsidenten ist aber die, möglichst neutral zu sein und sich den persönlichen politischen Meinungen in der Debatte zu enthalten.

*Wie wird sich unter Ihrer Leitung die Gesprächskultur zwischen links und rechts im Parlament verändern?*
Die Gesprächskultur im Parlament ist jetzt schon gut, mit einigen kleinen Ausrutschern im vergangenen Jahr. Ich beharre deshalb weiterhin auf der Achtung des politischen Gegners und dem Respekt vor den übrigen Parlamentariern und insbesondere auch vor den Regierungsräten. Ich liebe Sachpolitik und Logik; Polemik oder gar Ideologien haben in den Beratungen nichts verloren. Natürlich darf man auch mal dem Gegner in witziger Weise kontern.

*Welche politischen Themen müssen Ihrer Meinung nach unbedingt behandelt werden?*
Es wäre für mich der grösste Erfolg, wenn wir bei der Beratung des Entlastungsprogramms einen Kompromiss erzielen könnten, hinter dem die grosse Mehrheit des Parlaments stünde. Es ist das wesentliche Thema, gemeinsam mit dem Budget 2014 und 2015. Weiter wird uns das Tourismusgesetz sicher noch beschäftigen. Es werden aber auch einige Vorlagen von Regierung und Parlament dazukommen.

*Vor ein paar Jahren wurde das Kantonsparlament verkleinert. Ist das nach jetziger Erfahrung eher ein Vor- oder eher ein Nachteil?*
Kleinere Fraktionen haben oft Mühe, Vertreter in den zahlreichen Kommissionen zu finden. Meiner Meinung nach haben sich die Rednerlisten auch nicht wesentlich verkürzt. Die Verkleinerung des Parlaments hat nicht besonders viel gebracht.

*Was muss aus Ihrer Sicht in der Schaffhauser Wirtschaft noch verbessert werden?*
Ich sehe nicht ganz ein, warum ich unsere Wirtschaft beurteilen soll. Dazu bin ich weder berufen noch qualifiziert. Das Schaffhauser Parlament sollte deshalb auch unsere Wirtschaft nicht mit Ratschlägen oder gar gesetzgeberischen Vorstössen behelligen.

*Wie unterscheidet sich Ihre Politik und diejenige Ihrer Partei mit derjenigen der so genannt harten Linie der Zürcher SVP?*
Der Tonfall ist bei uns um einiges moderater.

*Sie sind Kantonsrat und Stadtarchivar, also politisch und beruflich stark engagiert. Was tun Sie in ihrer spärlichen Freizeit?*
Ich versuche, mich weiterzubilden. Geselligkeit und Tennis werden aber auch dieses Jahr ihren Platz finden.

*Welche politischen Ziele wollen Sie persönlich noch erreichen?*
Ich hege bezüglich politscher Karriere keine Ziele. Ich will ganz einfach eine gradlinige und berechenbare Person sein und anständig politisieren.

*Deckt sich Ihre Politik mit derjenigen Ihrer Frau, oder gibt es hier Differenzen?*
Meine Frau hat manchmal eine ganz andere Sichtweise, die ich respektiere. Wir politisieren allerdings selten, denn wir haben oft spannendere Themen beim Essen oder am Feierabend.

*Worüber reden Sie mit Ihrer Frau, wenn Sie nicht über Politik und Beruf reden?*
Familiäre Themen stehen oft im Vordergrund. Die Zukunft der Kinder, aber auch die Beziehungen zu unseren Freunden und Bekannten. Daneben philosophieren wir gerne über das Leben und die Zukunft.

*Eine Annahme: Künftig dürfte pro Familie nur noch eine Person ein Mandat übernehmen. Würden Sie zu Gunsten Ihrer Partnerin politisch kürzertreten, oder gäben Sie Ihrem persönlichen Ehrgeiz den Vorrang?*
Da meine Frau in dieser Beziehung keinerlei Ambitionen hat, erübrigt sich diese Frage.

*Hat Ihre Frau einen Einfluss auf Ihre Ratstätigkeit oder die Amtsausübung als Parlamentspräsident?*
Kaum. Wenn ich jedoch mit meiner Partnerin eingeladen bin, wird sie mich gerne begleiten.

*Was wünschen Sie den Schaffhauser Kantonsbürgern für das Jahr 2015?*
Ich wünsche allen ein glückliches und gesundes Jahr und hoffe, dass das Parlament zum Wohle der Bevölkerung weise Entscheidungen trifft.


**Peter Scheck persönlich**

*Geboren:* 4. Juni 1956
*Aufgewachsen:* in Schaffhausen
*Wohnhaft:* in Herblingen
*Beruf:* Dr. phil. Stadtarchivar
*Zivilstand:* verheiratet mit Doris Scheck-Küpfer, vier Kinder im Alter von 23 bis 29 Jahren
*Hobbys:* Tennis, Lesen, Musik (Klavier)
*Politik:* seit 2007 Mitglied des Kantonsrates Schaffhausen, Fraktionspräsident bis Ende 2014, seit 2004 Mitglied der kantonalen SVP



Peter Scheck: «Der Präsident ist Primus inter Pares, also Erster unter Gleichen.»
Bild: Marcel Tresch

#Allgemeines

9. Januar 2015 | Attentat von Paris: Ein Thema auch an den Schulen

Schaffhauser Nachrichten
Flavio Razzino

Die Ereignisse in Paris haben auch Jugendliche im Kanton mitbekommen. Für Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen bedeutet das eine anspruchsvolle Situation. «Nach solchen Ereignissen ist es normal, dass wir unseren Unterricht den Aktualitäten anpassen», sagt Thomas Stamm, einer der vier Prorektoren der Kantonsschule Schaffhausen. So war das Attentat im Lehrerzimmer, aber auch in den Schulzimmern ein grosses Thema. «Wir wollen den Schülerinnen und Schülern vor allem helfen, ein differenziertes Bild von solchen Geschehnissen zu geben – das hilft ihnen, Zusammenhänge zu verstehen, aber auch über Werte unserer Gesellschaft nachzudenken», so Stamm weiter. Der Anschlag war sodann Thema in der Deutschlektion und im Französischunterricht. Im Fach Geschichte/Staatskunde schliesslich wurde der Stundenplan den aktuellen Ereignissen angepasst, hier wird den Schülern die Geschichte des Terrorismus nähergebracht, der schreckliche Anschlag diene dabei als Aufhänger, so Stamm.
In der Sekundarschule in Neuhausen war der Anschlag ebenfalls Thema im Lehrerzimmer, weniger aber in den Klassen. Schulleiter Rolf Ramsperger: «Es ist für viele Schüler eine weitere schreckliche Meldung aus den Medien, Paris scheint aber doch weit weg zu sein», meint er. Im Unterricht wird das Thema Terrorismus in der Geschichtsstunde behandelt, und dort würden dann bei Bedarf auch vertiefte Diskussionen mit den Schülern geführt. Er glaube aber nicht, dass sich muslimische Schüler in der Klasse mit einer Vorverurteilung konfrontiert sehen könnten.

#Allgemeines

20. Dezember 2014 | Ihr Liederlein, kommet

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Es ist schon erstaunlich, an welchen Orten in Schaffhausen überall gesungen wird. Bei der Feier letzte Woche zu Ehren des neuen Kantonsratspräsidenten Peter Scheck stimmte die ganze Festgemeinde das studentische «Gaudeamus Igitur» an, eine Reverenz an Schecks (v/o Fino) Zeit in der Scaphusia. «Lasst uns also fröhlich sein» war auch das Motto an der Generalversammlung der Brauerei Falken, wo der volle Park-Casino- Saal das traditionelle «Schützenliesl» erdonnern liess.
Gesungen wird jetzt dann auch wieder im kleinen Familienkreis: «O du fröhliche», «Stille Nacht» und der Evergreen «O Tannenbaum», das vielleicht schrägste Weihnachtslied überhaupt. Die Geburt Jesu kommt darin nicht vor, dafür in der leider nur selten gesungenen Urfassung ein von der Liebe enttäuschter Jüngling: «O Mägdelein, o Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte»; «Der Bach im Tal, der Bach im Tal, ist deiner Falschheit Spiegel.» Das Schöne am Singen ist, dass keiner es können muss, jedenfalls nicht unter Familien und Freunden. Nicht jeder ist ein kleiner Pavarotti, nicht jede eine Callas, aber das ist an der Brauerei-GV, in der Studentenverbindung, in der Schule oder unter dem Christbaum egal. Singen verbindet, Singen stiftet Identität, Singen schafft eine feierliche Atmosphäre und Geborgenheit. Dies wussten schon die roten und die braunen Volksverführer zu nutzen («Internationale», «Horst-Wessel-Lied»), aber die extremistischen Töne halten sich in «Kling, Glöckchen, klingelingeling» dann zum Glück doch in engen Grenzen. Also: Jauchzet und frohlocket, so wie alle Jahre wieder. Und wer den Text nicht mehr kennt, der halte in den SN Ausschau: Wie immer drucken wir die schönsten Weihnachtslieder ab. Frohe Festtage!

#Allgemeines

13. Dezember 2014 | Brauerei Falken investiert mehr als fünf Millionen in neuste Technik

Schaffhauser Nachrichten
Rolf Fehlmann

An der gestrigen Generalversammlung der Schaffhauser Brauerei Falken AG zeigte sich deren Verwaltungsratspräsident Philipp Moersen mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2013/14 zufrieden. Die Firma habe ihre getätigten Investitionen voll abschreiben können. Der Jahresgewinn sei gegenüber dem Vorjahr um knapp 10 000 Franken gestiegen. Dies, obwohl wegen des schlechten Sommers massiv weniger Bier verkauft worden sei.
Die Aktionäre hiessen die Ausschüttung einer unveränderten Dividende in Höhe von 50 Franken brutto je Aktie gut und wählten den Verwaltungsrat in seiner bisherigen Zusammensetzung für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren. Zudem bestimmten sie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG neu als Revisionsgesellschaft. In einem Interview mit den SN äusserte sich Moersen zur Bedeutung des über fünf Millionen Franken teuren neuen Gär- und Lagerkellers, den die Brauerei im Frühjahr 2016 in Betrieb nehmen wolle: Der bestehende Lagerkeller sei fünfzig Jahre alt und aus energietechnischer Sicht veraltet – derzeit kühle man den ganzen Keller statt die einzelnen Tanks. Mit der neuen Anlage werde hingegen die Temperatur eines jeden Tanks frei steuerbar sein. Auf diese Weise könne man «die Qualität des Endprodukts stark beeinflussen». Zudem werde das Kühlmittel von Ammoniak auf das umweltschonendere Glykol umgestellt. Moersen, der im Frühjahr 2016 pensioniert wird, erklärte, seine Nachfolge sei geregelt. Er werde dem heutigen CEO und Delegierten des Verwaltungsrates, Markus Höfler, «die Führung eines gesunden und technisch hochstehenden Unternehmens übergeben».


Samstag, 13. Dezember 2014
**Rund 14,8 Millionen Dosen Bier abgefüllt**
Interview Philipp Moersen, Präsident des Verwaltungsrates der Brauerei Falken AG
Rolf Fehlmann

*2016 will die Brauerei Falken einen neuen Gär- und Lagerkeller in Betrieb nehmen – und damit wieder technisch auf dem neusten Stand sein. Philipp Moersen beschreibt dieses Projekt und spricht über das Bierjahr 2014, das in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich war.*

*Wie schätzen Sie das Bierjahr 2014 ein?*
Es war ein Jahr mit allen Facetten, die unsere Branche kennt. Dazu gehörten ein Grossanlass wie die Fussballweltmeisterschaft, ein verregneter Sommer und nicht planbare Kapazitätsspitzen, die es abzudecken galt. Umso mehr sind wir stolz darauf, dass wir unseren Aktionärinnen und Aktionären trotz der grossen Herausforderungen und trotz des schlechten Sommers ein gutes Resultat präsentieren können.

*Was waren die Gründe für die erwähnten Kapazitätsspitzen?*
Unsere Lohnabfüllpartner erhöhen in einem WM-Jahr ihre Kapazitäten im Hinblick auf den Event. Weil wir für nahezu alle KMU-Brauereien Dosen abfüllen, waren wir stark gefordert, diese Kapazitäten abzudecken. Wir mussten teilweise in drei Schichten arbeiten. Das hat allen Beteiligten vollen Einsatz abverlangt. Geschafft haben wir das nur dank dem grossen Engagement unserer Mitarbeitenden.

*Wie viele Dosen haben Sie abgefüllt?*
Wir verzeichneten einen absoluten Rekord, den wir wahrscheinlich kein zweites Mal mehr erreichen werden – und auch nicht mehr erreichen wollen. Es waren 14,8 Millionen Dosen, die wir in verhältnismässig kurzer Zeit befüllen mussten. Ursprünglich hatten wir für die Anlage ein Volumen von vier Millionen Dosen pro Jahr budgetiert. Ausgelegt ist sie für acht bis neun Millionen Dosen, aber verteilt übers Jahr. Wenn wir das schaffen, sind wir zufrieden. Dann läuft der Abfüllbetrieb rationell und ohne dass wir in Schichten arbeiten müssen. Das ist unser Ziel.

*Abgesehen von der Fussballweltmeisterschaft entsprach der Sommer kaum den Vorstellungen der Mehrheit der Leute.*
Bis Anfang des Sommers sah das Bierjahr gut aus. Die miserablen Monate Juli und August machten allen wahnsinnig zu schaffen – es wurde massiv weniger Bier verkauft.

*Falken ist stark regional verankert, mit ihren Spezialitäten geht die Brauerei aber über ihr Kerngebiet hinaus.*
Damit dehnen wir uns in die ganze Deutschschweiz aus. Mit dem «Eidgenoss», dem «Stammhaus-Bier» und dem «Schwarzen Falken» sind wir jetzt auch im Raum Bern und in der Innerschweiz gut unterwegs.

*Das bringt uns zum Thema Swissness – was geschieht mit dem «Eidgenoss», wenn Wasser nicht mehr als Schweizer Rohstoff gezählt werden darf?*
Lassen Sie noch etwas Zeit vergehen … Die vorgeschlagene Regelung ist unausgegoren und in der vorliegenden Form nicht praktikabel.

*Letztes Jahr hat Falken die grösste Investition der Firmengeschichte angekündigt, nämlich den neuen Gär- und Lagerkeller. Wie viel investieren Sie?*
Das Projekt erfordert ein Investitionsvolumen von über fünf Millionen Franken.

*Warum ist diese Investition wichtig?*
Es war schon immer unsere Devise, technisch auf einem hohen Stand zu sein. Mit Ausnahme des Gär- und Lagerkellers sind wir das. Unser bestehender Lagerkeller ist jetzt fünfzig Jahre alt. Obwohl dort überwiegend Chromstahltanks im Einsatz sind, ist diese Anlage aus energietechnischer Sicht veraltet.

*Warum?*
Nach dem derzeit aktuellen Stand der Technik wird die Temperatur eines jeden Tanks separat gesteuert. Bei uns hingegen ist es noch so, dass das Bier in den Lagerkeller fliesst, wo es während acht bis zehn Wochen fertig reift. Mit unserer derzeitigen Ausstattung kühlen wir den gesamten Keller, unabhängig davon, ob ein Tank voll oder leer ist.

*Was bringt die neue Anlage konkret?*
Mit einer modernen Temperaturführung kann man die Qualität des Endprodukts stark beeinflussen. Die Temperatur eines jeden Tanks wird frei steuerbar sein. Mit der neuen Anlage werden wir das Kühlmittel von heute Ammoniak auf das umweltschonendere Glykol umstellen. Überdies können wir die Arbeitsabläufe optimieren und die Kosten grundsätzlich reduzieren.

*Wie sieht der Zeitplan aus?*
Der Entscheid für das Projekt fiel vor einem Jahr; heute stehen wir mitten in der Umsetzung. Im Frühjahr 2015 beginnen wir mit dem Aufstellen der Tanks, dann folgen die Vernetzung und die Verrohrung. Das dauert mit Sicherheit ein Jahr. Unser Ziel ist die Inbetriebnahme im Frühling 2016. Die Nutzungsdauer der Anlage wird bei 20 bis 25 Jahren liegen.

*Wird der neue Gär- und Lagerkeller das letzte Projekt während Ihrer Zeit als Verwaltungsratspräsident sein?*
Es ist ein reiner Zufall, dass der anvisierte Inbetriebnahmetermin im Frühjahr 2016 zusammenfällt mit meinem 65. Geburtstag und meiner offiziellen Pensionierung. Ich werde aber auch über diesen Termin hinaus öfter hier anzutreffen sein.

*Wie steht es um Ihre Nachfolge?*
Meine Nachfolge ist bereits geregelt. Markus Höfler ist ja schon CEO und Delegierter des Verwaltungsrates. Mir bleibt noch, diesen Schritt hin zu einem modernen Gär- und Lagerkeller zu vollziehen. Dann kann ich ins zweite Glied treten und ihm die Führung eines gesunden und technisch hochstehenden Unternehmens übergeben.


Samstag, 13. Dezember 2014
**Dividende bleibt gleich, aber Revisionsstelle wechselt**
Rolf Fehlmann

*Die Aktionäre der Brauerei Falken AG haben an ihrer Generalversammlung den bisherigen Verwaltungsrat für weitere drei Jahre wiedergewählt. Das Mandat der Revisionsstelle wurde hingegen nach 15 Jahren neu vergeben.*

Geschätzte 400 Personen nahmen gestern Abend im Park Casino in Schaffhausen an der ordentlichen Generalversammlung der Brauerei Falken AG teil, darunter 366 Aktionärinnen und Aktionäre sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft.
Das Unternehmen habe ein gutes Jahr hinter sich, sagte Verwaltungsratspräsident Philipp Moersen in seinen einleitenden Worten. Falken habe die getätigten Investitionen voll abschreiben können; und dank der 2012 eröffneten Abfüllanlage für Dosenbier habe man als Lohnabfüller Umsatz aus Deutschland zurückgeholt.
Moersen ging sodann auf das nun laufende Projekt eines neuen Gär- und Lagerkellers ein – mit einem Investitionsvolumen vom über fünf Millionen Franken das grösste Projekt in der Geschichte der Brauerei (siehe Interview). Falken bleibe ein sicherer Wert in der Region Schaffhausen, sagte Moersen in seinem Dank an die Aktionärinnen und Aktionäre.
Der statutarische Teil ging diskussionslos über die Bühne. Einstimmig genehmigt wurden Jahresbericht und -rechnung, die Beibehaltung der Dividende von 50 Franken brutto je Aktie, die Verwendung des Bilanzgewinns. Von Letzterem (606 568 Franken) werden je 150 000 Franken als Dividende ausgeschüttet beziehungsweise der freien Reserve zugewiesen und 306 568 Franken auf die neue Rechnung vorgetragen. Einstimmig und in globo wurde ferner der Verwaltungsrat in seiner bisherigen Zusammensetzung für weitere drei Jahre wiedergewählt. Zwei Enthaltungen gab es hingegen bei der Neuvergabe des Mandats der Revisionsstelle. Dieses hatte seit 1999 die Ernst & Young AG in St. Gallen inne. Nun hiessen die Aktionäre den Antrag des Verwaltungsrates gut, dieses Mandat neu an die BDO AG in St. Gallen zu vergeben. Dieser Vorschlag sei «im Rahmen guter Corporate Governance» und «nach einem sorgfältig durchgeführten Evaluationsprozess» erfolgt, schreibt der Verwaltungsrat.
Es war dem Kabarettkünstler Massimo Rocchi vorbehalten, den humoristischen Schlusspunkt der diesjährigen Generalversammlung zu setzen. Ausgehend vom Thema «Swissness», spannte er einen unvergleichlichen Bogen von Schaffhausen nach Europa, philosophierte über den Förderalismus des Abfallsacks und kam schliesslich zur verblüffenden Erkenntnis: «Die Schweiz existiert – aber sie versteckt sich im Detail.»


**Rudolf Moersen (†) Schweigeminute für den Ehrenpräsidenten**

Gleich zu Beginn der Versammlung ehrten die Anwesenden den verstorbenen Ehrenpräsidenten der Brauerei Falken AG, Rudolf Moersen (1922–2014), mit einer Schweigeminute. «Die ‹Schützenliesel› wird heute für ihn gesungen», sagte Falken-CEO Markus Höfler in seinem kurzen Nachruf mit bewegter Stimme. Der Verstorbene sei nahezu ein halbes Jahrhundert für die Brauerei tätig gewesen – ein Patron alter Schule, ein Chef, auf den Verlass gewesen sei, ein Mensch, «der traditionell schweizerischen Werten verpflichtet war: Bodenständigkeit, Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit und Augenmass.» (rf.)


**Brauerei Falken: Zahlen und Fakten für 2013/14**

Gesamtertrag 24 939 204 Fr.
Totalaufwand 24 583 099 Fr.
Sachaufwand 16 189 926 Fr.
Personalaufwand 5 333 776 Fr.
Reingewinn 356 105 Fr.
Dividende 50 Fr. brutto A
nzahl Mitarbeitende 59
Verwaltungsrat Philipp Moersen (Präsident), Ronald Forster (Vize), Markus Höfler (Delegierter), René Zeier (Mitglied)

#Allgemeines

11. Dezember 2014 | Saxer: «Es ist einfach verlockend, eine neue Aufgabe anzupacken»

Schaffhauser Nachrichten
Claudia Härdi

Urs Saxer, der nach zwölf Jahren seinen Rücktritt als Rektor der Kantonsschule Schaffhausen bekannt gab, sagt, er sei kein bisschen amtsmüde. «Es ist einfach verlockend, eine neue Aufgabe anzupacken», sagt Saxer, der für August 2015 eine Berufung an die Universität St. Gallen (HSG) als Dozent für Wirtschaftspädagogik erhalten hat. Er wird sich dort insbesondere mit Fragen und Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Schulpraxis befassen. Beispielsweise wird er Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen konzipieren. In seiner neuen Position wird er auch für den Austausch von Erfahrungen zwischen der Schule und der Wissenschaft zuständig sein.

**Weiterhin Wirtschaft und Recht**
Der Kantonsschule Schaffhausen bleibt er treu. Er wird weiterhin Wirtschaft und Recht unterrichten. Künftig im Umfang eines 25-Prozent-Pensums. «Für meine Aufgabe an der HSG ist es entscheidend, dass ich weiterhin im Bilde darüber bin, was im Unterricht läuft.» Er könne so seine Erfahrung der Praxis in die geplanten HSG-Projekte einbringen. Erfahrungen hat Saxer in Schaffhausen viele gesammelt. Nächstes Jahr werden es 20 Jahre sein, die er als Lehrer, als Mitglied der Schulleitung und zuletzt als Rektor an der Kantonsschule verbracht hat. «Langeweile kam nie auf», sagt Saxer, der in Schaffhausen und an seiner heutigen Arbeit vor allem die kurzen Wege und die persönlichen Kontakte schätzt. «Die Kantonsschule ist eng mit der Stadt und mit der Politik verbunden», erklärt er. Dadurch könne rasch und pragmatisch gehandelt werden. Im Vergleich zu anderen Gymnasien in anderen Kantonen geniesst Saxer hier viele Freiräume, wie er sagt. «Die Schaffhauser Kantonsschule ist eine ganz besondere Schule mit aufgestellten Schülern und sehr engagierten Lehrpersonen», sagt er – mit einer ansteckenden Begeisterung. Diese schlägt sich in den verschiedensten Projekten nieder, die er an der Schule angerissen und realisiert hat.

**Nachfolge noch offen**
«Ich will Ideen aufnehmen und auch umsetzen», sagt er. Sein Motto lautet: «Das probieren wir. Das machen wir möglich!» Dass die vielen Projekte innerhalb einer vorgesehenen und verfügbaren Zeit realisiert werden konnten, damit habe er jedoch oft gekämpft. Erste Entscheidungen über die Neubesetzung der Rektorstelle werden Ende April erwartet. Wer seine Nachfolge antreten wird, ist derzeit noch offen.


Donnerstag, 11. Dezember 2014
**Kantirektor Urs Saxer: Die Gründe für seinen Rücktritt**

Weder Langeweile noch Amtsmüdigkeit haben Urs Saxer dazu bewogen, seine Stelle als Rektor der Kantonsschule Schaffhausen zu kündigen. Den Anlass dazu gab eine Berufung an die Universität St. Gallen als Dozent für Wirtschaftspädagogik. Ein verlockendes Angebot für Saxer. Denn er wird sich Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Schulpraxis widmen können. Die Nähe zur Praxis will er mit einem kleinen Lehrpensum aufrechterhalten. (ch)


Mittwoch, 10. Dezember 2014
**Urs Saxer tritt als Kantirektor zurück**

Urs Saxer tritt per Ende Schuljahr als Rektor der Schaffhauser Kantonsschule zurück. Dies erklärte Saxer gestern gegenüber Radio Munot. Er sagte, er habe seine Mitarbeitenden an der Kantonsschule bereits über seinen Rücktritt informiert. Urs Saxer war 1997 zum Prorektor gewählt worden und übernahm 2003 das Amt des Rektors. Wer Saxers Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt. (r.)

#Notizen zu Namen

9. Dezember 2014 | Zwei SVP-Politiker an der Spitze

Schaffhauser Nachrichten
Claudia Härdi

Gestern Morgen wurde der Schaffhauser Peter Scheck mit 50 von 52 gültigen Stimmen in das höchste Amt des Kantonsratspräsidenten gewählt. Ebenfalls unbestritten war die Wahl des Regierungspräsidenten. Ernst Landolt erhielt 56 von 57 gültigen Stimmen und übernimmt damit die Führung der Regierung. Mit den beiden Politikern Peter Scheck und Ernst Landolt werden die zwei wichtigsten Ämter im Kanton im neuen Jahr von der SVP besetzt. Sie lösen zwei FDP-Politiker, Kantonsratspräsident Martin Kessler und Regierungspräsident Christian Amsler, ab.
Für Kessler sei gestern ein spannendes Jahr als Kantonsratspräsident zu Ende gegangen, wie er gegenüber den SN sagte. In Erinnerung geblieben ist ihm vor allem eine seiner ersten Sitzungen, die er zu leiten hatte. Traktandiert gewesen sei die Strukturreform des Kantons. «Diese Sitzung war meine grösste Herausforderung als Ratspräsident», sagt Kessler, der sich nun darauf freut, im Kantonsrat wieder zur Sache mitreden zu können. Auf Peter Scheck (SVP Schaffhausen) könnten im nächsten Jahr ebenfalls ein paar Herausforderungen warten. Der Kantonsrat hat noch einige kontroverse Themen zu diskutieren. So zum Beispiel das neuste Sparprogramm. Bis anhin hat Scheck als Fraktionspräsident das Wort für seine Partei geführt. An den nächsten Ratssitzungen wird er sich als Ratspräsident mit seinen Meinungen zurückhalten müssen. Erben wird Schecks Amt als Fraktionspräsident Andreas Gnädinger aus Siblingen.
Nebst der Wahl des Kantonsratspräsidenten und des Regierungspräsidenten wurden gestern auch zwei Vizepräsidenten gewählt. Die SP hat im vergangenen Jahr Walter Vogelsanger auf die Präsidentenlaufbahn geschickt. Er erhielt 48 von 53 gültigen Stimmen und wird 2015 neuer Erster Vizepräsident. Das Amt des Zweiten Vizepräsidenten ging an die FDP, vertreten durch Thomas Hauser, der 47 von 50 gültigen Stimmen erhielt. Stimmenzähler im neuen politischen Jahr werden Till Aders (AL, Schaffhausen) und Rainer Schmidig (EVP, Schaffhausen). Beide sind mit einem deutlichen Mehr gewählt worden. Wenn alles wie geplant läuft, wird Vogelsanger im Jahr 2016 Präsident des Kantonsrats werden und Hauser im Jahr 2017. Nach alter Tradition wurde der höchste Mann im Kanton nach der Ratsarbeit mit Chäschüechli und Wein gefeiert. Zur grossen Feier (mehr zur Wahlfeier: siehe unten) lud Scheck ins Casino in Schaffhausen ein.


**Kantonsrat**
Rücktritt von Di Ronco und Keller
Christian Di Ronco (CVP, Neuhausen am Rheinfall) tritt per Ende Jahr aus dem Kantonsrat zurück. Seine Nachfolge ist noch offen. Ebenfalls aus dem Rat verabschiedet wurde Florian Keller (AL, Schaffhausen). Susi Stühlinger, (AL, Schaffhausen) tritt aus der Gesundheitskommission zurück und wird voraussichtlich für Florian Keller in die Geschäftsprüfungskommission wechseln. (ch)


**Viel Bier und träfe Sprüche an der Wahlfeier**

*Zusammen mit Peter Scheck haben über 120 Gäste seine Wahl gefeiert, natürlich mit den obligaten Produktionen.*

Von Zeno Geisseler

Peter Scheck, der neue Kantonsratspräsident, ist kein Kostverächter. Bier und schnelle, offene Wagen sind die Präferenzen des Schaffhauser SVP-Politikers, jedenfalls wenn man die gestrige Wahlfeier im Park Casino zum Massstab nimmt. Immer wieder tauchten diese beiden Punkte in den Reden, Produktionen und Geschenken auf. Mit rund 120 Personen, darunter zwei Drittel des Kantonsrats, die Kantons- und Stadtregierung, Vertretern der Wirtschaft, der Gerichte, der Scaphusia (eine Dreierdelegation im Vollwichs war anwesend) und weiteren Freunden und Bekannten feierte Scheck einen wunderbaren Abend, organisiert von Kantonsratskollege Thomas Hauser. Auch die Polizeimusik spielte auf. Das Motto des Abends war «PS feiern wir», wobei «PS» ebenso für «Peter Scheck» stand wie für «Pferdestärke» oder «Post Scriptum».
Zu den Klängen des Studentenliedes «Gaudeamus Igitur», gesungen von allen Anwesenden, schritt Scheck (v/o Fino in der Scaphusia) auf die Bühne und begrüsste die Gäste, garniert mit launigen Sprüchen wie diesem: «Thomas Hauser ist der Typ Mensch, von dem mich meine Mutter in der Jugend immer gewarnt hat», sagte er. «Mittlerweile sind wir gute Freunde geworden.» Dann war der Ball beim abtretenden Regierungspräsidenten Christian Amsler, der Scheck schon seit seiner Zeit als Zugführer im Füs Bat 61 kennt. Amsler überreichte die obligaten Weine aus dem Staatskeller und übergab dann auch ein Geschenk an den neuen Regierungspräsidenten Ernst Landolt: ein Rebbürdeli, das er seinerzeit von Rosmarie Widmer Gysel erhalten hatte.
Auch Stadtpräsident Thomas Feurer, der Chef von Peter Scheck, der Stadtarchivar ist, gab einige Anekdoten zum Besten. So habe Scheck sich lange Zeit geweigert, bei einem neuen Arbeitszeiterfassungssystem mitzumachen. «Nach zwei Jahren kam dann die Personalabteilung zu mir», erzählte Feurer, «und sagte, Scheck habe 5000 Minusstunden.»
Dann folgten die Produktionen, wobei neben Zauberer Lorios vor allem die SP-Kantonsräte Jürg Tanner und Daniel Fischer mit einer bayrischen Nummer für viele Lacher sorgten – natürlich durften einige humorvolle Spitzen gegen die Bürgerlichen nicht fehlen, wie ein angebliches Schreiben von Finanzdirektorin Rosmarie Widmer Gysel an die Versicherung: «Liebe Mobiliar, wir sind abgebrannt, jetzt möchten wir gerne einen Schadensfall geltend machen.» Oder diesen: «Wir haben ein Schleudertrauma vom starken Kopfschütteln beim Lesen des Entlastungsprogramms 2014.»
Serviert wurde zum Apéro Stadtwein (spendiert von der Stadt Schaffhausen), danach gab es einen Tomaten-Mozzarella-Salat, zum Hauptgang dann Tessinerbraten mit Risotto und Ratatouille, dazu ein Osterfinger Badwy 2012 und zum Dessert Tiramisù.


Der frisch gewählte Regierungspräsident Ernst Landolt (SVP; links) und Peter Scheck (SVP), der 2015 die Leitung des Kantonsrats übernehmen wird, gratulieren einander zur Wahl. Rechts der scheidende Ratspräsident Martin Kessler.
Bild Eric Bührer

#Notizen zu Namen

3. Dezember 2014 | «Stillstand ist Rückschritt»

Automobil Revue, Nr. 49/14
Eva-Maria Burkhardt

*Guten Morgen, Herr Dreher, es ist ein wenig ruhig geworden um Sie. Wir vermissen Ihre pointierten und bisweilen polemischen Aussagen zu Verkehr und Politik der Schweiz. Womit beschäftigen Sie sich gerade?*
Danke der Nachfrage! Stiftungsrecht, Erbrecht, Steuerrecht, Immobiliarrecht, aber auch Verkehrsrecht halten unsere Kanzlei und meine Partner durchaus beschäftigt. Dazu kommen Bauvorhaben im Hoch- und Tiefbau. Mit meiner Industrieland Schaffhausen AG verlegen wir auf 20 000 m2 in Beringen derzeit das grösste Erdkollektorenfeld der Schweiz mit rund 107 km Kollektoren zum Beheizen und Kühlen der künftigen Gebäude. Nicht grüner Gugus, sondern kalkulierte Zukunft.

*Früher zielte Ihr Büro ein Bild des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Ist es noch da?*
Das Bild hat mir FJS 1985 nach einem Besuch des politischen Aschermittwochs in Passau persönlich gewidmet. Das bleibt. Neu ist ein Foto von Ronald Wilson Reagan, das Titelbild des «Economist» vom 10.6.2004: «The man who beat communism». Oder sollte ich ein Foto vom Asylanten-Koller oder Tempo 80/120-Egli aufängen?

*Im kommenden Februar ist es genau 30 Jahre her, dass Sie die Autopartei gegründet haben – als Gegenpol zu den Grünen und deren «Öko-Terror», wie Sie es nannten. Sind Sie nach wie vor stolz auf diese Initiative?*
Ja!

*Sie haben den Begriff von der «Jahrhundertlüge Waldsterben» geprägt. Würden Sie es noch immer so bezeichnen? Oder blicken Sie heute bereits in gewisser Altersmilde auf den aggressiven Jungpolitiker Mike Dreher zurück?*
Am 6.2.2015 gibt’s ein Jubiläum: 30 Jahre Sondersession Waldsterbelüge. Kein Parlament Europas hat sich so tief erniedrigt. Die aktuelle Klimahysterie ist im Vergleich dazu Sonntagsschule. Sogar die Zürcher Staatskirche forderte damals Tempolimiten, Benzinrationierung, Sonntagsfahrverbote und Benzinpreiserhöhungen «zur Rettung der Schöpfung». Tempo 80/120 fahren wir seit 1985 zur «Rettung des Waldes», nicht wegen der Sicherheit. Ein unglaublicher Polizeistaat auf der Strasse war und ist die Folge. Der einzige Journalist mit Rückgrat war «Blick»-Chef Peter Uebersax.

*Was halten Sie von der Milchkuh-Initiative, die durchsetzen möchte, dass die Einnahmen aus dem Strassenverkehr konsequent in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden? Als wir den Slogan «Die Milchkuh wird zur Kampfkuh» hörten, dachten wir, der könnte von Ihnen stammen.*
Danke! Diese Initiative ist super, zumal ja keine Autofahrer-Lobby existiert. Schauen Sie doch den Bussen- und Polizeistaat auf der Strasse an, die 25 Jahre Rückstand im Autobahnbau oder das Affentheater um die zweite Gotthardröhre. Sind Staus gut für die Umwelt? Wenn TCS und ACS etwas taugen würden, hätten wir doch andere Verhältnisse!

*Einen wirklichen Ruhestand können wir uns bei Ihnen gar nicht vorstellen. Wie lange wird man Sie noch als umtriebigen Anwalt des flüssigen Strassenverkehrs in der Schweiz erleben?*
Generell: Stillstand ist Rückschritt. 2015 sind ja wieder Nationalratswahlen. Und jemand muss doch auch die Auto- und Töff-Fahrer sowie die vielen Rentner vertreten, die angeblich «wegen der Sicherheit» laufend neuen Schikanen – geplant sind obligatorische Kurse, Zusatzprüfungen etc. – ausgesetzt sind und noch werden. Wir schicken meines Wissens als einziges Land die 70+-Jährigen zum Arzt. Und es kostet immer! Ausländische Rentner am Steuer sind folglich ein Sicherheitsrisiko. Arztcheck künftig an der Grenze?

*Was raten Sie als Jurist der Dr. Dreher & Partner AG und als Präsident der Stiftung «Auto Allianz» Autofahrern, die einen Bussenbescheid erhalten?*
Ordnungsbussen in der Regel bezahlen. Bei Verzeigungen immer Einsprache machen! Das ist der Satz «Ich erhebe Einsprache» plus 6 Franken Porto. Zurückziehen kann man immer. Man gewinnt jedenfalls Zeit und den Fall öfter als man denkt. Selbst im Bussen- und Polizei-Zürich.

*In Ihrer Vita sind von 1970 bis 1973 «ausgedehnte Studienreisen mit Fiat 2300 S, Abarth Coupé und Lancia Flaminia GT 3C 2800» aufgeführt. Sie notierten, nach den Entbehrungen des Studiums sei es ein Menschenrecht, nicht nur über exklusive Autos eine Dissertation zu schreiben, sondern sie zu fahren. Wie viele Autos besitzen Sie heute?*
Ich fahre seit 1991 das gleiche, aber nicht dasselbe Auto: einen Mercedes-Benz 560 SEC. Sieht aus jedem Winkel gut aus und ist elektronikfrei. Meine Frau ist 1980 von ihrer Pagode 280 SL, die sie als junge Anwältin gekauft hatte, auf einen Mercedes-Benz 280 TE umgestiegen. Mittlerweile fährt sie den vierten als 320 T. Natürlich kämen auch Audi, BMW, Jaguar oder Tesla in Frage. Aber wir sind längst an diese Fahrzeuge gewöhnt. Auch bewege ich mich nach wie vor in der Oldtimerszene. Zurzeit macht die Zürcher FDP Sorgen, weil sie sich nicht dem Vorstoss der SVP anschliessen will, die unsinnig hohen Steuern im Kanton Zürich für privat finanziertes Kulturgut, nämlich hubraumstarke Veteranen-Fahrzeuge, die pro Jahr 500 bis 1000 km bewegt werden, massiv herabzusetzen.


**Zur Person**
Michael E. «Mike» Dreher

*8.1.1944 >*
Geboren in Schaffhausen.

*1980 >*
Abschluss des Ius-Studiums mit Doktorat im Völkerrecht an der UZH, «Die Institution der Guten Dienste im Völkerrecht». Zuvor Abschluss an der HSG mit Schwerpunkt Technologie und Marketing.

*25.2.1984 >*
Mitbegründer der Autopartei (1994 umbenannt in Freiheitspartei).

*1987 bis 1999 > Mitglied des Nationalrats.

*2000 >*
Wechsel zur SVP.
Dreher ist seit fast 38 Jahren mit Dr. iur. Suzanne Dreher verheiratet. Die beiden haben einen Sohn – er ist auch Jurist.


#Allgemeines

3. Dezember 2014 | Die Anfänge des Alkoholkonsums

Schaffhauser Nachrichten
sda

Alkohol steht anscheinend seit zehn Millionen Jahren auf dem Speiseplan der menschlichen Ahnen. Eine US-Studie deutet darauf hin, dass schon der letzte gemeinsame Vorfahr von Mensch, Schimpanse und Gorilla die Fähigkeit entwickelte, Alkohol abzubauen.
Die Fähigkeit, Alkohol abzubauen, verschaffte den menschlichen Ahnen demnach einen wichtigen evolutionären Vorteil zu einer Zeit, als sie sich an ein Leben am Boden anpassen mussten – wo sie alkoholreiches Fallobst fanden. Die Studie wird in den «Proceedings» der USnationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) vorgestellt.

**Alkoholismus vor Fermentierung**
Bislang gingen viele Forscher davon aus, dass Menschen Alkohol erst seit etwa 9000 Jahren konsumieren. Damals fing der Homo sapiens damit an, Nahrungsmittel zu lagern und Fermentierungsprozesse gezielt zur Alkoholproduktion zu nutzen. Entsprechend wurde angenommen, dass Alkoholismus beim modernen Menschen Ausdruck einer unvollständigen Genomanpassung ist: Da der Mensch erst seit verhältnismässig kurzer Zeit Ethanol zu sich nehme, sei der Körper noch nicht in der Lage, diesen verträglich abzubauen.
Das Team um den Biologen Matthew Carrigan vom Santa Fe College in Gainesville (US-Staat Florida) analysierte nun das Enzym ADH4 (Alkoholdehydrogenase 4), das am Alkoholabbau beteiligt ist. Anhand der Gene von 28 Säugetieren, darunter 17 Primaten, rekonstruierten die Wissenschaftler die Evolutionsgeschichte des Enzyms über einen Zeitraum von 70 Millionen Jahren.
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass vor mindestens zehn Millionen Jahren eine einzelne genetische Mutation unsere Ahnen – damals lebte noch der letzte gemeinsame Vorfahr von Mensch, Schimpanse und Gorilla – in die Lage versetzte, Alkohol abzubauen. Diese Fähigkeit bot möglicherweise einen entscheidenden evolutionären Vorteil, denn damals befand sich die Erde in einem dramatischen klimatischen Umbruch.

**Neue Grasländer mit Fallobst**
Während dieses Klimawandels vor etwa 15 Millionen Jahren wandelten sich die ausgedehnten Wälder Ostafrikas zu Graslandschaften. Infolgedessen mussten sich die dort lebenden menschlichen Ahnen an ein Leben auf dem Boden anpassen. Hier fanden sie den Forschern zufolge als Nahrungsmittel vermehrt Fallobst, das tendenziell einen höheren Ethanolgehalt aufweist als Früchte, die vom Baum gepflückt werden.

**Zu Beginn unproblematisch**
Die Fähigkeit, diese Früchte zu verdauen, bedeutete gerade in Zeiten der Nahrungsmittelknappheit einen wichtigen Vorteil. Für die Wissenschaftler sind die Ergebnisse ihrer Studie nicht nur wichtig für das Verständnis der Anpassung von Hominiden an ein Leben auf dem Boden. «Mit ihnen könnte auch die medizinische Komplexität menschlicher Interaktion mit Ethanol heute besser verstanden werden», schreiben sie. Demnach wurde der Umgang mit Alkohol aus gesundheitlicher Sicht erst problematisch, als der Mensch Verfahren entwickelte, Getränke mit höherem Ethanolgehalt herzustellen.
Die Untersuchung der Biologen passt zur aktuellen Diskussion um unsere Ernährung: Derzeit begründen Forscher viele Zivilisationskrankheiten damit, dass der Mensch sich zu weit von den Nahrungsgewohnheiten seiner Vorfahren entfernt habe. Sie vermuten etwa, dass Diabetes, Fettleibigkeit und Bluthochdruck auch deshalb so häufig vorkommen, weil der Homo sapiens nicht genug Zeit gehabt hat, sich genetisch an die heutige zuckerreiche Ernährung anzupassen.