#Notizen zu Namen

16. August 2008 | «Liberal» – vom Denkansatz zum Unwort

Schaffhauser Nachrichten, Diverses
Michael E. Dreher, Küsnacht

Kollegen aus dem Welschen orten die Ursache des Niedergangs der Liberalen Partei zwar auch bei den Euroturbos und im rotgrünen Kurs einiger Exponenten, vor allem aber im Verlassen der klassisch freisinnigen Linie, die das Markenzeichen der liberalkonservativen Parti Libéral war. In diese Lücke sei die SVP gestossen.
Bei der FDP ist die Entwicklung ähnlich verlaufen. Schon während meiner Zeit an der HSG (1966–69) und danach erst recht war unser Idol der schlagkräftige FDP-Nationalrat Dr. Otto Fischer. Er bekämpfte die von FDP-Bundesrat G. A. Chevallaz und dem Politestablishment verlangten Höchstsätze von 12 Prozent bei der Mehrwertsteuer und 15 Prozent bei der direkten Bundessteuer 1977 erfolgreich; sonst hätten wir heute wohl 500 Milliarden Franken Bundesschulden. Gelegentliche etatistische Entgleisungen der FDP korrigierte Fischer mit dem Schweizerischen Gewerbeverband via Referendum. Die Grand Old Party war führend in Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Wehrfragen. Im Parlament war sie – noch bis 1991 – ein Whos who der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft. Und mit der Hammerparole «Mehr Freiheit weniger Staat, mehr Eigenverantwortung» hatte die FDP einen Riesenerfolg.
Dann verlor sie Überblick und Augenmass: 1983 mit der Jahrhundertlüge «Waldsterben», 1988/89 mit dem Abschuss der hochqualifizierten Bundesrätin Elisabeth Kopp, 1992 mit dem EWR und generell in der Asylpolitik. So geriet die FDP aus dem Tritt, bis heute.
Auch wenn sie sich künftig FLP nennen will, bleiben die Schläuche alt und der Inhalt abgestanden (siehe auch SN vom 16. 7. 2008). Der Begriff «liberal» ist erodiert, zum politischen Unwort geworden. Jede linke Gruppe nennt sich «liberal», wenn sie sich in der Mitte anbiedern will. Beispiel: Die neuerdings «grünliberale» Verena Diener war im Nationalrat in 91 Prozent aller Abstimmungen mit den Linksex-tremen. Über Nacht wurde sie «liberal». Auch die Splittergruppe BDP wird als «Abspaltung der liberalen Kräfte» von der SVP bezeichnet: der grosse Liberale Samuel Schmid?
«Liberal» ist konturlos, steht für politische Beliebigkeit und mobilisiert nicht mehr. Dazu kommt seit vielen Jahren das Fehlen von Leadertypen an der Spitze der FDP, und die politische Themenführerschaft ist längst an die SVP übergegangen. Eine FLP (Ferrovia Lugano–Ponte Tresa) bringt allenfalls ein neues Logo, aber keinen Aufbruch. Gegen Blocher oder gegen die SVP zu sein reicht als Programm für die Wende nicht ganz; auch nicht, wenn man «Wir Liberalen» oder gar «Hop Sviz» schreibt. Doch ein Grund zur Freude ist das Formtief des einzigen Bündnispartners der SVP nicht.

**Und in Schaffhausen?**
Wer die Schaffhauser Politszene aus der Distanz betrachtet, sieht oft klarer als die Vollblutpolitiker vor Ort. Folglich ist zu fragen, wie es denn um den Führungswillen einer Partei bestellt sei, die unfähig war, einen glaubwürdigen Kandidaten für das Stadtpräsidium aufzubauen. Dafür erklärt der FDP-Anwärter für das Vollamt öffentlich, er kandidiere nur wegen der höheren Pension. Wahrlich ein individueller Ansatz im Interesse des Volkes! Solche Äusserungen – von der Parteiführung ohne Distanzierung hingenommen – zeigen den tatsächlichen Zustand der FDP viel deutlicher als alles Wahlgelaber.

Dr. Michael E. Dreher, Küsnacht am Zürichsee, war zwölf Jahre Nationalrat der Autopartei und ist heute in der Parteileitung der SVP des Kantons Zürich.


Weiterer Artikel zu diesem Thema:

Schaffhauser Nachrichten, Sache … Sächeli
20.08.2008

Hohen Besuch durfte die Kantonsschulverbindung «Scaphusia» begrüssen, als sie am letzten Freitag ihr Geschenk an die Kantonsschule, eine Bodenuhr, einweihte. Michael E. Dreher war eigens aus Küsnacht angereist, um bei dem feierlichen Akt dabei zu sein. Dreher, der während zwölf Jahren für die Autopartei im Nationalrat sass, ist heute Mitglied der Parteileitung der SVP des Kantons Zürich, nachdem er seine Politkarriere im heimatlichen Schaffhausen bei der FDP begonnen hat. Dieser las er übrigens am letzten Samstag im SN-Forum unter dem Titel «Liberal – vom Denkansatz zum Unwort» die Leviten, wobei er vor allem die Stadtschaffhauser FDP wegen ihres Vorgehens bei der Stadtpräsidentenwahl tadelte.

#Allgemeines

16. August 2008 | Möge die Aktivitas die Bodenuhr in Beschlag nehmen

Ansprache von EM Dr. Hans-Rudolf Dütsch v/o Socius
anlässlich der Übergabe des Geschenks (Bodenuhr) der Scaphusia an die Kantonsschule Schaffhausen

Liebe Anwesende
Vertreter der Schulleitung, der Lehrerschaft und der Schülerschaft
Vertreter der Medien
Lieber Herr Koch
Liebe Scaphusianer

**Einleitendes**
Ich möchte Sie alle ganz herzlich begrüssen.
Es ist mir eine grosse Ehre und Freude, einige Worte zur Einweihung der Bodenuhr, welche die Altherrenschaft der Verbindung Scaphusia anlässlich ihres 150. Stiftungsfestes der Kantonsschule schenkt, sagen zu dürfen.
In jungen Jahren ist es ja so, dass der Geburtstag Feiernde in der Regel reichlich beschenkt wird, wird der Jubilar aber älter, ist er selber häufig der Schenkende! Das gilt nun auch für die Scaphusia!
Warum aber macht die Scaphusia ausgerechnet der Kanti ein Geschenk?
Die Kanti und die Scaphusia sind eigentlich siamesische Zwillinge, beide sind ohne den anderen fast nicht denkbar, auch wenn ich zugeben muss, dass die Kanti ohne Scaphusia denkbarer ist als die Scaphusia ohne Kanti! Die Kantonsschule wurde vor 157 Jahren aus der Taufe gehoben, die Scaphusia 7 Jahre später gegründet. Abgesehen von einigen Bubenstreichen dürfte die Scaphusia der Kanti meist zur Ehre gereicht haben. Grosse Geister sind aus Kanti und Scaphusia hervorgegangen.
Liebe Anwesende, mit meinem ganzen Gewicht stehe ich – Sie hören richtig – stehe ich auf dem scaphusianischen Geschenk an die Kanti, das demnächst vom Altherrenpräsidenten Herrn Dr. Frey enthüllt werden wird. Das allein zeigt schon, dass es sich beim Geschenk um etwas ausserordentlich Solides handeln
muss. Etwas, das zwar nicht für die Ewigkeit, das aber doch für eine lange Zeitdauer, geschaffen worden ist und das ein Sinnbild ist für das 150 Jahre lange Zusammengehen von Kanti und Scaphusia. Es handelt sich – ich verrate hier kein Geheimnis – um eine grosse Uhr, genauer um eine Bodenuhr. Das Spezielle an dieser Uhr ist eben, dass sie nicht wie die meisten Uhren irgendwo hängt, sondern dass sie in den Boden eingelassen ist, dass man auf ihr stehen kann.

**Exkurs zur Zeit und zur Zeitmessung**
Es gab Zeiten, in denen sich die Menschen noch wenig um eine genaue Zeitmessung kümmerten oder kümmern mussten, wo der krähende Hahn durchaus als Zeitmesser genügen konnte. Schon in der Antike kannte man die Sonnen- und Wasseruhren, im 13. Jh. kamen Räderuhren und ab Mitte 14. Jh. Turmuhren auf. Fabrikbetrieb und Eisenbahnverkehr zwangen im 18. und 19. Jh. zu immer genauerer Zeitmessung. Und heute gilt es als absolute Selbstverständlichkeit, dass beim Läuten um 10 vor Acht alle Schäfchen schön brav in ihren Bänken sitzen! Jeder Kantischüler verfügt über eine Mehrzahl von äusserst genauen Zeitmessern!
Kein Grund also, würde man meinen, die Schülerschaft mit einer weiteren Uhr zu beglücken. Aber: Diese spezielle Uhr wird inbesondere in den grossen Pausen und bei Regen ein natürlicher Treffpunkt der Scaphusianer werden. Der Ort ist nämlich genial gewählt: Alle Wege führen zur Bodenuhr: aus dem Altbau, aus dem Fördererbau und auch aus dem Ergänzungsbau! Alle jungen Männer, die sich hier versammeln, haben zudem den Überblick über all die vielen schönen jungen Frauen, die an der Kanti bekanntlich immer zahlreicher werden und zwangsläufig hier vorbeiflanieren werden!

**Chronos und Kairos**
Die Griechen kannten nicht nur ein Wort für die Zeit, sondern zwei. Sie haben unterschieden zwischen Chronos und Kairos. Chronos stand für die Zeit im quantitativen Sinne, Kairos für die Zeit im qualitativen Sinn. Chronos kann mit einer gewöhnlichen Uhr gemessen werden, es ist die Menge Sand, die in einer bestimmten Zeit durch das Nadelöhr von oben nach unten rinnt.
Kairos steht für den richtigen Zeitpunkt etwas zu tun oder eben nicht zu tun. Wenn der richtige Zeitpunkt da ist, muss man die günstige Gelegenheit beim Schopf packen, sie kommt so schnell nicht wieder.
In der griechischen Mythologie ist Kairos der Gott der günstigen Gelegenheit und der besonderen Chance und des rechten Augenblicks und laut dem Dichter Ion von Chios (490-421 v. Chr.) der jüngste Sohn des Zeus.
Vom Bildhauer Lysippos wird er als blühender Jüngling mit geflügelten Schuhen dargestellt, dem eine Haarlocke in die Stirn fällt, während er am Hinterkopf nur spärliche Anzeichen von Haarwuchs erkennen lässt.
Die Redensart, “die Gelegenheit beim Schopf” zu packen, wird auf diese Darstellung des Gottes zurückgeführt: Wenn die Gelegenheit vorbei ist, kann man sie am kahlen Hinterkopf nicht mehr fassen.

**Zurück zu unserer Bodenuhr**
Uhren sind immer auch ein Wertgegenstand.
Früher waren Uhren beliebte Konfirmationsgeschenke und viele bürgerliche Paare haben zu ihrer Hochzeit eine Wanduhr geschenkt bekommen. Und heute sind IWC- und Rolexuhren begehrte Statussymbole. Auch die teuersten dieser Statussymbole sind in der Regel keine Unikate. Genau dies gilt aber für unsere Bodenuhr: Sie ist mit viel Liebe und Sachverstand und als Unikat geschaffen worden.
Natürlich rankt um Uhren auch viel Aberglaube. Weit herum wird das Stillstehen einer Uhr mit dem Tod in Verbindung gebracht. Sympathischer ist die Vorstellung vom Liebeszwang: Befestigt ein Partner ein Haar seiner Partnerin oder die Partnerin ein Haar ihres Partners am Pendel oder Zeiger der Uhr, wird dieser gezwungen, dem anderen dauernd nachzulaufen sprich treu zu bleiben. Nach menschlichem Ermessen sollte diese Bodenuhr nie stillstehen und auch keinem eifersüchtigen Scaphusianer wird es gelingen die Uhr zu öffnen, um ein Haar der Angebeteten am Zeiger zu befestigen.

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir heute diese Bodenuhr einweihen können.
Ein ganz grosser Dank geht an Herrn Koch, der das Bodenuhrprojekt geleitet hat.
Ein Dank auch der Schulleitung, die ohne zu zögern diesem Projekt ihren Segen gegeben hat und last but not least ein grosser Dank an die ganze Altherrenschaft der Scaphusia, welche das Projekt finanziert hat.
Möge die Aktivitas die Bodenuhr in Beschlag nehmen, möge die Aktivitas auch die Zeichen der Zeit erkennen: Es gibt die richtige Zeit für die Musse, die richtige Zeit fürs Lernen, die richtige Zeit für die Liebe und die richtige Zeit für litterae et amicitae.
Ich danke Ihnen.

#Allgemeines

16. August 2008 | Bodenuhr für die Kantonsschule

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Küenzi

Aktive und Alte Herren der Kantonsschulverbindung «Scaphusia» sowie weitere Gäste hatten sich gestern abend im Verbindungstrakt zwischen Alt- und Neubau der Kantonsschule zu einem besonderen Anlass eingefunden. Die «Scaphusia» kann dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Eine in den Boden eingelassene und von den Altherren der Verbindung finanzierte Uhr soll in Zukunft an dieses Jubiläum erinnern. Dies nahm Hans-Rudolf Dütsch v/o Socius, Lehrer an der Kantonsschule und Ehrenmitglied der «Scaphusia», als Ausgangspunkt für seine Ansprache. Nach Betrachtungen über das Wesen der Zeit im Wandel der Jahre forderte er die aktiven Scaphusianer auf, die Bodenuhr in Beschlag zu nehmen, um immer den richtigen Zeitpunkt für die Arbeit, aber auch für «Litteris et amicitiae», so der Wahlspruch der Verbindung, zu finden.

Nachdem Martin Frey v/o Pauke, Präsident der Alten Herren, und Stefan Klaiber v/o Zirkel, Leiter des Projektes «Bodenuhr», die Uhr enthüllt hatten, erklärte ihr Schöpfer Hans Koch, was es alles gebraucht hatte, bis sich die Zeiger auf dem mit dem «Scaphusia»-Zirkel verzierten Zifferblatt drehten. Urs Saxer, Rektor der Kantonsschule, bedankte sich für das «würdige Geschenk», bevor nach dem Besingen der «Alten Burschenherrlichkeit» zum Apéro geschritten wurde.


Stefan Klaiber v/o Zirkel (rechts) sorgte als Initiator innerhalb der «Scaphusia» dafür, dass die Kantonsschule eine Bodenuhr als Geschenk erhielt.
Bild: Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

19. Juli 2008 | Rheinschulhaus vor ungewisser Zukunft

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Künzi

Es war im November 2002, im Kanton Schaffhausen tobte ein heisser Abstimmungskampf. Am 24. November sollten die Stimmberechtigten über einen Kredit in Höhe von 11,955 Millionen Franken abstimmen. Dieses Geld war für einen Neubau bei der Kantonsschule bestimmt, in dem zur Hauptsache die Diplommittelschule (DMS; heute Fachmittelschule) untergebracht werden sollte. Diese musste das Rheinschulhaus, in dem sie seit 1984 einquartiert war, verlassen, da die Besitzerin des Gebäudes, die Stadt Schaffhausen, Eigenbedarf angemeldet und den Mietvertrag auf Ende April 2000 aufgekündigt hatte. Gegen den Neubau gab es erbitterte Opposition: Die zukünftigen Nachbarn fühlten sich gestört und leisteten Widerstand. Die Leserbriefspalten der SN quollen in der Folge über, beide Seiten kämpften mit grossem Einsatz für ihre Sache. Als die Seniorenallianz antönte, das Rheinschulhaus könnte nach dem Auszug der DMS leerstehen, bezeichnete dies Stadtrat Urs Hunziker in einer “Richtigstellung” als “völlig aus der Luft gegriffen”. In bewegten Worten schilderte er die Raumnot der städtischen Schulen im allgemeinen und der Orientierungsschule im besonderen, die einen Umzug ins Rheinschulhaus unabdingbar machten. “Die Stadt Schaffhausen braucht deshalb den im Rheinschulhaus zur Verfügung stehenden Schulraum dringend, um die bedenkliche Situation in den genannten Schulhäusern zu entschärfen”, schrieb Hunziker am 15. November 2002 in den SN.

Sanierung bis 2006
Das Stimmvolk folgte Hunzikers Flehen und stimmte dem Kredit knapp zu. Neben der Planung für den DMS-Neubau wurde auch diejenige für die Sanierung des Rheinschulhauses an die Hand genommen. Im Juni 2003 erklärte Reto Zubler, der damalige Präsident des Stadtschulrats, dass das 10. Schuljahr, nämlich je zwei 4.-Real- und 4.-Sek-Klassen sowie zwei Werkjahr-Klassen ins Rheinschulhaus verlegt werden sollten. 2004 könne das Volk über eine Sanierungsvorlage abstimmen, 2005 würden die Bauarbeiten beginnen, und im Sommer 2006 sei das sanierte Rheinschulhaus bezugsbereit. Nichts von dem, was Zubler sagte, traf ein. Was war geschehen?
Tatsächlich war, wie Urs Hunziker gegenüber den SN erklärte, das Sanierungsprojekt pfannenfertig ausgearbeitet worden und lag im Jahr 2004 vor. Doch dann passierten zwei Dinge: Das neue Berufsbildungsgesetz des Bundes wurde angenommen. Dieses erlaubte es dem Kanton, das 10. Schuljahr mit finanzieller Unterstützung des Bundes als Brückenangebot zu nutzen. Mit anderen Worten: Die Verantwortung für das 10. Schuljahr ging von der Stadt an den Kanton über. Und dieser benötigte für das Berufsvorbereitungsjahr, wie das 10. Schuljahr neu heisst, keinen zusätzlichen Schulraum, da er selber, unter anderem in der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule Charlottenfels, über Räume verfügte. Dort startet denn auch nach den Sommerferien das erste Berufsvorbereitungsjahr.

Schulraumplanung gefordert
Als zweites kam dazu, dass im März 2005 der Grosse Stadtrat die Erweiterung des Schulhauses Breite abgelehnt und eine Schulraumplanung gefordert hatte, was die Sistierung aller Planungen, so auch derjenigen für das Rheinschulhaus, zur Folge hatte. Inzwischen hat der Stadtrat eine Vorlage zur Schulraumplanung ausgearbeitet. Darin ist das Rheinschulhaus nicht mehr enthalten, wogegen sich die Parlamentskommission, die die Vorlage zurzeit berät, bisher nicht gewehrt hat.
Was soll mit dem Gebäude an der Rheinstrasse, das als Schulhaus nicht mehr gebraucht wird, geschehen? Seine Zukunft ist völlig offen, wie Stadtrat Peter Käppler gegenüber den SN erklärte. Einige Räume sind an die Handelsschule des Kaufmännischen Vereins vermietet, die Verträge laufen bis 2011. Entscheidend wird aber sein, was beim “Mitwirkungsprozess Rheinufer”, der eine Attraktivierung des Rheinufers zum Ziel hat, herauskommt. Die Resultate sollten bis Ende Jahr vorliegen. Dann entscheidet sich, ob im ehemaligen Rheinschulhaus Büros oder eher noch Wohnungen eingerichtet werden. Auch ein Abriss steht zur Diskussion, um einen Durchgang zum Rheinufer zu schaffen. Allerdings dürfte dieses Vorhaben nicht so einfach zu bewerkstelligen sein: Das Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, dieser dürfte sich aber wegen des Alters des Hauses (siehe Kasten) einschalten. “Der Stadtrat möchte möglichst rasch Klarheit”, so Käppler. Diese dürfte frühstens 2009 kommen, wenn die Resultate der Rheinufer- wie der Schulraumplanung vorliegen.

**Rheinschulhaus Als Waisenhaus geplant, als Schule und Notspital für Grippekranke genutzt**
Das Rheinschulhaus hat seine Existenz einem Traum von Christoph Jezler (1734-1791) zu verdanken. Der Professor für Mathematik und Physik sowie zeitweilige Stadtbaumeister wollte seiner Vaterstadt zu einem Waisenhaus verhelfen. Er konnte den Rat von seinem Projekt überzeugen, in das er 10 000 Gulden seines eigenen Geldes steckte. 1782 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Diese verzögerten sich aber, da Jezler zwar ein Modell (es befindet sich heute im Museum zu Allerheiligen), aber keine Baupläne machen liess. Dazu wollte er alles selber überwachen, und Arbeitskräfte waren auch rar.
So dauerte es bis 1788, bis das Haus an der heutigen Rheinstrasse fertig war. Jezler zog ein, doch der Rat verweigerte ihm die Position des Waisenhausdirektors. Enttäuscht, dass sich sein Traum nicht erfüllt hatte, stürzte Jezler am 15. September 1791 bei einer Wanderung am Alpstein zu Tode.
Die nächsten Jahre blieb das Haus ungenutzt. 1794 entschied der Rat, dort vorerst die Stadtbibliothek und die lateinische Schule unterzubringen. Als letztere 1829 um eine realistische Abteilung und damit zum Gymnasium erweitert wurde, musste die Stadtbibliothek ausziehen. 1851 entstand aus der Verschmelzung des Gymnasiums mit dem Collegium Humanitas die Kantonsschule, die die Räume im Rheinschulhaus belegte. Die durch das Kraftwerk am Rhein vorangetriebene Industrialisierung störte zunehmend den Schulbetrieb, und so war man froh, 1902 den Neubau auf dem Emmersberg beziehen zu können.
Das Rheinschulhaus blieb vorerst leer, ab 1906 wurden dort die Hilfsschule, weitere Schulklassen und der Jugendhort untergebracht. Nachdem das Gebäude bei der Grippeepidemie 1918 als Notspital für Soldaten gedient hatte, wurde es ab 1919 wieder für die Schule genutzt. 1984 zog die Diplommittelschule ein, bis sie 2005 in den Neubau neben der Kantonsschule wechselte. Seither steht das Rheinschulhaus praktisch leer. (ek)

#Notizen zu Namen

17. Juli 2008 | Kopf der Woche: Florian Keller, Kantonsrat ALSH – «Wir dachten, dass wir den Kanton umpflügen können»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Jan Hudec

Es soll einfach ein Fest werden – ohne Politik», sagt Florian Keller zur Feier des 5-Jahr-Jubiläums der ALSH, die am Freitag im Mosergarten stattfinden wird. Fünf Jahre ist es jetzt her, seit die Partei gegründet wurde und mit ihrer Ständeratskandidatur gleich im Licht der Öffentlichkeit stand. Keller, der die Partei mitgegründet hat, war damals noch bei der SP. «Wir hatten das Gefühl, dass die SP Jugendliche und Secondos nicht erreicht», erzählt Keller. Schnell hätten sie 25 Leute beisammen gehabt, um eine Ergänzung zur SP ins Leben zu rufen. «Wir waren alle extrem enthusiastisch und dachten, wir könnten den Kanton grundlegend umpflügen.»
Umgepflügt hat die ALSH den Kanton nicht. Aber nach fünf Jahren kann Keller auf einige Erfolge zurückblicken. «Wir haben auf Anhieb den Sprung ins kantonale und ins städtische Parlament geschafft, das kam unerwartet.» Ein weiterer Höhepunkt sei die Erneuerung des Jugendkellers gewesen, die die ALSH eingeleitet hat. Auch verschiedene Strassenaktionen gegen das Vermummungsvgrbot oder die Avanti-Initiative hat Keller in guter Erinnerung. «Und natürlich zählt auch die Verhinderung des Konzertverbots im Mosergarten zu unseren Erfolgen.»
An der Stätte dieses Erfolgs soll denn die Jubiläumsfeier stattfinden. «Es wird eine Gipsy-Kapelle spielen, aber nicht auf der Bühne, sondern auf dem Kiesplatz.» Ausserdem werde es allerlei Köstlichkeiten vom Grill und selbstverständlich auch Bier geben. «Von der Atmosphäre her soll es so sein, als hätten sich 200 Leute zum Grillieren getroffen, eine Art Gartenfest mit Band», meint Keller.
Neben seinem politischen Engagement als Kantonsratsmitglied ist Keller mit einem 45-Prozent-Pensum beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund beschäftig. Für sein Jus-Studium, das er vor zwei Jahren begonnen hat, bleibt ihm nicht mehr viel Zeit. «Ich werde immer mehr zu einer Art Fernstudent», sagt er schmunzelnd. Allerdings hat er das Grundstudium erfolgreich abgeschlossen.
Keller ist in einer SP-Familie aufgewachsen. Politische Auseinandersetzungen gehörten schon früh dazu. Bereits mit 14 Jahren habe er seine Eltern an Parteiversammlungen vertreten. Gute Voraussetzungen also für eine späteren National- oder Ständerat Florian Keller? «Natürlich würde mich das reizen, aber dann müsste ich wohl aus der Partei austreten.» Und solange es noch laufe, habe er das nicht vor. Zudem gibt es ja genug zu tun, schliesslich stehen die Gesamterneuerungswahlen vor der Tür.

Zur Person:
Alter: 24
Zivilstand: Ledig
Wohnort: Schaffhausen
Hobbys: Weidling, Kochen, Politik
Aktuelle Lektüre: «Schatten über dem Kongo» von Adam Hochschild

#Notizen zu Namen

7. Juli 2008 | Bankenüberwachung: Bankenkommission zieht Lehre aus der Bankenkrise und will mehr Personal

Schaffhauser Nachrichten
(sda)

Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) zieht aus der Finanzkrise Konsequenzen: So will sie das Dispositiv bei der Bankenüberwachung anpassen und sich organisatorisch wie auch personell verstärken. Dies sagte der Präsident der EBK, Eugen Haltiner, in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» vom Samstag. So werde die Beaufsichtigung der beiden Grossbanken CS und UBS in der auf Anfang Jahr operativ tätig werdenden integrierten Finanzmarktaufsicht (Finma) enger verzahnt.
Insbesondere für die Überwachung der Grossbanken brauche es mehr Personal. «Wir sollten in der Lage sein, gezielte Überprüfungen auch mit eigenen Leuten vorzunehmen, statt ein Mandat an Revisionsgesellschaften zu vergeben», sagt Haltiner. Das sei insbesondere dann wichtig, wenn die EBK gemeinsam mit ausländischen Aufsichtsbehörden Einblick an Ort und Stelle gewinnen wolle. «Dazu brauchte es mehr und teilweise anders ausgebildete Mitarbeiter», sagt Haltiner weiter. In der Grossbankenaufsicht arbeiten zurzeit rund zwei Dutzend Personen.
Die Instrumente, welche die EBK im Zusammenhang mit der Finanzkrise auf die Banken anwenden könne, würden aber wirken. So kann die Aufsichtsbehörde etwa Einfluss nehmen auf die Eigenmittelausstattung. «Seitens der Politik und der Öffentlichkeit bestehen zum Teil aber Erwartungen, die wir nicht erfüllen können», so Haltiner. Die EBK habe nicht den Auftrag, Krisen oder Verluste der einzelnen Institute zu verhindern. «Unser Auftrag ist der Gläubigerschutz, und den haben wir erfüllt.»

**In der zweiten Halbzeit**

Zeitlich sieht der EBK-Präsident
die Finanzkrise in der zweiten Halbzeit. Doch hänge es von der Stabilisierung der Immobilienmärkte in den USA
und der Marktentwicklung ab, ob es noch eine Verlängerung gebe. Haltiner wird Anfang 2009 vollamtlicher Präsident der integrierten Finanzmarktaufsicht.

#Allgemeines

5. Juli 2008 | Die Verbindungen feiern – Eine Annäherung an Schaffhausen

Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage
Karl Hotz

Als ich zum erstenmal den Begriff «Scapher» hörte, da dachte ich, das müsse wieder so ein Schaffhauser Ausdruck sein – so etwas wie «Gaffer» oder so. Und auch als ein Gesprächspartner bei einem Abendessen als Getränk ein Mineralwasser wählte und dabei erklärte, er sei halt ein alter «Munötler» geblieben, musste ich passen.

Ein völlig anderer Hintergrund an Schulerfahrungen
Als alter Zürcher Oberländer hatte ich erstens keine Ahnung, dass es so etwas wie Mittelschulverbindungen gibt. Die Kantonsschule, die ich besuchte, war bei meinem Eintritt 1960 gerade sechs Jahre alt, und der erste Jahrgang des Langgymnasiums schickte sich gerade an, nach sechseinhalb Jahren Kanti die Matur zu absolvieren. Tradition – das war ein Begriff, den diese Schule in Wetzikon nicht kannte. Die junge Schule hatte ganz andere Sorgen. Sie musste als erste Landmittelschule im Kanton Zürich zuerst einmal beweisen, dass sie mindestens so gut ist wie die Schulen in Zürich und Winterthur. Übrigens: Viele Lehrer an der Kantonsschule Zürcher Oberland waren von Schaffhausen gekommen, weil auf dem Emmersberg keine Aussicht auf ein Hauptlehrerpensum bestand … Einer von ihnen wurde in den sechziger Jahren sogar der zweite Rektor in Wetzikon.
Es brauchte also eine gewisse Zeit, bis ich – aufgeklärt durch meine in Schaffhausen aufgewachsenen Kolleginnen und Kollegen – mit einem gewissen Erstaunen zur Kenntnis nahm, dass es in Schaffhausen nicht weniger als drei verschiedene Mittelschulverbindungen gab. Und bis ich zum erstenmal von der Fortuna und der Commercia hörte und verstand, worum es sich dabei handelte, ging es noch einige Jahre länger.

Der Zusammenhalt – bewundert und ein wenig suspekt
Verbindungen kannte ich deshalb nur von der Hochschule. Und sie galten, wenn man, wie ich, gegen Ende der sechziger )ahre während der Globuskrawalle und in der anschliessenden eher unruhigen Jahre an der Universität in Zürich studierte, als verknorzt, veraltet und vor allem als konservativ. Letzteres war in jenen Zeiten nicht gerade ein Kompliment. Die ersten Eindrücke, die ich in Schaffhausen über die Verbindungen gewann, waren nicht dazu angetan, meine Meinung über derartige Gruppen zu ändern. «Er ist halt Scapher oder Munötler», hatte oft einen bewundernden und zugleich skeptischen Beiklang, wenn mir erklärt wurde, warum irgendwer mit irgendeinem anderen besonders gut befreundet war. «Die helfen einander», hiess es halb spöttisch, halb anerkennend.
Anders gesagt: Die Verbindungen waren für mich zwar nicht gerade ein alter Zopf, aber eine jener Schaffhauser Institutionen, von denen man als Zugezogener – und das ist man in dieser Region ja auch noch nach bald 25 Jahren … – nicht so recht wusste, was man halten sollte: eine etwas schrullige Tradition. So etwa wie die Munotbälle mit ihrem Krawattenzwang oder so sonderbare Ausdrücke wie «Pedell» für den Schulhausabwart und «Ephoren», von denen ich bis heute nicht genau weiss, worum es sich handelt.

Die Erinnerungen sprudeln nur so
Da aber der Spruch «Ich lass mir doch mein Vorurteil nicht nehmen» nicht zu meinen bevorzugten Lebensweisheiten gehört, fragte ich jeweils diesen und jenen, was denn das Faszinosum dieser Verbindungen sei, wenn ich merkte, dass er in seinen Kantonsschuljahren auch einer dieser Gruppen angehört hatte. Die Stichworte, die einem dann geliefert wurden, waren ganz unterschiedlich: jahrelange Freundschaften, Saufereien, mehr oder minder lustige Streiche, spannende Auseinandersetzungen mit alten Herren, die es längst zu etwas gebracht hatten, die Anspannung vor dem ersten Referat in grosser Runde mit vielen Erwachsenen und so weiter.
Aber eines war fast immer gleich: Auch bei jenen, die den Kontakt zu ihren Verbindungen nach ihren Kantonsschuljahren abgebrochen hatten und die in den Altherrengruppen aktiv waren, war der Erinnerungsschatz gross. Grösser jedenfalls als bei mir, der ich nach der Matura kaum jemals wieder Kontakt zu meiner Schule gehabt hatte. Auch die rund 50 Kollegen, die mit mir zusammen die Abschlussprüfungen absolviert hatten, habe ich nach dem Studium mehr oder weniger aus den Augen verloren.
Es musste also doch etwas dran sein an den «Freundschaften fürs Leben». Dass Kollegen, die vor 30 oder 40 Jahren zusammen in die Schule gingen, in Wandergruppen regelmässig gemeinsame Ausflüge unternehmen, um nur ein Beispiel zu nennen – das war für mich neu.

Ein kleiner Kanton profitiert von den Netzwerken
Ob diese starken Bande, die viele der Farbenbrüder offensichtlich zusammenhalten, auch mit der Kleinheit des Kantons zu tun haben, der seine Souveränität und Eigenständigkeit ganz anders betonen und bewahren muss, ist für mich nicht ganz klar. Ich vermute, es ist mindestens so sehr umgekehrt: Die Stadt und der Kanton profitieren davon, dass es mehrere dieser Gruppen gibt, die sich unter sich und mit der Region verbunden fühlen. Diese Beilage könnte ein Mittel sein, Verbindungen auch Aussenstehenden näherzubringen.


Weitere Artikel zu diesem Thema:

1858 bis 2008: 150 Jahre Scaphusia;
in: Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage; von: Christian Birchmeier v/o Zäckli.

1858 Munötler: Mit Tradition in die Moderne;
in: Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage; von: Michael Bührer v/o Pol.

KTV hat seit 1982 keine Aktivitas mehr;
in: Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage; von: diverse Autoren.

Fortuna hat im Moment nur Altherren;
in: Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage; von: EM Urs A. Meier v/o Print.

Freundschaftliche und berufliche Kontakte [Commercia];
in: Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage; von: Jürg Weber v/o Tagg, Altherrenpräsident.

Notizen zu einer reichen Geschichte;
in: Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage; von: Karl Hotz [und anderen Autoren].

Die Innenansicht: Stimmen der Mitglieder;
in: Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage; von: Karl Hotz.

Die Verbindungen feiern (Einzelne Beiträge);
in: Schaffhauser Nachrichten, Publibeilage; [Diverse Autoren].

#Allgemeines

4. Juli 2008 | Maturafeier 2008 – Der Startpunkt für die eigene Laufbahn

Schaffhauser Nachrichten, Region
Jan Hudec

“Sie alle stehen an einem entscheidenden Punkt Ihres jungen Lebens”, meinte Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel zu den frischgebackenen Maturandinnen und Maturanden, als sie ihnen zu ihrer gelungenen Prüfung gratulierte. “Nun haben Sie die Gelegenheit”, so Widmer Gysel weiter, “eine auf Sie zugeschnittene Ausbildung zu wählen.” Die Maturafeier, die gestern in der Kirche St. Johann abgehalten wurde, setzt einen Schlusspunkt unter eine vierjährige Schulzeit und markiert zugleich den Startpunkt für die Laufbahn dieser jungen Frauen und Männer.
Es war ein rundum gelungenes Fest. Dafür sorgten nicht nur die feierlichen Ansprachen, sondern insbesondere auch die stimmungsvollen Musikdarbietungen, die von den Kantonsschülern selbst kamen. Vom Kammerchor über das Vokalensemble bis zum Jazz-Duo – die Auftritte wurden vom Publikum lautstark beklatscht.

“Stellen Sie die Dinge in Frage”
Die Maturarede durfte am gestrigen Abend Bundesanwalt Erwin Beyeler halten, der die Kantonsschule in Schaffhausen 1971 abgeschlossen hat, wie Rektor Urs Saxer informierte. “Mein Pfarrer meinte zu mir, als ich konfirmiert wurde, ich solle Pfarrer werden”, hob Beyeler an. “Wie Sie sehen, habe ich diesen Rat nicht befolgt, aber ich habe seither darum getrauert, dass ich nie vor einer vollen Kirche reden konnte.” Umso mehr freue es ihn nun, hier sprechen zu können, sagte er schmunzelnd. Gute Tipps und Ratschläge für die Maturandinnen und Maturanden werde er sich sparen, “sie müssen ihre eigenen Erfahrungen machen”. Dafür habe er aber einige Bitten an sie: “Gehen Sie hinaus, sammeln Sie Erfahrungen und kommen Sie dann wieder zurück. Lernen Sie die Dinge in Frage zu stellen, und mischen Sie sich ein.” Es sei wichtig, sich politisch zu engagieren. “Bei allem Engagement sollten Sie aber nie vergessen, dass man die Dinge stets auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann. Sie brauchen Biss, ohne verbissen zu sein.”

1000 Franken für die beste Prüfung
Nach einem weiteren Musikstück war es endlich soweit. Die Zeugnisse wurden verteilt. Klassenweise betraten die Maturandinnen und Maturanden das Podium, um von ihrem Rektor ihr Zeugnis entgegenzunehmen, wobei die Klassenbesten jeweils noch extra geehrt wurden. Nach dieser Zeremonie vergab die Verbindung Munot einen Anerkennungspreis für die beste Maturprüfung 2008. Das Preisgeld in der Höhe von 1000 Franken ging an Julia Hepfer.
Zum Abschluss forderte Urs Saxer alle Anwesenden dazu auf, sich zu erheben, um gemeinsam das berühmte Studentenlied “Gaudeamus igitur” anzustimmen. “Gaudeamus igitur” meint zu Deutsch: “Lasst uns also fröhlich sein!” Eine Aufforderung, der die Maturandinnen und Maturanden am gestrigen Abend wahrscheinlich nicht mehr bedurft hätten.


Weitere Artikel zu diesem Thema:

Die Maturafeier 2008 der Kanti Schaffhausen;
in: Schaffhauser Bock, Der Bock ist dabei; von: Stéphanie Stamm.

#Notizen zu Namen

3. Juli 2008 | 3 Fragen an: Ernst Herrmann, Leiter Lebensmittelinspektorat

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen

*1 Wie steht es um die Badewasserqualität in Rhein und Thur?*
An den kontrollierten Stellen im Rhein haben wir durchweg gute Ergebnisse erhalten. Generell kann man sagen, dass das Wasser sehr sauber aus dem Untersee fliesst. Die Qualität des Thurwassers bei Flaach war akzeptabel.

*2 Was meinen Sie mit akzeptabel?*
Das heisst, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht auszuschliessen ist. Bei der Beurteilung akzeptabel sollte man auf das Tauchen verzichten und nach dem Baden gründlich duschen. Zudem sollte man darauf achten, dass Kinder kein Wasser schlucken.

*3 Bleibt die Wasserqualität über die Saison hinweg konstant?*
Die Wasserqualität kann sich mitunter rasch verändern. Bei starken Regenfällen kann es infolge von Abschwemmungen aus landwirtschaftlichen Böden oder aus Regenwasserüberläufen der Kanalisation zu einer temporären Verschlechterung kommen. Insgesamt sollte das Wasser aber sauber blieben. Dem Badevergnügen steht somit nichts im Weg.

#Allgemeines

27. Juni 2008 | «Das ist ein neues Stück unserer Stadt»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Walter Joos

Die von den initiativen Unternehmern Hermann Rütimann, Carlo Klaiber und Felix Rütimann angeführte Baugesellschaft Durachpark hat in den letzten anderthalb Jahren die im vorderen Mühlental liegende ehemalige Schrotthalle der Georg Fischer AG in ein modernes Geschäftshaus verwandelt. Gestern waren Vertreter der Behörden, der Wirtschaftsförderung, der Verbände und der Immobilienbranche zu einem Augenschein in das fünfgeschossige moderne Gebäude hinter dem Bahnhof eingeladen. Romeo Graf, Inhaber der für die Vermietung der Räumlichkeiten im Durachpark zuständige Inhaber der RGb Immobilien GmbH, hiess die Gäste im Attikageschoss im Namen der Bauherrschaft willkommen. Er zeigte sich über die Fertigstellung der mit allem Komfort ausgestatteten Baute begeistert und gab gleichzeitig seiner Hoffnung Ausdruck, dass die zurzeit noch leeren Räume möglichst bald mit aktivem Leben erfüllt werden.

Tatkraft und Weitsicht
Vor dem Rundgang durch den Neubau zeigten sich Baumeister Carlo Klaiber als Vertreter der Bauherrschaft, Regierungsrat Reto Dubach, Stadtpräsident Marcel Wenger und Stadtrat Peter Käppler als Exponenten der Behörden von Kanton und Stadt, Architekt Nico Ledergerber vom Architekturbüro Ulmer + Zarotti sowie Wirtschaftsförderer Thomas Holenstein als Beauftragter des Volkswirtschaftsdepartementes über das gelungene Werk erfreut. «Das ist ein neues Stück unserer Stadt», frohlockte Marcel Wenger und dankte den Investoren für ihre Tatkraft und Weitsicht. Aus der Sicht von Thomas Holenstein besteht ein zunehmender Bedarf an modernen Räumen für international tätige Unternehmen und Dienstleister. «Was hier geschaffen wurde, ist genau das, was wir zur Ansiedlung neuer Unternehmen im Kanton brauchen», erklärte der Delegierte für Wirtschaftsförderung. Es sei in der Vergangenheit nicht einfach gewesen, Investoren für neue Geschäftshäuser zu finden. In der Zwischenzeit habe sich das Blatt erfreulicherweise gewendet.

Meilenstein der Entwicklung
Der Glaube an die Zukunft von Schaffhausen und der Wille, ehemalige Werkhallen in neue Büroräumlichkeiten mit modernen Arbeitsplätzen zu verwandeln, haben – so Thomas Holenstein – zugenommen. Die Erstellung des Geschäftshauses Durachpark sei ein weiterer Schritt zu einer verstärkten Nutzung des Mühlentals und ein Meilenstein in der wirtschaftlichen Entwicklung von Kanton und Stadt.

**Geschäftshaus Durachpark Die wesentlichsten Angaben im Überblick**
Das fünfgeschossige neue Geschäftshaus an der Mühlentalstrasse 36/38 wurde auf einer Grundstücksfläche von 3800 Quadratmeter erstellt. Die Baute ist 73 Meter lang, 24 Meter tief und 19 Meter hoch. Die Bruttogeschossfläche wird – das Attikageschoss inklusive – von der Bauherrschaft mit 8466 Quadratmeter und das Gebäudevolumen mit 33467 Kubikmeter ausgewiesen.
Das Erdgeschoss verfügt über Ladenflächen in der Grössenordnung von 358 Quadratmeter, über zwei Einstellhallen mit insgesamt 29 Abstellplätzen sowie über einen separaten Veloraum. In den vier Obergeschossen befinden sich Geschäftsräume für Administration und Dienstleitungen sowie verschiedene Archivräume und Nebenräume. Weitere Archivräume befinden sich im Untergeschoss.
Das Geschäftshaus Durachpark verfügt über viel Komfort, ein neu-zeitliches Design und modernste Gebäudetechnik. Aus ökologischen Gründen wurde mit Hilfe der Minergienorm ein möglichst geringer Energieverbrauch angestrebt. Als Fluchtwege dienen die zentral angeordneten Treppenhäuser.
Die modernen Innenräume lassen den künftigen Nutzern viel Spielraum für eine individuelle und bedürfnisorientierte Gestaltung. Auch in den grosszügig dimensionierten Erschliessungszonen besteht die Möglichkeit für zusätzliche individuelle Unterteilungen. Alle Geschosse sind rollstuhlgängig ausgestaltet und über entsprechende Liftanlagen erreichbar.
Zur Ausstattung des Geschäftshauses zählen im weiteren Unterlagsböden mit Fertigbodenauflagen, kontrollierte Lüftung mit thermoaktivem Bauteilesystem sowie Raumbeleuchtungen über spezielle Trassenführungen.
Als erster Mieter wird die im Bereich der Informatik tätige Varian-Gruppe im Durachpark einziehen. Sie will laut Auskunft von Joe Bowen, CEO von Varian Schweiz, in einer ersten Phase 34 und im Endausbau 50 bis 60 Arbeitsplätze schaffen.

#Notizen zu Namen

21. Juni 2008 | Zeitfragen. Der Stadtpräsident – Ich musste meinen eigenen Weg suchen

Schaffhauser Nachrichten, Beilage
Interview von Martin Schweizer

*Herr Schwank, erinnern Sie sich noch an den ersten Arbeitstag nach der Wahl zum Stadtpräsidenten?*
Nein. Wahrscheinlich deswegen nicht, weil ich schon als Vizepräsident den Vorsitz im Stadtrat häufig übernehmen musste. Hingegen erinnere ich mich sehr wohl an die erste Sitzung nach meiner Wahl in den Stadtrat. Das war im Dezember 1960. Ich hätte darauf beharren sollen, Schulpräsident zu bleiben. Schulreferent und Schulpräsident in einer Hand, das hatte zu Recht schon Stadtpräsident Spahn gefordert. Bringolf aber wollte das nicht.

*Was beschäftigte Sie am meisten als frischgewählter Stadtpräsident?*
Das, was mich schon als Stadtrat umgetrieben hatte. Es ging um die Frage, wie man den Überhang an Investitionen bei einem ungenügenden Steuergesetz finanzieren konnte. Dieses Dilemma blieb dem Stadtrat in vielen Jahren meines Amtes erhalten. Wir verloren ein halbes Dutzend Abstimmungen, in denen es um den Steuerfuss 130 ging. Schliesslich wurde er vom Regierungsrat dekretiert. Verbreitet ist bis heute die Ansicht, die Halbämter-Initiative – drei Stadträte im Halbamt – sei die Retourkutsche des Volkes auf den damals zwar nötigen, aber eben doch erzwungenen Steuerfuss.

*Die regierungsrätliche Dekretur war ein Ärgernis und gab viel zu reden. Noch heftiger ging es aber bei der N4 zur Sache.*
Die N4 war in den siebziger Jahren das Hauptthema, richtig. Der Stadtrat entschied sich für die Stadttangente, wie man damals sagte. Als er sich in der Auseinandersetzung um die Schaarenautobahn, mit der Aktion Rhy der jungen zusammentat, erregte er den Unwillen des Baudirektors. Im Kampf um die N4 stand der Stadtrat an vorderster Front. Einmal verlor ich in den hitzig geführten Debatten die Fassung. Als ein Gegner meinte, wenn die Strasse gebaut sei, sei sie sowieso schon ausgelastet, polterte ich: «ja, wenn man in Schaffhausen lieber schnorrt als baut, kann es so weit kommen! Dann werden die Schaffhauser später zu entscheiden haben, wie viel sie dem Auto noch opfern wollen.» Und genau da stehen wir heute.

*War da nicht noch eine merkwürdige Geschichte im Stadtkeller?*
Ich erinnere mich an einen gemeinsamen Trunk im Stadtkeller mit dem Regierungsrat, als mein Kollege Aellig im orangen Leibchen der Aktion Rhy erschien. Das machte den Staatsschreiber fuchsteufelswild, einen solchen Stadtrat möchte er nicht beim Kanton, fuhr er mich an. Am Ende verlief aber alles in Minne.

*Nach der langen und bewegten Ära Bringolf sei es für jeden Nachfolger schwierig, das Amt des Stadtpräsidenten auf gleich hohem Niveau auszufüllen. Empfanden Sie das damals auch so?*
Vor der Wahl wollte man von mir eigentlich nur wissen, ob ich die Bachfeste und die grossen Ausstellungen weiter führe. Tapfer sagte ich ja, obwohl ich wusste, dass die Zeit der grossen Ausstellungen vorbei war. Meine übrigen Empfindungen? Ich war nicht Bringolf. Ich musste meinen eigenen Weg suchen. Sorgen machte mir das nicht.

*Wie funktionierte in den siebziger und achtziger Jahren der Stadtrat als Kollegialbehörde?*
Gut.

*Wie gut?*
Wir waren Freunde oder doch Kameraden. Sicher, Kurt Reiniger schien ab und zu nach meinem Amt zu schielen. Dem jungen Intellektuellen schwebte ein härterer Linkskurs vor. Reiniger war intelligent und ein sehr guter Finanzreferent. Nach seiner Abwahl ist er zu schlecht weggekommen.

*Was muss ein Stadtpräsident eigentlich können?*
Möglichst viel und einiges sehr gut. Er muss Menschenkenner sein und die Leute mögen. Eine rasche Auffassungsgabe, ein gutes Gedächtnis und die Kraft der raschen und präzisen Formulierung sind Vorteile. Er muss nein sagen können, auch wenn das nicht zu seiner Beliebtheit beiträgt.

*Soll er Chef oder Moderator sein?*
Beides. Tüchtige Beamte müssen sich entfalten können. Da wird der Chef als Moderator im Vordergrund stehen. Wo es um Politik des Stadtrates geht, wird sie der Stadtpräsident als Chef durchsetzen müssen.

*Was, Herr Schwank, waren für Sie als Stadtpräsident die grössten politischen Herausforderungen?*
Weil baulicher Nachholbedarf abzudecken war und die Anpassung der Steuern unterblieb, stiegen die Schulden der Stadt von 1960 bis 1968 von 50 auf 150 Millionen Franken. Aber abgesehen von den Finanz- und Steuerfragen und auch von der N4, von der schon die Rede war: In den siebziger Jahren hatten wir uns auch mit der Forderungen der 68er-Bewegung auseinanderzusetzen. Aus dem Staat durfte nicht Gurkensalat werden, wie Chaoten forderten. Aber eine gewisse Öffnung war angezeigt. Obwohl nie wirklich definiert wurde, was alternative Kultur meinte, förderten wir das, was sich im Jugendkeller, im Kellertheater und später im Fass entwickelte. Aus Kunst im Kornhaus (KiK) am Herrenacker entstand das, was heute in der Kammgarn herangewachsen ist. Die Hallen für neue Kunst wiederum waren eine zeitgemässe Form grosser Ausstellungen. Mit Max Freivogel und Tina Grütter bekam die Kunstabteilung im Museum zu Allerheiligen den Zug in die Moderne.

*Nicht alles lief reibungslos ab.*
Natürlich nicht. Dem Ehrenbürger Uehlinger beispielsweise hatte ich als Stadtpräsident die Neueinrichtung des Naturmuseums versprochen. Dieses Problem begleitete mich durch die ganze Amtszeit. Bei dem Konzept ging es darum, von der Dramatik unserer Gegend, der Erdgeschichte, zu den Schönheiten, zu Rhein, Rheinfall und Randen, zu führen. Es gab Schwierigkeiten, Verzögerungen und schliesslich einen Stadtpräsidenten, der als Dompteur die Eröffnung des Museums durchsetzen musste. Kurz vor dem Ende meiner Amtszeit war das.

*Mitunter ging es in der Stadt auch chaotisch her und zu.*
In den siebziger und achtziger Jahren traf mich schmerzlich, dass uns die Chaoten zwangen, die Polizei in Monturen zu stecken, die ihnen das menschliche Aussehen raubten. Der Polizeiinspektor stand fast täglich in meinem Büro. Zuweilen musste hart durchgegriffen werden. Ohne Stadtpolizei wäre die Sicherheit nicht zu halten gewesen. Das ist vergessen gegangen.

*Warum stand denn der Polizeinspektor so oft in Ihrem Büro? Was war da los?*
Da gab es zum Beispiel die sogenannte Friedensbewegung, die ihr dem Mercedesstern ähnliches Zeichen an viele Wände sprayte. An andern Orten hiess es auch «Killt Schwank» oder «Stoppt Schwank». Im «Storchen» kam es zu einer Hausbesetzung. Sie endete mit der Zügelhilfe der Stadtpolizei für die Besetzer, denen wir das Logierhaus zur Verfügung stellten.

*Irrtum vorbehalten, war es Ihr Kollege Aellig, der einmal sinngemäss sagte, die kommunale Verwaltung sei so stark und solide, dass keine wie auch immer tätige Exekutive die Stadt «an die Wand» fahren könne.*
Ich kenne den Zusammenhang nicht, der Jörg Aellig zu dieser Aussage bewegt haben mag. Ich halte eine starke Führung der Verwaltung für unabdingbar. Es darf keine kleinen Beamtenkönigreiche geben. Es sollte auch keine Verwaltungszweige geben, die von Durchleuchtungen auszuschliessen sind. Bildung und Soziales zum Beispiel sind wichtig. Sie dürfen viel kosten. Aber nicht zu viel. Effizienz ist bei allen Investitionen gefragt.

*Verfolgen Sie die Politik im allgemeinen und die städtische im speziellen noch immer regelmässig?*
Vielleicht würde man besser sagen: Die Politik verfolgt mich.

*Ihren Wunsch oder Ihre Bitte an die heutigen Politiker?*
Die Rolle des «Bittstellers» liegt mir nicht besonders. Wenn man trotzdem etwas von mir hören will: Ich halte das Subsidiaritätsprinzip für wichtiger als Zusammenlegungen. Was eine Gemeinde erledigen kann, soll sie erledigen. Auf dem kleinen Feuer brennt eine Sache weniger an. Dem Gerede von neuen Besen und frischem Wind sollte man kritisch begegnen. Was gibt das für frischen Wind, wenn man zwei Blähungen zusammenlegt? Auch die Zusammenlegung von Stadt- und Kantonspolizei war unsorgfältig. Jetzt sollte die Sicherheitspolitik von Kanton und Stadt zumindest überprüft werden. Im fehlenden direkten Zugriff des Stadtpräsidenten auf Polizeieinheiten droht das Verhängnis.

*Und der Stadtrat? Soll es mit den Halbämtern auf immer so bleiben?*
Insgesamt hat die Halbämter-Initiative der Stadt und wohl auch dem Kanton geschadet. Ich glaube, man könnte die Zahl der vollamtlichen Stadträte ohne weiteres aufstocken und würde erst noch Geld sparen. Doch wie auch immer: Ich bin überzeugt, dass Schaffhausen Chancen hat. Jetzt müsste aber eine neue Generation in die Hosen!

Dr. Felix Schwank wurde 1960 in den Schaffhauser Stadtrat gewählt. Er war damals 38 Jahre alt, erst Schulreferent, dann Finanzreferent. 1968 wählte ihn der Souverän als Nachfolger von Walther Bringolf zum Stadtpräsidenten. Zwanzig Jahre später trat er in den Ruhestand. Seither kennt ihn die Öffentlichkeit vor allem als Autor von Büchern und als Kolumnist der «Schaffhauser Nachrichten».

#Allgemeines

21. Juni 2008 | Die Verbindung verlangt eine Mutprobe

Schaffhauser Nachrichten, Region
Robin Blanck

*SN: Die Verbindung Munot wird 100 Jahre alt; Sie sind Präsident des Altherrenverbandes, also der ehemaligen Mitglieder. Wie geht es der Verbindung heute?*
Carl J. Koch: Wir sind gerüstet für die nächsten 100 Jahre: Wir haben unser Rebhäuschen renoviert, einen neuen Weidling angeschafft, eine Verbindungsgeschichte geschrieben und neue Cantus-Prügel, unsere Gesangsbüchlein, gekauft. Sehr aktiv ist unser Altherrenverband, vor allem die Wandergruppe trifft sich regelmässig zu Ausflügen. Gemeinsame Aktivitäten organisiert auch der Altherrenvorstand. Und wenn es neue Fuxen, also Neumitglieder, gibt, werden die Traditionen an diese weitergereicht.

*Aktivmitglieder, also Kantonsschüler, hat die Verbindung momentan keine?*
Das ist richtig, aber das kann sich jeden Moment wieder ändern: Wenn etwa ein Kantonsschüler Interesse bekundet, kommen meist weitere hinzu, und das Verbindungsleben flackert wieder auf.

*Was hat sich denn in den 100 Jahren des Bestehens verändert, was ist geblieben?*
Früher war das Tragen eines Anzugs für Munötler Pflicht, aber das war zur Gründungszeit auch für Arbeiter normal. Das hat sich geändert. Früher war die Verbindung auch eher elitär: Meist besuchten nur Kinder reicher Familien die Kanti, heute ist das anders.

*Was ist denn geblieben?*
Die Traditionen: einmal die reglementierten Abläufe der Treffen, dann auch die Einteilung in Burschen – die älteren Schüler, die für die Organisation zuständig sind – und Fuxen. Die Fuxen müssen auch heute noch den Burschen gehorchen und Lieder lernen. Aber auch der Knigge wird geprüft. Und: Die Burschen müssen versprechen, während ihrer zweijährigen Aktivzeit keinen Alkohol zu trinken. Für viele junge Männer ist das eine grosse Prüfung, denn sie müssen nein sagen und damit anders sein. Wer das schafft, hat diese Fähigkeit vielleicht später auch im Berufsleben.

*Diese Abstinenz – wichtiger Bestandteil seit der Gründung der Munotia – ist in einer Situation entstanden, als vor allem ärmere Schichten vom Alkoholismus stark betroffen waren. Ist das heute noch zeitgemäss?*
Wenn man die heutigen Auswüchse betrunkener Jugendlicher betrachtet, muss man feststellen, dass sich die Situation kaum verändert hat. Da schadet es nichts, wenn junge Männer sehen, dass es für zwei Jahre auch ohne Alkohol geht. Die meisten unserer Altherren sind übrigens nicht abstinent.

*Mit bald 150 Jahren älteste Schaffhauser Verbindung ist die Scaphusia, die dem Alkohol – im Gegensatz zur Munotia – nicht abgeneigt ist. Wie ist heute das Verhältnis dieser beiden Verbindungen zueinander?*
Die Munotia wurde ja als Protestbewegung zur Scaphusia gegründet – betrachtet man das Rot der Munötler, so ist das eigentlich die Komplementärfarbe zum Blau der Scaphusia. Aber trotzdem mag man sich bei allen Sticheleien natürlich sehr gern. Weil wir ja jetzt gerade keine Aktiven haben, sind auch die Scapher etwas traurig, weil sie niemanden zum Sticheln haben …

*Hat man sich denn je überlegt, die Abstinenz aus den Statuten zu streichen, um mehr Leute anzuziehen?*
Das Problem ist nicht die Abstinenz, sondern der Umstand, dass die Verbindung eine Art Mutprobe verlangt. Aber wenn plötzlich alles erlaubt wird, dann verliert die Verbindung ihre Eigenart. Viele Leute, die in der Verbindung waren, sind besondere Charaktere, vielleicht gerade weil sie es geschafft haben, zwei Jahre gegen den Strom zu schwimmen. Wir gehen lieber unter, als dass wir zu einem Jeder-kann-mitmachen-Verein mutieren.

*Was passiert eigentlich, wenn ein Munötler beim Trinken erwischt wird?*
In den Statuten ist das nicht geregelt. Ich persönlich interpretiere das so, dass die Mitglieder diese Angelegenheit untereinander gütlich beilegen sollten. Dennoch hat das immer wieder zu Auseinandersetzungen geführt, welche die Gruppe geteilt haben. Die Achillesferse der Munötler ist der Umgang mit der menschlichen Schwäche und nicht die Abstinenz.

*Sind Frauen bei der Munotia schon zugelassen?*
Nein, auch wenn man sich Gedanken über eine gemischte Verbindung gemacht hat. Der heutige Vorstand will das nicht: Gerade während der Kantizeit ist das Interesse der jungen Männer am anderen Geschlecht gross. Wären auch Frauen in der Verbindung, würden sich dadurch unter Garantie amouröse Verstrickungen und Streitereien innerhalb der Gruppe ergeben.

*… aber Frauen sind als “Besen” ja durchaus an gewissen Aktivitäten
beteiligt …*
Ja schon, aber sie sind mehr oder weniger immer noch “extern”. Ich persönlich bin der Meinung, dass es möglich wäre, den Vorstand davon zu überzeugen, die vorhandene Infrastruktur auch einer weiblichen Gruppierung zur Verfügung zu stellen, sofern diese die Werte der Munotia hochhalten würde und auch ausreichend gross wäre.

*Wie geht es mit der Munotia weiter?*
Der jüngste Altherr hat die Kantonsschule letztes Jahr abgeschlossen, und ich gehe davon aus, dass wir Altherren in naher Zukunft von neugierigen Kantischülern kontaktiert werden und bald wieder eine neue Generation von Munötlern das Leben an der Kanti bereichert.

**Das Buch zum Jubiläum Schaffhausen im Spiegel der Studentenverbindung**
Keine langfädige Vereinschronik, sondern ein munteres Werk hat sich die Verbindung Munot zum 100. Geburtstag geschenkt. Autor Michael Bührer gelingt es, die Geschichte der Verbindung mit leichter Feder zu erzählen. Nachdenkliches mischt sich mühelos mit lustigen Anekdoten, und fast nebenbei entsteht so eine kleine Schaffhauser Kulturgeschichte, die nicht nur für “Munötler” sehr aufschlussreich ist.

Gründung
Die Kantonsschulverbindung Munot kann als Spross der Abstinenzbewegung verstanden werden. Die Abneigung gegenüber dem Alkohol allein hätte vermutlich aber noch nicht zur Vereinsgründung gereicht, vielmehr war es die Liebe, die Kantonsschüler Fritz Rippmann v/o Storch beflügelte. Dieser hatte sich nämlich während eines Kuraufenthaltes im Tessin in eine junge Abstinenzlerin verliebt.

Rivalität
50 Jahre vor der Verbindung Munot, nämlich 1858, war bereits die dem Tranke eher zugeneigte Scaphusia gegründet worden. Diese begegnete der neuen Konkurrenz misstrauisch und zuweilen gar mit Hohn und Spott. “Ohne zu wollen”, schrieb Fritz Rippmann, “wurden wir immer mehr in eine Kampfstellung hineinmanövriert und mussten für unsere Überzeugung einen Kampf führen”. Erst viele Jahre später wurde das Verhältnis zwischen den Studentenverbindungen freundlicher.

Vereinsleben
Sehr bunt wird im “Munot”-Buch das Vereinsleben geschildert. Neben den regelmässigen Treffen in der “Bude”, den intellektuellen Auseinandersetzungen, der Organisation von kulturellen Anlässen und den Ausflügen mit den Freundinnen (“Besenbummel”) liest man auch von zahlreichen mehr oder weniger harmlosen Streichen – mit zum Teil prominenter Beteiligung. Berühmt-berüchtigt waren auch die lauthals vorgetragenen “Ständchen”, die manch entnervten Vater einer Angebeteten zum Wassereimer oder Blumentopf greifen liessen.

Das Buch
Auf 107 Seiten hat Germanistikstudent Michael Bührer v/o Pol die bewegte Geschichte der Verbindung Munot zusammengefasst. Das Buch ist reichillustriert; mit Altherren-Präsident Carl-Jürg Koch v/o Freak war ein Spezialist für Layout und Aufarbeitung der Fotos verantwortlich. “Hundert Jahre Verbindung Munot” kann übers Internet für 30 Dollar bestellt werden, und zwar bei www.lulu.com (Stichwort: munot). (sst)

**Jubiläumsstiftung soll Leistungswillen belohnen**
*Der beste Abschluss eines jeden Jahrganges wird künftig mit 1000 Franken honoriert.*
“Wie zeigt man seine Dankbarkeit dafür, dass wir 100 Jahre an der Kantonsschule geduldet waren?”, fragte Richard Ronner, früherer Altherrenpräsident der Kantonsschulverbindung Munot. Und natürlich hatte er eine Antwort auf diese Frage: Aus einer anlässlich des Jubiläums neugeschaffenen Stiftung soll künftig jeweils der beste Maturand oder die beste Maturandin eines Jahrganges 1000 Franken erhalten. Ziel sei es, den Leistungswillen auszuzeichnen: “Es sind die Leistungen einzelner, welche die Gesellschaft weiterbringen”, sagte Ronner und verwies auf die bekannten Schaffhauser Pioniere Heinrich Moser und J. C. Fischer, welche sich um ihre Heimatstadt verdient gemacht haben. Und: Wer den Preis erhalten hat, darf auch zinslose Studiendarlehen bei der Stiftung beantragen. Diese Möglichkeit steht ebenso den Mitgliedern der Munotia offen, und auch die beste Matur eines Mitgliedes wird ausgezeichnet.
Feierlich überreicht – und zwar begleitet vom Applaus der zahlreich erschienenen Kantonsschüler – wurde die Stiftung gestern morgen im Beisein von über 20 Altherren in der Kantonsschulmensa. (rob)


Weitere Artikel zu diesem Thema:

Wehende Fahnen zum Munot-Festtag;
in: Schaffhauser Nachrichten, Die andere Seite, 23.06.08; von: Christoph Merki.

#Notizen zu Namen

19. Juni 2008 | Ein guter Start in eine vielfältige Welt

Vor drei Jahren brachen die 18 Diplomandinnen und zwei Diplomanden zu ihrer pädagogischen Seefahrt auf. Mit diesem Bild blickten die Studierenden am Dienstag auf ihre Zeit an der PHSH zurück. Die Wellen hätten manchmal hart gegen das Boot geschlagen, und das Wetter konnte stürmisch sein, doch immer sei rechtzeitig ein rettender Leuchtturm erschienen oder ein begeisternder Fisch gefangen worden. Zu diesen «Fischen» gehörte der siebenwöchige Sprachaufenthalt in Frankreich, aber auch das charmante Lächeln eines Schülers, welcher der Praktikantin gleich am ersten Tag das Du anbieten wollte. Diese Erlebnisse hätten auch in schwierigen Zeiten motiviert, weiterzumachen. Und vor allem war da das gemeinsame Ziel, das es zu erreichen galt: der Lehrerberuf. An diesem Ufer sind die Studierenden sicher gelandet, zumal 18 von ihnen bereits eine Stelle auf Primar- oder Vorschulstufe erhalten haben. Dieses erfreuliche Resultat sei nicht allein mit dem Lehrermangel zu erklären, betonte Rektor Eduard Looser. Es sei nämlich «nicht so, dass man einfach in offene Stellen hineinspazieren» könne. Die Schaffhauser PH-Abgänger seien den Diplomanden umliegender Kantone in Bezug auf Anstellung weit voraus, sagte Looser weiter und gratulierte den Studenten dafür herzlich.

Gratulationen wurden den Diplomandinnen auch vonseiten der Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel zuteil. «Lassen Sie sich die Freude an Ihrem schönen Beruf nicht nehmen», ermahnte die Regierungsrätin die Studierenden nach einem Exkurs über die bereits vollzogenen und noch zu verabschiedenden Reformen im Bildungswesen. Die Ziele dieser Reformen seien die Vielfalt und die Integration in den Schulklassen zu fördern sowie die Schulleitungen mit mehr Kompetenzen auszustatten. Gleichzeitig sollten sie zu einer standardisierten, klar definierten Überprüfung und «Feedback-Kultur» angehalten werden. Dies sei auch nötig, weil der Lehrerberuf «in jeder Hinsicht herausfordernd» sei, erklärte Widmer Gysel. Dennoch seien die Diplomandinnen und Diplomanden um ihre Aufgabe zu beneiden, «die Beruf ebenso wie auch Berufung umfasst».Auch für Eduard Looser stehen seinen Studierenden «spannende Zeiten bevor». In seiner Ansprache setzte sich der Rektor mit der modernen Pädagogik auseinander. Ebenso fern von einer «Pädagogik der Härte» nach altem Muster als von der sogenannten «Kuschelschule» sieht Looser eine Kontinuität von Rousseau über Goethe bis Montessori und der heutigen «Pädagogik der Vielfalt». Vielfalt sei also ein Schlüsselwort für unsere Gesellschaft und spiegle sich gerade auch in den Schulen. «Offen zu sein für die Ansichten anderer», diesen Rat gab der Rektor seinen scheidenden Studierenden mit auf den Weg, bevor er zu der Diplomübergabe schritt. Eine spezielle Auszeichnung erhielt Sabine Bolli aus Flurlingen, die mit dem besten diesjährigen Resultat abschloss. Zusätzlich zur Diplomübergabe wurden dieses Jahr zum erstenmal rund 40 Primarlehrer für ihre erworbenen Englischkenntnisse zertifiziert. Im Rahmen eines dreiteiligen Programms erhielten Lehrer aus allen Gemeinden die Möglichkeit, sich im Bereich des Englischunterrichts auf der Primarstufe weiterzubilden. Die Zusatzqualifikation umfasste einen dreiwöchigen Aufenthalt in England, berufsbegleitende Didaktikkurse an der PHSH sowie eine Englischprüfung (Niveau C1 oder Advanced). Gemäss der vom Stimmvolk gutgeheissenen Einführung des Englischunterrichts ab der dritten Klasse werden die Fachkräfte ab August 2008 ihre neuerworbenen Kompetenzen in die Praxis umsetzen können.Neben den Studierenden verabschiedete der Rektor schweren Herzens auch den seit fünf Jahren an der PH engagierten Mathematikdozenten Martin Andermatt. Für musikalische Zwischenspiele sorgten der Chor sowie ein Instrumentalensemble der PHSH.

Absolventen

Lehrpersonen der Primarschulstufe Sabine Bolli, Flurlingen; Deborah Gadient, Löhningen; Madeleine Hafner, Stetten; Franziska Heimlicher, Kleinandelfingen; Dorothe Hepfer, Thayngen; Sandra Hübscher, Schaffhausen; Anne Cathrin Jehle, Schaffhausen; Daniela Jehle, Schaffhausen; Sara Debora Keller, Oberembrach; Eva Machatschek, Schaffhausen; Luisa Mastrobuoni, Schaffhausen; Karin Meier, Uhwiesen; Marc Olivi, Siblingen; Aurelia Ott, Dörflingen; Paul Samuel Ulmer, Schaffhausen; Katja Waldvogel, Büttenhardt.Lehrpersonen der Vorschulstufe Marianne Brütsch, Marthalen; Lisa Erne, Schlatt; Bettina Flückiger, Schaffhausen; Anita Kessler, Sool (GL).

#Notizen zu Namen

18. Juni 2008 | CVP Bezirk Diessenhofen: Urban Brütsch zum neuen Präsidenten gewählt

Schaffhauser Nachrichten Stein / Diessenhofen
(ge)

Am Montagabend wählte die gut besuchte GV 2008 der CVP des Bezirkes Diessenhofen, den 43 jährigen Urban Brütsch aus Diessenhofen als neuen Präsidenten. Er ersetzt Thomas Burkhardt aus Basadingen, der die Partei drei Jahre lang geleitet hat. Burkhardt tritt aus beruflichen und familiären Gründen vom Präsidentenamt zurück, bleibt aber weiterhin Mitglied des Vorstandes. Dieser wurde mit Brütsch und den Bisherigen Thomas Burkhardt, Christoph Rohr, Kurt Bürgi und Heinz Bogo bestätigt.

**Ökoliberale Gesinnung**
Urban Brütsch ist Forstingenieur. In der Bürgergemeinde Diessenhofen ist er zuständig für die Finanzen und für den Wald. Er nennt seine politische Gesinnung ökoliberal und engagiert sich auch bei den Projekten Altstadtentwicklung und Rheinufergestaltung.
Im Jahresbericht von Präsident Burkhardt waren die vergangenen Kantonsratswahlen ein zentraler Punkt. Er wies darauf hin, dass es trotz grossen Anstrengungen mit einer sehr ausgewogenen Kantonsratsliste der CVP leider nicht gelungen sei, ihren Sitz zurückzuerobern. Burkhardt sieht den Misserfolg unter anderem auch im Zusammenhang mit der Abwahl von Christoph Blocher aus dem Bundesrat, welcher der SVP viele zusätzliche Stimmen brachte und die Stimmenzahl der CVP stagnieren liess. Ohne Listenverbindung habe die CVP überhaupt keine Chancen, je einen Sitz wiederzugewinnen, sagte Heinz Bogo.

#Allgemeines

18. Juni 2008 | Viel Spass für Fans und Mitwirkende

Schaffhauser Nachrichten, Regionalsport
l.h.

Rad Die neuesten Radrennräder haben sie nur bedingt, die sportliche Fitness ebenfalls. Und so waren bei der Prominentenstafette beim Grossen Preis der Stadt Schaffhausen die unterschiedlichsten Stahlrösser aller Jahrgänge auszumachen. Aber auch die Prominenz aus Wirtschaft, Sport und Politik – erstmals vom Präsidenten des Grossen Stadtrates, Thomas Hauser, organisiert und am Mikrophon stimmgewaltig kommentiert – glänzte mit teilweise neuen, aber durchaus fröhlichen und strahlenden Gesichtern. Weil man SVP-Nationalrat Thomas Hurter und alt Regierungsrat Hans-Peter Lenherr zu den Sportlichsten in der Gruppe zählte, gehörte das Team «Politik Mixed» für einige der zahlreich auf der Breite erschienenen und lautstarken Zuschauer zu den Geheimfavoriten auf den Sieg. «Es macht einfach Spass, hier dabei zu sein», so Hurter vor der Aufwärmrunde. Aber auch die anderen Gruppierungen liessen sich in Sachen Sportlichkeit keineswegs an den Rand des Machbaren drängen. So konnten das Team «Gewerbeverein Reiat» mit Andreas Narr, die 125-Jahr-Jubiläums-Mannschaft der «Schaffhauser Kantonalbank» mit Beat Bachmann und Martin Walther sowie die Equipe «Grosser Stadtrat Schaffhausen» mit Martin Egger durchaus trainierte Trümpfe über ihren Speichen hinter sich lassen. Ein letztesmal gemeinsam und mit vereinten Kräften trat das Team «Gemeinderat Hemmental» mit Hermann Schlatter, Daniel Leu, Sandra Schöpfer, Elisabeth Leu und Reto Greutmann in die Pedale, wohlwissend, dass es zukünftig als Schaffhauser Quartierverein ebenfalls auf der Breite sein Stelldichein geben könnte. Nicht ganz den Regeln entsprechend, peilte die Truppe «150 Jahre Scaphusia»* den Tagessieg an. Der Studentenverbindung fehlte für die grosse Favoritenrolle schlicht eine Frau. Ob sie deswegen nur auf dem sechsten Rang landeten? Rangmässig zwischen den Teams der «Römisch-katholischen Kirchgemeinde Schaffhausen» und der «Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen» plazierten sich die politisierenden Pedalentreter «Einwohnerrat Neuhausen am Rheinfall» sowie die rasenden Rettungsleute der Mannschaft «Feuerwehr Schaffhausen». Gegen das in dieser Reihenfolge siegende Spitzenquartett «Gewerbeverein Reiat», «Schaffhauser Kantonalbank», «Politik Mixed» und «Grosser Stadtrat Schaffhausen» hatten sie für diesmal das Nachsehen und sahen nur noch die Hinterräder der stark fahrenden Konkurrenz. Vielleicht kann ja später einmal Publikumsliebling Bruno Risi gewinnbringend einspringen, wenn er seine grosse Karriere beendet hat. Wie dem auch sei, ob Sieg oder Niederlage: Spass hat es allen bereitet, und bei der anschliessenden Preisverleihung im Festzelt strahlten die Gesichter nach wie vor.

*«150 Jahre Scaphusia» (Kaj Späth, Markus Bührer, Andreas Wüscher, Andreas Hauser, Andreas Hunziker), 6. Platz.

#Allgemeines

17. Juni 2008 | The Brevers rocken im Sittertobertal

Schaffhauser Bock
Christian Saggese

Jährlich pilgern Ende Juni, immer parallel zum «Free & Clean-Openair» in Stein am Rhein, bis zu 15’000 Fans jeden Alters ins ansonsten ruhige Sittertobeltal in St.Gallen. Denn an drei Tagen finden Musikacts von Rock, Punk, Metal, Reggae und mehr auf das grüne Gelände. In diesem Jahr bietet der Event Künstler wie Sportfreunde Stiller, Lenny Kravitz, The Prodigy, Züri West und Gentleman – sowie The Brevers aus Feuerthalen. Anlässlich des mycoke-music-Wettbewerb konnte sich die vierköpfige Gruppe einen Platz auf der Bühne am Freitagabend, den 27. Juni um 22.45 Uhr ergattern. «Ein wichtiger Schritt in Sachen Bühnenerfahrung», so Bassist Tobias Wüst. Dies ist aber nicht der erste Auftritt an einem der grossen Schweizer-Openairs für die regionalen Truppe. So rockten The Brevers bereits im letzten Jahr den Berner Hausberg am Gurtenfestival (siehe Schaffhauser Bock Nr. 29/07). Und am Openair St.Gallen folgen die vier Musiker den Spuren der regionalen Ska-Band Plenty Enuff, welche den Event vor drei Jahren eröffnen konnte.

**Vom Insider-Tipp zum selbstlaufenden Act**
Wie bereits vor dem Gurtenfestival meldete sich die Band beim mycoke-music-Wettbewerb an. Hier können Internetuser per Mausklick den Bands die Stimme abgeben. Die besten Acts spielen nun auf der Bühne eines grossen Openairs für ungefähr 25 Minuten ihr Programm. «Letztes Jahr machten wir massiv Werbung für uns. Haben Freunde gebeten, regelmässig für uns abzustimmen. Dieses Jahr meldeten wir uns eigentlich mit weniger Ambitionen an. Doch es wurde zum Selbstläufer und nun sind wir wieder dabei» zeigt sich Wüst erfreut. Kein Wunder, konnte die Band mit ihren Live-Auftritten bereits in Lokalitäten wie dem Volkshaus, dem Gaswerk, der Grabenhalle oder regionalen Hallen mit ihren Live-Qualitäten das Publikum überzeugen. Auch im deutschen Gebiet um Stuttgart konnte die Band erfreuliche Auftritte absolvieren und positive Kritik ernten. «Dies gibt uns Kraft. Jetzt wollen wir nur mehr Erfahrung sammeln – und benötigen selbstverständlich finanzielle Mittel» so Wüst. Am St.Galler-Openair wird das Konzert auf Video festgehalten. Danach können die User online über den besten Auftritt abstimmen. «Bei vielen Bands sind die Songs auf CD Meisterwerke, live gehen die Lieder aber völlig unter» erklärt Wüst, «bei The Brevers spiele wir alle Songs so ein, dass sie live verwertbar sind.» Die beiden finalen Bands spielen dann nochmals gegeneinander. Der Gewinner erhält 20’000 Franken.

**Zukünftige Pläne**
«Das Geld könnte man für zukünftige Investitionen natürlich gut gebrauchen» erzählt Wüst und sieht optimistisch in die Zukunft. «Derzeit arbeiten wir an unserem zweiten Album, welches 2009 erscheint. Das Erstlingwerk war in vielen Bereichen eher ein Schnellschuss. Mittlerweile haben wir 7 bis 8 neue Songs, welche wir auch monate später nochmals verändern wenn etwas nicht stimmt.» Ist die Band also sehr selbstkritisch? «Wir wollen uns natürlich verbessern, doch Perfektion wäre jetzt übertrieben ausgedrückt», so Wüst, «man will noch lange mit den Songs auf der Bühne stehen, damit diese einem Freude bereiten. Wird nun aber zu streng mit dem Ziel perfekt zu sein daran herumgebastelt, verlieren wir die Stimmung. Und diese ist für uns bei der Band am wichtigsten!»

**Mehr Auftritte erwünscht**
Neben der neuen Platte, welche den typischen alten Brevers-Sound behält, aber experimentell sinnvoll weiterentwickelt werden soll, veröffentlicht die Band an diesem Mittwoch einen neuen Song, mit welchem die Band sich vermarkten will. «Zu diesem Song drehen wir mit regionaler Unterstützung noch ein Video» erzählt Wüst, «mit diesem verschicken wir das Lied nachher an verschiedene Radio- und Fernsehstationen.» Für das Video existieren schon zahlreiche Ideen. Nun bleibt abzuwarten, in welcher Form sich diese umsetzten lassen. Und wenn dann alles standhaft aufgebaut ist, will man vermehrt auf Tour gehen. Wüst, welcher auch jetzt noch vor jedem Konzert Lampenfieber verspürt, erzählt von den Plänen: «Wir suchen nun noch ein Booking-Management. Zur Zeit organisieren wir alles alleine. Mit dem Blick auch nach Deutschland gerichtet, hoffen wir bald mehr als die 16 Konzerte im vergangenen Jahr spielen zu dürfen.»
Weitere Informationen zu The Brevers und dem Wettbewerb findet man unter www.mycokemusic.ch und www.thebrevers.com

#Notizen zu Namen

9. Juni 2008 | Erfolgreich bis zum Schluss

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
(J. R.)

Das war eine Ehre, vielleicht die schönste Würdigung, die überhaupt möglich ist: Während Rechnungsgemeindeversammlungen für die Stimmbürger sonst alles andere als anziehend sind, war am vergangenen Freitag der (grosse) Rheintalsaal in Flurlingen exzellent gefüllt. Und das konnte nur einen Grund haben: Zum letztenmal präsidierte Gemeindepräsident Christoph Waldvogel – und zum letztenmal tat er das mit Erfolg. Die Jahresrechnung 2007 und eine Teilrevision der Besoldungsverordnung mit höheren Entschädigungen für Gemeinderat und Gemeindepräsident wurden ohne Opposition angenommen. Damit hat Waldvogel in seiner Präsidialzeit sämtliche Geschäfte an den Gemeindeversammlungen «durchgebracht», wie Ruedi Bänninger, Präsident des Gemeindevereins, feststellte.
Ja, Waldvogel stand eindeutig im Mittelpunkt. Mit der Würdigung Bänningers («eine sehr erfolgreiche Amtszeit») ebenso wie mit einer der traditionellen und legendären Flurlinger «Schnitzelbänken», mit der aktuelle und ehemalige Gemeinderatskollegen Ereignisse aus Waldvogels Amtszeit aufleben liessen. Der Präsident wiederum verabschiedete sich charmant und witzig, aber ohne grosse «Schlussworte»: Gemeindeschreiber Marcel Wegmann überreichte er seine Schlüssel für Gemeindehaus und Trotte, dem Nachfolger, André Müller, einen Elefanten (dicke Haut, weicher Kern, grosse Ohren und ein abgestützter Rüssel, der Standfestigkeit garantiert).
Zuvor, wie betont, passierten die Geschäfte problemlos. Was auch etwas leichter gefallen sein dürfte, weil die Jahresrechnung 2007 glänzend ausgefallen ist. Wie Finanzvorstand Stefan Hofstetter erläuterte, schloss die laufende Rechnung nämlich mit einem Ertragsüberschuss von 225 000 Franken ab – der Voranschlag hatte dagegen einen Aufwandüberschuss von 270 000 Franken vorgesehen. Der eindrückliche Umschwung zu schwarzen Zahlen war auf zahlreiche Einflüsse zurückzuführen. So hatte die Gemeinde einerseits die Ausgaben im Griff, konnte anderseits aber höhere Einnahmen verbuchen; im Bereich Finanzen und Steuern etwa flossen rund 330 000 Franken mehr als budgetiert in die Kasse – nicht zuletzt eine Folge des guten wirtschaftlichen Umfeldes.
Zwar hatte das Flurlinger «Buschtelefon» Widerstand gegen die Teilrevision der Besoldungsverordnung angekündigt, aber in Tat und Wahrheit blieb die Opposition aus. Vielleicht, weil Waldvogel überzeugend argumentiert hatte. Die Stimmberechtigten standen hinter der Erhöhung der Entschädigung von bisher 10 000 auf neu 12 000 Franken für Gemeinderatsmitglieder und der von 8000 auf 9000 Franken erhöhten Zulage des Gemeindepräsidenten. Auch so, machte der scheidende Gemeindepräsident deutlich, sind die Stundenlöhne der Gemeinderatsmitglieder gegenüber beispielsweise Handwerkeransätzen gering.
Einstimmig wurde anschliessend auch die von Finanzvorstand Doris Tempini erläuterte Jahresrechnung 2007 der Primarschulgemeinde angenommen. Mit einem Ertragsüberschuss von 126 000 Franken schloss auch sie positiv ab. Zumindest aus finanzieller Sicht scheint Flurlingen keine Sorgen zu haben.

#Allgemeines

6. Juni 2008 | Auch die Schulleitung spielte mit

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Lara Attinger

Wenn Lehrer sich in pantomimischen Darstellungen üben und Schüler mit Wasserballons werfen, kann das nur eines bedeuten: Der Maturstreich ist wieder im Gange.
Der Kampf um diesen Anlass schien gestern vergessen, nachdem die Schulleitung schon die Verkleidungswoche – wenn auch in abgeschwächter Form – bewilligt hatte. «Damit sie uns nicht dazwischenfunken, haben wir den Lehrern aber nur das Nötigste von unseren Plänen verraten», sagen Robin Staufer und Christian Thüring vom Organisationskomitee.
Am Morgen haben die im «Biedermeierstil» gekleideten Abschlussklassen die Schulzimmer gestürmt. «Einige Klassen waren gerade eine Prüfung am Schreiben», lacht Staufer.

**Cortège durch die Altstadt**
Mit ihrer Aufmachung wollten die Schulabgänger zurück zu den Anfängen des Maturstreichs, als die Maturanden lediglich in festlicher Kleidung einen Umzug veranstalteten.Während die Schüler und Lehrer sich auf der Munotzinne versammelten, liefen die Abschlussklassen durch die Altstadt. Nur die nominierten «goldenen Erstklässler» durften die Maturandinnen und Maturanden an ihrer Cortège begleiten. Ihnen wurde der Begriff «Gmües» – der Ausdruck für Erstklässler- auf die Wangen gestempelt, zudem mussten sie «Chindsgi-Streifen» tragen und mit Unterstützung der Schulabgänger Lieder singen. Als die auffällige Gesellschaft auf dem Munot eintraf, wurden verschiedene Aktivitäten wie zum Beispiel ein improvisiertes Theater von den Lehrern und die Wahl des goldigen Erstklässlers durchgeführt. Das Highlight der Veranstaltung war das Spiel «Extreme Activity»: Ein Schüler musste Lieder gurgeln, einer Wörter erklären, während er mit Wasserballons beworfen wurde, und jemand musste auf Skiern und mit Baseballhandschuhen an den Händen Begriffe vorzeigen. Als einige Lehrer im Rahmen dieses Spiels auf die Bühne mussten, war Rektor Urs Saxer, der den Maturstreich ursprünglich verbieten wollte, eifrig dabei und hat zusammen mit Ralph Tanner pantomimische Darstellungen aufgeführt.
Der Regen konnte die Laune der Kantonsschüler kaum dämpfen. «Unser Schlechtwetterprogramm war: Schirme mitzubringen», sagt Christian Thüring.

#Allgemeines

3. Juni 2008 | Alte Kantitraditionen leben neu auf

Schaffhauser Nachrichten, Region
Lara Attinger

In der gestrigen grossen Pause an der Kantonsschule Schaffhausen präsentierten sich die Schüler der Abschlussklassen mit Hüten aller Art: Junge Damen mit edlen Sonnenhüten sassen in einem Kreis, einige Schüler überquerten den Pausenplatz mit Bauhelmen auf dem Kopf, man sah Jugendliche mit Sombreros, Stohhüten, Zylindern, und die Klasse 4mc war nicht mit Hut, sondern als Hut verkleidet. Grund für diesen Aufzug ist die Verkleidungswoche, die jedes Jahr von den Abgängern der Kantonsschule und der Fachmittelschule durchgeführt wird. An einer Pressekonferenz erklärten die sieben Schülerinnen und Schüler des Organisationskomitees gestern, weshalb sie Hüte tragen.

Kampf um die Verkleidungswoche
In den letzten zwei Jahren herrschte ein erbitterter Kampf seitens der Kantonsschüler gegen das Verbot der traditionellen Verkleidungswoche. Jeweils in der letzten Unterrichtswoche kamen die Maturandinnen und Maturanden verkleidet zur Schule. Das ganze ist gemäss Schulleitung immer mehr ausgeartet. Rektor Urs Saxer erliess deshalb ein Verkleidungsverbot mit der Begründung, dass die Schüler mit ihrem Aufzug den Unterricht störten.
Im November 2007 wurden die diesjährigen Schulabgänger dazu aufgerufen, ein Organisationskomitee für Abschlussaktivitäten wie den Maturball zu bilden. Dieses Komitee sprach den Rektor noch einmal auf sein Verbot an. Um einen Kompromiss zu finden, stellten die sieben Schüler einige Recherchen an und fanden heraus, dass die Verkleidungswoche sowie der Maturstreich auf alten Traditionen basieren, welche ursprünglich keinesfalls provozierend oder anstössig waren. Vor 30 bis 40 Jahren fand die Maturreise noch vor den Abschlussprüfungen statt. Die Maturanden kauften sich auf dieser Reise Hüte, welche sie dann in der letzten Schulwoche trugen. Erst im Laufe der Zeit hat sich daraus die Verkleidungswoche ergeben. Auch der Maturstreich hat sich aus einem solchen Ritual heraus entwickelt. So kamen die Maturanden früher am letzten Schultag festlich gekleidet zur Schule und marschierten im Rahmen eines Cortège, eines Umzuges, durch die Altstadt.

Back to the Roots
Die Abschlussklassen haben sich nun von diesen alten Bräuchen inspirieren lassen und holten die Bewilligung der Schulleitung ein, in dieser Woche Hüte tragen zu dürfen. Gestern in der grossen Pause wurde das Projekt dann den anderen Klassen vorgestellt. Das Organisationskomitee hält es für vorteilhaft, dass man sich mit der Schulleitung abgesprochen hat: “Wir wurden sogar mit technischen Hilfsmitteln wie Mikrophonen und Lautsprechern unterstützt.” Die Schulabgänger werden die anderen Schüler in den grossen Pausen unter anderem mit Theateraufführungen und Gesangseinlagen beglücken. Wie der Donnerstag, an welchem traditionsgemäss der Maturstreich stattfindet, ausfallen wird, wollen die Organisatoren noch nicht genau bekanntgeben. Fest steht, dass sie sich, wie die Kantiabgänger vor 40 Jahren, festlich kleiden und einen Umzug durch die Altstadt veranstalten werden. Anschliessend findet auf dem Munot ein Programm für alle Klassen statt. Die Mitglieder des Organisationskomitees erläutern: “Unser Ziel ist es, die Traditionen der letzten Schulwoche und den Maturstreich zu retten.”

#Allgemeines

26. Mai 2008 | Kanti-Ball Zurück in die tollen fünfziger Jahre

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen

In nostalgischen Gefühlen schwelgten am Samstagabend gegen 250 Damen und Herren aus 7 Kanti- und 2 DMS-Klassen, denn die fünfziger Jahre waren das Motto des Kanti-Abschlussballs im festlich geschmückten Park Casino. Jedenfalls erschienen viele der jungen Männer mit Hüten aus dieser Zeit, derweil sich zahlreiche Damen im Stil von Audrey Hepburn gekleidet hatten (und zum Fototermin bei Ernst und Barbara Müller erschienen). Versteht sich, dass perlende Getränke reichlich flossen.

#Notizen zu Namen

20. Mai 2008 | SVP entscheidet erst im Juni

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Adrian Schumacher

Eigentlich schien gestern abend alles klar zu sein. Zu Beginn der Generalversammlung im Alterswohnheim La Résidence eröffnete Parteipräsident Werner Schöni den 26 anwesenden SVPlern, dass die Findungskommisson trotz monatelanger Suche und zahlreichen Anfragen keine geeigneten Kandidaten für das Stadtpräsidium beziehungsweise das zweite Vollamt habe finden können. Die drei schon bekannten Kandidaten Urs Hunziker (FDP), Thomas Feurer (ÖBS) und Peter Käppler (SP) erhielten in der Folge die Gelegenheit, ihre Motivation und Ziele vor der Generalversammlung darzulegen, ehe sie sich im Rahmen eines gemeinsamen Hearings den Fragen der Zuhörer stellten. Die Mühe hätten sich die drei amtierenden Stadträte indes sparen können – eine Nomination Feurers oder gar Käpplers kam für die SVP-Mitglieder aus parteipolitischen Gründen nicht in Frage; und für Hunziker konnten sich die Anwesenden auch nicht erwärmen. Anstelle einer Stimmfreigabe oder einer Enthaltung einigten sich die Parteimitglieder im Rahmen einer Konsultativabstimmung schliesslich auf Peter Scheck. Der von der Findungskommission einst angefragte und dann in Vergessenheit geratene Stadtarchivar will bis zum kommenden Montag entscheiden, ob er tatsächlich in den Wahlkampf ums Stadtpräsidium steigen will. Die Beschlussfassung der SVP ist neu für den 9. Juni terminiert.


Weitere Artikel zu diesem Thema:

Schon viele ermutigende Mails für Peter Scheck;
in: Schaffhauser Nachrichten, Region, 21.05.08; von: Adrian Schumacher.

Inhalte statt Köpfe;
in: Schaffhauser Nachrichten, Leitartikel, 24.05.08; von: Adrian Schumacher.

#Allgemeines

19. Mai 2008 | Scaphusia-Preis 2008

Schaffhauser Nachrichten, Region
ajo

Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Scaphusia fand in der Aula des alten Kantonsschultraktes ein Musikwettbewerb der Stiftung «Scaphusia-Preis» statt, bei dem Gymnasiasten aller Klassen aufgerufen worden waren, in den beiden Kategorien Klassik sowie Pop/Rock/Jazz die talentiertesten Schüler untereinander auszumachen. Unter der Leitung des Stiftungsratspräsidenten, Alexander Wanner, und von einer renommierten Jury kritisch beurteilt, präsentierten sich die 15 Gruppen von ihrer besten Seite. Der Klassikteil war mit nur sechs Beiträgen eher klein, aber auch hier demonstrierten die jungen Künstler ihr Können: Nebst einem Geigennonett und sieben Flötistinnen gab es zwei weibliche Duos am Klavier.
Jurypräsident Andre Lorenzetti, der ein begeistertes Fazit zog, bedankte sich auch im Namen der Juroren für die hohe Qualität der Beiträge. Der dritte Platz ging an das Orchester mit der «Brasil Suite» von Ernst Mahler, zweite und erste Plätze wurden mehrere vergeben, an Lisa Gretener & Co. für das selbstkomponierte «I Wish I’m Away» und an Anabel Da Pra für ihren Gesang bei George Gershwins «Summertime».
Ein zweiter Platz ging an Basil Kraft/Daniel Perrin/Daniel Rüger und ihre Jazz-Eigenkomposition sowie an die Brüder Joscha/Marius Schraff und Samuel Vonäsch/Noemi Locher für Astor Piazzollas «Libertango» – eine vom Publikum begeistert bejubelte Vorstellung. Ganz vorne fand man Joscha Schraff und Pascal Rüegger mit Michel Camilos «Remembrance» sowie Annina Vögeli, Amanda Moor und Merlin Bärtschi mit ihrer Interpretation von Carl Loewes «Die Freude».

#Allgemeines

13. Mai 2008 | Posieren und lächeln für die Ewigkeit

Schaffhauser Nachrichten, Die andere Seite
Beat Rechsteiner

Farbenfroh war die Schar, die sich am vergangenen Freitag bei schönstem Wetter auf dem Herrenacker versammelte. Christian Birchmeier v/o Zäckli, Altherr der Scaphusia, hatte geladen, und viele Verbindungsbrüder – darunter manch bekanntes Gesicht – folgten seinem Ruf. Birchmeiers Idee: Da vier der fünf Schaffhauser Verbindungen dieses Jahr einen runden Geburtstag feiern, initiierte er eine SN-Sonderbeilage, die am 5. Juni erscheinen wird – und dafür braucht es natürlich auch gelungene Gruppenfotos. Also stellten sich mehr als 200 Mitglieder der Verbindungen Scaphusia (150 Jahre), Munot (100), KTV (80), Commercia (90) und Fortuna (106) vor die Kamera von Bruno und Eric Bührer.
Bis sich schliesslich alle in der richtigen Formation wiederfanden, brauchte es die kräftige, von einem Megaphon unterstützte Stimme von Christian Birchmeier und allseits eine Portion Geduld. Für die meisten war der Fototermin aber letztlich ohnehin nur Mittel zum Zweck: Das Shooting wurde zum ganz grossen Wiedersehen. Über die Verbindungen hinweg wurde geplaudert und in Erinnerungen geschwelgt. Alt Regierungsrat Hans-Peter Lenherr v/o Ready etwa bestaunte mit dem ehemaligen Neuhauser Gemeinderat Hanspeter Hak v/o Ex die Stickereien auf den traditionellen Verbindungsmützen. Michael Grimmer v/o Hertz erinnerte sich, dass Peter Bührer v/o Billy in den 1950er Jahren einst sein Fux gewesen war. Manche solcher Geschichten wussten auch der ehemalige Staatsschreiber Peter Uehlinger v/o Igel und der einstige Chefarzt der Breitenau, Oscar Wanner v/o Strick, zu erzählen. Kurzum, für Gesprächsstoff war gesorgt. Und da dem Fototermin ein Apéro im Park Casino folgte, fehlte zum ausgiebigeren geselligen Beisammensein auch nicht die Gelegenheit …

#Allgemeines

9. Mai 2008 | Pornographische Bilder – 48-jähriger Kantilehrer wurde entlassen

Schaffhauser Nachrichten, Region
(as)

Aufgrund einer Meldung der Bundeskriminalpolizei hat die Schaffhauser Polizei Ende März ein Ermittlungsverfahren gegen einen Lehrer der Kantonsschule Schaffhausen eröffnet. Der Mann stand unter dem Verdacht, bei sich zu Hause Bilddateien mit pornographischem Material aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Dieser Verdacht hat sich in der Zwischenzeit bestätigt, wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung der Schaffhauser Polizei, des Erziehungsdepartements und des Untersuchungsrichtersamts von gestern heisst. Der 48-Jährige ist geständig. Konkret wurde auf der Festplatte des sichergestellten Privatcomputers eine grössere Zahl von Bildern mit pornographischem Inhalt gefunden. Die mittlerweile abgeschlossenen Ermittlungen haben keinen Verdacht auf Übergriffe gegenüber Kindern ergeben. «Auch die sichergestellten Bilder zeigen keinen Einbezug von Kindern in sexuelle Handlungen», erklärte der zuständige Untersuchungsrichter Willi Zürcher auf Anfrage der SN. Es handle sich stattdessen um Nahaufnahmen von entblössten Kindergenitalien und Bilder von Minderjährigen in aufreizender Pose. Noch vor Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wurde das Erziehungsdepartement über den Fall informiert, dieses wiederum setzte Urs Saxer, den Rektor der Kantonsschule, umgehend über die Ermittlungen in Kenntnis. Nach einer Anhörung wurde das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung aufgelöst, wie Saxer bestätigt. Der in einem Vollzeitpensum angestellte Lehrer habe sich an der Schule keine Übergriffe zuschulden kommen lassen, auch hätten nie irgendwelche Verdachtsmomente vorgelegen. «Das ganze kam auch für mich aus heiterem Himmel», so Saxer. Der Arbeitsvertrag mit dem Lehrer sei Anfang April, kurz vor den Frühlingsferien, sofort aufgelöst worden, der Unterricht im entsprechenden Fach sei für die betroffenen Klassen für eine Woche ausgefallen. Eine Verurteilung des Lehrers erfolgte noch nicht. Er wird in naher Zukunft allerdings mit einer bedingten Geldstrafe sowie einer Busse wegen Pornographie rechnen müssen, sagt Willi Zürcher.

#Notizen zu Namen

8. Mai 2008 | Rorschach und sein Test – Sag mir, was du siehst

WOZ
Franziska Meister

Seine Klecksbilder haben Generationen von PsychologInnen umgetrieben und sind längst Bestandteil unserer Alltagskultur geworden. Eine Ausstellung in Herisau rückt nun den wenig bekannten Vater der «komplexen Kleckse» ins Licht.
Andy Warhol, Begründer der Pop-Art, schuf in seiner späten Phase eine Reihe von über vier Meter hohen, symmetrischen Klecksbildern, die er «Rorschachs» nannte. Als Inspiration dienten ihm die Kleckstafeln des psychologischen Tests gleichen Namens. Von Hermann Rorschach, dem Schöpfer des Tests, wusste Warhol wenig. Dabei verbindet die beiden Männer einiges. Zum Beispiel die Kritik an ihrem Werk als Trivialisierung von Kunst respektive von Wissenschaft. Und die bislang wenig bekannte Tatsache, dass Rorschach ebenso Künstler wie Wissenschaftler war – was das von ihm entwickelte Testverfahren entscheidend geprägt hat. Eine Hommage an das kreative Potenzial des Rorschachtests und seines Schöpfers lässt sich seit Ende April in Herisau bewundern.
«Ich will nicht nur Bücher lesen, sondern Menschen.» Auf dieses Zitat Rorschachs tritt, wer in die Ausstellung im Museum Herisau eintaucht. Weitere Zitate sind in den grau melierten Filzteppich gesetzt, der mit seiner ausgeprägten Haftfreudigkeit das seine dazu beiträgt, dass man vor den Schaufenstern der Ausstellung kleben bleibt. Eingelassen in eine weisse raumfüllende Skulptur führen diese Schaufenster auf der Vorderseite durch das Leben von Hermann Rorschach, auf der Rück- oder besser Kehrseite durch die Geschichte des Rorschachtests.
Wer sich auf den Rundgang begibt, passiert dazwischen einen Spiegelkorridor. «Es ist eine Passage vom Aussen- zum Innenleben – auch dem eigenen», sagt Iris Blum, die Kuratorin der Ausstellung. «Die Konfrontation mit dem eigenen Spiegelbild bereitet darauf vor, dass man sich nun mit den inneren Bildern, die das Testverfahren abruft, auseinandersetzen wird.»
In den mehr als zwei Jahren, in denen sich Iris Blum mit Hermann Rorschach beschäftigt hat, ist «eine intensive Beziehung mit diesem Mann» entstanden – «nicht nur, weil er ein bisschen aussieht wie Brad Pitt», wie sie schmunzelnd hinzufügt. Attraktiv gefunden hat sie Rorschach nämlich vor allem als Wissenschaftler, als Künstler – und als radikaler Vertreter der Gleichstellung zwischen Frau und Mann. All dies ist auf subtile Weise in die Ausstellung eingeflossen.

**Rorschach, der Feminist**
«Ich bin mir nicht sicher, ob ich es ihm verzeihen kann, dass er einer Studentenverbindung beigetreten ist», sinniert Iris Blum mit Blick auf Rorschachs einschlägige Mütze, in die sein Verbindungsname eingraviert ist: «Klex». Immerhin hat er ausgerechnet an einem Verbindungstreffen ein flammendes Plädoyer für die Frauenemanzipation gehalten. Rorschach setzte sich seit seiner Jugend vehement für die Gleichberechtigung ein – nicht nur im Erwerbs-, sondern auch im Familienleben. Insbesondere in seinem eigenen.
Das illustriert das Schaufenster zu Rorschachs Zeit in Herisau: Vor dem gemalten Hintergrund der Familienwohnung in der Klinik – das Original stammt von Rorschach – bestimmen Puppenmöbel und kleine, bemalte Holztiere die Einrichtung. Angefertigt hat sie Rorschach für seine beiden Kinder in der hauseigenen Schreinerei. Skizzen aus seiner Hand, die ihn beim Baden, Trösten und Spielen mit seiner Tochter zeigen, bekräftigen das Bild eines liebevollen Familienvaters, der auch im Erziehungsalltag zupacken konnte.
Eine egalitäre Rollenteilung mit seiner Frau, der Russin Olga Stempelin, die ebenfalls Ärztin war, liess sich in Herisau indes nicht verwirklichen. Behörden und Anstaltsdirektor verboten ihr die Berufstätigkeit. Das erfährt, wer das Geheimnis der «Olga-Klappe» lüftet: Iris Blum hat sie unauffällig neben verschiedene Schaufenster angebracht. Unter der Klappe verbergen sich biografische Angaben zu Rorschachs Frau und Partnerin. «Der Forschung und Literatur zu Hermann Rorschach ist sie nie mehr als eine Fussnote wert gewesen», sagt Blum.
Dem ist nicht länger so, denn Iris Blum hat Olga Stempelin gleich zwei Beiträge in der Begleitpublikation zur Ausstellung gewidmet. Als Mitherausgeberin ist es ihr ausserdem ein Anliegen gewesen, Olga auch auf der Titelseite sichtbar zu machen.

**Rorschach, der Künstler**
Nebst seiner Tätigkeit als Arzt in der Heil- und Pflegeanstalt Herisau hat Hermann Rorschach verschiedentlich Theaterstücke mit seinen Patient-Innen eingeübt und aufgeführt, Maskenbälle in der Klinik organisiert und Festplakate gemalt. Sein zeichnerisches Talent findet sich in zahlreichen Ausstellungsstücken belegt, während seine dramaturgische Ader in den einzelnen Schaufenstern augenscheinlich wird: Sie wirken wie kleine Bühnen hinter Glas, auf denen einzelne Stationen von Rorschachs Leben inszeniert und kleine Geschichten dazu erzählt werden.
Über vierzig Schattenfiguren zeugen von Rorschachs Liebe zum Theater. Die Figuren stellen reale Personen aus dem Mikrokosmos der Klinik dar: PatientInnen, Handwerker, PflegerInnen, aber auch der Klinikdirektor und Rorschach selbst sind vertreten. «Leider wissen wir nicht genau, wozu Rorschach seine Schattenfiguren verwendet hat», sagt Blum. «Aber ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass die Figuren nicht eine bestimmte Funktion in Rorschachs Theaterstücken innehatten.» Beeindruckend sind die Figuren nicht zuletzt in ihrer individuellen Lebendigkeit. Rorschach verstand es ausserordentlich gut, Haltung und Bewegung einer Person zu erfassen und zu reproduzieren – sei es mit Zeichenstift oder Pinsel, sei es mit Schere oder Laubsäge.
Einige von Rorschachs Schattenfiguren erwecken die Theaterschaffenden von «Philothea», «Fleisch & Pappe» und «Mafob» im Rahmen der Ausstellung zu neuem Leben: Mit einer halbstündigen Aufführung im Museum stimmen sie jeweils vor den öffentlichen Führungen auf die Ausstellung ein. Iris Blum selbst schreibt an einem eigenständigen Theaterstück mit dem Titel «Herr Rorschach: Ein assoziatives Testspiel in zehn Bildern», das Anfang September Premiere feiern wird – im Krombachsaal der Psychiatrischen Klinik; jenem Ort also, an dem schon Rorschach mit seinen PatientInnen Theater gespielt hat. «Rorschachs Nachlass ist lückenhaft und bietet Raum für Spekulationen. Hier möchte ich anknüpfen und die Geschichten ins Fiktionale weiterspinnen», sagt Blum. «Es gibt zum Beispiel ein Foto von einem angeketteten Affen in der Klinik. Ob Rorschach wohl mit diesem Affen auf Patientenvisite gegangen ist?»

**Rorschach, der Wissenschaftler**
Wie sehr künstlerisches und wissenschaftliches Talent bei Hermann Rorschach ineinanderflossen, kommt in seinen Kleckstafeln – «Klecksografien», wie er sie nannte – zum Ausdruck. Die zehn Tafeln, die noch heute die Testbasis bilden, sind nämlich nicht etwa zufällig beim Beklecksen und Falten von Papier entstanden. Vielmehr hat Rorschach die scheinbaren Zufallsbilder im Verlauf jahrelanger Experimente sorgfältig konstruiert. Eines davon – die Kleckstafel drei – ist in Herisau ausgestellt. Eine Videoinstallation zeigt Hände, welche die Tafel drehen. Die Hörstation davor lädt ein, historischen Assoziatio-nen von Rorschachs PatientInnen aus dem Jahr 1922 zu lauschen. An einer zweiten Hörstation wird nicht nur das Testverfahren erläutert, sondern auch das Verfängliche des Tests beschrieben.
Erste Klecksexperimente führte Rorschach bereits um 1911 während seiner Zeit als Assistenzarzt in Münsterlingen durch – unter anderem mit Schüler-Innen einer Dorfschule. In Herisau hat er dann rund vierzig Klecksbilder hergestellt und zuerst an PatientInnen und PflegerInnen, später auch an Personen ausserhalb der Klinik getestet. «Was könnte das sein?», lautete seine immergleiche Frage. Aufgrund der Antworten hat er die Klecksbilder bis zu einer finalen Serie von zehn Kleckstafeln weiterentwickelt und 1921 unter dem Titel «Psychodiagnostik. Methodik und Ergebnisse eines wahrnehmungsdiagnostischen Experiments (Deutenlassen von Zufallsformen)» veröffentlicht.
Rorschachs Experimente standen nicht im luftleeren Raum, betont Iris Blum. Das Deuten von Zufallsformen – und dazu zählt auch das Kaffeesatz-lesen, wie die Ausstellung zeigt – war im 19. Jahrhundert populär geworden. Um die Wende zum 20. Jahrhundert begann sich die Testpsychologie zu entwickeln. Alfred Binet, der Vater des Intel-ligenztests, setzte als erster Tintenkleckse ein, um den Fantasiereichtum von Kindern zu überprüfen. Hermann Rorschach ging mit seinem Testver-fahren aber weit über die Klecksversuche früherer Forscher hin-aus, indem er seine Klecksografien so systematisierte, dass sie es ermög-lichten, die gesamte Persönlichkeit eines Menschen zu erfassen.

**Schicksal des Rorschachtests**
Ein Anspruch, der schon damals auf Kritik stiess. Nichtsdestotrotz fand der Rorschachtest, wie er fortan hiess, rasch Verbreitung – vor allem in den USA. Ab Mitte der Dreissiger Jahre setzte dort ein wahrer Rorschachboom ein, obwohl die «Psychodiagnostik» erst 1942 in englischer Übersetzung erschien. Verschiedenste, untereinander konkurrenzierende Schulen entwickelten das Testverfahren von Rorschach weiter. Erst 1974 gelang es John Exner, die besten Ansätze aus diesen Schulen in seinem «Comprehensive System» zu bündeln. Es gilt seither als wissenschaftliches Standardwerk zum Rorschachtest. Auch wenn dieser heute aus verschiedenen Gründen nur noch selten angewandt wird (vgl. Interview in der Printausgabe der WOZ).
Ganz anders als die wissenschaftliche sind die künstlerische und vor allem die populärkulturelle Karriere des Tests verlaufen. Zwar hängt im Museum Herisau kein Warhol. Dafür hat der Künstler Rolf Graf aus dem klebrigen Filzteppich der Ausstellung eine Installation mit Alpsteinsilhouette und Perückenbock geschaffen, die vielfältige assoziative Bezüge zum Rorschachtest erlaubt. Nicht fehlen darf natürlich auch das preisgekrönte Musikvideo von Gnarls Barkley mit dem bezeichnenden Titel «Crazy»: Die Folge von Klecksbildern, die rhythmisch zur Musik entstehen und sich verwandeln, ist als halluzinogene Endlosschlaufe im Halbdunkel eines zusätzlichen Ausstellungsraumes zu bewundern. Dort sind auch weitere Popularisierungsformen des Rorschachtests versammelt: Filme, Comics, Spiele, Kleidungsstücke und vieles mehr.
«Rorschach lauert überall», so das Motto des Raumes. Iris Blum ist überzeugt: «Wenn man erst einmal sensibilisiert ist für die Formen der Kleckstafeln, sieht man sie plötzlich überall. Das visuelle Vermächtnis der Testtafeln lebt weiter – bis hin zu trivialisierten Trash-Objekten.»

**Hermann Rorschach**
Der Schöpfer des Rorschachtests erblickte 1884 in Zürich das Licht der Welt und wusste schon früh, dass er «Irrenarzt» werden wollte. Zwischen 1904 und 1909 studierte er in Zürich, Bern und Berlin Medizin. Bevor er 1915 eine Stelle als Oberarzt in der Heil- und Pflegeanstalt Herisau antrat, arbeitete er in verschiedenen psychiatrischen Kliniken in der Schweiz sowie in einem Sanatorium in Russland, der Heimat seiner Frau und Arztkollegin.
Die frühesten Versuche mit Klecks-tafeln datieren aus seiner Zeit in Münsterlingen 1911. Bis zu seinem frühen Tod 1922 – er starb an einer Blinddarmentzündung – entwickelte und verfeinerte Rorschach sein «Tolggenexperiment», wie er es nannte, kontinuierlich weiter. 1921 erschien sein Buch «Psychodiagnostik» mit zehn bis dato konstruierten Klecksbildern und einer Beschreibung des damit verbundenen Testverfahrens. Dieses hat als Rorschach-test Weltruhm erlangt.

**Rorschachiade**
Ausstellung: «Komplexe Kleckse – Der Rorschach-Test zwischen Wissenschaft und Magie», Museum -Herisau, 25. April bis 21. Dezember 2008. Aufführungen von «Fleisch & Pappe» und «Philothea», begleitend zu den Führungen. Termine unter www.museumherisau.ch.

Theaterstück: «Herr Rorschach – Ein assoziatives Testspiel in 10 Bildern», Psychiatrisches Zentrum AR Herisau, 5., 12., 13. September 2008.

Buch: Iris Blum, Peter Witschi (HRSG.): «Olga und Hermann Rorschach. Ein ungewöhnliches Psychiater-Ehepaar.» Appenzeller Verlag. Herisau 2008. 144 Seiten. 22 Franken.

#Notizen zu Namen

27. April 2008 | Aus dem Steiner Stadtarchiv

**Nachlass von Dr. Ernst Mettler v/o Silen**

**Brief vom 13.09.1968**
von AH Dr. iur. Hermann Eisenhut v/o Argus (0500)
an AH Dr. iur. Ernst Mettler v/o Silen (0399)
über den Artikel von AH Dr. phil. Samuel Völlmy (0361) im Thaynger Heimatblatt

PDF Brief von Argus an Silen

**«Christopher – Bild einer Jugend»**
von AH Dr. phil. Samuel Völlmy (0361)
Thaynger Heimatblatt 1968

PDF Christopher – Bild einer Jugend

**Programm für das 50. Stiftungsfest vom 3. und 4. Oktober 1908**

PDF Programm des 50. Stiftungsfests

**Handschriftliche Einladung an den Stadtrat von Stein am Rhein vom 28.09.1908**
von AH Heinrich Bächtold v/o Sepia (0315)

PDF Einladung an den Steiner Stadtrat

**Einladung an die Scaphusianer zum 50. Stiftungsfest 1908**
der Scaphusia und der Alt-Scaphusia

PDF Einladung an die Scaphusianer

#Notizen zu Namen

23. April 2008 | Komplexe Kleckse – Der Rorschach-Test zwischen Wissenschaft und Magie

DRS 2
100 Sekunden Wissen
Katharina Bochsler

**Rohrschach-Test**

Hermann Rorschach war Psychiater im psychiatrischen Zentrum in Herisau und Entwickler des legendären, doch heute kaum noch angewendeten Rorschach-Tests.

Hören: Rohrschach-Test (Website Radio DRS)

MP3 Rorschacht-Test (1063 KB)

Schweizerische Ärztezeitung, 2008; 15
Iris Blum

**Olga und Hermann Rorschach im Appenzellerland**

Iris Blum ist wissenschaftliche Archivarin im Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden und Projektleiterin der Rorschach-Ausstellung, Mitherausgeberin der Rorschach-Publikation und Autorin des Theaterstückes «Herr Rorschach – ein assoziatives Testspiel in 10 Bildern».

PDF Museumsbericht in der Schweizerischen Ärztezeitung (957 KB)

Sonderausstellung vom 25. April bis 21. Dezember 2008
Museum Herisau

**Komplexe Kleckse – Der Rorschach-Test zwischen Wissenschaft und Magie**

Die Rorschach-Tafeln mit ihren rätselhaften Formen wurden weltberühmt. Von Singapur bis Herisau kennt man die Kleckse, die an Fledermäuse oder Schmetterlinge erinnern. Wie funktioniert das psychologische Testverfahren? Und wer ist der Schöpfer dieser visuell so anregenden Tintenkleckse?
Die Ausstellung rückt Leben und Werk von Hermann Rorschach (1884-1922) ins Zentrum. Sie zeigt den Erfinder des Tests als Studenten, Russland-Fan, Assistenzarzt, Ehemann, Familienvater, Zeichner, Bastler, Theatermann und Forscher – mit bisher noch nie ausgestellten Objekten. Letzte Station des jung verstorbenen Psychiaters war die Oberarztstelle in der Appenzell-Ausserrhodischen Heil- und Pflegeanstalt Herisau.
Der erste Eindruck der Rorschach-Kleckse als zufällig und schnell hingeworfene Tolggen täuscht – Rorschach suchte lange nach überzeugenden Faltbildern: Der talentierte Mediziner tauschte sich rege mit der Elite der Schweizerischen Psychiatrie aus und testete seine Tafeln über Jahre hinweg an Patientinnen, Patienten und Pflegepersonal, bis er 1921 mit dem Tafelset und der “Psychodiagnostik” an die Öffentlichkeit trat.
Auch wenn das Testverfahren in Europa heute kaum mehr angewandt wird, lauert Rorschach überall. Beinahe magisch angezogen werden Künstlerinnen und Künstler – sie lassen sich von den symmetrischen Tafeln bis heute nachhaltig inspirieren. Einer davon ist der bildende Künstler Rolf Graf. Er zeigt exklusiv ein für diese Ausstellung geschaffenes Werk.
Auch von Kommerz und Trivialität bleiben die Rorschach-Tafeln nicht verschont. So finden die Tintenkleckse bis heute Eingang in Film, Comic, Videoclip und Homemovies. Selbst Boxer-Shorts, Kaffeetassen und Mausmatten aus Amerika sind mit populären Rorschach-Schmetterlingen verziert und stellen den Betrachtenden vor die entscheidende Frage: “What might this be?”

Begleitpublikation: Olga und Hermann Rorschach – Ein ungewöhnliches Psychiater-Ehepaar. Herausgegeben von Iris Blum und Peter Witschi. Erscheint am 24. April 2008.
LinkAppenzeller Verlag

Website Museum Herisau, Sonderausstellung Hermann Rorschach

PDF Bericht der Appenzeller Zeitung von der Eröffnung der Ausstellung (135 KB)

PDF Referat von Iris Blum bei der Ärztegesellschaft AR (35 KB)

PDF Bericht in der «Tüüfner Poscht» vom März 2008 (469 KB)

#Allgemeines

19. April 2008 | Fünf Jahre Pädagogische Hochschule Schaffhausen – eine Zwischenbilanz

Die Pädagogische Hochschule Schaffhausen (PHSH) hat mit dem Wintersemester 2003/2004 ihren Betrieb mit einem ersten Studiengang aufgenommen. Zwischenzeitlich verfügen ihre Diplome über die Anerkennung der EDK. Die Leitung der PHSH arbeitet, gestützt auf den Zusammenarbeitsvertrag mit der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) vom 8. Januar 2003, erfolgreich mit ihrer Zürcher Partnerhochschule zusammen. Diese Kooperation ist Voraussetzung für den Bestand und den Lehrbetrieb der PHSH. Seitens der Exponenten der PHZH wird aber immer wieder betont, dass auch für sie wertvolle Impulse daraus resultieren und dass es sich nicht um eine einseitige Partnerschaft handelt.
Die Verantwortlichen und Dozierenden der PHSH haben sich denn auch mit grossem Engagement für eine gute Positionierung unserer Hochschule innerhalb der Deutschschweiz eingesetzt. Der diesbezügliche Effort ist – beachtet man die vergleichsweise bescheidenen personellen und finanziellen Ressourcen – erheblich und der Erfolg beachtlich. Es darf nämlich nicht übersehen werden, dass sich die Konkurrenzsituation gegenüber den grossen PH im Rahmen der für Hochschulen geltenden Freizügigkeit eher negativ auf die Entwicklung der Studierendenzahlen in Schaffhausen auswirkt. So ist es bis jetzt trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, einen deutlichen Zuwachs an Studierenden zu erzielen. Im Durchschnitt sind insgesamt 71 bis 74 Studierende an der PHSH immatrikuliert, wovon je Studienjahrgang zirka 7 bis 8 Studierende aus anderen Kantonen. Von den jeweils ca. 35 Schaffhauser Studierenden an ausserkantonalen PH sind bis zu zwei Drittel für die an der PHSH nicht angebotene Ausbildung als Sekundarlehrpersonen eingeschrieben.
So weit einige Zahlen. Was gilt es nun für die Zukunft zu beachten? Im letzten Jahr hat die Plenarversammlung der EDK vom «Masterplan Pädagogische Hochschulen» Kenntnis genommen. Er zeigt auf, dass bei der künftigen Aufgabenerfüllung hinsichtlich der qualitativen Aspekte noch beträchtlicher Handlungsbedarf besteht, um die definitive Integration der PH in die Hochschullandschaft zu bewerkstelligen. Nach meiner Beurteilung besteht ein solcher vor allem bezüglich der Schwerpunktbildung im Sinne der Effektivität und der Effizienz. Zudem ist die Forschung und Entwicklung weiter auszubauen, um eine den Anforderungen an eine wettbewerbsfähige Hochschule gerecht werdende forschungsbasierte Lehre anbieten zu können. Dies setzt wiederum in Bezug auf die Dozierenden, den akademischen Mittelbau und die Studierenden eine gewisse Minimalgrösse (ca. 300 Studierende) voraus. Eine weitere Reduktion der Standorte innerhalb der Hochschullandschaft Schweiz und erhebliche zusätzliche Investitionen werden daher unumgänglich sein.
Unser vordringliches Ziel muss es sein, die PH vorzubereiten auf eine erfolgreiche Akkreditierung nach den Bestimmungen des geplanten neuen Hochschulrechts des Bundes. Nur so können wir auch in Zukunft eine qualitativ überzeugende Lehrerbildung anbieten, die internationalen Standards entspricht und die sich nachhaltig positiv auf den Unterricht auswirkt. Die genannte Masterplanung kommt denn auch für das Erziehungsdepartement Schaffhausen einem Auftrag gleich: Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten alles daransetzen, uns an den Zielsetzungen einer übergeordneten gesamtschweizerischen Hochschulpolitik auszurichten. Das sind wir unseren zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern auch im Kanton Schaffhausen schuldig; darauf haben sie einen Anspruch.


Weitere Artikel zu diesem Thema:

Bequemlichkeit, Prestigedenken, Unehrlichkeit; Zu «Fünf Jahre PHSH – eine Zwischenbilanz», SN vom 19.4.
in: Schaffhauser Nachrichten, Meinungen, 07.05.08; von: Walter Hotz, Schaffhausen.

«Wir wollen unsere Chancen wahren»;
in: Schaffhauser Nachrichten, Region, 14.05.08; von: Walter Joos.

#Allgemeines

17. April 2008 | 230 Kandidaten haben die Aufnahmeprüfung geschafft

Schaffhauser Nachrichten, Region
(as)

Insgesamt haben sich 330 Schülerinnen und Schüler den Examina unterzogen, die den Weg an die Kantonsschule ebnen sollen. Zieht man die Doppelanmeldungen ab, entspricht die Gesamtzahl fast exakt dem Wert des Vorjahres (329). Prozentual weiter gewachsen ist der Anteil jener Schülerinnen und Schüler, die sich für eine naturwissenschaftlich-mathematische Ausbildung interessieren: Dementsprechend beginnen im Spätsommer die meisten Neueintretenden ihre Ausbildung im Ausbildungsprofil N (82). Das gab es seit der Einführung der vierjährigen Maturitätsschule im Jahr 1997 noch nie, wie die Kantonsschule in einer Medienmitteilung schreibt. Die zweitbeliebtes-te Ausbildungsrichtung stellt das musisch-neusprachlich ausgerichtete Profil M dar (62 Eintritte). Auf dem dritten Platz folgt das sprachlich-altsprachliche Profil S mit Latein als Prüfungsfach (43). Weiter gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr die Durchfallquote unter den Prüflingen. Im Profil S beträgt sie noch 18,87 Prozent, im Profil N hingegen bereits 31,67 Prozent. Im Ausbildungsprofil M schliesslich ist fast jeder zweite Prüfling gescheitert (45,61 Prozent). Noch höher liegt die Durchfallquote bei der Fachmittelschule FMS. Von den 112 Kandidatinnen und Kandidaten haben lediglich deren 43 (38,39 Prozent) die Prüfungen bestanden. Dennoch werden im kommenden Sommer wieder zwei erste FMS-Klassen geführt werden können.

#Allgemeines

16. April 2008 | Rauchende Lehrer treffen sich in der Kabine

Schaffhauser Nachrichten, Region
Adrian Schumacher

Geht es nach dem Willen des Ständerats, dürfte das Rauchen in öffentlich zugänglichen Innenräumen – nebst Bars und Restaurants also auch am Arbeitsplatz – landesweit grundsätzlich schon bald untersagt sein. Arbeitgeber könnten ihren Angestellten den Griff zur Zigarette in speziellen Raucherzimmern sowie an Einzelarbeitsplätzen gestatten, sofern diese abgetrennt, besonders gekennzeichnet und mit einer ausreichenden Belüftung versehen sind. Zudem dürften die Kantone noch restriktivere Regeln erlassen, falls sie dies wollen. So wie etwa der Kanton Genf, wo vor kurzem auch Raucherräume verboten worden sind.

Raucherkabine im Lehrerzimmer
Abgesehen von der Gastronomie ist das Rauchen am Arbeitsplatz in Schaffhausen Sache des Arbeitgebers. Der entsprechende Spielraum wird indes unterschiedlich genutzt. Der Grosskonzern Unilever schickt die Raucher seiner rund 700-köpfigen Belegschaft in Thayngen an die frische Luft, wenn diese ihrem Laster frönen wollen. Dort stehen Aschenbecher parat, wie die Medienbeauftragte Anne Zwyssig ausführt. Unilever beteiligt sich auch an der Kampagne “Arbeitsplatz rauchfrei” des Bundesamtes für Gesundheit. Ähnlich verfährt die Cilag AG, die schon seit 1996 ein Nichtraucherunternehmen ist. Auch dort müssen die Raucher nach draussen. Freiheitlich ist das Rauchen in der öffentlichen Verwaltung geregelt. So existieren für die Stadt keine schriftlichen Erlasse, wie Stadtschreiber Christian Schneider erklärt. Der Stadtrat habe lediglich die mündliche Weisung herausgegeben, dass in Räumen mit Publikumsverkehr und an Arbeitsplätzen, wo mehrere Mitarbeiter im gleichen Raum arbeiten, nicht geraucht werden soll.
Geradezu antizyklisch zur hitzigen Raucherdiskussion auf Bundesebene verhält sich die Kantonsschule Schaffhausen: Für die rund zehn Prozent Raucher unter den Lehrern gibt es seit August 2007 eine offene Raucherkabine im Lehrerzimmer. Diese arbeitet so zuverlässig, dass die Nichtraucher am angrenzenden Bartisch nicht vom Qualm ihrer Kollegen belästigt werden. Vor zwei Jahren sei das Thema Rauchen an der Lehrerkonferenz diskutiert worden. Dabei hätte sich die Mehrheit gegen ein Rauchverbot im Lehrerzimmer ausgesprochen, sagt Rektor Urs Saxer. Da sich eine Minderheit durch den Rauch belästigt gefühlt habe, habe man über die Anschaffung der Kabine diskutiert. Nach einer vierwöchigen Probephase seien alle, auch die anfänglich zum Teil skeptischen Raucher, überzeugt gewesen. Doch hat die Eintracht auch ihren Preis: Für die geleaste Raucherkabine wendet die Schule jährlich 10 000 Franken aus dem Budget auf. Saxer kontert die entsprechende Kritik mit dem Verweis auf seine Verantwortung als Arbeitgeber. “Für die Lehrer ist der gegenseitige Austausch sehr wichtig. Hätte ich das Rauchen im Lehrerzimmer verboten, wäre zwangsläufig irgendwo draussen ein zweiter Treff entstanden, was die Kommunikation erschwert hätte.” So gesehen sei die Raucherkabine auch eine Investition in die Nichtraucher, die im übrigen mit der Erziehungsdirektorin Rosmarie Widmer Gysel abgesprochen worden sei. Schüler dürfen vor der Schule in einem klar bezeichneten Rechteck rauchen, so Saxer. “Die Kantonsschule nimmt ihren pädagogischen Auftrag ihnen gegenüber wahr.” Gegenüber den Lehrern existiere ein solcher nicht.


Weitere Artikel zu diesem Thema:


Rauchen an der Kantonsschule – zwischen Ein- und Ausgrenzung;
in: Personal-Zeitschrift der Verwaltung des Kantons Schaffhausen, Erziehungsdepartement; von: Urs Saxer, Rektor.
Mitteilungen | Pressespiegel | 1. Februar 2005

Ob es auch noch für ein paar Havannas reicht?;
in: Schaffhauser Nachrichten, Meinungen, 19.04.08; von: Hansjürg Ogg, Schaffhausen.

Der Vorwand stinkt zum Himmel;
in: Schaffhauser Nachrichten, Meinungen, 26.04.08; von: Elisabeth Walter, Schaffhausen.

Kanti Schaffhausen: Jährlich lösen sich 10’000 Franken in Rauch auf;
in: Schaffhauser Bock, Federfrei, 12.08.08; von: David Schöttli.