#Notizen zu Namen

5. Mai 2012 | Bisheriger SP-Stadtschulrat nicht nominiert

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen / Schaffhausen
Daniel Jung

Überraschend hat sich die SP der Stadt Schaffhausen am Donnerstag entschieden, nur noch mit zwei Kandidatinnen für den Stadtschulrat anzutreten. Bisher stellten die Sozialdemokraten drei Mitglieder des achtköpfigen Gremiums: die Präsidentin Katrin Huber Ott, Vreni Osterwalder und Andreas Wüthrich. Huber Ott war bereits im Februar nominiert worden, Vreni Osterwalder wurde am Donnerstag mit grosser Mehrheit für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen. Andreas Wüthrich jedoch wurde eine Nomination verwehrt.
Darüber ist Wüthrich enttäuscht. Er erklärt, dass seine Nichtberücksichtigung wohl mit einer Forderung der Schulratspräsidentin Huber Ott zusammenhänge: Sie soll ihre Kandidatur davon abhängig gemacht haben, dass Wüthrich nicht mehr nominiert wird. Mit dieser Forderung habe sie den Parteivorstand überzeugt. Die Parteiversammlung sei am Donnerstag dem Vorstand dann gefolgt. Wüthrich erklärt gegenüber der SN, es habe keine offenen Konflikte zwischen ihm und der Präsidentin Huber Ott gegeben. «Es kam aus heiterem Himmel», sagt er. «Sie hat mich nie darauf angesprochen und nur einmal eine Reklamation weitergeleitet.» Wüthrich habe sich persönlich gut mit Huber Ott verstanden. Er spricht von einem «kollegialen Verhältnis, wie es eigentlich unter Genossen üblich sein sollte». Er versteht die radikale Entscheidung daher nicht. Andres Bächtold, Präsident der SP Stadt Schaffhausen, begründet die Entscheidung anders. Einerseits sei die SP im Stadtschulrat übervertreten, während ÖBS und SVP gar nicht eingebunden seien, was zu einer instabilen Situation führe. Anfang Jahr hatte sich Bächtold darum bemüht, das Gremium breiter abzustützen. Er war mit seinem Vorschlag für eine einvernehmliche, stille Wahl aber gescheitert. Trotzdem will die Partei nun einen ihrer Sitze zur Verfügung stellen.

**Spannungen in der Behörde**
Daneben gibt es auch Vorbehalte gegenüber Andreas Wüthrich. «Er hat Defizite im Kommunikationsbereich», sagt Bächtold. Man müsse als Stadtschulrat gut zwischen Lehrpersonen, Eltern und Schülern vermitteln können. «In diesem Bereich musste Wüthrich unterstützt werden, was zu einer zusätzlichen Belastung für die ohnehin überlasteten anderen Mitglieder des Stadtschulrats geführt hat.» Dies habe auch in anderen Parteien zu Unruhe geführt, es sei im Parlament und in der Geschäftsprüfungskommission zum Thema geworden. «Darum haben wir gehandelt, bevor es eine Schlammschlacht gibt», sagt Bächtold. «Wir haben ihm nahegelegt, seine Kandidatur zurückzuziehen. Das wollte er aber nicht.» Die Partei habe einen demokratischen Entscheid gefällt, der natürlich für den Betroffenen schmerzhaft sei. Wüthrich kann die Entscheidung aber auch strategisch nicht verstehen. «Wir haben damals so um unsere Sitze gekämpft», sagt er. Man habe viel Engagement und ein erhebliches Budget in den Wahlkampf investiert. «Darum finde ich es absurd, dass man gerade einer SVP einen Sitz schenken will», sagt Wüthrich, «das ist für mich nicht nachvollziehbar.» Bächtold entgegnet: «Wir halten den Stadtschulrat weiterhin für eine äusserst wichtige Behörde. So wichtig, dass wir sie mit Leuten besetzen möchten, die alle Bereiche optimal abdecken können.» Die SP erwartet nun von den anderen Parteien, dass sie fähige Kandidaten vorschlagen. Trotz seiner Enttäuschung möchte Wüthrich in der SP verbleiben. «Ich stehe nach wie vor hinter den Ideen der Partei», sagte er. Konflikte kämen vor, wo Menschen miteinander arbeiteten.

#Notizen zu Namen

25. April 2012 | André Lorenzetti

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen

ist zum Oberst der Schweizer Armee befördert worden. Lorenzetti wuchs in Stein am Rhein auf. In der Armee war er Spielführer, dann Adjutant im Inf Bat des Thurgauer Infanterieregiments 31und wechselte nach dessen Auflösung ins Zentrum für Management-, Informations- und Kommunikationsausbildung der Armee MIKA und führt dort einen Fachstab mit 400 Spezialisten. Er lebt mit seiner Familie in Oberdiessbach und arbeitet als Gymnasiallehrer. Wir gratulieren herzlich.


Zuschrift in «Litteris et Amicitiae» 2-2012 von Franz Lorenzetti v/o Blasius

Domingo, Aktivpräsident 1984/85, durchlief in der Armee eine aussergewöhnliche Karriere. Er war erst Spielführer, dann Adjutant im Inf Bat des Thurgauer Infanterieregiments 31. Nach dessen Auflösung wechselte er ins Zentrum für Management-, Informations- und Kommunikationsausbildung der Armee MIKA und führt zurzeit dort einen Fachstab mit rund 400 Spezialisten.
Nun ist Domingo zum Obersten der Schweizer Armee befördert worden.
Er lebt mit Susanne (dem ehemaligen Besen) und zwei Kindern in Oberdiessbach (BE) und arbeitet zivil als Gymnasiallehrer und als Teilprojektleiter in der Erziehungsdirektion.



#Notizen zu Namen

21. April 2012 | Hochzeit

Schaffhauser Landzeitung, Die Zeitung für den Klettgau, Nr. 45

Endlich läuteten in Schleitheim wieder einmal die Hochzeitsglocken, denn am vergangenen Samstag haben Eliane und Daniel Regli in der Reformierten Kirche geheiratet. Die Dorfibevölkerung wartete gespannt auf das Hochzeitspaar, welches wunderschön gekleidet aus der Kirche trat und durch die spalierstehenden Kameraden der Armee und der Scaphusia-Studentenverbindung schritt. In der Randenhalle stand die Männerriege hinter den reichhaltigen Apéro-Buffets im Einsatz und bewirtete die Gäste, welche sehr zahlreich erschienen war und sich gutgelaunt unterhielt. Besonders erfreut waren die Eltern und Grosseltern von Daniel Regli und genossen es sichtlich. Gegen Abend begab sich die Hochzeitsgesellschaft nach Albführen zum Nachtessen.



Eliane und Daniel Regli beim Verlassen der reformierten Kirche von Schleitheim.
(Bild: zvg)

#Allgemeines

20. April 2012 | Abbruch in die Zukunft

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Sebastian Babic

Die Brauerei Falken schafft sich seit gestern auf ihrem Areal Platz für neue, zukunftsweisende Projekte.
Bereits seit den Sechzigerjahren, steht die Malzproduktion in Schaffhausen und der ganzen Schweiz still. Die Mälzerei der Falkenbrauerei wurde daher bis vor Kurzem als Lagerhalle genutzt, wobei auch Betriebswohnungen in den oberen Stockwerken vorhanden waren. Tempi passati. «Der Unterhalt eines solchen Gebäudes kostet Geld, und da ohnehin grössere Investitionen in das Gebäude angestanden wären, haben wir uns entschieden, es abzureissen», erklärt Markus Höfler, Geschäftsleiter der Brauerei Falken, die Beweggründe. Zudem sei es meist günstiger, ein Gebäude abzureissen und ein neues zu bauen, als zu renovieren. «So können wir uns ausserdem Optionen für verschiedene Projekte offenhalten», so Höfler weiter.
Man hätte bei der Brauerei diverse neue Nutzungsmöglichkeiten im Kopf, um aber keine falschen Erwartungen in der Bevölkerung zu wecken, wolle man noch nicht explizit darüber sprechen, da diese Projekte noch nicht konkret seien. «Lieber zuerst eine grüne Wiese und danach über Neues nachdenken als umgekehrt», sagt der Geschäftsleiter. «Jedenfalls wird es anstelle der Mälzerei weder eine neue Lagerhalle noch Parkplätze, Wohnungen oder ein weiteres Bürogebäude geben.» Wenn die Brauerei etwas Neues baue, werde es mit Sicherheit eine Investition in die Technik sein, eine Investition in die Werterhaltung der Brauerei, versichert Höfler.
Die Arbeiten laufen bereits seit Montag auf Hochtouren und werden noch mindestens sechs Wochen in Anspruch nehmen. Vom vergangenen Montag bis zum Mittwoch wurde das Gebäude auf den Abriss vorbereitet und wurden Stoffe aus der Mälzerei rezykliert. Gestern begann der eigentliche Abriss. Die neu entstandene Fläche wird vorerst brachliegen: «Wir lassen einen lockeren Boden zurück. Er muss nur befahrbar sein; Tennis wird man darauf nicht spielen können.»



Der Abrissbagger gräbt seine Schaufel in die Mälzerei und trägt so die erste Fassade Stück für Stück ab.
Bild Simon Brühlmann

#Allgemeines

19. April 2012 | Mit Hopfen, Malz und viel Leidenschaft

Schaffhauser Nachrichten, Region
Mark Liebenberg und Jan Hudec

Erde, Wasser, Feuer, Luft – das Gerstenkorn, das aus dem Samen in der Erde wächst, das Wasser, in dem das geschrotete Malz gemaischt wird, die Feuerflammen, die an die Braupfanne züngeln und den Sud erhitzen, und die kohlensäurigen Luftbläschen, die im vergärenden Gerstentrunk entstehen: Im Bierbrauprozess kommt ein komplexes Zusammenspiel der vier Elemente zustande. Das Resultat aber ist etwas vom Schönsten und Besten, das die Menschheit überhaupt hervorgebracht hat, seit irgendjemand in Mesopotamien seinen Getreidebrei einige Tage stehen liess und feststellte, dass dieser zu gären begann. Gerüchten zufolge war es auch der bei der Gärung entstehende Alkohol, der dem darauffolgenden Experimentiergeist Flügel verlieh.
Über 5000 Jahre nach den ersten schriftlichen Zeugnissen des Bierbrauens bittet Urs A. Meier in seine Braustube in einem alten Bauernhaus auf der Breite. Den Ingenieur packte die Bierlust Anfang der Neunzigerjahre, als das Heimbrauen so richtig im Trend lag. Nach ersten Gehversuchen in der Küche baute und schweisste er sich bald seine Gerätschaften selber zusammen. Auch den ganzen Vorgang vom Gerstenkorn über das Schroten bis zum fertig gerösteten Malz exerzierte Meier mit Erfolg anfänglich selber – heute bezieht er für den Brauvorgang fertige Produkte beim Händler: «Mich reizte von Anfang an nicht nur das Produkt, sondern die technisch-analytischen Details und das Messen und Rechnen beim Brauen», sagt Meier. An verschiedensten Rezepturen pröbelt er lange herum und hält alles akribisch im Braubuch fest. So verfügt er nicht nur über einen hochmodernen Braukessel, sondern auch über eine 30 Liter fassende Experimentieranlage. Dort tüftelt der Technikfreak an etwa zehn Tagen im Jahr an Amberbieren, Porter und weiteren Spezialbieren. «Besonders ehrgeizig war ich beim Herstellen eines Klons des weltberühmten «Samichlausbiers» der Brauerei Hürlimann, sagt der 59-Jährige und holt sogleich eine wahre Preziose aus dem Keller: Ein «Samichlaus», Jahrgang 1996. «Zum Vergleich.» Ein Vergleich, den er keineswegs scheuen muss (siehe Degustationsnotiz). «Im Grunde braue ich Biere für Weintrinker», sagt Meier schmunzelnd. Vorderhand tut er dies für den Eigengebrauch und für Freunde und Feste. Gibt es Burggütli-Bräu bald auch zu kaufen? «Vielleicht, wenn ich pensioniert bin.»

**Gutes Bier vom Hof**
In Mutters Küche begann Bruno Gnädingers Brauerkarriere. Einen Tag lang schuftete er vor über 15 Jahren mit seinem Bruder an Kochtöpfen herum – und am Ende schauten kümmerliche zehn Liter Bier heraus. Bald begannen die Brüder aus Ramsen, im grösseren Stil zu brauen und rüsteten einen ausrangierten 170-Liter-Dampfkochtopf aus einer Grosskantine zum Braukessel um. Seither produziert Gnädinger auf seinem Hof gegen 1500 Liter Gnädinger-Bräu jährlich, das meiste davon für Feste, Vereinsanlässe und dergleichen mehr. Und natürlich kann man ab Hof das leckere Lagerbier beziehen. Ein kleiner Nebenerwerb. «Aber es soll ein Hobby bleiben», sagt der 40-Jährige, schliesslich ist daneben noch eine Hühnereierfarm zu betreuen. Ausserdem: «Die Leute sollten neben Gnädinger-Bier ruhig auch mal ein Falken trinken.»

**Minibrauerei im Keller**
Vor dem Haus an der Hegaustrasse spielen Kinder. Thomas Müller bittet freundlich herein, in die Bar, die eigentlich ein Veloraum ist. Daneben, im nächsten Raum, steht die selbst gebaute Abfüllanlage und daneben ein stählernes Ungetüm aus einer ostdeutschen Metzgerei, in der rund 200 Liter Malzsirup mit Hopfen und Wasser gekocht werden können. In der Waschküche stehen Harassen aufgestapelt und in einer kleinen Kammer daneben ein grosser Tank, in dem das Bier gelagert wird. Kurz: Thomas Müller hat seinen ganzen Keller in eine Minibrauerei umfunktioniert. Was sagt seine Frau dazu? «Tja, das Haus gehört mir», sagt er lachend. Er habe sich mit ihr gut arrangiert, schliesslich habe es oben in der Wohnung auch noch genug Platz. 2000 bis 3000 Liter Bier stellt Müller in der «Brauerei.SH» pro Jahr her. Natürlich nicht alles für den Eigenbedarf. «Ich verkaufe das Bier auch, allerdings im kleinen Rahmen, an Nachbarn, Freunde oder für Feste.» Gelegentlich verkauft er auch ein Monatsbier an die Kammgarn. Geld verdienen kann er damit freilich nicht. «Es ist ein selbsttragendes Hobby, sofern man denn die Arbeitsstunden nicht rechnet.» Angefangen hat alles ganz klein. 1998 hat er sich an einer Messe einen kleinen Brau-Kit gekauft, mit fertigen Zutaten und Rezept. Das war ihm aber bald zu langweilig, und so fing er selbst an zu experimentieren, kaufte sich immer neue und grössere Geräte und probierte allerlei Rezepte aus. Mittlerweile stellt er diverse Biersorten her: vom hellen Lager über ein Red Ale und Stout bis zum Bocksbier (siehe auch Degustation rechts). «Ich will einfach ein Bier brauen, das so ist, wie ich es gerne trinke, das ich aber so nicht im Laden bekomme», sagt Müller.


**Marke Eigenbräu**

**Perlen heimischer regionaler Bierproduktion**
**Urs Meiers Niggi-Näggi 1997** (13% Vol., über 30° Stammwürze) ist unverkennbar dem legen- dären Samichlausbier der untergegangenen Brauerei Hürlimann nachempfunden. Dieser Doppelbock steht dem Original in nichts nach und zeichnet sich dagegen mit weniger erschlagener Süsse, dafür mit erdigen, fast hölzernen, rauchigen Tönen aus. Fast likörartig, sirupartig, mit Lakritznote. Ein Kunstwerk von einem Bier, und das nach 15 Jahren!
Am letzten Chlausentag gebraut, ist **Niggi-Näggi 2011** (9% Vol., 16° Stammwürze) aus **Meiers Burggütli-Bräu** ein vielversprechender und bekömmlicher Enkel des oben beschriebenen Urahnen. Tiefdunkles Braun, eine fast cremige Substanz und ein ganz sanfter Sauerstich machen aus dem Gerstensaft einen soliden, bereits jetzt aromatischen Bock. Das unfiltrierte, untergärige Bier wird in der Flasche noch zulegen.
**Thomas Müllers Alte Henne** von der Brauerei.SH schmeckt keineswegs so, wie der Name befürchten liesse. Es ist vollmundig, kräftig und würzig mit einer angenehmen Bitternote, im Abgang leicht rauchig. Ein echtes Männerbier. Die cremige Kohlensäure sorgt dafür, dass es noch leichter die Kehle hinuntergleitet.
**Thomas Müllers Weggess Stout** hat ein grosses Vorbild: Guinness. An das irische Nationalgetränk kommt es nicht nur von der Farbe her nahe heran. Es ist arm an Kohlensäure, dafür reich an Geschmack. Die charakteristische Kaffeenote sticht deutlich hervor, nur der Schaum ist nicht so zäh wie beim Original.
**Bruno Gnädingers Lager Hell** aus Ramsen (5% Vol., ca. 11° Stammwürze) überzeugt mit seiner robusten Bitterkeit und seinem überaus geschmeidigen malzigen Körper. Ein vollmundiges, sehr gehaltvolles Bier mit gut abgestimmter Kohlensäure. Erinnert fast an herbere Pilsnerbiere. Das geborene Festbier.
**Das Dunkle Lager von Gnädinger Bräu** (5% Vol., ca. 13° Stammwürze) ist ein überraschend leichtfüssiges dunkles Bier – ideal für die Sommersaison. Transparentes Rötlichbraun, florale Noten, feiner Hopfenextrakt, leicht karamellige Malz- töne, aber durchwegs schlank und bekömmlich. Ein idealer Durstlöscher mit Gehalt. Noch etwas kohlensäurearm. (lbb/jhu)


**Falken-Brauerei «Die Kleinbrauer sind keine Feinde»**

Die Kleinbrauerszene ist zwar sehr aktiv, doch wer in Schaffhausen von Bier spricht, spricht in erster Linie von der Brauerei Falken. Es gibt fast kein Restaurant in der Region, das nicht von diesem Traditionsbetrieb beliefert wird – obwohl auch einige der Kleinbrauer ihre Biere mittlerweile an die Gastronomie und an Privatkunden verkaufen. Falken-Geschäftsleiter Markus Höfler hat damit keine Pro-bleme: «Das sind keine Feinde.» Zwar gehe jede Flasche, die ein anderer hier absetze, letztlich auf ihre Kosten. «Aber jeder, der in der Schweiz ein gutes Bier braut, hilft mit, das Kulturgut Bier und die Biervielfalt zu erhalten.» Falken verschliesse sich auch nicht, wenn ein Kleinbrauer eine technische Frage habe, zur Qualität etwa oder zum richtigen Malz.
Morgen, am ersten Tag des Schweizer Bieres, hat Falken keine speziellen Anlässe in der Region geplant. «Am Willen liegt es nicht», sagt Höfler, «und schon gar nicht am Mangel an guten Ideen. Aber wir haben schon sehr viele Projekte am Laufen, unter anderem wird derzeit die Mälzerei abgerissen.» Dazu komme das anspruchsvolle Tagesgeschäft. «Wir haben sozusagen jeden Tag ‹Tag des Schweizer Bieres›», sagt Höfler. Es sei ihr «Daily Business», ein hochstehendes Bier zu brauen und die Bierkultur hochzuhalten. Was aber nicht ausschliesse, dass man im nächsten Jahr etwas zum «Tag des Schweizer Bieres» mache, sagt Höfler. Beschlossen aber ist noch nichts. (zge)



Der Tüftler: Urs A. Meier hat sich seine Braustube selber zusammengebaut und stellt an etwa zehn Tagen im Jahr Spezialbiere her – bislang vorwiegend für den Eigenbedarf. Besonders angetan haben es ihm dunkle Starkbiere.
Bild Mark Liebenberg

#Alt-Scaphusia

7. April 2012 | Andreas Käser olim Knaster

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Andreas Käser olim Knaster
Generation 1964

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier hat auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Familienkreis stattgefunden.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 16. Mai 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Notizen zu Namen

7. April 2012 | «An der Eigenständigkeit festhalten»

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Interview Philipp Lenherr

*Als Sie 2007 Verwaltungsratspräsident der Ersparniskasse wurden, begann die Wirtschafts- und Finanzkrise, es folgten turbulente Jahre, nicht nur, aber auch für die Banken. Wie beurteilen Sie die Situation der Ersparniskasse Schaffhausen heute?*
Es waren tatsächlich anspruchsvolle, aber sehr spannende Jahre, gerade in der Zeit, in der ich die Bank führen durfte. Dank ihrem traditionell verantwortungsvollen Umgang mit Risiken, dank Augenmass und Bodenhaftung ist die Ersparniskasse in einem hervorragenden Zustand. Das ist das Resultat unserer langfristig ausgerichteten Geschäftspolitik und lässt sich auch am ausgezeichneten Jahresergebnis 2011 ablesen. Wir haben gute Leute auf allen Stufen, die bereit sind, Leistung zu erbringen und Herausforderungen anzunehmen. Wir legen Wert darauf, unsere jungen Mitarbeitenden nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern und frühzeitig in die Verantwortung einzubinden.

*Wie haben sich die Turbulenzen in der Wirtschaft in den letzten Jahren ausgewirkt?*
Auch im schwierigen Umfeld der letzten Jahre ist die Bank kräftig gewachsen. Sie hat sich nicht nur in den vergangenen Jahren, sondern seit ich 1982 in den Verwaltungsrat gewählt wurde, kontinuierlich entwickelt. Aus einer lokalen Hypothekarbank ist eine regionale Universalbank geworden. Die wichtigsten Kennzahlen wie Bilanzsumme, Kundengelder, Ausleihungen und Gewinn haben sich seither vervielfacht. Und wie ich bei einem Blick in den Geschäftsbericht von 1982 festgestellt habe, wurden damals praktisch dieselben Themen wie heute heiss diskutiert, nämlich die gewaltige Staatsverschuldung, die schwierige wirtschaftliche Lage und das Bankgeheimnis!

*Der Finanzplatz Schweiz ist im Umbruch. Das Vermögensverwaltungsgeschäft mit ausländischen Kunden, die zu Hause nicht immer alles ehrlich versteuern, ist seit Jahren unter Beschuss, und das Image der Banken, insbesondere der Grossbanken, hat in der Bevölkerung gelitten. Was bedeutet das für die Ersparniskasse?*
Wir konnten ein Stück weit sogar etwas profitieren von diesen Veränderungen. Im Jahr 2008, das bereits von der Krise geprägt war, verzeichneten wir beispielsweise einen markanten Kundenzuwachs und einen starken Zufluss von Kundengeldern. Erfreulicherweise ist dieser Zustrom auch in den folgenden Jahren nicht abgebrochen. Die Finanzkrise ist aber auch eine Vertrauenskrise, die noch nicht ausgestanden ist. Auch die politischen Kontroversen um das Bankgeheimnis sind Folge eines Vertrauensschwundes. Dieser führt zu einer immer engmaschigeren Regulierung der Finanzinstitute. Die regulatorischen Daumenschrauben wurden in den letzten Jahren angezogen. Das betrifft natürlich auch kleinere Banken wie die Ersparniskasse. Führung, Überwachung und Verhaltensregeln haben enorm an Bedeutung gewonnen. Corporate Governance und Compliance sind zu prominenten Disziplinen geworden.

*Kann eine kleine, unabhängige Bank wie die Ersparniskasse die steigenden Anforderungen in diesen Bereichen überhaupt bewältigen?*
Ja, und wir wollen auch an der Eigenständigkeit festhalten. Ganz allein sind wir ja trotzdem nicht. Die Ersparniskasse gehört zur RBA-Holding, welche Dienstleistungen für die schweizerischen Regionalbanken erbringt. Vor 30 Jahren haben wir noch alles selber gemacht. Im Verlaufe der Zeit wurden verschiedene Bereiche an eine RBA-Gesellschaft ausgelagert, zum Beispiel das Rechnungswesen und der Zahlungsverkehr. Dadurch haben wir Kapazität an der Front gewonnen, namentlich für die immer anspruchsvollere Kundenbetreuung. Bezüglich Compliance, also der Einhaltung aller anwendbaren Normen, haben wir ebenfalls eine professionelle externe Begleitung.

*Welches sind die wichtigsten aktuellen Herausforderungen, die auf Ihren Nachfolger Hannes Germann zukommen?*
Das heutige Bankgeschäft bringt etliche Herausforderungen mit sich, und es kommen laufend neue dazu. Eine aktuelle Herausforderung liegt im Bereich der Eigenmittel. Wir sind in den letzten Jahren ja kräftig gewachsen und müssen dafür sorgen, dass die Eigenmittel mit diesem Wachstum Schritt halten. Bereits heute erfüllen wir die strengen Anforderungen der Eigenmittelverordnung bei Weitem. Darauf wird man aber auch in Zukunft ein besonderes Augenmerk richten müssen. Wir haben daher frühzeitig eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit der längerfristigen Kapitalplanung befasst.

*Sie sind – noch bis Ende Jahr – Ver-waltungsratspräsident der Brauerei Falken. Eine Bank und eine Brauerei haben auf den ersten Blick ja nicht viel miteinander zu tun – gibt es trotzdem Gemeinsamkeiten?*
Die grösste Gemeinsamkeit ist wohl, dass es zwei traditionelle Firmen mit einer langen und erfolgreichen Geschichte sind. Beide leisten mit vielfältigem Engagement einen massgeblichen Beitrag zur Entwicklung und Attraktivierung der Region, in der sie stark verankert sind. Bei der Ersparniskasse hat der Bereich Veranstaltungen und Sponsoring in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen. Auch bei der Brauerei Falken ist das so. Und beide Unternehmen haben ihre Marktpräsenz ausgebaut, die Ersparniskasse im Zürcher Weinland mit eigener Geschäftsstelle, die Brauerei Falken im Raum Zürich. Die eigentliche Geschäftstätigkeit unterscheidet sich natürlich stark, das Bankgeschäft ist ein ganz anderes als dasjenige eines industriellen Betriebes. Es freut mich natürlich und macht mich auch etwas stolz, dass beide Unternehmen heute in einem jeweils schwierigen Umfeld nach wie vor eigenständig, solid und gut aufgestellt sind.

*Sie werden Ende Jahr 70 Jahre alt. Bis anhin waren Sie in den vergangenen Jahren beruflich immer noch stark engagiert. Werden Sie zukünftig etwas kürzertreten?*
Die Tätigkeit als Rechtsanwalt habe ich bereits in den vergangenen Jahren stark reduziert. Als selbständiger Anwalt hat man den Vorteil, dass man sein Pensum schrittweise abbauen kann. Die Verwaltungsratsmandate waren übrigens immer eine ideale Ergänzung zur Anwaltstätigkeit und haben mir beruflich und menschlich viel gegeben. Das Präsidium der vor allem kulturell tätigen Stiftung Werner Amsler und einige weniger aufwendige Verwaltungsratsmandate werde ich vorläufig noch behalten.

*Unter dem Strich werden Sie sicher etwas mehr Freizeit haben. Wie werden Sie diese verbringen?*
Ich muss zugeben, dass die Familie neben der Arbeit bisweilen etwas zu kurz gekommen ist. Ich freue mich darauf, ihr künftig mehr Zeit zu widmen. Grosse Freude habe ich beispielsweise an meinen drei Enkelkindern. Meine Frau und ich werden wohl auch etwas mehr Zeit in unserer Ferienwohnung in den Bergen verbringen. Dann habe ich ja auch zwei Hobbys: die Modelleisenbahn und meinen Oldtimer. Überdies habe ich mir vorgenommen, mich etwas häufiger sportlich zu betätigen.



Blieb der Ersparniskasse während 30 Jahren als Verwaltungsrat treu: Jürg Spahn.
Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

5. April 2012 | «Mit der Zukunft ist es so eine Sache»

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

Die beiden prominenten Referenten Oswald Grübel und Rudolf Strahm sorgten am vergangenen Dienstagabend an der diesjährigen Auflage der Commercia-Wirtschaftsdebatte im Schaffhauser Haberhaus für einen besonders grossen Andrang. Die jüngsten Entwicklungen im Steuerstreit mit Deutschland verliehen dem Anlass zusätzliche Brisanz, sodass die geladenen Gäste den Aussagen der beiden profunden Kenner der Materie umso interessierter folgten.
Der Vollblutbanker Grübel, der der Branche seit seiner Ausbildung zum Bankkaufmann Anfang der 1960er-Jahre bis zum Schluss seines Berufslebens im vergangenen Herbst treu geblieben ist, und der ehemalige SP-Nationalrat und Preisüberwacher Rudolf Strahm betrachten das Thema zwar von unterschiedlichen Standpunkten aus – die Diskussion an der Wirtschaftsdebatte der Schaffhauser Verbindung der Kaufleute (siehe Kasten) ist aber sachlich verlaufen. In einzelnen Punkten waren sich die beiden Referenten sogar einig. «Mit der Zukunft ist es so eine Sache», sagte Grübel einleitend zur Fragestellung der Debatte, «Hat der Finanzplatz Schweiz noch Zukunft?». Klar geäussert hat er sich aber daraufhin zu einzelnen Aspekten des Themas. Zu reden gaben natürlich die Haftbefehle, die die Schweizer Bundesanwaltschaft gegen deutsche Steuerfahnder wegen des Ankaufs von Daten-CD erlassen hat. «Wenn die Haftbefehle rechtens sind, sehe ich nichts Falsches daran», so Grübel. «Wir haben zwei Rechtssysteme, die sich widersprechen. Beide haben recht», so Strahm dazu. «Das hat schon vor über zehn Jahren angefangen», sagte Grübel über die schleichende Erosion des Bankgeheimnisses in der Schweiz. Unsere Gesellschaft sei dabei, sich zu einer transparenten Gesellschaft zu entwickeln, stellte er nüchtern fest, und «Transparenz ist der Feind des Geheimnisses. In einer Facebook-Gesellschaft kann es keine Geheimnisse mehr geben.» Er ist überzeugt, dass viele ausländische Bankkunden ohne Bankgeheimnis ihr Geld nicht mehr in die Schweiz bringen werden beziehungsweise dass vorhandene Vermögen abgezogen werden. Die Weissgeldstrategie, von Grübel als «Unwort des Jahres» bezeichnet, sei gar nicht umsetzbar, da es weltweit so viele unterschiedliche Steuergesetze gebe, dass es unmöglich sei, den Überblick zu behalten. Wenn schon, sollte eine solche Strategie aber für alle Länder gelten, und nicht nur für Deutschland und die USA. Mit Blick auf den Steuerstreit mit Deutschland bezeichnete er es als klaren Fehler, dass die Schweiz bilaterale Verhandlungen mit einzelnen Ländern führe, anstatt mit der EU nach einer Lösung zu suchen, die für alle EU-Länder gilt. In diesem Punkt stimmte Strahm ihm zu.

**Immer nur auf Druck reagiert**
In zahlreichen anderen Punkten waren sich der ehemalige Banker und der frühere SP-Politiker nicht einig. Strahm kritisierte beispielsweise, dass die Schweiz punkto Bankgeheimnis seit Jahrzehnten immer nur auf Druck des Auslands, aber nie aus eigenem Antrieb aktiv wurde. Auch betonte er, dass die Bedeutung der Schweizer Banken, die rund sechs bis sieben Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen, eher überschätzt werde. Gar nicht einig waren sich die beiden Referenten bezüglich der Kursuntergrenze des Schweizer Frankens zum Euro. Grübel bezeichnete diesen Vorgang als «unerhört» und wies darauf hin, dass durch die Abschwächung des Frankens auch «das Volksvermögen reduziert wurde», und das einzig und allein, um exportorientierten Betrieben unter die Arme zu greifen, die es versäumt hätten, sich gegen Währungsschwanken abzusichern. SP-Mann Strahm wiederum nahm die Exportindustrie in Schutz und bezeichnete die Intervention der Nationalbank als erfolgreiche Stabilisierung der Situation. Die Frage nach der Zukunft des Finanzplatzes Schweiz konnte an der Veranstaltung nicht eindeutig beantwortet werden. Strahm jedenfalls geht davon aus, dass die EU sich durchsetzen wird. «Moralisch sind wir bei der Beihilfe zur Prellung eines anderen Staates nicht im Recht», betonte er. Auch Grübel mochte in dieser Frage keinen Optimismus versprühen. Für ihn ist aber klar, dass ein Bedeutungsverlust des Schweizer Finanzplatzes Folgen für die ganze Wirtschaft hätte. Der Finanzplatz Schweiz habe dem Land seit Jahrzehnten tiefere Zinsen als in den Nachbarländern beschert. Mit diesem Vorteil könnte es bald vorbei sein.


**Commercia Schaffhausen Verbindung der Kaufleute**

Commercio et Amicitiae «Dem Handel und der Freundschaft», so lautet die Devise der 1918 gegründeten Verbindung für angehende Kaufleute. Die Verbindung zählt über 100 Mitglieder im Altherrenverband und vereinigt Absolventen der Handelsschule des Kaufmännischen Vereins sowie anderer kaufmännischer Lehranstalten. Stammlokal der Commercianer ist das Restaurant Adler in Schaffhausen. Ziele Die Commercia Schaffhausen bezweckt die fachliche und allgemeine Aus- und Weiterbildung, die Schulung rhetorischer Fertigkeit und guter Umgangsformen sowie die Förderung einer besonderen Freundschaft unter den Mitgliedern. Weiter wird die Vermittlung kameradschaftlicher Kontakte zu Angehörigen anderer Verbindungen, insbesondere im Schosse des Bremgartenkartells, gefördert.

#Allgemeines

3. April 2012 | Gewicht – Woher kommt der Bierbauch?

Schweizer Familie, 14/2012
Wunderwerk Mensch

Bier enthält zwar Kohlenhydrate und Kalorien. Trotzdem ist es nicht allein verantwortlich für dicke Bäuche. Das hat eine Studie des Londoner University College bestätigt: Männer, die wöchentlich drei Liter Bier tranken, nahmen nicht zu. Im Gegensatz zu anderen alkoholischen Getränken ist Bier keine Kalorienbombe. Sogar Milch und Apfelsaft übertreffen es in Sachen Nährwert.
Das Problem ist, dass Biertrinker im Gegensatz zu Weinliebhabern oft masslos statt massvoll trinken. Literweise Bier – ja. Literweise Wein – eher nein. Ausserdem verstärken Kohlensäure und Alkohol die Produktion von Magensäure, wirken also appetitanregend. Wer Bier trinkt, isst nebenher häufig Deftiges.
Hopfen wird auch als Arznei eingesetzt, etwa gegen Appetitlosigkeit. Malz ist ebenfalls gesund, vor allem durch die Vitamine, die für Stoffwechsel wichtig sind. Fett und Cholesterin sind im Bier hingegen nicht zu finden. Am Bierbauch ist also die falsche Ernährung schuld – und wie so oft: die fehlende Bewegung. Bierhumpen stemmen gilt nicht als Sport.

#Allgemeines

1. April 2012 | Unser flüssig Brot …

Salz & Pfeffer, Nr. 2, März/April 2012
Martin Wartmann

Bier macht süchtig. Bier ist Schuld am Jugendalkoholismus und Vandalismus. Biertrinker sind dumm und doof?… Es wird immer noch gepflegt, das Bild vom Alkoholiker und vom Proletariergesöff Bier. Die Fotos in den Zeitungen und die Aufzeichnungen am Fernsehen zeigen leer gesoffene Bierflaschen, Schlägereien und zerbrochenes Glas. Und sogleich folgt ein Bericht darüber, dass man Alkoholverkauf im Allgemeinen und den Bierverkauf im Besonderen sofort einschränken muss. Promillesenkung, Verkaufsverbot, Verfügbarkeitsbeschränkung und Steuererhöhung werden propagiert. Und zu guter Letzt die Deklaration auf der Etikette: «Bier schadet Ihrer Gesundheit».
Was der Staat unter dem Titel «Gesundheitsvorsorge» und «Alkoholprävention» plant, ist in der «WHO campaign against alcoholism» aus dem Jahr 2007 ersichtlich. Unsere Politstrategen haben es mitunterzeichnet und wollen die Massnahmen bis 2017 umsetzen. Unter anderem sollen eine Null-Promille-Regel eingeführt, die Altersgrenzen und Steuern erhöht und die Verfügbarkeit eingeschränkt werden. Schön, dass sich Vater Staat so rührend um uns sorgt. Und erst noch mit Salamitaktik, so wie es die Mutter früher immer tat. Sie hat uns auch nicht alles auf einmal weggenommen. Mal ists der Rauch, dann das böse Fett. Und vorzugsweise der Alkohol, mit dem «bösen Bier» voraus. Von Wein und vom Schnaps im Kafi fertig spricht man nicht. Denn sie stehen unter dem Heimatschutz der Bauernlobby. Und vor dieser hat man Angst.
Klar, Alkohol ist ein gefährliches Zellgift. Niemand, am allerwenigsten der Brauer, hat Freude am Missbrauch. Dafür hat er sein Bier nicht gebraut. Das Bier, so wie der Wein auch, gehört seit Jahrtausenden in unseren Kulturkreis. Von den Besäufnissen im Mittelalter kann man in Geschichtsbüchern lesen. Und trotz Räuschen wurden aus Generationen von Studenten gute Akademiker und aus Rekruten gestandene Männer. 95 Prozent der Bevölkerung geht problemlos mit Alkohol um, Bier und Alkoholkonsum im Allgemeinen gehen sogar massiv zurück. Die meisten von uns leben sehr vernünftig, ohne staatliche Aufsicht. Ob es weise ist, die Probleme einer Minderheit mit Massnahmen zu Lasten der Mehrheit zu lösen, ist fraglich. Prohibitionsformen führen oft zum Gegenteil von dem, was man damit bezweckte. Aus Untersuchungen weiss man, dass die Wurzeln der Sucht kaum über den Bierpreis zu bekämpfen sind. Zudem besteht Bier nicht nur aus Wasser und Alkohol, dient nicht nur zum Besaufen und ist nicht nur das Getränk der Randalierer. Bier ist Kultur. Und Bier begleitet uns seit Jahrtausenden, ob als Getränk, Nahrungsmittel oder Essensbegleiter. Und es wirkt dank einer riesigen Palette an wertvollen Inhaltsstoffen mit vielfältigen positiven Wirkungen auf unseren Organismus. Höchste Zeit, sich dies wieder einmal bewusst zu machen.

**Aus dem ersten Getreide geboren**
Die Gerste, der Hauptrohstoff des Bieres, gehört zu den ganz wenigen Pflanzen, welche die Entwicklung der menschlichen Hochkultur von Anfang an begleitet hat. Bereits die Sumerer (4000 v. Chr.) brachten Gerste zum Keimen und «vermälzten» sie für die Herstellung von Brot und Bier. In China zählt die Gerste zu den fünf heiligen Pflanzen. Der Grieche Ilias feierte die Gerste als das «Mark der Männer» und Pythagoras verteilte in seiner Denkschule den Schülern Gerstenspeisen zur Stärkung der Geisteskraft. Dass das Mälzen – also das Keimenlassen zur Bildung der Enzyme – die vielfachen Eigenschaften des Grundnahrungsmittels verstärkt, wissen die Menschen längstens. Auch die Gärung ist den Menschen seit Jahrtausenden bekannt. Man wusste zwar nicht, weshalb sich die süsse Getreidesuppe in ein berauschendes Getränk verwandelte, aber man spürte die wohltuenden Wirkungen auf den Organismus. Bier gehörte darum, wie alles Mystische und Unerklärbare auch, ins Reich der Götter. Der Gärungsverursacher Hefe wurde um 1830 vom Bierbrauer Hansen am Carlsberg-Institut in Kopenhagen entdeckt. Die Zusammenhänge der Gärung begriff man aber erst einige Generationen später. Heute kennt man das Erfolgsgeheimnis des Bieres. Es liegt in der Kombination von Keimen, Mälzen und Gären. Der Einzeller Hefe kann sich in der Bierwürze aus dem reichen Angebot an durch Keimung und Maischen aufbereiteten Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren aus der Gerste bedienen. Daraus bildet er eine ganze Reihe Wirkstoffe, vor allem Vitamine, welche in unserem Körper weiter wohltuend wirken.
Nicht umsonst findet man in der Medizingeschichte jahrtausendealte Hinweise auf die Heilwirkung des Bieres und des darin enthaltenen «Zeugs». Mit «Zeugs» meinte man den Bodensatz, die Hefe. Sie war als Wunderheilmittel begehrt. Die berühmte Nonne Hildegard von Bingen (um 1050 n. Chr.) empfahl sogar ein Bad darin. Heute findet das «Geläger» aus den Biertanks gelegentlich den Weg in die Drogerien, wo man es für teures Geld als homöopathisches Heilmittel kaufen kann. Billiger ist ein frisches Glas unfiltriertes Zwickel- oder Weizenbier.

**Kohlenhydrate, die Dickmacher**
Die Getreidestärke, die als Dickmacher verschrien ist, baut sich in den Keim-, Maische- und Kochprozessen im Sudhaus ab. In der Bierwürze findet man nur noch leicht verwertbare Abbauprodukte der Stärke, unter anderem Dextrin sowie Glucose, Fructose, Saccharose und Pentosane. Sie werden durch die Hefe in Alkohol und Kohlensäure verwandelt. Bier enthält pro Liter noch rund 28 Gramm Kohlenhydrate. Das entspricht etwa 400 Kilokalorien oder 1800 Kilojoule. Süssgetränke, Säfte und Weine enthalten weit mehr Kalorien als Bier.
Die noch vorhandenen Kohlenhydrate im Bier sind leicht verdaulich. Sie bilden ein Gegengewicht zur Wirkung des Alkohols und fördern den Stoffwechsel. Die Behauptung, Bier mache dick, stimmt nicht. Vielmehr ist Dickwerden eine Frage der gesamten Ernährung. Was man zum Bier isst, hat mehr Einfluss auf die Figur als das Bier selber. Man kann dem Bier höchstens vorwerfen, es mache Appetit auf dick machende Gerichte.

**Das Wasser machts**
Hauptbestandteil von Bier ist Wasser. Unser Körper braucht im Schnitt pro Tag 2,8 bis 3 Liter Wasser. Der Wasserhaushalt ist eine komplexe Geschichte und hat viel mit Salzen und dem sogenannten osmotischen Druck zu tun. Es sei aber festgestellt, dass die Wasserzufuhr in Form von Bier den Flüssigkeitshaushalt des Körpers durch die isotonische Wirkung unterstützt. Vor allem alkoholfreies Bier gilt als erstklassiges, isotonisches Getränk, nicht zuletzt dank seinen vielen wertvollen Inhaltsstoffen.

**Eiweiss – Proteine und Aminosäuren**
In jedem Liter Bier stecken rund 5000 Milligramm Proteine. Sie stammen aus der Gerste und werden durch Keimen und Maischen zur leicht verdaubaren Nahrung abgebaut. Das Eiweiss hat zudem Einfluss auf den stabilen Schaum und gibt dem Bier seine Vollmundigkeit. Proteine finden sich in allen Zellen und verleihen ihnen Struktur. Sie sind «molekulare Maschinen», welche Metaboliten transportieren, Ionen pumpen, chemische Reaktionen katalysieren und Signalstoffe erkennen. Ohne sie geht es nicht.

**Mineralstoffe**
Bier enthält viele Arten von Mineralstoffen. Sie stammen aus dem Brauwasser sowie aus der Gerste. Die Zusammensetzung unterscheidet sich beachtlich: Bier aus magnesiumhaltigem Brauwasser beispielsweise belebt den Darm. Wer es sich nicht gewohnt ist, merkt es sehr schnell und deutlich.

**Vitamine**
Vitamine kann der Körper nicht selber aufbauen. Sie regulieren die Verwertung von Kohlenhydraten, Proteinen und Mineralstoffen und stärken das Immunsystem. Zudem sind sie unverzichtbar beim Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen. Die vielen im Bier enthaltenen Vitamine entstehen bei der Keimung im Korn sowie während der Gärung in der Hefe.

**Hopfenbitterstoffe und Hopfenöle**
Hopfenbitterstoffe (Humulon) wirken auf unser Nervensystem, sind keimtötend und verlängern die Haltbarkeit von Bier. Hopfenextrakte finden heute in der alternativen Medizin immer mehr Anwendung. Den Weg ins Bier fand Hopfen um 800 n. Chr. über die Heilkräutergärten der Mönche, denen vor allem die haltbar machende Wirkung wichtig war.


**Nahrung seit Jahrtausenden**

Das **Papyrus Ebers** (1555 v. Chr., Ägypten) beschreibt den Bodensatz des Bieres als sehr heilsam, er helfe alt zu werden.

**Hippokrates** (460–377), Ahnherr der Ärzte, empfahl Bierhefe als Hilfe gegen Fieber.

**Plinius** (23–79 n. Chr.) schreibt darüber, wie ägyptische Frauen den Bierschaum als Schönheitsbad für die Haut verwendeten.

**Paracelsus** bezeichnete Bier als «göttliche Medizin» und Hildegard von Bingen (1098–1179) empfahl zur Gesunderhaltung regelmässig Bier zu trinken.

Die **Bücher des Mittelalters** erzählen von wahren Wundern der wertvollen «Artzney Bier». Um das Jahr 1900 wütete in den USA die Pellagra-Seuche, eine Hautkrankheit, die zum Tod führen kann. Mit einer gigantischen Hefe-Vitamin-Kur mit Abfallhefen, welche lastwagenweise verteilt wurden, bekämpfte das Rote Kreuz diese Seuche landesweit mit grossem Erfolg.

Das **Deutsche Kaiserreich** baute im 1. Weltkrieg in Hefe-Zucht und Trocknungsfabriken 30?000 Tonnen Trockenhefe auf, welche der Kriegsnahrung beigemischt wurde.

In den letzten Tagen von **Stalingrad** – Bierstadt im Russischen Reich – überlebten Tausende nur dank Hefe, welche als Notnahrung in den Bottichen der halb zerbombten Brauereien aus ungeniessbaren Essensresten gezüchtet wurde. In russischen Gefangenenlagern züchteten sich unterernährte Insassen in Holzeimern selber Hefe, um sich überlebensnotwendige Vitamine zuzuführen.


Foto: © Marco Desscouleurs – Fotolia.com / Fotoretusche: Balz Egger

#Allgemeines

23. März 2012 | Der Serviceclub RT 9 in der Mondlinger Brauerei

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen / Schaffhausen
(h./r.)

In der Garage von Urs B. Zahner riecht es nicht nach Motorenöl oder modrigen Kartons, sondern nach warmem Biersud. Als die Mitglieder des Schaffhauser Serviceclubs RT 9 beim Braumeister eintreffen, wird gerade der Sud filtriert, und die Besucher helfen, das Bier in Flaschen abzufüllen. Obwohl RT 9 immer wieder lokale Betriebe besucht, um Neues zu entdecken, ist der Abend in der Mondlinger Brauerei in Flurlingen speziell: Das gebraute Bier wird nämlich im Mai am 50-Jahr-Jubiläum von RT 9 Schaffhausen der internationalen Gästeschar ausgeschenkt. Diese kommen zum Euromeeting in Schaffhausen zusammen.

**Auch in der «Fischerzunft»**
«Unser Bier gibt es sogar in der ‹Fischerzunft›», erklärt Zahner stolz, «und wir sind nun auch von der Eidgenössischen Alkoholverwaltung als offizielle Kleinbrauerei anerkannt worden.» Nach dem ersten Schluck weiss man, warum – es schmeckt würzig und gut. Aber nur schon die Bernsteinfarbe verlockt zum Probieren. Auch bei den Flaschenetiketten von Daniela Räss (Plakate Kleine Bühne Schaffhausen) und dem historischen Geschirr spürt man, dass jedes Detail in der Brauerei mit Liebe gestaltet wurde. Der Braumeister Urs B. Zahner hat mit einem 50-Liter-Topf von einem Kollegen begonnen, Bier zu brauen, und probiert immer mal wieder neue Rezepte, wie zum Beispiel Marronibier, aus. Mit Erfolg, denn sein Weizenbier und auch das Zwickelbier haben je den 2. Platz bei der Prämierung der Swiss Homebrewing Society erreicht. Bevor der RT-9-Präsident Michael Vögeli die Besprechung der Vorbereitungsarbeiten fürs Euromeeting eröffnet, serviert Zahner Weisswürste und «Brezen» – das bewährte Menü in der Mondlinger Brauerei. Man fragt sich dann auf dem Heimweg, was wohl sonst noch alles für versteckte Welten hinter Garagentüren verborgen sind.



Urs B. Zahner beim Bierbrauen in seiner Garagenbrauerei.
Bild zvg

#Aktivitas

26. Februar 2012 | Flyer QP 12-1

Der Flyer mit dem Quartalsprogramm für das erste Quartal 2012 ist seit Anfang Februar im Umlauf.
flyer_scaphusia_qp_12_1_s1.pdf

#Notizen zu Namen

21. Februar 2012 | Robert Amsler – Weltbürger und Schaffhauser

Schaffhauser Nachrichten
Marcel Wenger, alt Stadtpräsident

Als Sohn des Diplomaten Reinhard Amsler und dessen Frau Ruth Bélart, welche ursprünglich aus einer im südfranzösischen Nîmes beheimateten Familie stammte, kam er 1925 in Buenos Aires zur Welt. Die Stationen seiner frühen Kindheit spiegelten den beruflichen Werdegang des Vaters: In Argentinien war er als Geschäftsträger bei der schweizerischen Gesandtschaft tätig, übernahm er danach die Südamerika-Vertretung der Schweizer Weltmarke Bally. Damit näherte er sich den unternehmerischen Wurzeln seiner Familie in Schaffhausen wieder an.

Es ging von Buenos Aires zunächst nach Hamburg, wo die junge Familie 1929 von der «Great Depression» so stark getroffen wurde, dass sie sich entschied, nach Schaffhausen überzusiedeln: Reinhard Amsler übernahm in der Familienfirma – der Alfred J. Amsler & Co. Werkzeugprüfmaschinen – eine leitende Funktion. Robert Amsler sprach damals Hochdeutsch und war schweizerisch-argentinischer Doppelbürger. Er hörte im internationalen Ambiente, wie seine Eltern französisch, englisch, spanisch oder italienisch sprachen. Diese familiäre Begabung für Fremdsprachen spiegelte sich auch in der Berufswahl seiner Schwester Martina wider, die später nach England auswanderte und als Dolmetscherin mitunter auch für die Queen tätig war. Für das Schaffhauserdeutsch begeisterte Robert Amsler sich ebenso, und die Vaterstadt, wohin ihn die Weltwirtschaftskrise verschlagen hatte, bekam er als sein eigentliches Zuhause gern. Ganz so einfach wird es ihm das neue Umfeld wohl nicht gemacht haben. Die Mutter war als Tochter von Hans Bélart, dem Chef der Anatolischen Eisenbahn, in Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – aufgewachsen; der Vater ein «Weitgereister», die Familie mehrsprachig: Paradiesvögel im «kleinen Paradies»? Natürlich nicht. Robert Amsler legte eine schulische Musterkarriere hin und gewann Freunde, die ihn 1943 an der «Kanti» zum Präsidenten der Scaphusia erkoren. Ob er dafür häufig «in die Kanne» musste, gar den «Bischof» oder den «grossen Ozean» hinunterzuschlucken hatte? Das erschlösse sich, wenn schon, sicher nicht dem Schreibenden, der ein rundes Vierteljahrhundert später ausgerechnet Präsident der abstinenten «Munötler» war. Aber die Kameradschaft und das Latein, welches auch Robert Amsler lernte, brachten es wohl mit sich, dass er nie am Ende des Letzteren anlangte: Er entwickelte sich zu einem mehrdimensional denkenden und genau abwägenden Menschen, der lauten Tönen kritisch, wenn nicht ablehnend gegenüberstand. Der Zeitgeist und die Ereignisse der Vorkriegs- und Kriegsjahre legten eine solche Entwicklung gewiss nicht nahe, wohl aber die kulturell und international gut vernetzte Familie.

**Freie Wirtschaft als Berufung**
Um auch an unternehmerische Traditionen anknüpfen zu können, richtete Robert Amsler sein Jus-Studium auf wirtschaftsrechtliche Themen aus. Doch statt wie andere von Schaffhausen nach Zürich und wieder zurück zu pendeln, wählte er auf Wunsch seiner Eltern für das Grundstudium und die französische Sprache die Uni Genf. Nach einem Abstecher an die Université Libre in Brüssel – sie war eine der ersten Möglichkeiten nach dem Krieg für Auslandssemester in Europa – schloss er sein Studium mit einer Doktorarbeit in Bern ab. «Die Sicherheitshinterlegung im schweizerischen Recht» behandelte einen wichtigen privatrechtlichen Aspekt des wachsenden Kreditbedarfes der Nachkriegswirtschaft. Kein Geringerer als Professor Theo Guhl, ein Doyen des Schweizerischen Privatrechts, war sein Doktorvater. Weil es weder bei Banken noch anderen Hinterlegungsstellen Formularverträge gab, finden sich am Schluss der Arbeit Vertragsbeispiele zur Verbesserung der Rechtssicherheit: Gute Rechtswissenschaft lieferte für Robert Amsler nicht primär das Arsenal für Prozesse, sondern vielmehr zu deren Vermeidung. Eine Haltung, die ihn auch nach dem Erwerb des Schaffhauser Anwaltspatentes 1952 nicht in eine eigene Kanzlei führte, sondern als kaufmännischen Leiter zur Alfred J. Amsler & Co. Deren Werkstoffprüfmaschinen waren Spitzenprodukte, und die Firma garantierte innert 48 Stunden weltweit Service- und Montagedienstleistungen: Internationalität lange vor der Globalisierung. Die Erschliessung des südamerikanischen Marktes mit Peru, Brasilien, Bolivien und Chile führte den Jungunternehmer zu den noch bestehenden Kontakten seines Vaters Reinhard und zu aufstrebenden Firmen und Investoren in diesen Ländern. Damals lernte Robert Amsler seine spätere Frau Lucy kennen, die Tochter eines hohen peruanischen Marineoffiziers. Die Heirat im Februar 1957, mitten im peruanischen Sommer, und der Wechsel nach Schaffhausen sorgten fortan dafür, dass Robert und Lucy Amsler ihre Ehejubiläen jeweils im tiefsten Schaffhauser Winter feierten, wenn sie nicht ins Andenland reisten. Zum Glück für beide kam dies nach seinem Übertritt in den (Un-)Ruhestand recht häufig vor, und beide freuten sich jeweils besonders auf Familie und Freunde in Peru. Der Strukturwandel in der Schweizer Metall- und Maschinenindustrie begann für die Alfred J. Amsler & Co. bereits gegen Ende der 1960er-Jahre. Grossunternehmen diversifizierten sich zunehmend zu stark vermischten Konzernen. +GF+ übernahm die Firma zu einem Zeitpunkt, wo der Schaffhauser Teil der Familie zwar gerne autonom geblieben wäre, die zürcherischen Miteigentümer sich aber für einen Verkauf aussprachen. Robert Amsler musste als Vorsitzender der Geschäftsleitung diesen Mehrheitsbeschluss gegen seinen Willen umsetzen, was für ihn nach eigenem Bekunden, aber auch aus Gesprächen mit Familienangehörigen nicht einfach war. Auch seine Mandate im Verwaltungsrat von Georg Fischer und das Präsidium des Verbandes Schweizerischer Maschinenindustrieller VSM konnten den Verlust an Nähe zum operativen Geschäft nicht kompensieren. Als Wirtschaftsjurist wurde er in den Verwaltungsrat der Zürcher Privatbank Von der Mühll und Weyeneth gewählt, und er begann, sich auf das Anlage- und Börsengeschäft zu spezialisieren. Sprach- und Rechnungslegungskenntnisse sind dafür auch heute noch wichtig. Damals gab es indessen weder elektronische noch durch Plattformen standardisierte Unter- stützung. Alles musste aus Presse-, Börsen- und Unternehmensberichten zusammengestellt und fortlaufend kommentiert werden. Ein Blick in die monatlichen Börsenbriefe, die Robert Amsler auch noch für die spätere Käuferin des Instituts Von der Mühll, die Slavenburg’s Bank, verfasste, macht dies überdeutlich. Es galt, eine Fülle von Einzelinformationen in ein Gesamtbild zu fassen. Robert Amsler tat dies mit Verve und der ihm eigenen, differenzierten Art. Er konzentrierte sich dabei nicht nur auf die Schweiz und die damals führenden Wirtschaftsnationen, sondern widmete auch den zukünftigen Schwellenländern und Rohstoffregionen seine Aufmerksamkeit. Er kannte sich in den 70er-Jahren bei australischen Minengesellschaften besser aus als mancher Fachjournalist. China, Russland und Südamerika waren für ihn schon früh Anlagethemen, immer gepaart mit einem scharfen Blick auf die staatlichen Rahmenbedingungen.

**Politik als Beruf?**
Es war nicht einfach, Robert Amsler für den ersten Wahlgang nach Annahme der Halbämter-Initiative als Stadtratskandidaten zu gewinnen. Die Stadtfreisinnigen, deren Präsident ich sein durfte, hatten mit Felix Schwank schon einen ausgewiesenen und starken Stadtpräsidenten. Würden sich dieses «animal politique» und der «uomo universale» verstehen? Und mehr noch: Würde sich für den Stadtpräsidenten, der seine Anliegen häufig mit einer Koalition aus Bürgerlichen und SP durchgebracht hatte, auch mehr Sukkurs aus bürgerlichen Reihen generieren lassen? Rückblickend ist man versucht zu sagen: Alles blieb anders. In der Stadt konnte man als Liberaler nur durch Einbezug aller relevanten Kräfte regieren. Dazu gehörten eben auch die Sozialdemokraten. Für den Wirtschaftsfreisinnigen Robert Amsler war es darum ein mutiger Schritt hin zum Staat, wenngleich auch «nur» im Halbamt. Er wusste, worauf er sich einlassen würde: 1956 bis 1968 gehörte er dem Grossen Stadtrat zu Zeiten Walther Bringolfs an. 1977 zog er erneut ins Parlament, besorgt wegen der Finanzlage und des Vormarschs des Landesrings. Er hätte diese Mandate lieber bei der FDP gesehen und konnte mit seinen guten Wahlresultaten das Schlimmste verhindern helfen. Mit einer glanzvollen Wahl 1980 in den Stadtrat und der schrittweisen Gesundung «seiner» ihm anvertrauten Stadtfinanzen in den Folgejahren war Robert Amsler jedoch intensiv beschäftigt. «Man hätte sich vom Mann im Finanzreferat vermehrt ein deutliches Wort auch über sein eigenes Metier hinaus erwünscht», analysierte Jörg Riser 1991 in den SN. Wohl wahr: Aber der operative Druck mit den veränderten Pensen im Stadtrat machte selbst privatwirtschaftlich Erfahrenen zu schaffen. Und da waren ja auch noch die VR-Mandate bei Bircher, Slavenburg’s, Hidrostal, Colores und der Spar- & Leihkasse Schaffhausen, welche als Privatbank den Kostensprung hin zum modernen Anlageinstitut aus eigener Kraft nicht glaubte schaffen zu können. Deren Übernahme durch die Bankverein-Tochter «Schweizerische Depositen- und Kreditbank» in Basel wurde in Schaffhausen nicht überall gut aufgenommen. Dabei darf man sich getrost fragen, ob nicht gerade daraus auch ein Erfolgsfaktor für die letzte verbliebene und private Stadtschaffhauser Gewerbebank resultierte. Wie auch immer: Robert Amsler betrachtete sein Halbamt insbesondere in den Jahren nach 1985, wo zu den Finanzen auch noch Polizei und Feuerwehr kamen, nicht immer «als ein Zuckerschlecken». Mit Themen wie der unglücklichen Verlegung des Wochenmarktes, den üblichen Dauerbrennern bei der Ortspolizei und der oftmals aus luftiger Höhe operierenden Feuerwehr tat er sich schwer: Schwindelerregende Zahlen konnten ihn nicht aus dem Gleichgewicht bringen, wohl aber eine Leiter, die mehr als drei Sprossen hatte … Robert Amsler nahm es mit der ihm eigenen gelassen-humorvollen Art. Der Schreibende durfte während seiner ersten zwei Jahre als Baureferent mit Robert Amsler noch im Stadtrat zusammenarbeiten. Seine Unterstützung hat in der heraufziehenden Strukturkrise Ende der 80er-Jahre dafür gesorgt, dass nicht auch noch die Investitionen der Stadt einbrachen. Und dass die forcierte Fusion des städtischen mit dem kantonalen Polizeikorps zuoberst auf seiner Prioritätenliste gestanden habe, ist Geschichtsklitterung: Hermann Keller brauchte «manpower», und Max Hess wollte endlich mehr Zusammenarbeit. Schade nur, dass es lange brauchte, beide Ziele zu harmonisieren.

**Interkulturelle Akzente**
Im November dieses Jahres wäre Robert Amsler 87 geworden. In den rund drei Generationen veränderte sich vieles dramatisch. Sein Umgang mit dem Wandel war, darauf nicht mit Ablehnung, sondern mit Gestaltung zu reagieren. Ein liberaler und überaus kulturbewusster Ansatz, dem viel Augenmass für die Bedeutung des Einzelnen in der Gesellschaft zugrunde liegt. Natürlich gibt es die Lauten, die Populisten, die «Reisser» und «Leader». Hätten wir nur sie, wäre es in Wirtschaft und Politik definitiv nicht mehr auszuhalten. Robert Amsler war der Antityp aller Gerissenen und Superhelden. Er setzte mehr auf Historie, Analytik, Debatte und Pragmatismus. Wichtig waren für ihn auch sein Engagement bei Rotary und dessen Gemeinschaftsprojekten, aber auch das Kultur- und Musikleben in unserer Stadt, etwa für die Ausstellung «Peru durch die Jahrtausende», die 1984 nach Schaffhausen kam, oder die permanente Archäologische Sammlung Ebnöther im Museum zu Allerheiligen. Deshalb waren Gespräche mit ihm immer eine grosse Bereicherung, auch wenn er zusehends mit enormen gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Nun bleibt die Erinnerung an einen der wenigen echten Grandseigneurs der Schaffhauser Politik und Wirtschaft.



Robert Amsler (1925–2012) Anfang der Neunzigerjahre.
Bild B.+ E. Bührer

#Alt-Scaphusia

17. Februar 2012 | Bruno René Schwyn olim Hauder

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Bruno René Schwyn olim Hauder
Generation 1949

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 28. Februar 2012 um 13.30 Uhr in der Bergkirche Neunkirch statt.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 21. März 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

13. Februar 2012 | Lob und Tadel

Wer Gutes tut, wird von den Schaffhauser Fasnächtlern jeweils mit dem «Bsetzi» geehrt, wer etwas Schlechtes getan hat, erhält den «Chnorz» aufgebrummt. Am Samstag war es wieder so weit, die Fasnächtler luden zur Verleihung der beiden Auszeichnungen.
Zuerst war der «Bsetzi» an der Reihe. Als Redner waltete der Schwyzer Nationalrat Alois Gmür, der auch Braumeister in der Brauerei Rosengarten in Einsiedeln ist. Er vergab den «Bsetzi» an die Brauerei Falken. «Sie ist seit jeher unabhängig und eigenständig», lobte er. «Und sie produziert keine 08/15-Pfütze wie einige der Grossbrauereien.» Markus Höfler, der Geschäftsleiter der Brauerei Falken, nahm die Auszeichnung dankend entgegen, er lobte zudem das Fasnachtskomitee für dessen Arbeit. Dann war die Reihe am «Bsetzi». Laudator Heinz Hegetschweiler übergab ihn dem Musik-Collegium Schaffhausen, und zwar für dessen Terminplanung. Die Meisterkonzerte fänden ausgerechnet während der Fasnacht statt, dabei kenne man die Termine der Fasnacht doch schon weit im Voraus, und man komme gut aneinander vorbei. Heini Stamm vom MCS nahm die Schelte sportlich und bedankte sich für den «Chnorz». Die Meisterkurse könne man eben nur in den Sportferien durchführen, und dann sei halt auch die Fasnacht. Im Übrigen hätten die Fasnächtler auch schon kurzfristig die Fasnacht verschoben. Stamm brachte aber die frohe Botschaft mit, dass das MCS 2013 und 2014 mit seinen Konzerten ausweiche, was von der Festgemeinde mit grossem Applaus quittiert wurde.

#Notizen zu Namen

10. Februar 2012 | Robert Amsler ist verstorben

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
jhu

Am vergangenen Montag, 6. Februar, verstarb Robert Amsler, ehemaliger Finanzreferent der Stadt Schaffhausen. Robert Amsler wurde 1925 in Buenos Aires als Sohn eines Diplomaten geboren. 1929 siedelte die Familie nach Schaffhausen über, wo er die Schulen absolvierte, bevor er in Genf, Brüssel und Bern Recht studierte. 1952 trat Amsler in die Dienste der Firma Alfred Amsler & Co. in Schaffhausen, deren Geschäftsleitung er angehörte, ein. 1964 trat er die Nachfolge seines Vater als Präsident der Spar- und Leihkasse Schaffhausen an, bis diese 1988 von einem Tochterunternehmen des Bankvereins übernommen wurde. Robert Amsler, der seit 1960 Honorarkonsul von Peru war – seine Frau war Peruanerin –, wurde 1956 in den Grossen Stadtrat gewählt, den er 1968 präsidierte. 1981 zog Amsler in den Stadtrat ein und gehörte diesem während zehn Jahren als Finanzreferent an.

#Allgemeines

9. Februar 2012 | Warnstreik

Schaffhauser Nachrichten, Region
(rob)

Nicht nur Lehrpersonen der Unter- und der Oberstufe treten am kommenden Montag in den Streik, auch an der Kantonsschule wollen gemäss jüngsten Angaben 8 der total 120 Lehrpersonen an der Aktion auf dem Herrenacker teilnehmen. Dies erklärt Urs Saxer, Rektor der Kantonsschule, gegenüber den SN. Trotz der Absenzen wird der Unterricht an der Kantonsschule stattfinden – wenn auch in angepasster Form: Die rund 120 Schüler werden während der Abwesenheit der jeweiligen Lehrpersonen von Rektor Saxer und Prorektor Pasquale Comi in der Mensa respektive einem weiteren Schulzimmer im Vorlesungsbetrieb mit Arbeitsblättern unterrichtet. Auch das Thema für diese Lektionen ist bereits gesetzt: «Streik – geschichtlicher Rückblick und rechtliche Grundlagen in Frankreich respektive der Schweiz». Persönlich beurteilt Saxer den Streik zwar durchaus als legitimes Mittel, insgesamt sei das aktuelle Vorgehen aber eher «kontraproduktiv» und überstürzt: «Als Lehrer und Elternteil wünsche ich mir, dass die Solidarität mit den berechtigten Anliegen der Lehrerschaft des Kantons Schaffhausen auf eine konstruktivere Art als in der Teilnahme an diesem – aus meiner Sicht allzu spontan organisierten – Streik gesucht wird.» Um eine für die Eltern akzeptable Kinderbetreuung innerhalb der Schulen zu organisieren, brauche es eine bedachtere Planung und mehr Zeit. Saxer: «Wenn man an Streik als ‹Lösungsansatz› denkt, kann man als Lehrer auch an die unterrichtsfreie Zeit denken, diese gehört ja auch zu unserer Arbeitszeit. In diesem Sinne wäre eine Aktion an einem Samstagmorgen auf dem Fronwagplatz aus meiner Sicht als nächster Schritt besser geeignet gewesen.»
Beim Berufsbildungszentrum (BBZ) rechnet man nicht damit, dass am kommenden Montag Lehrkräfte abwesend sein werden: «Ich habe keine Kenntnis von solchen Absenzen», sagt BBZ-Direktor Ernst Schläpfer auf Anfrage der SN. «Wir sind für die Ausbildung der Schüler zuständig, und die können ja nichts für die vorhandenen Probleme», sagt Schläpfer, «deshalb gehe ich davon aus, dass bei den meisten BBZ-Lehrkräften die Überzeugung besteht, dass es andere Wege gäbe, die Forderungen zu deponieren.» Kritik übt Schläpfer etwa an der Lohnentwicklungsskala des Kantons, die im Zusammenhang mit dem neuen Personalgesetz erarbeitet wurde: «Diese ist nicht stimmig», sagt Schläpfer. Sie bevorteile Quereinsteiger. Personen, die aber gleich nach dem Studium den Lehrerberuf ergriffen, würden oft enttäuscht: «Bei der Einstellung wird eine Lohnentwicklung von jährlich 1,5 Prozent suggeriert, aber am Ende geht diese Rechnung nicht auf.» So könne es dazu kommen, dass ein Junglehrer nach fünf Jahren gegen 1000 Franken unter dem in Aussicht gestellten Lohn verdiene. «Das geht einfach nicht auf», sagt Schläpfer, der den Fehler nicht beim Erziehungsdepartement, sondern beim Personalamt sieht. Gemäss Anfrage wird auch bei der Handelsschule Schaffhausen nicht damit gerechnet, dass Lehrkräfte am Montag abwesend sein werden.

#Alt-Scaphusia

6. Februar 2012 | Robert Alfred Hans Amsler olim Corpus

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Robert Alfred Hans Amsler olim Corpus
Dr. iur., Rechtsanwalt, Stadtrat, Honorarkonsul
Generation 1942

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 14. Februar 2012 um 10.30 Uhr im Waldfriedhof Schaffhausen statt.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 14. März 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt. Laudatio: René Benes v/o Quax.

#Allgemeines

2. Februar 2012 | Durchblick: Unter dem Weiher liegt still der See

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen

Die Forstleute haben in der Gegend von Mammern ausgeholzt. Dank dieser Massnahme werden die Höhenweg-Wanderer von Mammern nach Steckborn – oder auch umgekehrt – im Bereich der Ruine Neuburg mit einem wunderschönen Blick gleich auf zwei Gewässer verwöhnt. Unser Bild zeigt den Weiher unterhalb der Ruine Neuburg mit prächtiger Aussicht auf den Untersee.


Bild Margrith Pfister-Kübler

#Allgemeines

1. Februar 2012 | Feldschlösschen erhöht Bierpreise

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
(sda)

Die Brauerei Feldschlösschen reagiert auf die starke Konkurrenz aus dem Ausland: Alle in der Schweiz produzierten Biere werden durchschnittlich 4,4 Prozent teurer. Das Geld will die Carlsberg-Tochter und Nummer eins im Schweizer Biermarkt in die Werbung stecken, um ihre Schweizer Biere besser zu vermarkten. «Mit der Preiserhöhung wollen wir den Vormarsch der billigen Importbiere stoppen, indem wir mehr in unsere heimischen Biere investieren», sagt Markus Werner, Leiter Unternehmenskommunikation von Feldschlösschen, der Nachrichtenagentur SDA. Es gehe darum, Innovationen zu fördern, das Sponsoring auszubauen, die Biervielfalt zu pflegen und breite Werbeaktivitäten umzusetzen.

**Effizienzsteigerungen**
Die Biertrinker zahlen somit direkt einen Teil der Marketingkosten des Unternehmens. Die erhöhten Marktinvestitionen würden indes nicht vollumfänglich in einer Preiserhöhung umgesetzt, sagt Werner. Ein Teil der Mehrkosten würde auch mit Effizienzsteigerungen kompensiert. Die Investitionen in den Biermarkt und die höheren Transportkosten könnten jedoch nicht allein mit Effizienzsteigerungen wettgemacht werden. Wie viel Feldschlösschen an zusätzlichen Mitteln erwartet und wie hoch das Werbebudget des Unternehmens ist, kommuniziert die Brauerei nicht. Die Preisanpassung gilt ab dem 1. Mai und betrifft gemäss Feldschlösschen alle Gebinde (Einweg- und Mehrwegflaschen, Dosen, Fass) sowie alle Verkaufskanäle (Gastronomie, Detailhandel und Getränkehandel). Eine Preisanpassung sei nie populär, sagt Werner. «Nicht zu reagieren aber wäre verantwortungslos.» Schliesslich habe sich der Marktanteil an Importbieren in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Im Jahr 2000 betrug der Anteil an ausländischen Bieren in der Schweiz rund 576 000 Hektoliter oder knapp 14 Prozent des Gesamtkonsums. 2011 (von Oktober 2010 bis September 2011) tranken Herr und Frau Schweizer bereits 22,9 Prozent Importbiere. Feldschlösschen gehe es mit dem Schritt auch darum, den Produktionsstandort Schweiz zu stärken. Der grösste Schweizer Getränkehändler produziert in der Schweiz neun Biermarken. Nebst den beiden Zugpferden Feldschlösschen und Cardinal werden auch regionale Marken wie Hürlimann, Valaisanne, Gurten und Warteck hergestellt. Zudem braut Feldschlösschen die Carlsberg- und Tuborg-Biere für den hiesigen Markt in der Schweiz. Das Unternehmen beschäftigt in der Schweiz gemäss eigenen Angaben rund 1300 Personen.

**Markenbewusstsein ging verloren**
Der Schweizer Brauerei-Verband (SBV) will den Schritt von Feldschlösschen nicht kommentieren, das müsse jedes Unternehmen selber entscheiden, sagte Verbandsdirektor Marcel Kreber auf Anfrage. Der ständige Anstieg der Bierimporte macht aber auch Kreber Sorgen. Das Markenbewusstsein sei verloren gegangen. Das will der Verband nun wieder aufpolieren. «Wir versuchen, die Wertigkeit des Schweizer Biers zu fördern, starten verschiedene PR-Aktionen und geben so den Brauereien Schützenhilfe», sagt Kreber. Unter anderem hat der SBV am 19. April den «Tag des Schweizer Biers» geplant. Seit 1990/91 ist der Bierausstoss in der Schweiz um 15 Prozent zurückgegangen.

#Notizen zu Namen

18. Januar 2012 | Programmoffensive beim Schaffhauser TV

Schaffhauser Nachrichten, Medien
Erwin Künzi

Bis jetzt sorgten die beiden im Kantonsrat für rote Köpfe, ab nächster Woche tun sie dies auch im Schaffhauser Fernsehen (SHf). Die Jungpolitiker und Kantonsräte Florian Keller (AL, Schaffhausen) und Florian Hotz (JF, Schaffhausen) gastieren als TV-Moderatoren und befragen in der Sendung «Flo gegen Flo – schwergewichtige Argumente» ab dem 25. Januar jeweils mittwochs abwechslungsweise Politikerinnen und Politiker. Pikant: Der eine bestimmt, wen der andere im Studio befragen muss, und umgekehrt. «Wir wollen damit die politische Diskussion anheizen und die Debatten beleben», erklärte Patrick Stoll, Geschäftsführer des SHf, gegenüber den SN. Da die Gespräche aufgezeichnet werden, behält die Redaktion des SHf jederzeit die Kontrolle, sollte einmal ein Wortwechsel aus dem Ruder laufen. Die Sendung ist vorerst einmal bis zum Sommer und zum Beginn des Wahlkampfes um den Kantonsrat geplant, in den beide involviert sind. «Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir das Format in anderer Besetzung weiterführen», so Stoll.

**Politik aus der Innensicht**
Die beiden Gastmoderatoren weilten am Montag für eine Vorstellungssendung (Sie wird heute um 18.20 Uhr erstmals ausgestrahlt) im Studio des SHf. «Als Insider des Politbetriebs können wir quasi aus der Innensicht heraus Fragen stellen, und das ist ein reizvolles Konzept», meinte Florian Hotz gegenüber den SN. Und Florian Keller erklärte: «Wir wollen in unserer Sendung zeigen, dass Politik nicht nur nüchtern ist, sondern auch leidenschaftlich sein kann. Wir wollen Themen in emotionalen Diskussionen präsentieren – das ist die Aufgabe dieser Sendung.» Doch «Flo gegen Flo» ist nicht die einzige neue Sendung im SHf-Programm. Ab dem 23. Januar kommen die Sportfreunde auf ihre Rechnung: In «Seitenlinie» steht jeweils montags der Regionalsport im Mittelpunkt, der von den beiden Sportlehrern Matthias Schoch (Kantonsschule) und Thomas Achermann (KV-Schule) präsentiert wird. Die Gäste werden nicht nur befragt, sondern müssen sich auch in einem Balancespiel bewähren. Geplant sind auch Spezialsendungen zu sportmedizinischen Themen.

**Sendungen aus dem Schloss Laufen**
Am Dienstag wird Diana Zucca wie gewohnt Gäste aus der regionalen Kulturszene befragen, und am Donnerstag berichten weiterhin in «Heute im Gespräch» Menschen von ihren Schicksalen. Am 7. März, 6. Juni, 5. September und 5. Dezember kommt diese Sendung aus dem Schloss Laufen, wo Matthias Wipf prominente Gäste vor Publikum befragt. Neu ist am Freitag das von Sarah Silvestri präsentierte «Ausgangsmagazin» mit aktuellen Tipps und Ausschnitten aus Filmen, die in den Schaffhauser Kinos laufen. Start ist nach den Sportferien.

**Ausführlichere Wettersendung**
In Vorbereitung sind auch eine Wirtschaftssendung, die im April ins Programm aufgenommen werden soll, sowie eine ausführlichere Wettersendung. In Zusammenarbeit mit der Kantonsschule sollen ausserhalb des regulären Programms unter dem Namen «Kanti-TV» Kurzfilme und Beiträge präsentiert werden, die im Fach Medienkunde entstanden sind. Schliesslich will das SHf vermehrt bei wichtigen Anlässen in der Region präsent sein und seine Dienste auch Firmen, etwa zur Ausstrahlung ihrer Firmenporträts, anbieten. «Mit dieser Programmoffensive erhoffen wir uns eine Attraktivierung des Programms des SHf», erklärte Patrick Stoll. «Wir wollen so den Sender aus Schaffhausen für Schaffhausen beziehungsweise die ganze Region vermehrt öffnen.»


**Schaffhauser Fernsehen: Wöchentliche Sendungen**

«Seitenlinie»
Sporttalk, jeweils montags, ab 23. Januar

«Kulturtalk»
Gäste aus der regionalen Kulturszene, jeweils dienstags, läuft bereits

«Flo gegen Flo»
Polittalk, jeweils mittwochs, ab 25. Januar

«Heute im Gespräch»
Spannende Schicksale, jeweils donnerstags, läuft bereits

«Ausgangsmagazin»
Ausgangstipps und Kinofilme, jeweils freitags, nach den Sportferien

#Notizen zu Namen

18. Januar 2012 | This Fehrlin neuer Obmann der Schaffhauser Zünfte

Schaffhauser Nachrichten
pf/r.

Fast genau ein Jahr nach dem Dreikönigsumzug, der durch die verdunkelten Strassen der Altstadt geführt hatte, trafen sich über 60 Mitglieder aus den Reihen der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte am Samstag zum sogenannten Karlstag im Restaurant Zum alten Schützenhaus. Dieser jährlich wiederkehrende Anlass führt die Teilnehmer zu einem gemütlichen Abend ohne Traktandenliste zusammen. Deshalb wurde auch nur kurz Rückschau gehalten übers vergangene Zunftjahr.
Zudem werden jedes Jahr zum Karlstag zwei Ehrengäste eingeladen. Personen also, die sich um die Stadt Schaffhausen oder das Zunftleben verdient gemacht haben. Dieses Jahr hatte der neue Obmann This Fehrlin (Zunft zun Metzgern) David Bell und Daniel Grütter eingeladen: Daniel Grütter als Kurator Geschichte am Museum zu Allerheiligen, der zusammen mit seinem Team unter anderem die Ausstellung «Leben in der Zunft» gestaltet hatte. Der zweite Ehrengast, David Bell, hatte im letzten Jahr dem Munotverein an einer Versteigerung die Rechte am Munot-Glöcklein-Lied vor der Nase weggeschnappt und dieses nun jedoch, wie versprochen, in einer etwas neueren Version auf den Markt gebracht. In seiner kurzen Vorstellung verblüffte er mit der Munot-App, über die man das Läuten des «Nüüni-Glöggli» simulieren kann. Zudem zeigt ein integrierter Kompass dem Heimwehschaffhauser überall auf der Welt an, in welcher Richtung und Entfernung der Munot zu finden ist. Nachdem der neue Obmann der Stiftung der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte, This Fehrlin, der im Dezember von den Zunftmeistern und Obherren als Nachfolger von alt Ständerat Bernhard Seiler gewählt worden war, auch den neuen Schreiber des Stiftungsrates, Alex E. Rubli (Zunft zun Schneidern), und den neuen Stubenmeister, Christoph Schärrer (Zunft zun Becken), vorgestellt und ihnen für die Übernahme der neuen Aufgabe sowie auch dem abtretenden Schreiber Beat Seiler (Zunft zum Rüden) gedankt hatte, klang der Abend mit «zünftigen» und fröhlichen Gesprächen aus.

#Notizen zu Namen

9. Januar 2012 | Die Knabenmusik präsentierte nuancierte Klanggemälde mit Humor

Schaffhauser Nachrichten
Gustav Sigg

In seiner herzlichen Begrüssung vor voll besetzter Halle liess es sich der Präsident der Knabenmusik Schaffhausen (KMS), Robert Weber, nicht nehmen, den Behörden, Sponsoren und Tombolaspendern für ihre jahrelange Unterstützung zu danken. Man erfuhr, dass allein das Instrumentarium der sieben Perkussionisten auf der Bühne einen Wert von 40 000 Franken hat.

**Einmarsch unter Trommelwirbel**
Den musikalischen Auftakt machte Punkt 19.30 Uhr die hoffnungsvolle «Novello» als eigentliche Bläserband (Leitung Nicolas Gschwind), und um 20 Uhr marschierten die 70 Musiker der KMS unter Trommelwirbeln auf die festlich dekorierte Bühne. Unter der gemeinsamen Leitung von Bruno Schmid (Blasorchester) und Christian Ramò (Tambouren) intonierte das hoch motivierte Korps – davon sind ein Drittel Musikantinnen – den rassigen Konzertmarsch «Over and Out», den Randy Beck speziell für Blasorchester mit Tambouren geschrieben hat. Mit der nachfolgenden Komposition «Seagate Overture» kam jenes Wettbewerbsstück zum glanzvollen Vortrag, mit dem die KMS anlässlich ihrer Reise ans internationale Musikfestival von Rastede siegen will.

**Soloparade für vier Posaunen**
Darauf übernahmen die beiden Aktiven Patrizia Gallucci (Klarinette) und Simon Keller (Trompete) das Zepter, um mit humorvollen Ansagen durch das weitere Programm zu führen. Entspannt ging es mit dem fröhlichen Titel «Happy Trombones» weiter, der für das Posaunenregister geschrieben wurde und zu einer perfekten vierstimmigen Soloparade für Philipp Wehrli, Jonas Wagner, Luca Roost und Adrian Mamedov geriet. Als überaus anspruchsvolles Klanggemälde entpuppte sich die neue Thiemo-Kraas-Komposition «Imagasy», wo das aufmerksame Publikum viele feine Zwischensoli heraushören konnte, bevor es mit der Musik aus dem US-Animationsfilm «Highlights from Ratatouille» in die Pause ging.

**Wilde Gestalten in Affenfellen**
Zu den besonderen Höhepunkten dieser Jahreskonzerte zählen jeweils die schon akrobatisch anmutenden Vorträge der acht Tambouren-Asse (zwei Damen und sechs Herren) unter der Leitung von Christian Ramò. Sie entzündeten auch diesmal ein derartiges Schlagfeuerwerk, dass die begeisterte Zuhörerschaft Zugabe um Zugabe forderte. Aber auch die Bläserformation unter der Stabführung von Bruno Schmid hatte sich einen Riesengag ausgedacht: Zum Stück «Two Worlds» aus der Feder von Phil Collins stürmten vier wilde Gestalten in Affenfellen auf die Bühne und trommelten das Stück bis zum schreienden Finale mit! Die Halle tobte.


Mit dem Stück «Seagate Overture» möchte die Knabenmusik Schaffhausen international brillieren.
Bild: Simon Brühlmann
[ganz rechts: Yang]

#Notizen zu Namen

7. Januar 2012 | Die ÖBS schickt Georg Merz auf die Präsidentenlaufbahn

Schaffhauser Nachrichten, Region
rob

Die Traktandenliste für die erste Sitzung des Grossen Stadtrates ist vergleichsweise kurz und umfasst nur Wahlgeschäfte. In erster Linie wird es darum gehen, den bisherigen 1. Vizepräsidenten, Raphaël Rohner (FDP), zum Ratspräsidenten für das Amtsjahr 2012 zu wählen. Hier dürfte es keine Überraschungen geben, meist steht beim Wechsel vom 1. Vizepräsidium ins Präsidium nur die Frage im Vordergrund, wie gut – mit wie vielen Stimmen – die Wahl erfolgt. Analog läuft es bei Daniel Schlatter (SP), der als 2. Vizepräsidenten auf das 1. Vizepräsidium nachrücken dürfte. Die eigentliche Eintrittshürde ist aber die Wahl ins 2. Vizepräsidium: Gibt es Opposition gegen einen Kandidaten, so manifestiert sich diese bereits dort respektive bei den Vorabklärungen zwischen den Fraktionen. Kaum zu erwarten ist Gegenwind diesmal beim Kandidaten Georg Merz, den die ÖBS turnusgemäss vorschlägt. Der Apotheker, Jahrgang 1955, sitzt seit Mitte 2010 im ÖBS-Vorstand und politisiert seit Januar 2011 als Nachfolger von Lotti Winzeler im Grossen Stadtrat.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Schaffhauser Nachrichten
Kein Titel

**Gestern im Rat**

Vorsitz Edgar Zehnder / Raphaël Rohner
Der Rat wählt Raphaël Rohner (FDP) mit 28 Stimmen zum Ratspräsidenten für das Jahr 2012. Daniel Schlatter (SP) wird mit 30 Stimmen zum 1. Vizepräsidenten des Grossen Stadtrates gewählt. Georg Merz (ÖBS) wird mit 29 Stimmen zum 2. Vizepräsidenten des Grossen Stadtrates gewählt.
Cornelia Stamm Hurter (SVP) und Beat Steinacher (SP) werden in stiller Wahl zu Stimmenzählern gewählt.

#Aktivitas

6. Januar 2012 | Bierzeitung Weihnachtscommers 2011

Für alle, die die Bierzeitung verpasst oder auf dem Heimweg vom Weihnachtscommers verloren haben. Bei der Aktivitas gibt es noch Exemplare für Fr. 6.50 zu kaufen.

bierzeitung_11_klein.pdf

#Allgemeines

30. Dezember 2011 | «Tor zu Thurauen»: Erste Bilanz

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
M. G.

Bundesrätin Doris Leuthard und der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi haben am 20. August mit Hunderten Gästen den Abschluss der ersten Etappe des Grossprojektes «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» und die Eröffnung des Naturzentrums Thurauen in der Steubisallmend bei Flaach gefeiert. Im Rahmen des Projekts hat der Kanton Zürich in den letzten drei Jahren das Ufer der Thur renaturiert und rund die Hälfte der veranschlagten 54 Millionen für diese letzte Etappe, die «Königsetappe» der gesamten Renaturierungsmassnahmen entlang der Thur, verbaut. Herzstück des neuen Flaacher Erholungsmekkas ist das Naturzentrum Thurauen: Als Schmelztiegel für Wissensdurstige, Erholungsuchende und Naturliebhaber, die sich das Auengebiet erklären lassen wollen, bietet die Ausstellung viel Anschauungsunterricht.
Erfolg ist den Betreibern des Naturzentrums, sprich: der interaktiven Ausstellung, des Lehrpfads und des neuen Restaurants Rübis & Stübis, beschieden. Laut der Stiftung PanEco sind bislang 7000 Besucher in die Thurauen gekommen, davon 5200 in die Ausstellung, darunter Schulklassen, Firmen-, Behörden- und Fachgruppen – etwa Wasserbaufachleute und Ingenieure, aber auch Familien und Rentner. «Es kamen mehr, als wir erwartet hatten. Längerfristig rechneten wir mit zwischen 6000 und 10 000 Besuchern pro Jahr», sagt Kaspar Hitz, Geschäftsführer der Stiftung PanEco. Dies, obwohl die Saison erst im August begann. Nun müsse die Zukunft weisen, ob es sich um einen Anfangsansturm gehandelt habe, der mit dem Auftritt der Bundesrätin an der Eröffnung Momentum erhalten habe. Doch mit zukünftig 10 000 Gästen wäre er zufrieden. Denn zu viele Kunden würden auch das Personal – etwa bei den Führungen – an seine Grenzen bringen. «Wachstum um jeden Preis ist daher nicht gesund. Lieber 10 000 statt 15 000 Kunden, dafür werden diese gut betreut», sagt Hitz. Auf eine treue Stammkundschaft, vorab aus dem Weinland, könne er aber jetzt schon zählen. Viele besuchen wandernd die Thurauen, andere nur das Naturzentrum, welches gemäss Leistungsauftrag als «Tor zu den Thurauen» den sanften Tourismus pflegt. Seit Kurzem teilen sich auch drei Personen die Ranger-Aufgaben. Das Restaurant bietet ausschliesslich Gerichte aus saisonalen Ingredienzen aus der Region oder zumindest der Schweiz an. Die Öffnungszeiten des Naturzentrums seien mehrmals ausgedehnt worden – ein weiterer Erfolgsindikator: Das Zentrum mit der Ausstellung war etwa im Winter viel öfter als einen Sonntag im Monat – die Minimalvorgabe vom Kanton – geöffnet. Das Restaurant muss unterschiedliche Kundengruppen bedienen und hat daher auch zwei Betriebsmodi entwickelt. Im Sommerhalbjahr sorgten das Naturzentrum, der benachbarte Campingplatz und das Schwimmbad für Massenkundschaft. Im Winter würden eher Gruppen bedient im Rahmen von Tagungen (Anlassgeschäfte).

#Notizen zu Namen

30. Dezember 2011 | Eine geschätzte Führungskraft tritt in den Ruhestand

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen / Schaffhausen
Ursula Hafner-Wipf, Regierungsrätin, Vorsteherin Departement des Innern

Kurt Gehring, Jurist und Rechtsanwalt, wurde in Amtszeit von Regierungsrat Hermann Keller per 1. August 1997 vom Regierungsrat in sein Amt gewählt. Davor war er bei der Stadt Schaffhausen als Rechtsberater des Stadtrates und stellvertretender Stadtschreiber tätig. Seine Erfahrungen und seine profunden juristischen Kenntnisse erlaubten ihm einen optimalen Start in der kantonalen Verwaltung. Rasch arbeitete er sich in das vielfältige Aufgabengebiet ein und leitete als Stabschef mit grosser Umsicht und grossem Geschick das Departementssekretariat. Den Dienststellen stand er stets beratend und unterstützend zur Seite, und nicht nur bei komplexen Dossiers und anspruchsvollen Projekten waren sein Fachwissen und sein organisatorisches Talent gefragt. In Situationen, welche besonderes Fingerspitzengefühl erforderten, war Kurt Gehring ein sicherer Wert, und man konnte sich jederzeit auf ihn verlassen.
Kurt Gehring betreute die zentralen Stabsaufgaben des Departements des Innern und war linienverantwortlich für das breit gefächerte Sekretariat mit den Bereichen Gewerbepolizei, Jagd und Fischerei und Rechtsdienst. Er hat bei zahlreichen Projekten mitgewirkt und engagierte sich in diversen Gremien innerhalb, aber auch ausserhalb der Verwaltung. Gleich zu Beginn setzte er sich erfolgreich für die Durchsetzung des Verursacherprinzips bei der Abfallentsorgung ein. Das liberalisierte Gastgewerbegesetz trägt seine Handschrift, ebenso die Reorganisation der Betreuung Abhängiger und die Erhaltung der kantonalen Fischzuchtanstalt. Massgebend begleitete er das Leitbild für eine kohärente Integrationspolitik, die Anfänge der Flughafendiskussion, das Sachplanverfahren Tiefenlager sowie zahlreiche Gesetzesrevisionen und unzählige Vernehmlassungen. In seiner Amtszeit hatte er auch die Neubesetzung fast aller oberen Kaderstellen im Departement zu koordinieren. Besondere Herausforderungen bildeten die Kriseninterventionen beim Äschensterben im Hitzesommer 2003, die Mitwirkung im kantonalen Führungsstab bei der Vogelgrippe sowie die spektakulären Hundevorfälle. Kurt Gehring wirkte dabei meist im Hintergrund, das aber sehr zielführend. Bei aller Vielseitigkeit lag ihm die Natur jedoch besonders am Herzen. Mit seinem Verständnis und seinem Einsatz für die Jagd und Fischerei verschaffte er sich über die Kantonsgrenzen hinaus hohe Anerkennung und Wertschätzung.
Kurt Gehring beeindruckte durch hohe Sachkompetenz, ganzheitliches Denken und einen pragmatischen Sinn für realistische und praktikable Lösungen. Sein gutes Beziehungsnetz über die Verwaltung hinaus und seine Akzeptanz waren ihm bei seiner Arbeit von grossem Nutzen. Die Vorsteherin des Departements des Innern konnte bei ihren Entscheiden stets auf den ausgewogenen Rat ihres Departementssekretärs bauen und auf seine Loyalität zählen. Kurt Gehring hat ein ausgeprägtes Gespür für heikle Fragestellungen, welche allenfalls auch im öffentlichen Fokus stehen könnten. Der Informationsfluss zur Vorgesetzten und zu den involvierten Dienststellen funktionierte bestens, und nötige Vorkehrungen wurden von ihm umgehend getroffen. Mit seiner empathischen und vertrauensvollen Art und dank seiner Ausbildung zum Mediator gelang es ihm immer wieder, in heiklen Situationen Wege und Lösungen aufzuzeigen, was ihm die Achtung seines Gegenübers einbrachte. Mit Kurt Gehring verlieren das Departement des Innern und der Kanton eine kompetente und äusserst verdiente Führungsperson. Die Mitarbeitenden schätzten seine offene, kollegiale und verbindliche Art sehr. Wir lassen ihn nur ungerne ziehen und wünschen ihm und seiner Frau Barbara alles Gute für die Zukunft. Vor allem wünschen wir weiterhin eine gute Gesundheit für den kommenden Lebensabschnitt, wo es dem naturverbundenen und musischen Menschen mit Gärtnern, Wandern, Lesen, Schreiben, Musizieren und mit der Pflege von Freundschaften sicher nicht langweilig werden wird. Im Namen des Regierungsrates danke ich Kurt Gehring herzlich für seinen jahrelangen, wertvollen Einsatz zum Wohl des Kantons und der Kantonsbevölkerung.

#Notizen zu Namen

29. Dezember 2011 | Doppelter Florian

Schaffhauser Nachrichten, Tops und Flops

Auszug aus: «Rote Zahlen, Kunst und Wahlerfolg»

**Florian I.**
Florian Keller ist der Christoph Blocher der Alternativen Liste: offiziell zwar nicht Präsident, in Tat und Wahrheit aber das Gravitätszentrum der Gruppierung. Wie einst die SVP in früheren Jahren trifft die AL den Nerv der Zeit und versteht, was das Volk bewegt. Sie hat die Abschaffung der Pauschalsteuer erreicht und innert kürzester Zeit genügend Unterschriften gegen die Senkung der Staatsbeiträge an die Krankenkassenprämien gesammelt. Keller ist wie Blocher blitzgescheit und sogar noch volksnäher als der Tribun aus Herrliberg. Blocher beim Bier in der Beiz ist ein seltenes Bild; für Keller sind Kneipe, Krug und Kippe quasi das nächste Kapitel nach dem Kantonsrat. Die höchste Prüfung steht Keller und seiner AL aber noch bevor: ein Sitz in der Exekutive – oder in Bundesbern. An der AL lag es ja nicht, sie haben sich beworben, aber das Volk wollte bis jetzt noch keine junge linke Wilde in Topchargen. Auch wenn wir das Heu nicht unbedingt auf der gleichen Bühne wie die AL haben: Mehr Drive in der Politik finden wir top!

**Florian II.**
Florian Hotz ist der Florian Keller der Jungfreisinnigen Schaffhausen: offiziell zwar nicht Präsident, in Tat und Wahrheit aber das Gravitätszentrum der Gruppierung. Die beiden Florians teilen nicht nur den Vornamen: Beide sind so intelligent wie angriffig. Dann hören aber die Gemeinsamkeiten auf. Anders als die AL trifft der Jungfreisinn den Nerv überhaupt nicht mehr. Bei den Nationalratswahlen hat die Jungpartei nicht einmal die Hälfte der Stimmen der AL geholt. Kompromisslos vertretene rechtsliberale Grundwerte scheinen in diesen Tagen weniger gefragt als auch schon. Während die AL für ihre Initiativen im Schnellzugstempo Unterschriften sammelt und an der Urne Erfolge feiert, ist es um die JFSH ruhig geworden. Jungfreisinnige Funkstille, Schweigen auf allen Kanälen. Der letzte Eintrag im Politblog der JFSH stammt vom Februar 2010. Und war im letzten Frühling nicht mal die Rede von einer grossen Steuerinitiative? Hallo? Leute, etwas mehr Drive, sonst wird das ein Flop!

#Allgemeines

27. Dezember 2011 | Öko statt Bier auf dem Cardinal-Areal

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Raphael Corneo

Den Kanton Freiburg hat man bisher eher weniger mit Cleantech und Innovationen in Verbindung gebracht. Doch das soll sich nun ändern. Mitten in Freiburg auf dem ehemaligen Cardinal-Gelände soll ein Innovationspark entstehen. Das Bauvorhaben soll zum Leuchtturmprojekt werden und über die Kantonsgrenzen hinweg leuchten.
Im Sommer 2010 hat der dänische Bierkonzern Carlsberg beschlossen, den Produktionsstandort in Freiburg zu schliessen. Seit Juli dieses Jahres wird das Bier nicht mehr in Freiburg, sondern bei der Carlsberg-Tochter Feldschlösschen in Rheinfelden gebraut. «Der Entscheid von Carlsberg, den Standort zu schliessen, war für den Kanton und die Stadt eine Tragödie. Nun haben wir daraus eine Chance gemacht», sagt Beat Vonlanthen, Staatsrat und Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Freiburg. Ab Ende 2013 sollen im Cardinal-Innovationspark mehrere Hundert Arbeitsplätze geschaffen werden. «Wir wollen den ersten Innovationspark der Schweiz bauen, der vollständig emissionsfrei ist», sagt Vonlanthen.

Das Projekt nimmt Formen an
Das ist auch deshalb eine grosse Herausforderung, weil beim Bau des Parks einige Gebäude erhalten werden sollen. Auch diese müssen CO2-frei werden. «Wir sind uns bewusst, dass es nicht einfach wird. Trotzdem sind wir aber überzeugt, dass es keine Illusion ist und wir es schaffen können», sagt Vonlanthen. Wer genau auf dem Areal einziehen wird, ist noch nicht klar. «Die Mieter werden ausgewählt. Dabei liegt unser Augenmerk vor allem auf Unternehmen aus dem Bereich nachhaltige Entwicklung», sagt Vonlanthen. Doch auch Restaurants und ein Cardinal- Museum sollen auf dem Areal entstehen. Das Besondere an dem Park wird zudem sein, dass er mitten in der Stadt Freiburg steht und auch mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar ist. Für die Umsetzung des Projekts hat man sich einen ehrgeizigen Zeitplan gesetzt. Anfang Dezember wurde ein Ideenwettbewerb lanciert, der noch bis Februar 2012 dauern wird. Nächstes Jahr soll dann der Architekturwettbewerb stattfinden und schon 2013 mit dem Bau begonnen werden. «Bei einem Projekt wie diesem ist es wichtig, dass von Anfang an alle Akteure bei der Planung miteinbezogen werden», sagt Emmanuel Rey, Professor für nachhaltiges Bauen an der ETH Lausanne. Dabei müssen auch die Hochschulen eine grosse Rolle übernehmen und können bei der Planung miteinbezogen werden. Rey und weitere Forscher der ETH Lausanne haben bei der Entwicklung des Ökoquartiers rund um den Bahnhof Neuenburg mitgeholfen, zu dem auch das neue Gebäude des Bundesamtes für Statistik gehört.

Weitere Parks sind geplant
Doch der Technologiepark auf dem Cardinal-Areal ist nur eines der Innovationsprojekte im Kanton Freiburg. «In der Schweiz sind momentan 20 Ökoquartiere geplant. Allein vier davon in unserem Kanton», sagt Vonlanthen stolz. Neben dem Cardinal-Park sollen auch in Bulle, in Romont und in Villaz-St-Pierre Ökoquartiere entstehen. «In Bulle soll ein CO2-neutrales Quartier mit Wohnungen, einem Hotel, Geschäften und einem Freizeitkomplex entstehen», erklärt Michel Cailleau, Projektträger der Ökoquartiere in Bulle und in Romont sowie Verwaltungsratspräsident des Immobilienentwicklers Abadia. Das Quartier in Bulle entsteht auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne, das in Romont in der ehemaligen Industriezone «En Raboud». «Dabei wollen wir nicht nur mit Architekten, sondern auch mit Soziologen und den Bürgern selber zusammenarbeiten», sagt Cailleau. Auch Thierry Dewarrat, Direktor der EnergieConcept S. A., die das Mandat für die energietechnische Begleitung der Projekte hat, ist überzeugt, dass das wichtig ist: «Ökoquartiere brauchen bewusste Nutzer, die geschult werden müssen», sagt er. Dem soll nicht nur bei dem Projekt in Bulle, sondern auch bei dem in Romont Beachtung geschenkt werden.

#Allgemeines

10. Dezember 2011 | Falken kann dem Gegenwind standhalten

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

In der Agenda vieler Aktionäre der hiesigen Brauerei hat die Generalversammlung im Dezember einen fixen Platz, gehört sozusagen zur Vorweihnachtszeit wie andere wiederkehrende Termine auch. 346 Aktionäre sind der Einladung zur Generalversammlung ins Park Casino in Schaffhausen gestern Abend gefolgt.
Was Verwaltungsratspräsident Jürg Spahn den Anwesenden zu Beginn der Versammlung zu sagen hatte, war zunächst wenig feierlich. Ausgehend von der Weltwirtschaftslage näherte er sich via dem globalen und dem nationalen Biermarkt dem eigentlichen Thema des Abends: der Brauerei Falken AG.
Die Schweizer Wirtschaft habe sich 2010 zwar schnell von der Krise erholt, sei aber ebenso schnell im Zuge der Frankenstärke und der Schuldenkrise wieder auf einen Abwärtspfad geraten, so der langjährige Verwaltungsratspräsident der Brauerei.
Der globale Biermarkt ist zwar einmal mehr gewachsen, allerdings in einer für kleine, unabhängige Brauerein unvorteilhaften Art: zulegen konnten vor allem die ganz grossen Bierkonzerne wie beispielsweise Anheuser-Busch.

**Schweizer Brauereien unter Druck**
Auch auf dem Schweizer Biermarkt hat sich die Dominanz der internationalen Konzerne einmal mehr bemerkbar gemacht: Der inländische Biermarkt ist zwar um bescheidene 0,7 Prozent gewachsen, die inländische Produktion jedoch um 1,1 Prozent gesunken. Der Marktanteil von Importbier ist auf 22,9 Prozent gestiegen. Eine weitere, anhaltende Tendenz sieht Spahn in der anhaltenden Verlagerung von den Gaststätten zum Detailhandel. Dieser Entwicklung Vorschub geleistet haben dürften die Folgen des schweizweiten Rauchverbots in Gastronomiebetrieben. Für zusätzlichen Druck sorgte schliesslich die Frankenstärke, die gerade in einer Grenzregion wie Schaffhausen den Einkaufstourismus gefördert hat. «Auch in der Brauerei Falken hat der Import von Billigbier und die Frankenstärke spuren hinterlassen», so Spahns Fazit. Dass das Vorjahresergebnis gehalten werde konnte, sei deshalb als Erfolg zu werten. Geschäftsführer Markus Höfler belegte Spahns Ausführungen mit weiteren Zahlen, und zeigte sich überzeugt, dass die Schaffhauser Brauerei mit ihrer Strategie auf dem richtigen Weg sei. «Regionalität, Tradition und Swissness sind in», so Höfler. Weil aber im Schaffhauser Heimmarkt kaum mehr Wachstumschancen vorhanden seien, müssen solche weiterhin in Zürich gesucht werden, vorzugsweise in Zusammenarbeit mit renomierten Gastronomiebetrieben. Um den Entwicklungen im Schweizer Biermarkt Paroli zu bieten, habe die Brauerei im vergangenen Jahr Effizienz und Sicherheit gesteigert.

**Verwaltungsräte bestätigt**
Während Philipp Moersen, Vizepräsident des Verwaltungsrates, und Ronald Forster, Mitglied des Verwaltungsrates, für eine volle Amtsdauer von drei Jahren wieder gewählt wurden, wurde Präsident Jürg Spahn lediglich noch für ein Jahr gewählt. «Da die Altersgrenze bei 72 Jahren liegt, könnte auch ich mich nochmals für eine volle Amtsdauer wählen lassen», so der 69-Jährige. Weil er eine Verjüngung des Gremiums für angezeigt hält, verzichtete er jedoch darauf, und liess sich stattdessen für ein letztes Jahr im Amt bestätigen.
Wie üblich fasste Spahn schliesslich das vergangene Braujahr lyrisch zusammen und löste mit Versen wie «Gestern drehte man den Schalter von Zuppiger auf Walter» grosses Gelächter unter den Anwesenden aus. Ob dichterische Fähigkeiten auch zum Anforderungsprofil seines Nachfolgers gehören, blieb offen. Nächstes Jahr wird Spahn sie jedenfalls noch ein letztes Mal unter Beweis stellen können.


**Getroffen: Die Falken-GV ist ein wichtiger Treffpunkt für viele Schaffhauser und ist für eine sehr ausgelassene Stimmung bekannt**

*Thomas Minder*
hat bisher noch nie an der GV teilgenommen – dieses Jahr ist er eingeladen worden. «Produzierende Betriebe sind mir sympathisch, und Eigenständigkeit ist heute eine Leistung.» Mit der Brauerei sei er verbunden durch seine Mithilfe beim Bau einer Nische für Falken.

*Dario Zimmermann*
hat seinen Kollegen begleitet und nimmt zum ersten Mal am Anlass teil. Ihm sei aufgefallen, dass wenig junge Leute und kaum Frauen unter den Gästen seien: «Es wäre nicht schlecht, wenn man etwas junges Blut in die Aktiengesellschaft bringen könnte.»

*Susanne Sieber*
war schon 1998 dabei, als die GV noch in der Brauerei stattfand: «Damals hatte es neben mir nur zwei weitere Frauen.» Besonders gefreut hat sie sich auf das Gedicht: «Auch heute war es wieder super und sehr aktuell. Nur Minder wurde darin nicht erwähnt.»

*Markus Müller, SVP-Kantonsrat*
ist zum dritten Mal hier und freut sich darauf, viele Bekannte zu treffen. «Das erste Mal war ich als Kantonsratspräsident eingeladen, dann bekam ich Freude daran und habe eine Aktie gekauft.» Nächstes Jahr wolle er seine Frau mitnehmen.

*Thomas Kunz*
ist in Schaffhausen aufgewachsen und wohnt ausserhalb. Er will Bekannte von früher wiedersehen: «Einige habe ich schon gesehen. Leider hat es keinen Platz mehr an ihrem Tisch – aber ich habe Zeit, mein Zug fährt erst um zwei, der letzte notfalls um drei Uhr.»


**Brauerei Falken AG Kennzahlen 2010/11**

10/11 09/10
Nettoerlöse 20,49 22,28
Jahresgewinn 0,329 0,331
Umlaufvermögen 6,18 6,39
Anlagevermögen 12,02 11,83
Fremdkapital 13,79 13,98
Eigenkapital 4,41 4,24
Rückstellungen 10,86 10
Flüssige Mittel 0,489 0,412
Personalaufwand 5,36 5,53
Dividende
pro Aktie (in Fr.)
50 50