#Notizen zu Namen

2. Dezember 2014 | Klatsch bei Thalmann und Blanz

Schaffhauser Nachrichten
Alena Bareiss

Nicht Giacobbo und Müller, aber Thalmann und Blanz hatten am diesjährigen Chränzli in Dörflingen die Mikrofone in der Hand. Vor einer Halle prall gefüllt mit Zuschauern bereiteten sie am letzten Samstag das ausgehende Jahr 2014 satirisch auf.
Wie von der Fensehsendung am Sonntagabend gewohnt, liessen die turnenden Satiriker kein nennenswertes Ereignis aus, um darüber in Klatsch und Tratsch zu berichten. Los ging es mit dem Bankgeheimnis, welches die Muki-Turner mit Löwenkräften zu bewahren wussten. Auszudiskutieren galt es die Olympischen Winterspiele in Sotschi und vor allem deren ganzes Drumherum. Um dabei den Sport nicht zu vergessen, stellte die kleine Mädchenriege als Schweizer Delegation Sportarten der Winterolympiade vor. Die Grossen der Mädchenriege ermöglichten den Zuschauern einen Blick ins Fandorf in Brasilien während der Fussball-WM. Ein sportlicher Grossanlass jagte den nächsten. Die Knaben der kleinen Jugi präsentierten einen Liveausschnitt aus der Leichtathletik-EM auf dem Letzigrund, bevor sich die Grösseren als Turmspringer beziehungsweise Synchronschwimmer versuchten. Wieder zurück bei der Politik, diskutierten Fabian Thalmann und Marcel Blanz über Gripen und Einwanderungs-Initiative – Letzteres mit dem «Munotglöggli» von Thalmann musikalisch untermalt. Einige Jahre zurückversetzt fühlte man sich während der Aufführung der Blues Brothers und der Blue Man Group des Turnvereins. Die Männer- und die Frauenriege bildeten dann den Abschluss in eidgenössischem Stil.
Der zweite Teil der Abendunterhaltung stand im Zeichen des Theaters. Eine achtköpfige Truppe aus Dörflingen brachte das Publikum mit einer ausgeklügelten Liebesgeschichte zum Lachen. Mit erheitertem Gemüt begaben sich die Zuschauer danach an die Bar.


Am Chränzli in Dörflingen hatten auch die Blues Brothers und die Blue Man Group ihren Auftritt. [In der Mitte: Philipp Klaus Zumbühl v/o Bomm]
Bild Alena Bareiss

#Notizen zu Namen

21. November 2014 | «E guete Wurscht bruucht e kan Sämpff»

Schaffhauser Nachrichten
Mark Schiesser

Wenn sich Geschichte und Gegenwart, Staaner Mundart und romanische Sprache begegnen, dann ist das Interesse gross. Vor allem, wenn es sich um einen begnadeten Erzähler wie Felix Graf handelt. Wie schon zwei Jahre zuvor, als der gebürtige Steiner mit Schaffhauser Wohnsitz sein erstes Buch «Land der Dinge» aus der Taufe hob, war der Windler-Saal auch am Mittwochabend wieder sehr gut besetzt. Die Lesung mit Buchtaufe im Rahmen des Winterprogramms der Volkshochschule schien wie ein grosses Familientreffen zu sein.

Graf habe schon immer gute Geschichten erzählt, erinnerte sich der Präsident der Volkshochschule, René Meile. In seiner Jugendzeit sei er deshalb oft später nach Hause gekommen. Gespannt waren viele Steiner wie auch Auswärtige, ob sie sich in einem der Texte wiederfinden würden. Denn der Historiker und Kurator am Landesmuseum gab mit seinem neuen historischen Tagebuch namens «Fluss und Zeit» weitere Erlebnisse, Anekdoten und Gedanken von Schauplätzen zwischen Rheinfall und Konstanzer Münster zum Besten. So auch aus der spezifischen Gegenwelt, die nur im Zeitfenster der Staaner Fasnacht sichtbar wird, oder aus einer Begegnung mit dem alten Bären-Metzger Windler und dessen eigenwilligem Grundsatz, dass eine gute Wurst keinen Senf brauche. Die Verlagerung eines grimmschen Märchens nach Stein am Rhein – «Vum Fischer und de Fischeri» in gutem altem Staaner Dialekt – fand genauso Anklang wie die Liebe des Autors zur portugiesischen Sprache, die sich in Form von Gedichten in dem Büchlein wiederfindet. Am Apéro mit Chäs-Chüechli und einheimischem Rebensaft wurde besonders darauf angestossen, dass Felix Graf auch weiterhin schreibend viele neue Wege anlegt.



Der gebürtige Steiner Autor Felix Graf beim Signieren seines zweiten literarischen Tagebuchs im Windler-Saal.
Bild Mark Schiesser

Mittwoch, 19. November 2014
Schaffhauser Nachrichten
Interview Edith Fritschi

**«Alles ist in Bewegung»**

Nachgefragt Felix Graf

Aus seinem neuen literarischen Tagebuch liest Felix Graf heute Abend im Windler-Saal auf Einladung der Steiner Volkshochschule. Graf, gebürtiger Steiner, ist beruflich als Sammlungs- und Ausstellungskurator am Schweizerischen Nationalmuseum tätig.

*Herr Graf, es ist nun das zweite literarische Tagebuch, das Sie nach «Land der Dinge» vorlegen. Was dürfen die Leser diesmal erwarten?*
Kein ausschliesslich persönliches Büchlein mit intimen Einträgen und Bekenntnissen, sondern eine Mischung aus Crónicas – Kurzgeschichten, kulturgeschichtlichen Streiflichtern, Erinnerungen, Arbeitsnotizen, Gedanken und Gedichten.

*Wo ist das Buch «Fluss und Zeit» geografisch und zeitlich angesiedelt?*
Ausgangspunkt meiner Reise durch Raum und Zeit ist das Stein am Rhein der 1950er- und 1960er-Jahre: die beiden Elternhäuser, Vor der Brugg, die Altstadt, die Reben, der Rhein, der nahe Untersee. Ich erzähle Begebenheiten, an die sich meine Schulkollegen und die älteren Steiner erinnern können. Dazu ein Märchen im Staaner Dialekt.

*Also eine Mischung aus Geschichte und Gegenwart, Mundart und Hochsprache?*
Ja, und ich schreibe auch portugiesische Texte, aus purer Freude an dieser wunderbaren und inspirierenden Sprache.

*Und Sie schlagen mitunter gar ganz weite Bögen zwischen der Landschaft am Rhein und dem Tejo …*
Ja, das sagt vielleicht auch der Titel schon ein wenig. «Fluss und Zeit» enthält auch das griechische «panta rhei» und meint, dass alles in Bewegung ist. Auch der Fluss der Gedanken.

*Sie mäandern gewaltig, was auch die Lektüre spannend und weitläufig macht. Und Sie schreiben auch Gedichte auf Portugiesisch. Eines davon ist im Buch zu finden. Woher kommt Ihre grosse Vorliebe für diese Sprache?*
Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen habe ich schon lange familiären Kontakt zur Familie Silva Costa in Stein am Rhein. Zum anderen habe ich den Narren gefressen an diesem weiten Sprachraum. Er erstreckt sich über vier Kontinente, vom Süden Europas über Afrika und Brasilien bis nach Asien. Nach wie vor ist portugiesisch eine der sechs grossen Weltsprachen.

*Sie haben einst Latein studiert und sind aufs Portugiesische gekommen?*
Man kann sagen, dass es so etwas wie die Nutzanwendung der Lateinkenntnisse ist. Portugiesisch ist die dem Latein am nächsten verwandte, gesprochene Sprache. Und das Portugiesische ist ein Fenster zur Welt. Man kann damit an Orte auf vier Kontinenten reisen, ohne sich mittels einer Drittsprache verständigen zu müssen.

*An wen richtet sich «Fluss und Zeit»?*
In erster Linie an Leute, die zwischen Schaffhausen und Konstanz wohnen, an beiden Ufern von Rhein und Untersee. Ich verstehe meine literarischen Aktivitäten als regionale Kleinkunst. Dann erzähle ich Geschichten, die ich bei den Ausstellungsvorbereitungen am Schweizerischen Nationalmuseum erlebe, weshalb Berufskollegen und Museumsbesucher ebenfalls zum Zielpublikum gehören. Schliesslich auch die portugiesischsprachige Gemeinde in der Schweiz. Das weiss ich seit meiner letzten Veröffentlichung, als ich Reaktionen aus dieser Ecke bekommen habe, auch von Leuten, die Portugiesisch unterrichten. Auch auf «Fluss und Zeit» habe ich bereits schöne Feedbacks erhalten.


#Allgemeines

19. November 2014 | Wirteehepaar: Nach 50 Jahren ist Schluss

Schaffhauser Nachrichten
Lara Geissmann

Ganze 50 Jahre war das Ehepaar Franz und Johanna Schlatter in der Gastronomie tätig. Die meiste Zeit davon verbrachten sie im Buchthaler Quartierrestaurant Baumgarten. Nach 34 Jahren dort setzen sich die beiden nun zur Ruhe.
Als die beiden frisch Verheirateten mit Anfang 20 die Schmidstube in Andelfingen übernahmen, waren sie das jüngste Wirteehepaar in der ganzen Region. Zusammen wechselten sie nach vier Jahren in Andelfingen und einer Zwischenstation in einem Restaurant in Sursee zurück nach Schaffhausen. Für fünf Jahre übernahmen sie das ehemalige Hotel Kreuz. Dann lernten sie per Zufall die Vorgänger des «Baumgartens» kennen, was sich als Glücksfall erweisen sollte. Denn so konnten sie das Restaurant kaufen, umbauen und seit 1980 erfolgreich betreiben. «Wir haben uns in all den Jahren natürlich eine tolle Stammkundschaft zusammengekocht», so der Küchenchef Franz Schlatter, und auch Johanna Schlatter meint: «Natürlich tut es uns auch leid, jetzt Abschied zu nehmen.» Aber es sei einfach Zeit geworden. Denn für das Wirteehepaar blieb neben dem Restaurant nicht viel Freizeit. «Das war ein Job mit einem 16-Stunden-Tag hier im Baumgarten», so Franz Schlatter. Natürlich habe es ihnen immer Freude bereitet, und sie haben den «Baumgarten» mit Leib und Seele geführt. Trotzdem wollen die beiden nun in die Ferien und den Ruhestand geniessen.

**Spazieren und reisen**
Während Johanna Schlatter gerne einmal in den Norden, nach Schweden und Norwegen, reisen würde, freut sich ihr Ehemann auch auf kleinere Dinge wie einen Spaziergang: «Andere Leute sagen bei schönem Wetter: Lass uns laufen gehen. Bei uns hiess schönes Wetter bis jetzt immer: Terrasse bereitmachen, dass die Gäste draussen sitzen können. Jetzt können wir endlich auch einfach drauflosspazieren!» Obwohl das Paar sich aus der Gastronomie zurückzieht, behalten sie die Wohnung und auch das Restaurant selbst bis auf Weiteres: «Nach 34 Jahren ist es eben unsere Heimat geworden, da wollen wir nicht einfach so in eine 3-Zimmer-Wohnung umziehen.» Quartierrestaurants hätten es in der heutigen Zeit nicht mehr einfach, aber die Schlatters wären offen für einen Nachfolger. Das Beste wäre, wenn ein bereits bekannter Koch mit Stammkundschaft den «Baumgarten» übernehmen könnte. Aus diesem Grund möchte sich das Wirteehepaar für den Moment noch jede Option offen halten.


**Leserbrief**

Doppelter Abschied vom Restaurant Baumgarten
Thomas Hauser

**Buchthalen verliert einen Treffpunkt, das Wirtepaar geht in Pension**

Per Ende Oktober ging das Ehepaar Johanna und Franz Schlatter vom Restaurant Baumgarten in Buchthalen nach 34 Jahren Wirtetätigkeit in den Ruhestand und schloss den «Baumgarten» für immer. So muss Buchthalen vom «Baumgarten» doppelt Abschied nehmen; einerseits vom ausgezeichneten Wirte-Ehepaar Schlatter und anderseits von einem Restaurant mit einer Geschichte von über hundert Jahren.
Johanna und Franz Schlatter verstanden es, den «Baumgarten» als Speiserestaurant erster Klasse und gleichzeitig als gemütliche Quartierbeiz zu führen. Die Küche von Franz Schlatter war weit über die Buchthaler Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Für gewisse Gerichte wie die Paprikaschnitzel reisten die Gäste von weit ausserhalb des Kantons Schaffhausen nach Buchthalen. Ob in der grossen, einmaligen Gartenwirtschaft unter schattigen Bäumen, ob im Restaurant oder im Säli – im «Baumgarten» herrschte immer Betrieb, man traf immer einen Gast als Gesprächspartner. Der Quartierverein Buchthalen dankt Johanna und Franz Schlatter für ihren Einsatz im «Baumgarten» zum Wohle des ganzen Quartiers. 34 Jahre immer freundlich, immer gute Küche, immer gepflegten Service und immer unter dem Motto «Der Gast ist König», das will etwas heissen. Hut ab! Der Quartierverein Buchthalen bedauert es zudem ausserordentlich, dass der «Baumgarten» seine Türen für immer schliesst. Damit verliert das Quartier einen beliebten und vielfältigen Treff- und Ausgangspunkt. Wie aber eingangs erwähnt, verliert nicht nur Buchthalen eine Attraktivität, sondern auch in der gehobenen Schaffhauser Gastroszene geht ein wichtiges Angebot verloren, das auch vielen Firmen und Vereinen fehlen wird. Selbst die Mitglieder der Studentenverbindung Scaphusia werden für den letzten Akt, den auf den Weihnachtskommers folgenden Katerbummel, ein neue Lokalität suchen müssen. Gleichzeitig geht in Buchthalen das Beizlisterben weiter. Schade, denn ein Stück Kultur geht verloren. Liebe «Baumgarten»-Schlatters mit Team: Herzlichen Dank für 34 Jahre beste Betreuung und alles Gute im wohlverdienten Ruhestand.

#Allgemeines

19. November 2014 | Neue «Swissness»-Regeln bedrohen Biere

Schaffhauser Nachrichten
(rf./sda)

Schweizer Bier besteht zu über 90 Prozent aus Schweizer Wasser. Trotzdem müssen hiesige Brauereien befürchten, dass sie ihren Gerstensaft bald nicht mehr als Schweizer Produkt verkaufen können: Der Bundesrat will nämlich Trinkwasser nicht als Schweizer Rohstoff zur «Swissness»-Berechnung zulassen, sondern bloss Quell- und Mineralwasser. Bei den restlichen Rohstoffen wie Hopfen und Malz liegt der Selbstversorgungsgrad der Schweiz bei nahezu null.
Denjenigen Brauereien, welche dannzumal die «Swissness»-Vorgaben nicht erfüllen, ist nicht nur die Verwendung der Marke «Schweiz» untersagt; sie dürften auch ihre Verankerung in der Region nicht länger vermarkten. Von der Regelung betroffen wären unzählige kleinere und mittelgrosse Bierproduzenten, die ihr Wasser vom öffentlichen Netz beziehen.

**Schaffhauser Wasser**
Brauerei-Falken-CEO Markus Höfler gibt sich gegenüber den SN zuversichtlich: «Wir brauen unser Bier mit Schaffhauser Wasser – wir haben eine eigene Quelle.» Ausserdem sei die erwähnte Regelung ja noch keineswegs beschlossene Sache: «Ich denke, das Parlament wird diese Absicht des Bundesrates noch korrigieren.»

**Qualität vor Herkunft**
Die Brauerei Falken definiere sich nicht in erster Linie über «Swissness», sagt Höfler, «sondern über die Qualität und die Vielfalt unserer Produkte. Darum ist ‹Swissness› für mich auch nicht das Hauptargument.» Damit sei das Unternehmen bis jetzt gut gefahren, «und daran ändert sich nichts. Das wird vom Kunden auch so akzeptiert.»

**«Eidgenoss» ist geschützt**
Ausser beim «Eidgenoss» findet der Konsument nirgends ein Schweizerkreuz auf Falken-Produkten. «Dieses Schweizerkreuz kann man aber auch mit dem Namen in Verbindung bringen», sagt Höfler. «Den Namen ‹Eidgenoss. Ein Schluck Heimat› haben wir übrigens markenrechtlich beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum schützen lassen.»

**Flexibilität ist gefragt**
Würde diese Regelung wider Erwarten doch in Kraft treten, so wäre das laut Höfler «für die Brauerei Falken ungünstig und unangenehm», aber es wäre keine existenzielle Bedrohung. «Wir als Unternehmen müssen in allem, was wir tun, so flexibel sein, dass wir mit derartigen Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen umgehen können.»


**Braujahr 2013/14**
Dank Abfüllstrasse ein gutes Jahr für Falken

In der Schweiz sei im abgelaufenen Braujahr 2013/14 wieder mehr Bier getrunken worden, teilte der Schweizer Brauerei-Verband gestern mit. Das Marktvolumen wuchs um 1,4 Prozent auf gut 4,64 Millionen Hektoliter Bier. Das sind rund 57 Liter pro Kopf.
Auch für die Schaffhauser Brauerei Falken war der Bierkonsum 2014 «stabil auf tiefem Niveau», wie CEO Markus Höfler sagte: «Bis Anfang Sommer waren wir sehr gut unterwegs. Das schlechte Wetter im Juli und August hat uns dann aber schmerzhafte Rückgänge beschert.» Insgesamt ist der Bierabsatz von Falken laut Höfler 2014 stabil geblieben.
Nehme man hingegen das Ergebnis des Dosenkompetenzzentrums hinzu, werte Falken das Jahr 2014 als positiv. Man sei dank der Abfüllstrasse für Dosen gewachsen: «Im ersten Betriebsjahr hatten wir vier Millionen Dosen geplant, aber neun Millionen abgefüllt. 2014 werden wir auf 14,8 Millionen kommen.» Alles in allem war 2014 für die Brauerei «ein gutes Jahr», so Höfler. Das stimme Falken optimistisch für die Zukunft.
Der Inlandausstoss der Schweizer Brauereien nahm im abgelaufenen Braujahr leicht zu. Er betrug knapp 3,4 Millionen Hektoliter.

#Allgemeines

12. November 2014 | «Es ist nach wie vor eine wunderschöne Aufgabe»

Schaffhauser Nachrichten
Daniel Jung

**Interview Urs Saxer, abtretender Präsident des Munotvereins (Munotvater)**

*Warum geben Sie das Präsidium des Munotvereins nun ab?*
Der Grund ist folgender: Nach zehn Jahren als Munotvater und nach dem Abschluss eines Jubiläumsjahrs, das sehr erfolgreich war, ist für mich nun der richtige Zeitpunkt gekommen für meinen Rücktritt.

*War das Jubiläumsjahr so anstrengend, dass Sie nun nicht mehr weitermachen wollen?*
Nein. Ich bin weder amtsmüde noch ausgebrannt nach unserem Jubiläumsjahr – ich hoffe, dass man dies auch so gespürt hat. Trotzdem kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man über einen Rücktritt nachdenkt. Und ich finde, das Jahrzehnt im Präsidium und der Abschluss des 175-Jahr-Jubiläums sind ein guter Anlass dafür. Das Präsidium des Munotvereins ist aber nach wie vor eine wunderschöne Aufgabe.

*Ist schon bekannt, wer Ihr Nachfolger wird?*
Nein. Ich habe den Vorstand über meine Absicht am Montagabend informiert. Der Vorstand hat nun Zeit, die Nachfolge sorgfältig zu regeln. Das Vorstandsteam wird die Nachfolge intern diskutieren und zu gegebener Zeit auch nach aussen tragen.

*Wann soll der Wechsel im Präsidium vollzogen werden?*
An unserer Generalversammlung vom 27. März 2015. So ist es in den Statuten vorgesehen.

*Sind Sie selber noch an der Suche nach einem Nachfolger beteiligt?*
Nein, darin bin ich nicht mehr direkt involviert. Ich stehe aber selbstverständlich dem Vorstand für Fragen zur Verfügung.

*Sie blicken zurück auf 17 Jahre im Vorstand des Munotvereins und zehn Jahre als Munotvater. Welche positiven Erinnerungen werden Sie von dieser Zeit auf dem Munot mitnehmen?*
Sehr positiv erlebt habe ich es, dass man in der Funktion als Munotvater mit allen Generationen von Schaffhausen in sehr direktem Kontakt steht. Das beginnt mit dem Kinderfest, geht über die verschiedenen regelmässigen Veranstaltungen bis hin zur persönlichen Ehrung der Ehrenveteranen, also von Leuten, die seit 50 Jahren Mitglied im Munotverein sind. Es ist faszinierend, wie alle Generationen dem Munot verbunden sind.

*Was war ein eher schwieriger Moment oder eine besondere Herausforderung?*
Das ist eine gute Frage (überlegt). Ich blicke insgesamt auf eine sehr befriedigende Zeit zurück. Es gibt nichts, was mir irgendwie noch auf dem Magen liegt. Eine Herausforderung ist es, mit den Veranstaltungen auf dem Munot immer wieder den Zeitgeist zu treffen. Man muss alle Anlässe regelmässig hinterfragen, ob sie in ihrer Form noch aktuell sind – so, wie man früher die Kleidervorschriften hinterfragt hat, überlegen wir uns heute die zeitgemässe Kommunikation.

*Ein vielfältiges Jubiläumsjahr und die zweite Durchführung der Munot Summer Nights sind vorbei, verschiedene Bauprojekte sind in Bearbeitung: Können Sie einen gesunden Verein übergeben?*
Ich bin der Meinung, dass ich dem neuen Präsidium einen sehr dynamischen Vorstand übergeben kann. Das wird sich in all den Veranstaltungen zeigen, die wir für das Jahr 2015 planen. Hier haben wir am Montag das Grobkonzept zusammengestellt. An der Generalversammlung vom März 2015 werden wir dann das vollständige Programm präsentieren.

*Eines der Ziele für das Jubiläumsjahr war es, das 5000. Mitglied für den Verein zu gewinnen. Hat dies geklappt?*
Das haben wir noch nicht erreicht. Wir hoffen aber, die Marke bis zur GV noch zu knacken. Im Februar und März werden wir daher mit einem speziellen Angebot um Firmenmitgliedschaften werben. In diesem Bereich möchten wir noch etwas zulegen.

*Das Präsidium des Munotvereins ist ein zeitintensiver Job: Haben Sie schon konkrete Pläne, was Sie mit der gewonnenen Zeit anfangen wollen?*
Das werde ich nach der Generalversammlung im März 2015 entscheiden. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun.

*Herr Saxer, vielen Dank für das Gespräch.*

#Allgemeines

4. November 2014 | Zdzislaw Urbanczyk

Schaffhauser Bock

In der Brauerei Falken ist seit Kurzem ein neuer Braumeister am Werk: Zdzislaw Urbanczyk entscheidet über Hopfen, Malz und Hefe in der Schaffhauser Brauerei. Der gebürtige Pole ist in Deutschland aufgewachsen, hat das Brauerhandwerk in einer Brauerei gelernt, die der Schaffhausischen ganz ähnlich ist, und sich danach kontinuierlich an Fachhochschulen zum Braumeister weitergebildet. Er ist der Nachfolger von Michael Hanreich, der auf den langjährigen Braumeister Oskar Dommen folgte, und arbeitet seit eineinhalb Jahren bei Falken.



Zdzislaw Urbanczyk, Leiter Produktion & Technik der Brauerei Falken

#Allgemeines

27. Oktober 2014 | Neue Drogenstatistik: Wenn schon vier Bier als riskant gelten

Neue Zürcher Zeitung
Dsc.

Der Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen hat sich 2013 gegenüber dem Vorjahr wenig verändert; es akzentuieren sich aber gewisse Trends. Dies ist das Ergebnis des dritten Suchtmonitorings, das im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) durchgeführt worden ist.
Die Suchtstatistiken sind immer wieder ein Reservoir für gesundheitspolitische Argumentationen, etwa wenn es um neue Restriktionen bei der Vermarktung von alkoholischen Getränken oder Zigaretten geht. So steht in Bundesbern die Schaffung eines neuen Tabakproduktegesetzes und eines neuen Alkoholgesetzes auf der Traktandenliste. Auch in diesem Jahr bergen die Begrifflichkeiten des BAG das Risiko für Fehlinterpretationen.
So schreibt das BAG, dass der «risikoreiche Alkoholkonsum» 2013 im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen sei. «21,1 Prozent der Bevölkerung trinken sich mindestens einmal im Monat in den Rausch», heisst es im neuen BAG-Bulletin. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 21,0 Prozent. Ist aber diese Feststellung angebracht, wenn als Definition von «Rauschtrinken» die Konsumation von vier bis fünf sogenannten Standardgetränken (eine Stange Bier, ein Glas Wein oder ein Gläschen Schnaps) gilt? – Frühere Umfragen definierten das Rauschtrinken noch toleranter. Das BAG präzisiert auf Anfrage: «Der wissenschaftliche Begriff Rauschtrinken ist nicht dasselbe wie Trunkenheit.» Das wissenschaftlich definierte Rauschtrinken stehe für übermässigen Alkoholkonsum, der zu kurzfristigen körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führe. Anzeichen seien verminderte Reaktions-, Urteils- und Kontrollfähigkeit sowie Konzentrations- und Koordinationsschwierigkeiten, erklärt Mona Neidhart vom BAG. Letztlich gerät damit aber bereits ein durchaus akzeptables Trinkverhalten in den Dunst risikoreichen Trinkens, wenngleich das Risiko durch die Betroffenen selbst reduziert werden kann, indem etwa nach einem entsprechenden Abend auf das Autofahren verzichtet wird. Unter diesem Blickwinkel erstaunt es nicht, dass der «risikoreiche Alkoholkonsum» just bei Gebildeten stark verbreitet ist – es dürfte eine meistens harmlose Begleiterscheinung der Teilnahme an Anlässen sein.
Akzentuiert hat sich das Muster, wonach Jugendliche vor allem am Wochenende trinken, dann aber relativ viel. Der Durchschnittskonsum der unter 24-Jährigen liegt laut BAG am Wochenende bei vier bis fünf Standardgetränken – dieser Wert hat sich in den letzten Jahren um 10 Prozent erhöht.
Der chronische (tägliche) Risikokonsum hat sich bei der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren indes verringert, von 4,5 auf 3,9 Prozent. Erfreulich hat sich auch die Zahl der Raucher entwickelt. 2013 lag sie laut dem BAG bei nur 17,6 Prozent (2012: 18,9 Prozent). Leicht zunehmend ist hingegen die Zahl «gelegentlicher» Raucher.
Stabil oder leicht schwankend sind die Werte beim Cannabiskonsum. 5,7 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert zu haben. Das ist zwar mehr als 2011 (5,1 Prozent), aber weniger als 2012 (6,3 Prozent). Werte unter einem Prozent ergeben sich bei Fragen nach dem Konsum der übrigen illegalen Drogen «in den letzten 12 Monaten». Der Wert beim Kokain stieg 2013 dabei von 0,4 auf 0,5 Prozent an.

#Allgemeines

9. Oktober 2014 | «Reinen Wein eingeschenkt», was den Alkoholismus betrifft

Schaffhauser Nachrichten
Martin Edlin

Die Zahlen sind erschreckend: In der Schweiz konsumieren rund eine Million Menschen Alkohol in einem Umfang, der gesundheitliche und soziale Schäden verursacht. Rund 300 000 davon sind als «alkoholkrank» zu bezeichnen (Männer und Frauen im Verhältnis von 60 zu 40 Prozent), doch die wenigsten davon stehen deswegen in ärztlicher Behandlung. Scham und Schuldgefühle halten sie davon ab, Hilfe zu suchen. Und wenn, dann weiss man im Schaffhauser Psychiatriezentrum: Sie gehören, zusammen mit den an Depressionen, Schizophrenie und Demenzerkrankten, zu den vier grossen Patientengruppen, die hier Aufnahme finden.
Von Alkoholproblemen in ihrem Familien- oder Freundeskreis sind viele betroffen, und das mag auch der Grund gewesen sein, dass am Dienstagabend Dr. med. Dieter Böhm, seit 1991 in Diensten der Spitäler Schaffhausen und heute Leitender Arzt am Psychiatriezentrum, vor einem voll besetzten Vortragssaal in der Breitenau stand, um über Alkoholabhängigkeit zu sprechen. Er tat dies, ohne den Moralfinger zu erheben, und zeigte nüchtern die medizinischen Fakten und die Möglichkeiten der Behandlung auf. Nicht zuletzt waren es die Tipps zum Erkennen der Krankheit, die dem Referat den praktischen Nutzen gaben. Da genügen Fragen wie «Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass Sie Ihren Alkoholkonsum verringern sollten?», «Hat Sie schon jemand durch Kritisieren Ihres Alkoholkonsums geärgert?», «Hatten Sie schon einmal wegen Ihres Alkoholkonsums ein schlechtes Gewissen oder sich schuldig gefühlt?», und «Haben Sie bereits einmal morgens als Erstes Alkohol getrunken, um wieder fit zu werden?» Ein einziges Ja ist ein Alarmzeichen, die gefährliche Reise durch die vier Stadien einer Alkoholintoxikation mit den Folgen von Leberzirrhose, Schädigungen des Nervensystems und andere Krankheiten, von Stürzen und Abbau der Schutzreflexe nicht anzutreten. Viel Aufmerksamkeit fand das Referat von Dieter Böhm bezüglich stationärer oder ambulanter Therapie. Davon, dass deren Ziel einzig die Abstinenz sein kann, ist die medizinische Wissenschaft abgekommen: Auch die Verminderung der Konsummenge («kontrolliertes Trinken») ist ein gangbarer, aber ungleich schwierigerer Weg. Und dass ein «Trockengelegter» bei einem einzigen Schlückchen Alkohol unausweichlich rückfällig wird – Rückfälligkeit, die immer möglich ist, hängt von anderen Faktoren ab –, gehört ebenso zum überholten Bild des Kampfs gegen den Alkoholismus.
Es ist – so das Fazit von Dieter Böhm – nie zu früh, wohl aber manchmal zu spät, nach Hilfe Ausschau zu halten. Medizinisch geboten wird sie bei uns von den Hausärzten, Psychiatern und Psychotherapeuten, in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, im Kantonsspital, beim Verein für Jugendfragen, Prävention und Suchthilfe, in der Forelklinik in Ellikon oder im Spital Wattwil, wo Alkoholkurztherapien in der Psychosomatischen Abteilung angeboten werden.

#Alt-Scaphusia

6. Oktober 2014 | Rolf Corrodi olim Lauch

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Rolf Corrodi olim Lauch
Dipl. Ing. ETH
Generation 1943
1. Juli 1926 – 6. Oktober 2014

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 17. Oktober 2014 um 10.30 Uhr im Waldfriedhof Schaffhausen statt.

Die studentische Totenehrung wird am Mittwoch, 29. Oktober 2014 um 20.00 Uhr in der Bude stattfinden.

#Notizen zu Namen

3. Oktober 2014 | Rüdlinger Wirtschaft zur Stube wird von Grund auf restauriert

Schaffhauser Nachrichten
Karin Lüthi

Die traditionsreiche Wirtschaft zur Stube in Rüdlingen, die seit einiger Zeit im Besitz von Giorgio und Anne-Marie Behr ist, wird in den kommenden 13 Monaten aufwendig renoviert. Damit während des Umbaus weder Arbeitsplätze verloren gehen noch die vielen treuen Gäste auf den Besuch des bekannten Fischrestaurants unter der Leitung der Wirtin Hanny Matzinger verzichten müssen, wurde die zum Gebäude gehörende Trotte zu einer Gaststube umgestaltet. Wenn alles wie geplant läuft, wird die «Stube» im Oktober 2015 ein echtes Bijou sein, das seinesgleichen sucht.
Die Restauration betrifft nicht nur den Bereich von Gaststube und Küche, sondern das ganze Gebäude. Vom Keller bis zum Estrich mitsamt der ehemaligen Scheune wird alles möglichst epochengetreu renoviert. Das Ehepaar Behr sieht diesen Umbau als Engagement auf lokaler Ebene und begleitet es mit viel Idealismus und Wohlwollen. Wie dieser riesige Umbau und die Erneuerung des dreistöckigen Gebäudes aus der Renaissance stattfinden sollen, war am Mittwochabend Gegenstand eines geselligen Informationsanlasses für Nachbarn und Behörden. Mit der Restauration beauftragt sind Alois Kühne, ein bekannter Restaurator von historischen Liegenschaften in der Ostschweiz, und Walter Steinemann, der mit ihm schon mehrere Gebäude instand gestellt hat. Die «Stube», im Jahr 1512 erbaut, wurde seit Anfang August von allem befreit, was vom Zahn der Zeit angegriffen war oder nicht aus der ursprünglichen Bauzeit stammte. Walter Steinemann wies auf der Führung durch die alten Gemäuer darauf hin, dass im Lauf der Jahrhunderte, in denen sich naturgemäss die Ansprüche der Bewohner verändert hatten, immer wieder neue Elemente hinzugefügt wurden, die nicht mehr zum Stil der Renaissance passten.

**Der Schatz im ersten Stock**
Ein wahrer Schatz ist dann aber die Stube im ersten Stock, deren wunderschöne Kassettendecke und -wände aus Föhrenholz aus der ursprünglichen Bauzeit stammen. Diese Stube, die womöglich für den Namen der Wirtschaft verantwortlich ist, erhält einen prachtvollen Winterthurer Pfau-Kachelofen und wird nach der Restauration für gastgewerbliche Zwecke zugänglich gemacht. Von besonderem Interesse ist natürlich der Ausbau der Gaststube selbst. Der Kachelofen, den man dort kannte, war verhältnismässig jung; er stammte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er wird nun durch einen Kachelofen aus dem 17. Jahrhundert ersetzt. Steinemann mit seinem Beziehungsnetz, das er in vielen Jahren aufbauen konnte, spürte die beiden Trouvaillen auf und freut sich nun sehr darüber, dass sie in diesem alten Gebäude für Gemütlichkeit sorgen werden. Moderne Elemente finden sich vor allem im Küchenbereich. Hier wird Hanny Matzinger mit ihrem Team in Zukunft bestens eingerichtet sein. Damit ausserdem der Service im Gartenrestaurant optimiert werden kann, verlegt man die Strasse zwischen dem Haus und dem Garten nordwärts. Viel Erfahrung erfordert die heute vorgeschriebene fachgerechte Isolation der Gebäudehülle. Hier bewährt sich das Wissen von Kühne nochmals sehr, denn am Ende soll von dieser wichtigen Arbeit möglichst wenig, dafür vom Riegel des Hauses möglichst alles zu sehen sein. Der Riegel selbst wird in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach in grauer und nicht mehr in roter Farbe gehalten sein. Eingebaut wird auch ein Lift, der vom Keller bis in den obersten Stock führt, womit das Haus in Zukunft auch behindertengerecht sein wird.



Will die alten Gemäuer möglichst stilecht instand stellen: Restaurator Walter Steinemann.
Bild Karin Lüthi

#Notizen zu Namen

3. Oktober 2014 | Ein Rucksack für die «Helden» der Berge

Schaffhauser Nachrichten
Saskia Baumgartner

Die Idee, einen neuen Rucksack zu entwickeln, kam David Freitag in der Freizeit. Der Schaffhauser ist gerne in den Bergen, hat auch schon einige Viertausender bestiegen. Dabei hat er sich jedoch immer wieder eine bessere Ausrüstung gewünscht. «Für fortgeschrittene Bergsteiger gibt es kaum spezielles Equipment», sagt er. Als besonders störend habe er empfunden, dass man bei einem herkömmlichen Rucksack kaum an dessen Inhalt gelangt, ohne ihn komplett von den Schultern zu nehmen. Höchst unpraktisch – vor allem wenn man gerade an einer steilen Wand zugange ist und sich zumindest mit einer Hand festhalten muss.
Im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste suchte der Produkte-Designer nach einer Lösung. Das Ergebnis, der Rucksack «Caturix», wurde vor zwei Wochen mit dem James Dyson Award ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Erfinderwettbewerb für Jungdesigner. Freitag hatte sich gegen knapp 30 Konkurrenten durchsetzen können. Was ist an dem Rucksack nun so besonders? Anstelle der üblichen parallel verlaufenden zwei Rucksackträger setzte Freitag ein Träger-Kreuz ein. Vier Träger – jeweils zwei von oben und zwei von unten – laufen in der Mitte der Brust zusammen. Verschlossen werden sie hier mittels eines Systems, dass dem der Autogurte ähnelt. Wenn man an den Inhalt des Rucksacks gelangen will, öffnet man zwei diagonal verlaufende Träger. Der Rucksack lässt sich dadurch wie eine Umhängetasche verwenden und mit einer Hand nach vorne ziehen. Auch der Reissverschluss lässt sich mit einer Hand öffnen und man gelangt zum Inhalt des Rucksacks. Eine Vorrichtung verhindert, dass alle vier Gurte gleichzeitig geöffnet werden können und der Rucksack im schlimmsten Fall in die Tiefe stürzt. Der Rucksack lässt sich auch wieder einhändig verschliessen.

**Der Verschluss als Herzstück**
Nebst dem Trägerkreuz und dem Verschluss, «dem Herzstück» von Freitags Rucksack, gibt es noch ein paar weitere raffinierte Eigenschaften. So etwa die Möglichkeit, einen Eispickel per Magnet am Rucksack festzumachen und diesen unkompliziert und schnell zur Hand zu haben. David Freitag gab seinem Rucksack den Namen «Caturix», nach einem helvetischen Gott des Krieges. «Ein Bergsteiger hat ja schon etwas von einem Helden», sagt Freitag schmunzelnd. Der Designer hat den «Caturix» selbst genäht. Bislang gibt es nur diesen einen Prototypen. Um zu erreichen, dass der Rucksack in den Handel kommt, müsste man den neuen Verschluss in Serie herstellen können. «Ich denke, dazu wären etwa 150 000 bis 200 000 Franken nötig», sagt Freitag. Finanziert werden könnte dies etwa durch einen der bekannten Bergsport-Ausrüster. Freitag kann sich zwar vorstellen, in Zukunft mit einem grösseren Konzern zusammenzuarbeiten. Zunächst will er jedoch noch selbst etwas an dem Verschluss feilen. «Ich hinterfrage immer alles, und ich glaube, dass es vielleicht eine Lösung gibt, die noch etwas besser ist», sagt Freitag. Die Jury des schweizerischen James-Dyson-Wettbewerbs hat David Freitag jedoch noch mit dem aktuellen Verschluss überzeugt. Der «Caturix» ist auch noch im Rennen des internationalen Wettbewerbs, an dem rund 90 Erfinder teilnehmen. Der Gewinner wird am 6. November bekannt gegeben.





David Freitag demonstriert die Idee des «Caturix» – durch das Öffnen zweier diagonaler Träger (der Verschluss ist orange) lässt sich der Rucksack wie eine Umhängetasche verwenden. Auf diese Weise benötigt man nur eine Hand, um an das Innere des Rucksacks zu gelangen – was gerade für Bergsteiger sehr praktisch ist.
Bilder Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

30. September 2014 | CEO für eine Woche

Schaffhauser Bock
Ramona Pfund

Statt Mathe und Englisch stand für 73 junge Leute letzte Woche Firmengründung im Stundenplan.
Bilanz, Erfolgsrechnung, Marketing und Personalpolitik kurz vorgestellt und sofort angewendet. Wichtige erfolgsprägende Entscheidungen fällen im Schnellverfahren. Fünf Geschäftsjahre, die Höhenflug oder Bankrott bedeuten, in fünf Tagen. Die Wirtschaftswoche ist für Schülerinnen, Schüler und Lernende eine spannende Zeit, die im Nu vergeht. Auch Fachlehrerinnen und -lehrer aus der Privatwirtschaft sind bis aufs Äusserste gefordert, müssen spontan und flexibel reagieren und den jungen Geschäftsleuten als Coach zur Seite stehen. Schnell nehmen die Jugendlichen das Spiel ernst, rasch breitet sich hier und dort Ehrgeiz und Fleiss aus.

**Trendprodukte im Fokus**
Doch im Endeffekt ist es ein Spiel und der Spass geht nicht verloren. Seit den 1970er-Jahren fördert die Ernst-Schmidheiny-Stiftung diese Wirtschaftswochen in der Schweiz. In Schaffhausen ist sie für die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule sowie für einige Lernende der Industrie- und Wirtschaftsvereinigung (IVS) bereits zur Tradition geworden und fester Bestandteil des Unterrichts. Halbjährlich findet eine Wirtschaftswoche im Klostergut Paradies in Schlatt statt.
In der letzten Woche teilten die Fachlehrpersonen die Teilnehmenden in fünf Gruppen ein. Jede Gruppe entwickelte ein anderes Produkt. Trendiges war letzte Woche besonders beliebt: Kopfhörer-, Parfum- und Lautsprecherhersteller wurden unter anderem am Montagmorgen unter demokratischer Abstimmung geboren. Pro Produkt gab es drei Firmen, die je vier bis fünf Schüler leiteten. Ein kleiner Markt also, in dem das Verhalten der Konkurrenz mit Argusaugen beobachtet wurde.
Oft konnten die virtuellen Firmengründer selbst entscheiden, wer die Leitung übernimmt, also CEO für eine Woche ist, wer das Marketing gestaltet, wer die Finanzen überwacht und wer sich um Personalressourcen kümmert. Vorgegebene finanzielle Grössen und ihre gemeinsamen Entscheidungen waren für die weitere Entwicklung wichtig. Jeden Abend wertete ein Computerprogramm aus, wie sich das Verhalten der Unternehmen auswirkt. Es gab also erfolgreiche und niederschlagende Geschäftsjahre. Am Ende der Woche zeigt sich, wer die richtigen Entscheide getroffen hat. Was bleibt, sind positive Erinnerungen und wertvolle Erfahrungen für das künftige Berufsleben.

Schaffhauser Nachrichten
(rf.)

26.09.2014

**Kantischüler und Lehrlinge erkunden die Wirtschaft**

Wirtschaftswoche

Für 61 Studierende der Kantonsschule Schaffhausen und 12 Auszubildende von regionalen Unternehmen geht heute Freitag im Klostergut Paradies die Wirtschaftswoche zu Ende. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr sahen sich Kantischüler und Lehrlinge während der Wirtschaftswoche für fünf Tage mit den Realitäten der Wirtschaft konfrontiert.
Die traditionelle Wirtschaftswoche ist ein Gemeinschaftsprojekt der Industrie- & Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen IVS, der Kantonsschule Schaffhausen und der Ernst-Schmidheiny-Stiftung. Die Teilnehmenden schlüpfen jeweils in die Rolle von Unternehmensleitungen, deren Firmen zum Bei- spiel Kopfhörer, E-Bikes oder Körperpflegeprodukte herstellen. Im Verlaufe dieser Woche mussten sie für «ihre» Wirtschaftswoche-Unternehmen Strategien entwickeln, sich mit der Konkurrenz und der Entwicklung des Marktes auseinandersetzen, Marketingkonzepte umsetzen und eine Vielzahl von Entscheiden fällen. Das Verhalten des Marktes und die Entwicklung des Unternehmens simuliert dabei das computergestützte Lehrkonzept Wiwag. Zu den Höhepunkten der Woche zählten neben dem Besuch von Regierungspräsident Christian Amsler von heute Freitag Erkundungen regionaler Firmen – vorgestern öffneten IWC Schaffhausen, Bircher Reglomat, IVF Hartmann, Curtiss-Wright Antriebstechnik und Cilag den jungen Unternehmenslenkern ihre Türen.

#Notizen zu Namen

27. September 2014 | Florian Keller (AL) zieht sich aus dem Kantonsrat zurück

Schaffhauser Nachrichten
(ek)

**Rücktritt**
Kantonsrat Florian Keller (AL, Schaffhausen) hat auf Ende Jahr seinen Rücktritt aus dem Parlament erklärt. Er tut dies mit der Begründung, dass er nach zehn Jahren im Rat wieder mehr Zeit für Politik haben möchte. «Ich bereue keines dieser Jahre und höre auf, bevor sich daran etwas ändert», schreibt Keller in seiner Rücktrittserklärung an den Kantonsratspräsidenten Martin Kessler (FDP, Trasadingen), die den SN vorliegt. Keller nutzt seinen Rücktritt dazu, harsche Kritik an der Regierung wie am Kantonsrat zu üben. Sein Zeugnis für das Parlament sei «kein besonders gutes», er habe selten «substanzielle, ergebnisorientierte Debatten» erlebt. Er fährt vor: «Stattdessen wird die Ausgestaltung der strategischen Richtung unseres Kantons mehrheitlich der Regierung überlassen, während das Regieren selber dann regelmässig wieder vom Kantonsrat übernommen werden will, häufig um schludrige Ratsarbeit zu korrigieren.»

**Kritik am Sparpaket**
Und auch zum diese Woche vorgestellten Sparpaket der Regierung äussert sich Keller: «Das vorgelegte Sparpaket bekräftigt mich in der Überzeugung, dass Regierung und Parlament mehrheitlich die falsche Politik für unseren Kanton beabsichtigen.» Abschliessend schreibt Keller: «Ich habe den Glauben verloren, dass sich in der heutigen Konstitution dieses Rates innerparlamentarisch etwas bewegen lässt, und entscheide mich freiwillig dazu, diesen Rat zu verlassen, auch wenn ich gerne mitbestimmt habe. Ich werde das weiterhin als Bürger machen und wieder mehr Zeit für Politik haben.» Nachfolgerin von Keller im Kantonsrat wird für die AL Linda de Ventura.

#Allgemeines

22. September 2014 | Wer «ehrlich gesagt» sagt, ist meist nicht ehrlich

Schaffhauser Nachrichten
(schi)

Und nach der Pause des Medienstamms kommt auch noch Che, mit bürgerlichem Namen Peter Hartmeier, früherer Chefredaktor des «Tages-Anzeigers», und setzt sich neben Pipe! Niemand bemerkt den damit verbundenen Rollentausch: Der Berichterstatter gerät in Stress, leidet unter dem hohen Erwartungsdruck. Vorne geben zwar Marcus Knill, vulgo Fabulator, und Matthias Ackeret, vulgo Elvis, Verleger des Wirtschaftsmagazins «Persönlich», bedenkenswerte Tipps für den Umgang mit Medien, doch er hört längst nicht mehr zu, studiert nur noch an seinem Titel herum. Kaum glaubt er ihn gefunden zu haben, verwirft er ihn wieder, viel zu wenige Buchstaben. Dann endlich die Erlösung, Urs Peter Naef, Mediensprecher der Migros, erklärt den Mitgliedern der Handelsschulverbindung Commercia die 50-40-10-Regel: «50 Prozent macht das Visuelle aus, 40 Prozent die Sprache und 10 Prozent der Inhalt.» Mediengott sei Dank, der Inhalt ist gar nicht so wichtig. Das verschafft dem Schreiber den nötigen Stressabbau, auch wenn klar ist, dass nur das Fernsehen, nicht aber der Printjournalismus gemeint ist.
Beim Medientraining mittels Videoaufnahmen schlagen sich die Aktivitas-Mitglieder Jeff Unger (Rock) und Patrick Biedermann (Poet) bestens. Und doch bringen Marcus Knill und sein Kameramann Claudio Ferrari manch ein Detail zutage, das sich verbessern liesse, hinsichtlich Blick, Gestik und Mimik, bezüglich Tonalität, Einfachheit und Verständlichkeit der Antworten. Die überraschende Kernbotschaft, die das brillante Duo Knill/Ackeret in einem wahren Pointenfeuerwerk vermittelt, lautet: Das Wichtigste ist die Pause. Lasst euch von den Medien nicht unter Zeitdruck setzen, überlegt, bevor ihr antwortet, verlangt unter Umständen sogar die Telefonnummer, um zurückzurufen. No Stress. Klar wird allerdings auch: Wer «ähh» sagt oder «also», macht keine Denkpause. Verschiedene Experten, verschiedene Kernbotschaften. Commercia-Präsident Alexander Schlehan (Cobra) betont: «Die Aktivitas unter Michael Storrer, vulgo Fly, schlägt sich hervorragend», Martin Schläpfer (Pipe), am Freitag als «Tellerjongleur des Bundeshauses» vorgestellt: «Ihr seid Partner der Journalisten, nicht Angeklagte», und für Peter Hartmeier (Che) steht fest: «Medientraining gehört heute zum Standard. Das Allgemeinwissen wird wieder wichtiger.»

**Das letzte Wort**
Zielführend sind auch anschauliche Bilder und Geschichten. Unverhofft setzt hier Protokollführer Peter Dörig einen glanzvollen Schlusspunkt; Zart nennen sie ihn, richtiger wäre Poeta doctus. Doch merke: Das allerletzte Wort gehört dem Journalisten. Immer. Mit der SN-Fotografin Jeannette Vogel war vermutlich erstmals eine Frau bei der Commercia zu Gast – folgt nun bis zum Jubiläum 2018 die Öffnung?

#Notizen zu Namen

18. September 2014 | Innovativer Rucksack für Bergsteiger gewinnt Studentenpreis

Dyson SA, Pressemitteilung

David Freitag aus Schaffhausen hat mit dem neuartigen Outdoor-Rucksack Caturix den James Dyson Award in der Schweiz gewonnen. Das technische Herzstück des Diplomarbeitprojekts von Freitag an der Zürcher Hochschule der Künste ist ein innovatives Verschlusssystem. Dieses ermöglicht ein einfacheres Erreichen des Rucksackinhalts in allen Lagen und besonders in schwierigeren Kletterpassagen. Dadurch wird die Sicherheit des Bergsteigers erhöht.
In der Schweiz ist der 12. James Dyson Award in Zusammenarbeit mit der swiss design association (sda) verliehen worden. Die nationale Jury hat aus 28 eingereichten Schweizer Projekten aus den Bereichen Industrie- und Produktdesign das beste nationale Projekt ermittelt. In der Schweiz hat Caturix, ein innovativer und äusserst praktischer Rucksack, gewonnen. «Als Ingenieure müssen wir bestehende Dinge hinterfragen und prüfen, ob nicht ein anderer Weg besser ist.» Diese Aussage von Erfinder und Firmeninhaber James Dyson passt perfekt zum Gewinnerprojekt.

**Der Rucksack mit neuartigem Tragesystem für mehr Flexibilität und Sicherheit**

Seit vielen Jahren wurde der Outdoor-Rucksack nicht mehr grundlegend verändert. Durch eigene Erfahrung und viele Selbsttests hat David Freitag (25) erkannt, dass bei herkömmlichen Rucksäcken der Zugang zum Inhalt während schwieriger Kletterpassagen teilweise fast unmöglich ist. David Freitag erklärt: «Solche Strecken können Stunden dauern. Währenddessen müssen Verpflegung und Notfallausrüstung einfach erreichbar sein. In dieser Hinsicht bedeutet höhere Flexibilität zugleich auch mehr persönliche Sicherheit für den Bergsteiger.» Das bewog den Studenten dazu, die grundlegende Funktionalität des Rucksacks zu hinterfragen, und er ist dabei auf das bislang kaum veränderte Tragesystem gestossen.
David Freitag hat mit Caturix einen neuartigen Verschluss für das Rucksack-Tragesystem entwickelt, bei dem die Schulterriemen in einem Kreuz über dem Brustkorb zusammen kommen. Der innovative Verschluss ermöglicht mehr Flexibilität in der Handhabung. In der Ursprungsposition können drei Varianten gewählt werden: Der Verschluss kann in der Mitte getrennt und auf beiden Seiten jeweils diagonal geöffnet werden. Sobald eine Variante ausgelöst wird, verhindert die Mechanik im Verschluss eine Fehlbetätigung der anderen Lösungen. In der Mitte wird der Rucksack getrennt, um ihn klassisch auszuziehen. Die diagonalen Varianten eignen sich, um mit einer Hand den Rucksack nach vorne zu drehen und sich somit Zugang zum gewünschten Inhalt zu verschaffen, ohne den Rucksack ausziehen zu müssen.
Neben dem innovativen Verschlusssystem weist der Rucksack noch weitere Verbesserungen auf: Viel Ausrüstung kann beim Zustieg in einem grossen Fach verstaut werden. Beim Einstieg in die Wand wird dieser Aussenstoff abgenommen, deponiert oder im Rucksack verstaut. Dadurch hat man beim Klettern einen schlanken Rucksack, der mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht. Um ein Durcheinander mit dem Klettergurt und dem Hüftgurt des Rucksacks zu vermeiden, können die Hüftflossen praktisch und schnell verstaut werden. Eine neue Pickelbefestigung ermöglicht zudem das Abnehmen des Pickels vom Rucksack, ohne ihn ausziehen zu müssen. Für anderes Gelände kann der Pickel sicherer befestigt werden.
Jurypräsident Prof. Gregor Naef lobt die Erfindung: «Jeder Bergsteiger kennt das Problem herkömmlicher Rucksacksysteme. Caturix hat eine höchst funktionale, sichere und gleichzeitig unkomplizierte und formschöne Antwort gefunden. Die Chancen, am Markt zu bestehen, sind gegeben.»
David Freitag gewinnt hierzulande den James Dyson Award 2014 und erhält 3000 Franken und eine Jungmitgliedschaft bei der swiss design association.

**Die besten 5 Schweizer Projekte für das internationale Finale gewählt**
Das Schweizer Gewinnerprojekt wird mit 4 weiteren hochwertigen Schweizer Erfindungen an das internationale Finale des James Dyson Award weitergereicht. Hier erhalten alle nochmals die Chance, 30 000 Pfund für sich und 10 000 Pfund für ihre Hochschule zu gewinnen. Die Qualität der Projekte war für das Weiterkommen entscheidend, denn nur bis zu maximal 5 hochwertige Produktideen durften gemäss Reglement weitergereicht werden. Der internationale Gewinner wird am 6. November 2014 bekannt gegeben. Aus der Schweiz haben sich qualifiziert:

**Siegerprojekt:**

**Caturix**
David Freitag, Schaffhausen, Zürcher Hochschule der Künste
Neuartiges Tragesystem für Rucksäcke ermöglicht einfacheres Erreichen des Inhalts, wodurch die Sicherheit beim Bergsport gesteigert wird.

**Finalisten:**

**Down Up**
Alice Spieser, Genf, ECAL/Haute école d’art et de design Lausanne
Der Trink- und Wasserhahn: Mit einem Finger kann das Wasser umgeleitet werden, um wie aus einem Brunnen trinken zu können.

**Woodlouse**
Romain Gaillard, Lausanne, ECAL/Haute école d’art et de design Lausanne
Faltbare und kompakte Schneeschuhe, auf die Bedürfnisse der Freerider angepasst.

**Gills**
Anaïs Benoît, Paris, ECAL/Haute école d’art et de design Lausanne
Schwimmflossen und Wasserschuhe in einem.

**Stride**
Derya Ayfer, St. Gallen, Fachhochschule Nordwestschweiz
Prothesenfuss, bei dem problemlos drei Absatzhöhen eingestellt werden können.

**Über den James Dyson Award**
Beim James Dyson Award können Studierende weltweit ihre Projekte auf der Internetplattform www.jamesdysonaward.org anmelden. Dort präsentieren die Teilnehmenden die Erfindungen mittels Video-, Bild- und Textdateien. Auf der Seite können Interessierte auch jederzeit die weltweit eingereichten Projekte einsehen. Nationale Jurys bewerten die Projekte und reichen bis zu 5 Projekte ans internationale Finale ein und bestimmen einen Ländergewinner.
In der Schweiz setzte sich die Jury zusammen aus Urs Honegger (Redaktor «Hochparterre»), Alexis Georgacopoulos (Direktor ECAL Lausanne), Nicole Kind (Leiterin Industrial Design an der Zürcher Hochschule der Künste), Prof. Gregor Naef (langjähriger Präsident der swiss design association, Dozent an der Hochschule für Gestaltung und Kunst am Institut Industrial Design in Aarau, FHNW) und Peter Schweizer (Geschäftsführer Methosys GmbH). Im Vorfeld sind weltweit über 600 Projekte aus 18 Ländern angemeldet worden.
Der James Dyson Award wird international durch die James Dyson Foundation verliehen, die damit innovative Studenten weltweit unterstützt. Der Award ist die Chance für junge Designer und Designerinnen, auf nationaler und internationaler Ebene entdeckt zu werden und erste Erfahrungen im Wettbewerbsgeschäft zu sammeln.

Siegerprojekt: Caturix von David Freitag



#Allgemeines

16. September 2014 | Wo bzw. wann sollten Männer am ehesten eine Krawatte tragen?

Coopzeitung Nr. 38

Wann soll Mann Krawatte tragen? Für die meisten braucht es dafür einen besonderen Anlass. Immer will sie fast niemand tragen.

**Ein Muss auf Hochzeiten.** Das jedenfalls finden 37 % aller Befragten.

**Mit Krawatte ins Büro** gehört für unter 30-Jährige eher dazu als bei Leuten darüber. 13 % finden sie dort angebracht.

**Frauen wollen Krawatten.** Während jeder fünfte Mann findet, Männer sollten überhaupt keine Krawatte tragen, sind nur 15 % der Frauen dieser Meinung.

**Dass Männer immer eine Krawatte tragen sollten**, findet indes fast niemand: Nur gerade 3 % sind dieser Ansicht. Bei Leuten unter 50 sind es knapp 4 %.

#Notizen zu Namen

15. September 2014 | Der Dichtung und der Klassik verpflichtet

Schaffhauser Nachrichten
Sabine Bierich

Lukas Stamm verfüge über einen intellektuellen Zugang zur Musik, begründete Jurymitglied Ralph Tanner den Entscheid. Stamm hat die Kantonsschule in Schaffhausen absolviert und studiert zurzeit Komposition an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau. Lukas Stamm hat den Contempo-Förderpreis am Samstagabend in der Kammgarn entgegengenommen. Dieser ist mit 5000 Franken dotiert. Nebst Lukas Stamm waren die Pianisten Martin P. Werner, Lars Wicki, Nina Haug und Joscha Schraff für den Contempo-Preis 2014 nominiert.

**Die Preisrichter hatten’s schwer**
Es ist der Jury des Contempo-Preises 2014 sicher nicht leicht gefallen, von den fünf jungen Pianisten, die dieses Jahr zur Disposition für den Preis standen, einen Bewerber auszuzeichnen. Verdient hätten sie es alle fünf, so unterschiedlich sind ihre musikalischen Wege, so wenig sind sie miteinander ins Verhältnis zu setzen. Man habe lange die Bewerbungsdossiers gewälzt und sich für diesmal viel Musik zu Gemüte geführt, verkündete die Jury, die sich jeweils im Vorfeld auf einen oder, wie es auch schon passiert ist, gleich auf mehrere Preisträger einigt, die am Ende des Abends bei der Preisverleihung schliesslich bekannt gegeben werden. Mit blumigen Worten und einem Rilke-Gedicht liess der auch einigen als Deutsch- und Philosophielehrer von der Kantonsschule her bekannte Ralph Tanner die Katze aus dem Sack: Die Wahl war auf Lukas Stamm gefallen. Dessen intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Dichtung und den alten Meistern, insbesondere Schubert, und Stamms Hinwendung zur klassischen Komposition hatten den Ausschlag gegeben. Den einen oder anderen mag diese Wahl ein wenig verwundert haben, war doch das Vorspiel von Lukas Stamm nicht das schillerndste des Abends. Er improvisierte auf Publikumsvorschlag über einen regnerischen Sommer, intensiv gefühlt und mit viel Anklängen an Chopin, und im etwas fröhlicheren zweiten Stück mit Grüssen von Beethoven. Aber das Rahmenprogramm sei keine Castingshow, hatte schon zu Beginn der Veranstaltung Contempo-Präsident Andi Kunz gesagt.

**Clowneske Intermezzi**
Während der Veranstaltung sorgte «Superbuffo» (Toni Caradonna) immer wieder clownesk für Stimmung. Die eigentlichen Glanzlichter setzten dann die von Lehrer und Chorleiter Ulrich Waldvogel Herzig in seiner Funktion als dienstältestem Vorstandsmitglied sehr persönlich angekündigten Pianisten: Nina Haug machte den Anfang mit ihrer Version von «Sentimental» von Duke Ellington und Rachmaninows Prélude Opus 32 Nr. 10 h-Moll, bewegend und jazzig durchflutet. Exotisch und schweizerisch zugleich wurde es mit Lars Wicki, der schon als Kind von der Plattensammlung seiner Grossmutter musikalisch inspiriert worden war. Er brachte seine Freude an der Unterhaltungsmusik und deren Umsetzung auf dem Klavier mit Ragtime und Schlagern fröhlich ansteckend und tänzerisch zum Ausdruck. Martin Werner trat nicht selbst auf, sondern war lediglich in einem eindrucksvollen Konzertmitschnitt virtuos zu sehen. Pulsierend setzte sich Jazzpianist Joschua Schraff mit dem gewagtesten Beitrag des Abends, seinem Stück «Titel», in Szene.

**Nachgefragt**
Interview Sabine Bierich

*Was fangen Sie nun mit dem Preisgeld an?*
Stamm: Oh, ich weiss es noch nicht. Das kam alles ganz überraschend für mich. Ich habe nicht damit gerechnet, den Preis zu bekommen. Ich freue mich sehr.

*Was sind Ihre nächsten musikalischen Projekte?*
Stamm: Weiterarbeiten und Klavier spielen! In Arbeit ist ein Liederzyklus mit drei von mir vertonten Gedichten von Kurt Marti: «Inzwischen das Herz der Igel». Er soll in Freiburg im Breisgau uraufgeführt werden, wo ich seit 2013 Komposition studiere. Die Auseinandersetzung mit dem Problem des Künstlers, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen oder eben nicht, ist darin ein zentrales Thema. Ich suche allerdings noch einen Bariton, die Partie wird ziemlich schwierig! Ausserdem habe ich ein Stück für Kammerorchester in Arbeit.

*Was bedeutet Ihnen Schaffhausen?*
Stamm: Ich bin sehr oft in Schaffhausen. Ich bin hier daheim – zwischen all den Reibungen in meinem Leben.

Schaffhauser AZ
18.09.2014

**«Er fühlt sich richtiggehend ein»**

*Der diesjährige Contempo-Preis geht an den jungen Pianisten Lukas Stamm*

Marlon Rusch

Der 20-jährige Pianist Lukas Stamm ist der Contempo-Preisträger 2014. Gesucht wurden dieses Jahr «junge Tastentalente» – ein enges Feld auf den ersten Blick, bei genauerem Hinschauen
und -hören lassen sich die Nominierten in ihrem Schaffen jedoch nur schwer vergleichen.
Es sei der Jury dementsprechend schwergefallen, einen Sieger zu bestimmen, sagt Contempo-Präsident Andi Kunz: «Spielerisch sind sie alle auf einem hohen Niveau, aber es zählte schlussendlich nicht der beste Tastenanschlag. Der Contempo-Preis ist kein Fachpreis, es geht um die Person.»Schliesslich gewann Lukas Stamm den Preis auch wegen seines intellektuellen Zugangs zur Musik und seiner Auseinandersetzung mit der deutschen Dichtung und Musikgeschichte. «Man hat gespürt, dass es ihm nicht nur um die Töne an sich geht, als er bei der Preisverleihung zu Inputs aus dem Publikum improvisiert hat», so Kunz. «Er versucht, die Musik der alten Meister zu verstehen und fühlt sich richtiggehend ein.» Verdient hätten den Preis alle fünf, so Kunz. Schliesslich habe man sich aber entscheiden müssen. Dass mehrere Nominierte den Preis und die 5’000 Franken Preisgeld aufteilen, wie es vor zwei Jahren der Fall war, kam nicht in Frage. Das sei damals etwas unglücklich gelaufen, so Kunz. Um die Wahl in Zukunft transparenter zu gestalten, will der Contempo-Verein die Kriterien für den Preis künftig früher festlegen und kommunizieren, damit die Nominierten bei ihrer Bewerbung schon wissen, worauf es ankomme. So könne die Jury sie dann auch objektiver beurteilen und den Entscheid besser begründen.

#Allgemeines

10. September 2014 | Sache … Sächeli

Schaffhauser Nachrichten

Am 5. September 1464 wurde mittels Gantbrief die **Vogtei Stammheim** der Stadt Zürich zugeschlagen (SN vom Montag). «Wie wäris woll hittä, wenn d’Vorfahru s Stammertal verchäuft hättid as Chloschter in Sitten?», fragte ein überraschend sprachgewandter Unterstammer Gemeindepräsident Martin Schwager in Walliser Dialekt die Gäste. Dasselbe Szenario stellte er für die einstigen Besitzer vom Kloster Sankt Gallen in den Raum: Würden dann alle im Stammertal noch nasaler daherreden? Schwager war so im Element, dass er beim Jubiläumsanlass «550 Jahre Zugehörigkeit zu Zürich» gleich auch «einen der hohen Herren aus St. Gallen» ankündigte. Der Versprecher erntete Lacher – werden doch im Stammertal immer wieder einmal Scherze über einen herbeigesehnten Kantonswechsel gemacht. Keine Zweifel daran, dass das Stammertal jetzt beim richtigen Kanton ist – und dass es weder zu St. Gallen noch zum Thurgau oder Schaffhausen gehören sollte –, hatte dann der «hohe Herr» selber, Regierungsrat Markus Kägi. Er lobte das Stammertal, inklusive dessen Wein, der die Zunge lockere, über den Klee. «Aber wenn aus dem Stammertal langsam das Stammler-Tal wird, ist es Zeit, aufzuhören», frotzelte er. Ob er damit die Wein trinkenden Stammer oder sich selber meinte, liess er allerdings offen. (M.G.)

Im März ging das Selfie der Oscarverleihung mit Filmstars wie Julia Roberts und Brad Pitt um die Welt, aktuell sorgen die Ice-Bucket-Challenges im Netz für grosse Aufmerksamkeit. Wer eine gute Idee hat und die sozialen Medien geschickt nutzt, kann einen Trend setzen. Das dachten sich wohl auch die Kollegen vom «Südkurier» und riefen kürzlich zum **«Statuen-Posing»**, einem Denkmal-Selfie auf. Die Idee: Die Leser sollten kreativ werden und sich mit/auf/unter Statuen geschickt in Szene setzen, den «toten Denkmälern neues Leben einhauchen». Für erste Beispielfotos mussten Praktikanten und Volontäre des «Südkuriers» herhalten. Über eine Woche nach Lancierung der Idee wurde bislang noch kein Leserfoto veröffentlicht. Von den fast 8000 Facebook-Freunden der Zeitung mit Sitz in Konstanz gab es, Stand gestern, aber immerhin 7 Likes für die Aktion. (sba)

Auf was für **Selfie-Trends** warten wir eigentlich noch? Auf das «Munoting» (Posieren mit den Liebsten vor dem Munot), das «Rhinefalling» (oder «Rhine-Golding», falls noch ein Gold-Vreneli mit auf dem Bild ist), das «Blauburgunding» (Schnappschuss auf dem Lieblingsrebberg) und das «Weidlingspfosting» (nur für echte Schaffhauser)… (jcg)

Die **Scaphusia** ist zwar eine altehrwürdige Mittelschulverbindung, kommunikativ aber ist sie auf dem Stand der Zeit: Sie hat soeben ihre eigene App lanciert, die ab sofort gratis im App Store von Apple erhältlich ist. In der App gibt es unter anderem News, viele Bildergalerien und Termine. Ein Blick in die App lohnt sich nicht zuletzt für junge Interessenten, die sich ein Bild von der Verbindung machen wollen. (zge)

Nur positive Rückmeldungen hat das OK der Steiner Stadtmusik als Veranstalter des **Kantonalen Musiktages** am letzten Sonntag erhalten. Man hat ja auch alle Register gezogen. Sogar in den städtischen Brunnen schwammen farbige Noten aus Styropor. Und alles lief laut OK-Präsident Claudio Götz wie am Schnürchen. Eine kleine Panne allerdings musste man hinnehmen, aber dafür konnten die Veranstalter nun wirklich nichts. Weil die italienischen Fluglotsen streikten, konnte die als Expertin vorgesehene Ursula Buchschacher am Samstag nicht fliegen und fiel aus. Kurzerhand musste man einen Ersatz für die Fachfrau suchen und hatte mit Carmen Weber dann auch Glück. Die Bewertungen konnten durchgeführt werden, und der Tag war ein voller Erfolg. Die Hoga-Halle war übrigens kurz nach 21 Uhr aufgeräumt – Chapeau für alle Helfer. (efr.)

Eine ziemlich **grosse Glocke** zierte am Montag im Kantonsrat den Tisch des Ratspräsidenten Martin Kessler. Es war die Glocke, welche der FC Kantonsrat bei einem Turnier für den 3. Schlussrang erhalten hatte. «Ich wäre gespannt, wie gross die Glocke für den ersten Rang ist», sagte Kessler. (zge)

#Notizen zu Namen

6. September 2014 | Contempo-Preis für junge Tastentalente

Schaffhauser Nachrichten, Region
von Zeno Geisseler

Kunstpreise werden oft vom Staat getragen, von Stiftungen oder von Unternehmen. Der Schaffhauser Contempo-Preis ist etwas anders gestrickt, er wird nämlich ausschliesslich von den rund 200 Mitgliedern des gleichnamigen Vereins finanziert. Diese fördern mit ihrem Jahresbeitrag, derzeit regulär 300 Franken, einerseits die Kultur in der Kammgarn und andererseits eben den mit 5000 Franken dotierten Preis. In der Regel geht der Preis an eine einzelne Person oder Gruppe, die Summe kann aber auch aufgeteilt werden wie zuletzt 2012, als gleich drei Bands ausgezeichnet wurden.

**Keine Vorgaben**
Die Auszeichnung sei als Fördermassnahme gedacht, erklärt Martin Schnider, der zusammen mit Andi Kunz im Co-Präsidium den Verein führt: «Es geht dabei aber nicht nur ums Geld. Wir wollen der Preisträgerin oder dem Preisträger auch eine Botschaft mitgeben: Bleib dran! Du hast Talent!» Was die Gewinner mit dem Preisgeld anstellen, ist ihnen überlassen. «Wir machen keine Vorgaben, dass jemand zum Beispiel eine CD produzieren muss», sagt Schnider. Als 2011 Lea Wäckerlin ausgezeichnet wurde, riet ihr die Moderatorin an der Preisverleihung schlicht und schmunzelnd: «Lass dich bloss nicht anpumpen!» – Schnider betont, dass der Sieger oder die Siegerin nicht einfach nur die Preissumme erhalte, sondern das ganze Jahr hindurch begleitet und unterstützt werde.
Anders als bei vielen Kunstpreisen, welche in der Regel etablierte Künstlerinnen und Künstler auszeichnen, steht beim Contempo nicht immer, aber immer wieder junges Talent im Vordergrund: So sind die für den Preis des Jahres 2014 Nominierten (siehe unten) zwischen 19 und 23 Jahre alt. Ausser ihrem Talent und ihrer Jugend ist ihnen gemeinsam, dass sie in der Region Schaffhausen wohnen oder von dort stammen – das ist, neben dem künstlerischen Potenzial, ein wichtiges Kriterium, um preiswürdig zu sein.

**Auch Gabriel Vetter ausgezeichnet**
Speziell am Contempo-Preis ist zudem, dass jedes Jahr eine andere Sparte bewertet wird (siehe Liste der Preisträger rechts). Oft geht es um Musik in der einen oder anderen Form, dann um das gesprochene oder geschriebene Wort oder um die Bildende Kunst im weiteren Sinn. Und ab und zu wird auch eine Institution ausgezeichnet. Der wohl bekannteste Preisträger ist der Wortkünstler Gabriel Vetter, der 1994 ausgezeichnet wurde.
Welche Kategorie jeweils an die Reihe kommt, das entscheidet die sogenannte Nominationsgruppe. In ihr sitzen aktuell Stefan Colombo, Stefan Kiss, die frühere Preisträgerin Lea Wäckerlin, Diane Manschott, Bea Will und Carlo Lienhard. Die Nominationsgruppe bestimmt auch, wer für den Preis überhaupt infrage kommt – bewerben für den Contempo-Preis kann man sich nämlich nicht, man wird dazu eingeladen. Die Eingeladenen werden über die Nomination informiert und dazu aufgefordert, ein Dossier einzusenden. Die Nominationsgruppe übergibt dann die Shortlist an eine Jury, mal seien es drei, mal auch sechs oder sieben Leute, sagt Schnider. Dieses Gremium, aktuell bestehend aus Ralph Tanner, Ulrich Waldvogel Herzig, Walter Millns (ebenfalls Preisträger), Erwin Gloor und Domenico Busciglio, bestimmt dann die Siegerin oder den Sieger.

**Aufreger und Skandälchen**
Wie es sich für einen Kunstpreis gehört, ist auch der Contempo nicht frei von Aufregern und Skandälchen. So hatten 2011 zwei der vier Nominierten keine Lust, das angeforderte Bewerbungsdossier einzureichen, und fielen aus dem Rennen. 2012, als mehrere Bands ausgezeichnet wurden, verzichtete eine Gruppe auf das Preisgeld, «zugunsten der anderen», wie sie ausrichten liess. Und 2013, als Journalisten im Fokus standen (es gewann SN-Mitarbeiter Alfred Wüger), forderte das ebenfalls nominierte Team des mittlerweile eingegangenen Blogs «Verfaulte Geschichten» mehr Transparenz bei der Preisvergabe. Die Vertreter der AL-Zeitschrift «Lappi» wiederum erklärten schlicht, dass ihnen die Geldgeber und der Preis egal seien.
Wer in diesem Jahr gewinnen wird, hat die Jury übrigens noch nicht bestimmt. Die Bekanntgabe erfolgt erst am traditionellen Contempo-Fest heute in einer Woche, am 13. September. Alle fünf Nominierten zeigen an diesem Abend in der Kammgarn ihr Können, während die Contempo-Mitglieder und Zugewandte Orte ein Nachtessen zu sich nehmen. Vereinsmitglieder sind an diesem Abend eingeladen, Gäste bezahlen einen Selbstkostenbeitrag von 30 Franken.



Martin Schnider ist Co-Präsident des Contempo-Vereins.
Bild Selwyn Hoffmann


**Joscha Schraff**
Joscha Schraff (*1991) ist Jazzpianist. Nach der Kantonsschule in Schaffhausen studierte er an der Jazzschule in Zürich unter dem Berner Jazzpianisten Andy Harder, wo sein Bachelorprojekt mit der Bestnote ausgezeichnet wurde. Momentan befindet sich Schraff im Masterstudium an der Jazzabteilung der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK). Das Studium wird er voraussichtlich im Frühling 2015 abschliessen. Zu Studienbeginn gründete er das Joscha-Schraff-Trio, inzwischen gibt es auch ein Joscha-Schraff-Quartett. Verschiedene CD-Aufnahmen sind geplant, so im Herbst 2014 zusammen mit Marena Whitcher’s Shady Midnight Orchestra und im nächsten Jahr mit seinem eigenen Quartett. Schraff hat schon verschiedene Preise erhalten, so 2014 den Förderpreis der Friedl-Wald-Stiftung und zwei Preise im kantonsschulinternen Scaphusia-Wettbewerb. (zge)

Joscha Schraff.
Bild zvg


**Lukas Stamm**
Lukas Stamm (*1994) erhielt schon im Alter von fünf Jahren die ersten Klavierstunden. Während seiner ganzen Schulzeit, die er 2012 mit der Matur abschloss, nahm er Klavier- und gegen Ende auch Orgelunterricht. Am Konservatorium in Winterthur absolvierte er ein Vorstudium in Komposition sowie Musiktheorie und Klavier. Zusätzlich belegte er Orchester- und Chorleitung. Seit dem Wintersemester 2013 studiert Stamm Komposition an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau. Er ist Organist in Beringen und Merishausen. 2009 gründete er das Klavierduo lukas & lukas, welches bis heute besteht und konzertiert. 2013 erhielt Stamm beim Kompositionswettbewerb der Camerata Zürich den zweiten Preis für sein Werk «Intermezzo für Streichorchester». Im Februar 2015 wird der Liederzyklus «inzwischen das herz der igel» in Freiburg im Breisgau uraufgeführt. (zge)

Lukas Stamm.
Bild zvg


**Martin P. Werner**
Martin P. Werner (*1991) erhielt den ersten Klavierunterricht mit fünf. Als er acht war, erhielt er den Förderpreis der Musikschule Schaffhausen. Im Jahr 2000 trat er ins Konservatorium Winterthur ein und begann 2003 mit dem musikalischen Vorstudium. 2012 hat er mit dem Bachelor an der Zürcher Hochschule der Künste abgeschlossen, und 2013 begann er ein Jusstudium an der Uni Zürich. Seine Leistungen wurden durch nationale und internationale Auszeichnungen anerkannt. Unter anderem erspielte er erste Preise bei den Schweizerischen Jugendmusikwettbewerben sowie einen 1. Preis am Hans-Ninck-Musikwettbewerb. Weiter wurde er von der Royal School of Music in London mit Diplomen in Klavier und Musiktheorie (mit Auszeichnung) belohnt. Im März 2008 gab er sein Début in der Tonhalle mit dem Zürcher Kammerorchester. Er hat drei CDs eingespielt. (zge)

Martin P. Werner.
Bild zvg


**Nina Haug**
Nina Haug (*1995) machte 2013 die Matur in Schaffhausen und studiert seither Klavier an der Hochschule für Musik in Würzburg (künstlerisch, Bachelor). Im gleichen Jahr hat sie auch mit dem Dirigierunterricht angefangen. Zuvor hatte sie unter anderem Klavierunterricht am Konservatorium Winterthur genommen. Weiter spielte sie von 2011 bis 2014 in der MKS Big Band mit. Haug hat mehrere Konzerte gespielt und Auszeichnungen erhalten. Für ihr Jazzquartett BOPa-DROP erhielt sie 2012 den 1. Preis am Schweizer Jugendmusikwettbewerb für Bands und 2013 den Förderpreis der Jazz & Blues Days Beringen. Mit Lisa Stoll holte sie 2012 den 2. Preis im Ostschweizer Musikwettbewerb. Neben der Musik interessiert sich Haug auch sehr für das Theater. Schon 2004 hatte sie ihre erste Hauptrolle («Oliver Twist», Stadttheater). Im August trat sie mit einem Solorezital auf (Brahms, Haydn, Rachmaninow, Schubert. (zge)

Nina Haug.
Bild zvg


**Lars Wicki**
Lars Wicki (*1994) schliesst nächstes Jahr die Kantonsschule Schaffhausen ab. Er ist derzeit Aktivpräsident der Mittelschulverbindung Scaphusia, die ihm den Vulgo «Klimper» gegeben hat, denn er ist begeisterter Klavierspieler. Die Begabung wurde ihm in die Wiege gelegt, sind doch beide Eltern Klavierlehrer. Musikalisch orientiert Wicki sich am US-Pianisten Liberace: «Ich begann, sein Spielen nachzuahmen, was anscheinend bei vielen, vor allem älteren Semestern, sehr gut anzukommen scheint», schreibt er in seiner Bewerbung. Das Künstlerische soll auch auf seinem weiteren Ausbildungsweg zentral sein, allerdings nicht die Musik: Nach der Matur möchte er sich voll und ganz seiner zweiten grossen Leidenschaft widmen – dem Film. Er bekommt eine steigende Zahl von Aufträgen, um Konzerte und Feste zu filmen. In seinem Keller hat Wicki ein Heimkino samt 35-mm-Projektor gebaut. (zge)

Lars Wicki.
Bild zvg


**Contempo-Preis**
Die bisher Ausgezeichneten

**1993** Monika Stahel (Gestaltung/Installationen)
**1994** Ingrid Wettstein und Walter Millns (Theater)
**1995** Lisa Sacchetti (Jazzkeller)
**1996** Cindy & Bert (Musik)
**1997** Schaffhauser Chorprojekte
**1998** Fabian Neuhaus (Klanginstallationen)
**1999** Begegnungszentrum Krummgasse
**2000** Faro und Michael Burtscher (Film)
**2001** Désirée Senn (Musik)
**2002** Sybille Demmerle (Bildende Kunst/Video)
**2003** Luca Ramella (Musik)
**2004** Gabriel Vetter (Slam-Poetry)
**2005** Roman Maeder und Remo Keller alias Milk & Wodka (Grafik)
**2006** Britta Hagen (Bühnenbild)
**2007** Miguel Camero (Beatbox)
**2008** Andrin Winteler (Fotografie)
**2009** Oliver Maurmann (Musik)
**2010** Tom Luley (Kulturvermittlung)
**2011** Lea Wäckerlin (Grafik)
**2012** Lo Fat Orchestra, Quince und Plain Zest (Musik)
**2013** Alfred Wüger (Journalismus)

#Allgemeines

26. August 2014 | Der Wirt mit «Schwänzli und Ränzli»

Schaffhauser Nachrichten, Beilage «Wein & Genuss»
Ulrich Schweizer

Seit vergangenem Mai ist Tomislav Babic Präsident von GastroSchaffhausen. «Ich bin der zweite «Falken»-Wirt, dem diese Ehre zuteil wird, der erste war Georges Malzacher», erzählt Babic. «Meine Familie und ich haben einen engen Bezug zu Schaffhausen: Wir wohnen seit 1986 im Kanton, in Stein am Rhein, und ich war immer in der Gastronomie tätig. Als junger Mann mit abgeschlossenem Germanistikstudium und einem jugoslawischen Pass hatte ich in der Schweiz nur die Wahl zwischen Baugewerbe, Gastronomie und Landwirtschaft. Ich entschied mich für das Gastgewerbe, weil ich während des Studiums jahrelang als Kellner gearbeitet hatte.» Angefangen hat Babic in Stein am Rhein im Restaurant Wasserfels. «Das Restaurant Falken habe ich 1996 gepachtet, als ich beschloss, mich selbständig zu machen», fährt der Wirt mit der neckischen Schwänzchenfrisur fort.

**Vererbung vom Sohn auf den Vater**
Sein Sohn trägt die Haare ebenso. Handelt es sich da um eine Familientradition? «Der Erste, der seine Haare lang trug und im Nacken zusammenband, war mein Sohn. Ich war damals sehr dagegen, weil ich befürchtete, das könnte ihm als Schüler in der Kanti Schwierigkeiten bringen», sagt Babic. Doch eines Nachts träumte der Vater davon, dass seinem verzweifelten Sohn die Haare büschelweise ausfielen; daraufhin gab der den Kampf auf. Etwas später wurde Vater Tomislav in den Ferien von seiner Ehefrau Antonia ermuntert, die Haare doch auch länger zu tragen … schliesslich band er sie im Nacken zusammen – «und seither bin ich der Wirt mit dem Schwänzli und dem Ränzli», schliesst er. Gewissermassen ein genetischer Rebound- Effekt, der seltene Fall einer Vererbung vom Sohn auf den Vater, wenn man so will. «Als wir dann 2007 im Auftrag der Gruppe Carlo de Mercurio CDM das Schloss Laufen bis zum Umbau führten, wurde ich von Touristen, die dort eingekehrt waren, in der Altstadt von Schaffhausen wiedererkannt und begrüsst – ‹Aren’t you the guy we met in Schloss Laufen?›. Da erkannte ich den Wiedererkennungswert meiner Frisur, seither ist sie mein Markenzeichen.»

**Grösstes Raucherlokal der Region**
Die Familiengeschichte mit einem persönlichen und einem geschäftlichen Anteil erzählt Tomislav Babic im Erdgeschoss seines «Falken». Die klassische Bierhalle mit den historischen Werbeplakaten für diverse Falken-Biere von Arnold Oechslin an den Wänden und einem runden Stammtisch der Verbindung Scaphusia in der Ecke ist mit seinen gut 300 Quadratmetern sicher das grösste Raucherlokal Schaffhausens, wenn nicht der ganzen Schweiz. «Gemäss Bundesgesetz dürfen maximal 30 Prozent der für die Gäste zugänglichen Fläche als Raucherlokal eingerichtet werden», kommentiert Babic. Bei einer Gesamtfläche von über tausend Quadratmetern ergibt das eine stattliche Räumlichkeit. Unter dem Bogen vor der Bierhalle wurde eine Lounge eingerichtet, die mit ihren zwölf niederen, breiten Sofasitzplätzen zum Fläzen einlädt und von jüngeren Leuten fleissig genutzt wird. Ein älteres Ehepaar aus Frankreich wird freundlich ins Nichtraucherlokal im ersten Stock begleitet, nachdem die Frau bekannt hat: «Je ne fume pas.»

**Die «Bratwurstdiskriminierung»**
An der Bar, unter den beiden Kupferrohrleitungen, die zum zentralen Zapfhahn führen, kommt Babic auf das Thema zu sprechen, das ihn im Moment persönlich und politisch am meisten beschäftigt: die bevorstehende Abstimmung über die Mehrwertsteuer- Initiative des Verbands GastroSuisse. «In den letzten 20 Jahren erlebten wir eine krasse Veränderung bezüglich der Essgewohnheiten», hebt er an. «Die verpackten essfertigen Produkte der beiden Lebensmitteldetailriesen nehmen ganze Kühlregale ein, ob diese Fertigsalate nun Betty B. oder Annas B. heissen.» Der neue Präsident von GastroSchaffhausen setzt sich mit Verve für die Sache des Gastgewerbes ein. Die Aussage von Bundesrätin Widmer-Schlumpf, bei Annahme der Initiative würden der Bundeskasse 750 Millionen Franken entgehen, sei falsch, sagt er. Allfällige Konsequenzen für die Staatskasse müsse die Politik auffangen. «Wir verlangen nicht den tieferen Satz», fährt er fort, «sondern Gleichstellung für gleiche Produkte wie zum Beispiel einen fixfertigen Thai-Nudelsalat. Im Lebensmittelhandel in der Klarsichtverpackung gekauft, wird er mit zweieinhalb Prozent besteuert – bei mir im Restaurant aber mit vollen acht Prozent. Das Gleiche gilt für jede Bratwurst, deshalb hat unser Verband ja jetzt die Plakatkampagne ‹Bratwurstdiskriminierung stoppen!› lanciert. Auf dem Teller wird eine heisse, genussfertige Bratwurst mit acht Prozent besteuert, in Metzgerpapier eingewickelt oder auf dem Papptellerchen wird dieselbe Bratwurst nur mit zweieinhalb Prozent besteuert. Störend ist, dass das identische Produkt unterschiedlich besteuert wird. Was wir mit unserer Initiative anstreben, ist eine Gleichberechtigung für die gleichen Produkte – ich habe kein Problem, wenn der gemeinsame Satz für genussfertige Esswaren, Convenience- und Fertigprodukte am Schluss an beiden Orten, Detailhandel und Restaurants, höher ist als zweieinhalb Prozent.» Mit seinem Einsatz konnte Babic sowohl die Leute von der AL wie auch jene von den Jungfreisinnigenvon einer Ja-Parole überzeugen: «Bei Annahme der Initiative wird jeder Rappen, den das Gastgewerbe so erhält, investiert werden: in längst fällige Renovationen und Unterhaltsarbeiten von Lokalen und deren Infrastruktur in der Küche sowie in die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden», schliesst Babic und fährt mit seiner Führung durch den «Falken» fort.

**Studentenbude und Fahnenzimmer**
Im ersten Stock befindet sich die Bude der Verbindung Scaphusia. An den Wänden hängen reihenweise Wäppchen mit dem «Vulgo», dem Verbindungsspitznamen eines Studenten. In der Ecke steht ein alter Kachelofen mit Originalmalereien von Arnold Oechslin, an der Fensterfront fallen zwei schön gearbeitete Scheiben auf. Wie es sich gehört, ist auf der vorgelagerten Toilette eine sonderbare Einrichtung mit zwei Handgriffen auf Augenhöhe installiert. Bis auf zwei Buchstaben heisst sie genauso wie das Kollophonium, jenes Harz, mit dem der Virtuose seinen Geigenbogen einstreicht, bevor er zum Spiel anhebt – sie wird aber besonders dann benutzt, wenn der Burschenschaftler mit dem Trinken vorübergehend endgültig aufgehört hat … Im «Falken»-Fahnenzimmer hängen in Vitrinen Standarten des Unteroffiziersvereins, des Turnvereins, der Stadtmusik. Der Raum werde rege genutzt, sagt Babic, so gut wie täglich; die Benützung ist für Schaffhauser Vereine und Parteien unentgeltlich. Im fünften Stock wurde eine gemütlichelegante Nichtraucherlounge mit 80 Plätzen eingerichtet, die nicht nur bei jüngerem Publikum sehr beliebt ist. Man kann hier zwischen Tischen mit normaler Sitzhöhe und tiefer gelegten Clubsesseln wählen. Die Sprüche an den Treppenhauswänden weisen darauf hin, dass das ehrwürdige Haus im Besitz einer Brauerei ist: «Ein Bierchen in Ehren kann niemand verwehren», heisst es da, und «In vino veritas, im Bier ist auch so was», «Das einzige Gemüse, das ich mag, ist Bier», «Im Himmel gibt’s kein Bier, drum trinken wir es hier» – auch der gute alte Werbeslogan «Bier ist etwas Gutes» fehlt nicht.



Mit Leib und Seele Gastronom: Tomislav Babic, «Falken»-Wirt und Präsident von Gastro-Schaffhausen, im «Falken»-Raucherlokal im Erdgeschoss.



Stammtisch der Verbindung Scaphusia im Raucherlokal im «Falken»-Erdgeschoss.



Wappenscheibe in der Fensterfront der Scaphusia-Bude.



In der Nichtraucherlounge im Restaurant Falken kann man zwischen normaler Sitzhöhe an Esstischen und tiefer gelegten Clubsesseln und Clubtischchen wählen.
Bilder Ulrich Schweizer

#Allgemeines

19. August 2014 | Lindli bekommt neuen Glanz

Schaffhauser Bock
Ramona Pfund

Seit dem späten 19. Jahrhundert dient das Lindli der Schaffhauser Bevölkerung als Naherholungsraum. In den 1960er-Jahren wurde die Promenade im Zuge des Kraftwerkbaus bis an die Landesgrenze erweitert. Seither ist es einer der beliebtesten Plätze in der Stadt für einen Spaziergang, einen Nachmittag an der Sonne, einen Schwatz oder ein paar Schwimmzüge im erfrischenden Wasser. «Das Lindli ist eine Perlenkette am Rhein», sagte der städtische Baureferent Raphaël Rohner an der Medienorientierung vom letzten Donnerstag. Auch Felix Guhl, Leiter der Stadtgärtnerei, war dieser Meinung: «Hier beginnt das kleine Paradies.» Doch das Alter macht auch vor dem Bijou am Rhein keinen Halt. Im Rahmen des Masterplans «Gestaltung Rheinufer» kommt die zwei Kilometer lange Grünfläche nun unters Messer. Ziel ist es, den starken Charakter des Lindlis zu belassen und nur dort, wo es nötig und möglich ist, zu sanieren und aufzuwerten.

**Einstieg ins Wasser erleichtern**
Einige Massnahmen hat die Stadt bereits realisiert: Die Gehwege sind nach ihrer Erneuerung pfützenfrei und die neuen Abfallkübel fassen ein weit höheres Güselvolumen als früher.
In der nächsten Etappe geht es ausschliesslich ums Ufer. Die ersten Sanierungsarbeiten beginnen bereits diese Woche. Von den circa 14 derzeitigen Einstiegen zwischen dem Rheinuferplatz (Höhe Bushaltestelle Lindli) und der Büsinger Grenze bekommen die 10 meistgenutzten ein neues Gesicht. Die schmalen Einstiege in den Rhein weichen neuen, zwei Meter breiten Treppen, die bis ins Wasser führen.
Den Treidelpfad, den schmalen Plattenweg zwischen Weidlingen und Wiese, ergänzen bald 45 Zentimeter hohe und 1,20 Meter breite Sitzelemente aus Beton. «Mit dem Beton wollten wir uns vom bestehenden Sammelsurium der Materialien abheben. Zudem wäre die Arbeit mit Natursteinen komplexer und damit erheblich teurer», so Felix Guhl. Die bisherige Mauer war mit 20 bis 30 Zentimetern für gehbehinderte oder betagte Menschen als Sitzgelegenheit zu niedrig.

**Rheinuferplatz im frischen Kleid**
Nach einem Baustopp während den Herbstferien wird der Rheinuferplatz aufgefrischt. Der stark frequentierte Badeort ist dann in der nächsten Sommersaison nicht nur doppelt so breit, sondern dank Stufen bis auf den Rheingrund für Schwimmer bequemer begehbar als die bisherigen schrägen Betonplatten. Neue Bänke und eine frische Bepflanzung sorgen für eine noch entspanntere Atmosphäre am idyllischen Plätzchen.
«Wenn das Wetter gut ist, können wir die Arbeiten spätestens Ende November beenden », sagte Planer und Bauleiter Christian Gubler. Er ist zuversichtlich, dass Wasserratten während eines allfälligen Altweibersommers Ende September und Anfang Oktober am Lindli problemlos Zugang zum Wasser finden. Mit nur wenigen Störungen dürften auch Weidlingfahrer rechnen.

**Strandprojekt verworfen**
Ursprünglich wollte die Stadt nicht die alten Einstiege sanieren, sondern einen kleinen Badestrand errichten. Das Lindli hätte durch die Umgestaltung allerdings viel von seinem ursprünglichen Charme verloren. Deshalb verschwand das Projekt wieder aus dem Blickfeld der Planer.
Das wirkt sich positiv aufs Budget aus: Rund die Hälfte der Kosten werden dadurch eingespart. Insgesamt wendet die Stadt für das Lindli nun 250 000 Franken auf. In zwei Jahren folgen weitere Investitionen im Bereich Trotte, also kurz vor der Landesgrenze. Liegewiesen und Plätze zum Spielen ergänzen dann die liebste Flaniermeile der Schaffhauser.

**Parkplatzsituation verbessern**
Im Masterplan «Gestaltung Rheinufer» ist auch das Kammgarnareal ein wichtiger Bestandteil. Bis Ende Jahr will die Stadt Ersatzlösungen für die Nutzer des Westflügels finden. Mit externer Unterstützung analysieren die Planer diese Räume sowie die frei werdenden Etagen durch den Wegzug der Hallen für neue Kunst zuerst auf ihre Nutzungsmöglichkeiten hin.
Als dringlich stuft die Stadtplanung das Thema Parkierung ein. In unmittelbarer Nähe werden zusammen mit der IWC Lösungen gesucht. Neuigkeiten dazu will die Stadt noch vor Jahresende preisgeben.


Weitere Informationen zu den einzelnen Teilprojekten des Masterplan Gestaltung Rheinufer sind unter Masterplan Gestaltung Rheinufer zu finden. [siehe auch: Stadt Schaffhausen: Masterplan – Planung und Umsetzung aufgrund des Mitwirkungsprozesses 2008]

#Allgemeines

15. August 2014 | Am Schaffhauser Lindli wird der Zugang zum Rhein komfortabler

Schaffhauser Nachrichten
Daniel Jung

Schaffhausen Bereits nächste Woche beginnen Arbeiten zur Aufwertung des Lindli. Die Schaffhauser Rheinpromenade wird nicht grundlegend umgestaltet – die von mächtigen Bäumen geprägte Grünanlage soll in ihrem Charakter erhalten bleiben –, verändert wird vor allem der Zugang zum Wasser. Die Massnahmen sind im Bereich zwischen der Bushaltestelle Lindli und der Büsinger Grenze vorgesehen.

**Ausrutschgefahr reduzieren**
Insgesamt werden dort zehn Treppen, die vom Ufer in den Rhein führen, erneuert. Die bisher schmalen Einstiege werden auf zwei Meter verbreitert und bis zum Rheingrund geführt, sodass in Zukunft ein sicherer Einstieg ins Wasser möglich sein wird. An insgesamt zwölf Orten am sogenannten Treidelpfad, der direkt am Wasser entlangführt, werden neue Sitzelemente aus Beton installiert. Die Sitzgelegenheiten sind höher als das bisherige Mäuerchen am Uferpfad und sollen so auch älteren Menschen ein komfortables Sitzen und Aufstehen erlauben. Zuletzt wird im Herbst, nach den Schulferien, der Rheinuferplatz bei der Bushaltestelle Lindli umgestaltet. Der bestehende Badeeinstieg in den Rhein wird auf mehr als das Doppelte verbreitert. Zudem wird die Bepflanzung angepasst und werden auch dort neue Sitzgelegenheiten erstellt. Die vorgesehenen Bauarbeiten sollen insgesamt zwischen 200 000 und 250 000 Franken kosten. Läuft alles nach Plan, sind die Arbeiten bis November abgeschlossen.

«Viele Leute sagen, das Lindli sei schon schön», sagte Baureferent Raphaël Rohner gestern an der Schaffhauser Rheinpromenade. «Das stimmt natürlich», fügte Rohner an. Trotzdem gebe es bestimmte Bereiche, in denen die beliebte Grünanlage der Sanierung und der Aufwertung bedürfe. Mit den Arbeiten, die bereits nächste Woche beginnen, soll nun insbesondere der Ein- und Ausstieg für Schwimmer erleichtert werden. Zudem soll das Sitzen direkt am Ufer komfortabler gestaltet werden. Der Charakter des Lindli als Uferpromenade mit besonderem Baumbestand soll dabei erhalten und wo möglich gar verstärkt werden. «Die ganze Umgebung wird belassen, so wie sie ist», sagte Rohner.

**Breitere Einstiegstreppen**
Das Sanierungsprojekt wurde vom Landschaftsarchitekten Christian Gubler von der Stadtgärtnerei in Zusammenarbeit mit einem externen Ingenieurbüro geplant. Gubler wird auch die Bauleitung übernehmen. Der erste Teil der Arbeiten findet im Abschnitt zwischen dem Rheinuferplatz (bei der Bushaltestelle Lindli) und der Büsinger Grenze statt. An dieser Strecke werden insgesamt zehn Einstiegstreppen in den Rhein verbreitert. Die neuen Treppen, die als Fertigbetonelemente eingebaut werden, sind zwei Meter breit und führen bis zum Rheingrund – rutschige, schiefe Platten können daher entfernt werden. Dadurch soll ein bequemeres Ein- und Aussteigen in den Rhein ermöglicht werden. Im Weiteren wird die niedrige Mauer des Treidelpfades – wo Weidlingsfahrer ihre Boote den Rhein hoch ziehen – an insgesamt zwölf Stellen mit Betonsitzelementen ergänzt. Dadurch werden zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten mit einer bequemen Sitzhöhe nahe am Wasser erstellt. «Da kann man sich auch als Senior gut hinsetzen», sagte Rohner. Nach den Herbstferien und somit zum Ende der Weidlingsaison folgt dann als zweiter Teil die Umgestaltung des Rheinuferplatzes. Der bestehende Badeeinstieg in den Rhein wird dort auf mehr als das Doppelte verbreitert. Neu führen auch hier Stufen anstelle von schrägen Betonplatten bis zum Rheingrund. Neue Sitzgelegenheiten und eine erneuerte Bepflanzung sollen dazu beitragen, dass dieser bisher leicht versteckte Platz mit der spektakulären Aussicht weiterhin ein Lieblingsaufenthaltsort der Besucher der fast zwei Kilometer langen Lindli-Anlage bleibt. Die zehn Einstiegstreppen sind mit rund 75 000 Franken budgetiert, die zwölf Sitzgelegenheiten mit 55 000 Franken und die Umgestaltung des Rheinuferplatzes mit rund 120 000 Franken. Insgesamt sollten die Kosten zwischen 200 000 und 250 000 Franken zu liegen kommen. «Gegenüber ersten Plänen haben wir das Projekt deutlich redimensioniert», sagte Rohner.

**Einbezug der Bevölkerung**
Die Sanierung ist Teil des Masterplan Gestaltung Rheinufer. Bereits wurden in diesem Zusammenhang auch am Lindli Verbesserungen eingeführt, wie etwa die Installation von Unterflur-Abfallcontainern. «Im nächsten Jahr möchten wir den Bereich der Liegewiese ‹Trotte› angehen», sagte gestern Stadtgärtner Felix Guhl. «Auch dabei sind wir wieder offen für die Anliegen der Bevölkerung», so Guhl. Die Stadtgärtnerei und die beauftragten Unternehmer bemühten sich, bei den anstehenden Arbeiten die Behinderungen für Fussgänger und Weidlings- fahrer möglichst gering zu halten.

Weitere Informationen zu den einzelnen Teilprojekten des Masterplan Gestaltung Rheinufer sind unter Masterplan Gestaltung Rheinufer zu finden. [siehe auch: Stadt Schaffhausen: Masterplan – Planung und Umsetzung aufgrund des Mitwirkungsprozesses 2008]



Zehn der bisher schmalen Einstiegstreppen werden deutlich verbreitert, wie Christian Gubler von der Stadtgärtnerei erklärt.



Die bestehende Treppe am Rheinuferplatz wird auf mehr als das Doppelte verbreitert und um die Kurve herum geführt.
Bilder Selwyn Hoffmann


**Leserbriefe**
Lindli: Sinnloser Treppenbau
20.09.2014

An der Schaffhauser Rheinriviera verläuft ein Treidelweg, der von Weidlingsfahrern ohne Veteranenstachel (also motorlos) zum Hochtreideln rege genutzt wird. Doch nun werden ohne erkennbaren Nutzen scharfkantig hässliche Betonbauten eingebaut. Für Weidlingskapitäne nutzlos, da sie ihr Boot an Land ziehen, um so trockenen Fusses ein- und auszubooten. Für Rheinschwimmer ebenso sinnlos, da diese dort ins erfrischende Nass ein- und aussteigen, wo keine Boote hängen. Noch nie habe ich Schwimmer im schmalen Bereich zwischen Booten und Ufer gesichtet, sie bevorzugen den offenen Rhein. Also wozu dieser unnötig teure und hässliche Treppeneinbau? Ein Augenschein vor Ort hätte den Planern vielleicht die Augen geöffnet und sie von dem unsinnigen Tun abgehalten. Ein Tipp für die Zukunft: Schaut doch erst hin und befragt Praktiker, bevor Ihr bürgerfremd Fakten schafft und Steuergelder verschwendet.
Bruno Dellenbach, Dörflingen

#Allgemeines

11. August 2014 | Munotball: «Wir sind die Stars in Town»

Schaffhauser Nachrichten
Martin Edlin

Das Jahr seines 175. Geburtstags war genau zu berechnen: 1839 hatte der Kantonsschulzeichnungslehrer Johann Jakob Beck den Munotverein gegründet und war zum Präsidenten und damit ersten Munotvater gewählt worden. Schwieriger zu kalkulieren war, ob der grosse Jubiläumsmunotball wie geplant am vergangenen Samstagabend über die Bühne beziehungsweise die Zinne des 450-jährigen Bauwerks gehen konnte … den Wetterkapriolen dieses Sommers zum Trotz! «Wird durchgeführt», entschied Munotvater Urs Saxer am regnerischen Samstagmorgen und bewies damit geradezu prophetische Weitsicht: Ein wunderbarer, warmer Sommerabend unter zu Beginn blauem Himmel, über den freundliche weisse Wölkchen zogen, unter denen sich nach dem Eindämmern die grosse Kugel des (Fast-) Vollmonds herausschälte. Romantik pur! Ein Jubiläumswetterglück, dessen man sich auf dem Heimweg nach mitternächtlichem Zapfenstreich so richtig bewusst wurde, als es in der Ferne zu grollen begann, Blitze flackerten und auch bald die ersten Regentropfen fielen.

**615 Böllerschüsse**
Vor 175 Jahren mag es in Sachen Glück (die Meteorologie einmal beiseitegelassen) ähnlich gewesen sein. Dreizehn Jahre lang hatte Johann Jakob Beck mit viel Engagement und Tatkraft um den Erhalt der von Zerfall und Abbruch bedrohten Wehranlage der Stadt Schaffhausen gekämpft. Dann konnte der renovierte Munot eingeweiht werden … mit einem Fest, Reden, Musik und 615 Böllerschüssen. Und das war auch der Salut zur Gründung des Munotvereins, der sich den Fortbestand des Bauwerks und die Pflege des geselligen und gesellschaftlichen Lebens im und auf dem «Schaffhauser Wahrzeichen schlechthin» (so der amtierende Munotvater Urs Saxer) auf die Fahne geschrieben hat. Gut: Die 615 Böllerschüsse liess man nun weg, aber Fest, Reden und Musik gab es, 175 Jahre später, am Jubiläumsmunotball ebenso. Seit weit über hundert Jahren sind die Abendanlässe mit ihrer Française oder Quadrille sechs- bis achtmal im Jahr eine beliebte Tradition. Aber diesmal war die Festlichkeit zum Greifen: Gelb-schwarze Chiffontüchlein schmückten links und rechts die Eingangsbrücke, der Gang durch die Katakomben war von Kerzen und Fackeln in Licht getaucht, und die Zinne hatten Vorstandsmitglieder mit einer hohen Wimpelgirlande eindrucksvoll geschmückt. «Der Munotverein ist die Seele des Gebäudes», sollte später Stadtpräsident Thomas Feurer bei seinem Grusswort «an diesem wunderbaren Jubiläumsanlass» sagen. Oder: Der Munotverein sei einer der nachhaltigsten Vereine, der Ball die längste Festtradition in der Stadt. Weil aber auch Seelen für ihr Wirken Geld brauchen, drückte er Urs Saxer einen Check über 5000 Franken für Jubiläumsprojekte des Vereins in die Hand.

**Glückwünsche der Regierung**
Dass der Munot nicht einfach ein «steinernes Monument ist, sondern ein mit Leben erfülltes Zentrum», sagte «aani vom Land» in Klettgauer Festtagstracht: Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel, welche die Grüsse und die Glückwünsche der Kantonsregierung überbrachte. Sie genoss dieses Leben selbst und tanzte mit ihrem Mann Georg zu den Klängen der Nostalgie Swingers Bigband. Die routinierten Blasmusiker aus Illnau-Effretikon trafen genau den musikalischen Geschmack – aus dem fleissig genutzten Tanzvergnügen zu schliessen. Der Schaffhauser Ständerat Hannes Germann setzte in seinem Loblied auf das Bauwerk auf Vergleiche, etwa mit der Chinesischen Mauer (wo die Türmchen mickriger und, weil eckig, für die Quadrille ungeeignet seien). Zwar keines der sieben Weltwunder, gehöre der Munot dennoch zu den wichtigsten Baudenkmälern der Schweiz. Derart in rhetorisch glänzendes Licht getaucht, durften sich die Munotvereinsmitglieder als etwas sehr Besonderes fühlen: Die rund sechshundert Schaffhauserinnen und Schaffhauser, darunter viele bekannte Gesichter, Ehren- und weitere Gäste aus nah und fern, die an diesem Abend nicht das Konzert der «Stars in Town» auf dem Herrenacker besuchten, sondern den Jubiläumsmunotball aus-kosteten, liess This Fehrlin, Obmann der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte, wissen: «Wir sind die Stars in Town.» Übrigens: Vor 175 Jahren endete das Einweihungsfest für den renovierten Munot und damit sowohl so etwas wie der erste Munotball als auch dieGeburtsstunde des Munotvereins mit einem handfesten Krach, weil niemand für die Kosten der Festivitäten aufkommen wollte. Die Zeiten haben sich seither zum Guten gewendet. Und das ist ein weiteres positives Fazit des Jubiläumsmunotballs 2014.



Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel in Klettgauer Tracht: «Aani vom Land» tanzt mit.
Bilder Michael Kessler



«Spass haben in schöner Umgebung bei romantischer Musik und mit schönen Begleiterinnen»: Denis Pfeifer v/o Schliff (links) und Andreas Zulauf v/o Klang, Scaphusia-Aktivitas im Vollwichs, geniessen den Jubiläumsmunotball und duellieren sich nur für den Fotografen.



Jedes Jahr mindestens einmal ist sie am Munotball: Für Laura John, in Schaffhausen aufgewachsen und heute in Glattbrugg wohnend, gehört der Anlass (jetzt zum achten Mal) zu «meinen Highlights, seit mich meine Grosseltern erstmals auf die Munotzinne mitgenommen haben».



Gastronomisch «superspannend» lautet das Fazit von Tomislav Babic, der als Chef der RTM H+R AG – Hombergerhaus erstmals in eigener Regie den kulinarischen Teil eines Munotballs betreute, zusammen mit einer, wie man sieht, aufgestellten und speditiven Crew.



«Kennengelernt haben wir uns hier am ersten Munotball im Juni 1959», erinnern sich die Heimwehschaffhauser Heinz – «alter Herr» der Verbindung Munot – und Sibylle Bolli, die heute im aargauischen Unterentfelden leben und sich den Jubiläumsball nicht entgehen lassen.

#Allgemeines

5. August 2014 | Die Schweizer Bieroriginale werden lo­kal gebraut

Schaffhauser Bock

«Die Schweizer Bieroriginale werden lo­kal gebraut. Dank unterschiedlichen Re­zepturen heben sie sich wohltuend von den übrigen, insbesondere von den importierten Einheitsangeboten ab», so Alo­is Gmür, Nationalrat und Präsident der Interessengemeinschaft unabhängiger Schweizer Klein- und Mittelbrauereien (IG) am «charmant-bierigen» Informati­onsanlass in Bern. Und: «Konsumenten wollen heute wissen, woher die Produk­te stammen. Da werden Erzeugnisse aus den Regionen eindeutig favorisiert.» Die privaten Brauer, die eigenständig brauen, decken diese Trends hervorragend ab. Die IG will mit ihrer Aktion zur einheimischen Vielfalt den lokalen Bieren den ihnen zustehenden Platz in der einheimischen Sortenvielfalt sichern. Die Schweizer Ori­ginal- Bier-Spezialitäten wie das Falken Bier sind köstliche Resultate gepflegter regionaler, handwerklicher Braukunst und lokal verankerter Traditionen. Dem auf den ersten Blick recht einfach erschei­nenden Prozess des Brauens liegen auch bei der Brauerei Falken durchwegs über Jahrzehnte erprobte, gewachsene und meist individuelle Verfahren und Techni­ken zugrunde. Die Liebe zum Handwerk und die Leidenschaft für gehobene Quali­tät verleihen der breiten Palette Schwei­zer Original-Biere aus den Regionen den unvergleichlichen Charakter. Kommt hinzu, dass die 26 innovationsfreudigen Brauereien, die in der IG-Bier organisiert sind, höchste Brauqualität garantieren – und diese auch täglich unter Beweis stellen. Am traditionellen Bier-Treffen in Bern sind die IG-Mitglieder – darunter auch die Brauerei Falken – denn auch für die Qualität ihrer hochstehenden Biere mit dem «Qualitätssiegel vom Brau-Ring» ausgezeichnet worden. «Eine wertvolle Bestätigung, dass unsere regionalen Ori­ginal- Bier-Spezialitäten die höchsten An­sprüche an Qualität und Genuss in jeder Hinsicht erfüllen», stellt Markus Höfler fest. Brauereien mit dem Qualitätssiegel bieten dabei etwas ganz Besonderes: Ein Schluck Schweiz aus der Region.

#Allgemeines

30. Juli 2014 | Bierige Charmeoffensive in der Bundesstadt

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Grosse, ausländische Bierkonzerne beherrschen den Schweizer Biermarkt entweder über Beteiligungen oder über Importe. Über ein Viertel des Bierkonsums wird über Einfuhren aus dem Ausland abgedeckt, die Hälfte davon stammt aus Deutschland.
Daneben gibt es aber zahlreiche kleinere Brauereien, die sich trotz dieser Konkurrenz im Markt behaupten – Falken in Schaffhausen, zum Beispiel. 26 dieser Unternehmen haben sich in der Interessengemeinschaft unabhängiger Klein- und Mittelbrauereien zusammengeschlossen. Zehn Mitglieder dieser IG haben in Bern an einem Anlass auf sich und die einheimische Biervielfalt aufmerksam gemacht, wie die Brauerei Falken gestern mitteilte.

**Gegen Massenbiere**
«Der Anlass richtete sich gegen die Massenbiereinwanderung», sagte Falken-CEO Markus Höfler gestern auf Anfrage. Dies sei einerseits scherzhaft gemeint, andererseits gebe es einen ernsten Hintergrund: Billigbiere aus dem Ausland bedrängten Schweizer Biere. «Sie sind das grösste Problem für Schweizer Brauereien», sagte Höfler. IG-Präsident und Nationalrat Alois Gmür, selbst auch Bierunternehmer (Brauerei Rosengarten in Einsiedeln), sagte laut Medienmitteilung: «Die Schweizer Bieroriginale werden lokal gebraut. Dank unterschiedlichen Rezepturen heben sie sich wohltuend von den übrigen, insbesondere von den importierten Einheitsangeboten ab.» Am Anlass in Bern, an dem auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät teilnahm, wurden weiter die IG-Mitglieder, darunter auch Falken, mit dem Qualitätssiegel vom Brau-Ring ausgezeichnet. Zur Feier dieser Auszeichnung gibt es in Schaffhausen Freibier: Am Freitag, 8. August wird die Brauerei Falken von 17.00 bis 18.00 Uhr im Restaurant Falken ihre mit dem Qualitätssiegel ausgezeichneten Biere gratis ausschenken.

#Allgemeines

28. Juli 2014 | Bügelfläschli-Bier aus Bucher Braugerste, Fun mit Fajitas

Schaffhauser Nachrichten
(us)

Die Fussballweltmeisterschaft ist definitiv vorbei, die Mannschaftsräume in den Trainingslagern dürften mittlerweile ebenso leer sein wie die letzten Flaschen Trainings-Lager (vgl. Genossen vom 2. Juni, «Fussball und Bier»). Doch der Sommer ist noch nicht vorüber, auch wenn er sich zwischendurch mal abmeldet, um dann mit verstärkter Wucht und Hitze wieder einzufahren. Wer Sommer sagt, denkt an Durst, wer Durst sagt, denkt an Bier. Eine Bieridee der besonderen Art hatten die Falken-Brauer, schon bevor der Sommer und die Fussball-WM begonnen hatten: Sie füllten ihre Spezialbiere in Bügelfläschchen mit 33 cl Inhalt – den naturtrüben, bernsteinfarbenen Eidgenoss, das ebenfalls trübe, frische Stammhausbier 1895, dessen Rezept in einem sonst leeren Tresor gefunden wurde und das an ein Zwickelbier erinnert, den Schwarzen Falken und seit Neustem auch den Edelfalken.
Besonders der Eidgenoss dürfte in den Tagen rund um den 1. August Hochsaison haben bei allen, die ihre Vaterlandsliebe mit einem kräftigen Zug zeigen wollen. Da trifft es sich gut, dass dieses Bier tatsächlich zu hundert Prozent aus Schweizer Braugerste gebraut wird, wie Zdzislaw Urbanczyk, der stellvertretende Braumeister bei Falken, bestätigt: «Wir schicken die Braugerste von Schaffhauser Bauern wie Felix Ruh in Buch zum Mälzen nach Deutschland und bekommen sie danach wieder zurück. In unserem Braumeisterbund wird aber gegenwärtig darüber diskutiert, in der Schweiz wieder eine Mälzerei in Betrieb zu nehmen.»
«Die Idee, Braugerste anzubauen, hatte unsere älteste Tochter Martina vor vier Jahren. Sie sprach mit dem damaligen Braumeister von Falken, Oskar Dommen», erzählen Claudia und Felix Ruh. «Auch sein Nachfolger, Michael Hanreich, war sofort dafür, und so liefern wir jetzt schon zum vierten Mal Schaffhauser Braugerste für Schaffhauser Bier.» – Was beim Wein als kontrollierte Herkunftsbezeichnung (AOC) schon lange selbstverständlich ist, hat Falken also auch beim Bier eingeführt.
Hier ist der Name ebenfalls Programm: Im Restaurant El Sombrero an der Webergasse in Schaffhausen hängen die gleichnamigen, reich mit Silberfäden bestickten Schattenspender in Leuchtfarben an den Wänden, und giftbunte Miniponchos sind als Tischsets ausgelegt. Auch dem stumpfsten Gringo muss hier noch vor dem ersten Blick in die Speisekarte dämmern, dass er in einer mexikanischen Cantina gelandet ist. Für 20 Franken wird hier über Mittag ein prächtiges Bastelkit als Fingerfood für das Kind im Manne angeboten: Fajitas. Das Fleisch liegt brutzelnd in der Gusseisenplatte, die Begleitung sind schwarze Bohnen, hellgrüne Guacamole, fein geschnittener Salat und ein Joghurtdip. Diese Komponenten legt man auf die mitgelieferten handtellergrossen Tortillas, schlägt von der Seite einen kleinen Boden ein und rollt das Ganze zu einem Päckchen, das aussieht wie eine essbareZigarre oder Mexikos Antwort auf die vietnamesische Herbstrolle. Ein idealer Imbissplatz für Väter und Söhne, wenn Mama nicht kocht oder die Fingerfarben ausgegangen sind.


#Notizen zu Namen

26. Juli 2014 | Ein erfolgreicher Schaffhauser Auswanderer in Bern

Schaffhauser Nachrichten
Michael E. Dreher

**Nachruf Rainer Kraft**

Kürzlich ist im Alter von nur 68 Jahren Prof. Dr. med. Rainer Kraft seiner mehrjährigen, heimtückischen Krankheit erlegen. Eine Würdigung seiner Persönlichkeit aus Schaffhauser Sicht ist ohne Bezug zur Scaphusia! nicht denkbar. Denn mit der Matura war auch seine Aktivzeit als Scaphusianer zu Ende. Alsdann verliess er Schaffhausen praktisch für immer.
Rainer Kraft wuchs in Neuhausen am Rheinfall mit seinen Eltern, seinem älteren Bruder und seiner jüngeren Schwester im Familienhaus hoch über der Rosenbergstrasse auf. Sein Vater war der Kantonsbaumeister Adolf Kraft, eine bekannte und starke Persönlichkeit. Ich lernte Rainer Kraft am Weihnachtskommers 1962 als Spefuxe kennen. Im folgenden Juni trat er mit drei weiteren hervorragend qualifizierten Fuxen in die Scaphusia! ein, wo er aufgrund seiner markanten Erscheinung mit dem Cerevis «Fels» Verkehrsgeltung erhielt. Mit ihm traten die späteren Prof. Dr. Dr. h.c. Jürg Fröhlich v/o Proton, Dr. med. Andreas Häsler v/o Rubin und lic. oec. HSG Max Duttlinger v/o Divico ein. Dieses Quartett bildete bis vor wenigen Wochen die Generation 1963. Im Sommer 1964 wurde Rainer Kraft Präsident der Aktivitas und führte diese souverän. Allen war gemeinsam, dass sie in der Schule nie Schwierigkeiten hatten (dies im Gegensatz etwa zu anderen Begabten). Er folgte wie auch sein Freund Proton dem Maturatypus A, also mit Griechisch.
Er wusste schon früh, dass er Medizin studieren würde. Anlässlich der Rekrutierung beim legendären Obersten Reimann wich er jedoch auf «Naturwissenschaften» aus, um der Einteilung in die San Trp zu entgehen, und landete wunschgemäss bei der Artillerie. Dort leistete er bei welschen Einheiten seine Dienste, wurde als Oberst Artilleriechef der Geb Div 10 und kommandierte von 1993–1996 das Art Rgt 10. Die Berufung in den Generalstab lehnte er ab, weil ihn der damit verbundene Zeitaufwand in seiner beruflichen Tätigkeit zu sehr eingeschränkt hätte. Gleiches galt auch bezüglich des Kommandos einer Brigade als Milizoffizier, wofür er zur Debatte stand.
Rainer Kraft begann sein Medizinstudium im Herbst 1965 in Lausanne, da er von Anfang an seine Französischkenntnisse vertiefen wollte. Dort legte er das 1. Propädeutische Examen ab. Sodann wechselte er an die Uni Bern, wo er 1973 sein Staatsexamen glänzend bestand. Es folgten die Assistenzjahre am Pathologischen Institut sowie in der Chirurgischen Abteilung des Kantonsspitals Schwyz bei Chefarzt Dr. Marcel Zimmermann, den er von der Scaphusia! her kannte. 1977 erfolgte die Promotion zum Dr. med. Nach Abschluss seiner Zusatzausbildungen war Rainer Kraft Spezialarzt FMH für Pathologie und FMH für klinische Zytologie. 1990 erfolgten die Habilitation und die Beförderung zum Chefarzt der Abteilung für zytologische Krebsdiagnostik am Pathologischen Institut. 1995 wurde er zum a. o. Professor für Pathologie der Medizinischen Fakultät der Universität Bern ernannt.
1997 verliess er das Pathologische Institut, um mit zwei Kollegen das private Zentrum «Pathologie Länggasse» (benannt nach dem Domizil) zu gründen. Dieses Unternehmen wurde in 15 Jahren zu einem der grössten pathologischen Institute der Schweiz mit 14 Fachpathologen und 70 Beschäftigten. Ein voller Erfolg! Er hat dort auch seine unternehmerischen Fähigkeiten bewiesen, was uns auch mal beratend zusammenführte. Noch zu Lebzeiten kam es zur erfolgreichen Nachfolgeregelung im Rahmen eines Management Buy-out. Mit seiner hohen Intelligenz, seinem scharfen Verstand, seiner Bodenhaftung und seinem Durchsetzungsvermögen wäre er auch in anderen Berufen weit oben angekommen.
Sein Lebensmittelpunkt war seit 1967 die Stadt Bern. Nach Schaffhausen kam er eigentlich nur noch an den Weihnachtskommersen und oft an den Schwarzwaldbummel im Rahmen seines Generationsumfelds am «day after». Als ich 1987 in den Nationalrat gewählt wurde, meinte Freund Fels am Weihnachtskommers: «Jetzt sehen wir uns häufiger. Ich telefoniere dir.» In der Märzsession 1988 wurde ich in eine der muffigen Telefonkabinen des Nationalrats gerufen. Er: «So, tönd er sitze?» Ich: «Wa mich betrüfft, au tänke.» Und schon hatten wir das erste Gelächter. In der Folge trafen wir uns in der Regel einmal pro Session und manchmal am Abend zweitägiger Kommissionssitzungen «en ville ou en campagne» zum gehobenen Verzehr auf dem Land oder trafen uns im «Jack’s», dem Restaurant des «Schweizerhofs», eine unserer Lieblingsbeizen. Es war grossartig, in diesen Privatissima ausserhalb des Politbetriebs mit diesem hochintelligenten Freund und brillanten Analytiker die Zeitfragen, Geschäftliches und Persönliches zu diskutieren. Dass wir kaum Differenzen bezüglich unserer politischen und wirtschaftstheoretischen Auffassungen hatten, erleichterte das Gespräch ungemein. Nach wie vor war er in Latein, Geschichte und Literatur sehr beschlagen, jedes Zusammensein war ein geistiger Gewinn. Dazu hat nicht zuletzt sein trockener Humor beigetragen. Er lachte dann, wenn die Pointe um die Ecke ging und besonders scharfsinnig war und andere eventuell noch nicht lachten. Und noch vor sechs Jahren bot er Hand zu einem veritablen Fuxenstreich, den ich ihm vorgeschlagen hatte. In der Runde war er eher schweigsam, wusste aber noch am andern Tag, was gesprochen wurde. Sport jedoch war sein Hobby nicht. Meine Joggerei Bellevue–Monbijoubrücke–Kirchenfeldbrücke–Bellevue konterte er mit der Bemerkung: Ein wohlgenährter Brigadier sei von seinem Korpskommandanten gefragt worden, wie er es eigentlich mit dem Sport halte. Der Welsche habe geantwortet: «Mes sports, Mon Commandant de corps, sont les promenades que je fais dans les cimetières à l’occasion des enterrements de mes camerades qui ont fait du sport.»
In unserer Beziehung manifestierte sich einmal mehr die Tatsache, dass der wahre Wert einer Studentenverbindung nicht in zwei, drei turbulenten Jahren Aktivzeit an der Kantonsschule liegt, sondern danach und lebenslang, wo sich die Burschen «in Amt und Stand» begegnen.
Die Trauer über die Unabänderlichkeit seines Hinschieds wird nur dadurch gelindert, dass sein Leiden nun ein Ende hat. Seiner Gattin Irene, die auf der Strasse des Lebens 39 Jahre an seiner Seite ging, gilt unsere besondere Anteilnahme. Doch Rainer Kraft, Freund Fels, wusste es selbst am besten: Nemini parcetur!


#Notizen zu Namen

26. Juli 2014 | Chnopf der Woche

Schaffhauser Nachrichten
(adf)

Geboren am 21. Juli, 6.46 Uhr
Gewicht: 2930 Gramm
Grösse: 47 Zentimeter
Die glücklichen Eltern: Tamara Mesonero und Martin Dubach aus Schaffhausen

Eigentlich war der Geburtstermin auf den Tag des WM-Finals gesetzt, aber Lionel scheint nicht ein grosser Fussballfan zu sein – so kam er eine Woche später zur Welt. «Wir waren sehr ungeduldig, jeden Tag dachten wir, heute wird es so weit sein», so die frischgebackenen Eltern. Zu Hause wird es nun zu dritt sicher eine grosse Umstellung geben. «Wir sind sehr spontane Menschen, packen einfach mal das Zeug und gehen aus. Das geht nun nicht mehr», so Mutter Tamara. Diese Veränderung nehmen sie aber sehr gerne in Kauf. Erst ein paar Tage alt, sieht man doch schon gewisse Ähnlichkeiten mit den Eltern: «Die Lippen sind ganz klar von Martin und die Ohren von Tamara», so das Ehepaar.


#Allgemeines

21. Juli 2014 | Endlich läufts rund auf der Zinne

Schaffhauser Nachrichten
Anna Rosenwasser

Endlich, endlich hat es geklappt: Am vergangenen Samstagabend fand der Munotball statt. Die drei Wochenenden zuvor war der Anlass wetterbedingt ins Wasser gefallen – umso mehr aber freuten sich die Besucherinnen und Besucher, bei lauem Sommerwetter endlich auf der Zinne das Tanzbein schwingen zu können. Katrin Ehrensperger und Thomas Zweifel sind extra aus Zürich angereist; Ehrensperger wuchs in Schaffhausen auf und kehrt gern zu dieser sommerlichen Veranstaltung zum Wahrzeichen der Munotstadt zurück. Begrüsst werden alle Gäste von Brigitte Kohler, Vorstandsmitglied des Munotvereins; sie hilft an der Kasse mit. Daniel Schmid, ebenfalls Vorstandsmitglied, heisst die Besucherinnen und Besucher willkommen, bevor nach einem Imbiss die Band live zu spielen beginnt.
«Munotgemäss festliche Kleidung» ist laut Einladung gefordert, woran sich Trudi und Franz Heller gerne halten. «Meinen ersten Tanzkurs absolvierte ich in der dritten Sek im Schaffhauser ‹Schützenhaus›», erinnert sich Franz, und «selbstverständlich wird heute getanzt!» Dabei gibt es durchaus auch Gäste, die sitzend die Stimmung auf der Zinne geniessen: Ruth Naef und Walter Hallauer beispielsweise sehen gerne zu, wie andere das Tanzbein schwingen. Danielle Grimm und Claudia Mürset hingegen nehmen sich schon seit Jahren vor, mal mitzutanzen – was nicht immer möglich ist, spielen die beiden Musikerinnen doch im Musikverein Merishausen mit und sorgen so dafür, dass alles melodisch verläuft. Wesentlich für das Klappen des Balles sind aber nicht nur die Musikerinnen und Musiker – sowie das Wetter, wie sich in den vergangenen drei Wochen zeigte –, sondern auch die kulinarische Versorgung. Hierfür sorgen unter anderem Diana Kis-Molnar, Brigitte Saho und Andrea Wyrsch, die im Service arbeiten und den Gästen Getränke und Essen bringen.

#Allgemeines

16. Juli 2014 | Warum sich die Bildungsausgaben lohnen

Schaffhauser Nachrichten
Von Urs Saxer

24 000 Franken. So viel Geld gibt der Kanton Schaffhausen jährlich pro Schüler und Schülerin der Kantonsschule aus. Damit kostet ein Schüler, eine Schülerin der Kantonsschule über 1000 Franken mehr als der Durchschnitt in ausgewählten Vergleichskantonen. Und das ist gut so! Die Begründung kommt gleich.
Wenn der Kanton Schaffhausen im Rahmen des Entlastungsprogramms 2014 wieder 40 Millionen einsparen muss, so ist es auf den ersten Blick verständlich, dass man bei jenen Aufgabenfeldern spart, bei denen man teurer ist als der Durchschnitt in vergleichbaren Kantonen. Guter Durchschnitt ist doch immer noch gut, oder? Und warum soll der Steuerzahler im Kanton Schaffhausen mehr bezahlen für einen Maturitätsausweis als ein Steuerzahler in den Kantonen Thurgau, St. Gallen, Luzern oder Solothurn?

**Konkrete Leistungen vergleichen**
Auf den zweiten Blick sollte man sich aber nicht auf den Durchschnitt der Ausgaben beschränken, sondern die konkreten Leistungen vergleichen. Eine Maturität ist nämlich nicht gleich einer Maturität. Dies hat Prof. Dr. Stefan Wolter im Bildungsbericht 2014 erläutert. Und die Schaffhauser Matura ist erstens besser als der Durchschnitt, weil sie ein besseres (und damit teureres) schulisches Grundangebot hat, wie zum Beispiel mehr Unterrichtsstunden, einen Sprachaufenthalt, Unterricht in Halbklassen und einen wirkungsvollen interdisziplinären Unterricht. Die Schaffhauser Matura ist zweitens besser, weil sie bessere (und damit teurere) schulische Rahmenbedingungen bietet, wie zum Beispiel in der Bibliothek, im Sekretariat, im Hausdienst oder bei den Assistenten. Drittens ist die Schaffhauser Matura besser, weil sie ein besseres (und damit teureres) Zusatzangebot führt, wie zum Beispiel ein breites Freifachangebot und Instrumentalunterricht. Und viertens ist die Schaffhauser Matura besser, weil sie bessere (und damit teurere) Schulentwicklungsprojekte verfolgt, wie zum Beispiel Ethik-, iPad- und Statistikprojekte.

**Grösserer Return on Investment**
Natürlich kann man nun bei diesen – im Vergleich zum Durchschnitt – teureren (und besseren) Bildungsleistungen sparen. Dies ist aber der falsche Ansatz, und zwar aus folgendem Grund: Die Bildungsleistungen haben – im Vergleich zu anderen staatlichen Ausgaben – für die Gesellschaft einen grösseren Return on Investment: Besser ausgebildete Schüler werden in ihrem späteren Arbeitsleben mehr und bessere Wertschöpfung für die ganze Gesellschaft erbringen und damit die Finanzierung der übrigen staatlichen Leistungen überhaupt ermöglichen. Bildungsausgaben müssen sich damit nicht am Durchschnitt des Inputs orientieren, sondern vielmehr an der Effektivität des Outputs. Ein zusätzlich in das Bildungssystem investierter Steuerfranken hat ganzheitlich betrachtet eine vergleichsweise grössere Wirkung als entsprechende Investitionen in andere staatliche Aufgaben. Dies gilt nicht nur für die Kantonsschule Schaffhausen, sondern für alle Schulstufen und gesamtschweizerisch für alle Kantone. Eine überdurchschnittlich gute (und damit teurere) Volksschule, ein überdurchschnittlich guter (und damit teurerer) Lehrabschluss und auch eine überdurchschnittlich gute (und teurere) Matura sind für unsere Gesellschaft in einer immer globalisierteren Welt langfristig die besten Investitionen!

**Prioritäten setzen**
Aus diesem Grund wünsche ich mir Politiker, welche sich gerade auch bei Sparmassnahmen nicht an einer durchschnittlich guten Bildung orientieren, sondern Prioritäten zugunsten der Bildung setzen. Dies übrigens auch, weil eine Gesellschaft mit nur durchschnittlich guter Bildung auf die ganz lange Sicht betrachtet noch mehr wird sparen müssen.

**Urs Saxer** ist Rektor der Kantonsschule Schaffhausen. Sein Text erschien als Editorial des Bulletins der Kantonsschule Schaffhausen vom Juli 2014.


**Leserbriefe**
SN vom 19. Juli 2014
Hände weg vom Durchschnitt
Matthias Freivogel
Kantirektor Urs Saxer sucht Politiker, die sich bei Sparmassnahmen nicht an einer durchschnittlich guten Bildung orientieren, sondern Prioritäten zugunsten der Bildung setzen. In mir haben Sie, Herr Saxer, einen solchen gefunden. Und dies, obwohl ich selber von einer überdurchschnittlichen Kanti nicht (direkt) «profitieren» kann. Wollen wir es im kleinen Paradies schöner haben und – in vernünftigem Rahmen – besser sein als die anderen, kostet es auch mehr, und wir alle haben mehr davon. Deshalb Hände weg vom kurzsichtigen, simplen Durchschnitt! Weiter ermuntere ich alle weiteren Führungspersonen in der Verwaltung und in den Institutionen des Kantons, auch wenn es der Regierung nicht passen sollte, Transparenz herzustellen und die Situation ihres Bereiches so präzis und schlüssig öffentlich darzulegen, wie Urs Saxer es getan hat. Ich bin sicher, auch sie werden fündig.

SN vom 26. Juli 2014
Mehr Effizienz auch bei Bildung
Walter Hotz
Rektor Dr. Urs Saxer von der Kantonsschule Schaffhausen strebt danach, mit grossen Worten den Spardruck abzuwehren (SN 16. Juli 2014). Vielleicht verwechselt er seine Pflichten als oberster Schulchef, oder er will Lehrenden, Verwaltungsangestellten gefallen. Die SP-Etatisten frohlocken bereits über so viel schulmeisterliches Engage- ment zugunsten unreflektierten Geldausgebens (SN 19. Juli 2014). Klar gibt es dümmere Möglichkeiten, zum Beispiel für Energiesubventionen, die wirkungslos verpuffen. Wenn aber Saxer so tut, als bedeute ein zusätzlicher Bildungsfranken immer den gleichen positiven Nutzenzuwachs, macht er einen für einen promovierten Wirtschaftswissenschafter desaströsen Denkfehler oder zumindest eine populistisch motivierte Vereinfachung. Es gibt auch in der Bildung effizientere und weniger effiziente Vorgehensweisen. Vielleicht hat ein Franken im instrumentalen Unterricht eine höhere Wirkung als einer für die Physikassistenten. Vielleicht ist es aber auch umgekehrt. Die Aufgabe Saxers wäre es, zusammen mit seinem Führungsteam genau dies herauszufinden und dann zu benennen, wie bei gleicher Bildungsleistung 10 Prozent der Kosten eingespart werden könnten. Die Argumen- tation Saxers, finanziellem Input stehe immer ein entsprechender Output gegenüber, ist nachweislich falsch. Sie zeugt von Anbiederung nach unten (gegenüber den Mitarbeitern) und Arbeitsverweigerung nach oben (gegenüber dem Volk), ist aber im Schaffhauser Staatsdienst leider weitverbreitet.