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18. Juni 2014 | Der Munot verbindet Tradition und Moderne

Schaffhauser Nachrichten
Von Urs Saxer

«Munotvater» – an diese traditionelle Bezeichnung als Präsident des Munotvereins musste ich mich schon etwas gewöhnen, auch wenn ich mich objektiv nicht mehr zu den Jüngsten zähle und — insbesondere in dieser Funktion — auch nicht mehr zäh- len muss. Johann Jakob Beck, der Grün- der und erste Präsident des Munotvereins hat vor 175 Jahren den Munot vor dem Schicksal als Steinbruch bewahrt und damit durchaus väterlich gewirkt. Als 16. Munotvater habe ich es einiges leichter als er: Niemand kommt heute ernsthaft auf die Idee, den Munot abzureissen. Im Gegenteil: über 4400 Personen unterstützen als Mitglieder des Munotvereins den Erhalt des Munots als historisches Bauwerk und die Organisation von Veranstaltungen auf dem Munot.

**Hoffnungslos veraltete Bräuche?**
Eine weitere Tradition des Munotvereins besteht darin, seine Mitglieder nach 25 Jahren Mitgliedschaft als «Veteran» und nach 50 Jahren Mitgliedschaft als «Ehrenveteran» zu ehren. Man kann sich fragen, ob solche Bräuche nicht hoffnungslos veraltet sind. Wie auch die Munot-Quadrille, der Gesellschaftstanz aus dem 17. Jahrhundert, der seit mehr als 130 Jahren an den Munotbällen zelebriert wird. Offenbar üben aber solche langen Traditionen gerade in der heutigen, modernen, schnelllebigen Zeit eine Faszination aus. Man hält für einen Moment inne und wird dadurch zum Nachdenken angeregt. Letztlich entscheidet immer die Gesellschaft über die Weiterführung von Traditionen. Und hier stellen wir fest, dass unsere Quadrillekurse nach wie vor sehr gefragt sind — ein faszinierendes Phänomen. Während vor 100 Jahren auf der Munotzinne noch literarische Abende, Lesezirkel, Veteranenfeiern und Maskenbälle durchgeführt wurden, waren es in den letzten Jahrzehnten Disco-Abende, Salsa-Tanzkurse und Kino-Open-Air-Abende die das traditionelle Jahresprogramm ergänzten. Und heute? Nach den fantastischen Rückmeldungen des ersten Rundbühnenkonzerts im Juni 2013 mit Phil Dankner, Ritschi und Steff la Cheffe inmitten der Munotzinne finden Anfang September zwei weitere Munot Summer Nights statt. Mit solchen neuen Angeboten hat der Munotverein im Laufe der letzten Jahre auch jüngere Personen angesprochen, sodass der Munotverein mitgliedermässig nicht vom Aussterben bedroht ist, ganz im Gegenteil: In den letzten 20 Jahren verzeichnete der Verein einen Mitgliederzuwachs von 20 Prozent.

**Westlicher Wehrgang**
Neben den Veranstaltungen des Munotvereins ist der Erhalt des Munots als historisches Bauwerk die zweite Hauptaufgabe, welche in den Statuten festgehalten ist. Hier stellen sich einige aktuelle Fragen. Beispielsweise muss die westliche Flankenmauer saniert werden. Aber wie genau? Und mit welchem Material? Während die Stadt Schaffhausen als Eigentümerin des Munots dafür zuständig ist, stellt sich der Munotverein die Frage, ob und wie der 1871 abgebrannte Wehrgang wieder aufgebaut werden könnte. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zur Projektidee der Rekonstruktion des westlichen Wehrgangs sind durchaus positiv. Auf die Frage des Wie werden natür- lich kontroverse Antworten zu erwarten sein. Wir sind überzeugt, dass sich auch in dieser Frage Tradition und Moderne verbinden lassen.

**Ein Ort für Tradition und Moderne**
Das Besondere ist und bleibt aber wohl der einzigartige Standort des Munots, über der Altstadt und dem Rhein residierend und von weit her sichtbar in seiner speziellen Architektur. Dazu umranken ihn zahlreiche Geschichten, vom Hirschgraben über die un-terirdischen Gänge bis ganz nach oben in die Wohnung des Munotwächters, der immer noch jeden Abend um 9 Uhr das «Munotglöggli» von Hand läutet. Die Geschichten, die sich rund um das prominente Wahrzeichen weben, interessieren nach wie vor Jung und Alt. Dies erleben wir mit den Jüngsten am Munot-Kinderfest, mit der mittleren Generation bei den «jungen» Angeboten und mit der älteren Generation an den Munotbällen. Ich bin überzeugt, dass der Munot auch nach 175 Jahren immer wieder neue Gäste anziehen wird, sei es an einem Munotball, am Kinderfest, an einem Kino-Open-Air Abend oder an einer Munot Summer Night. Weil auf dem Munot beides stattfindet: Traditionelles und Modernes. Und das ist wohl das Spezielle am Munotverein: Er muss keinen Spagat zwischen Tradition und Moderne machen. Der Munot bietet genug Platz und Zeit für Traditionen, die man aktiv pflegen und zelebrieren kann, wie auch für moderne Anlässe und innovative Projekte, mit denen man experimentieren kann.

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18. Juni 2014 | Lasterhaftes Maturandenleben

Schaffhauser Nachrichten
von Mark Liebenberg

**Abschlussarbeiten 2014 – Alkohol- und Tabakkonsum an zwei Mittelschulen**

Als Nathalie Bohl während ihres Austauschjahres am Gymnase de la Cité in Lausanne weilte, fiel ihr auf, wie viel dort geraucht wurde. «Lehrer und Schüler standen in der Pause draussen und pafften, während an der Kanti Schaffhausen die Raucher ihrem Laster nur in einer klar mit einer gelben Linie gekennzeichneten Zone auf dem Pausenplatz nachgehen dürfen», erinnert sich Bohl. Geht man in der Romandie lascher mit der Raucherei um, fragte sich die Nichtraucherin. Und wie ist es mit dem Alkohol? Comparaison de la consommation de tabac et d’alcool an den beiden Gymnasien wurde kurzerhand das Thema ihrer Maturarbeit als Anschluss der maturité bilingue. Dazu erstellte sie nach recherchierten Standards einen Fragebogen, den sie an 635 Schülerinnen und Schüler verteilte.

**An der Kanti raucht jeder Dritte**
Wann habt ihr eure erste Zigi geraucht / zum ersten Mal Alkohol getrunken? Wie viel raucht/trinkt ihr heute? Solche und weitere Fragen hatten die Kollegen (anonym) zu beantworten. Da es sich um eine Arbeit in den Fächern Französisch und Mathematik handelt, musste Bohl ausserdem nach einem genau festgelegten Verfahren mit einer Stichprobe arbeiten und das Signifikanzniveau ermitteln – was den theoretischen Teil der Arbeit ausmacht und den Anforderungen einer Maturarbeit offenbar vollauf gerecht wurde: Bohls Arbeit wurde mit der Bestnote bewertet. Die Ergebnisse der Arbeit – die von Lehrern wie Schülern mit grossem Interesse erwartet wurden – sind eigentlich … ernüchternd. Oder viel mehr: ermunternd. «Die welschen Kollegen beginnen im Schnitt etwas früher mit Rauchen und Trinken, die grosse Mehrheit hatte aber im Monat vor der Befragung einen moderaten Konsum vorzuweisen.» Vor allem beim Alkoholkonsum ergeben sich im Vergleich zwischen Lavaux und Blauburgunderland ganz minime Unterschiede. In beiden Weinregionen ist zudem Bier das Getränk der Jugend. Einen Unterschied jedoch gibt es bei den Glimmstängeln: «Rund zwei Drittel der Schaffhauser Kantischüler sind erklärte Nichtraucher. In Lausanne sind dies nur gerade 46 Prozent.» Auch sonst pflegen die angehenden Akademiker einen moderaten Lebensstil. Nur gerade eine Nennung von Alkoholvergiftung gab es bei einem Schüler in Lausanne. Mehr als eine Schachtel Zigaretten pro Tag rauchten zwei Schüler oder Schülerinnen in Lausanne, einer in Schaffhausen. «Das galt natürlich nicht auf der Maturareise», lacht Bohl, «dort herrscht dann schon eher der Ausnahmezustand.» Die junge Dame mit dem Berufsziel Ärztin hatte sogar zwei Maturareisen, mit ihren Kollegen in Schaffhausen und jenen in Lausanne. Die Erfahrungen ihres Austauschjahres möchte Bohl nicht missen. «Alles ist dort ein bisschen lockerer, offener, aber auch ein bisschen unverbindlicher.»

*Alter 18 Wohnort Herblingen Nach der Matura Ein Zwischenjahr in Chile, danach Humanmedizin Titel der Maturaarbeit «Comparaison de la consommation d’alcool et de tabac dans le gymnase de La Cité, Lausanne et le gymnase cantonal de Schaffhouse» Fachbereich Französisch/Mathematik*

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16. Juni 2014 | Prämierung der besten Maturaarbeiten der Schweiz

Schaffhauser Nachrichten
(cme)

Noch ist nicht alles verloren. Auch in Zukunft werden denkende und recherchierende Zeitgenossen den Lauf der Welt zu verstehen versuchen. Dies könnte als Fazit die Prämierung der schweizweit besten Maturaarbeiten 2014 zusammenfassen. Insgesamt 30 Maturanden aus der ganzen Schweiz wurden so für ihre gründlichen Recherchen und die fachliche Qualität ihrer Arbeiten in der Rathauslaube ausgezeichnet. «Die Eigenständigkeit, welche in den Arbeiten steckt, haben uns imponiert», lobte der Jurypräsident, Martin Chevallaz, die Rangierung sei demnach aufgrund der hohen Qualität der Werke sehr schwierig gewesen. Aufgrund verschiedener Kriterien, wie unter anderem der staatsbürgerlichen Relevanz, die fachliche Substanz oder der intellektuellen und gedanklichen Qualität setzte sich Corinne Turnherr aus Oberriet (SG) von ihren Mitstreitern ab. Die Arbeit mit dem Titel «Die Rolle der Frau um 1950» wurde mit 3000 Franken prämiert. Auch Valentin Roniger aus Zeihen (AG) konnte sich dank der Bewertung seiner Arbeit «Frauenstimmrecht 1971. Wo stehen wir heute?» über 2000 Franken Preisgeld freuen. Die Standfesten unserer Demokratie hat der drittplatzierte, Dominik Ess aus Herisau (AR) unter die Lupe genommen. Anhand von persönlichen Interviews mit diversen Politikern wie den Präsidenten der vier wichtigsten Parteien sowie unter anderen Christoph Blocher, beschäftigte sich der Maturand mit der «Volkswahl des Bundesrates». Sein Engagement und die entsprechende Umsetzung brachten ihm 1000 Franken ein. Jedoch gingen auch die restlichen Kandidaten nicht leer aus. Jeweils mit einem 150 Franken Büchergutschein wurden die übrigen Arbeiten prämiert.

**«Benötigen unruhige Geister»**
Seit 14 Jahren wird der Peter-Dolder-Preis von der Stiftung für Demokratie verliehen. Vom damaligen Nationalrat Peter Sager ins Leben gerufen, setzt sich die Stiftung für die Schaffung, Erhaltung und Weiterentwicklung der offenen Gesellschaft und die Förderung sachbezogener Informationen als Voraussetzung demokratischer Willensbildung ein. Der Peter-Dolder-Preis im Speziellen geht in seiner derzeitigen Anwendung primär an Maturandinnen und Maturanden, welche ihre Abschlussarbeit im Bereich Geschichte, Staatskunde, Geografie oder Wirtschaft und Recht geschrieben haben. «Das ist Kultur, dies gibt dem Leben eine andere Dimension», erklärte der Stiftungsratspräsident Jürg Stüssi-Lauterburg, «ausserdem wollen wir den Maturanden so zeigen, dass ihre Arbeiten ernst genommen werden.» Von den Resultaten angetan, sprach ebenso die Schaffhauser Regierungspräsidentin Rosmarie Widmer Gysel den Autoren ihren Respekt aus. «Wir benötigen wache und unruhige Geister wie sie.» Für die direkte Demokratie einzustehen und dafür zu kämpfen, forderte Ständerat Thomas Minder. Gleichzeitig zeigte er sich jedoch beeindruckt: «Ich finde es toll, dass sich junge Leute für die Politik interessieren, das ist sehr bemerkenswert.»

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7. Juni 2014 | Ökovisionen – und Entlassungen

Schaffhauser Nachrichten
von Rolf Fehlmann

CEO für eine Woche – dieser Traum (oder Albtraum) wurde für rund 80 Studierende der Kantonsschule Schaffhausen sowie für ein Dutzend Berufslernende von Bosch, ABB, Bircher, Georg Fischer und SIG all Cap im Klostergut Paradies Wirklichkeit.
Für die rund 90 Teilnehmenden an der traditionellen Wirtschaftswoche – einem Gemeinschaftsprojekt der IVS Industrie- und Wirtschaftsvereinigung Schaffhausen, der Kantonsschule Schaffhausen und der Ernst-Schmidheiny-Stiftung – drehte sich von Montag bis gestern Freitag alles um die Wirtschaft: Statt Vokabeln zu pauken oder Formeln zu büffeln, schlüpften sie in die Rolle von Unternehmensleitungen. Markt und Unternehmen simulierte dabei das computergestützte Lehrkonzept Wiwag. Wie im richtigen Wirtschaftsleben mussten sie für ihre Wirtschaftswochen-Unternehmen Strategien entwickeln, sich mit der Konkurrenz und mit der Entwicklung des Marktes auseinandersetzen, Marketingkonzepte umsetzen und eine Vielzahl von Entscheiden fällen. So musste etwa die Herstellerfirma des Kinderspielzeugautos Wheely über 50 Leute abbauen, weil nach einer Preiserhöhung der Absatz eingebrochen war: «Es war mir nicht von Anfang an bewusst, dass sich teurere Produkte weniger gut verkaufen», gestand an der gestrigen Generalversammlung der «Wheely»-Herstellerin ein Mitglied der Geschäftsleitung freimütig. «Die Jugendlichen erleben realitätsnah, wie ein Unternehmen am Markt funktioniert», sagte dazu Thomas Stamm, Prorektor der Kantonsschule. «Sie sind gefordert, kreativ und verantwortungsvoll ihre Unternehmen zu führen.» Dass ökologisches Bewusstsein, soziales und nachhaltiges Handeln oberste Priorität haben, zog sich gestern wie ein roter Faden durch alle Präsentationen und Konzepte – eher kürzte man den Aktionären die Dividende als der Schule im Kongo die Unterstützung. Regierungspräsident Christian Amsler zeigte sich beeindruckt von der hohen Qualität der Konzepte und Präsentationen und lobte «die gute Auftrittskompetenz» der Studierenden wie der Berufslernenden: «Der Realitätsbezug war gut, und in der Simulation wurden alle Aspekte abgedeckt.» Es sei «absolut wichtig, dass junge Leute der Wirtschaft begegnen», so Amsler.

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6. Juni 2014 | Maturstreich: Rund 700 Kantischüler marschierten durch die Stadt

Schaffhauser Nachrichten
(kme)

Mit dem Umzug ging der Streich gestern Morgen in die letzte Runde. Um halb neun stürmten die Maturanden in die Klassenzimmer der jüngeren Schüler und nahmen sie mit auf eine kleine Reise durch die Altstadt. Die meisten Schüler waren dem Thema «Antike» entsprechend gekleidet. Poseidon, Artemis, aber auch Gladiatoren zogen verwunderte Blicke der Passanten auf sich. Kein Wunder: Rund 700 verkleideten Kantischülern begegnet man nicht jeden Tag. «Die Verwaltungspolizei haben wir aber über unseren Umzug informiert», erklärt Klara Brütsch vom Maturstreich-OK. Geendet hat der Anlass in der Munothalle, wo wie jedes Jahr die Maturanden eine Show für die ganze Schule veranstalteten.



Bild Selwyn Hoffmann

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4. Juni 2014 | Gladiatorenkampf an der Kanti

Schaffhauser Nachrichten
von Katja Meier

Seit Montag wird den Schülern und Lehrern der Einlass zur Kanti erschwert. Jeden Morgen stehen die Schüler vor dem Haupteingang Schlange, denn sie müssen alle durch eine sogenannte Zeitmaschine. Mit einer Nebelmaschine und Lichteffekten werden sie ins Zeitalter der Antike geschickt. Wer sich wehrt, bekommt ohne Erbarmen einen dicken Stempel mit der Aufschrift «Sklave» ins Gesicht. Ist man dann endlich im Schulgebäude drin, laufen einem Gestalten wie Gladiatoren, Sklaven, römische und griechische Götter, Statuen und andere antike Persönlichkeiten über den Weg.

**Gladiatorenkampf und Skalpieren**
In der grossen Pause und über Mittag haben sich die Maturandinnen und Maturanden des Organisationskomitees verschiedene Veranstaltungen überlegt. Etwa Theaterspiele mit den griechischen und den römischen Göttern oder Wagenrennen. Zudem wurden unartigen Schülern die Haare geschoren. Für die grosse Pause von gestern haben sich die OK-Mitglieder ein ganz bestimmtes Thema überlegt: einen Gladiatorenkampf. Im Lichthof des neuen Kantigebäudes wurde die Arena für die kämpfenden Krieger aus Matten, Schwedenkästen und Bänken aufgestellt. Auf der Bank balancierend lieferten sich die Schüler von der 1. bis zur 3. Klasse, ausgestattet mit Schwimmnudeln, Duelle. Auch die Lehrer wurden von dieser Aktion nicht verschont. Deutschlehrer Roger Staub errang sogar einen tapferen Sieg gegen einen Schüler. Nicht nur die Jungs kämpften, auch die Mädchen mussten mit den Schwimmnudeln gegeneinander antreten. Kantonsschulrektor Urs Saxer schien sehr zufrieden zu sein mit der Umsetzung des diesjährigen Maturstreichs. «Es ist überraschend, dass die Werte der Antike für die Schüler eine so hohe Bedeutung haben», sagte Saxer.

**Eine grosse Überraschung**
Morgen Donnerstag steigt dann das grosse Finale des Maturstreichs. Am letzten Tag vor den Prüfungen lassen die Viertklässler noch einmal so richtig die Sau raus. «Wir haben uns für den Abschlusstag etwas ganz Besonderes ausgedacht», sagt Klara Brütsch vom Maturstreich-OK, «dieses Jahr wird die Feier etwas anders ablaufen.» Die jüngeren Schülerinnen und Schüler wissen noch nicht, was morgen auf sie zukommen wird. Aber eins ist gewiss: Niemand wird verschont.

**Ein letztes Mal Blödsinn machen**
Der Maturstreich wird an vielen Gymnasien und Fachmittelschulen in der Schweiz durchgeführt. In Schaffhausen findet er immer in der Woche vor den schriftlichen Maturprüfungen statt. Ziel des Streichs ist es, dass die Schüler noch ein letztes Mal Blödsinn machen können, bevor dann der Ernst des Lebens beginnt. Grössere Zwischenfälle hatte es laut Urs Saxer glücklicherweise diese Woche noch keine gegeben.



Am Maturstreich mussten einige Kantischüler in der Gladiatorenarena ihre Kräfte unter Beweis stellen. Auch die Lehrer wurden nicht verschont.
Bild Simon Brühlmann



Haare ab hiess es für den Kantischüler Nino Storrer (sitzend). An Ideen fehlte es dem Organisationskomitee des Maturstreichs, der diese Woche an der Kanti Schaffhausen stattfindet, nicht. Seit Montag befinden sich die Maturandinnen und Maturanden in der Welt der Antike, bevor sie sich dann am Freitag den schriftlichen Abschlussprüfungen widmen. Die Abschlussklässler versuchen in den manchmal tristen Schulalltag ein bisschen Witz reinzubringen. Wie auch hier auf dem Bild: Die unartigen jüngeren Schüler, wie Nino Storrer, wurden von den Maturanden David Gasser (mit Rasierer) und Marco Walter (im Rock) mit einer Kopfrasur bestraft.
Bild Katja Meier

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26. Mai 2014 | Munotverein feiert 175-Jahr-Jubiläum mit der Bevölkerung

Schaffhauser Nachrichten
(r.)

Auf ganz besondere Art konnten die Besucher am Samstag den Munot kennenlernen, denn der Munotverein öffnete anlässlich seines 175-Jahr-Jubiläums sämtliche Gänge, Türen und Tore. Im Munotgraben konnte man das Bauwerk einmal aus dem Blickwinkel eines Hirsches betrachten. Unterirdische Gänge offenbarten sich, der Römerturm oder der steile Wehrgang konnten entdeckt werden, sogar in den Geheimgang konnten die vielen Besucher einen Blick werfen. Weitere Darbietungen rundeten bei schönem Wetter den viel beachteten Tag der offenen Tore auf dem Wahrzeichen ab. Urs Saxer, Präsident des Munotvereins, sprach von über 1500 Gästen, die auf dem Munot unterwegs waren.

von Katja Meier

**Ausnahmezustand auf dem Munot**

*175 Jahre Munotverein wurden auf der Festung gefeiert. Zum ersten Mal war das ganze Munotgelände für die Öffentlichkeit zugänglich.*

Ausnahmezustand herrschte am Samstag auf dem Munotgelände zwischen 10 und 16 Uhr. Mehrere Flaggen vom Munotverein waren an den Masten aufgehängt, Leute irrten zwischen den Rebbergen umher, und die Damhirsche mussten sich mit einem ein bisschen kleineren Gehege zufrieden geben. Anlässlich des 175-Jahre-Jubiläums öffnete der Munotverein alle Toren und Türen.

**Volles Programm**
Am Samstag konnten die Besucherinnen und Besucher den Munot einmal auf eine ganze besondere Art erleben. Sie hatten zu sämtlichen Gängen, Gärten und Kellern Zugang. Im Munotgraben konnte man das Bauwerk einmal aus der Perspektive der Hirsche begutachten. Den unterirdischen Gang entlanglaufen und beim Ziehbrunnen einen Blick auf den Grundwasserspiegel erhaschen. Den Römerturm besteigen. Den steilen östlichen Wehrgang hochkraxeln. Die Pflanzenwelt im Munotgarten erblicken. Und den Pavillon in den Rebbergen entdecken. Dies und noch vieles mehr konnte man am Samstag fast den ganzen Tag auf dem Munotgelände erkunden. Auch ganz oben auf der Munotzinne stiess man auf allerlei Darbietungen. Der amtierende Munotwächter Christian Beck unterhielt das Publikum mit einer Drehorgel aus den 60er-Jahren und informierte die Leute über die Geschichten des Munots. Und auch seine Frau Christine Beck nutzte die Gelegenheit, um zusammen mit Katja Ur ihr neues Projekt vorzustellen: Die Munotglöggli-Spielgruppe soll ab dem Sommer 2014 eröffnet werden. Mit dem «Munotmüüsli» werden die Kinder dann auf Entdeckungsreise gehen. Auch die Schaffhauser Pfadi war anwesend und zuständig für das Kinderprogramm. Leonie Neukomm verwandelte die Kinder in Schmetterlinge, Clowns oder Katzen, indem sie mit Farbe die Gesichter der Kinder bemalte. Und bei der Schmiedezunft konnten viele ihren eigenen Nagel schmieden.

**«Perfektes Wetter»**
Um halb 11 war es noch bedeckt und ziemlich kühl. Im Verlauf des Tages drückte aber immer mehr die Sonne durch die Wolken. Laut Munotvereinspräsident Urs Saxer war es das perfekte Wetter für eine solche Veranstaltung. «Für die Schaffhauser ist es etwas zu kühl, um auf den Rhein zu gehen, aber regnen tut es auch nicht», meinte Saxer und hielt fest: «Deshalb ist es ideales Wetter für einen Besuch auf dem Munot.» Auch über die grosse Anzahl der Besucher freute sich Saxer: Rund 1500 fanden am Samstag den Weg zum Munot. Es war eindeutig kein normaler Besuch auf dem Munot. «Es entstehen ganz spontane Gespräche zwischen den Leuten, welche sonst nie passieren», meinte Saxer zufrieden. Der Verein durfte sich auch über etwa 30 Neumitglieder freuen, welche mit ihrem Mitgliederbeitrag auch das neue Projekt des westlichen Wehrgangs unterstützen, das am Samstag von Architekt und Vorstandsmitglied Manuel Bergamini genauer vorgestellt wurde.

**100 Helfer im Einsatz**
Für die ganze Veranstaltung waren natürlich auch viele Helfer nötig. Rund 100 Helferinnen und Helfer zeigten den Besuchern den Weg, informierten die Leute über die Geschichte des Munots, verkauften Essen und Trinken oder warben auch um Neumitglieder. Auch die jüngere Gesellschaft half kräftig mit, wie der 12-jährige Florian Leutwiler. «Ich war am Vormittag im unterirdischen Gang und zeigte den Leuten den Weg», sagte der junge Schüler stolz.

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24. Mai 2014 | Herausragende Maturaarbeiten prämiert

Schaffhauser Nachrichten
Von Wolfgang Schreiber

«Sieben auf einen Streich» oder «Die glorreichen Sieben» sind am Donnerstagabend in der Aula der Kantonsschule mit Preisen von jeweils 500 Franken ausgezeichnet worden. Die sieben haben Maturaarbeiten verfasst, die von der Lehrerschaft mit sechs weiteren Arbeiten einer Jury vorgelegt wurden. Das Maturitätsanerkennungsreglement verlangt von den Kantonsschülerinnen und -schülern, dass sie im Abschlussjahr eine grössere, eigenständige Arbeit schreiben und diese mündlich präsentieren müssen. Die Jury hat aus diesen 13 dann die sieben Arbeiten ausgewählt, die prämiert wurden.
Es sind sieben von insgesamt 131 in den letzten Monaten verfassten Maturaarbeiten. Diese «glorreichen Sieben», um mit dem Titel eines Hollywoodfilms zu sprechen, erhielten die Preise in einer an die Oscar-Verleihung erinnernden Feier. Die Prämierung wurde vom Schülerensemble der Kantonsschule unter der Leitung von Andrew Kendrick und mit den Sängerinnen Cindy Manser und Isabelle von Siebental musikalisch umrahmt. In den letzten Jahren sind die nominierten Verfasserinnen und Verfasser in der Aula dem Publikum gegenübergesessen. Das Publikum, das wie immer aus Mitschülerinnen und Mitschülern, Eltern, Verwandten und Freunden bestand, konnte sie ins Auge fassen. Das wollten die Maturanden dieses Jahr nicht. Sie hätten sich dabei wie «ausgestellt» gefühlt. Also sassen sie ganz bescheiden im Publikum. Sie traten nur vor, um sich selbst und in kurzen Worten das Thema ihrer Arbeit vorzustellen. Sehr sympathisch auch, dass sie immer auch ihre jeweiligen Betreuer und Koreferenten in die Vorstellung einbezogen. Denn das ist klar, nicht nur eine Maturaarbeit, fast jede Arbeit kann nur mit einem Team gelingen. Unsere Wirtschaft, die Art, wie wir Erfolg belohnen – alles dreht sich um den Einzelnen. Wie die Wissenschaftler der Social Physics jetzt nachweisen, was schon die Grossmutter wusste, hängt all unser Tun und Denken hochgradig von unsern Mitmenschen ab. Darauf hat in seinem Referat auch Prorektor Thomas Stamm aufmerksam gemacht, als er die Maturaarbeiten insgesamt würdigte. Er sprach vom Œuvre und von der Mühe und der Arbeit und den Seufzern, die eine Maturaarbeit hervorruft. Stamm erwähnte ausdrücklich «die Eltern und andere hilfreiche und geduldige Unterstützer» aus dem Umfeld der Verfasserinnen und Verfasser. Die beiden Preise der Naturforschenden Gesellschaft, gestiftet von der Cilag, gingen an Christian Baumann (Shuffling of Cards) und Felix Graule (Getränkeroboter), die Laudatio hielt Jakob Walter. Der Preis der Schaffhauser Platzbanken, überreicht von Andreas Liberato, ging an Robin Wuigk (Dok.-Film «Auf den Spuren des Wassers»). Die Preise des Historischen Vereins gingen an Brandon Huber (Nachwuchsförderung im Segelfliegen) und an Julien Sala (Venezuela nach Hugo Chávez). Die Laudatio hielt Peter Scheck. Die Preise der Schaffhauser Buchhandlung Fass und des Architekturbüros hofer.kick architekten gingen an Annina Napierala (Hans im Glück oder Warum Religion auch Atheisten glücklich machen kann) und an Lionel Trümpler (Novelle «Lehrzeit» oder Einstein in Schaffhausen und eine Reflexion über Novellen). Die Laudatio hielt Georg Freivogel.


**Auszeichnung – Die nominierten und die prämierten Arbeiten**

Fachbereich Sprachen
Annina Napierala: Hans im Glück oder Warum Religion auch Atheisten glücklich machen kann.*
Lionel Trümpler: Lehrzeit – Eine Novelle. Reflexion «Vom Verfassen einer historischen Novelle».*

Geistes- und Sozialwissenschaften
Brandon Huber: Nachwuchsförderung im Segelfliegen.*
Tobias Klauser: Die Entwicklung und Zukunft der sinoamerikanischen Beziehung im 21. Jahrhundert – Eskalation oder Kooperation?
Julien Sala: Das Vermächtnis von Hugo Chávez. Wie geht es weiter mit Venezuela?*

Naturwissenschaften und Mathematik
Luca Marchetti: Genetische Ursachen für den Grauen Star. Screening des Gens SLC16A12 von Kataraktpatienten.
Laura Tamagni: Xenotransplantation – Zukunft der Transplantationen.
Christian Baumann: Shuffling of Cards.* ?Felix Graule: Entwicklung eines Getränkeautomaten.*
Robin Wuigk: H2O Nordost. Eine Querschnitt-Reise durch die Schweiz auf den Spuren des Wassers.*

Kunst und Sport
Meret Mache: Kunst bewirkt.
Aleksandra Vasic: Psycho – Männer und Frauen.
Cleopatra Bollinger: Körperlichkeit. Weibliche Körper in der plastischen Kunst.

* Prämierte Arbeiten

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22. Mai 2014 | Bis zu 30 Schüler pro Kantiklasse

Schaffhauser Nachrichten
(zge)

Auch in grossen Kantonsschulklassen mit 30 Schülerinnen und Schülern sind die Bildungschancen gewährleistet. Dies schreibt die Schaffhauser Kantonsregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Kantonsrätin Martina Munz (SP, Hallau). Hintergrund ist das Sparprogramm ESH3, welches unter anderem eine Reduktion der Anzahl Kantonsschulklassen vorsieht.
Die Regierung beruft sich auf empirische Studien, welche zeigten, dass die Leistung in Gymnasialklassen mit bis zu 30 Schülerinnen und Schülern nicht sinke. Insbesondere in der Probezeit sollten grössere Klassen zugelassen werden, schreibt die Regierung. So könne man die Alternative, die Einführung eines Numerus clausus, vermeiden. Es sei aber nicht so, dass die Klassen durchgehend im vollen Bestand unterrichtet würden: In ausgewählten Fächern (Laborunterricht, Bildnerisches Gestalten, aber auch Französisch) würden einzelne Klassen im Halbklassenunterricht geführt. Erfahrungsgemäss würde während der Probezeit jeder zehnte bis jeder fünfte Schüler wieder gehen, die grossen Klassen müssten also nicht bis zur Matura geführt werden, sagt die Regierung weiter. Falls die Abgängerquote tiefer sei, könne auf die zweite Klasse hin immer noch eine zusätzliche Klasse geführt werden.

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22. Mai 2014 | Lehrreicher Tag im Grünen

Schaffhauser Nachrichten
von Daniel Jung

Löst man Harz von Bäumen in Alkohol auf, so lässt sich ein wirksames Desinfektionsmittel herstellen. Brot, Bier oder Antibiotika: All dies gäbe es ohne nützliche Pilze nicht. Und der Amerikaner Joseph Cox erfand die Kette der Kettensäge, nachdem er die Funktionsweise von Kiefern verschiedener Wald-Käfer studiert hatte.
All dies und noch viel mehr erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen der Kantonsschule Schaffhausen gestern am Posten von Martin Bolliger von der Fachstelle Naturschutz des Kantons Schaffhausen. «Natur-Inspirationen» lautete der Titel dieser einen von insgesamt fünf Stationen im Eschheimertal, welche die mehr als 160 Schülerinnen und Schüler im Laufe des Tages besuchten. Susanne Gatti, Leiterin des kantonalen Planungs- und Naturschutzamtes, sprach im Gelände über Fragen der Raumplanung. André Moritz, stellvertretender Forstmeister der Stadt Schaffhausen, erläuterte vor Ort die ökologischen Vernetzungsprojekte, wobei etwa mit Hecken verschiedene Lebensräume verbunden werden.

**Die Herkunft der «Unkenrufe»**
Herbert Billing, Leiter Naturschutz beim Kanton, sprach über Amphibien und ihre verletzliche, meist feuchte und teilweise giftige Haut. Er hatte in der Nacht zuvor für die Schüler unter anderem eine Kreuzkröte, einen Laubfrosch und einen Feuersalamander eingefangen. Vom Computer spielte Billing die eigentümlichen Laute der Gelbbauchunken ab und erklärte so die Herkunft des Begriffs «Unkenrufe». Er erwähnte auch, dass die in der Schweiz verloren gegangenen Lebensräume in Überschwemmungsgebieten von Flussläufen durch Biotope in Kiesgruben teilweise ersetzt werden können.

**Urwälder nachahmen**
Kantonsforstmeister Bruno Schmid sprach bei einem Waldspaziergang über das Prinzip des Dauerwalds. «Unser Ziel ist es, jeden Baum bis zur optimalen Dicke wachsen zu lassen», sagte er. Dies dauere bei Eichen etwa 130 Jahre – sechs Generationen von Förstern. Kahlschläge werden im Dauerwald vermieden. Ziel ist es, im bewirtschafteten Forst die natürliche Struktur von Urwäldern nachzuahmen. Zur Mittagspause grillierten die Biologielehrer, die den Tag der Ökologie organisiert hatten, am Eschheimerweiher Brat- und Vegiwürste. Die Stimmung unter den Schülern war ausgezeichnet. «Martin Bolliger gab uns viele praktische und fantasievolle Tipps, zum Beispiel welche Kräuter gegen Fieberbläschen helfen», sagte Amon Rether. «Uns macht es Spass, einen Tag nicht im Schulzimmer, sondern in der Natur zu verbringen», erklärten Nadine Schlatter und Michèle Fuhrer. «Das ist etwas Besonderes.»

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20. Mai 2014 | Gelebte rumänische Gastfreundschaft

Schaffhauser Nachrichten
Von Linus Zimmermann und Julian Stoffel

Bahnhof Schaffhausen, vier Uhr morgens, den 22. April. An die 20 müde Gesichter verabschieden sich von ihren Eltern oder Partnern und steigen vollbepackt mit Reisegepäck und Gastgeschenken in einen Reisecar mit dem Ziel Flughafen Stuttgart. Noch glauben nicht alle, dass die lang ersehnte Reise ins Herzen Rumäniens, in die siebenbürgische Kulturstadt Schässburg, begonnen hat.
Man konnte die rumänischen Gäste aus dem Sommer 2013 nicht vergessen, waren diese Tage doch ein grossartiges Erlebnis. Umso mehr freut man sich jetzt, die «alten» rumänischen Bekannten zu treffen und weitere lebensfrohe und offene Gleichaltrige aus Osteuropa in ihrem Heimatland kennenlernen zu dürfen.

**Auch ein Bildungsaustausch**
Der Reise sind einige Vorbereitungstreffen jeweils am Samstagmorgen vorausgegangen, die einerseits eine gewisse Vorfreude verstärkten, uns andererseits das Land und die rumänische Kultur etwas näherbrachten. Dabei wurden wir von unseren Lehrern, selbst erfahrene Rumänienexperten, eingehend über wirtschaftliche, historische und sprachliche Aspekte des Landes informiert. Ganz im Sinne des Reiseprojektes sollte niemand vergessen, dass diese Reise auch ein Bildungsaustausch sein soll, ein Vorwissen also fast Bedingung war. Die neun erlebten Tage in der angeblichen Heimatstadt Draculas ergänzten dieses Vorwissen mit unvergesslichen Erlebnissen und bisher unvergleichlichen Erfahrungen. Von den weitläufigen rumänischen Landzügen und den massiven Karpaten bis zur Unesco-Weltkulturstadt Schässburg, vom Unterrichtsbesuch am örtlichen, deutschsprachigen Josef-Haltrich-Lyzeum bis zur hautnah miterlebten Familienkultur in der Gastfamilie, von der rumänischen Feinkost direkt ab Hof bis zur traditionellen Volksmusik, von der rumänischen Sightseeing-Tour im Traktorenanhänger bis zum Verkehrsmittel Nummer eins des Landes, dem Taxi – in weniger als zwei Wochen erhielten wir einen unglaublich breiten Eindruck eines Landes.

**Riesengrosse Gastfreundschaft**
Rumänien wird oft auch als das Armenhaus Europas bezeichnet, aber trifft dies nach unseren Erfahrungen wirklich zu? Eins liesse dies auf jeden Fall nicht vermuten, nämlich die riesengrosse Gastfreundschaft, mit der wir empfangen und die ganze Woche hindurch mit Köstlichkeiten verpflegt wurden. Vielen von uns gelang es kaum einmal, zum Beispiel ein Taxi selber zu zahlen oder sogar zu offerieren, obwohl dies für uns im Vergleich viel weniger gekostet hätte als für die Rumänen. Allerdings stellte diese Gastfreundschaft für viele Rumänen wohl doch eine grössere Belastung dar, als sie es zugeben wollten. Obwohl Schässburg zu den eher reicheren Gegenden in Rumänien gehört, auch weil die alte Burg vor allem im Sommer viele Touristen anzieht, haben die meisten Familien trotzdem Probleme, mit den meist sehr tiefen Löhnen durchzukommen.

**Kaum Perspektiven**
Die Hoffnung vieler ruht dabei auf ihren Kindern und deren Schulbildung, also auf unseren Gastschwestern und Gastbrüdern. Viele Junge, gerade auch am Josef-Haltrich-Lyzeum, sehen aber kaum Perspektiven in Rumänien und haben deshalb vor, mit ihrem Abitur und ihren Deutschkenntnissen einmal zum Beispiel in Deutschland oder Österreich zu studieren. Für viele liegen die Probleme Rumäniens in der Politik und vor allem bei den vielen korrupten Politikern, die gegen die Abwanderung der Jugendlichen, die eigentlich oft gut gebildet wären, nichts unternehmen wollen. Es gibt nur wenige, die in dieser Situation noch genug Stolz für ihr Land aufbringen können, um dort zu bleiben und zu versuchen, eine Stelle mit einem einigermassen genügenden Einkommen zu bekommen. An einigem sind die Rumänen aber auf jeden Fall nicht arm, nämlich an Offenheit, Gastfreundschaft und am Sinn dafür, wie man gut zusammen feiert. Davon, meinen wir, könnten wir in der Schweiz uns gut auch einmal eine Scheibe abschneiden. Wir sind der Kantonsschule Schaffhausen und den zuständigen Lehrern in der Schweiz und in Rumänien sehr dankbar dafür, dass sie uns die Teilnahme an diesem Projekt ermöglicht haben, und hoffen, dass noch viele Schüler nach uns diese Möglichkeit wahrnehmen können. Für uns war dieser Austausch eine wunderschöne, spannende und bereichernde Erfahrung, bei der wir die Möglichkeit hatten, viele neue Kontakte zu grossartigen Personen zu knüpfen und ein Land kennenzulernen, das uns, glauben wir, trotz unterschiedlichen Lebensumständen weniger fremd ist, als man dies meinen könnte.



Die Schülerinnen und Schüler des Austausches mit ihren Lehrkräften. Ganz links: Lieselotte Baier und Meda Pop (Schässburg) und Eric De Pizzol, Rebekka Argenton und Hans-Ruedi Dütsch (Schaffhausen).
Bild zvg

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20. Mai 2014 | Hoher Fussballbesuch – 8. Commercia-Wirtschaftsdebatte

Schaffhauser Bock
Daniel Thüler

Auch bei der 8. Wirtschaftsdebatte konnte die Handelsschulverbindung Commercia Schaffhausen auf namhafte Gesprächsgäste zählen: Der derzeit weltweit wohl bekannteste Schaffhauser, ex-Chelsea-Trainer Roberto Di Matteo, sowie der einstige FCS-Coach Rolf Fringer (der auch Di Matteo trainierte) stellten sich den Fragen von Moderator Martin Schläpfer.
Da Di Matteo, der seinen Lebensmittelpunkt derzeit in England hat, nur selten öffentliche Auftritte in seiner Heimat hat, galt das Publikumsinteresse mehr seiner Person als dem eigentlichen Thema «Milliardengeschäft Fussball». Er sehe sich heute als Europäer: «Ich bin in Schaffhausen aufgewachsen, spielte in der italienischen Nationalmannschaft und feierte meine grössten Erfolge als Trainer und Spieler in England.» Dennoch sei er mit der Heimat emotional noch eng verbunden: «Es ist mein Wunsch, dass ich einmal auf dem Waldfriedhof bestattet werde», sagte er, was mit grossem Applaus quittiert wurde. Wohin es ihn nach seinem Engagement bei Chelsea, wo er mit seiner Mannschaft den FA Cup und die UEFA Champions League 2011/12 gewann, verschlägt, konnte (oder wollte) er noch nicht sagen.
In Schaffhausen schloss Roberto Di Matteo damals seine KV-Lehre mit der Note 5,2 ab – zur Erinnerung an den berühmten Schüler und als Vorbild für die künftigen Auszubildenden, wird ihm zu Ehren eine Tafel mit seinem Porträt am KV-Schulhaus angebracht.



Fussballtrainer Roberto Di Matteo (links) im Gespräch mit Martin Schläpfer.
Bilder: Daniel Thüler



Rolf Fringer erzählte unter anderem Anekdoten von Roberto Di Matteo aus der gemeinsamen Zeit beim FC Schaffhausen.



Roberto Di Matteo, flankiert von Martin Schläpfer und Hannes Germann, mit der Tafel, die künftig das KV-Schulhaus ziert.

#Notizen zu Namen

20. Mai 2014 | Gastronomie wird massiv benachteiligt – GastroSchaffhausen zur Volksinitiative «Schluss mit der Mehrwertsteuer-Diskriminierung!»

Schaffhauser Bock
(sb.)

Die Branchengrenzen zwischen Gastgewerbe und Detailhandel ver­schwinden immer mehr. Gastronomie findet heute jederzeit und überall statt: Nicht nur in konventionellen Restau­rants, sondern auch in Tankstellen­shops, an den heissen Theken von Supermärkten, bei Kiosken und Imbiss­wagen, in Metzgereien und Bäckereien.
Gegen den Wettbewerb in einem freien Markt ist nichts einzuwenden. Aller­dings muss gewährleistet sein, dass alle Anbieter gleich lange Spiesse haben! Bei der Mehrwertsteuer ist das leider nicht der Fall, denn der Detailhandel und der Take-away-Anbieter verfügen über einen staatlich verordneten Wettbe­werbsvorteil gegenüber dem Gastgewer­be. Speisen und alkoholfreie Getränke werden im Detailhandel mit 2,5 Prozent besteuert, während sie im Gastgewerbe einer mehr als dreimal höheren Besteue­rung von 8 Prozent unterliegen. Das ist ungerecht und wettbewerbsverzerrend. Zudem ist die Satzdifferenzierung auf­grund geänderter Lebensgewohnheiten nicht mehr zeitgemäss.
Die Volksinitiative «Schluss mit der Mehrwertsteuer-Diskriminierung des Gastgewerbes!» verlangt keine Privile­gien, sondern lediglich die Aufhebung dieser sehr stossenden Ungerechtigkeit. Es ist Aufgabe der Politik, die Höhe der einzelnen Steuersätze festzulegen. Die Initiative greift in diesen Prozess nicht ein. Sie will lediglich erreichen, dass verzehrfertige Speisen und alkoholfreie Getränke unabhängig von ihrem Ver­zehrort gleich besteuert werden. Dessen ungeachtet gibt es gute Gründe für einen tiefen Mehrwertsteuersatz.

**Klare Diskriminierung**
Das traditionelle, bediente Gastgewerbe auf der einen und Take-away-Betriebe sowie der Detailhandel (vorgekochte und verzehrbereite Produkte) auf der anderen Seite stehen im Lebensmittelbe­reich in direkter Konkurrenz zueinander. Obwohl sich diese Produkte bezüglich Verarbeitungsgrad kaum unterschei­den, dürfen sie von den Konkurrenten des Gastgewerbes zu einem reduzierten Steuersatz verrechnet werden: Eine Piz­za vom Take-away, ein Kaffee von der Tankstelle oder ein Sandwich vom Kiosk werden gegenüber den genau gleichen Produkten im Restaurant steuerlich massiv begünstigt. Es besteht also eine klare Diskriminierung des Gastgewerbes durch die unterschiedliche Besteuerung gleichartiger Verpflegungsleistungen.
Die mit der Diskriminierung verbundene Wettbewerbsverzerrung ist massgeblich und wurde auch von der Eidgenössischen Finanzkontrolle ganz klar bestätigt.

**Massive Auswirkungen**
Die Differenz der zu bezahlenden Mehr­wertsteuer zwischen Detailhandel res­pektive Take-away-Betrieben und Gast­gewerbe beträgt heute für die teilweise genau gleichen Produkte 5,5 Prozent­punkte. Da die Mehrwertsteuer den End­kunden belastet wird, zahlt der Gast 5,5 Prozentpunkte mehr Mehrwertsteuer.
Warum muss ein Take-away-Betrieb für einen Kaffee, der 4 Franken kostet, 10 Rappen Steuern abliefern und das Res­taurant für den genau gleichen Kaffee 32 Rappen? Warum muss der Gastwirt dreimal mehr Steuern bezahlen? Dies ist eine massive Wettbewerbsverzerrung: Ein Restaurateur mit einem durch­schnittlichen Umsatz bezahlt so Jahr für Jahr rund 30 000 Franken mehr Steu­ern als vergleichbare Konkurrenten.

**Besteuerungsgrundsätze verletzt**
Ein wichtiger Besteuerungsgrundsatz ist, dass Steuern nicht zu Wettbewerbs­verfälschungen zwischen Unterneh­men, Branchen und Regionen führen dürfen. Es muss unbedingt das Prin­zip der Wettbewerbsneutralität gelten. Zudem muss auch der Grundsatz der Steuergerechtigkeit Geltung haben. Die Steuerlast ist gerecht auf die Steuer­pflichtigen zu verteilen.
Satzdifferenzierungen greifen jedoch massiv in das Gefüge des freien Marktes ein. Indem der Konsum von Lebensmit­teln aus Take-away-Betrieben relativ zum Konsum von Speisen und alkohol­freien Getränken aus dem Gastgewerbe künstlich verbilligt wird, verändern sich die Gleichgewichte im Markt. In Folge kommt es zu unerwünschten Fehlallo­kationen.

**Berufliche Mobilität heute gross**
Die Satzdifferenzierung im Lebensmittel­bereich nach geltendem Recht orientiert sich an der überholten Unterscheidung zwischen Grundnahrungsmitteln einer­seits und einer Konsumation im Restau­rant als «Luxusvorgang» andererseits.
Dies ist jedoch längst nicht mehr zeitge­mäss: Die berufliche Mobilität führt dazu, dass 2012 54,4 Prozent aller Essensfälle ausser Haus über Mittag (in der Zeit zwi­schen 11 und 15 Uhr) angefallen sind. Für den überwiegenden Teil der Restaurant­besucher stellt dies nicht eine bewusst ge­wählte «Luxushandlung» dar, sondern sie sind darauf angewiesen, sich in der Nähe des Arbeitsplatzes auswärts zu verpflegen; man könnte beinahe von einem «Pflicht­konsum » sprechen. Umgekehrt sind heute im Detailhandel fertig zu- oder aufbereitete Speisen er­hältlich, welche die Qualifizierung als blosse Grundnahrungsmittel längst hin­ter sich gelassen haben. Es drängt sich daher auf, diese vergleichbaren Angebo­te unbesehen ihrer Herkunft auch gleich zu besteuern.
Es ist ungerecht, dass das Mittagsmenü in der Betriebskantine dreimal stärker besteuert wird als der Kaviar im Delika­tessengeschäft. Es ist nicht einsichtig, warum beispielsweise Kaviar steuerlich begünstigt wird, während das Tagesme­nü in der Betriebskantine einem dreimal höheren Steuersatz als dieses Luxusnah­rungsmittel unterliegt.

**Rollenbild hat sich geändert**
Haushalte mit einem Bruttoeinkommen von durchschnittlich 3244 Franken ge­ben 6,9 Prozent davon im Gastgewerbe aus. Reichere Haushalte mit 10494 Franken Bruttoeinkommen geben hin­gegen dafür nur 5,9 Prozent aus. Das bedeutet, dass einkommensschwächere Haushalte die Gastronomie im Verhält­nis praktisch gleich stark nutzen wie reichere Haushaltungen.
Die steuerliche Unterscheidung von Essen in den eigenen vier Wänden und im Restaurant geht von einem über­kommenen Rollenbild aus: Die Frau kocht daheim und der Mann arbeitet auswärts. Gemäss diesem Verständnis kommt der Ehemann zum Mittagessen nach Hause, im Restaurant wird nur an speziellen Ereignissen gegessen. Dass dieses Rollenbild veraltet ist, scheint klar zu sein. Die Verpflegung im Restaurant ist denn auch kein Luxusakt, sondern für den allergrössten Teil der Angestell­ten eine Notwendigkeit.

**Umweltpolitisch falsch**
Auch aus umweltpolitischen Gründen ist nicht nachvollziehbar, dass Fertig­gerichte gegenüber der Verpflegung in der Gastronomie vergünstigt werden. Während Fertiggerichte eine Unmenge an Abfall produzieren (Stichwort: Lit­tering), wird in Restaurants Mehrweg­geschirr verwendet, und die Nahrungs­mittel stammen aus abfallmindernden Grosspackungen.


**Tomislav Babic zum neuen Gastropräsidenten gewählt**

(sb.) Gestern Nachmittag im Hotel Son­ne in Beringen wählten die Anwesen­den an der Generalversammlung von Gastro Schaffhausen Tomislav Babic zum neuen Präsidenten. Er übernimmt damit die Nachfolge von Gertrud Neu­komm. Ihren Rücktritt hat sie bereits vor einem Jahr angekündigt. Zwei Jahre lang war Gertrud Neukomm als Interimspräsidentin im Amt. Zuvor hat sie bereits einige Jahre als Präsidentin der Sektion Klettgau und anschliessend als Kassierin und Aktuarin von Gastro Schaffhausen im Vorstand mitgearbei­tet. Es sei vor zwei Jahren kein einfacher Anfang als Präsidentin gewesen, aber ein intensiver Austausch mit den neuen Vorstandsmitgliedern habe sie rasch nä­her zusammengebracht. Der Vorstand konnte immer als geschlossenes Gremi­um auftreten. Nach relativ kurzer Zeit begann der Vorstand mit der Umsetzung der ersten Projekte wie der Erstellung einer neuen informativen Homepage (www.gastrosh.ch), dem Aufbau von Dienstleistungsangeboten für die Mit­glieder und mit der Kontaktpflege mit zuständigen Behörden und Partnern. Auch die Mitarbeit und Zusammenar­beit mit GastroSuisse und den übrigen Kantonalverbänden sei anspruchsvoll und intensiv gewesen, so Gertrud Neukomm. Sie konnte in der Zeit als Präsidentin viele gute Kontakte pflegen und neue Freunde gewinnen. Darüber sei sie sehr glücklich. Jetzt freut sie sich auf mehr Zeit für sich selbst, für ihre Familie und ihre Enkel. Nun übernimmt Tomislav Babic das Zepter von Gastro Schaffhausen. Seine Wahl durch die Mitglieder interpretiert er in erster Linie als Erwartung an den Gesamtvorstand für weitere positive Veränderungen im Verband. Entsprechend werde er sich in seiner Amtsperiode dafür einsetzen, das Image der Branche in der Öffentlichkeit weiter zu verbessern. Auf lokalem Ni­veau will Tomislav Babic nach Wegen suchen, um die Politiker weiterhin und intensiv auf die Verschlechterung der Rahmenbedingungen für das Gewerbe aufmerksam zu machen. Er werde alles daran setzen, die Mitglieder für den gewaltigen Investitionsnachholbedarf zu motivieren. Dieser Nachholbedarf sei unter anderem auf die Zurückhaltung der Banken während der vergangenen zwei Jahrzehnte bei der Vergabe von Krediten zurückzuführen.



Der Vorstand von Gastro Schaffhausen: Andre Götti, Renato Pedroncelli, Peter Welter, Car­men Trüeb, die abtretende Präsidentin Gertrud Neukomm sowie der neugewählte Präsident Tomislav Babic.
Bild: zVg

#Alt-Scaphusia

19. Mai 2014 | Walter Roost olim Kabel

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Walter Roost olim Kabel
Dipl. Masch. Ing. ETH
Generation 1945

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Beisetzung fand am 13. Mai 2014 in Rancho Bernardo, San Diego statt.

Die studentische Totenehrung wird am Mittwoch, 18. Juni 2014, um 20.00 Uhr im Verbindungslokal stattfinden.

#Allgemeines

15. Mai 2014 | Das Ringen um ein gutes Verhältnis Schweiz–EU

Schaffhauser Nachrichten
von Katja Meierund Mark Liebenberg

Anlässlich des Europatags besuchten am Dienstagabend der slowakische Botschafter, Ján Foltín, und Hannes Germann, Präsident des Ständerats, die Kantonsschule Schaffhausen.
Schwerpunkt des Abends war die Europa-Debatte nach dem 9. Februar. Foltin war sozusagen als Vertreter der Europäischen Union eingeladen worden und versuchte, den Schülerinnen und Schülern der dritten und vierten Klassen der Kanti die EU ein bisschen verständlicher zu machen.

**Für die Slowakei attraktives Modell**
Zu Beginn stellte Foltín die Slowakei vor und hob auch immer wieder das gute Verhältnis zwischen der Slowakei und der Schweiz und deren Ähnlichkeiten hervor. Ausserdem erklärte er den jungen Schülern, was genau die EU eigentlich ist, aus welchen Gründen die Slowakei 2004 EU-Mitglied wurde – und was dies dem Land seither für Vorteile bringt. Er betonte aber ausdrücklich: «Mein Ziel ist es nicht, überzeugte Europäer aus Ihnen zu machen.» Umso wichtiger sei ihm, dass auch die jungen Leute in der Schweiz die Europäische Union besser kennenlernten. Kein Hehl machte Foltín jedoch aus seinem Ärger über den Kroatien-Entscheid des Bundesrats: «Die Schweiz kann nicht ein EU-Mitglied anders behandeln als die anderen – das können wir nie akzeptieren!» Hannes Germann machte die Schüler darauf aufmerksam, dass die Schweiz von der Europäischen Union geografisch sozusagen «heftig umarmt» wird. Auch wenn das Verhältnis EU–Schweiz seit der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative vom 9. Februar gelitten habe, sei die Schweiz dennoch einer der verlässlichsten Partner und neben den USA der wichtigste Investor der EU. «Und genau deshalb liegt mir sehr viel daran, dass die Schweiz und die EU ein gutes Verhältnis haben und eine friedliche Zukunft planen können», so Germann. «Die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative hat eingeschlagen wie eine Bombe», sagte Germann. Man sei aber dabei, die Auswirkungen zu diskutieren und geeignete Lösungen zu finden. Aber Germann fand der EU gegenüber auch kritische Töne, vor allem zum Währungssystem und zu den aus Schweizer Optik oft unangenehm an Weltmachtrhetorik erinnernden Verlautbarungen von EU-Funktionären. «Nach den Europawahlen in zwei Wochen wird in der EU hoffentlich wieder Vernunft einkehren», hofft Germann. Schliesslich waren die Schülerinnen und Schüler an der Reihe und richteten ihre in den Wochen zuvor in Arbeitsgruppen vorbereiteten Fragen an Foltin und Germann. Ob das EU-Parlament in Zukunft eine ernster zu nehmende Rolle spielen werde und was ein Triumph von EU-kritischen Parteien bei der Europawahl Ende Mai bedeuten würde. «Die Radikalen haben keine Wunderlösungen», meinte Foltín und ist sich sicher, dass die Wähler dies schnell merkten. Auch ganz grundsätzliche Fragen kamen nun ins Spiel. Wie viel Ausdehnung erträgt die Europäische Union überhaupt? Wie kann man in Zukunft verhindern, dass die Verschuldung einzelner Staaten den ganzen Kontinent in die Krise stürzt? Der meistens angesprochene Foltín stand Rede und Antwort. Auf die Frage eines Schülers, ob das Zusammenfügen unterschiedlicher Nationen, die jede ihre eigene kulturelle Identität besitzt, sinnvoll ist, antwortete der slowakische Botschafter: «Die EU zwingt die Staaten nicht zum Beitritt.» Und zeigte dies am Beispiel der Slowakei. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Anfang der Neunzigerjahre war die EU für die Slowaken ein attraktives Modell. Die jungen Leute wollten reisen, ein Studium im Ausland und eine funktionierende Wirtschaft. Die Europäische Union ermöglichte dies der Slowakei. «Vergessen Sie nicht, dass die EU ursprünglich als Friedensprojekt gegründet wurde», warnt Foltín die Schüler, «jeder Staat kann selber entscheiden, ob er ein Mitgliedsland der EU sein will oder nicht.» Und auch die Sorge um das für dieses Jahr ausgesetzte Erasmus-Studentenaustauschprogramm und die Forschungszusammenarbeit umtrieb die angehenden Akademiker. Beide Politiker gaben Entwarnung: Zwar sei das Programm derzeit sistiert, aber weder die EU noch die Schweiz hätten ein Interesse daran, dass dies so bleibe.

#Allgemeines

14. Mai 2014 | «Ich habe mich gar nicht verändert»

Schaffhauser Nachrichten
von Pascal Schwyn

«Überhaupt nicht.» So lautete die Antwort von Roberto Di Matteo auf die Frage von Moderator Martin Schläpfer, inwiefern ihn der Gewinn der Champions League 2012 verändert habe. «Ich habe immer noch dieselbe Frau und gehe auch immer noch in die gleichen Restaurants», schmunzelte Di Matteo. Klar, sei es ein Höhepunkt gewesen. «Aber hoffentlich erst der Anfang einer langen Karriere.» Die rund 180 Gäste, neben Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Sport auch Schülerinnen und Schüler der Handelsschule KV und der Kantonsschule, lauschten gestern Abend den Worten des redegewandten Duos – neben Roberto Di Matteo erschien nämlich auch sein Weggefährte Rolf Fringer. Beide waren von der Handelsschulverbindung Commercia zur 8. Wirtschaftsdebatte eingeladen worden. Idee dieser Veranstaltung ist es, einen Gedankenaustausch zu schaffen und es den jungen Menschen zu ermöglichen, Kontakte zu knüpfen. Und nun wurden für diese Diskussionsrunde erstmals Gäste aus der Welt des Sports eingeladen. «Wir sind sehr stolz, dass Roberto Di Matteo, die derzeit wohl berühmteste Persönlichkeit aus Schaffhausen, hier bei uns ist», freute sich Alexander Schlehan, Präsident des Altherren-Verbandes.

**Schaffhausen in Verzug**
Die Wege der beiden Gäste kreuzten sich erstmals 1987 in Schaffhausen. Ein Jahr später standen sie im Cupfinal: «Ein gewisser Roli Frei hatte damals in der 73. Minute eine sehr gute Idee und brachte mich für Rolf Fringer ins Spiel», scherzte Di Matteo. Für den heute 43-Jährigen war es die erste grosse Erfahrung als Spieler, Fringer wechselte danach auf die Trainerbank. Und er schenkte Di Matteo sein Vertrauen, installierte ihn als Libero: «Roberto konnte das Spiel sehr gut lesen und hat die Nase dafür gehabt, ein Spiel von der Defensive heraus einzufädeln. Er war schon damals ein Stratege», berichtete Fringer. Di Matteo verfolgt auch heute noch die Wege seines ersten Clubs: «Sie spielten eine gute Saison, leider reichte es nicht zum Aufstieg.» Aber die Challenge League sei schon das richtige Niveau, die Super League sei ein Level zu hoch für Schaffhausen. Auch die Stadionfrage wurde zum Thema: «Es wäre schon mal an der Zeit, ein neues Stadion zu bauen. Schade, ist Schaffhausen bei dieser Sache etwas in Verzug», meinte Di Matteo.

**Gemütlich mit Abramowitsch**
Es waren vor allem die Anekdoten aus vergangener Zeit, welche die Gäste zum Schmunzeln – aber auch zum Nachdenken – brachten. So zum Beispiel, als Di Matteo erzählte, dass er früher jeden Donnerstagabend Cervelats und Bratwürste verkauft habe und danach eine Metzgerlehre anfing. Nach zwei Wochen war allerdings bereits wieder Schluss. «Für meinen Vater war dies ein Bruch der Ehre, er hatte sich sehr geschämt», verriet der spätere KV-Absolvent. Als es dann ums harte Fussballgeschäft ging – sowohl Fringer als auch Di Matteo wurden bei ihren letzten Clubs entlassen –, wurde die Vergangenheit beiseitegelegt. Moderator Schläpfer sprach die teilweise fehlende Transparenz und den zunehmenden Einfluss branchenfremder Investoren im Milliardengeschäft Fussball an. «Ich sehe das nicht nur negativ. Es wird ja auch versucht, mit dem Financial Fairplay etwas dagegen zu unternehmen. Erst kürzlich wurde ja Manchester City bestraft», argumentierte Di Matteo. Gegen Ende der Veranstaltung wurde er dann gefragt, was für ein Typ denn Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch sei. «Er ist eigentlich ein sehr netter Mensch, mit dem ich auch ausserhalb des Fussballs zu tun hatte. Wir gingen ab und zu gemütlich essen», erzählte Di Matteo, der im November 2012 von Abramowitsch entlassen worden ist. Er sei halt der Chef und der Eigentümer, und er treffe die Entscheidungen. «Davon darf man sich aber nicht allzu sehr deprimieren lassen.» Der Vertrag mit Chelsea läuft im Juni aus – Di Matteo wäre also wieder verfügbar als Trainer. Zuletzt wurde spekuliert, dass er zu Frankfurt in die Bundesliga wechselt. Dazu äusserte sich Di Matteo natürlich nicht explizit: «Einige Offerten sind da, und jetzt gilt es, abzuwägen. Aber ich würde gerne ein interessantes Projekt übernehmen.» Zum Ende gabs noch Porträts für Referent und Gast: Roberto Di Matteo erhielt eine von Bruno Ritter entworfene Tafel, die an der Hauptfassade des KV aufgehängt wird. Und die Schlange stehenden Schülerinnen und Schüler ein Foto mit dem geduldigen Champions-League-Sieger. Dieser schloss auch gestern eine Rückkehr nach Schaffhausen nicht aus. Auch wenn das unerfreuliche Gründe hätte: «Es wäre schon mein Wunsch, wenn es irgendwann einmal so weit ist, in Schaffhausen auf dem Waldfriedhof beerdigt zu werden. Hier, wo ich geboren bin.» Er sei halt ein ganz bodenständiger Typ, meinte Fringer. Hat ihn der Gewinn der Champions League verändert? Überhaupt nicht …

#Notizen zu Namen

14. Mai 2014 | «Mosch niid übertriibe!»

Schaffhauser Nachrichten
Von Peter Hartmeier

Sie fehlte vom Tag an, als sie die «Tanne» verliess; sie fehlte, obwohl sie niemals grosse Worte machte. Meist stand «Fräulein Zimmermann», die legendäre Wirtin des Hotels Tanne, hinter dem dunklen Buffet, auf dem auch heute noch die uralte dunkelbraune Kasse steht. Von dort aus beobachtete sie die Gäste mit ihren auffallend blauen, wachen Augen. Gelegentlich schien ein Lächeln über ihr Gesicht zu huschen – durchaus mit einem spöttisch-amüsierten Anflug. Ein Lächeln, das Distanz signalisierte. Niemals hätte sich die Wirtin der «Tanne» einem Gast oder einer Gästegruppe aufgedrängt: Nur zu einer Handvoll lebenslangen Freunden und Freundinnen setzte sie sich bisweilen dazu – ich selbst durfte nie mit dieser Ehre rechnen. Sonst stand sie am Buffet – immer bereit, in den Keller zu steigen, um einen Einer, einen Zweier, einen Dreier oder einen Halben abzufüllen und auf den jeweiligen Tisch zu stellen. Die behende kleine Frau stieg wohl hunderttausend Mal in diesen Keller – bis zu ihrem letzten Tag als Wirtin.
Und sie war verschwiegen. Nie berichtete sie über ausfällige oder betrunkene Gäste, nie hätte sie rapportiert über seltsame politische Stellungnahmen, über Gerüchte, amouröse Liaisons oder spektakuläre Geschichten, die in ihrer Gaststube die Runde machten. Das Bankgeheimnis ist bekanntlich gefallen – das zimmermannsche Geheimnis hingegen blieb bestehen. Sie schwieg und lächelte. Margrit Zimmermann wirtete mit ihren beiden bereits verstorbenen Brüdern in einer der schönsten Gaststuben weit und breit; ihr Vater hatte sie vor 100 Jahren meinem Urgrossvater August Heinrich Widmer abgekauft – und seither blieb die Gaststube in ihrer originalen Art unbehelligt. In den letzten Jahren ihrer Tätigkeit als Wirtin öffnete sie die «Tanne» nur noch am Samstagmorgen, wo drei Stammtische erhalten geblieben waren: Da gab es den runden Stammtisch munterer mittelalterlicher Frauen gleich neben der Eingangstür; in der Mitte des Raumes stand ein langer Tisch, an dem sich honorige Männer trafen; dieser Tisch firmierte insgeheim unter dem Code 14/18: Irgendjemand hatte einmal behauptet, dass ein Teil dieser Gäste bereits den Ersten Weltkrieg erlebt hätte. In der hinteren Ecke, wo vergilbte, uralte Zeitungen aufgehängt waren, trafen sich unter dem Vorsitz einer sozialdemokratischen Feministin Liberale, Linke und allerhand Freidenker. Meist stritt man sich untereinander an den Tischen – in Ausnahmefällen – Europadiskussionen, Militär oder Frauenfragen – riefen sich Exponenten der einzelnen Tische auch aufgeregt Botschaften zu. Und über alldem wachte Margrit Zimmermann. Unerschütterlich, liebenswürdig und auf eine ganz eigenwillige Art stolz. Alle ihre Gäste hatten sich ihren Regeln unterzuordnen. Linke, Rechte, Konvertiten – und vor allem auch Kinder. Letztere wurden von der Wirtin mit besonders scharfem Auge beobachtet: Sie legte keinen Wert darauf, ein kinderfreundliches Lokal zu führen. Und trotzdem erzählen meine eigenen, mittlerweile erwachsenen Kinder noch heute von den samstäglichen Besuchen am Stammtisch bei Fräulein Zimmermann. Vor rund zehn Jahren schufen enge Freunde einen Bildband mit Fotografien von Rolf Wessendorf über das Leben in der «Tanne». Ich erinnere mich an die Buchvernissage, an der sich tout Schaffhouse traf: Bei Margrit Zimmermann glaubte ich damals so eine Art Verblüffung über das grosse Interesse an ihrer Person und gleichzeitig auch stille Genugtuung festgestellt zu haben. Nach der Aufgabe der «Tanne» wohnte sie im städtischen Altersheim. Bei meinem vorletzten Besuch sagte sie bereits bei der Begrüssung: «Es ist jetzt an der Zeit!», worauf ich fragte: «Wofür ist es Zeit?»; ihre Antwort: «Wir sagen uns jetzt Du. Ich bin Margrit.» Sie hatte mich damit völlig überrumpelt – sodass ich etwas hilflos meinte: «Das ist aber eine grosse Ehre.» Lächelnd fügte sie dann an: «Moosch niid übetriibe, Peter!» Ihr Schalk und ihre Bescheidenheit blieben ihr bis zu ihrem Tod.



Die frühere «Tanne»-Wirtin Margrit Zimmermann, im Hintergrund ihr Bruder Reinhard Zimmermann.
Archivbild Bruno Bührer

#Allgemeines

14. Mai 2014 | Wirbel noch vor der Bistro-Eröffnung

Schaffhauser Nachrichten
von Robin Blanck

Zwei mögliche Standorte am Lindli hat die Stadt für das neue Sommerbistro ins Auge gefasst: einmal die Wegverbreiterung auf der Höhe des sogenannten Platanenplatzes mit einer Grösse von rund 220 Quadratmetern, dann den 120 Quadratmeter messenden Uferbereich beim sogenannten Rheinkänzeli gegenüber dem Pumpwerk. Wie die SN bereits jetzt wissen, soll das neue Angebot beim Standort Rheinkänzeli angesiedelt werden.
Gestern wollte man sich noch nicht zu Details äussern und verwies auf die für heute angekündigte Medienmitteilung. Wie die SN erfahren haben, sind die Bistropläne am Lindli aber nicht nur mit Freude aufgenommen worden: Einige Anwohner waren mit dem Standort Platanenplatz gar nicht einverstanden und haben kürzlich noch beim für die Bewilligung zuständigen Stadtrat Simon Stocker vorgesprochen: «Diesem Vorhaben am Platanenplatz stehen verschiedene Gründe entgegen», sagt Rechtsanwalt Markus Gnädinger, der einen Anwohner in der Sache vertreten hat. Dieser Bereich des Lindli liege in der städtischen Freihaltezone. In dieser sei es zwar erlaubt, kleinere Bauten und Anlagen zu bewilligen, die der Erholung oder dem Unterhalt dieser Flächen dienten, «also etwa ein Ruhebänkli oder ein Gerätschöpfli für die Stadtgärtnerei», sagt Gnädinger. Wenn dort nun aber ein regelmässig betriebenes Sommerbistro – «also letztlich eine Gartenbeiz» (Gnädinger) – erstellt würde, wäre das nicht mehr zonenkonform. Weitere Gründe hätten laut Gnädinger gegen den Standort Platanenplatz gesprochen, etwa der Umstand, dass der Ort in der überlagernden Naturschutz- und der Gewässerschutzzone liege, ebenso der alte Baumbestand. Mit dem Entscheid der Stadt, das Bistro am Rheinkänzeli zu installieren, ist das Problem zumindest für die Anwohner des Platanenplatzes vom Tisch. Gleichwohl: Auch das Rheinkänzeli liegt in der Freihaltezone. Allerdings gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass sich Opposition gegen diesen Standort formiert. Zum einen gibt es dort keine unmittelbaren Anwohner, zum anderen erkennen Vertreter von Umweltschutzanliegen derzeit keinen Handlungsbedarf. Laut Auskunft der Stadt steht der kantonale Fledermausbeauftragte dem Anliegen sehr positiv gegenüber, auch der WWF sieht die Artenvielfalt nicht bedroht. Aber selbst wenn jemand nicht einverstanden wäre, unternehmen könnte er faktisch nichts: Wie Patric Studer, Referatssekretär im Sozial- und Sicherheitsreferat, auf Anfrage erklärt, werde für den einjährigen Probebetrieb kein Baugesuch eingereicht. «Für einen Wagen, der theoretisch jeden Abend wieder wegfahren könnte, ist das nicht vonnöten», sagt Studer. Rechtsanwalt Markus Gnädinger sieht das anders: Für ihn ist klar, dass ein solches Lindli-Bistro eine Baubewilligung erfordert. Und: «Gemäss geltender Rechtssprechung ist auch ein Bus, den man während einer bestimmten Zeit in der Freihaltezone abstellt, nicht zonenkonform.» Klar ist zumindest, dass nach dem ersten Jahr Bilanz gezogen wird. «Dann wird man sehen, ob das Bistro überhaupt machbar ist», sagt Studer.
In der Freihaltezone dürfen aus Gründen des Natur-, Landschafts-, Ortsbild- und Heimatschutzes weder öffentliche noch private Bauten errichtet werden.Der Stadtrat kann in dieser Zone kleinere Bauten und Anlagen bewilligen, die der Erholung oder dem Unterhalt dieser Flächen dienen, sofern der Zweck der Zone gewahrt bleibt. (r.)



Hier erhält Schaffhausen sein Lindli-Bistro: Auf 120 Quadratmetern bietet das Rheinkänzeli Platz für eine Bestuhlung für bis zu 30 Personen.
Bilder Robin Blanck



Platanenplatz: Anwohner des Bereichs haben sich dagegen gewehrt, dass das Uferareal für ein Bistro genutzt wird.

#Allgemeines

13. Mai 2014 | «Ein Teil der Schaffhauser Identität»

Schaffhauser Nachrichten
Daniel Jung

Der Bau des Munots begann im Jahr 1564, vor 450 Jahren. Auf dem Hügel, auf dem schon zuvor Festungsanlagen gestanden hatten, wurde innert 25 Jahren die markante Rundfestung erstellt, die bald zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Ihren ursprünglichen Zweck als Verteidigungsanlage erfüllte der Munot nur ein einziges Mal: im Jahre 1799, während eines Rückzugs der napoleonischen Truppen vor den Österreichern. Danach diente die Festung als Steinbruch für eine wachsende Stadt, bis sich der Kanti-Zeichenlehrer Johann Jakob Beck (1786–1868) für den Erhalt des Munots zu engagieren begann. In den 1830er-Jahren wurde der Munot auf seine Initiative hin restauriert und am 30. Oktober 1839 mit einem grossen Fest wieder eingeweiht. An diesem Tag wurde auch der Munotverein gegründet – mit dem ersten Munotvater Johann Jakob Beck.

**Ziel: 5000 Mitglieder**
Sein Nachfolger, der aktuelle Munotvereinspräsident Urs Saxer, kann in diesem Jahr das 175-Jahr-Jubiläum des grössten Schaffhauser Gesellschaftsvereins feiern. Derzeit hat der Munotverein knapp 4400 Mitglieder. «Unser Ziel ist es, im Jubiläumsjahr 5000 zu erreichen», sagte Saxer gestern auf der Munotzinne. «Der Munot ist nicht nur eine Touristenattraktion, sondern ein Teil der Schaffhauser Identität», sagte Peter Uehlinger, Vizepräsident des Vereins. Im Jubiläumsjahr stehen daher die gesellschaftlichen Anlässe im Zentrum. Los geht es am 24. Mai mit einem grossen Jubiläumstag, an dem normalerweise unzugängliche Gänge und Räume der Festung erkundet werden können. An diesem Tag sendet auch Radio Munot zum allerersten Mal vom namensgebenden Bauwerk. Auch im Jubiläumsjahr haben die traditionellen Veranstaltungen ihren Platz im Programm: Im Juni finden wiederum Kurse im alten Gesellschaftstanz, der Quadrille, statt, der an den acht Munotbällen getanzt wird. Kurz nach dem Munot-Kino-Open-Air findet Ende August wiederum das grosse Kinderfest statt. Gleich an zwei Abenden finden Anfang September dann die Munot Summer Nights statt, Konzertabende mit Rundbühne und hochkarätigen Künstlern. Zum Jubiläum erscheint keine historische Festschrift. «Es gab in den letzten 25 Jahren praktisch keine neuen Erkenntnisse», sagte Saxer. Dafür wird am Donnerstag eine Jubiläumsbroschüre in alle Haushalte geschickt.


**Projekt: Der Munotverein möchte den 1871 abgebrannten westlichen Wehrgang wieder aufbauen**

Bereits seit 2009 verfolgt der Munotverein die Idee, den westlichen Wehrgang wieder aufzubauen. Der Wehrgang war ein an der westlichen Flankenmauer aufgehängter, überdachter hölzerner Steg, welcher der Nahverteidigung diente. Der Verein hat bereits eine Machbarkeitsstudie verfasst und ist bisher auf viel Unterstützung gestossen – etwa beim Stadtrat. Ziel ist es, dass der westliche Wehrgang als neuer Zugang zum Munot von der Bachstrasse her dienen würde.
«Der Wehrgang ist im Jahr 1871 abgebrannt und wurde seither nicht mehr aufgebaut», sagte Architekt Manuel Bergamini, der im Munotverein der Baukommission vorsteht. Als Zeitrahmen für die Rekonstruktion spricht Bergamini von rund drei Jahren – noch sind aber einige Fragen offen. Derzeit erwarten die Verantwortlichen ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege, das eine grundsätzliche Stellungnahme enthalten soll. Um die Rekonstruktion zu unterstützen, hatte der Verein an der GV im März beschlossen, den Jahresbeitrag während fünf Jahren zweckgebunden um 20 Franken auf 50 Franken zu erhöhen. Der Verein möchte die Kosten von rund 1,2 Millionen Franken selbst tragen. Ebenfalls wird derzeit die Sanierung der westlichen Flankenmauer geplant. Für die Finanzierung und Ausführung dieses Bauprojekts ist jedoch die Stadt zuständig. (dj.)

Zum 175-Jahr-Jubiläum öffnet der Munot alle Tore, Gänge und Treppen. Die Besucher können die Festung auf vier Entdeckungspfaden frei erkunden. Im Rahmenprogramm gibt es eine Festwirtschaft, altes Handwerk mit Schmieden und Schuhmachern, Kinderprogramm, Führungen sowie einen Film zum Munot.



Sind bereit fürs grosse Jubiläumsjahr: Wehrgang-Projektleiter Manuel Bergamini (links), Munotvater Urs Saxer und Munotvereins-Vizepräsident Peter Uehlinger vor Informationstafeln zur Rekonstruktion des westlichen Wehrgangs.
Bild Eric Bührer

#Allgemeines

13. Mai 2014 | Alkohol fordert pro Jahr über drei Millionen Tote

Schaffhauser Nachrichten
(sda)

Weltweit sind 2012 mehr als drei Millionen Menschen durch Alkohol gestorben. Wegen des Konsums von Bier, Schnaps und Wein steige das Risiko von rund 200 Krankheiten wie Krebs, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Zudem komme es infolge übermässigen Alkoholgenusses zu Gewalttaten. Hier müssten die Staaten gegensteuern, forderte der WHO-Experte Oleg Tschestnow gestern in Genf. Gemäss dem WHO-Bericht tranken die über 15-jährigen Menschen 2012 weltweit im Durchschnitt 6,2 Liter reinen Alkohol. Aber bloss 38 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen konsumierten überhaupt alkoholische Getränke, was bei ihnen dann eine jährlichen Menge von 17 Litern ergebe. Am stärksten von den sozialen und gesundheitlichen Folgen des Alkohols seien arme Menschen betroffen. Ihnen fehle meist auch eine hochwertige Gesundheitsversorgung. In der Schweiz wurden gemäss WHO 2006 pro Einwohner 11,1 Liter reiner Alkohol getrunken. Dabei tranken die Männer mehr, nämlich 15,2 Liter gegenüber 6,4 Liter bei den Frauen. Nach WHO-Angaben leiden 13,5 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an den Folgen von Alkoholkonsum. Der durchschnittliche Konsum in der Schweiz entspricht fast dem doppelten des durchschnittlichen Konsums weltweit.

#Allgemeines

5. Mai 2014 | Eleganz und Stil am Maturball

Schaffhauser Nachrichten
Katja Meier

Rucksäcke, Schulbücher und Hefte wurden am letzten Samstag gegen Handtaschen, High Heels und Krawatten umgetauscht. Am diesjährigen Maturball überraschten viele mit farbenprächtigen Kleider. Ob weinrot, pastellblau, schweinchenrosa oder tannengrün – die Maturandinnen entsprachen genau dem diesjährigen Motto «Eleganz und Stil». Auch die jungen Männer fielen durch ausgefallene Westen, Fliegen oder Hosenträger auf.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Organisationskomitee des Maturballs und den Verantwortlichen vom Schloss Laufen schien ausgesprochen gut gewesen zu sein. «Sie waren überaus grosszügig und zuvorkommend», meinte OK-Mitglied Aleksandra Vasic, «so kamen wir nie in Stress.» Maturand Nicca-Andrea Willi freute sich auf einen gemeinsamen Abend mit seiner Freundin Hanna Ochsner, die trotz schwerer Erkältung mühelos im kurzen Kleid und in High Heels herumlief. Dazu bekam sie auch Hilfe von einer Freundin für ihr Make-up und ihre aufwendige Lockenpracht. Andrina Lang liess sich für den grossen Abend von einem Profi schminken. Ihre farbigen Augen kamen einem Kunstwerk nahe. Die schöne Frisur aber machte sie sich selbst. Abschlussklässler Raphael Ruch und seine Begleiterin Naomi Dünki, die im rosafarbenen Kleid erschien, sahen beinahe aus wie Prinz und Prinzessin aus einem Märchen.

**Traditionelle Tänze einstudiert**
Nach dem Apéro konnten sich die Schüler und auch Lehrer am Buffet mit riesiger Auswahl bedienen. Am späteren Abend worden die Esstische beiseitegeschoben, und jeder, der wollte, durfte das Tanzbein zu den traditionellen Tänzen schwingen, die man in einem Kurs zuvor eingeübt hatte.



Kam nie in Stress: Das Organisationskomitee mit (v. l.) Laura Tamagni, David Wenner, Tamara Schmid, Aleksandra Vasic, Mara Tanner und Nora Mazzeo.
Bilder Simon Brühlmann



Nastassja Näf (l.) und Alina Gemperli, Abschlussklässlerinnen der Fachmittelschule, genossen den gemeinsamen Maturball.



Maturandin Andrina Lang, die sich von einem Profi schminken liess, wurde von ihrem Freund Renato Bosshard begleitet.



Der Viertklässler Nicca-Andrea Willi kam mit seiner Freundin Hanna Ochsner, die trotz Erkältung bezaubernd aussah.



Lisa Höhener und Benjamin Ritzmann freuten sich auf einen unvergesslichen Abend.



Maturand Raphael Ruch und seine Begleiterin Naomi Dünki wirkten beinahe wie Prinz und Prinzessin aus einem Märchen.



Sie in Schwarz, er mit roter Krawatte: Cleopatra Bollinger und Robin Wuigk, Abschlussklässler aus dem sprachlichen Profil.

#Allgemeines

2. Mai 2014 | Technische Berufe sollen beliebter werden

Schaffhauser Nachrichten
von Katja Meier

Es wurde intensiv getüftelt in der Wibilea AG. Kantischüler und Konstrukteurlehrlinge sassen jeweils in Zweiergruppen vor ihren Computern und versuchten, Steuerungen für ein Stapelmagazin zu programmieren. Immer wieder konnte man Gelächter von den acht Jungs hören, gelegentlich aber auch einen betrübten Seufzer, da die Programmierung dem einen oder anderen schon wieder nicht gelang.

**Robotik und Automation**
Als Angebot der Projektwoche, die jedes Jahr für die Drittklässler an der Schaffhauser Kantonsschule stattfindet, wurden die Techniktage in Zusammenarbeit mit IngCH und «go tec!» organisiert (siehe Kasten). Bereits zum zweiten Mal fand das Technikprojekt zusammen mit Lernenden der Wibilea statt. In Workshops wurden Schüler und Lernende in Themen wie Robotik und Automation eingeführt. Ein Besuch bei Bosch Packaging AG sollte den Jungen einen besseren Einblick in den Beruf des Ingenieurs verschaffen. Die Kantischüler hatten zusätzlich die Möglichkeit, die ETH und das Physik-Institut der Uni Zürich zu besuchen und wurden dort von Studierenden und Doktoranden über ein technisches Studium informiert.

**Technische Zusammenarbeit**
Die Drittklässler der Kantonsschule hatten die Wahl zwischen zahlreichen Projekten. Zehn Jungs entschieden sich für das dreitägige Technikprojekt. Zudem nahmen auch sechs Konstrukteurlehrlinge teil. «Wir wollten, dass auch die Lehrlinge in einen anderen Fachbereich Einblick gewinnen», sagte Thomas Maag, Geschäftsführer der Wibilea AG. «Ziel ist es nicht nur, den Jugendlichen die technischen Berufen näherzubringen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Kantischülern und Lehrlingen», meinte Georg Keller, Prorektor der Kanti Schaffhausen. Die Jugendlichen sollen sich auch einmal in anderen Kreisen bewegen als in ihrem schulischen oder beruflichen Umfeld.

**Mehrheitlich positives Feedback**
Die Jungs, die intensiv am Arbeiten waren, schienen begeistert zu sein. Dem 17-jährigen Alstom-Lehrling Denis Stoijkov gefiel vor allem der Besuch in der Bosch Packaging AG: «Es war besonders spannend, auch mal in einen anderen Betrieb hineinzuschauen.» Obwohl die Techniktage nicht Dejan Bozins erste Wahl der Projektwoche waren, beeindruckten die verschiedenen Workshops den 18-jährigen Kantischüler trotzdem, und er meinte: «Falls es mit dem Medizinstudium nicht klappen sollte, könnte ich mir ein technisches Studium durchaus vorstellen.» Nach Angaben von Lea Hasler, Projektleiterin von IngCH, ist genau diese Entdeckung des technischen Berufs das Ziel der Unternehmensvereinigung. «Die Öffentlichkeit hat ein falsches Bild vom Ingenieurberuf», sagte Hasler. Die Lehrlinge und Kantischüler konnten durch dieses Projekt das weite Feld der technischen Berufe besser kennenlernen und beurteilen, ob ein technisches Studium oder eine Weiterbildung für sie infrage kommt. Daniel Novak aus Stetten fand das ganze Projekt zwar interessant, meinte aber: «Die verschiedenen Workshops haben mir gezeigt, dass ein technisches Studium vielleicht doch nicht mein Ding ist.» Auch das ist eine wichtige Erkenntnis. Der 17-jährige Kantonsschüler Simon Maron ist sehr interessiert an einem Studium im technischen Bereich. Durch das Technikprojekt gewann er einen realistischen Einblick, wie sein zukünftiges Studium aussehen könnte. Auffallend war, dass bei dem Technikprojekt junge Männer in der Überzahl waren. Die zehn Kantonsschüler stammten allesamt aus dem naturwissenschaftlichen Profil, bis auf einen Schüler, der das sprachliche Profil belegt. Unter den sechs Konstrukteurlehrlingen befand sich lediglich eine junge Frau. Technische Berufe seien eher unbeliebt bei jungen Frauen, sagte Maag: «Bei Mädchen ist schon im frühen Alter vieles vorgespurt.» Technikprojekte wie dieses, aber auch der Meitli-Technik-Tag, der ebenfalls von «go tec!» organisiert wird, sollen dazu beitragen, in technischen Berufen den Mangel an Frachkräften zu beheben und den Frauenanteil zu steigern.


**Jugendliche sollen technische Berufe lernen**

**Junge an Technik heranführen**
Ziel der Vereinigung IngCH ist es, Gymnasialschüler für ein technisches Studium zu begeistern. In Schaffhausen hat IngCH eine Technikwoche organisiert. Sie richtet sich an Kantonsschüler und Lernende der Wibilea AG, des Ausbildungszentrums für Elektro- und Maschinenberufe. Projektpartner ist die Initiative «go tec!» der Industrie- & Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen IVS. Die Technikwoche gibt jungen Leuten die Möglichkeit, Einblick in die Welt der Technik zu gewinnen. Damit soll ihnen der Beruf des Ingenieurs schmackhaft gemacht werden.

**Technik ist Teil unserer Kultur**
IngCH Engineers Shape Our Future ist eine Vereinigung verschiedenster Firmen. Sie macht die Öffentlichkeit darauf aufmerksam, wie wichtig Technik in Wirtschaft, Politik und Kultur für die heutige Gesellschaft ist, und versucht, das Technikverständnis der Jugend zu fördern. «Viele Jugendliche wissen nicht Bescheid über die Vielseitigkeit des Ingenieurberufes», sagt Lea Hasler, Projektleiterin von IngCH, «unsere Mitgliederfirmen wollen einen leistungsstarken Nachwuchs im Ingenieurbereich.» Neben der Technikwoche führt IngCH ausserdem Informationsveranstaltungen für Berufsberatungen durch.

**Partnerschaften**
IngCH wird von zahlreichen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, wie ABB, Swisscom, SBB und UBS, finanziell unterstützt. Verschiedene Workshops, in denen man Einblick in Themen wie Robotik, Automation und Bionik gewinnt, werden an den Gymnasien durchgeführt. Darüber hinaus erhalten Gymnasiasten durch Referate von Experten auch noch zusätzliche Informationen bezüglich Studium und Weiterbildung. «Go tec!» als Unterstützung Genau so wie IngCH war auch die Projektgruppe «go tec!» der IVS an der Durchführung der Technikwoche beteiligt. Ihr Interesse ist es, die geringe Zahl an Fachkräften im technischen Berufsfeld zu steigern. Dies will sie erreichen, indem sie versucht, bei Jugendlichen die Faszination für Technik zu wecken und ihnen aufzuzeigen, welche Aufstiegsmöglichkeiten es in der Welt der technischen Berufe gibt. Zu «go tec!» gehören Partner wie Bosch Packaging Systems AG, Georg Fischer AG, BBC Group AG sowie die Wibilea AG, was die ganze Zusammenarbeit mit IngCH und Kantonsschule natürlich erleichtert hat. (kme)



An der Technikwoche in der Wibilea AG in Neuhausen haben sich Konstrukteurlehrlinge und Kantonsschüler intensiv mit Programmierung auseinandergesetzt – und hatten dabei so manche programmiertechnische Nuss zu knacken.



Die Projektwoche hat dem 17-jährigen Kantischüler Daniel Novak gezeigt, dass ein ETH-Studium vielleicht doch nicht sein Ding ist.



Kantischüler Dejan Bozin (l.) könnte sich ein Technikstudium gut vorstellen, und Alstom-Lehrling Denis Stojkov gefiel der Besuch bei Bosch am besten.



Simon Maron aus Dörflingen war gespannt auf den Besuch der ETH. Dieser sollte ihm zeigen, ob ein technisches Studium für ihn das Richtige ist.

Bilder Katja Meier

#Allgemeines

29. April 2014 | Hopfen und Malz verloren

Neue Zürcher Zeitung
Erich Aschwanden

Einem Grossteil der in Massen eingewanderten Deutschen kann man nicht vorwerfen, sie hätten sich hierzulande nicht um die Integration bemüht. Insbesondere der Swiss German Club, gemäss eigenem Anspruch «das exklusive, binationale Netzwerk Schweiz Deutschland», hat sich in den vergangenen Jahren verdient gemacht um die erwünschte Völkerverständigung.
Was haben die eifrigen Vereinsverantwortlichen nicht alles unternommen, um die wissbegierigen Zuzüger aus dem grossen Kanton mit den kleinen Kantonen und ihren Eigenheiten vertraut zu machen: Eine anspruchsvolle Wanderung zum Grossen Aletschgletscher durfte im abwechslungsreichen Programm ebenso wenig fehlen wie Segeln auf dem Vierwaldstättersee oder die Besichtigung und Degustation der Willisauer Ringli mit anschliessendem Fondueplausch. Schweizerischer kann man seine Aktivitäten fast nicht gestalten.
Und nach der mühseligen Phase der Assimilation erreicht uns nun diese Nachricht. Für Mitte August lädt der Swiss German Club seine Mitglieder zu einem zweitägigen Bierbrauseminar ein. Der Anlass findet nicht etwa in einer ureidgenössisch verankerten Brauerei wie Feldschlösschen oder Eichhof statt, wo Bier nach dem dänischen und niederländischen Reinheitsgebot gebraut wird. Nein, bei Gampertbräu im bayrischen Weissenbrunn sollen die Interessenten ihr Hobbybrauer-Diplom erwerben. Ausgerechnet in Bayern! Als ob man diesen Namen schon je im Zusammenhang mit der edlen Braukunst gehört hätte.
Gebraut wird also in heimischen Gefilden, trinken wollen die ehrenwerten Mitglieder des Swiss German Club den selbstgebrauten Gerstensaft dann allerdings erst in schweizerischen Gefilden an einem nachfolgenden Anlass, wie es in der Einladung heisst. Es fragt sich allerdings, ob unsere Gäste nach der glückstrunkenen und bierseligen Heimkehr überhaupt wieder zurück in die Schweiz kommen wollen. Irgendwie scheint in dieser deutsch-schweizerischen Beziehung Hopfen und Malz verloren zu sein.

#Notizen zu Namen

26. April 2014 | Prof. Dr. Felix W. Wehrli – Ehrenpromotion 2014 der Medizinischen Fakultät

Universität Zürich

Felix W. Wehrli, Ph.D., studierte Chemie an der ETH Zürich, wo er im Jahr 1968 in der Gruppe von Prof. W. Simon über Magnetresonanz-Analysen von Kohlenstoffmolekülen promovierte. Es folgten eine postdoktorale Forschungszeit an der ETH, einige Jahre in der Industrie, schliesslich der Aufbruch in die USA und dann die Berufung, zunächst – 1988 – zum Professor of Radiological Science in Radiology, dann – 1999 – jene zum Professor of Biochemistry & Biophysics an die University of Pennsylvania. Dort leitet er seit 1999 das Laboratory for Structural NMR Imaging.
Entscheidende Beiträge leistete Felix W. Wehrli unter anderem zur Quantifizierung des Metabolismus und der Gewebeperfusion des Gehirns, zur Myelinisierung des zentralen Nervensystems, zur endothelialen Dysfunktion bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit sowie zur Knochenarchitektur und -mechanik. In mehr als 200 wissenschaftlichen Originalarbeiten und 14 Patenten zeigt sich seine grosse wissenschaftliche Schaffenskraft.
Im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit erhielt Wehrli zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 1991 die Benennung zum Fellow der Society of Magnetic Resonance in Medicine, 2005 die Silver Medal der International Society of Magnetic Resonance in Medicine und 1998 den Sylvia Sorkin Greenfield Award der American Association of Physics in Medicine. Als langjähriger Editor des Journals «Magnetic Resonance in Medicine» beeinflusste er über viele Jahre weltweit die Wissenschaft auf dem Gebiet der nuklearen Magnetresonanz.
Felix W. Wehrlis wissenschaftliches Fundament wurde durch eine tiefgehende Ausbildung und langjährige wissenschaftliche Tätigkeit an der ETH Zürich gelegt. Auch nach seiner Berufung auf eine Professur in den USA blieb Wehrli der Schweiz und Zürich sehr verbunden. Wissenschaftliche Kontakte zu den Instituten der radiologischen Bildgebung des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) entstanden durch die Fachgesellschaften der Magnetresonanz-Verfahren. Aufgrund des gemeinsamen Interesses an der Biomechanik des Knochens ist Felix W. Wehrli an Forschungsarbeiten des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des USZ zur Knochendichtemessung mit neuen Verfahren der Magnetresonanztomographie beteiligt.


#Notizen zu Namen

26. April 2014 | Dr. Felix W. Wehrli v/o Lord

Dr. Felix W. Wehrli v/o Lord, Professor am Department of Radiology der University of Pennsylvania Health System in Philadelphia (USA), wurde anlässlich des Dies academicus der Universität Zürich vom 26. April 2014 in Anerkennung seiner grossen Verdienste auf dem Gebiet der Magnetresonanztomographie und –spektroskopie die Würde eines Doktors ehrenhalber verliehen.
Wir gratulieren Lord zu dieser aussergewöhnlichen Ehrung!

#Allgemeines

26. April 2014 | Spardruck an der Kantonsschule

Schaffhauser Nachrichten
(ek)

Nach der Aufnahmeprüfung an die Kantonsschule steht fest, dass 58 Schülerinnen und Schüler das Profil N gewählt haben, also das Profil mit der naturwissenschaftlich-mathematischen Ausrichtung. Da die Kantonsschule Schaffhausen aufgrund des Sparprogramms ESH3 Klassen einsparen muss, müssen die Neueintretenden auf zwei Klassen à je 29 Schülerinnen und Schüler aufgeteilt werden. Das hat Kantonsrätin Martina Munz (SP, Hallau) auf den Plan gerufen. Mit diesen Klassengrössen steige der Selektionsdruck, da so grosse Klassen kaum bis zur Matur geführt würden, sagt sie. Zugleich werde der Forderung der Wirtschaft nach mehr Naturwissenschaftler und Ingenieuren nicht nachgelebt. In einer Kleinen Anfrage stellt sie der Regierung deshalb unter anderen folgende Fragen: Erachtet es die Regierung als sinnvoll, mit Sparmassnahmen die Bildungschancen der jungen Generation zu beschneiden? Unterstützt die Regierung die Forderung der Wirtschaft nach mehr Fachleuten im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich? Ist sie bereit, an der Kantonsschule drei erste Klassen statt wie vorgesehen nur zwei für das N-Profil zu bilden? Munz fordert den Regierungsrat auf, ihre Fragen noch vor der definitiven Klasseneinteilung für das Schuljahr 2014/15 zu beantworten.

#Allgemeines

19. April 2014 | Mehr Frauen an der Kantonsschule

Schaffhauser Nachrichten
Saskia Baumgartner

Lag die Frauenquote bei den in der Probezeit eingetretenen Maturitätsschülern im Jahr 2013 noch bei 48 Prozent (siehe SN vom 29. April 2013), ist diese 2014 wieder stark angestiegen. Von den 158 jungen Menschen, welche die Aufnahmeprüfung in diesem Jahr bestanden haben, sind 98 weiblich und 60 männlich. Die Frauen machen somit 62 Prozent aus.
Urs Saxer, Rektor der Kantonsschule, vermutet, dass die unterschiedlichen Werte der letzten beiden Jahre vor allem auch mit den verhältnismässig tiefen Schülerzahlen zu tun haben. Dadurch würden sich schneller Ausreisser nach oben oder unten ergeben. «Ich vermute ausserdem, dass der Peergroup-Effekt mitspielt», so Saxer. Sprich: Junge Menschen machen die Wahl ihres Ausbildungswegs von ihren Freundinnen oder Freunden abhängig.

**Mehr Naturwissenschaftlerinnen**
Betrachtet man die diesjährige Geschlechterverteilung bei den einzelnen Ausbildungsprofilen M, N oder S (siehe Informationen am Ende des Artikels), fallen besonders die Zahlen des Profils N, der naturwissenschaftlich-mathematischen Ausbildung, ins Auge. Insgesamt 58 Schüler werden hier in die 1. Klasse eintreten. 24 von ihnen sind Frauen, das entspricht einem Anteil von 41 Prozent. In den letzten fünf Jahren war die Frauenquote noch nie so hoch. Urs Saxer wünscht sich, dass sich diese Entwicklung – mehr Frauen im Profil N – weiter fortsetzt. Auch generell sei dieses Ausbildungsprofil sehr wichtig. «Es heisst ja immer, dass uns die Ingenieure fehlen», sagt er. Der Rektor hofft, dass Schaffhauser Projekte wie etwa das von der Industrie- & Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen ins Leben gerufene «Go Tec» künftig Früchte tragen. Dieses Projekt richtet sich an jüngere Schulkinder, soll das Interesse an der Technik wecken und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

**13 Prozent mehr Schüler**
Lässt man die Geschlechterverteilung einmal aussen vor und betrachtet die Gesamtzahl an Schülern, fällt auf, dass diese 2014 wieder angestiegen ist. Hat es 2013 einen Einbruch gegeben und lag die Zahl an erfolgreichen Prüflingen nur bei 137, sind es in diesem Jahr 158 Schüler, welche in die Maturitätsschule aufgenommen werden. Das entspricht einer Zunahme von 13 Prozent. Grund dafür ist sicher auch, dass 2014 mehr Kanti-Anwärter die Prüfung bestanden haben. 50 Prozent der Jugendlichen waren erfolgreich. Zum Vergleich: 2013 lag die Erfolgsquote nur bei 43 Prozent. War die Prüfung dieses Mal leichter? «Das kann man nicht sagen», erklärt Saxer. Die Lehrer hätten die Prüfung auf jeden Fall nicht anders als üblich bewertet, erklärt der Rektor. Saxer hält die Anzahl an erfolgreichen Prüflingen auch nicht unbedingt für entscheidend. Wichtiger sei die Zahl der verbleibenden Schüler, welche die Probezeit überstehen. «In der Probezeit liegt die Durchfallquote noch einmal bei 10 bis 15 Prozent», so Saxer.

**FMS: konstante Zahlen**
Neben der Maturitätsschule wird an der Kantonsschule Schaffhau- sen ausserdem die Fachmittelschule (FMS) angeboten. Auch wenn die Anzahl an Schülern, welche sich für diese Schule entscheiden, kleiner ist, halten sich die Werte hier relativ konstant. So haben in diesem Jahr 35 Jugendliche die Prüfung bestanden (2013: 39). Der Frauenanteil war mit 29 Bewerbern im Gegensatz zu den 6 männlichen sehr hoch, doch auch das ist an der FMS üblich (2013: 33 Frauen und 6 Männer).


**Kantonsschule: Die verschiedenen Ausbildungsprofile**
**Die Maturitätsschule** (Kanti) dauert vier Jahre und führt zur Maturität. Es gibt verschiedene Ausbildungsprofile, welche den Einstieg in bestimmte Studien begünstigen.
**Ausbildungsprofil M** (musisch-sprachlich): Schwerpunktfächer dieses Lehrgangs sind Kunstfächer, Altgriechisch oder moderne Fremdsprachen.
**Ausbildungsprofil N** (naturwissenschaftlich-mathematisch): Schwerpunktfächer sind Naturwissenschaften oder Wirtschaft und Recht.
**Ausbildungsprofil S** (sprachlich-altsprachlich mit Latein): Schwerpunktfächer sind Altgriechisch oder moderne Fremdsprachen.
**Die Fachmittelschule (FMS)* dauert in der Regel drei Jahre. Der Abschluss
**Fachmittelschulausweis** berechtigt zum Studium an einer Höheren Fachschule (FH). Nach dem 3. Jahr kann ein einjähriges Praktikum im Bereich Gesundheit, Naturwissenschaften, Soziales und Kommunikation oder ein 4. Ausbildungsjahr im Bereich Pädagogik angeschlossen werden. Dadurch wird die Fachmaturität erlangt.



Im August machen sich 158 neue Maturitäts- und 35 Fachmittelschüler auf den Weg zur Kantonsschule.
Bild Selwyn Hoffmann



Nach dem Einbruch im letzten Jahr erholen sind die Schülerzahlen wieder. 2014 sind sie ungefähr auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2012.
Grafik SN

#Allgemeines

15. April 2014 | Doppelt so viele Mädchen wie Knaben

Schaffhauser Nachrichten
(r.)

Deutlich mehr Mädchen als Knaben entscheiden sich im Kanton Schaffhausen für eine gymnasiale Schulausbildung: Wie die Kantonsschule Schaffhausen mitteilt, haben 198 Kandidierende die Aufnahmeprüfung für die Kanti bestanden. Davon sind 132 Mädchen und 66 Knaben. Im neuen Jahrgang kommen auf einen Knaben also genau zwei Mädchen.

**Einer von vier schafft es nicht**
Zur Prüfung angemeldet hatten sich 273 Personen. Die Erfolgsquote liegt somit bei 72 Prozent. Geprüft worden waren die Fächer Deutsch, Französisch/Latein und Mathematik. Die Anmeldezahlen haben sich auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr gehalten, auch die Erfolgsquote ist laut Kantonsschule vergleichbar. Die Aufteilung auf die verschiedenen Abteilungen und Ausbildungsprofile zeigt ein ausgeglichenes Bild: 37 Schülerinnen und Schüler werden in die zwei 1. Klassen der Fachmittelschule (FMS) eintreten. In der Maturitätsschule werden insgesamt sieben 1. Klassen geführt: 66 Schülerinnen und Schüler beginnen im musisch-neusprachlichen Ausbildungsprofil M, 58 im naturwissenschaftlich-mathematischen Profil N und 37 im sprachlich-altsprachlichen Profil S mit Latein. Die erfolgreichen Pru?flinge starten nach den Sommerferien in die Probezeit, welche ein Semester dauert.

#Allgemeines

9. April 2014 | Hundertjähriger ist «guet zwäg»

Schaffhauser Nachrichten
Von Wolfgang Schreiber

Die vielen Gratulationen zu seinem 100. Geburtstag nahm Paul Bührer gestern Vormittag in seinem Lehnstuhl entgegen. Wie man es von einem Hundertjährigen nicht anders erwarten kann. Als es galt, für ein Erinnerungsfoto mit seinen im Vollwichs erschienenen Farbenbrüdern der Fortuna zu posieren, da erhob sich der 100-Jährige ohne fremde Hilfe und ging, mit zwei Stöcken als Stütze, zu Christoph Steinmann, Urs Meier und Rolf Buck. Nach dem Foto setzte sich das Geburtstagskind wieder und hörte sich ein Gratulationsgedicht des Fortuna-Altherren-Präsidenten Hans Peter Stoll an. Er habe, so vertraute danach Paul Bührer den vielen Gästen an, sich Sorgen gemacht wegen seines bevorstehenden Geburtstags. Doch sein Sohn, Architekt Hans Paul Bührer, und seine Schwiegertochter Margrit haben mit ihrem Sohn Patrick das Geburtstagsfest vorzüglich organisiert: «Was mich geplagt hat, ist wieder weg», sagte ein dankbarer Paul Bührer. Er ist, wie man so schön sagt und wie es seine Angehörigen auch bestätigen: «guet zwäg». Er selbst, betreut von Spitex und dem Mahlzeitendienst, ist mit seiner Gesundheit zufrieden. Allerdings schränkt er ein: «Es ist nicht immer alles, wie man es gerne hätte.»
Die Odd-Fellows-Obermeister Luciano Bassi und Bruno Zanelli, die mit Eduard Brodbeck und Dieter Langhans von den Odd Fellows zum Gratulieren gekommen waren, erwähnen, dass Paul Bührer noch regelmässig an den Mittagessen der Wandergruppe der Rheinfall-Loge der Odd Fellows teilnimmt. Eine eidgenössische Seltenheit ergab sich, als Hans Brühlmann, Alfred Schweizer und Andreas Rickenbacher mit Paul Bührer das Glas erhoben. Damit waren vier Direktoren der Schaffhauser Gebäudeversicherung in einem Raum vereint. Paul Bührer war lange Zeit und bis zu seiner Pensionierung Direktor der Gebäudeversicherung. Im Verlaufe des Mittags hat Stadtrat Simon Stocker Paul Bührer gratuliert. Die Feuerwehr machte ihre Aufwartung mit der Drehleiter, und die Schlauchmusik des Feuerwehrvereins brachte ein musikalisches Ständchen dar. Die musikalisch grösste Freude, so sagte der Jubilar, hat ihm jedoch seine Urenkelin Lina Maria gemacht. Das Mädchen habe ihm am frühen Morgen schon gratuliert und mit heller Stimme «Happy Birthday, lieber Opa» gesungen. Dann habe ihm, noch bevor er zur Schule ging, auch Urenkel Julian gratuliert.
Die Urenkel, die Familie seines Enkels Herbert, leben mit Paul Bührer im gleichen Haus an der Nordstrasse. Das Haus hat Paul Bührer vor gut 60 Jahren mit seiner Frau Trudi, geborene Grimm, zum Heim für seine Familie gemacht. Seine Frau ist schon 1960 gestorben. Paul Bührer konnte später 30 Jahre lang glücklich mit seiner neuen Partnerin Esther Grimm-Kunz, einer Verwandten seiner Frau, leben, bis auch sie vor wenigen Jahren verstorben ist. Das Glück, im eigenen Heim und im Kreise von Angehörigen leben zu dürfen, mag dazu beigetragen haben, dass Paul ­Bührer so «guet zwäg» ist. Auch dass der Pensionierte von vielen Ämtern und ­Ehrenämtern loslassen konnte – er war einst Präsident der städtischen FDP –, mag sein hohes Alter möglich gemacht haben.
Auf die unvermeidliche Reporterfrage, wie er es denn gemacht habe, körperlich und geistig so rüstig zu bleiben, antwortete Paul Bührer: «Ich habe ganz normal gelebt, gegessen und getrunken, da ist nichts Besonderes zu vermelden. Auf Anraten meines Arztes trinke ich in letzter Zeit hie und da und ganz nach Laune ein Gläschen feinen Eiercognac. Das tut mir gut.»


**Hoher Geburtstag**
*Ein Glückwunsch der Kollegen*

Lieber Paul. Die alt Chefbeamten des Kantonalen Baudepartementes gratulieren Dir herzlich zum «runden» 100. Geburtstag. Einige von uns ­«Jüngeren» sind seit Deiner Aktivzeit als Verwalter der Kantonalen Gebäudeversicherung und Chef der Feuerpolizei (1959–1979) Deine Zeit- und Weggenossen. Du fehlst nur selten am Monatsstammtisch im «Alten Schützenhaus» «im Kreise der Lieben». Dort möchten wir Dich noch lange unter uns haben. Ein freundschaftliches «Prosit!» zum Ehrentrunk und mit dem Wandspruch aus dem Staats­keller ein froher Zuruf: «Man wünschet gute Zeyten!»
Ernst Rahm-Landis


Der hundertjährige Paul Bührer mit Fortuna-Verbindungsleuten: Christoph Steinmann, Urs Meier und Rolf Buck.
Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

9. April 2014 | Gewaltprävention an der Kanti

Schaffhauser Nachrichten
(r.)

Die Schaffhauser Polizei hat am Freitag am Gewaltpräventionstag der Kantonsschule Schaffhausen einen Workshop angeboten. 90 Schülerinnen und Schüler nutzten das Angebot. Von 7.50 bis 17.15 Uhr wurden sie von zwei Polizeifunktionären instruiert. In vier Gruppen aufgeteilt, lernten die 90 Schülerinnen und Schüler während der jeweils anderthalb Stunden dauernden Lektionen, wie sie Gefahren besser erkennen und damit umgehen können. In Beispielsituationen übten sich die motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Befreien aus Festhaltegriffen, in aktiven Verteidigungstechniken und im Einsetzen von Alltagsgegenständen als Verteidigungsmittel. Mit Präventionsschulungen dieser Art versucht die Schaffhauser Polizei, aktiv Übergriffe zu verhindern, das Bewusstsein für mögliche Gefahrenquellen zu schärfen und das richtige Verhalten für den Ernstfall zu schulen, wie es in der Mitteilung der Schaffhauser Polizei heisst.