#Allgemeines

29. Februar 2008 | Schöner Weg wird noch schöner

Schaffhauser Nachrichten, Rhein / Diessenhofen
Margrith Pfister-Kübler

Der Höhenweg Mammern-Steckborn ist eine sehr attraktive und beliebte Wanderroute hoch überm See, teilweise mit Seeblick. Er ist aber sehr abgenutzt und teilweise kaum mehr begehbar. «Die Sanierung ist zwingend», erklärt Bruno Rudolf von der Fachstelle Rad- und Wanderwege des Tiefbauamtes Kanton Thurgau, der für den Unterhalt der Wanderwege zuständig ist.

**Vielleicht Verbot für Biker**
Der Höhenweg hat eine Länge von 1400 Metern. Die Kosten für die Sanierung sind auf 40000 Franken veranschlagt. Derzeit ist ein Team des Tiefbauamtes dabei, mit einem kleinen Bagger und weiteren Maschinen, Wege auszuebnen; mit Kies aufzufüllen sowie Treppenstufen und Holzbrücken auszubessern. Der Verein Thurgauer Wanderwege sorgt für die Signalisation. Der Höhenweg ist wegen der Hanglage ein heikles Stück Weg im Thurgauer Wanderwegnetz mit seinen insgesamt 1072 Kilometern. Es werde speziell darauf geachtet, dass die Wurzeln der Bäume im Weg geschont werden, betonte Rudolf. Frau Gemeindeammannn Anita Dähler und Gemeinderätin Flandrina von Salis, zuständig fürs Ressort Tourismus, haben ein Auge auf den Weg, denn sie wünschen keinen Rummel in dieser Idylle, sondern achtsamen Umgang mit der Natur. Von Salis, gleichzeitig Vizedirektorin der Klinik Schloss Mammern, zieht zum Schutz der Wanderer und der Familien mit Kinderwagen ein Bikerverbot auf dieser Strecke in Betracht.

**Teil der «Via Rhenana»**
Zuständig für diesen Entscheid sind die Waldeigentümer. Im Fall Höhenweg sind sechs Waldbesitzer betroffen, darunter die Klinik Schloss Mammern und die Bürgergemeinde. Jetzt wird das Gespräch mit den weiteren Waldeigentümern gesucht. Der Höhenweg wird im «Schweiz Mobil»-Projekt als Highlightstrecke (Kreuzlingen-Mammern-Schaffhausen) und als Via Rhenana (Teil des Jakobsweges bis Eglisau) ausgeschildert und am 25. April offiziell eröffnet.
«Schweiz Mobil» ist ein Projekt von Bund, Kantonen sowie Organisationen aus Verkehr, Tourismus und Sport. Ziel ist es, eine Auswahl besonders attraktiver nationaler Routen für Wanderer, Velofahrer, Skater und Paddler zu signalisieren. An Service- oder Etappenorten sollen sie übernachten können, sich verpflegen, Informationen einholen, Reservationen tätigen oder Far zeuge mieten. Alle Dienstleistun – sollen auch im Internet abrufbar sein.

#Notizen zu Namen

28. Februar 2008 | Jungfreisinn schlägt Marcel Sonderegger als Kandidat für das Stadtpräsidium vor

Schaffhauser Nachrichten, Region
(rob)

Im Kampf um das Stadtpräsidium wartet man noch immer auf Kandidaten aus den Reihen der FDP. Derweil wollen die Jungfreisinnigen, der Nachwuchs der FDP, aber nicht mehr auf die Findungskommission warten. Nachdem erst kürzlich angedroht wurde, einen eigenen Kandidaten vorzuschlagen, macht die Jungpartei jetzt Ernst: Der Vorstand der Jungfreisinnigen will gemäss gestern versandter Mitteilung mit Marcel Sonderegger in den Wahlkampf ziehen.

**Familienvater und Unternehmer**
Der 40-jährige Schaffhauser ist seit 2002 im Vorstand der Stadt-FDP mit dabei. Sonderegger hat an der ETH Lausanne, in den USA und Spanien studiert. Seinen Ingenieursabschluss mit Doktortitel erwarb er sich an der Universität Tokio. Der verheiratete Vater zweier Kinder (8 und 10 Jahre) ist Gründer und Inhaber eines Ingenieurbüros in Schaffhausen, das lokal im Bereich von Glasvordächern, international auf dem Spezialmaschinensektor für die medizinische Industrie tätig ist. Ausserdem war er bis 2004 an der ETH Lausanne als Dozent angestellt, diese Tätigkeit führt er heute an der Hochschule für Wirtschaft Zürich fort.

**«Jung und doch erfahren»**
Wie der Vorstand der Jungfreisinnigen mitteilt, sei man der Meinung, dass eine Kandidatur aus den Reihen der Jungfreisinnigen nicht in Frage komme. Mit Sondergger habe man aber einen Kandidaten gefunden, der «alle Kriterien auf sich vereint, die ein Stadtpräsident erfüllen muss»: So vertrete Sonderegger «freisinniges Gedankengut», habe unter anderem einen privatwirtschaftlichen Hintergrund und Führungserfahrung. Fazit: «Jung und doch erfahren» sei der Kandidat, der «in Rekordzeit» gefunden wurde.
Zuerst wird Marcel Sondergger ,sich nun den jungfreisinnigen Parteimitgliedern anlässlich der ausserordentlichen Versammlung vom 6. März stellen müssen. Stimmen die Jungfreissinnigen dem Vorstandvorschlag zu, soll Sonderegger der Nominationsversammlung der FDP vom 10. April als Kandidat für die Nachfolge von Marcel Wenger empfohlen werden.

08.03.08
Schaffhauser Nachrichten, Region
Martin Edlin

**Marcel Sonderegger bleibt im Rennen**

*Die Jungfreisinnigen halten an ihrer eigenen Nomination für den FDP-Stadtpräsidentschaftskandidaten fest.*

Einstimmig ist eine ausserordentliche Parteiversammlung der Jungfreisinnigen der Stadt Schaffhausen (JFSH) ihrem Vorstand gefolgt: Der FDP-Nominierungsversammlung vom 10. April wird die Kandidatur von Dr. ing. Marcel Sonderegger als Nachfolger für den im Herbst nicht mehr zur Wahl antretenden Stadtpräsidenten Marcel Wenger (FDP) beantragt. «Damit bieten wir eine echte und glaubwürdige Alternative zu Urs Hunziker, dem Kandidaten der Findungskommission und des FDP-Vorstandes», betonte JFSH-Präsident Fabian Käslin vor den Medienvertretern.

**Jung, dynamisch, lebenserfahren**
Diese Kandidatur sei aus einer bei der FDP «weit über die Jungfreisinnigen hinaus feststellbaren Unzufriedenheit» erwachsen, und zwar sowohl über die Arbeit der parteiinternen Findungskommission wie auch über den während der letzten vier Jahre verschlafenen Aufbau einer Persönlichkeit, welche «liberales Gedankengut vertritt und Strahlkraft über die FDP hinaus besitzt». Mit 40 Jahren jung, dynamisch, lebenserfahren, mit eindrücklichem Leistungsausweis und ideenreich: So präsentierte sich Marcel Sonderegger den Medienvertretern. Der verheiratete Vater zweier Kinder hat nach seinem Ingenieur-Studium an der ETH Lausanne, an der Universität von Tokio (wo er doktorierte), in den USA und in Spanien in seiner Vaterstadt Schaffhausen die Sonderegger Engineering AG aufgebaut, die einerseits international Spezialmaschinen für die medizintechnische Industrie entwickelt und andererseits Glasvordächer verkauft.
Die unternehmerische Führungserfahrung und der privatwirtschaftliehe Hintergrund als KMU-Besitzer, aber auch «der Wille und der Mut zu neuen Wegen und Ideen – neuer Kopf, nicht alter Zopf» werden von den Jungfreisinnigen zu den ausschlaggebenden Vorzügen von MarcelSondereggerfürs Stadtpräsidium gezählt.

**Sogar originelle Ideen vorhanden**
Politische Erfahrungen – ausser im Vorstand der FDP der Stadt Schaffhausen – fehlen allerdings Marcel Sonderegger in seiner Palmares. In einem Zehn-Punkte-Programm versucht er immerhin, etwas politisches Profil zu gewinnen: KMU- und gewerbeorientierte Wirtschaftspolitik, Steuersenkungen, mehr Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt, Entkrampfung des Verhältnisses Stadt-Kanton und was sonst noch in vielen bürgerlichen Parteiprogrammen zu finden ist.
Sogar originelle Ideen sind vorhanden: Verpachten des städtischen Rebberges am Munot (die Stadt kauft dann nur noch so viele Flaschen Wein zurück, wie sie effektiv braucht), Vermietung der Flachdächer von Liegenschaften in städtischem Besitz für die Erstellung von Solaranlagen oder die Beschränkung des Lohnes des Stadtpräsidenten auf 195000 Franken, wobei die dadurch frei werdenden Mittel in einen Fonds für die Förderung von Jungunternehmern fliessen würden.

Marcel Sonderegger, vorgestellt vom Präsidenten der Jungfreisinnigen, Fabian Käslin (l.) und Vorstandsmitglied Andreas Hauser (r.).
Bild: Martin Edlin

#Notizen zu Namen

19. Februar 2008 | 90 Jahre Hanns Deggeller

Schaffhauser Nachrichten, Region
Bernhard Seiler
Obmann der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte

Die Schaffhauser Gesellschafter und Zünfter gratulieren ihrem Ehrenobmann Hanns Deggeller ganz herzlich zu seinem 90. Geburtstag und wünschen ihm weiterhin gute Gesundheit und Wohlergehen, auf dass er noch lange an den Zunftanlässen und anderen geselligen Veranstaltungen teilnehmen kann. Die alteingesessene Schaffhauser Familie Deggeller war bis etwa 1800 zünftig bei den Webern und seit nun 200 Jahren in der Zunft zun Schneidern. Es war für Hanns eine Selbstverständlichkeit, sich schon früh aktiv in der Zunft zu betätigen. Zuerst im Vorstand und dann 20 Jahre lang als Zunftmeister. Die Schneidern bedankten sich bei ihm für sein sehr aktives Wirken mit der Verleihung des Titels Ehrenzunftmeister.
Zeit seines Lebens hatte das Zunftwesen für Hanns Deggeller grosse Bedeutung, auch über seine eigene Zunft hinaus. So regte er als Zunftmeister an, die Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte möchten sich noch enger zusammenschliessen, zum Beispiel mit der Äufnung eines Fonds, aus dem bei Renovationen von Zunfthäusern in der Stadt Schaffhausen finanzielle Beiträge geleistet werden könnten. Diese Idee ist Ende der siebziger Jahre geboren, als Gesellschafter und Zünfter finanziell bei der Erneuerung des Zunfthauses Gerberstube mithalfen.
Es war fast selbstverständlich, als Carl E. Scherrer das Amt als Obmann der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte abgab, dass Hanns Deggeller 1982 als sein Nachfolger gewählt wurde. Mit sehr viel Motivation, Einfühlungsvermögen, Geschick und wenn notwendig einer gewissen Beharrlichkeit gestaltete er dieses Amt. Sein erster bedeutender Erfolg war die Miete der renovierten Schneiderstube an der Vordergasse. Dank seinem Verhandlungstalent konnte er mit den Besitzern dieser Liegenschaft einen für die Zünfte guten Mietvertrag abschliessen. Damit erhielten diese wieder eine «eigene» Zunftstube, die aber auch Dritten zur Verfügung stand. Sein nächstes Ziel, die Errichtung einer Stiftung – wie er dies schon früher angeregt hatte -, fand mit der Beurkundung 1984 einen erfolgreichen Abschluss. Ein neues Gremium, der Stiftungsrat, bestehend aus den Obherren und Zunftmeistern und präsidiert vom Obmann, trat nun alljährlich mindestens einmal zusammen. Nebst den statutarischen Traktanden ergab sich damit ein ideales «Arbeitsinstrument», um die Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte noch näher zusammenzubringen sowie für die Durchführung grösserer Anlässe wie zum Beispiel die Zunftmunotabende 1984 und 1989. Gemeinsam gelang auch die Beteiligung der Zünfte an den Feierlichkeiten «Geburtstag der Eidgenossenschaft» von 1991 mit einem Tavernenfest in der
Schneiderstube und einer Ausstellung der Silberschätze der Schaffhauser Zünfte. Mitgeprägt und mitgetragen hat Hanns Deggeller auch die Herausgabe der sogenannten Neujahrsblätter (farbige Drucke alter Stadtschaffhauser Häuser und Plätze), die über mehrere Jahre erfolgreich lief.
Einer der Höhepunkte im Leben der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte ist eine Zusammenkunft jeweils zu Jahresbeginn. Vor 1984, das heisst vor der Gründung der Stiftung, sind an diesem Anlass auch Beschlüsse gefasst und Wahlen durchgeführt worden. Nach der Stiftungsgründung machte der Obmann Hanns Deggeller aus diesem im Januar stattfindenden Anlass eine rein gesellige Zusammenkunft. Er lud dazu jeweils auch Persönlichkeiten, die sich verdient gemacht hatten um das Zunftleben, die Stadt und/oder den Kanton Schaffhausen. Zu Ehren seines Vorgängers als Obmann, Carl E. Scherrer, nannte er diese Zusammenkünfte Karlstage. Damit erinnern sich die Gesellschafter und Zünfte dankbar an den Erneuerer des heutigen Zunftlebens in unserer Vaterstadt Schaffhausen.
Nach zwölf Jahren erfolgreichem Wirken als Obmann der Gesellschaften und Zünfte wünschte Hanns Deggeller, sich auf den Karlstag 1993 zurückziehen zu dürfen. Die Gesellschafter und Zünfter dankten Hanns seinen grossartigen, unermüdlichen Einsatz mit der Verleihung des Titels Ehrenobmann. Einem Ausspruch, den er am Anfang seiner Amtsübernahme als Obmann machte, hat er stets vorbildlich nachgelebt: «Die Zünfte schlafen nicht mehr, sie sind erwacht.» Dafür Dir, Hanns Deggeller, ein ganz herzliches Dankeschön. Nochmals beste Wünsche zum Neunzigsten und weiterhin alles Gute.

20.02.08
Schaffhauser Nachrichten, Region

**Geburtstagsapéro**
Glückwünsche für Jubilar Deggeller

Hanns Deggeller durfte gestern aus Anlass seines 90. Geburtstages im ersten Stock des Hotels Kronenhof eine grosse Zahl von Glückwünschen in Empfang nehmen. Neben den Vertretern der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte nahmen zahlreiche Freunde und Bekannte des ehemaligen Unternehmers, engagierten Parlamentariers, umsichtigen Bürgerpräsidenten, kollegialen Farbenbruders, einstigen Ruders, aktiven Wanderers und stolzen Familienvaters die Gelegenheit wahr, mit dem Jubilar auf eine weiterhin gute Gesundheit und möglichst viele beglückende Stunden anzustossen. Die familiäre Zusammenkunft wurde von Ilj von Grünigen – einem Enkel des Jubilars – mit einigen musikalischen Einlagen bereichert.

Der Jubilar mit Gattin Alice und Sohn Christian
Bild: Eric Bührer

#Notizen zu Namen

11. Februar 2008 | Wir orientieren uns am Willen des Stifters

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Interview Walter Joos

*Herr Spahn, was veranlasst die Werner-Amsler-Stiftung, sich in zunehmendem Masse für die von Werner Bärtschi geleiteten Schaffhauser Meisterkurse zu engagieren?*
Wir orientieren uns am Willen des 2004 in Schaffhausen verstorbenen Stifters. Dieser wollte mit der Gründung der nach ihm benannten Stiftung in erster Linie die künstlerische Bildung sowie die kulturellen Aktivitäten – namentlich im Bereich der Musik – fördern. Zum Stiftungszweck gehört aber auch die Förderung von liberalen Projekten und Aktivitäten, die heimatverbunden und den schweizerischen Grundwerten verpflichtet sowie auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ausgerichtet sind. Dabei geht es namentlich um einen möglichst massvollen Umgang mit der Mobilität.

*Über wie viel Kapital verfügt die Stiftung, und wer gehört ausser Ihnen dem Stiftungsrat an?*
Wir sind in finanzieller Hinsicht nicht ganz so gut gepolstert wie die Jakob-und-Emma-Windler-Stiftung in Stein am Rhein. Wir verfügen jedoch über ein ansehnliches Stiftungsvermögen, welches uns eine nachhaltige Unterstützung der Musikschule, die Durchführung der Meisterkurse’sowie weitere Aktivitäten erlaubt. Dem Stiftungsrat gehören Werner Bärtschi, Rosmarie Widmer Gysel, Thomas Feurer und Edgar Mittler als Mitglieder an.

*Mit der Organisation der Meisterkurse ist es der Stiftung gelungen, die kulturellen Aktivitäten in Schaffhausen auf wertvolle Weise zu ergänzen. Wie geht es weiter?*
Ich freue mich, dass wir bei zahlreichen jungen und talentierten Musikern sowie beim einheimischen Publikum mit unseren aus eigener Initiative 2005 gestarteten, nunmehr bereits zur Tradition gewordenen Meisterkursen auf ein so positives Echo gestossen sind. Das hat uns in diesem Jahr veranlasst, die Zahl der Lehrkräfte und der Ausbildungstage zu erweitern. Unser zum-Auftakt der Meisterkurse veranstaltetes Galakonzert fand letzte Woche zudem zum erstenmal im Stadttheater statt und konnte in einem ansprechenden Rahmen mit einem von der Stadtantenne Schaffhausen AG offerierten Apero abgerundet werden. Die Meisterkurse stossen aber auch bei den Behörden, den zahlreichen Helferinnen und Helfern und nicht zuletzt bei jenen Personen, die sich jeweils bereit erklären, Studenten für einige Tage imihrem Heim zu beherbergen, auf viel Sympathie.

*Wie Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel zu Beginn des Galakonzertes im Stadttheater verkündete, will sich die Werner-Amsler-Stiftung im Bereich der klassischen Musik in Zukunft nicht nur auf die Organisation der Meisterkurse beschränken. Sie will sich vielmehr im nächsten Herbst auch als Konzertveranstalter profilieren.*
Wir haben uns entschlossen, im September – also vor dem eigentlichen Beginn der Konzertsaison – drei Meisterkonzerte mit einem bekannten Klaviertrio sowie zwei renommierten Pianisten zu veranstalten. Wir sind überzeugt, dass wir damit das bestehende Konzertangebot in Schaffhausen auf sinnvolle Weise bereichern können.

*Laufen Sie mit diesen zusätzlichen Aktivitäten nicht Gefahr, den Besuch der Konzerte der etablierten Veranstalter – zum Beispiel des MusikCollegiums Schaffhausen – zu beeinträchtigen?*
Wir wollen die bestehenden Angebote in keiner Weise beeinträchtigen oder die etablierten Veranstalter gleichsam übertrumpfen. Wir versuchen mit unseren Aktivitäten im Bereich der klassischen Musik neue Akzente zu setzen. Wir sind zudem überzeugt, dass in jenen Jahren, in denen kein Internationales Bachfest stattfindet, das Publikum an einer gewissen Erweiterung und Ergänzung des bisherigen Angebotes-durchaus interessiert ist. Ein gesunder Wettbewerb belebt auch in diesem Bereich die Szene. Bei einer sinnvollen Abstimmung der Termine erscheint es mir zudem möglich, eine übermässige Häufung von Konzertveranstaltungen zu verhindern. Dazu bedarf es selbstverständlich einer gegenseitigen Rücksichtnahme sowie zeitgerechter Absprachen.

*Neben der Förderung von kulturellen Aktivitäten gehört auch die Unterstützung ökologisch sinnvoller Projekte zum Zweck der Stiftung. Welche Akzente setzen Sie in dieser Hinsicht?*
Wir unterstützen insbesondere die regelmässig stattfindende Aktion slowUp. Dabei geht es in erster Linie darum, jung und alt neue Möglichkeiten zur Befriedigung des weiterhin zunehmenden Mobilitätsbedürfnisses aufzuzeigen. Wir sind aber auch gegenüber konkreten Anliegen im Bereich des Naturschutzes, des Landschaftsschutzes und des Heimatschutzes offen. Auch da sind wir bestrebt, dem Willen des Stifters gerecht zu werden.


**Meisterkonzerte Ein Zyklus mit dem Beaux Arts Trio sowie Krystian Zimerman und Andras Schiff**

«Die Stiftung Werner Amsler hat eine bedeutungsvolle Ankündigung zu machen, die gewiss alle Musikfreunde in unserer Region begeistern wird.» Dies verkündete Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel vergangene Woche im Stadttheater. Es sei der Werner-Amsler-Stiftung erfreulicherweise gelungen, die Crème de la Crème – das heisst die absolute Elite unter den internationalen Stars -nach Schaffhausen zu verpflichten, berichtete die Vorsteherin des Bildungsdepartementes ihrer Eigenschaft als Mitglied des Stiftungsrates stolz.
Am 2. September dieses Jahres tritt das Beaux Arts Trio – laut Rosmarie Widmer Gysel seit Jahrzehnten als das führende Klaviertrio schlechthin angesehen – in der Kirche St. Johann auf. Am 11. September kommt der polnische Pianist Krystian Zimerman nach Schaffhausen. Über die Einzelheiten seines Programms wird zurzeit noch verhandelt. Am 23. September wird schliesslich der ungarische Pianist Andras Schiff den erstmalig in dieser Form veranstalteten Zyklus mit Werken von Franz Schubert abschliessen.

#Aktivitas

29. Januar 2008 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Dr. med. Albert Sonderegger v/o Chiron aktiv 1960

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Gedenkfeier findet am kommenden Freitag, 01. Februar 2008 um 14.30 Uhr im Münster zu Allerheiligen statt.

Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 20.Februar 2008 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

26. Januar 2008 | Umstrittener Lift im Altbau der Kanti bald in Betrieb

Schaffhauser Nachrichte, Region
(ek)

Der umstrittene neue Lift im Altbau der Kantonsschule soll nach den Sportferien in Betrieb genommen werden. Das antwortet die Regierung auf eine Kleine Anfrage von Kantonsrätin Martina Munz (SP, Hallau). Mit ihrem Vorstoss hatte Munz den Einbau des Lifts, gegen den sich die Kantonsschullehrer mit einer Petition gewehrt hatten, verhindern wollen. Die Antworten der Regierung auf die Kleine Anfrage sind damit nicht mehr als eine nachträgliche Rechtfertigung des bereits realisierten Lifts. So erklärt die Regierung, es seien verschiedene Varianten geprüft worden, die aber aus finanziellen oder denkmalpflegerischen Gründen nicht in Frage gekommen seien. Deshalb habe man sich für die Variante vor dem Eingang der Aula entschieden.
Feuerpolizei wie Heimatschutz hätten keine Einwände gehabt, die kantonale Denkmalpflege habe unabhängig das Vorhaben beurteilt, auch wenn der Kanton der Bauherr gewesen sei, und habe das Projekt optimiert. Als Begründung, dass eine andere Variante nicht geprüft und schon gar nicht gebaut werden könne, gibt die Regierung an, dass bei der Einreichung der Kleinen Anfrage die Bauarbeiten bereits im Gange gewesen seien.

#Notizen zu Namen

25. Januar 2008 | Ersparniskasse behauptet sich gut

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Zwar konnte die Ersparniskasse Schaffhausen das Rekordergebnis vom letzten Jahr nicht wiederholen. Trotzdem zeigte sich Verwaltungsratspräsident Jürg P. Spahn bei der gestrigen Bekanntgabe der Jahreszahlen 2007 zufrieden: «Mit einem Jahresgewinn erstmals über der 2-Millionen-Grenze und einer nachhaltig gewachsenen Bilanzsumme haben wir ein erfolgreiches sowie bezüglich der getroffenen Strategieentscheide ein intensives Jubiläumsjahr hinter uns», resümiert Spahn das Geschäftsjahr. Auf den zurücktretenden Verwaltungsrat Heinz Baumgartner folgt Urs Heierle.

**Wichtige strategische Entscheide**
Spahn nannte drei vom Verwaltungsrat getroffene strategische Entscheide zur zukünftigen Stärkung der Ersparniskasse Schaffhausen:
So werde per Ende des Geschäftsjahres 2008 die Mitgliedschaft bei der Clientis-Gruppe gekündigt. Nicht erfüllte Synergien, namentlich auf der Kostenseite, hätten zu diesem Entscheid geführt. Durch , die Clientis-Dachmarkenstrategie habe auch die Ersparniskasse Schaffhausen zunehmend an Identität verloren. Die «Uniformierung» habe zudem bei der Kundschaft zu Verwirrung und Verwechslung mit anderen Clientis-Banken in Schaffhausen geführt. «Wir wollen uns auf unsere Werte besinnen und unsere Eigenständigkeit betonen», begründet Spahn die Rückkehr zum ursprünglichen Marktauftritt der Ersparniskasse.
Zur Stützung der erfolgreichen Wachstumsstrategie im Zürcher Weinland werde die Ersparniskasse im Raum Andelfingen eine Filiale eröffnen. Der genaue Standort. werde im Frühjahr bekanntgegeben.
Überdies werde die Regionalbank die Dienstleistungen in der Anlageberatung und die Anlageprodukte gezielt ausbauen, dies nachdem dieser erfolgreiche Geschäftszweig bereits 30 Prozent zum Ertrag beisteuere.

**Tieferer Bruttogewinn**
Gemäss Bankdirektor Edgar Mittler haben ein höherer Sachaufwand von 2,7 Mio. Franken sowie eine leicht tiefere Zinsmarge zu einem um 200000 Franken oder 3,4 Prozent tieferen Bruttogewinn von 5,8 Mio. Franken geführt. «Unsere Hauptertragsquelle bildet das Zinsgeschäft», betonte Mittler. Dort hätten die 2007 erfolgte Zinserhöhung auf Sparguthaben sowie die Umschichtungen bei den Spargeldern zu einer tieferen Zinsmarge geführt. Dies konnte mit mehr Krediten nahezu kompensiert werden.
Der Erfolg aus dem Kommissionsund Dienstleistungsgeschäft erhöhte sich um 15,3 Prozent-auf 2,6 Mio. Franken. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft reduzierte sich als Folge mangelnder Aktienkursgewinne um 0,2 Mio. auf 718 Mio. Franken. Der Sachaufwand erhöhte sich wegen steigender IT-Kosten um 12,3 Prozent auf 2,7 Mio. Franken, während der Personalaufwand auf 2,8 Mio. Franken verharrte. Dank eines reduzierten Wertberichtigungsbedarfs erreichte der Jahresgewinn erstmals gut 2 Mio. Franken. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 20Prozent sowie die Überweisung von 100000 Franken an die Hülfsgesellschaft Schaffhausen.
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,98 Prozent auf 490 Mio. Franken. Kundengeldern von 357,9 Mio. Franken stehen Kundenausleihungen von 450,6 Mio. Franken gegenüber. Die Refinanzierung erfolge über Pfandbriefdarlehen und liquide Mittel.

#Notizen zu Namen

19. Januar 2008 | Parkhaus an der Schifflände eröffnet

Schaffhauser Nachrichten, Region
Jan Hudec

«Wir sind mächtig stolz», freuten sich die beiden Architekten und Erbauer des Parkhauses Schifflände, Renato Zarotti und Heinz Ulmer, «dass es uns nach 20 Jahren und vielen Gesprächen mit Anwohnern und Anwälten endlich gelungen ist, dieses Projekt zu realisieren.» Lange hätten sie Leute, die sich über den Stand des Projekts erkundigt hätten, vertrösten müssen, doch nun sei ihr Traum Realität geworden.
Mit seinen 58 öffentlichen Parkplätzen – im zweiten Stock hat es für den privaten Gebrauch noch einmal so viele Einstellplätze – sei das neue Parkhaus, verglichen mit derartigen Bauten in Zürich, doch eher ein Parkhüüsli, meinte Ulmer schmunzelnd. Bei der gestrigen Eröffnungsfeier wurde das rund 14 Millionen Franken teure Gebäude der Parkhaus-Herrenacker AG übergeben, in deren Namen Verwaltungsratspräsident Gerold Bührer anwesend war. Ulmer und Zarotti übergaben Bührer symbolisch eine Torte, die mit einer Marzipannachbildung des Parkhausschilds bedeckt war, auf dem geschrieben stand: «Immer besetzt». Ulmer merkte daraufhin noch an, dass die Aktien der Parkhaus-Herrenacker AG nun rasant in die Höhe steigen würden.
Bührer bedankte sich bei den Architekten und meinte sodann, dass er von Auswärtigen immer wieder auf die schöne Altstadt angesprochen werde, die Schaffhausen zu bieten habe. Was allerdings auch immer wieder erwähnt werde, sei der Umstand, dass Schaffhausen viel zu wenig aus dem Rhein mache. Der Umbau des Güterhofs, die Umgestaltung des Freien Platzes und auch das neue Parkhaus würden nun endlich Leben an den Rhein bringen.
«Da die Parkplätze am Freien Platz wegen der Bauarbeiten demnächst wegfallen und da auch zusätzliche Geschäftsaktivität entsteht», sagte Bührer, «bin ich überzeugt, dass die Parkplätze gut belegt sein werden.» Seinen Dank richtete er auch an die Behörden, die hinter dem Projekt gestanden seien, und nicht zuletzt auch an die Aktionäre für ihre finanzielle Unterstützung. «Ich hoffe, dass wir auch dem Kunden einen Nutzen stiften können.» Die Tarife seien ein wenig günstiger als im Parkhaus Herrenacker, da man an der Schifflände etwas weiter weg vom Zentrum sei. Bührer versprach zudem, dass die Parkhaus-Herrenacker AG die Preise stabil halten wolle. «Ich hoffe, dass wir in ein bis zwei Jahren sagen können: ‹Es hat sich für alle gelohnt›», meinte Bührer abschliessend. Die erste Kundin des neuen Parkhauses, Claudia Kunz, wurde dann noch von Bührer begrüsst und mit einem Blumenstrauss beschenkt.

Die Architekten und Erbauer Renato Zarotti und Heinz Ulmer (v.l.) bei der feierlichen Übergabe des Parkhauses Schifflände an Gerold Bührer.
Bild Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

17. Januar 2008 | Der Gemeindepräsident von Fluringen tritt zurück

17.01.08
Schaffhauser Nachrichten, Region
(J. R.)

**Christoph Waldvogel: Rücktritt Ende Juni**

Christoph Waldvogel, der Gemeindepräsident von Flurlingen, tritt Ende Juni 2008 von seinem Amt zurück. Dies teilte er gestern an der Hilari-Gemeindeversammlung mit. Ein entsprechendes Rücktrittsgesuch ist vom Bezirksrat Andelfingen gutgeheissen worden, obwohl im Kanton Zürich der Amtszwang gilt. Waldvogel gehörte dem Gemeinderat zehn Jahre lang an. Zuvor hatte er seit Jahren weitere öffentliche Ämter ausgeübt. Vor zwei Jahren hatte er sich bloss für eine weitere Kandidatur entschlossen, weil alle anderen Mitglieder des Gemeinderates Neulinge waren. Mittlerweile hat sich das neue Gremium formiert und eingearbeitet. Für ihn sei deshalb jetzt die Zeit zum Rücktritt gekommen, meinte er.

18.01.08
Schaffhauser Nachrichten, Weinland
(J. R.)

**Zwei Budgets, ein Rücktritt und der Hilari**

*Eine Gemeindeversammlung in Flurlingen hat den Voranschlag gutgeheissen und vom Rücktritt von Gemeindepräsident Christoph Waldvogel Kenntnis nehmen müssen.*

Im Ausseramt ticken die Uhren anders – jedenfalls, wenn die Zeit des Hilari gekommen ist. Zwar sind, wie andernorts, die Gemeindeversammlungen im allgemeinen eher bescheiden besucht, die traditionelle Hilari-Gemeindeversammlung wird jedoch, wie am Mittwochabend, geradezu von Teilnehmerinnen und Teilnehmern überschwemmt. Sogar, wenn nicht unbedingt spektakuläre Traktanden anstehen, wie der Voranschlag 2008.
Allerdings bieten die Hilari-Gemeindeversammlungen, wohl das Geheimnis der unübertroffenen Attraktivität, auch etwas mehr: Wein wird ausgeschenkt, Schlüferli werden gereicht, und die «Heisler» warten mit einer Schnitzelbank auf und erinnern gereimt an besondere dörfliche Begebenheiten – da entweicht politische Brisanz aus dem Saal wie die Luft aus dem angestochenen Luftballon.
Brisanz? Nun, immerhin provozierte das Budget 2008 der Politischen Gemeinde eine ganze Reihe von kritischen Fragen (namentlich auch nach der Zunahme der Alimentenbevorschussungen), aber letztlich passierte das Zahlenwerk problemlos und abgestützt von rund 170 Stimmberechtigten. Einen leisen Vorwurf, es müsse mehr gespart werden, konterte Gemeindepräsident Christoph Waldvogel mit der Feststellung, dass die Gemeinde den Gürtel seit Jahren eng schnalle und dass die Fremdverschuldung markant abgebaut werden konnte.
Finanzvorstand Stefan Hofstetter wies überdies auf die gesetzlichen Gegebenheiten hin, die – wie bei den Alimenten – die Gemeinden eben auch zu Ausgaben zwingen. So schlecht, das verdeutlichte der Voranschlag, steht die Gemeinde auch gar nicht da. Der Gesamtsteuerfuss bleibt bei 117 Prozent, jener der Politischen Gemeinde bei 48 Prozent, und damit prognostiziert das Budget einen Aufwandüberschuss von 233000 Franken, der durch das Eigenkapital gedeckt wird. Die Flurlinger Investitionsrechnung sieht Nettoinvestitionen von 693000 Franken vor. Massgebliche Summen sind vorgesehen für die Sanierung eines Kugelfangs, für ein neues Kommunalfahrzeug und für die Sanierung des Eisenstegs. 205000 Franken wird die Sanierung der Häglibachquelle kosten, wobei darüber im März noch abgestimmt wird. Zu Beginn der Versammlung hatte Gemeindepräsident Christoph Waldvogel die Verdienste des kürzlich verstorbenen Ruedi Bührer gewürdigt, der als «gewissenhafter Journalist» über die Gemeinde und auch über die Gemeindeversammlungen berichtet hat.
Keinerlei Diskussionen löste die von Schulpräsident Gino Pangione geleitete Gemeindeversammlung der Primarschule aus. Einziges Traktandum auch hier der Voranschlag 2008, der einen Aufwandüberschuss von 139000 Franken vorsieht. Allerdings wird hier der Steuerfuss von 46 auf 45 Prozent gesenkt, wie Finanzvorständin Doris Tempini erläuterte. Dahinter steckt der «Tausch» eines Steuerprozents mit der Oberstufe. Die Investitionsrechnung sieht Ausgaben von 260000 Franken vor, 200000 Franken davon sind für den geplanten Mittagstisch im Kindergarten «Usser Gründen» vorgesehen.
Allerdings: Vergleichbar mit den Vorjahreswerten ist der Voranschlag der Schule nur sehr bedingt, weil wesentliche Grundlagen (unter anderem durch das neue Volksschulgesetz) geändert worden sind – etwa auch der von «Bern» initiierte Rückzug der IV aus der Finanzierung der Sonderschulung. Bleibt anzumerken, dass die Primarschulgemeinde trotz reduziertem Steuerfuss mit höheren Steuererträgen (1,35 Millionen) rechnet als im Budget 2007 (1,31 Millionen) vorgesehen. Die Gunst steigender Steuereingänge kann natürlich auch die Politische Gemeinde in Anspruch nehmen. Es steht nicht so schlimm um Flurlingen – und schon gar nicht an den verrückten Hilari-Tagen.

**Rücktritt**
Gemeindepräsident Christoph Waldvogel scheidet Ende Juni aus dem Amt
(er.)

Rücktritte von Behördemitgliedern während der laufenden Amtsperiode sind im Kanton Zürich die Ausnahme, denn hier gilt der Amtszwang. Was heisst: Wer sich für ein Amt wählen lässt, hat es grundsätzlich auch bis zum Ende der Amtsperiode zu erfüllen. An der Hilari-Gemeindeversammlung allerdings hat Gemeindepräsident Christoph Waldvogel seinen Rücktritt auf Ende Juni angekündigt – also scheidet er mitten in der laufenden Legislatur aus. Und: Der dafür zuständige Bezirksrat hat das Rücktrittsgesuch gutgeheissen. Es ist demnach definitiv. Waldvogel wird, wie er schmunzeln verkündete, am 1. Juli 2008 zwar nicht mehr im Amt sein, aber «auch wenn mein Name Christoph ist, bin ich am 1. 7. nicht in der Opposition».
Dass der Rückzug derart schlank über die Bühne geht, hatte seinen Grund: Schon 2006 hat Waldvogel verkündet, nur «notfalls» nochmals zu kandidieren, nämlich dann, wenn kein anderer Kandidat gefunden werden könne. Es konnte nicht, Waldvogel musste antreten – und einen völlig erneuerten Gemeinderat über die ersten Hürden leiten und in die politischen Geschäfte einführen. Dieses ausserordentliche Engagement im Dienste des Gemeinwohls hat der Bezirksrat offensichtlich gewürdigt und deshalb den Rücktritt erlaubt. Denn das Gremium hat schnell Fuss gefasst und sich gefunden.
Nun allerdings steht Flurlingen eine ausserordentliche Wahl bevor beziehungsweise sogar zwei. Für den scheidenden Christoph Waldvogel muss ein neues Mitglied des Gemeinderates gewählt werden plus ein Gemeindepräsident, wobei zum Präsidenten nur ein Mitglied des Gemeinderates oder ein auch dafür nominierter Kandidat gewählt werden kann. Wahlvorschläge sind bis zum 5. März dem Gemeinderat Flurlingen einzureichen. Sollte letztlich bloss ein Kandidat beziehungsweise eine Kandidatin bleiben, ist auch eine stille Wahl (also eine Wahl ohne Urnengang) möglich.

29.02.08
Schaffhauser Nachrichten, Weinland
(J. R.)

**«Mein Amt war selten eine Last»**

*Nach zehn Jahren als Gemeindepräsident von Flurlingen und vielen Jahren in anderen öffentlichen Funktionen zieht sich Christoph Waldvogel aus der Politik zurück.*

Einmal ist genug – das versteht jeder. Zumal, wenn das «genug», der Not gehorchend und nicht dem eignen Triebe, bereits revidiert werden musste. Vor zwei Jahren nämlich wollte der Flurlinger Gemeindepräsident bereits von seinem Amt zurücktreten beziehungsweise sich nicht mehr für eine Kandidatur zur Verfügung stellen. Pech für ihn: Genau das wollten auch sämtliche anderen Mitglieder des Gemeinderates. Eine Gemeinde ohne ein einziges erfahrenes Gemeinderatsmitglied? Eine Gemeinde, in der lauter Neulinge die wichtigsten politischen Ämter bekleiden? «Das konnte ich nicht verantworten», sagt Waldvogel.
Deshalb ist er nochmals angetreten – und diese besondere Situation ermöglicht ihm nun den vom Bezirksrat gebilligten Rücktritt auf Ende Juni als Gemeindepräsident und Gemeinderat. Denn im Kanton Zürich herrscht eigentlich der «Amtszwang» – eine Amtsperiode muss grundsätzlich zu Ende geführt werden. Nur bei triftigen Gründen kann ein Rücktritt während der Amtsdauer erfolgen – manchmal gegen den Willen des Amtsinhabers notabene.
Aber das kann man bei Waldvogel nun wirklich nicht behaupten, der Mann hat auch Standfestigkeit bewiesen in öffentlichen Ämtern, die Pflicht ; an der Gemeinschaft mehr als nur erfüllt. Er war lange Jahre in der Gesundheitsbehörde, er war – ein besonders forderndes Amt – vier Jahre Fürsorgepräsident, er feiert dieses Jahr das «Zehnjährige» als Gemeindepräsident. «Jetzt ist es genug», sagt Christoph Waldvogel, und der hauptamtliche Treuhänder/Immobilienverwalter und nebenamtliche Lehrer (bei Gastro Zürich) hofft, künftig seine Hobbys intensiver pflegen zu können: vermehrt mit dem Motorrad ausfahren und reisen, fotografieren, wieder mehr Sport treiben, holzen. «Es wird mir nicht langweilig», meint Waldvogel.
Aber Vorsicht, diese «Amtsmüdigkeit» ist eine aussergewöhnlich gelassene, sozusagen eine erfüllte und befriedigende, von «Abnützung», Frustration oder Überdruss ist nichts, aber auch gar nichts zu spüren. «Das Amt als Gemeindepräsident», stellt Waldvogel denn auch fest, «war mir selten eine Last.»
Flurlingen, nun ja, ist auch nicht gerade der Hauptkrisenherd der Region oder ein Brennpunkt sozialer oder wirtschaftlicher Probleme. Eher ruhig geht es in dieser Gemeinde zu und her, in der der Begriff «Schlafgemeinde» keineswegs abwertend verstanden wird, sondern von Lebensqualität zeugt. Aber nur Friede, Freude, Wohlwollen und liebliches Mit- und Nebeneinander?
Natürlich nicht. Auch Flurlingen kennt seine Auseinandersetzungen, Streit zwischen Nachbarn, Interessenkonflikte, auch hier beklagen und beschweren sich die Bürger beim Gemeindepräsidenten, der allerdings gelernt hat, auch laute Worte gelassen hinzunehmen. «Die Menschen müssen ihren Frust abladen können», sagt der scheidende Gemeindepräsident, und wo könnten sie es besser als beim ruhig wirkenden, humorvollen, väterlichen «Oberhaupt», das sich offensichtlich nicht (mehr) so schnell aus der Ruhe bringen lässt.
Ein gradliniger Mensch – so kommt Christoph Waldvogel daher, und deshalb sagt er auch, dass «Probleme nicht unter den Tisch gewischt werden dürfen, sondern angesprochen und gelöst werden müssen». Mit dieser Devise ist er gut gefahren, und sie hat sich positiv auf die Entwicklung ausgewirkt. Flurlingen ist eine prosperierende Gemeinde mit, wiewohl «Schlafgemeinde», intakter Identität und funktionierendem Dorfleben. Die Infrastruktur ist gebaut, auf einem guten Stand – man hinterlässt den Nachkommen weder Versäumnisse noch unbezahlbare Aufgaben.
Vor zwei Jahren sah es Waldvogel als Verpflichtung an, nochmals ‘anzutreten. Jetzt kann man sagen, er habe seine Verpflichtung gegenüber der Gemeinde, der Öffentlichkeit, wahrhaftig erfüllt. Der Mann kann gehen – und dies durchaus mit einem gewissen Stolz, obschon Christoph Waldvogel das natürlich selbst nie so formulieren würde.


#Notizen zu Namen

17. Januar 2008 | Finanzmarktaufsicht: Sieben Verwaltungsräte gewählt

Schaffhauser Nachrichten
(sda)

Institutionen zusammengeführt
In der neuen integrierten Finanzmarktaufsichtsbehörde werden die EBK, die Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei und das Bundesamt für Privatversicherungen (BPV) zusammengeführt. Definitiv startet die FINMA am 1. Januar 2009, wenn auch das dazugehörige Gesetz vollständig in Kraft tritt.
Neben Präsident Haltiner wurden in den Verwaltungsrat gewählt: Vizepräsident Peter V. Eckert (Mitglied der EBK), Anne Héritier Lachat (Mitglied der EBK), Charles Pictet (Mitglied der EBK), Sabine Kilgus (neu Mitglied der EBK), Bruno Porro (früherer Chief Risk Officer der Schweizerischen Rückversicherungsgesellschaft) und Professor Jean-Baptiste Zufferey (Vizepräsident der EBK).

Für vier Jahre gewählt
Der für vier Jahre gewählte Verwaltungsrat wird im Sommer mit anschliessender Genehmigung durch den Bundesrat den Direktor oder die Direktorin der FINMA wählen. Der Posten wurde Mitte Dezember 2007 ausgeschrieben. Im Herbst wird der Bundesrat den Verwaltungsrat mit zwei weiteren Mitgliedern komplettieren.
Die FINMA wacht darüber, dass die Finanzbranche die sie betreffenden Gesetze einhält. Ein starker Finanzplatz brauche auch eine starke Aufsicht, sagte Bundesrat Hans-Rudolf Merz vor den Medien. Wichtig sei dabei die «internationale Ausstrahlung»: Die immer komplexer werdenden Finanzsysteme machten nicht Halt vor den Landesgrenzen, wie die jüngsten Turbulenzen zeigten.

Fachkunde und Praxisnähe
Laut Merz legte der Bundesrat das zentrale Augenmerk bei der Wahl des Verwaltungsrates auf Fachkunde und Praxisnähe. Alle Branchenbereiche seien abgedeckt, auch die Wissenschaft vertreten. Ebenso erfüllt sei die gesetzliche Auflage einer angemessenen Vertretung der beiden Geschlechter.
Der zu 100 Prozent ausgelastete VR-Präsident erhält eine Jahrespauschale von 320 000 Franken. Der Vizepräsident mit einem Pensum von 35 Prozent wird mit 100 000 Franken entschädigt. Die übrigen Mitglieder bekommen für eine Arbeitsbelastung von 25 Prozent je 80 000 Franken.
Jene Verwaltungsratsmitglieder, die 2008 auch noch der EBK angehören, erhalten nur die neue FINMA-Jahrespauschale. Eine Doppelentschädigung im Übergangsjahr wäre nach Ansicht des Bundesrates nicht gerechtfertigt.

#Notizen zu Namen

29. Dezember 2007 | Rorschach-Test: Sag mir, was du siehst – und ich sag dir, wer du bist

Tages-Anzeiger
Guido Kalberer

«Ich will nie mehr nur Bücher lesen, sondern Menschen», schreibt der 22-jährige Student am 18. Februar 1906 an seine Schwester Anna. Das
Interessanteste in der Natur sei doch die menschliche Seele. Der in Zürich geborene und in Schaffhausen aufgewachsene Hermann Rorschach (1884–1922) studierte Medizin mit dem Ziel, Psychiater zu werden. In den beiden letzten Semestern hörte er Vorlesungen bei Eugen Bleuler zur allgemeinen und speziellen Psychiatrie und psychiatrischen Klinik und bei C.G. Jung zur Psychopathologie der Hysterie. Nach Zwischensemestern in Berlin und Bern schloss Rorschach sein Studium 1909 an der Universität Zürich mit dem Staatsexamen ab. Ein Jahr später heiratete er die russische Studienkollegin Olga Stempelin, mit der er zwei Kinder hatte. Der Versuch, sich 1913 in Russland eine Existenz als Ärztepaar aufzubauen, scheiterte.

Kurze Karriere, früher Tod
Es gab in der deutschsprachigen Schweiz kaum eine psychiatrische Anstalt, an der Hermann Rorschach nicht gearbeitet hat: Von der «Thurgauischen Irrenanstalt Münsterlingen» führte seine kurze Karriere über die «Bernische Kantonale Irrenanstalt Waldau» bis zur «Appenzell-Ausserrhodischen Heil- und Pflegeanstalt» in Herisau, wo er 38-jährig an den Folgen einer zu spät erkannten Blinddarmentzündung gestorben ist. Heute erinnert an Rorschach bloss noch das weltberühmte Testverfahren und der seit 50 Jahren in Bern aufbewahrte wissenschaftliche Nachlass «Archiv und Sammlung Hermann Rorschach».
Angeregt von der psychoanalytischen Assoziationslehre wollte Rorschach anhand zufälliger Tintenbilder erfahren, wie die Patienten die so genannten «Klecksografien» wahrnehmen und interpretieren. Die spontanen Reaktionen liessen in seinen Augen auf die mentale und psychische Konstitution der Betrachter schliessen. Es ging Rorschach nicht primär darum, was in die Bilder hineingelesen wurde, sondern um die Fragen: Werden die Kleckse als Ganze oder in Teilen erfasst? Und ist die Antwort durch die Form der Kleckse allein oder auch durch die Farbe bestimmt? Diese neue Methode und die damit einhergehende Problematik waren auch Thema einer Studie, die 1921 dank der Hilfe des einflussreichen Berner Psychiaters Walter Morgenthaler erschienen ist unter dem etwas länglichen Titel «Psychodiagnostik. Methodik und Ergebnisse eines wahrnehmungsdiagnostischen Experiments (Deutenlassen von Zufallsformen)». Sein erstes bedeutendes Werk sollte jedoch bereits sein Vermächtnis sein: Nur Monate nach dessen Publikation verstarb Rorschach.

Siegel der Objektivität
Eine Kabinettausstellung in der Berner Universitätsbibliothek führt nun mittels sorgfältig ausgewählter Fotografien, Briefe, (kopierter) Klecksbilder und Zeichnungen in das Leben und Werk von Rorschach ein. Auf kleinem Raum entsteht so ein Bild dieses im deutschsprachigen Raum kaum, in den USA und Japan umso mehr angesehenen und rezipierten Psychiaters – eines Forschers, dessen Neugier nicht gezügelt wurde durch die wissenschaftlichen Fachgrenzen. Der Untertitel der Schau macht deutlich, in welchem Spannungsfeld sich die Psychologie und die Psychiatrie jener Zeit bewegten: «Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition». Wie schon Sigmund Freud war auch Rorschach darauf bedacht, seine Einsichten in die menschliche Wahrnehmungs- und Vorstellungswelt mit dem Siegel der Objektivität zu versehen. Alles andere wäre ihm zu wenig gewesen in einer Zeit, die vom unaufhaltsamen Siegeszug der Naturwissenschaften geprägt war.

Die für die Ausstellung verantwortliche Psychologin Rita Signer verfasste auch eine lesenswerte Broschüre zum Thema. Darin räumt sie den Kontrahenten von Hermann Rorschach gebührend Platz ein – insbesondere Szymon Hens, der bereits 1917 seine Doktorarbeit «Phantasieprüfungen mit formlosen Klecksen bei Schulkindern, normalen Erwachsenen und Geisteskranken» am Burghölzli eingereicht hat. Stärker als Rorschach, der sich mit formalen Kriterien wie Ganz- oder Detaildeutung, Form-, Farb- und Bewegungseinflüssen beschäftigte, interessierte Hens die Frage, was die Betrachter tatsächlich auf den Bildern sahen. Signer geht davon aus, dass die Publikation von Hens Hermann Rorschach zu den weiteren Forschungen angeregt hat. Dass dieser wiederum andere Psychiater beeinflusste, zeigt die Berner Ausstellung mit den formschönen Tintenklecksen des deutschen Arztes Georg A. Roemer. Diese Arbeiten, die Rorschachs Erbe nach dessen frühem Tod weiterführen sollten, belegen, dass sich damals eine regelrechte Klecksszene herausgebildet hat.

Spitzname Klex
Die Ausstellung, die vor allen Dingen historisch interessant und aufschlussreich ist, hält sich mit Aussagen über Sinn und Zweck des «Formdeutversuchs» (Rorschach) angenehm zurück. Kritischen Besuchern sei empfohlen, das Werk des Psychiaters losgelöst von der damals üblichen Anbindung an die Gesetze der Naturwissenschaft zu betrachten. Dass der subjektive Faktor im Leben und Werk Hermann Rorschachs eine weitaus grössere Rolle gespielt hat als bisher angenommen, mag ein Detail illustrieren: Schaut man sich die Innenseite der Mütze an, welche der Schaffhauser Kantonsschüler als Mitglied der Studentenverbindung «Scaphusia» trug, entdeckt man den Namen Klex. Wenn das kein Omen war…

**Ausstellung «Hermann Rorschach. Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition»**

Die Universitätsbibliothek Bern nimmt das fünfzigjährige Bestehen des von ihr betreuten Rorschach-Archivs zum Anlass, Leben und Werk des Forschers und Arztes Hermann Rorschach (1884-1922) mit Exponaten aus dessen Nachlass anschaulich zumachen. Hermann Rorschach wurde mit seinem später nach ihm benannten psychodiagnostischen Test weltberühmt. Dass sich seine Forschungsinteressen auch auf andere Gebiete erstrecken, ist weitgehend unbekannt. Die Ausstellung orientiert sich an den Stationen seines kurzen Lebens und verzichtet bewusst darauf, Werk und Biografie trennen.

Universitätsbibliothek Bern, Zentralbibliothek, Ausstellungsraum, Münstergasse 63, 3000 Bern 8. – 6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2007
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr, Sa 8 bis 12 Uhr.

Ausstellungsraum der Zentralbibliothek:
6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2008
Öffnungszeiten Mo bis Fr, 8 bis 19 Uhr Sa, 8 bis 12 Uhr

**Ausstellung «Hermann Rorschach. Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition»**
*Medientext*

Website Archiv und Sammlung «Hermann Rorschach»

Der Rorschach-Test wurde weltberühmt. Sein Schöpfer, der Schweizer Psychiater Hermann Rorschach, blieb jedoch ein Unbekannter. Die Universitätsbibliothek Bern nimmt das fünfzigjährige Bestehen des von ihr betreuten Rorschach-Archivs zum Anlass, Leben und Werk des jung verstorbenen Forschers und Arztes in einer Ausstellung zu zeigen. Diese präsentiert eine vielseitig interessierte und künstlerisch begabte Persönlichkeit.

Wer mit dem Namen Rorschach nicht die Stadt am Bodensee, sondern den berühmten psychodiagnostischen Rorschach-Test verbindet, kennt sicher das hervorstechendste Merkmal im Schaffen des Schweizer Psychiaters Hermann Rorschach (1884-1922). Die vielseitige Person, die sich hinter dem Ruhm des Testverfahrens verbirgt, dürfte allerdings nur wenigen bekannt sein.
Ein Grossteil des Nachlasses von Hermann Rorschach gelangte in den vergangenen Jahren durch Schenkung der Kinder in das von der Universitätsbibliothek Bern betreute Rorschach-Archiv. Dadurch kann erstmals Einblick in die Weite des Denkens und Forschens, aber auch in die künstlerischen Seiten von Rorschachs Persönlichkeit genommen werden.
2007 feiert das Archiv und Sammlung Hermann Rorschach sein fünfzigjähriges Bestehen, ein willkommener Anlass, dem mit erst 38 Jahren verstorbenen Psychiater eine Ausstellung zu widmen. Die Ausstellung orientiert sich an den Stationen seines kurzen Lebens und verzichtet bewusst darauf, Werk und Biografie zu trennen.

Zum Leben von Hermann Rorschach
Kindheit und Jugend
Hermann Rorschach wird am 8. November 1884 in Zürich als Sohn eines Zeichenlehrers geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in Schaffhausen. 1897 verlieren er und seine beiden jüngeren Geschwister die Mutter, 1903 stirbt der Vater nach längerer Leidenszeit.

Studium
Nach Abschluss der Schule 1904 nimmt Hermann Rorschach sein Studium an der Académie de Neuchâtel auf, im Herbst 1904 beginnt er ein Medizinstudium an der Universität Zürich. Er verkehrt in russischen Studentenkreisen und lernt Russisch. Nach Zwischensemestern in Berlin und Bern schliesst er im Februar 1909 sein Studium in Zürich ab.

Münsterlingen
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Russland tritt Hermann Rorschach im Sommer 1909 eine Assistentenstelle in der Thurgauischen Irrenanstalt Münsterlingen an. 1910 heiratet er seine russische Studienkollegin Olga Stempelin. Mit einer Dissertation über Reflexhalluzinationen promoviert er 1912 bei Eugen Bleuler. Im Zusammenhang mit dieser Arbeit macht er die ersten Versuche mit Tintenklecksen.

Russland – Waldau
Ende 1913 verlässt Hermann Rorschach mit seiner Frau die Schweiz, um sich in Russland als Psychiater niederzulassen. Die dort vorgefundenen Arbeitsbedingungen entsprechen jedoch seinen Vorstellungen nicht. Im Sommer 1914 kehrt er wieder in die Schweiz zurück und nimmt eine Assistentenstelle an der Bernischen Kantonalen Irrenanstalt Waldau bei Bern an.

Herisau – Zufallsbilder
Im Herbst 1915 wird Hermann Rorschach als Sekundararzt an die Appenzell-Ausserrhodische Heil- und Pflegeanstalt in Herisau gewählt. Zwei Jahre später widmet er sich wieder Klecksversuchen. Die Ergebnisse dieser jahrelangen Versuche mit Zufallsbildern werden im Juni 1921 unter dem Titel «Psychodiagnostik» publiziert.
1917 wird die Tochter Lisa geboren, 1919 der Sohn Wadim. Erst 38-jährig stirbt Hermann Rorschach acht Monate nach der Veröffentlichung seines später weltbekannten Tests am 2. April 1922 an den Folgen einer zu spät diagnostizierten Blinddarmentzündung.

Zufallsbilder und Rorschach-Test
Zufallsbilder haben in der Kunst eine lange Tradition und seit einigen Jahren im kunsthistorischen Diskurs Konjunktur. Dabei wird regelmässig auf den Rorschach-Test verwiesen. Bereits seit der Renaissance haben Zufallsbilder Künstler fasziniert und inspiriert: Leonardo da Vinci erläutert in seinem Traktat von der Malerei, dass man sich durch Anschauen von Gemäuer mit Flecken zu Bildern inspirieren lassen kann. Im 18. Jahrhundert stellt der englische Kunstpädagoge und Landschaftsmaler Alexander Cozens eine Klecksmethode zum Entwerfen von Landschaftsbildern vor. Im 19. Jahrhundert spielt der englische Landschaftsmaler Turner gezielt mit dem Zufall.
Die in der Ausstellung konzipierten Lebensstationen Hermann Rorschachs widmen sich unter anderem seiner Kindheit, Jugend und Studienzeit, veranschaulichen seine ersten wissenschaftlichen Erfahrungen in der Psychoanalyse, dokumentieren die Aufenthalte in Russland und zeigen seine spätere Forschungsarbeit mit den Zufallsbildern, die als Grundlage zum Rorschach-Test dienen. Anhand von Fotografien, Zeichnungen, Manuskripten und Korrespondenzen wird nicht nur die Vielfalt seines wissenschaftlichen Werks, sondern auch die vielen Facetten der Persönlichkeit von Hermann Rorschach aufgezeigt.

*Kontakt: Rita Signer, Leiterin von Archiv und Sammlung Rorschach, Dalmazirain 11, 3005 Bern
Telefon 031 351 27 02, rita.signer@ub.unibe.ch.
Christine Felber, Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsbibliothek Bern, Münstergasse 61, 3000 Bern 8
Telefon 031 631 92 56, Fax 031 631 92 99, E-Mail christine.felber@ub.unibe.ch, www.ub.unibe.ch
Nähere Informationen zur Ausstellung
Ausstellungskonzept: Rita Signer, Leiterin von Archiv und Sammlung Hermann Rorschach und Fachreferentin für Psychologie und Psychiatrie an der Universitätsbibliothek Bern.
Ort: Universitätsbibliothek Bern, Zentralbibliothek, Ausstellungsraum, Münstergasse 61/63, 3000 Bern 8
Dauer: 6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2008
Vernissage: Mittwoch, 5. Dezember 2007, 18 Uhr (auf Voranmeldung)
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr, Sa 8 bis 12 Uhr
Veranstaltungen: Die Ausstellung begleiten Vorträge und Führungen (s. Begleitleporello)
Publikation: Rita Signer: Archiv und Sammlung Hermann Rorschach. Bern: Universitätsbibliothek Bern, 2007*

Universitätsbibliothek Bern

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19. Dezember 2007 | Stammbaum der Bierfamilien

Auf der Seite Bierfamilien kann neu der von %%NAME:893%% erstellte Stammbaum der Bierfamilien der Scaphusia heruntergeladen werden.

#Allgemeines

18. Dezember 2007 | Neuer Schlossherr ad interim

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
Mark Gasser

Der neue Schlossherr auf Schloss Laufen heisst Tomislav Babic und ist Geschäftsführer und Inhaber der RTM Hotels & Restaurants AG. Er wird in der kommenden Saison den Betrieb gemeinsam mit seinen drei Assistentinnen und Assistenten (Bankette, Service, Administration) im Restaurant führen. Das Frontmanagement hat sich damit geändert, die Pacht- und Besitzverhältnisse bleiben aber gleich. Dieselbe Betriebsgesellschaft CdM Schloss Laufen AG, deren Besitzergesellschaft CdM (Carlo de Mercurio) SA Lausanne ist, bleibt Pächterin.
Seit den Sechzigerjahren ist das Schloss, welches dem Kanton Zürich gehört, der Organisation aus Lausanne verpachtet mit dem Auftrag, ein Restaurant zu betreiben. Jugendherberge und Souvenirkiosk sind separat verpachtet. Die geplanten, aber lange hinausgezögerten baulichen Massnahmen bei der Schloss- und Tourismusinfrastruktur haben laut Babie und CdM-Geschäftsführer Reto de Mercurio zum jüngsten Entscheid geführt. In der Vorbauphase würden an die operative Führung hohe Anforderungen gestellt. Das Schloss habe ausserdem eine hohe emotionale Bedeutung für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden. Nachdem dieses Jahr der Managementauftrag an den Partner der CdM H&R SA in der Nordostschweiz, die RTM H&R AG, gegangen sei, werde nun die Führung der Restaurants Schloss Laufen bei RTM H&R zur Chefsache erklärt, wie die beiden Unternehmen gestern mitteilten. Babic bezeichnet die RTM H&R AG als Betrieb, der sehr stark lokal verankert ist. Unter anderem betreibt die Firma in Schaffhausen seit 1996 das Stammhaus der Brauerei Falken, das Restaurant «Falken», und die «Brasserie Bahnhof Schaffhausen», das ehemalige Bahnhofsbuffet.
Babic versichert, dass der Gastrobetrieb in den Restaurationsbetrieben Schloss Laufen ab März und bis zur Winterpause 2008 mit dem bisherigen Angebot aufrechterhalten wird. Verkaufsschlager wie der Ritterzmorge, der Füürtopf oder das Schlossfäscht sollen erhalten bleiben. Ausserdem verspricht er eine leichte Anpassung des Gastroangebotes hin zu mehr lokaler und Schweizer Kost.

«Der Kostenvoranschlag steht nun»
Im «neuen» Schloss Laufen, frühestens 2009, werde das Gastroangebot allerdings definiert durch den von der Zürcher Baudirektion und der Regierung geplanten Umbau, so Babic. Das Gastroangebot werde von Anpassungen im Schloss direkt mit beeinflusst. Mitunter müssen Räumlichkeiten fürs Museum eingerichtet sowie andere Sanierungen und die Erweiterung des Kiosks in Angriff genommen werden. Im Laufe des nächsten Jahres könne man das Angebot für die Saison 2009 definieren.
Der Kanton Zürich plant, nebst der Gastronomie mit Schlosscharakter die bestehenden ungenutzten Räumlichkeiten als Museum zu nutzen. Wie die Bauetappen und -massnahmen im Detail aussehen, dazu wollte sich die Baudirektion noch bis Mitte Dezember äussern. Gestern Abend war der Kostenvoranschlag Thema bei der Baudirektion: «Der Kostenvoranschlag steht nun», sagte Giorgio Engeli, Leiter der Abteilung Steuerung und Portfolios vom Zürcher Immobilienamt (Baudirektion). Doch voraussichtlich ist erst im Januar mit einem Entscheid der Regierung zu rechnen. Das Siegerprojekt zur Einrichtung eines Besucherzentrums und zur Erweiterung des Verpflegungskiosks sowie der Studienwettbewerb zur Erreichung eines touristischen Inszenierungskonzeptes werden bei einem positiven Entscheid der Regierung ab 2008 umgesetzt. Engeli verrät noch nichts über die geforderte Kredithöhe.
Spricht die Regierung das Geld, werden – nach den erteilten Baubewilligungen – ab September 2008 voraussichtlich das Besucherzentrum und der Kioskbereich für den Sommerbetrieb ausgebaut werden. Im Schloss Laufen (Nordtrakt) ist eine Ausstellung geplant. Und der Gang zum Rheinfall selbst soll den Besuchern mit einem Erlebnispfad versüsst werden. Im Rahmen dieser Aufwertung des Schlossgartens sollen aber keine Tiere gehalten werden, wie einige Medien berichteten. Dafür würde ein Liftkonzept realisiert.

Grundstein für Ganzjahresbetrieb
Zum Gastrokonzept äusserte sich Engeli noch nicht konkret: Die Pacht werde nach dem Entscheid der Regierung voraussichtlich im Laufe des Frühlings neu ausgeschrieben. Ob es dann einen oder mehrere Pächter für die Gastrobetriebe geben werde, liess er noch offen.
Seine Aufgabe, so Tomislav Babic, sei, einen Grundstein für die Zukunft zu legen, unabhängig davon, wer dann den Pachtvertrag unterzeichne. Optimal wäre laut Babic, den Ganzjahresbetrieb anzustreben, obwohl dieses Szenario bisweilen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit heraufbeschwöre. «Ich denke, da braucht es eine Vorlaufzeit von zwei, drei Jahren. Doch ab 2010 könnte man den Ganzjahresbetrieb hinkriegen.» Es sei dann auch möglich, beim Personal auf mehr Kontinuität sprich: Jahresangestellte zu setzen. Darauf reagierten auch die Gäste positiv, meint Babic. Nächstes Jahr will er deshalb personell das Fundament für einen Ganzjahresbetrieb legen.

#Allgemeines

15. Dezember 2007 | Allgemeine Diskussion

Neu kann die Seite Allgemeine Diskussion für nicht themenbezogene Verlautbarungen (Gedanken, Einladungen, Geburtstagswünsche etc.) genutzt werden.

#Allgemeines

8. Dezember 2007 | Zufriedene Gesichter an der Falken-GV

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Aus einer langen Tradition heraus zählt die Generalversammlung der Brauerei Falken zu den bedeutenden gesellschaftlichen Anlässen im Wirtschaftsleben von Schaffhausen. Das war auch an der gestrigen Generalversammlung der Brauerei Falken im Park Casino Schaffhausen offenkundig, nahmen doch 261 Aktionäre daran teil. Unter den Aktionären waren denn auch nur zufriedene Gesichter auszumachen. Kein Wunder, durften sie doch unter anderem über die Gewinnverwendung eines insgesamt erfolgreichen Braujahres befinden.

Im Markt erfolgreich behauptet
«Ich freue mich sehr, dass die Brauerei Falken in einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb bei steigenden Beschaffungskosten sowohl den Umsatz als auch den Ertrag steigern konnte», betonte Verwaltungsratspräsident Jürg Spahn in seiner Einführung. Dies sei der Qualität als Dienstleister, den innovativen Produkten, der erfolgreichen Marktexpansion sowie dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeitenden zu verdanken und gerade im heutigen Marktumfeld nicht selbstverständlich. Besonders erfreut zeigte er sich, dass diese Zunahme gar stärker als das Wachstum des gesamten inländischen Biermarktes ausgefallen sei. Die Steigerung der Marktpräsenz von Falken zahle sich aus. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein sowie grossen Anstrengungen im Betrieb und an der Verkaufsfront sei es der mittelgrossen Brauerei Falken gelungen, sich eine solide Position im Markt zu erarbeiten.
Sorgen bereiten dem. Verwaltungsratspräsidenten die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise. Dies sei mitunter eine Folge der höheren Hopfennachfrage in China und Russland. Dann aber auch der laufend zurückgehenden Anbaufläche für Braugerste zu Gunsten des Anbaus von Energiepflanzen für die Bioethanol-Produktion.

Noch einen Gang höher schalten
Trotz dieser anhaltend schwierigen Situation auf den Beschaffungsmärkten hegt Spahn für das bereits im Oktober angelaufene neue Braujahr ehrgeizige Wachstumsziele. «Wir wollen nochmals einen Gang höher schalten und weiter wachsen, nicht um jeden Preis, sondern qualitativ und profitabel, unter Wahrung strikter Kostendisziplin.» Im Heimmarkt sieht Spahn beispielsweise in der Euro 08 grosse Chancen. «Wir werden für die Fangemeinde mit dem ‹Trainings-Lager› ein eigens auf diesen Anlass hin entwickeltes Lagerbier auf den Markt bringen.» Auch die Expansionsanstrengungen Richtung Süd würden fortgesetzt. CEO Philipp Moersen präsentierte in seinem Jahresbericht unter anderem die Investitionen in den Betrieb, welche ebenfalls zum Wachstum beitragen sollen. So sei für das Abfüllen von Bügelflaschen einen neuen Bügelschliesser investiert worden. Er hob auch die Erfolge mit dem neuen Erscheinungsbild und den neuen Märkten hervor.

Alle Traktanden genehmigt
Die anwesenden Kapitalgeber zeigten sich denn auch mit dem Geschäftsgang der Brauerei sehr zufrieden. So gewährten sie dem Verwaltungsrat ohne Gegenstimme die beantragte Entlastung und stimmten sowohl der vorgeschlagenen Verwendung des Bilanzgewinns als auch der Wiederwahl der bisherigen Revisionsstelle oppositionslos zu. Auch der Jahresbericht und die Jahresrechnung wurden genehmigt. Der Bilanzgewinn von gut 316 000 Franken wird zur Hälfte für die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von zehn Prozent verwendet. Der Rest wird den freien Reserven zugewiesen respektive als Gewinnvortrag auf die neue Rechnung gesetzt.
«An der Euro 08 ein Schlager wird das «Falken Trainings-Lager», dieser Reim des vom VR-Präsidenten verfassten Gedichtes, diesmal zur Euro 08, leitete dann zum traditionellen, vom Braumeister nach Geheimrezept zubereiteten Ochsenmaulsalat über.

Brauerei Falen Jahreskennzahlen 06/07

06/07 05/06
Nettoerlöse 21.69 21.32
Jahresgewinn 0.26 0.25
Umlaufvermögen 5.85 6.09
Anlagevermögen 11.48 11.42
Fremdkapital 13.58 13.88
Eigenkapital 3.75 3.63
Flüssige Mittel 0.39 0.36
Warenaufwand 13.35 12.90
Personalaufwand 5.97 6.15
Dividende pro Aktie 50 50

In Millionen Franken / Dividende in Franken

#Alt-Scaphusia

4. Dezember 2007 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Ernst Rubli olim Brenz

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 19. Dezember 2007 statt.

#Alt-Scaphusia

4. Dezember 2007 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Dr. René Clémençon olim Mutz

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 12. Dezember 2007 statt.

#Alt-Scaphusia

29. November 2007 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Willi Richli olim Häpf (Generation 1958)

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Abdankung wird am Freitag, 30. November 2007 in Wilchingen abgehalten.
Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 12. Dezember 2007 statt.

#Allgemeines

28. November 2007 | Sache … Sächeli: Brauerei Falken

Schaffhauser Nachrichten, Sache … Sächeli

Seit Montagabend hat der Obertorturm Konkurrenz erhalten. Nicht nur dieser, sondern auch der Siloturm der Brauerei Falken im Herblingertal erstrahlt im Lichterglanz unzähliger Lämpchengirlanden, die den oberen Teil des Turms in warmes, weihnachtliches Licht tauchen. Die Installation sei gemacht worden, um der Schaffhauser Bevölkerung zu danken für die Treue und die Loyalität zum Bier aus der Region, wurde dazu mitgeteilt.

#Allgemeines

27. November 2007 | Emotionen lassen Falken fliegen

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Nach Jahren rückläufigen Bierkonsums können die Bierbrauer wieder etwas aufatmen: Wie der Schweizer Brauerei-Verband bekannt gab, sind im abgelaufenen Braujahr 2006/07 4,34 Millionen Hektoliter Bier für knapp 1 Milliarde Franken verkauft worden, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Pro Kopf ergibt dies einen jährlichen Bierkonsum von 57,1 Liter. Das sind zwei Stangen mehr als im Vorjahr. Daran haben die Schweizer Brauereien mit einem durchschnittlichen Wachstum von 1,5 Prozent partizipiert.

Brauerei Falken gut im Trend
«Nach einem hervorragenden Start im Frühjahr, einem wetterbedingt schwachen Sommer und recht guten Herbstmonaten sind wir mit dem Geschäft im Braujahr 2006/2007 insgesamt zufrieden», erklärt Geschäftsleiter Philipp Moersen den SN gegenüber. Ohne genauere Zahlen zu nennen, entspreche das erzielte Geschäftswachstum in etwa der gesamtschweizerischen Zunahme von 1,5 Prozent. «Ich bin davon überzeugt, dass ohne die Lancierung neuer Spezialitäten sowie die stark emotional geprägte Neuausrichtung des Firmenauftrittes mit einem neuen, naturverbundenen Falken-Logo dieses Wachstum nicht möglich gewesen wäre», betont Moersen.

Pionier von Bierspezialitäten
Ebenfalls zum Wachstum beigetragen habe die erfolgreiche Erschliessung neuer Kunden, hauptsächlich im Grossraum Zürich, dann aber auch im angrenzenden Kanton Thurgau. «Mit unserem Falken im neuen Logo finden unsere neuen Bierspezialitäten speziell auch in der Partyszene eine wachsende Anhängerschaft», betont Marketing- und Verkaüfsleiter Markus Höfler nicht ganz ohne Stolz. Neben dem Falken-Lagerbier, welches nach wie vor den Basisumsatz erbringe, seien dies insbesondere Brauspezialitäten wie der Edelfalke hell, das Falken alkoholfrei, das Schwarzbier, der Falken Prinz oder das Munot Weizen. CEO Moersen betont, dass die Brauerei Falken eine der ersten, mittelgrossen Brauereien der Schweiz gewesen sei, welche noch vor der Neuaufmischizng des schweizerischen-Biermarktes mit solehen Produktinnovationen von sich reden machte.

Ein stark emotionales Geschäft
«Nur wenn es uns gelingt, Emotionen für unser Produkt mit Schaffhauser Wurzeln auszulösen, werden wir uns auch in Zukunft neben den Grossanbietern behaupten können, gibt sich Marketingleiter Höfler überzeugt. Selbstverständlich sei die Bierqualität beim Aufbau von Kundenbindungen nach wie vor entscheidend. Doch spielten gerade im «Lifestyle-Zeitalter» von heute immer mehr emotionale Komponenten bei der Auswahl des bevorzugten Biers eine Rolle. Dies beginne bereits bei der Flasche: Neben dem beliebten Drehverschluss für Einwegbiere erfreue sich die traditionelle Bügelflasche wieder grosser Beliebtheit. «Wir haben in eine neue Bügelverschlussanlage investiert und können damit noch effizienter produzieren», erklärt CEO Moersen.
Um die emotionale Bindung zum Falken zu stärken, trete die Brauerei Falken als Hauptlieferant an der Winterthurer Fasnacht, dann in Zürich am «Züri-Fäscht» sowie am Silvesterzauber auf. Und zu guter Letzt werde der Brauturm erstmals mit einer Weihnachtsbeleuchtung versehen.

#Notizen zu Namen

27. November 2007 | «Ein paar süsse Zunge reden lassen»

Schaffhauser Nachrichten, Feuilleton
Felix Graf

Karl Schmid, brillanter Germanist, wertkonservativer Querdenker, Generalstabsoberst und Ehemann der Kabarettistin Elsie Attenhofer, ist einer der wenigen Schweizer Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, die über ihren unmittelbaren Wirkungskreis hinaus gehört worden und im kollektiven Gedächtnis des Landes haften geblieben sind. Sein noch heute gerne zitiertes Hauptwerk «Das Unbehagen im Kleinstaat» formulierte er 1963.

Autorenlesungen
Grosse und nachhaltige Verdienste hat sich Schmid als Förderer der Schweizer Gegenwartsliteratur erworben. Er hat nicht nur die neuen Werke in seinen wöchentlichen Vorlesungen an der Freifachabteilung der ETH besprochen, sondern auch Autorinnen und Autoren zu Lesungen eingeladen. Das war damals für eine Hochschule ganz ungewöhnlich. Als Sekretär der Jury des renommierten Charles-Veillon-Preises für den deutschsprachigen Roman hat er junge, noch unbekannte Talente nach Kräften gefördert.
Zu den Geförderten gehörte auch die Schaffhauser Schriftstellerin Ruth Blum. Der im Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich aufbewahrte Briefwechsel zwischen der eloquenten Autorin und dem brillanten Literaturprofessor zeugt von der warmen Sympathie, mit der Schmid an der persönlichen und literarischen Entwicklung «seiner» Autoren Anteil nahm. Gross war das Vertrauen, mit dem ihm Ruth Blum ausführlich über ihre schriftstellerische, gesundheitliche, schulische und gesellschaftliche Befindlichkeit berichtete. Der die Jahre 1951 bis 1964 abdeckende Briefwechsel ist ein schönes Beispiel für die ebenso freundliche wie nachhaltige Hartnäckigkeit, mit der sich Schmid bei Verlegern und Verbänden für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller verwendet hat.

Öchslewaage für Literatur
Am 1. April 1963 schickt ihm der Artemis-Verleger Bruno Mariacher eine Auswahl von Ruth Blums Gedichten mit der Bemerkung zurück, sie seien zu altmodisch und schwerfällig für eine Veröffentlichung. Schmid antwortet am 14. April, dass er ihm die Gedichte wohl nicht geschickt hätte, wenn sie so schlecht wären, und dass es sich bei Blum, «im Gegensatz zu vielen akkreditierten Lyrikern», immerhin um einen «lebendigen Menschen» und nicht nur um ein «belesenes Hirn» handle. Und weiter: «Soll ich Ihnen, Verehrter, einmal ihren Erismann so auf die Öchsli-Grade (sic!) prüfen, wie sie es mit der Blumin tun?» Am 4. Mai teilt Schmid Ruth Blum die Absage des Artemis-Verlages mit und schickt ihr mit Anspielung auf ihr Lehramt sein soeben erschienenes Buch «Das Unbehagen im Kleinstaat»: «Hier bekommen Sie mein Neuestes, das in Schulnoten ausgedrückt, dort eine 5, da eine 2 bekommt.»
Sowohl Karl Schmid als auch Ruth Blum eignet eine wesenhafte Mündlichkeit. Was bei ihr als überschäumende Eloquenz in Erscheinung tritt, manifestiert sich bei ihm in der Brillanz seiner freien Rede. In einem Brief vom 18. Juli 1960 spielt Ruth Blum auf ihre Eloquenz an: «Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie gut getan mir Ihre freundlichen Zeilen haben, in jeder Hinsicht. Obwohl meine Freunde finden, es fehle mir nicht an keltischer Eloquenz, will ich meinen Dank nun nicht mit vielen Worten ausdrücken, sondern ein paar süsse Zungen reden lassen, die Ihnen von Schaffhausen zukommen werden. Schmausen Sie sie zusammen mit Ihrer Frau Gemahlin, deren herrliche Beredsamkeit ich früher unendlich genoss, damals, als ich noch nicht im Exil lebte und noch ab und zu ins ‹Cornichon› kam!» Keltomanie und Eloquenz bescheinigt sich Ruth Blum auch in einer brieflichen Einladung zu einer Flasche Wilchinger an Karl Schmid vom 5. September 1960: «Dass die Begginger so eloquent sind, mag keltisches Erbe sein. Jedenfalls: als ich in Cork den Wunderstein küssen sollte, der die irische Haupttugend verleiht, nämlich «the gift of persuading eloquence», sagte meine Cousine: «Chüss no da Schtaa nid, susch halt ich’s mit dir überhaupt nümme us!»

Nur Stichworte notiert
In Karl Schmids Autorenkartei, die in der laufenden Ausstellung «Unbehagen im Kleinstaat: Karl Schmid (1907 bis 1974) und die Schweiz» im Zürcher Museum Bärengasse ausgestellt und bei der Karte zu Ruth Blum aufgeschlagen ist, steht vermerkt, dass er im Wintersemester die Brieferzählung «Sonnenwende» besprochen hat. Dazu existiert nurmehr eine Lesenotiz. Karl Schmid hat sich für seine «Vorlesungen» jeweils nur ein paar Stichworte notiert und daraus seinen Vortrag in freier Rede entwickelt. Zu Ruth Blums «Sonnenwende» steht unter anderem: «Alles zu literarisch» und «Nicht gut». Das ist es in der Tat auch nicht. Wie alles Künstlich-Fiktive, mit dem sie sich, wie auch im Briefwechsel ersichtlich wird, jahrelang abgeplagt hat. Im Gegensatz zu ihren literarisch-autobiografischen Schriften, die sie im Briefwechsel mit dem Literaturprofessor bezeichnenderweise nur ganz am Rand erwähnt. Leider existieren keine Hinweise auf Karl Schmids Einschätzung der literarisch und zeitgeschichtlich bedeutenden Werke «Blauer Himmel, grüne Erde» (1941) und «Die grauen Steine» (1971). Beide Bücher zeichnen sich durch die kraftvoll-poetische Sprache, den psychologischen Tiefgang und den grossen, zeitgeschichtlichen Dokumentationswert aus. Sie transportieren das Lebensgefühl der Menschen in den geschilderten Epochen über räumliche und zeitliche Grenzen, wie dies weder in der Ausstellung noch der wissenschaftlichen Abhandlung möglich ist.

Die Ausstellung «Unbehagen im Kleinstaat: Karl Schmid (1907-1974) und die Schweiz» im Museum Bärengasse Zürich, ist Di von 14 bis 20 und Mi bis So von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen mit Christoph Schmid und Felix Graf am 29. Januar und am 26. Februar, 18 Uhr. Über die Weihnachtstage sowie am 1. und 2. Januar geschlossen, Literatur: Bruno Meier (Hg.). «Das Unbehagen im Kleinstaat Schweiz. Der Germanist und politische Denker Karl Schmid 1907-1974» NZZ Libro, 2007 CHF 28.

Felix Graf ist Leiter des Museums Bärengasse Zürich und Kurator am Schweizerischen Landesmuseum.

#Allgemeines

20. November 2007 | Vergangenheit wird erlebbar gemacht

Schaffhauser Nachrichten, Region
Judith Klingenberg

Es knistert und knackt im Lesesaal des Stadtarchivs. «Vorsicht», sagt Martin Cordes, stelltvertretender Stadtarchivar, «jetzt knallts dann gleich.» Urheberin der ungewöhnlichen Geräusche ist eine alte Tonbandmaschine. Auf dem Band eine 1945 aufgezeichnete Rede des damaligen Stadtpräsidenten Walter Bringolf, gehalten aus Anlass der 900-Jahr-Feier der Stadt Schaffhausen. Bringolfs Rede wird am kommenden Samstag zu hören sein, wenn das Stadtarchiv und das Staatsarchiv (siehe Artikel unten) die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür einladen. Der Anlass wird alle fünf Jahre und heuer zum dritten Mal gesamtschweizerisch durchgeführt. Da aber im Stadtarchiv anlässlich der Feier seines 50 jährigen Bestehens schon im vergangenen Jahr ein Tag der offenen Tür stattgefunden hat, wird nun Neuland beschritten. «Statt auf Traditionelles wie Urkunden setzten wir den Schwerpunkt diesmal auf audiovisuelle Medien», so Cordes.

Auch Hardware archivieren
Ein buntes Durcheinander aus Fotos, Filmen, Dias, Schallplatten, Tonbändern, CDs, DVDs und anderem mehr ist auf dem Tisch ausgebreitet – selbst modernste Medien haben längst ihren Platz erobert in den Archiven. Die Schwierigkeit stellt sich aber auch bei ihnen: Wie kann man sie richtig lagern? «Fotos auf Papier und Dias können in säurefreien Hüllen gelagert werden», sagt Cordes, «das ist einfach.» Bei Glasnegativen wirds schon schwieriger, muss man doch jedes einzelne in einen geeigneten Umschlag verpacken, was aufwendig und teuer ist. Bei der ebenfalls aufwendigen Digitalisierung stellt sich zudem die Frage, wie lange eine CD haltbar ist. Eine weitere Herausforderung besteht laut Cordes darin, dass nebst den Bild- und Tonträgern auch die Hardware archiviert werden muss. Allein für Filme gibt es etliche Formate, und die Zahl der Abspielgeräte für die unterschiedlichen Tonträger ist kaum abzuschätzen.

Personen werden lebendig
Der Film über die Bombardierung Schaffhausens ist eine der Attraktionen, die den Besuchern am kommenden Samstag an verschiedenen Stationen im ganzen Stadtarchiv präsentiert werden. Eine weitere sind Bringolfs Reden auf Band. Für die Besucher werden auch Transkripte zum Mitlesen bereitliegen, ausserdem vom Redner selbst verfasste Stichwortsammlungen sowie Fotografien. Cordes: «Dass Bringolf ein begabter Redner war, erschliesst sich einem schnell, aber wenn man ihm zuhören, ihn gleichzeitig angucken und den Text lesen kann, beginnt er als Person richtig zu leben.» Ein ähnliches Erlebnis wird mit Fotos, Büchern und Filmmitschnitten von Mundartdichtern erzeugt. Obschon nicht auf Filme und Tondokumente spezialisiert, möchte das Stadtarchiv mit diesen Präsentationen zeigen, wie Vergangenheit lebendig und erlebbar gemacht wird.

Jakob Nohl im Schaufenster
Der Bereich Fotografie, wo das Stadtarchiv nicht erst seit dem Projekt Pressefotografie schweizweit eine Vorreiterrolle einnimmt, wird ebenfalls einen Schwerpunkt bilden. Unter den zahlreichen Bildarchiven befindet sich auch dasjenige von Jakob Nohl (1881-1952). Ihm und seiner Firma Nohl-Druck wird auch die neue Gestaltung des Schaufensters in der Passage gewidmet, verrät Cordes. Unter anderem werden Lithografien und Fotografien von ihm zu sehen sein. Zudem dürfen sich die Besucher am Samstag in allen Räumen, auch im Kulturgüterschutzraum, umsehen. «Wir möchten die Bevölkerung für die Tätigkeit und die Bedeutung der Archive sensibilisieren», sagt Cordes, «und sie ermuntern, das Archiv auch sonst zu besuchen.»

**Anlaufstelle für Ahnenforscher**

*Das Beispiel Joinville zeigt: Familiengeschichte fasziniert immer mehr Menschen. Im Staatsarchiv werden professionelle Genealogen und Freizeitahnenforscher fündig.*

Die dieser Tage offiziell besiegelte Partnerschaft zwischen, der brasilianischen Stadt Joinville und dem Kanton Schaffhausen ist ein eindrückliches Beispiel für die wachsende Bedeutung der Familiengeschichte. Joinville wurde vor gut 150 Jahren von Auswanderern unter anderem aus dem Kanton Schaffhausen gegründet. Die Schweizer Wurzeln der Stadt wurden aber erst wieder entdeckt, als ein brasilianischer Historiker in einem Buch zum 150-Jahr-Jubiläum der Stadt darüber berichtete. Inzwischen wurde nicht nur Kontakt aufgenommen, sondern auch eine Kooperationserklärung zwischen dem Kanton und Joinville unterzeichnet.

Nicht nur Ausgewanderte
Das wachsende Interesse an Familiengeschichte bekommt auch das Staatsarchiv zu spüren. Laut Staatsarchivar Roland E. Hofer machen die Ausgewanderten – sie stammen grösstenteils aus den Vereinigten Staaten – allerdings nur etwa ein Drittel der Ahnenforscher aus. Die Mehrheit stammt aus der Schweiz und dem nahen Ausland. Auffallend ist auch, dass sich nebst professionellen Genealogen zunehmend Freizeitforscher mit den eigenen Vorfahren beschäftigen. Hofer: «Die Familienforschung in der Schweiz ist sehr im Aufschwung.»

Kirchenbücher unverzichtbar
Welche Möglichkeiten das Staatsarchiv für die Erforschung der Familiengeschichte anbietet, wird am Tag der offenen Tür vom kommenden Samstag demonstriert. Grosse Dienste leisten die Kirchenbücher aus dem ganzen Kanton, die inzwischen fast alle dort archiviert sind. «Die zentrale Aufbewahrung ist ein grosser Vorteil», sagt Hofer. Für die Zeit vor der Einführung des eidgenössischen Zivilstandswesens im Jahre 1876 sind Kirchenbücher so gut wie die einzige Möglichkeit, um zuverlässig einen Stammbaum zu erstellen, da Taufen, Trauungen und Begräbnisse darin dokumentiert sind – in den Gemeinden ab Anfang des 17. Jahrhunderts, in der Stadt bereits ab 1540. Etwas zu erforschen, das noch weiter zurückliegt, gelingt laut Hofer höchstens durch einen Zufallsfund.

Urkunden im Internet
Auch einige besonders wertvolle Urkunden werden am Tag der offenen Tür präsentiert, nämlich jene mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden. Insgesamt rund 6000 Urkunden, die älteste aus dem Jahre 987, umfasst der Bestand im Staatsarchiv. 200 davon wurden bisher in digitalisierter Form ins Netz gestellt, zusammen mit unzähligen weiteren so genannten Findmitteln zu Archivalien. «Dank der im Internet möglichen Recherche können sich heute viele Forscher den Weg zu uns sparen», betont Hofer.

Archiv als Dienstleister
Der dritte Schwerpunkt am Tag der offenen Tür gilt den Vereins- und Verbandsarchiven. Solche werden ebenfalls im Staatsarchiv aufbewahrt, da auch sie für die historische Forschung und die Nachwelt von Bedeutung sind. Ebenso wie bei der Familienforschung handelt es sich hierbei um eine Dienstleistung für Private. Hofer: «Wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass das Staatsarchiv weit mehr ist als das zentrale Endarchiv der kantonalen Verwaltung, was aber nach wie vor seine Kernfunktion ist.»

*Tag der offenen Tür
Im Rahmen des Schweizerischen Archivtags öffnen am kommenden Samstag, 17. November, im Kanton Schaffhausen das Staats- und das Stadtarchiv von 10 bis 16 Uhr ihre Türen und Magazine. Das Staatsarchiv am Rathausbogen 4 präsentiert Urkunden mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden, Möglichkeiten zur Familienforschung sowie Vereins-, Firmen- und Parteiarchive. Das Stadtarchiv am Fronwaplatz 24 konzentriert sich auf audio-visuelle Medien und zeigt, wie Bilder, Filme und Tondokumente als Quellenmaterial erschlossen und konserviert werden.*

#Allgemeines

20. November 2007 | Jedes fünfte Bier kommt aus dem Ausland

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
sda

Insgesamt seien in der Schweiz 4,34 Millionen Hektoliter (hl) Bier verkauft worden, teilte der Schweizer Brauerei-Verband gestern mit. Das sei ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Brauwirtschaft erzielte insgesamt einen Umsatz von gegen eine Milliarde Franken. Zum gesteigerten Bierdurst beigetragen haben ein mildes Winterhalbjahr und ein ausserordentlich warmer April. Die dadurch geweckten grossen Erwartungen der Brauereien auf ein überdurchschnittliches Bierhalbjahr hätten sich dagegen nur teilweise erfüllt, heisst es. Einen Dämpfer erlitten die Brauereien durch die steigenden Beschaffungspreise für Malz, Hopfen, Verpackungen und Energie, heisst es.

Ausländische Biere im Vormarsch
Weiterhin waren ausländische Biere besonders gefragt: Die Importe hätten um 7,1 Prozent auf 830 000 hl zugenommen. Damit komme beinahe jedes fünfte Bier aus dem Ausland (19,1 Prozent). Heimische Brauer hatten indes mehr Mühe, die Biertrinker bei der Stange zu halten: Die inländische Bierproduktion sei lediglich um 1,5 Prozent auf 3,5 Mio. hl gestiegen. Der Marktanteil in der Schweiz produzierter Biere sei von 81,7 auf 80,9 Prozent gesunken.
Bereits im Bierjahr 2005/2006 hatte die Schweizerische Brauwirtschaft einen leichen Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs zu verzeichnen. Werte wie Anfang der Neunzigerjahre blieben allerdings unerreicht.

#Allgemeines

19. November 2007 | Die Sütterlin-Schrift als Knackpunkt bei Urkunden

Schaffhauser Nachrichten, Region
hlh

«Wir betrachten den heutigen Tag als grosse Chance, die Bevölkerung über unsere Tätigkeiten zu informieren», erklärte Staatsarchivar Roland E. Hofer den Sinn und Zweck des Tags der offenen Tür der Schweizer Archive. Dieser Archiv-Tag findet alle fünf Jahre statt, und in Schaffhausen beteiligte sich neben dem Staatsarchiv auch das Stadtarchiv. Der Schwerpunkt der Präsentation lag laut Hofer dieses Jahr in der Ausstellung von Urkunden mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden, Informationen zur Familienforschung und zu Vereins- und Verbandsarchiven. «Prinzipiell besteht die Möglichkeit, dass Vereine bei uns ihre Archiv hinterlegen», erklärt Hofer eine der vielen Dienstleistungen des Staatsarchivs.

Stadt: Audiovisueller Schwerpunkt
Das Stadtarchiv Schaffhausen hingegen legte den Fokus auf das Thema der audiovisuellen Quellen und präsentierte einen Einblick in die Foto- und Filmsammlung sowie in die Bearbeitung und Erschliessung von Bild- und Tondokumenten. In einer neu eingerichteten Schaufenster-Ausstellung wurden Lithografien und Fotos mit Schaffhauser Ansichten von Jakob Nohl präsentiert. «Viele Leute, die das erste Mal – vielleicht zwecks Familienforschung – zu uns kommen, sind überrascht, dass die Urkunden und Dokumente nicht in der heutigen Schrift abgefasst sind», skizzierte Hofer ein immer wieder beobachtetes Archiv-Phänomen. Die so genannte Sütterlin-Schrift gilt unter diesen Kurrentschriften als besonderer Knackpunkt, ist jedoch lernbar. «Die Übersetzungsarbeit können wir aus Kapazitätsgründen den Besuchern nicht abnehmen, wir bieten jedoch Hilfestellung», skizzierte Staatsarchiv-Mitarbeiter Michael Bührer das gängige Vorgehen.

Nicht abschrecken lassen
Roland E. Hofer brachte abschliessend zum Ausdruck, dass sich Besucherinnen und Besucher von solchen Hürden nicht abschrecken lassen sollten. «Ich hoffe, der heutige Tag hat einige dazu angespornt, erneut zu uns zu kommen. Das Erfolgserlebnis, wenn jemand nach einiger Übung das Sütterlin plötzlich lesen kann, ist übrigens umso schöner.»

#Notizen zu Namen

15. November 2007 | Andreas Textor neu im Kirchenstand

Schaffhauser Nachrichten, Region
h.h.

93 Mitglieder der Katholischen Kirchgemeinde Schaffhausen nahmen an der Versammlung im Pfarreisaal von St. Peter teil. Es zeigt sich, dass mit dieser Anzahl an Interessierten zu rechnen ist, wenn nicht gerade «heisse» Themen zur Abstimmung anstehen. Der Präsident Rene Quiblier begrüsste die Kirchbürger und eröffnete mit einem Dank an all die vielen Angestellten und Freiwilligen, welche ihre Arbeitskraft in den Dienst der Kirche stellen. Ohne diese Personen ist ein gemeinschaftliches Leben nicht denkbar, denn nicht alles kann mit Geld abgegolten werden. Zum Protokoll der letzten Kirchgemeindeversammlung und zum Jahresbericht 2006 wurde keine Diskussion gewünscht und beide einstimmig angenommen.

Verabschiedung und Neuwahl
Nach zwölf Jahren kirchlicher Mitarbeit und achtjähriger Zugehörigkeit zum Kirchenstand reichte Jeanette Storrer ihren Rücktritt auf Ende 2007 ein. Sie war für das Gebiet Recht und Kommunikation zuständig. Präsident Rene Quiblier würdigte ihre Tätigkeit, lobte ihr Engagement im Kirchenstand und überreichte unter dem Applaus der Versammelten ein Präsent. Bei der Suche der Nachfolge wurde der Kirchenstand fündig und stellte mit Andreas Textor ebenfalls einen Juristen als Nachfolger vor. Es ist sicher erfreulich, dass es gelingt, für solche Ämter jeweils kompetente Personen zu finden. Einstimmig wurde Andreas Textor in das Amt gewählt.

Wechsel in der GPK
Auch in der Geschäftsprüfungskommission zeichnete sich ein Wechsel ab. Nicolau Parodi reichte ebenfalls seinen Rücktritt ein. Rene Quiblier liess eine lange Zeit des Engagements von Nicolau Parodi passieren und bezeichnete ihn als katholisches Urgestein in Schaffhausen. Hier aufgewachsen, trat er in den Ministrantendienst ein, war Leiter in der Jungwacht, engagierte sich im Pfarreirat als Präsident, in der Synode und auch in der Geschäftsprüfungskommission. Mit herzlichem Applaus wurde Nicolau Parodi verabschiedet und durfte von Rene Quiblier ein Präsent entgegennehmen. Auch hier wurde eine Nachfolge gefunden und mit Adrian Fritschi auch ein echter Schaffhauser einstimmig in die Geschäftsprüfungskommission gewählt.

Gute Finanzlage
Durch die Jahresrechnung führte in gewohnt kompetenter Weise Finanzreferent Norbert Gschwend. Einsparungen bei Salären und Büromaterial wurden durch die wesentlich höheren Kosten für Energie wieder verbraucht. Dank grösseren Einnahmen bei den Gewinn- und Quellensteuern konnte die Summe der Abschreibungen gesteigert werden, was gut für die Liquidität der Kirchgemeinde ist und auch finanziellen Spielraum für künftige Projekte ergibt. Auf die Anfrage, ob beim Energieverbrauch nicht auch auf alternative Energieformen gesetzt wird, gibt der Finanzreferent zur Antwort, dass dies jeweils bei neuen Projekten geprüft werde und mit in die Überlegungen einfliesse. Ein weiteres Votum wollte zu bedenken geben, dass bei dieser gesunden Finanzlage eine Steuersenkung ins Auge gefasst werden sollte. Offensichtlich ist dies für die Versammelten nicht ein brennendes Thema und wurde nicht weiter diskutiert. Die Jahresrechnung wurde von 92 Mitgliedern der Versammlung gutgeheissen.
Das Jahr 2008 wurde von Norbert Gschwend als Zwischenjahr bezeichnet. Die Finanzlage erlaubt es, dem Personal den Stufenanstieg zu gewähren. Ebenfalls werden einige Unterhaltsarbeiten an den verschiedenen Liegenschaften ausgeführt, welche vorher immer zurückgestellt wurden. Für ein Bauprojekt in St. Peter werden Rückstellungen gemacht. Weiter wird der Personalbestand temporär um 50 Stellenprozente aufgestockt. Dies hat den Grund darin, dass der Pfarrer von St. Maria, Albert Schneider, angefragt wurde, ob er einen Vikar für die erste Stelle begleiten würde. In naher Zukunft wird Pfarrer Leo Stocker Schaffhausen verlassen und neue Aufgaben übernehmen. Der neue Vikar wird unter anderem für die ganze Stadt als Jugendseelsorger tätig sein. Die Versammlung folgte dem Antrag des Kirchenstandes, das Budget mit diesen Rahmenbedingungen zu genehmigen, mit 92 Ja- gegenüber einer Nein-Stimme.

Bauprojekt St. Peter
Vor einem Jahr war die Stelle des Gemeindeleiters in St. Peter vakant, doch konnte damals bereits ein Nachfolger vorgestellt werden. Lukas Briellmann hat sich inzwischen mit seiner Familie in Schaffhausen eingelebt. Das Engagement war 2007 vor allem auf die Feierlichkeiten des 50-Jahr-Jubiläums der Pfarrei St. Peter konzentriert. In den letzten zwei Kirchgemeindeversammlungen wurden jeweils Projektvorschläge zur Sanierung der Gebäude in St. Peter abgelehnt. Nun sind die Bedürfnisse in der Pfarrei besser bekannt, und es soll Anfang 2008 eine Baukommission ins Leben gerufen werden, welche bis zur nächsten Versammlung ein tragfähiges Projekt vorstellt.

#Allgemeines

24. Oktober 2007 | Der Hopfensaft von Falken wird teurer

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Schlechte Kunde für Bierliebhaber: Auch die Bierpreise der Brauerei Falken erhöhen sich auf den ersten Januar 2008 um vier bis siebeneinhalb Prozent, dies, nachdem bereits vor einigen Wochen der Schweizer Marktführer Feldschlösschen auf den gleichen Zeitpunkt hin eine Preiserhöhung zwischen vier und sechs Prozent in Aussicht gestellt hatte. Auch der Schweizerische Brauerei-Verband (SBV) hatte bereits im vergangenen Juli Preiserhöhungen für den Gerstensaft prognostiziert.

10 bis 20 Rappen pro Stange
Für Max Reiner, Präsident des Branchenverbandes Gastro Schaffhausen, mit eigener Gaststätte in Lohn, sei die Bekanntgabe der Brauerei Falken nicht überraschend gekommen, da er auch vom Schweizerischen Branchenverband bereits im Sommer darauf vorbereitet worden sei. «Bei einer Preiserhöhung von vier Prozent für das Lagerbier gehe ich davon aus, dass ich den Preis für eine Stange Bier von heute 3.70 Franken in der Grössenordnung von 10 Rappen anheben werde», erklärte er den SN gegenüber auf Anfrage. Entschieden sei jedoch noch nichts. Im Unterschied zur südlich von Schaffhausen gelegenen Grossstadt möchte er jedoch die Schmerzgrenze von vier Franken möglichst nicht tangieren. Im Übrigen stünden die Preisaufschläge von Wirten und Händlern noch «in den Sternen», da die Preisgestaltung individuell erfolge und Preisabsprachen verboten seien.

Knapper werdende Rohstoffe
«Speziell bei der Braugerste, dann aber auch beim Hopfen haben sich die Preise dieses Jahr beinahe verdoppelt», erklärte Markus Höfler, Leiter Marketing und Verkauf bei der Falken-Brauerei, den SN gegenüber. Dies sei auch eine direkte Folge der zunehmend geringeren Verfügbarkeit auf den Weltmärkten. «Bei der Gerste, als Grundprodukt für die Malzherstellung, spüren wir die deutlich über,dem Angebot liegende Nachfrage hauptsächlich in China. Die Chinesen haben das Bier als Volksgetränk entdeckt.» Deutlich zu spüren sei auch die zunehmende Nachfrage unter anderem nach Gerste für die Herstellung des Biotreibstoffs Ethanol. «Der Malz ist bei Rohstoffhändlern zu einem Spekulationsobjekt geworden», erklärt Höfler. Zudem seien auch die Kosten für Energie, Verpackung, Transport und Löhne angestiegen und machten deshalb den beschlossenen Preisaufschlag unumgänglich.

Differenzierte Preisanpassung
Wie Höfler weiter betont, werde mit unterschiedlichen Preiskalkulationen die Erhöhung für die einzelnen Produkte und Packungen «so gering wie möglich» gehalten. Im Klartext heisst dies, dass die Preise für Lagerbier je nach Verpackungsart um durchschnittlich vier Prozent, diejenigen von Spezial- und Starkbieren um bis zu 7,4 Prozent angehoben werden. Die um 1,4 Prozent höhere Preisanpassung für Spezialbiere, verglichen mit der grossen Konkurrenz, erklärt Höfler mit «den geringeren Einflussmöglichkeiten einer kleineren Brauerei auf die Rohstoffpreise bei deren Beschaffung».
Inwieweit der Preisaufschlag sich negativ auf den Umsatz auswirken werde, sei heute nicht absehbar, da für den Bierkonsum auch andere Faktoren entscheidend seien. «In diesem Jahr hatten wir einen hervorragenden Frühling, gefolgt von einem schlechten Sommer.» Der Konsum von Bier und Getränken sei deshalb «durchzogen» ausgefallen. Positiv entwickelt habe sich das Geschäft mit Bierspezialitäten.

#Aktivitas

1. Oktober 2007 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Alfred Hofmann v/o Fido
Dr. phil. II
aktiv 1954

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 24. Oktober 2007 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Notizen zu Namen

28. September 2007 | Worte aus dem «Rothen Ochsen»

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diesenhofen

Könnte der «Rothe Ochsen» sprechen, gäbe es unendliche viele Geschichten zu erzählen von seinen Gästen. Einer davon war Hermann Boeschenstein. Der Journalist und Professor für Germanistik, der während Jahrzehnten die Bundeshauspolitik begleitete und vier Biografien von Bundesräten verfasste, verstarb mit 93 vor 25 Jahren in Toronto.

«Mit Ideen bereichert»
Wenn es in den späten Vierziger- bis in die frühen Siebzigerjahre in der ältesten politischen Hintergrundsendung «Echo der Zeit» hiess: «Hier spricht Hermann Boeschenstein aus Toronto … », dann spitzten die Hörer im Kanton Schaffhauen und ganz besonders die Steiner die Ohren. In seinen eigenwilligen wie auch farbigen Beiträgen konnte man neben politischen Neuigkeiten auch erfahren, womit sich ihr ausgewanderter Mitbürger noch beschäftigte und zudem, was er seinen «Staanern» besonders ans Herz legen wollte. «Er hat mich stets mit Ideen bereichert und berufliche Starthilfe gegeben», sagt der Schaffhauser Gestalter Peter G. Ulmer, der lange Jahre Briefkontakt mit dem Verstorbenen pflegte. Er nahm den 25. Todestag zum Anlass, um mit der Besitzerin des «Rothen Ochsen», Katharina Keller, und weiteren Initianten eine Lesung im Restaurant zu organisieren. Boeschenstein hatte es jeweils in den Ferien besucht und in seinem Roman «Im Rothen Ochsen» neben weiteren Steiner Schauplätzen erwähnt.

«Quirlig und schillernd»
Der Steiner Arzt Ueli Böhni, der in seiner Jugendzeit den Professor noch selbst am Stamm erlebte und sich noch gut und gerne an spannende Samstagabende erinnert, las aus aktuellem Anlass Passagen aus dem Buch vor. «Ich habe damals den Roman schlecht aufgenommen und beim Vorbereiten festgestellt, dass mehr dahintersteckt, als gemeint ist», erklärte er den interessierten Zuhörern. Nach den schönen und spannenden Episoden aus dem Roman freuten sich die Anwesenden über die von Wendel Oberli und Peter G. Ulmer gestaltete Gedenkschrift mit Beiträgen von Hannes Alder, Peter G. Ulmer und Christa Edlin. Die Schaffhauser Journalistin und Redaktorin beim DRS-Regionaljournal Zürich-Schaffhausen überraschte mit zwei Original-Ton-Beiträgen aus dem Archiv. «Boeschenstein, quirlig und schillernd wie er selbst war, erfreute auch mich mit seinen Mundartpassagen und damit, wie er Leute aus seiner Heimat zitierte», sagte sie.
Die Gedenkschrift und Fotografien in der Weinstube lassen den Exilschweizer, der damals durch seine mutige Berichterstattung gegen die Naziherrschaft auf sich aufmerksam machte und sich in seinen Artikeln auch gegen die Ausweisung von Juden, die in der Schweiz Zuflucht gesucht hatten, auflehnte, auch fortan in guter Erinnerung bleiben.

#Notizen zu Namen

27. September 2007 | Albert Sonderegger: Landarzt in der Stadt

Schaffhauser Nachrichten, Sonderbeilage «Herblingen 2007»
Jules Wetter

Der Mangel an Allgemeinmedizinern wird immer grösser. Landärzte sind offenbar eine aussterbende Spezies. Der in Herblingen seit 31 Jahren tätige Dr. med. Albert Sonderegger ist einer der raren Idealisten in der hoch spezialisierten Welt der Medizin. Die Lebensgeschichte eines Dorfarztes in der Stadt im Dienste seiner Patienten.

Die Älteren werden sich noch gut erinnern. Im Dorf praktizierte der «Tokter», der Arzt eben, welcher praktisch immer zur Verfügung stand, wenn man ihn brauchte. Er wusste Rat und war vertrauter Helfer. Oft genug auch in Notfällen. Ob für das verrenkte «Chnödli» des Schwingers, das plötzliche Herzrasen der Tante, den chronischen Husten des Vaters oder die Schnittverletzung des Handwerkers, der Allgemeinmediziner war meist die erste Anlaufstelle und unangefochtene Fachperson bei «Ugfell» aller Art. Die Zeiten haben geändert. Heute, wo es medizinische Spezialisten für fast jedes Organ und für jede gesundheitliche Störung gibt, sind diese Allrounder rar geworden. Den zeitlichen Stress, auch das vielfach unterschiedliche Einkommensniveau wollen sich viele junge Mediziner nicht antun. Sie sind lieber in spezialisierten Kliniken tätig, und viele von ihnen streben nach Geld und Karriere. Immer mehr verschwinden die Allgemeinmediziner mit ihrer breitgefächerten Ausbildung.Die Berg- und Randregionen sind besonders davon betroffen. Albert Sonderegger, der Herblinger Landarzt in der Stadt, schlug den anderen Weg ein und hat noch immer Freude an seiner ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Tätigkeit zum Wohle der Kranken.

Unbeschwerte Jugendjahre im Lohnemer Pfarrhaus
Aufgewachsen im alten Pfarrhaus bei der Kirche Lohn, standen er und seine vier Brüder naturgemäss unter etwas besonderer Beobachtung durch die Dorfbevölkerung. Doch die Eltern Walter und Margrit Sonderegger-Walter, gebürtige Appenzell-Ausserrhödler aus Grub, machten da keinen Unterschied zu den Landbuben. Albert besuchte die Dorfschule und hatte – mindestens im elterlichen Selbstversorgergarten – genügend Zugang zu den ländlichen Arbeiten. «Wir waren in Lohn nichts Besonderes, wollten wir auch nicht sein, und bei den Lausbubenstreichen waren wir meist vorn mit dabei.» Albert Sonderegger erzählt, wie er seine gute Jugendzeit empfunden hat. Die Realschulzeit absolvierte er in Thayngen, was verbunden war mit einem weiten und steilen Schulweg von Lohn über die Cementi nach der Reiatmetropole. Mit dem Velo bei Schnee oder Hitze, das war ganz normaler Schulalltag. Mit seinem Wechsel an die Kantonsschule ging es dann mit dem Postauto einiges ringer. An fröhliche Kantizeiten erinnert sich der Arzt immer noch. «Nach einem feuchten Abend und einigen Gläsern Falkenbier mit meinen Scaphusia-Kommilitonen musste ich meistens per pedes nach Lohn laufen, bei Nacht und Nebel, weil der letzte Postkurs schon vor Stunden ohne mich abgefahren war. Doch gerade jetzt ist wieder eine Einladung zum Generationenbummel eingetroffen. So bleiben wir Scapher über Jahrzehnte hinweg freundschaftlich verbunden.» In den Jugendjahren galt es auch Sackgeld zu verdienen. Dies geschah in der Knorri inmitten von Suppen und Bouillonwürfeln oder beim Zerlegen der Suppenhühner. Auch in der Studentenzeit war Trinkgeld immer hoch willkommen. Für eine Zwölf-Stunden-Nachtwache im Spital gabs, abzüglich AHV, stolze 57 Franken. Dann begann Albert Sonderegger das Studium der Medizin an den Universitäten Basel und Paris, welches er, nach diversen Praktika in Spitälern, 1970 mit dem Staatsexamen abschloss. Dazwischen folgten militärische Dienste bis hin zum Bataillonsarzt in einer Panzereinheit, nachher das Sammeln von Erfahrungen in verschiedenen medizinischen Spezialgebieten und die Erlangung der Doktorwürde. Als eine geradezu klassische Betriebsgeschichte bezeichnet Gattin Soraja Sonderegger-Hüsejnow ihre Liebe zu Albert, die im Spital Olten ihren Anfang nahm. «Da sprühten schon mal die Funken, bis wir zusammenfanden.» Kein Wunder, bei der temperamentvollen Tessinerin von Tesserete und dem chächen Appenzeller. Ihre drei Töchter sind inzwischen aus dem behaglichen Heim an der Sonnmatt ausgezogen und selbständig geworden.

Allgemeinpraktiker aus Berufung
Sein Ziel, eine eigene Praxis zu eröffnen, realisierte Sonderegger 1976 im stark wachsenden Herblingen. Die «Kundschaft» stellte sich rasch ein, das Bedürfnis nach nicht anonymer ärztlicher Betreuung war offensichtlich. «Es braucht viel Energie und Einsatzwillen, um die anstrengenden Arbeitstage zu absolvieren. Praktisch rund um die Uhr muss ich für die Patienten und für Hausbesuche da sein. In Notfällen und bei Unfällen ist es wichtig, das Richtige schnell zu tun. Da können Minuten entscheidend sein über Sein oder Nichtsein», sagt der Mediziner zum Alltagsablauf. Vom Röntgen über den Generalcheck und kleinere chirurgische Eingriffe bis zur Bekämpfung von Montezumas Rache: Sonderegger ist ein Arzt der vieles selbst und unkompliziert macht. Vielfach kommen auch die Töchter und Söhne von Patientinnen und Patienten zum Landarzt. Er ist die Vertrauensperson, ist über ihre Lebensgewohnheiten orientiert, kennt den Lebensraum und hat dadurch den direkten und unmittelbaren Zugang zu den Patienten. Auf wirksame Weise lässt sich so mit einer sinnvollen und umsichtigen Behandlung und Betreuung ein grosser Teil der gesundheitlichen Störungen therapieren. Sind die Beschwerden ernsthafterer Natur, werden die Kranken an einen der Spezialärzte oder direkt ins Spital überwiesen. Albert Sonderegger begleitet viele seiner Patienten über Jahre hinweg, oft bis zum Tod. Sein Beruf ist einzigartig. Er kennt ganze Generationen und verfügt über tiefe Kenntnisse von Land, Leuten und Mentalitäten. Nebst seiner Praxistätigkeit amtete Sonderegger während Jahren als Bezirksarzt und hatte vor allem bei ausserordentlichen Todesfällen vor Ort zu sein.

Die Landarztpraxis bleibt bestehen
«Unserem Doktor geht es nicht mehr so gut.» Die Herblingerinnen und Herblinger haben es mit Sorge festgestellt und auch etwas um den Weiterbestand der Praxis gebangt. «Ja», meint Albert nachdenklich, «da siehst du, auch der Mediziner wird von Krankheiten nicht verschont. Und wer meint, ich hätte da vorbeugen können, der irrt. Es gibt gesundheitliche Tiefschläge im Leben, die sind unausweichlich, da muss ich durch. Wohl die zeitliche Belastung im Beruf, aber auch die fast lawinenartige Zunahme des administrativen Aufwandes setzten meiner Gesundheit zu. Zum Beispiel nach Medizinsendungen im Fernsehen nahm die Verunsicherung in der Bevölkerung jeweils stark zu. Wenn Sämi Stutz am TV aufgetreten war, hatte die halbe Schweiz die besprochene Krankheit und wir einen grossen Mehraufwand. Fast unglaublich. Meine Notfalleinsätze haben sich immerhin reduziert. Viele Akutfälle werden direkt in die Notfallstation im Kantonsspital eingeliefert», meint der Arzt zu seiner Situation. Von einer schwierigen Operation zwar gut erholt, musste er dennoch sein Arbeitspensum reduzieren. «Zum Glück habe ich eine gute Nachfolgerin gefunden. Mit ihr und den Praxisassistentinnen kann ich die Gemeinschaftspraxis weiterführen. Es wird also in Herblingen auch in Zukunft ein ausreichendes Angebot an Allgemeinmedizin geben.» Die Genugtuung bei Albert Sonderegger ist spürbar – und sicher auch die Erleichterung bei den Herblingern. Mit Dr. med. Ruth Zolliker praktiziert seit einiger Zeit eine erfahrene Ärztin an der Stüdliackerstrasse. Dank mehreren Jahren medizinischer Tätigkeit, unter anderem in Entwicklungsländern, ist sie ebenso prädestiniert wie ausgebildet, in Zukunft die Nachfolge des beliebten Herblinger Landarztes anzutreten.

#Notizen zu Namen

19. September 2007 | Wahlportrait: Florian Keller, Alternative Liste Schaffhausen «Ein Spanferkel gehört zu einem richtigen Grillabend einfach dazu»

Schaffhauser Bock
Christian Saggese

Hektisch nach der Kantonsratssitzung erlaubt uns Florian Keller einen Blick in seine private Umgebung. In einem schönen Familienhaus auf dem Emmersberg wohnt die Familie Keller. Florian Keller wohnt hier bei seinen Schaffhauser Aufenthalten. «Eigentlich wohne ich derzeit in Bern, wo ich Jus studiere und beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund arbeite», verrät Keller, der in Bern eine WG-Wohnung mit einigen Kollegen unterhält, unter anderem seinem Parteikollegen Christoph Lenz. Nachdem wir es uns auf der gemütlichen Gartenterrasse bequem gemacht haben, erzählt Keller begeistert von seinem grössten Hobby, der Politik. Diese nimmt einen Grossteil seines Lebens ein. In der knappen Freizeit mag er noch Weidlingfahren auf dem Rhein oder Segeln auf dem Thunersee. Sportlich betätigt er sich ausserdem mit Badminton im eigenen Garten. Kochen ist ebenfalls ein Hobby von Keller. «Als ich früher hier wohnte, war ich sozusagen der Hauskoch.» Auch auf die regelmässigen Grillsessions mit seinen Freunden will er nicht verzichten. Am wichtigsten sind dabei Spanferkel. Auch Spontanitäten sind stets ein Muss. So fuhr er spontan nach den 1. Mai-Reden mit einer Klasse nach Florenz, um am nächstenTag zu merken dass noch ein Bewerbungsgespräch am Tag darauf ansteht. Also ging die Reise sofort wieder zurück. Zu seinen politischen Zielen gehört klar die Selbstständigkeit jedes Bürgers: «Jeder muss das Recht haben sein Leben möglichst individuell zu gestalten», ist Keller überzeugt. Er setzt sich ein für Steuergerechtigkeit bei allen Schichten, keine neuen AKWs in der Schweiz. Ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung, Strom, Wasser und ÖV ist in seinem Parteiprogramm genauso wichtig wie ein Ausfuhrverbot von Kriegsmaterial, Leistungen der Sozialwerke, welche ein Leben in Würde erlauben sowie ein engagiertes Vorgehen gegen Jugendarbeitslosigkeit. Hierfür startete Keller eine Initiative, welche 1:1 in anderen Kantonen übernommen wird.

**Prouscht’scher Fragebogen**

*Ihr Name:* Keller Florian
*Ihr Beruf:* Mitarbeiter SGB
*Ihr Alter:* 24

*Was ist für Sie das grösste Unglück?*
Wenn gewisse Menschen versuchen, anderen ihren Lebensentwurf aufzudoktrinieren.

*Wo möchten Sie leben?*
Wichtig ist vor allem: Nicht nur an einem Ort.

*Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?*
In den Ferien mit Freunden den «Wahren Walter» zu spielen.

*Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?*
Alles, was im Spass passiert.

*Ihre liebsten Romanhelden?*
Der Barkeeper aus «Tender Bar» mit seiner Aussage, Grosszügigkeit sei die wichtigste Grundlage einer Bar. Der Taugenichts aus «dem Leben eines Taugenichts», weil er ein so schönes Leben hat.

*Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?*
Ich habe 4 Jahre Geschichte studiert, aber da kommt mir gerade nichts in den Sinn. Die Aufklärer Locke, Rousseau, Kant, Marat; usw. haben schon viel Wichtiges gesagt.

*Ihre Lieblingsheldinnen in.der Wirklichkeit?*
Ich mochte die Rede von Gerhard Schröder. Wenn er zum politischen Aschermittwoch sprach, blieb kein Auge trocken.

*Ihre Lieblingsheldinnen in derDichtung?*
Ich lese keine Dichtung.

*Ihr Lieblingsmaler?*
Milk & Vodka.

*Ihr Lieblingskomponist?*
Ich höre keine Kompositionen, aber viel Musik sik aus der Hamburger Schule (Element of Crime, Tocotronic…).

*Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?*
Ein gesunder Fatalismus.

*Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?*
Ein gesunder Fatalismus.

*Ihre Lieblingstugend?*
Fatalismus.

*Ihre Lieblingsbeschäftigung?*
Mit Freunden grillen, Bier trinken und Gott und die Welt abhandeln.

*Wer oder was hätten Sie sein mögen?*
So als Rebell mit Subcommandante Marcos durch die Wälder. das wäre schon was gewesen.

*Ihr Hauptcharakterzug?*
Gelassenheit.

*Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?*
Ausgelassenheit, Bereitschaft für spontane Aktionen.

*Ihr grösster Fehler?*
Faulheit, wenn mich etwas nicht begeistern kann.

*Ihr Traum vom Glück?*
Eine eigene Bar in Hanoi.

*Was wäre für Sie das grösste Unglück?*
In einem unfreien Land zu leben; unaufgeklärte und superreligiöse Gesellschaften sind mir ein Gräuel …

*Was möchten Sie sein?*
Ich bin eigentlich zufrieden.

*Ihre Lieblingsfarbe?*
Bordeaux.

*Ihre Lieblingsblume?*
2-Finger-Blume.

*Ihr Lieblingsvogel?*
Der Kanarienvogel meiner Basler Kollegen. Er ist leider abgehauen. Er hiess auch Waltar Stürm.

*Ihr Lieblingsschriftsteller?*
Friedrich Glauser finde ich gross.

*Ihr Lieblingslyriker?*
Gilt Oskar Freysinger als Lyriker? Kenne sonst keinen.

*Ihre Helden in der Wirklichkeit?*
Alltagshelden, z.B. die meisten Bauarbeiter.

*Ihre Heldinnen in der Geschichte?*
Sektenopfer Saskia war schon grosses Kino.

*Ihre Lieblingsnamen?*
Kaspar, Waltraud.

*Was verabscheuen Sie am meisten?*
Heuchelei und heuchlerische Freiheitsbeschränkungen wie Rauchverbot.

*Welche geschichtliche Gestalten verachten Sie am meisten?*
Iron Lady Madelaine Albrigt, die meisten Päpste, Sektenführer im Allgemeinen.

*Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?*
Die Vorwärts-Strategie von Ernst Mühlemann und der legendäre Bunkergürtel Kreuzlingen.

*Welche Reform bewundern Sie am meisten?*
Ich verabscheue schon das Wort Reform – erinnert mich immer an Armeereform. Ich kenne nur Errungenschaften.

*Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?*
Gleiterqualitäten für Mannschaftszeitfahren.

*Wie möchten Sie sterben?*
In einer wüsten Auseinandersetzung nach einem illegalen Hahnenkampf in Saigon.

*Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?*
Einigermassen abgekämpft nach den vielen Fragen.

*Ihr Motto?*
Pure Vernunft darf niemals siegen! (Tocotronic).

**Tiefgründig spielerisch**
Der Bogen mit den 37 Fragen, die der bekannte Schriftsteller Marcel Proust in seinem Leben zweimal ausfüllte, wurde nach ihm benannt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) lässt diesen Fragebogen unverändert seit Jahren von Prominenten als Herausforderung an Geist und Witz ausfüllen.