#Notizen zu Namen

29. August 2016 | Kein Wahlsieger: In Stein gibt es einen zweiten Wahlgang

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritschi

Gross war die Spannung gestern Nachmittag im Steiner Rathaus, als die amtierende Stadtpräsidentin Claudia Eimer das Resultat mitteilte. «Ich mache es alphabetisch», sagte sie, und das liess nichts Gutes erahnen. Tatsächlich hat es keiner der beiden Kandidaten geschafft. Mit einem denkbar knappen Ergebnis liegen beide unter dem absoluten Mehr. Ueli Böhni (GLP) hat 567 Stimmen ­erhalten; sein Kontrahent Sönke Ban­dixen (parteilos) 551. Das absolute Mehr lag bei 656 Stimmen, die Wahlbeteiligung betrug 68 Prozent. Von den 1312 eingelegten Stimmen entfielen 135 auf Stadtpräsidentin Claudia ­Eimer und 59 auf Vereinzelte. Der ­Vorsprung von Ueli Böhni auf Sönke Bandixen beträgt gerade mal 16 Stimmen.

**Böhni ändert seine Strategie**
«Natürlich habe ich mir eine Entscheidung im ersten Wahlgang gewünscht, aber ich habe immer einen zweiten Wahlgang erwartet, falls viele Solidaritätsstimmen für die abtretende Stadtpräsidentin abgegeben werden», sagte Ueli Böhni. Doch dass Sönke Bandixen fast gleichauf mit ihm liegt, hätte er eher nicht gedacht. Im zweiten Wahlgang werde er nur noch für das Stadtpräsidium und nicht mehr als Stadtrat kandidieren, denn das schaffe Verwirrung. «Ich will nicht zum Spielball für die gleichzeitig stattfindenden Stadtratswahlen werden – ich will nicht, dass umstrittene Stadtratskandidaten als Argument gegen meine Wahl als Stadtpräsident herhalten müssen, um mich im Stadtrat behalten zu können», so Böhni gestern.
Überrascht zeigte sich auch Sönke Bandixen, der erst ankam, als das Resultat schon verkündet worden war. Er sei erstaunt, dass der Stimmenunterschied zwischen Böhni und ihm so gering sei. Immerhin habe Böhni alle bürgerlichen Parteien hinter sich gehabt, und er selbst sei quasi im Alleingang durchgestartet. Er sei froh und dankbar für die Stimmen. Der zweite Wahlgang werde nun sicher eine spannende Sache. Ban­dixen kündigte an, dass er wohl nicht ganz passiv bleiben werde in den nächsten vier Wochen, sondern versuchen wolle, die Wähler weiter zu überzeugen.
Sehr überrascht zeigte sich Ueli Wehrli (SVP) vom bürgerlichen Wahlkomitee, wollte sich aber weiter nicht zum Ergebnis äussern. «Wir werden die Lage besprechen», sagte er. Ähnlich klang es auch bei Christian Flück, Co-Präsident der Pro Stein. «Das ist äusserst bedenklich», sagte er. «Da müssen wir genauer analysieren, was da schieflief und ob unsere Wahlstrategie richtig war.» Man werde sich bei einem Treffen der Parteipräsidenten nun wohl nächste Schritte überlegen.
Einen Sieger gab es dann aber doch noch in Stein am Rhein: Schulpräsident Ruedi Rüttimann (SP) wurde glanzvoll, mit 842 von 971 abgegebenen Stimmen, im Amt bestätigt. Das absolute Mehr betrug dabei 486 Stimmen. «Mit so einem Ergebnis habe ich überhaupt nicht gerechnet», sagte er strahlend.


**Kommentar**

**Eine Schlappe für die bürgerliche Wahlallianz**
Nun ist alles offen: Die Steiner tun sich offenbar schwer mit einem neuen Stadtpräsidenten. Über 100 Stimmbürger haben sich mit der abtretenden Präsidentin solidarisiert und ihr die Stimme gegeben. Für die beiden Kandidaten, die eigentlich ins Amt wollen, hat es nicht gereicht. Sie müssen nochmals antreten, und am 25. September wird sich zeigen, wohin das Pendel ausschlägt.
Dass beide offiziellen Bewerber nochmals dabei sein werden, sowohl Ueli Böhni als auch Sönke Bandixen, daran liessen sie gestern keinen Zweifel. Es kann durchaus sein, dass in den nächsten vier Wochen mit härteren Bandagen gekämpft wird als bisher; dass vielleicht gar ein Podium zustande kommt, ein Duell, das es bisher nur auf Flugblättern oder in Leserbriefspalten gab.
Eine Schlappe ist das gestrige Ergebnis für die bürgerliche Wahl­koalition allemal. Obwohl von der SVP bis zur GLP alle bürgerlichen Parteien Ueli Böhni unterstützt haben, der im Ort bestens bekannt ist und der dort wohnt, hat er auf seinen Konkurrenten, der zwar in Stein aufgewachsen ist, aber seit Langem woanders wohnt, nur 16 Stimmen Vorsprung herausgeholt. Da muss man sich überlegen, was schiefgelaufen ist. War man sich zu sicher? Oder wurde Böhni als Joker gesehen, der, wenn er nicht Stadtpräsident wird, weiterhin im Stadtrat bleiben wird? Das hat Bandixen für sich von vornherein ausgeschlossen. Für ihn gilt die Devise: Stadtpräsidium oder gar nichts. Nun hat Böhni seine Strategie geändert und setzt auch nur noch aufs Stadtpräsidium.
Man darf gespannt sein, was in den nächsten vier Wochen passiert und wohin am 25. September die Stimmen gehen werden, die gestern Claudia Eimer erhalten hat. Als Solidaritätsstimmen nützen sie nichts; es geht darum, wer in Stein künftig an der Spitze stehen soll.



Liegen nur 16 Stimmen auseinander, doch gewählt ist keiner: Sönke Bandixen (l.), der gerade das Wahlergebnis studiert, und Ueli Böhni.
Bild Edith Fritschi

#Notizen zu Namen

24. August 2016 | Das verborgene Erbe sichtbar machen

Schaffhauser Nachrichten
Daniel Jung

Obwohl Guido Faccanis Untersuchungen im Stadthausgeviert noch lange nicht abgeschlossen sind, weiss der aus Schaffhausen stammende Mittelalter-Archäologe und Kunsthistoriker bereits viel über die spannende Geschichte der zehn Häuser in der Schaffhauser Altstadt. «Wenn man über Archäologie spricht, meinen die Leute oft, alles Wichtige sei längst klar», sagt Faccani, Bruder des Schuhmachermeisters und Stadtratskandidaten Diego Faccani. «Doch das stimmt überhaupt nicht.» Im Stadthausgeviert tauche an jeder Ecke, die freigelegt werde, eine neue Erkenntnis auf.
Dass das Stadthausgeviert auf ein Franziskanerkloster zurückgeht und dass entlang der Stadthausgasse einmal die grosse Barfüsserkirche stand, ist bekannt und etwa auf einer Tafel am Stadthaus beschrieben. Viele Details sind aber unklar. «Leider ist von den schriftlichen Dokumenten aus der Klosterzeit fast nichts erhalten», sagt Faccani. Das erschwere die Forschung – mache die archäologische Arbeit aber noch spannender. «Wir sind hier noch ganz am Anfang», sagt er.

**Fotografieren und dokumentieren**
Natürlich gibt es zum Stadthaus- geviert etwa ein Kapitel in Reinhard Frauenfelders «Kunstdenkmäler des Kantons Schaffhausen». Eine gründliche archäologische Analyse wurde bisher aber nie durchgeführt. «Jetzt haben wir die Chance, das ganze Ensemble anzusehen», so Faccani, der bereits 2008 mit der Inventarisierung der Gebäude begonnen hat. Dabei werden in Absprache mit der Denkmalpflege wertlose Baumaterialien – etwa Holzfaserdämmplatten und Spannteppiche aus den letzten Jahrzehnten – entfernt. Danach werden Fotos gemacht und massstabsgerechte Pläne gezeichnet. Faccani arbeitet dabei nicht allein, sondern im Team mit einem Bauforscher und einem Techniker.

**Aufgeteilt und verkauft**
Nach der Kirchenspaltung – Schaffhausen trat 1529 zur Reformation über – wurde das Klosterareal aufgeteilt und grösstenteils einer privaten Nutzung zugeführt. «Daher sind die Häuser sehr unterschiedlich gewachsen und haben heute im Inneren so verschiedene Stockwerkshöhen», sagt Faccani. Die Umnutzungen im Laufe der Jahrhunderte sind an vielen Orten deutlich sichtbar – etwa am Guardianshaus, einem dem «Platz» zugewandten Gebäude, das nach dem leitenden Franziskaner benannt wurde. Mehrfach wurden hier Böden und Geschosshöhen verändert, etwa um 1900, als man das Erdgeschoss in eine Garage verwandelte. Die Umbauten am Gebäude haben dazu geführt, dass sich die Nordwand des Hauses heute dramatisch nach aussen lehnt – und der Dachstuhl derzeit mit Spanngurten gesichert werden muss.
An der Nordfassade des Guardianshauses zeichnen sich die früheren Fenster, die zugemauert wurden, heute noch deutlich wie «Fettflecken» ab. «Häufig sehen Dinge ‹grusig› aus, die für den Archäologen nützlich sind», sagt Faccani.

**Steinmetzzeichen als Hinweise**
Nicht unappetitlich sind die Steinmetzzeichen, die der Archäologe an verschiedenen Bauteilen aus Sandstein neu entdeckt hat. So etwa an einer Säule im Erdgeschoss des «Schwarzen Stiers». «Dieselben Zeichen gibt es auch an Bauteilen im St. Johann», sagt Faccani. Das zeige, dass die gleichen Handwerker sowohl am Umbau des St. Johann von 1516 wie auch im Franziskanerkloster, dem heutigen Stadthausgeviert, gearbeitet hätten. Ähnliche Steinmetzzeichen hat Faccani auch an Bauteilen gefunden, die ursprünglich zum Kreuzgang des Barfüsser­klosters gehörten. «Wir arbeiten stets vergleichend», sagt er.

**Jahresringe in den Balken**
Um das Alter der Balken des Dachstuhls des Guardianshauses zu bestimmen, wurden dendrochronologische Methoden eingesetzt: Den Balken wur- de ein Bohrkern entnommen. Anhand der Dicke der Jahresringe konnte anschliessend genau bestimmt werden, wann das Holz gewachsen war. Die ältesten Bauteile stammen von 1287.
An der Baugeschichte des Stadthausgevierts findet Faccani grundsätzlich alles interessant, zeige doch jede … … Facette etwas von der Geschichte und der Herkunft der Schaffhauser. «Doch man darf sich nicht im Detail verlieren», sagt er. Es gebe die Kulturschaffenden und die Kulturpflegenden – zu Letzteren gehörten die Archäologen. Ihre Arbeit finde zwar weniger im Rampenlicht statt und stosse nur selten auf Begeisterung – speziell, wenn sich etwa ein Bau verzögere. «Trotzdem ist ein sorgfältiger Umgang mit unserem Erbe wichtig», sagt Faccani.

**Zig Stunden im Archiv**
Zur Untersuchung des Stadthausgevierts gehört auch viel Archivarbeit. Faccani hat etwa intensiv nach historischen Darstellungen der Gebäude gesucht. So gibt es etwa Abbildungen aus dem 19. Jahrhundert, als ein Teil der ehemaligen Kirche noch als Baulager der Stadt verwendet wurde.
Am Schluss möchte Faccani die Erkenntnisse über die Baugeschichte des Stadthausgevierts in zwei Publikationen veröffentlichen: In einem Fachbuch und einem an Laien gerichteten Werk. «Man soll auf seinem Wissen nicht hocken bleiben», sagt er.


**Stadthausgeviert: Das ist 2016 schon passiert**

Vorlage
Im Januar hat der Schaffhauser Stadtrat seine Sanierungsstrategie für das Stadthausgeviert vorgestellt. Er möchte das Stadthaus und das Haus Eckstein weiter für die Verwaltung nutzen. Zusätzlich erwägt er einen Verwaltungsneubau im Innenhof. Die kleinräumigen Liegenschaften im Norden will er an private Baurechtsnehmer abgeben.

Parlament
Im Mai hat der Grosse Stadtrat die Strategie einstimmig gutgeheissen und 827 000 Franken für die Planung bewilligt. Das Parlament hat dem Stadtrat den Auftrag erteilt, beim Verwaltungsneubau gleich mehrere Varianten zu prüfen. Das läuft jetzt.

Legende



«Steinmetzzeichen wie im St. Johann»: Der Archäologe Guido Faccani vor einer spätgotischen Fenstersäule im Erdgeschoss des «Schwarzen Stiers» im Stadthausgeviert.



Der Innenhof des «Goldenen Apfels» aus dem Barock, der wie in anderen Altstadt­liegenschaften das Vorder- vom Hinterhaus trennt.



«Die ‹Fettflecken› an der Fassade des Guardianshauses zeigen an, wo sich früher einmal Fenster befanden», sagt Guido Faccani.



Unter den Pavatex-Holzfaserdämmplatten kam im 1. Obergeschoss des «Schwarzen Stiers» eine wertvolle Fachwerkwand mit Weiderutengeflecht zum Vorschein. «Diese Konstruktion läuft im 16. Jahrhundert aus», erklärt Guido Faccani.



Gemäss Parlamentsbeschluss soll die nördliche Hälfte des Gevierts im Baurecht abgegeben werden (grün), die südliche Hälfte soll für die Verwaltung genutzt werden (gelb). Rot markiert sind zwei Neubaustandorte.Bild GIS Kanton Schaffhausen/SN



Einer der noch erhaltenen Bögen des ehemaligen Klosterkreuzgangs: Das Fenster wurde mehrmals verkleinert.
Bilder Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

20. August 2016 | Das Hotel Tanne soll für 3,6 Millionen saniert werden: Moderne Studios in der historischen «Tanne»

Schaffhauser Nachrichten
Daniel Jung

Der Schaffhauser Stadtrat möchte das Hotel Tanne in der Schaffhauser Altstadt für 3,6 Millionen Franken sanieren. Die Weinstube im historischen Haus soll originalgetreu erhalten bleiben. Die Gästezimmer werden zu modernen Einzimmerstudios umgebaut. Diese sollen künftig im Rahmen eines gehobenen «Bed & Breakfast»-Betriebs oder als «Serviced Apartments» vermietet werden. Für einen eigenständigen Hotelbetrieb ist das Haus zu klein, auch wenn künftig die Remise im Innenhof ebenfalls genutzt wird. Die Stadt sucht für den Betrieb einen Pächter und veranstaltet dafür einen Konzeptwettbewerb. Die Jahresmiete beträgt mindestens 120 000 Franken.


**Moderne Studios in der historischen «Tanne»**

«Heute ist ein besonderer Tag», sagte Finanzreferent Daniel Preisig gestern vor den Medien. Gemeinsam mit weiteren Vertretern der Stadt stellte Preisig die Vorlage des Stadtrats zur Sanierung und Verpachtung des Hotels Tanne in der Altstadt vor. «Die ‹Tanne› ist ein Stück Schaffhausen, und die Sanierung ist mein Lieblingsprojekt», so der Finanzreferent.
Der Stadtrat möchte das historische Gebäude – erstmals verzeichnet wurde es 1817 – sanieren und anschliessend als Gastrobetrieb verpachten. Preisig rechnet mit Kosten von 3,6 Millionen Franken. Die stimmungsvolle Weinstube wird originalgetreu erhalten, die Möblierung der Gaststube nur sanft aufgefrischt. Die Küche wird gänzlich erneuert. Die sanitären Anlagen sowie Lagerräume des Restaurants werden neu in der Remise im Hof untergebracht, welche via einen neu zu erstellenden, überdachten Übergang erreicht werden kann. Die Remise ist ein ehemaliger Stall im Innenhof, welcher derzeit als Garage genutzt wird. Zwei weitere Garagen im Innenhof und ein Anbau an die Remise werden entfernt. Neu soll ein Teil des Innenhofs an warmen Tagen als Gartenbeiz mit Pergola genutzt werden können.

**Hotelnahe Nutzung**
Für die übrigen Gebäudeteile sieht der Stadtrat eine hotelnahe Nutzung vor – für den wirtschaftlichen Betrieb als eigentliches Hotel sei das Haus aber zu klein. Im 2. und im 3. Obergeschoss des Hauptgebäudes sowie im Dachgeschoss der Remise sind insgesamt neun Einzimmerstudios vorgesehen, welche mit Dusche, WC und Teeküche ausgestattet werden. Weil die bestehenden Zimmer zu klein und die Wände kaum schallisoliert sind, wird dieser Bereich stark verändert. Die Studios sollen künftig als «Serviced Apartments» oder im Rahmen eines gepflegten «Bed und Breakfast»-Betriebes vermietet werden. «Wir wollten eine möglichst hotelnahe Nutzung, die aber wirtschaftlich betrieben werden kann», sagte Preisig.
Im ersten Obergeschoss, direkt über der Weinstube, sollen als Ergänzung für den Gastrobetrieb eine Stube oder eine Lounge sowie – wie früher – ein Sitzungszimmer für Vereine und andere Organisationen eingerichtet werden. Alternativ wären auf diesem Geschoss auch Büros möglich. Zum Sanierungsprojekt gehören zudem eine neue Treppe an der dem Innenhof zugewandten Seite des Hauses. Die bestehende Treppe erfüllt die heutigen Anforderungen nicht mehr. Die Umbauarbeiten an der historischen Liegenschaft werden in enger Abstimmung mit der Schaffhauser Denkmalpflege vorgenommen, wie Urs Wildberger, Projektleiter Hochbau, erklärte. So wird etwa versucht, wertvoll verzierte Heizkörper in den Obergeschossen weiter zu nutzen. «Allein zum schützenswerten Mobiliar gibt es ein über 100seitiges Dokument», sagte Wildberger.

**Ein Ort der Begegnung**
Das Hotel Tanne wurde der Stadt im Jahr 2011 von der früheren Eigentümerin, Fräulein Margrit Zimmermann, als Schenkung übertragen, und zwar mit der vertraglichen Verpflichtung, die Weinstube integral zu erhalten. «Es ist dem Stadtrat ein grosses Anliegen, mit dem übertragenen Erbe sorgfältig umzugehen», sagte Baureferent Raphaël Rohner. Der Stadtrat wünsche sich, dass die «Tanne» wieder zum Ort der Begegnung und der Diskussion werde, wie sie das früher einmal war.
«Das Projekt ist ein weiterer konkreter Schritt zur Aufwertung der Schaffhauser Altstadt», sagte Rohner. Klar sei jedoch, dass die Verpachtung der Liegenschaft für die Stadt nur eine bescheidene Rendite bringen wird – der Stadtrat rechnet mit einer Nettorendite von 0,0 bis 0,5 Prozent. «Als Finanzer habe ich an dem Projekt keine Freude», sagte Preisig. Trotzdem sei es dem Stadtrat wichtig, die Sanierung dieses emotional bedeutsamen «Kulturguts» nun anzupacken. Die Wiedereröffnung soll der Stadt touristische, kulturelle und wirtschaftliche Impulse geben.

**Vorlage an den Grossen Stadtrat**
Die Bauarbeiten und der Vergabewettbewerb (siehe Kasten) können nach der Verabschiedung der Vorlage durch den Grossen Stadtrat starten. Da der Anteil der ungebundenen Kosten 1,5 Millionen Franken beträgt, wird der Kreditbeschluss dem fakultativen Referendum unterstellt. Die Wiedereröffnung der «Tanne» ist für 2018 geplant.


**Verpachtung Für die ganze Liegenschaft erwartet die Stadt 120 000 Franken Zins pro Jahr**

Grundsätzlich kann der Schaffhauser Stadtrat Verpachtungen in eigener Kompetenz durchführen. «Weil die ‹Tanne› für die Stadt aber eine hohe emotionale und lokalpolitische Bedeutung hat, haben wir das Verpachtungsmodell freiwillig in die Vorlage genommen», sagte Finanzreferent Daniel Preisig gestern. So soll auch dieses vom Parlament abgesegnet werden.
Der Stadtrat sieht vor, die ganze Liegenschaft – Restaurant, Stube im 1. Stock sowie die neun Einzimmerstudios – zur Pacht auszuschreiben. Dafür wird ein Konzeptwettbewerb durchgeführt. Dabei hofft der Stadtrat auf Vorschläge, die Rücksicht auf die Geschichte nehmen und gleichzeitig innovativ sind. Neben dem Betriebskonzept werden im Wettbewerb auch die Wirtschaftlichkeit und die Kompetenz des Wirts berücksichtigt.
Bereits stehen die finanziellen Rahmenbedingungen fest. Für die Weinstube ist eine Sockelmiete von 24 000 Franken pro Jahr oder acht Prozent des Umsatzes vorgesehen. Die Räume im ersten Stock kosten zusätzlich 6000 Franken. Die neun Studios sollen insgesamt für 90 000 Franken verpachtet werden. Unterm Strich macht das 120 000 Franken pro Jahr. Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, wird es dem Pächter erlaubt, in der Liegenschaft einen Weinhandel zu betreiben. «Am liebsten hätten wir einen Pächter für die ganze Liegenschaft», sagte Preisig. Sollte das nicht klappen, so hat die Stadt bereits Alternativszenarien durchgerechnet.
Der Stadtrat würde es begrüssen, wenn sich aus dem Kreis der ehemaligen (Stamm-)Gäste ein Trägerverein oder eine Genossenschaft für die ideelle und allenfalls auch finanzielle Unterstützung der «Tanne» bilden würde. Sollte sich diese Trägerschaft noch vor der Verpachtung bilden, so könne eventuell gar eine gewisse Mitsprache gewährt werden.(dj.)



«Hotel Tanne» an der Tanne in Schaffhausen



Blick vom Innenhof: Das Hotel Tanne gehört seit 2011 der Stadt Schaffhausen. Ab 2018 soll das Haus wieder als Weinstube und Unterkunft genutzt werden.



Im Erdgeschoss der Remise im Innenhof werden sanitäre Anlagen und ein Lagerraum entstehen. Im ersten Stock sind zwei Einzimmerstudios geplant.



Im Innenhof: Hochbauprojektleiter Urs Wildberger, Roger Düring, Leiter Immobilien im Finanzreferat, Finanzreferent Daniel Preisig und Baureferent Raphaël Rohner (v. l.).
Bilder Selwyn Hoffmann



Übersicht zu den geplanten Nutzungen in der Remise im Innenhof (links) und im Hotel (rechts). Die beiden Gebäude sollen neu durch einen gedeckten Übergang verbunden werden.
Plan Aellig + Lamparsky Architekten / Grafik SN

#Allgemeines

9. August 2016 | Die Scaphusia und Stein am Rhein

Steiner Anzeiger, Historisches
Christian Birchmeier

An der Kantonschule in der Munotstadt gab es einst drei Schaffhauser Verbindungen: Die Scaphusia (blaue Mützen), die abstinente Verbindung Munot (rote Mützen) und der Kantonsschulturnverein KTV (schwarze Mützen). Davon existiert heute nur noch die 1858 gegründete Scaphusia. Daneben sind in Schaffhausen noch die Technikerverbindung Fortuna (grüne Mützen) und die KV-Verbindung Commercia (violette Mützen) bekannt. Es gibt heute wohl nur noch wenige Institutionen, in denen über die Schulzeit hinausreichende Kontakte und Freundschaften derart intensiv gepflegt werden, wie dies in den Verbindungen der Fall ist.

**Kaum verändert**
Wohl ist jede Generation durch den Zeitgeist geprägt. Vieles hat sich geändert, musste sich verändern. Doch die Traditionen, die alten Bräuche und Rituale, der Stammtischbetrieb, der Comment, das Liedergut, die Sprache – alles Attribute, die auf alten studentischen Traditionen gründen – haben sich kaum verändert und werden auch in Zukunft durch die jungen Aktiven gepflegt und dadurch die überlieferten Werte hochgehalten.

**Bereichernd und wertvoll**
Als äusseres Merkmal ihrer Verbundenheit tragen sie ihre bunten Mützen und das Band, ob als junger Aktiver oder als weisshaariger Alter Herr. Als «Fuxe» eingetreten (man erhält dabei seinen Cerevis oder Vulgo/Übernamen), nach zwei Semestern zum Burschen erkoren und nach Beendigung der Schule in den Altherrenverband aufgenommen, bleibt man Zeit seines Lebens untereinander «in Verbindung».
Das Jahresprogramm der Aktivitas ist im Sommersemester geprägt durch Weidlingsfahrten auf dem Rhein, Bummel durch die Schaffhauser Landschaft, den Besuch des Munotballs und das Treffen mit anderen Verbindungen aus dem Raume Ostschweiz. Im Wintersemester überwiegen hauptsächlich Vortrags- und Diskussionsabende über vornehmlich aktuelle, zeitgenössische Themen, an denen der Kontakt und das Zusammensein mit Alten Herren, oft Träger wichtiger Funktionen und Positionen in Industrie, Wirtschaft, Medizin, Politik, Wissenschaft, Kunst usw., so bereichernd, interessant und wertvoll sind. Das Halten von eigenen Vorträgen schult das Auftreten, die Sprache, erweitert den geistigen Horizont und zwingt die Teilnehmer zu begründeten Ansichten und Argumentationen zu einem Thema. Aber auch gesellschaftliche Anlässe wie Bälle, Kommerse, Stammtischbesuche, Stiftungsfeste oder die jährlich stattfindenden Generationentreffen bereichern das Programm.

**Mächtiger Frühschoppen**
Für die pensionierten Alten Herren findet alle 14 Tage eine gemeinsame Wanderung durch die Schaffhauser Landschaft statt, was der seelischen, körperlichen und geistigen Rüstigkeit förderlich ist. Bekanntester Anlass dürfte der jeweils kurz vor Weihnachten stattfindende Weihnachtskommers der Verbindung Scaphusia sein.
Schon seit jeher hat die Scaphusia an ihren grossen Jubiläen wie dem 50., 75., 100., 125. und 150. Stiftungsfest, zuletzt im Jahre 2008, meist als viertägige Feierlichkeiten durchgeführt, bei denen traditionsbedingt schon immer ein Steiner Tag durchgeführt wurde. Mit dem eigens dafür organisierten Schiff (meistens die «Schaffhausen») kamen die Aktiven und Alten Herren, meistens 200 bis 300 an der Zahl –, von Schaffhausen den Rhein aufwärts zu einem mächtigen Frühschoppen auf den Rathausplatz in Stein am Rhein.

**Goldener Becher kredenzt**
Nach dem Empfang durch die Steiner Stadtmusik bewirteten die Steiner Pontoniere den gewaltigen Frühschoppen, an dem es sich der jeweilige Stadtpräsident (oft selber Farben tragend) nicht nehmen liess, die Corona persönlich zu begrüssen und den Ehrengästen den Goldenen Becher zu kredenzen. Zu Fuss oder mit Kutschen ging es dann hoch hinauf zur Burg Hohenklingen, wo jeweils das Mittagessen eingenommen wurde, ehe es am Abend wiederum mit dem Schiff zurück nach Schaffhausen ging.
Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums liess es sich die Scaphusia nicht nehmen, der Stadt Stein am Rhein mittels eines schönen (zeitlich vorgeschobenen) Geschenkes ihre stete Verbundenheit und Dankbarkeit für die herzliche Aufnahme auszudrücken. Sie schenkte der Stadt anlässlich der Renovation der Burg Hohenklingen eine Wetterfahne, die seither auf der Spitze des Turmdachs angebracht ist.

**Steiner Kartelltag**
Als Folge des 100-Jahr-Jubiläums der Scaphusia 1958 finden sich seit 1959 jeden Spätherbst Freunde der vier befreundeten Mittelschul- Kartellverbindungen Thurgovia (Frauenfeld), Vitodurania (Winterthur), Rhetorika (St. Gallen) und Scaphusia zum Alt-Herren-Kartelltreffen der Region Untersee und Rhein.
Dabei trifft man sich meistens in Stein am Rhein im «Rothen Ochsen» zu einem Schoppen, gefolgt von einem eineinhalbstündigen kulturhistorischen Teil (meist Besichtigung kulturhistorischer Art) und dem gemeinsamen Nachtessen und gemütlichen Beisammensein wiederum im «Rothen Ochsen».

**Steiner Stamm**
Seit 1983/84 findet Mitte Februar, April, Juni, August und November ebenfalls im «Rothen Ochsen» zu Stein am Rhein der sogenannte Steiner Stamm statt. Er hat sich aus den Zusammentreffen des für den beim 125-Jahr- Jubiläum durchgeführten «Steiner Tag» verantwortlichen Subkomitees unter der Leitung von Franz Lorenzetti v/o Blasius entwickelt. Je nach Anzahl Teilnehmer und Stimmung steigt neben den interessanten Gesprächen gelegentlich eine humorvolle Produktion (meist aus der Feder von Dr. Schudel v/o Mufti) und werden Lieder nach bester scaphusianischer Tradition, begleitet am Piano von AH Mufti, gesungen.
Ein Chronist aus den Reihen der Scaphusia hat einmal vermerkt: Ist die Bude (das Studentenlokal) im «Falken» zu Schaffhausen das Herz der Verbindung, so ist Stein am Rhein deren Seele!

**Viele Steiner Kantonsschüler in der Scaphusia**
Schon seit dem Gründungsjahr 1858 fanden immer wieder Steiner Kantischüler den Weg in die Scaphusia. Noch heute leben viele ehemalige Kantonsschüler als «Alte Herren» der Scaphusia in der Region und in Stein am Rhein selber.
Eine illustre Schar origineller Vulgos (Cerevis oder Übernamen) hat sich da angehäuft, so zum Beispiel: Chretzer, Schärbe, Chäch, Topos, Modest, Luuser, Batze, Sog, Mentor, Sonus, Safran, Zäckli, Lumen, Verus, Becher, Blasius, Keiler, Domingo, Balz, Lento und andere mehr.

**Die Ärztedynastie Böhni**
In der Scaphusia gibt es einige Familien, deren Väter und Söhne über Generationen der Scaphusia beigetreten sind. Die längste direkte Linie treffen wir in der Ärztefamilie Böhni von Stein am Rhein mit fünf Vertretern an:
Ernst Böhni
(v/o Amor, Elias), Eintritt 1872
Walter Böhni
(v/o Gwaag), Eintritt 1911
Hanspeter Böhni
(v/o Schlingel), Eintritt 1945
Ueli Böhni
(v/o Süüle), Eintritt 1977 (zurzeit Altherren-Präsident)
Stephan Böhni
(v/o Limes), Eintritt 2011 (stud. oec)
In dieser Liste der Familientradition folgt die Familie Wanner (aus dem Klettgau stammend) mit 4 Generationen sowie weitere Familie mit drei Generationen.
Bis zum heutigen Tag haben der Studentenverbindung Scaphusia rund 1100 Mitglieder angehört. Zurzeit sind rund ein halbes Dutzend Kantonsschüler in der Aktivitas.



Scaphusia-Gruppenbild vor dem Steiner Rathaus anlässlich des 50. Stiftungsfestes im Sommer 1908.
Bild zvg



Farben und Zirkel der fünf Schaffhauser Verbindungen.
Bild zvg



Vertreter der Scaphusia mit der neuen Wetterfahne, einem zeitlich vorgezogenen Geschenk anlässlich der 150-Jahr-Feier 2008.
Archivbild Sr.



Die neue Wetterfahne wird auf dem Turmspitz montiert (16. Juni 2006).
Archivbild Sr.



Dampfschiff «Schaffhausen» mit Schlagseite: Ankunft in Stein am Rhein anlässlich der 100-Jahr-Feier am 24. August 1958.
Bild zvg



Frühschoppen am «Steiner Tag» auf dem Rathausplatz anlässlich der 125-Jahr-Feier am 28. August 1983.
Bild zvg

#Allgemeines

8. August 2016 | Welcher der vier Betrunkenheits-Typen sind Sie?

Die Welt
Fanny Jiménez

Ein Mann existiere nicht, bevor er trinke. Das sagte Ernest Hemingway, der Mann, der nicht nur schon zu Lebzeiten als einer der besten amerikanischen Literaten galt, sondern auch gern Wodka aus der Flasche trank und Rum, Mojito und Martinis in sich hineinschüttete wie andere Wasser.
Er mag es radikal formuliert haben, aber die US-Psychologen Rachel Pearl Winograd, Douglas Steinley und Kenneth Sher von der University of Missouri-Columbia vermuteten, dass ein Körnchen Wahrheit in diesem Satz liegt. Nicht in dem Sinne, dass man ohne Alkohol im Blut ein niemand ist.
Sondern dass Menschen, wenn sie betrunken sind, bestimmte Facetten ihrer Persönlichkeit entdecken und preisgeben, die normalerweise nur verborgen in ihnen schlummern. Nicht jeder verhalte sich gleich, wenn er zu viel trinke, schreiben die drei Wissenschaftler in einer Studie, die sie gerade im Fachjournal «Addiction Research & Theory» veröffentlicht haben. «Manche verändern sich dann weitaus dramatischer als andere.»

**Studie mit 187 «drinking buddies»**
Dass Alkohol das Wesen von Menschen beeinflusst, sie offener macht, risikofreudiger und leider auch etwas langsamer im Denken, das weiss man schon seit den späten 60er-Jahren. Trotzdem, so die Forscher, habe es bislang keine einzige Untersuchung dazu gegeben, ob es unterschiedliche Typen von Betrunkenen gibt.
Das wollten sie ändern. Die Psychologen rekrutierten 187 «drinking buddies»: Studenten der Uni, die schon öfter zusammen etwas zu viel gebechert hatten – und daher wussten, was mit der Persönlichkeit ihres Freundes passierte, wenn er betrunken war. Beide wurden dazu befragt, wie sie sich dann selbst wahrnahmen und wie ihr Freund ihr Verhalten beurteilen würde.
Dann jagten sie alle Beschreibungen durch eine statistische Analyse, die alle Daten der Versuchsteilnehmer danach filterte, welche Verhaltensweisen oft zusammen auftraten. Vier unterschiedliche Profile von Betrunkenen entdeckten die Forscher – und gaben ihnen Namen berühmter Charaktere, die das jeweilige Profil symbolisieren.

**Von «Hemingway» bis «Mr. Hyde»**
Der erste Typ und mit 40 Prozent der häufigste ist «Hemingway». Ganz wie der grosse Ernest kann er trinken und trotzdem er selbst bleiben. Dieser Typ wird durchaus betrunken, verändert aber seine Persönlichkeit nicht sonderlich stark.
Der zweite Typ ist mit 14,5 Prozent «Mary Poppins». Dieser Typ ist schon nüchtern immer freundlich und wird im betrunkenen Zustand noch reizender – und offener. Das sind jene, die am Ende der Party alle umarmen und ihnen sagen, wie gern sie sie haben.
Der dritte Typ, der 22,5 Prozent ausmacht, nennt sich «verrückter Professor». Er ist im Alltag schüchtern und introvertiert, wird aber zum wilden Partylöwen und Showtänzer, sobald er trinkt.
Den vierten Typ, auf den rund 20 Prozent der Teilnehmer fielen, haben die Forscher «Mr. Hyde» genannt, nach der dunklen Seite des Dr. Jekyll. Er verändert sich dramatisch, sobald Alkohol durch seinen Körper fliesst, wird besonders unvorsichtig, feindselig und aufbrausend oder aber übermässig weinerlich bis hin zur Untröstlichkeit.
Dieser vierte Typ war auch der, der häufig Probleme bekommt, wenn er trinkt: Blackouts, Prügeleien und Probleme mit der Polizei wurden hier oft angegeben. Wer sich sehr verändert, sobald er trinkt, ist also ein Risikokandidat, schlussfolgern die Wissenschaftler. Was sie besonders erstaunte: Zwei Drittel der Mr. Hydes waren Frauen.

#Alt-Scaphusia

3. August 2016 | Rolf Meier olim Frack

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Rolf Meier olim Frack
Dr. iur.
Generation 1936
1919-2016

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Die Bestattung fand im Familienkreis statt.

Die studentische Totenehrung wird am Mittwoch, 17. August 2016, 20.00 Uhr im Verbindungslokal stattfinden.

#Allgemeines

28. Juli 2016 | Forscher lassen Bier aus Urin brauen

Schaffhauser Nachrichten
Arne Verliefde

Unter dem Motto «Pinkeln für die Wissenschaft» haben belgische Wissenschaftler rund 1000 Liter Urin gesammelt. Daraus waren mit einer speziellen Anlage Stickstoff, Kalium und Phosphor gefiltert und rund 950 Liter Trinkwasser gewonnen worden. Nach der Prüfung durch staatliche Labors soll das Wasser zum Brauen eines Spezialbieres genutzt werden.
Die Forscher hätten Besucher eines Festivals gebeten, in ein spezielles Pissoir zu pinkeln, wie Wasserexperte Arne Verliefde von der Universität Gent gestern der Nachrichtenagentur DPA erklärte. Die Wissenschaftler testeten dabei ein Verfahren, um Düngerstoffe und Trinkwasser aus Urin zu filtern.

**Biertradition**
Hauptziel des Projektes ist es, billigen Dünger für Entwicklungsländer herzustellen. Das Pinkelbier soll Vorurteile überwinden, sagte Verliefde. «Ich weiss, dass viele das eklig finden.» Dabei sind doch gerade die Belgier für ihre Biertradition bekannt – und jetzt ein Bier aus Urin? «Hier machen wir aber Witze, dass die Niederländer das schon seit Jahrhunderten tun», sagte Verliefde.

**«Leckeres Bierchen»**
Trinkwasser aus Urin sei geschmacksneutral und schadstofffrei. Gemeinsam mit der Genter Stadtbrauerei «De Wilde Brouwers» (Die wilden Brauer) haben die Forscher bereits aus geklärtem Abwasser Bier gebraut. «Das ist ein leckeres Bierchen», sagt der Wasserexperte.

**Tests bei Fussballspielen**
Das Filterverfahren der Belgier soll in Entwicklungsländern eingesetzt werden. «Bauern dort haben oft keinen Zugang zu billigem Dünger», erklärte Verliefde. Aus 1000 Liter Urin könne man genug Dünger gewinnen, um 135 Kilogramm Mais zu produzieren. Um schnell eine grosse Menge Urin zu sammeln, sollten die Anlagen auf Festivals, bei Fussballspielen oder an Flughäfen aufgestellt werden.
An sich ist es technisch schon länger möglich, aus Urin Trinkwasser zu gewinnen, um beispielsweise Astronauten auf einer Raumstation zu versorgen.(dpa)

#Allgemeines

21. Juli 2016 | Flashmob, Hobbit-Dorf und «Harry Potter» am Kantifest

Schaffhauser Nachrichten
Tito Valchera

Was haben «Harry Potter», «Herr der Ringe» und «Grease» gemeinsam? Sie alle werden Gegenstand des nächsten Kantifestes vom 23. September sein. Für das Fest haben die Schulklassen das Motto «Film» ausgewählt. Sämtliche Projekte, die für das Kantifest geplant sind, haben sich danach zu richten: die Musik, die Dekoration, das ­Essen und die Getränke wie auch die Attraktionen und Spiele. In der Vorbereitungsphase des Fests hat die Kantonsschule Schaffhausen erstmals einen Projektwettbewerb lanciert. Am Wettbewerb haben zehn Schulklassen teilgenommen und in ihren Portfolios das jeweilige Projekt beschrieben und visualisiert. Gestern hat das OK des Kantifests in der Aula die Preise für die Siegerprojekte überreicht.

**Stündlicher Flashmob**
«Nach der Sichtung der eingegangenen Projekte hätten alle einen Preis verdient», sagte OK-Chefin Vreni Winzeler. Mit «Grease» (Klassen 1mb/2sb), «Herr der Ringe» (Klassen 1sa/1sb) und «Harry Potter» (Klassen 1nb/2ma) wurden drei gleichwertige Siegerprojekte ohne Rangliste ausgewählt. Sie erhielten jeweils 500 Franken Preisgeld. «Die drei Portfolios bestechen durch Sorgfalt in der Ausführung und durch originelle Ideen», sagte Winzeler. Die Jury, bestehend aus dem OK Kantifest, hatte Idee, Konzept und Originalität, aber auch die Durchführbarkeit sowie den effizienten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen bewertet. Bei «Grease» wird stündlich ein Flashmob im Lichthof des Neubaus geboten. Dazu haben einige Schüler die Tanzchoreografie professionell eingeübt, und Schülerinnen mit Rollschuhen und Bauchläden kurven herum. «Herr der Ringe» trumpft mit einem Hobbit-Dorf samt Spieleparcours auf. Die Besucher werden dabei von Hobbits, Elfen und Konsorten betreut. Bei «Harry Potter» sind eine Liveband, ein Quiz und eine Zugfahrt mit Endlosschleife vorgesehen.

**Projektgemeinschaften gebildet**
Wichtig für Winzeler: «Verschiedene Klassen haben sich zu Projektgemeinschaften zusammengeschlossen, um das aktive Miteinander zu üben.» Die drei Siegerprojekte könnten noch einen weiteren Preis gewinnen. Am Kantifest wird eine externe Jury alle Projektteilnehmer erneut bewerten – und Preise dafür vergeben, wie gut die Klassen ihre Konzepte umgesetzt haben.



An der Preisverleihung des Kantifest-Wettbewerbs waren in der Aula die folgenden Gewinner anwesend (v. l.): Noëlle Roth, ­Julia Rieser (beide Klasse 2ma); Kathrin Wolter und Louisa Stocker (beide Klasse 1mb); Remo Bosshard, Valeria Huber und Flavia Grossenbacher (alle Klasse 2sb).
Bild Tito Valchera

#Notizen zu Namen

9. Juli 2016 | Dritter Kandidat fürs Wilchinger Gemeindepräsidium

Schaffhauser Nachrichten
(jcg)

Überraschend ist für die Wilchinger Gemeindepräsidentenwahl vom 28. August eine dritte Kandidatur eingegangen. Der parteilose Ruedi Leu (Bild) fordert Virginia Stoll (SVP) und Walter Linsi (FDP) heraus. Der 65jährige ehemalige Lehrer und Schulinspektor war bereits von 1991 bis 1998 Gemeinderat und Finanzreferent in Wilchingen, zuvor hatte er von 1989 bis 1990 Einsitz in der Rechnungsprüfungskommission der Gemeinde genommen. Leu ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Vor zwei Jahren liess er sich pensionieren. Bereits länger bekannt sind die Bewerbungen von Virginia Stoll (SVP) und Walter Linsi (FDP). Das überparteiliche Findungskomitee hält alle drei Kandidaten für wählbar und verzichtet daher auf eine Wahlempfehlung, wie es gestern mitteilte.

**«Bereit für Herausforderung»**
«Ich bin von verschiedenen Seiten gefragt worden, ob ich kandidieren wolle», sagt Ruedi Leu. «Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr spürte ich, dass ich durchaus bereit bin, diese Herausforderung anzunehmen.» Er wisse ja auch genau, was im Fall einer Wahl auf ihn zukomme. Seine Erfolgschancen könne er nicht einschätzen. «Aber wenn man gar keine Hoffnung hätte, würde man sich nicht zur Wahl stellen», stellt er klar.
Politisch besonders am Herzen liege ihm der Umgang miteinander – die Frage, wie man das Zusammen­leben im Dorf gestalten könne, damit man sich wohl und politisch zugehörig fühle und keine Gräben aufgerissen würden. «Der zurücktretende Hans Rudolf Meier hinterlässt diesbezüglich aber ein gemachtes Gärtchen», so Leu. Zu den anderen beiden Kandidaten will er sich nicht äussern, sondern sich lieber auf sich selbst konzentrieren. Seine Wahlkampfaktivitäten wolle er eher auf kleiner Flamme halten.


#Allgemeines

5. Juli 2016 | Abstimmungspropaganda oder ein harmloses Mail?

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Titelseite
Ein internes Mail der Kantonsschule Schaffhausen wird zum Politikum. Kantonsrat Andreas Gnädinger (SVP, Siblingen) wirft der Schulleitung vor, sich mit einem Mail an alle Mitarbeiter in den Abstimmungskampf um die Einführung von kostenpflichtigen Freifächern an der Kanti eingemischt und sogar gewissen Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt zu haben. Der Rektor der Kantonsschule, Pasquale Comi, weist die Vorwürfe zurück. Die Schulleitung habe in keiner Weise dazu aufgefordert, sich gegen die Sparmassnahmen zu äussern.(zge)


Die Abstimmungen vom Wochenende sind vorbei, das Schaffhauservolk hat fünf Massnahmen aus dem Entlastungsprogramm 2014 abgelehnt. Darunter war auch der Vorschlag, dass gewisse Freifächer an der Kantonsschule künftig kostenpflichtig sein sollten.
Diese Vorlage beschäftigt die Politik nun erneut. Es geht dabei aber nicht um die inhaltliche Frage, sondern darum, ob an der Kantonschule unstatthafte politische Werbung gemacht worden ist. Kantonsrat Andreas Gnädinger (SVP, Siblingen) schreibt in einer Kleinen Anfrage, dass die Schulleitung der Kantonsschule in einer offiziellen Mitteilung an alle Mitarbeiter zur Opposition gegen die Sparmassnahmen im Bildungsbereich aufgerufen habe.

**«Nicht akzeptabel»**
Gnädinger zitiert dazu einen Abschnitt aus dem besagten Mail (siehe Kasten «Im Wortlaut). «Eine Einmischung der Schulleitung in den Abstimmungskampf ist meines Erachtens nicht akzeptabel», schreibt Gnädinger. Dies vor allem dann, wenn auch noch Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt werde, sich mit ihrer Unterschrift aktiv am Abstimmungskampf zu beteiligen.
Gnädinger will nun von der Regierung wissen, wie sie die Situation einschätze. Unter anderem fragt er, ob es der Regierungsrat für legitim erachte, wenn sich die Kantonsschule in den Abstimmungskampf gegen das Entlastungspaket einbringe, und er will wissen, was die Regierung davon halte, dass im Lehrerzimmer Plakate gegen die Sparvorlage gelagert und ausgegeben worden seien.
Generell fragt er, in welchem Rahmen sich Mitarbeiter im öffentlichen Dienst in ihrer offiziellen Stellung an Abstimmungskämpfen beteiligen dürften.
Eigentlich liegt der Ball, also die Kleine Anfrage, nun bei der Regierung, und es ist an ihr, sie zu beantworten. Kantonsschulrektor Pasquale Comi wollte die Vorwürfe aber nicht einfach auf sich sitzen lassen. «Die Schulleitung der Kantonsschule hat in keiner Weise aufgefordert, sich gegen die Sparmassnahmen zu äussern», schrieb er gestern in einem Mail an die SN. Doch was hat es dann mit der offiziellen Mitteilung auf sich?
Comi erklärt auf Nachfrage, dass es sich dabei um ein allgemeines Informationsmail handle und dass neben der Schulleitung auch Dritte Mitteilungen auf diesem Weg streuen könnten. Dort gebe es etwa auch Meldungen der Kita oder der Informatik oder auch mal ein Dankeschön eines Lehrers für ein Geschenk zum Jubiläum. «Früher wären solche Informationen einfach an ein Anschlagbrett gehängt worden, heute werden sie eben per Mail verschickt», sagt er. Es sei völlig falsch, zu glauben, die Schulleitung stecke hinter dem Aufruf. «Die Schulleitung hat ja diese Entlastungsvorschläge eingebracht», sagt Comi. «Wir könnten sie ja nun sicher nicht bekämpfen.»

#Notizen zu Namen

1. Juli 2016 | Neugier, Leidenschaft und Ziele

Schaffhauser Nachrichten
Tito Valchera

Es war eine besondere Maturafeier in der Kirche St. Johann. «Wir haben heute enge Platzverhältnisse, weil die Orgel renoviert wird», sagte der Rektor der Kanti Schaffhausen, Pasquale Comi. Er sprach damit die provisorische Bühne an, auf welcher die Maturazeugnisse übergeben wurden. Diese befindet sich gegenüber der üblichen Bühne bei der Orgel. So sprach der Regierungsrat und Vorsteher des Erziehungsdepartements, Christian Amsler, von der Kanzel herab zu den Anwesenden. «Ich möchte weder eine Predigt halten noch sie kanzeln.» Im Gegenteil: Er gratulierte im Namen des Regierungsrates den Maturanden und nannte ihre zukünftigen Herausforderungen: «Bis heute mussten Sie sich um vieles nicht kümmern, andere haben es gemacht», sagte er. Nun gelte es, Verantwortung zu übernehmen. «Ich wünsche Ihnen viel Neugierde, Leidenschaft und klare Ziele für die Zukunft», sagte Amsler.

**Reife erleben**
Die Maturarede von Yonni Meyer, Psychologin, Kolumnistin und Kantialumna, sprach wichtige Aspekte dieses Übergangs vom Schülersein ins Erwachsenenalter an. Auch für die Eltern, die mit ihren Kindern gelitten, gehofft und sie unterstützt hätten, sei heute ein wichtiger Tag. So forderte Meyer die Jugendlichen auf: «Steht alle auf, dreht euch um und bedankt euch mit einem Applaus bei euren Eltern.» Drei Lebensabschnitte würden die Schüler mit der Maturafeier hinter sich lassen: die Kantizeit mit ihren Erlebnissen, das Dasein als Schüler mit seinen Freiheiten und die Kindheit. Denn Matura bedeute «Reifheit», aber diese erlange man nicht nur mit der Unterschrift auf einem Stück Papier. «Lernt alles, was ihr könnt, und findet selbst raus, was das Leben hergibt», gab sie den Maturanden mit auf den Weg.
Klassenweise wurden die 130 Maturazeugnisse übergeben und dabei die Klassenbesten ausgezeichnet. Maturanden mit einer Gesamtnote von über 5,3 profitieren zudem vom Förderprogramm der schweizerischen Studienstiftung. Giulia Rossi erhielt für die beste Maturaprüfung den mit 1300 Franken dotierten Preis der Verbindung Munot vom Stiftungsratspräsidenten Richard Ronner.
Die anwesenden Maturanden, Eltern, Geschwister, Göttis, Gotten, Freundinnen und Freunde, aber auch Mitschüler sowie Lehrpersonen applaudierten in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche sowohl bei den Zeugnisübergaben wie auch bei den musikalischen Darbietungen: dem Kammerchor der Kantonsschule mit seinem Dirigenten Ulrich Waldvogel Herzig, der Jazz-Workshop-Band, den Jungmusikern Murielle Oberhofer und Lorenz Strologo wie auch dem Vokalensemble. Am Ende gab der Rektor den Maturanden auf den Weg: «Nehmt das Positive, was euch anlacht, anspricht und guttut, mit auf euren Lebensweg.»

**Abschluss 2016**
*Die erfolgreichen Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Schaffhausen*

Musisch-neusprachliches Gymnasium

Klasse 4ma
Klassenlehrerin: Helen von Burg Jonas Bolliger, Hemishofen; Selin Cakici, Feuerthalen; Ladina Cavigelli, Stein am Rhein; Danara Eskandari, Neunkirch; Julian Ferber, Schaffhausen; Lena Keller, Buchberg; Deborah Kipfer, Feuerthalen; Lea Klauser, Schaffhausen; Alain Küng, Feuerthalen; Fabienne Kuster, Schlatt; Fabio Leder, Schaffhausen; Lena Marti, Schaffhausen; Drita Morina, Schaffhausen; Tina Osterwald, Basadingen; Preveen Panakkal, Neuhausen am Rheinfall; Alina Rothfelder, Schaffhausen; Marek Stahel, Feuerthalen; Andrea Tanner, Hemishofen; Julia Wichmann, Hemmental.

Klasse 4mb
Klassenlehrer: Ueli Manz
Yannick Akeret, Neunkirch; Hannes Bächtold, Schleitheim; Nora Fischer, Schleitheim; Sara Fischer, Siblingen; Flurina Hofmann, Schaffhausen; Natalie Hubli, Schaffhausen; Sasa Milosevic, Schaffhausen; Joëlle Monhart, Feuerthalen; Luisa Ricci, Schaffhausen; Liv Roth, Schaffhausen; Marc Schüler, Schaffhausen; Vithya Shangar, Schaffhausen; Maria Steiner, Schaffhausen; Annika Thalmann, Beringen; Balazs Vitos, Neunkirch; Silvia Wehren, Stetten; Lucas Zollinger, Feuerthalen.

Klasse 4mc
Klassenlehrerin: Unica Weidmann
Janosch Bohner, Neuhausen am Rheinfall; Sina Bosshard, Opfertshofen; Lia Budowski, Schaffhausen; Laura Bukvic, Schaffhausen; Joaquim Cantor Miranda, Neunkirch; Catherine Delilkhan, Schaffhausen; Céline Hochstrasser, Schaffhausen; Chantal Maier, Feuerthalen; Kristina Maloca, Thayngen; Ninja Moor, Stein am Rhein; Carla Müller, Schaffhausen; Tamara Rüegsegger, Thayngen; Sophie Schäfer, Schaffhausen; Laura Storrer, Lohn; Sehriban Ucan, Schaffhausen; Rhiana Weber, Neunkirch; Nicole Ziegler, Lohn; Clio Zubler, Schaffhausen.

Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium

Klasse 4na
Klassenlehrer: Michael Gerike
Alp Altun, Schaffhausen; Dennis Bieck, Ramsen; Moritz Bischof, Schaffhausen; Mona Bringolf, Hallau; Caroline Brütsch, Schaffhausen; Stefan Comba, Schaffhausen; Jonas Gasser, Schaffhausen; Raphael Grässli, Schleitheim; Joel Hatt, Beringen; Marcel Iten, Schleitheim; Robin Jerger, Neuhausen am Rheinfall; Leila Krajnovic, Schaffhausen; Janik Lobsiger, Hemmental; Konrad Loretan, Schaffhausen; Christina Maliakal, Schaffhausen; Isa Mehmeti, Schleitheim; Noah Näf, Gächlingen; Hanna Niklaus, Gächlingen; Christian Pfister, Schaffhausen; Nicola Quadri, Altdorf; Igor Radovanovic, Schaffhausen; Tanja Schlatter, Beringen; Joëlle Steiger, Schaffhausen; Luisa Summa, Neuhausen am Rheinfall; Perihan Sürensoy, Schaffhausen; Tim Wechselmann-Cassim, Schaffhausen.

Klasse 4nb
Klassenlehrer: Eric De Pizzol
Nimra Ahmed, Schaffhausen; Georgy Astakhov, Schaffhausen; Fabian Bolli, Neuhausen am Rheinfall; Stefanie Bruder, Schaffhausen; Lukas Dütsch, Schaffhausen; Ilir Grajcevci, Diessenhofen; Julia Hoff, Schaffhausen; Kimon Ioannidis, Schaffhausen; Tirza Jimenez, Neuhausen am Rheinfall; Janina Justus, Schaffhausen; Rakeesh Karunakaran, Schaffhausen; Anna Knill, Uhwiesen; Cédric Kupferschmid, Hemishofen; Aaron Leu, Neuhausen am Rheinfall; Jil-Andri Lötscher, Flurlingen; Lucas Meister, Schaffhausen; Fabrizio Pecoraro, Winterthur; Lorenzo Persi, Stetten; Lisa Pfalzgraf, Feuerthalen; Fabio Schmocker, Schaffhausen; Livia Studer, Schlattingen; Samuel Wieler, Stein am Rhein; Benjamin Zehnder, Schaffhausen; Benjamin Zürcher, Lohn.

Sprachlich-altsprachliches Gymnasium

Klasse 4sa
Klassenlehrer: Hans-Rudolf Dütsch
Lisa Fahrni, Schaffhausen; David Illmer, Schaffhausen; Benedikt Klinger, Schaffhausen; Susanne Koch, Schaffhausen; Jasmin Küenzi, Hallau; Felicidas Lehmann, Siblingen; Tobias Ochsner, Oberhallau; Lara Pecorino, Schaffhausen; Anja Ryser, Gächlingen.

Klasse 4sb
Klassenlehrer: Ralph Tanner
Benjamin Eggstein, Flurlingen; Heike Fäth, Schaffhausen; Sina Fehr, Buchberg; Ann-Kathrin Fischer, Dachsen; Sarah Gschwend, Schaffhausen; Ronja Holler, Neunkirch; Matthias Hürlimann, Schlatt; Klara Ivic, Neuhausen am Rheinfall; Simona Kradolfer, Schlatt; Thomas Leu, Schaffhausen; Justin Lüddecke, Ramsen; Nina Mascherin, Schaffhausen; Luca Miozzari, Schaffhausen; Viola Ramirez, Schaffhausen; Giulia Rossi, Flurlingen; David Schaffhauser, Löhningen; Tabea Siegerist, Schaffhausen.

#Allgemeines

23. Juni 2016 | Falken mit wiederverschliessbarer Dose

Schaffhauser Nachrichten
Rolf Fehlmann

Die Idee einer Bierdose, die sich wie eine Mineralwasserflasche nach dem ersten Öffnen wieder dicht verschliessen lässt, spaltet Konsumentinnen und Konsumenten in zwei Lager – bei einer nicht repräsentativen Spontanumfrage reichten die Reaktionen denn auch von «Bieridee» bis «genial».
Die Schaffhauser Brauerei Falken ist jedenfalls davon überzeugt, dass der Markt ein Bier in wiederverschliessbaren Dosen annehmen wird, wie Falken-CEO Markus Höfler im Gespräch mit den SN versichert. Ende Juli werde Falken schweizweit ein naturtrübes Spezialbier namens «Hülse» in der wiederverschliessbaren Halbliterdose auf den Markt bringen. Den Verschluss aus Kunststoff habe Falken nicht selbst entwickelt, so Höfler, den kaufe man von einem deutschen Unternehmen zu. Dieses habe Erfahrung mit dem System und liefere grosse Stückzahlen an Brauereien in Osteuropa und Russland. Höfler: «Die Brauerei Falken ist jedoch die erste und bislang einzige Brauerei in der Schweiz, die den Deckel mit diesem speziellen Verschluss auf ihrer Dosenabfüllanlage verarbeiten kann.»
Was aber, wenn diese Innovation floppt? Höfler gibt sich zuversichtlich: «Wir haben das System zwei Detailhandelsketten vorgestellt, die in der Schweiz operieren, und diese haben bei uns ihre Bestellungen platziert. Dementsprechend produzieren wir.» Der Mehrpreis des Spezialverschlusses – Höfler nennt keine konkreten Zahlen – sei kein Hindernis für den kommerziellen Erfolg: «Weil die ‹Hülse› ein Spezialbier in einer wiederverschliessbaren Dose ist, kann man den Preis nicht direkt mit dem anderer Biere vergleichen.» Auch was einen möglichen Eintrag von Bakterien durch das Trinken aus der Dose angeht, hat Höfler keine Bedenken. Das System sei auch nach dem Wiederverschliessen dicht. Und was ist mit Recycling, wenn der Kunststoffverschluss mit in die Alusammlung wandert? Die wiederverschliessbare Bierdose bleibe uneingeschränkt rezyklierbar, bestätigt Höfler.



Ein Verschluss aus Kunststoff ermöglicht nach dem ersten Öffnen ein dichtes Wiederverschliessen der angebrochenen Bierdose. Auch bei mehrmaligem Öffnen soll der Inhalt länger frisch bleiben. Im Bild ein Vorserienmuster.
Bild Rolf Fehlmann

#Allgemeines

3. Juni 2016 | Das grosse Finale vor der Maturaprüfung

Schaffhauser Nachrichten
Anna-Barbara Winzeler

Köche, Fischer, Bauern, Bäcker ­– am Donnerstagmorgen zogen die Arbeiter scharenweise durch Schaffhausen. Angeführt wurden sie von Soldaten in Uniform und Guerillakämpfern. Ist in Schaffhausen die Revolution ausgebrochen?
Nur ein wenig: Die offizielle letzte Schulwoche der Maturanden stand dieses Jahr unter dem eher heiklen Thema «Diktatur». Gestern stand das «Finale 2016» an, früher bekannt unter dem Namen «Maturstreich»: Die jüngeren Mitschüler durften sich als das arbeitende Volk verkleiden, und schon bewegte sich die gesamte Schülerschaft der Kantonsschule in Richtung Kammgarn. Dort wurde zuerst der Diktator (dargestellt von Fabian Bolli) von der Revolution gestürzt. Im Anschluss folgten ein Wochenrückblick und Auszeichnungen besonderer Maturanden: Wer ist die fröhlichste Schülerin? Wer hatte die meisten Absenzen? Wer den grössten Bizeps? Und als krönenden Abschluss gab’s einen Sketch der Lehrer und der Schulleitung zum Thema Macht. Da wurden die Pausen gestrichen, das Kantifest ins St. Johann verlegt und die Projektwoche in die Weihnachtsferien. Auch hier musste es die Revolution richten.
Nach dem wilden Finale folgt nun die Matura, die Reifeprüfung. Statt gegen das System wird nun nur noch mit dem Lernstoff gekämpft. Rektor Pasquale Comi wünschte den Maturanden in der Schlussrede «viel Glück und Erfolg».



Wasser und Mehl als Waffen: Die Maturanden der Kantonsschule machten bei der Inszenierung ihrer Willkürherrschaft keine halben Sachen.
Bild Anna-Barbara Winzeler

#Notizen zu Namen

31. Mai 2016 | Blutauffrischung an Schaffhauser Gerichten

Schaffhauser Nachrichten
Mark Liebenberg

Keine Überraschungen gab es gestern bei den Neuwahlen diverser Richterposten für die Amtsperiode 2017 bis 2020 an den Schaffhauser Gerichten – alle Kandidaten der Wahlvorbereitungskommission wurden gewählt. Als Ersatz für den in Pension gehenden Oberrichter Arnold Marti wurde Susanne Bolliger (*1974) aus Einsiedeln mit der vollen Stimmenzahl gewählt. Ebenfalls neu am Obergericht ist SP-Mitglied Kilian Meyer (*1979) aus St. Gallen; er erhielt 43 Stimmen. Meyer ersetzt im Teilpensum Oberrichter Rolf Bänziger. Am Kantonsgericht nimmt neu Dina Weil (*1980) aus Zürich die Richterstelle von Ernst Sulzberger ein. Sie gehört den Grünliberalen an und wurde mit 48 Stimmen gewählt. Die durch den Rücktritt von Werner Oechslin frei werdende Stelle am Kantonsgericht besetzt ab Februar 2017 das SVP-Mitglied Andreas Textor (*1977) aus Stein am Rhein. Textor erhielt 45 Stimmen.

**«Parteipolitisch ausgewogen»**
Die vier Kandidierenden waren aus insgesamt 24 eingegangenen Bewerbungen ausgesucht worden. Peter Neukomm betonte als Präsident der Wahlvorbereitungskommission, dass es mit der Auswahl gelungen sei, «einerseits einheimische, in der Schaffhauser Justiz bewährte Juristen, aber auch Blutauffrischungen mit Juristinnen und Juristen von auswärts gefunden zu haben».
Obwohl die fachliche Qualifikation im Zentrum stehe, spiegle die Auswahl eine «ausgewogene parteipolitische Zusammensetzung» wider, so Neukomm. Die Kandidaten hatten sich vergangene Woche mehreren Fraktionen in Einzelhearings vorgestellt.
Vier in Pension gehende Richter galt es also auf einmal zu ersetzen. «Ein solch grosser Aderlass in der Führungsebene von Kantons- und Obergericht ist einmalig», sagte Neukomm. Neu zu bestimmen gab es aufgrund des Rücktritts von Werner Oechslin auch den Präsidenten des Schaffhauser Kantonsgerichts. Der bereits amtierende Kantonsrichter Markus Kübler (*1955) aus Siblingen schaffte die Wahl mit 43 Stimmen.

#Allgemeines

28. Mai 2016 | Barack Obama, die Tomoffel und 3-D

Schaffhauser Nachrichten
Maria Gerhard

Wenn Jugendliche ausgezeichnet werden, bewegt das vor allem auch die Eltern. Ein «Wow» entfuhr auch Regina Ackermann-Müller, als bekannt gegeben wurde, dass die Maturaarbeit ihrer Tochter ausgezeichnet werden würde. Carla Müller hat über «Les bisses», historische Wasserleitungen im Wallis, geschrieben. Sie gehört zu den acht Glücklichen, die am Donnerstagabend in der Kantonsschule Schaffhausen mit einer Urkunde und 500 Franken belohnt wurden. Insgesamt waren 16 von 136 Absolventen nominiert. Doch wie Prorektor Detlef Roth erklärte: «Alle nominierten Schüler haben gewonnen an Erkenntnis und an Freude, die ihnen die Arbeit gemacht hat.» Die Prämierung sei nur das Sahnehäubchen auf einer bereits leckeren Torte. Den Nominierten gratuliere er von Herzen. Auch Rektor Pasquale Comi erklärte: «Das Niveau ist sehr hoch.»

**Inspiriert von der Grossmutter**
Nach so viel Lob für die jungen Frauen und Männer ging es dann an die Verkündung der prämierten Maturaarbeiten. So mancher Schüler rutschte ungeduldig auf seinem Stuhl herum. Im Bereich Sprache wurden Julia Hoff und Thomas Leu mit dem Preis der Schaffhauser Buchhandlung Fass und dem Preis von «hofer.kick architekten» ausgezeichnet. Julia Hoff hat über den «Treck von Jestetten» eine Erzählung verfasst. Inspiriert wurde sie von ihrer Grossmutter, die von der Räumung dieses Gebietes nach dem Zweiten Weltkrieg betroffen war. Leu setzte sich mit «A New Era – An Analysis of the Presidency of Barack Obama» auseinander. Architekt Urs Kick hielt die Laudatio auf die beiden.

**Ein Legomännchen im Kurzvideo**
Im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften überzeugten Carla Müller und Lea Klauser. Sie erhielten den Preis des Historischen Vereins Schaffhausen, überreicht von Peter Scheck. Er zeigte sich vor allem von Klausers Arbeit «Das Schweizerische Initiativrecht – Ein Fall für eine Revision?» überrascht. «Dass man sich in so jungen Jahren mit Staatsrecht auseinandersetzt, gehört nicht zum Normalfall.»
Ninja Moor mit dem Thema «Wasserparameter in der Aquaristik» und Sarah Gschwend mit «Urban Gardening und die Tomoffel – Ein Vergleich von herkömmlichen Tomaten- und Kartoffelpflanzen und der Tomoffel» nahmen freudig den Preis der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen entgegen. Jakob Walter durfte die jungen Frauen auszeichnen. Im Bereich Kunst und Sport wurde der Preis von den Schaffhauser Platzbanken vergeben: Markus Landolt von der Migros Bank gratulierte Janik Lobsiger und Jonas Bolliger. Letzterer hat mit seiner Tanzaufführung, die er auf Film festgehalten hat, die Jury begeistert. Thema: «Wie das Leben klingt – Leben ist Rhythmus, Bewegung und Tanz». Lobsiger beschäftigte sich mit der «Produktion einer 3-D-Animation mit Motion Tracking». In dem Kurzvideo dreht sich alles um ein Legomännchen.
Untermalt mit Musik wurde der Abend von Lehrer Peter Marti und den Schülerinnen Lara Noemi Weisshaupt und Mahela Stamm. Zum Ausklang gab es einen Apéro auf der Terrasse.

**Ausgezeichnet: Die nominierten und die prämierten Maturaarbeiten 2016**

*Kunst und Sport*

· Prämierte Arbeit: Jonas Bolliger: Wie das Leben klingt – Leben ist Rhythmus, Bewegung und Tanz
· Prämierte Arbeit: Janik Lobsiger: Produktion einer 3-D-Animation mit Motion Tracking
· Deborah Kipfer: Jessy ist einfach anders: eine Bildergeschichte – Die positiven Seiten eines AD(H)S-Kindes

*Geistes- und Sozialwissenschaften*

· Prämierte Arbeit: Carla Müller: Les bisses – un voyage de découverte
· Sophie Schäfer: Les Grands Travaux der 5. Republik – Funktion, Bedeutung und Akzeptanz der Pariser Bauten unter präsidialem Einfluss
· Prämierte Arbeit: Lea Klauser: Das Schweizerische Initiativrecht – Ein Fall für eine Revision?
· Stefanie Bruder: Knabenmusik Schaffhausen – Ein Verein im Wandel der Zeit
· Cédric Kupferschmid: Soldatenweg Hemishofen – Ein Konflikt zwischen Bikern, Wanderern und Jägern
· Lukas Dütsch: Kanti-Fonds – Wie Schülerinnen und Schüler der Kanti Schaffhausen gemeinsam investieren könnten
· Niklaus: Fair-Trade-Shirts für Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler

*Sprachen*

· Lia Budowski: «Am Ende der Welt» – Theorie und Theater
· Prämierte Arbeit: Thomas Leu: A New Era – An Analysis of the Presidency of Barack Obama
· Prämierte Arbeit: Julia Hoff: Der Treck von Jestetten – Eine Erzählung

*Naturwissenschaften und Mathematik*

· Noah Näf: Bau eines digitalen pH- und Temperaturmessgerätes
· Prämierte Arbeit: Sarah Gschwend: Urban Gardening und die Tomoffel – Ein Vergleich von herkömmlichen Tomaten- und Kartoffelpflanzen und der Tomoffel
· Prämierte Arbeit: Ninja Moor: Wasserparameter in der Aquaristik



Haben sich für die Verleihung in Schale geworfen: Die Maturaarbeiten dieser Schüler waren nominiert, doch nur acht davon gingen am Abend mit einem Preis nach Hause.
Bild Luisa Kehl

#Allgemeines

24. Mai 2016 | Unternehmergeist als ein Weg aus der Krise

Schaffhauser Nachrichten
Rolf Fehlmann

Ein Jubiläum der besonderen Art feierte gestern Abend im Haberhauskeller die Handelsschulverbindung Commercia Schaffhausen, und mit ihr rund 180 junge, aber auch ältere Interessierte: Die zehnte Ausgabe der Commercia-Wirtschaftsdebatte kreiste um die Frage, ob wir angesichts der zahlreichen Krisen der letzten zehn Jahre Angst vor der Zukunft haben und letztlich um unseren Wohlstand bangen müssten.
Unter der Leitung von Moderator Martin Schläpfer (Leiter Direktion Wirtschaftspolitik des Migros-Genossenschafts-Bundes) debattierten diese Frage fünf Exponenten aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik: Giorgio Behr (Schaffhauser Unternehmer), Konrad Hummler (Publizist und ehemaliger Bankier), Oswald Grübel (ehemaliger CEO der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS), Serge Gaillard (Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung) sowie Rudolf Strahm (ehemaliger Preisüberwacher). Dass nicht nur Herren gesetzteren Alters die Debatte verfolgten, sondern auch Schülerinnen und Schüler des KV und der Kantonsschule, ist laut Marcel Schönenberger, Präsident des Commercia-Altherrenverbandes, «eine Besonderheit, auf die wir als Organisatoren immer grossen Wert legen».
Zu Beginn kreiste die Diskussion um die Frage, ob nach der Finanz- und Bankenkrise die Banken wieder fit seien, um ihre Funktion im Dienste der Weltwirtschaft wahrzunehmen. Die Banken hätten zugunsten der Sicherheit ein Korsett angelegt bekommen, diagnostizierte Grübel; darum werde die Wirtschaft lange Zeit nicht wachsen. Die Banken seien durch die Regulierung zwar stabiler geworden, aber nicht besser, ergänzte Hummler; und Behr fragte: «Wie kann jemand fit sein, wenn er sich nicht bewegen kann?» Die Schweiz laufe derweil Gefahr, die Zukunft des Werkplatzes zu verpassen. Und Gaillard meinte, die Finanzbranche habe durch ihr riskantes Verhalten die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds gebracht. Da sei es nachvollziehbar, dass das Pendel jetzt auf die andere Seite ausschlage. Strahm sagte, es dauere mindestens zehn Jahre, um den Schaden aus der Finanz- und Bankenkrise zu heilen. Schmerzhaft für die Schweiz sei die Erkenntnis gewesen, dass sie kein Sonderfall mehr sei, sondern globale Spielregeln übernehmen müsse. Dennoch war die Debatte über weite Strecken von trotzigem Optimismus geprägt: Obwohl der Franken gegenüber dem Euro um 20 Prozent aufgewertet worden sei, brächen die Schweizer Industrieexporte nicht ein, sondern stagnierten bloss, bemerkte Gaillard. Und auf den kritischen Einwand aus dem Publikum, die Schweizer seien doch eigentlich für ihren Wohlstand selber verantwortlich, sagte Grübel: «Der Rest der Welt tut etwas gegen Ihren Wohlstand – aber Sie selbst müssen sich fragen, wie Sie diesen Wohlstand halten können.» Letztlich müsse man selber für Veränderungen arbeiten, forderte Hummler; Behr wiederum bezeichnete die Tendenz vieler Spezialisten zum freischaffenden Arbeiten als Chance, sein Schicksal seiber in die Hand zu nehmen: «Das ist ein ganz konkreter Ansatz.»


**Commercia Schaffhausen: Die Verbindung der Kaufleute pflegt eine bald 100jährige Tradition**

«Commercio et amicitiae» («dem Handel und der Freundschaft») – so lautet die Devise der 1918 gegründeten Verbindung für angehende Kaufleute. Die Verbindung zählt heute 105 Mitglieder im Altherrenverband und vereinigt Absolventen der Handelsschule des Kaufmännischen Vereins sowie anderer kaufmännischer Lehranstalten. Stammlokal der Commercianer ist das Restaurant Adler in Schaffhausen.
Die Commercia Schaffhausen bezweckt die fachliche und allgemeine Aus- und Weiterbildung, die Schulung rhetorischer Fertigkeit und guter Umgangsformen sowie die Förderung einer besonderen Freundschaft unter den Mitgliedern. Weiter wird die Vermittlung kameradschaftlicher Kontakte zu Angehörigen anderer Verbindungen, insbesondere im Schosse des Bremgartenkartells, gefördert.(ple)



Die Debatte kam in Fahrt, als sich Ex-Preisüberwacher Rudolf Strahm (r.) mit dem Schaffhauser Unternehmer Giorgio Behr (3. v. l.) fetzte. Der Publizist und Ex-Bankier Konrad Hummler (l.), Oswald Grübel (2. v. l.), Ex-CEO von CS und UBS, sowie Serge Gaillard (2. v. r.), Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, folgten dem Schlagabtausch gespannt. Moderator Martin Schläpfer (3. v. r.), Leiter Direktion Wirtschaftspolitik des Migros-Genossenschafts-Bundes, liess Strahm und Behr ausreden.
Bild Bruno Bührer

#Allgemeines

21. Mai 2016 | Wein und Wohnen in der «Tanne»

Schaffhauser Nachrichten
Pascal Schmidlin

Auf der alten Registrierkasse in der Weinstube des Hotels Tanne im Herzen der Stadt Schaffhausen liegt eine feine Staubschicht. Das Tageslicht schielt durch die alten Fenster und wirft fahles Licht auf die hölzernen Tische und Stühle. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt. «Es sieht noch aus wie zu Fräulein Zimmermanns Zeiten», sagt Baureferent Raphaël Rohner, am Stammtisch in der Ecke sitzend. Und wirklich, man hat das Gefühl, jeden Moment werde die ehemalige Wirtin und Besitzerin des Hotels mit einem Glas Wein in der Hand die steile Treppe vom Weinkeller heraufsteigen und es zusammen mit einer ihrer berühmten kalten Platten auftischen. Doch seit Jahren beherrscht Stille die Räumlichkeiten. Das soll sich aber bald ändern. «Die ‹Tanne› ist ein wichtiges Projekt für uns, und wir wollen sie wieder zum Leben erwecken», sagt Finanzreferent Daniel Preisig. Noch zu Lebzeiten vermachte Fräulein Zimmermann die Liegenschaft der Stadt Schaffhausen – unter einer Bedingung: «Die Weinstube muss integral erhalten bleiben», erläutert Preisig die damals getroffene Abmachung.

**Wiedereröffnung im Herbst 2018**
Passiert ist jedoch seit März 2011 wenig. Damals schenkte Margrit Zimmermann im stolzen Alter von 93 Jahren zum letzten Mal ein Glas Wein aus, bevor sie sich zur Ruhe setzte und schliesslich im Frühjahr 2014 verstarb. Derzeit arbeitet der Stadtrat eine Vorlage für die Sanierung aus, die noch diesen Sommer dem Grossen Stadtrat vorgelegt werden soll. Geplantes Investitionsvolumen: drei Millionen Franken. «Im Herbst 2018 soll der Wein wieder fliessen», sagt Preisig. In den unteren Geschossen sei eine sanfte Sanierung geplant, erklärt Urs Wildberger, Projektleiter im städtischen Hochbauamt. Das heisst, die Weinstube wird auch nach der Sanierung noch von jedem ehemaligen Gast sogleich wiedererkannt werden. «Es soll das Bijou bleiben, das es bereits jetzt ist», so Rohner.

**Hotelschild wird restauriert**
Auch das Inventar bleibe erhalten, sagt Roger Düring, Abteilungsleiter Immobilien bei der Stadt. Zusammen mit der Denkmalpflege habe man ein ausführliches Inventar erstellen lassen. Deshalb zieren kleine Aufkleber mit Nummern einen Grossteil der Gegenstände im Gebäude. «So kommt anschliessend alles wieder an seinen angestammten Platz», sagt Düring. Das betrifft übrigens auch das alte «Hotel Tanne»-Schild über dem Eingang. «Das müssen wir retten, sonst geht es kaputt», so Düring. Deshalb werde es demnächst abmontiert und einem Kunstschlosser zur Restaurierung übergeben. Nach der Sanierung wird es wieder aufgehängt. «Man muss keine Angst haben, dass künftig ein Leuchtschild am Hotel prangen wird», sagt Wildberger lachend.
In den oberen Geschossen der «Tanne» sei eine grössere Umnutzung geplant, erklärt Preisig. «Vorstellbar ist eine hotelnahe Nutzung der Räumlichkeiten», sagt er. Schliesslich sei die «Tanne» ein Hotel gewesen, und man wolle möglichst nahe an der ursprünglichen Nutzung bleiben. Deshalb prüfe man im zweiten Stock und im Mansardengeschoss sogenannte «Service-Appartements», also Zimmer, die etwa von Geschäftsleuten für mehrere Wochen gemietet werden können. Der erste Stock der Liegenschaft wird als Pufferzone dienen. Dort könnten etwa eine Lounge oder auch Büroräumlichkeiten entstehen, sagt Rohner. «Die Ansprüche an die Akustik sind heute höher, weshalb im ersten Stock keine Zimmer möglich sind», sagt er. Denn die Wände und die Decken sind dünn. Der Boden knarrt bei jedem Schritt, und durch die Wände hört man jedes Wort, das im Nebenraum gesprochen wird. Nach der Sanierung werde das im zweiten Stock und im Mansardengeschoss aber nicht mehr der Fall sein, da der Umbau so gestaltet werde, dass die Zimmer den heutigen Ansprüchen genügen, sagt Wildberger.
Auch im lauschigen Hinterhof wird es Änderungen geben. So wird die unansehnliche Doppelgarage abgerissen, um den Hof zu vergrössern. «An warmen Sommertagen kann man dann draussen im Schatten sein Glas Wein geniessen», so Rohner. Zudem wird auch die alte Remise im Hof umgebaut. Geplant sind dort im Erdgeschoss die sanitären Anlagen der Weinstube und ein Lager. Im Dachgeschoss der Remise sind zwei moderne Studios denkbar.

**Pächter wird Weinstube führen**
Bereits jetzt ist klar, dass die Stadt die Weinstube nicht selbst betreiben wird. «Wir werden sie verpachten», sagt Preisig. Erste Interessenten hätten schon bei der Stadt angeklopft. Das Konzept der Beiz soll im Vergleich zu früher nicht gross geändert werden. «Es soll eine Weinstube bleiben und sicher keine Pizzeria werden», sagt Wildberger. Noch seien aber nicht alle Details ausgearbeitet, so Preisig. Eines wird sich aber sicher ändern: «Die ‹Tanne› wird in Zukunft wie heute üblich ein Nichtraucherlokal sein», betont Rohner. Gequalmt werden müsse dann draussen.


**Peter Hartmeier «Eine der schönsten Beizen der ganzen Schweiz»**

Einer, der die «Tanne» bestens kennt, ist Peter Hartmeier. Der ehemalige Chefredaktor des «Tages-Anzeigers» war dort bis zum Schluss Stamm- gast. In den letzten Jahren als Wirtin öffnete Fräulein Zimmermann die «Tanne» nur noch am Samstagmorgen – wo drei Stammtische erhalten blieben, wie Hartmeier erzählt. Am «Runden» sass eine Gruppe älterer Frauen. Am langen Tisch in der Mitte «honorige Männer». «Dieser Tisch war auch als 14/18-Tisch bekannt», sagt Hartmeier. Dies, weil jemand einmal spasseshalber behauptete, die Männer dort hätten im Ersten Weltkrieg die Grenze bewacht. Am letzten Tisch, in der hinteren Ecke, trafen sich die «Jungen». «Dazu gehörten neben mir etwa der Kunstmaler Erwin Gloor, die Journalistin Bea Hauser, die Lehrerin Ev Haeny oder auch der ehemalige Ständerat Kurt Schüle», erzählt er. Bei einem Halben Rot- oder Weisswein sei dann im verqualmten Lokal über Welt-, Kultur- und Lokalpolitik diskutiert worden. «Zuweilen auch laut und hitzig.» Fräulein Zimmermann stand meistens hinter dem Tresen und beobachtete das Geschehen aus der Distanz. «Sie hat sich nie in die Diskussionen eingemischt», so Hartmeier. Seltene Male habe sie eine trockene oder spitze Bemerkung von sich gegeben – mehr aber nicht.
Dass die Weinstube im Sinne von Fräulein Zimmermann erhalten bleibt, freut ihn. «Die ‹Tanne› ist schliesslich eine der schönsten Beizen der ganzen Schweiz», sagt Hartmeier. Für die Zukunft wünscht er sich, dass Menschen unterschiedlicher politischer Couleur an den Tischen zusammensitzen und debattieren werden – wie das früher der Fall gewesen sei. Er selber werde sicher wieder regelmässig ins Lokal gehen. Und dort mit Freunden aus dem In- und Ausland bei einem Glas Wein zusammensitzen.
(psc)


**Hotel Tanne: So soll es nun weitergehen**

Vorlage
Im Sommer soll die Vorlage dem Parlament präsentiert werden – und dann 2017 mit der Sanierung begonnen werden.

Kosten
Das Investitionsvolumen beträgt drei Millionen Franken. Über eine Million davon sind gebundene Ausgaben, deshalb kann der Grosse Stadtrat abschliessend über die Vorlage entscheiden.

Eröffnung
Im Herbst 2018 soll die Weinstube voraussichtlich wiedereröffnet werden. (psc)



Das Gästebuchund die braune Kasse auf dem Tresen des Hotels Tanne haben bereits etwas Staub angesetzt. Seit Jahren liegt die historische Liegenschaft in der Schaffhauser Altstadt brach – was sich aber bald ändern soll. Bei einem Rundgang durch das Gebäude haben Roger Düring, Abteilungsleiter Immobilien bei der Stadt, Urs Wildberger, städtischer Projektleiter Hochbau, Finanzreferent Daniel Preisig (v. l.) und Bau­referent Raphaël Rohner (nicht im Bild) erklärt, wie die «Tanne» künftig genutzt werden soll. Ziel ist, im Herbst 2018 die Weinstube wieder zu eröffnen. Bis dahin sind umfassende Sanierungsarbeiten nötig, die insgesamt rund drei Millionen Franken kosten werden.
Bilder Selwyn Hoffmann



Urs Wildberger, Roger Düring und Daniel Preisig (v. l.) in Fräulein Zimmermanns ehemaligem Schlafgemach. Dieses werde dem künftigen Pächter der «Tanne» überlassen, der es dann etwa als Büro nutzen könne, erklärt Düring.



Schmucke Details wie etwa das Wandbild im ersten Stock bleiben erhalten.



Urs Wildberger, Roger Düring, Daniel Preisig und Raphaël Rohner (v. l.) informieren am Stammtisch in der alten Weinstube über den geplanten Umbau der «Tanne».

#Notizen zu Namen

21. Mai 2016 | Eimer verzichtet – freie Bahn für Ueli Böhni

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritsci

Jetzt muss nicht mehr gemutmasst werden über die Pläne der amtierenden Steiner Stadtpräsidentin Claudia Eimer. In einen umfassenden Communiqué teilte sie mit, dass sie für die nächste Legislaturperiode nicht mehr kandidieren wird (vgl. SN von gestern). Sie sei stolz, dass sich in ihrer Amtszeit Stein als Kulturstadt etablieren konnte, schreibt sie und zieht Bilanz über das Erreichte in den letzten vier Jahren: «Zu erwähnen sind da insbesondere die Erarbeitung der Schulzusammenarbeit oberer Kantonsteil, an deren Entstehen ich massgeblich als Schulreferentin beteiligt war, die Sanierung und Erweiterung des Alters- und Pflegeheims, ein Auftrag aus der Volksabstimmung vom Frühjahr 2014, der jetzt in Angriff genommen wurde, das Projekt, die SBB-Bahnhofsunterführung und den Busbahnhof hindernisfrei auszubauen, eine Umsetzung der SP-Volksinitiative ‹Auch vor der Brugg›», schreibt sie. Und: «Die Überarbeitung des Altersleitbildes und des Verkehrskonzeptes, die Förderung des Tourismus mit der Weiterführung des Runden Tisches mit Gewerbe, Gastro und Detailhandel; das sind nur einige der laufenden Projekte, mit denen wir zielstrebig unterwegs sind.»

**Verständnis für den Entscheid**
Die SP Stein am Rhein, die die parteilose Stadtpräsidentin stets unterstützt hat, bedauert es sehr, dass Eimer nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidiert. «Wir respektieren jedoch ihren Verzicht auf eine neue Kandidatur in jeder Hinsicht und möchten ihr bereits heute für ihren von Offenheit, Verantwortungsgefühl, Freude und kompetenter Hingabe geprägten Einsatz für unser schönes Städtchen unseren herzlichen Dank aussprechen», heisst es in einer Mitteilung. Sie habe in ihrer Amtszeit mehrere Projekte erfolgreich aufgegleist beziehungsweise die Umsetzung vorangetrieben, etwa die Sanierung des Alters- und Pflegeheims, die Bahnhofsunterführung, die Schulzusammenarbeit im oberen Kantonsteil, das «Xundheitszentrum» und das Kulturzentrum etc. Doch man könne gut verstehen, dass sie nicht mehr antrete, weil das zwischenmenschlich belastende Klima im Stadtrat, das 2015 zum Rücktritt von zwei Stadtratsmitgliedern und zum Rücktritt des Stadtschreibers geführt habe, die Situation nach wie vor überschatte.

**Spannungen und Konflikte**
Ähnlich äussert sich auch Eimer selbst und verweist darauf, dass ihr mehrere Mitglieder im Stadtrat «Steine in den Weg legten und noch legen. Wo gearbeitet wird, passieren Fehler, entstehen Spannungen und Konflikte, und es ergeben sich auch Unstimmigkeiten, welche viel Energie und Zeit kosten», betont sie. Doch sie werde sich beim Rest ihrer Amtszeit weiter vom positiv Erreichten leiten lassen. «Wir danken der Stadtpräsidentin für ihren Einsatz bisher», sagt Werner Schmid, Präsident der Steiner FDP. Doch es sei klar, dass man die Kandidatur von Ueli Böhni (GLP) unterstütze. «Er ist der geeignete Kandidat, um Stein am Rhein positiv in Zukunft zu führen.» Man habe also schon vorher entschieden, wem man die Stange halte, sagt Schmid. Das betont auch Christian Flück, Co-Präsident der Pro Stein. Einerseits würde er eine Auswahl im Wahlkampf nicht so schlecht finden, andererseits habe man sich im bürgerlich überparteilichen Komitee ganz eindeutig für Ueli Böhni entschieden und damit ein klares Zeichen für eine bürgerliche Stadtspitze gesetzt. «Und das ist gut so.» Dieser Meinung ist auch Franz Marty, Präsident der CVP. «Wir haben im März nach sehr kurzer Diskussion einhellig für Böhni votiert», sagt er. Er sei der richtige Kandidat.

**Für eine bürgerliche Führung**
Alle bürgerlichen Parteien in Stein am Rhein haben sich damit für die Kandidatur Böhnis ausgesprochen, auch die SVP. «Ich finde es vernünftig, dass Claudia Eimer nicht mehr antritt», sagt SVP-Präsident Gian Luca Marchetto. Denn sie hätte ohnehin nur die Unterstützung der SP gehabt, da alle anderen Gruppierungen und Parteien im Komitee für Ueli Böhni vertreten sind. Klar sei aber auch, dass die SP weiterhin im Stadtrat vertreten sein müsse, bemerkt Marchetto und sagt, dass er persönlich den Eindruck habe, Eimer sei in der letzten Zeit etwas amtsmüde. Sie habe sich auch im letzten Einwohnerrat gar nicht geäussert. «De Pfuus isch e chli dusse.» Ueli Böhni ist derzeit der einzige Kandidat für das Stadtpräsidium – wenn nicht noch der Mann auftaucht, von dem man munkelt, er wolle: Sönke Bandixen, Steiner mit Wohnsitz in Wetzikon. Bandixen hat eine Kandidatur auf Anfrage nicht dementiert. Er sei noch am Abklären und werde sich bis Ende Mai entscheiden, ob er antreten wolle oder nicht.

#Allgemeines

19. Mai 2016 | «Mir ist wichtig, dass sich die Leute hier zu Hause fühlen»

Schaffhauser Nachrichten
Maria Gerhard

**Kopf der Woche: Roland Bosshard von der «Hopfenstube» in Schaffhausen rüstet sich für die Sommersaison**

Es macht einen guten Eindruck, wenn der Wirt seine Gäste so gut kennt, dass er sie mit dem Vornamen begrüssen kann. «Hallo, Sylvia», Roland Bosshard schüttelt einer älteren Dame die Hand. Sie lacht und lässt sich in einem der Korbstühle vor der «Hopfenstube» auf dem Herrenacker in Schaffhausen nieder. Ein Rosensträusschen steht auf dem Tisch. Den Kaffee kann man jetzt wieder draussen geniessen. Bosshard ist in seinem Element.
Ein kurzes Gespräch hier, ein paar Worte da. Der 27-Jährige nimmt sich Zeit. Ein echter Wirt eben, der anscheinend immer gute Laune hat. Für Bosshard ein Teil seines Konzepts.
«Mir ist wichtig, dass sich die Leute hier zu Hause fühlen, dass sich keiner komisch vorkommt», sagt er. Vor allem für die Stammgäste sei immer ein Platz frei. «Wo sonst sitzen noch vier Generationen an einem Tisch und philosophieren?» So, wie es in einer Beiz eben sein soll! Und wenn sich einer der Gäste Fischstäbchen wünsche, dann gebe es eben am nächsten Tag Fischstäbchen mit Rahmspinat. Bosshard: «Wir kochen wie bei Mama zu Hause.»
Wenn er in Fahrt kommt, redet Bosshard gern. Er hat aber auch seine ruhigen Momente: In einer Pause setzt er sich selbst in einen der Korbstühle, lehnt sich zurück, zündet eine Marlboro an. In seiner Beiz darf man auch drinnen rauchen. Die Hemdsärmel sind nach oben geschlagen, am linken Oberarm zeigt sich eine Tätowierung. Wenn Bosshard lacht – das tut er oft –, werden markante Schneidezähne sichtbar. Er hat dann was von einem Lausbuben.

**Dem Lehrmeister getrotzt**
Tatsächlich hatte er als Kind schon einen recht starken Willen. «Wenn ich mit meinen Eltern an einem schönen Ort Urlaub machte, wollte ich immer nur in die Küche des Hotels schauen», erzählt er. Eine Kochlehre nach der Schule lag da nahe. «Ich hab allerdings abgebrochen, weil ich einen bösen Lehrmeister hatte. Der hat mir die Arbeit verdorben», sagt Bosshard. Also absolvierte er die Handelsschule, um dann doch wieder in der Gastronomie zu landen. Mit gerade 21 Jahren betrieb er in Zürich mit vier Freunden einen Nachtclub. Bosshard zückt sein Handy, zeigt ein Foto. An einem Tisch sitzt unter anderem US-Schauspieler Samuel Jackson. «Wir haben es als Einzige in der Schweiz geschafft, zehn Hollywoodstars auf einmal zu bewirten.» Nach drei Jahren suchte Bosshard jedoch eine neue Herausforderung in Schaffhausen.
Seine Eltern leben hier. «Statt Stars und Sternchen bediene ich jetzt meine Oma», sagt er. Die 92-Jährige lese oft ihre Zeitung in der «Hopfenstube». Das Familiäre ist Bosshard heute wichtiger als Party all night long.


**Zur Person**
Alter: Seit gestern 27
Zivilstand: Ledig
Wohnort: Neuhausen
Hobbys: Fussballschauen, Reisen
Aktuelle Lektüre: Teletext am Abend vor dem Einschlafen



Wenn die «Hopfenstube» gut gefüllt ist, freut sich besonders der Betreiber Roland Bosshard.
Bild Maria Gerhard

#Allgemeines

18. Mai 2016 | «D Johanne» feiert ihr Wiegenfest in Gottmadingen

Schaffhauser Nachrichten
(jcg)

Johanna Pfleghaar ist vielen als «d Johanne vom «Waldheim» Büsingen» bekannt. Heute Mittwoch darf sie im Gottmadinger Altenpflegeheim St. Hildegard, wo sie seit einiger Zeit lebt, ihren 103. Geburtstag feiern. Es geht ihr dem Alter entsprechend gut. Sie kann immer noch an Aktivitäten des Heims teilnehmen und ist regelmässig in dessen Café anzutreffen. Auch gönnt sie sich jeden Abend vor dem Schlafengehen immer noch ein Fläschchen Bier.
Mit ihren vielen Verwandten, die vor allem aus dem Raum Überlingen stammen, hat Johanna Pfleghaar ihr hohes Wiegenfest bereits am Pfingstmontag gefeiert, und zwar an der Stätte ihres langjährigen Wirkens, im Büsinger «Waldheim». Im St.-Hildegard-Heim wird heute nur noch in kleinem Rahmen gefeiert, mit einer fröhlichen Kaffeerunde über Mittag, zu dem ihre Tischgenossen und das Café-Team eingeladen sind.

**«Bekannt dank ihrer Geselligkeit»**
Die 1913 Geborene hat beide Weltkriege selbst miterlebt und weiss immer noch gern vieles von früher zu erzählen – etwa wie sie ihren langen Schulweg stets auf Schusters Rappen absolviert hat. «Nicht nur für Büsingen, sondern für die ganze Gegend ist Johanna Pfleghaar eine bekannte Persönlichkeit», sagt der Büsinger alt Bürgermeister Gunnar Lang. «Vor allem dank ihrer Geselligkeit.»


#Notizen zu Namen

6. Mai 2016 | Das grosse Sprücheklopfen

St. Galler Tagblatt, Ostschweizer Kultur
Katja Fischer De Santi

«Und jetzt noch etwas Kultuuuur», sagt der Mann, der immer einen Schal trägt, setzt sich umständlich mit gekreuzten Beinen auf den Barhocker und trägt näselnd ein Gedicht vor. Es heisst «Der Fruchtsaft».
Nein, mit «Kultuuur» will Yves Keller nicht in Verbindung gebracht werden. Dafür seien einige seiner Witze zu flach, hat er schon im Vorfeld betont. Und darum sein erstes Comedy-Programm «Geile Scheiss» getauft. Zur Abschreckung, damit das Publikum gleich weiss, was es erwartet. Das sollte es beim «Chäller» eigentlich auch so wissen. Schliesslich moderiert der Mann seit sieben Jahren auf Radio FM1 das Morgenprogramm. Von sechs bis neun Uhr gute Laune und Spässchen nonstop, das lieben die einen und hassen die anderen.

**Kein Klischee zu abgenutzt**
Bei Kellers Bühnenprogramm verhält es sich nicht anders. «Chäller» bleibt «Chäller», das Dauerquasseln ist seine Spitzendisziplin. Nichts zu trivial, um daraus nicht noch eine Pointe zu wringen, kein Klischee zu abgenutzt, um nicht noch einen oben drauf zu geben. Der öffentliche Verkehr «eine Zumutung», Zürcher «sind auch nur Menschen», Frauen mit schwacher Blase und zu viel Kosmetika treiben ihn in den Wahnsinn. Die leisen Töne sind Kellers Sache nicht, und politisch korrekt können gerne die anderen sein.
«Kennsch da, wenn du öppis Scheisse findsch und trotzdem lachsch?», fragt er sein Publikum am Anfang.Und deklariert damit die Untiefen seines Humors ziemlich gut.
Doch immer dann, wenn dem 31jährigen das Niveau komplett zu entgleiten droht, reisst er selbst die Notbremse. Sieben Jahre Radio und mitunter heftige Kritik haben ihn nicht ruhiger, aber sensibler gemacht. Da weiss einer ganz genau, in welcher Liga er spielt und welche Knöpfe er bei seinem Publikum drücken muss. Ein Publikum, das wohl nicht nur am Premierenabend Grossteils aus Freunden und Fans bestand.

**Wahr oder nur gut erfunden**
Wie ein Abend unter Freunden hat der Schaffhauser auch sein Programm gestaltet. Eine Art «Best of» an Peinlichkeiten und Anekdoten seines bisherigen Lebens. Wie er von der Bäckersfrau erkannt und sogleich blossgestellt wird: «Hammer si schöner vorgstellt.» Wie seine Mutter ihn mit Fleisch nach Hause zu locken versucht, wie er auf der Post einen Grosseinkauf macht und dabei vergisst, den Brief aufzugeben, oder wie seine Ehe wegen eines Nasenhaartrimmers eine ungute Richtung einschlug.
Ob wahr oder nur gut erfunden, ist egal. Satte zwei Stunden lang bringt «Chäller» sein Publikum fast nonstop zum Lachen. Das Beste aber kommt zum Schluss. Als «Netz Natur»-Moderator Andreas Moser führt er in schönstem Basler Dialekt durch die Fauna der Schweizer Promiwelt. Erzählt von eitlen Gockeln, singenden Egli und blökenden Schafinskis. Ein Highlight, das sich ausbauen liesse – gerne auf Kosten der einen oder anderen Saufgeschichte.

Weitere Auftritte in St.Gallen, Heerbrugg, Frauenfeld und Herisau unter:
www.chällerlive.ch



Der «Chäller» weiss, in welcher Liga er spielt und welche Knöpfe er bei seinem Publikum drücken muss.
Bild: Daniel Dorrer

#Allgemeines

30. April 2016 | Bierkonsumenten den Hopfen näherbringen

Schaffhauser Nachrichten
Mark Gasser

Die Biertrinker näher zu «ihrem» Bier und Hopfen bringen, das sie konsumieren: Diese Devise liess die Unterstammheimer Hopfentropfen GmbH zwei neue Angebote schaffen.
Fast jede Woche habe er Anfragen von Kunden aus der ganzen Schweiz erhalten, die eine Aktie zeichnen wollten, sagte Geschäftsinhaber Markus Reutimann. Und wer ihn kennt, der ahnt, dass da bereits die nächste Idee bei ihm schlummerte. Der umtriebige Urheber von Events wie der Bierolympiade auf dem Hopfenbetrieb, dem Stammer Bierfestival und dem Wettbewerb um den «schönsten Bierbauch» wusste auch dieses Bedürfnis zu bedienen. «Ich klärte mit der Lokalbank und mit Rechtsanwälten ab, die bestätigten: Ich kann die Plauschaktie anbieten», erzählte Reutimann gestern vor Medienvertretern und Neo-Aktionären.
So kam es, dass nun mit dem gestrigen Tag des Bieres die ersten drei Aktien à 1000 Franken veräussert wurden. Der Clou: Die «Dividende» beträgt jährlich 20 Franken (2 Prozent), welche in Form von Gutscheinen für Produkte auf dem Hopfenbetrieb ausgezahlt werden. Höhepunkt ist am Samstag nach dem Samichlaustag die Plauschgeneralversammlung mit Einblick in die Bierherstellung sowie einem üppigen Aktionärsdinner. Dabei wird der Warengutschein von 20 Franken verteilt. «Viele fanden es eine coole Idee: Die Aktien eignen sich auch als Geschenk, etwa für Konfirmanden», so Reutimann.
Mit der zweiten Idee des Ehepaars Reutimann haben bereits Winzer in der Region erfolgreich experimentiert: der Patenschaft einer Hopfenpflanze (statt einer Rebe). Mit einer solchen wird während fünf oder zehn Jahren für 300 oder 500 Franken die aufwendige Pflege des Hopfengartens unterstützt. Entlang des Pfades stehen die beschrifteten Pflanzen, deren Urkunde den Paten zugeschickt werden. «Auf Facebook dokumentieren wir auch das Wachstum der Pflanzen», so Reutimann. Und beim gemeinsamen Suchen werde der ganzen Familie der Hopfen nähergebracht. Mit einem Wort: nachhaltiger Agrotourismus mit reutimannscher Handschrift.

#Allgemeines

29. April 2016 | «Wir brauchen keine Einzelroboter»

Schaffhauser Nachrichten
Sophie Boldog

**Strengere Maturprüfungen: Christian Amsler ist skeptisch**
(Frontseite)

Schweizer Hochschulen klagen über schlechte Deutsch- und Mathekenntnisse. Anfang dieser ­Woche hat Bildungsminister Johann Schneider-Ammann strengere Maturitätsprüfungen gefordert, bei denen das Kompensieren von schlechten Noten in Mathematik und der Erstsprache erschwert werden soll. Der Schaffhauser Erziehungsdirektor Christian Amsler steht dieser Verschärfung kritisch gegenüber: «Die alleinige Fokussierung auf diese zwei Fächer finde ich nicht die richtige Richtung», sagt er. Vielmehr sollten die angehenden ­Studierenden individuell und besser auf das Hochschulstudium vorbereitet und darin unterstützt werden. Dazu habe die Konferenz der kantonalen ­Erziehungsdirektoren (EDK) bereits verschiedene Projekte am Laufen. ­Studienabbrüche und -wechsel sollen so eingedämmt werden.
(sbo)


**Interview**
*Erziehungsdirektor Christian Amsler über die Verschärfung der Maturität*

*Was denken Sie über die Verschärfung der Matura in den Kernfächern Mathematik und der Erstsprache?*
Zuerst muss ich ­sagen, dass ich es begrüsse, dass der nationale Bildungsminister mitdiskutiert. Die Grundaussage ist sicherlich diskussionswürdig und auch prüfenswert. Im Detail habe ich da aber schon gewisse Vorbehalte.

*In welcher Hinsicht?*
Die Matura hat eine relativ breite Allgemeinbildung abzudecken. Die Studierfähigkeit in verschiedensten Disziplinen ist also ein klares Ziel. Dass man sich nur auf zwei Teildisziplinen fokussiert und ausschliesslich dort einen Schwerpunkt setzt, empfinde ich daher nur bedingt geschickt. Mit der Aussage allein kann ich daher nicht viel anfangen.

*Die zwei Hauptfächer sollen nicht mehr mit guten Noten in Musik oder Sport kompensiert werden dürfen. ­Finden Sie das einen fairen Ansatz?*
Der Kritikpunkt von Johann Schneider-Ammann ist ja, dass Maturanden zu leicht kompensieren können. Ich finde es wichtig, dass man den herangehenden Studenten zeigt, dass sie in jedes Fach investieren müssen. Und ­dabei nicht in einem Bereich nach­lassen, nur weil diese schlechte Note ­sowieso kompensiert werden kann. Das Gymnasium hat klar den Anspruch auf eine breite humanistische Bildung, die alle Disziplinen umfasst. Diese Breite empfinde ich als sehr wichtig, sie sollte auch nicht ohne Grund aufgegeben werden. Wir brauchen keine Einzelroboter nur in einem Bereich, plakativ gesagt. Der Ansatz von Bundesrat Schneider-Ammann ist schon richtig, aber ich möchte dagegen ankämpfen, dass man zu stark allein auf zwei Bereiche fokussiert.

*Wieso?*
Es ist sofort eine Wertung da. Man sagt ganz eingeschränkt, dass die zwei Fächer Deutsch und Mathematik die wichtigsten sind. Beides sind Kernfächer, ja, aber es muss auch für Schüler gewährleistet sein, eine Universität besuchen zu dürfen, die in anderen Bereichen stark sind. Nur weil jemand beispielsweise in Mathematik schwach ist, wäre es unfair, diesen Schüler vom Studium auszuschliessen. Die alleinige Fokussierung auf diese zwei Fächer finde ich daher nicht die richtige Richtung.

*Was wäre dann die richtige Richtung?*
Dass Schüler, die in bestimmten Bereichen Mühe haben, speziell ­gefördert werden. Da gibt es verschiedene Ansatzpunkte, beispielsweise den klassischen Nachhilfeunterricht. Die jungen Leute müssen aber wie gesagt auch selber investieren. In der schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) laufen zudem auch Teilprojekte unter dem Namen «Gymnasiale Maturität: Langfristige Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs», mit denen wir den richtigen Weg anpeilen.

*Welche Ziele haben diese Teilprojekte?*
Durch Studien und Laufbahnberatung, durch Verbesserung der Kommunikation zwischen der Gymnasial- und der Hochschulwelt und durch definierte basale fachliche Studienkompetenzen sollen die häufigen Studienabbrüche und -wechsel eingedämmt werden. Wenn man nämlich die jungen Schulabgänger während des Gymnasiums besser vorbereiten und unterstützen würde, wäre es eher gewährleistet, dass die Maturanden für den gewählten Studiengang auch wirklich geeignet und bei ihrer Studienwahl sicherer sind.

*Fühlen sich Kantischüler in diesem Thema alleingelassen?*
Das höre ich immer wieder, und genau hier könnte man mehr tun. Denn es gibt viele junge Leute, die noch nicht genau wissen, was sie studieren wollen. Eine gute Unterstützung und Beratung der angehenden Studenten halte ich für wichtig und sinnvoll.

*Weshalb fordert Schneider-Ammann eine Verschärfung, wenn die EDK ja bereits Verbesserung in diesen Bereichen anstrebt?*
Vielleicht liegt es daran, dass im Ausland, vor allem in Asien, Ausnahmetalente im Wirtschafts- und Forschungsgebiet besonders gefördert ­werden. Wir müssen aber auch Sorge tragen, dass hier zum Beispiel Mathe­genies nicht zu kurz kommen und die Schweiz in diesen Bereichen nicht ­zurückfällt.

*Schneider-Ammann will lieber ­weniger, dafür gute Maturanden. Wie stehen Sie dazu?*
Nicht zu viele finde ich schon auch richtig. Gute und ein hohes Niveau ebenfalls. In der Romandie ist die Maturitätsquote beispielsweise viel höher als bei uns in Schaffhausen. Dazu muss man aber auch sagen, dass dort das Maturitätsniveau tiefer ist.

*Wie sieht es hier in Schaffhausen aus?*
So, wie wir in Schaffhausen unterwegs sind, ist es sehr gut! Die ­Maturitätsquote liegt hier bei etwa 15 Prozent. Von der ETH und den Unis bekommen wir immer hervorragende Rückmeldungen, dass wir ein sehr ­hohes Niveau an unserer Kantonsschule haben. Aber auch schweizweit, mit dem Ausland verglichen, haben wir wirklich gut ausgebildete Maturanden, davon bin ich überzeugt. Von daher finde ich nicht, dass wir künstlich unsere Maturitätsquote runterschrauben müssen. Wir sind gut aufgestellt, dies gilt es zu bewahren!


**Strengere Matura**
Worum geht es

Hochschulen klagen
Zu viele Maturanden erreichen in der Erstsprache und in Mathematik kein angemessenes Hochschulniveau.

Das Departement
für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)will die Maturitätsprüfungen schweizweit harmonisieren, und es soll schwieriger werden, ungenügende Mathe- und Deutsch­noten mit guten Leistungen in anderen Fächern zu kompensieren.

Vorgehen
WBF und Erziehungs­direktorenkonferenz wollen die Forderungen zur Verschärfung der Maturität überprüfen.


30.04.2016
Schaffhauser Nachrichten

**Wider die Uni-Untauglichkeit**
Mark Liebenberg

Bei den Maturitätsprüfungen sollen Mathe und die Erstsprache stärker gewichtet werden als bis anhin. Diese Forderung erhob Bildungsminister Johann Schneider-Ammann. Das entspringt nicht einer magistralen Laune nach mehr Strenge, sondern einem echten Problem: Schweizer Hochschulrektoren klagen, dass viele Maturanden das mathematische und das sprachliche Rüstzeug für ein Hochschulstudium nicht mehr mitbrächten.
Universitäten und Bildungspolitiker begrüssen es, dass die Schrauben fester angezogen werden sollen. Muss nun also an der Maturprüfung strenger selektioniert werden? Man muss anders fragen: Ist es fair, junge Menschen mit der Illusion an die Uni zu entlassen, fit für ein Hochschulstudium zu sein, wenn sie bisher ungenügende Noten in Schlüsselfächern mit guten Leistungen in Sport oder Musik relativ einfach kompensieren konnten?
Nein, ist es nicht. Es ist deshalb erfreulich zu hören, wenn etwa an der Kantonsschule Schaffhausen die Hochschultauglichkeit der Kantonsschüler mit mehr Nachhilfeangeboten und verbesserter Studienwahlberatung gefördert wird. Denn auch darin dürfte Einigkeit bestehen: Niemand will Zulassungsprüfungen an den Hochschulen.
Natürlich kann man fragen, wozu ein Schüler, der Literatur und Theater studieren will, Differenzialrechnen beherrschen sollte. Doch was ist die Matur? Ein Reifezeugnis. Dazu gehört auch, Dinge zu meistern, die einen weniger interessieren ­­­– genügende Leistungen genügen. Mit dem dualen Bildungssystem gibt es zudem eine ganze Palette von Ausbildungswegen, die ebenfalls von einem Hochschul- oder Fachhochschulabschluss führen können.

#Allgemeines

25. April 2016 | Braukunst kennt keine Krise

Migros Magazin Nr. 17
von Reto E. Wild

«Braukunst kennt keine Krise» als pdf

#Notizen zu Namen

20. April 2016 | Vorhang auf für «Chäller»

St. Galler Tagblatt, Schauplatz Ostschweiz
Janique Weder

Wegen einer verlorenen Wette joggte er zwölf Stunden am Stück durch Schaffhausen. Ein andermal reiste er ohne Geld bis nach Hamburg. Er ass Hundefutter, übernachtete in einer Ausnüchterungszelle und tauschte im Rahmen eines Experiments einen Kugelschreiber gegen ein Auto ein. Es gibt wahrscheinlich nur wenig, das FM1-Moderator «Chäller» für seinen Job nicht machen würde. Nun schlägt der 31jährige Schaffhauser, der mit bürgerlichem Namen Yves Keller heisst, einen neuen Weg ein. Im Mai geht er mit seinem ersten Bühnenprogramm auf Tournée. Premiere ist – der Nachname lässt es vermuten – in der Kellerbühne in St.Gallen.

**«Geile Scheiss» als Abschreckung**
Beim Radio ist Yves Keller bekannt für seine Gute-Laune-Moderationen. Im gleichen Stil wolle er durch sein Programm führen, sagt Keller. Der Titel der Show: «Geile Scheiss». «Nicht besonders geistreich», gibt Keller zu und lacht. Für ihn sei das jedoch in Ordnung, denn der Titel diene als Abschreckung. «Ich trete nämlich in renommierten Kulturlokalen auf, dabei biete ich mitunter banale Alltagskomik», sagt Keller. Bei diesem Programmtitel laufe immerhin kein Kulturliebhaber Gefahr, versehentlich seine Show zu besuchen.

**Der Wecker klingelt um 3 Uhr**
Feilt Keller nicht an seiner Komikerkarriere, steht er als Moderator der FM1-Wachmacher-Sendung im Studio. Sein Wecker klingelt dafür um 3 Uhr. Dann fährt er von Schaffhausen nach St.Gallen ins Studio, wo er um 4.30 Uhr beginnt, die Sendung vorzubereiten. Um 6 Uhr geht er live. Bei diesen Zeiten sei es zwar nicht immer einfach, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen, sagt Keller. Dafür habe er den «coolsten Job überhaupt», in dem er tun und lassen könne, was er wolle.
Seit sechs Jahren arbeitet Keller für FM1. Mittlerweile ist er das Aushängeschild des Senders. Seine Telefonstreiche, «Chällerfon» genannt, sind bei FM1-Hörern längst Kult. «Chäller» ist zur Marke geworden. Dass er dabei in der Öffentlichkeit steht, macht ihm nichts aus. Im Gegenteil: Jeder Moderator geniesse das Rampenlicht, sagt er. «Alle, die etwas anderes behaupten, lügen.»
Der Marke «Chäller» hat der Schaffhauser denn auch einiges zu verdanken – etwa seinen bevorstehenden Ausflug in die Komikerwelt. «Ohne diese Bekanntheit wäre wahrscheinlich nie ein Bühnenprogramm zustande gekommen.» Sechs Auftritte sind geplant, drei davon in St.Gallen und je einer in Heerbrugg, Frauenfeld und Herisau. Dabei gehe es ihm vor allem darum, herauszufinden, ob er als Komiker tauge. Denn während Keller als Moderator im Studio sozusagen gegen eine Wand spricht, fallen die Reaktionen der Zuschauer auf der Bühne viel direkter aus.

**Ein Ordner für die Kritiker**
Kritik ist Yves Keller gewohnt. Auch beim Radio sind nicht alle Hörer auf seiner Seite. Während die einen seine Sprüche für legendär halten, monieren die anderen, sie seien plump. «Chäller» polarisiert. «Zum Glück», sagt er. «Es wäre viel schlimmer, wenn mich alle nett fänden.» Zu Beginn seiner Radiokarriere hatte er gar einmal eine Morddrohung erhalten. Darin stand, dass ihm das Herz herausgerissen werde, wenn er nicht mit seiner Sendung aufhöre. «Passiert ist nichts. Man lernt schnell, solche Sachen zu relativieren.» Keller nutzt sie mittlerweile sogar zu seinen Gunsten: Er sammelt Kritiken, die nicht fundiert sind, in einem Ordner – sie könnten einst Stoff für ein weiteres Bühnenprogramm werden.



FM1-Moderator Yves Keller alias «Chäller» feiert mit seinem Bühnenprogramm in der Kellerbühne Premiere.
Bild: Urs Bucher

#Allgemeines

18. April 2016 | Den deutschen Brauern droht ein Kater

Schaffhauser Nachrichten
Roland Losch

Hopfen, Malz, Hefe und Wasser – gut ausgewogen machen allein diese vier Zutaten ein schmackhaftes Bier aus. Diese Brauerweisheit geht auf das deutsche Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 zurück. Zu seinem 500. Geburtstag machen die Brauer ein grosses Fass auf – selbst die Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zum Festakt in Ingolstadt am 22. April erwartet.
Zwar machen die jüngsten Zahlen Mut: Der Bierabsatz stieg 2015 leicht, es gab wieder mehr Brauereien und Beschäftigte, die Vielfalt ist grösser denn je. Und nicht zuletzt die bevorstehende Fussball-Europameisterschaft lässt die Brauereien auf einen grossen Schluck hoffen.

**Deutsche trinken weniger Bier**
Aber der Branche droht ein mächtiger Kater. Denn nüchtern betrachtet kämpft sie gegen den Trend. 1976 tranken die Bundesbürger im Durchschnitt 151 Liter Bier, heute sind es noch 106 Liter.
Jürgen-Michael Gottinger, Branchenexperte bei der Münchner Unternehmensberatung W&P, schaut auf die alternde Bevölkerung, die gesellschaftlichen Trends und rechnet mit einem weiteren deutlichen Rückgang bis 2025:
«Eine Katastrophe für die deutschen
Brauereien.»

**Kampf um Marktanteile**
Schon heute liefern sich die Braukonzerne einen erbitterten Preiskampf. Ihre Pilsbiere schmecken den meisten Biertrinkern, sind aber nur noch schwer zu unterscheiden – da greifen die meisten Käufer zum billigeren Angebot. «Heute wird jede vierte
Flasche Bier über Aktionen verkauft», sagt Gottinger. Und dieser Anteil steige jedes Jahr um ein Prozent.
Eine Brauerei kann so zwar kurzfristig ihre vollen Lager leeren. Aber sie erobert keine Marktanteile, sondern schmälert vielmehr ihren Gewinn, weil auch die Stammkunden lieber auf die nächste Aktion warten. Und manchmal untergräbt es auch den Wert einer Marke. «Gewinner ist der Verbraucher. Er bekommt sein Lieblingsbier billiger», sagt der Unternehmensberater.
Auch viele mittelständischen Brauereien haben dem Preisdruck
nicht standgehalten und mussten aufgeben, wie Lothar Ebbertz sagt, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes. Andere dagegen sind mit einer regionalen Ausrichtung und konsequenter Markenpflege erfolgreich – «authentisch, präsent vor Ort, mit
tadelloser Qualität» können sie auch höhere Preise durchsetzen: «Sie werden als Spezialität wahrgenommen.»

**Mikrobrauereien im Trend**
Gottinger nennt als Beispiele hierfür das Münchner Augustiner oder das Tegernseer. «Originelle regionale Marken sind im Trend.» Auch Flensburger ist so im hart umkämpften Pils-Markt erfolgreich unterwegs: Die Brauerei konnte ihren Absatz im vergangenen Jahr um acht Prozent steigern. «Flens hat viel mit Emotion zu
tun», sagte Geschäftsführer Andreas Tembrockhaus. Die Flasche mit dem Bügelverschluss, die norddeutsche Identität, aber auch der herbe Geschmack trügen dazu bei.
Dass die Zahl der Brauereien in Deutschland im vergangenen Jahr um weitere 31 auf 1388 stieg, liegt an neuen Gasthof- und Mikrobrauereien – sie produzieren keine 1000 Hektoliter im Jahr, machen aber inzwischen die Hälfte aller Brauereien aus.
Beflügelt wurde die Entwicklung von Craft Beer, meist hopfenbetont-fruchtigen Sorten, die mit ganz neuen Aromen spielen und viele Biertrinker neugierig gemacht haben. Dafür sind Feinschmecker dann auch bereit, zwei Euro pro Flasche zu zahlen. Mit einem Marktanteil im Promillebereich spielen Craft-Biere aber bisher keine grosse Rolle.

**Alkoholfreies Bier boomt**
Viel wichtiger ist ein anderer Trend: «Alkoholfreies Bier brummt wie der Teufel», sagt Ebbertz. Laut Deutschem Brauerbund wuchs der Marktanteil im vergangenen Jahr weiter kräftig auf 5,6 Prozent. Brauereien bewerben ihre Alkoholfreien heute als Lifestyle-Getränke, kalorienarm, gesund, als isotonische Getränke für
Sportler.
Denn die Deutschen achten mehr auf Gesundheit und Fitness – da hat es die Flasche Pils mit 430 Kilokalorien und fünf Prozent Alkohol schwerer. «Früher war jedes vierte Getränk ein Bier – heute ist Mineralwasser der Durstlöscher. Bier und Limo verlieren», sagt Gottinger. «Wo früher ein Stammtisch war, ist heute ein Fitnessstudio. Die Freizeit wird anders verbracht. Auch im Chatroom gibt keiner eine Saalrunde aus», sagt Ebbertz. Am Arbeitsplatz wird ebenfalls volle Leistungsfähigkeit erwartet – ein Bier zum Mittagessen in der Kantine ist in den allermeisten Unternehmen längst passé. Da passt es ins Bild, dass die Stadt Berlin über ein Alkoholverbot diskutiert.

**Wachstum weltweit**
Weltweit wächst der Bierkonsum dagegen. China und Brasilien sind riesige Märkte und produzieren selbst weit mehr Bier als Deutschland. Und im internationalen Geschäft dominieren Braugiganten wie AB-Inbev und SABMiller, die aktuell eine Megafusion im Wert von rund 100 Milliarden Euro festzurren, oder Heineken. Selbst die grössten deutschen Braukonzerne wie Radeberger oder Oettinger sind im Vergleich nur Zwerge. Vor allem Belgier und Niederländer seien weltweit auf Einkaufstour gewesen, als sich die Deutschen auf ihren rasant wachsenden heimischen Markt konzentriert hätten, erklärt Ebbertz. Jetzt sei der Kuchen weitgehend verteilt.
(dpa)

**1516**
*Eines bayerischen Herzogs Verfügung*

Das Reinheitsgebot des Bieres wurde 1516 von Herzog Wilhelm IV. von Bayern verfügt. Es gilt als das weltweit älteste Lebensmittelgesetz der Welt. «Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen», heisst es in dem Gebot von 1516. «Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden.»
Frühe Vorschriften zu Qualität und Preis des Bieres wurden bereits im 12. Jahrhundert erlassen. Eine Festlegung auf Wasser, Malz und Hopfen als Rohstoffe erfolgte für München 1487 durch Herzog Albrecht IV. von Bayern.
Als Vorläufer des Reinheitsgebots gilt unter anderem eine «Biersatzordnung», die Herzog Georg den Reichen 1493 für das damals von ihm regierte Teilherzogtum Niederbayern erliess. Albrechts Sohn Wilhelm IV. dehnte 1516 das Reinheitsgebot auf ganz Bayern aus. 1906 wurde es zum Reichsgesetz und galt somit für ganz Deutschland.
(dpa)

**Reinheitsgebot**
*Nur Malz, Hopfen, Wasser und Hefe dürfen rein*

Nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 dürfen zum Bierbrauen nur Wasser, Gerste und Hopfen verwendet werden. Ausserdem wird Hefe zum Gären
gebraucht. Die heutigen Zutaten im Überblick:

**MALZ**
wird je nach Biersorte aus Gerste oder Weizen gewonnen. Das Getreide wird mit Wasser vermengt, damit es keimt. Danach wird das Grünmalz ähnlich dem Rösten von Kaffee in der Darre getrocknet. Es gibt mehr als 40 Sorten wie helles und dunkles Malz, Rauch- oder Caramelmalz.

**HOPFEN**
sorgt für den mehr oder weniger bitteren Geschmack des Bieres. Zudem beeinflusst er die Schaumkrone und erhöht die Haltbarkeit. Es gibt Bitter- und Aromahopfen. Der Braumeister kann aus über 200 Sorten auswählen. Meist nimmt er mehrere Sorten für einen Sud. In der Hallertau, zwischen München und Nürnberg, liegt das grösste Hopfenanbaugebiet der Welt.

**WASSER**
ist der Hauptbestandteil jedes Biers. Seine Mineralstoffe beeinflussen den Geschmack. So wird das malzig-süsse Münchner Dunkelbier mit hartem Wasser gebraut. Das feinherbe Pils hingegen braucht weiches, kalkarmes Wasser. Laut der Trinkwasserverordnung sind die Anforderungen an Brauwasser höher als die an Trinkwasser.

**HEFE**
verwandelt bei der Gärung den Malzzucker in Alkohol, Kohlensäure und Wärme. Die Hefe prägt auch das Aroma des Biers massgeblich mit. Es gibt 200 Hefestämme. Brauer unterscheiden zwischen obergärigen Hefen für Weizen- und untergärigen für Gerstenmalz. Untergärige Hefen sinken an den Boden der Flüssigkeit, obergärige Hefen steigen auf.
(dpa)

#Allgemeines

17. April 2016 | Bier ist unser Gegengift – 500 Jahre Reinheitsgebot

NZZ am Sonntag, Wissen
von Gunther Hirschfelder

«500 Jahre Reinheitsgebot» als pdf

#Notizen zu Namen

16. April 2016 | «Müssen schauen, wo wir sparen können»

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritschi

*Titelseite*
**Steiner Stadtrat Ueli Böhni kandidiert für Stadtpräsidium**
Nun steht fest, worüber in Stein am Rhein schon länger gemunkelt wurde: Ueli Böhni (GLP), seit Beginn des Jahres Mitglied des Steiner Stadtrats, kandidiert fürs Stadtpräsidium im Herbst. Der endgültige Entscheid fiel gestern Abend, nachdem auch die SVP beschlossen hatte, Böhni zu unterstützen. In den letzten Wochen hatten alle bürgerlichen Parteien in Stein am Rhein Hearings durchgeführt und sich danach für die Kandidatur von Ueli Böhni ausgesprochen. Dem bürgerlichen Wahlausschuss gehören die FDP, die Pro Stein, die CVP und die SVP an. Ueli Böhni zeigte sich gestern sehr erfreut über den grossen Sukkurs und möchte kandidieren. Er sei schon vor einigen Wochen angefragt worden, sagt er, habe die Entscheidung aber von der Unterstützung der Parteien abhängig gemacht. Da dies nun der Fall sei, werde er gerne antreten.(efr.)

«Nein», sagen sie einhellig, «gross Zeit zum Überlegen haben wir nicht gehabt, dafür standen zu viele Sachgeschäfte an. Und so ging es für die beiden Neuen im Stadtrat, die Heidi Schilling (parteilos) und Beat Hug (SVP) zu Beginn des Jahres ersetzt haben, gleich in medias res. «Wir haben mit einer intensiven und sehr guten Klausurtagung im Januar begonnen», sagt Karin Sigrist. «Da haben wir sach- und zukunftsorientiert diskutiert und gearbeitet.»

**Grosse Investitionen**
Ueli Böhni kommen die ersten 100 Tage schon «fast wie 200 Tage vor». So viel ist passiert in der kurzen Zeit, und so viel Alltag ist auch schon in die Arbeit eingeflossen. Dies im positiven Sinne. «Ich bin einfach gleich voll eingestiegen,» sagt er. Im Stadtrat, wo das Klima zuletzt doch ziemlich angespannt war, sei die Stimmung nun sehr gut und sachorientiert. «Alle sind bereit, konstruktiv zu arbeiten», halten die beiden Neuen fest, und bei den Stadtratssitzungen alle zwei Wochen sei die Zeit meist eher zu kurz, so viel gebe es zu besprechen.
«Unser Ziel ist es natürlich, sich auch über die eigenen Referate hinaus in den Sachgeschäften auszukennen», betont Böhni, der für das Bildungsreferat mit Bildung, familienexterner Kinderbetreuung und Jugendarbeit zuständig ist. «Wir haben mit dem Frühlingsputz bei der Rechnung angefangen», sagt die neue Finanzchefin, die, kurz nachdem sie das Amt übernommen hat, mit der Sparbotschaft an die Öffentlichkeit gehen musste: Die Fremdverschuldung der Stadt Stein am Rhein wird sich bis 2017 von rund 15 Millionen auf 30 Millionen Franken verdoppeln. Das heisst, dass Stein am Rhein längst nicht mehr so komfortabel dasteht wie auch schon. Als Ursache für die Schulden sieht Sigrist einige grosse Investitionen wie zum Beispiel die Hoga-Sporthalle, die sich negativ im Finanzplan niederschlägt. «Dazu kommt, dass wir dabei sind, das Wasserleitungsnetz der Stadt zu erneuern», erklärt ­Sigrist. Dies kann nicht aufgeschoben werden, da sonst die kantonalen Subventionen entfallen. Weitere Punkte sind der Umbau des Alters- und Pflegeheims und die Neugestaltung des Bahnhofareals, wo eine neue, rollstuhlgängige Unterführung erstellt und die Umgebung verschönert wird.
«All das ist wichtig und notwendig», meint Sigrist. «Aber gleichzeitig müssen wir schauen, wo wir sparen können.» Oder anders gesagt: Es gilt die Ausgaben vernünftig zu priorisieren und darauf zu achten, keine neuen Schulden anzuhäufen. Sigrist sieht sich aber in ihrem Bemühen vom restlichen Stadtrat gut unterstützt. «Alle helfen mit und sind bereit in ihren Ressorts Positionen zu streichen, die nicht unbedingt nötig sind.» Das Thema Schulden ist für die neue Finanzreferentin allerdings nicht aus dem Nichts gekommen: «Das hat sich schon länger abgezeichnet und war auch schon Thema im Einwohnerrat.» Ueli Böhni spricht auch die Folgekosten zahlreicher Projekte an. «Wir haben in Stein am Rhein mit der schönen Altstadt ein kostbares ­Juwel zu pflegen», sagt er. «Doch damit sind wir überproportional belastet, denn ein solches kulturelles Gut muss gepflegt werden. Und das kostet.»

**Tourismus als Dauerthema**
Er glaubt, dass eine relativ klei- ne Stadt wie Stein am Rhein mit ei- nem Auftrag dieser Grösse manchmal durchaus auch überfordert sein kann beziehungsweise an ihre Grenzen kommt. Für die beiden ist es keine Frage, dass Stein am Rhein dank der Jakobund-Emma-Windler-Stiftung viele Projekte realisieren und unterhalten kann. Und so sei auch das Thema Tourismus im Stadtrat immer wieder ein Thema. «Wir müssen schliesslich die Infrastruktur für die vielen Touristen schaffen und aufrechterhalten», sagt Böhni. Sigrist und Böhni sind froh, dass die Gespräche in einer sehr freundschaftlichen und entspannten Atmosphäre stattgefunden haben. Konkretes könne man noch nicht berichten. «Dafür ist es zu früh, und die Ideen sind noch nicht ausgegoren; da folgen noch weitere konstruktive Gespräche», meinen sie.
Ein weiteres wichtiges Terrain, das es in Stein am Rhein zu beackern gilt, ist das Thema Schule. Mit Ueli Böhni hat nun jemand das Referat übernommen, der mit dem Thema schon lange vertraut ist. Immerhin war er früher sieben Jahre Schulpräsident. Auch hier hat es so eine Art Neustart nach all den personellen Querelen gegeben, die im Rücktritt der Schulpräsidentin und in einem Referatswechsel von Claudia ­Eimer zu Heidi Schilling endeten, wobei Schilling kurz danach ihre Demission als Stadträtin bekannt gab. Dass nach halbjähriger Vakanz auch das Amt des Schulpräsidenten wieder besetzt wurde – fast zeitgleich mit der Wahl Böhnis in den Stadtrat –, sei für ihn sehr positiv, sagt er. «Mit Ruedi Rüttimann haben wir jemanden, der sich sehr engagiert», freut er sich. Und so sei man auf gutem Wege. Zudem, so Böhni, habe sich auch das Modell mit den Schulleitungen bewährt. Selbst in politisch unruhigen Zeiten sei es in den Schulen operativ gut gelaufen. Für ihn ist nun die Schulzusammenarbeit im oberen Kantonsteil das zentrale Projekt, das intensiv laufe. «Auch diese Verhandlungen finden in einem freundlichkooperativen Klima statt», sagt er. Und die Einarbeitung habe bestens geklappt. «Es macht Spass, und es gibt viele spannende Fragen, auch zu Folgeprojekten.»

**Häuser in schlechtem Zustand**
Was den gesamten Stadtrat künftig noch beschäftigen wird, ist der Umgang mit den stadteigenen Liegenschaften. Nebst Kulturgut besitzt die Stadt viele weitere Gebäude, hat ­Sigrist festgestellt. Und hier gelte es bald ein gutes Konzept zu deren Bewirtschaftung zu entwickeln. Unterhalt oder Veräussern ist hier die Gretchenfrage. «Da muss bald etwa passieren», sagt Sigrist. Denn einige sind in schlechtem Zustand. In Stadtbesitz sind auch die Höfe Ober-/Unterwald und das «Rhy­güetli». «Es ist sicher von Vorteil, wenn man sich auch in neue Dossiers einarbeiten muss», sagt Böhni. Das erweitere den Blick und sei extrem spannend. Ganz klar ist für die beiden, dass sie bei den Erneuerungswahlen im Herbst wieder kandidieren werden. Mit dieser Absicht sind sie schon vorher angetreten, und die hat sich nun im Lauf ihrer Einarbeitungszeit bekräftigt und soll erfolgreich fortgesetzt werden.

#Allgemeines

7. April 2016 | Die Kantone ziehen die Schraube an

Schaffhauser Nachrichten
Lukas Leuzinger

Wer die Matura bestanden hat, der darf an einer Schweizer Universität oder ETH studieren. Dieser Grundsatz gilt heute im Schweizer Hochschul­bildungssystem. Eine Aufnahme­prüfung gibt es – ausser für das Medizinstudium – nicht.
Allerdings wurde in jüngerer Zeit vor allem vonseiten der Hochschulen Kritik laut, das Niveau der Matura sei zu tief. Tatsächlich gab eine landesweite Evaluation aus dem Jahr 2007 – neuere Erhebungen gibt es nicht – Anlass zu Bedenken. Knapp ein Viertel der Gymnasiasten hatte eine ungenügende Mathematiknote im Maturazeugnis. Betrachtet man nur die schriftliche Abschlussprüfung, waren sogar 41 Prozent der Maturanden ungenügend. Bei der Erstsprache (Deutsch in der Deutschschweiz, Französisch in der Westschweiz) schrieb jeder fünfte Schüler eine ungenügende Note. Durch die Matura fällt deswegen kaum jemand, weil ungenügende Noten durch genügende in anderen Fächern ausgeglichen werden können. Doch reichen diese Mathematik- und Sprachkenntnisse für ein Studium an einer Hochschule?

**Bruchrechnen und Schreiben**
Auch der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) bereitet das Niveau der Maturanden in manchen Fächern Sorgen. Sie hat deshalb den seit 1994 bestehenden Rahmenlehrplan für die Maturitätsschulen ergänzt, wie sie gestern mitteilte. Das Papier, das als Grundlage für die kantonalen Lehrpläne dient, listet die Kompetenzen in Mathematik und Erstsprache genauer auf, die Maturanden bis zum Ende ihrer Mittelschulzeit erlangen sollen. Die Schüler sollen etwa Bruchrechnen können, den Satz des Pythagoras beherrschen oder «argumentativ schlüssige und angemessen verknüpfte Texte formulieren können».
Grundlage für die Ergänzungen ist eine Untersuchung des Erziehungswissenschafters Franz Eberle von der Universität Zürich. Eberle und sein Team befragten Studenten verschiedener Fachrichtungen und Universitäten dazu, welche Fähigkeiten in Mathematik und Erstsprache sie im ersten Studienjahr häufig brauchten. Darauf aufbauend erarbeiteten die Wissenschafter einen Katalog von Kompetenzen, die «in vielen Studienrichtungen» vonnöten sind.

**«Es braucht Grundkenntnisse»**
Im Gespräch betont Eberle, es gehe nicht darum, mehr Mathematiker und Germanisten hervorzubringen. «Wer eine ungenügende Note in Mathe- matik hat, wird wahrscheinlich nicht Mathematik studieren. Aber auch wenn er Psychologie studiert, braucht er gewisse mathematische Grundkenntnisse.» Das Gleiche gelte für die ­Sprache. Der Erziehungswissenschafter ergänzt, dass die mathema­tischen Anforderungen in den Sozialwissenschaften, aber auch in den Wirtschaftswissenschaften tendenziell zugenommen hätten. Eberle, der auch die Evaluation der gymnasialen Ausbildung durchgeführt hat, betont aber, dass das Niveau der Matura grundsätzlich zufriedenstellend sei.
Neben der Ergänzung des Rahmenlehrplans haben die Erziehungsdirektoren eine Reihe von Empfehlungen an die Kantone beschlossen. Beispielsweise sollen sie die Maturaprüfungen zwischen den einzelnen Kantonsschulen harmonisieren. Weiter soll der Dialog zwischen Gymnasien und Hochschulen verstärkt und die Studien- und Laufbahnberatung an den Mittelschulen verbessert werden. Ob diese Massnahmen fruchten, wird sich schon bald zeigen: Die EDK und der Bund planen eine neuerliche landesweite Evaluation der Matura. Der genaue Zeitpunkt ist aber noch offen.
Bei den Gymnasien stösst die Ergänzung des Rahmenlehrplans auf grundsätzlich positives Echo. «Dieses Vorgehen ist sinnvoll – und gut schweizerisch», sagte Marc König. Er ist Rektor der St. Galler Kantonsschule am Burggraben und Präsident der Konferenz der Schweizerischen Gymnasialrektoren. Die Schulen seien in der Lage, sicherzustellen, dass die Gymnasiasten die geforderten Kompetenzen erwerben. Zentral ist für König, dass der prüfungsfreie Zugang zu den Hochschulen gewährleistet bleibt.

**«Nicht die einzigen Kompetenzen»**
Auch bei den Hochschulen zeigt man sich zufrieden. Man begrüsse die Klärung der Kompetenzen in Mathematik und Erstsprache, erklärte Martina Weiss vom Verband Swissuniversities. Allerdings seien sie nicht die einzigen massgeblichen Kompetenzen für die Studierfähigkeit. Ihr Erwerb dürfe «nicht auf Kosten anderer im Rahmen der Allgemeinbildung zu erwerbender Kompetenzen erfolgen».

#Alt-Scaphusia

5. April 2016 | Neuaufnahmen Scaphusia

Liebe Scaphusianer,

am Samstag 2. April wurden 4 neue stramme Fuxen aufgenommen:

Marc Fierro v/o Latz
Michael Künzler v/o Lakon
Eduard Sokcevic v/o Flatter
Gabriel Sonderegger v/o Zorro

Ich gratuliere der ganzen Aktivität und allen weiteren beteiligten AHAH zur erfolgreichen Spefuxenwerbung!
Panta rhei – trotz allem Wandel geht es seit 1858 weiter.

Möglichkeiten die neuen Fuxen kennen zu lernen:
– Samstag 9. April 2000 Bude:
Wingigerkneippe
– Mittwoch 13. April 2000: Schlusskneipe im Falken

Ich grüsse alle in den Farben blau-weiss-blau

Süüle
AH-Präsident