#Notizen zu Namen

1. April 2009 | Die Finanzmarktaufsicht lobt sich für ihr Krisenmanagement

Schaffhauser Nachrichten, Titelseite
(sda)

Sie habe ihren Auftrag in der Finanzkrise erfüllt, mit einem Vorbehalt jedoch. Unzufrieden zeigte sich der aus Schaffhausen stammende Finma-Präsident Eugen Haltiner an der Jahresmedienkonferenz von gestern damit, dass die Behörde Hinweise auf die Finanzkrise nicht rechtzeitig erkannte. «Weder die nationalen Behörden noch die internationalen Gremien verfügten über die Weitsicht, die Unabhängigkeit und die Kompetenzen, diesen Fehlentwicklungen entgegenzutreten», sagte Haltiner. Die Nähe der Finma zum Finanzsektor verteidigte das frühere Kadermitglied der Grossbank UBS: «Die Erfahrung lehrt eindeutig, dass es diese Nähe braucht.» Der geschickte Verbund von Lehre und Praxis sei eine der Stärken der Finma. Für einen Rücktritt sehe er keinen Grund, sagte Haltiner.

Würden wieder gleich handeln

Die Finma habe ihr Mandat wahrgenommen, also die Gläubiger, die Investoren und die Versicherten sowie die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte geschützt, sagte Haltiner. «Der Massstab unserer Entscheide ist nicht die öffentliche Meinung.» Nach Ausbruch der Krise habe die Finma unabhängig, zeit- und sachgerecht entschieden und würde wieder gleich handeln. Auch der Entscheid, die Grossbank UBS zur Übergabe von gegen 300 Kundendaten wegen mutmasslichen Steuerbetrugs an die US-Behörden anzuweisen, sei «gut vorbereitet» gewesen. Wegen der angedrohten Strafklage habe keine Alternative bestanden. «Die UBS wäre in die Luft gegangen», sagte Finma-Vizepräsident Daniel Zuberbühler. Handlungsbedarf sieht die Finma nach den Exzessen bei den Managerlöhnen, nachdem sie der UBS trotz gigantischen Verlusten Boni in Milliardenhöhe genehmigte. Ende Mai soll ein neues Rundschreiben für die Finanzbranche in die Anhörung gehen. Die Vergütungssysteme sollen demnach nicht mehr zu «schädlichen Risiken» verleiten.

#Notizen zu Namen

27. März 2009 | Auf Egger folgt Sonderegger an der Spitze der FDP Stadt

Schaffhauser Nachrichten, Region
Robin Blanck

Es war gestern um 20.34 Uhr, als Martin Egger nach acht Jahren an der Spitze der städtischen FDP die Parteileitung seinem Nachfolger Marcel Sonderegger übergab. Kurz zuvor hatte die Parteiversammlung im Güterhof den selbständigen Unternehmer einstimmig gewählt. Der Ingenieur gehört dem Vorstand bereits seit acht Jahren an, seit 2002 ist er für die Finanzen der städtischen FDP zuständig. Durch eine Kampfwahl musste der zweifache Vater nicht, gleichwohl legte er Motivation und Ziele für das Amt kurz dar: Statt nur die Faust im Sack zu machen, sei es nötig, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Als Parteipräsident sehe er seine Hauptaufgabe in der Mitgliederwerbung, politisch mache er sich auf rauhere Zeiten gefasst. Zudem stelle er fest, «dass der Neoliberalismus in den letzten Jahren die Tendenz hatte, Problemfälle an den Staat abzuschieben.» Als Partei müsse sich die FDP überlegen, ob es hier nicht auch andere Lösungen gebe. «Der soziale Pakt zwischen Unternehmern und Mitarbeitern ist in letzter Zeit etwas ver-lorengegangen», sagt Sonderegger, «ich hoffe, dass ich als Parteipräsident hier wieder für eine Verbesserung sorgen kann.» Gleichzeitig will er sich dafür einsetzen, dass die Partei ihre grüne Seite – sprich: Umweltanliegen – entdeckt.
Die Übergabe der Amtsgeschäfte ging einher mit der Vorstellung einer Initiative, die gestern ebenfalls einstimmig von der Parteibasis beschlossen wurde: Unter dem Titel «Sitzungsgelder vor das Volk» wird gefordert, dass künftig Beschlüsse des Grossen Stadtrates «über die Festsetzung des Sitzungsgeldes oder ständiger Entschä-digungen dem fakultativen Referendum unterstehen». Damit will sich die FDP gegen die vom Grossen Stadtrat kürzlich beschlossene Einführung von Fraktionsentschädigungen und die Erhöhung der Sitzungsgelder zur Wehr setzen. Gestern wurde auch der abtretende Präsident Martin Egger verabschiedet, der sein Amt mit einem weinenden und einem lachenden Auge abgibt: «Ich überlasse einem fähigen Nachfolger eine gesunde Partei, auch haben mir die vergangenen acht Jahre auf der Kommandobrücke Spass gemacht», sagte Egger, dem zum Abschluss von Fraktionspräsident Raphaël Rohner im Namen der Partei ein Wochenendausflug überreicht wurde. Neu in den Parteivorstand gewählt wurde gestern abend Res Hauser: Der Sohn von Thomas und Katrin Hauser – beide im Grossen Stadtrat aktiv – ist ausserdem für das Präsidentenamt der Jungfreisinnigen der Stadt vorgeschlagen.

#Notizen zu Namen

24. März 2009 | Führungswechsel bei den Jungfreisinnigen

Schaffhauser Nachrichten,
(r.)

Bereits nach den letzten Kantonsratswahlen hat Fabian Käslin seinen Rücktritt als Präsident der Jungfreisinnigen Kanton und Stadt Schaffhausen auf die Mitgliederversammlung 2009 hin bekanntgegeben. «In seiner dreijährigen Amtszeit konnten die Jungfreisinnigen einen starken Zuwachs – sowohl bei den Mitgliedern als auch beim Wähleranteil – verzeichnen», heisst es in der Mitteilung der Jungfreisinnigen. Nach dem Rücktritt von Fabian Käslin hält es der Vorstand nun für angebracht, durch die Trennung von städtischem und kantonalem Präsidium klare Verhältnisse innerhalb der JFSH zu schaffen. An der Mitgliederversammlung vom 9. April wird der Vorstand deshalb Markus Bührer als Präsidenten der Jungfreisinnigen Kanton und Res (Andreas) Hauser als Präsidenten der Jungfreisinnigen Stadt vorschlagen. Der bisherige Kassier Markus Bührer ist seit 2008 Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen. Der 21-jährige Thaynger studiert Wirtschaftswissenschaften an der Uni Zürich und engagiert sich in verschiedenen Vereinen. Aktuell bekämpft er als Co-Präsident des Referendumskomitees in Thayngen die Erhöhung des Steuerfusses. Der 22-jährige Res Hauser aus Buchthalen ist seit zwei Jahren Mitglied der Jungfreisinnigen. Seit diesem Jahr bekleidet er das Amt des Bürgerrates der Stadt.

#Allgemeines

11. März 2009 | Kein Bier, kein Tabak – Frankreichs Jugend soll rauschfrei leben

Schaffhauser Nachrichten, Ausland
Ansgar Haase

Jugendliche, die sich ins Koma saufen, Mädchen, die mit 16 Jahren Kette rauchen, und eher feuchte als fröhliche Feiern zum bestandenen Schulabschluss: Mit all dem soll in Frankreich bald für immer Schluss sein. Das Nachbarland macht Ernst mit der Verschärfung des Jugendschutzes: Die erste Parlamentskammer beschloss ein Verkaufsverbot von Alkohol und Tabakwaren an unter 18-Jährige. Nur die zweite Kammer muss noch zustimmen, damit das Gesetz in Kraft tritt.

Bislang durften junge Franzosen ab 16 Jahren munter zu Zigaretten und zu Getränken mit geringem Alkoholgehalt greifen. Künftig soll nicht einmal mehr ein Glas Wein zum Essen erlaubt sein. Auch den sogenannten Flat-Rate-Partys mit Alkohol zum Pauschalpreis hat wohl die letzte Stunde geschlagen. Eine «glasklare» Politik hatte Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot bereits im Februar angekündigt.

**Zustimmung und Skepsis**
Die Reaktionen auf den harten Vorstoss der französischen Regierung sind gespalten. Während die Gesundheitsministerin sich von dem Gesetz einen erheblichen Beitrag im Kampf gegen das weitverbreitete Komasaufen oder die Nikotinabhängigkeit erhofft, zeigt sich die Bevölkerung skeptisch. «Auf dem Papier mag das eine gute Massnahme sein», urteilte ein junger Mann am Dienstag im französischen Radio. Letztlich komme aber doch selbst ein Zwölfjähriger heute schon an Alkohol. Selbst Forscher zeigen sich zurückhaltend. «Wir sprechen nie vom wirtschaftlichen und sozialen Druck», kritisiert Marie Choquet vom nationalen Gesundheitsinstitut Inserm. Auch Ursachen wie Schulstress fänden im Kampf gegen Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen zu wenig Beachtung.

**Kein Fest ohne Alkohol**
Hintergrund der französischen Gesetzesinitiative ist vor allem die steigende Zahl der bekanntgewordenen Massenbesäufnisse. Wie in der Schweiz und anderen europäischen Ländern treffen sich französische Jugendliche am Wochenende, um sich grundlos «wegzuschiessen». Nicht selten enden solche Partys mit schweren Alkoholvergiftungen. Rund zwei Drittel der 16-Jährigen in Frankreich geben bei Umfragen an, problemlos sogar an Schnaps zu kommen. Selbst 12- und 13-Jährige müssen Eltern schon mit lebensbedrohlichen Vergiftungen aus dem Spital abholen. Soziale Grenzen scheint es nicht zu geben. Dass es die französische Gesundheitsministerin Bachelot mit ihrer Null-Toleranz-Strategie gegen Alkoholmissbrauch relativ leicht hatte, dürfte nicht zuletzt am Präsidenten Nicolas Sarkozy liegen, der eigenen Angaben zufolge keinen Tropfen Alkohol trinkt. (dpa)

#Allgemeines

11. März 2009 | «Wir haben gute Trümpfe»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Walter Joos

«Es stehen uns eine Reihe schwieriger Jahre bevor.» Zu dieser Erkenntnis gelangte Serge Gaillard gestern anlässlich der vierten Wirtschaftsdebatte der Handelsschulverbindung Commercia im Keller des Kulturklubs Haberhaus. Im Zentrum der seit 2006 bestehenden Veranstaltungsreihe standen diesmal die Möglichkeiten der Arbeitsmarktpolitik zur Milderung der aus der weltweiten Finanzkrise zu erwartenden Konsequenzen. Dabei vertrat der heute als Direktor für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) tätige Ökonom die Auffassung, dass die im vergangenen Jahr mit unerwarteter Wucht über nahezu alle Nationen hereingebrochene Rezession auch unsere Wirtschaft in einer ganz besonderen Weise herausfordert.

**Erfreulich gute Ausgangslage**
Nach Ansicht des Referenten steht die Schweiz heute vergleichsweise gut da. Sie befinde sich weder bezüglich des Binnenmarktes noch bezüglich der Lage auf dem Immobilienmarkt in einer eigentlichen Krise. Unser Land habe gute Trümpfe und verfüge über eine Vielzahl finanziell gesunder und wettbewerbsfähiger Unternehmen. Daraus resultiere eine gewisse Robustheit gegenüber den aktuellen konjunkturellen Schwankungen. Angesichts der starken wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Ausland gerate die Schweiz – so Serge Gaillard – allerdings durch die teilweise dramatischen Einbrüche im Bereich der Exportwirtschaft in einer Vielzahl von Branchen unter zunehmenden Druck.

**Zuversicht und Optimismus**
Trotz der momentan eher düsteren Aussichten zeigte der Vertreter des Staatssekretariats für Wirtschaft gestern in Schaffhausen viel Selbstvertrauen und einen bemerkenswerten Optimismus. Er rechnet zwar mit einer weiteren Zunahme der Kurzarbeit und der Zahl der Arbeitslosen. Mittelfristig glaubt er jedoch daran, dass wir die Krise dank einer Reihe von klugen Massnahmen ohne grösseren Schäden überwinden können. So sei es bisher den Behörden über weite Strecken gelungen, die Bankenwelt und das mit ihr verbundene Kreditsystem einigermassen zu stabilisieren. Regierung und Parlament seien ausserdem daran, den ihnen zur Milderung der Krise zur Verfügung stehenden wirtschaftlichen Spielraum auf sinnvolle Weise zu nutzen. Lobende Worte fand Serge Gaillard für die grossen Bestrebungen von Politik und Wirtschaft zur Sicherstellung einer ausreichenden Zahl von neuen Lehrstellen sowie zu einer möglichst raschen Wiedereingliederung von arbeitslos gewordenen Menschen in die Erwerbstätigkeit. Der Referent sprach sich gestern im Haberhaus ausserdem zugunsten staatlicher Bestrebungen zur Behebung der momentanen konjunkturellen Flaute aus. Zu den aus der Sicht des Staatssekretariats für Wirtschaft möglichen Impulsen zählte er unter anderem einen rascheren Ausbau der Infrastruktur der Schweizerischen Bundesbahnen und der zur Erschliessung weiter Landesteile existierenden Privatbahnen, eine speditive Umsetzung der im Rahmen der neuen Regionalpolitik des Bundes von den einzelnen Kantonen ausgearbeiteten Projekte sowie eine gezielte Sanierung von bereits bestehenden öffentlichen Bauten und Anlagen. Auch im Bereich des Umweltschutzes und der Tourismusförderung sieht der Direktor für Arbeit konkrete Möglichkeiten zur Ankurbelung der Wirtschaft. Dabei dürfe sich der Bund aus seiner Sicht für eine beschränkte Zeitdauer allenfalls stärker verschulden.

**Die Steuern von morgen**
Laut dem Koreferenten David Schöttli – er widersprach Serge Gaillard in diesem Punkt – sind die Schulden von heute allerdings oft die Steuern von morgen. Zum Schluss erkundigte sich Diskussionsleiter Martin Schläpfer nach der Meinung des Referenten zum Bankkundengeheimnis. «Was moralisch fragwürdig geworden ist, gereicht unserem Land langfristig mit Sicherheit nicht zum Vorteil», unterstrich Serge Gaillard seine Haltung.

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11. März 2009 | Forschung mit möglichen Auswirkungen

Schaffhauser Nachrichten, Diessenhofen
Margrith Pfister-Kübler

An der Preisverleihung des Wettbewerbs «Die Thurgauer Jugend denkt die Zukunft» im Ausbildungszentrum Wolfsberg konnte Silvan Bachmann, Maturand an der Kantonsschule Kreuzlingen, nicht teilnehmen. Die Grippe hatte ihn im Griff. An seiner Stelle nahm seine Schwester Simone Andrea Bachmann die Auszeichnung entgegen, stolz darauf, dass der jüngere Bruder die Forschungstradition fortsetzt. Simone Andrea Bachmann wurde nämlich von Think Tank im Jahr 2007 für ihre naturwissenschaftliche Arbeit «Sonderwaldreservat Schaaren» ausgezeichnet. Beide wurden dabei vom Biologielehrer Max Bührer aus Neuhausen begleitet.

**Gute wissenschaftliche Qualität**
Christoph Tobler, Mitglied des Stiftungsrates TTT und Beauftragter für den Jugendwettbewerb: «Bachmanns Arbeit hätte einen ersten Platz verdient, aber weil das Thema nicht thurgauspezifisch ist, hat die Auszeichnung nur für die zweite Kategorie gereicht. Von der wissenschaftlichen Qualität her, ist es eine sehr gute Arbeit.» Die Arbeit hat in Fachkreisen und bei anderen Kantonen einen «initialen» Effekt ausgelöst; sie wird bereits zum Anlass genommen, weitere Abklärungen zu treffen, so die Einschätzung von Achim Kayser vom Amt für Umwelt, Bodenschutzfachstelle. Kayser sagt: «Konkret hat das AWEL Zürich, Abteilung Betrieblicher Umweltschutz, Peter Dellava, ein Projekt initiiert und einen Kredit von 50 000 Franken gesprochen. Der Kanton Thurgau wird sich voraussichtlich personell daran beteiligen. Auch der EMPA hat man Bachmanns Arbeit mit Interesse aufgenommen. Die Ergebnisse werden dann massgebend für den weiteren Umfang und konkret auch für die Vollzugspraxis der Kantone sein.» Im Kanton Thurgau haben, so Kayser, die Ergebnisse bereits jetzt zu einer Präzisierung der Bewilligungspraxis geführt, indem sie Eingang finden in die Baubewilligungen im Gewässerschutz (Auflage bei Versickerungsbecken), Abwasser von Metalldachflächen, Gewässerschutz (Einleitung in Gewässer oder in eine Meteorwasserleitung).

**Praktikum als Auslöser**
Doch was gab den Ausschlag bei Silvan Bachmann für seine Forschungen? «Ein Praktikum an der WSL (Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft) in Birmensdorf im Jahr 2006 hat das Interesse am Boden in mir geweckt. Darum wollte ich eine Maturaarbeit, in welcher der Boden eine zentrale Rolle spielt, schreiben. Auch sollte es etwas sein, das noch nicht untersucht wurde und für die Forschung von Interesse ist», erklärt Silvan Bachmann, begeisterter Pfadfinder, seine Forschungsfreude, in die er weit über 200 Stunden investiert hat. Zwölf Kantone hat Silvan Bachmann angeschrieben, um Versickerungsmulden zu erforschen. Im Thurgau konnte er in Weinfelden forschen, weitere Objekte lagen in den Kantonen Baselland, Bern, Solothurn. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Zink und die Verwendung von polyesterbeschichteten Zinkdächern zu Emissionen führen. Langfristig müsse im Interesse von Umwelt und Bodenschutz unbedingt nach Alternativen gesucht werden.

**Maturaabschluss und Studium**
Als seine Hobbys bezeichnet der junge Forscher Pfadi und Klavier (Spielen, Komponieren und dazu auch Singen). Ausserdem spielt er Tennis, fährt Snowboard, fotografiert und vergnügt sich mit Bildbearbeitung am PC. Silvan Bachmanns nächstes Ziel? «Ein guter Maturaabschluss, eventuell ein Sprachaufenthalt vor Studienbeginn und ab September 2009 an die ETH zum Studium der Umweltnaturwissenschaften.»

#Notizen zu Namen

4. März 2009 | Andreas Hauser neu im Bürgerrat

Schaffhauser Nachrichten, Region
(r.)

Walter Joos reichte am 22. Januar seinen Rücktritt aus dem Bürgerrat ein. Dies teilt die Stadtkanzlei mit. Der Stadtrat nahm davon Kenntnis und dankt ihm für seinen langjährigen Einsatz. Die Fraktion FDP/JFSH schlug daraufhin Andreas Hauser von der Jungen FDP als Nachfolger vor. Der Stadtrat wählte ihn als Mitglied des Bürgerrates für den Rest der Amtsperiode 2009 bis 2012.

#Notizen zu Namen

4. März 2009 | Sache … Sächeli – Von Spielplätzen, Wirtschaftsförderern, Fasnachtsscherzen, Grabsteinen, Slam-Poeten und Juroren

Schaffhauser Nachrichten, Region

Schaffhausen hat seit kurzem neben Thomas Holenstein einen zweiten Wirtschaftsförderer. Er heisst Michael E.Dreher, ist ehemaliger Nationalrat der Autopartei und Anwalt. Zurzeit ist er rund um die Uhr ehrenamtlich für den Kanton im Einsatz. So konnten ihn am letzten Samstag kurz nach 12 Uhr Passanten auf dem Platz in Schaffhausen beobachten, wir er am Handy versuchte, einen potentiellen Investor von Schaffhausen zu überzeugen. Mit lauter Stimme, für jedermann hörbar, pries er die steuerlichen Vorteile seines Heimatkantons an und erklärte, Schaffhausen habe mehr zu bieten als Zug und Schwyz. Sollte also hierzulande ein Wirtschaftsboom ausbrechen, so sind die Gründe dafür jetzt klar.

#Notizen zu Namen

24. Februar 2009 | FINMA-Chef referiert vor Farbenbrüdern

Schaffhauser Bock
Ursula Litmanowitsch

Der Avis kommt kurzfristig am Freitag. «Scaphusia»-Altherr und Ex-Nationalrat Dr. Michael E. Dreher v/o Aal, MBA HSG, Rechts- und Wirtschaftskonsulent mit eigener Firma «Dr. Dreher & Partner AG», im zürcherischen Zollikon domiziliert, schickt um 4.54 per E-Mail einen Hinweis an die lokalen Redaktionen ab: «Bereits 71 Angemeldete zum Vortrag von Dr. Eugen Haltiner, Finanzmarktaufsicht FINMA…». Nachdem der in Schaffhausen aufgewachsene Finma-Chef Haltiner seit Tagen im Fokus der zum Teil empörten Öffentlichkeit steht, reibt man sich verwundert die Augen ob dem bevorstehenden «Heimspiel».
Der Vortrag von «Altherr Chanel» im «Falken» sei schon vergangenen Dezember aufgegleist worden, sagt dann am Samstagabend Severin Knecht v/o Pivot, seines Zeichens Präsident der Aktivitas der Schaffhauser Kantonsschulverbindung «Scaphusia». Es ist kurz nach 18 Uhr. Um 19.30 soll’s losgehen.
Im «Falken» am Stammtisch der «Scapher» diskutieren bereits ein paar Altherren. Im hinteren Teil des Restaurants sitzt Aal mit seinen Gästen zu Tisch: Eugen Haltiner v/o Chanel, Heinz Kummer v/o Lynkeus, Albert Keller v/o Zahm, sowie Peter Hartmeier v/o Che (Commercia) und Unternehmer Peter Dreher delektieren sich bei «Züri-Gschnätzletem und Röschti» sowie einem Bier.
Im oberen Stock treffen derweil die ersten Gäste ein. Und um 18.40 Uhr auch zwei Securitas. Tomislav Babic hat sie angefordert: «Sicher ist besser» sagt der Falkenwirt.
Die Securitas stellen sich am Eingang zum Saal auf, sagen, sie würden allerdings nicht mit einer möglichen Randaliererei rechnen. Der grosse Falkensaal füllt sich mit rund 160 Gästen, vorab aktiven und ehemaligen Farbenbrüdern, wie sich die Verbindungsmitglieder nennen. Auch von der «Commercia» und der «Vitodurania» (Vito) sind viele anwesend. Er habe, so Mike Dreher später, diese mehr spontan wegen ihres mutmasslichen ökonomischen Sachverstandes eingeladen.
Der Anlass ist als Werbung für Spefuxen gedacht. So heissen die Interessenten vor ihrem Eintritt in eine Verbindung. Einer ist mit Freundin anwesend. Er sei beeindruckt, wird er am Schluss sagen und die Freundin meint, sie stelle es ihm frei, ob er Scapher werden wolle: «Das muss er selber wissen.» Unter all den Anwesenden zählt man rund ein Dutzend Frauen.
Der auf dem Flyer als Dr. ès. sc. éc. angekündigte Eugen Haltiner (er hat im Welschland studiert und promoviert) betritt den Saal. Man duzt sich unter Farbenbrüdern. «Hoi Chanel!» Und einer meint: «Schön, dass man Dich auch wieder mal sieht…». Dr. Haltiner vulgo Chanel begrüsst Pauke, Aetti, Quax, Harz, Duc und Forsch, den «ältesten Scaphusianer der Welt» wie Dr. Dreher den 91jährigen Hanns Deggeller bezeichnet.
Dann betritt Dreher, Gründer der ehemaligen Autopartei und Initiant des Abends, die Szene, respektive das Rednerpult. Er heisst die Gäste, von denen sich die meisten mit einem Passugger 0,5 Dezi zu fünf Franken eingedeckt haben, herzlich willkommen. Beim Vorstellen des Gastreferenten und dessen Palmares erwähnt Aal auch Chanels militärischen Grad als Oberst im Generalstab: «Das ist auch nicht nichts!» Unter den Anwesenden wird Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier, bereits im Inner-Circle des Dinner-Vorspiels dabei, nochmals namentlich begrüsst: «Bei ihm bin ich mir zwar nicht ganz sicher, ob ich ihn als Commercianer oder als Journalisten sehen soll», sagt Aal.
Dann tritt «Chanel» in Aktion. Seinen Übernamen oder Cerevis nach der Modeschöpferin Coco Chanel (Erfinderin des kleinen Schwarzen) hat er übrigens, so ist zu erfahren, aufgrund seiner Vorliebe zur diskreten Eleganz. Unter seinem grauen Anzug blitzt auf weissem Hemd und rotgestreifter Kravatte der «Farbenbändel» in blau-weiss. Erkennungsmerkmal im über 150-jährigen Freundschaftsbund der Renommierverbindung, die zum Kerngeschäft der Falken AG ein ziemlich entspanntes Verhältnis hat. Doch vorerst, wie erwähnt trinken alle nur Wasser. Das Bier kommt später und soll reichlich geflossen sein, wie man hört.
Nach wenigen Minuten entledigt sich Chanel, leicht genervt, des nicht richtig funktionierenden Mikrofons, welches zur Verstärkung seiner Sprechstimme per Bügel am rechten Ohr appliziert ist und meint: «Ich mach es ohne, ich hab ja eine laute Stimme und werde auch so gehört.» Der Titel des Referates: «Wer sieht den Wald, wer nur die Bäume?- Die Rolle der Finanzmarktaufsicht». Haltiner legt in freier Rede und mit Verve einen Vortrag aus dem Effeff hin. Mit fachspezifischen Tabellen untermalt und sehr theorielastig. Aber mit dynamischen Gesten das Gesprochene in augenfälliger Weise untermalend.
Als aufmerksamer Laie kann man heraushören, dass «die Schweizer Banken gesund» sind, der Vergleich der UBS zur Swissair «völlig daneben» sei, oder dass die Behauptung eine «fahrlässige Unterstellung» sei, ohne Massnahmenpaket wäre die UBS bankrott gegangen: «Diese 6 Milliarden sind ein Investment», sagt der Finma-Chef und langjährige UBS-Mann mit geradezu vibrierender Empathie. Um sich gleich darauf zurückzunehmen und zu präzisieren, er würde über jede Bank so reden, nicht nur über die Grossbank, bei der er angestellt gewesen sei. Er führt weiter aus, dass die Verweigerung der Herausgabe von Kundendaten eine Anklage der UBS zur Folge gehabt hätte: «Eine Anklage der Bank wäre das Todesurteil gewesen.» Auch weist er wiederholt auf die «exzellenten Kontakte» zum Zentralbank-System der Vereinigten Staaten, FED, hin. Haltiners Antworten auf die zahlreichen Fragen der Anwesenden sind präzis, ausführlich und authentisch. Er kommt nie ins Stocken, nie ins Schleudern.
Der insgesamt überzeugende und unverschnörkelte Auftritt von Chanel ist, wie durch Aal im Vorfeld angekündigt, punkt 21.45 Uhr zu Ende: «Die wissenschaftliche Tränke hat uns gelabt» fasst Dr. Dreher zusammen. Jetzt beginnt der gemütliche Teil. Um 23.30 sei man dann in die «Bude» disloziert und gegen 01.00 Uhr habe sich Chanel von seinen Farbenbrüdern verabschiedet.
O alte Burschenherrlichkeit, wohin bist Du entschwunden?



Verbindung verbindet: Michael E.Dreher, Wirtschaftskonsulent, Finma-Chef Eugen Haltiner, Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier

#Allgemeines

24. Februar 2009 | Auf einen Augenblick – Ulrich-Schoop-Skulptur an der Kantonsschule

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(ch)

Zur Einweihung des Neubaus der Kantonsschule Schaffhausen hat die Mittelschulverbindung Scaphusia der Kantonsschule eine Skulptur des Zürcher Bildhauers Max Ulrich Schoop (1903–1990) geschenkt. Das Geschenk, so heisst es in der Schaffhauser Mappe von 1969, sei ein Zeichen der Verbundenheit mit den Alma Mater Scaphusiensis. Die Skulptur sei auch ein Dank «für die meist als schön empfundenen Jahre» an der Kantonsschule. Mit der Skulptur, deren aufragenden Flügel, habe der Künstler symbolhaft die Situation der Jugend zum Ausdruck gebracht, kann man in der Mappe weiterlesen. Schoop, der Künstler dieses Werkes, besuchte 1923 die Kunstgewerbeschule in Zürich und erlernte danach erst das Handwerk eines Grafikers, bevor es ihn nach München in die Lehre bei dem Bildhauer Fritz Behn zog. Fritz Behn gehört zu den profiliertesten deutschen Tierbildhauern des 20. Jahrhunderts, der mit seinen Skulpturen wohl auch den Künstler Max Ulrich Schoop inspirierte. Schoop lebte zwölf Jahre in Paris, wo er der «Abstraction-Création», einer Künstlerorganisation, angehörte. 1940 zog es ihn wieder in die Schweiz, wo er in Zürich lebte und arbeitete.

#Notizen zu Namen

23. Februar 2009 | Als Förster im Finanzdschungel tätig

Schaffhauser Nachrichten, Region
Doris Kleck

Das Schweizervolk entzieht seinem einstigen Vorzeigeunternehmen UBS die Liebe – und in diesem Prozess ist auch Eugen Haltiner, der Präsident der Finanzmarktaufsicht (Finma), unter Dauerbeschuss geraten. Ob die Genehmigung von Bonuszahlungen oder der Steuerdeal und damit die Verletzung des Bankkundengeheimnisses mit den USA: Haltiner – «der Mann mit besonderem Talent zum Prügelknaben» (Artikel Tages-Anzeiger) – muss die Kritik einstecken. Zuweilen hat man gar das Gefühl, dass sich Bundespräsident Hans-Rudolf Merz nur allzu gerne hinter der «unabhängigen» Finma und deren Präsidenten versteckt, wenn es gilt, unpopuläre Entscheidungen zu rechtfertigen. Am Samstagabend aber gab es keine Kritik. Haltiner absolvierte als v/o Chanel ein Heimspiel: Für seine Farbenbrüder der Kantonsschulverbindung Scafusia [Scaphusia] hielt er im Schaffhauser Stammlokal einen Vortrag und stellte sich den Fragen der 140 Zuhörer.

**Beherzter Verteidiger**
Der Schaffhauser Haltiner äusserte sich eloquent, kompetent, manchmal auch etwas gar technisch zum Thema «Finanzkrise: Was liegt hinter uns und was noch vor uns?». Keine Zeichen von Anspannung, auch wenn der Finanzsektor für ihn als Chef der Aufsicht einen «Dschungel» darstellt, den die Finma nur «begrenzt kontrollieren und in seiner Gesamtheit verstehen kann». Und auch wenn er darauf hinwies, dass die Immobilienpreise in den USA erst auf das Niveau von 2003 gefallen sind – gehen sie weiter zurück, drohen weitere gewaltige Verwerfungen an den Finanzmärkten. Trotzdem versuchte Haltiner Optimismus zu verbreiten: «Die Schweizer Banken sind gesund.» Und die sechs Milliarden Franken, welche der Bund in Form einer Wandelanleihe in die UBS eingeschossen hat, seien keine A-fonds-perdu-Ausgaben, sondern ein «werthaltiges Investment, wenn wir denn der UBS Sorge tragen.» Haltiner verteidigte die UBS beherzt. Er würde dies auch bei allen anderen Banken in dieser Situation tun. Wohlwissend, dass er als ehemaliger UBS-Manager besonders unter Beobachtung steht.

**Wenn Gestalter fehlen**
Die Aufgabe der Finma besteht im Kontrollieren der Finanzintermediäre. Das Gestalten der Rahmenbedingungen auf dem Finanzmarkt ist aber Sache der Politik. Haltiner lobte zwar den Bundesrat für das UBS-Rettungspaket vom letzten Oktober, ganz subtil übte er aber auch Kritik an der (internationalen) Politik. Wie bei der Regulierung von Hedge-Funds oder Private-Equity-Gesellschaften nur «geredet statt gehandelt» wird, wie die EU und die USA seit Wochen über die Bildung einer «Bad Bank» – nach dem Modell der Schweiz – lavieren, aber keine Massnahmen ergreifen oder wie in Bezug auf die Schweiz die Bankgeheimnisproblematik in der Vergangenheit nicht angegangen wurde. In diesem Zusammenhang verteidigte der Finma-Chef die Herausgabe von Bankkundendaten an die USA. Er sprach von einem «besonderen Fall UBS»: Die Grossbank habe amerikanisches Recht verletzt. Eine Klage wäre einem Todesurteil gleichgekommen, und das hätte sich die Schweizer Volkswirtschaft nicht leisten können. Von einer Aufweichung des Bankgeheimnisses wollte er deshalb nichts wissen. Persönlich freue es ihn aber, dass eine Debatte über die Zukunft des Bankgeheimnisses ausgelöst wurde. «Die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug will das Ausland nicht verstehen», sagte Haltiner. Überdies hielt er fest, dass es sich bei den Delikten der UBS um «eine limitierte Anzahl Fälle» handelte. Von Systematik keine Spur: «Auf der Ebene von Konzernleitung und Verwaltungsrat war das kein Thema.»




Finma-Präsident Eugen Haltiner verteidigt beherzt die Vorgehensweise sowohl der Finma als auch der UBS.
Bild: Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

20. Februar 2009 | Eugen Haltiner, ein Mann mit besonderem Talent zum Prügelknaben

Tages-Anzeiger
vin/ap

Einen Traumstart hat die seit Anfang 2009 aktive Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) wahrlich nicht hingelegt. Obwohl einer ihrer wichtigsten Exponenten schon im letzten November eine Reduktion der UBS-Boni von zehn auf zwei Milliarden Franken in Aussicht gestellt hatte, brach ein wahrer Entrüstungssturm über die FINMA herein, als Ende Januar durchsickerte, dass die Aufsichtsbehörde für 2008 variable Zahlungen in dieser Grössenordnung bewilligt hat.
An vorderster Front steht die FINMA auch bei der Beilegung der Steueraffäre der UBS in den USA und dürfte nun von Anwälten der betroffenen UBS-Kunden mit Klagen eingedeckt werden. Die FINMA steht in der Dauerkritik. Mit dem Ex-UBS-Manager Eugen Haltiner an der Spitze ist die Aufsichtsbehörde als Prügelknabe prädestiniert.

**Schutzschild des Bundesrats**
In beiden Fällen wird man den Verdacht nicht los, dass die FINMA dem Bundesrat auch als eine Art Schutzschild diente, damit er selber den Kopf nicht hinhalten musste. Zumindest die Genehmigung von Gehältern gehört sicher nicht zu den Kernaufgaben der Finanzmarktaufsicht und war im Vornherein eine Aufgabe, mit der keine Lorbeeren zu holen waren.
Der Startschuss zur integrierten Finanzmarktaufsicht über Banken und Versicherungen und die dem Geldwäschereigesetz unterstellten Finanzintermediäre fiel schon vor über zehn Jahren. Atypisch für das Schweizer Finanzmarktrecht ist die Entstehungsgeschichte der FINMA insofern, als es sich nicht um einen gesetzgeberischen Schnellschuss handelte, mit dem die Schweiz auf ausländischen Druck und Kritik am Bankgeheimnis reagierte. Vielmehr ging das Vorhaben durch zwei Expertenkommissionen und mehrere Vernehmlassungen, mit entsprechenden Verzögerungen und Reibungsverlusten.

**Bürgerliche Politiker schwächten FINMA**
Wenn der FINMA nun fehlender Biss oder gar Willfährigkeit vorgeworfen wird, hat das auch damit zu tun, dass dem Finanzmarktaufsichtsgesetz im jahrelangen politischen Prozess manche Zähne gezogen wurden. Überregulierung lautete das Schlagwort, mit dem der von bürgerlichen Politikern unterstützte Finanzplatz gegen jede Gesetzesverschärfung antrat.
So hatte die FINMA-Vorgängerin Eidgenössische Bankenkommission (EBK) zum Beispiel bereits im Jahre 2002 dafür plädiert, das sogenannte Kundenverfahren bei der Amtshilfe abzuschaffen. Also jenes weltweit einmalige Verfahren, das den von der Amtshilfe betroffenen Bankkunden Beschwerderechte einräumt. Wegen der damit verbundenen zeitlichen Verzögerung platzte den USA im Fall UBS nun der Kragen. Nach heftigem Widerstand, namentlich aus dem Kreis der Auslandbanken, wurde das Kundenverfahren lediglich gestrafft. Die Dauer der Verfahren sollten so auf sechs Monate begrenzt werden – ein Ziel, dass im Falle der USA nicht erreicht wurde. FINMA-Chef Haltiner hatte schon Ende 2006 gewarnt, dass das Problem damit nicht gelöst sei und der Druck des Auslands steigen werde.

**Griffige Sanktionen verhindert**
Am Widerstand von Banken und der politischen Mehrheit scheiterte auch das Vorhaben der EBK, die FINMA mit einem griffigen Arsenal von Sanktionen auszurüsten. Der 2003 von der EBK vorgelegte Sanktionenbericht wurde auf dem Höhepunkt der Überregulierungsdebatte in der Luft zerrissen.
Politischer Wille oder besser gesagt Unwille ist auch der Grund, wieso die von der FINMA und ihren Exponenten wiederholt angeprangerten Lücken im Kampf gegen den Marktmissbrauch immer noch von Experten gewälzt werden. «Im Interesse der Reputation des Finanzplatzes Schweiz ist eine wirksame Marktaufsicht zwingend», forderte die EBK vor anderthalb Jahren.
Revidiert wurde unter dem Druck der Swissfirst-Affäre im Eiltempo einzig die Insiderstrafnorm. Weitergehende Vorschläge werden im Auftrag von Bundesrat Hans-Rudolf Merz von einer Expertengruppe gewälzt. Sie soll ihre Erkenntnisse in der zweiten Jahreshälfte vorlegen. Erst dann will der Finanzminister entscheiden, ob ein gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht.



Der ehemalige UBS-Manager ist als Prügelknabe prädestiniert: Eugen Haltiner.
Bild: Keystone

#Notizen zu Namen

19. Februar 2009 | Maturarbeit – Fremde Materie in Französisch perfekt gemeistert

Schaffhauser Nachrichten, Aus- und Weiterbildung
Karl Hotz

«L’architecture de l’habitat mobile» – nicht gerade ein Titel, den man für eine Maturarbeit an der Kantonsschule Schaffhausen erwartet. Aber ihr Verfasser, Severin Knecht, legt eben eine «Maturité bilingue» ab. Die Präsentation seiner Arbeit ist in doppeltem Sinne beeindruckend. Da ist einmal der Inhalt: Severin Knecht hat nicht nur ein Haus in der Grösse der weltweiten Container entworfen und mit einem 3-D-Programm für Architekten bis ins Detail durchgedacht und davon auch ein Holzmodell gebaut; da ist auch die Art der Präsentation: Wenn man die Augen schliesst, hat man keinen Moment den Eindruck jemandem zuzuhören, der nicht französischer Muttersprache ist. Damit auch alle verstehen, wovon er redet, hat Knecht vor der Präsentation ein Vocabulaire verteilt, das bautechnische und architektonische Begriffe erläutert – die Zuhörer (Eltern, Bekannte und Schulkollegen) hätten sonst womöglich Mühe gehabt, dem Vortrag in seinen fachtechnischen Verästelungen zu folgen. Ein perfektes Beispiel dafür, welchen Wert eine zweisprachige Matur haben kann. Chapeau!

#Allgemeines

19. Februar 2009 | Maturité bilingue und Immersion

Schaffhauser Nachrichten, Aus- und Weiterbildung
Karl Hotz

Es ist schon fast eine Binsenwahrheit: Unsere Welt wächst immer mehr zusammen. Darum wird auch der souveräne Umgang mit fremden Sprachen immer wichtiger. Ein Weg dazu sind die sogenannten zweisprachigen Maturitäten. Dabei gibt es zwei Formen. Bei der ersten Variante wird – zumindest bei uns in Schaffhausen – das dritte Schuljahr statt auf dem Emmersberg in einer französischsprachigen Mittelschule in der Romandie absolviert – die sogenannte Maturité bilingue. In der Variante zwei wird ein Teil der Fächer ab der zweiten Klasse vollständig in Englisch absolviert. Hier spricht man von der sogenannten Immersionsmethode. Wir unterhielten uns mit Rektor Urs Saxer und Protektor Pasquale Comi, der die Evalutionsphase leitete, über Ziel und Erfahrungen der neuen Methode.

**«Keine Elite der Elite»**
Eines stellt Urs Saxer gleich eingangs klar: «Bei uns ist, anders als teilweise in anderen Kantonen, der Zugang zu beiden Formen sehr offen. Wir wollen keine Elite der Elite, für die die Maturité bilingue oder die Immersionsmethode eine Art Belohnung ist.» Für einen Aufenthalt in der französischsprachigen Schweiz reicht beispielsweise die Note 4,5 in Französisch sowie ein Gesamtnotendurchschnitt in gleicher Höhe. Und beim Immersionsunterricht heisst es in den Richtlinien, er sei für alle Schülerinnen und Schüler des Sprachlich-Altsprachlichen Profils (S) offen, die Freude daran hätten, Fremdsprachen auf eine neue Art zu lernen, und motiviert seien, mit Ausdauer an Problemlösungen zu arbeiten. Zugelassen sind zudem sowohl Schülerinnen und Schüler, die Englisch im Schwerpunktfach, als auch solche, die es im Freifach belegen.

**Erste Tests vor acht Jahren**
Die ersten Versuche mit den neuen Formen, so Pasquale Comi, seien an der Schaffhauser Kantonsschule in den Jahren 2001 bis 2003 unternommen worden. Damals wurden die Fächer Mathematik und Geschichte in englischer Sprache unterrichtet. Die Erfahrungen waren so positiv, dass ab 2004 jährlich ein neuer Klassenzug des sogenannten Ausbildungsprofils S (sprachlich-altsprachlich) in einem erweiterten Pilotversuch in den beiden Fächern und zusätzlich in Physik in Englisch unterrichtet wurden. Auch dieser Pilot verlief sehr positiv, so dass die Kantonsschule dem Erziehungsrat den Antrag stellte, diese Maturitätsform definitiv einzuführen. Im Oktober letzten Jahres wurde der Antrag gutgeheissen. Die Ergebnisse wurden sehr sorgfältig evaluiert. Bei zwei Parallelklassen zeigte sich beispielsweise im Jahre 2006, dass die Klasse mit dem Immersionsunterricht das Tempo am Anfang etwas drosseln musste, bis der fachspezifische und allgemeine Wortschatz erarbeitet war. Doch schon nach wenigen Wochen glichen sich die Unterschiede aus. Ein Jahr später wurden Vergleichsprüfungen im Fach Geschichte durchgeführt – ohne signifikante Unterschiede. Eine letzte Umfrage kurz vor der Matur ergab das gleiche Resultat. Die Lehrkräfte der Immersionsklassen stellten allerdings im Unterricht ein grösseres Interesse fest – was natürlich auch daran liegen könnte, dass eher die Aktiveren und Interessierteren sich überhaupt für eine zweisprachige Matur entscheiden. Und die Maturprüfungen bestätigten schliesslich die vorherigen Resultate: Alle zweisprachigen Schülerinnen und Schüler erhielten das Maturzeugnis, und Experten, die beide Klassen begutachteten, stellten keinerlei Unterschiede fest. Wenig überraschend stellten die Englischlehrer fest, dass die Immersionsklasse beim Hören, Sprechen und Lesen, etwas weniger im Schreiben, überdurchschnittliche Erfolge erzielten – mit unerwarteten Folgen: In der Freifachklasse stellte die Englischlehrerin fest, dass sich die Schülerinnen und Schüler, die die Immersionsklassen nicht besuchten, gehemmter verhielten und sich weniger zu Wort meldeten, weil die Immersionsschüler deutlich besser waren.

**Die gleichen Prüfungen**
Ebenso sorgfältig wurden die Leistungen in Mathematik und Physik verglichen, was fast noch ein wenig einfacher war, denn es konnten in beiden Gruppen einfach die identischen Prüfungsaufgaben gestellt werden. Auch hier wurde festgestellt, dass zu Beginn die Immersionsklassen im Fach Physik etwas schlechter abschnitten – vermutlich wegen des bereits erwähnten gedrosselten Lerntempos. Doch mit der Zeit glichen sich die Unterschiede praktisch aus. In der Mathematik waren die Erfolgsquoten bei den einzelnen Prüfungsfragen zwar unterschiedlich, doch bei den Gesamtnoten schnitten die Immersionsklassen bei den vergleichbaren Fragen leicht besser ab. Umgekehrt war es bei der Entwicklung der Zeugnisnoten in Physik nach einem Jahr: Während die Noten der Immersionsklassen im Durchschnitt ganz minim um 0,03 Punkte sanken, stiegen jene der Normalklasse um 0,2 – alles in allem aber auch keine signifikanten Unterschiede.

**Auch ein Anreiz für die Lehrkräfte**
Rektor Urs Saxer rückt aber auch noch einen anderen Punkt in den Vordergrund: «Wir sehen vor allem den Immersionsunterricht auch als Herausforderung und Entwicklungsmöglichkeit für die Lehrkräfte.» Man verzichte darauf, das sogenannte «Proficiency», einen anerkannten Standard für Englischkenntnisse, zur Bedingung zu machen, man setze einfach sehr gute Englischkenntnisse voraus, insbesondere auch im sprachlichen Ausdruck. Aber natürlich biete man den Lehrkräften, die Immersionsunterricht erteilen wollten, die Gelegenheit zur Weiterbildung. Diese Möglichkeit werde, vor allem in Form von Sprachaufenthalten auch gerne wahrgenommen. Es brauche zudem von allen auch einen Sondereinsatz: «So müssen beispielsweise sämtliche Unterlagen ins Englische übersetzt werden. Und auch sonst braucht die Vorbereitung der Lektionen etwas mehr Aufwand.» Lehrkräfte, die Immersionsklassen unterrichten, erhalten deshalb eine Lektion Entlastung. Sowohl Urs Saxer wie auch Pasquale Comi sind sehr erfreut, dass der Erziehungsrat nun definitiv grünes Licht für die neuen Unterrichtsformen erteilt hat. «Das wertet das Angebot der Kantonsschule Schaffhausen auf», ist Saxer überzeugt.


**Austauschjahr Noten werden übernommen**

Bei der «Maturité bilingue» wechseln Schülerinnen und Schüler in der dritten Klasse der Kantonsschule für ein ganzes Jahr an ein Gymnasium in Lausanne. Sie absolvieren dort den ganz normalen Unterricht. Voraussetzung ist aber, dass auch Schülerinnen und Schüler aus Lausanne nach Schaffhausen wechseln.
Die Grundlagen- und die Wahlfächer werden in Lausanne grundsätzlich weitergeführt. Alle Noten aus Lausanne werden übernommen, so dass – wenn nicht etwas anderes dazwischen kommt – die Matur zusammen mit der Stammklasse in Schaffhausen abgelegt werden kann. Die Maturaarbeit muss allerdings zwingend auf Französisch geschrieben werden – in welchem Fach ist aber offen.


**Immersion Geschichte in Englisch gemeistert**

«Nein, im Fach Geschichte ist die Sprache kaum ein Problem – man findet den Anschluss rasch wieder, auch wenn man einmal ein Wort nicht versteht» – so und ähnlich die Antworten auf die Frage, wie schwierig es sei, dem Geschichtsunterrricht in Englisch zu folgen.
Und in der Tat, wenn man den Schülerinnen und Schülern von Hans-Rudolf Dütsch zuhört, wie sie das ungemein komplexe Thema «Konzentrationslager Auschwitz» diskutieren, kommt man zur Ansicht: «Das kann doch gar nicht so schwierig sein.» Insbesondere in der zweiten Lektion, als drei Kurzvorträge zu verschiedenen Aspekten gehalten werden, muss man dann aber als Zuhörer verflixt gut aufpassen, um immer alles mitzubekommen und zu verstehen, worum es im Detail geht. Dass dann, wenn Zusatzfragen gestellt werden, sowohl Fragende wie Antwortende manchmal nach Begriffen suchen müssen, erinnert einen aber dann wieder daran, dass hier ja im Rahmen der Immersionsmethode ein ganzes Fach in Englisch absolviert wird und das für die Schaffhauser Schülerinnen und Schüler ja eine Fremdsprache ist. Dass Hans-Rudolf Dütsch, der als Jugendlicher drei Jahre in den USA gelebt und nun als Vorbereitung noch das «Proficieny» in England abgelegt hat, selber nicht nur sehr gut Englisch spricht, sondern manchmal fast unmerklich ein wenig hilft, erleichtert die Sache natürlich. Dütsch ist übrigens von der Immersionsmethode begeistert und hat festgestellt, dass die Beteiligung am Unterricht eher stärker ist als in der Muttersprache. Dass er viele Unterlagen für den Unterricht nun doppelt, weil in zwei Sprachen, erstellen muss, nimmt er denn auch ohne Murren in Kauf.

**Den Faden wieder finden**
Noch etwas haben übrigens die Schüler festgestellt: «In Mathematik und Physik ist, vor allem an Anfang, der Unterricht nicht so einfach. Verpasst man den Anschluss, weil man einen Begriff nicht versteht, ist es schwieriger den Faden wieder zu finden.»

#Notizen zu Namen

19. Februar 2009 | 3 Fragen an: Kurt Gehring, Departementssekretär Departement des Innern

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen

*1 Das Departement des Innern des Kantons Schaffhausen wird im Jahr 2010 eine Jagdprüfung durchführen. Wie viele melden sich durchschnittlich an die Prüfung an?*
Im Kanton Schaffhausen gibt es rund 250 aktive Jägerinnen und Jäger. Die Ausbildung eines verantwortungsvollen und kompetenten «Nachwuchses» ist für die Hege und die Jagd sehr wichtig. Jährlich melden sich durchschnittlich zwölf Kandidatinnen und Kandidaten zur Prüfung an.

*2 Welche Voraussetzungen muss jemand mitbringen?*
Zulassungsvoraussetzung ist der Besuch des vom Schaffhauser Jagdschutzverein organisierten einjährigen Vorbereitungskurses mit breiter praktischer und theoretischer Ausbildung.

*3 Was wird geprüft?*
Nur wer die erste Hürde einer anspruchsvollen Schiessprüfung mit verschiedenen Programmen bestanden hat, wird in einer zweiten Phase während eines halben Tages in freier Natur in folgenden Fächern geprüft: Jagdrecht, Wildkunde und Wildbrethygiene, Jagdkunde und Brauchtum, Hundewesen, Waffenkenntnis sowie Ökologie und Waldkunde.

#Allgemeines

18. Februar 2009 | 1. Berner Stamm 2009

#Notizen zu Namen

10. Februar 2009 | Ein Schaffhauser im “Fadenkreuz” – Wer ist eigentlich Finma-Präsident Eugen Haltiner?

Schaffhauser Bock
(lts)

Eugen Haltiner ist Präsident der neuen Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma). Früher war er bei der Schweizerischen Bankgesellschaft (später UBS), wo er 2005 vorzeitig pensioniert wurde. Trotz Staatshilfe erlaubte er seinem ehemaligen Arbeitgeber, Boni von knapp zwei Milliarden Franken auszuzahlen. Dies, obwohl die angeschlagene Grossbank vertraglich bindend «nur» zu 1,3 Milliarden Franken verpflichtet ist.
Finma-Chef Eugen Haltiner liess seinerseits verlauten, dass «gute Leute» nur mit sehr hohen Salären und entsprechenden Boni für das Topmanagement «angeheuert» werden können. Bürgerinnen und Bürger interpretieren das so: Je katastrophaler die Leistungen, je unverschämter die Ansprüche.
Doch für Haltiner sind die Medien der «böse Feind». Denn für die emotionale Boni-Debatte machte der ehemalige UBS-Banker vollumfänglich die Medien verantwortlich. «Sie heizen mit ihrer Berichterstattung über das UBS-Hilfspaket seit letztem Herbst die Stimmung im Volk einseitig an,» sagte er dem Sonntagsblick. Dies sei unverantwortlich. Als Beispiel erwähnt er die Sendung «Club», die zum Thema «Boni» im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde. (Sendung vom 27.Januar kann im Internet angesehen werden unter http://www.sf.tv/sf1/club).
Haltiner moniert, Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer hätte in der Sendung unwidersprochen behaupten können, die UBS wäre ohne Hilfspaket pleitegegangen. Dies sei eine Fehlinformation und grenze an Volksverhetzung. Haltiner bekam daraufhin eingeschriebene Post von Frau Leutenegger. Volksverhetzung, also die Aufwiegelung mit irreführenden Behauptungen, sei ein hässlicher Vorwurf, ja gar ein Straftatbestand. Sollte Haltiner diese Unterstellung nicht zurücknehmen, werde er sich von einem Richter über die Ehrenrührigkeit belehren lassen müssen.
Eugen Haltiner ist Schaffhauser. Genauer gesagt Herblinger. In einer Sonderpublikation zur Herblinger-Chilbi wurde er im Jahr 2006 portraitiert: «Offenheit, Wertschätzung, aufmerksames Zuhören und echter Dialog sind notwendige Voraussetzungen. Das damit zu erreichende Resultat ist nicht ein verordnetes Gehorchen, sondern ein bewusstes, auch beherztes Engagement,» liess sich Haltiner zitieren, in welcher er sich, damals 2006 grad frisch im neuen Amt als Präsident der Eidgenössischen Bankenkommission, zu seinen Aufgaben äussert: «Von meinen vielfältigen Kontakten, auch zu ausländischen Aufsichtsbehörden, weiss ich, dass der Finanzplatz Schweiz dank Leistung und Wettbewerbsfähigkeit eine hohe Wertschätzung geniesst. Eine kompetente und starke Aufsicht kann helfen, diese Reputation zu wahren oder, besser noch, weiter auszubauen, denn Konkurrenz etwa in London oder in Singapur schläft nicht.»
Eugen Haltiner ist im Herblinger Kronenacker und an der Jägerstrasse aufgewachsen. Den Kindergarten besuchte er bei «Schwester Elise». Die ersten Schuljahre im Trüllenbuck. Ab der dritten Klasse ging er im damals neu erbauten «Kreuzgut» zur Schule. Nach dem Besuch der Kantonsschule Schaffhausen, wo Haltiner der Verbindung «Scaphusia» angehörte» absolvierte er eine B-Matura (Lateinmatura) und schrieb sich zusammen mit einem Freund und Kantikollegen an der Uni Genf zum Wirtschaftsstudium ein. Weil sein Französisch derart schlecht gewesen sei, habe er es im Welschland gleich mit einem Sprung ins kalte Wasser aufbessern wollen, wird Haltiner zitiert.
Seine berufliche Karriere startete er bei der SBG in Zürich im Rechnungswesen. Nach mehrjährigem Aufenthalt in New York übernahm er die Leitung der SBG-Traditionsfiliale «Römerhof» in Zürich und wurde anschliessend Filialdirektor der Winterthurer SBG. Von 1993 bis 1998 hatte der Herblinger die Verantwortung für den Geschäftsbereich Retailprodukte und Privatkunden. Die Fusion der SBG mit dem Schweizerischen Bankverein zur UBS unterstützte er an vorderster Front als Projektleiter bei der Zusammenführung der beiden Banken. 1998 wurde er Mitglied des Group Managing Board der UBS. Ab 2002 stand er dem Bereich Business Banking vor, welcher das schweizerische Privat- und Firmenkundengeschäft umfasst und 2006 schloss er seine Bankkarriere als Vice Chairman dieses Geschäftsbereichs, für Grosskunden zuständig, ab.
Parallel zum beruflichen Aufstieg vollzog sich auch Haltiners militärische Laufbahn. Diese begann im Schaffhauser Füs Bat 61, wo er es bis zum Hauptmann der Kompanie II/61 brachte. Weitere Kommandanten neben ihm waren Hans Felix Vögeli, späterer CEO der Zürcher Kantonalbank (ZKB), und Urs Oberholzer, Präsident des Bankrates der ZKB. Haltiners Militärkarriere führte weiter über das Kommando des Zürcher Füsilier-Batallions 66 bis in den Generalstab, wo er als Oberst im Stab des vormaligen Feldarmeekorps 4 diente. Als Mitglied der ausserparlamentarischen Rüstungskommission des VBS ist er der Armee weiterhin verbunden.
Nebst Beruf und Militär sei sein drittes Standbein die Familie: «Denn, was auf drei Beinen steht, ist stabil.» Seit mehr als dreissig Jahren ist er mit der Schaffhauserin Jacqueline Benesch verheiratet und hat praktisch täglich telefonischen Kontakt mit seinen Kindern Kathrin und Christoph.
Im August 2005 wurde Haltiner zum Präsidenten der Eidgenössischen Bankenkommission gewählt. Er war der Wunschkandidat von Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Die beiden Finanzfachleute kennen sich schon seit Jahrzehnten.
Wie in der Beilage zur Herblinger-Chilbi 2006 weiter steht, sei Haltiner gefordert, seine Unabhängigkeit vom ehemaligen Arbeitgeber UBS und jene gegenüber Bundesrat Merz unter Beweis zu stellen: «Das bereitet mir keine Sorge, schliesslich habe ich meine berufliche Karriere beendet. Bin somit und fühle mich unabhängig, auch gegenüber meinem früheren Arbeitgeber.»
Als einen seinen Führungsgrundsätze gibt Haltiner an:«Leadership ist für mich nicht an Titel oder hierarchische Stufen gebunden. Es ist die Fähigkeit, Gewohntes immer wieder zu hinterfragen, Grenzen zu sprengen und damit neue Einsichten und Erfahrungen zu vermitteln.»


#Notizen zu Namen

5. Februar 2009 | Verdächtigungen, Rüge und harsche Kritik

Schaffhauser Nachrichten
Adrian Schuhmacher

Gemessen an seiner Grösse ist der Kanton Schaffhausen innerhalb der Kaderpositionen der Bundesverwaltung ausserordentlich gut vertreten. Dass mit dem Stellenwert der Funktion auch die mediale Aufmerksamkeit für deren Träger wächst, ist klar. Dass sich aber mit dem Bundesanwalt Erwin Beyeler, dem Präsidenten der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma), Eugen Haltiner, und Kurt Blöchlinger, dem Chef der Bundeskriminalpolizei, derzeit gleich drei Chefbeamte mit einem engen Bezug zu Schaffhausen öffentlicher Kritik ausgesetzt sehen, ist dennoch bemerkenswert.

**Haltiner und die Boni der UBS**
Einen besonders ungemütlichen Job hat derzeit Eugen Haltiner inne. Die grosse Verwirrung um die Bonizahlungen bei der UBS werden zu einem beträchtlichen Teil dem aus Schaffhausen stammenden Ökonomen angelastet. Insbesondere die Tatsache, dass die vom Staat unterstützte UBS für das Jahr 2008 nebst den vertraglich zugesicherten Boni von 1,3 Milliarden Franken weitere 700 Millionen Franken ausschütten kann, stösst der Finanzkommisson des Nationalrats sauer auf. Der 60-Jährige verwies in seinen Erklärungen auf den grossen Wettbewerb um Spezialisten bei den Banken, was die Bonizahlungen rechtfertige. Aus dem Schussfeld der Kritik war Haltiner damit freilich nicht. Insbesondere seine Kommunikation in Sachen UBS sei «absolut ungenügend. Sukkurs erhielt Haltiner am Sonntag von Jean-Pierre Roth, dem Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank. Haltiner habe mit der «UBS sehr hart verhandelt und das Minimum durchgesetzt», sagte Roth dem «SonntagsBlick».

**Rüge für den Bundesanwalt**
Während sich die Kritik an Haltiner auf dessen Arbeit bezieht, ist Bundesanwalt Erwin Beyeler am Wochenende von seiner Vergangenheit eingeholt worden. Der 56-jährige frühere Kommandant der Schaffhauser Polizei hat während seiner Zeit als Erster Staatsanwalt des Kantons St. Gallen eine Rüge seiner Aufsichtsinstanz einstecken müssen. Er hatte sich in die Arbeit einer Haftrichterin eingemischt. Die Angelegenheit hatte sich 2004 abgespielt. Beyeler hatte eine von der Haftrichterin angeordnete Haftentlassung als absolut ungerechtfertigt bezeichnet. Gemäss «SonntagsBlick» soll der Entscheid der Haftrichterin Beyeler derart in Rage gebracht haben, dass er völlig die Fassung verloren habe. «Wenn sie den Mann nicht unverzüglich wieder in Haft setze, sorge er dafür, dass ihre berufliche Karriere beendet sei», zitiert ein Insider Beyelers Drohung im «SonntagsBlick». Die Bundesanwaltschaft bestätigte den Sachverhalt am Sonntag. Der «SonntagsBlick» hatte Beyeler schon vor einem Jahr mit der Auseinandersetzung konfrontiert, worauf dieser den Vorfall abstritt.

**Verdacht im «Fall Ramos»**
Mit den schwersten Anschuldigungen sieht sich Kurt Blöchlinger, der designierte Kommandant der Schaffhauser Polizei, konfrontiert. Der «Tages-Anzeiger» äusserte in seiner Freitagsausgabe den Verdacht, dass Blöchlinger zwei Ermittlern ein Strafverfahren angehängt haben könnte – als Rache dafür, dass sie vor dem Informanten Ramos gewarnt hatten. Ramos war Ende 2002 vom damaligen Bundesanwalt und langjährigen Freund Blöchlingers, Valentin Roschacher, in die Schweiz geholt worden, weil er sich von ihm Hinweise auf spektakuläre Drogenfälle erhoffte. Der Coup erwies sich später als Reinfall, worauf Roschacher 2006 den Hut nahm. Vordergründig sollen sich die beiden Ermittler der Urkundenfälschung schuldig gemacht haben, als sie die Unterschrift eines verdeckten Mitarbeiters fälschten, der seinerseits ein Treffen mit einem deutschen V-Mann protokolliert hatte. Der «Tages-Anzeiger» fragt sich nach dem Motiv der Ermittler für die ihnen vorgeworfene Tat, zumal das Protokoll inhaltlich nicht verändert worden sei. «Insider beim Bund sprechen im Zusammenhang mit der Urkundenfälschung von einer Bagatelle und interpretieren den Rauswurf der beiden Ermittler als Strafe für deren Widerstand gegen Ramos», schreibt der «Tages-Anzeiger».

#Notizen zu Namen

31. Januar 2009 | UBS-Boni: Finanzkommission erteilt allen Beteiligten schlechte Noten

Schaffhauser Nachrichten
(sda)

Auch die Kommunikationspolitik aller Beteiligten kritisiert die Kommission scharf. Die «hohen vertraglich nicht zugesicherten Boni» in Höhe von aktuell geschätzten 700 Millionen Franken seien angesichts der UBS-Ergebnisse nicht gerechtfertigt, hielt die Finanzkommission am Freitag nach ihrer zweitägigen Sitzung in einem Communiqué fest. Ein gewisses Verständnis sei allerdings für die unteren und mittleren Angestellten angezeigt. Die Streichung variabler und zugesicherter Lohnanteile käme für sie einer massiven Lohnkürzung gleich. Wegen der grossen Verwirrung um die Boni in der Öffentlichkeit hatte die Kommission Eugen Haltiner, den Verwaltungsratspräsidenten der Finanzmarktaufsicht (Finma), zu einer Aussprache geladen. Haltiner verwies dabei auf den grossen Wettbewerb um Spezialisten bei den Banken. Das veranlasse die UBS zum Entrichten der Boni. Zudem sei ein Teil der Boni vertraglich zugesicherter variabler Lohnbestandteil. Die vollständigen Fakten zu den Bezügen bei der Bank würden indessen erst am 10. Februar an der Bilanzmedienkonferenz dargelegt. Die Finma hatte der UBS die Bonuszahlungen im Umfang von 2 Milliarden Franken erlaubt. Wie der Bundesrat in der Folge mitteilte, sind davon 1,3 Milliarden Franken vertraglich gebunden.

**Kritik an Informationspolitik**
Die Kommunikation aller Beteiligten in der Bonus-Angelegenheit erregt im weiteren den Unmut der Kommission. Sie massregelte die Finma, die UBS und den Bundesrat für deren Reaktion auf die Indiskretion in der Presse. «Absolut ungenügend» sei die Kommunikation der UBS nach dem Bekanntwerden der Milliardenboni. Die Finma hätte viel schneller und offener reagieren müssen. Der Bundesrat schliesslich habe «nichts zur Klärung der Fakten beigetragen, sondern die Verwirrung eher noch vergrössert». In Bezug auf die Boni beobachtet die Finanzkommission die Lage laufend weiter und wird auch mit Haltiner eine weitere Aussprache führen. Längerfristig müsse das Salärsystem von falschen Anreizen wegkommen, verlangte das vorberatende Organ. Wie die Kommission mitteilte, lehnte sie einen Minderheitsantrag mit 16 zu 7 Stimmen ab, der den Bundesrat beauftragen wollte, der UBS einen Bonusverzicht nahezulegen.

#Notizen zu Namen

27. Januar 2009 | Referendum gegen Steuererhöhung

Schaffhauser Nachrichten
Wolfgang Schreiber

«Keine Steuererhöhung in Krisenzeiten», diesen Slogan nennt Marcel Montanari, Präsident der Jungfreisinnigen Reiat, als Grund, warum die Jungfreisinnigen beschlossen haben, das Referendum gegen die Steuererhöhung zu ergreifen. Nachdem der Einwohnerrat von Thayngen am 22. Januar beschlossen hatte, den Steuerfuss um drei Prozentpunkte zu erhöhen, entschlossen sich die Jungfreisinnigen einen Tag später an einer ausserordentlichen Parteiversammlung dazu, das Referendum gegen die Steuererhöhung zu ergreifen. «Es geht uns nur um die Steuererhöhung. Am Budget wollen wir keine Abstriche machen, das finden wir so, wie es der Einwohnerrat verabschiedet hat, in Ordnung», präzisiert Marcel Montanari.

**Zahlenmässig kleine Partei**
Die Jungfreisinnigen Reiat sind letzten Herbst gegründet worden. Es ging darum, bei den Kantonsratswahlen als Partei in allen Wahlkreisen mit jungfreisinnigen Kandidaten aufzutreten. Diese Strategie ist einigermassen aufgegangen. Sie vermochten im Wahlkreis Stadt zwei Sitze zu gewinnen. Im Reiat ist die Partei acht Mitglieder und eine Reihe von sogenannten Sympathisanten stark. Die Jungfreisinnigen sind überzeugt, dass eine Steuererhöhung in Thayngen «kurzsichtig und völlig deplaziert» ist. Im Sinne einer fairen und offenen Kommunikation haben sie bereits im Vorfeld der entscheidenden Einwohnerratssitzung klargemacht, dass sie eine Steuererhöhung nicht mittragen werden. Das Missbehagen der Jungfreisinnigen, so Montanari, richtet sich nur gegen die Steuererhöhung, nicht gegen das Budget und schon gar nicht gegen die Investitionen, die Gemeinderat und Einwohnerrat beschlossen haben. Die Jungfreisinnigen werden demnächst einen Postversand an alle Haushaltungen vornehmen. Der Unterschriftenbogen wird voraussichtlich Ende Woche in den Briefkästen sein.

**«Nicht klug», «nicht erfreut»**
Werner Hakios, Präsident der Thaynger FDP, ist nicht erfreut über das Referendum. Er hofft, dass die Zeit genutzt wird, um den Stimmbürgern deutlich zu machen, warum Budget- sowie Steuer- und Gebührenerhöhungen nötig geworden sind. Walter Bernath, der lachend meint, er werde oft als Thaynger Klagemauer benutzt, hat den Jungfreisinnigen abgeraten, das Referendum zu ergreifen. Es sei unklug, gerade jetzt, wo Gemeinderat und Einwohnerrat mit dem Sparen begonnen hätten – was er als grossen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet –, mit einem Referendum zu kommen. Auch sollten der neuen Finanzreferentin Zeit und die Chance gegeben werden, durch ihre Finanzpolitik andere Schwerpunkte im nächsten Budget zu setzen.

**Gemeindepräsident «Das Referendum gegen das Budget ist wie ein Spiel mit dem Feuer»**

Gemeindepräsident Bernhard Müller hat mit einer Stellungnahme zum angekündigten Referendum reagiert. Er findet es persönlich sehr bedenklich, dass keiner der Referendumsführer an der Einwohnerratssitzung anwesend war. Müller fragt sich, ob dies der neue Steuersenkungsaktivismus sei, welcher nun, nicht zuletzt von Auswärtigen, auch in Thayngen praktiziert werden soll. Den Stimmberechtigten empfiehlt er, sich vor Augen zu führen, was tiefe Steuern auf der einen Seite brächten und was an Attraktivität auf der andern Seite wieder verlorenginge: «In diesem Sinne ist das Referendum ein gefähr- liches Spiel mit dem Feuer.»


Gründungsmitglieder der Jungfreisinnigen Reiat. Stehend: Marcel Montanari, Oliver Brütsch; sitzend: Philippe Moser, Markus Bührer, Philipp Zumbühl.
Bild: ZVG

#Notizen zu Namen

27. Januar 2009 | «UBS soll rasch über Boni informieren»

Schaffhauser Nachrichten
Thomas Münzel

*Laut Pressemeldungen vom vergangenen Wochenende soll die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) der UBS für 2008 Boni in Höhe zwischen zwei und zweieinhalb Milliarden Franken genehmigt haben. Wie werten Sie diesen Entscheid?*
Peter V. Kunz: Von meinem Bauchgefühl her empfinde ich das Vorgehen unserer Bankenaufsicht, wenn es denn so ist, als stossend. Auf diese Weise verlieren unsere Behörden zunehmend an Glaubwürdigkeit, und zwar nicht zuletzt in der Bevölkerung. Vom juristischen Standpunkt her betrachtet, dürften die Zahlungen unter Umständen zwar kein Problem darstellen und zulässig sein, aber gegen aussen würde man mit der Auszahlung der Boni ohne Zweifel ein falsches Zeichen senden …

*… zumal ja letztlich Steuergelder verwendet werden, um die Boni auszahlen zu können.*
Indirekt wäre das tatsächlich so, ja. Das ist für mich und wohl auch für viele andere nicht nachvollziehbar. Zudem muss man sich bewusst sein, dass die Zusammenarbeit zwischen der Finma und der Nationalbank im Zusammenhang mit der neuen Auffanggesellschaft, welche die Ramschpapiere der UBS für 60 Milliarden Franken übernommen hat, in juristischen Kreisen sehr umstritten ist.

*Inwiefern?*
Die Finma ist in Bezug auf die Auffanggesellschaft die Aufsichtsbehörde der Schweizerischen Nationalbank, was juristisch heikel erscheint. Insofern ist es schon sehr merkwürdig, wenn nun die Oberaufsichtsbehörde sozusagen Boniauszahlungen genehmigt, welche in anderen Konzernen nie und nimmer bewilligt worden wären. Und auf der anderen Seite werden von der Nationalbank mittels Steuergeldern allenfalls Milliardenverluste der Bank getragen.

*Als wie unabhängig würden Sie die Finma bezeichnen?*
Die Frage ist berechtigt. Man muss künftig sicher noch vermehrt darauf schauen, wen man in diese Kon-trollbehörde wählt. Wenn es zu viele Leute in diesen Aufsichtsgremien hat, die früher in Banken- und Versicherungskreisen gearbeitet haben oder diesen Wirtschaftskreisen sonstwie nahestehen, dann besteht ohne Zweifel eine gewisse Gefahr, dass diese Personen letztlich zu wenig Biss haben. Der Bundesrat wäre gut beraten, auch «kritische Geister» und nicht nur «Diplomaten» in solche Behörden zu berufen.

*Manche vermuten, dass die Finma letztlich gar keine andere Wahl gehabt habe, als die Boni zu genehmigen, da es sich um vertraglich zugesicherte Zahlungen handle. Wie beurteilen Sie das?*
Ich kann das nicht letztgültig beantworten, da mir diesbezüglich die entscheidenden Informationen fehlen. Natürlich gibt es im Bankenbereich vertraglich zugesicherte leistungsbasierte Vergütungen, doch diese werden normalerweise nicht unter dem Terminus Bonuszahlungen aufgeführt. Unter Bonus versteht man heute freiwillige finanzielle Motivatoren. Wenn es also nur darum gehen sollte, dass die UBS allein ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen hat, wäre ich der letzte, der sagen würde, dass man das verhindern sollte. Denn da gäbe es rein juristisch gesehen gar keine Alternative; früher ausbezahlte Boni, die geschuldet waren, kann man meiner Ansicht nach ja auch nicht mehr juristisch zurückverlangen. Doch da man anscheinend achtzig Prozent der ursprünglichen Boniforderungen der UBS zusammengestrichen hat, gehe ich davon aus, dass die UBS offenbar mit zahlreichen Forderungen vorstellig wurde, die nicht vertraglich zugesichert waren. Denn ansonsten hätte die Finma ja wohl kaum so stark intervenieren können.

*Wie soll sich die UBS jetzt verhalten?*
Ich würde der UBS raten, da sie sehr stark unter öffentlicher Beobachtung steht, die Volksseele zu massieren. Inserate mit zufriedenen Kunden allein genügen da allerdings nicht. Es wäre sicher gut, wenn die Grossbank eines Tages der Allgemeinheit irgendeinen guten Dienst erweisen würde; in welcher Form auch immer. Kurzfristig würde ich der UBS allerdings raten, möglichst schnell über die Bonizahlungen zu informieren. Denn wenn die Milliardenbeträge vor allem freiwillige Motivatoren sind, dann ist das kaum zu rechtfertigen. Wenn die UBS aber sagen könnte, dass fast alles ein vertraglicher Lohnbestandteil sei und man deshalb keine Alternative hätte, dann könnten wohl viele – auch ich selber – damit leben.

**«Der Bundesrat wäre gut beraten, auch ‹ kritische Geister › und nicht nur ‹ Diplomaten › in solche Behörden zu berufen»**

Finma Eugen Haltiner verteidigt Entscheid

Bern Konsumentenschützer und die SP sind empört darüber, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) der UBS Bonuszahlungen erlaubt. Deren Präsident, Eugen Haltiner, verteidigt den Entscheid. Wertvolle Mitarbeitende könnten das Unternehmen sonst verlassen, sagte er gestern abend. Diese seien für eine Bank das kostbarste Gut. Wenn sie den Arbeitgeber wechselten, werde der Wert eines Unternehmens zerstört. Laut Haltiner hat es sich allerdings für die Finma um einen schwierigen Entscheid gehandelt. Der SP genügt dies nicht. Sie hält den Finma-Chef für nicht mehr tragbar und fordert dessen Rücktritt. Wer gegenüber der UBS in der heutigen Situation keine Nullrunde durchsetze, dem fehle das politische Gespür. Entweder trete Haltiner selbst zurück, oder Bundesrat Merz müsse handeln. (sda)

#Notizen zu Namen

22. Januar 2009 | «Frauen sind kritischer»

Schaffhauser AZ, Kanton
Susi Stühlinger

«Vier Jahre lang auf der faulen Haut zu liegen, habe ich auf keinen Fall vor», sagt Till Aders, neuer Präsident der Alternativen Liste (AL) Schaffhausen. Im Gegenteil: Parteiintern müsse sich einiges ändern, die Strukturen sollen den Bedürfnissen der Zeit angepasst werden. Überdies sei es nicht die Zeit, um sich auf den eingeheimsten Lorbeeren auszuruhen, sondern sein Ziel, noch mehr Sitze im Parlament zu erobern. Hierfür gelte es, neue Mitglieder anzuwerben.
Diese finden sich unter anderem in der «Falken»-Bude der Scaphusia, so wie vor zwei Jahren auch Aders. «Viele denken, AL-Mitglied und Scaphusianer zu sein, schliesse sich gegenseitig aus», sagt Aders. «Dies ist meines Erachtens eine völlige Fehleinschätzung.» Dass auffällig viele der AL-Aktivisten in den Reihen der Scaphusia rekrutiert würden, sei keine Aussage über die AL, sondern eine Aussage über die Scaphusia. «Der hohe Scaphusianer-Anteil in der Partei zeigt doch, dass es in der Verbindung engagierte Menschen linker Gesinnung gibt und dass Traditionen zu pflegen nicht unvereinbar mit progressivem Denken ist.» Kantonsrat Florian Keller sei zweifellos die treibende Kraft in der Burschenschaft gewesen und habe etliche Scaphusianer zum AL-Beitritt motiviert.

**Mehr Frauen erwünscht**
Wer aus Männerbündeleien schöpft, darf sich über eins nicht wundern: Die Frauen kommen nicht von allein. Ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sei wichtig fürs politische Fortkommen, findet der 21-jährige Geografiestudent. «Männer sind von der Tendenz her eher idealistisch, da braucht es kritische Gegenstimmen, um zu kreativen Lösungen zu gelangen.» Zur Findung der Frauen hat er bereits eine Idee: «Weibliche Parteimitglieder sind gehalten, ihre Freundinnen mitzubringen, denn von alleine trauen die sich kaum».. Die Ursache: «Viele Frauen fürchten sich, weil sie denken, sie hätten keine Ahnung von Politik», sagt der AL-Präsident und konstatiert: «Die hatte ich zu Beginn auch nicht. Ahnung kommt vom Zuhören und vom Mitdiskutieren». Aus diesen Gründen möchte Aders auch an der internen Kommunikations- und Informationspolitik arbeiten. Interessierten soll der Einstieg erleichtert werden, zum Beispiel durch bessere Online-Vernetzung und das Anlegen einer AL-Bibliothek.

**Mehr Öffentlichkeitsarbeit**
Kommunikation müsse auch nach aussen hin betrieben werden: «Mehr Publicity», lautet die Losung. Erreicht werden soll diese mittels verschiedenster Aktionen. So sei zum Beispiel die AL-Party vergangenen Sommer im Mosergarten ein voller Erfolg gewesen, derartige Veranstaltungen sollen vermehrt stattfinden. Ansonsten will der neue Präsident sich der Umsetzung der AL-Wahlversprechen widmen: mehr Grün, mehr Kultur, mehr Bildung. Die Zersiedelung will gestoppt, die Rheinuferstrasse saniert, der öffentliche Raum angenehm gestaltet werden. Gegenwärtig stehe vor allem die Unterschriftensammlung für die Hochschul initiative an, welche die Förderung Schaffhausens als Hochschulstandort zum Ziel hat. In puncto Bildung gab es jüngst auch bei der AL Uneinigkeiten: Das Schulgesetz habe ihnen viel Diskussionsstoff beschert. Während der neu in den Stadtschulrat gewählte Simon Stocker die Vorlage befürworte, habe man auch kritische Gegenstimmen vernommen. Ihm persönlich sei die Entscheidung alles andere als leicht gefallen, so Aders, er hat letztlich beschlossen, die Vorlage abzulehnen.

#Notizen zu Namen

21. Januar 2009 | Kirchenratssekretär gewählt

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(r.)

Rechtsanwalt Jürg Uhlmann tritt per 1. April die Nachfolge von Pfarrer Beat Wanner als Kirchenratssekretär der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen an. Das teilt Doris Brodbeck von der kirchlichen Medienstelle mit. Den mit vierzig Stellenprozenten dotierten Auftrag wird der 59-jährige Jürg Uhlmann neben seiner Anwaltspraxis wahrnehmen. Er leitete früher die Behörde der Kirchgemeinde Münster (Kirchenstand) und ist bereits seit 1998 als juristischer Berater des Kirchenrats tätig. «Angesichts der zunehmend komplexeren kirchlichen Strukturen mit unterschiedlichen Anstellungsverhältnissen ist juristisches Wissen von Nutzen, wie auch bei der Umsetzung der neuen Kirchenordnung auf Gesetzesebene», heisst es in der Medienmitteilung weiter.

#Allgemeines

16. Januar 2009 | Leistung und Motivation sind nötig

Schaffhauser Nachrichten, Inland
(wic.)

Stimmen schon im Gymnasium die Leistungen und fallen die Noten entsprechend aus, so stehen die Chancen gut, im ETH-Grundstudium den nötigen Notendurchschnitt zu erreichen, um das gewählte Fach erfolgreich zu absolvieren. Dieses Ergebnis zeigt eine Untersuchung bei 5216 ETH-Studierenden. Die Studie beschränkte sich jedoch nicht auf die Ergebnisse der ersten Basisprüfung – früher das Vordiplom –, sondern die ETH wertete auch die Maturanoten der Studierenden aus.
Die Basisprüfung gilt als eine der ersten wichtigen Hürden in der akademischen Laufbahn. Wie Professor Heidi Wunderli-Allenspach, derzeit Rektorin der ETH, gestern den «Schaffhauser Nachrichten» sagte, schaffen in der Regel bis zu 75 Prozent die Prüfung, wenn auch viele erst im zweiten Anlauf. Danach sind es nur noch etwa sechs Prozent, die nicht bis zum Schluss durchhalten. Sie ist sich jedoch bewusst, dass zahlreiche Maturi schon gar nicht zur Basisprüfung antreten, sondern sich in der Zeit anders orientieren, was für sie aber ebenfalls eine wichtige Erfahrung darstelle.

**Schaffhausen steht gut da**
Untersucht während vier Jahren wurden Mittelschulen, aus denen sich mindestens 30 Maturi für ein ETH-Studium eingeschrieben hatten; zu den 60 Gymnasien gehört auch die Kantonsschule Schaffhausen. Spitzen- reiter ist die Winterthurer Kantonsschule Rychenberg vor dem Gymnasium Liestal BL. Das Ende der Liste bilden das Gymnasium Immensee SZ und die Kantonsschule von Bellinzona. Schaffhausen klassierte sich hier auf Platz 18. Doch Wunderli-Allenspach will aus der Aufstellung explizit kein Ranking der Schweizer Mittelschulen ableiten. Zu gross seien die Unterschiede, etwa Kurz- oder Langzeitgymnasium, Maturandenquoten in den Kantonen oder Sprachregionen. Sie lobt vielmehr die Vielfalt im Rahmen des Maturitätsanerkennungsreglements (MAR). Dennoch gebe die Aufstellung den Schulen Hinweise zur Schärfung ihrer Profile.

**Griechisch/Latein kein Hindernis**
Laut Wunderli-Allenspach bietet eine gute Maturanote signifikant bessere Chancen, die erste grosse Prüfungshürde an der ETH zu bewältigen. Bei den Maturatypen kommt die Studie zu einem überraschenden Fazit: Wenn Studierende in der Mittelschule als Schwerpunktfächer Latein/Griechisch gewählt hatten, standen sie jenen, die eine mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte Matur abgelegt hatten, bei den ETH-Basisprüfungen in nichts nach und erreichten mit ihnen gar die besten Noten. Dagegen fielen Maturanden mit Schwerpunktfächern Wirtschaft/ Recht klar ab. Wunderli-Allenspach schliesst daraus: «Wer als Altsprachler ein ETH-Studium absolvieren will, ist diszipliniert und motiviert.» Zu- dem schafften sie es, allfällige Wissenslücken im mathematischen Bereich nach Studienbeginn schnell zu schliessen.

**Möglichst früh studieren**
Es gebe also keinen Königsweg für ein erfolgreiches ETH-Studium. Das Resultat der Studie zeigt laut Wunderli-Allenspach vielmehr, dass man mit unterschiedlichen Maturatypen zum Erfolg kommt. Ein erstaunliches Ergebnis förderte die Expertise jedoch zutage, nämlich, dass die besten Leistungen 18- bis 20-Jährige zeigten. Deutlich schwächere ETH-Noten erzielten hingegen Studienanfänger, die sich mit 21 Jahren einschrieben. Für die ETH-Rektorin ist dies ein Hinweis darauf, dass erfolgreicher ist, wer das Studium nach der Matur schnell in Angriff nimmt.

**Nachgefragt**

**«Wir sind auf dem richtigen Weg»**

Für Urs Saxer, den Rektor der Kantonsschule Schaffhausen, liefern die Resultate der ETH-Untersuchung eine Bestätigung der guten Arbeit, die an der Kanti geleistet wird. Dennoch ortet er Verbesserungsmöglichkeiten.

*Im Vergleich der durchschnittlichen Basisnoten belegt die Kantonsschule Schaffhausen den 18. Platz von 62 untersuchten Gymnasien. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?*
Urs Saxer: Im Grundsatz ja. Die Resultate bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Man muss aber bedenken, dass es in der Untersuchung nicht darum ging, ein Ranking unter den Schulen zu erstellen. Stattdessen wurde aufgezeigt, wo die Mittelschulen gewisse Kompetenzen noch stärker fördern können.

*Wo sehen Sie Verbesserungspotential?*
Die Studie der ETH zeigt, dass auch im naturwissenschaftlichen Bereich die Sprachbeherrschung äusserst wichtig ist. Darum werden wir auch in Zukunft in allen Schwerpunkt- und Ergänzungsfächern ein grosses Augenmerk auf die Sprache legen. Zudem suchen wir den Kontakt zu den Hochschulen, um unser Ausbildungsangebot verstärkt auf die Anforderungen der Universitäten auszurichten. Aus diesem Grund rekrutieren wir derzeit rund die Hälfte unserer Maturitätsexperten unter den Hochschuldozenten.

Adrian Schumacher

#Notizen zu Namen

15. Januar 2009 | Reallehrer geht in den Ruhestand

Schaffhauser Nachrichten, Stein am Rhein
(r.)

Ernst Rubli, Reallehrer im Schulhaus Hopfengarten, wird auf Ende Januar 2009 in den Ruhestand treten. Er war mehr als 30 Jahre im Amt und während über 20 Jahren als Primar- und Realschullehrer in Stein am Rhein tätig.

#Notizen zu Namen

15. Januar 2009 | Bsetzistei

Schaffhauser AZ, Notizen
(R. U.)

Es war nicht das «Fahnenzimmer», das, wie in einem «Bsetzi» der letzten «az» zu lesen stand, völlig verwüstet war. Es war die «Bude» der Scaphusia, die einen Stock tiefer liegt, und die tatsächlich ein verbindungseigenes Lokal – und damit nicht öffentlich zugänglich ist. Das muss der Schreiberling gegenüber Severin Knecht v/o
Pivot, Scaphusia-Präsident, zugeben, der sich beschwert hat.
Entschuldigung! Die beschriebene Verwüstung in besagtem Lokal war, das sei bescheiden angemerkt, aber real.


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Bsetzistei, Schaffhauser AZ
Mitteilungen | Pressespiegel | 8. Januar 2009

#Notizen zu Namen

13. Januar 2009 | Neue Köpfe für die Justiz

Schaffhauser Nachrichten, Region
Walter Joos

Die Rechtspflegeorgane standen gestern im Parlament im Zeichen der Kontinuität. Obergerichtspräsident David Werner und Kantonsgerichtspräsident Werner Oechslin wurden bereits vor der Mittagspause für vier weitere Jahre in ihren Funktionen bestätigt und vom neuen Kantonsratspräsidenten in Pflicht genommen. Auch die übrigen Mitglieder des Obergerichtes, des Kantonsgerichtes und des Jugendgerichtes wurden in ihrer bisherigen Zusammensetzung bestätigt. Die zum Teil sehr unterschiedlichen Stimmenzahlen gaben allerdings zum Teil Anlass zu erstaunten Reaktionen oder deutlich hörbaren Unmutsäusserungen.

**Richtlinien gefordert**
Neue Kräfte gibt es bei den Ersatzrichtern. Hier wurde Markus Hugentobler auf Vorschlag der Justizkommission anstelle von Alfred Zollinger zum Ersatzrichter des Obergerichtes gewählt. Im Vorfeld dieses Wahlganges rügte Jürg Tanner (SP, Schaffhausen) allerdings die späte Bekanntgabe des Rücktrittes von Alfred Zollinger sowie den Verzicht auf eine öffentliche Ausschreibung des frei werdenden Mandates. Er stelle aus diesem Grunde im Namen seiner Fraktion den Antrag, für die Ausarbeitung von Wahlvorschlägen detaillierte Richtlinien zu erlassen. Er zweifelte zudem die fachliche Qualifikation des neuen Ersatzrichters am Obergericht an. Bei der Bestellung des Kantonsgerichtes wurden Andrea Berger-Fehr und Marcus Andreas Textor anstelle von Vreni Homberger und Eugen Schneider zu neuen Ersatzrichtern gewählt.

**Umstrittenes Teilpensum**
Unterschiedliche Ansichten prallten bei der Besetzung des Untersuchungsrichteramtes aufeinander. Aus der Sicht der FDP/JF/CVP-Fraktion ist ein Pensum von weniger als 50 Prozent für das Amt eines Untersuchungsrichter nicht geeignet. Die Fraktion verschliesse sich zwar in keiner Weise modernen Arbeitsformen, erklärte Stephan Rawyler (FDP, Neuhausen) gegenüber den anwesenden Volksvertretern; da jedoch bei der Strafverfolgung ein rasches Vorgehen von allen Beteiligten gewünscht werde, sei ein Pensum von 30 Prozent – wie dies das Obergericht für Peter Neukomm vorschlägt – als zu wenig effizient zu betrachten. Aus diesem Grund verweigere die FDP dem als halbamtliches Mitglied des Stadtrates gewählten Untersuchungsrichter die Stimme. Willi Josel (SVP, Neuhausen) vertrat demgegenüber als Vertreter der Justizkommission die Ansicht, dass es keinen Gründe gebe, auf den weiteren Einsatz von Peter Neukomm mit einem Teilpensum von 30 Prozent zu verzichten. Sowohl das Obergericht als auch der Leiter des Untersuchungsrichteramtes hätten keinerlei Bedenken, den bisher vollamtlich tätigen Untersuchungsrichter mit einem reduzierten Pensum zu beschäftigen. Seiner Wahl stehe weder in rechtlicher noch in organisatorischer Hinsicht ein Hindernis im Wege. Nach diesen Voten wurde Peter Neukomm denn auch – zusammen mit seinen übrigen fünf Kolleginnnen und Kollegen – in seiner Funktion als Untersuchungsrichter bestätigt. Auch Staatsanwalt Peter Sticher, Staatsanwaltstellvertreter Richard Jezler, Jugendanwalt Peter Möller, Jugendanwaltstellvertreterin Barbara Wüthrich Frey und Polizeirichter Daniel Jenne wurden wieder gewählt.

**Alfred Stamm bestätigt**
Zum Schluss des ganztägigen Wahlmarathons wurde Alfred Stamm als Leiter der Finanzkontrolle von Kanton und Stadt für weitere vier Jahre bestätigt. Er amtet ausserdem nach dem Willen des Kantonsrates als Revisor zugunsten der Gebäudeversicherung.


Marcus Andreas Textor: Neuer Ersatzrichter am Kantonsgericht.

#Allgemeines

8. Januar 2009 | Bsetzistei

Schaffhauser AZ, Notizen
(R. U.)

Die Medienkonferenz der Jusos und Jungfreisinnigen sollte ursprünglich im «Fahnenzimmer» der Kantonsschulverbindung Scaphusia im Restaurant Falken über die Bühne gehen. Sie wurde aber kurzfristig in den kleinen Saal verschoben. Das wusste der azBerichterstatter aber nicht, weshalb er sich in besagtes Fahnenzimmer verirrte. Dort wurde ihm der Grund für den Ortswechsel schlagartig klar: Der Raum war vollkommen verwüstet, überall standen und lagen teils halb gefüllte, teils geleerte, und auch zerschlagene Gläser und jede Menge Unrat herum. Da scheint die Aktion der Jungparteiler doch viel mehr Sinn zu machen, als dem organisierten Trinken zu frönen.


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Bsetzistei, Schaffhauser AZ
Mitteilungen | Notizen zu Namen | 15. Januar 2009

#Notizen zu Namen

7. Januar 2009 | Till Aders neuer AL-Präsident

An ihrer Jahresretraite hat die Alternative Liste Schaffhausen (AL) Wege und Perspektiven für die Zukunft erörtert, grundsätzlich über ihre Strukturen debattiert und sich einen neuen Vorstand gegeben: Till Aders wird neuer Präsident, Amila Dracic Vizepräsidentin.

Eine ordentliche Schar Aktivistinnen und Aktivisten der Alternativen Liste hat sich am Sonntag während acht Stunden mit den Zukunftsperspektiven für die AL auseinandergesetzt. Die Motivation war nach den geglückten Wahlen 2008 auf einem Höchststand. Unter diesen Vorzeichen konnten an der Retraite zahlreiche Ideen für politische Aktionen debattiert, ausgefallene Vorschläge zur besseren Verankerung präsentiert und nicht zuletzt solide Strukturen beschlossen werden. Der bisherige AL-Präsident David Guthörl hat sein Amt zur Verfügung gestellt, seine Arbeit in den letzten zwei Jahren wurde mit herzlichem Applaus verdankt. Neu wird die AL vom 21-jährigen Geographiestudenten Till Aders präsidiert. Als Vizepräsidentin wurde die 24-jährige Amila Dracic, Grossstadträtin und Mitarbeiterin beim Bundesamt für Migration, gewählt. Weiter machen im Vorstand Andi Kunz (Sekretär), Simon Stocker (Grossstadtrat und Mitgliederverantwortlicher) sowie Florian Keller (Kantonsrat und Kassier) mit.

#Notizen zu Namen

5. Januar 2009 | 2009: Jahr der neuen Herausforderungen

Schaffhauser Nachrichten, Region
Walter Joos

Der Kanton Schaffhausen ist keine Insel der Glückseligen. Die politischen Probleme und die wirtschaftlichen Turbulenzen in der Schweiz und in den übrigen Ländern führen auch bei uns in den kommenden Monaten zu markanten Veränderungen. Wie gross die Folgen der Krise auf den Finanzmärkten hierzulande sind, ist zwar selbst in Fachkreisen umstritten. Trotzdem sind wir gut beraten, wenn sich Bürger und Behören rechtzeitig überlegen, wie wir die wirtschaftliche Talfahrt der letzten Monate bremsen und deren Folgen ohne allzu grosse Einbussen politisch überwinden können.

**Belebung der Nachfrage**
Für die in globo für vier weitere Jahre bestätigte Regierung stellt sich in diesen Tagen in erster Linie die Frage, ob sie an den zu Beginn dieses Jahrhunderts formulierten strategischen Zielen festhalten und auch im neuen Legislaturprogramm auf ein nachhaltiges Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung setzen will. Angesichts der sich abzeichnenden Probleme auf dem Arbeitsmarkt müssen sich die Behörden zudem fragen, was sie allenfalls zugunsten einer möglichst guten Auslastung der Wirtschaft und zur Belebung der Nachfrage im Konsumbereich tun könnten. An konkreten Ideen und an den finanziellen Ressourcen fehlt es zurzeit ja nicht.

**Reduktion der Steuerlast**
Mit der im vergangenen Jahr beschlossenen Änderung des Gesetzes über die direkten Steuern – die Vorlage wird den Stimmberechtigten am 8. Februar zusammen mit dem revidierten Schulgesetz zum abschliessenden Entscheid unterbreitet – machen die Behörden ohne Zweifel einen Schritt in die richtige Richtung. Die zugunsten der Familien, des Mittelstandes sowie vermögender Personen vorgeschlagenen Entlastungen sollen zudem gemäss dem festen Willen des Parlamentes durch den fälligen Ausgleich der kalten Progression zu Beginn des nächsten Jahres ergänzt werden. Die CVP strebt ausserdem eine weitere Erhöhung des Kinderabzuges an. Die FDP will sich auch im neuen Jahr für eine Vereinfachung der Steuererklärung stark machen.

**Verbesserung der Infrastruktur**
Im Zusammenhang mit dem Agglomerationsprogramm, der neuen Regionalpolitik sowie weiteren von der Wirtschaftsförderung verfolgten Aktivitäten sollte angesichts der aktuellen Lage möglich schnell geprüft werden, wie wir die bestehende Infrastruktur zugunsten der angestrebten Entwicklung ohne Zeitverlust verbessern könnten.

**Vorgezogene Umsetzung**
Im Rahmen eines kurzfristig realisierbaren Impulsprogramms könnten zum Beispiel die seit langem geplanten Offensiven bei der Technologieförderung, beim Tourismus und im Energiebereich im Interesse der Bevölkerung und der Wirtschaft in die Tat umgesetzt werden. Auch ein rascher Ausbau der Verkehrswege auf Schiene und Strasse könnte den drohenden Einbruch auf dem Arbeitsmarkt mildern. Dazu zählen der geplante Durchstich unter dem Galgenbuck, die Doppelspurprojekte in Richtung Rafzerfeld und im Klettgau, der Bau der geplanten Regio-S-Bahn, die Aufhebung der Bahnübergänge im Klettgau und die Beseitigung des sich abzeichnenden Enpasses auf der Nord-Süd-Achse. Auch die Investitionsvorhaben bei den Spitälern, die Sanierung bestehender Sportstätten sowie die immer wieder vertagte Sanierung oder Verlegung des kantonalen Gefängnisses könnten in den kommenden Monaten im Interesse einer Vollbeschäftigung vorgezogen werden. Vielleicht eröffnet sich dank dem im letzten Jahr aufgelisteten Visionen und dem von der Kantonalbank und dem Kaufmännischen Direktorium geäufneten Generationenfonds plötzlich die Möglichkeit zu günstigen Konditionen zu mehr Attraktivität zu gelangen.

**Widerstand gegen Tiefenlager**
Zu den weniger erfreulichen Per-spektiven zählen hingegen die vor wenigen Wochen publizierten Vorschläge der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), im Südranden und im benachbarten Weinland ein Tiefenlager zu bauen. Diese Pläne müssen von den Behörden gemäss dem in der Verfassung verankerten Willen des Volkes mit allen Mitteln bekämpft werden. Auch diese Aufgabe zählt zu den vordringlichen politischen Herausforderungen des neuen Jahres.

**Kantonsrat Konstituierung, Inpflichtnahme und mehr als 30 Wahlgeschäfte**

Am nächsten Montag tritt der neugewählte und nur noch 60 Mitglieder umfassende Kantonsrat unter dem Vorsitz von Alterspräsident Franz Hostettmann zur seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Nach der Inpflichtnahme wählen die Volksvertreter vorerst die neuen Präsidenten von Regierung und Parlament, die beiden Vizepräsidenten und Stimmenzähler sowie die Kantonsratssekretärin. Als neue Regierungspräsidentin ist Rosmarie Widmer Gysel als neuer Kantonsratspräsident Markus Müller (SVP, Löhningen) vorgeschlagen. Als neue Vizepräsidenten wurden Patrick Strasser (SP, Neuhausen) und Christian Amsler (FDP, Stetten) nominiert. Die Bestellung der vier proportional zu den politischen Kräfteverhältnissen zusammengesetzten ständigen Kommissionen (Geschäftsprüfungskommission, Justizkommission, Gesundheitskommission, Kommission für grenzüberschreitende Zusammenarbeit) dürfte aufgrund der bisherigen Ausgangslage voraussichtlich in stiller Wahl erfolgen. Auch bei der Wahl des Preiskuratoriums für den «Schaffhauser Preis für Entwicklungszusammenarbeit», der Verwaltungskommission der Schaffhauser Bauernkreditkasse und des Bankrats der Schaffhauser Kantonalbank kommt es nach heutigen Erkenntnissen zu keiner Auseinandersetzung. Bankpräsident Rinaldo Riguzzi sowie die weiteren Mitglieder der Bankbehörden stehen geschlossen zur Wiederwahl. Einzig im Erziehungsrat kommt es zu einer kleinen Rochade. So sollen Ruth Gloor anstelle von Stephan Brügel sowie Thomas Hauser anstelle von Aldo Malagoli als Vertreter der Orientierungsschule gewählt werden. Bei den Justizbehörden stellen sich praktisch alle bisherigen Mitglieder zur Wiederwahl. Das gilt insbesondere für Obergerichtspräsident David Werner, Kantonsgerichtspräsident Werner Oechslin, Staatsanwalt Peter Sticherr, Jugendanwalt Peter Möller und Polizeirichter Daniel Jenne. Einzig bei den Ersatzrichtern wurden mit Markus Hugen-toblerr,Andrea Berger-Fehr und Marcus Andreas Textor drei neue Bewerber zuhanden des Kantonsrates nominiert.

**Volksabstimmungen Umstrittene Sachgeschäfte**

2009 gelangen sowohl auf eidgenössischer als auch auf kantonaler Ebene eine ganze Reihe von umstrittenen Vorlagen zur Abstimmung. Bereits am 8. Februar haben Volk und Stände zum Bundesbeschluss über die Weiterführung des Freizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der Europäischen Gemeinschaft und über die Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf Bulgarien und Rumänien Stellung zu nehmen. Im Kanton gelangen gleichzeitig eine Teilrevision des Gesetzes über die direkten Steuern (Entlastung des Mittelstandes und der Familien sowie Reduktion der Vermögenssteuer), ein neues Bildungsgesetz sowie das total revidierte Schulgesetz zur Abstimmung. Der 17. Mai, der 27. September und der 29. November sind ausserdem vorsorglich für weitere Volksabstimmungen reserviert.