#Allgemeines

1. September 2009 | 1200 Flaschen erzürnen Heineken

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
sda

Zum Jahrestag der Übernahme des Luzerner Biers Eichhof durch Heineken hat der Engelberger Verein Keineken ein Bier lanciert – mit dem Namen Keineken. Dieser passte Heineken ganz und gar nicht: Der Bierriese liess sofort alle 1200 Flaschen beschlagnahmen. Es ist ein Kampf wie David gegen Goliath: Keineken gegen Heineken. Noch bevor das neukreierte Bier am Samstag in Engelberg OW offiziell angezapft werden konnte, hatte die Polizei alle 80 Harassen konfisziert. Conrad Engler, Präsident des Vereins Keineken, bestätigte gestern entsprechende Medienberichte. Und zwar, weil Heineken am Freitag, kurz nachdem der Verein die Lancierung des neuen Biers via Medien angekündigt hatte, mit juristischen Mitteln reagierte. Ein renommierter Luzerner Anwalt forderte den Verein auf, das Markeneintragungsgesuch für ihr Bier zurückzuziehen. «Darauf stiegen wir nicht ein», so Engler.

**Verletzung des Markenrechts**
Wenige Stunden später tauchte die Polizei auf mit einer superprovisorischen Verfügung von Heineken international und Heineken Schweiz. Diese beinhaltete das Verwendungsverbot der Marke Keineken. Somit zog die Polizei alle vorhandenen 1200 Flaschen und die 100 mit Keineken beschrifteten Gläser ein. «Dieser Name ist eine Verletzung des Markenrechts», sagte Heineken-Sprecher Urs Knapp auf Anfrage. Und das Obwaldner Kantonsgericht habe diese Haltung von Heineken gestützt. «Für uns ist der Fall klar: Der Verein wird den Namen Keineken nicht mehr verwenden dürfen», sagte Knapp. Der Verein selbst gibt sich nicht so schnell geschlagen. Er will erst die Antwort des Eidgenössischen Instituts für geistiges Eigentum (IGE) abwarten. Er hat den Namen «Keineken» beim IGE am 18. August formell eingereicht. «Wir sehen das IGE als Schiedsgericht im Markenstreit», sagte Engler. Bei Keineken rechnet man sich grosse Chancen aus, diesen Streit zu gewinnen. Das Logo des Keineken-Biers sei unmöglich mit dem Heineken-Logo zu verwechseln. Es zeigt den Hausberg Hahnen, die Brunni-Sonne und zwei kämpferische Teufelshörner.

**Traum einer eigenen Brauerei**
Vorläufig nun, bis der Rechtsstreit beendet ist, wird der Verein auf den Verkauf des Biers verzichten. Nicht aber für immer. «Wir sind bereit, durch alle Instanzen zu gehen», sagte Engler. Denn nun wittert der Verein, dass sich der Name Keineken durch den grossen Medienrummel vergolden lässt. Ursprünglich nämlich war das Ziel der Initianten, ein eigenständiges Engelberger Klosterbräu zu realisieren. Das Keineken-Bier sollte nur den Startschuss geben für den «Spiessrutenlauf auf dem Weg zum neuen, eigenstän- digen Engelberger Klosterbräu mit Engelberger Quellwasser», sagt Engler. Bis 2012 wollen die Initianten sogar eine eigene Brauerei in Engelberg bauen.

#Allgemeines

28. August 2009 | Nach Unfall und Krankheit erfolgreich

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Alfred Wüger

Die drei Maturanden, die am sonnigen Donnerstagnachmittag die Zeugnisse in Empfang nehmen durften, waren kurz vor der regulären Prüfung auf der Zielgeraden gegen ihren Willen gestoppt worden: Nicola Möckli hatte einen Motorradunfall, Niklaus Heiri und Jan Bernegger lagen mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber darnieder. Regierungsrätin und Erziehungsdirektorin Rosmarie Widmer Gysel, die nach den Begrüssungsworten von Rektor Urs Saxer und der musikalischen Einstimmung durch das Vokalensemble an das Rednerpult trat, sagte, diese Verzögerung sei über das ganze Leben betrachtet «wohl nicht entscheidend, aber dieser 27. August ist entscheidend». Sie ermunterte die drei jungen Männer dazu, aus einem Wissensgebiet eine persönliche Passion zu machen, «die Sie nicht mehr loslässt». Sie erinnerte aber auch daran, dass es Grenzen gebe, einerseits gesetzt durch die Ethik, anderseits durch die Unzulänglichkeit des eigenen Wissens. Die Person gehöre in eine «angemessene Relation» zum Ganzen. Nach dem Song «Some- where over the rainbow», intoniert vom Vokalensemble, übergab Urs Saxer dem Informatikstudenten Alain Illi, der 2006 an der Kanti die Matura erlangt hatte, das Wort. Mit dem Aristoteles-Zitat «Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen» eröffnete er einen Gedankenreigen, der das Papier des Maturazeugnisses nicht in den Himmel hob, aber auch nicht herabwürdigte. «Ohne ein Blatt Papier wäre die Wissenschaft nicht möglich», sagte er, denn die Zwischenstufen des Denkens müssten immer wieder festgehalten werden, sonst wäre die Fülle des Gedachten gar nicht bewältigbar. Alain Illi knüpfte an die epochale Weltbestzeit des Sprinters Usain Bolt an, fragte, ob diese dank einem Ausnahmetalent oder dank Doping zustande gekommen sei, und gab zu bedenken, dass in den USA bereits jeder Vierte der Studierenden Zuflucht zu Gehirndoping nehme, um dem Leistungsdruck standzuhalten. «Das Medikament Ritalin», sagte Illi, «erhöht die Konzentration, und auch in der Schweiz hat sich der Verbrauch von 2003 bis 2007 verdoppelt.» Das Leben werde dank der Vernetztheit immer komplexer, sagte Illi weiter, und ermahnte die drei Maturanden, «sauber zu bleiben». Dann war der grosse Moment gekommen, und der Rektor konnte Jan Bernegger, Nicola Möckli und Niklaus Heiri nach vorne bitten, um ihnen die Zeugnisse zu überreichen. Noch einmal formierte sich das Vokalensemble zu einer musikalischen Darbietung und rundete den Festakt ab, bevor die Aula sich leerte. Familien, Freunde und Lehrer gingen auf die von der Abendsonne beschienene Terrasse, wo zur Feier des Tages ein Apéro kredenzt wurde.

#Notizen zu Namen

20. August 2009 | Von Zapfenwirtschaften und Schenken

Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Reiat
Nina Pongracz

Im Beringer Ortsmuseum kann man seit Mittwoch eine Reise zu den Tavernen, Schenken und Wirtshäusern der Vergangenheit unternehmen. Die neue Ausstellung auf dem Dachboden des Schlosses Beringen heisst «Zapfenwirtschaften, Schenken und Tavernen – Beringer Gaststuben im Laufe der Zeit» und bietet Besuchern die Möglichkeit, in das örtliche Vergnügungsleben des 18., 19. und 20. Jahrhunderts einzutauchen. Die insgesamt 18 Wirtshäuser, die es in Beringen gegeben hat, werden alle mit der jeweiligen Hintergrundgeschichte vorgestellt. Hierbei wird so manches über die kulturelle und wirtschaftliche Vergangenheit Beringens klar. Bilder, alte Dokumente und Gegenstände der damaligen Wirtshäuser sind ausgestellt.

**Andere Zeiten, andere Sitten**
Hans Wäschle, Verwalter des Ortsmuseums Beringen, weiss, wie sich die verschiedenen Wirtshäuser früher unterschieden haben. «Man durfte damals zum Beispiel nur in Zapfenwirtschaften Alkohol konsumieren. In Tavernen konnte man stattdessen schlafen und essen.» Wäschle ist nach den vielen Recherchen für diese Ausstellung nun gewissermassen ein Experte, wenn es um die alten Gasthöfe Beringens geht. Er erklärte, dass es seit den ersten Tavernen im Dorf grosse Veränderungen gegeben habe. Früher hätten viele der Wirtshausbesitzer noch einen Zweitberuf ausgeübt, so waren die Wirtsleute oft auch Metzger, Bauern oder gar Anwälte. Oftmals hätten die Restaurants ihre Räumlichkeiten auch mit anderen Geschäften oder Zünften geteilt. So konnte beispielsweise oberhalb einer Taverne der Gemeinderat Sitzung halten, oder es bestand neben einer Schenke vielleicht gerade eine Bäckerei.

**Heute weniger Wirtshäuser**
Die Nachfrage in den Wirtshäusern sei damals oft zu gering gewesen, um zu überleben. Die Dorfleute arbeiteten tagsüber beispielsweise auf dem Feld oder in den Reben und konnten erst abends in die Wirtschaft. «Das Geschäft scheint sich für viele nicht rentiert zu haben. Dann mussten diese Wirtsleute oft ihre Gaststube schliessen und sich auf eine Nebentätigkeit spezialisieren» erklärte Wäschle. Jeweils am ersten und am letzten Sonntag des Monats kann man bis zum 21. Dezember im Beringer Ortsmuseum erfahren, wie sich das Leben in und um die dortigen Wirtslokale seit Anfang 1700 abgespielt hat, und danach vielleicht zur Erfrischung eines der heute noch bestehenden Wirtshäuser besuchen.

#Allgemeines

18. August 2009 | Absoluter Besucherrekord

Schaffhauser Nachrichten, Region
Claudia Härdi

Am Samstag spielte die 18-köpfige «Nostalgie Swingers Big Band» zum 7. Munotball auf. Die 1200 Sitzplätze auf der Munotzinne seien schon kurz nach acht Uhr restlos besetzt gewesen, erzählt Peter Uehlinger, Vizepräsident des Munotvereins. «Es war ein absoluter Besucherrekord. Wir hatten meines Wissens noch nie so viele Besucher.» Sie hätten zwar noch einige Gäste hereingelassen, solche, die die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hätten, für sich irgendwo ein Plätzchen zu ergattern.

**Eine beschränkte Anzahl Plätze**
Doch insgesamt mussten rund fünfzig bis hundert Gäste, die sich auf einen gediegenen Tanzabend gefreut hatten, wieder enttäuscht von dannen ziehen. Denn aus Platz- und Sicherheitsgründen konnten bald keine Gäste mehr zugelassen werden. «Normalerweise hat es immer Plätze. Soweit mir bekannt ist, ist es noch nie vorgekommen, dass wir Gäste wegschicken mussten. Im allgemeinen hatten die Gäste grosses Verständnis für die durch den grossen Besucheransturm entstandenen Unannehmlichkeiten», erklärt Uehlinger. Munotwirt Jörg Götke und sein Team hätten an diesem Abend, von der traditionellen Bratwurst bis zu den Munotmenus, 800 Essen serviert. «Ein ausgezeichneter Einsatz», so der Vizepräsident des Munotvereins.

**Die Big Band ist sehr beliebt**
Begünstigt wurde diese hohe Besucheranzahl natürlich durch das anhaltende schöne Wetter. An diesem Wochenende konnte man mit Sicherheit sagen, dass der Samstag auch schön bleibt. Auch die «Nostalgie Swingers Big Band» ziehe immer viele Gäste an. «Sie sind eine sehr beliebte Band», betont Uehlinger. Zudem waren an diesem Abend rund 160 Gäste aus Verbindungen von nah und fern auf der Munotzinne anzutreffen. Denn der Kantonsschulverein lädt jedes Jahr Verbindungen ein, um einen Sommerabend gemeinsam tanzend und speisend auf dem Munot zu verbringen. Drittens: «Der zweitletzte Munotball der Saison ist erfahrungsgemäss einer der beliebtesten. Das war auch in den vorhergehenden Jahren so», sagt Uehlinger. Denn der zweitletzte Ball verspricht immerhin noch ein letztes offenes Datum, um den Tanz zu verschieben.

**Der letzte Munotball der Saison**
Der Munotverein hofft nun, auch am nächsten Samstag, an dem der 8. Munotball stattfinden wird, mit schönem Wetter rechnen zu dürfen. Wer sich an diesem letzten Munotball sicher einen Platz ergattern will, dem ist es zu empfehlen, früh genug – das heisst zwischen 19.00 und 19.30 Uhr – auf den Munot zu kommen.

#Aktivitas

14. August 2009 | Protokolle «Rund ums Bier» und «Maibesenbummel»

Die Protokolle der Anlässe am 9.5.2009 «Rund ums Bier» und am 16.5.2009 «Maibesenbummel» wurden nun onlinegestellt. Da sie ein weilchen zurückliegen, erscheinen sie nicht mehr auf der Homeseite, desshalb einfach wie folgt…

[Protokoll 9.5.2009 «Rund ums Bier»](https://www.scaphusia.ch/anlaesse/protokollierte-anlaesse/2009/05/09/rund-ums-bier/#protokoll)

[Protokoll 16.5.2009 «Maibesenbummel»](https://www.scaphusia.ch/anlaesse/protokollierte-anlaesse/2009/05/16/maibesenbummel/#protokoll)

#Allgemeines

14. August 2009 | Die Neuburg wird restauriert

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen
(r.)

Auf der oft besuchten Ruine Neuburg oberhalb Mammern wird für einige Wochen restauriert. Die Ruine der im 13. Jahrhundert erbauten Neuburg wurde von 2001 bis 2003 bereits umfangreichen Restaurierungen unterzogen. Die im August 2009 angelaufenen Arbeiten konzentrieren sich auf Bereiche, die stark von Erosion betroffen sind und sich nicht mit Förderung von Pflanzenbewuchs sichern lassen. Die Arbeiten werden von der Firma Schenkel unter Aufsicht des Amtes für Archäologie des Kantons Thurgau durchgeführt. Die anfallenden Kosten werden von Bund, Kanton und Gemeinde Mammern getragen.

#Allgemeines

11. August 2009 | Computersprache wird ab 2014 unterrichtet

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Künzi

Beim gestrigen Start des Schuljahrs 2009/2010 zählte in der Schweiz in rund 50 Gymnasien Informatik als Ergänzungsfach zum schulischen Angebot. In diesem Fach geht es nicht um den Umgang mit dem Computer, sondern um die Grundlagen der Informatik, vor allem um das Programmieren. Diese Grundlagen werden zurzeit an der Kantonsschule nicht in einem eigenen Fach vermittelt. Der Start ist erst für das Schuljahr 2014/2015 vorgesehen. Das hat Gründe, wie Rektor Urs Saxer gegenüber den SN erklärte.
Aktuell bietet die Kantonsschule Schaffhausen das Freifach Informatik an. Im Einführungsjahr wurde dieses Freifach von Juraj Hromkovic erteilt. Hromkovic ist Dozent an der ETH Zürich und Autor des Lehrbuchs «Informatik. Vorkurs Programmieren, Geschichte und Begriffsbildung, Automatenentwurf». «Dass Juraj Hromkovic in Schaffhausen unterrichtete, wirkte sich für die Kantonsschule sehr positiv aus», sagte Saxer. Heute wird das Freifach, das wöchentlich zwei Lektionen umfasst und ein Jahr dauert, von einem Kantonsschullehrer unterrichtet. Besucht wird dieser einjährige Kurs nur gerade von zwölf Schülerinnen und Schülern, was Urs Saxer wie folgt erklärt: «Da der Druck der Hauptfächer steigt, gehen die Teilnehmerzahlen der Freifächer ganz allgemein zurück.»

**Nachdiplomstudium in Zürich**
Informatik als Ergänzungsfach, anspruchsvoller und mit mehr Stoff, ist jeweils mit drei Lektionen pro Woche dotiert; unterrichtet wird es im vorletzten und im letzten Schuljahr. Um eine genügend hohe Qualität des Unterrichts garantieren zu können, absolviert zurzeit Raphael Riederer an der Universität Zürich ein zweijähriges Nachdiplomstudium zum Thema «Informatik an Gymnasien». Riederer, der an der Kantonsschule Biologie und Informatik unterrichtet und der Fachschaft Informatik vorsteht, hat wegen des Studiums sein Pensum an der Kantonsschule um 20 Prozent reduziert; in einem Jahr wird er sein Diplom erhalten. Seine Ausbildung wird von der Hasler-Stiftung im Rahmen des Förderprogramms «Fit für IT» finanziell unterstützt.

**Neue Stundentafel**
Hat Riederer sein Diplom, könnte das Ergänzungsfach Informatik eigentlich starten, doch da gibt es ein zusätzliches Problem. Wird das Fach ins Angebot aufgenommen, muss die Stundentafel der Kantonsschule geändert werden. Diese Änderung ist aber ohnehin nötig, wie Urs Saxer erklärte: «Bald werden Schülerinnen und Schüler zu uns kommen, die bereits ab der 3. Klasse Englisch hatten. Da müssen wir die Stundentafel anpassen.» Zudem gibt es weitere Fächer, die um die begrenzte Zahl der Lektionen, die zur Verfügung stehen, kämpfen. Auch muss abgeklärt werden, wer welche Fächer unterrichtet. «Da sind ausgiebige Diskussionen innerhalb der Schule nötig, denn die Lehrkräfte der angestammten Fächer werden sich für ihre Bereiche einsetzen.» Damit diese Diskussion gründlich geführt und mit einem Resultat, hinter dem die ganze Schule stehen kann, abgeschlossen werden kann, will sich Saxer dafür Zeit lassen: «Wir haben dafür die nächsten zwei Jahre vorgesehen.»

**Entscheid beim Erziehungsrat**
Die neue Stundentafel der Kantonsschule, dann mit dem Ergänzungsfach Informatik, muss dem Erziehungsrat vorgelegt werden, was im Jahr 2012 der Fall sein wird. Gibt dieser seinen Segen dazu, was spätestens 2013 geschehen soll, würde allenfalls bei der Aufnahmeprüfung 2014 bereits das Fach Englisch geprüft. Das Ergänzungsfach Informatik würde mit der Einführung der neuen Stundentafel ab dem Schuljahr 2014/2015 angeboten werden.

#Notizen zu Namen

4. August 2009 | Neues zu Namen – Yves Keller

Schaffhauser Bock

Um die Weihnachtsaktion 2008 von Radio Munot anzukurbeln, ging Moderator Yves Keller mit den Hörern eine Wette ein. Diese hat er verloren. So ist Keller verpflichtet, am 12. September 2009 zwölf Stunden lang durch den Kanton Schaffhausen zu rennen. Bei der Vorbereitung helfen ihm Mélanie Paulie, Fitnesscoach und ehemalige VC-Kanti-Spielerin, sowie Ernährungsberaterin Brigitt Gächter und der Arzt Jean-Jacques Fasnacht. Der Start erfolgt in Stein am Rhein, der Startschuss wird durch den dortigen Stadtpräsidenten Franz Hostettmann erfolgen

#Allgemeines

4. August 2009 | Kochen mit Bier: Gerstensaft erobert die Küche

Coopzeitung, Essen und Trinken
Bettina Ullmann

Koch und Buchautor Stefan Schüller trinkt gerne Bier. «Klar, ich bin Rheinländer und mit Bier gross geworden.» Die Idee zu seinem Bier-Kochbuch stammt trotzdem nicht von ihm selbst. Es sei eine Schnapsidee seines Fotografen Marco Pellanda gewesen, erzählt der Koch, der mit 13 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet ist. Heute liegt ein wunderschön fotografierter Band mit über 80 Rezepten aus allen Sparten der Menükarte vor. Es ist ein breites Spektrum an Rezepten, das dokumentiert wird und das das Bier in die Liga der gehobenen Küche hievt. Aber nicht nur das macht diese Neuerscheinung zu einer Besonderheit.
In jedem seiner kreativen Rezepte verwendet Schüller ein anderes Bier, und alle kommen aus der Schweiz! «Ich habe noch nie so viel tolles, individuelles Bier getrunken wie hier. Die Schweizer Biere sind wahnsinnig gut», schwärmt er.

**Kochen mit Bier sei gar nicht schwer**
«Man muss es einfach mal machen!» Im Buch ist für jeden Schwierigkeitsgrad etwas dabei. Wenn «Schülli» Lust auf ein dunkles Bier hat, dann kocht er eben mit dunklem Bier. «Balsamico-Essig und dunkles Bier ist eine sehr gute Kombination. Wegen der Farbe und des Geschmacks. In dunklem Bier ist mehr Restsüsse enthalten als in hellem.» Und wenn er seinen Artischocken-, Zucchini- oder Fencheltag hat, nimmt er einfach ein helles Bier dazu. «Die Konstellation Artischocke und Bier ist der Hammer!», wie es der deutsche Koch und Inhaber des Zürcher Szenerestaurants «Oscar» formuliert. Für die Biergrissinis hätte es auch nicht einmal unbedingt das helle Maisgold Spezialbier von der Brauerei Rosengarten in Einsiedeln sein müssen. Aber auch wenn hier immer mit Bier gekocht wird, egal ist andererseits gar nichts. «Kochen mit Bier ist nicht ‹Ich lasse mal den Weisswein weg›», weiss «Schülli». Mit Wein bekommt man eine gewisse Lieblichkeit ins Gericht, «wenn ich einfach nur Bier ins Essen schütte, habe ich eventuell schnell einmal eine bittere Suppe in meinem Topf. Und einfach nur warmes Bier will ja niemand.»
Die Lieblichkeit eines Biergerichtes erreicht man am besten, wenn man den Gerstensaft vorab mit Zucker zu einem Karamell verarbeitet.

**Das Geschmackserlebnis eines Biergerichts sei nicht**
«Oh, das schmeckt ja nach Bier!», sondern es ginge um die Geschmacknuancen im Abgang. Bei den wenigsten Rezepten sei Bier der geschmackliche «Knaller». Doch auch diese Aussage kann Schüller gerade selbst widerlegen: «Es sei denn, man macht ein Bier-Granité oder Bier-Glace. Da steht der Biergeschmack eindeutig im Vordergrund. Man muss halt wissen, was man will.»


**Das Buch: Kochen mit Bier**

Bier ist eines der ältesten Getränke der Menschheit und liegt heute mehr denn je im Trend. Dass Bier mehr ist als ein Durstlöscher, zeigt Stefan Schüller in seinem neuen Buch. Der kreative Spitzenkoch aus Zürich lotet die Möglichkeiten von Bier in der feinen Küche aus und führt uns in über 80 Rezepten zu ganz neuen Geschmackserlebnissen. Schüller kombiniert sie mit 80 verschiedenen Schweizer Bierspezialitäten, die ausschliesslich in Schweizer Klein- und Mittelbrauereien gebraut werden! Fotograf Marco Pellanda hat alle Rezepte hervorragend ins Bild gesetzt.

Spezialangebot für Leserinnen und Leser der Coopzeitung, gültig bis zum 28. September 2009: Stefan Schüller, Marco Pellanda: «Schweizer Bier Kochbuch», AT Verlag. 59 statt 79 Franken. Bestellen Sie unter:





Website Coopzeitung Nr. 32. vom 4. August 2009

#Allgemeines

30. Juli 2009 | Geschichte neu erlebbar gemacht

Schaffhauser Nachrichten, Inland
Eveline Rutz

Das Landesmuseum Zürich verfügt über einen immensen Fundus. Zurzeit sind es rund 820 000 Objekte; aus Schenkungen und Ankäufen kommen laufend neue hinzu. Auf 2400 Quadratmetern Fläche wird nun ein Bruchteil davon neu inszeniert. Entsprechend herausfordernd waren deren Auswahl und Präsentation.
Rund 850 Objekte geben in der neuen Dauerausstellung «Galerie Sammlungen» einen Einblick in die wertvolle Bestände. Dicht reihen sie sich aneinander und machen so stilistische, formale und technische Entwicklungen innerhalb einer Gattung deutlich. Gezeigt werden vor allem kunsthandwerkliche Erzeugnisse, wie etwa die Möbelstücke im ersten Raum im Erdgeschoss. Der historische Rückblick beginnt bei einer Truhe aus dem 14. Jahrhundert, reicht von einer repräsentativen Kommode (1740) über einen einfachen Gartenstuhl (1939) bis hin zum industriell gefertigten Serviertrolley der Swissair. «Wir wollen einen Querschnitt zeigen», sagt Kuratorin Christine Keller. Nach demselben Prinzip sind Keramik-, Gold- und Glasarbeiten, aber auch Fotografien, Glasmalereien, Altäre, Textilien und Schuhe ausgestellt. Einzelexponate wie ein kostbares Fussreliquiar aus dem Basler Münsterschatz (1450) oder der berühmte St. Galler Globus (1594) setzen sich davon ab.

**Wissen spielerisch vermittelt**
Rund 1000 Zeitzeugnisse bilden die Grundlage der zweiten neuen Dauerausstellung «Geschichte Schweiz». Sie gehen bis auf die Steinzeit zurück und sind in folgende vier Themenbereiche geordnet: «Niemand war schon immer da» (Migrationsgeschichte), «Glaube, Fleiss und Ordnung» (Religionsgeschichte), «Durch Konflikt zur Konkordanz» (Politikgeschichte) und «Die Schweiz wird im Ausland reich» (Wirtschaftsgeschichte). Die thematische Gliederung erleichtert die Besucherführung und schafft spannende Bezüge zur Gegenwart. Zahlreiche Medienstationen ermöglichen einen spielerischen Zugang zu den Informationen. Der Betrachter kann sich beispielsweise einem Einbürgerungstest unterziehen oder über ein Memory an Informationen gelangen. In der Sammlung werden etwa die symbolträchtigen Motive eines Bildteppichs aus dem Jahre 1480 Schritt für Schritt erklärt und einzeln beleuchtet. Der Betrachter erfährt so einiges mehr, als er zu lesen bereit gewesen wäre.

**Jeder Raum eine eigene Welt**
Bereichert wird das Ausstellungserlebnis zudem durch die atmosphärische Präsentation. Jeder Raum entfaltet einen eigenen auf die Exponate abgestimmten Ausdruck. In Violett und Gold gehalten ist etwa jener Saal, der sich der Religionsgeschichte widmet. Die Fenster sind mit farbigen Papierstreifen abgedeckt und schaffen so eine sakrale Stimmung. «Wir zeigen eine Sicht von heute», sagt Tristan Kobler vom Zürcher Büro Holzer Kobler Architekturen. Die Kulissen versuchen nicht den Stil des 1898 erbauten Gebäudes zu imitieren, sondern lehnen sich mit einer modernen Sprache daran an. Die aufwendigen Sanierungsarbeiten haben vier Jahre gedauert und rund 50 Millionen Franken gekostet. Neben der Statik wurden die klimatischen Bedingungen und der Brandschutz verbessert. Die Sanierung ist Teil eines Gesamtprojektes, das 2016 abgeschlossen werden soll.

Siehe Anlässe; Geschichte der Schweiz; Führung durch das Landesmuseum; Samstag, 22. August 2009

#Notizen zu Namen

30. Juli 2009 | 3 Fragen an: E Roland E. Hofer, Staatsarchivar

Schaffhauser Nachrichten, Schaffhausen / Neuhausen
(lpa)

**1 Seit wann feiert die Schweiz den 1. August?**

Der 1. August wurde 1891 zum erstenmal gefeiert, seit 1899 wird er als Schweizer Bundesfeiertag jährlich wiederholt. Der Bundesstaat Schweiz wurde 1848 gegründet, die Idee eines gemeinsamen Feiertages kam aber erst mit der zunehmenden Bedeutung der Nationalstaaten in Europa auf.

**2 Warum wird am 1. August gefeiert?**

Das Datum wird aus dem Bundesbrief abgeleitet, der Gründungsurkunde der Eidgenossenschaft. Diese ist allerdings nur auf den Beginn des Augusts 1291 datiert, der 1. August ist also eine nachträgliche Festlegung. Die Verbindung zum Rütlischwur ist auch am Brauch der Höhenfeuer ersichtlich: Die Feuer sollen die Eidgenossen zum Burgenbruch aufgerufen haben.

**3 Gibt es historisch betrachtet eine Besonderheit an den Bundesfeiern in Schaffhausen?**

Da gilt es wohl, die seit 1920 jährlich zum 1. August stattfindende Rheinfallbeleuchtung zu erwähnen. Dieses Jahr ist es das erstemal, dass die Rheinfallbeleuchtung verschoben, erst am 22. August, stattfindet.

#Allgemeines

25. Juli 2009 | Schweizer konsumieren rund 8,7 Liter reinen Alkohols pro Jahr

Schaffhauser Nachrichten, Frontseite
(sda)

Insgesamt sank der Alkoholkonsum im vergangenen Jahr um einen Deziliter reinen Alkohols pro Kopf auf total 8,7 Liter. Getrunken wird in der Schweiz wacker: Auf 58 Liter Bier pro Kopf kommt die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV), wie sie gestern mitteilte. Das sind 0,6 Liter Bier mehr als noch 2007. Immer weniger gefragt ist Wein. Pro Kopf der Bevölkerung wurde 2008 eine Flasche weniger getrunken – insgesamt aber noch 38,6 Liter. Stabil blieb der Konsum von hartem Alkohol über 40 Volumenprozent: Vier Liter Spirituosen werden davon pro Kopf gekippt.
Gesamthaft wurden 2008 123 704 Hektoliter reiner Alkohol zu 100 Volumenprozent getrunken, 2,8 Prozent mehr als noch im Jahr 2007. Die EAV führt dies auf die wachsende Bevölkerungszahl zurück.

**Mehr Whisky seit 1999**
Dennoch ist der Gesamtkonsum an alkoholischen Getränken in den vergangenen zehn Jahren um einen halben Liter reinen Alkohols gesunken. Hingegen stieg der Pro-Kopf-Konsum von hartem Alkohol seit 1999 um 0,4 Liter. Grund dafür ist der 1999 eingeführte Einheitssteuersatz für Spirituosen. Dadurch wurden beliebte ausländische Alkoholika wie Whisky, Gin oder Wodka teilweise massiv günstiger. Das beeinflusste die Alkoholproduktion in der Schweiz. Noch vor zehn Jahren betrug die einheimische Spirituosenproduktion 50 Prozent des Marktes. Heute sind es noch 15 Prozent. Deshalb sind seit 1960 mehr als acht Millionen Hochstammbäume verschwunden.

**Schweizer Hersteller ziehen nach**
Seit dem Jahr 1999 ist es Schweizer Spirituosenproduzenten zudem erlaubt, aus stärkehaltigen Rohstoffen wie Getreide oder Kartoffeln Spirituosen herzustellen. Seither erteilt die EAV immer mehr Konzessionen zur inländischen Whiskyproduktion. Im Jahr 2008 versuchten bereits ein Dutzend Spirituosenhersteller, sich mit innovativen Produkten gegen die ausländische Whiskydominanz zu behaupten.

#Allgemeines

24. Juli 2009 | Warum der Anteil der Erfolgreichen sich kaum ändert

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Künzi

Gibt es für Aufnahmeprüfungen in Kantonsschulen und Gymnasien eine im voraus festgelegte Quote, wie viele der Bewerberinnen und Bewerber aufgenommen werden? Diese Frage hat kürzlich im Kanton Zürich zu heftigen Diskussionen geführt. Im Kanton Schaffhausen gibt es, so erklärte Raphaël Rohner, Sekretär des Erziehungsdepartements, «für die Aufnahmeprüfung an die Kantonsschule keine Quote». Diese Aussage ist richtig, trotzdem gibt es Mechanismen, die sichergestellt haben, dass das Verhältnis von erfolgreichen und abgewiesenen Prüflingen über die Jahre mehr oder weniger gleich geblieben ist. Das Zauberwort heisst «vernünftiger Notendurchschnitt».
Doch schauen wir uns einmal an, wie eine Aufnahmeprüfung in die Kantonsschule abläuft. Geprüft werden die Fächer Deutsch, Französisch, Latein und Mathematik. Im Vorfeld setzen sich Teams aus den Fachschaften, deren Fächer geprüft werden, zusammen und erstellen gemeinsam die Prüfungsaufgaben. Dabei halten sie sich an die Broschüre «Prüfungsstoff 1. Klasse, Maturitätsschule und Fachmittelschule», die im Januar 2008 zum letztenmal überarbeitet wurde. Nach dieser Broschüre richten auch die Sekundarlehrkräfte ihren Unterricht aus, denn diese zeigt ihnen, was ihre Schülerinnen und Schüler an der Prüfung beherrschen müssen. Stehen die Prüfungsaufgaben fest, werden diese mit den Sekundarlehrpersonen der entsprechenden Fächer besprochen und allenfalls angepasst. Die Kantonsschullehrer legen anschliessend für jedes Fach fest, wie im einzelnen korrigiert wird.
Während der Prüfung selber werden bereits erste Arbeiten provisorisch durchgesehen, um allfällige Probleme aufzuspüren. Die Fachschaft entscheidet, wie diese behandelt werden, damit nachher alle Lehrkräfte nach dem gleichen Massstab korrigieren. Diese Korrektur erfolgt zu Hause, nach dem von der Fachschaft im voraus festgelegten Korrektur- und Bewertungsschema. Nachher schaut jede Fachschaft die Punktedurchschnitte der einzelnen Prüfungsarbeiten an und legt eine Notenskala fest, wobei der «vernünftige Durchschnitt» angestrebt wird. Aufgrund dieser Skala benoten die einzelnen Lehrkräfte die Arbeiten. Diese Noten werden pro Fach und pro Schüler an das Sekretariat der Kantonsschule gemeldet, was einen ersten Überblick darüber ergibt, wer bestanden hat und wer nicht.
Die Schulleitung beurteilt diese Resultate nicht zuletzt nach der Frage, ob der Anteil der Durchgefallenen in etwa demjenigen der letzten Jahre entspricht. Aber, so betonte Kanti-Administrator Thomas Gramm, «das wird nicht getan im Hinblick auf eine bestimmte Zahl, die aufgenommen werden soll, sondern nur darauf, wie das Verhältnis Erfolg/Misserfolg aussieht». Daher ist die Aufnahmequote immer wieder in etwa gleich – sie schwankt um die 60 Prozent –, obwohl die Zahl der aufgenommenen Schülerinnen und Schüler differieren kann.
In der nächsten Runde besprechen die Lehrkräfte aller Prüfungsfächer die sogenannten Grenzfälle, die die nötigen zwölf Punkte knapp verfehlt haben, stellen fest, ob jemand unter Abrundungspech gelitten hat, und einigen sich je nach Fall über eine allfällige Notenkorrektur. Wirklich vollzogen wird diese aber erst an der Notenkonferenz. Dort wird bei Grenzfällen entschieden, ob die Prüfung bestanden wurde oder nicht. Handelt es sich um Prüflinge, die von ihrem Sekundarlehrer für die Aufnahme empfohlen wurden, kann dieser ein gutes Wort für seinen Schützling einlegen. Zum Schluss stimmen die prüfenden Lehrkräfte über die Aufnahme ab. «Schon deshalb kann es keine Quote geben, denn diese Abstimmungen lassen sich nicht steuern», so Gramm. Pro Jahr nehmen rund 350 Jugendliche an der Prüfung teil, zwischen 200 und 250 sind jeweils erfolgreich.

#Notizen zu Namen

21. Juli 2009 | Marcel Montanari rutscht als Einwohnerrat nach

Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Reiat

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis vom Rücktritt von Urs Kurz, FDP, als Einwohnerrat per 31. Juli 2009 unter bester Verdankung der geleisteten Dienste. Gemäss Proporzwahlverordnung rückt Marcel Montanari, Thayngen, als Mitglied der FDP im Einwohnerrat für die restliche Amtsdauer von 2009 bis 2012 nach. Die Inpflichtnahme durch den Gemeindepräsidenten findet vor der Einwohnerratssitzung vom 20. August 2009 statt.

#Allgemeines

7. Juli 2009 | «Und gehen Sie nicht den Weg des geringsten Widerstandes!»

Schaffhauser Bock
Stéphanie Stamm

Am letzten Donnerstagabend war es wieder einmal soweit: Die Kantonsschule Schaffhausen feierte an der Maturfeier ihren erfolgreichen Jahrgang 2005/2009. Der Rektor Urs Saxer konnte rund 150 Maturandinnen und Maturanden deren lang ersehntes Maturzeugnis aushändigen, währenddessen drei Schüler das letzte Schuljahr noch einmal wiederholen müssen. Darüber hinaus werden drei weitere Viertklässler, die krankheitshalber oder verletzt nicht an den regulären Prüfungen im Juni teilnehmen konnten, diese im August nachholen.
Nach einer schönen Darbietung des Kammerchors der Kantonsschule unter der Leitung von Ulrich Waldvogel Herzig, überbrachte die amtierende Regierungspräsidentin Rosmarie Widmer Gysel ihre Glückwünsche und appellierte sodann: «Gehen Sie nicht den Weg des gerinsten Widerstandes!» Widmer Gysel war denn auch nicht die Einzige, die ihre Worte an die Schulabgänger richtete. Die diesjährige Maturrede hielt Florian Hotz, der vor genau zehn Jahren seine Matur in Schaffhausen machte und in diesen Tagen seine Dissertation an der HSG beendet. Sichtlich vergnügt unterhielt er sich am anschliessenden Apero mit seinen Parteikollegen Res Hauser und Fabian Käslin. Dort freute sich auch Celestine Dünner, die an der ETH ein Studium beginnen wird, über ihre bemerkenswerte Leistung: Sie wurde mit dem Anerkennungspreis der Verbindung Munot für die beste Maturprüfung 2009 ausgezeichnet, was ihr viel Lob und 1000 Franken einbrachte. Ebenso vergnügt waren Vanessa Glauser, Severin Knecht und Robin Zürcher. Während Knecht und Zürcher eine zweisprachige Matur (deutsch-französisch) machten, weist Glauser, dank englischem Immersionsunterricht, sogar einen dreisprachigen Abschluss auf. Auch Silvan Burger – er wird ein Zwischenjahr mit einem England- und dem obligaten Militäraufenthalt machen – musste sich von seiner Schule verabschieden, derweil seiner Schwester Yvonne Burger noch zwei ereignisreiche Jahre bevorstehen. Nicht nur Waldvogel Herzigs Kammerchor war für die musikalische Unterhaltung der Feier zuständig, sondern auch ein Flötenensemble, eine Jazz Band, das Vokalensemble sowie der singende Englischlehrer Patrick Stoll, der zusammen mit Flavia Zucca und Martin Gisler das selbstkomponierte Stück «Handle With Care» präsentierte. Zum Schluss wurde, wie jedes Jahr, das traditionelle Studentenlied «Gaudeamus igitur» gesungen – es lebe die Jugend, es leben die Professoren!

#Allgemeines

3. Juli 2009 | «Geniesst die Zeit, und macht etwas draus»

Schaffhauser Nachrichten
Jan Hudec

So entspannt die Maturandinnen und Maturanden in den Bänken sassen, im Wissen darum, dass sie ihre Prüfung erfolgreich hinter sich gebracht haben, so angespannt waren ihre Eltern und Angehörigen vor Erwartungsfreude und Stolz auf die Absolventen. So waren es denn auch die Eltern, denen an der gestrigen Maturfeier in der Kirche St. Johann die erste Gratulation von Kantonsschulrektor Urs Saxer galt: «Goethe hat einmal gesagt: ‹Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.› Ich möchte Ihnen für die Wurzeln danken, die Sie Ihren Kindern in den letzten vier Jahren gegeben haben.»

Bildungsdirektorin Rosmarie Widmer Gysel gratulierte sodann den Maturanden für ihre Leistung: «Sie haben jetzt einen Leistungsausweis in der Tasche, der Ihnen den Zutritt zur Welt der akademischen Berufe verschafft.» Dies sei ein grosses Privileg, das zugleich auch mit einer grossen Verantwortung verbunden sei. «Sie sind es, die dereinst darüber entscheiden, welche Risiken unsere Gesellschaft eingeht, und wie diese Risiken eingedämmt werden.» Die Maturrede hielt Florian Hotz. Er hat die Kantonsschule Schaffhausen 1999 abgeschlossen, in St. Gallen ein Studium der Wirtschaftswissenschaften sowie der Rechtswissenschaften abgeschlossen und beendet in diesen Tagen seine Dissertation. In Schaffhausen kennt man ihn zudem als Kantonsrat. «Die Möglichkeiten der Selbstverwirklichung, die ihr nun mit eurem Abschluss habt, sind enorm», sprach Hotz zu den Absolventen. Selbstverwirklichung alleine reiche aber nicht aus, «ihr müsst die Gesellschaft weiterentwickeln, ihr seid bereit dazu». Dazu sei es nötig, die eigenen Talente zu nutzen und die Chancen wahrzunehmen, die sich entlang des Weges anbieten würden. «Geniesst die Zeit, und macht etwas draus», appellierte Hotz an die Maturanden. Endlich war es dann so weit, die Maturzeugnisse wurden unter lautem Jubel der Anwesenden an die erfolgreichen Prüflinge überreicht. 150 haben die Prüfung bestanden, drei dürfen sich im nächsten Jahr noch einmal an den Abschluss wagen. Umrahmt und unterbrochen wurde die Zeugnisübergabe von gelungenen Musikeinlagen der Schüler. Für besonders viel Stimmung sorgte «Bohemian Rhapsody» in der Version des Kammerchors der Kantonsschule. Schliesslich verlieh die Verbindung Munot einen Anerkennungspreis für die beste Maturprüfung an Celestine Dünner. «Leider muss ich mit diesem Preis 149 Maturanden enttäuschen», sagte Stiftungsratspräsident Richard Ronner. Den Preis nicht zu erhalten sei aber kein Grund, traurig zu sein, «schliesslich gibt es noch andere Preise; vor allem besser dotierte», scherzte Ronner. Überhaupt seien Preise aber nicht alles. «Leben Sie so, dass auch andere etwas davon haben, so dass Sie sich selbst jeden Morgen im Spiegel ansehen können.» Ein durchaus guter Ratschlag, so zu leben, dass man sich jeden Morgen im Spiegel anschauen kann. Eine Ausnahme sei den Maturanden indessen gewährt: der heutige Morgen. Denn die Maturfeier dürfte sich zumindest für einige noch bis in die frühen Morgenstunden hingezogen haben.


**Profil M musisch/sprachlich**

Florine Bachmann, Neuhausen, beabsichtigte Ausbildung: Auslandaufenthalt; Tino Bächtold, Neunkirch, Auslandaufenthalt; Stefan Behrbohm, Schaffhausen, Musikwissenschaft; Nikolina Buzar, Schaffhausen, Praxis; Michelle Cohen, Schaffhausen, Geschichte; Anamarija Custic, Schaffhausen, Praxis; Natascia D’Anna, Neuhausen, Internationale Beziehungen; Linda Dreyer, Hemishofen, noch nicht entschieden; Aleksandar Dronjak, Wilchingen, Auslandaufenthalt; Sybille Egger, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Karin Egli, Thayngen, Praxis; Janine Eisele, Thayngen, Physiotherapeutin; Barbara Erb, Löhningen, Praxis; David Freitag, Neunkirch, Film; Monika Führer, Neuhausen, Auslandaufenthalt; Lea Funke, Schaffhausen, Unterricht (alle Stufen); Patricia Götschi, Schaffhausen, Tourismus; Lisa Gretener, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Jeremias Happle, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Lisa Hatt, Wilchingen, Praxis; Michèle Hediger, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Lisa Köllner, Neuhausen, Kunstgeschichte; Nina Landolt, Rüdlingen, Auslandaufenthalt; Simona Lerch, Schaffhausen, Publizistik; Katja Leu, Neunkirch, Publizistik; Simone Leuenberger, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Galina Litman, Neuhausen, Biologie; Anna Locher, Diessenhofen, Praxis; Noemi Locher, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Viola Malaguti, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Samira Marty, Gächlingen, Ethnologie und Volkskunde; Anina Meister, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Stefan Merki, Schleitheim, Praxis; Simone Messerli, Neuhausen, Gestaltung; Rhea Michas, Schaffhausen, Psychologie; Mina Monsef, Schaffhausen, Gestaltung; Nicolas Müller, Schaffhausen, Maschinen-/Elektrotechnik; Daniela Nunes, Schaffhausen, Sprachen; Patrick Oberholzer, Neunkirch, noch nicht entschieden; Philippe Oechslin, Schaffhausen, Praxis; Johannes Ott, Buch, Auslandaufenthalt; Sarah Pfrommer, Schaffhausen, Humanmedizin; Regula Popp, Lohn, noch nicht entschieden; Ricarda Quell, Schaffhausen, Publizistik; Stefan Rüegger, Schaffhausen, Politologie; Sonja Rütimann, Basadingen, Rechtswissenschaften; Livia Sandri, Büttenhardt, Kunstgeschichte; Selina Sauter, Schaffhausen, Publizistik; Sarah Schneider, Stein am Rhein, Auslandaufenthalt; Iris Schnurrenberger, Schaffhausen, Psychologie; Marie-Claire Schug, Schaffhausen, Humanmedizin; Patrik Simmler, Schaffhausen, Bewegungswissenschaften/Sport; Melinda Stamm, Neuhausen, Soziologie; Michelle Steinemann, Schaffhausen Psychologie; Mailyn Stolz, Stein am Rhein, Auslandaufenthalt; Tolga Toksöz, Neuhausen, Praxis; Ramona Traber, Thayngen, Auslandaufenthalt; Philip Vlahos, Trasadingen, Psychologie; Linda von Burg, Lohn, noch nicht entschieden; Larissa von Kleist, Schaffhausen, Medien-/Kommunikationswissenschaften; Samuel Vonäsch, Schaffhausen, Kunst; Andrina Wanner, Wilchingen, Kunst; Vanessa Wildberger, Neunkirch, Praxis; Melanie Zebic, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Robin Zürcher, Schaffhausen, Publizistik.

**Profil N naturwissenschaftlich/mathematisch**

Fabio Ackeret, Schaffhausen, beabsichtigte Ausbildung: Wirtschaftswissenschaften; Kevin Akeret, Neunkirch, Humanmedizin; Laura Bächtold, Schleitheim, Praxis; Matthias Bloch, Schaffhausen, Architektur; Gino Brunner, Schaffhausen, Elektrotechnik; Manuel Distel, Flurlingen, noch nicht entschieden; Celestine Dünner, Schaffhausen, Elektrotechnik; Daniel Enderli, Oberhallau, Pädagogische Hochschule; Lukas Fendt, Thayngen, Umweltwissenschaften; Sibylle Fischbacher, Schaffhausen, Humanmedizin; Roger Frei, Feuerthalen, noch nicht entschieden; Lukas Freitag, Neunkirch, Geschichte; Moritz Graule, Schaffhausen, Maschinenbau; Simon Greuter, Schaffhausen, Informatik; Moritz Häberli, Trasadingen, Maschinenbau; Michael Hächler, Beringen, Chemie; David Häggi, Schaffhausen, Architektur/Bauwesen; Andreas Haller, Flurlingen, Wirtschaftswissenschaften; Nico Haltiner, Flurlingen, Wirtschaftswissenschaften; Zoe Heiduschke, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Katharina Hiltebrand, Neuhausen, Geomatik und Planung; David Hintermann, Hallau, Informationstechnologie/Informatik; Patrick Hoyer, Merishausen, Humanmedizin; Lea Im Obersteg, Schaffhausen, Medien-/Kommunikationswissenschaften; Marko Katana, Schaffhausen, Psychologie; Severin Klauser, Feuerthalen, Auslandaufenthalt; Severin Knecht, Schaffhausen, Architektur; Melanie Knuchel, Neuhausen, Pädagogische Hochschule; Luca Lengwiler, Stein am Rhein, Rechtswissenschaften; Johannes Ludwigs, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Julian Medlik, Siblingen, Informatik; Monika Meier, Thayngen, Rechtswissenschaften; Yannick Meier, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Patrick Meyer, Neuhausen, Bewegungswissenschaften/Sport; Lorenz Pfeiffer, Löhningen, Praxis; Raffael Risch, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Hans-Martin Ritzmann, Wilchingen, Maschinenbau; Benjamin Sauter, Neuhausen, noch nicht entschieden; Davide Scheidegger, Schaffhausen, Praxis; Adrian Schenker, Siblingen, Ton-/Bildtechnik; Daniel Schneider, Ramsen, Architektur; Titian Steiger, Rüdlingen, Chemie; Tamara Stotz, Rüdlingen, noch nicht entschieden; Andrea Walter, Löhningen, Physiotherapeutin; David Walter, Löhningen, Bauingenieurwesen; Yuluan Wang, Schaffhausen, Pharmazie; Janis Wanner, Gächlingen, Wirtschaftswissenschaften; Kilian Weber, Löhningen, Wirtschaftswissenschaften; Reto Wenger, Schlatt, Wirtschaftswissenschaften; Severin Werner, Neuhausen, Praxis; Daniel Zinser, Beringen, Journalismus; Fabian Zumbühl, Dörflingen, noch nicht entschieden.

**Profil S sprachlich/altsprachlich**

Jonas Achermann, Schaffhausen, beabsichtigte Ausbildung: Auslandaufenthalt; Marco Bächtold, Schleitheim, Rechtswissenschaften; Merlin Bärtschi, Schaffhausen, Mathematik; Flurin Baumgartner, Schaffhausen, Geschichte; Frederik Bieri, Hemmental, Internationale Beziehungen; Edi Bollinger, Schleitheim, Rechtswissenschaften; Kevin Brühlmann, Thayngen, Praxis; Silvan Burger, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Marcel Deggeller, Dörflingen, Humanmedizin; Mirjam Frei, Dörflingen, Pädagogische Hochschule; Philipp Frey, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Severin Ganz, Rikon im Tösstal, Praxis; Linda Gislason, Schaffhausen, Psychologie; Vanessa Glauser, Schaffhausen, Anglistik; Anna-Pierina Godenzi, Schaffhausen, Sprachen; Iwan Hächler, Opfertshofen, Praxis; Lisa Hartmeier, Schaffhausen, Humanmedizin; Gianna Hartung, Neunkirch, Geschichte; Menduri Hoessly, Schaffhausen, Human-medizin; Jonas Huber, Schaffhausen, Praxis; Johanna Lendl, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Linda Leu, Hemmental, Physiotherapeutin; Vanessa Metz, Hallau, Soziales; Kathrin Müller, Löhningen, Sprachen; Linus Ritzmann, Flurlingen, Bauingenieurwesen; Bettina Rohr, Schaffhausen, Umweltwissenschaften; Pascal Rüegger, Schaffhausen, Musik; Anja Schneider, Schaffhausen, Physiotherapeutin; Maja Schudel, Schaffhausen, Sprachen; Sarah Steinacher, Schaffhausen, Humanmedizin; Johanna Vogelsanger, Beggingen, Anglistik; Aldo Zanelli, Schaffhausen, Sprachen.

#Notizen zu Namen

26. Juni 2009 | Zum Gedenken an Oscar Wanner – Nachruf

Schaffhauser Nachrichten
Gerhard Ebner

Er wuchs in Schaffhausen auf, studierte Medizin in Zürich, wo er bei Eugen Bleuler zum Thema «Die praktische Bewährung von Bevormundungen» promovierte. Nach verschiedenen Stationen, zuletzt als Oberarzt in der Psychiatrischen Klinik Münsingen bei Prof. Max Müller, kehrte er als Chefarzt und Direktor der Psychiatrischen Klinik Breitenau nach Schaffhausen zurück, wo er von 1953 bis 1983 arbeitete. Er gehörte zu denjenigen Chefärzten der Klinik, welche diese nachhaltig geprägt haben; er führte moderne Führungsstrukturen ein, vor allem aber auch die eben erst entwickelten Psychopharmaka. Dadurch wurde es möglich, die Klinik zu öffnen, die Gitter von den Fenstern zu entfernen. In dieser äusserst arbeitsreichen Zeit war er dennoch in verschiedenen Ehrenämtern aktiv, so von 1962 bis 1973 im Fachausschuss für psychiatrische Krankenpflege des SRK, welchen er auch präsidierte, in einem Ausschuss, in welchem der Schreibende sich ebenfalls Jahre später für die gleiche Sache engagiert hat. Mit seinem Engagement erreichte Oscar Wanner die Anerkennung der psychiatrischen Krankenpflege durch das SRK; deshalb wurde ihm 1981 auch die Ehrenmitgliedschaft der SGPP verliehen. Er musste dann nach seiner Pensionierung zusehen, wie eben diese Anerkennung wieder einer Generalistenausbildung weichen musste. Oscar Wanner betrieb auch eine regelmässige publizistisch-wissenschaftliche Tätigkeit über moderne Behandlungsmethoden in der Psychiatrie, Abhängigkeitserkrankungen, immunologische Aspekte, Mutter-Kind-Beziehungen sowie Angsterkrankungen. Bereits 1960 schrieb er über die Managerkrankheit und wenig später über die Pflege der Beziehungen zur Öffentlichkeit als Voraussetzung zur Betreuung von «Geisteskrankheiten». Wir können nur schon an dieser kleinen Auswahl der Publikationen ersehen, wie breit er hier bis heute aktuelle Themen aufgegriffen und bearbeitet hat. Ich selbst lernte Oscar als lieben Freund, guten Ratgeber und exzellenten Kollegen kennen, der bis zuletzt fachlich auf dem aktuellen Stand geblieben ist, sich weiterhin für psychiatrische Themen interessiert und bis 2003 eine Psychiatrische Praxis geführt hat. Beeindruckt haben mich seine geistige Klarheit, seine Schärfe im Denken, aber auch seine klaren Statements, welche nicht immer allen einfach nur behagten. Er kannte nahezu jede Familie in Schaffhausen; für seine Patientinnen und Patienten war er bis zuletzt ein gütiger Arzt und zuverlässiger Ansprechpartner; der Schreibende hatte die Ehre, einzelne von ihnen übernehmen zu dürfen.

#Notizen zu Namen

25. Juni 2009 | Zum Gedenken an Rudolf Hädener – Nachruf

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Walter Joos

Zu Beginn dieser Woche hat im Friedhof Hörnli in Riehen – einem Vorort von Basel – eine kleine Trauergemeinde von einer Persönlichkeit Abschied genommen, die über einen scharfen Verstand und ein aussergewöhnliches Urteilsvermögen verfügte und sich zudem während mehrerer Jahrzehnte in Schaffhausen im privaten und im öffentlichen Bereich in ausserordentlicher Weise persönlich eingebracht und engagiert hatte. Rudolf Hädener war am 29. Februar 1920 als Sohn des damals in Grenchen wohnhaften Ehepaars Blanda und Julius Hädener zur Welt gekommen. Zwei Jahre später zog die Familie – sie umfasste nach der Geburt von Julie Hädener insgesamt vier Personen – nach Schaffhausen. Julius Hädener war vom Regierungsrat zum Grundbuchverwalter gewählt worden und liess sich in der Folge auf dem vorderen Emmersberg nieder. Nach Abschluss der Kantonsschule und seiner Aktivzeit in der Verbindung Scaphusia studierte Rudolf Hädener Jurisprudenz an der Universität in Zürich. In der Armee liess er sich zum Offizier ausbilden und avancierte aufgrund der von ihm geleisteten Dienste zum Hauptmann. Seiner letzten Beförderung ging allerdings eine rechtliche Auseinandersetzung mit den Behörden des Kantons voraus. Rudolf Hädener musste sich den ihm zustehenden Grad im wahrsten Sinne des Wortes erkämpfen. Seine in diesem Zusammenhang manifest gewordene unerschrockene Haltung gegenüber den Mitgliedern der damaligen Regierung machte ihn in der Öffentlichkeit bekannt und führte schliesslich 1968 zu seiner Wahl ins Parlament.
Als Vertreter der Freisinnig-Demokratischen Partei gehörte Rudolf Hädener dem Kantonsrat vom 1. Januar 1969 bis zum 30. Juni 1983 an. In dieser Zeit avancierte er zum Fraktionspräsidenten, leitete sieben Spezialkommissionen und gehörte neben der Justizkommission einer Vielzahl von weiteren Kommissionen als Mitglied an.
Mit seinem profunden Wissen, seinem scharfen Verstand und seinen innovativen Lösungen hat Rudolf Hädener sowohl als Rechtsanwalt als auch als Kantonsrat das öffentliche Leben in unserem Kanton über viele Jahre hinweg auf massgebende Weise mitgeprägt. Kantonsratspräsident Markus Müller erinnerte in seiner am letzten Montag erfolgten Würdigung im Parlament vor allem an den Einsatz des freisinnigen Volksvertreters zur Beilegung der Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Melioration im unteren Kantonsteil, sein Engagement um die Einführung der Verwaltungsgerichtsbarkeit und seinen Kampf um eine vernünftige Entflechtung von Kirche und Staat.
Rudolf Hädener lancierte ausserdem Volksinitiativen zur Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen, zur Einführung des fakultativen Gesetzesreferendums und zur klaren Abgrenzung von gebundenen Ausgaben. Dabei gelang es ihm immer wieder, anstehende Probleme auf sinnvolle Weise zu lösen. Wo es darum ging, Missstände zu beseitigen und der Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen, kämpfte Rudolf Hädener stets an vorderster Front.
Dabei war er allerdings nicht immer ein bequemer Gesprächspartner. Seine Plädoyers waren sowohl vor Gericht als auch im Parlament das Ergebnis sorgfältiger Erwägungen und fester Überzeugungen. Oberflächliche Argumente zerzauste er mitunter mit scharfen Worten. Für taktische Winkelzüge oder faule Kompromisse war er nie zu gewinnen. In vielen Fällen gelang es ihm jedoch, seine Kontrahenten mit seinem grossen Wissen und seinen klaren Argumenten zu überzeugen. Soweit es seine liberalen Grundsätze zuliessen, bot er aber auch immer wieder Hand zu vernünftigen Kompromissen. Rudolf Hädener hielt seinen Körper über viele Jahrzehnte mit Rudern, Fechten und Reiten fit. Er spielte zudem gerne Schach. Mit seinem dynamischen Auftritt und seiner markanten Mütze erweckte er stets Aufsehen und bereicherte gleichzeitig das Stadtbild von Schaffhausen. Die letzten fünf Jahre seines Lebens verbrachte er jedoch in Gemeinschaft mit seiner Schwester in Riehen. Julie musste ihn in den letzten Jahren in zunehmendem Masse umsorgen und war ihm bis zu seinem Lebensende eine treue Begleiterin. In den letzten Monaten reifte in Rudolf Hädener der Wunsch, die Erde – aus seiner Sicht allerdings nur für eine bestimmte Zeit – zu verlassen. Als überzeugter Anhänger der Anthroposophie glaubte er fest an die von Rudolf Steiner verfochtene These von den wiederholten Erdenleben.

#Allgemeines

23. Juni 2009 | Hoffentlich glückliche 100 Prozent

Schaffhauser Nachrichten, Region
Lilian Pala

Noch rauchen die Köpfe, es wird über Fragen gebrütet und sich das Hirn zermartert, denn die Maturaprüfungen an der Kantonsschule Schaffhausen sind in vollem Gange. Diese Woche bis Mittwoch finden die mündlichen Prüfungen statt, die schriftlichen wurden vom 5. bis zum 10. Juni durchgeführt.
156 Maturandinnen und Maturanden sind dieses Jahr zu den Abschlussprüfungen angetreten. Eine Anzahl, die im normalen Rahmen liegt, wie der Rektor der Kantonsschule, Urs Saxer, erklärt: Sie bewege sich traditionellerweise zwischen 135 und 160 Prüflingen. Auch die Verteilung der Schüler nach Profilzugehörigkeit und Fachauswahl sei über die Jahre hinweg relativ konstant geblieben. Einzig erwähnenswert ist, dass dieses Jahr drei Klassen des naturwissenschaftlichen Profils abschliessen – die letzten Jahre waren es nur jeweils zwei. Den «besonderen Vorfällen» der diesjährigen Maturaprüfungen liessen sich drei Absenzen zurechnen. «Besonders», weil Absenzen während der Maturaprüfungen ein äusserst seltenes Ereignis sind. Dementsprechend kamen Ausfälle in den letzten Jahren nicht vor, wie Urs Saxer versichert. Die drei krankheitshalber oder unfallbedingt ausgefallenen Schüler müssen ihre Matura im August nachholen, werden aber auch an einer eigenen Maturafeier – in kleinerem Rahmen – teilnehmen können. Die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen sind bereits bekannt, sie werden diese Woche von den ungefähr 60 auswärtigen Experten zusammen mit den Examinatoren überprüft. Am Mittwochnachmittag werden auch die Resultate der mündlichen Examen vorliegen. Am Mittwochabend, planmässig gegen 20.00 Uhr, werden die Noten feststehen und den Maturanden bekanntgegeben. Wie viele Maturanden die Examen erfolgreich bestehen, könne er nicht vorhersehen, meint Urs Saxer. Natürlich hoffe er, dass alle die Prüfungen bestehen, aber es gebe wie jedes Jahr Wackelkandidaten. Bei denen hänge es, aufgrund der schwachen Vornoten, de facto von der Tagesform am Prüfungstag ab, ob sie die Matura bestehen. Die Durchfallrate an den Maturaprüfungen der letzten zehn Jahre schwankt somit auch zwischen null und drei Prozent. Die glücklichen 97 bis 100 Prozent werden nach der Bekanntgabe der Noten erleichtert und vielleicht auch befreit auf Maturareise gehen können und am 2. Juli an der offiziellen Zeugnisübergabe im St. Johann teilnehmen.

#Allgemeines

23. Juni 2009 | Einmal im Leben das eigene Bier brauen

Coop-Zeitung, Touristische Perlen
Christian Degen

Die Anweisungen sind klar und präzise. «Das Gerstenmalz nun langsam ins Wasser geben, gut rühren.» Markus Reutimann, Gastgeber, Bierbrauer, Bauer und Lehrer in einer Person, führt seine Gäste in der Scheune auf seinem Hof in Unterstammheim nördlich von Winterthur souverän zum ersten selbst gebrauten Bier. Nun noch etwas geröstetes Malz für die Farbe zugeben, fertig – aber nur fast. Die wässrige Gerstensuppe, 9,5 Kilo gemahlenes Gerstenmalz auf 40 Liter Wasser, sieht im Moment noch nach allem Möglichen aus und riecht auch so, aber mit Bier hat sie nun echt noch nicht viel zu tun. In den nächsten eineinhalb Stunden wird die Suppe erhitzt, damit die Stärke des Getreides in Zucker umgewandelt werden kann. Und dann fehlt da noch der Hopfen, das eigentliche Gewürz eines Bieres.
Was es mit dem Hopfen auf sich hat, erklärt Reutimann den Teilnehmern seines Schaubrauseminars, einer Gruppe des Pharmakonzerns Roche aus Basel, auf einem Rundgang durch sein Hopfenfeld. Auf dem Weg dorthin kommt es noch zu einer Begegnung der etwas anderen Art. Geissbock «Heliomalt» begrüsst die Gäste. Sein krummes Horn, ein Relikt aus einem Kampf mit einem Widder, lässt ihn skurril aussehen – für die Gäste ist er jedoch gerade deshalb ein beliebtes und willkommenes Fotosujet.
Aber zurück zum wohl wichtigsten Bestandteil eines Bieres, dem Hopfen. Die Pflanzen werden bis zu 7,5 Meter hoch und wachsen pro Tag bis zu 35 Zentimeter. 6500 der Stöcke stehen im Hopfengarten in Reih und Glied – nur Weibchen, die männlichen Pflanzen müssen aussortiert werden, da sonst die Dolden befruchtet und damit weniger ertragreich würden. «Männer brauchts hier nur für die Ernte», lacht Reutimann. Mit den Blüten einer Pflanze können rund 800 bis 1000 Liter Bier gewürzt werden.
Apropos Bier: In der Scheune ist die «Suppe» inzwischen gar. Die Brühe kann nun über ein Sieb in einen frischen Kessel gegossen werden, und man staune, der Saft hält dem optischen Vergleich mit einem Bier bereits stand. Für den guten Geschmack brauchts eben Hopfen, für die Gärung Hefe, und dann vor allem Zeit – erst in rund sechs Wochen ist das Jungbier alt genug und trinkreif – und seine Entstehung aus der Ursuppe vergessen.


**Das eigene Bier – Selber brauen im Zürcher Weinland**

Beim Schaubrauen auf dem Hof «Hopfentropfen», in der kleinsten Brauerei der Schweiz, erfahren Sie einiges über die Geschichte des Biers und brauen durch aktive Mitarbeit ein Hausbier. Hopfen wird aber nicht nur für Bier eingesetzt. Auf dem Hopfenlehrpfad lernen Sie, wie die hochrankige Doldenpflanze wächst und was daraus hergestellt werden kann. Preis: 45 Franken pro Person inklusive Degustation. Weitere Infos und Anmeldung über Tel. 052 745 27 19 oder auf:
www.hopfentropfen.ch

#Allgemeines

22. Juni 2009 | «Wo nicht gebaut, wird bald nicht mehr gebraut»

Schaffhauser Nachrichten
Werner Breiter

Die Situation auf dem Schweizer Biermarkt hat sich in den letzten 20 Jahren bei stetig sinkendem Verbrauch stark verändert. «65 bis 70 Prozent des Absatzes beanspruchen die beiden ausländischen Grosskonzerne Carlsberg und Heineken für sich, um den Rest kämpfen die noch verbliebenen Schweizer Brauereien, wie die Brauerei Falken», stellte Braumeister Oskar Dommen bei der Begrüssung zum Rundgang fest.
Auf dem Rundgang konnte unschwer festgestellt werden, dass die Brauerei Falken in den letzten Jahren technisch gewaltig aufgerüstet hat. Was investiert wird, finanziert das Unternehmen aus den erwirtschafteten Erträgen nach dem Motto «Wo nicht gebaut, wird bald nicht mehr gebraut». Durch den gezielten Ausbau der Anlagen verfügt die Brauerei Falken heute über mehr Kapazität, als die effektive Produktion erfordert. «Wir teilen unsere Produktion in A- und B-Wochen auf, wobei in den ersteren produziert, in den letzteren abgefüllt wird», erklärte Oskar Dommen weiter. Durch Lohnfüllungen wird fast eine vollständige Auslastung der hochmodernen Abfüllanlage erreicht, zwei weitere Aufträge stehen in Aussicht. Den gut signalisierten Rundgang durch die Anlagen legten die Besucher im Einzelsprung zurück, ihre Fragen wurden an den wichtigsten Stationen durch fachkundiges Personal beantwortet. Anfänglich konnte ein Blick auf die zur Herstellung der verschiedenen Biere notwendigen Rohstoffe – Emmer, Caramel-Malz, Weizenmalz, Röstmalz und Weizen für das First Cool – geworfen werden, die in einem ersten Arbeitsgang im Läuterbottich aufbereitet werden. Für jede Biersorte gibt es ein im Computer abgespeichertes Programm, das vom Biersieder anschliessend abgerufen werden kann. Von Mitternacht bis sechs Uhr früh gelangen so bis zum Mittag 45 000 Liter in den Gärtank. Das Brauwasser durchläuft einen Schichtenspeicher und wird in einem weiteren Arbeitsgang entmineralisiert. Im Lagerkeller stehen bei Temperaturen um die null Grad Celsius 95 Lagertanks mit einem Fassungsvermögen von 1,8 Millionen Litern Bier, die dort während 12 bis 15 Wochen gelagert werden. 24 000 Flaschen werden in der Füll- und Verschliessanlage pro Stunde abgefüllt. Zuvor werden die Flaschen und Harasse einem aufwendigen Aufbereitungsprogramm unterzogen. Dem Tag der offenen Tür wohnten Falken-Verwaltungsratspräsident Jürg P. Spahn, Rudolf Moersen und Direktor Philipp Moersen sowie Ständerat Hannes Germann und Stadtrat Urs Hunziker bei. Letztere gesellten sich nach dem Rundgang zu den vielen Besuchern in der gedeckten Festwirtschaft, die sich Bier, Wurst und Brot bei den schmissigen Klängen von Marcel Schellenberg und seiner Band schmecken liessen.

#Notizen zu Namen

22. Juni 2009 | Rudolf Hädener ist in Basel verstorben

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(W. J.)

Rudolf Hädener ist in der vergangenen Woche in seinem 90. Altersjahr im Felix- Platter-Spital in Basel gestorben. Der über viele Jahrzehnte in Schaffhausen tätig gewesene Rechtsanwalt und Parlamentarier durfte nach einem ausserordentlich aktiven und in geistiger Hinsicht erfüllten Leben nur wenige Wochen nach seiner Einlieferung in das Universitätsspital Basel und der anschliessenden Überführung ins Felix-Platter-Spital für immer einschlafen. In den letzten Jahren lebte Rudolf Hädener in der Nähe seiner Schwester Julia in Riehen. Julia Hädener hat ihren Bruder während dieser Zeit auf eine vorbildliche und aufopfernde Weise persönlich betreut. Rudolf Hädener ist 1920 als Sohn des ehemaligen Grundbuchverwalters Julius Hädener auf die Welt gekommen. Nach Absolvierung der Kantonsschule wandte er sich dem Studium der Rechte und der Anthroposophie zu. In beiden Bereichen hat er sich während Jahrzehnten auf besondere Weise engagiert. Zudem hat Rudolf Hädener sowohl als Rechtsanwalt als auch als Kantonsrat das öffentliche Leben in diesem Kanton mitgeprägt. Sein Einsatz im Zusammenhang mit der Melioration im untern Kantonsteil, sein Engagement um die Einführung der Verwaltungsgerichtsbarkeit und sein Kampf um eine vernünftige Entflechtung von Kirche und Staat sind nur einige wenige Schwerpunkte des vielseitigen Wirkens seitens des langjährigen prominenten Exponenten der FDP.

#Notizen zu Namen

10. Juni 2009 | Sache … Sächeli

Schaffhauser Nachrichten, Region

Ungewohntes tat sich am Montag im Kantonsrat: Als das Parlament über das Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen abstimmte, stand neben einigen wenigen SP- und den drei AL-Vertretern auch SVP-Kantonsrat Andreas Gnädinger als einziger Bürgerlicher weit und breit gegen die Vereinbarung auf. Was war geschehen? In der Beratung hatte Florian Keller (AL, Schaffhausen) nachgewiesen, dass einige Bestimmungen des Konkordats bei genauer Betrachtung rechtswidrig sind. Offenbar sprach er so überzeugend, dass Gnädinger, Jurist und Rechtsanwalt, nicht mehr zustimmen mochte. «Der Jurist hat über den SVPler gesiegt», sagte er nachher.

#Notizen zu Namen

10. Juni 2009 | Die Rückkehr der «verlorenen» Scheibe

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen
Edith Fritschi

Die Damen und Herren Stadträte hatten Grund zur Freude. Denn es galt, die Rückkehr der «verlorenen Wappenscheibe» zu feiern. Dazu waren bis auf Ernst Böhni alle Steiner Stadträte, dazu Stadtpräsident Franz Hostettmann, Stadtschreiber Fritz Jost und Archivar Michel Guisolan erschienen, und der Schaffhauser Stadtrat war in corpore da. Nun werde ein Versprechen eingelöst, das bei der 1000-Jahr-Feier der Stadt Stein am Rhein gegeben worden sei, meinte Stadtpräsident Thomas Feurer. Damals hatte sein Vorgänger Marcel Wenger in einer launigen Rede angekündigt, dass die aus dem Jahr 1679 datierende Wappenscheibe der Stadt Stein am Rhein, die vermutlich ein Wilhelm Wolf angefertigt hatte, als Geschenk der Schaffhauser zum runden Jubiläum wieder den eigentlichen Besitzern zurückgegeben werde.
Seit der frohen Botschaft, die man gerne hörte, sind knapp zwei Jahre vergangen. Gestern wurde nun offiziell Wort gehalten. Wengers Nachfolger Feurer konnte das kostbare Werk dem Steiner Stadtpräsidenten im Museum überreichen. «Es ist für uns eine schöne Überraschung»d, sagte Hostettmann. «Kaum jemand hatte geglaubt, dass die Wappenscheibe jemals wieder nach Stein am Rhein zurückkehren würde.» Damit zweifelte er indes nicht das gegebene Versprechen der Schaffhauser an, sondern wies vielmehr auf die Odyssee der Wappenscheibe hin. Um die Rückgabe hatte sich bereits 1922 Professor Ferdinand Vetter, damaliger Besitzer des Klosters St. Georgen, bemüht. Doch das Gesuch wurde abschlägig und mit Verweis auf die Stadt Schaffhausen als rechtmässige Eigentümerin beschieden. Tempi passati. Die Scheibe wird nun im Zuge der Sanierung wieder im Steiner Rathaus eingegliedert werden. Vorerst aber dürfte sie, so Stadtarchivar Michel Guisolan, provisorisch im kleinen Rathaussaal aufgehängt werden. «Wir geben sie nicht gern her», scherzte Thomas Feurer, «aber wir geben sie, weil wir die Steiner mögen.» Zudem nutze man das Treffen beider Stadtratsgremien, um die Kontakte auszubauen und sich freundschaftlich über eine weitere gute Zusammenarbeit zu unterhalten.

**Einst gabs Kontroversen Wappenscheibe aus dem Kreuzsaal kehrt nach Stein am Rhein zurück**

Die Wappenscheibe, die jetzt wieder nach Stein am Rhein kommt, stammt aus einem Zyklus von Glasgemälden des Altzürcher Glasmalers Hans Wilhelm Wolf von 1679 und zierte ein Kirchenfenster in der Stadtkirche. Dort hatte der Steiner Pfarrer Melchior Kirchhofer gegen den Widerstand der Bevölkerung 1922 eine Erneuerung der Kirche durchgesetzt. Er störte sich vor allem an den Lichtverhältnissen und bezeichnete die Fenster als «alt und finster». Auf einem nicht genau bekannten Weg landeten die Scheiben dann als «Bauschutt» in Schaffhausen und tauchten erst 1856/1888 als städtischer Besitz wieder in den Akten auf. Daraus ist ersichtlich, dass sie seit 1929 im Gymnasium und später im «Allerheiligen» aufbewahrt wurden. 1922 stellte Stein das Begehren um die Herausgabe der Scheiben, und es kam zu einer Kontroverse, in der Gesuch- steller Ferdinand Vetter dem Schaffhauser Stadtrat «Ungerechtigkeit, Bösgläubigkeit und Ergatterung strittigen Besitzes» unterstellte. Der Zeitpunkt für eine Rückgabe war auch denkbar ungünstig: Man war dabei, das Kloster in ein Museum umzubauen, und plante, die Scheiben im Kreuzsaal einzusetzen, was auch geschah.

#Alt-Scaphusia

7. Juni 2009 | Todesfall

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders

Oscar Wanner olim Strick
Dr. med.
aktiv 1936-1938

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 17. Juni 2009 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

Die Abdankung findet am Montag, 15. Juni 2009 um 13.30 Uhr im Waldfriedhof statt.

#Allgemeines

6. Juni 2009 | Falkens Munot-Weizen ausgezeichnet

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Simon Jörger

Gestern wurden in Zürich von der Interessengemeinschaft der Klein- und Mittelbrauereien im Rahmen der Pro-Bier-Auszeichnung 2009 Biersorten in vier verschiedenen Kategorien prämiert. In der Sparte «obergärige Biere» heisst der Sieger Munot-Weizen von der Brauerei Falken aus Schaffhausen. «Diese Auszeichnung freut mich ausserordentlich», sagte Oskar Dommen, Braumeister der Brauerei Falken, nach der Ehrung. Er sehe dies als Bestätigung an, dass der eingeschlagene Weg der richtige sei. «Wir haben schon mehrere Preise gewonnen, aber diesen stufe ich ganz hoch ein», betonte er.

**Fruchtig und prickelnd**
Das Munot-Weizen charakterisiert Dommen als fruchtig, prickelnd und mit einem speziellen Weizenbieraroma versehen. Es weise einen leicht erhöhten Kohlensäureanteil auf. Es enthält Bierhefe und wird demnach zu den naturtrüben Bieren gezählt. Das Munot-Weizen sei, anders als die 0-8-15-Biere aus der Fernsehwerbung, ein Bier für Feinschmecker. «Im Gegensatz zu den untergärigen Bieren schwimmt bei den obergärigen die Hefe während der Gärung an der Oberfläche der Flüssigkeit», erklärte Dommen. Dies liege an der Hefesorte. Obergärige Biere schmeckten lieblicher, fruchtiger und weniger hopfenbetont, so Dommen. Mehr wollte er zur Herstellung nicht sagen. «Das Bankgeheimnis ist derzeit ja am Wackeln, aber das Braugeheimnis wird nicht so schnell preisgegeben», scherzte der Braumeister. Mitte Mai hat die Brauerei Falken mit dem Eidgenossen eine Neuheit auf den Markt gebracht. Das spezielle daran sei das Honigaroma. Es handle sich dabei um ein liebliches Bier für jeden Biergeniesser, so Dommen. Diesen Herbst soll überdies ein weiteres Produkt lanciert werden. «Das wird auch ein spannende Sache», verriet er.

**Grösste Brauerei des Bewerbs**
Die Brauerei Falken mit ihren gut 60 Mitarbeitern ist neben der Brauerei Locher aus Appenzell die grösste Brauerei, die an dem Bewerb teilgenommen hat. Neben dem Schaffhauser Betrieb wurden auch die Brauerei Felsenau aus Bern, die Brauerei Müller aus Baden und die Brauerei Baar ausgezeichnet. Zum Newcomer des Jahres wurde das Liechtensteiner Brauhaus erkoren. Insgesamt wurden von einer 8-köpfigen Jury 36 verschiedene Biere getestet. Ziel der Interessengemeinschaft sei es, die Biervielfalt der Schweiz zu fördern, sagte der Präsident der Interessengemeinschaft, Alois Gmür. Die kleinen und mittelgrossen Brauereien decken einen Marktanteil von 8 Prozent, aber 90 Prozent der Sortenvielfalt ab. Eine Krise sei bei den kleinen und mittelgrossen Brauereien nicht zu verzeichnen, so Gmür. Es sei im Gegenteil ein Aufwind zu spüren. In diesem Sinne stiessen die anwesenden Mitglieder miteinander auf eine florierende Zukunft mit einer vielfältigen Schweizer Bierkultur an: «Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!»

#Allgemeines

5. Juni 2009 | Erstklassige Heldenmission

Schaffhauser Nachrichten, Region
Conradin Leeser

Es war zweifelsfrei die Nachricht der Woche: Die Kantonsschule plant die energetische Unabhängigkeit, initiiert von Rektor Urs Saxer und wohlwollend unterstützt vom Schaffhauser Kantonsrat. Autarkie im kleinen Paradies, die Befreiung einer Eliteschule aus den Klauen ausländischer Energiemultis. So weit, so unumstritten. Kontroverser: Die jüngsten Autarkiebestrebungen sind begründet auf der postwendenden Inbetriebnahme eines Atomreaktors russischen Fabrikats, Typ RBMK. Dessen Detonation am gestrigen Donnerstag – de facto nach nur zweitägigem Betrieb – der lautstarke Auftakt zum traditionellen Maturastreich der Abschlussklassen von Maturitäts- und Fachmittelschule.

**Aktuelles Thema als Grundlage**
«Wir wollten explizit ein sinnvolles Thema aufgreifen – die Atomthematik hat sich da angeboten, ist sie doch aktuell, und junge Leute machen sich Gedanken darüber», so Sandra Bruderer vom Organisationskomitee, bezugnehmend auf die Beweggründe zur Thematisierung des nuklearen Super-gaus. Dem gestrigen, finalen Reaktorunglück gingen indes bereits Tage zuvor mannigfaltige Aktivitäten der Abschlussschüler voraus: «Am Dienstag wurde der Reaktor per Lastwagen angeliefert und die Schüler durch den Rektor informiert, am Mittwoch dann gab es Protestaktionen gegen den Atomreaktor, konkret mehrere Reden, Plakate und einen Sitzstreik», so Bruderer resümierend.

**Keine Flucht vor Dekontamination**
Vermummt in weissen Ganzkörperanzügen, das Gesicht durch Masken verdeckt, in den Händen und auf dem Rücken Sprühgeräte zur Dekontamination: Die Evakuation ihrer Schulkollegen aus den radioaktiv verseuchten Kantonsschulgebäuden hatten sich die Viertklässler gleich selbst zugeschrieben – nicht nur zur Freude der Betroffenen. Entschädigt für gewässerte Haare und feuchte Kleider wurden die Geretteten letztlich allerdings durch ein äusserst gelungenes Programm im Anschluss: Nebst der Präsentation selbstgetexteter Raps (Rap für die Nachwelt), abstrakter Theatereinlagen der Lehrer und kreativer Arbeiten seitens der jüngeren Jahrgänge dominierte vor allem ein Thema: die Wahl des goldigen Erstklässlers, betitelt als verseuchter Erstklässler. Nomen est omen: Erst gewählt, wurde der frisch Gekürte auch noch gleich auf Heldenmission geschickt – nichts weniger als die Klärung des Reaktorproblems wurde ihm aufgetragen.

**Mit dem Segen des Rektors**
Dass der diesjährige Maturastreich in traditionellem Rahmen verlief, ist dabei keineswegs selbstverständlich: Vor zwei Jahren erhitzte die Abschaffung der Verkleidungswoche durch Rektor Urs Saxer die Gemüter der Schüler, der letzte Schultag stand im Zeichen des Konflikts zwischen Schulleitung und Schülerschaft. Bleibt die Frage: Verlief der Maturastreich heuer ganz nach dem Gusto Saxers? «Für mich war dies ein erfreulicher letzter Schultag. Ich hatte Freude, dass der diesjährige Maturajahrgang ein Thema wählte, das auch Tiefgang ermöglichte und das sich als roter Faden durch die Veranstaltung zog», so der Rektor zusammenfassend.

#Allgemeines

5. Juni 2009 | Verwirrender Damentausch auf dem Munot

Schaffhauser Nachrichten, Region
Linda Hatt

Passend zum sommerlichen Wetter, fand am Dienstagabend der traditionelle Quadrille-Kurs auf dem Munot statt. Alle interessierten Schaffhauser waren herzlich willkommen, sich auf der Zinne in die Freuden und Tücken des Quadrille-Tanzes einführen zu lassen. Seit 1941 wird jedes Jahr ein Kurs angeboten, damit Mitglieder des Munotvereins und Interessierte den ursprünglich höfischen Tanz erlernen können. Am Munotball wird zu Musik von Strauss dann Quadrille getanzt. «Einen Korb geben darf man auf dem Munot nicht, man hatte früher entweder Glück oder Pech», erzählte Annekäthi Bührer, Leiterin des Kurses, von der einst vorherrschenden Herrenwahl. Am Dienstagabend ging es längst nicht mehr so streng her und zu: Alle kamen bereits als Paar. Das Alter der Interessierten war sehr durchmischt, von Kantonsschülern bis zu Senioren waren alle Altersgruppen vertreten. Es war auch nicht so, dass nur blutige Anfänger den Kurs besuchten, denn nur gerade die Hälfte der geschätzten 150 Personen, war zum erstenmal dabei. Dennoch bereitete die Quadrille fast allen Anwesenden in der ersten Stunde etwas Probleme. «Die ganze Sache ist sehr freundlich, es gib sehr viele Knicks», verkündete Bührer zu Beginn. So wurden als erstes genau diese Knicks geübt. Kurzzeitige Verwirrung schaffte der Tausch des «eigenen Mannes» mit einem «fremden» und einem «noch fremderen», wie Bührer den Damentausch erklärte. Bald hatte jeder wieder seine Dame, und nach einigen Wiederholungen sass diese Partie der Quadrille. Nach und nach wich auch die konzentrierte Anstrengung aus den Gesichtern, und man sah dem Partner in die Augen und beobachtete nicht mehr die eigenen Füsse. Die Teilnehmer schienen alle sichtlich Freude an dem Tanz zu entwickeln.

#Allgemeines

30. Mai 2009 | «Toll gemacht, ich bin beeindruckt!»

Schaffhauser Nachrichten, Region
Claudia Härdi

Die Maturaarbeit ist eine Arbeit, bei der sich die Kantischülerinnen und -schüler mit einer frei gewählten Thematik intensiv auseinandersetzen können. 151 Maturaarbeiten wurden dieses Jahr geschrieben. Von all diesen Arbeiten wurden siebzehn von den Betreuungspersonen in Absprache mit einer Fachkraft zur Prämierung angemeldet. Eine achtköpfige Jury hatte die schwierige Aufgabe, in den vier Kategorien Sprachen, Naturwissenschaften und Mathematik, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Kunst und Sport je maximal zwei besonders beeindruckende Arbeiten für die Prämierung auszusuchen. Nur acht haben schliesslich einen Preis erhalten, auch wenn alle siebzehn zu den besten gehören.
«Wie soll man von siebzehn allesamt sehr guten Arbeiten die besten aussuchen, und wie sollen diese prämierten Arbeiten bezeichnet werden?», fragte sich Prorektor Thomas Stamm in seiner Begrüssungsrede. Hans Dieter Hüsch habe empfohlen, man solle vielsagend «Unwahrscheinlich!» rufen. Doch sei dieser Ausdruck im übertragenen Sinne genauso viel- wie nichtssagend und im eigentlichen Sinne des Wortes auch nicht zutreffend. «Erstaunlich» sei zutreffender. «Am besten gefällt mir exzellent, auch wenn es ein Fremdwort ist, das vage an ein Computerprogramm erinnert», so Stamm.
Nach dem musikalischen Auftakt von Jakob Ackermann und Omar Stefaner, die mit ihren hervorragenden Darbietungen am Flügel das Publikum auf die Preisverleihung einstimmen, wurden dann auch bald die acht Katzen aus dem Sack gelassen.
Die Laudatio für den Preis der unabhängigen Schaffhauser Buchhandlung Fass verlas Georg Freivogel. Walter Jakob, Vizepräsident der Naturforschenden Gesellschaft, verkündete mit viel Witz die Prämierungen für den Preis der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen. Peter Scheck, Stadtarchivar, kürte die geistes- und sozialwissenschaftlichen Arbeiten und übergab den Preis des Historischen Vereins Schaffhausen, und Andreas Liberato von der Schaffhauser Kantonalbank verlas die prämierten Arbeiten im Bereich von Kunst und Sport, die den Preis der Schaffhauser Banken erhielten. Nach der offiziellen Feier wurden alle zu einem kalten Buffet eingeladen. Auch wenn an diesem Abend nicht alle einen Preis mit nach Hause nehmen konnten, so wurden dennoch alle Arbeiten mit einer Urkunde als Anerkennung für die beindruckende Leistung ausgezeichnet. Oder wie Stamm zum Schluss sagte: «Toll gemacht, ich bin beeindruckt!»


**Exzellent Eine Übersicht der Maturaarbeiten, die mit Preisen ausgezeichnet wurden.**

Den Preis der unabhängigen Schaffhauser Buchhandlung Fass für Maturaarbeiten im Fachbereich der Sprachen erhielten: «Français – English – Deutsch: Le multilinguisme dans les entreprises en Suisse Romande» von Vanessa Glauser, betreut von Stefan Genner, und «Damals – Ein Stück über das Leben und die Verluste einer deutschen Jugendlichen zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges» von Simone Messerli und Marie-Claire Schug, betreut von Walter Millns.
Den Preis des Historischen Vereins Schaffhausen für Maturaarbeiten im Fachbereich der Geistes- und Sozialwissenschaften erhielten: «Transkription und Interpretation der Renovation des Urbar von 1303, geschehen 1510 (Neunkirch Urbar)» von Lukas Freitag, betreut von Eric De Pizzol, und «Hat die Pressefreiheit Russlands eine Zukunft?» von Edi Bollinger, betreut von Hans-Rudolf Dütsch.
Den Preis der Schaffhauser Banken für Maturaarbeiten im Fachbereich der Kunst und des Sports erhielten: «Recyclophone» von Jeremias Happle, betreut von Anna Ninck, und «Illustrationen zum Roman ‹Die Bruderschaft vom Heiligen Gral› von Rainer M. Schröder» von Patrick Oberholzer, betreut von Silvio Vanzella.
Den Preis der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen für Maturaarbeiten im Fachbereich der Naturwissenschaften und der Mathematik erhielten: «Iterationen von Möbiustransformationen» von Yannick Meier, betreut von Ueli Manz, und «Rheinuferwandel im Staubereich des Kraftwerks Schaffhausen» von Silvan Burger, betreut von Anna Jablonkay.

#Notizen zu Namen

17. Mai 2009 | Die deutsche «Linke» als Vorbild

Schaffhauser Nachrichten, Inland
Michael Brunner

Eine Partei, die den Sozialdemokraten das Wasser links abgräbt: Es ist in etwa das letzte, was die kriselnde SP gebrauchen kann. Doch genau dies strebt Florian Keller, Kantonsrat der Schaffhauser Alternativen Liste, an. Daher treffen sich heute rund 15 Personen aus dem bunten, aber ziemlich zersplitterten linken politischen Lager in Bern. Dabei sind auch einzelne Dissidente aus der SP, möglicherweise sogar national bekannte Persönlichkeiten, allerdings keine aktiven eidgenössischen Parlamentarier, relativiert Keller.
Die Zusammenkunft sei zwar erst ein Arbeitstreffen. Aber Keller hofft, dass schon Anfang kommenden Jahres eine starke Linkspartei nach dem Vorbild der Deutschen «Die Linke» gegründet werden kann. «Das ist nötig, weil die SP die Grundrechte zu wenig konsequent vertritt, den Gewerkschaften gegenüber zu kritisch ist und auf zu rechtes Personal wie Chantal Galladé oder Simonetta Sommaruga setzt.» Keller glaubt zudem, dass bald der Wahlmodus bei den Nationalratswahlen so geändert werden muss, dass kleinere Parteien bessere Chancen haben. «Dafür müssen wir uns vorbereiten, indem wir eine nationale Linkspartei gründen.» Heute hat das Linksaussenlager nur einen Sitz in Bern.

**Frühere Versuche gescheitert**
Ob die Gründung einer starken Linkspartei wirklich gelingt, ist noch ungewiss. Bereits früher, zuletzt vor den nationalen Wahlen 2007, sind solche Versuche jeweils früh steckengeblieben. Haupthindernis ist die Partei der Arbeit (PdA), die heute in Bern nicht vertreten ist. Damit fehlt die traditionsreichste Linkspartei. Laut Keller ist dies aber auch besser so. «Die Partei hat einen Ruf als sektenhaft, und dies nicht zu Unrecht.» Zu dogmatisch halte sie an überkommenen kommunistischen Ideen fest und sei nicht an einer wirklichen Zusammenarbeit mit anderen linken Gruppierungen interessiert. Wegen diesen Abgrenzungstendenzen hat sich Josef Zisyadis, der einzige PdA-Nationalrat, seit einiger Zeit aus der nationalen Partei zurückgezogen. Und Zisyadis’ Waadtländer Sektion steht laut Keller kurz vor dem Austritt aus der nationalen Partei. Zisyadis wird daher heute beim Treffen ebenfalls dabei sein.

**Walter Angst ist skeptisch**
Obwohl das linke Lager also zerstritten ist, wird auch Walter Angst, für die Zürcher PdA im Stadtparlament, heute in Bern mitreden. Anders als seine Partei findet er eine enge Zusammenarbeit mit anderen linken Gruppierungen sinnvoll. Er liess sich auch auf einer gemeinsamen Liste mit der Alternativen Liste ins Zürcher Stadtparlament wählen. Trotzdem geht er mit der PdA nicht so hart ins Gericht wie Keller. «Es geht da halt um das Bewahren von Traditionen.» Angst würde es freuen, wenn es gelingt, eine neue starke Linkspartei zu gründen, er ist aber skeptisch: «Das wird wohl nicht so heiss gegessen, wie es gekocht wird.»