#Allgemeines

24. Mai 2016 | Unternehmergeist als ein Weg aus der Krise

Schaffhauser Nachrichten
Rolf Fehlmann

Ein Jubiläum der besonderen Art feierte gestern Abend im Haberhauskeller die Handelsschulverbindung Commercia Schaffhausen, und mit ihr rund 180 junge, aber auch ältere Interessierte: Die zehnte Ausgabe der Commercia-Wirtschaftsdebatte kreiste um die Frage, ob wir angesichts der zahlreichen Krisen der letzten zehn Jahre Angst vor der Zukunft haben und letztlich um unseren Wohlstand bangen müssten.
Unter der Leitung von Moderator Martin Schläpfer (Leiter Direktion Wirtschaftspolitik des Migros-Genossenschafts-Bundes) debattierten diese Frage fünf Exponenten aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik: Giorgio Behr (Schaffhauser Unternehmer), Konrad Hummler (Publizist und ehemaliger Bankier), Oswald Grübel (ehemaliger CEO der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS), Serge Gaillard (Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung) sowie Rudolf Strahm (ehemaliger Preisüberwacher). Dass nicht nur Herren gesetzteren Alters die Debatte verfolgten, sondern auch Schülerinnen und Schüler des KV und der Kantonsschule, ist laut Marcel Schönenberger, Präsident des Commercia-Altherrenverbandes, «eine Besonderheit, auf die wir als Organisatoren immer grossen Wert legen».
Zu Beginn kreiste die Diskussion um die Frage, ob nach der Finanz- und Bankenkrise die Banken wieder fit seien, um ihre Funktion im Dienste der Weltwirtschaft wahrzunehmen. Die Banken hätten zugunsten der Sicherheit ein Korsett angelegt bekommen, diagnostizierte Grübel; darum werde die Wirtschaft lange Zeit nicht wachsen. Die Banken seien durch die Regulierung zwar stabiler geworden, aber nicht besser, ergänzte Hummler; und Behr fragte: «Wie kann jemand fit sein, wenn er sich nicht bewegen kann?» Die Schweiz laufe derweil Gefahr, die Zukunft des Werkplatzes zu verpassen. Und Gaillard meinte, die Finanzbranche habe durch ihr riskantes Verhalten die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds gebracht. Da sei es nachvollziehbar, dass das Pendel jetzt auf die andere Seite ausschlage. Strahm sagte, es dauere mindestens zehn Jahre, um den Schaden aus der Finanz- und Bankenkrise zu heilen. Schmerzhaft für die Schweiz sei die Erkenntnis gewesen, dass sie kein Sonderfall mehr sei, sondern globale Spielregeln übernehmen müsse. Dennoch war die Debatte über weite Strecken von trotzigem Optimismus geprägt: Obwohl der Franken gegenüber dem Euro um 20 Prozent aufgewertet worden sei, brächen die Schweizer Industrieexporte nicht ein, sondern stagnierten bloss, bemerkte Gaillard. Und auf den kritischen Einwand aus dem Publikum, die Schweizer seien doch eigentlich für ihren Wohlstand selber verantwortlich, sagte Grübel: «Der Rest der Welt tut etwas gegen Ihren Wohlstand – aber Sie selbst müssen sich fragen, wie Sie diesen Wohlstand halten können.» Letztlich müsse man selber für Veränderungen arbeiten, forderte Hummler; Behr wiederum bezeichnete die Tendenz vieler Spezialisten zum freischaffenden Arbeiten als Chance, sein Schicksal seiber in die Hand zu nehmen: «Das ist ein ganz konkreter Ansatz.»


**Commercia Schaffhausen: Die Verbindung der Kaufleute pflegt eine bald 100jährige Tradition**

«Commercio et amicitiae» («dem Handel und der Freundschaft») – so lautet die Devise der 1918 gegründeten Verbindung für angehende Kaufleute. Die Verbindung zählt heute 105 Mitglieder im Altherrenverband und vereinigt Absolventen der Handelsschule des Kaufmännischen Vereins sowie anderer kaufmännischer Lehranstalten. Stammlokal der Commercianer ist das Restaurant Adler in Schaffhausen.
Die Commercia Schaffhausen bezweckt die fachliche und allgemeine Aus- und Weiterbildung, die Schulung rhetorischer Fertigkeit und guter Umgangsformen sowie die Förderung einer besonderen Freundschaft unter den Mitgliedern. Weiter wird die Vermittlung kameradschaftlicher Kontakte zu Angehörigen anderer Verbindungen, insbesondere im Schosse des Bremgartenkartells, gefördert.(ple)



Die Debatte kam in Fahrt, als sich Ex-Preisüberwacher Rudolf Strahm (r.) mit dem Schaffhauser Unternehmer Giorgio Behr (3. v. l.) fetzte. Der Publizist und Ex-Bankier Konrad Hummler (l.), Oswald Grübel (2. v. l.), Ex-CEO von CS und UBS, sowie Serge Gaillard (2. v. r.), Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, folgten dem Schlagabtausch gespannt. Moderator Martin Schläpfer (3. v. r.), Leiter Direktion Wirtschaftspolitik des Migros-Genossenschafts-Bundes, liess Strahm und Behr ausreden.
Bild Bruno Bührer

#Allgemeines

21. Mai 2016 | Wein und Wohnen in der «Tanne»

Schaffhauser Nachrichten
Pascal Schmidlin

Auf der alten Registrierkasse in der Weinstube des Hotels Tanne im Herzen der Stadt Schaffhausen liegt eine feine Staubschicht. Das Tageslicht schielt durch die alten Fenster und wirft fahles Licht auf die hölzernen Tische und Stühle. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt. «Es sieht noch aus wie zu Fräulein Zimmermanns Zeiten», sagt Baureferent Raphaël Rohner, am Stammtisch in der Ecke sitzend. Und wirklich, man hat das Gefühl, jeden Moment werde die ehemalige Wirtin und Besitzerin des Hotels mit einem Glas Wein in der Hand die steile Treppe vom Weinkeller heraufsteigen und es zusammen mit einer ihrer berühmten kalten Platten auftischen. Doch seit Jahren beherrscht Stille die Räumlichkeiten. Das soll sich aber bald ändern. «Die ‹Tanne› ist ein wichtiges Projekt für uns, und wir wollen sie wieder zum Leben erwecken», sagt Finanzreferent Daniel Preisig. Noch zu Lebzeiten vermachte Fräulein Zimmermann die Liegenschaft der Stadt Schaffhausen – unter einer Bedingung: «Die Weinstube muss integral erhalten bleiben», erläutert Preisig die damals getroffene Abmachung.

**Wiedereröffnung im Herbst 2018**
Passiert ist jedoch seit März 2011 wenig. Damals schenkte Margrit Zimmermann im stolzen Alter von 93 Jahren zum letzten Mal ein Glas Wein aus, bevor sie sich zur Ruhe setzte und schliesslich im Frühjahr 2014 verstarb. Derzeit arbeitet der Stadtrat eine Vorlage für die Sanierung aus, die noch diesen Sommer dem Grossen Stadtrat vorgelegt werden soll. Geplantes Investitionsvolumen: drei Millionen Franken. «Im Herbst 2018 soll der Wein wieder fliessen», sagt Preisig. In den unteren Geschossen sei eine sanfte Sanierung geplant, erklärt Urs Wildberger, Projektleiter im städtischen Hochbauamt. Das heisst, die Weinstube wird auch nach der Sanierung noch von jedem ehemaligen Gast sogleich wiedererkannt werden. «Es soll das Bijou bleiben, das es bereits jetzt ist», so Rohner.

**Hotelschild wird restauriert**
Auch das Inventar bleibe erhalten, sagt Roger Düring, Abteilungsleiter Immobilien bei der Stadt. Zusammen mit der Denkmalpflege habe man ein ausführliches Inventar erstellen lassen. Deshalb zieren kleine Aufkleber mit Nummern einen Grossteil der Gegenstände im Gebäude. «So kommt anschliessend alles wieder an seinen angestammten Platz», sagt Düring. Das betrifft übrigens auch das alte «Hotel Tanne»-Schild über dem Eingang. «Das müssen wir retten, sonst geht es kaputt», so Düring. Deshalb werde es demnächst abmontiert und einem Kunstschlosser zur Restaurierung übergeben. Nach der Sanierung wird es wieder aufgehängt. «Man muss keine Angst haben, dass künftig ein Leuchtschild am Hotel prangen wird», sagt Wildberger lachend.
In den oberen Geschossen der «Tanne» sei eine grössere Umnutzung geplant, erklärt Preisig. «Vorstellbar ist eine hotelnahe Nutzung der Räumlichkeiten», sagt er. Schliesslich sei die «Tanne» ein Hotel gewesen, und man wolle möglichst nahe an der ursprünglichen Nutzung bleiben. Deshalb prüfe man im zweiten Stock und im Mansardengeschoss sogenannte «Service-Appartements», also Zimmer, die etwa von Geschäftsleuten für mehrere Wochen gemietet werden können. Der erste Stock der Liegenschaft wird als Pufferzone dienen. Dort könnten etwa eine Lounge oder auch Büroräumlichkeiten entstehen, sagt Rohner. «Die Ansprüche an die Akustik sind heute höher, weshalb im ersten Stock keine Zimmer möglich sind», sagt er. Denn die Wände und die Decken sind dünn. Der Boden knarrt bei jedem Schritt, und durch die Wände hört man jedes Wort, das im Nebenraum gesprochen wird. Nach der Sanierung werde das im zweiten Stock und im Mansardengeschoss aber nicht mehr der Fall sein, da der Umbau so gestaltet werde, dass die Zimmer den heutigen Ansprüchen genügen, sagt Wildberger.
Auch im lauschigen Hinterhof wird es Änderungen geben. So wird die unansehnliche Doppelgarage abgerissen, um den Hof zu vergrössern. «An warmen Sommertagen kann man dann draussen im Schatten sein Glas Wein geniessen», so Rohner. Zudem wird auch die alte Remise im Hof umgebaut. Geplant sind dort im Erdgeschoss die sanitären Anlagen der Weinstube und ein Lager. Im Dachgeschoss der Remise sind zwei moderne Studios denkbar.

**Pächter wird Weinstube führen**
Bereits jetzt ist klar, dass die Stadt die Weinstube nicht selbst betreiben wird. «Wir werden sie verpachten», sagt Preisig. Erste Interessenten hätten schon bei der Stadt angeklopft. Das Konzept der Beiz soll im Vergleich zu früher nicht gross geändert werden. «Es soll eine Weinstube bleiben und sicher keine Pizzeria werden», sagt Wildberger. Noch seien aber nicht alle Details ausgearbeitet, so Preisig. Eines wird sich aber sicher ändern: «Die ‹Tanne› wird in Zukunft wie heute üblich ein Nichtraucherlokal sein», betont Rohner. Gequalmt werden müsse dann draussen.


**Peter Hartmeier «Eine der schönsten Beizen der ganzen Schweiz»**

Einer, der die «Tanne» bestens kennt, ist Peter Hartmeier. Der ehemalige Chefredaktor des «Tages-Anzeigers» war dort bis zum Schluss Stamm- gast. In den letzten Jahren als Wirtin öffnete Fräulein Zimmermann die «Tanne» nur noch am Samstagmorgen – wo drei Stammtische erhalten blieben, wie Hartmeier erzählt. Am «Runden» sass eine Gruppe älterer Frauen. Am langen Tisch in der Mitte «honorige Männer». «Dieser Tisch war auch als 14/18-Tisch bekannt», sagt Hartmeier. Dies, weil jemand einmal spasseshalber behauptete, die Männer dort hätten im Ersten Weltkrieg die Grenze bewacht. Am letzten Tisch, in der hinteren Ecke, trafen sich die «Jungen». «Dazu gehörten neben mir etwa der Kunstmaler Erwin Gloor, die Journalistin Bea Hauser, die Lehrerin Ev Haeny oder auch der ehemalige Ständerat Kurt Schüle», erzählt er. Bei einem Halben Rot- oder Weisswein sei dann im verqualmten Lokal über Welt-, Kultur- und Lokalpolitik diskutiert worden. «Zuweilen auch laut und hitzig.» Fräulein Zimmermann stand meistens hinter dem Tresen und beobachtete das Geschehen aus der Distanz. «Sie hat sich nie in die Diskussionen eingemischt», so Hartmeier. Seltene Male habe sie eine trockene oder spitze Bemerkung von sich gegeben – mehr aber nicht.
Dass die Weinstube im Sinne von Fräulein Zimmermann erhalten bleibt, freut ihn. «Die ‹Tanne› ist schliesslich eine der schönsten Beizen der ganzen Schweiz», sagt Hartmeier. Für die Zukunft wünscht er sich, dass Menschen unterschiedlicher politischer Couleur an den Tischen zusammensitzen und debattieren werden – wie das früher der Fall gewesen sei. Er selber werde sicher wieder regelmässig ins Lokal gehen. Und dort mit Freunden aus dem In- und Ausland bei einem Glas Wein zusammensitzen.
(psc)


**Hotel Tanne: So soll es nun weitergehen**

Vorlage
Im Sommer soll die Vorlage dem Parlament präsentiert werden – und dann 2017 mit der Sanierung begonnen werden.

Kosten
Das Investitionsvolumen beträgt drei Millionen Franken. Über eine Million davon sind gebundene Ausgaben, deshalb kann der Grosse Stadtrat abschliessend über die Vorlage entscheiden.

Eröffnung
Im Herbst 2018 soll die Weinstube voraussichtlich wiedereröffnet werden. (psc)



Das Gästebuchund die braune Kasse auf dem Tresen des Hotels Tanne haben bereits etwas Staub angesetzt. Seit Jahren liegt die historische Liegenschaft in der Schaffhauser Altstadt brach – was sich aber bald ändern soll. Bei einem Rundgang durch das Gebäude haben Roger Düring, Abteilungsleiter Immobilien bei der Stadt, Urs Wildberger, städtischer Projektleiter Hochbau, Finanzreferent Daniel Preisig (v. l.) und Bau­referent Raphaël Rohner (nicht im Bild) erklärt, wie die «Tanne» künftig genutzt werden soll. Ziel ist, im Herbst 2018 die Weinstube wieder zu eröffnen. Bis dahin sind umfassende Sanierungsarbeiten nötig, die insgesamt rund drei Millionen Franken kosten werden.
Bilder Selwyn Hoffmann



Urs Wildberger, Roger Düring und Daniel Preisig (v. l.) in Fräulein Zimmermanns ehemaligem Schlafgemach. Dieses werde dem künftigen Pächter der «Tanne» überlassen, der es dann etwa als Büro nutzen könne, erklärt Düring.



Schmucke Details wie etwa das Wandbild im ersten Stock bleiben erhalten.



Urs Wildberger, Roger Düring, Daniel Preisig und Raphaël Rohner (v. l.) informieren am Stammtisch in der alten Weinstube über den geplanten Umbau der «Tanne».

#Notizen zu Namen

21. Mai 2016 | Eimer verzichtet – freie Bahn für Ueli Böhni

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritsci

Jetzt muss nicht mehr gemutmasst werden über die Pläne der amtierenden Steiner Stadtpräsidentin Claudia Eimer. In einen umfassenden Communiqué teilte sie mit, dass sie für die nächste Legislaturperiode nicht mehr kandidieren wird (vgl. SN von gestern). Sie sei stolz, dass sich in ihrer Amtszeit Stein als Kulturstadt etablieren konnte, schreibt sie und zieht Bilanz über das Erreichte in den letzten vier Jahren: «Zu erwähnen sind da insbesondere die Erarbeitung der Schulzusammenarbeit oberer Kantonsteil, an deren Entstehen ich massgeblich als Schulreferentin beteiligt war, die Sanierung und Erweiterung des Alters- und Pflegeheims, ein Auftrag aus der Volksabstimmung vom Frühjahr 2014, der jetzt in Angriff genommen wurde, das Projekt, die SBB-Bahnhofsunterführung und den Busbahnhof hindernisfrei auszubauen, eine Umsetzung der SP-Volksinitiative ‹Auch vor der Brugg›», schreibt sie. Und: «Die Überarbeitung des Altersleitbildes und des Verkehrskonzeptes, die Förderung des Tourismus mit der Weiterführung des Runden Tisches mit Gewerbe, Gastro und Detailhandel; das sind nur einige der laufenden Projekte, mit denen wir zielstrebig unterwegs sind.»

**Verständnis für den Entscheid**
Die SP Stein am Rhein, die die parteilose Stadtpräsidentin stets unterstützt hat, bedauert es sehr, dass Eimer nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidiert. «Wir respektieren jedoch ihren Verzicht auf eine neue Kandidatur in jeder Hinsicht und möchten ihr bereits heute für ihren von Offenheit, Verantwortungsgefühl, Freude und kompetenter Hingabe geprägten Einsatz für unser schönes Städtchen unseren herzlichen Dank aussprechen», heisst es in einer Mitteilung. Sie habe in ihrer Amtszeit mehrere Projekte erfolgreich aufgegleist beziehungsweise die Umsetzung vorangetrieben, etwa die Sanierung des Alters- und Pflegeheims, die Bahnhofsunterführung, die Schulzusammenarbeit im oberen Kantonsteil, das «Xundheitszentrum» und das Kulturzentrum etc. Doch man könne gut verstehen, dass sie nicht mehr antrete, weil das zwischenmenschlich belastende Klima im Stadtrat, das 2015 zum Rücktritt von zwei Stadtratsmitgliedern und zum Rücktritt des Stadtschreibers geführt habe, die Situation nach wie vor überschatte.

**Spannungen und Konflikte**
Ähnlich äussert sich auch Eimer selbst und verweist darauf, dass ihr mehrere Mitglieder im Stadtrat «Steine in den Weg legten und noch legen. Wo gearbeitet wird, passieren Fehler, entstehen Spannungen und Konflikte, und es ergeben sich auch Unstimmigkeiten, welche viel Energie und Zeit kosten», betont sie. Doch sie werde sich beim Rest ihrer Amtszeit weiter vom positiv Erreichten leiten lassen. «Wir danken der Stadtpräsidentin für ihren Einsatz bisher», sagt Werner Schmid, Präsident der Steiner FDP. Doch es sei klar, dass man die Kandidatur von Ueli Böhni (GLP) unterstütze. «Er ist der geeignete Kandidat, um Stein am Rhein positiv in Zukunft zu führen.» Man habe also schon vorher entschieden, wem man die Stange halte, sagt Schmid. Das betont auch Christian Flück, Co-Präsident der Pro Stein. Einerseits würde er eine Auswahl im Wahlkampf nicht so schlecht finden, andererseits habe man sich im bürgerlich überparteilichen Komitee ganz eindeutig für Ueli Böhni entschieden und damit ein klares Zeichen für eine bürgerliche Stadtspitze gesetzt. «Und das ist gut so.» Dieser Meinung ist auch Franz Marty, Präsident der CVP. «Wir haben im März nach sehr kurzer Diskussion einhellig für Böhni votiert», sagt er. Er sei der richtige Kandidat.

**Für eine bürgerliche Führung**
Alle bürgerlichen Parteien in Stein am Rhein haben sich damit für die Kandidatur Böhnis ausgesprochen, auch die SVP. «Ich finde es vernünftig, dass Claudia Eimer nicht mehr antritt», sagt SVP-Präsident Gian Luca Marchetto. Denn sie hätte ohnehin nur die Unterstützung der SP gehabt, da alle anderen Gruppierungen und Parteien im Komitee für Ueli Böhni vertreten sind. Klar sei aber auch, dass die SP weiterhin im Stadtrat vertreten sein müsse, bemerkt Marchetto und sagt, dass er persönlich den Eindruck habe, Eimer sei in der letzten Zeit etwas amtsmüde. Sie habe sich auch im letzten Einwohnerrat gar nicht geäussert. «De Pfuus isch e chli dusse.» Ueli Böhni ist derzeit der einzige Kandidat für das Stadtpräsidium – wenn nicht noch der Mann auftaucht, von dem man munkelt, er wolle: Sönke Bandixen, Steiner mit Wohnsitz in Wetzikon. Bandixen hat eine Kandidatur auf Anfrage nicht dementiert. Er sei noch am Abklären und werde sich bis Ende Mai entscheiden, ob er antreten wolle oder nicht.

#Allgemeines

19. Mai 2016 | «Mir ist wichtig, dass sich die Leute hier zu Hause fühlen»

Schaffhauser Nachrichten
Maria Gerhard

**Kopf der Woche: Roland Bosshard von der «Hopfenstube» in Schaffhausen rüstet sich für die Sommersaison**

Es macht einen guten Eindruck, wenn der Wirt seine Gäste so gut kennt, dass er sie mit dem Vornamen begrüssen kann. «Hallo, Sylvia», Roland Bosshard schüttelt einer älteren Dame die Hand. Sie lacht und lässt sich in einem der Korbstühle vor der «Hopfenstube» auf dem Herrenacker in Schaffhausen nieder. Ein Rosensträusschen steht auf dem Tisch. Den Kaffee kann man jetzt wieder draussen geniessen. Bosshard ist in seinem Element.
Ein kurzes Gespräch hier, ein paar Worte da. Der 27-Jährige nimmt sich Zeit. Ein echter Wirt eben, der anscheinend immer gute Laune hat. Für Bosshard ein Teil seines Konzepts.
«Mir ist wichtig, dass sich die Leute hier zu Hause fühlen, dass sich keiner komisch vorkommt», sagt er. Vor allem für die Stammgäste sei immer ein Platz frei. «Wo sonst sitzen noch vier Generationen an einem Tisch und philosophieren?» So, wie es in einer Beiz eben sein soll! Und wenn sich einer der Gäste Fischstäbchen wünsche, dann gebe es eben am nächsten Tag Fischstäbchen mit Rahmspinat. Bosshard: «Wir kochen wie bei Mama zu Hause.»
Wenn er in Fahrt kommt, redet Bosshard gern. Er hat aber auch seine ruhigen Momente: In einer Pause setzt er sich selbst in einen der Korbstühle, lehnt sich zurück, zündet eine Marlboro an. In seiner Beiz darf man auch drinnen rauchen. Die Hemdsärmel sind nach oben geschlagen, am linken Oberarm zeigt sich eine Tätowierung. Wenn Bosshard lacht – das tut er oft –, werden markante Schneidezähne sichtbar. Er hat dann was von einem Lausbuben.

**Dem Lehrmeister getrotzt**
Tatsächlich hatte er als Kind schon einen recht starken Willen. «Wenn ich mit meinen Eltern an einem schönen Ort Urlaub machte, wollte ich immer nur in die Küche des Hotels schauen», erzählt er. Eine Kochlehre nach der Schule lag da nahe. «Ich hab allerdings abgebrochen, weil ich einen bösen Lehrmeister hatte. Der hat mir die Arbeit verdorben», sagt Bosshard. Also absolvierte er die Handelsschule, um dann doch wieder in der Gastronomie zu landen. Mit gerade 21 Jahren betrieb er in Zürich mit vier Freunden einen Nachtclub. Bosshard zückt sein Handy, zeigt ein Foto. An einem Tisch sitzt unter anderem US-Schauspieler Samuel Jackson. «Wir haben es als Einzige in der Schweiz geschafft, zehn Hollywoodstars auf einmal zu bewirten.» Nach drei Jahren suchte Bosshard jedoch eine neue Herausforderung in Schaffhausen.
Seine Eltern leben hier. «Statt Stars und Sternchen bediene ich jetzt meine Oma», sagt er. Die 92-Jährige lese oft ihre Zeitung in der «Hopfenstube». Das Familiäre ist Bosshard heute wichtiger als Party all night long.


**Zur Person**
Alter: Seit gestern 27
Zivilstand: Ledig
Wohnort: Neuhausen
Hobbys: Fussballschauen, Reisen
Aktuelle Lektüre: Teletext am Abend vor dem Einschlafen



Wenn die «Hopfenstube» gut gefüllt ist, freut sich besonders der Betreiber Roland Bosshard.
Bild Maria Gerhard

#Allgemeines

18. Mai 2016 | «D Johanne» feiert ihr Wiegenfest in Gottmadingen

Schaffhauser Nachrichten
(jcg)

Johanna Pfleghaar ist vielen als «d Johanne vom «Waldheim» Büsingen» bekannt. Heute Mittwoch darf sie im Gottmadinger Altenpflegeheim St. Hildegard, wo sie seit einiger Zeit lebt, ihren 103. Geburtstag feiern. Es geht ihr dem Alter entsprechend gut. Sie kann immer noch an Aktivitäten des Heims teilnehmen und ist regelmässig in dessen Café anzutreffen. Auch gönnt sie sich jeden Abend vor dem Schlafengehen immer noch ein Fläschchen Bier.
Mit ihren vielen Verwandten, die vor allem aus dem Raum Überlingen stammen, hat Johanna Pfleghaar ihr hohes Wiegenfest bereits am Pfingstmontag gefeiert, und zwar an der Stätte ihres langjährigen Wirkens, im Büsinger «Waldheim». Im St.-Hildegard-Heim wird heute nur noch in kleinem Rahmen gefeiert, mit einer fröhlichen Kaffeerunde über Mittag, zu dem ihre Tischgenossen und das Café-Team eingeladen sind.

**«Bekannt dank ihrer Geselligkeit»**
Die 1913 Geborene hat beide Weltkriege selbst miterlebt und weiss immer noch gern vieles von früher zu erzählen – etwa wie sie ihren langen Schulweg stets auf Schusters Rappen absolviert hat. «Nicht nur für Büsingen, sondern für die ganze Gegend ist Johanna Pfleghaar eine bekannte Persönlichkeit», sagt der Büsinger alt Bürgermeister Gunnar Lang. «Vor allem dank ihrer Geselligkeit.»


#Notizen zu Namen

6. Mai 2016 | Das grosse Sprücheklopfen

St. Galler Tagblatt, Ostschweizer Kultur
Katja Fischer De Santi

«Und jetzt noch etwas Kultuuuur», sagt der Mann, der immer einen Schal trägt, setzt sich umständlich mit gekreuzten Beinen auf den Barhocker und trägt näselnd ein Gedicht vor. Es heisst «Der Fruchtsaft».
Nein, mit «Kultuuur» will Yves Keller nicht in Verbindung gebracht werden. Dafür seien einige seiner Witze zu flach, hat er schon im Vorfeld betont. Und darum sein erstes Comedy-Programm «Geile Scheiss» getauft. Zur Abschreckung, damit das Publikum gleich weiss, was es erwartet. Das sollte es beim «Chäller» eigentlich auch so wissen. Schliesslich moderiert der Mann seit sieben Jahren auf Radio FM1 das Morgenprogramm. Von sechs bis neun Uhr gute Laune und Spässchen nonstop, das lieben die einen und hassen die anderen.

**Kein Klischee zu abgenutzt**
Bei Kellers Bühnenprogramm verhält es sich nicht anders. «Chäller» bleibt «Chäller», das Dauerquasseln ist seine Spitzendisziplin. Nichts zu trivial, um daraus nicht noch eine Pointe zu wringen, kein Klischee zu abgenutzt, um nicht noch einen oben drauf zu geben. Der öffentliche Verkehr «eine Zumutung», Zürcher «sind auch nur Menschen», Frauen mit schwacher Blase und zu viel Kosmetika treiben ihn in den Wahnsinn. Die leisen Töne sind Kellers Sache nicht, und politisch korrekt können gerne die anderen sein.
«Kennsch da, wenn du öppis Scheisse findsch und trotzdem lachsch?», fragt er sein Publikum am Anfang.Und deklariert damit die Untiefen seines Humors ziemlich gut.
Doch immer dann, wenn dem 31jährigen das Niveau komplett zu entgleiten droht, reisst er selbst die Notbremse. Sieben Jahre Radio und mitunter heftige Kritik haben ihn nicht ruhiger, aber sensibler gemacht. Da weiss einer ganz genau, in welcher Liga er spielt und welche Knöpfe er bei seinem Publikum drücken muss. Ein Publikum, das wohl nicht nur am Premierenabend Grossteils aus Freunden und Fans bestand.

**Wahr oder nur gut erfunden**
Wie ein Abend unter Freunden hat der Schaffhauser auch sein Programm gestaltet. Eine Art «Best of» an Peinlichkeiten und Anekdoten seines bisherigen Lebens. Wie er von der Bäckersfrau erkannt und sogleich blossgestellt wird: «Hammer si schöner vorgstellt.» Wie seine Mutter ihn mit Fleisch nach Hause zu locken versucht, wie er auf der Post einen Grosseinkauf macht und dabei vergisst, den Brief aufzugeben, oder wie seine Ehe wegen eines Nasenhaartrimmers eine ungute Richtung einschlug.
Ob wahr oder nur gut erfunden, ist egal. Satte zwei Stunden lang bringt «Chäller» sein Publikum fast nonstop zum Lachen. Das Beste aber kommt zum Schluss. Als «Netz Natur»-Moderator Andreas Moser führt er in schönstem Basler Dialekt durch die Fauna der Schweizer Promiwelt. Erzählt von eitlen Gockeln, singenden Egli und blökenden Schafinskis. Ein Highlight, das sich ausbauen liesse – gerne auf Kosten der einen oder anderen Saufgeschichte.

Weitere Auftritte in St.Gallen, Heerbrugg, Frauenfeld und Herisau unter:
www.chällerlive.ch



Der «Chäller» weiss, in welcher Liga er spielt und welche Knöpfe er bei seinem Publikum drücken muss.
Bild: Daniel Dorrer

#Allgemeines

30. April 2016 | Bierkonsumenten den Hopfen näherbringen

Schaffhauser Nachrichten
Mark Gasser

Die Biertrinker näher zu «ihrem» Bier und Hopfen bringen, das sie konsumieren: Diese Devise liess die Unterstammheimer Hopfentropfen GmbH zwei neue Angebote schaffen.
Fast jede Woche habe er Anfragen von Kunden aus der ganzen Schweiz erhalten, die eine Aktie zeichnen wollten, sagte Geschäftsinhaber Markus Reutimann. Und wer ihn kennt, der ahnt, dass da bereits die nächste Idee bei ihm schlummerte. Der umtriebige Urheber von Events wie der Bierolympiade auf dem Hopfenbetrieb, dem Stammer Bierfestival und dem Wettbewerb um den «schönsten Bierbauch» wusste auch dieses Bedürfnis zu bedienen. «Ich klärte mit der Lokalbank und mit Rechtsanwälten ab, die bestätigten: Ich kann die Plauschaktie anbieten», erzählte Reutimann gestern vor Medienvertretern und Neo-Aktionären.
So kam es, dass nun mit dem gestrigen Tag des Bieres die ersten drei Aktien à 1000 Franken veräussert wurden. Der Clou: Die «Dividende» beträgt jährlich 20 Franken (2 Prozent), welche in Form von Gutscheinen für Produkte auf dem Hopfenbetrieb ausgezahlt werden. Höhepunkt ist am Samstag nach dem Samichlaustag die Plauschgeneralversammlung mit Einblick in die Bierherstellung sowie einem üppigen Aktionärsdinner. Dabei wird der Warengutschein von 20 Franken verteilt. «Viele fanden es eine coole Idee: Die Aktien eignen sich auch als Geschenk, etwa für Konfirmanden», so Reutimann.
Mit der zweiten Idee des Ehepaars Reutimann haben bereits Winzer in der Region erfolgreich experimentiert: der Patenschaft einer Hopfenpflanze (statt einer Rebe). Mit einer solchen wird während fünf oder zehn Jahren für 300 oder 500 Franken die aufwendige Pflege des Hopfengartens unterstützt. Entlang des Pfades stehen die beschrifteten Pflanzen, deren Urkunde den Paten zugeschickt werden. «Auf Facebook dokumentieren wir auch das Wachstum der Pflanzen», so Reutimann. Und beim gemeinsamen Suchen werde der ganzen Familie der Hopfen nähergebracht. Mit einem Wort: nachhaltiger Agrotourismus mit reutimannscher Handschrift.

#Allgemeines

29. April 2016 | «Wir brauchen keine Einzelroboter»

Schaffhauser Nachrichten
Sophie Boldog

**Strengere Maturprüfungen: Christian Amsler ist skeptisch**
(Frontseite)

Schweizer Hochschulen klagen über schlechte Deutsch- und Mathekenntnisse. Anfang dieser ­Woche hat Bildungsminister Johann Schneider-Ammann strengere Maturitätsprüfungen gefordert, bei denen das Kompensieren von schlechten Noten in Mathematik und der Erstsprache erschwert werden soll. Der Schaffhauser Erziehungsdirektor Christian Amsler steht dieser Verschärfung kritisch gegenüber: «Die alleinige Fokussierung auf diese zwei Fächer finde ich nicht die richtige Richtung», sagt er. Vielmehr sollten die angehenden ­Studierenden individuell und besser auf das Hochschulstudium vorbereitet und darin unterstützt werden. Dazu habe die Konferenz der kantonalen ­Erziehungsdirektoren (EDK) bereits verschiedene Projekte am Laufen. ­Studienabbrüche und -wechsel sollen so eingedämmt werden.
(sbo)


**Interview**
*Erziehungsdirektor Christian Amsler über die Verschärfung der Maturität*

*Was denken Sie über die Verschärfung der Matura in den Kernfächern Mathematik und der Erstsprache?*
Zuerst muss ich ­sagen, dass ich es begrüsse, dass der nationale Bildungsminister mitdiskutiert. Die Grundaussage ist sicherlich diskussionswürdig und auch prüfenswert. Im Detail habe ich da aber schon gewisse Vorbehalte.

*In welcher Hinsicht?*
Die Matura hat eine relativ breite Allgemeinbildung abzudecken. Die Studierfähigkeit in verschiedensten Disziplinen ist also ein klares Ziel. Dass man sich nur auf zwei Teildisziplinen fokussiert und ausschliesslich dort einen Schwerpunkt setzt, empfinde ich daher nur bedingt geschickt. Mit der Aussage allein kann ich daher nicht viel anfangen.

*Die zwei Hauptfächer sollen nicht mehr mit guten Noten in Musik oder Sport kompensiert werden dürfen. ­Finden Sie das einen fairen Ansatz?*
Der Kritikpunkt von Johann Schneider-Ammann ist ja, dass Maturanden zu leicht kompensieren können. Ich finde es wichtig, dass man den herangehenden Studenten zeigt, dass sie in jedes Fach investieren müssen. Und ­dabei nicht in einem Bereich nach­lassen, nur weil diese schlechte Note ­sowieso kompensiert werden kann. Das Gymnasium hat klar den Anspruch auf eine breite humanistische Bildung, die alle Disziplinen umfasst. Diese Breite empfinde ich als sehr wichtig, sie sollte auch nicht ohne Grund aufgegeben werden. Wir brauchen keine Einzelroboter nur in einem Bereich, plakativ gesagt. Der Ansatz von Bundesrat Schneider-Ammann ist schon richtig, aber ich möchte dagegen ankämpfen, dass man zu stark allein auf zwei Bereiche fokussiert.

*Wieso?*
Es ist sofort eine Wertung da. Man sagt ganz eingeschränkt, dass die zwei Fächer Deutsch und Mathematik die wichtigsten sind. Beides sind Kernfächer, ja, aber es muss auch für Schüler gewährleistet sein, eine Universität besuchen zu dürfen, die in anderen Bereichen stark sind. Nur weil jemand beispielsweise in Mathematik schwach ist, wäre es unfair, diesen Schüler vom Studium auszuschliessen. Die alleinige Fokussierung auf diese zwei Fächer finde ich daher nicht die richtige Richtung.

*Was wäre dann die richtige Richtung?*
Dass Schüler, die in bestimmten Bereichen Mühe haben, speziell ­gefördert werden. Da gibt es verschiedene Ansatzpunkte, beispielsweise den klassischen Nachhilfeunterricht. Die jungen Leute müssen aber wie gesagt auch selber investieren. In der schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) laufen zudem auch Teilprojekte unter dem Namen «Gymnasiale Maturität: Langfristige Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs», mit denen wir den richtigen Weg anpeilen.

*Welche Ziele haben diese Teilprojekte?*
Durch Studien und Laufbahnberatung, durch Verbesserung der Kommunikation zwischen der Gymnasial- und der Hochschulwelt und durch definierte basale fachliche Studienkompetenzen sollen die häufigen Studienabbrüche und -wechsel eingedämmt werden. Wenn man nämlich die jungen Schulabgänger während des Gymnasiums besser vorbereiten und unterstützen würde, wäre es eher gewährleistet, dass die Maturanden für den gewählten Studiengang auch wirklich geeignet und bei ihrer Studienwahl sicherer sind.

*Fühlen sich Kantischüler in diesem Thema alleingelassen?*
Das höre ich immer wieder, und genau hier könnte man mehr tun. Denn es gibt viele junge Leute, die noch nicht genau wissen, was sie studieren wollen. Eine gute Unterstützung und Beratung der angehenden Studenten halte ich für wichtig und sinnvoll.

*Weshalb fordert Schneider-Ammann eine Verschärfung, wenn die EDK ja bereits Verbesserung in diesen Bereichen anstrebt?*
Vielleicht liegt es daran, dass im Ausland, vor allem in Asien, Ausnahmetalente im Wirtschafts- und Forschungsgebiet besonders gefördert ­werden. Wir müssen aber auch Sorge tragen, dass hier zum Beispiel Mathe­genies nicht zu kurz kommen und die Schweiz in diesen Bereichen nicht ­zurückfällt.

*Schneider-Ammann will lieber ­weniger, dafür gute Maturanden. Wie stehen Sie dazu?*
Nicht zu viele finde ich schon auch richtig. Gute und ein hohes Niveau ebenfalls. In der Romandie ist die Maturitätsquote beispielsweise viel höher als bei uns in Schaffhausen. Dazu muss man aber auch sagen, dass dort das Maturitätsniveau tiefer ist.

*Wie sieht es hier in Schaffhausen aus?*
So, wie wir in Schaffhausen unterwegs sind, ist es sehr gut! Die ­Maturitätsquote liegt hier bei etwa 15 Prozent. Von der ETH und den Unis bekommen wir immer hervorragende Rückmeldungen, dass wir ein sehr ­hohes Niveau an unserer Kantonsschule haben. Aber auch schweizweit, mit dem Ausland verglichen, haben wir wirklich gut ausgebildete Maturanden, davon bin ich überzeugt. Von daher finde ich nicht, dass wir künstlich unsere Maturitätsquote runterschrauben müssen. Wir sind gut aufgestellt, dies gilt es zu bewahren!


**Strengere Matura**
Worum geht es

Hochschulen klagen
Zu viele Maturanden erreichen in der Erstsprache und in Mathematik kein angemessenes Hochschulniveau.

Das Departement
für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)will die Maturitätsprüfungen schweizweit harmonisieren, und es soll schwieriger werden, ungenügende Mathe- und Deutsch­noten mit guten Leistungen in anderen Fächern zu kompensieren.

Vorgehen
WBF und Erziehungs­direktorenkonferenz wollen die Forderungen zur Verschärfung der Maturität überprüfen.


30.04.2016
Schaffhauser Nachrichten

**Wider die Uni-Untauglichkeit**
Mark Liebenberg

Bei den Maturitätsprüfungen sollen Mathe und die Erstsprache stärker gewichtet werden als bis anhin. Diese Forderung erhob Bildungsminister Johann Schneider-Ammann. Das entspringt nicht einer magistralen Laune nach mehr Strenge, sondern einem echten Problem: Schweizer Hochschulrektoren klagen, dass viele Maturanden das mathematische und das sprachliche Rüstzeug für ein Hochschulstudium nicht mehr mitbrächten.
Universitäten und Bildungspolitiker begrüssen es, dass die Schrauben fester angezogen werden sollen. Muss nun also an der Maturprüfung strenger selektioniert werden? Man muss anders fragen: Ist es fair, junge Menschen mit der Illusion an die Uni zu entlassen, fit für ein Hochschulstudium zu sein, wenn sie bisher ungenügende Noten in Schlüsselfächern mit guten Leistungen in Sport oder Musik relativ einfach kompensieren konnten?
Nein, ist es nicht. Es ist deshalb erfreulich zu hören, wenn etwa an der Kantonsschule Schaffhausen die Hochschultauglichkeit der Kantonsschüler mit mehr Nachhilfeangeboten und verbesserter Studienwahlberatung gefördert wird. Denn auch darin dürfte Einigkeit bestehen: Niemand will Zulassungsprüfungen an den Hochschulen.
Natürlich kann man fragen, wozu ein Schüler, der Literatur und Theater studieren will, Differenzialrechnen beherrschen sollte. Doch was ist die Matur? Ein Reifezeugnis. Dazu gehört auch, Dinge zu meistern, die einen weniger interessieren ­­­– genügende Leistungen genügen. Mit dem dualen Bildungssystem gibt es zudem eine ganze Palette von Ausbildungswegen, die ebenfalls von einem Hochschul- oder Fachhochschulabschluss führen können.

#Allgemeines

25. April 2016 | Braukunst kennt keine Krise

Migros Magazin Nr. 17
von Reto E. Wild

«Braukunst kennt keine Krise» als pdf

#Notizen zu Namen

20. April 2016 | Vorhang auf für «Chäller»

St. Galler Tagblatt, Schauplatz Ostschweiz
Janique Weder

Wegen einer verlorenen Wette joggte er zwölf Stunden am Stück durch Schaffhausen. Ein andermal reiste er ohne Geld bis nach Hamburg. Er ass Hundefutter, übernachtete in einer Ausnüchterungszelle und tauschte im Rahmen eines Experiments einen Kugelschreiber gegen ein Auto ein. Es gibt wahrscheinlich nur wenig, das FM1-Moderator «Chäller» für seinen Job nicht machen würde. Nun schlägt der 31jährige Schaffhauser, der mit bürgerlichem Namen Yves Keller heisst, einen neuen Weg ein. Im Mai geht er mit seinem ersten Bühnenprogramm auf Tournée. Premiere ist – der Nachname lässt es vermuten – in der Kellerbühne in St.Gallen.

**«Geile Scheiss» als Abschreckung**
Beim Radio ist Yves Keller bekannt für seine Gute-Laune-Moderationen. Im gleichen Stil wolle er durch sein Programm führen, sagt Keller. Der Titel der Show: «Geile Scheiss». «Nicht besonders geistreich», gibt Keller zu und lacht. Für ihn sei das jedoch in Ordnung, denn der Titel diene als Abschreckung. «Ich trete nämlich in renommierten Kulturlokalen auf, dabei biete ich mitunter banale Alltagskomik», sagt Keller. Bei diesem Programmtitel laufe immerhin kein Kulturliebhaber Gefahr, versehentlich seine Show zu besuchen.

**Der Wecker klingelt um 3 Uhr**
Feilt Keller nicht an seiner Komikerkarriere, steht er als Moderator der FM1-Wachmacher-Sendung im Studio. Sein Wecker klingelt dafür um 3 Uhr. Dann fährt er von Schaffhausen nach St.Gallen ins Studio, wo er um 4.30 Uhr beginnt, die Sendung vorzubereiten. Um 6 Uhr geht er live. Bei diesen Zeiten sei es zwar nicht immer einfach, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen, sagt Keller. Dafür habe er den «coolsten Job überhaupt», in dem er tun und lassen könne, was er wolle.
Seit sechs Jahren arbeitet Keller für FM1. Mittlerweile ist er das Aushängeschild des Senders. Seine Telefonstreiche, «Chällerfon» genannt, sind bei FM1-Hörern längst Kult. «Chäller» ist zur Marke geworden. Dass er dabei in der Öffentlichkeit steht, macht ihm nichts aus. Im Gegenteil: Jeder Moderator geniesse das Rampenlicht, sagt er. «Alle, die etwas anderes behaupten, lügen.»
Der Marke «Chäller» hat der Schaffhauser denn auch einiges zu verdanken – etwa seinen bevorstehenden Ausflug in die Komikerwelt. «Ohne diese Bekanntheit wäre wahrscheinlich nie ein Bühnenprogramm zustande gekommen.» Sechs Auftritte sind geplant, drei davon in St.Gallen und je einer in Heerbrugg, Frauenfeld und Herisau. Dabei gehe es ihm vor allem darum, herauszufinden, ob er als Komiker tauge. Denn während Keller als Moderator im Studio sozusagen gegen eine Wand spricht, fallen die Reaktionen der Zuschauer auf der Bühne viel direkter aus.

**Ein Ordner für die Kritiker**
Kritik ist Yves Keller gewohnt. Auch beim Radio sind nicht alle Hörer auf seiner Seite. Während die einen seine Sprüche für legendär halten, monieren die anderen, sie seien plump. «Chäller» polarisiert. «Zum Glück», sagt er. «Es wäre viel schlimmer, wenn mich alle nett fänden.» Zu Beginn seiner Radiokarriere hatte er gar einmal eine Morddrohung erhalten. Darin stand, dass ihm das Herz herausgerissen werde, wenn er nicht mit seiner Sendung aufhöre. «Passiert ist nichts. Man lernt schnell, solche Sachen zu relativieren.» Keller nutzt sie mittlerweile sogar zu seinen Gunsten: Er sammelt Kritiken, die nicht fundiert sind, in einem Ordner – sie könnten einst Stoff für ein weiteres Bühnenprogramm werden.



FM1-Moderator Yves Keller alias «Chäller» feiert mit seinem Bühnenprogramm in der Kellerbühne Premiere.
Bild: Urs Bucher

#Allgemeines

18. April 2016 | Den deutschen Brauern droht ein Kater

Schaffhauser Nachrichten
Roland Losch

Hopfen, Malz, Hefe und Wasser – gut ausgewogen machen allein diese vier Zutaten ein schmackhaftes Bier aus. Diese Brauerweisheit geht auf das deutsche Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 zurück. Zu seinem 500. Geburtstag machen die Brauer ein grosses Fass auf – selbst die Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zum Festakt in Ingolstadt am 22. April erwartet.
Zwar machen die jüngsten Zahlen Mut: Der Bierabsatz stieg 2015 leicht, es gab wieder mehr Brauereien und Beschäftigte, die Vielfalt ist grösser denn je. Und nicht zuletzt die bevorstehende Fussball-Europameisterschaft lässt die Brauereien auf einen grossen Schluck hoffen.

**Deutsche trinken weniger Bier**
Aber der Branche droht ein mächtiger Kater. Denn nüchtern betrachtet kämpft sie gegen den Trend. 1976 tranken die Bundesbürger im Durchschnitt 151 Liter Bier, heute sind es noch 106 Liter.
Jürgen-Michael Gottinger, Branchenexperte bei der Münchner Unternehmensberatung W&P, schaut auf die alternde Bevölkerung, die gesellschaftlichen Trends und rechnet mit einem weiteren deutlichen Rückgang bis 2025:
«Eine Katastrophe für die deutschen
Brauereien.»

**Kampf um Marktanteile**
Schon heute liefern sich die Braukonzerne einen erbitterten Preiskampf. Ihre Pilsbiere schmecken den meisten Biertrinkern, sind aber nur noch schwer zu unterscheiden – da greifen die meisten Käufer zum billigeren Angebot. «Heute wird jede vierte
Flasche Bier über Aktionen verkauft», sagt Gottinger. Und dieser Anteil steige jedes Jahr um ein Prozent.
Eine Brauerei kann so zwar kurzfristig ihre vollen Lager leeren. Aber sie erobert keine Marktanteile, sondern schmälert vielmehr ihren Gewinn, weil auch die Stammkunden lieber auf die nächste Aktion warten. Und manchmal untergräbt es auch den Wert einer Marke. «Gewinner ist der Verbraucher. Er bekommt sein Lieblingsbier billiger», sagt der Unternehmensberater.
Auch viele mittelständischen Brauereien haben dem Preisdruck
nicht standgehalten und mussten aufgeben, wie Lothar Ebbertz sagt, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes. Andere dagegen sind mit einer regionalen Ausrichtung und konsequenter Markenpflege erfolgreich – «authentisch, präsent vor Ort, mit
tadelloser Qualität» können sie auch höhere Preise durchsetzen: «Sie werden als Spezialität wahrgenommen.»

**Mikrobrauereien im Trend**
Gottinger nennt als Beispiele hierfür das Münchner Augustiner oder das Tegernseer. «Originelle regionale Marken sind im Trend.» Auch Flensburger ist so im hart umkämpften Pils-Markt erfolgreich unterwegs: Die Brauerei konnte ihren Absatz im vergangenen Jahr um acht Prozent steigern. «Flens hat viel mit Emotion zu
tun», sagte Geschäftsführer Andreas Tembrockhaus. Die Flasche mit dem Bügelverschluss, die norddeutsche Identität, aber auch der herbe Geschmack trügen dazu bei.
Dass die Zahl der Brauereien in Deutschland im vergangenen Jahr um weitere 31 auf 1388 stieg, liegt an neuen Gasthof- und Mikrobrauereien – sie produzieren keine 1000 Hektoliter im Jahr, machen aber inzwischen die Hälfte aller Brauereien aus.
Beflügelt wurde die Entwicklung von Craft Beer, meist hopfenbetont-fruchtigen Sorten, die mit ganz neuen Aromen spielen und viele Biertrinker neugierig gemacht haben. Dafür sind Feinschmecker dann auch bereit, zwei Euro pro Flasche zu zahlen. Mit einem Marktanteil im Promillebereich spielen Craft-Biere aber bisher keine grosse Rolle.

**Alkoholfreies Bier boomt**
Viel wichtiger ist ein anderer Trend: «Alkoholfreies Bier brummt wie der Teufel», sagt Ebbertz. Laut Deutschem Brauerbund wuchs der Marktanteil im vergangenen Jahr weiter kräftig auf 5,6 Prozent. Brauereien bewerben ihre Alkoholfreien heute als Lifestyle-Getränke, kalorienarm, gesund, als isotonische Getränke für
Sportler.
Denn die Deutschen achten mehr auf Gesundheit und Fitness – da hat es die Flasche Pils mit 430 Kilokalorien und fünf Prozent Alkohol schwerer. «Früher war jedes vierte Getränk ein Bier – heute ist Mineralwasser der Durstlöscher. Bier und Limo verlieren», sagt Gottinger. «Wo früher ein Stammtisch war, ist heute ein Fitnessstudio. Die Freizeit wird anders verbracht. Auch im Chatroom gibt keiner eine Saalrunde aus», sagt Ebbertz. Am Arbeitsplatz wird ebenfalls volle Leistungsfähigkeit erwartet – ein Bier zum Mittagessen in der Kantine ist in den allermeisten Unternehmen längst passé. Da passt es ins Bild, dass die Stadt Berlin über ein Alkoholverbot diskutiert.

**Wachstum weltweit**
Weltweit wächst der Bierkonsum dagegen. China und Brasilien sind riesige Märkte und produzieren selbst weit mehr Bier als Deutschland. Und im internationalen Geschäft dominieren Braugiganten wie AB-Inbev und SABMiller, die aktuell eine Megafusion im Wert von rund 100 Milliarden Euro festzurren, oder Heineken. Selbst die grössten deutschen Braukonzerne wie Radeberger oder Oettinger sind im Vergleich nur Zwerge. Vor allem Belgier und Niederländer seien weltweit auf Einkaufstour gewesen, als sich die Deutschen auf ihren rasant wachsenden heimischen Markt konzentriert hätten, erklärt Ebbertz. Jetzt sei der Kuchen weitgehend verteilt.
(dpa)

**1516**
*Eines bayerischen Herzogs Verfügung*

Das Reinheitsgebot des Bieres wurde 1516 von Herzog Wilhelm IV. von Bayern verfügt. Es gilt als das weltweit älteste Lebensmittelgesetz der Welt. «Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen», heisst es in dem Gebot von 1516. «Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden.»
Frühe Vorschriften zu Qualität und Preis des Bieres wurden bereits im 12. Jahrhundert erlassen. Eine Festlegung auf Wasser, Malz und Hopfen als Rohstoffe erfolgte für München 1487 durch Herzog Albrecht IV. von Bayern.
Als Vorläufer des Reinheitsgebots gilt unter anderem eine «Biersatzordnung», die Herzog Georg den Reichen 1493 für das damals von ihm regierte Teilherzogtum Niederbayern erliess. Albrechts Sohn Wilhelm IV. dehnte 1516 das Reinheitsgebot auf ganz Bayern aus. 1906 wurde es zum Reichsgesetz und galt somit für ganz Deutschland.
(dpa)

**Reinheitsgebot**
*Nur Malz, Hopfen, Wasser und Hefe dürfen rein*

Nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 dürfen zum Bierbrauen nur Wasser, Gerste und Hopfen verwendet werden. Ausserdem wird Hefe zum Gären
gebraucht. Die heutigen Zutaten im Überblick:

**MALZ**
wird je nach Biersorte aus Gerste oder Weizen gewonnen. Das Getreide wird mit Wasser vermengt, damit es keimt. Danach wird das Grünmalz ähnlich dem Rösten von Kaffee in der Darre getrocknet. Es gibt mehr als 40 Sorten wie helles und dunkles Malz, Rauch- oder Caramelmalz.

**HOPFEN**
sorgt für den mehr oder weniger bitteren Geschmack des Bieres. Zudem beeinflusst er die Schaumkrone und erhöht die Haltbarkeit. Es gibt Bitter- und Aromahopfen. Der Braumeister kann aus über 200 Sorten auswählen. Meist nimmt er mehrere Sorten für einen Sud. In der Hallertau, zwischen München und Nürnberg, liegt das grösste Hopfenanbaugebiet der Welt.

**WASSER**
ist der Hauptbestandteil jedes Biers. Seine Mineralstoffe beeinflussen den Geschmack. So wird das malzig-süsse Münchner Dunkelbier mit hartem Wasser gebraut. Das feinherbe Pils hingegen braucht weiches, kalkarmes Wasser. Laut der Trinkwasserverordnung sind die Anforderungen an Brauwasser höher als die an Trinkwasser.

**HEFE**
verwandelt bei der Gärung den Malzzucker in Alkohol, Kohlensäure und Wärme. Die Hefe prägt auch das Aroma des Biers massgeblich mit. Es gibt 200 Hefestämme. Brauer unterscheiden zwischen obergärigen Hefen für Weizen- und untergärigen für Gerstenmalz. Untergärige Hefen sinken an den Boden der Flüssigkeit, obergärige Hefen steigen auf.
(dpa)

#Allgemeines

17. April 2016 | Bier ist unser Gegengift – 500 Jahre Reinheitsgebot

NZZ am Sonntag, Wissen
von Gunther Hirschfelder

«500 Jahre Reinheitsgebot» als pdf

#Notizen zu Namen

16. April 2016 | «Müssen schauen, wo wir sparen können»

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritschi

*Titelseite*
**Steiner Stadtrat Ueli Böhni kandidiert für Stadtpräsidium**
Nun steht fest, worüber in Stein am Rhein schon länger gemunkelt wurde: Ueli Böhni (GLP), seit Beginn des Jahres Mitglied des Steiner Stadtrats, kandidiert fürs Stadtpräsidium im Herbst. Der endgültige Entscheid fiel gestern Abend, nachdem auch die SVP beschlossen hatte, Böhni zu unterstützen. In den letzten Wochen hatten alle bürgerlichen Parteien in Stein am Rhein Hearings durchgeführt und sich danach für die Kandidatur von Ueli Böhni ausgesprochen. Dem bürgerlichen Wahlausschuss gehören die FDP, die Pro Stein, die CVP und die SVP an. Ueli Böhni zeigte sich gestern sehr erfreut über den grossen Sukkurs und möchte kandidieren. Er sei schon vor einigen Wochen angefragt worden, sagt er, habe die Entscheidung aber von der Unterstützung der Parteien abhängig gemacht. Da dies nun der Fall sei, werde er gerne antreten.(efr.)

«Nein», sagen sie einhellig, «gross Zeit zum Überlegen haben wir nicht gehabt, dafür standen zu viele Sachgeschäfte an. Und so ging es für die beiden Neuen im Stadtrat, die Heidi Schilling (parteilos) und Beat Hug (SVP) zu Beginn des Jahres ersetzt haben, gleich in medias res. «Wir haben mit einer intensiven und sehr guten Klausurtagung im Januar begonnen», sagt Karin Sigrist. «Da haben wir sach- und zukunftsorientiert diskutiert und gearbeitet.»

**Grosse Investitionen**
Ueli Böhni kommen die ersten 100 Tage schon «fast wie 200 Tage vor». So viel ist passiert in der kurzen Zeit, und so viel Alltag ist auch schon in die Arbeit eingeflossen. Dies im positiven Sinne. «Ich bin einfach gleich voll eingestiegen,» sagt er. Im Stadtrat, wo das Klima zuletzt doch ziemlich angespannt war, sei die Stimmung nun sehr gut und sachorientiert. «Alle sind bereit, konstruktiv zu arbeiten», halten die beiden Neuen fest, und bei den Stadtratssitzungen alle zwei Wochen sei die Zeit meist eher zu kurz, so viel gebe es zu besprechen.
«Unser Ziel ist es natürlich, sich auch über die eigenen Referate hinaus in den Sachgeschäften auszukennen», betont Böhni, der für das Bildungsreferat mit Bildung, familienexterner Kinderbetreuung und Jugendarbeit zuständig ist. «Wir haben mit dem Frühlingsputz bei der Rechnung angefangen», sagt die neue Finanzchefin, die, kurz nachdem sie das Amt übernommen hat, mit der Sparbotschaft an die Öffentlichkeit gehen musste: Die Fremdverschuldung der Stadt Stein am Rhein wird sich bis 2017 von rund 15 Millionen auf 30 Millionen Franken verdoppeln. Das heisst, dass Stein am Rhein längst nicht mehr so komfortabel dasteht wie auch schon. Als Ursache für die Schulden sieht Sigrist einige grosse Investitionen wie zum Beispiel die Hoga-Sporthalle, die sich negativ im Finanzplan niederschlägt. «Dazu kommt, dass wir dabei sind, das Wasserleitungsnetz der Stadt zu erneuern», erklärt ­Sigrist. Dies kann nicht aufgeschoben werden, da sonst die kantonalen Subventionen entfallen. Weitere Punkte sind der Umbau des Alters- und Pflegeheims und die Neugestaltung des Bahnhofareals, wo eine neue, rollstuhlgängige Unterführung erstellt und die Umgebung verschönert wird.
«All das ist wichtig und notwendig», meint Sigrist. «Aber gleichzeitig müssen wir schauen, wo wir sparen können.» Oder anders gesagt: Es gilt die Ausgaben vernünftig zu priorisieren und darauf zu achten, keine neuen Schulden anzuhäufen. Sigrist sieht sich aber in ihrem Bemühen vom restlichen Stadtrat gut unterstützt. «Alle helfen mit und sind bereit in ihren Ressorts Positionen zu streichen, die nicht unbedingt nötig sind.» Das Thema Schulden ist für die neue Finanzreferentin allerdings nicht aus dem Nichts gekommen: «Das hat sich schon länger abgezeichnet und war auch schon Thema im Einwohnerrat.» Ueli Böhni spricht auch die Folgekosten zahlreicher Projekte an. «Wir haben in Stein am Rhein mit der schönen Altstadt ein kostbares ­Juwel zu pflegen», sagt er. «Doch damit sind wir überproportional belastet, denn ein solches kulturelles Gut muss gepflegt werden. Und das kostet.»

**Tourismus als Dauerthema**
Er glaubt, dass eine relativ klei- ne Stadt wie Stein am Rhein mit ei- nem Auftrag dieser Grösse manchmal durchaus auch überfordert sein kann beziehungsweise an ihre Grenzen kommt. Für die beiden ist es keine Frage, dass Stein am Rhein dank der Jakobund-Emma-Windler-Stiftung viele Projekte realisieren und unterhalten kann. Und so sei auch das Thema Tourismus im Stadtrat immer wieder ein Thema. «Wir müssen schliesslich die Infrastruktur für die vielen Touristen schaffen und aufrechterhalten», sagt Böhni. Sigrist und Böhni sind froh, dass die Gespräche in einer sehr freundschaftlichen und entspannten Atmosphäre stattgefunden haben. Konkretes könne man noch nicht berichten. «Dafür ist es zu früh, und die Ideen sind noch nicht ausgegoren; da folgen noch weitere konstruktive Gespräche», meinen sie.
Ein weiteres wichtiges Terrain, das es in Stein am Rhein zu beackern gilt, ist das Thema Schule. Mit Ueli Böhni hat nun jemand das Referat übernommen, der mit dem Thema schon lange vertraut ist. Immerhin war er früher sieben Jahre Schulpräsident. Auch hier hat es so eine Art Neustart nach all den personellen Querelen gegeben, die im Rücktritt der Schulpräsidentin und in einem Referatswechsel von Claudia ­Eimer zu Heidi Schilling endeten, wobei Schilling kurz danach ihre Demission als Stadträtin bekannt gab. Dass nach halbjähriger Vakanz auch das Amt des Schulpräsidenten wieder besetzt wurde – fast zeitgleich mit der Wahl Böhnis in den Stadtrat –, sei für ihn sehr positiv, sagt er. «Mit Ruedi Rüttimann haben wir jemanden, der sich sehr engagiert», freut er sich. Und so sei man auf gutem Wege. Zudem, so Böhni, habe sich auch das Modell mit den Schulleitungen bewährt. Selbst in politisch unruhigen Zeiten sei es in den Schulen operativ gut gelaufen. Für ihn ist nun die Schulzusammenarbeit im oberen Kantonsteil das zentrale Projekt, das intensiv laufe. «Auch diese Verhandlungen finden in einem freundlichkooperativen Klima statt», sagt er. Und die Einarbeitung habe bestens geklappt. «Es macht Spass, und es gibt viele spannende Fragen, auch zu Folgeprojekten.»

**Häuser in schlechtem Zustand**
Was den gesamten Stadtrat künftig noch beschäftigen wird, ist der Umgang mit den stadteigenen Liegenschaften. Nebst Kulturgut besitzt die Stadt viele weitere Gebäude, hat ­Sigrist festgestellt. Und hier gelte es bald ein gutes Konzept zu deren Bewirtschaftung zu entwickeln. Unterhalt oder Veräussern ist hier die Gretchenfrage. «Da muss bald etwa passieren», sagt Sigrist. Denn einige sind in schlechtem Zustand. In Stadtbesitz sind auch die Höfe Ober-/Unterwald und das «Rhy­güetli». «Es ist sicher von Vorteil, wenn man sich auch in neue Dossiers einarbeiten muss», sagt Böhni. Das erweitere den Blick und sei extrem spannend. Ganz klar ist für die beiden, dass sie bei den Erneuerungswahlen im Herbst wieder kandidieren werden. Mit dieser Absicht sind sie schon vorher angetreten, und die hat sich nun im Lauf ihrer Einarbeitungszeit bekräftigt und soll erfolgreich fortgesetzt werden.

#Allgemeines

7. April 2016 | Die Kantone ziehen die Schraube an

Schaffhauser Nachrichten
Lukas Leuzinger

Wer die Matura bestanden hat, der darf an einer Schweizer Universität oder ETH studieren. Dieser Grundsatz gilt heute im Schweizer Hochschul­bildungssystem. Eine Aufnahme­prüfung gibt es – ausser für das Medizinstudium – nicht.
Allerdings wurde in jüngerer Zeit vor allem vonseiten der Hochschulen Kritik laut, das Niveau der Matura sei zu tief. Tatsächlich gab eine landesweite Evaluation aus dem Jahr 2007 – neuere Erhebungen gibt es nicht – Anlass zu Bedenken. Knapp ein Viertel der Gymnasiasten hatte eine ungenügende Mathematiknote im Maturazeugnis. Betrachtet man nur die schriftliche Abschlussprüfung, waren sogar 41 Prozent der Maturanden ungenügend. Bei der Erstsprache (Deutsch in der Deutschschweiz, Französisch in der Westschweiz) schrieb jeder fünfte Schüler eine ungenügende Note. Durch die Matura fällt deswegen kaum jemand, weil ungenügende Noten durch genügende in anderen Fächern ausgeglichen werden können. Doch reichen diese Mathematik- und Sprachkenntnisse für ein Studium an einer Hochschule?

**Bruchrechnen und Schreiben**
Auch der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) bereitet das Niveau der Maturanden in manchen Fächern Sorgen. Sie hat deshalb den seit 1994 bestehenden Rahmenlehrplan für die Maturitätsschulen ergänzt, wie sie gestern mitteilte. Das Papier, das als Grundlage für die kantonalen Lehrpläne dient, listet die Kompetenzen in Mathematik und Erstsprache genauer auf, die Maturanden bis zum Ende ihrer Mittelschulzeit erlangen sollen. Die Schüler sollen etwa Bruchrechnen können, den Satz des Pythagoras beherrschen oder «argumentativ schlüssige und angemessen verknüpfte Texte formulieren können».
Grundlage für die Ergänzungen ist eine Untersuchung des Erziehungswissenschafters Franz Eberle von der Universität Zürich. Eberle und sein Team befragten Studenten verschiedener Fachrichtungen und Universitäten dazu, welche Fähigkeiten in Mathematik und Erstsprache sie im ersten Studienjahr häufig brauchten. Darauf aufbauend erarbeiteten die Wissenschafter einen Katalog von Kompetenzen, die «in vielen Studienrichtungen» vonnöten sind.

**«Es braucht Grundkenntnisse»**
Im Gespräch betont Eberle, es gehe nicht darum, mehr Mathematiker und Germanisten hervorzubringen. «Wer eine ungenügende Note in Mathe- matik hat, wird wahrscheinlich nicht Mathematik studieren. Aber auch wenn er Psychologie studiert, braucht er gewisse mathematische Grundkenntnisse.» Das Gleiche gelte für die ­Sprache. Der Erziehungswissenschafter ergänzt, dass die mathema­tischen Anforderungen in den Sozialwissenschaften, aber auch in den Wirtschaftswissenschaften tendenziell zugenommen hätten. Eberle, der auch die Evaluation der gymnasialen Ausbildung durchgeführt hat, betont aber, dass das Niveau der Matura grundsätzlich zufriedenstellend sei.
Neben der Ergänzung des Rahmenlehrplans haben die Erziehungsdirektoren eine Reihe von Empfehlungen an die Kantone beschlossen. Beispielsweise sollen sie die Maturaprüfungen zwischen den einzelnen Kantonsschulen harmonisieren. Weiter soll der Dialog zwischen Gymnasien und Hochschulen verstärkt und die Studien- und Laufbahnberatung an den Mittelschulen verbessert werden. Ob diese Massnahmen fruchten, wird sich schon bald zeigen: Die EDK und der Bund planen eine neuerliche landesweite Evaluation der Matura. Der genaue Zeitpunkt ist aber noch offen.
Bei den Gymnasien stösst die Ergänzung des Rahmenlehrplans auf grundsätzlich positives Echo. «Dieses Vorgehen ist sinnvoll – und gut schweizerisch», sagte Marc König. Er ist Rektor der St. Galler Kantonsschule am Burggraben und Präsident der Konferenz der Schweizerischen Gymnasialrektoren. Die Schulen seien in der Lage, sicherzustellen, dass die Gymnasiasten die geforderten Kompetenzen erwerben. Zentral ist für König, dass der prüfungsfreie Zugang zu den Hochschulen gewährleistet bleibt.

**«Nicht die einzigen Kompetenzen»**
Auch bei den Hochschulen zeigt man sich zufrieden. Man begrüsse die Klärung der Kompetenzen in Mathematik und Erstsprache, erklärte Martina Weiss vom Verband Swissuniversities. Allerdings seien sie nicht die einzigen massgeblichen Kompetenzen für die Studierfähigkeit. Ihr Erwerb dürfe «nicht auf Kosten anderer im Rahmen der Allgemeinbildung zu erwerbender Kompetenzen erfolgen».

#Alt-Scaphusia

5. April 2016 | Neuaufnahmen Scaphusia

Liebe Scaphusianer,

am Samstag 2. April wurden 4 neue stramme Fuxen aufgenommen:

Marc Fierro v/o Latz
Michael Künzler v/o Lakon
Eduard Sokcevic v/o Flatter
Gabriel Sonderegger v/o Zorro

Ich gratuliere der ganzen Aktivität und allen weiteren beteiligten AHAH zur erfolgreichen Spefuxenwerbung!
Panta rhei – trotz allem Wandel geht es seit 1858 weiter.

Möglichkeiten die neuen Fuxen kennen zu lernen:
– Samstag 9. April 2000 Bude:
Wingigerkneippe
– Mittwoch 13. April 2000: Schlusskneipe im Falken

Ich grüsse alle in den Farben blau-weiss-blau

Süüle
AH-Präsident

#Notizen zu Namen

23. März 2016 | In Zürich erlaubt, in Schaffhausen hingegen verboten

Schaffhauser Nachrichten
Pascal Schmidlin

Wie gross darf eine Lampe auf dem Dach eines Taxis sein, und was darf darauf stehen? Ein klares Reglement dafür fehlt in Schaffhausen. Definiert ist aber: Die Leuchte auf dem Dach darf nicht als Werbefläche missbraucht werden. Dagegen habe ein Schaffhauser Unternehmen jedoch im Dezember 2014 verstossen, weshalb der Fahrer – Grossstadtrat Res Hauser, der während dem Studium als Taxichauffeur seinen Lebensunterhalt finanzierte – und dessen Chef sich gestern vor dem Kantonsgericht verantworten mussten.

**Im Kanton Zürich freigesprochen**
Es war nicht das erste Mal, dass Hauser wegen der Taxileuchte auf dem Dach vorgeladen wurde. Wenige Tage bevor er in Schaffhausen wegen der auffälligen Lampe auf dem Taxidach kontrolliert worden war, kam er auch im Kanton Zürich bei einer Fahrt in eine Kontrolle. Der Fall landete vor dem Statthalteramt Bülach, wobei dort das Verfahren eingestellt wurde. Hauser sei von der dortigen Polizei mündlich mitgeteilt worden, dass er mit der Leuchte – installiert vom Schaffhauser Unternehmen – weiterfahren dürfe, bis ein Entscheid des Statthalteramts vorliege. Bevor dieser Entscheid aber gefällt wurde, geriet er in Schaffhausen erneut in eingangs erwähnte Polizeikontrolle – und wurde schliesslich per Strafbefehl zu einer Busse von 400 Franken verurteilt. Auch sein ehemaliger Vorgesetzter wurde per Strafbefehl verurteilt. Seine Busse betrug 200 Franken. Dagegen legten beide Beschuldigten Rekurs ein, weshalb der Fall gestern von Einzelrichterin Nicole Hebden beurteilt werden musste.
Dabei stand vor allem die Frage im Zentrum, ob die Lampe, welche deutlich grösser ist als auf anderen Taxis und mit Telefonnummer, Qualitätssiegel und dem Namen des Taxiunternehmens versehen ist, eine beleuchtete Werbung darstelle oder eben «bloss» eine Taxileuchte sei.

**Ein Jahr lang ohne Beleuchtung**
Um nicht weiter wegen der Lampen Ärger zu bekommen, blieben die Taxileuchten danach ausgeschaltet – selbst wenn das Taxi frei gewesen sei. «Dies hat zu Umsatzeinbussen geführt, da die Leute dachten, das Taxi sei besetzt», sagte der Verteidiger der beiden Beschuldigten, Samuel Nadig. Nach einem Jahr ohne beleuchtete Taxileuchten auf dem Dach habe man die grossen Leuchten wieder abmontiert und durch kleine, unauffällige Modelle ersetzt, auf denen die Aufschrift Taxi und eine Telefonnummer prange. Für seine zwei Mandanten forderte Nadig einen Freispruch, da das Reglement nicht festschreibe, wie gross eine Leuchte sein und was auf dieser stehen dürfe. Einzelrichterin Hebden folgte den Anträgen des Verteidigers jedoch nicht. Mit nur einem Sechstel der Gesamtfläche sei der Taxischriftzug zu klein und der Firmenname zu gross gewesen. «Die Firmenwerbung stand klar im Vordergrund», so Hebden. Sie bestätigte deshalb die Bussen des Straf­befehls. Grossstadtrat Hauser konnte nach dem Urteil nicht nachvollziehen, weshalb in Schaffhausen eine Strafe gefällt, in Zürich aber ein Freispruch ausgesprochen worden ist. Und auch sein Chef konnte die Urteile nicht begreifen, da man die Lampen danach nicht mehr eingeschaltet und jetzt ausgewechselt habe.

#Allgemeines

7. März 2016 | Als die Saite riss, riss Elias Winzeler die Show mit Singen

Schaffhauser Nachrichten
Ronny Bien

Wie jedes Jahr, so präsentierten sich auch in diesem Jahr 27 musikalische Kantischüler/-innen mit einem Konzertabend der Öffentlichkeit. Es spielten fünf Combos aller Altersklassen. Dieses Konzert ist vor allem für die grössten Nachwuchstalente eine optimale Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen. Dazu gehört zweifelsfrei der junge Saxofonist Tobia Ochsner, der einen souveränen Auftritt absolvierte. Improvisieren musste in der Folge Bandsänger Elias Winzeler, dem während des Songs «I’m So Excited» eine Saite an der elektrischen Gitarre riss, sodass er auf eine akustische ohne Gitarrengurt umsatteln musste. Dafür überraschte er mit einer überwältigenden Gesangseinlage beim Amy-Winehouse-Klassiker «You Know I’m No Good». Elias Winzelers Stimme hat grosses Potenzial für die Zukunft.

**Funkige Breakdance-Einlage**
Zu jedem Song präsentierte Pianist Janosch Bohner zur Erheiterung des Publikums einen Hut aus seiner Kollektion, was nebst seinen Fähigkeiten an den Tasten zu seinem Markenzeichen werden könnte. Seine Vielseitigkeit unterstrich Noah Näf, der zuerst in einer Band am Schlagzeug mitwirkte, bevor er in der folgenden Musikgruppe Cajon, Congas und Trompete spielte.
Dass Preveen Panakkal (Voc), Maurice Storrer (Sax), Lorenzo Persi (Git), Marek Stahel (Key), Shardad Ghazi Wakili (Bass) und Jonas Bolliger (Dr) gut eingespielt sind, war schnell zu erkennen. Diese sieben haben sich in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt. Der krönende Abschluss folgte während des Hits «Uptown Funk» von Bruno Mars, als Jonas Bolliger eine Breakdance-Einlage zum Besten gab.

**Sprungbrett in die lokale Szene**
Baumeisterin dieser jährlichen Konzertreihen ist Christiane Mathé. Unter ihrer Leitung wachsen die jungen Musikerinnen und Musiker im Gesang oder an ihren Instrumenten und sammeln wertvolle Erfahrungen, von denen sie später in einer eigenen Band profitieren können. In der Schaffhauser Musikszene etablieren sich regelmässig jüngere Bands und sorgen für frischen Wind. Die Motivation der jungen Talente, von der Kantiaula aus die regionalen Bühnen zu erklimmen, ist dem entsprechend gross.

#Allgemeines

7. März 2016 | Bildnerische Kreativität ohne Grenzen

Schaffhauser Nachrichten
Anne Gross

Bilderbücher, Kurzfilme, Fotografien und viele weitere Projekte haben die Maturandinnen, Maturanden und die Fachmittelschulabsolventinnen und -absolventen über ein ganzes Jahr beschäftigt. Die Ergebnisse dieser intensiven Arbeit stellten sie im Zusammenhang mit ihren Präsentationen an einer kleinen Ausstellung im Erweiterungsbau der Kantonschule Schaffhausen vor. «Es ist erstaunlich, in wie viele verschiedene Richtungen die Projekte gehen», so Corina Rauer,Kuratorin des Kunstvereins Schaffhausen.Deborah Kipferhat mit ihren Zeichnungen ein Bilderbuch erstellt, das die Geschichte eines ADHS-Kindes erzählt. «Es war mir sehr wichtig, mal eine andere, positive Seite dieses Themas zu zeigen», so Kipfer. Man vergesse nämlich manchmal, wie fantasievoll und unglaublich intelligent diese Kinder oft seien.Luisa Riccianalysierte in ihrer Arbeit den Bedeutungswandel von Porträts im Laufe der Zeit. Dabei war sie selber überrascht, wie viel überlegter sie beim Fotografieren mit der analogen Kamera vorging. «Ich gehöre ja eigentlich zur Selfie- und Snap-Chat-Generation, wo man einfach mal abdrückt, ohne gross zu zögern», sagt Ricci. ­Camill Sennehat eine fächerübergreifende Arbeit in den Fächern Deutsch und Bildnerisches Gestalten eingereicht, und es entstand dabei ein ganzes Buch. «Es war eine riesige Arbeit Dennoch bin ich mit dem Endergebnis zufrieden.» Damit die künstlerischen Begabungen der jungen Menschen weiterhin unterstützt werden, erhalten die Schüler, die ihre Maturarbeit im Fach Bildnerisches Gestalten eingereicht haben, die Mitgliedschaft im Kunstverein und damit die Möglichkeit, sich an Exkursionen, Ausstellungen und vielen weiteren Veranstaltungen des Vereins zu beteiligen.

Legende



Luisa Ricci stellt nach der Maturarbeitspräsentation ihre Arbeit «Vom analogen Porträt zum digitalen Selfie» vor.
Bilder Selwyn Hoffmann



Andrina Kipfer (rechts) bestaunt die Maturarbeit ihrer Schwester Deborah Kipfer: ein Bilderbuch mit ihren Zeichnungen.



Der Maturand Janik Lobsiger hat eine 3-D-Animation mit Motion-Tracking produziert und einen Kurzfilm daraus gemacht.



Eliane Gigon war Austauschschülerin an der Kanti Schaffhausen und stellt mit ihrem Freund Antoine Woeffray ihre Arbeit vor.



Camill Senne hat in den Fächern Deutsch und Bildnerisches ­Gestalten gearbeitet: Eine Geschichte und Bilder entstanden.



Miro Felix betrachtet mit der Lehrerin Katrin Fischer das Ergebnis seiner digitalen Bildmanipulation mit dem Munot.



Corina Rauer, Kuratorin des Kunstvereins, vor Michael Werners Visualisierung von Herman Hesses «Klein und Wagner».

#Allgemeines

5. März 2016 | So einzigartig wie das Munotglöggli

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Wer am Lindli flaniert, an den vertäuten Weidlingen vorbei, erkennt wohl auf den ersten Blick, dass das eine Idylle ist. Und merkt auf den zweiten Blick, dass nicht alle Boote ­Motoren haben. Warum ist das so?
Wenn der Spaziergänger dann erfährt, dass hinter der augenfälligen Enthaltsamkeit eine behördliche Regelung steht, mag er das, je nach Gusto, für eine vernünftige Sache halten oder als eine unzulässige Beschneidung des Gebrauchs eines persönlichen Besitzes, nämlich des Bootes, ansehen. Und ist damit am wunden Punkt angekommen: Nicht alle Weidlingsbesitzer dürfen ihr Gefährt mit Motorkraft bewegen.
Und im Sommer dann würde dem Spaziergänger auffallen, dass das ­offenbar einige auch gar nicht wollen, denn sie ziehen den Weidling an einem Seil flussaufwärts, steigen beim Restaurant Rheinhalde ins Boot und bewegen dieses dann mit einem Stachel, den sie in regelmässigem Abstand auf dem Flussgrund absetzen und sich daran abstossen, weiter flussaufwärts. Das ist jetzt die reine Idylle. Typisch für den Rhein zwischen Schaffhausen und Stein am Rhein, ein regionales Wahrzeichen wie die Bölletünne und so einzigartig wie das Munotglöggli.

**Zahlreiche Motorverbote**
Wo sonst gibt es eine 50:50-Regelung? Vielleicht an einem kleinen See? Das Beispiel des Greifensees im Kanton Zürich zeigt, dass es dort zwar eine Kursschifffahrt in bescheidenem Umfang gibt, dass daneben aber überhaupt keine motorisierten Privatboote erlaubt sind. Auch auf den Fliessgewässern im Kanton Zürich, wie der Töss, ist das Fahren mit Motorbooten nicht erlaubt. Die Töss etwa sei im Sommer ein Paradies für «Gummiböötler», heisst es bei der für solche Fragen zuständigen Seepolizei Oberrieden. Auch auf der Limmat gibt es im Sommer ausser dem Pontonierfahrverein Schlieren nur Gummiboote, aber keine Motorboote, mit Ausnahmen für die Polizei, die Feuerwehr und die Boote der Kraftwerke am Fluss. Einzig im Hafenbereich der Stadt Zürich darf die Limmat, sofern man eine Sonderbewilligung hat, mit einem Motorboot befahren werden.
Daniel Fasnacht vom Amt für Umwelt des Kantons Solothurn sagt auf Anfrage, dass es an der Aare verschiedene Anbindezonen und dort dann auch Bootsstege gebe, an denen vier bis fünf Boote festgemacht seien. Das seien in der Regel alles motorisierte Fischerboote. In Solothurn gibt es demzufolge auch nichts, was im Entferntesten an eine 50:50-Regelung ­erinnert. Ausserdem sei das Aareufer mit grossen Blocksteinen befestigt, naturbelassene Uferabschnitte gebe es nur wenige.
Damit ist auch gesagt, dass die topografischen Gegebenheiten, wie sie in Schaffhausen herrschen, mit einem ab der Stadtgrenze rheinaufwärts praktisch unverbauten Ufer, ein sogenanntes Alleinstellungsmerkmal des Flusses zwischen der Munotstadt und Stein am Rhein sind. Nicht zuletzt deshalb kann ja die hiesige Schifffahrtsgesellschaft mit der «schönsten Flussfahrt Europas» um Passagiere werben.
Das Stacheln ist eine meditative Angelegenheit. Man muss sich konzentrieren, es braucht Kraft, Geschick und Ausdauer, um den Weidling zwischen Ufer und den Pfahlreihen mit den vertäuten Booten – solche Pfahlreihen werden die Stachler praktisch bis zur Diessenhofer Brücke begleiten – so zu bewegen, dass man nicht dauernd irgendwo anstösst. Beim Stacheln wird man zeitlos, es ist ein Stresskiller sondergleichen.

**Stacheln am Rhein in freier Natur**
Wirklich völlig einzigartig, so was? Nicht ganz. In Tübingen beispielsweise gibt es vergleichbar gebaute Stocherboote. Sie werden auch ähnlich bewegt, allerdings lediglich auf einem kleinen, gestauten Abschnitt des Neckars auf Stadtgebiet zwischen zwei Wehren. Motoren sind dort zwar verboten, aber eine vergleichbare Idylle? Nein. Am Rhein zwischen Schaffhausen und Stein kann man anlanden, Feuer machen, baden. Sich nach dem anstrengenden Stacheln abkühlen. Es ist still, und klar: Es macht einen Unterschied, ob nacheinander fünf Stachelweidlinge an einem vorbeifahren oder fünf Weidlinge mit Motoren.
Seit wann fährt man eigentlich zum Vergnügen mit Weidlingen auf dem Rhein? «Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts», sagt Stadtarchivar Peter Scheck. Es sei zuerst ein Privileg der Städter gewesen. «Die Studentenverbindung Scaphusia fuhr schon um 1880 mit einem Weidling auf dem Rhein.» Bald trat auch die Polizei auf den Plan. Sie hat ab 1923 Bootskontrollen durchgeführt.
Damals war die Lindli-Promenade nicht ganz 30 Jahre alt. Sie war 1894 angelegt und bepflanzt worden, «zu einer Zeit, wo man das Spazieren entdeckte», wie Peter Scheck sagte.

**Mehr Plätze dank Lindli-Promenade**
1940 gab es zur Lindli-Promenade auch kritische Stimmen: Sie sei alles andere als naturnah, und die Bäume würden, weil sie zu eng stünden, die freie Sicht auf den Rhein behindern. In den frühen 1960er-Jahren wurde die Lindli-Promenade dann in ihrer heutigen Länge bis zur Landesgrenze beim Restaurant Rheinhalde aufgeschüttet. Nicht zuletzt, damit die Stadt mehr Bootsliegeplätze anbieten konnte.
Die Weidlinge übrigens sind ein weit verbreiteter und sehr alter Bootstyp, unabhängig davon, ob sie ge­stachelt oder mit einem Verbrennungs- oder einem Elektromotor bewegt werden.


**Die 50:50-Regelung – Wie es kam, dass die Stadt Schaffhausen die Zahl der Bootsmotoren beschränkte**

Die sogenannte 50:50-Regelung besagt, dass an den Bootspfählen auf dem ­Hoheitsgebiet der Stadt Schaffhausen nicht mehr als 50 Prozent der Boote, meist Weidlinge, von einem Motor ­angetrieben sein dürfen.
Wie es zur 50:50-Regelung kam, ist schriftlich nachzulesen in der Maturaarbeit, die Hanna Engelhart unter dem Titel «Bootspfähle am Lindli» im Jahre 2014 verfasst hat. In dieser Arbeit wird aufgezeigt, wie es 1974 Streit um eine vom Stadtrat erlassene Gebührener­höhung gab. Für Boote mit Motor sollte dreimal so viel Pfahlmiete bezahlt ­werden, mutmassliches, nicht explizit deklariertes Motiv: Schutz der Rheinlandschaft. Der Wassersport-Verband protestierte dagegen und bekam vor Obergericht recht. «Der zunehmende Motorbootverkehr ging damals vor ­allem den Weidlingsstachlern und den Kanuten auf die Nerven», sagt René Uhlmann, Präsident der Aktion Rhy, die zu jener Zeit gegen eine Autobahnbrücke, die über den Schaaren hätte führen sollen, protestierte. Die Aktion Rhy wurde auch gegen die Motorboote aktiv, zumal die Schaffhauser Regierung zögerte, motorlose Boote auf dem Rhein tatsächlich zu bevorzugen. «Am Sonntag konnte man als Weidlingsstachler ja nicht mehr auf den Rhein, weil die Motorboote herum­sausten», so Uhlmann.
1976 trat die Internationale Bodensee-Verordnung in Kraft, die Geschwindigkeitsbegrenzungen vorschrieb. ­Dennoch kam es 1981 zur ersten Protestaktion gegen Motorboote auf dem Rhein, die nächste ein Jahr später und weitere folgten. 1986 beschloss der Stadtrat dann: «Bei der Zuteilung der Bootsliegeplätze sind in erster ­Linie Bewerber zu berücksichtigen, welche sich unterschriftlich verpflichten, auf einen Bootsmotor zu verzichten. Diese Regelung gilt so lange, bis der Motorboot­bestand auf die Hälfte aller städtischen Bootsliegeplätze reduziert ist.»

**Motorboot-Club blitzte ab**
Der sogenannten 50:50-Regelung ­erwuchs bald ­Widerstand vom Motorboot-Club. Allerdings blitzten seine Vertreter 1988 vor Obergericht ab. «Das allgemeine Interesse, mithilfe von Motorkraft möglichst mühelos flussaufwärts zu gelangen, ist jedenfalls dem öffentlichen Interesse an einer ­Reduktion der Liegeplätze für Motorboote und des Motorbootsverkehrs unterzuordnen», hiess es in der Begründung. An diesem Verdikt dürfte sich aus der Sicht der Naturschutzorganisationen wie auch der Aktion Rhy bis heute nichts geändert haben. Sie haben sich folglich zu einer Phalanx zusammengeschlossen und wollen den Stadtrat dazu bringen, auf den Entscheid zurückzukommen und die 50:50-Regelung nicht aufzuheben.
Auch in Feuerthalen-Langwiesen, wo es zwischen der Schaffhauser Rheinbrücke bis fast hinauf zum Paradies rund 130 Bootsplätze gibt, für die die Konzession des Kantons Schaffhausen gilt, war bis zum Inkrafttreten des neuen Schaffhauser Richtplans 2003 die 50:50-Regelung wirksam. «Diese Parität haben wir indes nie ­erreicht», so Bausekretär Robert Schwarzer. «Bei uns ist das Verhältnis heute etwa zwei Drittel zu einem Drittel zugunsten motorisierter Boote.» ­Allerdings würde die Gemeinde bei der Vergabe von Pfosten immer noch Bootsbesitzer bevorzugen, die ihr ­Gefährt ohne Motor betreiben.
Ausser diesen Plätzen gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde noch rund 40 Liegeplätze, für die die Konzession des Kantons Zürich gilt. «Und bei diesen Plätzen», so Robert Schwarzer, «gibt es überhaupt keine Beschränkung, was die Motorisierung betrifft.»(Wü.)


**Bootsplätze am Rhein – Von Schaffhausen bis zum See**

Schaffhausen
Zwischen dem ­Rosentalgässchen und dem Restaurant Rheinhalde gibt es 278 Bootsplätze. Davon vergibt die Stadt 238 Plätze.

Feuerthalen-Langwiesen
Hier gibt es 170 Bootsplätze. Auch ohne 50:50-Reglung werden Besitzer von motorlosen Booten bevorzugt.

Paradies
Auf dem Gemeindegebiet von Schlatt gibt es beim Paradies rund 30 Pfähle. Keine Beschränkungen für Motoren.

Büsingen
Büsinger Bootsplätze gibt es nur für Büsinger. Keine Beschränkung für Motoren.

Dörflingen
Die Gemeinde Dörflingen hat 40 Bootsliegeplätze, motorlose Boote werden bevorzugt.

Diessenhofen
Hier gibt es 75 Plätze, davon 18 für die Fischerzunft, und keine 50:50-Regelung.

Stein am Rhein
Die Stadt hat 177 Bootsplätze mit öffentlichem Zugang, 61 Plätze auf privatem Grund und 20 Gastplätze. Alle Boote dürfen Motoren haben.(Wü.)

#Notizen zu Namen

22. Februar 2016 | Zwei Gedenktafeln für Otto Uehlinger

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Der Wind trieb Schnee und Regen durch die Vordergasse, wo sich um 14 Uhr vor dem «Hirschen», dem Geburtshaus des Mundartdichters Otto Uehlinger, der am vergangenen Samstag 100 Jahre alt geworden wäre, über 100 Personen zu einer Gedenkfeier eingefunden hatten. Der Lehrer Beat De Ventura stellte sich mit seinen Schülern auf und intonierte vor dem noch verhüllten Erinnerungsbild das «Randenlied», die wohl bekannteste Komposition des einstigen Lehrers Otto Uehlinger.
Nach diesem schwungvollen Einstieg zitierte Beat De Ventura, der sich zu diesem Anlass angezogen hatte, wie es zu Otto Uehlingers Zeiten modern gewesen war, aus einer Schrift des Mundartautors, die dieser 1978 verfasst hatte. Vor damals 100 Jahren habe ein Professor behauptet, so heisst es darin, dass es 1920 keine Kantonsdialekte mehr geben werde, sondern nur noch «Oltemer Bahnhofsbuffet-Tüütsch». Natürlich habe der Professor nicht recht gehabt: «Me kännt üüs Schafuuser vor allem wägem braate A, wo üsi Schpròòch rund und tüüff macht. Sie töönt we e groossi Glogge.» Dann folgten Beispiele: Zaane statt Zaine, Baa statt Bein/Beine und natürlich Ziiting, Sitzing, Schübling. Und man hörte vom Spiegelei, das ein Stierenaug sei, und vom Überbürzel, wie der Purzelbaum im Schaffhausischen heisse. Und passend zur Witterung sprach De Ventura genüsslich vom «Schnäiele und Bäiele», vom «Pfnüsel» und zeigte die reiche Ausdruckspalette für das Regnen auf: «fiserle, ghäie lòò, schif- fe, saache, tachle, schtrò- dle, schträäze». Jedes dieser Wörter habe sein eigenes Gewicht; die Mundart habe das «Gschpüri» für den richtigen Ausdruck.
Ein Kind durfte dann das Leintuch von der Informationstafel und von der Gedenktafel, einem von der Neunkircher Künstlerin Claudia Girard geschaffenen Porträt des Dichters, ziehen. Die Künstlerin dankte der Gemeinde und allen Sponsoren, darunter der Schaffhauser Mundartverein, und sagte: «Aus der Pose des Dichters und Denkers, die Otto Uehlinger einnehmen konnte, strahlt nicht nur Respekt und Intelligenz, sondern auch Güte.» Und um die Mundwinkel spiele etwas Humorvolles, und in den Augen liege eine ordentliche Schwermut. «Der Mann hat viele schöne und viele schwere Erlebnisse gehabt.»

**«Nüüchilch» versus «Nüüchirch»**
Marianne Leu, die Tochter des Dichters, gab der Feier eine ganz persönliche Note: «Wenn de Otti Uehlinger, de Schtürmer, de Vatti uns sehen könnte, dann wäre er ganz einfach glücklich, dass er nicht vergessen worden ist.» Er würde es geniessen, zu sehen, sagte sie, wie vielen Leuten er mit seinen Geschichten auch heute noch Freude macht, und er wäre stolz, dass seine Lieder noch immer gesungen werden. Und sie erwähnte die Urenkelin, die mit gut drei Jahren schon alle Strophen des «Randenliedes» auswendig singen könne.
Danach lud die Kulturreferentin der Gemeinde Neunkirch, Jana Honegger, ins Altersheim zu einer «Schtubete». In der Wärme gab es Rickli und Wein, Beat De Ventura las Uehlinger-Geschichten vor, man sang die Lieder «Mii Randeland» und «Im Chläggi dihaam» und nahm zur Kenntnis, wie liebevoll Otto Uehlinger mit dem Städtlinamen umging: Neunkirch heisse in der Mundart «Nüüchilch», und dieses Wort klinge, als würde einem jemand die Wange streicheln. Das neuere «Nüüchirch» dagegen sei rau, wie gesandet, und kratze.
Am Schluss stand der Wunsch Otto Uehlingers an die Nachgeborenen gerade im Hinblick auf solche und andere Feinheiten der Sprache: «Ich wünsche euch ein gutes Musikgehör!»



Am Haus zum Hirschen, wo Otto Uehlinger 1916 geboren wurde, enthüllt ein Kind mit Claudia Girard die Gedenktafeln im Beisein von Marianne Leu, der Tochter von Otto Uehlinger (im grauen Mantel). Ganz rechts Beat De Ventura.
Bild Alfred Wüger

#Allgemeines

22. Februar 2016 | Ergebnisse der Abschlussklassen

Schaffhauser Nachrichten
Anna Rosenwasser

Für die einen war es bloss Ausnahmeunterricht an einem Samstagmorgen, für die anderen ein Hauch schulische Nostalgie: Die Kantonsschule Schaffhausen lud vergangenes Wochenende zum Besuchsmorgen. Im Anschluss fand das Alumnitreffen in den Räumlichkeiten der Mensa statt: Ehemalige Schülerinnen und Schüler, die vergangenen Sommer abschlossen, hatten sich hierfür anmelden können. Ein ­gutes Zeichen: Es erschienen mehr Personen als angemeldet. Es sei das vielleicht «spannendste Alumnitreffen» seit längerer Zeit, soRektor Pasquale Comi.Während nämlich während der vergangenen Jahre die Matur- und Fachmittelschul-Abschlussjahrgänge 2011 bis 2014 vom Institut für Bildungsforschung befragt worden waren, kamen die diesjährigen Anwesenden in den Genuss der bisherigen Ergebnisse. Comi fasste Antworten und Tendenzen der Befragungen zusammen und zeigte sich erfreut über die grosse Zufriedenheit der ehemaligen Schülerinnen und Schüler, die das Schaffhauser Kurzzeitgymnasium nicht nur allgemein, sondern auch im Hinblick auf Sonderveranstaltungen, die Vorbereitung aufs Studium und ihren Ausbildungsstand im Durchschnitt hoch einschätzen. Kritik äusserten die Befragten im Hinblick auf die uneinheitlichen Anforderungen – hier wurden mittlerweile entsprechende Massnahmen getroffen –, das Wahlfachangebot und die Unterschiede zwischen FMS und Maturschule.
Am Ende dieser kurzen Zusammenfassung folgten kaum Fragen der anwesenden Alumni. «Uns betrifft das ja kaum mehr», begründeten etwa Mirusche Suboska, Roger Thöni und Paloma Porfido. Andere erkannten kritische Gedanken in der Zusammenfassung wieder: «Wir konnten Lob und Kritik nachvollziehen», fanden etwa David Marxen, Divya Maliakal und Katharina Kuhn,«die Fächerverteilung im naturwissenschaftlichen Profil hat schon eine Rolle gespielt.» Ausschliesslich positiv ist dafür der Grund für die Anwesenheit von Kaltrina Nuhiu und Céline Spengler: Die beiden FMS-Schülerinnen, die momentan beide ein Praktikum absolvieren, vermissen die Schule.
Künftig wird die Kantonsschule aus Kostengründen die Umfragen verdichten und im Haus mit einer bereits erfolgreich genutzten Software durchführen. Der Jahrgang 2016 soll der erste davon betroffene Abschlussjahrgang sein.


«Die Umfrage ist lange her – und betrifft uns kaum mehr», sagen Mirusche Suboska, Roger Thöni und Paloma Porfido.


Begrüssten die neuen Alumni: Detlef Roth (Prorektor Profil S), Pasquale Comi (Rektor) und Georg Keller (Prorektor Profil M).


Kaltrina Nuhiu und Céline Spengler aus der FMS machen aktuell je ein Praktikum und vermissen die Schule.


Können präsentierte Kritik nachvollziehen: David Marxen, Divya Maliakal und Katharina Kuhn.


Vergnügtes Wiedersehen: Ein halbes Jahr nach dem Abschluss trafen sich einige der Schaffhauser Maturandinnen und Maturanden wieder – erst für den Besuchsmorgen, danach für das Alumnitreffen.
Bilder Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

13. Februar 2016 | Die Mundart verliert ihre Eigenheiten

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Wenn am nächsten Samstag in Otto Uehlingers Geburtsort Neunkirch anlässlich seines 100. Geburtstags eine Gedenkfeier stattfindet, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der verdienstvolle Mundartautor heute weitgehend vergessen ist. Seine Bücher findet man am ehesten noch in Brockenstuben oder hier und dort antiquarisch in einer Buchhandlung.
Christoph Landolt, Mitarbeiter beim Schweizerischen Idiotikon in ­Zürich, kann denn auch keine allgemeine Welle der Mundartliteratur erkennen – und das trotz eines Gross­erfolgs wie «Dr Goalie bin ig» von Pedro Lenz. «Was das Literarische betrifft», sagt Landolt, «ist die Mundart in der Schweiz praktisch gestorben. Auch die, die Erfolg haben, sind letztlich völlig isolierte Figuren.» Zwischen 1900 und 1950 sei das anders gewesen. Da habe es die sogenannte Heimatschutzliteratur gegeben, auch mit vielen Laien­theatern. Im Kanton Schaffhausen war etwa die Wilchingerin Ruth Blum in Mundart für die Bühne aktiv. Dann, so Landolt weiter, seien in den 1960er-Jahren die Berner Troubadoure gekommen. Auch diese Tradition hat bekanntlich Schaffhauser Ableger: Dieter Wiesmann und, seit Neustem, Christoph Bürgin.
Einer noch neueren Strömung, näm- lich der Slam-Poetry, gehört ­Gabriel Vetter, geboren 1983, an. Er sagt: «Ich bin in Beggingen mit Mundartsprüchen und -witzen aufgewachsen. In Beggingen definierte man sich sehr über den eigenen Dialekt. Die Sprache war also immer auch als Merkmal und Kultur spürbar. Ich würde sogar sagen: Der ‹Mundartdichter›, der mich am meisten geprägt hat, war und ist der Begginger Dialekt mitsamt seinen Geschichten. Wundervoll!»
Eine andere Erfahrung hat der gut 60jährige Neunkircher Lehrer Beat De Ventura gemacht, der bei der Feier am kommenden Samstag die Gedenktafel für Otto Uehlinger enthüllen wird. «In der dritten Sekundarklasse nehme ich den Dialekt durch», berichtet er. «Das ist freiwillig. Vor zehn Jahren gab es noch Siblinger Schüler, die sagten: ‹Ich gang haam, mir tot s Baa wee.› Aber heute ist die alte Mundart flächen­deckend verschwunden. Einzelne von den Höfen reden vielleicht noch so, aber allgemein ist ihnen die Internetsprache wichtiger, als sich ‹haamet­vobunde› auszudrücken.»

**Wenn das urbane Zentrum fehlt**
Mundartforscher Christoph Lan­dolt bestätigt diesen Befund. «Es ist eindeutig, dass die Dialekte verflachen. In Schaffhausen ging man wie in St. Gallen auch bereits im frühen 19. Jahrhundert etwa von ‹Laatere› zu ‹Läitere› über. Das heisst, wenn eine Sprache kein urbanes Zentrum hat, wird sie zur Bauernsprache, und wer aufsteigen will, legt dieses Bäurische ab.»
Auch Gabriel Vetter lebt aber nicht mehr auf dem Dorf. Er kann in der Mundart slammen oder die Schriftsprache mit Mundart pfeffern. Dass die Ostschweizer gegenüber den Bernern im Hintertreffen seien, sieht er nicht. Im Gegenteil: «In der Slamszene war die Ostschweiz bis vor Kurzem eigentlich eine regelrechte Übermacht.»
Die Unterschiede in den Mund­arten und die Veränderungen durch die Sprachentwicklung würden in der Schweiz praktisch nicht erforscht, bedauert Landolt – und das sei doch erstaunlich in einem Land, wo die Mundart einen so grossen Stellenwert habe. Aber in der Schweiz sei es eben selbstverständlich, Mundart zu sprechen. Das sei lange überall so gewesen. Denn dass man sich in der Schriftsprache unterhalte, sei eine sehr junge Erscheinung.»


**Dichter, Mundartautor und Komponist Otto Uehlinger**

*«Nääne uf de ganze Wält redt me esoo, we miir redet»*

Heute, am 13. Februar, könnte Otto Uehlinger seinen 100. Geburtstag feiern, wäre er nicht bereits im Jahre 2004 gestorben. Was er der Bevölkerung des Kantons Schaffhausen hinterlassen hat, ist indes zum Teil Volksgut und damit in einem gewissen Sinn unvergänglich geworden. So etwa das «Randelied», neben Dieter Wiesmanns «Bloos e chliini Stadt», die bekannteste Schaffhauser Hymne. Mit dem Refrain «Wär wett i de Stube hocke / du bisch doch no z jung dezue / De Rucksack an Puggel / uf d Socke / Mir haued s in Rande ue» drückt das Lied auf unvergleichliche Weise die Verbundenheit der Menschen mit der Landschaft, in der sie leben, aus.
Alfred Richli, der Mentor des Schaffhauser Wörterbuches, nennt Otto Uehlinger den «populärsten Mundartautor». Er sei populärer als Albert Bächtold, der viel mehr vom Leser verlangt habe. Uehlinger habe dadurch eine Breitenwirkung gehabt, die dem Schaffhauser Mundart-«Olympier» Bächtold versagt geblieben sei. Allerdings habe Uehlinger nicht Bächtolds langen Atem gehabt. Vielmehr sei Uehlinger, so Richli, seinem Übernamen «Stürmer» gerecht geworden: «Kurzer Anlauf, grosse Wirkung und alles bedienen, was die Leute liebten, samt tiefer Tragik, Trauer, Heiterkeit.» So seien kurze Geschichten entstanden – wie sie in den Bänden «Am Trottefüür» aus dem Jahre 1970 sowie «Bim Häidebomm» aus dem Jahre 1979 gesammelt sind. Der rasche Erfolg, den der Autor angestrebt habe, sei ihm auch zuteil geworden, sagt Richli.
Otto Uehlinger schrieb und komponierte übrigens nicht nur das «Randelied», sondern auch das «Reiatlied» sowie das Büsingerlied «Am Rii dihaam» – Werke, die bei ihm bestellt worden waren. Richli: «Diese Lieder prägten sich den Menschen tief ein, weil sie sentimental waren und rhythmisch lebendig.»

**Ein Spracherzieher**
Otto Uehlinger war allerdings nicht nur Mundartautor, sondern er wollte die Mundart den Leuten nahebringen. Er stellte zu diesem Zweck zwei kleine Bändchen zusammen – «Schafuuser Mundaart» und «No meh Schafuuser Mundaart», die 1983 und 1986 von der Kantonalbank herausgegeben wurden, eine gute Resonanz fanden und als Vorläufer des aktuellen «Wörterbuchs der Schaffhauser Mundart» gelten können.
Aufgewachsen war Uehlinger im Restaurant «Zum Hirschen» in Neunkirch. Später zog er nach Osterfingen und war als Lehrer zuerst dort und dann in Schaffhausen tätig, wo er nach seiner Pensionierung als Zivilstandsbeamter wirkte. Er war ausserdem von 1961 bis 1974 Munotvater und genoss daher starke öffentliche Präsenz.
Im Expojahr 1964 wurde sein Gedicht «De Bückiträger» in eine kleine Anthologie mit sieben Schaffhauser Dichtern aufgenommen. Und im Band «Schweizer Dialekte» schrieb Uehlinger 1965: «Üüseri Mundaart ghöört üüs ganz elaage. Nääne uf de ganze Wält redt me esoo, we miir redet. Und kann Mänsch cha üüs die Schprooch ewäg nää, will si i üüs inne ischt wie s Läbe.»
Nun, die Sprache ist wie das Leben pausenlosem Wandel unterworfen. «Otto Uehlinger wollte die Mundart als ernst zu nehmendes Ausdrucksmittel mit Humor populär machen, und das ist ihm auch gelungen», sagt Richli, denn: «Das Spracherzieherische pflegte er wie kein Zweiter.»
(Wü.)


**Schaffhauser Literatur**

*Drei Autoren und ihre Mundartwerke*

Die Schaffhauser Mundartliteratur hat eine reiche Tradition. Wie umfangreich sie einst war, lässt sich auf www.idiotikon.ch inzwischen auch im Internet nachlesen. Aktuell macht nurmehr die Slam-Poetry-Szene von sich reden. Im Folgenden drei völlig unterschiedliche Beispiele von Schaffhauser Mundartautoren:

Albert Bächtold
lebte von 1891 bis 1981. Der Klettgauer schuf ein mehrbändiges autobiografisches Werk, das in seiner Art in der gesamten Deutschschweizer Mundartliteratur einzigartig und weitgehend von hohem literarischem Rang ist. Dies gilt insbesondere für den zweibändigen Roman «Pjotr Iwanowitsch», der derzeit von einer aus Kiew gebürtigen Übersetzerin ins Russische übertragen wird.

Blanka Chiozza-Surbeck
wurde 1920 in Oberhallau geboren und starb 2007. Statt Medizin ­studieren zu können, wuchs sie ins «Rebwerk» hinein und arbeitete später in der Zucker­bäckerei Ermatinger als Verkäuferin. Erst 1995 wurde ihr Hauptwerk «Es ­Mareili» im Meier Buchverlag Schaffhausen, der auch das Werk von Albert Bächtold betreut, heraus- gegeben. Im «Mareili» erzählt Blanka Chiozza-­Surbeck ihre Kindheit.

Gabriel Vetter
wurde 1983 geboren und wuchs in Beggingen auf. «Den Liedermacher Dieter Wiesmann habe ich als Apotheker meiner Mutter wahr- genommen», sagt er, «und mit Albert Bächtold kam ich erst durch den Film ‹Z Kiew redt me Mundaart› in Kontakt. Am meisten hat mich Markus Werner beeinflusst: Bei ihm lernte ich, dass Mundartausdrücke einen Satz träfer oder lakonischer machen können.»
(Wü.)


**Otto Uehlinger Festakt zu Ehren des Dichters**

Feier
Am nächsten Samstag um 14 Uhr wird in Neunkirch am Haus «zum Hirschen», wo Otto Uehlinger als Sohn des Wirte- ehepaars aufwuchs, eine Gedenktafel enthüllt. Der Neunkircher Lehrer Beat De Ventura wird beim Festakt als Otto Uehlinger ver- kleidet auftreten und Texte lesen. Danach gibt es einen Umtrunk.

Stationen
Otto Uehlinger ver- liess in jungen Jahren Neunkirch, wurde Lehrer in Osterfingen und später in Schaffhausen. Ausserdem wirkte er als Zivilstandsbeamter und war von 1961 bis 1974 Munotvater.

Bücher
Heute sind die Bücher von Otto Uehlinger nicht mehr ohne Weiteres greifbar. Dies gilt auch für «Am Trottefüür» und «Bim Häidebomm», die heitere und besinnliche Kurzgeschichten enthalten. Die Stimme des Dichters ist zu hören auf www.mundartschaffhausen.ch.
(Wü.)

#Notizen zu Namen

15. Januar 2016 | Was das Orakel für das Jahr 2016 weissagt

Schaffhauser Nachrichten
Daniel Jung

Ein grosses Stelldichein von Menschen aus der Region Schaffhausen, das war das 38. Bleigiessen der «Schaffhauser Nachrichten». Gestern Abend wurden im Schaffhauser Stadttheater wiederum sechs Prominente eingeladen, einen humorvollen Blick auf die Herausforderungen im Jahr 2016 zu werfen.
Traditionell wird das Blei beim Neujahrsanlass auf einer alten Einzelbuchstaben-Bleigussmaschine aus dem Buchdruck erhitzt. Die Gäste lassen eine Suppenkelle davon in einen Kübel kalten Wassers fallen. Dann zischt es laut, und es entsteht eine unregelmässige, oft bizarre Figur, die es zu interpretieren gilt. Die Gäste stellten sich in kurzen Videobeiträgen selber vor und sprachen über ihre Vorsätze für das neue Jahr. Durch den Abend führte SN-Redaktor Zeno Geisseler.

**Die gestiefelte Springmaus**
Als Erster an der Reihe war gestern FDP-Grossstadtrat Martin Egger, der bereits heute Abend zum Grossstadtratspräsidenten gewählt werden dürfte. Egger goss eine Form, in welcher er «eine Springmaus, die gerade am Trinken ist» erkannte. Das Orakel – eine Stimme, die vom Bühnenhintergrund zum Publikum spricht – forderte Egger auf, die Siebenmeilenstiefel anzuziehen. «Sei offen für alles, was dir begegnet», sagte das Orakel zum Politiker. Ob es sich damit auf mögliche Regierungsratsambitionen des FDP-Politikers bezog, blieb offen. Egger hatte zuvor auf eine entsprechende Frage gesagt, man solle niemals nie sagen.

Katharina Epprecht, Direktorin des Museums zu Allerheiligen, sprach schon vor ihrem Bleiguss von der Brückenfunktion, welche das Museum in Schaffhausen zwischen ­Altstadt und Rheinufer sowie zwischen Bevölkerung und Kunst innehabe. ­Passenderweise goss sie dann eine «Zweibogenbrücke, der noch ein Pfeiler fehlt». Das Orakel prophezeite ­Epprecht, dass ihr Leben im neuen Jahr in Bewegung kommen werde. «Bewegung ist gut», befand Epprecht. Als ­Moderator Geisseler ihren Wechsel vom Museum Rietberg in Zürich nach Schaffhausen mit einem Transfer vom GC-Fussballclub zum FC Schaffhausen verglich, protestierte Epprecht deutlich: «Das ist ein riesiges Missverständnis – das Museum zu Allerheiligen ist ein hervorragendes Museum.»

Das Blei von Peter Uehlinger, Präsident des Munotvereins, erstarrte in der Form eines Tanzschuhs. Dabei wurde auf der Bühne gescherzt, Uehlinger habe «einen Schuh herausgezogen». Das Orakel erkannte im Schuh jedoch nichts ­Negatives, machte ­Ueh- linger aber Mut für neue Wege: «Du musst mehr riskieren, wenn du nicht auf der Stelle treten willst», fand die Stimme aus dem Hintergrund.

**Bunte Papageien in der Bank**
Kantonalbank-Chef Martin Vogel sah in seinem Bleiguss einen Papagei. Bunte Vögel seien in der Bank gar nicht unerwünscht, sagte er. «Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter eine eigene Meinung haben.» Das Orakel behauptete, der Papagei mache Vogel aufmerksam auf «Betrügereien im neuen Jahr». Es ergänzte: «Bleib wachsam, dann wird es ein gutes 2016.»

Yiting Cao, Captain des Volleyballteams VC Kanti, sah in ihrer Form zunächst einen Helikopter, entschied sich aber schliesslich für zwei Ski- fahrer. In Schanghai aufgewachsen, kam die Profisportlerin nach einem Aufenthalt in den USA nach Schaffhausen. «2016 wird ein Jahr voller unerwarteter Möglichkeiten», verkündete das Orakel.

Philipp Müller, abtretender Parteipräsident der FDP Schweiz, goss ein besonders bizarres Gebilde. Er erkannte darin «ein Huhn im Gehege, nachdem der Fuchs da gewesen ist». Als Parteipräsident sei man zwar kein armes Huhn, so Müller, eine Zielscheibe für Angriffe stelle man jedoch oft dar. «Du gewinnst eine neue Gelassenheit», ­verkündete das Orakel, «tu dir etwas Gutes.»


**Silvester-Bleigiessen Ein alter Brauch**

Orakel-BrauchtumBleigiessen wird heute vorwiegend in wenig ernster Weise rund um Silvester praktiziert. Es war aber schon bei den alten Römern verbreitet, die als erste Kultur in grösserem Massstab Blei verwendeten.
*Ablauf*
Beim SN-Bleigiessen werden Bleistücke in einer historischen Bleisatzmaschine erhitzt, bis sie gerade eben geschmolzen sind. Das flüssige Metall wird sodann mit einer Suppenkelle in einen bereitgestellten Kübel mit kaltem Wasser gegossen, wo es sofort zu bizarren Formen erstarrt. Anhand dieser Figuren können die Teilnehmer dann ihre Zukunft erahnen.

Legende



Peter Uehlinger, Präsident des Munotvereins, erkannte in seiner Form einen Tanzschuh. «Schuhe kann man immer brauchen», sagte er pragmatisch.

#Notizen zu Namen

12. Januar 2016 | Die Eierstöcke halten nicht Schritt

Die Weltwoche
Claudia Schumacher

*Schwangerschaften von Frauen über 35 Jahren gelten als riskant. Welches Risiko nimmt Margarita Louis-Dreyfus in Kauf, die nun mit 53 Jahren noch Zwillinge bekommt?*
Das Risiko im Einzelfall lässt sich schwer bewerten. Wenn eine sehr gesunde, sehr fitte, materiell abgesicherte Frau unter ­optimaler medizinischer Betreuung mit 53 Jahren schwanger werden möchte, kann das eine legitime persönliche Entscheidung sein. Und auch wenn es unwahrscheinlich ist: Die Möglichkeit, dass eine Frau mit über fünfzig Jahren auf natür­lichem Wege schwanger wird, besteht ­übrigens. Die älteste Frau, von der wir in diesem Zusammenhang wissen, war 58 Jahre alt.

*Der späte Kinderwunsch ist ein Trend. Nicht nur die Karriereoptionen der ­heutigen Frau, auch die steigende Lebens­erwartung spielt hier mit hinein. ­Verschiebt sich parallel dazu das Fruchtbarkeitsfenster?*
Das ist das Problem: Die Eierstöcke der Frau halten nicht Schritt mit der allgemeinen Entwicklung der Lebenserwartung. Während sich die Samenzellen der Männer millionenfach durch Zellteilung regenerieren und Charlie Chaplin mit achtzig Jahren noch ein Kind zeugen konnte, regenerieren sich die Eier der Frau nicht. Ab 34 Jahren ist das Erbgut in den Eizellen zunehmend brüchig und fehleranfällig. Es ist nicht absehbar, dass sich das ändert.

*Die Evolution müsste sich etwas einfallen lassen.*
Sie hatte wohl einfach nicht genug Zeit ­dazu. Erst mit der Ausbreitung der Verhütungsmittel ab den fünfziger Jahren verschiebt sich das Alter, in dem Frauen ihre Kinder bekommen, nach hinten. Bis auf die Eizellenspende von jüngeren an ältere Frauen gibt es hier bis jetzt keine Lösung.

*Wie hilfreich ist die Möglichkeit, eigene Eizellen einfrieren zu lassen?*
Ich betrachte sie als Notlösung für Frauen, die Kinder möchten, aber aufgrund ­ungünstiger Schicksalswendungen mit dreissig noch nicht absehen können, wann die Familiengründung geschehen könnte. Als einen gesellschaftsfähigen Entwurf für die Mehrheit der Frauen sehe ich die Eizellenvorsorge aber nicht an. Der natürliche Weg, schwanger zu werden, ist immer noch der sicherste – wer die Wahl hat, sollte nicht warten, bis es dafür zu spät ­geworden ist.

*Wie liegen die Kosten bei den assistierten Befruchtungsmethoden?*
Im Raum Zürich kostet das Einfrieren der eigenen Eizellen etwa 5000 Franken. Eine künstliche Befruchtung liegt pro Anlauf bei unter 10?000 Franken. Die Eizellenspende von einer Frau an die andere ist in der Schweiz zwar nicht erlaubt, lässt sich aber über das Ausland arrangieren. Spanien ist ­eine beliebte Anlaufstelle. Dort kostet eine Eizellen­spende etwa 10?000 Euro.

*Wie können junge Frauen präventiv ihre Fruchtbarkeit positiv beeinflussen?*
Nichtraucherin werden oder bleiben. Sport treiben. Genug schlafen. Und ein normales Gewicht halten. Nicht zuletzt sollten ­Frauen mit Kinderwunsch ab dem Alter von dreissig Jahren nur Beziehungen mit Männern eingehen, die für diesen Wunsch offen sind.

*Wenn der Weg am Ende aber doch in die ­Klinik führt: Wie viele Befruchtungszyklen sind vertretbar?*
Die Krankenkasse zahlt – bevor das Rea­genzglas notwendig wird – drei Inseminationen pro Schwangerschaft. Wenn diese drei nicht fruchten, führen wir ein Gespräch mit dem Paar, das sich ab dann finanziell beteiligen muss. Die In-vitro-Fertilisation mit eigenen Eizellen muss aber nicht das Ende sein. Mit fremden Eizellen können sich die Chancen noch einmal um den Faktor 5 oder sogar 10 verbessern.

*Danach gibt es noch die Leihmutterschaft oder Adoption.*
Leihmutterschaft ist in der Schweiz verboten. Seriös wird sie nur in den USA angeboten. Im Einzelfall kann sie sinnvoll sein für Frauen, die ohne funktionsfähige Gebärmutter zur Welt gekommen sind. Doch das ist ein Randphänomen.

*Haben Sie schon einmal Frauen, die mit ­Ihrer Hilfe schwanger werden wollten, ­aufgrund ihres Alters abgewiesen?*
Frauen Mitte vierzig habe ich schon häufig mit Bedauern abgewiesen, wenn die Wahrscheinlichkeit einer gesunden Schwangerschaft aus eigenen Eizellen bei unter fünf Prozent liegt. Wenn nur die Eizellen der Frau nicht gut sind, sie selbst aber gesund ist, rate ich zur Eizellenspende im Ausland. Wir dürfen hier zwar keine direkten Überweisungen tätigen, aber sehr wohl Kontakte vermitteln.

*Was ist die Zukunftsmusik der Fortpflanzungstechnik?*
Die Präimplantationsdiagnostik ist im Vormarsch: Embryonen können untersucht werden, bevor man sie einsetzt. In Spanien wird das bereits im frühen Stadium praktiziert, in der Schweiz haben wir einer Liberalisierung zugestimmt und müssen im Sommer noch über das Referendum abstimmen. Ich persönlich hoffe auf eine weitere Liberalisierung, denn die Präimplantationsdia­gnostik spart Zeit und Kosten. Man wird zum Beispiel bei Frauen über 38 Jahren viel schneller sagen können, ob sie mit den eigenen Eizellen überhaupt schwanger werden können. Der Fortschritt läuft auf dem Gebiet der Gentechnologie ab. Heutzutage kommt es bei der künstlichen Befruchtung noch häufig zu Mehrlingsgeburten. In Zukunft könnte man aber auch den Energie­gehalt der Embryonen untersuchen mit dem Hauptziel, nur noch einen einzigen Embryo einzusetzen und damit Zwillinge – sofern nicht gewünscht – zu verhindern.

Dr. med. Michael Singer ist ­Fortpflanzungsmediziner im Ärzteteam Gyné am See in Küsnacht ZH.

#Notizen zu Namen

15. Dezember 2015 | Traum und Wirklichkeit vermengen sich

Schaffhauser Nachrichten
Christina Brodowsky

Anfangs wollte Alexander Wanner seine Erlebnisse nur skizzenhaft zusammentragen, wie er bei der Präsentation seines Werkes am Freitagabend im Schaffhauser Bücher-Fass erzählte. «Damit wollte ich mir diese besondere Zeit selbst besser in Erinnerung halten.»
Kaum am Handlungsort des ersten Kapitels angekommen – ein zisterziensisches Kloster im Kanton Fribourg –, kam er jedoch zum Schluss, dass ein trockenes Aneinanderreihen von Stichworten den Erlebnissen nicht gerecht werden konnte. Ein Schlüsselmoment für diese Entscheidung war die Begegnung mit dem Klosterbruder Gaston. Dessen übertrieben wirkende Jovialität hinterliess einen bleibenden Eindruck bei Wanner. Die schlichte Einsamkeit des Klosters trug ebenfalls dazu bei, dass er sich alsbald in seiner Zelle hinsetzte und zu schreiben begann – von Hand, denn elektronische Geräte waren im Kloster nur bedingt toleriert.

**Nicht einfach ein Erlebnisbericht**
Das Buch setzt sich aus vier Kapiteln zusammen, von denen jedes einen anderen Abschnitt des Sabbaticals behandelt. Nach seinem Aufenthalt im Kloster reiste Wanner für ein paar Tage nach Caen, wo er zu seiner ­Studienzeit ein Auslandssemester verbracht hatte. Ein weiterer Abschnitt des Buchs widmet sich Wanners Verständnis für Musik und seinen Erfahrungen als junger und offenbar auch begabter Pianist. Den Abschluss bildet die Schilderung eines Praktikums auf einem Weingut in Bordeaux, welches er ebenfalls während seines Sabbaticals absolvierte.
Ein reiner Erlebnisbericht ist das Buch jedoch keinesfalls. Wanner schiebt immer wieder erfundene ­Sequenzen ein, die dem Leser wie Träume vorkommen. Der Zusammenhang dieser Fantasiegeschichten mit der Haupthandlung ist nicht immer auf Anhieb ersichtlich. Kenntnisse in der griechischen und römischen ­Mythologie erleichtern das Verständnis erheblich.
So kommt in einer Traumsequenz ein Motorradfahrer vor, dessen Helm kleine Flügel zieren, zudem fährt der Mann die erfundene Marke «Mercur AX». Neben dem titelgebenden ­Arkadien – einer sagenumwobenen Gegend in Griechenland – eine weitere Parallelen zu Vergils Aeneis. ­Darin stattet der Götterbote Merkur Aeneas einen Besuch ab. Und eines von Merkurs Erkennungsmerkmalen ist ein Helm mit Flügeln.
Diese Inspiration kam Wanner wohl nicht ganz zufällig, denn bei seinem Aufenthalt im Kloster beschäftigte er sich intensiv mit dem alten Text in lateinischer Originalsprache. Das Sabbatical war für ihn zwar eine Auszeit vom Lateinunterricht, keinesfalls aber vom Latein an sich.



Lebhaft schilderte Kantonsschullehrer Alexander Wanner (l.) die Entstehungsgeschichte seines ersten Buches. Das Bücher-Fass von Georg Freivogel (r.) bot den passenden Rahmen dazu.
Bild Bruno Bührer

#Allgemeines

12. Dezember 2015 | Trotz schwierigem Umfeld mit Jahresergebnis zufrieden

Schaffhauser Nachrichten
Rolf Fehlmann

369 Falken-Aktionäre fanden gestern Abend den Weg an die ordentliche Generalversammlung der Schaffhauser Traditionsbrauerei im «Park Casino». Unter den geschätzt gut 400 Anwesenden befanden sich Vertreter der nationalen, kantonalen und städtischen Politik sowie Spitzenvertreter der Schaffhauser Wirtschaft.
Philipp Moersen, Präsident des Verwaltungsrates der Brauerei, machte in seiner Begrüssung keinen Hehl daraus, dass die Bremsspuren des Frankenschocks noch längere Zeit nachwirken werden. Zusammen mit der Unsicherheit auf politischer Ebene – Stichworte Masseneinwanderungs-Initiative und bilaterale Verträge – und dem Einkaufstourismus ennet der Grenze treffe dies den Grenzkanton Schaffhausen noch stärker als andere Regionen. Moersen stellte in diesem Zusammenhang «einen Schwund an Loyalität» fest, «der einen mit Sorge und Unverständnis» erfülle. Falken ihrerseits bekenne sich zu Schaffhausen, versicherte Moersen: «Wir verdienen unser Geld in dieser Region, und entsprechend werden wir es auch in dieser Region und in der Schweiz wieder ausgeben.» Als aktuelles Beispiel für diese Haltung erwähnte Moersen das im Bau befindliche Gär- und Tanklager, in welches Falken fünf Millionen Franken investiert: «Alle den Bau betreffenden Aufträge haben wir an Schaffhauser Unternehmen vergeben.» Die Brauerei Falken habe im abgelaufenen Braujahr 2014/15 ein «ansprechendes Jahresergebnis» erwirtschaftet, so Moersen: «Das lässt es zu, die im Berichtsjahr getätigten Investitionen voll abzuschreiben.» Dass die Brauerei Falken «ein glaubwürdiger und verlässlicher Parter» und «ein sicherer Wert in der Wirtschaftsregion Schaffhausen» sei, habe sie auch «dem Durst und der Markentreue» ihrer Aktionäre zu verdanken.
Nachdem Falken-CEO Markus Höfler das abgelaufene Braujahr hatte Revue passieren lassen, arbeitete die Generalversammlung die statutarischen Geschäfte zügig und ohne Diskussion ab: So wurden Jahresbericht und -rechnung genehmigt, den Mitgliedern des Verwaltungsrates Entlastung erteilt und über die Verwendung des Bilanzgewinns von 0,637 Mio. Franken entschieden: 0,337 Mio. werden auf die neue Rechnung vorgetragen, 0,15 Mio. der freien Reserve zugewiesen und 0,15 Mio. als Dividende ausgeschüttet. Die BDO AG in St. Gallen erhielt für ein weiteres Jahr das Mandat als Revisionsstelle.
Den krönenden Schlusspunkt des offiziellen Teils setzte der Kiffer Fredi Hinz, die Kultfigur des Schweizer Komikers Viktor Giacobbo. «Weisst du, es ist einfach immer wichtig, was du nimmst», lautete die Botschaft des Drögelers, der sich als «Unternehmer im Betäubungsmittelbereich» versteht und sich somit auf Augenhöhe sieht mit nationalen und Schaffhauser Wirtschafts- und Politgrössen – an denen es gestern Abend im «Park Casino» wahrlich nicht mangelte …


**«Der 15. Januar hat dieses Jahr geprägt»**
*Preisdruck im Detailhandel, Ru?ckgang in der Gastronomie – aber auch weitere Erfolge mit vielversprechenden Spezialitäten: Das Bierjahr 2014/15 hat Falken ganz schön gefordert.*

Interview Philipp Moersen, Präsident des Verwaltungsrates der Brauerei Falken
von Rolf Fehlmann

*Was bleibt in der Rückschau vom Bierjahr
2014/ 2015?*
Im abgelaufenen Braujahr hatten wir grosse Herausforderungen zu bewältigen. Dennoch hatten wir aufgrund der mittlerweile eingespielten Abläufe in unserem Dosenkompetenzzentrum (die Abfüllanlage, Red.) die Möglichkeit, uns wieder vermehrt um die Entwicklung neuer Produkte und Verpackungen zu kümmern. Ich denke, das ist uns sehr gut gelungen.

*Wie hat sich die Aufgabe des Euro-Mindestkurses ausgewirkt?*
Der Nationalbankentscheid vom 15. Januar hat das Jahr geprägt. Der Einkaufstourismus nahm noch einmal neue Dimensionen an, und der Preisdruck des Detailhandels war äusserst intensiv, weil dieser sehr stark preisgesteuert ist. Der Handel hat Preisforderungen an uns gestellt, denen wir aber nicht nachgegeben haben. Darauf sind wir stolz. Wir haben vielmehr unsere Strategie weiterverfolgt, die wir bereits im Vorjahr mit unseren Bügelflaschen eingeleitet hatten, nämlich uns von der Masse abzuheben. Das war auch in der Rückschau der einzig richtige Weg.

*Weshalb?*
Wenn im Detailhandel der Wettbewerb ausschliesslich über den Preis läuft, haben Sie als kleine Brauerei kaum eine Chance, preislich mit den Grossen der Branche gleichzuziehen. Entsprechend muss unser Fokus auch weiterhin auf Spezialitäten liegen. Auch wenn der aktuelle Anteil noch klein ist – 80 Prozent unserer Produktion sind nach wie vor Lagerbier – sind wir vom Potenzial der Spezialitäten überzeugt.

*Wie steht es mit der Präsenz von Falken in der Gastronomie?*
Dort ist Falken traditionellsehr stark, weil wir dort schon in der Vergangenheit Wachstum generieren konnten. Leider ist die Gastronomie zugunsten des Detailhandels weiter stark rückläufig.

*In der Schweiz schiessen kleine Brauereien wie Pilze aus dem Boden, und alle kommen mit Spezialitäten.*
Diese kleinen Brauereien mit ihren Spezialitäten tun der Schweizer Bierlandschaft enorm gut. Spezialitäten helfen, die Einstellungen der Konsumenten gegenüber dem Bier zu ändern, und das ist gut so. Die Schweiz hat einen grossen Nachholbedarf, wenn es um Bierkultur geht.

*Es gibt Restaurants wie den «Güterhof», für den Sie ein eigenes Bier herstellen. Dort wird dem Gast als Erstes ein Güterhofbier angeboten, wenn er ein Bier bestellt. Warum machen das andere Restaurants mit Falkenspezialitäten nicht ebenso?*
Im «Güterhof» bestellen die Gäste mittlerweile nicht «eine Stange», sondern «ein Güterhofbier». Wir sind dabei, unsere Gastronomen zu sensibilisieren – auch wenn es darum geht, ausländische Gäste zu bedienen. Diese bevorzugen meistens ein «local beer». Hinzu kommt, dass Spezialitäten nicht über den Preis verkauft werden und somit auch nicht dem direkten Vergleich mit dem Detailhandel ausgesetzt sind.

*«Adam & Eva» ist Ihre neuste Spezialität. Können Sie diese über unsere Region hinaus verkaufen?*
Ja. Wir hatten «Adam & Eva» erst im Frühjahr 2015 auf den Markt gebracht, weil wir Neu- und Weiterentwicklungen parallel zu unserem Tagesgeschäft bewältigen müssen. April 2015 war aber definitiv zu spät, um eine flächendeckende Distribution noch in diesem Jahr zu erreichen.

*Wie sind Sie mit «Adam & Eva» für 2016 unterwegs?*
In der Schweiz setzen wir mit dem Produkt voll auf Swissness. In den Gesprächen mit dem Detailhandel zeigen sich sehr positive Signale. Äusserst erfreulich ist auch die Nachfrage aus dem Ausland. Wir werden Anfang 2016 die ersten Gespräche mit potenziellen Partnern führen. Darum haben wir die Wort-Bild-Marke «Adam & Eva» als Biermischgetränk für die Schweiz, für Deutschland und Österreich urheberrechtlich schützen lassen.

*Sie wollen ein Biermischgetränk aus dem Hochpreisland Schweiz in die Eurozone exportieren?*
Ja – wenn wir den Preis bekommen, den wir haben müssen. Der Konsument ist durchaus bereit, diesen zu zahlen, weil «Adam & Eva» eine Spezialität ist, die er sonst nirgends findet. Und gerade der deutsche Konsument liebt Biermischgetränke.

*Wie sieht die Bilanz Ihres Dosenkompetenzzentrums aus, das Sie vor drei Jahren in Betrieb genommen haben?*
Niemand hat diesen Erfolg erwartet. Das erste Jahr war aber ein Lehrjahr, das unseren Mitarbeitenden enorm viel abverlangt hat. 2015 sind wir bei einer Kapazität von gut zehn Millionen Dosen im Jahr – zum Vergleich: 2014 hatten wir 14,8 Millionen Dosen. Die Differenz entspricht ungefähr der Kapazität der Abfüllanlage der Appenzeller Brauerei Locher, welche dieses Jahr in Betrieb ging. Zehn Millionen Dosen pro Jahr können wir im Normalbetrieb sehr gut bewältigen. Das gibt uns wieder Luft für die Entwicklung von Spezialitäten und lässt uns Raum für zusätzliche Projekte.

*Für Ihr neuestes Projekt, das Tanklager, sind die Investitionen ja noch grösser als für das Dosenkompetenzzentrum.*
Das ist so. Wir investieren fünf Millionen Franken in neue Gär- und Lagertanks und sind so wieder auf dem aktuellsten Stand der Technik. Diese Investition zeugt auch von unserem Willen, unsere Selbständigkeit hier in Schaffhausen weiterzuführen. Bei der Vergabe der Aufträge haben wir übrigens ausschliesslich auf Unternehmen aus Schaffhausen gesetzt. Wir sehen es als unsere Pflicht an, das verdiente Geld wieder in unserer Region zu investieren.

#Allgemeines

28. November 2015 | Die Platzsituation ist wirklich prekär

Schaffhauser Nachrichten
Pascal Schmidlin

Bereits beim Betreten des Ergänzungsbaus der Kantonsschule Schaffhausen kann man die Pommesfrites riechen, welche kurz zuvor von Hunderten von Schülern in der Mensa genossen wurden. «Heute gab es Schnipo», sagt Peter Spörndli, seit sieben Jahren Küchenchef der Mensa. Diese feierte in dieser Woche ihr zehnjähriges Bestehen, weshalb die Schüler täglich ein Wunschmenü bestimmen durften.

**Von der Baracke zum Speisesaal**
Essen konnte man an der Kanti, schon bevor es die heutige Mensa gab. Wo heute der Ergänzungsbau steht, stand nach der Jahrtausendwende eine rote Baracke, die damals als Mensa diente. «Pro Tag wurden dort etwa 20 Mahlzeiten verkauft», erinnert sich Pasquale Comi, Rektor der Kantonsschule. «Es ist wie Tag und Nacht, wenn man die heutige Mensa mit derjenigen in der Baracke vergleicht», sagt er. Und zwar nicht nur, was den Komfort des modernen Speisesaals angehe, sondern vor allem bezogen auf die Essensqualität. «Wir werden hier heute täglich verwöhnt», so Comi. Pro Tag gibt es Pasta mit drei verschiedenen Saucen, ein Vegimenü, einen Tagesteller mit Fleisch sowie ein grosses Salatbuffet. Das breite Angebot ist möglich, weil mit Spörndli ein erfahrener Koch in der Küche steht, der viel Wert auf Abwechslung auf dem Teller und frisch zubereitete Mahlzeiten legt. Ob Gemüse rüsten oder Kartoffeln zu Stock pürieren, was selber gemacht werden kann, wird auch direkt in der Küche zubereitet. Fertigprodukte finden nur selten den Weg in die Mensaküche.
In dieser arbeiten neben Spörndli und seinem dreiköpfigen Fachfrauenteam auch gegen 20 Personen aus dem Qualifizierungs- und Beschäftigungsprogramm der Stiftung Impuls, die wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. «Das ist schon eine grosse Herausforderung», sagt der Küchenchef. Doch habe er sich gezielt für eine soziale Aufgabe entschieden, als er sich 2007 auf die Stelle bewarb. «Nach 15 Jahren als Koch auf Kreuzfahrtschiffen habe ich kulinarisch alles erreicht, was ich mir wünschte», sagt er. Deshalb habe er bewusst eine neue Herausforderung gesucht, die über das Kochen hinausgehe. «Ich profitiere hier sehr von meiner Arbeit auf See», so Spörndli. Auf den Schiffen habe das Küchenteam teilweise aus über 25 verschiedenen Nationalitäten bestanden, weshalb er bald gelernt habe, Integrationsarbeit zu leisten. Erfreut ist Spörndli besonders vom Umgang der Kantischüler mit seinen Mitarbeitern. «Da ist viel Verständnis vorhanden, zum Beispiel wenn es mal etwas länger dauert beim Anstehen», sagt er.

**Essen auf den Treppenstufen**
Bei der grossen Nachfrage komme es nicht selten vor, dass die Schüler bis ins Foyer hinaus anstehen müssten. Das Platzproblem existiert schon seit Tag eins. «Damals rechnete man mit etwa 80 Mahlzeiten täglich und wurde völlig überrannt», erinnert sich Roland Gasser, Geschäftsführer der Stiftung Impuls. Es hatte zu wenig Geschirr, ein zu kleines Vorratslager und vor allem zu wenig Sitzplätze. «Letzterer Punkt ist auch heute noch so», sagt Comi. An schönen Sommertagen könne man auf den Vorplätzen zusätzliche Sitzgelegenheiten bereitstellen, bei schlechtem oder kaltem Wetter gehe das aber nicht. «Die Schüler sitzen dann überall, um zu essen, da es in der Mensa schlicht zu wenig Sitzplätze hat», sagt Spörndli. «Die Platzsituation ist wirklich prekär», betont Comi. Deshalb brauche es einen Anbau, sobald dies die Kantonsfinanzen zulassen würden. «Möglich wäre, einen Wintergarten über den Vorplatz der Mensa zu bauen», sagt er. Dieser wäre wohl die kostengünstigste Variante – und man könne ihn bei schönem Wetter öffnen.



Seit sieben Jahren der Chef in der Kanti-Mensa: Peter Spörndli (r.) legt viel Wert darauf, dass die Menüs täglich frisch zubereitet werden und Abwechslung auf dem Teller geboten wird.
Bild Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

17. November 2015 | Falken leicht unter Vorjahr

Schaffhauser Nachrichten
Rolf Fehlmann

Gestern haben die Schweizer Bierbrauer ihre Zahlen für das Braujahr 2014/15 veröffentlicht. Während der Schweizer Biermarkt gemäss Angaben des Schweizer Brauerei-Verbandes um 0,1 Prozent gewachsen ist, blieb der Bierabsatz der Schaffhauser Brauerei Falken gesamthaft betrachtet leicht unter demjenigen des Vorjahres, wie Falken-CEO Markus Höfler gegenüber den SN sagte. Dennoch blicke Falken zuversichtlich in die Zukunft und sei als Unternehmen richtig aufgestellt, betonte er. Umsatzzahlen gibt die Brauerei mit der Einladung zur Generalversammlung bekannt.

**Spuren des Frankenschocks**
Drei Faktoren hätten den Absatz von Falkenbier im Braujahr 2014/15 massgeblich beeinflusst, so Höfler. Zum einen die unmittelbare Nähe Schaffhausens zur deutschen Grenze und der damit verbundene Einkaufstourismus: «Seit dem Frankenschock spüren wir das noch deutlicher.» Zweitens der – auch schweizweit zu verzeichnende – Volumenrückgang in der Gastronomie – ein Absatzkanal, in welchem Falken laut Höfler traditionell sehr stark ist. Schliesslich der gemäss Höfler äusserst hohe Margendruck im Detailhandel, wo Brauereien zwar grosse Volumina absetzen, aber mit kleiner Marge auskommen müssen.
Die Brauerei, so Höfler, profitiere von dem auch schweizweit anhaltenden Trend zu Spezialitäten mit höherer Marge. Diese trügen allerdings gesamtschweizerisch erst gut 20 Prozent zum Absatzvolumen bei: «Darum sind sie noch nicht in der Lage, den Volumenverlust beim Lagerbier zu kompensieren.» Letzteres werde heute ausschliesslich über den Preis verkauft.

**Wirte und Gäste sensibilisieren**
Dennoch sieht Falken gerade in der Gastronomie ein grosses Potenzial für Spezialitäten: «Noch ist Lagerbier das am meisten ausgeschenkte Bier in der Gastronomie, aber beim Konsumenten steigt das Bewusstsein für Spezialitätenbiere.» Die Gastronomen hätten es aber durchaus in der Hand, mehr Spezialitäten zu verkaufen, so Höfler: «Dazu müssen sie allerdings ihr Personal und ihre Gäste sensibilisieren.» Im Schaffhauser Restaurant Güterhof beispielsweise werde dem Gast das – von Falken stammende – «Güterhof»-Bier als Alternative angeboten: «Entsprechend gut ist heute die Nachfrage.» Gerade gegenüber Touristen könnten Gastronomen punkten, wenn sie auf ­regionale Spezialitäten hinweisen würden, ist Höfler überzeugt.

**Sorgen wegen neuer Verordnungen**
Höfler stimmt in die Kritik ein, welche gestern der Schweizer Brauerei-Verband an den neuen Verordnungen im Lebensmittelrecht übte. Diese Anpassungen ans europäische Recht sind derzeit in der Vernehmlassung. Laut dem Verband droht den Brauern hier neues Ungemach. Höfler: «Warnhinweise müssen landesweit dreisprachig angebracht werden, die Herkunfts­deklaration wird deutlich komplizierter, und die Übergangsfristen sind kurz.»

**Zuversicht für 2016**
«Generell positiv» bewertet Höfler hingegen den Ausblick der Brauerei Falken auf das kommende Jahr. So werde etwa das «Trainingslager»-Bier zur Fussball-EM 2016 wieder schweizweit verfügbar sein. Und auch die «sehr gut aufgenommene» Spezialität «Adam und Eva» werde jetzt «im Detailhandel ein Thema werden – auch im Ausland», so Höfler.


**Schweizer Bierkonsum: Kaum mehr Volumen**

Vor europaweit sinkendem Bierkonsum wuchs der Schweizer Biermarkt 2014/15 um 0,1 Prozent. Der Anteil des Schweizer Bieres stieg von 73,2 auf 74,4 Prozent. Die Bierimporte verringerten sich um 4,4 Prozent. Insgesamt wurden in der Schweiz rund 3,5 Millionen Hektoliter Bier gebraut (+1,8 Prozent). Aus dem Ausland eingeführt wurden 1,2 Millionen Hektoliter, wie der Schweizer Brauereiverband mitteilte. Ihm gehören 17 Brauereien an, die für 96 Prozent der Schweizer Bierproduktion stehen. (sda)

#Notizen zu Namen

16. November 2015 | Bürgerliches Duo gewinnt die Wahl

Schaffhauser Nachrichten
Edith Fritschi

Das bürgerliche Duo Karin Sigrist / Ueli Böhni wird künftig im Steiner Stadtrat Einsitz nehmen, anstelle der vorzeitig zurückgetretenen Stadträte Heidi Schilling (parteilos) und Beat Hug (SVP). Bei den Wahlen schwang Karin Sigrist (parteilos) obenaus. Sie erzielte mit 937 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 549 ein Glanzresultat. Eindeutig fiel das Votum der Steiner auch für Ueli Böhni (GLP) aus. Er wurde mit 771 Stimmen gewählt.

**Möglichkeit nicht genutzt**
Nicht gereicht hat es der SP-Kandidatin Ruth Wildberger. Sie kam auf 432 Stimmen und blieb damit auch unter dem absoluten Mehr. Die Wahlbeteiligung betrug 63 Prozent. Stimmen-Spitzenreiterin Karin Sigrist zeigte sich erfreut und überrascht über das Resultat. «Nun muss ich dem auch gerecht werden.» In dieser Form habe sie das nicht erwartet, aber offensichtlich brauche es mehr Mitte im Steiner Stadtrat, und das wollen sie und Böhni verkörpern. Bei der Wahl sei es sicher auch von Vorteil gewesen, dass sie von fünf Parteien unterstützt worden seien.
Auch Ueli Böhni interpretiert sein Ergebnis als sehr eindeutig und findet es toll, dass er nun zusammen mit ­Sigrist im Stadtrat arbeiten kann. «Wir sind immer zusammen aufgetreten und haben vermittelt, dass wir kons­truktiv arbeiten und dabei in die Zukunft und nicht zurück schauen wollen.» «Ich musste darauf gefasst sein, nicht gewählt zu werden», sagt Ruth Wildberger. Enttäuscht sei sie nicht. Man habe sie wahrscheinlich zu wenig gekannt, da sie ja keine alt eingesessene Steinerin, sondern Zuzügerin sei. «Und die Steiner haben die Möglichkeit, mich bei den angebotenen Anlässen kennenzulernen, nicht genutzt», konstatiert sie. Und was meint SP-Parteipräsident Rolf Oster? Wildberger habe das SP-Stimmenpotenzial sicher ausgeschöpft; mehr sei da nicht zu holen, sagt er. Die Steiner seien eben bürgerlich orientiert. «Das ist eine Tatsache.»

**Neuer Schulpräsident**
Gewählt wurde auch ein neuer Schulpräsident: Ruedi Rüttimann. Auch er mit dem eindeutigen Resultat von 573 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 379 Stimmen und einer Wahlbeteiligung von 58,6 Prozent. «Damit bin ich sehr zufrieden, und es bestärkt mich, mit Elan an die Arbeit zu gehen, sagt Rüttimann, der die Nachfolge der zurückgetretenen Nicole Schallhart antritt. «Offensichtlich wollen die Steiner, dass ihre gute Schule auch weiterhin auf diesem Kurs bleibt, und trauen mir das zu. Schliesslich wählten die Stimmbürger gestern auch noch Werner Schmid (FDP) in den Einwohnerrat – als Ersatz für Claudia Della Giacoma. Schmid erhielt 806 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 449 Stimmen.

#Allgemeines

10. November 2015 | Kanti sammelt für Flüchtlinge im Kanton Schaffhausen

Schaffhauser Nachrichten
(rom/r.)

Rund 300 Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der Kanti Schaffhausen sind am Donnerstag im Rahmen eines Sponsorenlaufs für Flüchtlinge in der Region gerannt. Die beiden Kantilehrerinnen Barbara Surbeck und Helen von Burg hatten den Sponsorenlauf, an dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf freiwilliger Basis ihre Solidarität mit den Flüchtlingen in der Region kund­taten organisiert. «Wir wollten nicht mehr einfach nur zusehen, wir wollten aktiv etwas gegen die Not der Flüchtlinge beitragen», so die beiden Organisatorinnen. Der Aufruf fand Anklang und breite Unterstützung: «Ein Grossteil der Schule hat sich als Läufer oder Sponsoren am Anlass beteiligt», so Surbeck nach dem Lauf. Zahlreiche Lehrpersonen zum Beispiel sind selber mitgelaufen, andere haben ihre Klassen gesponsert. Der Sponsorenlauf wurde auch von der Schulleitung unterstützt. Kantirektor Pasquale Comi schätzte einerseits die Initiative der Lehrpersonen, dachte andererseits aber vor allem auch an die Schüler: «Gerade für unsere Jugendlichen ist es wichtig, die Betroffenheit in eine konkrete Handlung zu überführen. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen auch anhand solch bescheidener Taten merken, dass es besser ist, sich einzu­setzen und zu handeln, als untätig in Ohnmacht zu erstarren.»

**Fünfstelliger Betrag erwartet**
Die Organisatoren gehen davon aus, dass der Sponsorenlauf einen fünfstelligen Frankenbetrag einbringen wird. Der Erlös wird in den gemein­samen Fonds der Institutionen Integres und des Kantonalen Sozialamtes fliessen.