#Notizen zu Namen

24. September 2012 | Krönender Abschluss des SIA-Jubiläumsjahres

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhasuen
Roland Brühwiler

Mit einem dreiteiligen Fest haben die Mitglieder des SIA Schaffhausen am Samstagabend das 100-Jahr-Jubiläum des Vereins gefeiert. Nach zwei kulturellen Teilen in den Hallen für Neue Kunst und im Haberhaus fand der offizielle Festakt mit Reden und Nachtessen im Park Casino Schaffhausen statt. Dabei überbrachte Regierungsrat und Baudirektor Reto Dubach seine besten Wünsche: «Der SIA bürgt für Qualität. Damit gleichen sich die Interessen, denn auch die Regierung will Qualität erreichen.» Gute Bauten und damit eine gute Infrastruktur seien sehr wichtig. Dubach sprach auch drei grosse Herausforderungen an, die in nächster Zeit noch häufiger auf die Architekten und Ingenieure zukommen würden: die Raumentwicklung, die Zersiedelung und der Energieumstieg, bei dem die Energieeffizienz von Gebäuden immer wichtiger werde. Der Präsident SIA Sektion Schaffhausen, Daniel Schmid, will eine bessere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erreichen: «Wir haben uns in den letzten Jahren zu schlecht verkauft.» Die Sektion Schaffhausen des SIA werde sich weiterhin in der Gesellschaft und der Politik einbringen. Er stiess sodann mit den 80 anwesenden Mitgliedern auf die nächsten 100 Jahre an. Der Generalsekretär des SIA, der Schaffhauser Hans-Georg Bächtold, fasste die Geschichte des SIA kurz zusammen – der Mutterverein hat dieses Jahr nämlich mit 175 Jahren auch ein Jubiläum gefeiert. Zu den Herausforderungen zählt Bächtold auch die Ausbildung: «In der Schweiz fehlen zurzeit 15 000 Ingenieure.» Nachdem die Sektion Schaffhausen des SIA schon das ganze Jahr hindurch vermehrt in die Öffentlichkeit getreten war, war der Festakt am Samstag nun der krönende Abschluss des Jubiläumsjahres des Berufsverbandes der Bereiche Bau, Technik und Umwelt.

**Spezielle Vorlesung von Donogood**
Losgegangen war das Jubiläumsfest am Nachmittag mit Gruppenführungen in den Hallen für Neue Kunst. «Gerade Architekten sind ja auch Künstler», erklärte Daniel Schmid. Sie hätten aber auch kritische Fragen gestellt, was zu Diskussionen geführt habe. Den zweiten Teil des Festaktes bildete ein Apéro im Haberhaus mit einer speziell auf den Anlass zugeschnittenen Vorlesung des Trios Donogood. Raphael Burri, Rolf Strub und Walter Millns unterhielten dabei das Publikum blendend. SIA-Mitglieder und Donogood hätten eine Gemeinsamkeit, bemerkte Strub zu Beginn: «Wir möchten das Publikum unterhalten, ihr schafft Liegenschaften, die es zu unterhalten gilt.» Besonders viel Applaus bekam die Nummer, in der Gott Noah den Auftrag gab, eine Arche zu bauen, da er die Erde nochmals zerstören wollte. Noah schaffte es aber nicht, denn er hatte seine liebe Mühe mit streikenden Handwerkern, der Unmöglichkeit des Imports libanesischer Zedern und dem Tierschutzgesetz. Gott sah dann von seinem Vorhaben ab. Denn: «Das schafft schon eure Verwaltung.» Dass das Bauwesen tatsächlich immer komplizierter werde und Vereinfachungen geschaffen werden müssten, bemerkte auch Reto Dubach in seiner Festrede. Beim Nachtessen im Park Casino hatten die Mitglieder dann genügend Zeit, sich untereinander auszutauschen und das Jubiläum richtig zu feiern.



Hans-Georg Bächtold, Daniel Schmid und Stefan Cadosch, Präsident SIA Schweiz, freuen sich über das 100-Jahr-Jubiläum der Sektion Schaffhausen des SIA.
Bild Selwyn Hoffmann

#Notizen zu Namen

24. September 2012 | Kantonsratswahl 2012

Schaffhauser Nachrichten


**Alternative Liste legt zu, Bürgerliche behalten Mehrheit im Kantonsrat**

*Die AL ist nach den gestrigen Kantonsratswahlen die viertstärkste Partei im Parlament. Die FDP hat Federn gelassen, die SVP bleibt die grösste Partei des Kantons.*

von Zeno Geisseler

Der Höhenflug der Alternativen Liste hält an. Nachdem der linken Gruppierung vor wenigen Wochen der Sprung in die Schaffhauser Stadtregierung gelungen war, hat sie gestern auch bei den Kantonsratswahlen zulegen können. Die AL hat die ÖBS überholt und ist mit einem Wähleranteil von 7,48 Prozent neu die viertstärkste Partei im Kanton Schaffhausen. Sie erreicht mit fünf Parlamentariern (+2) Fraktionsstärke. An den Machtverhältnissen im Parlament hat dieser Erfolg jedoch nichts verändert. Der Rat bleibt nach wie vor deutlich bürgerlich dominiert. Zwar hat die FDP drei Sitze verloren und kommt neu noch auf neun Sitze. Die SVP hat jedoch mit der Untergruppe SVP-Senioren einen Sitz gewonnen, zudem kommt auch die christlich-konservative EDU neu auf zwei Sitze (+1). SVP/JSVP/SVP-Senioren kommen auf einen Wähleranteil von 33,6 Prozent.
Bei Links-Grün hat es neben der Stärkung der AL noch weitere Verschiebungen gegeben. Die SP hat einen Sitz verloren, bleibt aber hinter der SVP zweitgrösste Partei. Zudem ziehen neu auch die Juso mit einer Vertreterin in den Kantonsrat ein. Die ÖBS kommt neu noch auf vier Sitze (–1).

**Zwei Präsidenten abgewählt**
Bei den beiden grossen bürgerlichen Parteien haben die Präsidenten die Wiederwahl nicht geschafft. SVP-Präsident Werner Bolli kandidierte erfolglos auf der SVP-Senioren-Liste, FDP-Präsident Nihat Tektas wiederum verpasste vom letzten Listenplatz aus den Einzug ins Parlament um sieben Stimmen.

**Auf einen Blick Der neue Kantonsrat**

SVP 16 Sitze 0
SP 13 Sitze -1
FDP 9 Sitze -3
AL 5 Sitze +2
ÖBS 4 Sitze -1
CVP 3 Sitze 0
JSVP 3 Sitze 0
EDU 2 Sitze +1
JFSH 2 Sitze 0
EVP 1 Sitz 0
SVP Senioren 1 Sitz +1
JUSO 1 Sitz +1


**Kommentar**

**Die Schaffhauser Wähler machen k(l)eine Sprünge**

von Norbert Neininger

Nicht nur die Natur, auch die Schaffhauser Politik macht keine Sprünge. Das gilt für das hinter uns liegende Wahlwochenende: Die Kräfteverhältnisse erweisen sich als nahezu stabil, der Kantonsrat behält eine solide bürgerliche Mehrheit. Und die SVP bleibt die Partei mit dem höchsten Wähleranteil.
Aber es sind die – wenn auch kleinen – Verschiebungen zwischen den Parteien und Blöcken, welche dennoch Anlass für Analysen bieten. So gelingt es der Alternativen Liste, ihren guten Lauf fortzusetzen, und nach dem Gewinn des Stadtratssitzes durch Simon Stocker erreicht die AL nun mit fünf Sitzen Fraktionsstärke. Auf der anderen Seite wurden die Freisinnigen nach erfolgreichen Regierungsrats- und Stadtratswahlen überraschenderweise von der Wählergunst verlassen – sie verlieren drei Sitze, bleiben erfolglos im Stadtschulrat, und ihr Präsident wird abgewählt. Über die Gründe wird sich die liberale Partei Gedanken machen, oder anders gesagt: Sie muss jetzt ernsthaft über die Bücher gehen. Wenn SP und ÖBS je einen Sitz verlieren, mag man im Übrigen ebenso wenig einen Trend erkennen wie beim gleich kleinen Zugewinn der EDU und der Juso. Dass die SVP sich auf hohem Niveau hält, zeigt höchstens, dass sich die Schaffhauser SVP-Wähler von den negativen Schlagzeilen um die Mutterpartei nicht verunsichern lassen. Das Kantonsparlament bleibt vielfältig, und es sind nicht nur die wesentlichen politischen Strömungen, sondern auch die verschiedenen Alterskategorien vertreten – gute Voraussetzungen also, die kommenden vier Jahre mit diesem höchst repräsentativen Parlament anzugehen. Das Wahlverfahren ist für die kleineren Parteien günstig, das war gewollt und zeitigt Erfolg.


**Der Kantonsrat bleibt in bürgerlicher Hand**

*Trotz Sitzverlusten bei der FDP und einem starken Plus der Alternativen Liste bleiben die Kräfteverhältnisse im Schaffhauser Parlament insgesamt fast unverändert.*

von Zeno Geisseler

Der Schaffhauser Kantonsrat bleibt auch in den kommenden vier Jahren fest in bürgerlicher Hand. Bei den gestrigen Gesamterneuerungswahlen für die Amtsperiode 2013 bis 2016 hat sich die Gewichtung auf der Links-rechts-Achse im Vergleich zu den Wahlen von 2008 so gut wie nicht verschoben. SVP, JSVP, FDP, JFSH, CVP, EDU sowie neu die SVP-Senioren kommen auf 36 der 60 Sitze (bisher 37), das linksgrüne Lager mit SP, AL, ÖBS, EVP und neu den Juso hält 24 (bisher 23) Sitze. Nur ein einziger Sitz hat also die Blöcke gewechselt, was für die Mehrheitsverhältnisse aber unerheblich ist.

**SP verliert, Juso gewinnen**
Die grossen Verschiebungen fanden innerhalb der Blöcke statt. Die deutlichste Siegerin ist die Alternative Liste. Die junge, linke Bewegung hat ihr Wahlziel, Fraktionsstärke, erreicht und zieht neu mit fünf (bisher drei) Personen ins Parlament ein. Sie hat ihren Wähleranteil auf 7,48 Prozent steigern können und hat somit die ÖBS als viertstärkste Macht im Kantonsrat abgelöst (Detailzahlen siehe unten links). Die ÖBS hingegen ist unter die wichtige Schwelle von fünf Personen gefallen (neu vier Sitze). Auch die SP verliert einen Sitz und kommt neu auf noch 13 Sitze. Dies wird jedoch kompensiert durch den Einzug der Juso, welche neu eine Vertreterin entsenden.
Auf der bürgerlichen Seite gehört die SVP zu den Siegerinnen. Sowohl die Mutterpartei (-0,27 Prozent) als auch die JSVP (-1,16 Prozent) haben zwar Wähleranteile verloren, doch ihre Delegationen bleiben mit 16 beziehungsweise 3 Personen unverändert. Neu ziehen die SVP-Senioren mit einer Vertreterin in den Rat ein. Die SVP kommt mit ihren zwei Satellitenparteien auf einen Wähleranteil von 33,6 Prozent, 1 Prozent mehr als 2008. Sie ist damit weiterhin die grösste Partei im Kanton.

**Blocher schaffte es nicht**
Prominentester Nicht-Gewählter der SVP ist Gerhard Blocher aus Hallau, der auf der Liste der SVP-Senioren im Wahlkreis Klettgau angetreten war. Er hat zwar am meisten Stimmen seiner Liste geholt, für einen Sitz hat es aber nicht gereicht. Nicht mehr gewählt worden ist zudem SVP-Kantonalpräsident Werner Bolli, der erstmals auf der Liste der SVP-Senioren (Wahlkreis Reiat) angetreten war. Er hat bereits angekündigt, dass er das Parteipräsidium im kommenden Frühling abgeben wird (siehe «Reaktionen» unten). Die Volkspartei wird also mit einem neuen Chef oder, was eher unwahrscheinlich ist, mit einer neuen Chefin in die nächste Legislaturperiode ziehen.
Zugelegt hat auch die EDU, welche mit der SVP zusammen eine Fraktion bildet. Die christlich-konservative Partei ist von einem auf zwei Sitze gewachsen. Die CVP kommt unverändert auf drei Sitze.

**FDP-Präsident abgewählt**
Die FDP hat 3 ihrer bisher 12 Sitze verloren, mehr als jede andere Partei. Wie bei der SVP ist auch bei der FDP der Parteipräsident abgewählt worden. Nihat Tektas war von der Liste der Jungfreisinnigen auf die Liste der Mutterpartei gewechselt und kandidierte auf dem letzten Listenplatz. Er hat die Wahl um sieben Stimmen verpasst, somit dürfte wohl auch im Schaffhauser Freisinn die Diskussion um den Parteivorsitz zum Traktandum werden. Bei den meisten Parteien ist es Usanz, dass die Person an der Spitze auch im Kantonsrat vertreten ist. Seine Wiederwahl verpasst hat im Übrigen auch FDP-Fraktionschef Heinz Brütsch.
Der Wähleranteil der FDP liegt zusammen mit der JFSH neu bei 18,26 Prozent, ein Minus von 3,93 Prozent. Damit dürfte es der FDP künftig wohl noch schwerer fallen, ihre Doppelvertretung in der Kantonsregierung insbesondere gegenüber der jetzt doch deutlich grösseren SP zu rechtfertigen. Diese kommt zusammen mit der Juso auf einen Wähleranteil von 22,6 Prozent, hält aber nur einen Sitz im Regierungsrat.


**Reaktionen – Von überschäumender Freude bis zur Niedergeschlagenheit**

Als Staatsschreiber Stefan Bilger um 18.30 Uhr, anderthalb Stunden früher als geplant, im Regierungsratssaal das Schlussresultat der Kantonsratswahl bekannt geben konnte, fielen die Reaktionen der Parteienvertreterinnen und -vertreter je nach Ergebnis sehr unterschiedlich aus. Nicht aus dem Strahlen heraus kam Florian Keller von der Alternativen Liste, der nicht nur seinen Sitz verteidigt hatte, sondern mit der AL in Fraktionsstärke ins Parlament zurückkehren wird. «Seit letztem Sommer, als wir die Abstimmung um die Pauschalbesteuerung gewonnen haben, und vor allem seit der Wahl von Simon Stocker haben wir ein Siegerimage», erklärte er den AL-Wahlsieg. Die AL wolle aber, trotz Fraktionsstärke, auch in Zukunft weiter eng mit der SP zusammenarbeiten, so Keller.
Dazu ist die SP laut Parteipräsidentin Martina Munz, die im Klettgau glänzend wiedergewählt wurde, auch bereit. Sie geht auch davon aus, dass die neue Juso-Vertreterin sich der SP-Fraktion anschliessen wird. Dieser Juso-Sitz ist für Munz die Kompensation für den Sitz, den die SP insgesamt verlor. «Erschreckend für mich ist, dass drei von den vier bisherigen Frauen abgewählt worden sind», erklärte Munz. «Ich habe dafür keine Erklärung, denn alle waren sehr aktiv und gute Politikerinnen.»
«Damit muss man leben», kommentierte SVP-Parteipräsident Werner Bolli seine Nichtwahl auf der SVP-Seniorenliste im Wahlkreis Reiat. Bei ihm herrsche nicht das grosse Elend, denn erstens sei er 67, und damit sei es Zeit, langsam aufzuhören, und zweitens habe die SVP den Status quo gehalten, meinte Bolli; zudem hätten die SVPSenioren und die EDU je einen Sitz gewonnen. Das Parteipräsidium werde er abgeben, und zwar auf die Delegiertenversammlung hin, die im nächsten Frühling stattfinden werde.
Ebenfalls sein Mandat verloren hat ein anderer Parteipräsident, Nihat Tektas von der FDP. «Zuerst muss das Resultat analysiert werden, bevor ein Rücktritt allenfalls spruchreif wird», sagte er. Zu den Sitzverlusten der FDP meinte er: «Wir sind auf das Niveau von 2004 zurückgestuft worden.»
«Es gibt vermehrt Parteien, die auf der gleichen Linie politisieren wie wir.» So erklärte sich ÖBS-Präsidentin Iren Eichenberger den Sitzverlust ihrer Partei. «Es ist sehr bedauerlich, dass gerade Bernhard Egli abgewählt wurde», meinte sie. (ek)


**Sitzgewinne für die AL und die Neuen**

*Zu den Verlierern im Wahlkreis Schaffhausen gehören die SP, die FDP, die ÖBS und die Jungfreisinnigen, die je einen Sitz abgeben müssen.*

von Erwin Künzi

Die Kräfteverhältnisse zwischen Links und Rechts haben sich, was den Kantonsrat angeht, in der Stadt Schaffhausen nicht gross verschoben, sehr wohl aber die prozentualen Anteile der einzelnen Parteien. Diese Entwicklung wurde noch verstärkt durch zwei Parteien, die SVP-Senioren und die Jungsozialisten, die vor vier Jahren nicht an der Wahl teilgenommen hatten und die prompt je einen Sitz gewannen. Obwohl mit Alfred Tappolet (SVP) nur ein Bisheriger nicht mehr zur Wahl antrat und mit Andreas Gnädinger (SVP) ein Bisheriger nicht mehr im Wahlkreis Stadt, sondern im Wahlkreis Klettgau kandidierte (und dort auch gewählt wurde), gab es doch einige Wechsel in der Delegation, die die Stadt in der kommenden Legislatur in den Kantonsrat schickt: Sieben Kantonsrätinnen und Kantonsräte wurden neu ins Parlament gewählt.
Grosse Wahlsiegerin ist die Alternative Liste (AL). Sie konnte ihren Wähleranteil um 6,15 auf 11,82 Prozent steigern und ist jetzt, nachdem sie die ÖBS überflügelt hat, in der Stadt Schaffhausen die viertstärkste Partei. An der Spitze stehen nach wie vor die Sozialdemokraten (SP), die zwar gegenüber 2008 2,22 Prozent abgeben mussten und dieses Mal auf 24,06 Prozent kamen. An zweiter Stelle ist die SVP mit 18,99 Prozent (–0,58), vor der FDP mit 15,85 Prozent (–3,13). Die Ökoliberalen sind mit 9,25 Prozent (–1,92) noch fünftstärkste Kraft. Es folgen die kleineren Parteien, nämlich die CVP mit 4,28 (–0,47), die Jungfreisinnigen mit 3,78 (+0,14), die EDU mit 3,13 (+0,31), die Junge SVP mit 2,79 (–1,34), die EVP mit 2,44 (–0,56), die Jungsozialisten mit 1,91 und die SVP-Senioren mit 1,71 Prozent; die beiden letzten Parteien nahmen 2008 nicht an der Wahl teil.

**Zwei SP-Frauen abgewählt**
Werfen wir einen Blick auf die einzelnen Parteien und die Gewählten. Die SP verlor einen ihrer bisher sieben Sitze. Nicht unerwartet wurde Peter Neukomm, der schon bei der Wahl in den Stadtrat das Spitzenresultat erzielt hatte, mit dem besten Ergebnis der SP-Liste gewählt, und zwar nicht als Bisheriger, sondern als neu Kandidierender. Er kam auf 6090 Stimmen. Weiter wurden gewählt Werner Bächtold mit 5691, Matthias Freivogel mit 5657, Peter Käppler mit 5121, Daniel Fischer mit 5052 sowie Jürg Tanner mit 4994 Stimmen. Um 180 Stimmen verpasste die Bisherige Sabine Spross die Wiederwahl; sie ist mit 4814 Stimmen erste Ersatzfrau. Ebenfalls nicht mehr gewählt – sie kam auf 4665 Stimmen – wurde die Bisherige Ursula Leu. Die FDP musste, obwohl sie nur einen Sitz verlor, gleich zwei abgewählte Bisherige verkraften. Der Grund: FDP-Parteipräsident Nihat Tektas, der vor vier Jahren auf der Liste der Jungfreisinnigen gewählt worden war, kandidierte dieses Mal bei der Mutterpartei, wo er aber mit 3298 Stimmen zu wenig Zuspruch fand und jetzt erster Ersatzmann ist. Ebenfalls abgewählt wurde der in Neuhausen am Rheinfall wohnhafte Arzt und Verleger Richard Altorfer, der trotz (oder wegen) seiner wöchentlichen Kolumne in einer Gratiszeitung nur auf 3240 Stimmen kam, was nicht mehr für eine Wahl reichte. Wiedergewählt wurden Jeanette Storrer (4066 Stimmen), Thomas Hauser (3662), Urs Hunziker (3595) und Christian Heydecker (3305), der mit einem Vorsprung von 7 Stimmen auf Tektas seine Abwahl verhindern konnte.

**FDP-Dissident als SVP-Kantonsrat**
Bei der SVP tauchen zwei neue Gesichter auf, die trotzdem bestens bekannt sind. Da ist zum einen Daniel Preisig, der ehemalige SVP-Stadtratskandidat, der dem Kantonsrat auch schon angehörte; er kam auf 2613 Stimmen. Der andere ist der FDP-Dissident Walter Hotz, der auf Anhieb mit 2334 Stimmen auf Platz 3 kam und jetzt zusammen mit seinem Sohn Florian, der bei den Jungfreisinnigen wiedergewählt wurde (1206 Stimmen), im Parlament sitzt. Die anderen SVP-Vertreter sind Thomas Hurter (3361 Stimmen), Samuel Erb (2303) und Peter Scheck (2132). Trotz einer aufwendigen Werbekampagne hat es SVP-Sekretär Mariano Fioretti nicht in den Kantonsrat gereicht. Er ist mit 2058 Stimmen erster Ersatzmann. Die AL kann ihre Abordnung aus der Stadt verdoppeln: Neben den Bisherigen Florian Keller (3440 Stimmen) und Jonas Schönberger (2446) ziehen neu Susi Stühlinger (3016) sowie Till Aders (2636) in den Kantonsrat ein. Erster Ersatzmann ist der neue Stadtrat Simon Stocker (2414). Die ÖBS verliert ihren Fraktionspräsidenten Bernhard Egli, dem 2650 Stimmen nicht zur Wiederwahl reichten; er ist erster Ersatzmann. Gewählt wurden Urs Capaul (3017) sowie Iren Eichenberger (2929).

**Verlust für Jungfreisinn**
Und das sind die weiteren gewählten: CVP: Theresia Derksen (1587); erste Ersatzfrau ist Nathalie Zumstein (1170), die in der Stadt Schaffhausen die Wiederwahl in den Schulrat schaffte. Junge SVP: Christian Ritzmann konnte seinen Sitz mit 581 Stimmen verteidigen; erster Ersatzmann ist Pascal Gurtner (394). Bei der EVP wurde Rainer Schmidig mit 1257 Stimmen wiedergewählt, erster Ersatzmann ist Thomas Stamm (613). Bei der EDU behielt Erwin Sutter mit 945 Stimmen seinen Sitz, erster Ersatzmann ist Beat Brunner (796). Die Jungfreisinnigen konnten den Sitz von Nihat Tektas nicht halten und sind nur noch mitFlorian Hotz im Kantonsrat vertreten, erster Ersatzmann ist Till Hardmeier (1041). Die SVP-Senioren waren neu zur Wahl angetreten und machten einen Sitz. Dieser geht an Nelly Dalpiaz, die auf 405 Stimmen kam und damit äusserst knapp, mit 10 Stimmen, das Rennen vor Werner Schöni machte, der mit 395 Stimmen erster Ersatzmann ist. Die Jungsozialisten, ebenfalls zum ersten Mal dabei, machten mit Seraina Fürer (663) einen Sitz; erster Ersatzmann ist Mirza Michael Hodel mit 547 Stimmen.


**Die EDU Klettgau neu im Kantonsrat**

*Wahlkreis Klettgau*

von Hans-Caspar Ryser

Für die 12 Kantonsratssitze des Wahlkreises Klettgau kandidierten an den diesjährigen Erneuerungswahlen 119 Kandidaten auf 12 Listen. Die Wiederwahl geschafft haben neun bisherige Kandidaten der Parteien SP, FDP, SVP, JSVP und ÖBS. Einen Sitz verloren hat die FDP, während die EDU neu im Kantonsrat vertreten ist.

**Gewinner und Verlierer**
Mit 953 Stimmen neu ins Kantonsparlament gewählt wurde Andreas Schnetzler von der Eidgenössisch-Demokratischen Union EDU, diplomierter Landwirt aus Gächlingen. Dies ist umso überraschender, als die EDU im Wahlkreis Klettgau bis anhin nicht im Parlament vertreten war. Ebenfalls eher überraschend ist die Abwahl von Georg Meier, Unternehmer aus Schleitheim, welcher mit 1279 erhaltenen Stimmen eher knapp abgewählt wurde. Sein Sitz geht damit an die EDU.

**Keine weiteren Veränderungen**
Ansonsten hat sich an der Parteienzusammensetzung der den Klettgau in der Kantonsregierung vertretenden Kantonsräte nicht viel verändert. Was die Anzahl erhaltener Stimmen anbelangt im wahrsten Sinn alle überflogen hat Markus Müller, Berufspilot aus Löhningen, mit 2963 erhaltenen Stimmen. Sowohl der Landwirt Hans Schwaninger aus Guntmadingen als auch Erich Gysel, Winzer aus Hallau, verteidigten ihren Sitz als SVP-Vertreter problemlos. Auch die Vertreterin der Jungen SVP Schaffhausen, die Coifffeuse Manuela Schwaninger aus Guntmadingen, schaffte die Wiederwahl. Anstelle des nicht mehr kandidierenden Gottfried Werner, Beggingen, wurde der vom Wahlkreis Schaffhausen in den Klettgau gewechselte Andreas Gnädinger, Rechtsanwalt aus Siblingen, gewählt. Ebenfalls problemlos schafften Martin Kessler (1493 Stimmen), Ingenieur Fachhochschule aus Trasadingen, und knapp dahinter Beat Hedinger, Geschäftsführer aus Wilchingen, für die FDP. Die Liberalen die Wiederwahl in den Kantonsrat. Bei der Sozialdemokratischen Partei schaffte die bisherige Kantonsrätin Martina Munz, Agronomin ETH aus Hallau, mit 1714 Stimmen die Wiederwahl problemlos. Anstelle des für die SP nicht mehr kandidierenden Thomas Wetter entschied Walter Vogelsanger, Kantonsschullehrer aus Beggingen, mit 1171 Stimmen das Rennen für sich. Auch die bisherige Vertreterin der Ökoliberalen Bewegung Schaffhausen im Kantonsrat, Regula Widmer, selbständige Beraterin aus Beringen, wurde mit 799 Stimmen wiedergewählt. Und die Alternative Liste Schaffhausen konnte mit dem bisherigen Kantonsrat Matthias Frick, Student/Archivmitarbeiter, mit 630 Stimmen ihren Sitz im Kantonsrat verteidigen. Den Sprung in den Kantonsrat nicht geschafft haben die Kandidierenden von CVP, EVP, Jungfreisinnigen , SVP Senioren und JusoPlus.


**SP, FDP, SVP und CVP konnten ihre Sitze halten**

*Wahlkreis Neuhausen*

Neuhausen am rheinfall In der neuen Amtszeit wird die Gemeinde mit zwei neuen Kantonsräten vertreten sein. Christian Di Ronco (CVP) hat mit 638 Stimmen den Sprung in den Kantonsrat geschafft und tritt die Nachfolge von Franz Baumann (CVP) an. Damit hat die CVP ihren Sitz im Kantonsrat halten können. Obwohl die FDP im Wahlkreis Neuhausen am Rheinfall insgesamt einen Stimmenverlust von 5.55 Prozent hinnehmen musste, konnte die Partei ihre bisherigen zwei Sitze im Kantonsrat erfolgreich verteidigen. René Sauzet (FDP) wird die Nachfolge von Stephan Rawyler (FDP) antreten. Er hat 700 Stimmen erhalten. Wiedergewählt wurde zudem Felix Tenger (FDP). Ihn haben 985 Bürgerinnen und Bürger gewählt. Unbestritten waren die drei Sitze der SP, die mit den wiedergewählten Kantonsratskandidatinnen und Kandidaten Franziska Brenn (735 Stimmen), Peter Gloor (757 Stimmen) und Patrick Strasser (881 Stimmen) im Kantonsrat am stärksten vertreten ist und bleibt. Ebenfalls wiedergewählt wurden die Vertreter der SVP, Willi Josel (SVP) mit 681 Stimmen und Dino Tamagni (SVP) mit 952 Stimmen. Obwohl die SVP im Wahlkreis Neuhausen am Rheinfall 1,24 Prozente, die SVP-Senioren sogar 4,14 Prozent zugelegt hatten, reichte es für die SVP-Gruppe nicht für einen dritten Sitz.


**Drei Bisherige weg, drei Neue drin**

*Der Wahlkreis Reiat wartet mit überraschenden personellen Rochaden auf.*

Das ist nun wahrlich ein kleineres personelles, nicht allerdings politisches Erdbeben: Drei Bisherige, Werner Bolli (SVP), Ueli Kleck (SVP) und Heinz Brütsch (FDP) schafften nämlich am Wochenende die Wahl in den Kantonsrat nicht mehr. Dafür ziehen als neue Vertreter aus dem Reiat Philippe Brühlmann (SVP), Marcel Montanari (JFSH) und Ueli Werner (JSVP) in das kantonale Parlament ein.
Das entspricht einer zumindest im Ausmass unerwarteten Rochade, derweil die parteipolitischen Kräfte kaum Veränderungen erfuhren: Die SP hält ihren Sitz mit dem unbestrittenen Bisherigen Richard Bührer (862 Stimmen), und Heinz Rether (425 Stimmen), ebenfalls ein Bisheriger, verteidigte den Sitz für die ÖBS. Die Liberalen konnten ebenfalls ihren Besitzstand, zwei Sitze, wahren, allerdings war dies mit einer Verlagerung zugunsten der Jungen verbunden. Die Jungfreisinnigen holten sich mit Marcel Montanari (312 Stimmen) wohl etwas überraschend einen Sitz, die «alte» FDP verlor einen. Hier schaffte Lorenz Laich (595 Stimmen) die Wiederwahl, Heinz Brütsch (578) dagegen musste dem Sturmlauf der liberalen Jungtürken weichen. Noch weitaus wilder rochierte im Reiat jedoch die SVP, die gleichermassen für den überragenden «Wahlsieger» wie für die Negativsensation sorgte: Philppe Brühlmann, der neue Thaynger Gemeindepräsident, schaffte die Wahl mit dem Spitzenergebnis (1764 Stimmen) vor seinem Vorgänger als Gemeindepräsident, dem Bisherigen Bernhard Müller (1484 Stimmen). Pilot Brühlmann ist im Reiat damit eindeutig der politische Senkrechtstarter des Jahres. Nicht geschafft hat es Ueli Kleck (1178 Stimmen). Der Bisherige liegt noch hinter dem Dörflinger Gemeindepräsidenten Pentti Aellig (1206 Stimmen) – ihnen ist der Sprung nicht geglückt. Das schaffte dagegen Ueli Werner aus Merishausen (296 Stimmen) von der Jungen SVP. Der neu bei den SVP-Senioren kandidierende Werner Bolli (376 Stimmen), ein politisches Urgestein und eine SVP-Grösse, wurde überraschend nicht gewählt – was wohl einer Sensation entspricht. In seinem Fall hat sich der Listenwechsel eindeutig nicht ausgezahlt. (J. R.)


**Im Wahlkreis Stein bleibt alles beim Alten**

*Nichts Neues im Wahlkreis Stein: Die alten Vertreter im Parlament sind auch die neuen. Die ÖBS schaffte es zwar von null auf 10,26 Prozent, allerdings hat sie keinen Sitz.*

Die vier bisherigen Kantonsräte vertreten den Wahlkreis Stein auch weiterhin. Es sind dies: Franz Marty (CVP, Stein am Rhein), Andreas Frei (SP, Stein am Rhein), Beat Hug (SVP, Stein am Rhein) sowie Josef Würms (SVP, Ramsen). Damit bleibt auch die politische Sitzverteilung gleich.
Am meisten Stimmen konnte Beat Hug für sich verbuchen, und zwar 854; sein SVP-Parteikollege Josef Würms machte 723 Stimmen. Josef Würms hatte es bei der Wahl 2008 nicht mehr ins Kantonsparlament geschafft, kam aber als Nachrücker für den zurückgetretenen Franz Hostettmann in diesem Jahr wieder zu einem Sitz, den er nun wieder verteidigen konnte. Die SP, vertreten durch Andreas Frei, konnte keinen weiteren Sitz dazugewinnen. Frei behält seinen mit 685 Stimmen. Frei war in der letzten Amtsperiode für Jakob Hug aus Ramsen nachgerückt. Und auch Bäckermeister Franz Marty aus Stein am Rhein kann seinen Sitz behalten. Er wurde mit 501 Stimmen wiedergewählt. Politisch dominante Kraft im Wahlkreis Stein bleibt die SVP mit 33,05 Prozent trotz eines Stimmverlustes von 5,37 Prozent gegenüber den Wahlen 2008. Federn lassen musste auch die SP, die gegenüber 2008 4,47 Prozent weniger Stimmen machte und nun auf 22,05 Stimmenprozente kommt. Auch die CVP muss mit 1,62 Prozent weniger einen kleinen Verlust hinnehmen und kommt nun auf 13,96 Prozent. Klarer Parteiensieger ist jedoch die ÖBS, die es von null gleich auf beachtliche 10,26 Prozent geschafft hat, aber dennoch keinen Sitz machte. Sie hat Ueli Böhni aus Stein am Rhein, der auf der ÖBS-Liste mit 319 Stimmen an der Spitze lag, Jürg Biedermann aus Hemishofen, Carla Rossi aus Stein am Rhein und David Gallati aus Stein am Rhein ins Rennen geschickt. Und etwas zulegen konnte auch die AL, von 1,43 Prozent 2008 auf jetzt 3,95 Prozent – aber ebenfalls ohne Sitz. Neu angetreten ist die EDU, die 2,09 Prozent erhielt, neu sind ebenso die SVP-Senioren mit 1,95 Prozent und die Juso mit 1,31 Prozent. Und ein bisschen zulegen konnten auch die Jungfreisinnigen Schaffhausen, die mit einem Plus von 0,23 Prozent nun 2,65 Prozent verbuchen können. (efr.)


**Wie erwartet: Andreas Bachmann sicher gewählt**

*Wahlkreis Buchberg / Rüdlingen*

So leicht hebt man im unteren Kantonsteil Favoriten (und Bisherige) nicht aus dem Sattel: Der vor vier Jahren als Nachfolger von Alfred Sieber erstmals in den Rat gewählte Andreas Bachmann (SVP) aus Rüdlingen schaffte die Bestätigung mit 309 Stimmen sicher und ungefährdet und wird eine zweite Amtsperiode in Angriff nehmen können. Mit einem Stimmenanteil von 42,33 Prozent und einem Zuwachs von 6 Prozent hat die SVP die Vormachtstellung in Buchberg und Rüdlingen gegenüber 2008 (36,4 Prozent) deutlich zu akzentuieren vermocht, derweil die FDP mit einem Stimmenanteil von 11,6 Prozent (minus 17,5 Prozent) gegenüber der letzten Kantonsratswahl arg Terrain einbüsste, was jedoch in diesem (kleinen) Wahlkreis mit seinen besonderen Voraussetzungen zu relativieren ist.
So unbestritten der einzige Sitz des Wahlkreises an die SVP ging, politisch einfarbig ist diese Gegend deswegen noch lange nicht. Sie präsentiert sich sogar recht bunt, wenngleich die Farbpalette eher ergänzend zum SVP-Grün wirkt. So holte Stefanie Wirth von der Alternativen Liste Schaffhausen aus Buchberg mit 98 Stimmen das zweitbeste Resultat. Schon vor vier Jahren hatten die Alternativen gut abgeschnitten. Wirth lag noch vor Othmar Schwank (SP) mit 92 Stimmen und Daniel Thévenaz (FDP) mit 85 Stimmen. Die drei bilden gleichsam die erste Verfolgergruppe des Bisherigen Bachmann, während die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten nur beschränkt Unterstützung genossen. Jean-Marc Behr (Jungfreisinnige) kam auf 63 Stimmen, Tobias Riehm (Junge SVP Schaffhausen) erzielte 45 Stimmen, und Ruth Röschli auf der Seniorenliste der SVP erreichte 38 Stimmen. (er.)


**Arbeiterkampflieder zum Wahlsieg**

*Susi Stühlinger und ihre Kollegen von der Alternativen Liste haben gewagt – und gewonnen: Die SN begleiteten die neue Kantonsrätin durch den gestrigen Tag.*

von Mark Liebenberg

Es blieb kaum Zeit für einen Morgenkaffee und eine Zigarette – Susi Stühlinger war gestern früh auf den Beinen. Früh für einen Sonntag. Ein ganz und gar politischer Tag stand an. Dass es einer mit Happy End werden würde, daran wagte sie noch nicht zu glauben. Erste Station: Unterschriftensammeln vor dem Wahlbüro an der Stadthausgasse, für die Landverkaufs-Initiative ihrer Partei, der Alternativen Liste (AL). «Das mag ich am liebsten», sagt die 27-jährige. «Mit den Leuten ins Gespräch kommen und herausfinden, wo sie der Schuh drückt.»
Am Abend zuvor hatte Stühlinger noch eine Preisverleihung in der Kammgarn moderiert. «Keine riesige Sache», sagt sie, «aber ich schaute, dass ich früh ins Bett kam.» Denn fit sein musste sie allemal für das volle Programm: Nach dem Mittag ging es schnurstracks mit dem Auto aufs Land, die Plakate für die Kantonsratswahlen wollten ab- und jene für die Grossstadtratswahl am 28. Oktober auf dem Stadtgebiet aufgehängt werden. Teamarbeit, alle Parteigenossen packen mit an. «Das schätze ich enorm an unserer Partei», sagt Stühlinger. «Wir haben wenig Mitglieder, aber alle sind aktiv dabei.»

**Ein AL-Familienfest nach dem Sieg**
Wahlkampf ist aufreibend und zeitraubend. «Ich war sicher jedes Wochenende in den letzten zwei Monaten in Sachen Wahlen unterwegs», sagt Stühlinger. Im vergangenen Jahr, schmunzelt sie, habe sie ja eine Art Übungslauf gehabt: Zusammen mit Till Aders kandidierte sie für den Nationalrat. «Wir wussten, dass wir keine Chance hatten», sagt Stühlinger, «aber es war ein gutes Training.» Im Gegensatz zu dieser Kandidatur, wo man pausenlos im Fokus der Aufmerksamkeit gestanden habe, sei dieser Wahlkamp relativ unaufgeregt gewesen. Im Rampenlicht stehe sie eigentlich nicht mal so gern. Als Journalistin – bei der «Wochenzeitung» in Zürich – steht sie normalerweise auf der anderen Seite. Am Nachmittag dann wird Stühlinger sichtlich nervös. «Sprachlos gespannt bin ich», sagt sie. Dann geht alles sehr schnell. Erster Trommelwirbel: Bekanntgabe der Resultate im Wahlkreis Stadt, Stühlinger landet mit 3016 Stimmen auf dem zweiten Platz hinter Florian Keller. Die Partei hat im Wahlkreis sensationelle 6,15 Stimmenprozente zugelegt. Eine starke Position, aber noch ist nichts definitiv. Zeit für einen Kaffee. Was will sie erreichen mit ihrer Politik? «Ich sehe uns als Korrektiv zur bürgerlichen Mehrheit im Kanton» sagt Stühlinger. «Es sind ganz klar die Umverteilungsfragen, die mich am meisten interessieren, im Moment läuft es in die falsche Richtung, und da müssen wir dagegenhalten.» Dann am Abend ist es definitiv: Gewonnen! Küsschen hier, Umarmung dort. Die AL-Familie trifft sich schwebend vor Glück im «Fass» ein. «Jetzt wird erstmal kräftig gefeiert», sagt die frisch gewählte Kantonsrätin. Normalerweise singe man zu fortgeschrittenen Stunde noch Arbeiterkampflieder, so Stühlinger. Und so war es dann auch.

#Allgemeines

22. September 2012 | Rauschende Partynacht in der Kanti

Schaffhauser Nachrichten, Region
Christoph Merki

Entspannung pur in der ersten Klasse des «Vol de Nuit» nach Rom. Verdient geniesst Beat Schnurrenberger die am Fenster vorbeiziehenden Wolken und das erfrischend sprudelnde Cüpli im originalen Flugzeugsitz. Im vierten Stock des Neubaus kommt fast schon das Gefühl grenzenloser Freiheit auf. Charmant bewirtet von Larissa Scheuermeier und Stephanie Baumann, geniessen ebenso Charlotte Ackermann und Bettina Schlick den halbstündigen Flug. «Wir bekommen wahnsinnig feines Essen», loben sie die Boardküche der Klasse 2mc. Ganz so idyllisch zeigt sich das Kantifest aber nicht überall. Vielmehr erwartet die Besucher, vielfach ehemalige Schüler, ein internationales Kunterbunt. Nicht nur die zum Teil liebevoll gebastelte Dekoration, auch die angebotenen kulinarischen Köstlichkeiten lassen die Gäste an verschiedenen Destinationen des Globus innehalten. Ein Hingucker sicherlich der original englische Doppelstockbus – mit Guinnessausschank, versteht sich.

**Ein Schnupf auf die alten Zeiten**
Um Kundschaft werbend, lässt sich die männliche Gilde der Klasse 3na etwas einfallen. Animierend tanzen sie für ihre Karaokebar. Für viele Besucher jedoch weckt der Gang auf den Emmersberg vor allem alte Erinnerungen. «Ich habe wie früher den Einer-Bus genommen und bin die Treppe hinauf zur Kanti gelaufen», zeigt sich Marco Torsello fast schon nostalgisch. Auch sei es interessant, die eigenen Schüler wieder zu treffen und von ihren Zukunftsplänen zu erfahren. Überschwänglicher die Reunion der letzten 5wa. Als hätten sie erst gestern noch die Schulbank gedrückt, darf ebenso ein Schnupftabak auf die alten Zeiten nicht fehlen. «Es ist super, hier werden alte Erinnerungen wach», strahlt Nicole Schnetzler. Ein Erlebnis ist der alle vier Jahre stattfindende Festanlass in den Mauern des Wissens aber auch für die Schüler selbst. «Die Zusammenarbeit ist grossartig», lobt Lehrerin Susanne Bernhard, «die Schüler geben vollen Einsatz.» Mit frischem Sushi und asiatischer Zimmerausstattung kommen so auch die Liebhaber fernöstlicher Gaumenfreuden auf ihre Kosten.

**Börsenspiele um Getränkepreise**
Ideenreich ebenso die «Wall Street Bar», welche die Preise der Drinks der Nachfrage anpasste. Gute Broker konnten sich so zwar nichts Bares ergattern, wohl aber mehr Prozente zu tieferen Preisen. Leckere Muffins und verführerische Kuchen laden bei der Klasse 3fa zum Verweilen im Wunderland von Alice ein. Beliebt bei den frühen Besuchern ist vor allem das asiatische Restaurant. Mit Bami Goreng und Nasi Goreng – auch als Take Away erhältlich – stärken sich viele Besucher vor dem Erkunden der 27 dekorierten Zimmer. Nebst kulinarischen Höhenflügen lohnt sich ebenso ein Innehalten in der Aula. Konzerte von Jazz über Blues bis hin zu Vokalensembles verwöhnen die Festbesucher auch mit akustischen Leckerbissen. Eigentlich reicht die Zeit gar nicht aus, um die vielen Eindrücke und Begegnungen wirklich geniessen zu können. Dennoch sind sich die meisten einig: Ein Kantifest ist jedes Mal wieder ein Highlight.


**Erinnerungsträchtige Schauplätze Ehemalige Schülerinnen und Schüler denken an kleine Anekdoten zurück**

**Tagsüber Malheure, nachts auf der Munotwiese**
Mit dem voll beladenen Tablett in der Mensa hat man sich das Horroszenario vielleicht schon einmal ausgemalt: Was, wenn man das Mittagessen aus Versehen fallen lässt? Hannah Kwasnicki ist diese Art von Malheur in einer originellen Variante geschehen. «Damals war ich ein so genanntes Gmües, also eine Erstklässlerin», erzählt sie. «Auf dem Tablett befand sich unter anderem eine Fantaflasche, die mir runterfiel. Auf dem Boden ging der Verschluss genau so fest auf, dass die gelbe Flüssigkeit rausspritzte. Die Flasche begann sich dadurch zu drehen, spritzte und schäumte – eine Riesensauerei. Einige begannen zu klatschen. Mir aber war es megapeinlich, vor allem als Erstklässlerin! Also hab ich einfach so getan, als wäre nichts passiert. Die Erinnerung an dieses peinliche Erlebnis in der Mensa bleibt bis heute.»
Ein Erlebnis auf der Munotwiese hatte Miriam Barner. Freunde der ehemaligen Kantischülerin feierten ihren Schulabschluss; zur After-Party ging es auf die Munotwiese. «Wir haben spontan dort übernachtet, etwa zwanzig Leute», erinnert sich Barner, die damals noch nicht zu den Abschliessenden gehörte. «Einige von uns, darunter ich, mussten am nächsten Tag direkt in die Schule. Im Unterricht bin ich eingeschlafen.»
Lehrer Urs Walter bringt vor allem mit der Turnhalle Denkwürdiges in Verbindung. «Unser Sportlehrer begrüsste uns jeweils mit der Frage: Wollt ihr Fussball, Volleyball oder Unihockey? Andere Spiele gab es nicht zur Auswahl», schildert Walter. Fünf Jahre lang musste sich die Klasse zwischen den drei Möglichkeiten entscheiden. «Am Morgen wählten wir gern Volleyball, dann mussten wir danach nicht duschen. Zur Mittagszeit, wenn wir uns bewegen wollten, wählten wir Fussball. Erst wenn’s draussen richtig heiss war, entschied sich unser Lehrer für Abwechslung: Dann mussten wir unter der Sommersonne auf der Tartanbahn rennen.»
Die beiden Exkantischülerinnen Anna-Lena Rusch und Jonna Tschannen verbinden mit einem Schulzimmer im Neubau ungewöhnliche Perspektiven. «Unsere Deutschstunden fanden in einem Raum statt, der den Blick über ganz Schaffhausen zuliess», erzählen Rusch und Tschannen. «In der Pause spielten wir ein Spiel, das wir ‹Schaffhausen auf dem Kopf› nannten: Hierfür lehnten wir uns rücklings auf den Fensterrahmen und besahen uns die Stadt aus dieser Perspektive. Das machte wach, war amüsant und gab uns wieder Energie für die nächste Deutschstunde.» Umso trauriger waren die beiden beim Besuch es Zimmers am diesjährigen Kantifest: Das erinnerungsträchtige Deutschzimmer wurde zu einem Kopierraum umfunktioniert.



Herzliche Umarmungen zur Begrüssung vor dem original englischen Doppelstockbus auf dem Pausenplatz im Kantiareal auf dem Emmersberg.


Beat Schnurrenberger lässt sich von den zwei Stewardessen Larissa Scheuermeier (r.) und Stephanie Baumann auf dem Flug nach Rom kulinarisch verwöhnen.


Mit charmantem Lächeln und imposantem Sombrero bewirten Naomi Dünki und Aleyna Ekinci (r.) von der 2mb die Gäste in mexikanischer Manier.

Bilder Selwyn Hoffmann

#Allgemeines

21. September 2012 | Vor der grossen Sause an der Kanti

Mark Liebenberg

Es herrscht eine Betriebsamkeit wie in einem Ameisenhaufen – seit Mittwoch, Schlag 12 Uhr mittags, gelten alle Anstrengungen und Mühen der Kantonsschüler für einmal nicht Mathe, Chemie oder Französisch, sondern sie schleppen Bretter durch die Korridore, malen hübsche Wanddekorationen und diskutieren angeregt über Dinge wie: Wo kommt das Sofa hin? Wer holt die Wärmeplatten ab? Wie bauen wir das Holzgerüst zusammen?

Für das grosse Fest heute Freitagabend wird für einmal mit den Händen gearbeitet. Dass dem Kantifest so durchaus auch ein pädagogischer Gedanke zugrunde liegt, erklärt Deutschlehrer und Co-Leiter des Organisationskomittees, Ralph Tanner, so: «Es ist uns wichtig, dass die Schüler lernen, was die Durchführung so eines Grossanlasses bedeutet, wie man budgetiert, Ideen und Konzepte entwickelt und sie dann praktisch umsetzt. Das ist für viele eine neue Herausforderung.» Auch lernen sich Lehrer und Schüler auf eine ganz andere Weise kennen.

**Innovative Themenbars**
Doch zuerst die Zahlen: 3500 Besucher werden erwartet, 750 Schüler und 120 Lehrer sind nicht nur für den Aufbau und den Betrieb der 26 verschiedenen Bars, Spelunken, Lounges, Imbissbuden und Restaurants verantwortlich, sondern auch für 13 verschiedene Konzerte und weitere künstlerische Darbietungen. Ein Fest für die Schüler selber, aber auch für die Eltern und Freunde sowie natürlich auch für die jeweils zahlreich erscheinenden Ehema-ligen der Schaffhauser Kantonsschule. Der ganze Anlass ist selbsttragend und kostet für Erwachsene 30 Franken, für Studenten 15. Die Vorbereitungen dauern bereits seit einem Jahr an. Nur alle vier Jahre führt die Kanti die Sause durch. Rektor Urs Saxer: «Jeder Kantonsschüler soll einmal in seiner Schulzeit ein solches Fest erleben und mitgestalten können.» Dass es dabei nicht einfach ums Partymachen geht, wie an einem beliebigen anderen Wochenende, sieht man an den innovativen Ideen, welche die Schüler umgesetzt haben. An oberster Stelle stehen die Themenbars und -restaurants: Sei es in der Wallstreet-Bar, im griechischen Tempel, einem Wiener Café, der Karaoke-Bar, dem Jägerrestaurant oder der Sportbar – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Kulinarisch ist die ganze Welt vertreten: Sushi, Spaghetti, Mexikanisch, Crêpes, Spaghetti und Nordseefisch – alles da. Im Zimmer «Matte Watte» kann man sich einem Zweikampf auf dem Schwedenkasten stellen, im authentischen London-Bus im Innenhof englisches Feeling erleben, in der Science-Bar live Experimente erleben oder im «Vol de Nuit» in original Swissair-Flugzeugsesseln virtuell einen Nachtflug samt Bordmenü geniessen. Und sich dabei vom Bordpersonal bedienen lassen. Und, die Frage muss sein: Wie steht es mit dem Alkohol? «Die Schüler wissen über ihre Rechte und Pflichten Bescheid, und es sind stets Lehrpersonen in der Nähe», sagt OK-Leiter Detlef Roth. Hochprozentiges wird nur in verdünnter Form abgegeben und nur an über 18-Jährige. Aber schon vor vier Jahren, beim letzten Fest, habe man keine Zwischenfälle gehabt.


**Kantifest früher und heute Schicken Sie uns Ihre alten Erinnerungsfotos**

Wer erinnert sich nicht noch genau an «sein» Kantifest? Alle vier (früher: alle fünf) Jahre nur findet es statt und versammelt die grosse Familie der aktiven und ehemaligen Schüler und Lehrer zum grossen feuchtfröhlichen Fest der Kantonsschule Schaffhausen in die altehrwürdigen Mauern. Viele lustige, schöne, deftige und unvergessliche Erinnerungen und Erlebnisse hängen mit dem Kantifest zusammen – lassen Sie die Welt daran teilhaben! Schicken Sie uns Ihre alten Erinnerungsfotos, und teilen Sie Ihre schönen Erinnerungen. Per E-Mail an region@shn.ch oder persönlich am Empfangsschalter der «Schaffhauser Nachrichten» an der Vordergasse 58 abgeben. Annahmeschluss: heute, 17 Uhr. (lbb)



Alles ist hausgemacht, sogar die Dekoration für die Bars, Lounges und Restaurants: Rektor Urs Saxer, OK-Chefs Detlef Roth und Ralph Tanner (v. l. n. r.).
Bild Mark Liebenberg



Fast perfekt, die Illusion: Im Jahre 1986 konnte man sich in einem klassisch-edlen Wiener Café verlustieren.
Das Foto hat Heini Lanz den SN zur Verfügung gestellt.

#Notizen zu Namen

19. September 2012 | «Mein Herz schlägt sachbezogen»

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

Es ist kurz nach eins, wir sind in der Cafeteria des Berufsbildungszentrums in Schaffhausen, wo Hansueli Birchmeier seit über 30 Jahren unterrichtet, verabredet und setzen uns an einen Tisch mitten im lichtdurchfluteten Raum. «Warum, Herr Birchmeier, haben Sie sich so spät erst zu einer Kandidatur entschlossen?» – «Nachdem die Kandidaten Nummer 6 und Nummer 7 in die Arena getreten waren, kamen einige in Stein am Rhein auf mich zu und sagten, es wäre gut, wenn sich auch noch ein Parteiunabhängiger aufstellen liesse.»
Dies geschah natürlich nicht aus heiterem Himmel. Hansueli Birchmeier ist in Stein am Rhein bekannt, hat sich in vielen Vereinen und auch in Gremien rund um die Tausendjahrfeier des Städtchens engagiert, wo er seit 20 Jahren lebt. «Als Kantischüler arbeitete ich während der Ferien ab und zu im Altersheim, und nach der Primarlehrerausbildung mehrere Male als Stellvertreter im Schanz- und Hoga-Schulhaus. Damals schon gefiel es mir in Stein am Rhein sehr gut, und ich sagte mir: ‹Eines Tages arbeitest du einmal hier als Lehrer in Stein am Rhein, oder du wohnst da.›»

**Verkörperte Nachhaltigkeit**
Und so kam es auch. Zeichen dafür, dass für Birchmeier langfristiges Denken und Handeln wesensgemäss sind. Er verkörpert die Nachhaltigkeit gewissermassen mit seiner Biografie: Nach vier Jahren Primarlehrer an der Mittelstufe in Ramsen ist er nach einer entsprechenden Ausbildung in Bern und an der Uni Zürich seit über 30 Jahren Berufsfachschullehrer in Schaffhausen. Seit 20 Jahren hat er zudem ein Mandat an der Polizeischule Ostschweiz Schaffhausen, die heute in Amriswil domiziliert ist, inne. Er hat vier Kinder, von denen das älteste der Ausbildung bereits entwachsen ist. Als Hansueli Birchmeier gebeten wurde, in die Stadtratswahl einzusteigen, sagte er zu, und das, obwohl er noch nie in einer Legislativ- oder Exekutivbehörde Einsitz hatte. «Sie würden also relativ unbelastet im Rat Einsitz nehmen?» Birchmeier bestätigt dies und sagt: «Es wäre eine Chance, mit neuen Köpfen zwar nichts Neues zu machen, aber doch etwas anders an die Sachthemen heranzugehen.» – «Welche Akzente möchten Sie setzen?» – «Ich denke zum Beispiel an die Problematik der Alterswohnungen, da ist vieles für mich noch unbefriedigend, und ich denke auch an die Rahmenbedingungen in der Schule, die es zu optimieren gilt.» Hier sind kritisch-konstruktive Diskussionen und Lösungen nötig.» Dann sei es aus seiner Sicht wohl am besten, wenn der gesamte Stadtrat neu besetzt werde am 23. September, stelle ich als Frage. «Ich denke», sagt er, «das wäre eine Chance, ohne dabei das Können und die Verdienste der Bisherigen zu schmälern.» Veränderungen würden jetzt ohnehin mit der Verwaltungsreform umgesetzt. «Da gibt es jetzt andere Schwerpunkte. Und da mitzuarbeiten, das würde mich reizen.» Naheliegend der Gedanke, dass Birchmeiers Wunschreferat das Soziale sein könnte. Doch meint er: «Ich bin für alles offen.» Wie seine Wahlchancen stehen, ist für ihn schwierig abzuschätzen. «Aus sämtlichen Parteien habe ich positive Rückmeldungen bekommen, darunter sind sogar solche, die sagten: ‹Warum kommst du so spät? Ich habe schon gewählt.›» Hansueli Birchmeier lacht. «Dann sage ich jeweils», ergänzt er, «du kannst mich ja im zweiten Wahlgang auf den Zettel schreiben.»

**Das Gewerbe unterstützen**
Birchmeier bezeichnet sich als einen Sachpolitiker. Parteiunabhängig. «Können Sie so neutral sein? Wo schlägt Ihr Herz? Eher links oder eher rechts?» – «Es schlägt sachbezogen. Ich bin ein Pragmatiker und würde sagen, dass die Parteipolitik manchmal die echte Demokratie verhindert. Dann, wenn zum Beispiel ein Vorschlag nur deshalb gebodigt wird, weil er vom politischen Gegner kommt.» Und wie hält er es mit dem Tourismus und der Schaffung von Arbeitsplätzen in Stein am Rhein? «Letztere müssten ja ein Anliegen von Ihnen sein, wo Sie doch junge Berufsleute ausbilden.» – «Ich bin keiner, der Wachstum um jeden Preis anstrebt. Entwicklung muss nachhaltig sein. Wir müssen zum Beispiel das Gewerbe durch gute Rahmenbedingungen unterstützen, damit die jungen Leute hier arbeiten und sich eventuell sogar Wohneigentum zulegen können. Es soll nicht so sein wie im Berner Oberland, wo die Einheimischen keine Chance haben.»

**Heiter-gelassener Familienmensch**
Hansueli Birchmeier liebt Stein am Rhein. «Wenn ich abends über die Brücke gehe, fühle ich mich wie in den Ferien», sagt er, «das ist eine andere Welt. Ich schätze die hohe Lebens- und Wohnqualität. Das alles gilt es zu erhalten.» Hansueli Birchmeier strahlt heitere Gelassenheit aus. Er ist ein Familienmensch. «Der Fernseher steht im Estrich oben, wir diskutieren sehr viel am Familientisch, oder wir hören Musik. Früher haben wir auch ab und zu zusammen musiziert.» Wenn er nicht gewählt werde, breche für ihn keine Welt zusammen. «Es wäre schön, wenn ich gewählt würde.» Und: «Was wir Birchmeiers machen, machen wir 120-prozentig.» Das ist schon fast ein Familienmotto. «Ja», sagt Birchmeier abschliessend, «mein Vater gab mir einmal folgenden Slogan mit auf den Lebensweg: ‹Formuliere immer exakt, was du willst, sonst bekommst du das, was du befürchtest.›» Das hat sich bis dato immer bestens bewährt.»

#Notizen zu Namen

15. September 2012 | «Da braucht es eine andere Kultur»

Schaffhauser Nachrichten
Alfred Wüger

stein am rhein Als Ueli Böhni 50 wurde, machte er die Segelprüfung und ist seither in der Freizeit oft auf dem See anzutreffen, wenn die Winde günstig sind. «Herr Böhni, ist der Wind günstig für Sie, jetzt in die Politik einzusteigen, und wenn ja, warum? Was ist Ihr Motiv?» Politik sei etwas, was ihn, der einer alten Steiner Familie entstammt und im Städtchen aufgewachsen ist, schon immer interessiert habe. «Ich habe mich ja neben meinem Beruf als Arzt immer für anderes engagiert. Ich war Schulpräsident und habe bis heute massgebende Projekte damals in die Wege geleitet, die erste Schulleitung im Kanton zum Beispiel, Einführung der integrativen Schule, und das machte ich sehr gern.»
Dann aber gab es einen beruflichen Wandel, «nach ein paar Jahren Einzelkämpfertum als Haus- und Spezialarzt in Stein am Rhein» verspürte Ueli Böhni den Wunsch, mit Kollegen eine Gemeinschaftspraxis aufzubauen, eine Aufgabe, die seine Kräfte band, sodass er als Schulpräsident zurücktrat. Nun sei es ihm von der Belastung her wieder möglich, sich zu engagieren, und: «Jetzt, wo Franz Hostettmann als Stadtpräsident zurückgetreten ist, habe ich das Gefühl, der Zeitpunkt sei da, wo es den Wandel braucht, und es reizt mich, mitzuarbeiten.» Ob er auch kandidiert hätte, wenn Franz Hostettmann noch im Amt wäre? Das ist offen, meint Ueli Böhni und sagt: «Man könnte den Eindruck haben, alles, was die Leute unzufrieden machte, liege am früheren Stadtpräsidenten, und das ist sicher falsch. Immerhin haben der gesamte Stadtrat und auch der Einwohnerrat vieles widerspruchslos mitgetragen. Ich denke an das Parkhaus: einstimmige Zustimmung im Einwohnerrat, wuchtige Ablehnung durch das Volk, und darum glaube ich, es braucht mehr als nur den Wechsel vom Stadtpräsidenten zur Stadtpräsidentin.» Die Philosophie der Verwaltungsreform und des Leitbildes, das könne eine Stadtpräsidentin nicht alleine durchziehen. «Da braucht es eine andere Kultur. Und ich weiss, wenn sich etwas mal eingeschliffen hat, ist es schwierig, mit den gleichen Personen einen Wandel herbeizuführen.»

**Klare Planung, klare Strukturen**
Nun hat aber Ueli Böhni bei der Stadtpräsidentenwahl Johannes Wyss und nicht Claudia Eimer, die jetzige Stadtpräsidentin, unterstützt. «Keine Ressentiments?» – «Nein. Das sind normale Vorgänge, dass es mehrere Kandidaten gibt. Man unterstützt jemanden, und nach der Wahl ist der Entscheid gefällt. Auch habe ich Claudia Eimer nicht als unfähig betrachtet. Jetzt geht es darum, mit ihr zusammen den Wandel auf den Weg zu bringen.» Ueli Böhni ist ein Sach- und Realpolitiker, Mitglied der Grünliberalen Partei der Schweiz und der Ökoliberalen Bewegung Schaffhausen (ÖBS). «Meine grösste Erkenntnis aus der Finanzkrise ist, dass eine vollkommen freie Marktwirtschaft der Gier des Menschen Tür und Tor öffnet. Das hat mich erschüttert.» Wichtig ist ihm daher, die Zukunft von Stein am Rhein nicht dem Zufall zu überlassen. Mittels eines Leitbildprozesses gelte es kurz-, mittel- und langfristige Ziele zu definieren, und mittels der Verwaltungsreform seien die Zuständigkeiten im Stadtrat zu klären und zu definieren. Wir stellen eine konkrete Frage: «Spielzeugmuseum ja oder nein?» – «Das finde ich eine schwierige Frage. Es kommt auf die Bedingungen an. Die Frage ist, wie sieht das Kultur- und speziell das Museumskonzept aus, und hat dieses Museum darin einen Platz?» Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum, sagt Ueli Böhni, seien kaum strategische Ziele für Stein am Rhein, und, sagt er: «Tourismusprojekte sollen das lokale Gewerbe fördern und wirtschaftlich wie ökologisch sinnvoll sein.» Was die ärztliche Versorgung des Städtchens betrifft, wünscht sich Ueli Böhni die Schaffung einer Infrastruktur, die es jungen Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, sich unkompliziert und flexibel in eine Gemeinschaftspraxis einzubringen. Es sei schwierig, hier an der Peripherie Ärzte zu finden: «Aus Zürcher Sicht hört hinter Winterthur die Welt auf.» Wir haben das Gespräch am frühen Morgen geführt, Ueli Böhni ist Frühaufsteher und liebt die ausführliche Zeitungslektüre zu dieser Tageszeit. Er liest auch gerne Bücher über die Geschichte Europas und der Schweiz der letzten 250 Jahre – «eine Zeit des Umbruchs und des Wandels» –, und er pflegt eine grosse Sammlung «Grafik der Region», die sein Vater begonnen hat und die er wesentlich erweitern konnte. «Und sonst in der Freizeit, ausser Segeln?» – «Ich habe», sagt Ueli Böhni, «beim ‹No e Wili› mitgespielt, singe ab und zu in einem Chor mit, fahre gerne mal mit dem Rad.» Seine liebste Freizeitbeschäftigung aber ist das Organisieren von Weiterbildungskursen für Ärzte und das Unterrichten. Durch die Engagements in der Berufspolitik hat er reichhaltige Erfahrung in Organisationsentwicklung und politischen Prozessen gesammelt.

#Notizen zu Namen

14. September 2012 | SP-Vorstand weist Vorwürfe mit einem Brief zurück

Schaffhauser Nachrichten, Region
(rob)

Das Verhältnis zwischen der SP und dem wilden SP-Stadtschulratskandidaten Andreas Wüthrich sorgt weiter für Wirbel: In einem Brief mit dem Titel «Klärungen und Erklärungen» an alle Mitglieder der Stadt-Sektion wurde nochmals explizit festgehalten, dass es keinerlei Animositäten mit Wüthrich gebe. Ebenso wird der vom Kandidaten erhobene Vorwurf, der Parteivorstand sei unter Druck gesetzt worden (siehe SN vom 8. 9.), zurückgewiesen.
Dass Wüthrich nicht zur Wiederwahl empfohlen wurde, habe zwei Gründe: Es sei Kritik über die Arbeitsweise Wüthrichs an die Partei herangetragen worden, «und zwar sowohl aus dem Stadtschulrat als auch von einzelnen Mitgliedern des Grossen Stadtrates», heisst es in dem von Andres Bächtold, Präsident der Stadt-SP, unterzeichneten Brief. Sämtliche Mitglieder des Gremiums müssten sich gleichermassen einsetzen. «Da wir das auch von bürgerlichen Schulräten einfordern, muss das auf unsere Kandidierenden in hohem Masse zutreffen. Andreas hat da offensichtlich Defizite.» Hinzu komme, dass zwei Parteien – ÖBS und SVP – im Schulrat nicht vertreten seien, was die «demokratischen Prozesse hemmt» und der Schulpolitik insgesamt nicht förderlich sei. Man habe deshalb früh signalisiert, dass man ein in die Kritik geratenes Schulratsmitglied nicht mehr nominieren wolle. Aber: Insbesondere die SVP habe es nicht geschafft, einen valablen Kandidaten zu präsentieren, deshalb hat der SP-Vorstand beantragt, auch Till Aders, den Kandidaten der AL, zu unterstützen. Dies ist von der Partei am Mittwoch bestätigt worden, wie Andres Bächtold sagt. Die Partei sei in der Causa Wüthrich nicht gespalten, «aber weil nicht alle an der Nominationsversammlung dabei waren, gab es eine gewisse Verunsicherung», erklärt Bächtold den Brief. Wüthrich tritt für die SP auch für den Kantonsrat und den Grossen Stadtrat an: «Das haben wir so beschlossen, auch wenn es im Nachhinein vielleicht falsch war», sagt Bächtold.

#Notizen zu Namen

8. September 2012 | Grosses Interesse an viel harter Arbeit

Schaffhauser Nachrichten, Region
Robin Blanck

Der Stadtschulrat, vor vier Jahren noch als «Auslaufmodell» verschrien, ist unter Druck, weil er nach zwei gescheiterten Anläufen zur Einführung von Schulleitungen die Lehrpersonenqualifikation (LQS) an die Hand nehmen muss, ausserdem stehen mit der Ablösung des Vorstehersystems und der Einführung der Integrativen Schulungsformen (ISF) weitere tief greifende Projekt an, welche die Schulbehörde beschäftigen werden. Daneben beansprucht die Lösung der steigenden Anzahl von Problemen, die in den Schulen anfallen, die Aufmerksamkeit der Schulräte. Im Klartext: Die Zeiten, in denen das Amt als Durchlauferhitzer für höhere Weihen diente, sind vorbei, es wartet viel Arbeit auf die Schulbehörde. Mehr denn je gefragt sind Führungsqualitäten, die Fähigkeit, die Arbeit von Lehrpersonen zu qualifizieren und den Anliegen von Eltern und Lehrern gerecht zu werden. Vor diesem Hintergrund erstaunt das aktuell grosse Interesse an einem Sitz im Stadtschulrat: Marcel Sonderegger (FDP) und Simon Stocker (AL) verzichten als Bisherige auf eine erneute Kandidatur, alle anderen Stadtschulräte treten erneut an, dazu noch vier neue Kandidaten – macht acht Interessenten für sechs Sitze.

**Vier Herausforderer**
Im Feld der Herausforderer finden sich zwei Vertreter der jüngeren Generation: Stefan Bruderer (*1984) soll für die ÖBS wieder einen Sitz in der Schulbehörde erringen, der Radiomacher, der als Vorstandsmitglied und Parteisekretär tätig ist und bald sein Psychologiestudium abschliessen wird, war unter anderem bereits als Studienberater tätig. Till Aders (1987) wurde erst gestern als Ersatzkandidat für Simon Stocker von der AL präsentiert (siehe unten rechts). Die SVP schickt mit Mariano Fioretti (*1969) ihren Parteisekretär ins Rennen. Der gelernte Zolldeklarant war als Lehrmeister für den Aufbau einer Lehrlingsabteilung tätig. Mit Daniel Rapold (*1959) will die FDP den Sitz von Marcel Sonderegger mit einem erfahrenen Kandidaten verteidigen: dem Personalverantwortlichen der Meier + Cie AG Schaffhausen, die auch die «Schaffhauser Nachrichten» herausgibt (siehe unten).

**Bisherige in Poleposition**
Manuela Roost Müller (FDP), Nathalie Zumstein (CVP) und Vreni Osterwalder (SP) wurden von ihren Parteien für eine weitere Amtszeit nominiert und sind aufgrund ihrer bisherigen Mitgliedschaft im Schulrat in der besten Ausgangslage. Vreni Osterwalder (*1944) gehört dem Stadtschulrat seit 2009 an und ist Präsidentin der Kindergartenkommission. Zwischen 1965 und 2008 war Osterwalder als Primarschullehrerin tätig und wird von ihrer Partei als «motiviert, gradlinig, ehrlich und kommunikativ» angepriesen. Nathalie Zumstein (*1953) ist seit 2007 Schulrätin und hat seit 2008 das Vizepräsidium inne. Manuela Roost Müller (*1959) kommt aus der Privatwirtschaft: Die zweifache Mutter und ausgebildete Primarlehrerin ist im Gastro- und Bäckereibetrieb tätig und dort unter anderem mit Personalfragen befasst (siehe für beide Kandidatinnen auch Kasten unten). Für einigen Wirbel hat die erneute Kandidatur von Jurist Andreas Wüthrich (*1972) gesorgt: Der SP-Mann wollte nach vier Jahren im Schulrat erneut antreten, seine Partei versagte ihm aber die Unterstützung, was Wüthrich nicht an einer Kandidatur hindert. Die Opposition von Schulratspräsidentin Katrin Huber Ott gegen Wüthrich geht so weit, dass sie mit Rücktritt drohte, falls Wüthrich gewählt werde.

**Kein Streit, fachliche Einwände**
Fragt man bei Katrin Huber Ott nach, verweist sie auf fachliche Probleme: «Ich vertrete als Stadtschulratspräsidentin die Auffassung, dass es im Schulrat Leute braucht, die in der Lage sind, als Vorgesetzte Verantwortung zu übernehmen.» Nach dreieinhalb Jahren im Amt sei sie zur Überzeugung gekommen, dass Andreas Wüthrich diese Anforderung nicht erfülle. «Ich betone: Ich habe keinen Streit mit Andreas Wüthrich, es gibt keine persönlichen Differenzen, ich habe einfach den Eindruck, dass er im Schulrat am falschen Platz ist», sagt Huber Ott und fügt an: «Andreas Wüthrich hat im Vergleich zu den andern Schulräten ein viel kleineres Ephorat, er hat lediglich ein Schulhaus und acht Kindergärten zu betreuen. Aber selbst da musste ich in der Vergangenheit als Schulpräsidentin öfter eingreifen und seine Arbeit übernehmen.» Diese Situation sei vor dem Hintergrund der neuen Ephoratsaufteilung des Stadtschulrats und der Umsetzung der konsequenteren Personalführung – inklusive LQS – in Zukunft nicht weiter tragbar. Ob sie ihre Rücktrittsdrohung im Falle einer Wahl Wüthrichs wahr mache, sei derzeit noch offen, «das Schulpräsidium ist eine Aufgabe, die mir am Herzen liegt und die ich nicht gern aufgeben würde», sagt Huber Ott. Hört man sich etwas um, so wird von verschiedenen Seiten bestätigt, dass es Probleme mit Wüthrichs Leistungen gegeben habe. Diese Sicht weist Andreas Wüthrich selbst aber als «Unsinn» zurück: «Es gab nie Klagen aus dem Emmersberg-Schulhaus, das ich betreue, ich habe meine Aufgaben erfüllt», sagt er. Nur in einigen wenigen Fällen habe die Schulratspräsidentin eingreifen müssen, dabei habe es sich jeweils um solche Situationen gehandelt, in denen die Präsidentin gemäss Reglement einbezogen werden müsse. Dass die SP ihn nicht nominiert habe, sei das Resultat einer Erpressung: «Offenbar war man im Parteivorstand nicht stark genug, sich dagegen zur Wehr zu setzen.»

**Keine Frist für Kandidaten**
Es wird also spannend am 23. September, vielleicht vergrössert sich das Kandidatenfeld bis dahin sogar noch: Bevor klar war, ob eine stille Wahl erfolgt, mussten alle Kandidaten sich mit 15 Unterschriften bei der Stadtkanzlei melden. Nun, da das Volk über die Zusammensetzung entscheiden muss, können sich Kandidaten bis zum Wahltag aufstellen lassen.

**Alternative Liste Till Aders kandidiert**

Jetzt ist klar, wen die Alternative Liste ins Rennen um einen Sitz im Stadtschulrat schickt: Es ist ihr Präsident Till Aders (25). Eigentlich hätte der bisherige AL-Vertreter im Stadtschulrat, Simon Stocker (31), für eine weitere Amtszeit kandidieren wollen. Er ist seit 2008 Mitglied der städtischen Schulbehörde. Stocker schaffte jedoch überraschenderweise die Wahl in den Stadtrat und steht deshalb nicht mehr zur Verfügung. In grosser Eile musste die AL eine neue Kandidatin oder einen neuen Kandidaten suchen, denn die Wahl ist am Sonntag in zwei Wochen, und die Stimmbürger haben die Wahlunterlagen bereits erhalten.
«Wir wollten eine Person portieren, die noch nicht so bekannt war, und haben auch mit zwei Frauen Gespräche geführt», sagte AL-Vizepräsidentin Susi Stühlinger gestern bei der Vorstellung des Kandidaten, «ihnen war das aber zu kurzfristig». Schliesslich habe sich Till Aders zur Verfügung gestellt. Ein Lückenbüsser sei Aders aber nicht. «Till ist geeignet für dieses Amt», sagte Simon Stocker. «Er ist sehr kommunikativ, und getraut sich, eine eigene Meinung zu haben und diese auch zu äussern.» Er sei ein intelligenter Denker, es falle ihm leicht, einen Sachverhalt rasch zu erkennen. «Er hat eine ruhige, überlegte Art, und er zeigt viel Empathie.» Aders selbst sagte, dass er einen Beitrag an die hohe Lebensqualität in der Stadt leisten wolle, und da sei die Bildung ein zentraler Punkt. Er sei von vielen Personen auf eine Kandidatur angesprochen worden, das stimme ihn zuversichtlich: «Ich rechne damit, dass ich gewählt werde.» (zge)

**Bürgerliches Trio Manuela Müller Roost, Nathalie Zumstein, Daniel Rapold**

FDP und CVP gehen vereint in die Wahlen zum Stadtschulrat vom 23. September. Gestern stellte Marcel Sonderegger, Präsident der städtischen FDP, das bürgerliche Trio vor: Manuela Roost Müller (FDP, bisher), Nathalie Zumstein (CVP, bisher) und Daniel Rapold (FDP, neu). Manuela Roost Müller, Familien- und Geschäftsfrau, ist seit vier Jahren Schulrätin. Sie möchte die Lehrpersonen, die sie bisher betreut hat, auch weiterhin begleiten. Die Tätigkeit im Stadtschulrat gefällt ihr, denn «ich bin gerne Troubleshooter.» Nathalie Zumstein arbeitet seit 2007 im Stadtschulrat mit. Das möchte sie auch in Zukunft tun, denn mit der Integrierten Schulform (ISF), der Frühförderung und den Tagesstrukturen stehe die Schule vor grossen Aufgaben. Daniel Rapold kandidiert zum ersten Mal für den Stadtschulrat. Der 57-jährige Vater, der als Personalchef der Meier+Cie AG arbeitet, die auch die SN herausgibt, hat zahlreiche Erfahrungen mit der Schule gemacht. «Ich möchte ein Klima schaffen, das lehr- und lernfördernd ist», erklärte er. Besonders wichtig sei ihm die Kommunikation zwischen Lehrkräften, Eltern und Kindern.
Die drei sind sich bewusst, dass nach der Ablehnung von Schulleitungen der Stadtschulrat gefordert ist. Zumstein: «Die operative Führung liegt jetzt bei uns: Das ist eine grosse Herausforderung.» Auf das Schuljahr 2013/14 hin sollen die Schulvorsteher aufgewertet werden, und das ist auch nötig, denn, so Roost Müller, «es muss endlich etwas gehen». Eine weitere Baustelle, mit der sich der Stadtschulrat in der nächsten Legislatur beschäftigen muss, ist die lohnwirksame Qualifikation der Lehrkräfte (LQS). Hier wehrt sich Roost Müller vehement gegen die Vorwürfe des Erziehungsdepartements an die Adresse des aktuellen Stadtschulrats: «Es waren unsere Vorgänger, die über acht Jahre lang nichts getan und 74 Lehrkräfte nie qualifiziert haben. Das lässt sich nicht mehr aufholen.» Alle drei sind aber bereit, so viele LQS wie möglich durchzuführen, und zwar nicht wegen der Lohnwirksamkeit, sondern um den Lehrkräften ein Feedback zu geben. (ek)

#Notizen zu Namen

5. September 2012 | Kandidat Nr. 8: Hansueli Birchmeier

Schaffhauser Nachrichten, Stein am Rhein
(r.)

Der diplomierte Berufsfachschullehrer EHB – Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung – Hansueli Birchmeier, Jahrgang 1953, verheiratet, vier Kinder in Ausbildung, parteiunabhängig, kandidiert für den Steiner Stadtrat. Mit seiner Kandidatur ermögliche er als parteiunabhängiger Kandidat eine echte Alternative für eine Veränderung im Stadtrat, heisst es in einer Mitteilung und weiter: «Ich bin bereit, durch eine sachbezogene Politik und Mitarbeit die aufgegleiste Verwaltungsstruktur im Stadtrat mitzugestalten. Es liegt mir viel daran, mittel- und langfristige, nachhaltige Projekte und Ziele zugunsten einer positiven Stadtentwicklung weitsichtig zu planen und konsequent umzusetzen. Verantwortung zum Wohle unserer Stadt und Bevölkerung zu übernehmen und mögliche neue, realisierbare Perspektiven für unsere Stadt aufzuzeigen, ist mir ebenfalls wichtig.» Als Stadtrat möchte Hansueli Birchmeier sich mit aller Kraft einsetzen für optimale Rahmenbedingungen, um den Jugendlichen eine zeitgemässe Ausbildung und einen guten Einstieg in die berufliche Zukunft zu ermöglichen.

#Notizen zu Namen

1. September 2012 | Mit Ueli Böhni sind es nun schon sieben Bewerber

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen
(r.)

Wieder ein Kandidat für den Steiner Stadtrat. Laut Mitteilung kandidiert auch Ueli Böhni (52). Es brauche unverbrauchte Köpfe für den von der Bevölkerung gewünschten Wandel. Dafür wolle er sich einsetzen, begründet der Arzt seine Kandidatur. Der ehemalige Schulpräsident, der von 1997 bis 2003 massgeblich an der Einführung der Schulleitungen und der integrativen Schule beteiligt war, politisiert heute in der Ökoliberalen Bewegung. «Die neue Rolle der Stadträte mit einem Stadtpräsidium im Halbamt verlangt hohes Engagement», heisst es. Als Facharzt in einer von ihm mitbegründeten Schaffhauser Praxisgemeinschaft könne er seine Zeit flexibel einteilen. Böhni, in Stein aufgewachsen, fühlt sich mit seiner Heimatstadt sehr verbunden. Deswegen sei er, neben seinem Engagement als Autor von Fachbüchern und Leiter einer ärztlichen Weiterbildungsstruktur eines grossen Berufsverbands, bereit, sich wieder politisch zu engagieren: «Es braucht klare Strukturen, transparente Strategien und eine Kultur der Beteiligung.» Kurz und bündig sein Wahlslogan: «Bewegung im Stadtrat». Mit den bisherigen Stadträten Heidi Schilling (parteilos), Ernst Böhni (SVP) und Beat Hug (SVP) sowie Ursula Knecht Käser (FDP), Urs Kessler (Pro Stein) und Markus Oderbolz (Pro Stein) sind es bereits sieben Bewerber.

#Allgemeines

31. August 2012 | Volksmotion: Weidlinge für alle

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen

«Das Rheinufer gehört allen», mit diesen Worten stellten gestern Mirza Hodel und Timon Happle die Volksmotion «Weidlingssharing» der Juso vor. Die Motion mit 160 Unterschriften sieht vor, dass die Stadt Schaffhausen der Bevölkerung zwei Weidlinge ohne Motor zur Verfügung stellt. Diese Weidlinge können vom Volk gemietet werden. Die Kosten pro Tag sollen je nach Alter des Mieters maximal 40 Fr. pro Tag betragen. Mieten kann den Weidling jeder, der älter als 16 Jahre ist und einen Pontonierkurs besucht hat. Der Stadtrat selbst war zur Zeit der Übergabe aufgrund des Städtetages nicht vor Ort. Die Motion liegt nun beim Grossen Stadtrat, der darüber entscheiden wird, ob er das Anliegen unterstützen möchte.



Bild Selina Zehnder

#Allgemeines

30. August 2012 | Basler Wirte befeuern den Bierstreit

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Lukas Leuzinger

Basel Über eine Handelsfirma lässt der Wirteverband Basel-Stadt künftig Bier von Carlsberg und Heineken importieren – vorbei an den offiziellen Kanälen der beiden Brauereikonzerne. Ab kommender Woche bietet der Verband das Bier sowie weitere Getränke in Pratteln seinen Mitgliedern an – teilweise deutlich unter den Schweizer Listenpreisen, wie er in einer Mitteilung schreibt.
Mit ersten Parallelimporten hatte der Verband im Mai begonnen. «Wir zeigen vor allem den Preistreibern Carlsberg und Heineken, dass wir ihre Geschäftspolitik nicht mehr länger tolerieren», sagt Maurus Ebneter vom Wirteverband Basel-Stadt. Hintergrund der Aktion ist die jüngste Preiserhöhung von Heineken. Der Konzern, zu dem unter anderem die Biermarken Eichhof, Calanda und Haldengut gehören, hatte im Juli angekündigt, die Preise per Oktober im Schnitt um 3,9 Prozent zu erhöhen. Heineken folgte damit Konkurrent Carlsberg: Dessen Zugpferd in der Schweiz, die Brauerei Feldschlösschen, hatte nur wenige Monate zuvor eine Preiserhöhung von 4,4 Prozent bekannt gegeben. Seit Jahren erhöhen die beiden grössten Anbieter auf dem Schweizer Biermarkt die Preise praktisch im Gleichschritt – allein seit 2007 um jeweils über 20 Prozent. «Das sieht nach einer Absprache aus», sagt Franziska Troesch-Schnyder, Präsidentin des Konsumentenforums. Sie vermutet, dass die zwei Konzerne ihre Macht ausnutzen. Nachdem Feldschlösschen Anfang Jahr die Preise erhöht hatte, reichte der Wirteverband Basel-Stadt gar eine Anzeige bei Preisüberwacher Stefan Meierhans ein. Dieser leitete Abklärungen ein, wie er auf Anfrage bestätigt. Meierhans sucht mit den betroffenen Parteien nach einer einvernehmlichen Lösung. Besonders ärgerlich sei auch die ungleiche Preissteigerung im Gastgewerbe und im Detailhandel. Laut Wirteverband erhöhten Carlsberg und Heineken zwischen 1995 und 2010 die Preise für Flaschenbiere nicht einmal halb so stark wie die Fassbierpreise. Die Bierkonzerne schieben den Schwarzen Peter zurück. Für den höheren Preis, den der Kunde im Restaurant für ein Bier bezahle, seien sowohl die Brauereien als auch die Wirte verantwortlich, sagt Olivier Burger, Mediensprecher von Heineken Schweiz. «Der Offenbierpreis ist seit 2007 von unserer Seite um 59 Rappen pro Liter gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich der Preis für einen Liter in der Gastronomie aber um 2.23 Franken verteuert.» Den Vorwurf der Preisabsprache weisen die grossen Brauereien weit von sich. «Wir haben in der Schweiz einen hart umkämpften Markt», sagt Markus Werner, Mediensprecher bei Feldschlösschen. Auch bei den kleinen und mittelgrossen Brauereien sieht man kein wettbewerbsrechtlich bedenkliches Verhalten der grossen Konkurrenten. «Ich glaube nicht, dass es Preisabsprachen gibt», sagt Alois Gmür. Er leitet die Brauerei Rosengarten in Einsiedeln und ist Präsident der IG der Klein- und Mittelbrauereien. Die Listenpreise der Hersteller sagen laut Gmür ohnehin relativ wenig aus. Einerseits erhöhten Carlsberg und Heineken praktisch im Gleichschritt ihre Preise, gleichzeitig kämen sie den Wirten mit immer grosszügigeren Rabatten und anderen Leistungen entgegen. So erhalten viele Wirte Kredite von den Brauereien. Anderen Beizern finanzieren die Konzerne Anschaffungen. Alles wird individuell verhandelt, was Gmür als intransparent kritisiert. Seine Brauerei gewähre Mengenrabatte, aber keine Darlehen. (sda)

#Notizen zu Namen

29. August 2012 | Wegen eines Zerwürfnisses ist er nun wilder Kandidat

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(lbb)

«Entweder er oder ich», soll die im Juli in stiller Wahl bestätigte Stadtschulratspräsidentin Katrin Huber Ott dem SP-Parteivorstand bereits im Januar 2012 gedroht haben. Die Rede war von ihrem Parteigenossen und Kollegen Andreas Wüthrich, der neben Vreni Osterwalder als zweiter SP-Vertreter seit 2008 im Stadtschulrat sitzt. Die Partei entschied sich dann offenbar für Huber Ott. In der Folge entzog die Delegiertenversammlung dem beim Kanton tätigen Juristen Wüthrich die Unterstützung für eine erneute Kandidatur. Wüthrich will’s aber dennoch nochmals wissen und kandidiert nun folglich als Parteiloser für weitere vier Jahre.
«Sollte ich gewählt werden und Frau Huber Ott ihre Drohung deshalb wahr machen und zurücktreten – dann sei es so. Ich reiche ihr jederzeit die Hand zur Versöhnung», sagt der wilde Kandidat gestern vor den Medien. Über die Gründe für das Zerwürfnis machte er gestern vor den Medien keine Angaben. Der nebenamtlich als Gemeindeschreiber von Bargen und Aktuar des Einwohnerrats von Thayngen engagierte Wüthrich hat nun ein Unterstützungskomitee zusammengestellt, das unter anderem aus mehreren Lehrkräften aus dem Schulhaus Emmersberg besteht. Wüthrich legte seine Ziele und strategischen Schwerpunkte wie folgt dar: Die Lehrer müssten von pädagogisch-theoretischen Vorgaben aus dem Erziehungsdepartement entlastet werden und sollten mehr Freiheit in der Gestaltung ihres Unterrichtes erhalten. «Der Lehrplan wird immer überladener», sagt Wüthrich. Die Schule sei im Umbruch, weshalb etwa Inspektoren wieder vermehrt in die fachliche Beurteilung des Lehrbetriebs einbezogen würden. Die Integration ausländischer Kinder müsse «mit Fingerspitzengefühl, aber auch mit einer strengen und konsequenten Haltung vorangetrieben werden», fordert der Vater einer siebenjährigen Tochter. Zudem biete er als parteiloser Kandidat sich an, da das Gremium damit in Zukunft politisch breiter abgestützt sei und auch die parteilosen Wähler sich im Stadtschulrat vertreten fühlen könnten. Namens seiner Unterstützer empfahl die frühere Primarlehrerin Hanna Meister den Kandidaten, weil er wisse, wo der Schuh drücke: «Nach der Ablehnung der Schulleitungen ist es wichtig, dass die Rolle der Schulvorsteher ausgebaut wird.» Als Vater habe Wüthrich ein immanentes Interesse daran, dass die Projekte schnell und effizient an die Hand genommen würden. Das garantiere Andreas Wüthrich.

#Allgemeines

28. August 2012 | Schafuuser Züngli

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(dj.)

Bisher war klar: Abgesehen von der Jugend haben die Jungsozialisten und die Jungfreisinnigen wenig gemeinsam. Doch in diesem Sommer betreiben sie «Anliegen-Sharing»: Die breite Schaffhauser Bevölkerung, und nicht nur die bereits seit dem Spätmittelalter ansässigen Familien, sollen vermehrt Zugang zu Weidlingen auf dem Rhein erhalten, was wegen der begrenzten Zahl der Anlegepfosten bisher schwierig war. Die Juso hat dafür die Volksmotion «Weidlingssharing» lanciert, der jungfreisinnige Grossstadtrat Till Hardmeier fordert in einem Postulat «Mehr Rhein für Schaffhausen». Die Juso setzt eher auf den Staat: Die Stadt soll zwei Weidlinge anschaffen, die günstig an die Bevölkerung vermietet werden. Gemäss Hardmeier soll ein privater Betreiber wie ein Carsharing-Anbieter Zugang zum Rheinvergnügen verschaffen. Genauer betrachtet sind die beiden Anliegen aber sehr ähnlich: Die Sehnsucht nach dem Rhein überflutet politische Gräben.

#Allgemeines

25. August 2012 | etwas

du kannst gerne ein animiertes gif einfügen.

#Allgemeines

23. August 2012 | Lehrstunde des feministischen Tanzes

Schaffhauser Nachrichten, Region
Eva Roselt

Auf der Zinne des Munots wurde kürzlich einmal mehr das Tanzbein geschwungen. Und was die Paare, die das Kursangebot nutzten, sich in der fünfgliedrigen Choreografie ertanzten, machte ihnen sichtlich Freude.
Obwohl die Quadrille (auch Française genannt) namentlich die Vierheit ins Zentrum ihrer Bewegungen stellt, lässt sie keinen Zweifel daran, dass jegliches Quadrat ohne Kreis verloren wäre. Ja, es entsteht gar der Verdacht, das es sich hier um einen feministischen Tanz handelt. Nicht nur, dass die Tänzer sich die Hände reichen und die meisten Bewegungen ganz ohne politische Scheu von links gesteuert werden: Kein Herr muss hier führen. Sie werden von der drückenden Dominanz ihres Geschlechts befreit. Es sind die Frauen, die ein wenig voranschreiten und die weitere Bögen tanzen. Dabei ist dies mitnichten ein kopfloser Tanz, und nach einer respektvollen Begrüssung wird promeniert. Diese würdigen Bewegungen lassen erahnen, wozu wir Menschen geschaffen wurden.

**Choreografische Ethik**
Es ist ein im doppelten Sinne taktvolles Zu- und Voneinander, ein umkreisendes Visavis, immer kollektiv und nie solistisch, ja sogar die gelegentlich beengende Zweiheit, die manches Paar aus seinem Alltag kennen mag, wird hier aufgehoben. Der Männertausch ist Programm und wäre selbstverständlich ohne Damentausch nicht denkbar. Wer hier Frivolität vermutet, wird enttäuscht. Die Hüften schweigen, und die choreografische Ethik gehorcht der Mathematik. In einer Zeit, die Tabledance mit Tanz verwechselt, die unter wachsender Vereinsamung und krankem Konsum leidet, war der Quadrille-Kurs auf dem Munot ein lohnendes Kursangebot. Es wäre auch unzureichend, das Erlernen dieses Gemeinschaftstanzes auf einen Akt der Traditionspflege zu reduzieren. Die Quadrille hat nämlich vielfältiges Potenzial. In ihr liegen etwa die Wurzeln des Cancan oder des irischen Square-Dance, der jüngst die Welt erobert hat. Die Schaffhauser beweisen einmal mehr ihre Aufgeschlossenheit, denn die Quadrille ist ein angelsächsischer Exportschlager, der über das napoleonische Frankreich seinen Weg auf die Munotzinne gefunden hat. Dem reichen Erfahrungsschatz und dem Vermittlungsvermögen von Annekäthi Bührer sei Dank, dass der Kurs ein Erfolg war. Ihre Schüler zeigten sich gelehrig und präsentierten schon nach kurzer Zeit ein sehenswertes Ergebnis. Musikalisch getragen wurden die Tänzer von der Organistin und Improvisationskünstlerin Stefanie Senn, die ihren Klavierauszug stets einfallsreich variierte. Auch wenn noch genug Platz für weitere Teilnehmer gewesen wäre, gab es keine Nachwuchsprobleme, denn der Quadrille-Kurs wurde glücklicherweise generationsübergreifend von jung bis alt genutzt. So soll es sein …



Annekäthi Bührer, pensionierte Balletttänzerin und Ballettschulleiterin, lehrt seit 14 Jahren die Quadrille.

#Allgemeines

23. August 2012 | Warten auf Bootspfosten soll verkürzt werden

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(lbb)

Wenn man in Schaffhausen am Rhein sein Boot vor Anker legen, respektive es an einen der existierenden Pfosten ketten möchte, kann es durchaus sein, dass man dabei wartet, bis man aussieht wie Methusalem. 30 Jahre beträgt die durchschnittliche Wartezeit für die begehrten Pfosten, die man von der Stadt mieten kann. In einem Postulat mit dem Titel «Mehr Rhein für Schaffhausen» fordert Till Hardmeier (JFSH) jetzt vom Stadtrat, Varianten zu prüfen, wie diese Wartezeit verkürzt werden kann, beziehungsweise wie mehr Personen Zugang zum Rhein erhalten. das Postulat schlägt vor, etwa zu prüfen, mehr Pfosten zu bauen oder Gruppen (Vereine, Firmen, Zweckgemeinschaften) bei der Vergabe zu bevorzugen, damit mehr Leute Zugang bekommen. Weiter soll der Stadtrat erwägen, ob ein Konzept analog wie Mobility bei der Pfostenvergabe angewandt werden könnte oder wie allenfalls zusätzlicher Abstellraum in privaten Bootstrockengaragen bereitgestellt werden könnte.

**Vererbung der Pfosten verhindern**
Und schliesslich soll der Stadtrat auch prüfen, ob bei geringer Nutzung ein Pfosten entzogen werden könnte, ob die Vergabedauer reduziert und die «Vererbung» der Pfosten eingedämmt werden könnte. Für Rheinfans unter 50 Jahren, heisst es im Schreiben, sowie für Neuzuzüger, auf die Schaffhausen angewiesen sei, solle der schiffsmässige Zugang zum Rhein «interessant und fair» ausgelegt sein. «Wenn nur Urschaffhauser ein Boot haben können, ist das schade.» Damit Neue und Junge also nicht auf einen Bootspfosten warten müssten, bis sie graue Haare haben, sollen die genannten Ideen geprüft werden, fordern Hardmeier und seine Mitunterzeichner. Bereits im Jahre 1979 habe Grossstadtrat Thomas Hauser einen ähnlichen Vorstoss eingereicht, nun sei es an der Zeit, die Situation neu zu beurteilen und aufzuzeigen, wie das Pfostenmanagement funktioniert und alfällige Verbesserungen zu entwickeln.

#Notizen zu Namen

22. August 2012 | Barfuss: Ein Freiheitsgefühl

Schaffhauser Nachrichten, Region
Selina Zehnder

«Ich will die Freiheit haben, so rumlaufen zu dürfen, wie ich will», sagt Matthias Frick, Hobby-Barfussläufer. Er sei zwar kein Barfüssler, der aus Überzeugung unten ohne rumlaufe, sondern mache es aus dem einfachen Grund, weil er es angenehm finde. «Es gibt aber immer wieder Leute, die sich an meinen nackten Füssen stören», erklärt Frick.
Doch gemäss dem Allgemeinarzt Reto Winkler ist das Barfusslaufen sehr gesund. Denn einerseits haben Barfussläufer weniger Hautprobleme an den Füssen, da diese durch das Laufen abgerieben würden, und anderseits sei das Barfusslaufen sehr wichtig für das Feingefühl im Körper. «Der Fuss ist ein Taktilorgan, mit dem wir uns vortasten. Je weniger wir barfuss laufen, desto mehr verlieren wir die Sensibilisierung in unserem Fuss, da der Fuss durch den Schuh in seiner Funktion der Sensibilisierung eher eingeschränkt wird», erklärt Winkler. Dies sei ein sehr präsentes Problem. «Viele ältere Personen können mir, wenn sie gerade vor mir stehen, nicht sagen, ob sie das Hauptgewicht auf der Ferse, dem Mittelfuss oder der Fussspitze haben. Auch wenn sie wahrscheinlich als Kind viel barfuss gelaufen sind. Doch das Bewusstsein um die einzelnen Muskeln des Fusses hat sich zurückgebildet.» Klar ist, dass heute allgemein zu wenig barfuss gelaufen wird. Zwar gibt es einige Angebote, aber diese sind Raritäten (siehe Kasten). Wer die letzten Tage bei diesen heissen Temperaturen durch die Stadt spaziert ist, sah vor allem Sandalen und Flipflops an den Füssen der Schaffhauser. Barfüssler konnten selten gesichtet werden. So berichtet auch Frick, dass er der Einzige aus seinem Freundeskreis sei, der regelmässig bei warmen Temperaturen barfuss laufe. Achtgeben sollte man als Anfänger im Barfusslaufen vor allem darauf, dass man den Fuss zuerst daran gewöhnt und vorerst nur auf weichem Untergrund geht. Auch auf die kleinen Glasscherben, welche auf der Strasse liegen, sollte man achten. Als selbstverständlich wird angesehen, die Füsse jeden Tag zu waschen. Nur Zuckerkranken wird vom Barfusslaufen abgeraten.


**Barfusslaufen Angebote**

**Barfussbar** In der Zürcher Frauenbadi gibt es jeweils am Mittwoch, Donnerstag und Sonntag Events am Abend, an welchen die Schuhe draussen bleiben.
**www.barfuss.ch/forum** Eine Plattform zum Austausch rund um das Barfusslaufen.
**Themenpfad Barfussweg Gonten** Ein circa fünf Kilometer langer Barfussweg im Appenzell.
**Barfussweg Wuppenau** Ein wahlweise langer oder kurzer Barfussweg im Thurgau.



Regelmässige Barfussläufer wie Matthias Frick spüren keinen Schmerz: Nur die kleinen Glasscherben und eine wetterbedingte Winterpause schwächen ihn.
Bild Selina Zehnder

#Notizen zu Namen

21. August 2012 | 150 Jahre Scaphusia in Bildern und Text

Schaffhauser Bock
Daniel Thüler

Die Scaphusia, die Mittelschulverbindung an der Kantonsschule Schaffhausen, besteht seit 1858. Zum 150-Jahre-Jubliläum haben Michael E. Dreher v/o Aal, Mitbegründer der Autopartei und ehemaliger Nationalrat, sowie einige Mitstreiter (insbesondere Andreas Wüscher v/o Codex) einen ansprechenden, rund 460-seitigen Bildband verwirklicht, der es in sich hat: gezeigt werden Hunderte von Fotos, teil seriös, teils weniger, aus dem Fundus der Altherren: Gruppenfotos der Aktivitas und Alt-Scaphusia, Einzelporträts, Aufnahmen bei den Stämmen, Festcommers und Ausflügen oder Bilder von allen Rektoren der Kantonsschule.

**In historischen Kontext gesetzt**
Doch nicht nur das: In sorgfältiger und liebevoller Klein- und Kleinstarbeit wurden die Namen der vielen Scaphusianer (über 1000 Mitglieder in den 150 Jahren) recherchiert und in die Bildlegenden gesetzt, Texte über die verschiedenen Anlässe aus den Jahresberichten der Alt-Scaphusia zusammengetragen (vorhanden ab 1928), weitere thematisch passende Illustrationen gesucht und das ganze auch in historischen Kontext gesetzt. So befinden sich in blau umrahmten Boxen unter dem Titel «… aber die Scaphusia war da!» jeweils Kurzabrisse über die geschichtlichen Ereignisse des betreffenden Jahres. Alles in allem eine riesige Büez, sodass es den Mitwirkenden nachzusehen ist, dass es mit vier Jahren Verspätung (begonnen wurde 2003) erschienen ist. Dafür wurde kurzerhand ein Nachtrag erstellt, in dem die Aktivitas bis 2012 festgehalten sind.

**Illustre Gästeschar bei der Vernissage**
Zur Buchvernissage am vergangenen Samstag im Restaurant Falken (wo sonst, ist es doch das Stammlokal der Scaphusia) kam eine illustre Schar Aktivitas, Altherren, Sponsoren und Gäste. Unter ihnen befanden sich seitens der Altherren beispielsweise alt Stadtpräsident Felix Schwank v/o Fit, der ehemalige Staatsschreiber Peter Uehlinger v/o Igel und alt Regierungsrat Kurt Amsler v/o Zigan, seitens der Sponsoren unter anderem Ulrich Bremi, ehemaliger GF-Verwaltungsratspräsident, Valentin Landmann, der schweizweit bekannte Rechtsanwalt, John Schnyder, Direktor der Bank Vontobel, Rolf Hartl von der Erdölvereinigung oder Rolf Schneider von der SIG Gemeinnützige Stiftung. Mit Ständerat Hannes Germann, Regierungsrat Reto Dubach und Stadträtin Jeanette Storrer war auch die aktive Politik zugegen. Sie alle wurden vom auf das Werk verdientermassen sichtlich stolzen Michael E. Dreher ausgiebig begrüsst, bevor er, nicht ohne Selbstironie, über die Produktion des Bildbands sprach: «Die Arbeitsorganisation war theoretisch oft gut angedacht, erwies sich dann jedoch nicht als tragfähig.» oder «Erneut kam die Arbeit im Jahre 2010 zum Erliegen. Der Spätsommer brachte plötzliche Spitalaufenthalte mit vier Vollnarkosen innert zwei Monaten, was auch ein routinierter
Sportler nicht ohne weiteres wegsteckt, um ganz genau zu sein: ein routinierter Sportwagenfahrer.» Und zu den geschichtlichen Inhalten des Bandes: «Wir haben zahlreiche politische, wirtschaftliche und soziale Ereignisse und verschiedene Erfindungen festgehalten, wenn auch längst nicht alle. Aber die Frage, ob die Erfindung des Geschirrspülers nicht mindestens so bedeutend gewesen sei wie gewisse Forschungsergebnisse in der Astrophysik, die von Fachleuten als Sensation eingestuft wurden, darf mindestens gestellt werden.»

**Mit «Liebe zum Detail»**
Ueli Böhni, Präsident der Alt-Scaphusia, war voll des Lobes: «Die Liebe zum Detail macht die Qualität des Gesamtwerks aus. Der Bezug zur Lokalhistorie und das Spannen des Bogens zur grossen Geschichte ist durchwegs gelungen.» Es sei eine tolle Fotodokumentation, welche die eigentliche Jubiläumsfestschrift optimal ergänze.

Persönliche Anmerkung des Autors dieses Artikels: Selber nicht an der Kantonsschule, geschweige denn in der Scaphusia, freue ich mich trotzdem sehr über den vorliegenden Bildband. Einen Bezug zur Scaphusia habe ich durchaus: Mein Grossvater, Jakob Bryner v/o Patachon, war, bis er mit 97 Jahren starb, ein begeisterter Alt-Scaphusianer. Selbst im hohen Alter und mit verschiedenen Gebrechlichkeiten konnte er noch den Stämmen und Commers beiwohnen. Denn die jüngeren Scaphusianer scheuten sich nicht, ihn auch mal mit dem Auto im zürcherischen Horgen abzuholen oder ihn in Beizen zu geleiten, die sich nicht im einfach zugänglichen Parterre befanden – wie eine grosse Familie. Als Enkel wurde ich zu Patachons Totensalamander eingeladen, der Ehrung des Verstorbenen, was mich sehr bewegte. Der Bildband ist zugleich ein Zeitraffer, der den Wandel der abgebildeten Personen von ihrer Kanti-Zeit bis ins hohe Alter bildlich festhält. Eine schöne Erinnerung, nicht nur für die Abgebildeten, sondern auch für all ihre Angehörigen und Freunde – ein Blick hinein lohnt sich also auch für Nicht-Scaphusianer sehr! Besten Dank für beides!



Michael E. Dreher mit dem Bildband, flankiert von Aktiven der Scaphusia.


Michael E. Dreher referiert im «Falken» über die Herstellung des Bildbandes.
Bilder: Daniel Thüler

#Allgemeines

21. August 2012 | Der Gerstensaft, die Frau und der Mann

Schaffhauser Nachrichten, Hintergrund
Katja Fischer de Santi

Darf eine Frau Bier trinken? Diese Frage hat eine junge Dame derart umgetrieben, dass sie sich an den Stilexperten einer grossen Zeitung wandte. Dieser holte weit aus, schwadronierte von subjektiver und objektiver Richtigkeit, um dann zum Schluss zu kommen: «Bier ist männlich, weil kraftvoll und herb. Wenn eine junge Frau ein Bier bestellt, signalisiert sie Selbstbewusstsein.»
Wir schreiben also das Jahr 2012. Frauen arbeiten als Kranführerinnen, leiten Banken und regieren Länder, und da soll allein das Bestellen eines Getränks weibliches Selbstbewusstsein demonstrieren? Die Frauenwelt müsste empört aufschreien. Tut sie aber nicht.

**Kein Fett, kein Zucker**
Denn die Bier trinkende Frau, sie ist 2012 noch immer eine Exotin. Das ist nicht nur ein Klischee, das belegen die Zahlen. Gut 435 Millionen Liter Bier wurden letztes Jahr in der Schweiz ausgeschenkt. Das macht pro Einwohner 57 Liter Bier. Doch nur gerade 14 Prozent dieser Menge wurden von Frauen getrunken. Denn 75 Prozent der Frauen geben an, selten oder nie Bier zu trinken. Das ist schade, denn Bier hätte durchaus das Zeug zum Frauengetränk. Es ist ein reines Naturprodukt, es enthält keine Zusatzstoffe, kein Fett und keinen Zucker und nur wenig Alkohol. Und es gibt tausend Sorten, es würde frau also nie langweilig werden. Aber eben – frau probiert es meist gar nicht mit dem Bier.

**Nicht besonders sexy**
Warum? Weil der Gerstensaft ein schlechtes Image hat. Und wer ist daran schuld? Der Mann, klar. Den Bier trinkenden Mann, den finden wir Frauen nicht so sexy. Vor allem dann, wenn er immer und überall «ä Stange» bestellt. Und an sein Bier nur zwei Ansprüche stellt: «Hauptsache kühl» und «Hauptsache, es gibt noch mehr». Das Mehr führt dann kurzfristig zum Bieratem, mittelfristig zum Bierrülpser und längerfristig zum Bierbauch. Alles keine schönen Assoziationen. Festzelte mit biergeschwängerter Luft sowie Bierdosen umklammernde Halbwüchsige verbessern das Image des Gerstensafts aus weiblicher Sicht nicht gerade.

**Bier trinkende Männer am Grill**
Und dann wäre da noch die Werbung. Zwar beteuern die Brauereien gerne, dass sie die weibliche Zielgruppe erschliessen wollen. Aber in den Fernsehspots stehen dann doch wieder nur Männer (mit Bier) um einen Grill, prosten sich Männer (mit Bier) zu, liegen sich Männer jubelnd (mit Bier) in den Armen. Frauen sind in der Bierwerbung nur dazu da, das Bier auszuschenken oder mit wehenden, blonden Haaren den Weizen dafür zu ernten.

**Die letzte Männerdomäne**
Auch Biersommelière Gaby Gerber muss zugeben, dass in der Bierwerbung viel zu wenig Frauen vorkommen. Die 39-Jährige ist seit 15 Jahren für Feldschlösschen tätig. Sie hat in dieser Zeit gelernt, sich in der Männerdomäne durchzusetzen. Sprüche muss sie sich aber noch heute manchmal anhören. Denn Frauen und Bier, da hört an manchen Stammtischen der Gleichberechtigungsgedanke auf. Frauen sollen Cüpli nippen und das Biertrinken gefälligst den Männern überlassen.

**«Bei uns Jungs ist das anders»**
All diesen Männern hat Ingo G. (23) aus der Seele gesprochen, als er in einem Leserbrief an die «Süddeutsche Zeitung» schrieb: «Frauen sollten kein Bier trinken, tun sie es doch, werden sie albern, dann träge und sind dann zu nichts mehr zu gebrauchen. Bei uns Jungs ist das anders. Wir verstehen es, haben wir erst einige Biere getrunken, den Abend mit tief greifenden Gesprächen ausklingen zu lassen.» Nur gut, Ingo, dass Du nicht weisst, dass es Frauen waren, welche die ersten Biere brauten.

**Brauende Frauen**
In den Brauhäusern des frühen Mittelalters sah man fast nur Frauen. Ein Braukessel gehörte damals in die Mitgift fast jeder Tochter, und es war Sitte, dass die Hausfrau, die Bier gebraut hatte, ihre Geschlechtsgenossinnen zu einem «Bierkränzchen» einlud. Nicht selten standen Frauen auch städtischen Brauereien vor. 1439 gab es in Oxford mehr Frauen als Männer im Braugewerbe. Dann entdeckten die Männer das Bier für sich und vertrieben die Frauen aus den Brauereien. Denn ob Frauen Alkohol trinken durften, war gesellschaftlich nicht immer gleich legitim. Dennoch haben sich die Frauen wahrscheinlich zu keinem Zeitpunkt der Geschichte den Biergenuss vorenthalten lassen. Nur damit Du das auch weisst, lieber Ingo G.

**Zu bitter? Stimmt nicht**
Dass das Bier weiblich ist, beweist auch die Tatsache, dass im Hopfen östrogenähnliche Stoffe enthalten sind. Diese ähneln den weiblichen Sexualhormonen und bewirken bei Bier liebenden Männern das Wachsen von Brüsten. Fragt man Frauen, warum sie kein Bier trinken, dann sagen sie: «Es ist mir zu bitter.» Und das stimmt. Gut gehopftes Bier schmeckt bitter. Falsch hingegen ist, dass Frauen geschlechtsbedingt keine Bitterstoffe mögen. «Dann müssten sie auch dem Campari, dem Aperol und dem Kaffee abschwören», sagt Biersommelière Gaby Gerber. Sie hat schon Hunderte Bierverkostungen durchgeführt und ist überzeugt: «Frauen mögen Bier nicht, weil sie nicht damit sozialisiert werden.» Auch den meisten jungen Männern munde der erste Schluck Bier nicht sonderlich. Aber sie trinken weiter, weil sich das für einen Mann gehört. Alle Kinder, egal, welchen Geschlechts, lehnten bittere Lebensmittel ab. Erst im Laufe des Erwachsenenlebens gewöhnt sich der Mensch an die Bitterstoffe – und wird süchtig danach. Denn es sind die Bitterstoffe, die in Verbindung mit Alkohol einen beruhigenden und leicht euphorisierenden Effekt auslösen.

**Eine zweite Chance**
«Es wäre an der Zeit», findet Gaby Gerber, «dass die Frauen dem Bier eine zweite Chance geben.» Denn es hat sich viel getan in der Welt, die Hopfen und Malz zusammenhält. In jedem Restaurant würden heute verschiedene Biersorten angeboten, kleine und grosse Brauereien kreierten laufend neue würzige oder auch mal honigmilde Biersorten, die auch dem feinsten Frauengaumen schmeichelten. Im Jahr 2012 ist ein Bier schon lange nicht mehr einfach nur herb. Und männlich, lieber Stilexperte, lieber Ingo G., war Bier noch nie.


**Brauerei Falken «Wir nehmen die Frau als Konsumentin ernst»**

Auf die Frage, warum die Frauen in der Schweiz so wenig Bier konsumieren, wüsste Markus Höfler, Geschäftsführer der Brauerei Falken, schon lange gerne eine abschliessende Antwort. «Frauen trinken in der Schweiz leider wirklich viel zu wenig Bier. Ich glaube, es liegt daran, dass das Biertrinken oft – und ich meine das nicht despektierlich – ein Arbeiterimage hat», so Höfler. In der Schweiz müsse ein Umdenken stattfinden, damit das Biertrinken auch für die Frau salonfähig werde – wie das beispielsweise in Deutschland oder England schon heute der Fall sei. «Die ganze Bierbranche nimmt die Frau als Konsumentin sehr ernst. Zusammen mit der IG Klein- und Mittelbrauerei arbeiten wir daran, das Image der Bier trinkenden Frau aufzuwerten.» Es daure aber wohl noch etwa eine Drittelgeneration, bis die Bier trinkende Frau ihren negativen Beigeschmack verloren habe und von beiden Geschlechtern vorbehaltlos akzeptiert werde. Dank der aktuellen Hitzewelle liefe der Biergesamtausstoss sehr gut, «auch wenn für Falken die optimale Temperatur zwischen 24 und 25 Grad Celsius liegt». Bei den momentanen Temperaturen griffen Frau wie Mann nämlich eher zu Wasser denn zu Alkohol. (aka)


**Veraltete Gleichung: Bier sei ein Proletariergesöff, Wein ein Edelgetränk, denken noch immer viele.**

Warum besingt man nur den Wein und nicht auch das Bier? So sinniert im anonymen Gedicht «Ein Fremder sitzt auf einem Fass» ein Hofbräuhausbesucher. Und er fragt irritiert: «Kann’s denn möglich sein / Gibt’s keine Dichter hier?» Worauf ihm ein Stammgast übers Maul fährt: «Gnua, s’ fehlt uns net / An Dichtern und Gesang / Wer aber was vom Bier versteht / Der trinkt’s und singt net lang.»
Da ist schon viel drin in dieser Hofbräuhaus-Poesie. Viel von der Rivalität und der Dualität zwischen dem Wein und dem Bier. Jener ist der geadelte Nektar der Noblen und Gesitteten, dieses das in rauen Mengen geschluckte Billigopium des niederen Volks, das Proletengesöff. Runter und fertig. Und dann noch eins. Nun, so dramatisch ist’s natürlich nicht. Nicht mehr. Aber die Vorstellung einer Hierarchie der vergorenen Säfte geistert noch durch manchen Kopf. Es ist bezeichnend, dass an Vernissagen, Apéros und Ehrungen die Buffets voller Wein-, Orangensaft- und Mineralwassergläser sind. Wer aber lieber ein Bier hat, muss sich darum bemühen. Und sich dafür rechtfertigen.

**Entweder-oder?**
Selbst in der Kunst gibt es hierarchische Abstufungen. Im Sinfonieorchester gelten die Bläser als dumpfe Biertrinker – was allerdings pragmatische Gründe hat, wie schon mal kolportiert wird: Der vom vielen Blasen dehydrierte Hornisten- und Posaunistenkörper verlangt nach Flüssigkeit. Bier tut dem Körper gut, lernen wir. Ach, warum denn immer dieses verflixte Rating-Denken? Warum überhaupt dieses Entweder-oder? Schon die alte Faustregel «Wein auf Bier, das rat ich dir; Bier auf Wein, das lasse sein» lässt ja ahnen, dass sich beides nicht grundsätzlich ausschliesst.

**Kulturelle Errungenschaften**
Fakt ist: Beides, Wein und Bier, sind jahrtausendealte Kulturgüter. Wein sei ein zum Kulturprodukt veredeltes Naturprodukt, Bier eine Kulturleistung des Menschen, unterscheiden Spitzfindige. Für beide Getränke und Genussmittel gibt es den richtigen, den perfekten Moment. Ein Glas Bordeaux nach einer anstrengenden Bergtour? Undenkbar. Und es komme keiner mit der Bemerkung: Genau darum unternähmen wahre Weinliebhaber keine anstrengenden Bergtouren.

**Ärzte empfehlen Bier**
Es gibt also Gelegenheiten genug, für beide. Und Argumente desgleichen. Dass Bier guttue, liessen die Schweizer Bierbrauer schon mal verlauten, hätten sie immer gewusst, doch hätten sie diese Botschaft vielleicht nicht so geschickt zu verbreiten gewusst wie die Weinproduzenten. Dass es im Übrigen auf die Menge ankommt, ist ihnen natürlich bewusst. Aber man darf staunen: In manchen Empfehlungen ist von einem Liter täglich die Rede. (bha)

#Notizen zu Namen

20. August 2012 | Ein neuer Bildband über die Scaphusia

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Die Geschichte der Scaphusia ist um ein wichtiges Dokument reicher. Am Samstag hat Michael E. Dreher v/o Aal einen Bildband präsentiert, der die Geschichte der Schaffhauser Kantonsschülerverbindung von 1858 bis in die Neuzeit dokumentiert. Zahlreiche Alte Herren hatten für das Werk ihre privaten Fotosammlungen durchforstet, auch das Stadt- und das Staatsarchiv stellten Dokumente zur Verfügung. In unzähligen Stunden hatte Dreher zusammen mit jungen Farbenbrüdern über 4500 Bilder begutachtet, gescannt, ausgewählt oder wieder verworfen.
«Ich wollte still und harmlos einfach einen Bildband nach meinen Vorstellungen publizieren», sagte Dreher im Stammlokal der Verbindung, dem «Falken», vor rund 80 Gästen. Das Vorhaben sei jedoch immer grösser und aufwendiger geworden, auch finanziell. Dreher gelang es in der Folge, zahlreiche bekannte Unternehmen und Private um Unterstützung anzugehen. Neben Fifa-Präsident Sepp Blatter (siehe auch Kasten rechts) gehören dazu unter anderem der Zürcher Gastrounternehmer Rudi Bindella, Dietrich Bührle aus der gleichnamigen Unternehmerdynastie, alt Nationalrat Walter Frey, der Zürcher Uhrenspezialist René Beyer und, aus Schaffhausen, Rinaldo Riguzzi (Chef der Hartmann Gruppe und Präsident des Bankrats der Schaffhauser Kantonalbank). Auch Firmen wie die Falken-Brauerei, das Casino Schaffhausen, IWC, H. Moser & Cie. sowie mehrere Banken haben den Band gesponsort.

**Seit 2003 an der Arbeit**
Die Arbeit sei nicht immer einfach gewesen, führte Dreher am Samstag aus. Bereits 2003 wurden die Weichen für den Band gestellt. Zuerst wurde in Zollikon gescannt und gelayoutet, dann wurden die Arbeitsplätze ins Schaffhauser Staatsarchiv verlegt. «Was dann geschah, hätte man voraussehen können: Um 17 Uhr wurde geschlossen, und am Wochenende war ebenfalls zu. So kam die Arbeit für gut ein halbes Jahr ins Stocken», erzählte Dreher. Schliesslich wurden die Arbeiten in die Villa Rammersbühl verlegt, doch dann fiel Dreher krankheitshalber aus. Dass das Werk nun dennoch fertig sei, sei vor allem auch Andreas Wüscher v/o Codex zu verdanken, der als noch nicht 17-Jähriger Interesse am Bildband gezeigt habe und Freizeit und Wochenenden investiert habe, sagte Dreher weiter. «Ohne ihn würde dieser Bildband nicht vorliegen.» Der Präsident der Alt-Scaphusia, Ueli Böhni v/o Süüle, lobte Dreher und sein Team. Die Verbindung sei mit dem Band reich beschenkt worden. Mit viel Liebe zum Detail sei ein Gang durch die Geschicht aufgezeichnet worden. Böhni erwähnte, dass die Verbindung zum 150-Jahr-Jubiläum einen eigenen Bildband herausgegeben hatte (die SN berichteten), die beiden Werke seien aber keine Konkurrenz, sondern ergänzten sich. Aal, der vor zwei Monaten das 100-Semester-Jubiläum feiern konnte, sei schon immer ein begeisterter Scaphusianer gewesen, in dem das «feu sacré» brenne. Böhni dankte dem Initianten des Buches im Namen der gesamten Verbindung.

**Handschrift unverkennbar**
Aufgebaut ist der Bildband chronologisch. Pro Doppelseite werden 3 bis 4 (in den früheren Jahren), bis 15, 16 Bilder (spätere Jahre) gezeigt. Ein Kasten mit Daten zur Weltgeschichte setzt die Bilder in den Kontext, kurze und längere Texte erzählen über Ereignisse innerhalb der Verbindung. Die Fotos zeigen nicht nur Scaphusianer, sondern auch Wichtiges aus der lokalen Geschichte, etwa den Brand des Schwabentors 1932 oder die Bombardierung Schaffhausens 1944. Die Handschrift des Herausgebers ist gerade bei den Fotos unverkennbar, etwa wenn die Autos auf einer alten Aufnahme zielsicher identifiziert werden. Ein grosser Teil des Buchs, 43 Seiten, ist schliesslich dem 150-Jahr-Jubiläum im Jahr 2008 gewidmet, doch auch die Generationen danach werden in einem Nachtrag gewürdigt. Ergänzt wird der Band mit einem Mitgliederverzeichnis.



Michael E. Dreher v/a Aal präsentiert sein Werk, flankiert von Aktiven der Scaphusia im Vollwichs.
Bilder Eric Bührer


Michael E. Dreher (Hrsg.): Scaphusia! 1858–2008. Bildband zum 150-Jahr-Jubiläum, 463 Seiten, 38 Franken inkl. Versand. Das Buch kann beim Herausgeber per Einzahlung auf Postkonto 82-6413-8 bestellt werden.

**Bildband
Sogar Sepp Blatter ist Sponsor**

**Ulrich Bremi**, FDP-Politiker, ehemaliger Nationalratspräsident und Wirtschaftsführer, kennt Schaffhausen vor allem von seiner Zeit als **Georg- Fischer-Präsident** (1990 bis 1998) her. Er hat einen finanziellen Beitrag an den Scaphusia-Band geleistet. «In einer Stadt wie **Schaffhausen** spielt eine Organisation wie die **Scaphusia** eine viel grössere Rolle als in einer grossen Stadt», sagte Bremi an der Vernissage.

**Valentin Landmann** ist einer der bekanntesten Anwälte der Schweiz. «Ich kenne Michael E. Dreher schon seit über 30 Jahren», sagte er, «wir sind uns politisch, privat und kulinarisch begegnet.» Ehrensache also, dass auch er einen Beitrag an das Buch leistete. Der alt Zofinger (**Zofingia** HSG, v/o **Qualle**) zitierte einen **Hells Angel**: «Man muss den Tod nicht fürchten, man muss nur fürchten, zum Zeitpunkt des Todes **nicht gelebt** zu haben.» Diese Einstellung gelte auch für eine **Verbindung**.
«Wenn es Aal macht, dann wird es perfekt», sagte **Peter Uehlinger v/o Igel** (85), ehemaliger Staatsschreiber des Kantons. Er hat einige Fotos aus seinem Privatarchiv beigesteuert, ebenso wie **Eugen Wehrli v/o Hörnli** (Bild). Er ist im Juni 93 geworden und damit der **zweitälteste Scaphusianer**. Er besitze aus seiner Aktivzeit (1936 bis 1938) ein schönes Fotoalbum, daraus habe er Aufnahmen für das Werk zur Verfügung gestellt.

Der prominenteste Sponsor des Scaphusia-Buchs ist **Fifa-Präsident Sepp Blatter**. Er ist dem Verbindungsstudententum nicht abgeneigt, ist er doch Mitglied der **Helvetia** (Sektion Waadt, v/o **Mi-temps**). Für den Anlass in Schaffhausen musste er sich allerdings entschuldigen lassen.

#Aktivitas

12. August 2012 | Flyer Quartalsprogramm Sommer

Flyer und Plakate mit dem Herbstprogramm werden ab morgen an der Kanti im Umlauf sein.

#Notizen zu Namen

9. August 2012 | 517 kandidieren für einen Kantonsratssitz

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Künzi

Jetzt ist es offiziell: Gestern hat die Staatskanzlei die Namen derjenigen Personen veröffentlicht, die auf der Liste einer Partei für den Kantonsrat kandidieren. 134 Frauen und 383 Männer bewerben sich in den sechs Wahlkreisen des Kantons um einen Sitz im kantonalen Parlament. Das sind 110 mehr als vor vier Jahren. Sie treten auf zwölf verschiedenen Parteilisten an. Auch hier ist ein Zuwachs gegenüber der Wahl 2008 zu verzeichnen, reichten damals doch nur zehn Parteien und Gruppierungen Listen ein. Diese sind erneut dabei, neu kommen die Listen der SVP-Senioren und der Jungsozialisten (Juso) dazu.

**Verspätet eingetroffen**
Nicht alle Parteien haben auch in allen sechs Wahlkreisen – Stadt Schaffhausen, Neuhausen am Rheinfall, Klettgau, Reiat, Stein und Buchberg-Rüdlingen – Listen eingereicht. Je zwölf Listen gibt es in den Wahlkreisen Stadt Schaffhausen, Klettgau und Neuhausen am Rheinfall. Im Wahlkreis Reiat fehlt die EVP, ebenso im Wahlkreis Stein. Dort wurde von der Regierung nachträglich die Liste der Jungfreisinnigen zugelassen. Diese wurde, wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei heisst, «zwar innert Frist per Post aufgegeben, ist aber nach dem eigentlichen Wahlanmeldeschluss eingetroffen.» Da offenbar die Rechtsgrundlage, ob die Liste noch zugelassen werden soll oder nicht, «nicht mehr vollumfänglich genügt», so die Mitteilung, habe sich die Regierung für die Zulassung entschieden. Schliesslich haben im Wahlkreis Buchberg-Rüdlingen CVP, ÖBS, EVP, EDU und die Juso auf eine eigene Liste verzichtet. Dass die Zahl der Kandidierenden gegenüber 2008 zugenommen hat, hat einerseits mit den zwei zusätzlichen Listen, andrerseits aber auch mit dem neuen Wahlsystem zu tun, das zum zweiten Mal zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um das doppeltproportionale Sitzzuteilungsverfahren, das nach seinem Erfinder, dem Mathematiker Friedrich Pukelsheim, benannt worden ist. Bei diesem System werden zuerst die Stimmen, die eine Partei im ganzen Kanton erhalten hat, zusammengezählt. Dann werden die 60 Kantonsratssitze entsprechend dem jeweiligen Stimmenanteil auf die Parteien verteilt. In einem zweiten Umgang werden die Sitze innerhalb der einzelnen Wahlkreise so auf die einzelnen Parteien verteilt, dass am Schluss jede Partei so viele Sitze innehat, wie ihr gemäss ihrem Gesamtstimmenanteil zustehen. Wie das im Detail zu geschehen hat – dafür hat Friedrich Pukelsheim eine Formel erfunden.

**In möglichst vielen Wahlkreisen**
Es lohnt sich also für die Parteien, in möglichst vielen Wahlkreisen Listen einzureichen, denn dank dem doppelten Pukelsheim geht keine Stimme verloren, wovon vor allem die kleineren Parteien profitieren. Dazu gibt es ein schönes Beispiel aus der letzten Wahl: Obwohl sie keine Chance auf den Sitz im Wahlkreis Buchberg-Rüdlingen hatte, stellte die AL dort eine Kandidatin auf. Der Sitz ging dann erwartungsgemäss an die SVP, aber die AL-Vertreterin, die Tochter von Regierungsrat Ernst Landolt, machte so viele Stimmen, dass sie mit ihrem Resultat wesentlich dazu beitrug, dass die AL im Wahlkreis Klettgau einen Sitz gewann. Dieser ging an Matthias Frick aus Trasadingen. Die Stimmberechtigten werden die Listen für die Kantonsratswahl in der Woche nach der Regierungsratswahl vom 26. August zugestellt erhalten.


**Kanton Schaffhausen, Staatskanzlei Schaffhausen**
Kantonsratswahl vom 23. September 2012

Kandidierende:

Wahlkreis Schaffhausen Vertreter: 28

Liste 1 SP Sozialdemokratische Partei
101 Bächtold Werner, Projektleiter, Schaffhausen
102 Fischer Daniel, Primarlehrer, Schaffhausen
103 Freivogel Matthias, lic. iur. Rechtsanwalt, Schaffhausen
104 Käppler Peter, Stadtrat, Schaffhausen
105 Leu Ursula, Pflegeexpertin, Schaffhausen
106 Spross Sabine, Rechtsanwältin, Schaffhausen
107 Tanner Jürg, Rechtsanwalt, Schaffhausen
108 Hablützel Christian, Geschäftsführer / Lehrbeauftragter, Schaffhausen
109 Müller Severin, Informatiker, Schaffhausen
110 Neukomm Peter, Stadtrat / Jurist, Schaffhausen
111 Osmani Osman, Unia Gewerkschaftssekretär für Migration / Sozialar- beiter, Schaffhausen
112 Pospisek Ljilja, lic. phil., Lehrerin, Schaffhausen
113 **Wüthrich Andreas**, Jurist, Schaffhausen
114 Zubler Kurt, Integrationsdelegierter / Archäologe, Schaffhausen

Liste 2 FDP.Die Liberalen
201 Altorfer Richard, Verleger, Neuhausen a. Rhf.
202 Egger Martin, Informatiker, Schaffhausen
203 Fischli Ernst, Informatiker, Schaffhausen
204 Hauser Thomas, Sekundarlehrer, Schaffhausen
205 Heydecker Christian, lic. iur., Rechtsanwalt, Schaffhausen
206 Hunziker Urs, Stadtrat, Schaffhausen
207 Lichtensteiger Urs, Unternehmer / Fachlehrer, Stetten
208 Mühlemann Guido, Dr. iur., Schaffhausen
209 Perovic Jeronim, Prof., Uni ZH, Schaffhausen
210 Roost Müller Manuela, Unternehmerin / Schulrätin, Schaffhausen
211 Schlatter Stephan, Kaufmann, Schaffhausen
212 **Sonderegger Marcel**, Dr. Ing., Schaffhausen
213 Storrer Jeanette, lic. iur., Rechtsanwältin, Schaffhausen
214 Tektas Nihat, Rechtsanwalt, Schaffhausen

Liste 3 CVP Christlichdemokratische Volkspartei
301 Derksen Theresia, Direktionsassistentin, Schaffhausen
302 Grüninger Servan, Student, Schaffhausen
303 Zumstein Nathalie, Dr. phil. II, Schaffhausen
304 Burgstaller Rudolf, Unternehmer, Schaffhausen
305 Distel Gädi, Hausfrau, Schaffhausen
306 Eichholzer Christian, Energiewirtschafter, Schaffhausen
307 Stöcklin Simone, Hausfrau, Schaffhausen
308 Gschwend Norbert, Portfolio Manager, Schaffhausen
309 Guggisberg Michelle, dipl. Pflegefachfrau, Schaffhausen
310 Hauser Roland, dipl. Controller, Schaffhausen
311 Eichholzer Monique, dipl. Wirtschaftsprüferin, Schaffhausen
312 Montanari Josef Matthias, Ökonom HSG / Berater und Dozent (ZHAW), Schaffhausen
313 Löwe Silvia, Kaufmännische Angestellte, Schaffhausen
314 Stöcklin Armin, Chemiker FH, Schaffhausen

Liste 4 SVP Schweizerische Volkspartei
401 Hurter Thomas, Pilot, MBA, Schaffhausen
402 Erb Samuel, Schreinermeister / Unternehmer, Schaffhausen
403 **Scheck Peter**, Dr. phil. I / Stadtarchivar, Schaffhausen
404 Fioretti Mariano, Luftfrachtleiter / Zolldeklarant, Schaffhausen
405 Preisig Daniel, Ingenieur / Projektleiter, Schaffhausen
406 Hotz Walter, Geschäftsinhaber, Schaffhausen
407 Risch Christian, Unternehmer / Betr. oec. FH, Schaffhausen
408 Oetterli Stefan, El. Ing. HTL, Schaffhausen
409 Mank Oliver, Informatiker, Schaffhausen
410 Steinemann Andreas, Unternehmer, Schaffhausen
411 Brütsch Hanspeter, Transportunternehmer, Schaffhausen
412 Arbenz-Reichle Heinrich, Bauführer, Schaffhausen
413 Scheck Hansueli, Eidg. dipl. Landwirt, Schaffhausen
414 Roth Daniel, Tech. Kaufmann, Schaffhausen
415 Holzer Patrick, Biomedizinischer Analytiker HF, Schaffhausen
416 Schlatter Dominik, Bauing. FH, Schaffhausen
417 Tanner Martin, Industriemanager Energie, Bargen
418 Steurer Christian, Kaufmann, Schaffhausen
419 Müller-Huber Charlotte, Direktionsassistentin, Schaffhausen
420 Leu Stefan, eidg. dipl. Hochbaupolier, Schaffhausen
421 Stamm Fredy, Schreiner / Hauswart, Stetten
422 Erb Patrick, Servicetechniker, Dörflingen
423 Schlienger Peter, Versicherungs-Angestellter im BVG, Stetten
424 Leuba Jean, Schreiner, Schaffhausen
425 Bolli Marcel, Informatiker-Techniker HF, Altdorf
426 Pajovic Sandra, Software-Testerin, Schaffhausen
427 Reiner Max, Unternehmer, Lohn
428 Raspa Salvatore, Speditionskaufmann, Schaffhausen

Liste 5 ÖBS Ökoliberale Bewegung Schaffhausen
501 Capaul Urs, Dr., Ökologe, Schaffhausen
502 Egli Bernhard, Dr., Biologe / Obstbauer, Schaffhausen
503 Eichenberger Iren, Sozialarbeiterin, Schaffhausen
504 Bernath Katrin, Dr. sc. nat., Umweltökonomin, Schaffhausen
505 Bruderer Stefan, Student / Journalist, Schaffhausen
506 Frey Peter, Architekt, Schaffhausen
507 Gürbüz Pelin, med. Praxisassistentin, Schaffhausen
508 Jaquet Thomas, Quästor, Schaffhausen
509 **Merz Georg**, Apotheker, Schaffhausen
510 Raschle Daniel, Sozialpädagoge, Schaffhausen
511 Schlatter Matthias, Personalberater, Neuhausen a. Rhf.
512 Seebacher Paul, Werklehrer, Schaffhausen
513 Signer Carole, Studentin, Schaffhausen
514 Vestner Gabi, soz. Betreuerin, Schaffhausen

Liste 6 Junge SVP Schaffhausen
601 Ritzmann Christian, B.A. VWL / Mediamatik-Kaufmann, Schaffhausen
602 Brütsch Rafael, Landwirt, Schaffhausen
603 Bolt Manuel, Kaufmann, Schaffhausen
604 Schelling Angela, Fachfrau Betreuung, Schaffhausen
605 Gurtner Pascal, Bauführer, Schaffhausen
606 **Brunner Johannes**, Student, Schaffhausen
607 Lang Marco, Servicetechniker, Schaffhausen
608 Hafner Svenja, Pflegefachfrau HF i.A., Schaffhausen
609 Pfund Sandra, Verwaltungsangestellte, Schaffhausen
610 Hermann Marco, Maschinist, Schaffhausen
611 Meister Raphael, Chefmonteur Sanitär, Schaffhausen
612 Rosenberger Ralph, Baupolier, Schaffhausen
613 Möckli Romano, Ausland-Monteur, Schaffhausen
614 Hermann-Scheck Barbara, Landwirtin, Schaffhausen
615 Leu Florian, Polymechaniker, Schaffhausen
616 Meier Frederic, Aussendienst, Schaffhausen
617 Leu Luca, Maurer, Schaffhausen
618 Schwitter Patrick, Maurer, Schaffhausen
619 Franceschini Andrea, Coiffeuse / Kosmetikerin, Merishausen
620 Brunner Benjamin, Landschaftsgärtner, Stetten
621 Gnädinger Fabian, dipl. Physioterapeut FH, Löhningen
622 Bolli Marc, Mechaniker, Opfertshofen
623 Schopfer Christian, Zimmermann, Merishausen
624 Kleck Katharina, Köchin / Hausfrau, Thayngen
625 Gnädinger Martin, Student, Beggingen
626 Signer Roman, Bauspengler, Merishausen
627 Derrer Christoph, Landschaftsgärtner, Stein am Rhein
628 Ritzmann Bernhard, Schlosser, Neunkirch

Liste 7 EVP Evangelische Volkspartei
701 **Schmidig Rainer**, Math. Experte PK Schaffhausen, Schaffhausen
702 Gähler Andreas, Sekundarlehrer phil. II, Schaffhausen
703 Gensetter Anja, Schreinerin i.A., Schaffhausen
704 Klein Rahel, Sekundarlehrerin phil. II, Schaffhausen
705 Ruckstuhl Doris, Geschäfts- und Heimleiterin, Schaffhausen
706 Stamm Thomas, Dr. sc. nat. Chemielehrer, Löhningen
707 Schmidig Kathrin, cand. med., Schaffhausen
708 Suka-Cadario Andrea, Hochbauzeichnerin, Thayngen
709 Wolter Olaf, dipl. Raumplaner NDS ETH, Schaffhausen
710 Wyss-Spörndli Nicole, dipl. Pflegefachfrau HF, Löhningen
711 Wulle Daniel, dipl. Pflegefachmann HF, Beringen

Liste 8 AL Alternative Liste Schaffhausen
801 Stühlinger Susi, Journalistin, Schaffhausen
802 **Keller Florian**, Gewerkschafts-Sekretär, Schaffhausen
803 Schönberger Jonas, Koch, Schaffhausen
804 **Aders Till**, Kartograf, Schaffhausen
805 Bührer Manuela, Desktop-Publisher, Schaffhausen
806 Pivetta Leonardo, Bankangestellter, Schaffhausen
807 Will Bea, Buchhändlerin, Schaffhausen
808 Ackermann Adrian, Journalist, Schaffhausen
809 De Ventura Linda, Sozialarbeiterin, Schaffhausen
810 **Greuter Mattias**, Journalist, Schaffhausen
811 Zucca Diana, Journalistin, Schaffhausen
812 Meštrovic Tomislav, Filmemacher, Schaffhausen
813 Lehmann Isabel, Sozialarbeiterin, Schaffhausen
814 Böhringer Daniel, Gärtner, Schaffhausen
815 Jaquet Salomé, Unternehmerin, Schaffhausen
816 Schug Fabian, Student, Schaffhausen
817 Seifert Adrian, Video-Editor, Schaffhausen
818 Spitzer Gregor, Mediamatiker, Schaffhausen
819 Schwarzenbach Andreas, Rentner, Schaffhausen
820 **Hunziker Andreas**, Student, Schaffhausen
821 **Kraft Basil**, Student, Schaffhausen
822 Jung Martin, Student, Schaffhausen
823 Kunz Andi, Abteilungsleiter, Schaffhausen
824 Stocker Simon, Sozialarbeiter, Schaffhausen

Liste 9 EDU Eidgenössisch-Demokratische Union
901 Sutter Erwin, Chemiker HTL, Schaffhausen
902 Schulthess Peter, Automechaniker, Schaffhausen
903 Brunner Beat, Küchenchef, Schaffhausen
904 Faas Colette, Dr. der Chiropraktik, Schaffhausen
905 Keller Markus, Programmierer, Schaffhausen
906 Haller Peter, Eidg. dipl. Bauleiter, Schaffhausen

Liste 10 Jungfreisinnige Schaffhausen
1001 Hotz Florian, Dr. oec. und M.A. in Law, Schaffhausen
1002 Hardmeier Till, lic. oec. publ., Schaffhausen
1003 Illi Alain, Software Ingenieur, Schaffhausen
1004 **Hauser Res**, Volkswirt B.A., Schaffhausen
1005 Mundt Christian, Wirtschaftsredaktor, Schaffhausen
1006 Tektas Evren, Betriebswirt, Schaffhausen
1007 Bachmann Brian, Betriebsökonom FH, Schaffhausen
1008 Wullschleger Lukas, Betriebsökonom, Schaffhausen
1009 Fritz Sebastian, Betriebsökonom, Schaffhausen
1010 Mühlebach Daniel, Unternehmensberater, Schaffhausen
1011 Hauser Michaela, Marketingstudentin, Schaffhausen
1012 Tektas Yasar, Betriebswirt B.A., Schaffhausen
1013 Maegerle Severin, Betriebswirt B.A., Schaffhausen
1014 Fehr Simon, Betriebswirt B.A., Schaffhausen
1015 Schwager Lisa, Kauffrau Immobilien, Schaffhausen
1016 Surber Sébastien, Gruppenchef Post, Schaffhausen
1017 Käslin Valentin, Student Philosophie und Geschichte, Schaffhausen
1018 **Schriber Tim**, Primarlehrer, Schaffhausen
1019 Maegerle Adrian, Automatiker, Schaffhausen
1020 Müller Jérôme, Student BWL, Schaffhausen
1021 **Zulauf Lukas**, Schüler, Schaffhausen
1022 Suter Daniel, Kaufmann, Schaffhausen

Liste 11 SVP Senioren
1101 Schöni Werner, Grenzwacht Kdt a.D., Schaffhausen
1102 Werner Rudolf, Rentner, Schaffhausen
1103 Leuba Heidi, Rentnerin, Schaffhausen
1104 Vogel Rudolf, Rentner, Schaffhausen
1105 Moretti Roland, Rentner, Schaffhausen
1106 Dalpiaz Nelly, Rentnerin, Schaffhausen
1107 Beutler Andres, Rentner, Schaffhausen
1108 Fuchs Peter, Rentner, Schaffhausen
1109 Knobel Käthy , Rentnerin, Schaffhausen
1110 Brodbeck Rudolf, Rentner (Ing. HTL), Schaffhausen
1111 Schlatter Elsbeth, Rentnerin, Beringen
1112 Schlatter Erwin, Rentner, Beringen
1113 Leu Alice, Rentnerin, Beringen
1114 Widmer Adolf, Rentner, Beringen
1115 Bolli-Tanner Kurt Jean, Rentner, Beringen
1116 Bächtold Alfred, Rentner, Schleitheim
1117 Müller Hans-Konrad, Rentner, Löhningen
1118 Zimmermann Ruth, Rentnerin, Schaffhausen
1119 Tüscher Edgar, Rentner, Schaffhausen
1120 Tüscher Erna, Rentnerin, Schaffhausen
1121 Schindler Norbert, Rentner, Schaffhausen
1122 Schindler Maria Luisa, Rentnerin, Schaffhausen
1123 Lenzin Bougie, Rentnerin, Neuhausen a. Rhf.
1124 Lemon Barry, Angestellter, Stetten
1125 Spengler Ruth, Rentnerin, Schaffhausen
1126 Hauser Willy, Landwirt, Trasadingen
1127 Egli Hans-Ulrich, Rentner, Beringen
1128 Egli Marie, Rentnerin, Beringen

Liste 12 JUSOplus
1201 Hodel Mirza Michael, Student Geschichte und Rechtswissenschaften, Schaffhausen
1202 Fürer Seraina, Studentin, Serviceangestellte, Schaffhausen
1203 Simmler Patrik, Student, Health Science ETH, Schaffhausen
1204 Vonäsch Jonathan, Konditor / Confiseur mit BMS, Schaffhausen
1205 Fürer Casimir, Student, Schaffhausen
1206 Simmler Michael, Kuststofftechnologe, Schaffhausen
1207 John Ludwig, Konstrukteur, Lehrling, Schaffhausen
1208 Vonäsch Samuel, Gamedesigner, Schaffhausen
1209 Mehr Lorenz, Chemietechnologe, Schaffhausen
1210 Marty Samira, Studentin Ethnologie und Gesellschaftswissenschaften, Gächlingen
1211 Im Obersteg Noah, Elektroinstallateur, Schaffhausen
1212 Happle Timon, Student, Schaffhausen
1213 Schwyn David, Polymechaniker, Schaffhausen
1214 Karunakaran Pirahash, Maturand, Schaffhausen
1215 Zubler Nino, Kantonsschüler, Schaffhausen
1216 Flum Markus, Automechaniker, Lehrling, Schaffhausen
1217 Wanner Andrina, Studentin Germanistik und Medienwissenschaften, Wilchingen
1218 Eberle Gian-Luca, Automatiker, Schaffhausen
1219 Angst Sandro, Schreiner, Schaffhausen

Wahlkreis Klettgau Vertreter: 12

Liste 1 SP Sozialdemokratische Partei
101 Munz Martina, Agronomin ETH, Hallau
102 Vogelsanger Walter, Kantonsschullehrer, Beggingen
103 Neumann Eva, Rechtsberaterin, Beringen
104 Hardmeier Hermann, Chemiker, Siblingen
105 Uehlinger Gabi, Landwirtin, Neunkirch
106 **Meyer Daniel**, Masch.-Ing., Wilchingen
107 Bosshard Susanne, Kindergärtnerin, Neunkirch
108 Brühlmann Dieter, Techniker TS, Neunkirch
109 Hinder Nicole, Studentin / Sozialarbeiterin, Wilchingen
110 Bolli Moritz, Automatiker, Beringen
111 Boll Renate, Primarlehrerin, Löhningen
112 Weber Thomas, Betriebsökonom FH, Hallau

Liste 2 FDP.Die Liberalen
201 Hedinger Beat, Geschäftsführer, Wilchingen
202 Kessler Martin, Ing. FH, Trasadingen
203 Meier Georg, Unternehmer, Schleitheim
204 Ebnöther Franz, EKS Leiter Kundendienst und Sicherheit, Neunkirch
205 Paillard Roger, Bereichsleiter, Beringen
206 Vogelsanger Urs, Dipl. TS, Schleitheim
207 Gross Markus, Geschäftsführer, Oberhallau
208 Meier Sibylle, Hausfrau, Hallau
209 Weber Peter, Heimleiter, Hallau
210 Jenny Harald, Physiker, Gächlingen
211 Hell Fabian, Kaufm. Angestellter, Beringen
212 Wäckerlin Regula, Polizistin, Siblingen

Liste 3 CVP Christlichdemokratische Volkspartei
301 Portmann Patrick, Fachmann Pflege und Betreuung, Beringen
302 Lüscher Michael, Schreiner, Hallau
303 Müller Antonio, Kaufm. Angestellter, Beringen
304 Kern Corinne, Hochbauzeichnerin, Schaffhausen
305 Meier Nathanael, Kaufm. Angestellter, Schaffhausen
306 Sen Volkan, Fachmann Pflege und Betreuung, Schaffhausen
307 Matteo Dominic, Koch, Merishausen
308 Reding Ital, Pens. Psychiatriepfleger, Beringen
309 Portmann Andrea, Sachbearbeiterin, Beringen

Liste 4 SVP Schweizerische Volkspartei
401 Gnädinger Andreas, Rechtsanwalt, Siblingen
402 Gysel Erich, Winzer, Hallau
403 Müller Markus, Linienpilot / Dipl. Ing. ETH, Löhningen
404 Schwaninger Hans, Landwirt, Guntmadingen
405 Callegari Toni, Weintechnologe, Hallau
406 Gasser Benjamin, Meisterlandwirt, Schleitheim
407 Gremminger Erika, Hausfrau, Gächlingen
408 Kübler Hans, Inhaber Maurergeschäft, Siblingen
409 Schlatter Bernhard, Meisterlandwirt, Beringen
410 Steinegger Hans-Peter, Meisterlandwirt, Neunkirch
411 Stoll Virginia, Pharmaassistentin, Wilchingen
412 Werner Peter, Elektroniker, Beggingen

Liste 5 ÖBS Ökoliberale Bewegung Schaffhausen
501 Widmer Regula, Selbständige Beraterin, Beringen
502 Naef Christian, Dipl. Kulturing. ETH, Beringen
503 Schraff Jannik, Landschaftsgärtner, Gächlingen
504 Maag Peter, Maître de Cabine, Beringen
505 Winterflood Beat, Dipl. Energie-Ing. FH, Beringen
506 Roost Andi, Maschinenmechaniker TS, Neunkirch
507 Burmeister Ralf, Lehrer, Beringen

Liste 6 Junge SVP Schaffhausen
601 Schwaninger Manuela, Selbst. Coiffeuse, Guntmadingen
602 Schütz Corina, Kauffrau, Neunkirch
603 Schlatter Oliver, Zimmermann, Beringen
604 Blatter Noemi, Schneiderin, Wilchingen
605 Steinegger Reto, Landwirt EFZ, Neunkirch
606 Kronenberg Claudio, Forstwart, Siblingen
607 Schaad Fabian, Weintechnologe, Oberhallau
608 Graf David, Mechaniker, Oberhallau
609 Gnädinger Maya, Schülerin, Beggingen
610 Bringolf Lukas, Landwirt, Hallau
611 Erb Lukas, Elektro-Installateur, Löhningen
612 Schudel Erich, Kaufmann, Beggingen

Liste 7 EVP Evangelische Volkspartei
701 Bosshart Hugo, Zollfachmann, Beringen
702 Wyss Daniel, Lehrer Sek. I, Löhningen
703 Näf Marianne, Primarlehrerin, Gächlingen
704 Ernst Mattias, Heilpädagoge, Löhningen
705 Gasser Hans-Ulrich, Postangestellter, Beringen
706 Kollbrunner Thomas, Lehrbeauftragter in Chemie und Biologie, Beringen
707 Salathé Regula, Dipl. Pflegefachfrau HF, Wilchingen
708 Zurbrügg Thomas, Mechaniker, Löhningen
709 De Vries Martijn, Informatiker, Gächlingen
710 Bächler Matthias, Schreiner, Schleitheim
711 Bosshart Brigitte, Dipl. Pflegefachfrau HF, Beringen

Liste 8 AL Alternative Liste Schaffhausen
801 **Frick Matthias**, Student / Archivmitarbeiter, Trasadingen
802 De Ventura Alexandra, Studentin PH, Neunkirch
803 Gross Gisela, Unternehmerin, Neunkirch
804 Munz Livia, Lehrerin, Hallau
805 Witzig Patrick, Student Geowissenschaften, Beringen
806 Fricker Mira-Lena, Studentin, Neunkirch
807 **Vogelsanger Levi**, Student, Beggingen
808 Hauser Karin, Automobiltechnik-Studentin, Trasadingen
809 Görner Samuel, Jurist, Wilchingen

Liste 9 EDU Eidgenössisch-Demokratische Union
901 Schnetzler Andreas, Dipl. Landwirt, Gächlingen
902 Roffler Bernd, Techn. Kaufmann / Projektmanager IPMA, Beringen
903 Gasser Rebekka, Mutter / Hausfrau, Schleitheim
904 Müller Edwin, Metzgermeister, Schleitheim
905 Surbeck Peter, Landwirt / Buschauffeur, Hallau
906 Inglin René, Fernsehelektroniker, Hallau

Liste 10 Jungfreisinnige Schaffhausen
1001 Schilling Beni, Betriebswirt, Löhningen
1002 Meier Nicole, Biomed. Analytikerin, Schaffhausen
1003 Werner Christoph, Student, Beggingen
1004 Schöffel Stefan, Unternehmer, Beringen
1005 Maag Peter, Banking / Finance BA, Siblingen
1006 Weber Mathias, Betriebswirt, Schaffhausen

Liste 11 SVP Senioren
1101 Rötterer Hedwig, Rentnerin, Neunkirch
1102 Zoller Ernst, Berater, Neunkirch
1103 Rahm Robert, Rentner, Hallau
1104 Wanner Claire, Coiffeuse, Beggingen
1105 Blocher Gerhard, Rentner, Hallau
1106 Bollinger Willy, Rentner, Schleitheim
1107 Bollinger Marie, Rentnerin, Schleitheim
1108 Meier Hansruedi, Rentner, Schleitheim
1109 Hess Willy, Rentner, Schleitheim
1110 Hess Therese, Hausfrau, Schleitheim
1111 Schwyn Alice, Rentnerin, Beringen
1112 Kuster Jules, Rentner, Löhningen

Liste 12 JUSOplus
1201 Marty Simeon, Student Geschichte, Theologie, Gächlingen
1202 Burri Carlo, Fachangestellter Gesundheit, Beringen
1203 Fricker Joélle Delia, Kauffrau, Neunkirch
1204 De Ventura Manuela, Praktikantin, Neunkirch
1205 Brühlmann Ursina, Mediamatikerin, Neunkirch
1206 Käppler Cédric, Schüler, Neunkirch
1207 Schöller Fabrice, Grafiker, Wilchingen
1208 Marty Naemi, Polygrafin i.A., Gächlingen
1209 Weber Andri, Student, Hallau
1210 Baumann Björn, Polygraf, Neunkirch
1211 Albiez Samuel, Landschaftsgärtner, Osterfingen

**Wahlkreis Neuhausen Vertreter: 8**

Liste 1 SP Sozialdemokratische Partei
101 Brenn Franziska, Gemeinderätin, Neuhausen a. Rhf.
102 Gloor Peter, Technischer Berater, Neuhausen a. Rhf.
103 Strasser Patrick, Gemeinderat, Neuhausen a. Rhf.
104 Yilmaz Nil, Purchasing Manager, Neuhausen a. Rhf.
105 Loiudice Renzo, Elektrotechniker HF, Neuhausen a. Rhf.
106 Oberli Wendel, Kulturmanager MAS Uni BS, Neuhausen a. Rhf.
107 Rothen Christof, Kaufmann, Neuhausen a. Rhf.
108 Meier Ruedi, Geschäftsführer, Neuhausen a. Rhf.

Liste 2 FDP.Die Liberalen
201 Tenger Felix, Betriebsökonom FH, Neuhausen a. Rhf.
202 Sauzet René, Eidg. dipl. Elektroinstallateur, Neuhausen a. Rhf.
203 Anderegg Markus, Architekt / dipl. Farbdesigner, Neuhausen a. Rhf.
204 Herrmann Walter, Zahntechniker, Neuhausen a. Rhf.
205 Mannhart Hedy, Betriebsökonomin HWV / Hausfrau, Neuhausen a. Rhf.
206 Torsello Marco, Vorsteher / Sekundarlehrer phil. II, Neuhausen a. Rhf.

Liste 3 CVP Christlichdemokratische Volkspartei
301 Di Ronco Christian, Dipl. Betriebsökonom, Neuhausen a. Rhf.
302 Stettler Marcel, Dipl. Sicherheitsfachmann, Neuhausen a. Rhf.
303 Flück Hänzi Rita, Familienfrau, Neuhausen a. Rhf.
304 Di Ronco Dario, Dipl. Betriebsökonom, Neuhausen a. Rhf.
305 Theiler Thomas, Maler selbständig, Neuhausen a. Rhf.

Liste 4 SVP Schweizerische Volkspartei
401 Josel Willi, Consultant, Neuhausen a. Rhf.
402 Tamagni Dino, Unternehmer / Gemeinderat, Neuhausen a. Rhf.
403 Schmid Peter, Unternehmer, Neuhausen a. Rhf.
404 Jucker Sara, Kaufmännische Angestellte, Neuhausen a. Rhf.
405 De Alba Michael, Dipl. Betriebsökonom, Neuhausen a. Rhf.
406 Hirsiger Herbert, Betriebsökonom, Neuhausen a. Rhf.
407 Biber Michael, Gemeindegärtner, Neuhausen a. Rhf.
408 Eichmann Robert, selbständiger Detailhändler, Neuhausen a. Rhf.

Liste 5 ÖBS Ökoliberale Bewegung Schaffhausen
501 Furrer Lenz, Student, Neuhausen a. Rhf.
502 Hinnen Urs, Arzt, Neuhausen a. Rhf.
503 Bernath Michael, Logistiker, Neuhausen a. Rhf.
504 Hotz Regula, Lehrerin, Neuhausen a. Rhf.
505 Bernath Rosmarie, Ernährungsberaterin, Neuhausen a. Rhf.
506 Klein Daniel, Lehrer, Neuhausen a. Rhf.

Liste 6 Junge SVP Schaffhausen
601 Rieser Fabienne, Kaufmännische Angestellte, Neuhausen a. Rhf.
602 Cibien Patrick, Transportunternehmer, Neuhausen a. Rhf.
603 Vetturini Marco, Industriemeister, Neuhausen a. Rhf.
604 Mächler Remo, Automechaniker, Neuhausen a. Rhf.
605 Gruber Benjamin, Rechnungsführer, Neuhausen a. Rhf.
606 Winistörfer Fabian, Elektroinstallateur, Schaffhausen
607 Cibien Philip, Werkstattunternehmer, Beringen
608 Tanner Roland, Koch, Neuhausen a. Rhf.

Liste 7 EVP Evangelische Volkspartei
701 Flubacher Andreas, Werklehrer, Neuhausen a. Rhf.
702 Rauber Priska, Sozialdiakonin, Dörflingen

Liste 8 AL Alternative Liste Schaffhausen
801 Marin Nella, Hortnerin, Neuhausen a. Rhf.
802 Sauter Jimmy, Student, Neuhausen a. Rhf.
803 Schaad Franca, Studentin, Neuhausen a. Rhf.
804 Bührer Nadja, Studentin, Neuhausen a. Rhf.
805 Grandy Thomas, Gestalter, Neuhausen a. Rhf.

Liste 9 EDU Eidgenössisch-Demokratische Union
901 Heiniger Walter, Bauleiter, Neuhausen a. Rhf.
902 Koller Bernhard, Chemielaborant, Neuhausen a. Rhf.
903 Coaz Rosmarie, Hausfrau, Neuhausen a. Rhf.
904 Coaz Alberto, Marketing, Neuhausen a. Rhf.
905 Stangl Mathyas, Buchhalter, Neuhausen a. Rhf.
906 Räber Armin, Kaufm. Angestellter, Neuhausen a. Rhf.

Liste 10 Jungfreisinnige Schaffhausen
1001 Barbera Samuele, Student International Affairs, Neuhausen a. Rhf.
1002 Camille Serge, Student VWL, Neuhausen a. Rhf.
1003 Righes Dario, Elektriker, Schaffhausen
1004 Rösner Regula, Fachfrau Betreuung, Neuhausen a. Rhf.

Liste 11 SVP Senioren
1101 Waibel Rudolf, Transportunternehmer, Neuhausen a. Rhf.
1102 Tamagni Nerio, Geschäftsführer, Neuhausen a. Rhf.
1103 Isliker Arnold, Geschäftsführer, Neuhausen a. Rhf.
1104 Josel Ursula, Hausfrau, Neuhausen a. Rhf.
1105 Weber Alex, Landwirt, Neuhausen a. Rhf.
1106 Forster Rolf, Garagist, Neuhausen a. Rhf.
1107 Laibacher Markus, Zahntechniker, Neuhausen a. Rhf.
1108 Schmid Rolf, Pensionär, Neuhausen a. Rhf.

Liste 12 JUSOplus
1201 Schläpfer Max, Automatiker / Student, Neuhausen a. Rhf.
1202 Licina Merima, Studentin, Neuhausen a. Rhf.
1203 Meier Tobias, Informatiker / Student, Neuhausen a. Rhf.
1204 Germann Patrick, Student / Stiftungsrat, Schaffhausen

**Wahlkreis Reiat Vertreter: 7**

Liste 1 SP Sozialdemokratische Partei
101 Bührer Richard, Bauführer, Thayngen
102 Zuber Paul, Grenzwächter, Thayngen
103 Marti Peter, Dipl. Bauführer, Thayngen
104 Dossenbach Michael, Sicherheitsfachmann, Altdorf
105 Passafaro Marco, Dr. chem., Thayngen
106 Stauber Katja, Sachbearbeiterin, Thayngen
107 Wanner Roland, Produktmanager, Merishausen

Liste 2 FDP.Die Liberalen
201 Brütsch Heinz, Leiter Logistik, Büttenhardt
202 Laich Lorenz, Eidg. dipl. Bankfachmann, Dörflingen
203 Hakios Werner, Bauleiter, Thayngen
204 Wanner Daniel, Business Analyst, Thayngen
205 Bührer Kurt, Regionenleiter, Hofen
206 Heller Sabine, Sachbearbeiterin, Stetten
207 Flückiger Patrick, Entwicklungsingenieur, Thayngen

Liste 3 CVP Christlichdemokratische Volkspartei
301 Wipf Conrad, Event Manager, Lohn
302 Stamm Christoph, Physiker, Stein am Rhein
303 Bodmer Urs, Gebäudemanager, Hemishofen

Liste 4 SVP Schweizerische Volkspartei
401 Müller Bernhard, Projektleiter BBZ Arenenberg, Thayngen
402 Aellig Pentti, Gemeindepräsident / Geschäftsführer, Dörflingen
403 Brühlmann Philippe, Gemeindepräsident, Thayngen
404 Kleck Ueli, Meisterlandwirt, Thayngen
405 Hafner Hanspeter, Meisterlandwirt, Stetten
406 Schlatter Roger, Landwirt, Bargen
407 Zehnder Thomas, Techniker TS, Lohn

Liste 5 ÖBS Ökoliberale Bewegung Schaffhausen
501 Rether Heinz, Lehrer, Thayngen
502 Müller Hans-Martin, Therapeut, Merishausen
503 Kahmann Daniel, Koch, Thayngen
504 Ehrat Christian, Sekundarlehrer, Merishausen
505 Brügel Doris, Primarlehrerin, Bibern
506 Härvelid Maria, Pflegefachfrau, Thayngen
507 Battistino Regula, Servicefachangestellte, Thayngen

Liste 6 Junge SVP Schaffhausen
601 Werner Ueli, Poststellenleiter, Merishausen
602 Keller Simon, Landmaschinenmechaniker, Dörflingen
603 Brunner Samantha, Konditor-Confiseur, Bibern
604 Lenhard Matthias, Landwirt, Thayngen
605 Tanner Sandra, Pflegeassistentin, Bargen
606 Bolli Jessica, Kauffrau, Opfertshofen
607 Muhl Roger, Carrosseriespengler, Beringen

Liste 8 AL Alternative Liste Schaffhausen
801 **Krause José**, wiss. Mitarbeiter, Dörflingen
802 Aellig Olga, Buchhändlerin / Studentin, Schaffhausen
803 Ehrat Jérôme, Student, Schaffhausen
804 Wipf Christian, Ökonom, Lohn

Liste 9 EDU Eidgenössisch-Demokratische Union
901 Bührer Brigitte, Bäuerin, Bibern
902 Heller Manuela, Pflegefachfrau HF, Thayngen
903 Schellenberg Andreas, Maurer, Bibern

Liste 10 Jungfreisinnige Schaffhausen
1001 **Bührer Markus**, Betriebswirt B.A., Thayngen
1002 **Montanari Marcel**, Jurist / Einwohnerrat, Thayngen
1003 **Zumbühl Philipp**, Jurist, Dörflingen
1004 Brütsch Oliver, Betriebswirt B.A., Büttenhardt
1005 Fanger Tobias, Betriebswirt B.A., Thayngen

Liste 11 SVP Senioren
1101 Bolli Werner, Rentner, Altdorf
1102 Montanari Josef, Dr. rer. pol., Thayngen
1103 Bührer Erwin, Landwirt, Lohn
1104 Brühlmann-Gysel Berti, Hausfrau, Lohn
1105 Stamm Erhard, Maschinenschlosser, Stetten
1106 Fuchs Arthur, Landwirt, Altdorf
1107 Rohner Irmgardt, Hausfrau, Schaffhausen

Liste 12 JUSOplus
1201 Wanner Jeannine, Studentin Englisch, Deutsch, Merishausen
1202 Brühlmann Kevin, Student Geschichte, Schaffhausen
1203 Bruderer Sandra, Studentin Englisch, Geografie, Thayngen

**Wahlkreis Stein Vertreter: 4**

Liste 1 SP Sozialdemokratische Partei
101 Frei Andreas, Bauleiter, Stein am Rhein
102 Rüttimann Danièle, Sozialpädagogin, Stein am Rhein
103 Weber Werner, Zollexperte, Ramsen
104 Oster Rolf, Sicherheitsing., Stein am Rhein

Liste 2 FDP.Die Liberalen
201 Knecht Käser Ursula, Schulleiterin, Stein am Rhein
202 Käser Werner, Gartengestalter, Stein am Rhein
203 Della Giacoma Claudio, lic. phil I / Kommunikationsberater, Stein am Rhein

Liste 3 CVP Christlichdemokratische Volkspartei
301 Marty Franz, Bäcker-Konditor, Stein am Rhein
302 König Moser Eveline, Sozialarbeiterin, Ramsen
303 Bohle Clemens, Versicherungs-Fachmann, Ramsen
304 Schmid Josef, Landwirt, Ramsen

Liste 4 SVP Schweizerische Volkspartei
401 Hug Beat, Eidg. dipl. Kaminfegermeister, Stein am Rhein
402 Würms Josef, Obstbaumeister, Ramsen
403 Graf Hans, Landwirt, Buch
404 Marchetto Gian Luca, Elektro-Techniker TS, Stein am Rhein

Liste 5 ÖBS Ökoliberale Bewegung Schaffhausen
501 Biedermann Jürg, Techn. Berater, Hemishofen
502 Rossi Carla, KS-Lehrerin, Stein am Rhein
503 **Böhni Ulrich**, Arzt, Stein am Rhein
504 Gallati David, Kantonsstatistiker, Stein am Rhein

Liste 6 Junge SVP Schaffhausen
601 Thalmann Michèle, Hausfrau / Pflegefachfrau, Hemishofen
602 Ochsner Daniel, Schreiner, Stein am Rhein
603 Derrer Iris, Detailhandelsassistentin, Stein am Rhein
604 Callegari Kevin, Chemielaborant, Hallau

Liste 8 AL Alternative Liste Schaffhausen
801 Schneider Elia, Student, Ramsen
802 Meile Annika, Studentin, Schaffhausen
803 Furger Remo, Student, Stein am Rhein

Liste 9 EDU Eidgenössisch-Demokratische Union
901 Scheuermeier Werner, Lehrer, Stein am Rhein
902 Müller Franziska, Lehrerin, Hemishofen
903 Woiwode Hanna, Fachfrau Betr., Stein am Rhein
904 Zinsli Annamarie, Bibliothekarin, Stein am Rhein

Liste 10 Jungfreisinnige Schaffhausen
1001 Berger Michel, Student, Stein am Rhein
1002 Wäspi Raffael, Student, Stein am Rhein

Liste 11 SVP Senioren
1101 Brütsch Hans, Rentner, Ramsen
1102 Moll Heinz, Rentner, Stein am Rhein
1103 Stoll Kurt, Gärtner, Stein am Rhein
1104 Meier Ueli, Rentner, Ramsen

Liste 12 JUSOplus
1201 Schneider Daniel, Architekt, Ramsen
1202 Hug Simona, Praktikantin, Buch
1203 Zahner Raphael, Gärtner, Ramsen

**Wahlkreis Buchberg-Rüdlingen Vertreter: 1**

Liste 1 SP Sozialdemokratische Partei
101 **Schwank Othmar**, Dr. sc. nat, Rüdlingen

Liste 2 FDP.Die Liberalen
201 Thévenaz Daniel, dipl. Ing. ETH, Buchberg

Liste 4 SVP Schweizerische Volkspartei
401 Bachmann Andreas, technischer Kaufmann, Rüdlingen

Liste 6 Junge SVP Schaffhausen
601 Riem Tobias, Chemielaborant, Rüdlingen

Liste 8 AL Alternative Liste Schaffhausen
801 Wirth Stefanie, Studentin, Buchberg

Liste 10 Jungfreisinnige Schaffhausen
1001 Behr Jean-Marc, Bachelor Materialwissenschaft ETH, Buchberg

Liste 11 SVP Senioren
1101 Röschli Ruth, Personalverantwortliche, Buchberg

#Allgemeines

7. August 2012 | Erkennen und Reagieren auf die Trends

Schaffhauser Bock
Marcel Tresch

Die Anfänge der Schaffhauser Traditionsbrauerei gehen auf das Jahr 1799 zurück. Damals wurde das Bier im Haus «Zum Zedernbaum» gebraut. Der Ausschank erfolgte aber in der Liegenschaft «Zum grossen Falken» an der Schaffhauser Vorstadt, womit auch die Namensgebung und der Begriff «Falken-Bier» erklärt ist. Der Falke steht im Firmenlogo ganz klar im Vordergrund. Der Greifvogel verkörpert schliesslich genau das, was dem Unternehmen seit je her wichtig ist: Freiheit, Unabhängigkeit und der Stolz auf ein wirklich gutes Bier. Für das Traditionsunternehmen war und ist es eine Ehrensache, dass Braumeister Oskar Dommen seit beinahe drei Jahrzehnten die hochstehende Qualität der Zutaten, der Produktion und des Bieres ganz persönlich überprüft. Aus Altersgründen vollzieht sich aber nun auf dieser Position ein fliessender Übergang und Generationenwechsel. Der Geschäftsleitung ist es jedoch gelungen, in der Person von Michael Hanreich einen versierten Fachmann zu engagieren und damit die Fortsetzung der erfolgreichen Braukunst zu gewährleisten. Der 42-jährige, neue Braumeister im Hause der Brauerei Falken stammt aus Bayern und zeichnet seit dem 1. Juni für die Produktion und Technik verantwortlich.

**Beeinflusst von diversen Faktoren**
Schon immer unterliegt der Schaffhauser Bierproduzent einerseits dem Witterungseinfluss sowie andererseits den aktuellen, immer wieder wechselnden (Geschmacks-) Trends der Kunden. Der Sommer – genauer die Monate von April bis Oktober – ist nach wie vor auch die Hohezeit der Biergeniesser, womit logischerweise die Umsätze höher als im Winter sind. «In diesem Jahr sind wir in Bezug auf die Umsätze noch nicht dort, wo wir gerne wären», so Markus Höfler, Geschäftsleiter der Brauerei Falken, womit er die Wetterkapriolen der vergangenen Wochen und Monate anspricht. Er macht auch keinen Hehl daraus, dass die Zahlen durch das Rauchverbot in der Gastronomie, durch das veränderte Konsumverhalten sowie durch den wachsenden Import beeinflusst werden. Auch die grosse Fussballeuphorie, wie etwa vor zwei und vier Jahren, als die Schweiz noch an den Grossturnieren teilnahm, ist in diesem Frühsommer ausgeblieben. Der grenznahe Produktionsstandort und die grosse Dichte an Ostschweizer Brauereien wirken sich ebenfalls auf den Marktanteil aus.

**Probleme als Herausforderungen**
Die Standort- und Importprobleme sind für die Brauerei Falken in Sachen Ab- und Umsatz eher zweitrangig. «Davon sind wir alle betroffen und wir alle leiden darunter», betont Markus Höfler. Für ihn ist ohnehin nicht die Quantität, dafür aber die Qualität und die Nachfrage entscheidend, welches Bier von den Kunden genossen wird. Für viele bedeuten Herausforderungen grosse Probleme. Die Brauerei Falken macht es sich aber seit je her zu eigen, dass Probleme eigentliche Herausforderungen sind. Dies wiederum verlangt ein schnelles Erkennen und Reagieren auf oft wechselnde Trends, das Umsetzen eigener Ideen, die Flexibilität aller und dass die Belegschaft von A bis Z an einem Strick zieht. «Wir sind in der glücklichen Lage», so Markus Höfler, «dass wir uns alle wie eine Familie fühlen und mit Stolz auch von unserer Brauerei reden.»

**Die Qualität liegt eindeutig im Trend**
Die Folge solchen Denkens und Handelns sind neue Produkte und Spezialitäten, die auch ausserhalb des eigenen Heimmarktes, welcher der eigenen Brauerei als ältere und jüngere Generation nach wie vor die Stange hält, laufend an Genussfreude und
Beliebtheit gewinnt. Dazu gehören unter anderem der «Eidgenoss», ein naturtrübes Amberbier, geschmeidig mit mildem Geschmack und daher auch ein Genuss für Damen, der seit jüngerer Zeit neben der Bügelflasche auch dem Kundenbedürfnis entsprechend in Einwegflaschen und handlichen Sixpacks erhältlich ist. Oder «Das Weizen» (ehemals «Munot Weizen»), ein obergäriges, naturtrübes Bier, gebraut unter Zusatz von Weizenmalz, das etwas stärker kohlensäurehaltig ist und das auf der Beliebtheitsskala der Biergeniesser immer höhere Stufen erklimmt. Dass die Nachfrage bezüglich Qualität im Vergleich zur Quantität einen immer höheren Stellenwert geniesst, zeigt darüber hinaus die erfreuliche Tatsache, dass die Schaffhauser Brauerei dank der sehr vielseitigen Dienstleistungen, der persönlichen Kontakte und der gehegten Kundenpflege eine gern gesehene Partnerin bei angesehenen, regionalen und nationalen Veranstaltungen ist. Dazu gehörten und gehören zum Beispiel das Orange Cinema in Zürich, Clowns und Kalorien in Neuhausen, das Theater-«SHpektakel» am Rhein, die ChillOut and Rock-Party in Urdorf, die Grossveranstaltung «Das Festival» auf dem Herrenacker, das Musikfest im weinländischen Marthalen, oder der Silvesterzauber der Zürcher Hoteliers in Zürich. Damit ist erneut ein Stück Lebensqualität verbunden, die sich in einem Slogan direkt auf das Produkt überträgt: «Viel Zeit für ein gutes Bier!»



Der Bayer mit «Bier im Blut»: Michael Hanreich (42) ist der neue Falken-Braumeister. Er lebt und arbeitet nach dem Motto: «Wer denkt, gut zu sein, hört auf, besser zu werden.»

#Allgemeines

30. Juli 2012 | Falken erhält das Brau-Ring-Siegel

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
(Mitg)

Ein Dutzend Brauer der IG unabhängiger Schweizer Klein- und Mittelbrauereien wurden dieser Tag im Schloss Frauenfeld mit dem Brau-Ring-Siegel für hervorragende Qualität ausgezeichnet. Unter ihnen auch Philipp Moersen von der Schaffhauser Brauerei Falken. Das unabhängige Labor Veritas in Zürich prüfte nach strengen, internationalen Kriterien die einheimische Bierqualität. Dazu Matthias Hajenski, Brau-Ring-Geschäftsführer: «Philipp Moersen hat das Qualitätssiegel für seine Biere echt verdient.»
Im Rahmen der kleinen Feier zeigten sich die IG-Verantwortlichen zudem von ihrer ritterlichen Seite. Drei ausgebildete Bier-Sommelièren wurden in den «Bier-Adelsstand» erhoben. Mit dem Schwert wurden sie zu «Ritterinnen der edlen Schweizer Biere» geschlagen. Sie werden künftig als Bier-Botschafterinnen die regionalen Schweizer Biere unterstützen. Philipp Moersen meinte dazu: «Wir möchten die Frauen nicht länger vernachlässigen. In der Schweiz entfallen beim Bierkonsum nur 14 Prozent auf weibliche Geniesser – das wollen wir ändern und sie bierisch emanzipieren.» Vor dem Hintergrund, dass es gerade die Schweizer Privatbrauer sind, die sehr lebhaft und innovativ für eine attraktive regionale Biervielfalt sorgen, versprechen sich die Verantwortlichen von der Charmeoffensive eine nachhaltige Wirkung. Bier soll nicht länger Männerdomäne bleiben. Ohne das Bier neu zu erfinden, seien in den regionalen Sortimenten köstliche Genüsse zu entdecken, an denen die Frauen ihre süffige Freude hätten. Darin waren sich nicht nur die neuen «Ritterinnen» einig. Bei den Germanen gehörte Bierbrauen zur hauswirtschaftlichen Ausbildung und im Mittelalter ein Braukessel zur Mitgift – Frauen haben also die Biergeschichte mit geschrieben. Jetzt wollen die Schweizer Bierbrauereien – gemeinsam mit den Frauen – an dieser faszinierenden Geschichte weiterschreiben.

#Allgemeines

28. Juli 2012 | Ein neues Schmuckstück auf der Kantonsschule

Schaffhauser Nachrichten, Region
(fn)

Der Stolz auf die geleistete Arbeit war den Handwerkern und allen voran Christian Gnädinger ins Gesicht geschrieben, als man gestern in einem festlichen Akt das Prunkstück der sanierten Dächer der Kantonsschule Schaffhausen, den Turm, fertigstellen konnte. Zur Zufriedenheit aller waren trotz Lieferschwierigkeiten alle Teile rechtzeitig auf den Dächern der Kanti angekommen und konnten somit montiert werden.
In wochenlanger Arbeit hatten vier verschiedene Spenglerfirmen die Dächer der Kantonsschule wieder zum Glänzen gebracht. Nicht nur, aber vor allem bei der Turmrenovation war viel Handarbeit gefragt. «Dieses Dach forderte allen Beteiligten höchste Handwerkskunst ab», sagt Christian Gnädinger, unter dessen Leitung die Arbeiten erfolgreich vonstatten gingen. «Deshalb sind wir alle sehr stolz auf unser Werk und werden die Arbeiten auf dem Dach dieses wunderschönen Gebäudes wohl auch in 20 Jahren noch in guter Erinnerung haben», so Gnädinger weiter. Auch von der Zusammenarbeit der vier Spenglerfirmen zeigte er sich begeistert: «Jeder schätzte die Arbeit des andern.» Auch Rektor Urs Saxer ist von den Bauarbeiten auf den Dächern seiner Schule begeistert. «Für die Schüler ist es toll, in einem solch schönen Gebäude ein und aus zu gehen», so Saxer.



Christian Gnädinger (links) und Mark Lenhard mit der Wetterfahne.
Bild Selwyn Hoffmann

#Alt-Scaphusia

25. Juli 2012 | Konrad Neher olim Keck

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Konrad Neher olim Keck
Ing. HTL
Generation 1947

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 12. September 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

25. Juli 2012 | Wenn sich tout Schaffhouse zur Musik verneigt

Schaffhauser Nachrichten, Region
Mark Gasser

Die Tanzbewegungen der Ballbesucher auf dem Munot erinnern einen an Kostümfilme, in denen die Adligen noch unter sich sind. Der Anstrich des Höfischen haftet dem Tanz an den Munotbällen auch heute noch an. Er ging nie ganz verloren, obwohl der Tanz, die Quadrille, seit Mitte des 19. Jahrhunderts an bürgerlichen Festen getanzt wurde. So kam der Tanz 1876 wohl auch auf den Munot.
Knickser der Damen, leichte Verneigungen der Herren wechseln sich ab mit 180-Grad-Drehungen, Promenaden und dem Wechsel der Partnerin an der Hand. Dabei gilt es stets, während der fünf Schrittfolgen oder Touren Haltung zu bewahren. Auch Hüftsteife sind hier nicht benachteiligt, mag man sagen: Der Hüftschwung ist der Quadrille ebenso fremd wie die Pirouette. Es gibt auch keine hüpfenden, sich verwirklichenden Solo-Dominatoren der Tanzfläche. Doch Rhythmusgefühl ist trotzdem unabdingbar, denn wer aus dem Takt fällt, der hat es nachher schwer, in der Gruppenformation mitzuhalten, ohne den andern auf die Füsse zu treten. «Es gibt Leute, die einfach etwas hin- und herlaufen. Ich bemühe mich und habe das Gefühl, ich könne im Takt die Schritte auch ausführen. Ausserdem soll es etwas elegant aussehen, etwa bei den Verneigungen. Und galant muss man als Mann sein beim Führen der Damen», erklärt Peter Uehlinger, der Vizepräsident des Munotvereins. Bereits als Kantonsschüler und aktiver Scaphusianer musste er jeweils an Samstagen im Sommer für die Munotbälle einen «Besen» – was im Verbindungsjargon eine Begleiterin bedeutet – organisieren. «Das verursachte schon etwas Aufregung. Aber mir machten die Bälle immer sehr viel Spass.» Einige wenige hätten sich gedrückt. Die Scaphusianer haben eine besondere Rolle: Sie müssen nach der dritten Tour die Paare abzählen und in zwei Gruppen einteilen.

**«Üebe dihaam i de Stube»**
Die Quadrille, auch Française genannt, wird an d en Munotbällen seit über 100 Jahren jeweils zweimal pro Abend zelebriert. Die Paare stehen sich in Reihen gegenüber und tanzen miteinander festgelegte Schrittfolgen, sogenannte Touren. Die Quadrille, der Munot und der Munotverein sind eng miteinander verbunden. Am 30. Oktober 1839 wurde der renovierte Munot mit einem grossen Fest wieder eingeweiht. An diesem Tag wurde auch der Munotverein gegründet. Hauptanlässe des Vereins sind in den Sommermonaten jeweils am Samstagabend die bekannten Munotbälle und eben: die Quadrille mit live gespielter Angot-Melodie oder Schützen-Quadrille von Strauss. Der Gesellschaftstanz wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich und England erstmals erwähnt. Er gliedert sich heute in der Schaffhauser Version in fünf Touren mit Elementen wie «tour de main» oder «chaîne des dames» und dauert etwa 20 Minuten. Wenn die Elemente des Tanzes in einem der Kurse einmal erlernt sind, heisst es: «Üebe dihaam i de Stube», so Uehlinger. Etwas knifflig sei dann noch der Ablauf der Touren. Zur Hilfe verteilt der Munotverein gelbe Merkblätter. Der Munotverein brachte immer wieder neue Elemente und Kontrastprogramme zum Ball hervor, wie den Munot-Silvester, das Kino-Open-Air oder die Munot-Disco. Standfest im Programm verharrten indes die Munotbälle und die Quadrille. «Die Quadrille kann man nicht modernisieren. Dann wäre sie ja weder Fisch noch Vogel», sagt Uehlinger. Auch wenn er wollte, hätte der Munotverein keinen Grund zur Änderung: Jährlich tanzten Hunderte von Leuten die Quadrille. Auch die Kurse seien gut besucht.

**«Es läuft zu wenig», fand der Lehrer**
Doch ganz ohne Schaffhauser Modifikationen ist der Tanz nicht geblieben: In den 1920er-Jahren fand der Turnlehrer Emil Wechsler, «es laufe zu wenig» und es fehle dem Tanz der Schwung, erklärt Uehlinger. Kurzerhand erfand Wechsler die fünfte Tour dazu, den Galopp, nach dessen Ausführung am Schluss alle paarweise um die Zinne laufen. Bevor Ende Juni die Munotballsaison startet, wird die obligate Quadrille während dreier Kursabende vermittelt oder aufgefrischt. Beim ersten Kurs kämen in der Regel bis zu 100 Teilnehmer, um sich die beiden ersten Touren anzueignen, sagt die langjährige Tanzmeisterin Annekäthi Bührer. Die weiteren beiden Kursabende besuchten bis zu 300 Personen – die meisten davon «Wiederholungstäter». Während die Quadrille seit Langem keine Änderungen erfuhr, war die strenge Kleiderordnung immer wieder umstritten (siehe Kasten unten). Doch der Tanz ist auch heute noch ungefähr so robust in der bürgerlichen Zunftstadt Schaffhausen verankert wie die stadteigene Festung. Heute wird nicht mehr streng jeder Gast an den Munotbällen kontrolliert wie früher. «Einst musste man eine Unterschrift eines Vorstandsmitglieds als Empfehlung vorweisen, um überhaupt in den Verein eintreten zu können», weiss Uehlinger. Heute könne jeder Mitglied werden oder die Munotbälle besuchen, egal ob Stadtschaffhauser oder nicht. Viele Exilschaffhauser blieben aus Nostalgie oder Solidarität zur Heimat dem Verein treu. Dieser hat heute rund 4500 Mitglieder. «Wer einmal Mitglied ist, tritt nicht aus, sondern bleibt meist ein Leben lang Mitglied», sagt Uehlinger.



Bild: Selwyn Hoffmann


**Krawatten und Kittel
Munotball als Angriffsfläche für Diskussionen um den Dresscode – und der «munotgemäss festliche Chic»**

Es gab immer wieder Zeiten, da war nicht die Quadrille selber, sondern die steife Kleiderordnung auf dem Munot während der Bälle Anstoss für hitzige Diskussionen. Zu Beginn der 1970er-Jahre war im Zuge der Flower-Power-Bewegung das gesellschaftliche Fundament gelegt für einen handfesten «Krawattenstreit». Einige Mitglieder und Gäste der Munotbälle wollten sich mit der Tatsache nicht mehr abfinden, dass dieses Symbol für Spiessbürgertum den Ballabend begleitete. So ereiferte sich 1971 der Kolumnist Reinhard Nowak in den SN: «In einer Zeit, in der ‹Langhaarige› endlich nicht mehr pauschal als ‹asozial› bezeichnet werden, in der man (gottlob) öffentlich über die Pille und andere vor fünf Jahren noch ‹unmögliche› Dinge diskutieren kann, in diesem Zeitalter der Evolution schwingt sich die Leitung eines reinen Amüsementbetriebes (…) zum Sittenrichter empor.» Denn die Mode sei nun einmal kein Gradmesser dafür, was als «anständig» gelte, «und schon gar nicht das ganz und gar veraltete Statussymbol einer früheren elitären Gesellschaftsklasse, die Krawatte». Sogar im Stadttheater könne man im Rollkragenpullover erscheinen. Explizit distanzierte sich der Munotverein damals von einer erstmaligen Hot-Pants-Prämierung am Unterstadtfest, indem er im Kleingedruckten dem Gebot «Herren mit Kittel und Krawatte» nachschob, dass die Damen «bitte nicht in Hot Pants» zu erscheinen hätten. Was ohnehin unpraktisch wäre: Wie hätten da die Damen bei der letzten Tour, dem «Galopp», die Röcke raffen und losrennen können?
Erst um die Jahrtausendwende fiel die Krawattenpflicht, wenige Jahre nach der Lockerung der Kittelpflicht. Der Kittel war während der 1980er-Jahre ein Politikum. So machte sich ein verärgerter Mann in den SN Luft: «Wo bleibt da die Gleichberechtigung? Wer garantiert denn uns, dass in 100 Jahren nicht die Herren einmal mit schulterfreien Hemden zum Tanz gehen? Immerhin kleidete sich das männliche Geschlecht auch schon mit Seidenstrümpfen, Stöckelschuhen und gepuderten Perücken. Wieso verteidigt der Munotverein derart verbissen eine im Laufe der Geschichte gesehen kurzlebige Mode wie ein Stammesritual?» Dem Herrn war nach einer heissen Sommernacht und einer expliziten Aufforderung an die Männer, ihren Kittel wieder anzuziehen, der Kragen geplatzt. Diese Kleiderdebatten und die Tradition des Munotballs dürften nicht mit jener des Tanzes verwechselt werden, meint Vizepräsident Peter Uehlinger. Auch heute schreibt der Munotverein eine «munotgemäss festliche» Kleiderordnung vor. Um abgewiesen zu werden, muss der Herr aber schon gröber danebengreifen. Vereinspräsident Urs Saxer musste den Dresscode 2006 einmal notgedrungen genauer definieren, nachdem Vereinzelte die Munotbälle in kurzen Hosen oder T-Shirt besucht hatten. Um den Bällen die spezielle Ambiance zu verleihen und aus Achtung vor den übrigen Gästen erwarte man zumindest «Smart», «Business Casual» (Krawatte nicht zwingend) oder gar Abendgarderobe. Da hatte man es früher dank Krawatten- und Kittelobligatorium bei der Prüfung einfacher. (M. G.)



Kurs absolviert, Kittel und Krawatte an: Gerüstet für den Munotball.
Bild: zvg


**Der Kurs: Die Quadrille im Schnelldurchlauf**

**SN-Kursangebot** Die SN bieten einen zweistündigen Einführungskurs mit Tanzmeisterin Annekäthi Bührer und Livemusik an. Dabei werden im Sinne eines Schnupperkurses nur einzelne Elemente der Quadrille erlernt. Nur paarweise! Datum: 17. August von 19 bis 21 Uhr auf der Munotzinne, nur bei guter Witterung (Tel. 1600 gibt am 17. 8. Auskunft). Anmeldung: verlag@shn.ch oder Tel. 052 633 33 19.
**Quadrille-Kurse** Seit 1941 wird jedes Jahr auf dem Munot im Juni an drei Abenden ein Kurs angeboten, damit Interessierte den Tanz erlernen können. Am ersten Kursabend werden jeweils die ersten zwei Touren vorgestellt und eingeübt. An den weiteren beiden Abenden wird nachgeholt und Neues gelernt.



Bild: Selwyn Hoffmann


**Quadrille Die fünf wichtigsten Tipps**
**Keinen Korb geben** Den «14 Punkten des Munot-Vereins» von Karl Jezler (Munotvater von 1902 bis 1939) ist zur Quadrille zu entnehmen: «Die Damen kennen ihre Pflicht, Körbe geben gibt’s beim Munotvölklein nicht.» Das gilt noch heute, jedoch besuchen heute die Gäste meist paarweise die Munotbälle.
**Nicht promenieren** Weiter mahnt Jezler: «Wenn man tanzt, sollst Du nicht promenieren, sonst würdest Du die Tanzenden genieren.»
**Nicht stürmisch** Und: «Die Française tanze rein und fein, der Ringelreihen soll nicht stürmisch sein.»
**Kleiderordnung** Die Besucher des Munotballs haben sich «munotgemäss festlich» zu kleiden. Was das heisst, erklären wir im unteren Textkasten.
**Keine Retouchen** Stets hat der Munotverein gemäss einem GV-Beschluss aus dem Jahr 1916 darauf zu achten, «dass im Rahmen des Anstandes getanzt wird nach der Tanzordnung». Die Munot-Française solle überdies nicht durch Auftritte von Solotänzern verunstaltet werden und «ohne jede neuzeitliche Retouche» (1928) der Gegenwart erhalten bleiben.

#Aktivitas

24. Juli 2012 | Weidlingsplausch soll allen offen stehen

Schaffhauser Bock
Judith Klingenberg

Im Sommer den Rhein auf dem Weidling geniessen, gemächlich flussaufwärts stacheln und sich flussabwärts entspannt treiben lassen – ein Wunsch, den viele Schaffhauser hegen. Aber den sich die wenigsten erfüllen können. Selbst wer sich die Anschaffung eines Weidlings leisten könnte, lässt es wegen der fehlenden Anlegeplätze bleiben. Einen Weidlingspfosten zu bekommen, ist praktisch unmöglich; es sei denn, man hat Glück, gute Beziehungen oder eine Engelsgeduld. Weidlingfahren bleibt somit einigen wenigen vorbehalten, was die Schaffhauser Jungsozialisten als «unsolidarisch» anprangern. Sie haben darum eine Volksmotion lanciert, die zum Ziel hat, dass jede Schaffhauser Bürgerin und jeder Schaffhauser Bürger die Möglichkeit bekommt, den Rhein mit dem Weidling zu geniessen. «Weidlingssharing» heisst die Lösung. Die Stadt Schaffhausen soll der Bevölkerung zwei Weidlinge ohne Motor zur Verfügung stellen.

**Weidlingskultur erhalten**
Die Weidlinge der Stadt können dann von Personen ab 16 Jahren gemietet werden. Die Kosten pro Weidling und Tag sollen für Personen unter 25 Jahren 20 Franken, für die über 25-Jährigen 40 Franken betragen. «Unser Vorschlag», sagt Jonathan Vonäsch, entscheiden werde die Stadt. Weiter schlägt die Juso vor, es sei ein Depot von 50 bis 100 Franken zu hinterlegen. Zur Sicherheit soll ein Einführungskurs angeboten werden, der vorgängig von den Mietern besucht werden muss. «Damit sollen gerade auch Junge motiviert werden, das Weidlingsangebot zu nutzen», sagt Vonäsch. Denn um die Schaffhauser Weidlingskultur zu erhalten, sei die Einbindung der Jugend unabdingbar.

**Bootsvermieter begrüsst Vorstoss**
«Eine prima Idee», findet Pascal Mändli vom gleichnamigen Bootsbaubetrieb, der auch Mietboote anbietet, das Anliegen der Juso. «Man müsste alles unterstützen, was dazu beiträgt, dass jeder, der will, auf den Rhein kann.» Er habe vor rund zehn Jahren mit der Vermietung von motorlosen Booten begonnen. Die Nachfrage habe sich aber in Grenzen gehalten, weil sich die Leute das Stacheln nicht zugetraut hätten. Dies führte dazu, dass man die Boote nach Stein am Rhein fuhr, von wo sich die Mieter dann hinabtreiben liessen. Inzwischen biete er nur noch Boote mit Motor an, die sehr gefragt seien. Auch diese Boote müssen indessen jeweils zum Ausgangsort – Salzstadel oder Rheinfall – gefahren werden, weil Mändli keine Anlegeplätze zur Verfügung stehen. «Wären solche vorhanden, könnte man Boote nach dem Mobility Car-Sharing-System vermieten», sagt Mändli. Positive Reaktionen erntet die Juso laut Vonäsch auch während ihrer sonntäglichen Weidlingsaktionen auf dem Rhein – das passende Umfeld, um die Botschaft der «Weidlingssharing»-Motion bekannt zu machen.

#Allgemeines

19. Juli 2012 | Ferienjobs sind nicht leicht zu finden

Schaffhauser Nachrichten, Region
Tanja Bircher

Mit dem Wort Ferien assoziiert man Nichtstun, schlafen, ausgehen, reisen und relaxen – aber sicher nicht arbeiten. Dennoch tun dies viele Schüler und Studierende, um ihr Erspartes aufzustocken oder eben um sich anschliessend einige der oben erwähnten Aktivitäten leisten zu können. Bojana Milosevic ist eine von ihnen. Sie arbeitet während vier Wochen bei der Brauerei Falken. «Meine Hauptaufgabe ist es, das Leergut zu sortieren», sagt die 19-jährige Schaffhauserin. Der Tag beginnt um 6.45 Uhr und dauert bis um halb fünf. «Während der ersten Tage hatte ich Muskelkater», gibt Milosevic zu. Es sei harte Arbeit. Das Leergut kommt am Morgen an, «alles durcheinander», sagt sie. Sie sortiert dann die richtigen Flaschen in die richtigen Harasse. Wenn ein Harass voll ist, kommt er auf eine Palette, und wenn diese voll ist, wird sie mit der sogenannten Ameise nach draussen transportiert. «Mein tägliches Highlight ist, wenn ich eine Palette gefüllt habe und sie rausbringen kann», sagt Milosevic und lacht. Bei diesem Job freue man sich über Kleinigkeiten, die einem im Alltag gar nicht auffallen würden.

**Für Reisen und Konto**
Bojana Milosevic hat bereits letztes Jahr bei der Brauerei Falken einen Ferienjob angenommen. «Es hat mir gefallen, und ich verdiene gut», sagt sie: 20 Franken pro Stunde und das während vier Wochen. «Ich komme etwa auf 3000 Franken.» Vor Kurzem hat Milosevic die Matura abgeschlossen und will sich jetzt «ein bisschen etwas dazuverdienen – für eine Reise und das Sparkonto.» Im September beginnt sie mit dem Publizistik-Studium. Milosevic empfindet die Arbeit im Lager als willkommene Abwechslung. «Es ist mal etwas anderes, als immer über den Büchern zu grübeln», sagt sie. Jeden Morgen früh aufzustehen und den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, sei allerdings gewöhnungsbedürftig.

**Absagen von allen Seiten**
Das gelte auch für die Umgangsformen der Männer. «Ich bin eine der wenigen Frauen im Lager und die Sprache unter den Jungs nicht gewöhnt», sagt sie. Von Respektlosigkeit will sie jedoch nichts wissen. Man behandle sie sehr anständig, es sei einfach ein anderes Klima. Milosevic hatte sich an verschiedenen Orten mit der Anfrage für einen Ferienjob gemeldet. Doch es hagelte Absagen. Restaurants suchen nur Serviceangestellte mit Erfahrung. «Aber wie soll man Erfahrung sammeln, wenn man nirgends eine Chance bekommt?» McDonalds bietet keine Ferienjobs an, Manor auch nicht, die Post und viele andere Firmen nur vereinzelt (siehe Kasten).


**Rarität: Wenige Firmen bieten Schülern und Studenten die Möglichkeit, in den Ferien zu arbeiten**

**Migros** «In diesem Sommer haben wir in Schaffhausen die spezielle Situation, dass die Filiale in der Vorstadt während der Sommermonate zwecks Umbau geschlossen ist. Die Mitarbeitenden arbeiten zu einem wesentlichen Teil in den weiteren Filialen der Region, wodurch wir in diesem Sommer ausnahmsweise keine Ferienjobs vergeben können», sagt Andreas Bühler, Leiter Kommunikation, Kulturprozent und Sponsoring.
**Coop** «Coop bietet auf Anfrage immer wieder Ferienjobs an. Das Angebot ist abhängig von Kapazitätsengpässen und kurzfristigen Ausfällen. Offiziell ausgeschriebene Stellen für die Sommerferien gibt es keine. Die Anfragen der Jobsuchenden werden individuell und situativ behandelt. Die Jobs richten sich in erster Linie an Schüler und Studenten mit einem Mindestalter von 15 Jahren. Weitere Voraussetzungen sind, engagiert, zuverlässig und flexibel zu sein. Bei den Ferienjobs handelt es sich vor allem um Arbeiten in der Verkaufsstelle (Regale auffüllen, Bedienung an der Kasse bei Einsätzen von mindestens drei Wochen) oder in der Logistik (Kommissionierung). In der Verkaufsstelle am Fronwagplatz in Schaffhausen arbeiten diesen Sommer mehrere Aushilfskräfte», so Markus Brunner, stellvertretender Leiter PR und Sponsoring Ostschweiz.
**Georg Fischer** «Am Standort Schaffhausen bieten wir nur sehr vereinzelt Ferienjobs an. Diese werden normalerweise ausschliesslich an die Kinder von Mitarbeitenden vergeben. Die Arten der Arbeiten sind unterschiedlich, das hängt vom Interesse des Schülers, aber auch vom Arbeitsanfall in einzelnen Abteilungen ab», sagt Beat Römer, Leiter Externe Kommunikation.
**Post** «Wir bieten nur vereinzelt Ferienjobs an. Das hat mit der Automatisierung und Spezialisierung in vielen Bereichen zu tun. Um die Schüler einzuarbeiten, reicht die Zeit meist nicht. Ausserdem ist im Sommer das Volumen der Zustellung und Sortierung sehr tief», so Mediensprecher Bernhard Bürki. (tab)