#Notizen zu Namen

16. April 2010 | Sache … Sächeli

Schaffhauser Nachrichten, Region

Florian Keller sei «der Hoffnungsträger einer neuen Linken». Politische Kämpfe bestreite der «Lebemann ebenso lustvoll wie Jassrunden und Chinareisen», schreibt das Strassenmagazin «Surprise» in einem Porträt über den Schaffhauser Alternativen. Er, Keller, empfinde das Bedürfnis, «die Fahne der Aufklärung hochzuhalten». Es komme offenbar in Mode, «den Menschen per Demokratie eine Uniform überzustülpen, meint der junge Linke weiter. Beispiel: Rauchverbot. Das Recht darauf, nicht gestört zu werden, habe « in einer toleranten Gesellschaft niemand». Die Demokratie dürfe nur legiferieren, «wenn die Gesellschaft in Gefahr» sei.

#Allgemeines

15. April 2010 | «Passages … ou le chant des oiseaux»

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Mark Liebenberg

Künstlerische Betätigung ist das Salz in der Suppe gymnasialer Ausbildung. Schön zu sehen, dass man sich auch in Zeiten erhöhten Leistungsdrucks Zeit nimmt, an den Kantonsschulen kreative Leistungen zu fördern. Dass dann nicht einfach eine Talentshow oder ein steifes Chorkonzert resultiert, sondern eine poetische Bühnenshow, die Themen wie Aufbruch und Wandlung vielfach reflektiert, ist dem beherzten, ausdauernden und ideenreichen Einsatz eines Ulrich Waldvogel-Herzig (Gesamtleitung, Arrangements), den Betreuerinnen der Chöre sowie Colette Roy-Gfeller (Regie) zu verdanken.
Alles ist in Bewegung auf der Mensa-Bühne, Papierflieger kommen zum Einsatz, Packpapierrollen sind einmal die Meereswellen, einmal werden daraus Tiere geformt oder der Rhythmus gegeben – Dutzende hübscher kleiner Ideen werden mit einfachsten Mitteln realisiert. Nicht eine Geschichte als Ganzes, sondern kleine Episoden, Songs, Chöre, Szenen und pantomimische Handlungen verdichten sich im Verlaufe der rund anderthalbstündigen Performance (ein detailliertes Programm vermisst man schmerzlich!) zu einem Geflecht von Stimmungsbildern, durchtränkt von subtilem Witz und leiser Poesie. Mit welcher Leichtigkeit hier alles durcheinander fliesst, wie eine sanfte Brise den Impuls gibt und die kleinen Momentaufnahmen und bewegten Bilder in Zeitlupe vonstatten gehen. Und wie das alles – fast wie in der impressionistischen Malerei – zu einem Gemälde voller Souplesse wird, das ist schön anzusehen und noch schöner anzuhören. Französisch durchdrungen ist der Abend, es dominiert als Singsprache, und zwar in Renaissancegesängen wie in moderneren Vokalwerken. Dazu kommen Popsongs und Filmmusik, in kurzen Intermezzi dargeboten von der Band und dem Klaviertrio. Es durchzieht die Revue eine vielleicht bisweilen befremdliche poetische Melancholie, eine sublime Erdenschwere gar, die so gar nicht zu den jungen Menschen mit ihren Träumen und Hoffnungen passen will, die hier auf der Bühne stehen. Doch wer jemals achtzehn war und sich ehrlich zurückerinnert wird verstehen, dass diese Zeit ihren Reiz hat: ein bisschen Weltschmerz ist noch nicht Depro oder Emo und wenn man das mit Hilfe von Bewegung und Musik ausdrücken kann – umso besser. Und alle Tristesse verfliegt, wenn die rund 80 Sänger und Musiker zum Schluss mit Inbrunst den «Body electric» singen. Und schon vorher sind einige musikalische Höhepunkte zu erleben. Eine Ensembleleistung, die sich sehen lassen kann. Das ganze Programm wird übrigens – alle Achtung – auswendig dargeboten. Die Chöre sind sehr gut vorbereitet, herausragend das 16-köpfige Vokalensemble von Béatrice Zeindler mit drei starken Darbietungen. Immer wieder treten aus dem grossen Chor Einzelne heraus, die als Duett, Solo, als Geschichtenleser, als Pantomimen ihre kurzen Geschichten erzählen. Zu viele, um sie hier namentlich zu erwähnen. Zu erleben sind sie noch heute Donnerstagabend. Es lohnt sich.

#Allgemeines

14. April 2010 | Wer selber Bier braut, tut’s mit Ernst

Schaffhauser Nachrichten, Region
Alfred Wüger

«Wenn es nicht schäumt, dann schäumt es nicht, dann nützt es auch nichts, wenn man das Bier aus einem halben Meter Höhe ins Glas giesst.» Das erste Kriterium auf dem Bewertungsblatt der «Swiss Homebrewing Society», das es auszufüllen gilt, ist der Schaum. Und der zu testende Gerstensaft von der wunderschönen Farbe dunklen Bernsteins, der in den Gläsern schimmert, weist tatsächlich keinerlei Schaumkrone auf. Der Geruch könnte als «unauffällig» bezeichnet werden, der Geschmack hingegen als «stiltreu gut», die Bittere als «leicht abweichend», die Rezenz … «Was ist das?» Urs Meier gegenüber weiss es: «Das ist das Prickeln auf der Zunge, das von der Kohlensäure kommt. Das Gegenteil wäre schal.» Nein, schal ist dieses Bier gar nicht: «Stilnähe recht genau» wird angekreuzt – und dann zusammenzählen für den Gesamteindruck: 24 Punkte. Möglich wären 45.
Auf den Tischen überall Körbchen mit Brotwürfeln, wie beim Degustieren von Wein. «Es ist schwieriger, Bier zu degustieren als Wein», sagt Urs Meier, «denn das Bier kann man nicht einfach ausspucken, weil man sonst die Rezenz nicht mehr spürt.» Die, wenn auch kleinen, Gläser zur Gänze leeren darf man allerdings auch nicht, denn sonst …

**Steuern zahlt, wer Bier verkauft**
Während im Saal des Hotels Promenade die rund dreissig Personen – ganz wenige Frauen sind da – die besten drei Biere in jeder der acht Kategorien erküren, unterhalten wir uns im Nebenraum, wo der von den Teilnehmenden selbst gebraute Gerstensaft in mehreren Kühlschränken lagert, mit Rolf Gnädinger. Natürlich braut er, von Beruf Finanzer, auch selber. «Wir verkaufen auch von unserm Bier», sagt er, «im Party-Service-Stil.» Auf diese Verkäufe ist eine Biersteuer – es gilt die Selbstdeklaration – zu entrichten, sie beträgt 10 bis 20 Rappen pro Liter. «Wie kamen Sie zu Ihrem Hobby?» Zuerst sei die Freude am Bier gewesen, sagt Rolf Gnädinger, und dann sei er «aus Zufall» bei einem Anlass auf ein Buch gestossen und habe es versucht. Hopfen, Malz, Hefe, Wasser braucht man. Kaufen können die Hobbybrauer die Zutaten bei Anbietern, die sich auf diesen Markt spezialisiert haben.

**Wer braut, braucht Zeit**
«Und wieso brauen Sie selber?» – «Wieso macht man eigene Gomfi?», fragt Beat Joss zurück. «Es macht Spass», sagt er. Seine Frau ist auch anwesend. «Ich habe durch meinen Mann gelernt, das Bier zu lieben», sagt sie. «Mir genügt es, beim Brauen zu helfen.» Christoph Eichenberger gar kam erst über das Brauen zum Biertrinken. Es gibt eben unter den Mitgliedern der Swiss Homebrewing Society viele Tüftler. Wie hatte Urs Meier gesagt? «Aus den gleichen Ausgangsstoffen kann ich, je nach ihrer Behandlung, ganz unterschiedliche Biere brauen.» Und obwohl man, so Beat Joss, «ein Einsteiger-Set für 150 Franken» bekommt, sollte gut überlegen, wer sich eins anschafft, denn die Arbeit ist sehr zeitaufwendig. Ueli Schläpfer, der Präsident der Swiss Homebrewing Society, ein Mann mit exorbitant gezwirbeltem Schnurrbart, dessen Enden auf beiden Seiten steil nach oben stehen, hat denn auch – er ist Offsetdrucker von Beruf – kein anderes Hobby. Klar könne man, während das Bier koche, im Garten etwas erledigen, aber: «Ein Sud gibt mehrere Stunden, ein Doppelsud fast einen Tag Arbeit.» Einige ziehen das Bier in Flaschen ab – «weil es einfacher ist» –, andere bevorzugen Fässer.

**Eine Urkunde für die Besten**
«Was bekommt der Sieger?» Rolf Gnädiger wiegelt ab: «Es gibt heute keinen Pokal für die Besten, sondern eine Urkunde. Wichtiger für uns ist der Austausch von Erfahrungen und sind die persönlichen Begegnungen.»

#Notizen zu Namen

14. April 2010 | Matthias Frick AL-Kandidat

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Künzi

Der Entscheid, wer am 29. August für die Regierung kandidieren solle, stellte sich der AL Schaffhausen gar nicht mehr, als sie am Montagabend ihre Wahlversammlung durchführte. Bereits vorher hatte einer der beiden möglichen Kandidaten, Kantonsrat Jonas Schönberger (AL, Schaffhausen) erklärt, er lasse Kantonsrat Matthias Frick (AL, Trasadingen) den Vortritt. Frick wurde denn auch nominiert. Er verkörpere, so heisst es in einer Mitteilung der AL, «eine junge, fortschrittliche Politik. Seine Kernanliegen sind eine zukunftsgerichtete Bildungspolitik, mit einem Ausbau des Bildungsstandorts Schaffhausen, und eine nachhaltige Energiepolitik, mit dem Schwerpunkt bei den erneuerbaren Energien.» Im Weiteren ist Frick gegen den Bau eines Atommüll-Endlagers in der Region.

**SP entscheidet am 19. Mai**
Die AL habe ihre Nomination bewusst früh vorgenommen, heisst es in der Mitteilung weiter, da sie auf die Unterstützung der SP hoffe. Ob diese gewährt wird, entscheidet sich am 19. Mai: Dann berät die kantonale SP, ob sie an der Ersatzwahl teilnehmen will oder nicht und ob sie allenfalls die AL-Kandidatur unterstützt.

**Gegen Auswechslungstaktiken**
Mit ihrer Kandidatur verfolgt die AL aber noch ein weiteres Ziel, wie sie schreibt: «Weiter will die AL im Wahlkampf um den frei werdenden Sitz allen Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit bieten, jemanden zu wählen, der auch ihre Anliegen vertritt. Es darf nicht sein, dass den bürgerlichen Auswechslungstaktiken tatenlos zugeschaut wird.»

**Tamagni, Müller, Landolt**
Die damit angesprochene SVP bestimmt am 10. Mai, mit wem sie ihren zurücktretenden Regierungsrat Erhard Meister ersetzen will. Bestimmt wird sich an diesem Datum der Neuhauser Gemeinderat Dino Tamagni um die SVP-Nomination bewerben; er ist bereits offiziell von seiner Ortspartei vorgeschlagen worden. Noch nicht offiziell ist die Kandidatur von Kantonsrat Markus Müller (SVP, Löhningen). Experten erwarten ihre Bekanntgabe in den nächsten Tagen. Ebenfalls ins SVP-interne Rennen einsteigen könnte der Schaffhauser Bauernsekretär Ernst Landolt aus Rüdlingen. Er habe noch nicht Nein zu einer Kandidatur gesagt, erklärte er am Montag gegenüber den SN. Er will sich bis Ende des Monats entscheiden.

#Allgemeines

13. April 2010 | Wirte versuchen, das Rauchverbot zu umgehen

Schaffhauser Nachrichten
Jan Hudec

Ein Verbot macht erfinderisch. Ab 1. Mai darf in Bars und Restaurants nicht mehr geraucht werden, und das in der ganzen Schweiz. Viele Wirte freut das wenig, in Basel, wo ein besonders strenges Verbot gilt, haben sie jedoch eine vermeintliche Gesetzeslücke entdeckt. Über 100 Gastronomiebetriebe haben sich dort zum Verein «Fümoar» zusammengeschlossen. Die Gäste können sich für zehn Franken einen Mitgliederausweis kaufen und verzichten mit ihrer Unterschrift auf den Schutz vor dem Passivrauchen. Kurz: Die Mitglieder können in den 100 Lokalen weiterqualmen.
Wäre ein solcher Raucherverein auch in Schaffhausen möglich? «Wir haben natürlich auch davon gehört», sagt Max Reiner, Präsident von Gastro Schaffhausen, «aber wir wissen nicht, ob das toleriert würde.» Rechtlich steht die Fümoar-Lösung tatsächlich auf wackeligen Beinen. Auch die Basler Regierung hat ihre Zweifel angemeldet. Denn das Bundesgesetz schreibt vor, dass nicht mehr als zwei Personen in verrauchten Räumen arbeiten dürfen. In Schaffhausen will man daher abwarten, wie sich die Situation in Basel entwickelt, sagt Reiner. «Wenn das Modell aber funktionieren sollte, könnte ich mir vorstellen, dass sich auch in Schaffhausen ein solcher Verein bildet.» Allerdings hätten sich die Schaffhauser Wirte bereits mit der neuen Situation arrangiert und Schaffhausen habe ja auch ein wenig strengeres Rauchverbot als andere Kantone. So können Lokale mit einer Fläche von unter 80 Quadratmetern eine Bewilligung für ein Raucherlokal beantragen, die übrigen können ein abgeschlossenes Fumoir einbauen. Über 40 Wirte im Kanton haben die Bewilligung für ein Raucherlokal beantragt, weitere zehn Gastronomen wollen ein Fumoir einrichten, wie Beat Hartmeier, Leiter der Gewerbepolizei, erklärt. Dass sich in Schaffhausen ebenfalls ein Verein von Raucherlokalen bildet, lasse das Kantonale Gastgewerbegesetz nicht zu. «Restaurants und Hotels, die öffentlich zugänglich sind, müssen sich in jedem Fall an das Rauchverbot halten», so Hartmeier. Daran ändere auch eine Vereinszugehörigkeit nichts. Das Rauchverbot gelte schliesslich auch für die Klubhäuser der Fussballvereine. Wer sich nicht ans Verbot hält, muss im schlimmsten Fall damit rechnen, dass ihm die Wirtebewilligung entzogen wird, oder es drohen Bussen.

#Allgemeines

9. April 2010 | Ein kleiner Sandstrand, (fast) wie am Meer

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
(ga)

In den Sechzigerjahren wurde auch unser Rheinufer kanalisiert. Viel Geld wurde aufgewendet, um den Fluss zu bändigen. Die heutigen Einsichten und Erkenntnisse lehren, dass eine Uferzone möglichst natürlich zu sein hat, damit die Fische ihren Laichplatz finden und Rückzugsgebiete haben, wo sie sich vom Stress erholen können.
Finanziell getragen wurden die Renaturierungsarbeiten bei der Langwieser «Rheinwiese» durch den Ökofonds der städtischen Werke. Wer sich für den Bezug von Clean-Solution-Ökostrom entschieden hat und einen Rappen mehr für das Kilowatt Energie bezahlt, wirkt indirekt an diesen Projekten im Einzugsgebiet des Kraftwerkes mit. Neben der neu gestalteten Uferzone wurden oberhalb des Bunkers zwei Buhnen erstellt. Sie dienen zur Flussregulierung, dazwischen entstehen aber auch Stillwasserzonen ohne Strömung. Diese Buhnen bestehen aus Steinen und Pflanzenmaterial: Wurzelstöcke und Äste wurden zusammengebunden und mit Gewichten im Rhein versenkt. Damit die Badegäste zu den Ruhezonen genügend Abstand halten, wird zur Kennzeichnung der Stelle noch eine Tafel angebracht werden. Wo die Möglichkeit bestand, wurden bereits andere Uferzonen durch die Schaffhauser Kraftwerke AG naturgetreu saniert. So zum Beispiel im Bereich der «Inner Gründen» in Flurlingen (die SN berichteten). Fast nicht möglich sind solche Sanierungen am Rande von Wohngebieten, da die meisten Privatanstösser damit nicht einverstanden wären. So wird die Uferzone in Feuerthalen und der Stadt Schaffhausen nicht verändert werden können. Die Badegäste dürfen sich bereits jetzt auf die Saison freuen, denn anstelle der glitschigen Steine und Treppen zeigt sich eine sanft abfallende Uferpartie aus Kies, und ein kleiner Sandstrand lädt zum Träumen ein.

#Aktivitas

9. April 2010 | Contre l’avis de l’UNIL, Zofingue peut rester un club pour hommes

Le Temps
Mathieu Signorell

C’est une sacrée claque qu’a ramassée l’Université de Lausanne (UNIL). Elle qui défend bec et ongles l’égalité entre les sexes, elle se voit presque obligée par la justice d’accepter en ses murs une association qui ne veut pas de femmes: Zofingue, société d’étudiants créée au début du XIXe siècle. La jugeant discriminatoire, l’UNIL lui avait refusé en 2008 le label «association universitaire», qui permet notamment d’être plus visible sur le campus. Désavouée par la justice cantonale en septembre 2009, la haute école a vu le 17 février dernier son recours rejeté par le Tribunal fédéral.
Charge maintenant à la commission de recours de l’UNIL, nommée par le Conseil d’Etat, de statuer sur cette affaire. Elle-même l’avait déjà fait en 2008. Mais, selon la justice, elle doit élargir son analyse et ne pas se focaliser uniquement sur l’exclusion des femmes des rangs de Zofingue.
Ne pas accepter les femmes est une question de tradition, selon Henri Klunge, président de la section vaudoise de Zofingue. «D’autre part, comme les filles aiment bien faire des soirées entre elles, telles des soirées pyjamas, nous aimons bien nous rencontrer entre hommes. Au final, ce n’est rien de plus qu’une soirée entre copains, même si c’est davantage organisé.»
«Ne pas accepter les femmes est probablement une conception démodée, à tout le moins mal perçue, qui est discutée au niveau de l’association faîtière suisse environ tous les trois ans», confie Me Philippe Dal Col, avocat de la section vaudoise, lui-même Vieux-Zofingien. Mais, pour lui, les exigences de l’Université vont à l’encontre de la liberté des associations garantie par la législation fédérale. «Une association a tout à fait le droit de refuser un genre sans être pour autant discriminatoire. Prenez un chœur de femmes: on peut légitiment comprendre qu’une telle association ne soit ouverte qu’au genre féminin compte tenu de son but: chanter un répertoire où les hommes n’ont pas leur place.»
D’autres sociétés du campus connaissent le même genre de statuts. C’est le cas de Lémania, qui n’accepte que des étudiants suisses et chrétiens. «Mais, dans la pratique, nous avons su nous adapter à la société actuelle», explique Marie Rochel, présidente de la section vaudoise. Pour elle, la démarche de l’UNIL est «une chasse aux sorcières inutile».
«L’égalité des chances entre hommes et femmes fait partie de nos principes fondamentaux, estime Marc De Perrot, secrétaire général de l’UNIL. Nous ne pouvons donner notre caution à des associations qui ne la respectent pas, ce qui ne les empêche toutefois pas d’être actives sur le campus ou ailleurs.» Comme l’Université de Genève et d’autres hautes écoles suisses, l’UNIL s’est d’ailleurs dotée d’une directive dans ce domaine. De même, elle ne reconnaît pas les associations politiques.
Avocate de l’UNIL dans cette affaire, Antonella Cereghetti ­Zwahlen regrette que le tribunal cantonal «ne soit pas particulièrement ouvert». Composée de deux femmes et un homme, la Cour de droit administratif et public du Tribunal cantonal avait estimé en septembre que l’égalité des chances est sauve, car d’autres sociétés d’étudiants acceptent les femmes. «Un argument pour le moins étonnant», selon la femme de loi, elle-même petite-fille d’un Zofingien. Il a d’ailleurs provoqué la risée des rédacteurs de L’Auditoire, le journal des étudiants, dans leur dernier numéro.
Tatillonne sur certains points, l’UNIL l’est certainement. Exemple avec Stoica, l’association des étudiants tessinois, grisons et italiens. «Nous avons dû rajouter dans nos statuts que nous acceptons les étudiants qui s’intéressent à la culture tessinoise et italienne, ce que nous faisions déjà informellement auparavant», se souvient Nicola Pini, ancien président de Stoica.
«Tant dans ce cas que pour celui de Zofingue, la décision de l’UNIL n’est fondamentalement pas un problème, car les associations doivent être ouvertes à tous», estime Gaétan Nanchen, secrétaire général de la Fédération des associations d’étudiants de l’UNIL. «Mais ce contrôle de la direction doit rester limité!»

#Allgemeines

9. April 2010 | «Wir halten uns an das Bundesrecht»

Schaffhauser Nachrichten, Nachgefragt
Walter Joos

Die Vertreter der Gastronomie loben in der jüngsten Ausgabe ihres Verbandsorgans die pragmatische Haltung der Thurgauer Behörden bezüglich der am 1. Mai in Kraft tretenden Bestimmungen zum Schutz der Nichtraucher.

*Herr Hartmann, wie verhalten sich die Behörden im Kanton Schaffhausen in Sachen Schutz vor dem Passivrauchen?*
Beat Hartmann: Wir halten uns an das Bundesrecht. Der Regierungsrat hat die zur Umsetzung des neuen Bundesrechts nötigen Anpassungen in der geltenden Gastgewerbeverordnung vorgenommen. Die kantonalen Vorschriften enthalten – mit Ausnahme der Meldepflicht von Raucherräumen als Ordnungsvorschrift – im Vergleich zum Bundesrecht keine schärferen Bestimmungen.

3Gilt das auch bezüglich der Anforderungen an die Lüftungen der Fumoirs?*
Hartmann: Hier gibt es die vom Verband der Schweizerischen Lebensmittelinspektoren ausgearbeiteten Richt-linien. Die haben allerdings lediglich empfehlenden Charakter.

*Heisst das, dass – wie im Thurgau – das Vorhandensein eines Fensters zur Lüftung eines Fumoirs genügt?*
Hartmann: Das ist meines Erachtens eine sehr optimistische Auslegung der neuen Bestimmungen. Aus unserer Sicht muss die vorhandene Lüftung ausreichend Gewähr dafür bieten, dass kein Rauch in die mit einem Rauchverbot belegten Räume dringt. Zudem muss ein Fumoir auch in baulicher Hinsicht klar von den übrigen Gasträumen abgetrennt sein.

#Allgemeines

7. April 2010 | Gasthaus Paradies steht demnächst unter neuer Leitung

Schaffhauser Nachrichten, Region
Walter Joos

Im Gasthaus Paradies weht ab sofort ein frischer Wind. Die 2007 von Georg Fischer zur Führung des bekannten Ausflugsrestaurants am Rhein verpflichtete Compass Group hat ihr vertraglich vereinbartes Engagement laut Daniela Corboz, Leiterin Marketing und Kommunikation der international tätigen Gastrounternehmung, am 31. März beendet. Als neue Pächter hat die Stiftung Paradies Jens Hopf und Tabea Melcher verpflichtet. Frank Schaefer wird gleichzeitig neuer Küchenchef. Dies bestätigte Bettina Schmidt, Leiterin der Konzernkommunikation von Georg Fischer, gestern auf Anfrage. Die neuen Wirtsleute haben in den vergangenen sieben Jahren das Restaurant Alpetta oberhalb von Schuls im Engadin geführt und sind nun ab dem 1. Mai dieses Jahres im Gasthaus Paradies präsent. Auch das Catering im Ausbildungszentrum Paradies der Georg Fischer AG ist in Zukunft nicht mehr Sache der Compass Group. Dieses wird in Zukunft von Dorothea Walder, Leiterin des Klostergutes Paradies, in eigener Regie organisiert. Dabei kommen je nach Anlass und dem Wunsch der Teilnehmer verschiedene externe Lieferanten zum Einsatz. Zu den wichtigen Partnern zählen unter anderen Milan Acimovic vom Hotel Bahnhof in Schlatt sowie Albin und Christof von Euw vom Restaurant Gemeindehaus in Beringen.
Keine Änderung erfährt dagegen der Betrieb des Hombergerhauses. Die als Wohlfahrtsbetrieb gegründete Gaststätte an der Ebnatstrasse wird weiterhin von Jörg Gnotke und seinem zur Compass Group gehörenden Team betrieben. Laut Bettina Schmidt laufen zurzeit Gespräche über eine Optimierung des im letzten Jahr in personeller Hinsicht stark reduzierten Betriebes (SN vom 20. November 2009). Für grössere Anlässe werden die Mahlzeiten nicht mehr in der Küche des Hombergerhauses zubereitet, sondern von der Zentrale der Compass Group in Zürich angeliefert. Das gilt auch bezüglich des Caterings auf dem Munot, das in früheren Jahren in der Verantwortung von Walter Reutimann lag. Der Munot-Verein hat gemäss Aussage von Präsident Urs Saxer die 2008 vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit mit der Compass Group für die kommende Saison erneuert. Zu den Aufgaben des Dienstleistungsbetriebes gehört neben der Bewirtung der Gäste anlässlich der im Sommer regelmässig stattfindenden Abendunterhaltungen auch die Führung des Munot-Bistros zugunsten der auf den Munot kommenden Touristen. Laut Jörg Gnotke wurde das Bistro auf der Munotzinne bereits über die vergangenen Osterfesttage von den Besuchern frequentiert.

#Allgemeines

3. April 2010 | Das am 1. Mai in Kraft tretende nationale Rauchverbot ist ein Skandal

Schaffhauser Nachrichten, Titelseite
Heinrich Villiger

Der Tabakgenuss wurde immer wieder bekämpft: von Sultanen, Kaisern, Päpsten und anderen Würdenträgern. So erklärte etwa der türkische Sultan Murad IV. (1612–1640) das Rauchen zum Kapitalverbrechen. Trotzdem genoss die Menschheit den Tabak fröhlich weiter, sei es beim Rauchen, beim Kauen, beim Schnupfen oder bei den indianischen Naturvölkern auch als Heilmittel oder bei religiösen Handlungen. Die Hetzkampagnen gegen das Rauchen begannen mit dem Aufkommen der sogenannten NGO, der Nichtregierungsorganisationen, von denen einige Hundert dem Rauchen den Kampf angesagt haben, angeführt von der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, über zahlreiche Krebsforschungsinstitute bis hin zu unserer Lungenliga. Alle diese Organisationen leben von staatlichen Zuschüssen und Spenden, und um diesen Geldsegen zu erhalten, sind sie gezwungen, Erfolge nachzuweisen.
Dass Rauchen ungesund ist, be-zweifelt heute niemand. Ebenso wenig bestreitet die Tabakindustrie, dass Rauchen Krebs und andere Krankheiten erzeugen kann. Das steht ja inzwischen aufgedruckt auf allen Packungen von Tabakfabrikaten, das weiss jedes Kind. Und trotzdem rauchen die Menschen weiter, durchaus im Bewusstsein, welche Risiken sie damit eingehen, aber dass sie dafür selbst verantwortlich sind. Das gilt ja nicht nur für den Tabakkonsum, sondern genauso für Alkoholgenuss, Essgewohnheiten, Leistungssport. Um das Ziel der WHO, eine «rauchfreie Gesellschaft» bis zum Jahr 2020, zu erreichen, sind also weitere Massnahmen nötig, und so konzentrieren die Tabakgegner ihre Angriffe heute auf den «Passivrauch», dem angeblich weltweit jährlich nebst sechs Millionen Rauchern nochmals einige Millionen Passivraucher zum Opfer fallen würden. Diese Zahlen entbehren jedoch jeder Grundlage. Es gibt bis heute keine medizinisch eindeutigen Beweise, dass eine Todesursache ausschliesslich dem Passivrauchen zuzuordnen ist – und keinen Totenschein, auf dem steht: Todesursache Passivrauchen. Die WHO hat mit ihrer weltweit in Gang gesetzten Kampagne eine Lawine ausgelöst, was naheliegend ist, denn uns allen liegt die Gesundheit der Menschheit am Herzen. Die WHO verschleiert damit jedoch ihre Ineffizienz in anderen Bereichen wie Kindersterblichkeit in den Entwicklungsländern, Hungersnöten, Seuchenbekämpfung sowie nicht annähernd ausreichender ärztlicher Versorgung in den Ländern der Dritten Welt und so weiter. Nichtsdestotrotz übt die WHO einen enormen Druck in Sachen Bekämpfung des Tabakgenusses insbesondere auf die Mitgliedsländer der EU aus und damit indirekt auch auf die Schweiz, weil sich die Schweiz bekanntlich bemüht, unsere Gesetzgebung EU-kompatibel zu gestalten. Zur Bildung von rauchfreien Zonen liegt etwa eine Empfehlung des Rates der Kommission der Europäischen Gemeinschaft im Umfang von 23 Seiten vor. Dazu gehören selbstredend auch die Rauchverbote, die am 1. Mai in der Schweiz in Kraft treten werden. Leider spricht kein Mensch davon, dass die EU keine Kompetenz bei der Rauchergesetzgebung hat. Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Staat durch die gesetzlichen Rauchverbote in der Gastronomie das Hausrecht des Gastronomen aushebelt. Jeder Gastronom – und das gilt sinngemäss auch für die Händler von Tabakwaren – muss selbst entscheiden dürfen, ob er sein Lokal als Raucher- oder als Nichtraucherbetrieb führen will. In Bereichen, wo der freie Wettbewerb spielen kann, hat der Staat nichts verloren. Der zunehmenden Bevormundung des erwachsenen Bürgers ist ein Ende zu setzen. Das hat nichts mehr mit Gesundheitsschutz zu tun, sondern ist staatliche Willkür. Deshalb unterstützen wir die Volksinitiative der IG Freie Schweizer Wirte gegen das nationale Rauchverbot.

Heinrich Villiger ist Zigarrenfabrikant.

#Allgemeines

31. März 2010 | Ein Puppenspiel mit Nazifiguren

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Simon Brühlmann

Eine gewisse Neugier erschien berechtigt: Was wird uns hier erwarten? Schon vorab war bekannt, dass das Stück «Der Schicklgruber» die letzten Tage Adolf Hitlers zum Thema hatte, welche auch den Inhalt des deutschen Kinofilms «Der Untergang» gebildet hatten. Doch nun wollte Neville Tranters «Stuffed Puppet Theatre» diese abgründigen Szenen mit Handpuppen darbieten – und obendrein auch noch in englischer Sprache. Kann das gut gehen?
Tranter ist einer der grossen internationalen Meister des Puppentheaters, und so hatte er das Publikum bereits in seinen Bann gezogen, noch ehe die Aufführung richtig begann. Als er sich (in seiner Uniform als Hitlers Adjudant) stumm auf die Bühne stellt, wird es still im Publikum. Tranter braucht nicht zu sprechen oder zu gestikulieren, sein Blick allein genügt – sein langes Zaudern, bevor der Puppenspieler eine der gruseligen Nazifiguren in die Hände nimmt –, um eine einzigartige Spannung zu erzeugen. Diese Spannung wird an zentralen Stellen durch Bühnenlicht und schauerliche Musik intensiviert; alles genau aufeinander abgestimmt. So gehen beispielsweise das Luftwaffenlied, das Goehring singt, und das «Lied vom Tod» durch Mark und Bein – schauerlich und doch erschreckend schön. Die Musik wird nie zum blossen Beiwerk: Aus den Lautsprechern ist neben kratziger Swingmusik auch eine englische Version von Marlene Dietrichs «Lily Marleen» zu hören. Und beim leitmotivisch eingesetzten «Der Mond ist aufgegangen» betont Tranter die düstere Seite des Liedtextes, die Todesthematik, die man bei diesem Lied oftmals vergisst. Andererseits kommt auch das Heitere nicht zu kurz. Schlag auf Schlag kommen die Zoten, die sich mit Schwerpunkt auf Hitlers Gesundheitsfanatismus und auf «Fröilein» Brauns Geilheit (infolge Hitlers sexuellen Desinteresses) konzentrieren. Das ist manchmal köstlich, doch häufig steht die Klischiertheit des Skripts hinter der Subtilität von Tranters Ausdrucksmöglichkeiten zurück. «You piece of Scheisse!» beschimpft Hitler etwa Goehring. Kaum subtiler ist bei an- derer Gelegenheit Goehring selbst: «I have to drop my Lombs!», er müsse nun dringend kacken. Insgesamt waren die Zuschauer hell begeistert. Tranter und das perfekt eingespielte Team im Hintergrund: Sie hatten den herzhaften Applaus verdient. Dass Tranters «Stuffed Puppet Theatre» die Schaffhauser überhaupt mit einer Aufführung beehrte, ist übrigens die Leistung der Organisatoren vom Theater «Schauwerk» – dies sei hiermit verdankt.

#Notizen zu Namen

30. März 2010 | Ideologie in Bewegung – Portrait

Surprise 221 / 10
Christof Moser

«Versammlungspartei» nennt er die SP, und es ist das einzige Mal an diesem Abend, dass er seine Stimme mit leisem Spott unterlegt. «Da fällen die Gremien Entscheide, die dem Parteivolk verkauft werden, und dann wird abgestimmt, fertig. Ich stelle mir unter Politik etwas anders vor.»
Denkfaul? Machtversessen? Abgehoben? Nein, Florian Keller operiert nicht mit mediengerechten Schlagworten, wenn er die SP kritisiert. Sein Werkzeug im politischen Nahkampf ist das Florett. Er ist eloquent, jeder Satz sitzt. Er hat etwas Unaufgeregtes und wirkt ausgesprochen gelassen, obwohl sein Hirn ständig in Bewegung ist. «Ich bin ein Ideologe», sagt Keller über sich. «Das heisst aber nicht, dass ich verbissen bin.»
Keller will die Schweiz linker machen. Im Kleinen, in Schaffhausen, ist ihm das schon gelungen. Da hat Keller die Alternative Liste gegründet, für die er jetzt im Kantonsrat sitzt. Die Wirkung auf die SP liess nicht auf sich warten: «Die Sozialdemokraten haben in der Steuergesetzrevision dank uns davon abgesehen, den degressiven Steueransatz weiter zu unterstützen. Und auch das Hooligan-Gesetz lehnte die SP auf unser Drängen hin fast geschlossen ab.» Die linke Opposition ziehe die Schaffhauser SP-Fraktion nach links. Und genau das soll jetzt irn der ganzen Schweiz passieren.
Zusammen mit vorwiegend jungen Politaktivisten aus der Deutschschweiz und Westschweizer PdA-Politikern arbeitet Florian Keller, 26, am Aufbau einer neuen nationalen Partei: «La Gauche – Alternative Liste – La Sinistra» heisst sie, der Startschuss fiel im November 2009 in Schaffhausen. Eine linke Bewegung soll es werden, basisnah, angriffig, und eben: wirklich links. «Die SP ist eine Partei, die Angst hat vor ihrem eigenen Mut. Es darf in der Politik nicht darum gehen, ob Positionen in der Bevölkerung gut oder schlecht ankommen, es muss darum gehen, ob die Positionen richtig oder falsch sind», sagt Keller: «Alles andere endet im Opportunismus.»
Florian Keller sitzt in der Berner Markthalle vor einer Apfelschorle und erzählt, wie ihn die Abstimmung über die F/A-18-Kampfjets politisiert hat. Keller kommt aus einem sozialdemokratischen Elternhaus, sein Vater ist Rechtsanwalt, seine Mutter Lehrerin. Er habe sich immer wieder über den Lauf der Dinge aufgeregt und darüber den Weg in die Politik gefunden. Heute studiert er an der Universität Bern Jura, arbeitet für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund – und liebt den politischen Diskurs. Wahrscheinlich ist es das, was ihn von so manchen alteingesessenen linken Politikern unterscheidet: seine ungebrochene Lust an der politischen Auseinandersetzung. «Ich weiche keiner Diskussion aus», sagt Keller. Und das merkt man: Seine Argumente sind geschliffen und kampferprobt. Egal bei welchem Thema.
«Links der SP besteht ein politisches Vakuum», sagt Keller. Themen wie das Ausländerstimmrecht blieben verwaist. Auch die politische Grosswetterlage erfordere ein entschiedenes Auftreten – und zwar jetzt. «Es kommt in Mode, den Menschen per Demokratie eine Uniform überzustülpen. Das Rauchverbot ist nur ein Beispiel dafür. Das Recht darauf, nicht gestört zu werden, hat in einer toleranten Gesellschaft aber niemand. Die Demokratie darf nur legiferieren, wenn die Gesellschaft in Gefahr ist», sagt Keller. Er denkt gern in grossen Linien. Das macht ihn als Diskussionspartner spannend, wie selbst politische Gegner anerkennen. Und es lässt ihn so pathetische und wahre Sätze formulieren wie: «Ich empfinde das Bedürfnis, die Fahne der Aufklärung hochzuhalten und jeden Tag daran zu erinnern, dass ihre Werte nie selbstverständlich waren und nie selbstverständlich sein werden.» Wer sagt so etwas heute noch?
Doch bei aller Ernsthaftigkeit: Keller ist ein Lebemann. Politik ist nur eine Leidenschaft. Von Sitzungen und Terminen lässt er sich nicht auffressen. Im Gegenteil: «Ich empfinde Sitzungen nicht als Belastung. Es sind Gelegenheiten, um sich auszutauschen und um Positionen zu ringen.» Trotz seines grossen politischen Engagements nimmt er sich Zeit für Freunde. Regelmässig trifft er sich mit einer Jassgruppe, und dann wird gezockt. Mit dem Geld, das dabei in die Jasskasse fliesst, unternimmt man hin und wieder gemeinsam eine Städtereise.
Unterwegs sein ist überhaupt eine grosse Leidenschaft von Keller. Letztes Jahr reiste er quer durch China. Die asiatischen Kulturen haben es ihm angetan. «Die konfuzianische Tradition fasziniert mich», sagt er. «Die Menschen gehen gleichberechtigt und sorgsam miteinander um. Sie verbiegen sich nicht für Touristen. Das bewundere ich.» Er bereiste auch schon Nordafrika, konnte aber mit den rigiden Regeln des Islam dort nichts anfangen. Und in Südamerika schreckte ihn der Katholizismus ab. Nächstes Jahr will er nach Kirgisien und von dort mit der Bahn nach Kasachstan reisen. «Das ist aber erst ein Traum.»
Vorerst arbeitet er weiter am Aufbau der neuen Partei. Der provisorische Vorstand hat ihn zum Koordinator für die Deutschschweiz gewählt. Noch nimmt die SP kaum Notiz von der linken Konkurrenz. Aber wenn es nach Keller geht, wird sich das bald ändern. «Wir werden die SP dazu zwingen müssen, sich zu entscheiden, ob sie den dritten Weg einschlagen will – wie Labour in Grossbritannien. Oder ob sie sich auf ihre linken Wurzeln besinnt.» Keller will wieder mehr Grundsätzlichkeit in der Politik, und weniger Marketing und Machtkalkül. Er empfände es schon als Erfolg für die neue Bewegung, wenn dies gelänge: «Wir müssen die SP nicht unbedingt überholen, wir müssen sie nur linker machen.»
Berührungsängste kennt Keller nicht. Er ist Mitglied einer Studentenverbindung – nicht unbedingt das, was man von einem Linken erwartet. Er hat kein Problem damit, bei einem Skirennen den Schweizern zuzujubeln. Seine Sensibilität für traditionell linke Anliegen kombiniert er mit Offenheit. Er ist ein Ideologe, ohne seine Überzeugungen mit quasireligiösem Eifer zu vertreten. Er hört gern zu, er denkt gern, er kämpft gern für das, was er richtig findet. Keller ist ein linker Hoffnungsträger. Und wohl schon bald ein ernstzunehmendes Ärgernis für denkfaule Sozialdemokraten.

#Notizen zu Namen

29. März 2010 | Krimispiel auf Dampfer mit Bordkapelle

Schaffhauser Nachrichten, Stein
Edith Fritschi

Stein am Rhein Im Zentrum der Generalversammlung des «No e Wili»-Vereins stand die Präsentation des Konzepts für das Theaterprojekt im Jahr 2011. «Wir haben uns für ein Stück entschieden, das Spannung und Unterhaltung bietet, das alle Generationen anspricht und in dem es zwei Haupt- und zahlreiche Nebenrollen gibt», sagte Ueli Böhni, der das Konzept zusammen mit einem OK ausgearbeitet hat.
Zugleich konnte er mit Stefano Mengarelli auch den Regisseur präsentieren, der aus der Vorlage von Christies Roman «Death on the Nile» (Mord an Bord) ein Gesamtkunstwerk machen möchte. Das Ganze soll auf einem stilvollen Dampfer aus den frühen 70er-Jahren angesiedelt sein, verriet Mengarelli, dem ein vielschichtiger Spielraum mit Innen- und Aussenhandlungen vorschwebt. Das Stück handelt von einem frisch verheirateten Paar, das Flitterwochen auf dem Nil macht, und von anderen Passagieren auf dem Dampfer, auf dem bald einmal Morde passieren.

**Strenge Dramaturgie auflockern**
Mengarelli erweitert die originale Passagierliste um eine Schweizer Reisegruppe, die in einigen chorischen und choreografischen Szenen eine musikalische, komödiantisch-poetische Funktion übernehmen soll. Damit will er Agatha Christies Kriminaldramaturgie auflockern und spektakuläre, unterhaltende Elemente einbauen. Dazu gehört auch eine Bordkapelle. Natürlich dürfe die Beiz bei diesem «Gesamtkunstwerk» nicht fehlen, betonte Böhni. Sie ist im 70er-Jahre-Stil eingerichtet und wird von Peter de Leeuw geführt. Dann kam Böhni auf die finanzielle Seite zu sprechen: Es müsse eine kostendeckende Produktion werden, sagte er. Das Budget sieht Ausgaben in Höhe von 173 500 Franken und Einnahmen von 178 000 Franken vor. Kein geringer Betrag, zumal das Ganze als Freiluftaufführung ohne Dach geplant ist. Ein Grossteil der Kosten soll über die Billette gedeckt werden (108 000 Franken); 30 000 über Sponsoring und 40 000 soll die Theaterbeiz in die Kasse bringen. «Es ist eine Herausforderung, aber wir sind überzeugt, diese zu meistern», sagte Böhni. Auch der Vereinsvorstand habe intensiv über die Kosten diskutiert, sagte Präsident André Ullmann. Man sei überzeugt, dass das Konzept solide sei und man alle Bedingungen, die man sich gesetzt habe, erfüllen könne. So kam man zum Schluss, der Theatergruppe ein zinsloses Darlehen von 100 000 Franken zu gewähren, was die GV mit ihrem Plazet zum Gesamtkonzept ohne Gegenstimme und mit drei Enthaltungen gewährte. Wie bereits beim «No e Wili» basiert auch «Mord an Bord» auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Bestimmte Leistungen wie Tribüne (mit Platz für 300 Leute), Technik, Regie und Musikleitung werden indes bezahlt.

**Freiwillige willkommen**
Das Casting für die Schauspieler wird im August stattfinden; benötigt werden 12 Laien-Akteure und rund 14 Spieler und Spielerinnen für die Reisegruppe. Zusätzlich werden im musikalischen Bereich bis zu 4 Personen im Einsatz stehen. Bis Ende September soll die Rollenvergabe dann abgeschlossen sein. Bei Musik und Akrobatik lässt man sich von professionellen Kräften unterstützen. Zusätzlich werden für die Tätigkeiten im Backoffice rund 50 Helfer gebraucht. Da setzt das OK auf die «No e Wilianer». Da man vor allem die Altstadtbewohner nicht wieder behelligen will, wurde als Spielort die Fridau ausgewählt. Ansprechen will man mit dem Stück ein vielschichtiges Publikum jeglichen Alters in Stein und Schaffhausen, Singen, Winterthur und Kreuzlingen.

#Allgemeines

29. März 2010 | AH-Stamm am 9.4.2010 anstatt 2.4.2010

Wegen Karfreitag findet der AH-Stamm im April nicht am 2.4.10 statt. Er wird um 1 Woche verschoben: **Aprilstamm am 9. 4. 2010**

#Allgemeines

23. März 2010 | Über die Tragik und den Showmaster in Gelb

Schaffhauser Bock
Jurga Ruesch

Der Australier Neville Tranter verbreitete mit «Schicklgruber alias Hitler» mit teils makabren Dialogen und ausdrucksstarkem Spiel Gänsehaut und brachte die erstarrten Gemüter der Zuschauer dann doch immer wieder zum Lachen. Worüber wurde gelacht? Der Galgenhumor gepaart mit starker schauspielerischer Leistung über die geschichtlichen Ereignisse, die alles andere als erfreulich waren, gewannen am Ende an aussagestarken Botschaften, in dem jeder einzelne Charakter mit den eigenen Ängsten im Angesicht des nahenden Todes konfrontiert wurde. Neville Tranter gründete das Stuffed Puppet Theatre 1976 in Australien. Nachdem er 1978 am Festival of Fools in Amsterdam aufgetreten war, übersiedelte er in die Niederlande, wo er seither sein Puppentheater für Erwachsene weiterentwickelt hat. Mittels teilweise lebensgrosser, sprechender Puppen konfrontiert er sein Publikum mit dessen ureigenen Ängsten und Träumen, Bedürfnissen und Wünschen auf eigenartig grausame und erbarmungslose, zugleich aber auch poetische Weise. Tatort: Berlin, der 20. April 1945. Man ist bemüht, im dunklen und dreckigen Bunker den 56. Geburtstag von Adolf Hitler mit viel Speis und Trank zu feiern. Die Telefonverbindungen fallen aus. Draussen tobt der Krieg. Schüsse im Hintergrund. Hitler geht früh zu Bett und ärgert sich, dass auf der Geburtstagtorte nur eine Kerze brennt. Das Ende naht und diese Tatsache, dass die Zeit der Nazis vorbei ist, ist allen Beteiligten bewusst. Das Zyankali steht schon bereit.

**Der Tod unterbricht die Dialoge**
Genau das ist der Moment, als Neville Tranter mit seinen Puppen die Atmos-phäre zu hinterfragen beginnt. Ein unerträgliches Schweigen auf der Bühne, eine Kerze wird angezündet, Drapierungen werden von den Puppen entfernt. «It’s just not fair», protestiert die Puppe, die Rolle von Adolf Hitler zu übernehmen. Lieber möchte sie die Rolle des Joseph Goebbels oder Eva Braun spielen. «Ich bin ein Profi», sagt sie schlussendlich und bekommt den Adolf-Hitler-Schnauz. Neville Tranter schlüpft in die Rolle von Hitlers Adjutanten Heinz Linge. Der Showmaster in Gelb, der Tod, unterbricht mit seinen Auftritten immer wieder die Dialoge in dem er «it’s magic time!» ruft. Der Tod versucht einen Vogel aus dem Hut zu zaubern und am Ende zieht er einen Pleitegeier heraus. Joseph Goebbels und Eva Braun unterhalten sich über Trivialitäten, der kleine Helmut Goebbels kommentiert das Lied «Der Mond ist aufgegangen» und schenkt seinem Vater keine Aufmerksamkeit. Eva Braun wünscht sich Kinder. Sie hat ein Hochzeitskleid an. Hermann Göring singt vor Freude, weil er die Gunst des Führers wiedererlangt hat.

**Kein Mitleid mit den Charakteren**
Hitler begegnet dem Tod. Der kleine Helmut träumt, er sei gestorben und erwacht voller Angst. Joseph Goebbels versucht den Führer zu überzeugen, dass er noch einmal zum Volk spricht. Aber Hitler schweigt. Eva Braun hat ihr Ziel erreicht. Sie ist Frau Hitler. Heinz Linge erhält den Auftrag, die sechs Kinder von Goebbels zu töten. Eva Braun und Joseph Goebbels sterben. Hitler und der Tod unterhalten sich. «Gott ist tot» sagt der Tod und lässt Parallelen zu Nietzsches berühmtem Zitat erahnen. Adolf Hitler will nicht sterben, worauf der Tod sagt: «I know the feeling.» Das Lachen bleibt buchstäblich im Hals stecken. Die gespielten Szenen sind beängstigend real. Das Innere der Rollen wird mit sämtlichen Abscheulichkeiten nach aussen gekehrt. Man empfindet kein Mitleid mit den Charakteren und wenn man lacht, dann nur, um das eigene Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen. Die Bilder haben sich auf die Netzhaut gebrannt und genau dies macht dieses Schauspiel so unvergesslich. Der Tod und die Gier nach Leben, begleitet von der Hoffnungslosigkeit, Absurdität mit Galgenhumor gepaart bleiben den Zuschauern noch lange präsent.


Neville Tranter spielt die Figuren Hermann Göring und Adolf Hitler.

#Notizen zu Namen

22. März 2010 | Zwischen Eleganz und Schweisstropfen

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Alexa Scherrer

Ein Hut, der an den typischen Audifahrer der 70er-Jahre erinnert, ein Gilet, das auch unter dem Smoking getragen werden könnte, und ein blaugestreiftes Hemd unter grauem Pullover: Nein, kein Szenario aus der Abschlussfeier des Juristenlehrgangs, sondern Ausdruck des wiederbelebten Lebensgefühls des Rock ’n’ Roll.
Die Schaffhauser Band «The Brevers» feierte am Samstag im Chäller im Rahmen von «Lokalhelden» die Taufe ihres zweiten Silberlings «Undercover» – eine CD mit zwölf Liedern, denen man laut Bassist Tobias Wüst die Reife der letzten zwei Jahre anhört und welche die positive Lebenseinstellung der vier Musiker vermitteln sollen. Nimmt man den Stimmungspegel des Konzerts als Messlatte, hat Letzteres auf jeden Fall funktioniert. Das zahlreich erschienene Publikum liess sich von den vier Vollblutmusikern anstecken und feierte vom Anfang bis zum Schluss ordentlich mit.

**Aus Spass wird Ernst**
«The Brevers» haben vor fünf Jahren ihr erstes Konzert gegeben und gehören mittlerweile zum festen Bestandteil der Schaffhauser Musikszene. In letzter Zeit kamen die Konzerte aufgrund der Fertigstellung ihrer Platte etwas zu kurz, das werde sich aber jetzt ändern, versprach Tobias Wüst. Musik soll Emotionen transportieren und das funktioniere an einem Livekonzert am besten. Um die sprachlichen Transportwege kümmert sich Sänger und Gitarrist Simon Thoma. «Texten ist eine Fleissarbeit. Fertig ist ein Text erst, wenn er sich während längerer Zeit zusammen mit der Band entwickelt hat.» Die Ideen zur musikalischen Umsetzung kämen oft während der Jam-Sessions im Proberaum – aus Blödsinn entstehe dann plötzlich eine gute Idee, so Wüst. Am samstäglichen Heimspiel haben Felix Meisterhans am Saxofon, Bobby Bührer am Schlagzeug sowie Sänger und Bassist gezeigt, dass man Musik noch lange nicht beruflich ausüben muss, um dazu berufen zu sein. Takt und Rhythmus vereinigten sich mit dem ganzen Körper und die vier schienen teilweise beinahe mit ihren Instrumenten zu verschmelzen. Nach knapp einer Stunde wich der Wollpullover – ganz in Rockstar-Manier – dem Muskelshirt, und die Schweissperlen auf der Stirn zeugten von einem gelungenen Auftritt. Auch wenn Simon Thoma manchmal den Namen des neuen Albums mit dem nächsten Songtitel verwechselte oder sich der eine oder andere schiefe Ton ins Lied schlich, «The Brevers» haben es definitiv verdient, als Lokalhelden bezeichnet zu werden.

#Allgemeines

19. März 2010 | Nicht immer wieder die Steinzeit zum Auftakt

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Künzi

Vor rund drei Wochen trafen sich ehemalige Maturandinnen und Maturanden auf Einladung der Kantonsschule, um davon zu berichten, wie sie das in Schaffhausen erworbene Wissen an den Hochschulen anwenden können. Dabei gab es auch Kritik, etwa zum Fach Geschichte: «Wir beginnen in der Primarschule, in der Sek und in der Kanti mit der Steinzeit – aber nie haben wir eingehend Schweizer Geschichte», liess sich ein Ex-Kantischüler in den SN zitieren (siehe SN vom 1. März). Diese Äusserung sorgte in der Fachschaft Geschichte der Kantonsschule für Aufruhr. Es sei eben genau nicht so, dass auf jeder Schulstufe Geschichte unterrichtet werde ohne Rücksicht darauf, was voranging, erklärten Hans-Ruedi Dütsch und Markus Kübler, die beide an der Kantonsschule Geschichte unterrichten, gegenüber den SN.

**Verbindliche Lehrpläne**
Diese Aussage untermauerten sie mit folgenden Fakten: Seit drei Jahren gibt es für die Sekundarschule im Fach Mensch+Mitwelt, in das die Geschichte integriert ist, einen verbindlichen Lehrplan (siehe auch Kasten auf dieser Seite). Die Kantonsschule selber, beziehungsweise ihre Fachschaft Geschichte, hat 2004 den Lehrplan angepasst. Geschichte, genauer das Fach «Geschichte und Staatskunde», wird an der Kantonsschule je nach Ausbildungsprofil während zweier bis dreier Lektionen pro Woche unterrichtet. Ab der dritten Klasse kommt das Ergänzungsfach «Geschichte der Antike» mit drei Lektionen pro Woche dazu, und ab der vierten Klasse wird zusätzlich das kantonale Wahlfach «Geschichte und Staatskunde» mit zwei Lektionen pro Woche angeboten. «Diese beiden Lektionen können genutzt werden, um aktuelle Themen, etwa beim Nahostkonflikt, zu erörtern», sagte Hans-Ruedi Dütsch. Um einen möglichst nahtlosen Übergang von der Sekundarschule zur Kantonsschule zu gewährleisten, finden seit zwei Jahren zwischen den Fachlehrpersonen der beiden Schulstufen Schnittstellengespräche statt. In diesen wird besprochen, was die Schülerinnen und Schüler in der Sekundarschule im Fach Geschichte tatsächlich durchgenommen haben und was sie mit der entsprechenden Hilfe nach dem Übertritt in die Kantonsschule wieder abrufen können. Dabei zeigte sich, dass die kleine Anzahl an Geschichtsstunden in der Sekundarschule ein Problem ist und dass es Wiederholungen braucht.

**Warm-up-Blätter**
Aus diesem Grund hat die Fachschaft Geschichte sogenannte Warm-up-Blätter entwickelt. Mit diesen kann der Stoff aus der Sekundarschule aufgefrischt werden, und der folgende Unterricht knüpft daran an. Bis jetzt gibt es solche Blätter zu den Themen «Entdeckungen und Eroberungen», «Absolutismus», «Absolutismus und Aufklärung» sowie «Die Reformation». Das Blatt wird in einer Lektion durchgearbeitet, mit einem kleinen Test zum Schluss, in dem die Schülerinnen und Schüler erklären müssen, ob Feststellungen wie «Mission bedeutet das Schicken von Waren in fremde Länder» und «Hölle und Fegefeuer sind eigentlich dasselbe» richtig oder falsch sind. Geplant sind insgesamt acht solcher Blätter, deren Inhalt mit den Sekundarlehrkräften abgesprochen ist. Diese haben in einer Umfrage im letzten Herbst übrigens einstimmig erklärt, dass sie die Verbindlichkeit der zu erarbeitenden Grundlagen, eben diese Warm-up-Blätter, respektieren. Die Gespräche zwischen den beiden Stufen gehen weiter, und bereits ist geplant, am 2. und 3. Juli im Rahmen einer Tagung gemeinsam weitere Blätter zu entwickeln.

**Als Maturaarbeit beliebt**
Aber auch zwischen den unteren Stufen wird koordiniert: Als der Lehrplan für die Sekundarstufe eingeführt wurde, nahm man Rücksicht auf den Stoff, der in der Primarstufe vermittelt wird. «Es stimmt deshalb nicht, dass die Linke nicht weiss, was die Rechte tut», erklärte Markus Kübler. Und an der Zukunft des Geschichtsunterrichts wird auch schon gebaut: Künftig sollen den Lernenden Kompetenzen vermittelt werden, die ihnen ein selbständiges Arbeiten ermöglichen; die Fachschaft Geschichte arbeitet am entsprechenden Lehrplan für die Kantonsschule, aber «dass es dann auch stimmt, braucht Zeit», gab Markus Kübler zu bedenken. Die Kantischülerinnen und -schüler werden es zu schätzen wissen: Das Fach Geschichte ist beliebt und liegt bei den Maturaarbeiten zusammen mit der Biologie an der Spitze.

**Geschichtsunterricht Die Fakten**
Primarschule Geschichte innerhalb des Faches Mensch+Mitwelt während neun Jahren. Start in der 1.Klasse mit dem Thema «Zeit», Abschluss in der 9. Klasse mit dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Sekundarschule Geschichte innerhalb des Faches Mensch+Mitwelt während dreier Jahre. Start in der 1.Klasse mit den Themen historische Quellen, Entdeckungen, Aufklärung und Französische Revolu- tion bis zur 3. Klasse mit Zweitem Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Kantonsschule Geschichte als «Geschichte und Staatskunde» während vier Jahren. Start in der 1. Klasse mit einem Epochenüberblick und unter anderem Refor-mation und Absolutismus, bis zur 4. Klasse mit unter anderem dem Zweiten Weltkrieg, Dritte-Welt-Konflikten und EU. Ab 3. Klasse Ergänzungsfach Geschichte der Antike, ab 4. Klasse zusätzlich zwei Lektionen «Geschichte und Staatskunde» als kantonales Wahlfach.

#Allgemeines

17. März 2010 | Strengere Regeln für aktive Raucher

Schaffhauser Nachrichten
Walter Joos

Am 1. Mai 2010 treten die auf der nationalen Ebene erlassenen Bestimmungen zum Schutz der Bevölkerung vor dem sogenannten Passivrauchen in Kraft. Das neue Bundesrecht hat zum Ziel, die Bevölkerung vor den schäd- lichen Auswirkungen des Passivrauchens zu schützen. Der Regierungsrat hat in den vergangenen Monaten die zur Umsetzung des neuen Bundesrechts nötigen Anpassungen in der geltenden Gastgewerbeverordnung vorgenommen und am letzten Freitag im Amtsblatt publiziert. Die kantonalen Vorschriften enthalten – mit Ausnahme der Meldepflicht von Raucherräumen – laut einer Mitteilung des Departementes des Innern keinerlei über das Bundesrecht hinaus gehende schärfere Bestimmungen.

**Rauchverbot am Arbeitsplatz**
Von den neuen Vorschriften sind sowohl die bestehenden Gastronomiebetriebe als auch alle übrigen geschlossenen Räume, die mehreren Personen dauernd oder vorübergehend als Arbeitsplatz dienen, betroffen. Hier darf ab dem 1. Mai grundsätzlich nicht mehr geraucht werden. Das Rauchverbot gilt insbesondere in Schalterräumen, Gängen, Cafeterias, Kantinen und Sitzungszimmern. Ebenfalls rauchfrei sind ab dem genannten Datum alle geschlossenen Räume, die öffentlich zugänglich sind. Dazu zählen zum Beispiel Spitäler, Heime, Schulen, Kinos, Museen, Einkaufszentren, Sportanlagen und selbstverständlich sämtliche Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs sowie alle Restaurants. Bezüglich der möglichen Ausnahmen wurden für Gastronomiebetriebe besondere Auflagen erlassen (siehe Kasten).

**15 Gesuche für Raucherlokale**
Wie Beat Hartmann als Leiter der Gewerbepolizei des Kantons Schaffhausen gestern auf Anfrage erklärte, liegen zurzeit ein gutes Dutzend Gesuche aus den verschiedensten Gemeinden zur Führung eines Raucherlokals vor. Wer die Voraussetzungen erfüllt, erhält vom Departement des Innern eine entsprechende Bewilligung. Für die Gesuchsteller besteht allerdings ein gewisses Risiko, dass die Vorschriften über das Passivrauchen innerhalb von drei bis vier Jahren aufgrund einer von der Lungenliga unter dem Titel «Ja zum Schutz vor dem Passivrauchen für alle» lancierten Volksinitiative weiter verschärft wird. Investitionen in besonders leistungsfähige Lüftungsanlagen sowie andere Aufwendungen zum Betrieb eines Raucherlokals sind aufgrund der möglichen weiteren Entwicklung an der Gesetzesfront nach Möglichkeit innerhalb weniger Jahre zu amortisieren.

**Wenig Meldungen für ein Fumoir**
Für die Inhaber von grösseren Gastwirtschaftsbetrieben besteht gemäss den neuen Vorschriften die Möglichkeit, bestimmte Räume als sogenanntes Fumoir zu betreiben. Dieses muss durch feste Elemente von den anderen Räumen auf dichte Weise abgetrennt sein und über eine selbsttätig schliessende Tür verfügen. Das Fumoir darf ausserdem nicht als Durchgang zu anderen Räumen dienen und höchstens einen Drittel der Gesamtfläche aller Ausschankräume aufweisen. Das Fumoir darf ferner den Gästen nicht länger zugänglich sein als die übrigen Schankräume und muss bei jedem Eingang gut sichtbar als solches gekennzeichnet sein. Mit Ausnahme von Raucherwaren dürfen dort zudem keine Leistungen, Produkte, Dienstleistungen und Unterhaltungsmöglichkeiten angeboten werden, die im übrigen Betrieb nicht erhältlich sind. Meldungen über den Betrieb eines Fumoirs liegen bei den Behörden zurzeit lediglich zwei vor.


**Raucherlokale Ausnahmeregelung mit einer ganzen Reihe von besonderen Voraussetzungen**

Wie aus den vom Departement des Innern publizierten Bestimmungen hervorgeht, können einheimische Besitzer von Gastwirtschaftsbetrieben unter Beachtung von bestimmten Voraussetzungen ihr Restaurant auf Gesuch hin als Raucherlokal weiterführen. Dabei darf allerdings die Gesamtfläche aller dem Publikum zugänglichen Räume – dazu zählen neben der eigentlichen Gaststube insbesondere auch alle weiteren Schankräume, Spielbereiche, Foyers, Garderoben, Gänge und Toiletten – die Limite von 80 Quadratmeter nicht übersteigen. Ein Raucherlokal muss über eine ausreichende Belüftung verfügen, die den von der Gesellschaft Schweizerischer Lebensmittelinspektoren erlassenen Vorgaben genügt. In einem Raucherlokal dürfen ferner nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt werden, die einer Tätigkeit in einem solchen Betrieb im Arbeitsvertrag ausdrücklich zustimmen. Schwangere Frauen, stillende Mütter und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen – unabhängig von einem allfällig vorhandenen Einverständnis – weder in Raucherräumen noch in Raucherlokalen beschäftigt werden. Ein Raucherlokal muss ausserdem bei allen Eingängen von aussen deutlich als solches gekennzeichnet werden. (W. J.)

#Aktivitas

9. März 2010 | Fotos: Quarz Vortrag, TS Gispel und Zweifarbenstamm Commercia

Die Fotos der genannten Anlässe sind nun online und unter ‘Anlässe mit Bildern’ zu finden oder unter den folgenden Links:

[Zweifarbenstamm mit e/hwl Commercia (11.09.2009)](https://www.scaphusia.ch/anlaesse/2009/09/11/zweifarbenstamm/bilder/)

[Vortrag von Quarz: Knigge für Anfänger unf Fortgeschrittene (21.11.2009)](https://www.scaphusia.ch/anlaesse/anlaesse-mit-bildern/2009/11/21/knigge-fuer-anfaenger-und-vortgeschrittene/bilder/)

[Totensalamander zu Ehren von Kurt Bächtold olim Gispel (25.11.2009)](https://www.scaphusia.ch/anlaesse/anlaesse-mit-bildern/2009/11/25/totensalamander/bilder/)

#Allgemeines

4. März 2010 | Die Rheinuferstrasse dient 2011 wieder als Festplatz

Schaffhauser Nachrichten, Region
(ek)

Noch immer erzählen viele Menschen, die 2001 die 500-Jahr-Feier in Schaffhausen besuchten, von diesem Fest. Dabei findet vor allem die Rheinuferstrasse Erwähnung, die für diesen Anlass gesperrt und in eine Beizenmeile umfunktioniert wurde. Gleiches soll wieder im kommenden Jahr geschehen, und zwar vom 24. bis zum 26. Juni. An diesen drei Tagen findet «Schaffusia 2011» statt, ein Fest für die gesamte Region Schaffhausen, wie das OK schreibt. Dieses ist Ende Januar gegründet worden und wird von Karin Spörli geleitet. Dem OK steht ein Patronatskomitee zur Seite. Diesem gehören von der Regierung Rosmarie Widmer Gysel und Reto Dubach sowie Stadtpräsident Thomas Feurer, Stadtrat Peter Käppler, der Steiner Stadtpräsident Franz Hostettmann, Hanspeter Kern, Gemeindepräsident von Buchberg, und Giorgio Behr, Bernhard Klauser, André Müller und der Kulturbeauftragte der Stadt Schaffhausen, Jens Lampater, an.
Das OK hat auch schon einige Ideen für das Fest, das das Salz zum Thema hat und unter dem Motto «Das Salz im kleinen Paradies» steht, entwickelt: Neben einem umfangreichen Programm auf der Rheinuferstrasse soll am 24. Juni auf dem Fronwagplatz ein Erkersingen mit verschiedenen Tenören stattfinden. Dazu gibt es ein grosses Feuerwerk, und am Samstag wird auf dem Herrenacker ein Konzert durchgeführt. Am Fest sollen Vereine, Gruppierungen, Gastrobetriebe und Marktfahrer aus der ganzen Region mitmachen. Sie sollen bis Mitte April angeschrieben werden. Beteiligt ist auch der Verein Agglomeration Schaffhausen. Fest steht auch, dass das Unterstadtfest Teil von «Schaffusia 2011» sein wird und dass weitere «Schaffusia»-Feste immer ein Thema haben sollen. «Die verantwortlichen Gremien freuen sich sehr, eine einmalige und mit der Region Schaffhausen verbundene Veranstaltung realisieren zu können», so das OK.

#Allgemeines

1. März 2010 | Alumni: «Bitte mehr Selbständigkeit!»

Schaffhauser Nachrichten
Anna Rosenwasser

«Ehemalige Zöglinge» ist in etwa die Übersetzung für Alumni. Etwas verloren warteten sie auf Einlass, die Zöglinge des Maturajahrganges 2008. Viele von ihnen waren zuvor am jährlichen Besuchstag der Kantonsschule gewesen. Neu war dabei das anschliessende Ehemaligentreffen in der Mensa. Schon im November hatte die Kantonsschule alle Maturanden vom vorletzten Jahr zu einem «Gedankenaustausch bei einem Apéro riche» eingeladen. Die Kanti sei interessiert daran, wie es ihnen mit ihrem Rucksack an Wissen ergangen sei, hiess es im Schreiben. Rund 25 Prozent der 160 Ex-Maturanden folgten am vergangenen Samstag dieser neuartigen Einladung.
Mit ihren Rucksäcken voll Reisen, Arbeitserfahrung und Uni-Leben setzten sich die Alumni sogleich klassenweise zusammen. Leicht nostalgisch plauderten sie bei Apfelschorle und Fleischhäppchen. Urs Saxer begrüsste die Maturanden. «Der Drang ins Gymnasium ist nach wie vor ungebrochen», nahm der Rektor gleich vorweg. Dennoch wolle die Kantonsschule an sich arbeiten. Erst kürzlich seien zwei gewichtige Studien zu der Verkürzung auf vier Jahre erschienen. Diese Untersuchungen, zusammen mit Rückmeldungen von Professoren, malten allerdings kein gutes Bild der Kantonsschulabgänger: Das selbständige Arbeiten und die schriftliche Ausdrucksfähigkeit seien unzureichend. Die Schulleitung der Kantonsschule Schaffhausen hat diese Ergebnisse eingehend diskutiert. «Wir wollen nicht auf die Politiker warten», hielt Saxer fest. Deshalb wird dem Erziehungsdepartement in Bälde ein Bericht über die Verbesserungsmassnahmen vorgelegt. Hier kommen die Alumni ins Spiel: Denn wer kann die Kanti besser bewerten als diejenigen, die dort vier Schülerjahre durchlebt haben? Nach einer kurzen Präsentation der wichtigsten Verbesserungsvorschläge waren die Ex-Schüler selbst am Zug. Sie sollten besprechen, was ihnen im Nachhinein in der Kantonsschule am wertvollsten schien – und welche Fächer und Kompetenzen ihrer Ansicht nach fehlten. Die Plauderstimmung mündete in ernsthafte Diskussionen, deren Ergebnisse auf die Papiertischtücher geschrieben wurden. Saxer notierte anschliessend die Punkte, die die Klassen für die wichtigsten hielten. Dabei zeigten sich die Prioritäten der Ehemaligen: Studierende forderten vor allem mehr Selbständigkeit, viele Abgänger zusätzliche Inhalte wie Statistik. Vor allem dem Englisch wurde viel Bedeutung beigemessen. Markus Gut bemängelte den Geschichtsunterricht: «Wir beginnen in der Primarschule, in der Sek und in der Kanti mit der Steinzeit – aber nie haben wir eingehend Schweizer Geschichte!», monierte der ehemalige Schüler. Nicht selten deckte sich die Kritik der Alumni auch mit den Vorschlägen vonseiten der Schule. Geplant ist nach dem ersten Ehemaligentreffen nun ein jährliches Wiedersehen der Abschlussklassen, etwa bei einem Nachtessen mit einem Lehrer. Diese Art der Rückmeldung hiess der Grossteil der Anwesenden gut. Die Tafel, an denen Saxer die Vorschläge seiner ehemaligen Zöglinge notiert hatte, fotografierte der Rektor sorgfältig ab. Das Ergebnis wird er dem Erziehungsdepartement zusammen mit dem Bericht präsentieren. Die Alumni indes entliess er wieder – nach einer Diskussionsrunde, die so reich war wie ihr Apéro.


**«Die Erwartungen wurden erfüllt»**

Kantonsschulrektor Urs Saxer äusserte sich nachstehend zur Idee der Alumni-Treffen.

*Ist das Treffen so verlaufen, wie Sie es erwartet und sich erhofft hatten?*
Urs Saxer: Ja, ich bin zufrieden! Der anwesende Viertel aller Alumni diskutierte ernsthaft und intensiv. Dementsprechend kamen klare und aussagekräftige Rückmeldungen. Die Erwartungen sind also durchaus erfüllt.

*Wie kam es zu den Alumni-Treffen?*
Saxer: In der Öffentlichkeit findet eine Diskussion über die Qualität der Gymnasien statt. Ehemalige können uns am besten sagen, was das angeeignete Wissen gebracht hat – und direkte Gespräche bringen oft klarere Informationen als der schriftliche Weg!

*Inwiefern werden die Vorschläge der Ehemaligen umgesetzt?*
Saxer: Sie bestärken einige unserer Vorhaben und zeigen uns die Richtung. Was ich bisher nicht in dieser Form gehört habe, ist beispielsweise die Forderung nach mehr Selbständigkeit im Laufe der vier Jahre. Auch die Idee des Lehrer-Feedbacks werde ich, zusammen mit weiteren Punkten, an der Lehrerkonferenz vorstellen. Deshalb wollen wir die Gespräche weiterführen.

Interview Anna Rosenwasser

#Notizen zu Namen

27. Februar 2010 | Noch kein Vorentscheid über Standort für Endlager gefallen

Schaffhauser Nachrichten, Front, Region
Michael Brunner, Erwin Künzi, Mark Gasser

Bei der langen Suche nach einem Standort für ein Endlager für radioaktive Abfälle ging gestern eine weitere Etappe zu Ende. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hatte Ende 2008 sechs Regionen bezeichnet, die für ein Endlager für schwach- bis mittelradioaktive und/oder hoch radioaktive Abfälle aus geologischer und sicherheitstechnischer Sicht in Frage kommen. Nun urteilten Experten, ob die Einschätzungen der Nagra richtig sind. Konkret erstellte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) ein Gutachten und zog dazu unter anderem die Kommission für nukleare Entsorgung und das Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) bei. Diese Benotung ist wichtig, weil die Nagra in der Kritik stand, nicht immer sauber vorzugehen. Entsprechend erleichtert dürfte sie sein, dass das Zeugnis gut ausfiel. Das ENSI bescheinigt der Nagra «eine fachlich fundierte, umfassende und nachvollziehbare Analyse der geologischen Grundlagen».
Für die betroffenen Regionen bedeutet das, dass sie im Rennen um ein Endlager bleiben. Konkret kommen damit für ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle weiterhin das Weinland, das Gebiet Nördlich der Lägeren (ZH/AG) und der Bözberg (AG) in Frage. Möglichkeiten für ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle sehen die Experten ebenfalls in diesen drei Gebieten, plus in den Regionen Südranden (SH), Jurasüdfuss (SO/AG) und Wellenberg (NW/OW).

**Wellenberg doch vom Tisch?**
Trotz diesem Nicht-Entscheid sind die Ergebnisse der Experten interessant. Vor allem den Wellenberg schätzen sie kritischer ein als die Nagra. Noch vor einigen Jahren hatte die Nagra hier ein Lager konkret geplant — und wurde durch eine Volksabstimmung gestoppt. Die nun andere Einschätzung habe aber nichts mit dem Volksentscheid zu tun, versichern die Experten. Vielmehr habe die Nagra früher ein Endlager in einem Berg gesucht, um die Abfälle waagrecht zuführen zu können. Heute wolle sie die Abfälle im Boden versenken. Damit deutet vieles daraufhin, dass der Wellenberg, zur Freude der Anwohner, bald aus dem Rennen fallen wird. Auch den Jurasüdfuss beurteilen die Experten eher kritisch. Allgemein waren sie in der Bewertung der Standorte leicht kritischer als die Nagra. Einzig die Erosion im Südranden schätzen sie günstiger ein. Das Gutachten des ENSI wird nun der Kommission für nukleare Sicherheit zur Stellungnahme vorgelegt. Danach folgt eine Art Vernehmlassung, in die auch die Nachbarstaaten einbezogen werden. Voraussichtlich 2011 entscheidet der Bundesrat, welche Optionen weiterverfolgt werden.


**Kommentar**
von Erwin Künzi

**Widerstand gegen Endlagerpläne ist weiterhin nötig**
Was gestern Nachmittag in Bern bekannt gegeben wurde, konnte nicht wirklich überraschen: Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hat alle sechs Standorte abgesegnet, die die Nagra für den Bau von Atommüll-Endlagern vorgeschlagen hat. Jetzt wird die Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) das Gutachten der ENSI prüfen und dazu in zwei Monaten Stellung beziehen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die KNS zum gleichen Resultat wie die Vorinstanzen kommen wird. Anschliessend erstellt das Bundesamt für Energie einen Bericht, der zur Vernehmlassung unter anderem auch an die Kantone geht.
Dann schlägt die Stunde der Schaffhauser Regierung: Sie muss mit ihren, vom Bund unabhängigen, Experten prüfen, ob die Resultate der Nagra nachvollziehbar sind und was es mit den Vorbehalten in Sachen Bautechnik auf sich hat, die die Kommission für nukleare Entsorgung geäussert hat. Sie muss bereits dann und nicht erst in der zweiten Etappe der Standort-suche die sozioökonomischen und raumplanerischen Vorbehalte einbringen, die gegen die Standorte Zürcher Weinland und Südranden sprechen. Ganz allgemein ist sie dazu aufgefordert, gemäss der am 19. Mai 2008 vom Kantonsrat überwiesenen Motion Widerstand zu leisten gegen Atommüll-Endlager auf Kantonsgebiet sowie auf dem Gebiet im Abstand von 30 Kilometern zur Kantonsgrenze. Denn Widerstand ist nötig, das hat der kürzliche Versuchsballon des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, gezeigt: Der wollte offenbar Benken gleich mitnutzen, nicht zuletzt deshalb, weil der Widerstand in der Schweiz gering sei.


**Südranden rückt weiter in den Fokus**
von Mark Gasser

*Zustimmung auf der ganzen Linie – jedenfalls fast. In den Beurteilungen vorgeschlagener Standorte für ein Endlager durch Fachgremien fallen kleinere Unterschiede zur Nagra-Bewertung auf. Der Südranden als Standort wird als einziger positiver bewertet.*

Vorweg: Die Bewertung der Standortgebiete sowohl für hoch radioaktive (HAA) wie auch für schwach- und mittelaktive atomare Abfälle (SMA) brachte keine Überraschungen zutage. Wie bereits in dieser Ausgabe berichtet (Frontseite), stellte das Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) der Nagra bei ihrer Standortauswahl aus dem Jahr 2008 ein gutes Zeugnis aus. «Die Zuteilung ist aus unserer Sicht vernünftig», formulierte Hans Wanner, Leiter Entsorgung des ENSI, an der gestrigen Medienkonferenz im Bundeshaus. Alle von der Nagra Ende 2008 vorgeschlagenen möglichen Standortregionen werden vom ENSI, aber auch von swisstopo (Bundesamt für Landestopografie) und von der Kommission nukleare Entsorgung (KNE) als «geeignet» zur weiteren Prüfung empfohlen.
Mit einem Wort: Die Nagra hat sich im Ton nicht vergriffen. Denn der Ton ist (wortwörtlich) weiterhin Trumpf: das ENSI betrachtet die verschiedenen bereits von der Nagra vorgeschlagenen Tonschichten, welche sowohl für die Lagerung von HAA als auch SMA weiterhin verfolgt werden sollen, als legitime Wirtsgesteine. Das ENSI bewertet allerdings die möglichen Einflüsse des Nuklearabfalls auf die Gesteinsschichten teilweise vorsichtiger als die Nagra. So wird im Vergleich zu anderen Wirtsgesteinen wie Kristallin das Verhalten der Tongesteine in Bezug auf Temperatur, Gasdrücke durch Metallkorrosion sowie die Bildung einer Auflockerung im Bereich der Lager (lagerbedingte Einflüsse) nur als «bedingt günstig» beurteilt. Konkret: Andere Wirtsgesteine eigneten sich in dieser Hinsicht besser. «Die Nachteile können durch technische Massnahmen beherrscht werden», so das ENSI. Ein Vorentscheid könnte in Bezug auf die Region Wellenberg mit dem Gutachten gefallen sein: Das ENSI und vor allem die KNE stellen der Region Wellenberg im Gegensatz zur Nagra in Bezug auf die Explorierbarkeit, Prognostizierbarkeit, felsmechanische Eigenschaften und die untertägige Erschliessung (Bautechnik) nur eine «bedingt günstige» Bewertung aus. Ähnlich sieht es auch beim Jurasüdfuss aus. Hans Wanners Prognose: «Der Jurasüdfuss und der Wellenberg haben geringere Chancen als andere Gebiete, in die engere Auswahl zu kommen.» Dafür erhielt der Südranden als Standortregion für ein Endlager schwach- und mittelradioaktiver Abfälle bei der gesamten Kriteriengruppe «Eigenschaften des Wirtsgesteins beziehungsweise des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs» bessere Noten als von der Nagra: Der Aspekt «Erosion» wurde sogar besser bewertet als von der Nagra. Weil ausserdem die Mächtigkeit des Wirtsgesteins im Westen abnehme, seien die Lagerkammern bevorzugt im mittleren und östlichen Teil (also Richtung Neuhausen) zu platzieren.

**Bautechnische Vorbehalte**
Was die Bautechnik anbelangt, wird die Nagra über die Bücher gehen müssen: ENSI und KNE weisen auf «offene Fragen vor allem bei der Bautechnik hin, die in den nächsten Etappen beantwortet werden müssen». Insbesondere hat das ENSI Vorbehalte bei den bisher vorgesehenen Stützmitteln für die unterirdischen Lagerstätten angemeldet – diese seien bislang nur bis zu einer Tiefe von 650 Metern erbracht. «Die von der Nagra bezeichnete maximale Tiefenlage von 900 Metern unter Terrain in Tongesteinen für HAA-Lager beurteilt das ENSI in Bezug auf die bautechnischen Anforderungen als optimistisch.» Tiefergehende Anlagen müssten voraussichtlich mit zusätzlichen Stützmitteln versehen sein, deren Langzeitverhalten (Sicherheit) noch vertieft zu untersuchen sei.


**Reaktionen**

**«Nur eine einseitige Betrachtung»**
Wenig überrascht zeigte sich Gabriela Buff, Präsidentin von «Klar! Schaffhausen»: «Die ENSI hat die Studie der Nagra einer einseiti-gen Betrachtung un-terzogen: Im Zentrum standen nur die bautechnischen Machbarkeiten.» Nicht berücksichtigt worden seien die sozioökonomischen Faktoren. Ebenso ausgeklammert wurden gemäss Buff weitere Fragen, etwa die Rückholbarkeit der Abfälle. Die geologischen Kriterien würden von den Standorten Benken und Südranden sehr gut erfüllt: «Aber das kann nicht der einzige Aspekt sein.» In der nächsten Zeit wird der Verein versuchen, die Bevölkerung zu sensibilisieren: «Die Leute müssen merken: Das geht uns alle an.» (rob)

«Wir sind sehr enttäuscht»
«Wir sind sehr enttäuscht», sagt Jean-Jacques Fasnacht, Co-Präsident von «klar! Schweiz». «Das ENSI nimmt den Willen der Bevölkerung nicht ernst.» Alle Bedenken bezüglich Sicherheit würden nicht in Erwägung gezogen. «Wir werden weiterhin gegen ein Endlager in der Region kämpfen.» Neben dem politischen Widerstand werde die Opposition auch noch resoluter auftreten. «Alle Regionen agieren vernetzt, es darf kein Schwarzer-Peter-Spiel stattfinden.» Denn ein Endlager in einem bevölkerten Gebiet zu bauen, sei eine Todsünde. «Denn wir tragen die Verantwortung für die Generationen, die nach uns kommen. Unsere Kinder haben ein Recht auf eine intakte Umwelt.» (jhu)

«Akzeptanz hängt vom Einbezug ab»
«Ich habe nicht damit gerechnet», sagt der Waldshuter Landrat Tilman Bollacher, «dass in diesem frühen Stadium bereits ein Standortgebiet ausscheidet.» Die Akzeptanz für das weitere Auswahlverfahren und für einen möglichen Endlagerstandort in Grenznähe hänge für die Landkreise und die deutschen Gemeinden entscheidend davon ab, ob betroffene deutsche Gemeinden in das Verfahren mit einbezogen werden. «Oberstes Ziel bei der weiteren Endlagersuche muss vor allen anderen Aspekten der Schutz der Menschen und der Umwelt sein, denn ein Endlager mit seinen möglichen Folgen wird unsere nachfolgenden Generationen bis in unvorstellbare Zeiträume beschäftigen.» (jhu)

«Die Situation hat sich verschlechtert»
Auch Neuhausen am Rheinfall wäre von einem Lager auf dem Südranden betroffen, Gemeindepräsident Stephan Rawyler war über die gestrige Beurteilung durch das ENSI gar nicht erfreut: «Die Situation für Schaffhausen hat sich klar verschlechtert: Wir sind jetzt mit zwei weiteren Standorten in der Kategorie, die als ‹sehr geeignet› bezeichnet wird, während andere nur noch als ‹geeignet› aufgeführt werden.» Deshalb befürchtet Rawyler eine verstärkte Fokussierung auf den Südranden und Benken. «Ich hoffe, dass sich die Bevölkerung der Problematik bewusst wird und auch die Regierung sich laut und deutlich vernehmen lässt. Die Region darf nicht zum atomaren Abfallkübel werden!» (rob)

«Wir wehren uns nach wie vor»
Das Resultat der ENSI-Abklärungen hat Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf, die das Dossier Endlager betreut, nicht überrascht. «Es wurde bestätigt, was auch unsere kantonalen Fachleute erwartet haben.» In der zweiten Hälfte 2010 wird der Kanton zum Bericht des Bundes Stellung beziehen können, wobei die Haltung der Regierung klar ist: «Wir wehren uns nach wie vor gegen diese Standorte, denn wir sind ja von Gesetzes wegen dazu verpflichtet.» Im April werden die Resultate der sozioökonomischen Studie vorliegen, die die Regierung in Auftrag gegeben hat. «Der Kantonsrat erhält dazu noch vor den Sommerferien eine Vorlage», so Hafner-Wipf. (ek)


**Aufwertung Region Südranden wird als einziges Standortgebiet leicht besser benotet von der ENSI**

Überraschenderweise hat der Südranden als Endlagerstandort für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) eine vermeintliche «Aufwertung» durch das ENSI erfahren – wenn auch nur in einem Beurteilungskriterium. Hinsichtlich der «Erosion» betrachtet das ENSI nämlich die verfestigten Schotterresten auf Höhe des Südrandens und des Klettgaus ebenso wie die über 1 Million Jahre alte und durch Gletscher kaum veränderte Talform des Klettgau als «Zeichen für eine sehr geringe Erosion». Besser als in der sogenannten Vorfaltenzone (Nördlich Lägeren, Bözberg) oder im Jurasüdfuss bewertet die ENSI die bautechnische Eignung beim Südranden: Durch eine günstige Schichtung erreiche der Opalinuston hier bessere Festigkeit und Verformungseigenschaften. Dadurch sollen auch die untertägige Erschliessung und die Wasserhaltung relativ einfach sein.
Das lang gestreckte Standortgebiet Südranden sei tektonisch wenig beansprucht, werde aber im Osten (wie das Weinland) von einer «regionalen Störungszone» begrenzt, ansonsten lägen keine Anzeichen einer erhöhten tektonischen Zergliederung vor. Da im 24 km2 grossen Standortgebiet Südranden mehr als der benötigte Platzbedarf des Wirtgesteins Opalinuston zur Verfügung stehe, sei eine optimale Anordnung der Lagerkavernen möglich, um einzelnen (störenden) geologisch-tektonischen Strukturen im Untergrund «auszuweichen». Die Langzeitstabilität über 100 000 Jahre wird von der ENSI als günstig beurteilt. Dieser Zeitraum gilt als Richtwert für die SMA. (M. G.)


**Zürcher Weinland Gute Tiefenlage und geringe Verformung des Wirtsgesteins überzeugen das ENSI**

Der Kreis der Kandidaten für einen Endlagerstandort wurde gestern zwar offiziell nicht kleiner, doch das Zürcher Weinland gehört weiterhin zu den Kandidaten sowohl für SMA als auch für HAA.
Im Zürcher Weinland liegen mit dem Opalinuston und der Tongesteinsabfolge Brauner Dogger gleich zwei mögliche Wirtsgesteine vor, was eine flexible und optimierte Standortwahl ermöglicht. Beide Wirtsgesteine werden vom ENSI als sehr günstig bewertet, «weil beide selbstabdichtend und praktisch wasserundurchlässig sind». Zugegebenermassen sei aber der Braune Dogger noch weniger gut untersucht worden. Dennoch: Die Experten gehen von einer hohen Zuverlässigkeit der geologischen Aussagen aus, zumindest was die auf 100 000 Jahre ausgerichtete Langzeitstabilität für ein SMA angeht. Unter dem Strich schneidet das Weinland aber als SMA-Standort leicht weniger gut ab als der Südranden – die Aspekte Charakterisierbarkeit der Gesteine und die untertägige Erschliessung sind im Zürcher Weinland offenbar weniger vorteilhaft, doch immer noch «günstig». Platz für den Bau eines Lagers für HAA oder SMA oder sogar für ein Kombilager, so die Experten, sei im Gebiet (49 km2) genug vorhanden. Sowohl die Tiefenlage als auch die geringe Verformung des Wirtsgesteins und die geringe horizontale Zergliederung sprächen dafür. Beim Kriterium «Nutzungskonflikte» bewertet das ENSI den Indikator «Mineralquellen und Thermen» indes nur als bedingt günstig bis günstig. (M. G.)


**So geht es weiter Die nächsten Schritte**

Anhörungen
Nach der bevorstehenden Stellungnahme der Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) wird ein Ergebnisbericht des Bundesamts für Energie (BFE) in eine dreimonatige Anhörung bei Kantonen, Nachbarstaaten, Parteien und Organisationen geschickt.

Eingrenzung
Der Bundesrat trifft voraussichtlich Mitte 2011 eine Auswahl weniger Standortgebiete (mindestens zwei Standorte pro Abfallkategorie). Etappe 2 des Sachplans Geologische Tiefenlager (2011–2014/15) beinhaltet eine tiefergehende sicherheitstechnische Überprüfung ebenso wie die «regionale Partizipation» und sozioökonomisch-ökologische Wirkungsstudien zu den Standorten.

#Notizen zu Namen

25. Februar 2010 | Engagiert seit 200 Jahren

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Wunderli

Im Jahr 1810 entstand – neben vielen weiteren sozialen Organisationen – die Gemeinnützige Gesellschaft Schaffhausen (GGS). Im 19. Jahrhundert griff die Gesellschaft zahlreiche soziale Aufgaben auf, so gründete sie eine Sparkasse, bot Fortbildungen für Fabrikarbeiterinnen an und ermöglichte es armen Kindern, für eine Woche Ferien auf dem Land zu machen.
Viele ehemalige Aufgaben seien mit der Zeit überflüssig geworden, da sie – teils vom Staat, teils von anderen Organisationen – übernommen wurden, erklärt Christoph Waldvogel, der Präsident der GGS. «Ferienangebote für Schaffhauser Kinder anzubieten, ist auch heute noch eine Kernaufgabe der GGS», so Waldvogel. Vor dreissig Jahren sei dann der Freiwilligendienst in den Schaffhauser Spitälern hinzugekommen. «Rund 60 Freiwillige leisten unzählige Stunden Fronarbeit.» Es seien vor allem Arbeiten, für die das Personal keine Zeit finde, wie beispielsweise mit Patienten spazieren zu gehen oder ihnen bei der Einnahme der Mahlzeiten behilflich zu sein. Das Ferienangebot besteht bereits seit 1880. Damals war das Ziel, arme und kränkliche Kinder gesund zu ernähren und ihnen Erholung auf dem Land zu bieten. Heute steht dieser Aspekt nicht mehr im Vordergrund, sondern eher das Vermitteln von Gemeinschaftserlebnissen. «Die Nachfrage nach den Ferienlagern ist immer noch sehr gross», bestätigt die Präsidentin der Schaffhauser Ferienlager, Margrit Ambühl. Auch dieses Jahr seien wieder viele Anmeldungen eingegangen. «Es fällt mir jedoch in letzter Zeit auf, dass es wieder mehr Anfragen nach Vergünstigungen gibt», so Ambühl. Der Unkostenbeitrag von 250 bis 330 Franken sei auch heute für viele Eltern nur schwer aufzubringen. Die vielfältigen Aktivitäten kann die GGS nicht allein durch Mitgliederbeiträge finanzieren. Obwohl die Gesellschaft vom Kanton sowie von der Stadt und verschiedenen Gemeinden unterstützt wird, stammt das meiste Geld aus den Einnahmen des Pradotel in Churwalden, welches im Besitz der GGS ist. Das Pradotel sei in den letzten Jahren ausgebaut worden und werde sowohl von Gruppen wie auch Einzelpersonen sehr geschätzt. Das Jubiläumsjahr will Präsident Waldvogel auch dazu nutzen, für die GGS zu werben. «Die vielen Jubiläumsaktivitäten bieten eine gute Möglichkeit, auf die Tätigkeitsfelder der GGS aufmerksam zu machen und eventuell neue Mitglieder zu gewinnen», so Waldvogel.


**Jubiläumsjahr Neben dem Festakt können Schulklassen den Zirkus Balloni hautnah erleben**

Am 28. Mai findet im Park Casino Schaffhausen der Jubiläumsfestakt statt. Regierungsrat Erhard Meister wird das Grusswort sprechen. Die Festrede hält die Präsidentin der GGS Schweiz, Annemarie Huber-Hotz.
Vom 7. bis 10. September lädt die GGS den Zirkus Balloni nach Schaffhausen ein. Auf der Breite können angemeldete Klassen gratis die Zirkusvorstellung verfolgen. Am Nachmittag besteht dann die Möglichkeit, den Zirkusalltag an verschiedenen Posten näher kennenzulernen. Über den Mittag werden die Teilnehmer gratis verpflegt. Pro Tag können jeweils vier bis fünf Schulklassen aus dem Kanton Schaffhausen teilnehmen. Am Mittwoch gibt es zwei öffentliche Zirkusvorstellungen. Interessierte Lehrpersonen können sich per sofort anmelden. Genaue Informationen finden sich unter (www.ggs-schaffhausen.ch). Im April erscheint die Jubiläumsschrift «200 Jahre GGS», mit Informationen über die Geschichte der Gesellschaft. Neben den speziellen Jubiläums-aktivitäten finden auch dieses Jahr sieben Ferienlager statt. (dw)

#Notizen zu Namen

24. Februar 2010 | Zwei Kandidaten für die Regierung

Schaffhauser Nachrichten, Region
(ek)

Bei der Alternativen Liste Schaffhausen (AL) liegt eine zweite Kandidatur für die Ersatzwahl in die Regierung vor. Nachdem die AL der Stadt Schaffhausen Kantonsrat Jonas Schönberger portiert hat (siehe SN vom 20. Februar), schickt neu die AL Klettgau Kantonsrat Matthias Frick aus Trasadingen ins parteiinterne Rennen. Frick studiert Geschichte und Politologie an der Universität Zürich, arbeitet im Staatsarchiv Zürich und ist VPOD- Mitglied. «Nach Ansicht der Klettgauer Alternativen ist Matthias Frick der ideale Kandidat im Rennen um den offenen Regierungssitz. Er verfolgt eine mutige und sachliche Politik und verfügt über ein ausserordentlich hohes Mass an Fach- und Sozialkompetenz» heisst es in einer Mitteilung der AL Klettgau. Die AL nominiert ihren Kandidaten für die Wahl vom 29. August am 12. April.

#Allgemeines

24. Februar 2010 | Grosser Kater bei den Brauereien

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Christian Gurtner

Die Schweizerinnen und Schweizer haben im letzten Jahr nicht besonders tief ins Bierglas geschaut. Unter dem Strich wurden 0,2 Prozent weniger Gerstensaft getrunken als im Vorjahr. Da die Bevölkerung in diesem Zeitraum stark gewachsen ist, ging der Pro-Kopf-Konsum wohl recht deutlich zurück. Wie viele Liter genau Herr und Frau Schweizer im Durchschnitt tranken, ist noch nicht bekannt. «Der Konsum war aber sicher rückläufig», bestätigt Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauereiverbands.

Für den Rückgang macht Kreber drei Faktoren verantwortlich. Einmal sei das Wetter letztes Jahr zwar teilweise sehr warm, der Sommer aber nicht überragend gewesen. Zudem sei der Effekt der Fussball-EM im eigenen Land, von dem die Bierbrauer im Vorjahr profitiert hätten, weggefallen. Und auch die Wirtschaftskrise habe die Brauereien getroffen. «In der Krise wird zwar nicht unbedingt weniger Bier getrunken, aber es gibt eine Verschiebung hin zu billigerem Bier.» So nahmen die Bierimporte um 7,2 Prozent zu, während die Inlandproduktion um 1,9 Prozent schrumpfte.

**Carlsberg hängt Heineken ab**
Dass beim Bier nicht richtig zugelangt wurde, spürten auch die Platzhirsche auf dem hiesigen Biermarkt. Vor allem der Nummer zwei, dem holländischen Heineken-Konzern, schwammen die Felle davon. Besser lief es Branchenführer Carlsberg. Feldschlösschen, die Schweizer Tochter der dänischen Firma, konnte ihren Marktanteil erneut steigern (von 42 auf 44 Prozent) und so auch den Umsatz erhöhen. Die führende Brauerei der Schweiz verdiente mit dem Bierverkauf im letzten Jahr deutlich mehr Geld. Ein wichtiger Grund für das Umsatzplus von 3,6 Prozent bei Feldschlösschen ist jedoch die Integration der Biermarken «1664» und «Kronenbourg», die Anfang des letzten Jahres im Zuge der Übernahme von Scottish & Newcastle durch Carlsberg zur Gruppe stiessen. Lässt man diese Übernahme ausser Acht, hat die Firma, die in Rheinfelden, Freiburg und Sitten Bier braut, um 2,0 Prozent zugelegt. Weltweit konnte Carlsberg klar mehr Bier verkaufen. Weil sich der Durchschnittspreis der verkauften Biere verringerte, ging der Umsatz aber zurück. Heineken büsste in der Schweiz derweil 4,4 Prozent des Umsatzes ein. Dank Kosteneinsparungen und eines besseren Produktemixes sei der Gewinn aber gestiegen, gibt der Konzern an, ohne genaue Zahlen mitzuteilen. Zu Heineken Switzerland gehören die Marken Haldengut, Calanda, Ittinger Klosterbräu und seit dem Jahr 2008 die Brauerei Eichhof, deren Integration im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde. Betrachtet man den Weltmarkt, konnte Heineken den Umsatz steigern, obwohl der Konzern weniger Bier verkaufte. Heineken widerfuhr also genau das Gegenteil von dem, was Carlsberg passierte.

**Angst vor dem Alkoholgesetz**
Was die Zukunft angeht, sind die beiden Bierriesen skeptisch. Bei Heineken rechnet man mit einem rückläufigen Bierkonsum in der Schweiz. Auch Feldschlösschen ist für das laufende Jahr zurückhaltend. Und mittelfristig drohten mit dem neuen Alkoholgesetz «weitere unnötige Regulierungen», schreibt die Brauerei in einer Mitteilung. Das Gesetz, das frühestens 2013 in Kraft tritt, befindet sich zurzeit in der Vernehmlassung. Der Bundesrat will damit die Schaffung rechtlicher Grundlagen für gezielte Massnahmen gegen Billigstangebote sowie für zeitlich und örtlich limitierte Alkoholverbote abklären.

#Allgemeines

18. Februar 2010 | Abwechslungsreiche Präsentationen

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Fabienne Meister

Endlich hat das Warten ein Ende. Die Schüler arbeiten seit einem Jahr an ihren Abschlussarbeiten und dürfen diese seit gestern präsentieren. In ihren Präsentationen stellen sie ihr angesammeltes Wissen über ein frei gewähltes Thema der Öffentlichkeit vor. Gemäss Thomas Stamm, einem der drei Prorektoren an der Kantonsschule Schaffhausen, wählten die Schüler am häufigsten Themen aus den Bereichen Geschichte, Geografie, Biologie und Bildnerischems Gestalten. Es gebe jedoch keinen Trend, wie etwa eine auffällige Zahl an Arbeiten über die Wirtschaftskrise. Im Gegenteil, er freut sich über die Vielfalt der Themen der Arbeiten mit einem Umfang zwischen 30 und 50 Seiten. «Naturwissenschaftliche Theorien und historische Analysen sind aber hoch im Kurs», so Stamm. Häufig wird ein Arbeitsfeld ausgesucht, das bereits durch ein Hobby, Familienangehörige oder Freunde bekannt ist.
Diese Arbeit wird heute noch mit den Prädikaten sehr gut, gut oder ungenügend bewertet. Sie gilt jedoch nur bei den Prädikaten sehr gut und gut als angenommen. Das Bestehen dieser umfangreichen Arbeiten ist Bedingung, um zur Schlussklausur zugelassen zu werden. «Zukünftig wird diese Aufgabe für die Abschlussanwärter jedoch keine Hürde mehr darstellen», fügt Stamm hinzu. Die eidgenössischen Richtlinien wurden geändert, und das bisherige Prädikat wird durch Noten ersetzt. Sollten diese dann ungenügend sein, so hat der Schüler die Möglichkeit, diese mit anderen Fächern doppelt zu kompensieren. Die Präsentationen der Maturaarbeiten wie auch selbständigen Arbeiten der Fachmittelschule Schaffhausen sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf der Internetseite der Kantonsschule sind alle Daten für die Präsentationen vermerkt. Als Abschluss findet die Prämierungsveranstaltung mit ausgewählten Arbeiten am 27. Mai um 19.00 Uhr in der Aula der Kantonsschule statt.

#Notizen zu Namen

16. Februar 2010 | BBZ-Lehrer Armin Bösiger geht in Pension

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Ernst Schläpfer, Rektor BBZ Schaffhausen

Wenn nun das neue Semester beginnt, wird ein markantes, das BBZ lange Zeit mitprägendes Gesicht, noch weniger am Lehrertisch auftauchen. Armin Bösiger geht nämlich leicht vorzeitig in Rente. Armin Bösiger, geboren im Mai 1946, verbrachte seine Jugendjahre in Schaffhausen. Nach Abschluss der Kantonsschule besuchte er das Lehrerseminar in Schaffhausen. Eine erste Anstellung als Primarlehrer fand er dann in Wangen im Kanton Schwyz. Nach vierjähriger Tätigkeit als Primarlehrer liess er sich im damals einjährigen Biga-Kurs zum Gewerbeschullehrer ausbilden. Die Praktika absolvierte er übrigens in Schaffhausen unter anderem beim nachher langjährigen Kollegen Hans-Werner Hübscher. Für knapp zwei Jahre unterrichtete er in der Folge an der Gewerbeschule Pfäffikon, bevor er, wie jeder richtige Schaffhauser, wieder in seine Heimatstadt zurückkam. Seit 1974 unterrichtete er nun an der Gewerbeschule Schaffhausen, sozusagen als einer der Felsen in der Brandung, unerschütterlich, obwohl die Schule mehrmals den Namen und auch den Träger wechselte.

**Idealer Allgemeinbildner**
Armin Bösiger ist ein politisch, kulturell, literarisch und an Gesellschaftsfragen vielseitig interessierter Mensch und als solcher natürlich geradezu ein idealer Allgemeinbildner an einer Berufsfachschule. Sein besonderes Anliegen waren aber die formalen Aspekte der deutschen Sprache. Es gab wohl kein Komma und keine unglückliche Satzstellung, die seinem Auge entgingen. Neuerungen und Entwicklungen im deutschen Sprachgebrauch verfolgte er mit ganz besonderem Interesse, und wer wissen wollte, welche Schreibform vom Duden gerade als die richtige deklariert wurde, musste einfach Armin fragen. Armin Bösiger interessierte sich bereits früh für die Berufsmittelschule, da er diese Schulform als eine ideale Ergänzung zur Berufslehre empfand. Im Nachhinein erwarb er sich auch noch die Lehrberechtigung auf dieser Stufe und unterrichtete hier die beiden Fächer Deutsch sowie Wirtschaft und Recht. Als unangefochtener Doyen der ABU-Lehrer (Allgemeinbildender Unterricht) war es eine Selbstverständlichkeit, dass er während Jahren, im Auftrag der Lehrabschlussprüfungskommission, die Aufgabe des Prüfungsleiters ABU übernahm und so verantwortlich dafür war, dass eine ganze Generation von jungen Berufsleuten anspruchsvolle, aber korrekte Lehrabschlussprüfungen in diesem Bereich vorgesetzt bekam.

**Legendärer Freitagsklub**
Durch das Mitmachen im legendären Freitagsklub nahm Armin Bösiger auch einen gewissen Einfluss auf die Schulentwicklung, welcher dann später durch seine langjährige Einsitznahme in der Schulleitung auch offiziell legalisiert wurde. Er prägte das BBZ während Jahren mit, sei es durch seine oft kritischen, aber treffenden Voten in der Schulleitung, sei es allein durch seine prägende Präsenz am Mittagstisch auf «seinem» Platz. In letzter Zeit begann die Gesundheit des Vorzeigelehrers zu kriseln, sodass er gezwungen war, seine Lehrtätigkeit immer mehr einzuschränken. So beendet nun Armin Bösiger auf Ende Wintersemester seine 36-jährige Tätigkeit an der Berufsfachschule unseres Kantons und tritt ins Rentenalter ein. Nun, ganz kann er es noch nicht lassen, er wird nämlich eine Klasse noch zum Lehrabschluss führen. Mit Armin Bösiger verlässt uns eine der prägenden Gestalten unserer Schule. Wir alle und mit uns zwei Generationen von Schaffhauser Berufsleuten sind Armin zu grossem Dank verpflichtet. Wir wünschen ihm noch einige Jahre des Geniessens bei hoffentlich guter Gesundheit und natürlich, dass er noch an manchen Aktivitäten unserer, seiner Schule teilnehmen kann.

#Aktivitas

8. Februar 2010 | Das neue Quartalsprogramm ist online!

[Quartalsprogramm Februar-April](https://www.scaphusia.ch/anlaesse/anlaesse-der-aktivitas/)

#Notizen zu Namen

4. Februar 2010 | Vitrine

Express (Beilage) Schaffhauser Nachrichten, Vitrine

Liebe Tina, lieber Marco

zu Eurem 1. Hochzeitstag am 6. Februar 2010
Geht allezeit im gleichen Schritt;
dann gehen Glück und Liebe mit!
Meine besten Wünsche mögen Euch auf diesem Weg begleiten!

In Liebe
Eure Trauzeugin Andrea

#Notizen zu Namen

3. Februar 2010 | Rektor Eduard Looser verlässt die PHSH

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Rosmarie Widmer Gysel, Regierungsrätin, Vorsteherin des Erziehungsdepartements

Als am 1. Februar 2010 frühmorgens wie immer die Türen der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen (PHSH) ge-öffnet wurden, um Studierende, Dozierende und Mitarbeitende von Verwaltung und Didaktischem Zentrum einzulassen, war Eduard Looser erstmals seit 37 Jahren nicht mehr unter ihnen. Er, der im Jahre 1973 als Lehrbeauftragter für Pädagogik, Psychologie, Didaktik und Heilpädagogik seine langjährige Karriere als Dozent am Oberseminar Schaffhausen begann und diese als Hauptlehrer, Leiter der berufspraktischen Ausbildung, Leiter des Pädagogischen Seminars Schaffhausen und schliesslich als Gründungsrektor der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen weiterführte, hat an jenem Tag den sogenannt entscheidenden Schritt in eine neue, hoffentlich für ihn wiederum spannende Lebensphase begonnen: Er ist in den Ruhestand übergetreten, nachdem er die Leitung der von ihm mit grossem persönlichem Engagement mit aufgebauten und geführten einzigen Hochschule des Kantons Schaffhausen an seinen Nachfolger Thomas Meinen übergeben hatte.
Eduard Looser gilt nicht nur in der Region als ausgewiesener Kenner der Lehrpersonenbildung. Wer sich in der einschlägigen Szene schweizweit oder auch im süddeutschen Raum auskennt und bewegt, wird schnell feststellen, dass Eduard Looser als Rektor der PHSH und damit als Verantwortlicher einer wichtigen Bildungsinstitution unseres Kantons zu denjenigen Persönlichkeiten gehört, die man nicht nur kennt, sondern auf die man hört und deren Wort Beachtung geschenkt wird, weil sie effektiv Substanzielles im fachlichen Diskurs beizutragen haben. Eduard Looser weiss, dass nebst einem soliden theoretischen Rüstzeug das praktische Können von eminenter Bedeutung ist für jede erfolgreiche Tätigkeit als Lehrperson in Schule und Klassenzimmer. Er hat daher unter anderem der berufspraktischen Ausbildung das ihr gebührende Augenmerk auch nach der Überführung des Pädagogischen Seminars in eine Hochschule geschenkt, was sich nachhaltig positiv auf die Marktfähigkeit der die Schaffhauser PH absolvierenden Studierenden ausgewirkt hat: Sie sind über die Kantonsgrenzen hinaus gefragt und gelten als in jeder Hinsicht gut vorbereitet für die Erfüllung ihres Lehrauftrages. Eduard Looser hat mit seiner Person und mit seiner Persönlichkeit die Schaffhauser Lehrpersonenbildung mehr als nur geprägt. Er hat sie geformt, verändert, neu gestaltet und positioniert – gut positioniert. Er hat es immer verstanden, Dozierende, Mitarbeitende und Studierende zu motivieren, wobei er der Vermittlung der Freude am Beruf stets einen grossen Stellenwert zugemessen hat. Gerade darin mag auch ein Teil seines Erfolges begründet sein. Bestimmt ist indessen ein weiterer Grund für eine ihm noch nach jahrelanger Tätigkeit unverändert wichtig gebliebene Aufgabe in seiner Berufung zu finden. Der Regierungsrat des Kantons Schaffhausen dankt Eduard Looser herzlich für seinen grossen Einsatz und die zuverlässige, kompetente Erfüllung seines Amtes als Rektor der PHSH wie auch für seine Tätigkeit in den interkantonalen Gremien und Fachgruppen. Es mögen ihm zahlreiche neue Herausforderungen beschieden sein, die es ihm ermöglichen, seine Kompetenzen und seine Persönlichkeit einzubringen. Wir wünschen ihm in diesem Sinne für seine Zukunft nur das Beste!