#Allgemeines

8. März 2011 | Das letzte Glas in der alten «Tanne»

Schaffhauser Nachrichten, Schaffhausen / Neuhausen
Martin Schweizer

Die über Schaffhausen hinaus bekannte und beliebte Wirtsstube war seit bald fünfzehn Jahren nur noch am Samstagvormittag, ab halb zehn bis zwölf Uhr, geöffnet. Ein Stammgast, meist Albert Ineichen, holte jeweils den Wein aus dem Keller, Fräulein Zimmermann machte den Service – bis, ja, bis am vergangenen Samstag, als den Gästen ohne Vorwarnung mitgeteilt wurde, dass die Wirtschaft fortan definitiv geschlossen bleiben würde.

**Alles hat ein Ende**
Es musste eines Tages so kommen, Margrit Zimmermann, die sich bis heute gern altmodisch mit «Fräulein» anreden lässt, hat Beschwerden; sie ist nicht mehr so gelenkig und so flott auf den Beinen wie einst im Mai, was in ihrem Alter nicht wirklich verwundern kann. Trotzdem zeigten sich die meisten Gäste, die treuen und die sporadisch auftauchenden, überrascht und konsterniert, dass nun alles ein Ende haben soll.
Eine «Hiobsbotschaft» seis gewesen, sagte ein Gast und sprach aus, was wohl viele Besucher des schlichten und irgendwie zeitlos wirkenden Lokals dachten. Man gewöhnt sich eben an regelmässige Zusammenkünfte mit vertrauten Gesichtern, an gesellige Stammtische, die manchmal den Charakter von Ritualen bekommen. Das Bedauern über die Schliessung der «Tanne» war deshalb gross, wie auch Fotograf Rolf Wessendorf am Samstag beim letzten Glas feststellen konnte.

**Kein Rummel um Person**
Er hat die «Tanne» und ihre Gäste über Jahre hinweg begleitet und porträtiert. Ein langjähriger Gast und Freund der Gastgeberin war auch Ernst Rahm-Kunz, der gestern am Telefon von allzu grosser Publizität abriet, Margrit Zimmermann schätze den Rummel um ihre Person nicht. Tatsächlich ist die bald 93-jährige Wirtin bekannt als eine bescheidene, zurückhaltende und zugleich liebenswürdige Person, die nie im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen wollte. Andererseits ist die von der Familie Zimmermann seit 1912 geführte «Tanne» in Schaffhausen mittlerweile eine Institution, die man nicht übersehen kann – und nicht ignorieren darf, zumal die Stadt Schaffhausen eine Option auf die altehrwürdige Liegenschaft hat.

**Kleine Leibrente**
Laut einem bereits 1998 abgeschlossenen Vertrag wird die Stadt Besitzerin der «Tanne», sobald Margrit Zimmermann, die keine erbberechtigte Nachkommen hat, das Haus verlässt – eine grosszügige Geste. Die Stadt hat sich im Gegenzug verpflichtet, Fräulein Zimmermann eine kleine Leibrente auszurichten. Eine weitere Klausel besagt, dass die Einwohnergemeinde das «historische Cachet» des Hauses auch nach der Schliessung des Restaurants erhalten muss.

**Nicht ins Altersheim**
Wie das geschehen soll, ist offen – und muss im Moment auch nicht entschieden werden. Denn Gewährsleute wollen wissen, dass Fräulein Zimmermann noch keineswegs beabsichtigt, ins Altersheim zu ziehen. Vorläufig wohnt sie weiterhin an der Tanne, und das, so ist zu hoffen, noch lange über ihren jetzt erlangten und wohlverdienten Ruhestand hinaus.



Nicht nur die Stammgäste waren treu, auch sie hielt ihren Gästen über Jahre und Jahrzehnte die Treue: Fräulein Zimmermann, die bescheidene und liebenswürdige Wirtin der «Tanne», die am Samstag das letzte Glas ausschenkte.
Archivbild Bruno Bührer

#Allgemeines

7. März 2011 | “weggeschaut”

Die Beiträge des Kurzfilmwettbewerbs der Stiftung “Scaphusia-Preis” “weggeschaut” sind nun auf den Internetseiten der Kantonsschule Schaffhausen verfügbar: http://kanti.ch/Weggeschaut.10183.0.html.

Siehe auch den Bericht im “Litteris et Amicitiae” 1-2011.

#Notizen zu Namen

3. März 2011 | Dr. David R. Wenger v/o Verus

Verus unterrichtet seit dem 1. Januar 2011 an der deutschsprachigen Andrássy-Universität (http://www.andrassyuni.eu) in Budapest Völkerrecht, Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie.
Scaphusianische Studenten der Rechtswissenschaften sind herzlich eingeladen, bei ihm im Rahmen des Erasmus-Programms einige Austausch-Semester zu verbringen.
Die Universität bietet auch einen LL.M.-Lehrgang an.
Weitere Informationen finden sich unter Website der Universität.

Dr. David R. Wenger, LL.M.
Professur für Völkerrecht und Öffentliches Recht
Andrássy Universität, Budapest

Dr. Wenger, geboren 1974, studierte Theologie und Rechtswissenschaften an den Universitäten von Zürich, Freiburg i.Ue. und Rom, war Zentralpräsident des Schweizerischen Studentenvereins und arbeitete von 2002 bis 2004 als Assistent am Lehrstuhl für Zivilrecht und allgemeine Einführung der Universität Freiburg i.Ue. Als Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds verbrachte er einen Forschungsaufenthalt am Max Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte und absolvierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main ein LL.M.-Studium. Er publizierte zum Öffentlichen Recht, zur Rechtsphilosophie und politischen Philosophie, versah im Wintersemester 2007 an der Universität Freiburg i.Ue. einen Lehrauftrag zur Rechtsetzungslehre und promovierte 2010 daselbst über «Idealismus und Recht». Zuletzt beriet Dr. Wenger als wissenschaftlicher Mitarbeiter Abgeordnete des schweizerischen Bundesparlaments in den Kommissionen für Staatspolitik, Aussenpolitik und Rechtsfragen. Seit dem Sommersemester 2011 unterrichtet Dr. Wenger an der Andrássy Universität Budapest.

Forschungsschwerpunkte:
Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Öffentlichen Recht, in der Staatstheorie und Rechtsphilosophie.

#Allgemeines

3. März 2011 | Nachgefragt

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Interview: Erwin Künzi

Am letzten Samstag hat die Kantonsschule Schaffhausen im Rahmen des Alumnitags als erste Schule in der Schweiz alle, die vor einem Jahr bei ihr die Maturitätsprüfung abgelegt hatten, eingeladen und erhob per Fragebogen ihre Erfahrungen an der Schule (siehe SN vom 28. Februar). Aus diesem Anlass erklärte Rektor Urs Saxer: «Wir haben die teuersten Maturanden der Schweiz.»

*Urs Saxer, wie kommen Sie zu dieser Aussage?*
Saxer: Im jüngsten Bildungsbericht 2010 wird der Kanton Schaffhausen mit den höchsten durchschnittlichen Ausgaben pro Schüler im Gymnasium aufgeführt (Zahlen 2005), nämlich mit rund 25000 Franken pro Jahr. Das heisst, im Jahr 2005 haben wir auf der «Inputseite» von allen Kantonen in der Schweiz am meisten in unsere Kantonsschüler investiert.

*Was sind die Gründe dafür, dass Schaffhausen diesen Spitzenplatz belegt?*
Saxer: Die Differenzen zwischen dem «teuersten» Kanton (Schaffhausen) und dem «billigsten» (Waadt) sind enorm (60 Prozent der Durchschnittskosten) und lassen sich – gemäss den Autoren des Bildungsberichts – auch nicht einfach erklären. Es stehen verschiedene Vermutungen im Raum, der einzige Faktor in einem messbaren Zusammenhang mit den Ausgaben ist die Zahl der Lektionen pro Jahr. Und hier ist der Kanton Schaffhausen auch Spitzenreiter: Mit knapp 1500 Lektionen pro Jahr erhalten die Schülerinnen und Schüler an der Kantonsschule am meisten Unterrichtszeit geboten.

*Leiten Sie aus diesem Spitzenbetrag einen Handlungsbedarf ab?*
Saxer: Aus meiner Sicht besteht permanenter Handlungsbedarf in dem Sinne, dass man die Ergebnisse dieser Investitionen («Outputseite») genau im Auge behalten muss. Und das ist nicht ganz einfach. Wir bemühen uns im Rahmen unserer Alumnitage, die Erfahrungen unserer Abgängerinnen und Abgänger einzuholen. Dazu haben wir mit den Autoren des Bildungsberichts 2010 eine Längsschnittbefragung ausgearbeitet. Dabei wollen wir Rückmeldungen zu den erworbenen Kompetenzen an der Kantonsschule Schaffhausen und deren Stellenwert in weiterführenden Ausbildungsgängen ermitteln, um Rückschlüsse auf Qualität, Angemessenheit und Effizienz unseres Unterrichts ziehen zu können. Entscheidend ist schliesslich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Und wir wollen bei den Leistungen zu den Besten gehören.

#Notizen zu Namen

3. März 2011 | Panathlonpreis an Plüss / Kessler

Schaffhauser Nachrichten
(pd)

Der Panathlon-Club Schaffhausen verleiht traditionsgemäss den Panathlonpreis an erfolgreiche Sportler aus der Region an einem öffentlichen Anlass im Park Casino, der am Donnerstagabend ab 19 Uhr stattfindet. Diese grosse Ehre kommt diesmal den Ruder-Juniorenweltmeistern Alex Plüss und Markus Kessler zu. Die Auszeichnung ist nicht unverdient, an den Trials des Schweizerischen Ruderverbandes (SRV) waren sie beste Junioren und wurden zusammen mit zwei Romands in einem SRV-Vierer-Projekt auf die WM vorbereitet. In München fand der erste erfolgreiche Einsatz der SRV-Crew statt. Die beiden Athleten des Ruderclubs Schaffhausen blieben in der Saison 2010 im U-19-Zweier ohne Steuermann in der Saison ungeschlagen und brachten den U-19-SM-Titel nach Schaffhausen.

An der internationalen Regatta Bled (Sln) konnten sie im Zweier o. Stm. sowie im SRV-Vierer o. Stm. drei Siege feiern. Nationalcoach Simon Cox setzte mit den schweren und «langen» Athleten für die WM in Roudnice bei Prag (Tsch) auf die Karte Vierer mit Stm. Mit Erfolg, denn in allen Rennen, vom Vorlauf über den Halbfinal, blieb das Schweizer Quartett ungeschlagen und startete im Final als Favorit. Weder die Deutschen noch die Briten als Titelverteidiger, beides Boote aus grossen Rudernationen, hatten das Finale erreicht. Vom Start weg setzte sich das Boot aus der Schweiz im Rennen um Gold an die Spitze und ruderte vor Italien und Australien, Neuseeland, USA und der Ukraine einen souveränen Sieg heraus. Nach 16 Jahren Durststrecke wieder eine Goldmedaille für den Schweizer Rudersport.

#Allgemeines

28. Februar 2011 | Die Schaffhauser Kanti geht neue Wege

Schaffhauser Nachrichten, Die andere Seite
Alfred Wüger

«Wir haben die teuersten Maturanden der Schweiz», sagte Urs Saxer in seiner Begrüssung der jungen Frauen und Männer, die vor knapp einem Jahr die Maturitätsprüfung abgelegt haben, «aber wir bieten auch mit Abstand am meisten Unterrichtsstunden an.» Und das sei gut so, denn: «Je mehr Lektionen, desto besser die PISA-Werte.» Dennoch könne die Kanti nicht einfach weitermachen wie bisher, denn im Umgang mit Bildungspolitikern brauche es handfeste Argumente. Deshalb die Befragung Ehemaliger. Die Schaffhauser Kanti ist schweizweit die erste Schule, die das tut. Ziel: «Wir wollen euch fragen, was wir besser machen können. Ihr könnt das am besten beurteilen.» Und dann sassen die Ehemaligen in ihren ehemaligen Schulzimmern und füllten den Fragebogen aus. Anabel Da Pra, angehende Religionswissenschaftlerin: «Wir tragen Verantwortung für kommende Schülergenerationen.» Johanna Mattern und Carola Schabert, die zurzeit im Service arbeitet, pflichten bei. Ohne grosse Motivation füllen Leonie Eaton und die künftigen Medizinstudierenden Aline Bürgin und Gianluca Di Deo den Fragebogen aus: «Dieser Alumni-Tag ist wie eine Klassenzusammenkunft, die wir nicht selber organisieren mussten.» Christoph Werner findet den Fragebogen gut. «Es hat bis jetzt noch nie jemand gefragt, wie wir die Schule finden.» Die Naturwissenschaften seien sehr gut aufgestellt, finden Andri Weber und auch der Biochemiestudent Jonas Fischer. Die Wahl der Studienrichtung hänge von den schulischen Fähigkeiten, der familiären Herkunft, dem sozialen Umfeld, persönlichen Motiven sowie allenfalls einer Kosten-Nutzen-Rechnung ab, hatte Urs Saxer gesagt, der selber auch einmal die Studienrichtung gewechselt hat. Und Prorektor Thomas Stamm: «Der Druck auf die Schule darf uns nicht einengen.» Eine umfassende Bildung ist eben nur in Freiheit möglich.

#Notizen zu Namen

24. Februar 2011 | AL tritt mit Susi Stühlinger und Till Aders an

Schaffhauser Nachrichten, Region
(ek)

Die Alternative Liste Schaffhausen (AL) wird bei den Nationalratswahlen am 23. Oktober mit einer eigenen Liste antreten. Das hat die AL-Mitgliederversammlung am Montag beschlossen. Auf der ersten Linie der Liste steht Susi Stühlinger, auf der zweiten Till Aders.
Susi Stühlinger (Jahrgang 1985) ist als Journalistin bei der «Schaffhauser AZ» tätig und absolviert zurzeit die Diplomausbildung Journalismus am Medienausbildungs-Zentrum (MAZ) in Luzern. Sie ist im Schaffhauser Kulturleben aktiv, so als Mitinitiantin des Schaffhauser Jungdichterwettstreits und als Poetry-Slam-Autorin. Till Aders (1987) studiert Geografie an der Universität Zürich und Kartografie an der ETH, ebenfalls in Zürich. Nebenbei ar-beitet er als Velokurier. Aders präsidiert seit zwei Jahren die AL. Er schreibt im AL-Parteiorgan «Lappi tue dAuge uf» und ist Delegierter des Schaffhauser Gewerkschaftsbundes für den VPOD.

Listenverbindung mit SP
«Die Kandidatur soll das links-grüne Lager stärken und mithelfen, einen starken Gegenpol zur bürgerlichen Umverteilungspolitik im Interesse der Reichen und Superreichen zu setzen.» heisst es in einer Mitteilung der AL. Diese hat sich als Minimalziel einen Wähleranteil von über 5 Prozent gesetzt, betrachtet aber 8 Prozent als erreichbar. Nach eigenen Angaben steht ihr nach heutigem Stand ein Wahlkampfbudget von rund 11000 Franken zur Verfügung. Bereits beschlossen ist, erklärte AL-Wahlkampfleiter Andi Kunz gegenüber den Schaffhauser Nachrichten, eine Listenverbindung mit der Liste der Sozialdemokratischen Partei. Auf dieser kandidieren Nationalrat Hans-Jürg Fehr und SP-Kantonalpräsidentin und Kantonsrätin Martina Munz.

#Notizen zu Namen

23. Februar 2011 | Hausgemachte Energie mit Biss

Schaffhauser Nachrichten, Kultur
Diana Zucca

In anderen Teilen der Schweiz entfalten feenhafte Popblumen ihre Blüten, mischen bärtige Mundart-Rapper einen breitbandkompatiblen Cocktail. Im Nordosten hingegen fliegen die Fetzen. Seit den Achtzigerjahren pflegt die Munotstadt eine saubere Punk- und Garage-Kultur, die sich nicht etwa auf ihren Lorbeeren ausruht, sondern stets gesunden Nachwuchs produziert. Zum Beispiel Plain Zest. Der Sound der vier jungen Schaffhauser sitzt wie eine Ohrfeige. Fletscht die Zähne und beisst wie grüner Meerrettich. Der Titel ihres Ende Februar erscheinenden zweiten Albums «We hungry» ist Programm. Wer hungrig ist, ist wütend, und Wut brandet einem vom ersten Riff bis zum letzten Akkord entgegen. Kompromisslos wird drauflos gebrettert. Plain Zest verplempern ihre Zeit nicht damit, an Arrangements rumzufeilen oder Soli auszubauen. Geschönt wird nichts, dafür tight gespielt und authentischer Druck aufgebaut. Die Songs sind kurz und schmerzlos. Die Riffs kantenscharf. Man hört förmlich das Board über den Asphalt knallen. In einem Affenzahn davonsausen. Derweil der Wutschrei des Skaters durch die Gassen hallt.

**Neue Selbstsicherheit**
Angebrüllt wird, wogegen in diesem Genre angebrüllt werden muss; gegen Vereinnahmung, Fremdbestimmung, tödliche Routine (repetition kills and I don’t want to die), gegen Verdummung (what’s in your head, beside that crap?), sinnlosen Hass. Diesem setzen die Jungs ihren Biss und Schwung entgegen (keep your hate, we got the zest). Und auch die Lebensfreude, die der Begriff «Zest» beinhaltet, schimmert durch in der für eine Schaffhauser Band fast unumgänglichen Reminiszenz an ihren geliebten Fluss. Ansonsten werden auf «We hungry» im Millisekundentakt Phrasierungen über die Riffs gespuckt. Zehn ganze Songs lang. Remo Furger ist ein starker Sänger, der problemlos dem Druck der Band standhält und mit Verve und Charakter führt. Markant ist auch das wuchtige, dennoch bewegliche Schlagzeug Gregor Spitzers, seit der Gründung 2004 mit dabei. Überzeugende Saitenarbeit leisten wiederum Furger am Bass sowie Alexander Norring und Elia Schneider an den Gitarren, mit wohlwollender Unterstützung der Altväter Marshall und Hiwatt. Den mitreissenden, rauen Charme dieser Band bestimmen jedoch nicht die einzelnen, virtuosen Elemente, sondern deren Verschmelzung zu einem energiegeladenen Motor. Im Vergleich zum 2008 erschienenen Erstling «Balls Full of Explosives» besitzt «We hungry» mehr Tiefe. Die Band ist selbstsicherer und aussagekräftiger geworden, bricht Strophe-Refrain-Muster auf, spielt mit Rhythmuswechseln, zeigt Konturen. Obwohl die Einflüsse von Bands wie Black Flag, Good Riddance und den Peacocks hörbar sind, sind Plain Zest eine eigenständige Band. Eine Band, die Punk nicht nur als Pose, sondern als Lebenshaltung versteht. «We hungry» ist der ideale Soundtrack für Leute, die hungrig und wütend sind und es bleiben wollen.

Plain Zest «We hungry» Eigenvertrieb, erscheint Ende Februar, 2011 (myspace.com/plainzest).


Jung, hungrig und wütend: Die Schaffhauser Band Plain Zest legt mit «We hungry» ihr zweites Album vor.
Bild pd

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22. Februar 2011 | Schweizer Bierbrauer unter Druck

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Reto Wäckerli

Rheinfelden Feldschlösschen hat eigentlich keinen Grund zum Klagen. Beinahe jedes zweite Bier, das in der Schweiz getrunken wird, reifte in einem Gärtank des Schweizer Marktführers. Und doch herrscht leichte Katerstimmung: Der Bierumsatz in Franken ging letztes Jahr um 1,7 Prozent zurück; die verkaufte Menge in Litern reduzierte sich um 0,3 Prozent. Detailliertere Zahlen veröffentlicht das Tochterunternehmen des dänischen Carlsberg-Konzerns nicht. Ähnlich durchzogen tönt es bei Heineken Switzerland, der Nummer zwei im Schweizer Markt: Der Umsatz mit den drei Kernmarken Eichhof, Calanda und Haldengut war laut einer Sprecherin leicht rückläufig; besser gelaufen sei hingegen der Verkauf der Sorten Heineken, Ittinger Klosterbräu sowie Desperados.
Die Katerstimmung bei den beiden Marktführern überrascht. Denn insgesamt wurde 2010 in der Schweiz volumenmässig ein Prozent mehr Bier verkauft als im Vorjahr. Allerdings konnten die einheimischen Brauereien – und dazu zählen auch die Schweizer Tochtergesellschaften der globalen Giganten Carlsberg und Heineken – 0,5 Prozent weniger Bier absetzen. Der Import von ausländischem Bier nahm hingegen um 6,7 Prozent zu. Mittlerweile kommt jedes fünfte Bier, das in der Schweiz getrunken wird, aus dem Ausland. Vor zehn Jahren war es erst jedes siebte. «Das macht uns zu schaffen», sagt Feldschlösschen-Sprecher Markus Werner. Bei Feldschlösschen erklärt man sich die Zunahme der Importe unter anderem mit den Überkapazitäten bei den deutschen Brauereien. «Um ihre Anlagen auszulasten, brauen sie eine zu grosse Menge – und setzen diese dann zu einem tiefen Preis in der Schweiz ab», sagt Werner. «Über 50 Prozent des importierten Biers ist Dosenbier – also vielfach Billigbier», sagt auch Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbands. Dieses Bier werde vor allem über den Detailhandel verkauft, der als Absatzkanal immer wichtiger werde. «Dort folgt Tiefpreisaktion auf Tiefpreisaktion.»

**Der Stammtisch stirbt aus**
In den Restaurants, die traditionellerweise Schweizer Gerstensaft ausschenken, werde hingegen weniger Bier verkauft. «Die Rauchverbote und die angespannte Wirtschaftslage zeigen Wirkung», sagt Kreber. Unter Druck sei das Schweizer Bier aber auch, weil die Generation der Stammtisch-Biertrinker am Aussterben sei. Hinzu kämen die Einwanderer: «Es kann ihnen niemand verübeln, dass sie auch in der Schweiz ihr bisheriges Lieblingsgetränk aus der Heimat trinken wollen.» Dieser Prozess werde von den Detailhändlern unterstützt, indem sie etwa Bier aus dem Balkan importierten. Die Schweizer Brauer hoffen, dass sich das Blatt wendet: Ein Vorteil sei, dass in der Schweiz seit einem Jahr TV-Werbung für Bier geschaltet werden dürfe. «Das war für uns bis anhin ein Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz aus Deutschland, die im deutschen Fernsehen vor jeder Sportsendung auf ihre Produkte hinweisen konnte.» Ausserdem verweist Marcel Kreber auf «die stattliche Biervielfalt» in der Schweiz. Die 16 Brauereien, die beim Brauerei-Verband Mitglied seien, hätten über 300 verschiedene Biermarken im Sortiment. «Diese Vielfalt gilt es zu entdecken.» Denn eines ist für Kreber keine Frage: Der Rückgang des Schweizer Biers gegenüber dem ausländischen habe nichts mit der mangelnden Qualität des einheimischen Gerstensafts zu tun: «Unsere Braukultur hat Tradition.»

#Allgemeines

22. Februar 2011 | Kopieren/einfügen an der Kanti

Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Jung

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen den deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der bei seiner Doktorarbeit mehrere Textteile undeklariert übernommen haben soll, wird derzeit wieder intensiv über Plagiarismus diskutiert – wenn Verfasser von wissenschaftlichen Texten Ideen und Formulierungen übernehmen, ohne die Quelle anzugeben. Wir haben uns erkundigt, wie das Berufsbildungszentrum (BBZ) und die Kantonsschule damit umgehen.
«In einer Schule wie der unseren wird mit nichts anderem gearbeitet, als mit geistigem Eigentum von anderen», erklärte Ernst Schläpfer, Rektor des BBZ. Schläpfer geht davon aus, dass abgekupferte Passagen in Arbeiten regelmässig vorkommen, sieht dies jedoch auch als Teil des Lernprozesses. Schlimm sei es, wenn ganze Seiten oder Kapitel ohne Quellenangabe verwendet würden. Solch grosse Abschnitte seien aber oft relativ leicht erkennbar, weil sie sich sprachlich vom Rest abheben. Falls im Internet abrufbar, liessen sich solche Teile auch relativ einfach von der Lehrperson bestimmen. «In solchen Fällen gibt es Notenabzug oder – das finde ich weit empfehlenswerter – sogar die Rückweisung der Arbeit», so Schläpfer. Speziell heikel ist die Frage des Plagiats bei der Matura-Arbeit zum Abschluss der Kantonsschule, weil Aufwand und Anspruch hoch sind. In Paragraf 30 der Promotions- und Maturitätsverordnung heisst es: «Schülerinnen und Schüler, denen ein Plagiat oder die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel nachgewiesen wird, werden nicht zur Maturitätsprüfung zugelassen.» An der Kanti gab es seit Einführung der Matura-Arbeit vor zehn Jahren bisher aber nur einen konkreten Plagiatsvorwurf. Obwohl dieser vom Schüler abgestritten wurde, konnte das Plagiat nach dem Einreichen der Arbeit nachgewiesen werden. «In diesem Fall wurde der Schüler aufgrund der expliziten Lüge von der Kantonsschule ausgeschlossen», erklärte Rektor Urs Saxer. Wie die Zeitung «Sonntag» berichtete, verwenden immer mehr Gymnasien eine Anti-Plagiats-Software zur Überprüfung von Matura-Arbeiten, etwa in den Kantonen Zürich und Thurgau. Angesichts der intensiven Betreuung an der Kanti Schaffhausen seien solche technischen Mittel in Schaffhausen aber nicht nötig, findet Saxer: «Aufgrund unseres Betreuungskonzepts drängt sich ein Einsatz einer entsprechenden Software aus meiner Sicht nicht auf», erklärte der Kanti-Rektor. So verzichtet die Schule bei der Bewertung von Matura-Arbeiten auf eine standardisierte elektronische Kontrolle. «Diese Arbeiten werden sehr eng betreut», erklärte Saxer. Durch die regelmässigen Zwischenbesprechungen sei die Entstehung der Arbeiten gut einsehbar. «Insofern können wir bereits während des Entstehungsprozesses allfällige Passagen, welche vermutlich nicht korrekt zitiert werden, direkt ansprechen», so Saxer.

#Notizen zu Namen

22. Februar 2011 | Neues zu Namen

Schaffhauser Bock

Felix Graf aus Schaffhausen, Kurator im Landesmueseum in Zürich, plauderte am Donnerstag während eines Referates in Stein am Rhein aus dem Nähkästchen. Er ist Mitglied einer Gruppe die im Auftrag des Stiftungsrates der Jakob-und-Emma-Windler-Stiftung eine Expertise über das in Stein am Rhein umstrittene Spielzeugmuseum erstellt. Graf erwähnte, dass man als neuen Standort die «Obere Stube» vorgeschlagen habe. Diese ist im Besitz von Charles Balsiger.

#Notizen zu Namen

22. Februar 2011 | Die Krux mit der «Hamolstellung» – Landesmuseen besitzen rund 400 Objekte aus Stein am Rhein

Schaffhauser Bock
Peter Spirig

Am Donnerstag konnte Brigitte Flum namens der Volkshochschule Stein am Rhein (VHS) zahlreiche Gäste im Steiner Jakob-und-Emma-Windler-Saal begrüssen. Sie wurden eingeladen einen Blick auf Steiner Objekte in den Landesmuseen zu werfen. Dass dies möglich wurde ist Christian Birchmeier zu verdanken. Dieser hatte die Idee Felix Graf einzuladen. Er ist Kurator und Mitglied der Geschäftsleitung der schweizerischen Landesmuseen. Felix Graf freute sich darüber, einige Steiner Kostbarkeiten, die sich im Besitz der Museen befinden, auf der Leinwand präsentieren zu können. Freude auch, weil er den Vortrag in jener Stadt halten konnte,in der er aufgewachsen ist. Zudem darum, weil er unter den Zuhörern ihm bekannte Gesichter entdeckte. Gleich zu Beginn erwähnte er, dass die Steiner zum Besuch des Zürcher Landesmuseums eingeladen sind – auch die VHS.

**Steiner Kabinettscheibe**
Rund vierhundert Objekte des Landesmuseums stammen aus Stein am Rhein. Darunter der erste Skischuh mit Schnallen. Hergestellt wurde er in der Schuhfabrik Henke. Im Besitz der Landesmuseen unter anderem auch ein Küchenschrank, ein Altarbild und eine Grabplatte aus Stein am Rhein. Unter den weiteren Perlen ein Plakat mit einer Frau in «Hamolstellung». Bei «Hamol» handelte es sich um eine Sonnenschutzcrème, die in Stein am Rhein erfunden wurde. Zu sehen ist eine Frau mit brauner Haut und Bikini. Das Plakat wurde in den Fünfzigerjahren vielerorts als unmoralisch taxiert. Im Landesmuseum befindet sich auch eine Kabinettscheibe die für Stein am Rhein angefertigt wurde.

**Erste Dietiker-Stühle**
Unter den Besonderheiten zudem das Design der ersten Stühle der Firma Dietiker. Sie stammen von Edlef Bandixen der selbst in den Zuschauerreihen sass. Noch aber sucht Felix Graf einige Sachen. So ein Hamol-Fläschchen mit Inhalt und das Dietiker-Stuhl-Modell «Saffa». Es ist ein Klassiker der Fünfzigerjahre. Gesucht werden zudem die Modelle «Rey» und «Santo». Auch Zuhörer Karl Hirrlinger gab bekannt, etwas zu suchen. Dem Protokoll habe er entnommen, dass dem Landesmuseeum leihweise eine Steiner Tracht übergeben wurde. Zurück gegeben wurde sie bisher nicht. Felix Graf versprach, sich der Sache anzunehmen.



Felix Graf präsentiert den ersten Skischuh mit Schnallen – hergestellt in der Steiner Schuhfabrik Henke.
Bild: Peter Spirig

#Notizen zu Namen

19. Februar 2011 | Von Hamol bis zum Abendmahlbild

Schaffhauser Nachrichten
Mark Schiesser

820 000 Objekte umfasst die Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums. Rund 400 davon weisen einen direkten Bezug zu Stein am Rhein auf, vom Küchenschrank aus dem 17. Jahrhundert bis hin zum Henke-Schnallenskischuh. Die Tatsache, dass das Landesmuseum in Zürich zum meist besuchten historischen Museum der Schweiz gehört, hat man vielleicht schon irgendwo gelesen oder gehört. Dass dieses zahlreiche helvetische Errungenschaften mit direktem Bezug zu Stein am Rhein beherbergt, war manchem erst nach dem von der Volkshochschule Stein am Rhein organisierten Vortrag mit dem Kurator des Landesmuseums Zürich, Felix Graf, klar.

Steiner Errungenschaften
Der in Stein am Rhein aufgewachsene und in Schaffhausen beheimatete Referent konnte am Donnerstag die meisten der zahlreichen Besucher persönlich und mit Namen begrüssen. Nach einer einführenden Erklärung über die Aufgabe des Schweizerischen Landesmuseums, unter dessen Dach die vier Museen Landesmuseum Zürich, Château de Prangins, das Forum Schweizer Geschichte Schwyz sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis vereint sind, konnte Felix Graf bereits den ersten Bezug zu Stein am Rhein herstellen. In einer 1889 erschienenen Broschüre machte der Steiner Bürger Ferdinand Vetter, Professor für Germanistik an der Universität Bern, auf die heikle Verwendung des Begriffes «national» in Bezug auf das Landesmuseum aufmerksam. Schon damals hatte das Landesmuseum Zürich die Funktion des Schweizerischen Nationalmuseums. Als besonders schönes Beispiel einer «helvetischen Errungenschaft» entpuppte sich das Sonnenschutzmittel Hamol auf dem ersten Werbeplakat aus dem Jahre 1951. Aus einer anderen Zeit stammt die Grabplatte eines 1386 in Sempach gefallenen «Herrn von Klingen». «Sie gehört zu den Topsammelstücken des Nationalmuseums und gilt als hervorragendes und wichtiges Bilddokument eines Ritters in der Zeit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts», erklärte Felix Graf. Die Tatsache, dass Stein im 15. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Hafnerei war und die Dietiker AG als erste Fabrik in der Schweiz im grossen Stil Designerstühle industriell fertigte – als Beispiel gilt der Bankstuhl von Willi Guhl –, trug zum spannenden Einblick ins Landesmuseum bei. Das Abendmahlbild, eine frühzeitliche Wappenscheibe, oder die Kassettendecke aus dem «Mittleren Hof» sind weitere historische Streiflichter, die man beim nächsten Besuch im Landesmuseum bestimmt näher betrachten wird.

*Landesmuseum Zürich Der Stand der Dinge Das 1898 nach Plänen von Gustav Gull erbaute Schweizerische Landesmuseum in Zürich wird saniert und erneuert. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 241 Millionen Franken. Davon entfallen 111 Millionen auf einen geplanten Erweiterungsbau. Am 13. Februar hat das Stimmvolk einem kantonalen Beitrag von 20 Millionen Franken zugestimmt.*

Felix Graf, der Kurator mit Steiner Wurzeln, wies in seinem Vortrag unter anderem auf die Wichtigkeit eines zeitgemässen und zukunftsorientierten Museums- und Ausstellungsbetriebes hin.



Auch Christoph Buff und Edlef Bandixen genossen das spannende Referat von Kurator Felix Graf (von links).
Bild Mark Schiesser

#Notizen zu Namen

18. Februar 2011 | Viel Herzblut ins Museum gesteckt

Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Reiat
Hans-Caspar Ryser

Wie für so viele Gegenstände und Zeugen vergangener Zeiten, welche er liebevoll gehegt, gepflegt und ausgestellt hat, sei die Zeit als Museumsverwalter für ihn nun endgültig abgelaufen. In all den Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit habe er nun genug für die Allgemeinheit geleistet.
So resümiert ein etwas nachdenklicher Hans Wäschle, seit dem Jahr 2000 engagierter Museumsverwalter von Beringen, die Beweggründe für seinen Rücktritt. Mit 69 Jahren habe er zudem ein Alter erreicht, wo man ohne schlechtes Gewissen etwas kürzertreten könne.

**Aus Interesse an der Geschichte**
Bereits während seiner Zeit als Reallehrer habe er stets ein grosses Interesse an lokalhistorischen Zusammenhängen und der Archäologie gehabt. Aus dieser Affinität für die Ortsgeschichte heraus habe er damals im Jahr 2000 spontan zugesagt, als Rita Rahm, Schwiegertochter des Museumsgründers Ewald Rahm, ihn um Unterstützung im Ortsmuseum bat. Als er dann im Jahr 2002 zum Ortsmuseumsverwalter und Museumsführer ernannt worden sei, habe er den Bettel beinahe hingeschmissen, nachdem ihm eröffnet worden war, dass das Museum zum Bersten voll und keine Erweiterung möglich sei.

**Etwas aufbauen statt verwalten**
Erst als der Museumsverein die Gelegenheit erhielt, das Nachbargebäude ebenfalls zu Museumszwecken zu nutzen, sah Wäschle die Stunde gekommen, etwas Neues aufzubauen, statt nur Bestehendes zu verwalten, auch wenn seine ehrenamtliche Funktion so umschrieben war. Und mit Eifer machte er sich daran, das umfangreiche Sammelgut thematisch gegliedert auszustellen und gleichzeitig mit dem Museumsverein zusammen ein Konzept für Sonderausstellungen zu bestimmten Themen auszuarbeiten. In der Folge entstanden Sonderausstellungen zu so unterschiedlichen Themen wie Fasnachtsmasken, Radios aus der Pionierzeit, das Schleitheimer Tram, die Beringer Wirtshäuser, spezielle Hobbys oder Bilder von einheimischen Künstlern. Diese Sonderausstellungen waren gemäss Wäschle in doppelter Hinsicht ein Erfolg: Einerseits liessen sich damit die Ausstellungsgüter zu bestimmten Themen ausbauen, andererseits vervielfachten sich jeweils die Besucherzahlen in Jahren mit attraktiven Sonderausstellungen. So sei beispielsweise im Jahr der Sonderausstellung mit dem Schleitheimer Tram die Rekordzahl von 2000 Besuchern erreicht worden. Im vergangenen Jahr besuchten 754 Personen das Ortsmuseum. Obwohl er seit seinem Rücktritt nicht mehr involviert sei, habe er da-von Kenntnis, dass der Museumsverein in Kontakt mit der DB sei, um die Möglichkeiten einer allfälligen Jubiläumsausstellung abzuklären.


**Ortsmuseum Beringen Entstehung, Entwicklung**

Geschichte
Die Gründung des Ortsmuseums von Beringen geht auf das Jahr 1985 zurück. Doch bereits seit 1928 sammelte der damalige Oberstufenlehrer Ewald Rahm mit seinen Schülern historische Gegenstände aus der Gemeinde.
Ausstellungsgut
Das im Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert der Edlen Hün von Beringen untergebrachte Ortsmuseum beschränkt sich bewusst auf die Kulturgeschichte von Beringen, Löhningen und Guntmadingen. In der 1995 restaurierten Zehntenscheune nebenan sind alte landwirtschaftliche Maschinen und bäuerliches Gerät ausgestellt. Zudem ist im Dachgeschoss ein zusätzlicher Ausstellungsraum untergebracht, und im Erdgeschoss befindet sich ein Archiv.



Besonders stolz ist Museumsverwalter Wäschle unter anderem auch auf die Ausstellung mit Gerätschaften aus der Bronzezeit.
Bild Hans-Caspar Ryser

#Notizen zu Namen

18. Februar 2011 | Silvio Lorenzetti prüft neu Jäger

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen
(r.)

Der Regierungsrat hat als neues Mitglied der Jägerprüfungskommission für den Rest der Amtsdauer 2009–2012 ab dem 6. Mai Silvio Lorenzetti aus Stein am Rhein gewählt. Er hat weiter unter bester Verdankung der geleisteten Dienste Kenntnis genommen vom Rücktritt von Georg Steinbach aus der Jägerprüfungskommission. Das teilt die Staatskanzlei mit.

#Aktivitas

17. Februar 2011 | Flyer Quartalsprogramm

Das Quartalsprogramm 2011-1, Februar bis April, ist ab jetzt auch als Flyer erhältlich. Spefuxen und deren Angehörige sollen sich ungeniert bei den Aktiven melden.

Er sieht wie folgt aus.
flyer_qp_11_klein_m2.pdf

#Notizen zu Namen

14. Februar 2011 | Grosse Rochade mit gutem Ergebnis

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diessenhofen
Edith Fritschi

Zwei Ehemalige und fünf Neue bilden künftig das Diessenhofer Stadtratsgremium. Und dies wieder unter der Führung von Stadtammann Walter Sommer (FDP), der nun bereits seit 24 Jahren im Amt ist.
Sommer wurde denn auch mit dem besten Resultat gewählt und konnte 851 von 1076 abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Das entspricht knapp 87,4 Prozent. Das absolute Mehr lag bei 488 Stimmen, auf Verschiedene entfielen 123 Stimmen, und leer legten 98 ein. Das zweitbeste Ergebniss erzielte der bisherige Stadtrat Markus Birk (SP) mit 816 Stimmen. Auch die fünf Neulinge wurde mit gutem Resultat gewählt. Urban Brütsch (CVP) erhielt 676 Stimmen, Stefan Gränicher (SVP) 600 Stimmen und Mirko Kelebuda (SP) 582 Stimmen. Urs Schum (SVP) wurde mit 667 Stimmen ins Amt gewählt und Andreas Wenger (FDP) mit 597. Das absolute Mehr lag bei 517 Stimmen, auf Verschiedene entfielen 878; leer eingelegt wurden 1373 Stimmen, und ungültig waren 3 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei rund 54,1 Prozent.
Stadtammann Walter Sommer zeigte sich über das Ergebnis sehr erfreut. «Ich hatte erwartet, dass alle im ersten Wahlgang gewählt würden», sagte er. «Und ich freue mich nun, dass wir nach dieser doch grossen Rochade mit fünf neuen Mitgliedern die Arbeit aufnehmen können.» Er schätzt die Chancen für eine gute Zusammenarbeit mit diesem Gremium als sehr gross ein.
Für den Stadtammann ist sein Wahlergebnis das beste, an das er sich erinnern kann. «Ich starte jetzt in meine siebte Amtsperiode», sagt er. Da ist es schön, dass die Leute mir nun erneut so viel Vertrauen entgegengebracht haben». Schliesslich stehe er häufig in der Öffentlichkeit und müsse manchmal auch unpopuläre Beschlüsse vertreten. «Deshalb bin ich froh, dass das Ergebnis besser ist als bei der letzten und der vorletzten Wahl», sagt der Stadtammann, der im Thurgau bald zu den Dienstältesten seiner Zunft gehören dürfte. Nun nimmt er mit dem fast komplett erneuerten Stadtrat immerhin sein 25. Amtsjahr in Angriff. So hatten alle Parteien Grund zum Feiern. Die FDP traf sich in der «Linde», die CVP stiess im «Il Ciclope» an, die SP kam im «Hirschen» zusammen, und die SVP feierte im Italienerrestaurant zwischen «Linde» und «Löwen».

#Allgemeines

8. Februar 2011 | Die Geschichte der Scaphusia in Bildern

Schaffhauser Nachrichten, Region
von Zeno Geisseler

Vor zwei Jahren hat die Schaffhauser Mittelschulverbindung Scaphusia ihr 150-Jahr-Jubiläum begangen. Jetzt hat die Verbindung eine umfangreiche Festschrift veröffentlicht, welche die Scaphusia in einem neuen Licht erscheinen lässt, und dies wortwörtlich: im Zentrum steht das Bild. Jeder einzelne der über 1000 historisch verbürgten Scaphusianer sollte mindestens einmal abgebildet werden. Dies war das erklärte Ziel, das sich der Altherrenverband bereits 2002 gab. Er verabschiedete sich damit bewusst vom üblichen Modell der Jubiläumschronik, welche im Wesentlichen die Geschichte der Korporation von den Anfängen bis zur heutigen Zeit nacherzählt. Die Verbindung hatte schon zu vier früheren Jahrestagen eine jeweils aufdatierte Vereinsgeschichte publiziert. Eine Ausgabe ähnlichen Zuschnitts erachteten die Farbenbrüder nicht als sinnvoll.

**Altes und Neues**
Entstanden ist ein aufwendig gestalteter Bildband, der nicht nur für die Mitglieder der Verbindung von Interesse ist. Auch wenn man die meisten der abgebildeten Personen nicht kennt, erkennt man beim Durchblättern der Porträts, Zeichnungen und Momentaufnahmen, wie sich das Selbstverständnis von jungen Mittelschülern über die Jahrzehnte wandelte und wie sich die Verbindung, trotz aller Traditionen, über die Zeit entwickelte. Die Requisiten veränderten sich, die Kleidung, die Frisuren. Es wird aber auch deutlich, was in all den Jahren gleich geblieben ist: die Kameradschaft und Freundschaft, Band und Mütze, natürlich die Rolle des Biers, die Lebenslust der Jugend und der Schalk, aber auch der Stolz und das Selbstbewusstsein der Scaphusianer. Nicht zuletzt ist die Bilderchronik der Scaphusia auch eine Dokumentation der technischen Entwicklung der Fotografie: In den ersten Jahren der Verbindungsgeschichte war es sehr teuer und aufwendig, sich ablichten zu lassen, entsprechend selten (und im Fotostudio gestellt) sind die wenigen Aufnahmen aus dieser Zeit. Doch schon um die Jahrhundertwende gab es Kameras für den Massenmarkt, und Kodak hatte den Rollfilm erfunden. Bilder der Scaphusia gab es nun nicht mehr nur aus dem Studio, die Aktivitas in Vollwichs, mit Fahne und Rapieren, sondern auch von Bummeln auf dem Lande, von Ausflügen mit dem Weidling auf dem Rhein und sogar (bereits 1894) von einem Nachmittag in der Rhybadi, die jungen Farbenbrüder nur in erstaunlich modern wirkende Shorts bekleidet und mit Band und Mütze geschmückt. Das Zusammentragen der Aufnahmen war ein aufwendiger Prozess. Eine Projektgruppe unter der Leitung von Staatsarchivar Roland E. Hofer v/o Ortho erfasste die Archivbestände digital, zudem wurden auch die Alten Herren eingeladen, Aufnahmen aus ihren privaten Fotoalben zur Verfügung zu stellen. Insgesamt kamen so über 3000 Fotos zusammen, aus welchen die Aufnahmen für den Bildband zusammengestellt werden konnten. Das Ziel, alle 1052 Farbenbrüder abzubilden, wurde annähernd erreicht. Im Band finden sich Aufnahmen von 962 Scaphusianern.

**Vorbild aus Basel**
Naturgemäss fehlen vor allem von ganz frühen Generationen Fotos. Die erste Porträtaufnahme stammt von 1866 oder 1867, genau lässt sich das nicht mehr eruieren. Verbürgt ist aber ihre Entstehungsgeschichte: Die junge Schaffhauser Verbindung besuchte die (ebenfalls auch heute noch existierende) Mittelschulverbindung Paedagogia Basiliensis in Basel und kehrte schwer beeindruckt in ihre Heimatstadt zurück. Angetan hatten es ihr vor allem die Fotografien an den Wänden der Bude der Basler. Am 24. Februar 1866 fasste die Aktivitas den Beschluss, sich ebenfalls fotografieren zu lassen, wobei die jüngeren Mitglieder sich anerboten, die beträchtlichen Kosten dafür zu tragen. Diese erste Aufnahme ist der Auftakt zu einer Bilderreise bis in die heutige Zeit. Der Band wurde chronologisch aufgebaut, jede Generation erhält also ihre eigene(n) Seite(n). Die Bilder sind mit den Verbindungsnamen der Abgebildeten beschriftet, zudem werden wichtige historische Ereignisse in Stichworten erwähnt. Diese Gegenüberstellung ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Sie unterstreicht erstens, wie lange es die Scaphusia schon gibt, zweitens erhält man eine Vorstellung davon, welche Ereignisse die jungen Studenten damals wohl beschäftigten. Dazu reicht nur schon ein Blick auf die Geschehnisse in den Jahren 1866 bis 1872: Einweihung des Moserdamms in Schaffhausen, Russland verkauft Alaska an die USA, Karl Marx veröffentlicht «Das Kapital», die IWC wird gegründet, der Suezkanal wird eröffnet, der Bahnhof Schaffhausen wird eingeweiht, Deutschland und Frankreich im Krieg, Baubeginn des Gotthard-Tunnels. In einem zweiten Teil kommen die Generationen zu Wort, die seit dem 125-Jahr-Jubiläum 1983 der Verbindung beigetreten sind. Damit wird eine Tradition fortgesetzt, die bei der damals veröffentlichten Festschrift ihren Anfang genommen hatte. Die Schilderungen sind naturgemäss subjektiv, sie bieten aber einen guten Eindruck davon, was es in den letzten 25 Jahren hiess, Mitglied der bedeutendsten Verbindung auf dem Platz Schaffhausen zu sein. Abgerundet wird die Festschrift mit Texten und Bildern über das Jubiläumsfest von 2008. Alles in allem ist der Jubiläumsband ein gelungenes Beispiel dafür, wie man die Geschichte einer traditionellen Vereinigung auf eine neue Art und Weise erfassen kann.

*Fokus Scaphusia: Eine Verbindungsgeschichte in Bildern, herausgegeben im Auftrag des Altherrenverbands der Scaphusia Schaffhausen. Das Buch kann im Buchhandel nicht erworben werden, es ist aber in den Bibliotheken und in den Archiven einsehbar.*



**Nomen est omen**
Wie man in der Scaphusia heisst

Das Jubiläumsbuch zeigt nicht nur in Bildern, wie sich eine Verbindung entwickelt, sondern auch mit einem Index nach Cerevis, also den Übernamen, welche die Verbindungsmitglieder erhalten haben. Auffallend häufig erscheinen Namen aus der Bibel («Goliath», «Hiob», «Esau», sogar «Eva»), aus der griechischen und der römischen Mythologie und Geschichte («Ajax», «Caligula», «Paris», «Pan» und natürlich «Amor» und «Bacchus»), aus der Literatur («Falstaff», «Tasso», «Winnetou», «Romeo»), in Anlehnung an Getränke («Chianti», «Sekt», «Schampus»), sowie beschreibende Namen («Gispel», «Flink», «Flott», «Fidel»). Bemerkenswert ist, dass die jüngeren Generationen (nach 2000) eher zu althergebrachten Namen neigen wie «Zeus», «Ratio», «Fesch» und «Schwank». Englische Bezeichnungen aber, die man eher in der Generation «Facebook» erwarten würde, sind selten. «Flirt» etwa hiess zum letzten Mal ein Scaphusianer der Generation 1920. Das beliebteste Cerevis stammt übrigens aus dem Reich der Tiere: Neun Farbenbrüder wurden auf den Namen «Spatz» getauft (der letzte allerdings in der Generation 1930). (zge)




Die erste Porträtaufnahme der Scaphusia, entstanden 1866/67. Der Fotograf war Alphonse Tronel, der 1861 das erste Fotoatelier in der Stadt Schaffhausen eröffnet hatte.


Fuxenbummel Diessenhofen, 1926.


Generationen 1983 und 1984. Hinten André Lorenzetti v/o Domingo, Urban Brütsch v/o Wipfel, vorn Mario Elser v/o Pfoschte, Guido Facchani v/o Capo, Richard Habenberger v/o Hyperion.


Weidlingsfahrt nach Diessenhofen, 2006. José Krause v/o Drift, Florian Theiler v/o Pronto, Raphael Iff v/o Brevis, Julian Kraft v/o Ferox, Till Aders v/o Zauder, Andreas Schirrmacher v/o Recte, Andreas Wüscher v/o Codex und Mattias Greuter v/o Bilbo.

Bilder aus dem besprochenen Band.



Originalseite aus den Schaffhauser Nachrichten als PDF (384 KB)

#Notizen zu Namen

8. Februar 2011 | Die Hegauritter machten eifrig Politik

Schaffhauser Nachrichten
(mrh)

Bei der Vorstellung des Referenten durfte Kreisarchivar Wolfgang Kramer auch den Präsidenten des Hegau-Geschichtsvereins, Wilderich Graf von und zu Bodmann, Nachfahre eines des bedeutendsten Adelsgeschlechter des Hegaus, begrüssen. Eine grosse Zuhörerschaft hatte sich in der Stadthalle in Singen zusammengefunden, um einen Einblick in die für den Hegau äusserst spannende, aber auch komplexe Geschichtsepoche des 15. Jahrhunderts zu erhalten.
Mit dem Ende der Staufer verschwand 1268 auch das Herzogtum Schwaben. Damit setzte eine Zersplitterung ein. Adelige, Grafen und Ritter, aber auch Städte und Klöster, versuchten ihr Territorium zu stärken und zu erweitern. Verschiedene Pestwellen führten zu einer Agrarkrise. Eine sinkende Nachfrage löste einen Preisverfall aus, welcher der Landflucht Vorschub leistete. Die zunehmend gefährdeten Herrschaftsrechte über Leute und Dörfer bedrohten die Lebensgrundlagen des Adels, die von Abgaben ihrer Untertanen lebten. Dem Fürstabt von St. Gallen versagte die Stadt die Huldigung, und die Appenzeller verweigerten ihm gar die Steuern. Die den Aufständen folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen endeten 1403 mit dem Sieg der Appenzeller über das durch Truppen aus Konstanz verstärkte Heer des Abts bei Vögelinsegg. Herzog Friedrich IV. von Österreich, dem eigentlichen Schirmherrn der bedrohten Adeligen, gelang es nicht, die wachsenden Unruhen einzudämmen.

**Bündnis der Hegauritter**
In dieser Situation schlossen 1406 Grafen, Herren und Ritter im Hegau, an der oberen Donau und im Allgäu ein Bündnis, um die bestehende Rechtsordnung zu bewahren. Patron dieser Vereinigung von Adeligen unterschiedlichen Ranges war der heilige Georg. Trotz unterschiedlicher lokaler Bezeichnungen sprach man von der Ritterschaft St. Georgenschild. Den Rittern wurde klar, dass nur mit Unterstützung ihr Anliegen zu realisieren war. 1407 konnte die Stadt Kon- stanz für ein Bündnis gewonnen werden. Der Erfolg blieb nicht aus: 1408 erlitten die Appenzeller bei Bregenz die entscheidende Niederlage. Nun interessierte sich auch Friedrich IV. für eine Verbindung mit der Ritterschaft. 1408 kam ein Bündnis mit dem damals noch österreichischen Schaffhausen zustande. Im Jahre 1411 wurde der Luxemburger Sigmund zum deutschen König gewählt. Seit 1407 mit dem Dogen von Venedig verbündet, hoffte Friedrich vergeblich, mit der Unterstützung der Venezianer in einem Krieg Sigmund besiegen und die Königswürde doch noch erringen zu können. Mit seiner Bündnispolitik versuchte er potenzielle Gegner zu neutralisieren. Doch ein grosser Teil des schwäbischen Adels ergriff Partei für König Sigmund. Führende Köpfe der Ritterschaft wurden zu Beratern und Dienstleuten Sigmunds. Wie Peter Scheck weiter ausführte, gehörte die Überwindung des Schismas der Kirche zu den Zielen Sigmunds; seit 1409 konkurrierten sich drei Päpste. Es gelang Sigmund auf den Rat der Hegauritter, Papst Johannes XXIII. für die Einberufung eines Konzils nach Konstanz zu gewinnen. Nachdem jedoch die Chancen des Johannes sanken, entschloss sich dieser 1415 mit Hilfe Friedrichs IV. zur Flucht nach Schaffhausen. König Sigmund verhängte deshalb die Reichsacht über den Herzog und forderte die Eidgenossen zur Eroberung des Aargaus auf. Die Reichritterschaft wurde beauftragt, die österreichischen Städte, darunter das sich sofort ergebende Schaffhausen, zu erobern.

**Wirtschaftliche Blüte**
Um sich gegen Friedrich abzusichern, schlossen sich sieben Städte (zu ihnen gehörte Schaffhausen) zum Bodenseebund zusammen. Die Städte entschlossen sich zu einer weitern Zusammenarbeit mit der Ritterschaft. Mit einer gemeinsamen Übereinkunft gelang es, der Teuerung entgegenzuwirken. Während rund zweier Jahrzehnte dominierte die Ritterschaft das Geschehen um den See und ermöglichte eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte. Dem König schwebte vor, die Städte und die Ritterschaft in Schwaben zu einem grossen Landfriedensbündnis vereinen zu können. Mit dem Tode König Sigmunds 1437 und der neuerlichen Erlangung des Throns durch die Habsburger änderte sich die politische Konstellation grundlegend. Österreich versuchte vor allem, seinen früheren Besitz wieder zurückzuerlangen. Der Adel, seit dem Tode Sigmunds seines Rückhalts beraubt, entfremdete sich den Städten und geriet in das Schlepptau fürstlicher Politik. Was Sigmund mühevoll aufzubauen versuchte, brach innert kurzer Zeit auseinander. Die Ritterschaft existierte zwar noch längere Zeit, doch hatten die Adeligen keinen politischen Einfluss mehr.

#Notizen zu Namen

3. Februar 2011 | Neue Fraktion im Grossen Stadtrat

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Robin Blanck

An einer früheren Ratssitzung wurde es bereits angedeutet, seit dem 1. Februar ist es eine Tatsache: Der Grosse Stadtrat ist um eine neue Fraktion reicher. Die bürgerlich-liberale Fraktion – so der Name der neuen Gruppierung – setzt sich zusammen aus FDP-Mann Walter Hotz, Till Hardmeier (JFSH), Res Hauser (JFSH), der für den zurückgetretenen Fabian Käslin in den Rat nachrückt, und dem umtriebigen Daniel Preisig (JSVP). An der Parteizugehörigkeit ändert sich mit dem Übertritt Preisigs – er ist weiterhin Mitglied von SVP und JSVP – nichts, das gilt auch für die übrigen Beteiligten. Preisigs Wechsel erfolge, wie es heisst, im Einverständnis mit seinen bisherigen Fraktionskollegen, gleichzeitig wird in der gestern Abend versandten Erklärung betont, die bürgerlich-liberale Fraktion werde mit der SVP/JSVP/EDU-Fraktion «eng zusammenarbeiten» – so sollen etwa die Fraktionssitzungen gemeinsam durchgeführt werden.
Gerade der Wechsel von Preisig – bisher Mitglied der SVP/JSVP/EDU-Fraktion – ist aber der entscheidende Punkt: Erst durch diese personelle Verstärkung erhält die Freiheitliche Gruppe FDP/JFSH, die von den FDP-Dissidenten Hotz/Hardmeier/Käslin gebildet wurde, die nötige Grösse, um eine Fraktion im Stadtparlament zu bilden. Das ist bedeutsam, denn der Fraktionsstatus bringt – neben einer Fraktionsentschädigung im Umfang von sechs Sitzungsgeldern je Fraktionsmitglied – gewichtige Vorteile mit sich, welche den drei Dissidenten nach dem Auszug aus der FDP-Fraktion verloren gegangen waren. Konkret: Die für die politische Arbeit und den Informationsfluss wichtigen Kommissionssitze werden gemäss Verteilschlüssel der Geschäftsordnung an die Fraktionen vergeben, fraktionslose Ratsmitglieder haben demgegenüber keinen Sitzanspruch. Zwar wurde mit persönlichen Vorstössen bereits versucht, den Dissidenten ihre Kommissionssitze wieder abzunehmen, doch gegen den entsprechenden Entscheid des Grossen Stadtrates wurde vor Obergericht Beschwerde eingereicht, und der Richterspruch in der Sache steht noch aus. Gleichwohl droht jetzt – nach dem Rücktritt des Geschäftsprüfungskommissionsmitglieds Fabian Käslin – der Sitzverlust: «Ohne die neue Fraktion würde der durch den Rücktritt von Fabian Käslin frei gewordene Kommissionssitz an die SP gehen», heisst es in Mitteilung. Gemäss der geltenden Regelung hat eine vierköpfige Fraktion 2,7 Kommissionssitze zugute, sprich: aufgerundet 3 Sitze. Als weiterer Grund für die Fraktionsgründung wird zudem darauf verwiesen, dass «die Mitglieder der Freiheitlichen Gruppe FDP/JFSH wieder in Spezialkommissionen Einsitz nehmen und Fraktionserklärungen abgeben» können.

**«Bestmögliche Lösung»**
Die Bildung einer neuen Fraktion wird von den Beteiligten als «bestmögliche Lösung» bezeichnet: «Ein Wechsel der freiheitlichen Gruppe zur SVP hätte FDP-intern zu unnötigen Irritationen geführt», heisst es in der Mitteilung. Gleichwohl wird mit dem Schritt auch evident, dass der Graben zwischen den Dissidenten und der FDP nicht ohne Weiteres wieder geschlossen werden kann: Nach dem Austritt der drei wurden im Hintergrund verschiedene Versuche unternommen, die Eintracht wiederherzustellen: «Leider konnte kein für beide Seiten tragfähiges Resultat gefunden werden», schreibt die neue Fraktion und wünscht sich eine «sachliche Zusammenarbeit mit der FDP-Fraktion».

#Notizen zu Namen

1. Februar 2011 | Neues zu Namen

Schaffhauser Bock

Hans Wäschle hat sein Amt als Verwalter des Ortsmuseums Beringen per Ende 2010 niedergelegt. Der Gemeinderat verdankt ihm das Engagement und den Einsatz, den er in den vergangenen zehn Jahren als Museumsgutsverwalter leistete.
Gleichzeitig trat Wäschle von seinem Amt als bfu-Sicherheitsdelegierter zurück. Neuer bfu-Sicherheitsdelegierter ist Martin Bollinger vom Bauamt Beringen.

#Notizen zu Namen

1. Februar 2011 | Notizen zu Namen

Schaffhauser Bock

Der Schaffhauser Jungfreisinnige Res Hauser rückt in den Grossen Stadtrat nach. Er ersetzt den per Ende Januar zurückgetretenen
Fabian Käslin. Aus zeitlichen Gründen gibt Hauser nun das Präsidium der JFSH ab. Sein Nachfolger ist der bisherige Vizepräsident Christian Mundt. Zum
neuen Vizepräsidenten wurde an der Parteiversammlung Alain Illi gewählt.

#Allgemeines

28. Januar 2011 | Kanti: Grösste Fotovoltaikanlage der Stadt eingeweiht

Schaffhauser Nachrichten
Daniel Jung

«Die Nutzung der Sonne ist ein Muss», sagte Regierungspräsident Reto Dubach gestern an der Einweihung der grossen Fotovoltaikanlage, die in den letzten Monaten auf den Flachdächern der Kanti installiert wurde. Nun sind der Förderer-Neubau, die Förderer-Turnhalle und der Mensa-Erweiterungsbau mit modernen Fotovoltaikmodulen ausgestattet. Insgesamt 1272 Quadratmeter umfasst die Anlage, die einen geschätzten Jahresertrag von 75 000 kWh leisten und somit rund 15 Prozent des gesamten Kantonsschulverbrauchs decken soll. Neben Elektrizität wird die Anlage für die Kantonsschule aber auch Stoff für Lektionen oder Projektarbeiten liefern. Schon im nächsten März werden zwei Maturarbeiten präsentiert, die sich mit dem Thema Fotovoltaik und Energieeffizienz befassen. «Die neue Anlage passt gut in das Kanti-Konzept der nachhaltigen und ökologischen Entwicklung», sagte Kanti-Prorektor Thomas Stamm. «Die heutige Generation ist sich der Umweltproblematik sehr bewusst.»

**Solarstrom verzwanzigfachen**
«Die Hausdächer von heute sind die Kraftwerke von morgen», sagte Dubach als Vorsteher des Kantonalen Baudepartementes. Er stellte bei der Einweihung auch die Pläne der Schaffhauser Regierung vor, die in den nächsten Jahren die Produktion von erneuerbaren Energien klar steigern will. Derzeit werden nur etwa 0,1 Prozent des Schaffhauser Stroms durch Solarstromanlagen erzeugt, im Kanton erst 0,5 Prozent der geeigneten Dachfläche für die Produktion von Solarstrom genutzt. Bis 2017 möchte die Regierung diese Zahlen verzwanzigfachen und die Produktion von Solarstrom von heute 450 auf 9000 bis 10 000 Megawattstunden steigern. Zu diesem Zweck hat der Regierungsrat in seinem «Impulsprogramm Solarenergie» fünf Pfeiler festgehalten: Solaranlagen unter 35 Quadratmetern benötigen neu keine Baubewilligung mehr; die Förderbeiträge für Solaranlagen werden erhöht; die Abnahme von ins Netz eingespeistem Solarstrom wird garantiert; der Kanton agiert als Vorbild; die Informationsanstrengungen werden verstärkt. Die Kanti-Anlage ist ein Schritt in Richtung dieses ambitiösen Ziels.

#Notizen zu Namen

28. Januar 2011 | Journal

Schaffhauser Nachrichten

Der Stadtrat erklärte an seiner Sitzung vom Dienstag den Jungfreisinnigen Andreas Hauser für den Rest der Amtsdauer 2009–2012 als in den Grossen Stadtrat gewählt. Hauser ersetzt den zurücktretenden Fabian Käslin, dies nachdem die beiden nächstplatzierten Kandidaten Christoph Schärrer und Yasar Tektas auf den Antritt ihrer Mandate verzichtet haben. Andreas Hauser ist Student und wurde 1987 geboren.

#Notizen zu Namen

13. Januar 2011 | Einer der bedeutendsten Architekten der Region

Schaffhauser Nachrichten, Region
Peter Schudel

Peter Ernst Schmid ist in Schaffhausen aufgewachsen und zählt zu den bedeutendsten Architekten der Region. Nach seinem Studium in Zürich und einem Praktikum in Teheran schloss er 1962 an der Abteilung für Architektur der ETH mit dem Diplom ab. Anschliessend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Hochbauforschung der ETH. Ausgedehnte Studienreisen führten ihn nach Asien und Nordamerika, bevor er zur anderthalbjährigen Weiterbildung in Kalifornien weilte. Dort befasste er sich an der Stanford University und anschliessend in der Privatwirtschaft mit Planungsmethodik und Bedarfsbemessung. Sein besonderes Interesse galt jedoch der Informatik mit Schwerpunkt Computereinsatz in der Architektur. Er war unter anderem Präsident der Arbeitsgruppe für Datenverarbeitung des SIA und leitete zuletzt die Raumprogrammierungsgruppe für die Universität Zürich.
Nach dieser umfassenden Ausbildung trat er 1969 ins väterliche Büro Schmid Architekten SIA ein und führte parallel dazu seit 1975 die s + p Schmid Partner AG Schaffhausen. 1973 war er Mitbegründer und anschliessend Verwaltungsratspräsident der Planag, eines Zusammenschlusses von sechs Schaffhauser Architekturbüros; und seit dem Jahre 1976 leitete er die Beratungsstelle für Altbausanierung Pro Renova.
Die Liste der von ihm errichteten Objekte ist lang und enthält mehrheitlich Geschäftsbauten. Wie schon sein Vater war Peter Ernst Schmid auf Fabrikarchitektur spezialisiert, befasste sich aber auch mit andern Bauten jeglicher Art. Mit der Integration des Büros Scherrer + Hartung vor 15 Jahren erlangte die Schmid Partner AG zusätzlich die Kompetenz zur Restaurierung historischer Bauten. Hervorgehoben seien das Bürgerasyl und die Burg Hohenklingen in Stein am Rhein. Sie wurden nach den Vorgaben des Heimatschutzes mit viel Einfühlungsvermögen restauriert.
Mit seinem Wirken hat der Verstorbene unsere Heimat nachhaltig geprägt. Er war kein Architekt, der provozierte. Meines Erachtens gelang es ihm, das Funktionale mit dem Ästhetischen zu verbinden. Ich möchte mir jedoch kein fundiertes Urteil anmassen. Mit der Tatsache, dass architektonische Lösungen immer wieder Kritik hervorrufen, muss ein Architekt leben, denn wie heisst es doch: «de gustibus non est disputandum».
Nebenberuflich war der Verstorbene Präsident der Pflegekinder-Aktion sowie der Gemeinnützigen Gesellschaft Schaffhausen.
Peter Ernst Schmid war von geselliger Natur und Mitglied mehrerer Vereine, so der Scaphusia, des Lions Clubs und der «Zunft zun Schneidern». Meine Freundschaft mit ihm geht zurück auf die gemeinsame Zeit in der Scaphusia. In all den Jahren seither lernte ich ihn schätzen als liebenswerten und stets zu Spässen aufgelegten Farbenbruder. Er verfügte über einen feinen Humor. Mit seinem analytischen Geist war er jedoch kein Freund von oberflächlichem Geschwätz. Stets ging er einer Sache auf den Grund und war erst zufrieden, wenn ihm eine Erklärung plausibel schien. Im Gegenzug war er ein interessanter Gesprächspartner, mit dem man fundiert diskutieren konnte.
Mit Peter Ernst Schmid ist eine bedeutende Schaffhauser Persönlichkeit dahingegangen. Sein Tod hinterlässt viele Lücken, und ich verliere einen treuen Freund. Er wird in unserer Erinnerung weiterleben.
Seiner Familie entbiete ich mein herzliches Beileid.


Peter Ernst Schmid, 1937–2010
Bild zvg

#Notizen zu Namen

12. Januar 2011 | Qualitatives Wachstum im Zentrum

Schaffhauser Nachrichten, Diessenhofen / Hegau
Thomas Riesen

Brütsch wäre im Falle seiner Wahl die Brücke zu CVP (Parteipräsident der Region), Forum Attraktives Diessenhofen (Präsident), Bürgergemeinde (Vizepräsident und verantwortlich für Finanzen sowie Wald) sowie Waldwirtschaftsverband Thurgau (Präsident). Entsprechend wäre die Palette an Themen, die er im Stadtrat vertreten würde: Förderung der Wohn- und Lebensqualität, sichere Schulwege, Schaffung von Begegnungsplätzen, bessere Information der Bevölkerung. «Als Mitglied der CVP setzte ich mich für Familienanliegen, Förderung von KMU und ökologische Aspekte ein», wirbt der 45-jährige Vater von zwei Kindern. Gleichzeitig betont er: Im Stadtrat gehe es ihm vor allem um Sachpolitik, und «wesentlich sind Lösungen, die der Bevölkerung dienen».

**Notfalls Ämter abgeben**
Dazu kommt die Arbeit in den Kommissionen. Brütsch fände es sinnvoll, wenn sich Markus Birk (einziger bisheriger Kandidat) im Falle seiner Wahl festlegen würde und die neu gewählten Stadträte aufgrund ihrer Erfahrung und Interessen Einsitz nehmen. Für sich denkt er beispielsweise an die Energie- und die Finanzkommission. Doch Brütsch wäre auch für andere Möglichkeiten offen.
Angesichts seiner vielen Aufgaben stellt sich aber eine Frage: Hat er Zeit für ein Engagement als Stadtrat? «Ich kann mir vorstellen, gewisse Ämter abzugeben, zum Beispiel das CVP-Präsidium», sagt er und ergänzt: «Als Selbständiger kann ich meine Zeit selber einteilen, und es ist möglich, bis zu 20 Stellenprozent freizuschaufeln.» Wichtig ist Brütsch ebenso, dass er – trotz gutem Netzwerk – keine Einzelinteressen vertreten würde, auch wenn natürlich gewisse «Inputs» möglich seien. Aber letztlich müsse eine Lösung gefunden werden, die auf einer breiten Basis fundiere. Der Stadtrat müsse eine Kollegialbehörde sein, wo umgesetzt wird, was die Mehrheit der Bevölkerung will.
Den Verlust an Erfahrung durch die fünf Abgänge beurteilt er nicht als gravierend. Schliesslich seien da noch Stadtammann Walter Sommer und Stadtschreiber Armin Jungi. «Darüber hinaus bin ich in Diessenhofen verwurzelt, aktiv und weiss bereits einiges», sagt der Kandidat. Brütsch geht davon aus, dass er in einigen Sachgeschäften schnell eingearbeitet wäre. Um sich jedoch einen Überblick über alle Geschäfte zu verschaffen, geht er von einer Zeit zwischen einem halben und einem ganzen Jahr aus. Darüber hinaus stellt er fest, dass die grossen Würfe wie Verkehr («bis auf Kleinigkeiten»), Badi, Gestaltung der Rheinpromenade bereits durch den abtretenden Stadtrat vorbereitet oder teilweise erledigt wurden.

**In das Zentrum investieren**
Und doch bleiben Fragen für die Zukunft: Wie weit soll Diessenhofen noch wachsen? Haben die Stadträte des Zentrums nach der Auflösung des Bezirkes mehr Verantwortung für die Region? «Beim Zonenplan hat der Stadtrat gut gearbeitet. Beim Wachstum ist für mich Qualität wichtig, auch im Zentrum. Dort gebe es viel Wohnraum, in den man investieren könne. «Nach aussen ist irgendwann eine Grenze erreicht, und wir können die Landschaft nicht ganz zubauen. Unsere Grünflächen brauchen eine schützende Hand», betont Brütsch.
Er vertritt die Ansicht, dass es nichts schadet, wenn die Stadträte bei ihrer Arbeit künftig vermehrt an die Region denken. Doch sieht er diese Aufgabe vor allem bei den Vertretern im Grossen Rat, und Brütsch nennt gleich eine Aufgabe: Der Kanton drücke sich davor, das fehlende Stück Radweg in Richtung Stein am Rhein zu bauen. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr in Richtung Frauenfeld könne auch besser sein. Unabhängig davon kommt er zum Schluss: «Wir müssen uns langfristig Richtung Zürich orientieren, auch wenn mir das nicht sympathisch ist.» Dann gelte es Pendler und Neuzuzüger besser zu integrieren, «sonst lebt jeder nur in seinem Einfamilienhaus, und niemand engagiert sich mehr für die Gemeinschaft».


Urban Brütsch will trotz Vernetzung keine Einzelinteressen vertreten.
Bild Thomas Riesen

#Allgemeines

11. Januar 2011 | Bier und Käse – eine tolle Heirat

Coopzeitung Nr. 2
Martina Gradmann

Käse schliesst den Magen», sagt eine alte Volksweisheit. Doch gerade nach diesen Tagen mit vielen opulenten Mahlzeiten, kann Käse ganz schön schwer im Magen liegen. Nach einem Käsefondue beispielsweise soll ein Kirsch oder ein Obstler bei der Verdauung helfen. Auch diese Weisheit hält sich hartnäckig, obwohl Forscher des Universitätsspitals Zürich unlängst belegt haben, dass Alkohol die Verdauung kalorienreicher Käsemahlzeiten deutlich verlangsamt. Schaden würde der Alkohol allerdings auch nicht.
Noch immer gilt zu edlen Käsesorten der Wein als statthafter Begleiter. Doch auch Bier eignet sich ganz hervorragend zum Käse. Wer also nicht auf Alkohol zu Käse verzichten möchte, könnte sich dazu oder danach ein Bier gönnen. Denn gekühltes Bier mit acht bis zehn Grad Celsius fördert die Verdauung, während zu kaltes Bier die Verdauung lähmt. Für Feinschmecker und Bierfreunde ist diese Symbiose nichts Neues, doch Skeptiker wollen erst einmal überzeugt werden. Zu tun hat das auch damit, dass Bier als etwas Lapidares gilt. Dabei ist es ein Produkt, das mit viel handwerklichem Können hergestellt wird und deshalb mindestens so viel Aufmerksamkeit verdient wie Käse oder Wein. Bier wirkt umhüllend im Magen, ist appetitanregend und eignet sich deshalb auch gut als Aperitifgetränk. Denn zum Aperitif sollte man keine Säure zu sich nehmen, also keinen Weisswein oder Orangensaft. Besser ist Apfelsaft oder eben Bier und dazu die passenden Käsehäppchen.
«Es gibt Geschmacksstoffe im Käse, die das Bier besonders gut zur Geltung bringen, und gewisse Biersorten unterstreichen hervorragend die Qualität vieler Käsesorten», weiss Annagret Schlumpf, diplomierte Käsesommelière. Vor allem aromatische, fruchtige und nicht allzu bittere Biere verstärken die Qualität vieler Käsesorten. Und doch erscheint uns die Verbindung von Bier und Käse ungewöhnlich. Weshalb uns ein Bier manchmal besser mundet als ein Glas Wein, hat mit den unterschiedlichen Inhaltsstoffen zu tun. So liefern beispielsweise die Aromen aus der Getreidestärke einen süsslich-vollmundigen Geschmack, der Hopfen trägt die nötige Bitterkeit bei und die natürliche Säureund der CO2-Gehalt des Bieres den Frischeeindruck. Und auch den Käse macht ein komplexes Geschmacksgeflecht aus würzigen, süssen und säuerlichen Komponenten reizvoll.
Welches Bier zu welchem Käse? Auch hier gebe es wie beim Wein eine Grundregel, betont die Fachberaterin: Konsens statt Kontraste. Am besten passen folglich Bier und Käsesorten zusammen, die einen ähnlichen Charakter haben. Konkret heisst das:
• zu einem jungen Käse passt ein frisches Bier;
• zu einem feingliedrigeleganten Bier wäre ein junger Schafs- oder Ziegenkäse besonders gut geeignet;
• ein alter würziger Käse verlangt eher nach einem kräftigen, malzbetonten Bier;
• bei stark alkoholhaltigen Bieren darf es gereifter Hartkäse oder ein Rotschimmelkäse sein;
• Blauschimmelkäse wiederum eignet sich gut zu Bieren mit etwas mehr Hopfenbittere (ein Fachbegriff für die natürliche, anregende Bitterkeit des Hopfens);
• Zu cremigem Käse passt ein stark kohlesäurehaltiges Bier.
Wichtig sei, so die Käsesommelière, dass man die Konsistenz des Käses beachte, denn der Fettgehalt habe grossen Einfluss auf den Geschmackseindruck. Salz, Säure und Bitterstoffe beim Käse verstärken sich in Kombination mit einem Getränk. «Die Verbindung von Säure, Alkohol und starken Gewürzen bewirkt oft eine explosionsartige Verschärfung der Wahrnehmung von Gewürzen», weiss sie. Und sie ergänzt:
• Süsse in Getränken und Süsse im Käse ergänzen einander;
• Fette im Käse können Bitterstoffe und Säure in Getränken neutralisieren;
• Die Geschmacksintensität von Käse und Getränken soll ausgewogen sein;
• Kaltvergorene Biere (Lager) mit geringer Hopfen bittere sind passende, angenehme Begleiter für viele Käsetypen;
• Dunkle, malzige Biere lassen sich mit Edelschimmelkäse oder geräucherten Käsen kombinieren und
• Weissbier ist ein guter Partner für Frischkäse und würzige, kräftige Käse.

#Notizen zu Namen

8. Januar 2011 | Jornal

Schaffhauser Nachrichten, Region

Urs Fürer (SP) rückt für Marianne Streicher-Schwyn in den Grossen Stadtrat nach. Er ist Ergotherapeutund 1959 geboren. Auf die ebenfalls zurückgetretene Lotti Winzeler folgt Georg Merz (ÖBS). Er ist Apotheker und hat Jahrgang 1955.

#Notizen zu Namen

7. Januar 2011 | Auf Marc Winistörfer folgt David Wenger

Oltner Tagblatt / MLZ, Stadt / Region Olten
mgt

Für den per Ende Dezember 2010 aus dem Stadtparlament ausgeschiedenen Gemeinderat Marc Winistörfer rückt auf Vorschlag der SVP Stadt Olten Dr. iur. David Wenger nach. Dieser war bislang als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Generalsekretariat der SVP Schweiz tätig. Inskünftig arbeitet er an einer Habilitation und nimmt an der deutschsprachigen Andrássy-Universität in Budapest einen Lehrauftrag im Völkerrecht und Öffentlichen Recht wahr. David Wenger will sich als Oltner Gemeinderat insbesondere für tiefe Steuern, eine bürgernahe Verwaltung, gute Schulen und öffentliche Sicherheit einsetzen Die Vereidigung erfolgt im Januar anlässlich der Sitzung des Stadtparlaments.

#Aktivitas

6. Januar 2011 | Bierzeitung Weihnachtcommers 2010

Hier erhalten Sie noch einmal die Chance, einen Blick in die Bierzeitung vom Weihnachtscommers 2010 zu erhaschen.

Falls Sie noch kein Exemplar gekauft haben, bitte ich Sie, sich in finanzieller Form entsprechend bei der Aktivitas zu bedanken.

bierzeitung_2010.pdf

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