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18. Dezember 2007 | Neuer Schlossherr ad interim

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
Mark Gasser

Der neue Schlossherr auf Schloss Laufen heisst Tomislav Babic und ist Geschäftsführer und Inhaber der RTM Hotels & Restaurants AG. Er wird in der kommenden Saison den Betrieb gemeinsam mit seinen drei Assistentinnen und Assistenten (Bankette, Service, Administration) im Restaurant führen. Das Frontmanagement hat sich damit geändert, die Pacht- und Besitzverhältnisse bleiben aber gleich. Dieselbe Betriebsgesellschaft CdM Schloss Laufen AG, deren Besitzergesellschaft CdM (Carlo de Mercurio) SA Lausanne ist, bleibt Pächterin.
Seit den Sechzigerjahren ist das Schloss, welches dem Kanton Zürich gehört, der Organisation aus Lausanne verpachtet mit dem Auftrag, ein Restaurant zu betreiben. Jugendherberge und Souvenirkiosk sind separat verpachtet. Die geplanten, aber lange hinausgezögerten baulichen Massnahmen bei der Schloss- und Tourismusinfrastruktur haben laut Babie und CdM-Geschäftsführer Reto de Mercurio zum jüngsten Entscheid geführt. In der Vorbauphase würden an die operative Führung hohe Anforderungen gestellt. Das Schloss habe ausserdem eine hohe emotionale Bedeutung für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden. Nachdem dieses Jahr der Managementauftrag an den Partner der CdM H&R SA in der Nordostschweiz, die RTM H&R AG, gegangen sei, werde nun die Führung der Restaurants Schloss Laufen bei RTM H&R zur Chefsache erklärt, wie die beiden Unternehmen gestern mitteilten. Babic bezeichnet die RTM H&R AG als Betrieb, der sehr stark lokal verankert ist. Unter anderem betreibt die Firma in Schaffhausen seit 1996 das Stammhaus der Brauerei Falken, das Restaurant «Falken», und die «Brasserie Bahnhof Schaffhausen», das ehemalige Bahnhofsbuffet.
Babic versichert, dass der Gastrobetrieb in den Restaurationsbetrieben Schloss Laufen ab März und bis zur Winterpause 2008 mit dem bisherigen Angebot aufrechterhalten wird. Verkaufsschlager wie der Ritterzmorge, der Füürtopf oder das Schlossfäscht sollen erhalten bleiben. Ausserdem verspricht er eine leichte Anpassung des Gastroangebotes hin zu mehr lokaler und Schweizer Kost.

«Der Kostenvoranschlag steht nun»
Im «neuen» Schloss Laufen, frühestens 2009, werde das Gastroangebot allerdings definiert durch den von der Zürcher Baudirektion und der Regierung geplanten Umbau, so Babic. Das Gastroangebot werde von Anpassungen im Schloss direkt mit beeinflusst. Mitunter müssen Räumlichkeiten fürs Museum eingerichtet sowie andere Sanierungen und die Erweiterung des Kiosks in Angriff genommen werden. Im Laufe des nächsten Jahres könne man das Angebot für die Saison 2009 definieren.
Der Kanton Zürich plant, nebst der Gastronomie mit Schlosscharakter die bestehenden ungenutzten Räumlichkeiten als Museum zu nutzen. Wie die Bauetappen und -massnahmen im Detail aussehen, dazu wollte sich die Baudirektion noch bis Mitte Dezember äussern. Gestern Abend war der Kostenvoranschlag Thema bei der Baudirektion: «Der Kostenvoranschlag steht nun», sagte Giorgio Engeli, Leiter der Abteilung Steuerung und Portfolios vom Zürcher Immobilienamt (Baudirektion). Doch voraussichtlich ist erst im Januar mit einem Entscheid der Regierung zu rechnen. Das Siegerprojekt zur Einrichtung eines Besucherzentrums und zur Erweiterung des Verpflegungskiosks sowie der Studienwettbewerb zur Erreichung eines touristischen Inszenierungskonzeptes werden bei einem positiven Entscheid der Regierung ab 2008 umgesetzt. Engeli verrät noch nichts über die geforderte Kredithöhe.
Spricht die Regierung das Geld, werden – nach den erteilten Baubewilligungen – ab September 2008 voraussichtlich das Besucherzentrum und der Kioskbereich für den Sommerbetrieb ausgebaut werden. Im Schloss Laufen (Nordtrakt) ist eine Ausstellung geplant. Und der Gang zum Rheinfall selbst soll den Besuchern mit einem Erlebnispfad versüsst werden. Im Rahmen dieser Aufwertung des Schlossgartens sollen aber keine Tiere gehalten werden, wie einige Medien berichteten. Dafür würde ein Liftkonzept realisiert.

Grundstein für Ganzjahresbetrieb
Zum Gastrokonzept äusserte sich Engeli noch nicht konkret: Die Pacht werde nach dem Entscheid der Regierung voraussichtlich im Laufe des Frühlings neu ausgeschrieben. Ob es dann einen oder mehrere Pächter für die Gastrobetriebe geben werde, liess er noch offen.
Seine Aufgabe, so Tomislav Babic, sei, einen Grundstein für die Zukunft zu legen, unabhängig davon, wer dann den Pachtvertrag unterzeichne. Optimal wäre laut Babic, den Ganzjahresbetrieb anzustreben, obwohl dieses Szenario bisweilen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit heraufbeschwöre. «Ich denke, da braucht es eine Vorlaufzeit von zwei, drei Jahren. Doch ab 2010 könnte man den Ganzjahresbetrieb hinkriegen.» Es sei dann auch möglich, beim Personal auf mehr Kontinuität sprich: Jahresangestellte zu setzen. Darauf reagierten auch die Gäste positiv, meint Babic. Nächstes Jahr will er deshalb personell das Fundament für einen Ganzjahresbetrieb legen.

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15. Dezember 2007 | Allgemeine Diskussion

Neu kann die Seite Allgemeine Diskussion für nicht themenbezogene Verlautbarungen (Gedanken, Einladungen, Geburtstagswünsche etc.) genutzt werden.

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8. Dezember 2007 | Zufriedene Gesichter an der Falken-GV

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Aus einer langen Tradition heraus zählt die Generalversammlung der Brauerei Falken zu den bedeutenden gesellschaftlichen Anlässen im Wirtschaftsleben von Schaffhausen. Das war auch an der gestrigen Generalversammlung der Brauerei Falken im Park Casino Schaffhausen offenkundig, nahmen doch 261 Aktionäre daran teil. Unter den Aktionären waren denn auch nur zufriedene Gesichter auszumachen. Kein Wunder, durften sie doch unter anderem über die Gewinnverwendung eines insgesamt erfolgreichen Braujahres befinden.

Im Markt erfolgreich behauptet
«Ich freue mich sehr, dass die Brauerei Falken in einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb bei steigenden Beschaffungskosten sowohl den Umsatz als auch den Ertrag steigern konnte», betonte Verwaltungsratspräsident Jürg Spahn in seiner Einführung. Dies sei der Qualität als Dienstleister, den innovativen Produkten, der erfolgreichen Marktexpansion sowie dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeitenden zu verdanken und gerade im heutigen Marktumfeld nicht selbstverständlich. Besonders erfreut zeigte er sich, dass diese Zunahme gar stärker als das Wachstum des gesamten inländischen Biermarktes ausgefallen sei. Die Steigerung der Marktpräsenz von Falken zahle sich aus. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein sowie grossen Anstrengungen im Betrieb und an der Verkaufsfront sei es der mittelgrossen Brauerei Falken gelungen, sich eine solide Position im Markt zu erarbeiten.
Sorgen bereiten dem. Verwaltungsratspräsidenten die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise. Dies sei mitunter eine Folge der höheren Hopfennachfrage in China und Russland. Dann aber auch der laufend zurückgehenden Anbaufläche für Braugerste zu Gunsten des Anbaus von Energiepflanzen für die Bioethanol-Produktion.

Noch einen Gang höher schalten
Trotz dieser anhaltend schwierigen Situation auf den Beschaffungsmärkten hegt Spahn für das bereits im Oktober angelaufene neue Braujahr ehrgeizige Wachstumsziele. «Wir wollen nochmals einen Gang höher schalten und weiter wachsen, nicht um jeden Preis, sondern qualitativ und profitabel, unter Wahrung strikter Kostendisziplin.» Im Heimmarkt sieht Spahn beispielsweise in der Euro 08 grosse Chancen. «Wir werden für die Fangemeinde mit dem ‹Trainings-Lager› ein eigens auf diesen Anlass hin entwickeltes Lagerbier auf den Markt bringen.» Auch die Expansionsanstrengungen Richtung Süd würden fortgesetzt. CEO Philipp Moersen präsentierte in seinem Jahresbericht unter anderem die Investitionen in den Betrieb, welche ebenfalls zum Wachstum beitragen sollen. So sei für das Abfüllen von Bügelflaschen einen neuen Bügelschliesser investiert worden. Er hob auch die Erfolge mit dem neuen Erscheinungsbild und den neuen Märkten hervor.

Alle Traktanden genehmigt
Die anwesenden Kapitalgeber zeigten sich denn auch mit dem Geschäftsgang der Brauerei sehr zufrieden. So gewährten sie dem Verwaltungsrat ohne Gegenstimme die beantragte Entlastung und stimmten sowohl der vorgeschlagenen Verwendung des Bilanzgewinns als auch der Wiederwahl der bisherigen Revisionsstelle oppositionslos zu. Auch der Jahresbericht und die Jahresrechnung wurden genehmigt. Der Bilanzgewinn von gut 316 000 Franken wird zur Hälfte für die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von zehn Prozent verwendet. Der Rest wird den freien Reserven zugewiesen respektive als Gewinnvortrag auf die neue Rechnung gesetzt.
«An der Euro 08 ein Schlager wird das «Falken Trainings-Lager», dieser Reim des vom VR-Präsidenten verfassten Gedichtes, diesmal zur Euro 08, leitete dann zum traditionellen, vom Braumeister nach Geheimrezept zubereiteten Ochsenmaulsalat über.

Brauerei Falen Jahreskennzahlen 06/07

06/07 05/06
Nettoerlöse 21.69 21.32
Jahresgewinn 0.26 0.25
Umlaufvermögen 5.85 6.09
Anlagevermögen 11.48 11.42
Fremdkapital 13.58 13.88
Eigenkapital 3.75 3.63
Flüssige Mittel 0.39 0.36
Warenaufwand 13.35 12.90
Personalaufwand 5.97 6.15
Dividende pro Aktie 50 50

In Millionen Franken / Dividende in Franken

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28. November 2007 | Sache … Sächeli: Brauerei Falken

Schaffhauser Nachrichten, Sache … Sächeli

Seit Montagabend hat der Obertorturm Konkurrenz erhalten. Nicht nur dieser, sondern auch der Siloturm der Brauerei Falken im Herblingertal erstrahlt im Lichterglanz unzähliger Lämpchengirlanden, die den oberen Teil des Turms in warmes, weihnachtliches Licht tauchen. Die Installation sei gemacht worden, um der Schaffhauser Bevölkerung zu danken für die Treue und die Loyalität zum Bier aus der Region, wurde dazu mitgeteilt.

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27. November 2007 | Emotionen lassen Falken fliegen

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Nach Jahren rückläufigen Bierkonsums können die Bierbrauer wieder etwas aufatmen: Wie der Schweizer Brauerei-Verband bekannt gab, sind im abgelaufenen Braujahr 2006/07 4,34 Millionen Hektoliter Bier für knapp 1 Milliarde Franken verkauft worden, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Pro Kopf ergibt dies einen jährlichen Bierkonsum von 57,1 Liter. Das sind zwei Stangen mehr als im Vorjahr. Daran haben die Schweizer Brauereien mit einem durchschnittlichen Wachstum von 1,5 Prozent partizipiert.

Brauerei Falken gut im Trend
«Nach einem hervorragenden Start im Frühjahr, einem wetterbedingt schwachen Sommer und recht guten Herbstmonaten sind wir mit dem Geschäft im Braujahr 2006/2007 insgesamt zufrieden», erklärt Geschäftsleiter Philipp Moersen den SN gegenüber. Ohne genauere Zahlen zu nennen, entspreche das erzielte Geschäftswachstum in etwa der gesamtschweizerischen Zunahme von 1,5 Prozent. «Ich bin davon überzeugt, dass ohne die Lancierung neuer Spezialitäten sowie die stark emotional geprägte Neuausrichtung des Firmenauftrittes mit einem neuen, naturverbundenen Falken-Logo dieses Wachstum nicht möglich gewesen wäre», betont Moersen.

Pionier von Bierspezialitäten
Ebenfalls zum Wachstum beigetragen habe die erfolgreiche Erschliessung neuer Kunden, hauptsächlich im Grossraum Zürich, dann aber auch im angrenzenden Kanton Thurgau. «Mit unserem Falken im neuen Logo finden unsere neuen Bierspezialitäten speziell auch in der Partyszene eine wachsende Anhängerschaft», betont Marketing- und Verkaüfsleiter Markus Höfler nicht ganz ohne Stolz. Neben dem Falken-Lagerbier, welches nach wie vor den Basisumsatz erbringe, seien dies insbesondere Brauspezialitäten wie der Edelfalke hell, das Falken alkoholfrei, das Schwarzbier, der Falken Prinz oder das Munot Weizen. CEO Moersen betont, dass die Brauerei Falken eine der ersten, mittelgrossen Brauereien der Schweiz gewesen sei, welche noch vor der Neuaufmischizng des schweizerischen-Biermarktes mit solehen Produktinnovationen von sich reden machte.

Ein stark emotionales Geschäft
«Nur wenn es uns gelingt, Emotionen für unser Produkt mit Schaffhauser Wurzeln auszulösen, werden wir uns auch in Zukunft neben den Grossanbietern behaupten können, gibt sich Marketingleiter Höfler überzeugt. Selbstverständlich sei die Bierqualität beim Aufbau von Kundenbindungen nach wie vor entscheidend. Doch spielten gerade im «Lifestyle-Zeitalter» von heute immer mehr emotionale Komponenten bei der Auswahl des bevorzugten Biers eine Rolle. Dies beginne bereits bei der Flasche: Neben dem beliebten Drehverschluss für Einwegbiere erfreue sich die traditionelle Bügelflasche wieder grosser Beliebtheit. «Wir haben in eine neue Bügelverschlussanlage investiert und können damit noch effizienter produzieren», erklärt CEO Moersen.
Um die emotionale Bindung zum Falken zu stärken, trete die Brauerei Falken als Hauptlieferant an der Winterthurer Fasnacht, dann in Zürich am «Züri-Fäscht» sowie am Silvesterzauber auf. Und zu guter Letzt werde der Brauturm erstmals mit einer Weihnachtsbeleuchtung versehen.

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20. November 2007 | Vergangenheit wird erlebbar gemacht

Schaffhauser Nachrichten, Region
Judith Klingenberg

Es knistert und knackt im Lesesaal des Stadtarchivs. «Vorsicht», sagt Martin Cordes, stelltvertretender Stadtarchivar, «jetzt knallts dann gleich.» Urheberin der ungewöhnlichen Geräusche ist eine alte Tonbandmaschine. Auf dem Band eine 1945 aufgezeichnete Rede des damaligen Stadtpräsidenten Walter Bringolf, gehalten aus Anlass der 900-Jahr-Feier der Stadt Schaffhausen. Bringolfs Rede wird am kommenden Samstag zu hören sein, wenn das Stadtarchiv und das Staatsarchiv (siehe Artikel unten) die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür einladen. Der Anlass wird alle fünf Jahre und heuer zum dritten Mal gesamtschweizerisch durchgeführt. Da aber im Stadtarchiv anlässlich der Feier seines 50 jährigen Bestehens schon im vergangenen Jahr ein Tag der offenen Tür stattgefunden hat, wird nun Neuland beschritten. «Statt auf Traditionelles wie Urkunden setzten wir den Schwerpunkt diesmal auf audiovisuelle Medien», so Cordes.

Auch Hardware archivieren
Ein buntes Durcheinander aus Fotos, Filmen, Dias, Schallplatten, Tonbändern, CDs, DVDs und anderem mehr ist auf dem Tisch ausgebreitet – selbst modernste Medien haben längst ihren Platz erobert in den Archiven. Die Schwierigkeit stellt sich aber auch bei ihnen: Wie kann man sie richtig lagern? «Fotos auf Papier und Dias können in säurefreien Hüllen gelagert werden», sagt Cordes, «das ist einfach.» Bei Glasnegativen wirds schon schwieriger, muss man doch jedes einzelne in einen geeigneten Umschlag verpacken, was aufwendig und teuer ist. Bei der ebenfalls aufwendigen Digitalisierung stellt sich zudem die Frage, wie lange eine CD haltbar ist. Eine weitere Herausforderung besteht laut Cordes darin, dass nebst den Bild- und Tonträgern auch die Hardware archiviert werden muss. Allein für Filme gibt es etliche Formate, und die Zahl der Abspielgeräte für die unterschiedlichen Tonträger ist kaum abzuschätzen.

Personen werden lebendig
Der Film über die Bombardierung Schaffhausens ist eine der Attraktionen, die den Besuchern am kommenden Samstag an verschiedenen Stationen im ganzen Stadtarchiv präsentiert werden. Eine weitere sind Bringolfs Reden auf Band. Für die Besucher werden auch Transkripte zum Mitlesen bereitliegen, ausserdem vom Redner selbst verfasste Stichwortsammlungen sowie Fotografien. Cordes: «Dass Bringolf ein begabter Redner war, erschliesst sich einem schnell, aber wenn man ihm zuhören, ihn gleichzeitig angucken und den Text lesen kann, beginnt er als Person richtig zu leben.» Ein ähnliches Erlebnis wird mit Fotos, Büchern und Filmmitschnitten von Mundartdichtern erzeugt. Obschon nicht auf Filme und Tondokumente spezialisiert, möchte das Stadtarchiv mit diesen Präsentationen zeigen, wie Vergangenheit lebendig und erlebbar gemacht wird.

Jakob Nohl im Schaufenster
Der Bereich Fotografie, wo das Stadtarchiv nicht erst seit dem Projekt Pressefotografie schweizweit eine Vorreiterrolle einnimmt, wird ebenfalls einen Schwerpunkt bilden. Unter den zahlreichen Bildarchiven befindet sich auch dasjenige von Jakob Nohl (1881-1952). Ihm und seiner Firma Nohl-Druck wird auch die neue Gestaltung des Schaufensters in der Passage gewidmet, verrät Cordes. Unter anderem werden Lithografien und Fotografien von ihm zu sehen sein. Zudem dürfen sich die Besucher am Samstag in allen Räumen, auch im Kulturgüterschutzraum, umsehen. «Wir möchten die Bevölkerung für die Tätigkeit und die Bedeutung der Archive sensibilisieren», sagt Cordes, «und sie ermuntern, das Archiv auch sonst zu besuchen.»

**Anlaufstelle für Ahnenforscher**

*Das Beispiel Joinville zeigt: Familiengeschichte fasziniert immer mehr Menschen. Im Staatsarchiv werden professionelle Genealogen und Freizeitahnenforscher fündig.*

Die dieser Tage offiziell besiegelte Partnerschaft zwischen, der brasilianischen Stadt Joinville und dem Kanton Schaffhausen ist ein eindrückliches Beispiel für die wachsende Bedeutung der Familiengeschichte. Joinville wurde vor gut 150 Jahren von Auswanderern unter anderem aus dem Kanton Schaffhausen gegründet. Die Schweizer Wurzeln der Stadt wurden aber erst wieder entdeckt, als ein brasilianischer Historiker in einem Buch zum 150-Jahr-Jubiläum der Stadt darüber berichtete. Inzwischen wurde nicht nur Kontakt aufgenommen, sondern auch eine Kooperationserklärung zwischen dem Kanton und Joinville unterzeichnet.

Nicht nur Ausgewanderte
Das wachsende Interesse an Familiengeschichte bekommt auch das Staatsarchiv zu spüren. Laut Staatsarchivar Roland E. Hofer machen die Ausgewanderten – sie stammen grösstenteils aus den Vereinigten Staaten – allerdings nur etwa ein Drittel der Ahnenforscher aus. Die Mehrheit stammt aus der Schweiz und dem nahen Ausland. Auffallend ist auch, dass sich nebst professionellen Genealogen zunehmend Freizeitforscher mit den eigenen Vorfahren beschäftigen. Hofer: «Die Familienforschung in der Schweiz ist sehr im Aufschwung.»

Kirchenbücher unverzichtbar
Welche Möglichkeiten das Staatsarchiv für die Erforschung der Familiengeschichte anbietet, wird am Tag der offenen Tür vom kommenden Samstag demonstriert. Grosse Dienste leisten die Kirchenbücher aus dem ganzen Kanton, die inzwischen fast alle dort archiviert sind. «Die zentrale Aufbewahrung ist ein grosser Vorteil», sagt Hofer. Für die Zeit vor der Einführung des eidgenössischen Zivilstandswesens im Jahre 1876 sind Kirchenbücher so gut wie die einzige Möglichkeit, um zuverlässig einen Stammbaum zu erstellen, da Taufen, Trauungen und Begräbnisse darin dokumentiert sind – in den Gemeinden ab Anfang des 17. Jahrhunderts, in der Stadt bereits ab 1540. Etwas zu erforschen, das noch weiter zurückliegt, gelingt laut Hofer höchstens durch einen Zufallsfund.

Urkunden im Internet
Auch einige besonders wertvolle Urkunden werden am Tag der offenen Tür präsentiert, nämlich jene mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden. Insgesamt rund 6000 Urkunden, die älteste aus dem Jahre 987, umfasst der Bestand im Staatsarchiv. 200 davon wurden bisher in digitalisierter Form ins Netz gestellt, zusammen mit unzähligen weiteren so genannten Findmitteln zu Archivalien. «Dank der im Internet möglichen Recherche können sich heute viele Forscher den Weg zu uns sparen», betont Hofer.

Archiv als Dienstleister
Der dritte Schwerpunkt am Tag der offenen Tür gilt den Vereins- und Verbandsarchiven. Solche werden ebenfalls im Staatsarchiv aufbewahrt, da auch sie für die historische Forschung und die Nachwelt von Bedeutung sind. Ebenso wie bei der Familienforschung handelt es sich hierbei um eine Dienstleistung für Private. Hofer: «Wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass das Staatsarchiv weit mehr ist als das zentrale Endarchiv der kantonalen Verwaltung, was aber nach wie vor seine Kernfunktion ist.»

*Tag der offenen Tür
Im Rahmen des Schweizerischen Archivtags öffnen am kommenden Samstag, 17. November, im Kanton Schaffhausen das Staats- und das Stadtarchiv von 10 bis 16 Uhr ihre Türen und Magazine. Das Staatsarchiv am Rathausbogen 4 präsentiert Urkunden mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden, Möglichkeiten zur Familienforschung sowie Vereins-, Firmen- und Parteiarchive. Das Stadtarchiv am Fronwaplatz 24 konzentriert sich auf audio-visuelle Medien und zeigt, wie Bilder, Filme und Tondokumente als Quellenmaterial erschlossen und konserviert werden.*

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20. November 2007 | Jedes fünfte Bier kommt aus dem Ausland

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
sda

Insgesamt seien in der Schweiz 4,34 Millionen Hektoliter (hl) Bier verkauft worden, teilte der Schweizer Brauerei-Verband gestern mit. Das sei ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Brauwirtschaft erzielte insgesamt einen Umsatz von gegen eine Milliarde Franken. Zum gesteigerten Bierdurst beigetragen haben ein mildes Winterhalbjahr und ein ausserordentlich warmer April. Die dadurch geweckten grossen Erwartungen der Brauereien auf ein überdurchschnittliches Bierhalbjahr hätten sich dagegen nur teilweise erfüllt, heisst es. Einen Dämpfer erlitten die Brauereien durch die steigenden Beschaffungspreise für Malz, Hopfen, Verpackungen und Energie, heisst es.

Ausländische Biere im Vormarsch
Weiterhin waren ausländische Biere besonders gefragt: Die Importe hätten um 7,1 Prozent auf 830 000 hl zugenommen. Damit komme beinahe jedes fünfte Bier aus dem Ausland (19,1 Prozent). Heimische Brauer hatten indes mehr Mühe, die Biertrinker bei der Stange zu halten: Die inländische Bierproduktion sei lediglich um 1,5 Prozent auf 3,5 Mio. hl gestiegen. Der Marktanteil in der Schweiz produzierter Biere sei von 81,7 auf 80,9 Prozent gesunken.
Bereits im Bierjahr 2005/2006 hatte die Schweizerische Brauwirtschaft einen leichen Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs zu verzeichnen. Werte wie Anfang der Neunzigerjahre blieben allerdings unerreicht.

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19. November 2007 | Die Sütterlin-Schrift als Knackpunkt bei Urkunden

Schaffhauser Nachrichten, Region
hlh

«Wir betrachten den heutigen Tag als grosse Chance, die Bevölkerung über unsere Tätigkeiten zu informieren», erklärte Staatsarchivar Roland E. Hofer den Sinn und Zweck des Tags der offenen Tür der Schweizer Archive. Dieser Archiv-Tag findet alle fünf Jahre statt, und in Schaffhausen beteiligte sich neben dem Staatsarchiv auch das Stadtarchiv. Der Schwerpunkt der Präsentation lag laut Hofer dieses Jahr in der Ausstellung von Urkunden mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden, Informationen zur Familienforschung und zu Vereins- und Verbandsarchiven. «Prinzipiell besteht die Möglichkeit, dass Vereine bei uns ihre Archiv hinterlegen», erklärt Hofer eine der vielen Dienstleistungen des Staatsarchivs.

Stadt: Audiovisueller Schwerpunkt
Das Stadtarchiv Schaffhausen hingegen legte den Fokus auf das Thema der audiovisuellen Quellen und präsentierte einen Einblick in die Foto- und Filmsammlung sowie in die Bearbeitung und Erschliessung von Bild- und Tondokumenten. In einer neu eingerichteten Schaufenster-Ausstellung wurden Lithografien und Fotos mit Schaffhauser Ansichten von Jakob Nohl präsentiert. «Viele Leute, die das erste Mal – vielleicht zwecks Familienforschung – zu uns kommen, sind überrascht, dass die Urkunden und Dokumente nicht in der heutigen Schrift abgefasst sind», skizzierte Hofer ein immer wieder beobachtetes Archiv-Phänomen. Die so genannte Sütterlin-Schrift gilt unter diesen Kurrentschriften als besonderer Knackpunkt, ist jedoch lernbar. «Die Übersetzungsarbeit können wir aus Kapazitätsgründen den Besuchern nicht abnehmen, wir bieten jedoch Hilfestellung», skizzierte Staatsarchiv-Mitarbeiter Michael Bührer das gängige Vorgehen.

Nicht abschrecken lassen
Roland E. Hofer brachte abschliessend zum Ausdruck, dass sich Besucherinnen und Besucher von solchen Hürden nicht abschrecken lassen sollten. «Ich hoffe, der heutige Tag hat einige dazu angespornt, erneut zu uns zu kommen. Das Erfolgserlebnis, wenn jemand nach einiger Übung das Sütterlin plötzlich lesen kann, ist übrigens umso schöner.»

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24. Oktober 2007 | Der Hopfensaft von Falken wird teurer

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

Schlechte Kunde für Bierliebhaber: Auch die Bierpreise der Brauerei Falken erhöhen sich auf den ersten Januar 2008 um vier bis siebeneinhalb Prozent, dies, nachdem bereits vor einigen Wochen der Schweizer Marktführer Feldschlösschen auf den gleichen Zeitpunkt hin eine Preiserhöhung zwischen vier und sechs Prozent in Aussicht gestellt hatte. Auch der Schweizerische Brauerei-Verband (SBV) hatte bereits im vergangenen Juli Preiserhöhungen für den Gerstensaft prognostiziert.

10 bis 20 Rappen pro Stange
Für Max Reiner, Präsident des Branchenverbandes Gastro Schaffhausen, mit eigener Gaststätte in Lohn, sei die Bekanntgabe der Brauerei Falken nicht überraschend gekommen, da er auch vom Schweizerischen Branchenverband bereits im Sommer darauf vorbereitet worden sei. «Bei einer Preiserhöhung von vier Prozent für das Lagerbier gehe ich davon aus, dass ich den Preis für eine Stange Bier von heute 3.70 Franken in der Grössenordnung von 10 Rappen anheben werde», erklärte er den SN gegenüber auf Anfrage. Entschieden sei jedoch noch nichts. Im Unterschied zur südlich von Schaffhausen gelegenen Grossstadt möchte er jedoch die Schmerzgrenze von vier Franken möglichst nicht tangieren. Im Übrigen stünden die Preisaufschläge von Wirten und Händlern noch «in den Sternen», da die Preisgestaltung individuell erfolge und Preisabsprachen verboten seien.

Knapper werdende Rohstoffe
«Speziell bei der Braugerste, dann aber auch beim Hopfen haben sich die Preise dieses Jahr beinahe verdoppelt», erklärte Markus Höfler, Leiter Marketing und Verkauf bei der Falken-Brauerei, den SN gegenüber. Dies sei auch eine direkte Folge der zunehmend geringeren Verfügbarkeit auf den Weltmärkten. «Bei der Gerste, als Grundprodukt für die Malzherstellung, spüren wir die deutlich über,dem Angebot liegende Nachfrage hauptsächlich in China. Die Chinesen haben das Bier als Volksgetränk entdeckt.» Deutlich zu spüren sei auch die zunehmende Nachfrage unter anderem nach Gerste für die Herstellung des Biotreibstoffs Ethanol. «Der Malz ist bei Rohstoffhändlern zu einem Spekulationsobjekt geworden», erklärt Höfler. Zudem seien auch die Kosten für Energie, Verpackung, Transport und Löhne angestiegen und machten deshalb den beschlossenen Preisaufschlag unumgänglich.

Differenzierte Preisanpassung
Wie Höfler weiter betont, werde mit unterschiedlichen Preiskalkulationen die Erhöhung für die einzelnen Produkte und Packungen «so gering wie möglich» gehalten. Im Klartext heisst dies, dass die Preise für Lagerbier je nach Verpackungsart um durchschnittlich vier Prozent, diejenigen von Spezial- und Starkbieren um bis zu 7,4 Prozent angehoben werden. Die um 1,4 Prozent höhere Preisanpassung für Spezialbiere, verglichen mit der grossen Konkurrenz, erklärt Höfler mit «den geringeren Einflussmöglichkeiten einer kleineren Brauerei auf die Rohstoffpreise bei deren Beschaffung».
Inwieweit der Preisaufschlag sich negativ auf den Umsatz auswirken werde, sei heute nicht absehbar, da für den Bierkonsum auch andere Faktoren entscheidend seien. «In diesem Jahr hatten wir einen hervorragenden Frühling, gefolgt von einem schlechten Sommer.» Der Konsum von Bier und Getränken sei deshalb «durchzogen» ausgefallen. Positiv entwickelt habe sich das Geschäft mit Bierspezialitäten.

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5. September 2007 | Späthistorismus und nicht Jugendstil

Schaffhauser Nachrichten, Meinungen

Unter dem Titel «Umstrittener Lift in Kantonsschule: «Massiver Eingrifft» wurde publiziert: «Gegen diesen massiven Eingriff in das Jugendstilgebäude erhob sich daraufhin Widerstand …»
Es geht mir nachstehend nicht um den Lift, sondern um den angeblichen Jugendstil. Im ganzen Hauptgebäude, errichtet 1900-1902, ist nämlich kein einziges Jugendstilelement zu finden. Der Bau ist vielmehr ein Zeuge des Späthistorismus, «ein altdeutsches ‹Schloss› mit Treppengiebeln, florentinischen Aula-Fenstern und einem Erker mit Zwiebeldach» und ein «Schulschloss in ‹altdeutscher Renaissance›, mit steilen Treppengiebeln, in dominanter Lage oberhalb der Altstadt … mit langem Süd- und kurzem Westflügel. Im ersteren unter anderem die nach Süden orientierten Unterrichtsräume, im letzteren Haupteingang … und Treppenhaus sowie repräsentative Aula mit Rundbogenfenstern.» Soweit INSA, Inventar der neueren Schweizer Architektur, Bd. 8, S. 314/388.
1962 hatte ich jedoch selbst in einer Produktion im Rahmen der Scaphusia! gereimt: «Schon winkt von hohem Bergesrücken / Der Jugendstilbau seinen Blicken …», dies aktenkundig im Gärtli des Scaphusia!-Archivs.
Heute weiss ich es besser.

Michael E Dreher
Küsnacht

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25. August 2007 | Kleine Anfrage: Umstrittener Lift in Kantonsschule: «Massiver Eingriff»

Schaffhauser Nachrichten, Region
(ek)

Der Konflikt um den Einbau eines Lifts im Altbau der Kantonsschule hat jetzt zu einem parlamentarischen Vorstoss geführt. Der Einbau des Lifts wurde vorgesehen, um den behindertengerechten Zugang zum Altbau sicherzustellen sowie für Transportzwecke. Nachdem fünf Varianten geprüft worden waren, wurde ein Lift an der Nordostseite gewählt.
Aus Kostengründen fiel der Entscheid dann aber für einen Lift, der neben der Aula durch das Gebäude führen soll. Gegen diesen massiven Eingriff in das Jugendstilgebäude erhob sich daraufhin Widerstand: Die Lehrerschaft reichte eine Petition mit 60 Unterschriften gegen das Vorhaben ein, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Lift die Nutzung der Aula gefährden würde: Offenbar hat die Regierung diese Petition mit Verweis auf die Kosten anderer Varianten abschlägig beantwortet. Der Baubeginn des Lifts war für die Sommerferien geplant, ist aber bis heute nicht erfolgt.

Projekt nochmals überprüfen
Jetzt hat Kantonsrätin Martina Munz (SP, Hallau) zu diesem Lift eine Kleine Anfrage eingereicht. Sie will von der Regierung Folgendes wissen: Welche Liftvarianten wurden geprüft? Wie wurden die finanziellen, denkmalpflegerischen und feuerpolizeilichen Argumente gewichtet? Wie beurteilen Denkmalpflege, Heimatschutz und Feuerpolizei die gewählte Variante? Können schriftliche Gutachten eingesehen werden? Die Denkmalpflege muss im vorliegenden Fall ein Gutachten erstellen für das Departement, dem sie selbst unterstellt ist.
Ist die Unabhängigkeit der Denkmalpflege dabei gewahrt? Ist der Regierungsrat nicht auch der Meinung, dass die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen und schützenswerte Bausubstanz erhalten muss? Ist der Regierungsrat bereit, das Projekt neu zu überprüfen und allenfalls einen Nachtragskredit für eine bessere Variante zu beantragen? Munz erwartet eine Antwort der Regierung, bevor mit dem Bau des Lifts begonnen wird.

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14. Juli 2007 | Nicht nur die Quote

Schaffhauser Nachrichten, Leitartikel
Erwin Küenzi

Die Bildung ist der einzige Rohstoff der Schweiz.» Dieser Satz taucht in den politischen Diskussionen der letzten Jahre immer wieder auf. Und er leuchtet auch ein. Nur wenn wir die geistigen und intellektuellen Kapazitäten unseres Volkes optimal fördern und einsetzen, haben wir als Kleinstaat in einer globalisierten Welteine Chance, uns zu behaupten. Um diesen «Rohstoff» zu fördern, ist der Staat auch bereit, viel Geld auszugeben. So beschloss zum Beispiel der Ständerat im letzten Monat, zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008 bis 2011 21,2 Milliarden Franken aufzuwenden, was einem jährlichen Wachstum der Bildungsausgaben von sechs Prozent entspricht. Einzelne Parteien waren sogar bereit, einem noch stärkeren Wachstum zuzustimmen.

Nur St. Gallen, Aargau, Glarus und Appenzell Innerrhoden schlechter
Bildung ist also wichtig, und da macht es sich nicht gut, wenn bekannt wird, dass der Kanton Schaffhausen bei der Maturitätsquote schlecht abschneidet, und das schon seit Jahren. Diese Quote wird vom Bundesamt für Statistik erhoben. Dieses vergleicht den Anteil der Personen pro Kanton, die ein Maturitätszeugnis erworben haben, und zwar gemessen an der 19-jährigen ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz. Die jüngsten Zahlen dieses Vergleichs – sie stammen aus dem Jahr 2005 – zeigen, dass der Kanton Schaffhausen mit einer Quote von 14,5 Prozent unter dem schweizerischen Durchschnitt von 18,9 Prozent liegt. Unter allen 26 Kantonen belegt er den fünftletzten Platz, einzig St. Gallen, Aargau, Glarus und Appenzell Innerrhoden weisen proportional noch weniger Maturandinnen und Maturanden als Schaffhausen auf. Und das geht schon seit einigen Jahren so: Seit 2002 liegt die Schaffhauser Quote unter dem Durchschnitt.
Was läuft da schief, ist man geneigt zu fragen. Doch bevor unser gesamtes kantonales Bildungssystem in Frage gestellt wird, lohnt es sich, diese Statistik etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Die erste Frage wäre, ob in der ganzen Schweiz die gleich schwierigen oder leichten Maturitätsprüfungen absolviert werden müssen. Da hier die Kantone Spielraum haben, ist das nicht der Fall. Wer die Anforderungen etwas lockert, kommt so zu mehr erfolgreichen Maturanden und damit in der Statistik zu einer besseren Quote.

Niedereres Nivea in den naturwissenschaftlichen Fächern
Dass dies nicht nur eine Vermutung ist, kann unsere Kantonsschule bezeugen. Sie unterhält ein Austauschprogramm mit dem Kanton Waadt. Schülerinnen und Schüler aus dem Welschland besuchen den Unterricht in Schaffhausen. Dabei stellen die Lehrkräfte fest, dass das Niveau der Austauschschüler vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern und in Mathematik unter demjenigen ihrer Schaffhauser Kollegen liegt. Dafür belegte der Kanton Waadt in der Statistik für 2005 den dritten Platz und liegt mit 25,7 Prozent weit über dem Durchschnitt.

Ein attraktives und breit gefächertes Angebot
Und dann gilt es noch eine andere Frage zu stellen: Gibt denn nur die Maturitätsquote Auskunft über den Bildungsstand eines Kantons? Müsste man sich nicht vielmehr auch fragen, wie viele dieser Maturanden nachher erfolgreich ein Studium abgeschlossen haben? Und was ist mit denen, die ihre Matur nicht an einem Gymnasium erworben haben, sondern im Besitz einer Berufs- oder Fachmatur sind? Gerade in diesem Bereich verfügt der Kanton Schaffhausen über ein attraktives und breit gefächertes Angebot, das die Durchlässigkeit garantiert. Es führen also viele Wege nach Rom beziehungsweise an die Universität. Diese ist aber, und das ist ein weiterer wichtiger Punkt, nicht das einzige erstrebenswerte Ziel innerhalb der schweizerischen Bildungslandschaft. Ebenso wichtig sind gut ausgebildete Berufsleute. Neben den Ingenieuren, die das neue «Alinghi»-Boot berechnen, braucht es die Handwerker, die es bauen und seine Segel herstellen können. Oder um ein Beispiel aus der Nähe zu nehmen: Die IWC benötigt für ihren weltweiten Erfolg nicht in erster Linie Akademiker, sondern Uhrmacher, die auf höchstem Niveau arbeiten können.
So ist die Maturitätsquote nur ein Indikator für den Zustand des Bildungswesens in einem Kanton. Man tut gut daran, den Fokus nicht nur darauf, sondern auch auf alle anderen Aspekte zu richten, die in diesem Bereich wichtig sind.

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12. Juli 2007 | Maturität. Die Sache mit der Quote

Schaffhauser Nachrichten, Region
Erwin Küenzi

Es war eine schöne Feier heute vor einer Woche in der Kirche St. Johann in Schaffhausen. 136 Maturandinnen und Maturanden konnten aus der Hand von Kantonsschulrektor Urs Saxer ihr Maturitätszeugnis in Empfang nehmen. Aber eigentlich hätten es mehr sein können, denn im gesamtschweizerischen Vergleich liegt der Kanton Schaffhausen in Sachen Maturität fast am Schluss, und das schon seit einigen Jahren. Die Zahlen sprechen hier eine deutliche Sprache. Erhoben werden sie vom Bundesamt für Statistik (BFS) in Bern. Das BFS berechnet jeweils die gymnasiale Maturitätsquote. Diese entspricht, so schreibt das BFS, «dem Anteil Personen, die ein gymnasiales Maturitätszeugnis erworben haben, gemessen an der 19-jährigen, ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz (Durchschnittsalter der Maturandinnen und Maturanden)». Im schweizerischen Durchschnitt liegt diese Quote für 2005, dem letzten Jahr, für das die Zahlen ermittelt wurden, bei 18,9 Prozent, Tendenz steigend. Im Kanton Schaffhausen liegt sie bei 14,5 Prozent und damit unter dem Durchschnitt, was übrigens seit 2001 der Fall ist. Unter allen 26 Kantonen liegt Schaffhausen an fünftletzter Stelle.

Alle Wege stehen offen
Trotzdem läuten im Erziehungsdepartement keine Alarmglocken, und das aus guten Gründen, wie Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel gegenüber den SN erklärte. Sie verweist darauf, dass die Quoten in der Westschweiz und im Tessin sich zwischen 20 und 30 Prozent bewegen. Der Grund dafür liegt darin, dass die Matur – in Anlehnung an die Nachbarländer Frankreich und Italien – einen viel höheren Stellenwert hat als die Berufslehre, das im Gegensatz zu den Deutschschweizer Kantonen. «Diese höhere Maturitätsquote, die den Durchschnitt hinauftreibt, ist aber längst kein Garant dafür, bessere und mehr Akademiker zu erzielen», sagte Widmer Gysel. Zudem würden, fügte die Vorsteherin des Erziehungsdepartements an, mit der Berufsmaturität respektive dem Angebot der Fachmittelschule (ehemals Diplommittelschule) mit Abschluss Fachmaturität und der Handelsmittelschule, ebenfalls mit Abschluss Fachmaturität, sowie der Durchlässigkeit in den Ausbildungen an Fachhochschulen und mit zusätzlichen Passarellen an die Universitäten den jungen Schaffhauserinnen und Schaffhausern alle Wege offen stehen. «Letztendlich ist es nicht entscheidend, welcher Weg gewählt wird, ob derjenige über die gymnasiale Maturität, die Fachmaturität oder die Berufsmaturität», sagte Widmer Gysel. Aus allen diesen Gründen behalte man zwar die Entwicklung der Maturitätsquote im Auge, es bestehe aber kein Handlungsbedarf.

Niveau ist höher
Die Gründe, die Rosmarie Widmer Gysel anführte, werden von der Kantonsschule bestätigt. So hat man dort bei einem Austauschprogramm mit dem Kanton Waadt die Erfahrung gemacht, dass in Schaffhausen vor allem bei den Naturwissenschaften und der Mathematik die Ansprüche höher sind. «Der selektive Gedanke ist an den Mittelschulen der Deutschschweiz ausgeprägter», erklärte Prorektor Pasquale Comi gegenüber den SN.


Entwicklung der Maturitätsquote im Kanton Schaffhausen 1990-2005
Vergleich mit dem gesamtschweizerischen Durchschnitt


Gymnasiale Maturitätsquote nach Kantonen, 2005

#Allgemeines

6. Juli 2007 | «Vergessen Sie nicht, am Schluss umzufallen»

Schaffhauser Nachrichten, Region
(lm)

Es soll Leute geben, die die Maturfeier extra wegen des Gänsehautgefühls besuchen – weil es so schön sei. Die meisten, die sich gestern Abend in der Kirche St. Johann drängten, werden indes aus einem anderen Grund gekommen sein: Entweder um selbst das Maturzeugnis entgegenzunehmen oder um herzlich zu applaudieren, wenn das andere taten. Vielleicht hat sich die Gänsehaut aber trotzdem ab und zu eingestellt. Zu Beginn der Feier beispielsweise, als wie immer das Blechbläserensemble der Kantonsschule die Gäste verstummen liess und die Aufmerksamkeit auf die Bühne lenkte. Vielleicht auch während eines der zahlreichen weiteren Stücke, die die verschiedenen musikalischen Gruppen der Kantonsschule darboten. Oder in jenem kurzen Moment, in welchem der eigene Name aufgerufen wurde und einem Urs Saxer, der Rektor der Kantonsschule Schaffhausen, das Abschlusszeugnis übergab.

Alle Prüflinge haben bestanden
136 Maturandinnen und Maturanden waren zu den Prüfungen angetreten, und alle haben sie bestanden: 61 Kandidatinnen und Kandidaten im musischen Profil, 47 im naturwissenschaftlich-mathematischen und 28 im sprachlichen. «Die Performance ‹Matura ’07› ist geglückt», gratulierte Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel. In «der besten Woche des Jahres – jener der Abschlussfeiern nämlich», sei dies ein besonderer Tag für die Maturanden, aber auch ein schöner Tag für die Eltern, «die das Schiff, das sie haben auslaufen lassen, nun sicher im ersten Hafen einlaufen sehen» und ebenso ein erfolgreicher Tag für die Lehrpersonen, die – so Urs Saxer – die Schüler in den letzten vier Jahren gefördert, gefordert, genervt und «hoffentlich auch ab und zu unterhalten» hätten.
Sein Publikum bestens unterhalten hat gestern Abend mit Sicherheit Gabriel Vetter. Der Slam-Poet, Journalist, Autor und Kolumnist hat die Kantonsschule Schaffhausen bereits vor fünf Jahren abgeschlossen und hielt als Ehemaliger die Maturrede – in feinster Slam-Poetry-Manier und immer wieder unterbrochen von Heiterkeitsausbrüchen unter den Zuhörern. Gute Ratschläge zu geben, «Bedienungsanleitungen zum Leben, Packungsbeilagen für ein eventuelles Studentendasein», wie sie sonst in Maturreden Usus sind, dafür konnte sich Vetter allerdings nicht so recht begeistern. «Von denen habt Ihr schon reichlich bekommen in der letzten Zeit», vermutete er wohl zutreffend. Ein einziger Rat gab er den Absolventen dann aber doch mit: «Etwas sollte man viel öfter tun: einfach nichts.» Oder, anders gesagt: «Arbeiten Sie, so viel Sie können, arbeiten Sie, so viel sie wollen, arbeiten Sie bis zum Umfallen. Aber, bitte: Vergessen Sie nicht, am Schluss umzufallen.»

**Maturandinnen und Maturanden**

FS 2007, Profil M
Susanne Albrecht, Schaffhausen, beabsichtigte Ausbildung: Architektur; Thea Bänteli, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Regula Barner, Flurlingen, Auslandaufenthalt; Hanna Baumberger, Schaffhausen, Erziehung; Andrea Beeler, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Jacqueline Berg, Wilchingen, noch nicht entschieden; Tamara Blank, Diessenhofen, Rechtswissenschaften; Jasmina Bukovac, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Daniela Burgener, Hallau, Physiotherapeutin; Coralie Burkert, Neunkirch, Ethnologie und Volkskunde; Julia Carisch, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Katja Christen, Hallau, Tourismus; Dragan Damjanovic, Feuerthalen, noch nicht entschieden; Sara De Ventura, Neunkirch, Praxis; Melissa Dufournet, Rüdlingen, Internationale Beziehungen; Marina Eaton, Uhwiesen, Heilpädagogik Luana Elber, Schaffhausen, Textil; Daniel Engler, Rainsen, Praxis; Janine Fischbacher, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Kathrin Frei, Altdorf, Kaufm. Lehre; Lea Frick, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Mira-Lena Fricker, Neunkirch, Ethnologie und Volkskunde; Johanna Gabriel, Ramsen, Theater; Florence Graf, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Irene Hafner, Stetten, Pädagogische Hochschule; Simon Hampl, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Daniel Harzbecker, Hallau, Rechtswissenschaften; Linda Hatt, Altdorf, Erziehung; Astrid Herrmann, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Livia Höhener, Löhningen, Internationale Beziehungen; Sebastian Homberger, Rüdlingen, Architektur; Nicola Jacky, Schaffhausen, Sprachen; Linda Jost, Schaffhausen, Dolmetscherin; Anouk Kammer, Schaffhausen, Pädagogische Hochschule; Sara Kind, Schaffhausen, Humanmedizin; Debora Lewicki, Hallau, Auslandaufenthalt; Corinne Meier, Thayngen, Wirtschaftswissenschaften; Larissa Meier, Schaffhausen, Sprachen; Matthias Meier, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Patrick Meister, Schaffhausen, Elektrotechnik; Esther Müller, Buchberg, Pädagogische Hochschule; Doris Oechslin, Schaffhausen, Humanmedizin; Sarah Ott, Buch, Internationale Beziehungen; Regula Probst, Gächlingen, Gesundheitswesen; Daria Rambone, Feuerthalen, Religionswissenschaft; Ramona Rota, Stein am Rhein, Bewegungswissenschaften/Sport; Sandra Rüedi, Gächlingen, FH Wirtschaft; Anja Schäfli, Hallau, Soziales; Aline Schlatter, Stein am Rhein, Humanmedizin; Nicole Schneider, Dachsen, Wirtschaftswissenschaften; Fabienne Schultheiss, Wilchingen, Auslandaufenthalt; Mirjam Sieber, Schaffhausen, Internationale Beziehungen; Katrin Siegerist, Schaffhausen, Soziales; Laura Simon, Schaffhausen, Psychologie; Noemie Stotz, Rüdlingen, Wirtschaftswissenschaften; Silvia Studer, Schaffhausen, Sozialwissenschaften; Sibel Tektas, Schaffhausen, Humanmedizin; Ellen Tschanz, Bibern, Erziehung; Andreas Walther, Schafthausen, Philosophie; Natalie Yacoubian, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Anna Zimmermann, Schaffhausen, noch nicht entschieden.

FS 2007, Profil N
Till Aders, Schaffhausen, beabsichtigte Ausbildung: Geomatik und Planung; Yves Bamert, Schaffhausen, Praxis; Maurizio Baur, Schaffhausen, Bauingenieurwesen; Jean-Marc Behr, Buchberg, Werkstofiwissenschaften; Claudia Bohni, Stein am Rhein, Biologie; Stefan Bohren, Thayngen, Chemie; Thomas Cerny, Stetten, Philosophie; Daniel Demin, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Tugba Erdil, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Vincent Fehr, Schaffhausen, Geografie; Lukas Forster, Schaffhausen, Umweltwissenschaften; Adrian Galli, Neunkirch, noch nicht entschieden; Mikael Giacomini, Buchberg, Bauingenieurwesen; Christoph Haggi, Schaffhausen, Erdwissenschaften; Monica Haupt, Schaffhausen, Gesellschaftswesen; Raffael Hedinger, Wilchingen, Maschinenbau; Stefan Hiltebrand, Neuhausen am Rheinfall, Praxis; Raffael Hochreutener, Schaffhausen, Elektrotechnik; Joelle Hofer, Rüdlingen, Ethnologie und Volkskunde; Thomas Hofer, Lohn, Internationale Beziehungen; Fabian Käslin, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Noah Keller, Schaffhausen, Humanmedizin; Nicole Kolb, Beringen, Lebensmittelwissenschaften; Diego Krause, Dörflingen, Praxis; Moritz Küng, Schaffhausen, Physik; Miriam Leutenegger, Schaffhausen, Praxis; Peter Maag, Siblingen, Wirtschaftswissenschaften; Fabian Mark, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Elisa Meister, Dachsen, Politikwissenschaft; Miriton Mihovci, Schleitheim, Mathematik; Cedric Müller, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Patrick Müller, Lohn, Maschinenbau; Silvana Niedermann, Uhwiesen, Geografie; Derya Özdogan, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Stan Polach, Neuhausen am Rheinfall, noch nicht entschieden; Sandra Portmann, Neuhausen am Rheinfall, Rechtswissenschaften; Christian Salvisberg Gächlingen, noch nicht entschieden; Daniel Schilling, Schaffhausen, Geografie; Mathias Schilling, Schaffhausen, Chemie; Elia Schneider, Ramsen, Chemie; Martin Stamm, Thayngen, Werkstoffwissenschaften; Sebastien Surber, Flurlingen, Rechtswissenschaften; Kurt Suter, Lohn, Maschinen-/Elektrotechnik; Andre Weilenmann, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Luc Zehnder, Schaffhausen, Wirtschaftswissenschaften; Philippe Zindel, Rüdlingen, noch nicht entschieden; Ann-Martina Zürcher, Beringen, Rechtswissenschaften.

FS 2007, Profil S
Stefan Achermann, Schaffhausen, beabsichtigte Ausbildung: Chemie; Kim Beyeler, Trasadingen, Sprachen; Ramona Böh, Neunkirch, Erziehung; Lisa Bollinger, Schleitheim, Geschichte; Jane Braden-Golay, Schaffhausen, Internationale Beziehungen; Anja Cambensy, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Simone d’Aujourd’hui, Schaffhausen, Geografie; Esma Fakic, Neuhausen am Rheinfall, Humanmedizin; Anna Frey, Schaffhausen, Sprachen; David Furrer, Stetten, Chemie; Andreas Grossmann, Hallau, Sprachen; Joel Günthardt, Schaffhausen, Rechtswissenschaften; Isabelle Homberger, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Iris Hübscher, Schaffhausen, Anglistik Christian Hunziker, Schaffhausen, Geschichte; Bettina Jenny Gächlingen, Agronomie; Jil Keller, Schaffhausen, Tanz; Elias Meier, Neuhausen am Rheinfall, Wirtschaftswissenschaften; Christoph Rohner, Schaffhausen, Auslandaufenthalt; Maria Romay, Schaffhausen, Humanmedizin; Tim Schriber, Thayngen, Rechtswissenschaften; Anne-Sophie Tramer, Stein am Rhein, Auslandaufenthalt; Noah Valley, Schaffhausen, noch nicht entschieden; Manuel Vestner, Schaffhausen, Humanmedizin; Sonja Widmayer, Neuhausen am Rheinfall, Sprachen; Monika Wipf, Lohn, Praxis; Mina Zafi, Schaffhausen, Humanmedizin; Larissa Zengerfing, Schaffhausen, Internationale Beziehungen.

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4. Juli 2007 | 10 000 Liter Bier wurden am Pontonierfest ausgeschenkt

Schaffhauser Nachrichten, Stein / Untersee, Journal

Die Besucher des Eidgenössischen Pontonierwettfahrens hatten ordentlich Durst und Hunger: 10000 Liter Bier gingen während den vier Wettkampftagen über den Tresen. 6000 Würste, 6000 Wettkampfmenüs, 800 Kilo Fleisch und eine halbe Tonne Fisch wurden gegessen. Der Alkoholkonsum forderte auch seine Opfer: 20 Betrunkene mussten zur Ausnüchterung ins Sanitätszelt. Beim Aufräumen wurden ausserdem 40 Natels gefunden – an den seltsamsten Orten.

#Allgemeines

13. Juni 2007 | Zum Verkteidungsverbot an der Kantonsschule, SN vom 5.6.

Schaffhauser Nachrichten, Meinungen

Schüler noch prüder als unsere Grosseltern

Wenn ich die Vorschläge der Abschlussklassen an der Kanti zur Verkleidungswoche lese, bekomme ich echte Bedenken. Nicht zu viel nackte Haut zeigen, alles mit der Schulleitung absprechen, keinen Unterricht stören. Das sollen die Richtlinien für kommende Jahre sein. Und das haben die Schüler geschrieben. Das ist ja prüder, als es unsere Grosseltern je waren. Die Schüler schwenken damit zu 100 Prozent auf den Kurs des Rektors ein und verkünden gleich noch ein paar Regeln, die nicht einmal dem Rektor in den Sinn gekommen wären. Wenn das die neue Widerstandskultur sein soll, «dänn guet Nacht am sechsi».

Florian Keller, Schaffhausen

Gesellschaftliche Rollen am eigenen Leib ausprobieren

Junge Leute stehen vor den Schulabschlussprüfungen. Wie wird ihre berufliche Zukunft aussehen? Wer von ihnen wird später einmal Ärztin, wer Künstler? Wer Juristin, wer Banker, wer Lehrer? Um solche gesellschaftlichen Rollen schon in der Schulbank am eigenen Leib anzuprobieren (und um von einer Jugend ohne beruflichen Dresscode Abschied zu nehmen), ist es zur Tradition geworden, dass die Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Schaffhausen in der letzten Unterrichtswoche vor den schriftlichen Prüfungen jeweils in ungewohnte Kleider schlüpfen.
Die Lehrpersonen sahen sich einer bunten Schar gegenüber: Hippies, Krawattenträger, Sportlerinnen. Rektor Saxer schickte die Schülerinnen und Schüler kurzerhand nach Hause, mit der Begründung, da sei ein «normaler Unterricht gar nicht mehr möglich». – Warum eigentlich nicht? Im Erwachsenenunterricht sind die Leute je nach Beruf ebenfalls ganz unterschiedlich gekleidet. In Zürich habe ich Kurse für kantonale Beamte geleitet. Einige Teilnehmende waren jeweils uniformiert, die anderen nicht. An der Universität hielt ein Französischprofessor sein Seminar über den Discours indirect libre einmal in Brigadier-Uniform. Der Unterricht litt nicht darunter. Kleider machen Leute, das wissen wir seit Gottfried Keller, aber sie bestimmen nicht die Qualität des Unterrichts.

Ulrich Schweizer, Buch

Ästhetik im Mittelpunkt einer neuen Verbindung

Betreffend den Artikel «Verkleidungsverbot an der Kanti» haben wir eine kleine Kritik anzubringen: Wir Schülerinnen der Abschlussklasse der 3da der DMS beschlossen auf Grund der an unserer Schule dominanten Männerverbindung Scaphusia, eine Gegenverbindung mit ähnlichen Grundsätzen zu bilden. Daher sind wir keine «Turnbändel tragenden Sportgeister», sondern eine neue Schülerverbindung. Anders als bei der Scaphusia ist der Alkohol bei uns auf Grund des Kaloriengehalts tabu. Wir sind sehr um die Gesundheit unserer Mitglieder besorgt. Bei der DMS TV steht die Ästhetik im Mittelpunkt. Neue Mitglieder sind willkommen! Anmeldungen bitte auf DMSTV@gmx.ch

DMS TV, Schaffhausen

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9. Juni 2007 | Zum Verkteidungsverbot an der Kantonsschule, SN vom 5.6.

Schaffhauser Nachrichten, Meinungen

Was vom guten Maturastreich noch übrig blieb

Seit Mittwöch verfolge ich als Schwester einer Maturandin die Ereignisse um den guten alten Maturastreich – und was davon übrig blieb. Dienstag, 12.00 Uhr: Sitzung mit Rektor, Thema: Verkleidung veboten. Mittwoch, 12.00 Uhr: Sitzung ohne Rektor, Thema: Was ziehen wir an? Erlaubt sei eine Verkleidung, wenn eine klare Botschaft ersichtlich sei», frei nach Saxer. Diese Botschaften waren nicht zu übersehen, aufgemalt auf riesigen Pergamenten. Nein, sie sind nicht gestorben, die echten Kantis vom Emmersberg, und Freude herrschte darüber, die Lehrer anstatt im Pausenräumli heute selbstverständlich draussen anzutreffen. Die Schüler wurden im Plenum nach Hause dirigiert.
Ihr Kritiker, seid doch stolz auf das, was ihr in den vier Jahren aus euren Bengeln für ein schlagfertiges Völklein gemacht habt, sie werden den euch einmal dankbar sein dafür – und ihr ihnen. Ach ja, da fällt mir noch diese Geschichte ein: Minni, Michel und Suse toben auf dem Hof. Eine Nachbarin reisst das Fenster auf. Sie klatscht in die Hände und schreit: Wollt ihr wohl still sein! Da spielen Minni, Michel und Suse woanders. Die Nachbarin ist ihnen zu laut.

Monika Burgener, Hallau

Unhaltbare Repression des Rektors

Nun platzt mir wirklich der Kragen! Letztes Jahr habe ich mich aus Rücksicht auf meine Tochter zurückgehalten. Die damaligen Maturandinnen und Maturanden waren Wochen vor der Matur der Repression des jetzigen Rektors ausgesetzt, in der letzten Schulwoche keinesfalls die jahrelange Tradition der Verkleidungswoche auszuleben. Sie haben einen Weg gefunden und sich alle schwarz gekleidet. Gleichzeitig wurde der Maturastreich verboten und als Gipfel auch eine eigene Maturazeitung. Die Lehrer könnten ja ironisch und sarkastisch auf die Schippe genommen werden. Das zensurierte Resultat war bereits vor einem Jahr ein Schülerbuch nach amerikanischem Vorbild. Kein lustiges und originelles Werk, gestaltet von motivierten Jugendlichen, in ihrer eigenen Sprache, vielleicht im Tonfall manchmal an der Grenze. Aber sollte ein wenig Humor nicht im Lohn eines Kantilehrers inbegriffen sein? Hier muss ich betonen, dass bei meinen älteren Kindern, unter einem anderen Rektor, ein grosser Teil der Lehrerschaft, sogar der Rektor selbst, durchaus mit den Schülern zusammenstand und sich bereitwillig und ebenfalls humorvoll an den Traditionen der Jungen beteiligten. Diese Grosszügigkeit muss bedingungslos in der Zusammenarbeit mit jungen Menschen vorhanden sein. Diese Lehrer und Lehrerinnen gibt es auch heute noch, aber sie stehen nun ebenfalls unter dem Diktat des Rektors, indem er sie anwies, keine verkleideten Schüler zu unterrichten. Was wollen und verlangen wir eigentlich von jungen Menschen? Sicher keine angepassten, humorlosen Wesen, in ein Schema des amerikanischen Schulbuches gepresst. Sondern eigenständig gestaltend, humorvoll und sich der Einmaligkeit des Jungseins bewusst. Die Maturandinnen und Maturanden haben kurz vor den letzten Prüfungen eine strenge Zeit des «Büffelns» hinter sich. Die Tradition der Verkleidung, des Streiches und der Maturazeitung ist ein Ventil und das letzte Gemeinschaftserlebnis kurz vor dem Auseinandergehen. Übrigens: Vor 30 Jahren war diese heute verpönte Verkleidung ganz normale Alltagskleidung, über die sich kein Lehrer aufregte.

Franziska Brenn, Neuhausen am Rheinfall

#Allgemeines

9. Juni 2007 | Härte und Disziplin

Schaffhauser Nachrichten, Leitartikel
Robin Blanck

An der Schaffhauser Kantonsschule hängt der Haussegen schief: Die Schulleitung hat rund 150 Schülerinnen und Schüler nach Hause geschickt. Die eine Hälfte der Heimgeschickten kam in Anzug und Krawatte, die andere im Hippie-Stil mit Batiktuch und Blümchenmuster zur Schule. Diese grobe Provokation der Schülerschaft durfte man sich nicht bieten lassen. Während die dumpfe Gewaltbereitschaft der Verkleidungstäter sich bereits in der Wahl des Hippie-Looks augenfällig manifestierte, stellte die Aktion zudem ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko für die Schule, die rechtsstaatliche Ordnung sowie die Grundfesten unserer Zivilisation dar. Man stelle sich nur einmal vor, welche kriminelle Energie Langhaarperücken und Seidenkrawatten aus einer Horde junger Menschen herausholen können: Gemeinsames Liedersingen! Im Schneidersitz! Auf dem Pausenplatz! In der Pause! Man kann von Glück reden, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Angesichts der Schwere des Vergehens durften _die geständigen Täter nicht mit Milde rechnen: Sie wählten den harten (Nachhause-) Weg. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn die Schüler – wie derzeit in verschiedenen, weniger problematischen Schulen häufig anzutreffen – sich gegenseitig mit Waffen bedroht, Drogen bis zum Exzess konsumiert oder nur zweimal im Jahr den Weg ins Klassenzimmer gefunden hätten. Da hätte man ja drüber reden können, in freundlichen Therapiezimmern, denn eine Lösung gibt es ja immer. Nachdem sich diese Kantonsschüler aber vier Jahre lang mit Literatur, Fremdsprachen, Philosophie, Mathematik, Biologie, Geografie und degleichen mehr auseinandergesetzt haben, kann man sich nicht einfach mit ihnen an einen Tisch setzen und vernünftig reden. Nach vier Jahren an der Kanti verstehen die nur Härte, Disziplin und ohni Znacht is Bett!

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7. Juni 2007 | Dorsch mit «Bierbauch» in Norwegen

Schaffhauser Nachrichten, Von Tag zu Tag

Norwegische Schüler haben einen 14 Kilo schweren Dorsch mit echtem «Bierbauch» gefangen. Die Teilnehmer eines Schullandheim-Aufenthalts fanden den ungewöhnlichen Fisch am Oslofjord. Weil ihnen der ungewöhnlich kräftige Bauch sofort aufgefallen war, erwarteten die Schüler beim Aufschneiden des Fisches einen mit Krabben, kleinen Fischen und anderer traditioneller Nahrung gut gefüllten Magen. Stattdessen fanden sie eine grüne Halbliterdose mit dänischem Tuborg-Bier.

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6. Juni 2007 | Stumm «Unrechtsregime herausgefordert»

Schaffhauser Nachrichten, Region
René Uhlmann

Grosse Pause an der Kantonsschule. Gemächlich schlendern Schülerinnen und Schüler auf den Pausenplatz, viele von ihnen setzen sich im Kreis auf den Boden. Gemeinsames Merkmal: Alle haben sie ihren Mund mit Isolierband verklebt.
Das sind die Absolventinnen und Absolventen der Maturklasse, morgen Donnerstag ist ihr letzter Schultag. Mit ihrer Aktion protestieren sie gegen eine Sanktion, die Rektor Urs Saxer am Montag verhängt hatte: Wer «verkleidet» zur Schule kommt, darf den Unterricht nicht besuchen (siehe auch SN von gestern). Wie andere Jahrgänge auch wollten viele (nicht alle) eine – organisiserte – «Verkleidungswoche» durchführen. «Es gab zwei Gruppen: Hippies und Kapitalisten», erklärt Luana Elber, eine Beteiligte. Sie hätten den Unterricht nicht gestört, in der Pause allerdings setzten sich die «Hippies» in Pose, spielten Gitarre und machten auf Blumenkinder. Gestern wären dann die Kapitalisten mit einer Pausenaktion dran gewesen.
Doch jetzt haben sich die Aktivisten dem Willen des Rektors gebeugt; allerdings unter dem erwähnten demonstrativen Protest. Auf einem Flugblatt, unterschrieben mit «die Aufklärer» wird kritisiert: «Die von dem Lehrpersonal vermittelten Werte der kritischen Reflexion, Meinungsfreiheit und dem Entgegenstreben einer glücklicheren und freieren Welt keimten vier volle Jahre in unseren Köpfen, bis sie heute, genau in dieser Stunde, zur vollen Blüte erstarkten und das Unrechtsregime herausforderten.»
Demgegenüber hielt Urs Saxer, der sich gegen Ende der Pause auf dem Platz zeigte, fest: «Die Lehrerschaft hat schon immer Aktivitäten der Abschlussklassen am letzten Tag erlaubt; nicht aber während einer ganzen Woche. Deshalb haben wir von der Lehrerschaft jetzt ein Zeichen gesetzt.»


«Schweigend im Gespräch vertieft»: Protest gegen Rektoratsentscheid.
Bild: René Uhlmann

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5. Juni 2007 | Verkleidungsverbot an der Kanti

Schaffhauser Nachrichten, Region
Gabriel Vetter

In den letzten Jahren war es an der Kanti Schaffhausen zu so etwas wie einer moderneren Tradition geworden: Die jeweiligen Viertklässler – die angehenden Kanti-Absolventen also – durften den Abschied von ihrem Gymnasium in der allerletzten Schulwoche durch das Tragen von mehr oder weniger einfallsreichen Kostümen auch visuell verarbeiten. Und das sollte auch dieses Jahr nicht anders sein. An die 150 Maturandinnen und Maturanden, die in den kommenden Tagen über ihren schriftlichen Abschlussprüfungen schwitzen werden, liefen gestern Montag verkleidet in ihren Bildungstempel ein. Die einen als farbenfrohe Hippies, die anderen als mit Krawatte und Anzug geschmückte Kapitalisten und ein paar Vereinzelte als Turnbändel tragende Sportsgeister.
Ein bisschen Sozialkritik hier, ein wenig Schulkritik da eben. Eigentlich gar nichts Besonderes. Doch die Kanti bekam dann doch noch eine winzige Note Demonstrations-Thrill à la G 8: Die Aktion wurde von Seiten der Schulleitung kurzfristig aufgelöst, und die 150 kostümierten Schülerinnen und Schüler wurden mit einem Unterrichtsverbot belegt. Sogar die Lehrerinnen und Lehrer wurden von Rektor Urs Saxer persönlich angehalten, keinen Unterricht mit kostümierten Maturanden durchzuführen. Lernverbot als Konsequenz für ein bisschen «Verkleiderlis» – wie kam es so weit?

Kein normaler Unterricht möglich
Rektor Urs Saxer, der für das harte Durchgreifen verantwortlich zeichnet, rechtfertigte sich gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten» mit der Erklärung, Kostüme und Verkleidungen aller Art könnten den Unterricht stören. «Wenn eine ganze Klasse als Hippies verkleidet im Schulzimmer hockt, dann ist ein normaler Unterricht gar nicht mehr möglich», sagte Saxer. Anch sollen vereinzelte Räucherstäbchen angezündet worden sein, sagte Saxer. In einer E-Mail, die der Rektor noch gestern Nachmittag an alle Schüler, Lehrer und Mitarbeiter des Gymnasiums geschickt hatte, erklärte Urs Saxer sein striktes Vorgehen folgendermassen: «Eine ‹Verkleidungswoche› ist für mich ein Zeichen an die Lehrkräfte und an die ganze Schule, dass der normale Unterricht für die Abschlussklassen grundsätzlich abgeschlossen ist und jetzt noch einige fröhliche Tage bis zum Beginn der Abschlussprüfungen folgen. Ein solches Zeichen kann ich nicht unterstützen.»
Nun ist es juristisch zumindest heikel, Schüler, oder wie in diesem Falle, ganze Klassenverbände auf Grund von Fröhlichkeit und Bekleidung von der Schule zu verweisen. Saxer stützt sich auf die Schulordnung der Kanti, die besagt, dass auf dem Schulareal alles zu unterlassen sei, was den Unterricht stören könnte. Diesen Zusammenhang wollen die betroffenen Maturanden nicht verstehen. Die Ansicht, eine Krawatte, ein Batikhemd oder eine PACE-Fahne könne den Unterricht und damit den Schulbetrieb existenziell untergraben, mutet auch den Maturanden Matthias Meier seltsam an. «Wir haben nicht böswillig den Unterricht gestört. Unsere Aktivitäten, ein kleiner Demonstrationszug und ein Sit-in auf dem Pausenplatz, fanden nur während der Pausenzeit statt», sagte Meier.

Keine Konsequenzen
Just bei diesen Aktionen seien sie aber. wie es den Maturanden am Dienstag bei einer Sitzung mit dem Rektorat angedroht worden war, der Schule verwiesen worden. Einige der Maturanden meinten auch, dass es fraglich sei, Anzug tragende Schüler vom Areal wegweisen zu dürfen, während sich deren Rektor selbst stets fein geschalt präsentiere.
Um Krawatte oder Batikhemd gehe es Saxer, wie er sagt, aber gar nicht. Für ihn sei es einfach inakzeptabel, wenn Abschlussfestivitäten wie ein Matürastreich über eine ganze Woche ausgedehnt würden. Mit ernsten Konsequenzen wie unentschuldigten Absenzen oder gar Auswirkungen auf die Maturanote haben die Maturanden nicht zu rechnen. Letztere haben für heute weitere Aktionen angekündigt.


Schüler, Hippies, Anarchisten? Die Maturanden wurden nach dem friedlichen Sit-in des Schulareals verwiesen.
Bild: Samuel Hampl

#Allgemeines

21. Mai 2007 | Charme und Klasse am Abschlussball

Schaffhauser Nachrichten, Die andere Seite
Hermann-Luc Hardmeier

«Jetzt geniessen wir den Abend», freute sich Anja Cambensy vom sechsköpfigen Organisatoren-Team. Seit Wochen waren sie am Rotieren, um für die 250 Gäste einen unvergesslichen Abend zu gestalten. Die Absolventen in spe wurden zunächst mit einem Apéro und Jazz-Cocktail-Musik empfangen. Danach sorgten zwei DJ für Ball- und Partymusik. Zuerst etwas verhalten, doch dann immer tanzwütiger werdend, stürmten die elegant gekleideten Herrschaften das Parkett und zeigten, was sie im Tanzkurs gelernt hatten. Unter den Gästen befanden sich auch einige Lehrer wie Alex und Siegried Wanner, Unika Weidmann und Etienne Prodolliet, welche den Cha-Cha-Cha schon seit Jahren im Blut haben. Ein Augenschmaus waren wie immer die Kleider der Absolventen. Sandro Scalco trug eine traditionelle Fliege, während etwa Dominik Stamm auf violette Krawatte und violettes Hemd setzte. Matthias Meyer hingegen hatte sich im Kleiderverleih einen schelmischen Dirigenten-Frack ausgeliehen mit Nadelstreifen und stilvoller Taschenuhr. Mehr Spielraum hatten die Damen: Larissa Zengerling trug ein himmelblaues Abendkleid, und eine Dame hatte sich aufwendig ein gelbes Tuch in die Haare geflochten. Ein besonderes Lob gehört Charmeur Roman Sauzet ausgesprochen; er hatte seiner Freundin für den Abschlussball ein sehr chices Collier geschenkt. Kurz vor Mitternacht kürte das OK-Team den Ballkönig Christian Hunziker und die Ballkönigin Astrid Herrmann. Mit Krönchen und roter Robe durften sie sodann ein royales Tänzchen wagen. Der Abschlussball war wie jedes Jahr ein voller Erfolg, und die Stimmung war «hammermässig», wie es eine Organisatorin ausdrückte. So leicht wie ein englischer Walzer werden hoffentlich auch die bevorstehenden Prüfungen übers Parkett gehen.


250 Kantonsschul- und DMS-Absolventen feierten im Park Casino Schaffhausen ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden.


Ball-Veteranen: Siegrid und Alexander Wanner vertraten die Lehrerschaft souverän auf der Tanzfläche.
Bilder: Hermann-Luc Hardmeier

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16. Mai 2007 | Gleichstellungsbüro für Frauen verlangt

Schaffhauser Bock, Bock-Splitter
Thomas Hauser

Es ist ja kaum zu glauben, dass sich in der heutigen Zeit noch Mitglieder des Kantonsrates nach einem Gleichstellungsbüro erkundigen und sich für die Realisierung eines solchen Projektes stark machen, weil sie feststellen, dass in einem Verwaltungsrat einer kantonalen Institution nur Herren Einsftz nehmen. Frauen, die etwas auf sich geben und ihre Fähigkeiten kennen, machen und machten ihren Weg ohne Gleichstellungsbüro. Diejenigen Damen, die ich aus Beruf, Politik und Bekanntenkreisen kenne, haben ihre Ziele ohne Büro für Gleichstellungsfragen erreicht. Und alles gleichstellen wird man nie können. Auch mit dem verlangten Büro wird der Aftherrenverband der Scaphusia keine Damen aufnehmen. Auch in den Männerchören wird man in nächster Zeit keine weiblichen Stimmen ausfindig machen können. Dass sich jetzt aber der Regierungsrat in zeitaufwändiger Arbeit mit der Beantwortung einer entsprechenden Interpellation beschäftigen muss, finde ich lächerlich und den Steuerzahlern vis à vis ein Affront.

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28. April 2007 | Bologna-Reform zeigt klare Konturen

Schaffhauser Nachrichten, Inland
Hans Wicki

Hatten die Studierenden in den Siebziger- und Achtzigerjahren – zumindest in einigen Fakultäten – ihren Lehrplan noch weit gehend nach eigenem Gutdünken zusammenstellen können, so ändert die Bologna-Reform nun Grundlegendes. Die Studienzeiten wurden gekürzt, die Programme in eine klare Struktur gegossen, das Studieren wird zur harten Arbeit. Dies zumindest auf dem Papier.

Fächerangebot bleibt breit
In der Realität müssen sich ein Anfänger, eine Anfängerin bereits weit gehend im Klaren darüber sein, wie ihr Studienweg aussehen soll. Dafür bietet ihnen die Universität Zürich im Internet ein breit gefächertes Angebot und weist auch die Richtung zum Erfolg. Zudem bieten einzelne Fakultäten ein Assessment-Jahr an, das Aufschluss darüber gibt, ob die gewählte Richtung die richtige ist.
Für Andreas Fischer, Prorektor der Geistes- und Sozialwissenschaften, kommt die neue Form der Verschulung den Studierenden entgegen, da sie jeweils genau wissen, wo sie stehen. Uni-Rektor Hans Weder gab jedoch zu, dass in den nächsten Jahren die Optimierung weitergehen muss. Immerhin handle es sich hier um die grösste Studienreform der Uni Zürich seit ihrer Gründung 1833.
Die 1999 beschlossene Reform ist in Zürich in fünf der sieben Fakultäten realisiert; die Medizinische und die Vet-Suisse-Fakultät beginnen diesen Herbst; die Umsetzung dürfte 2010 abgeschlossen sein.
Von den rund 23 900 Studierenden sind jetzt bereits deren 5000 in den entsprechend angelegten Studienrichtungen, wobei Fischer betonte, dass die Studierenden von der Vielzahl von neuen Kombinations- und Wahlmöglichkeiten profitierten, zumal die Uni Zürich im Gegensatz zu Basel nicht auf selten gewählte Fächer verzichte. Allein in der Philosophischen Fakultät besteht die Möglichkeit, aus 42 Haupt- und 84 Nebenfächern eine Kombination zu erstellen. Um in der globalisierten Welt dabei zu sein, baut die Uni ihr internationales Netz weiter aus.

Umstellung Die Fakultäten passen ihre Strukturen laufend an
Um ihren Studierenden im Rahmen des Bologna-Prozesses mehr zur Seite zu stehen, wendet die Leitung der Uni Zürich gegen 13 Millionen Franken auf; dazu gehört vor allem ein Ausbau der Professorenzahl, um die Betreuung der Studierenden zu verbessern. Dem Uni-Finanzchef Stefan Schnyder schwebt ein Zielwert von 60 Studierenden pro Professor vor, ein Wert, der vor allem in den Geisteswissenschaften noch lange nicht erreicht ist. Als Erste haben die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (im Wintersemester 2004/2005) auf Bologna umgestellt. Die Theologische, die Rechtswissenschaftliche sowie die Philosophische Fakultät folgten ein Jahr später. Das Lizenziat wird durch die an angelsächsischen Universitäten vergebenen Bachelor und Master ersetzt. Als letzte Fakultäten folgen im Herbst die Medizinische und die Vet-Suisse-Fakultät. Reformiert wird auch die Doktoratsstufe. Zwar bleibt die Dissertation, sie kann aber ab 2008 durch andere Kompetenzen ergänzt werden.

#Allgemeines

28. April 2007 | Jubiläumsprojekt Publikationen

Mitteilungsblatt für Scaphusianer «Litteris et Amicitiae»
Nr. 114, 28. Jahrgang, 2 – 07, 28. April 2007

Jubiläumsprojekt Publikationen

Die Projektgruppe dankt an dieser Stelle wiederum allen Sponsoren, die einen Beitrag geleistet haben, bestens! Noch ist allerdings das Sponsoringziel nicht erreicht. Wir sind weiterhin auf Beiträge angewiesen. Wer einen solchen leisten möchte, ist eingeladen, dies auf das Konto:
Alt-Scaphusia, Sparkonto Nr. 566.282-4 703
Rubrik Festschrift Clearing 782
IBAN Nr. CH7800782005662824703 (Schaffhauser Kantonalbank)
zu tun. Vielen Dank!
Auskünfte erteilt gerne der Gesamtprojektleiter (P 052 624 87 07 oder G 052 632 73 68).
Im Namen der Projektgruppe Publikationsprojekte
Roland E. Hofer v/o Ortho


Auf dem Beringer Randenturm
Bummel der Aktivitas am 25. August 1936
Heinz Vogelsanger v/o Chlöpf, Alfred Specht v/o Rüebli, Oskar Wanner v/o Strick, Hanns Deggeller v/o Forsch, Willi Rüedi v/o Gockel (hinten v.l.); Kurt Georg Bächtold v/o Spitz (vorne)


Familienabend 1944
Aufführung von Georg Büchners «Leonce und Lena»
Hans Schenker v/o Pfau (links) als Valerio und René Benes v/o Quax als Leonce


Fussballmatch Aktivitas-AH im Verbindungsjahr 1953/54
Helmut Groner v/o Romeo, Peter Keller v/o Top, Willi Helg v/o Nathan, Gerhard Iten v/o Glotz, Hans Stihl v/o Hengst, John P. Naegeli v/o Bison, Fredi Ehrat v/o Pablo, Peter Uhlmann v/o Sprudel (hinten v.l.); Jürg Zimmermann v/o Pfuus, Martin Schmuziger v/o Pendel, Beat Kratzer v/o Schläck, Paul Streckeisen v/o Cato (vorne v.l.)


Weihnachtscommers 1973


24. August 1978
120 Jahre Scaphusia
Scaphusia-Chor unter der Leitung von Hans Neukomm v/o Büsi
Markus Werdenberg v/o Flaus, Kurt Gehring v/o Proper, Ueli Böhni v/o Süüle, Hans Wanner v/o Ohm, Rudolf Oechslin v/o Tank, Hansjürg Gfeller v/o Gral, Stefan Klaiber v/o Zirkel, Michael Singer v/o Cortex (v.l.)


27. August 1983
125 Jahre Scaphusia, Festcommers
«Ein Scaphusianer im Himmel»
Eduard Ulrich v/o Pfiff (links) und Peter Schudel v/o Mufti


28. August 1983
125 Jahre Scaphusia, Steiner-Tag
Frühschoppen auf dem Rathausplatz in Stein am Rhein


Steiner-Stamm am 20.6.1997
Rolf Mattes v/o Hassan, Willi Richli v/o Häpf, Gubler v/o Stift (T), Peter Hauser v/o Star (V), Stierlin v/o Schwoof (V) (v.l)


Fuxenspritze der Generation 1997 am 2. Mai 1998
Fuxenlauf beim ersten Posten
Simon Thoma v/o Schwung, Marco Zeltner v/o Duro, Lorenz Textor v/o Idefix (v.l.)


Wintersemesterbummel am 22. Januar 2000 durch den Klettgau
Zahm, Arcan, Wolke, Mufti, Moses, Hassan, Pauke, Figaro, Hit, Vox, Laser, Drill, Zaggi, Strubel, Lumen, Nemo, Wirbel (v.l)

#Allgemeines

19. April 2007 | Widerstand gegen den Liftstandort

Schaffhauser Nachrichten, Region
Robin Blanck

Der geplante Einbau eines Liftes in der Kantonsschule Schaffhausen sorgt für Aufregung: Erstaunen über das Bauvorhaben direkt vor der Tür der Aula im ersten Stock des Altbautraktes macht sich bei Nutzern des Raumes breit. Nur gerade 140 Zentimeter werden nach Fertigstellung zwischen der Aulatür und dem Liftschacht liegen. Aber vielleicht kommt es ja gar nicht so weit, denn wie Nachfragen der SN nun ergeben haben, regt sich auch in der Lehrerschaft der Kantonsschule Widerstand gegen das Vorhaben. 60 Lehrerinnen und Lehrer haben eine Petition unterschrieben, welche gegen den Bau des Liftes am umstrittenen Standort gerichtet ist. Aufgezogen wurde die Unterschriftensammlung von den drei Kantilehrern Eduard Schwyn, Hans-Rudolf Dütsch und Hugo Litmanowitsch. Die Unterschriftensammlung richtet sich nicht gegen die behindertengerechte Erschliessung des Altbaus, «dagegen kann niemand etwas haben», sagt Schwyn. Aber der Standort löst bei Gegnern des Vorhabens Kopfschütteln aus. «Das wäre ein unglaublicher Eingriff in die 107-jährige Geschichte dieses Hauses», sagt Schwyn.

Fünf Varianten
Gemäss Schwyn seien fünf Varianten für den Liftbau verglichen worden: Zwei Aussenlift-Varianten, eine gleich neben der Aula, wo jetzt noch Büros sind, dann der Einbau eines Treppenliftes (wie es ihn im Kanti-Neubau schon seit 17 Jahren gibt) und die nun gewählte Variante unmittelbar vor der Aulatür. «Diese fünfte Variante, die aus Kostengründen ausgewählt wurde, finden wir unakzeptabel Besonders nachdem die Aula erst gerade für eine Million Franken renoviert wurde». Anfangs hätten nur Aufkleber am Boden den Standort des Liftes markiert, deshalb haben die Gegner sich kurzerhand Stangen aus dem Turngeräteraum geholt und diese aufgestellt. «Da waren die Unterschriften schnell zusammen», sagt Schwyn. Statt der vorliegenden Variante wäre den Gegnern ein Treppenlift oder die Variante neben der Aula lieber.
Wie Thomas Stamm, Prorektor der Kantonsschule, erklärt, sei der Anstoss zum Liftbau aus dem kantonalen Hochbauamt gekommen, das die Umbauarbeiten in Namen des Kantons vornimmt. Das grundsätzliche Ziel sei es, auch den Altbau für Rollstuhlfahrer zugängig zu machen. Das werde so auch von der Schulleitung mitgetragen-Der Lift soll künftig aber auch Gästen und Lehrern, die Mühe mit Treppensteigen haben, und für Materialtransporte zur Verfügung stehen. Die Aussage der Gegnerschaft, wonach gehbehinderte Schüler durch eine geschickte Schulraumplanung in ebenerdigen Räumen unterrichtet werden könnten, weist Stamm zurück: «Das geht gerade bei jenen Fächern, in denen Instrumente benötigt werden, nicht, denn diese Ausrüstung befindet sich in den oberen Etagen.» Dass es sich beim Liftprojekt um einen «Eingriff» handelt, versteht die Schulleitung, trotzdem: «Für uns steht der funktionale Aspekt im Vordergrund.» Zudem sei der Liftschacht vor der Aula teilweise verglast, was die Erscheinung abmildere. Auf die Frage, weshalb die andere Variante neben der Aula nicht weiterverfolgt worden sei, erklärt Stamm: «Das wurde durchgerechnet und hat sich als sehr teuer erwiesen. Die Baukosten würden sich auf über 600 000 Franken belaufen, noch nicht darin eingerechnet sind die Aufwendungen für den Ersatz der wegfallenden Räumlichkeiten», so Stamm, «solche-Ausgaben kann man nicht verantworten.» Die nun gewählte Variante koste mit 410 000 Franken deutlich weniger und sei deshalb vorzuziehen. Die Option einer aussenliegenden Liftanlage habe sich schnell erledigt, weil damit das Erscheinungsbild des Gebäudes zu stark verändert worden wäre.
Wie Kantonsbaumeisterin Katharina Müller erklärt, betrachte das Bauamt die nun losgetretene Auseinandersetzung als «schulinternen Konflikt». Die Planung habe stets in Absprache mit den Nutzern – der Schulleitung – stattgefunden, die entsprechende Baueingabe sei auch von der Schulleitung mitunterschrieben worden. Wenn die Schule nun einen anderen Lift will, so muss sie dies kundtun, «aber beim jetzigen Stand der Planung würde damit viel Geld in den Sand gesetzt», sagt Müller. Die teuere Variante sei nicht weiterverfolgt worden, weil diese den Baukredit zu stark belastet hätte. Ein Treppenlift wäre zwar billiger gewesen, hätte aber gemäss Müller das Geländer verunstaltet.

Sicherheitsaspekte
Neben ästhetischen Mängeln führen die Gegner auch Sicherheitsgründe ins Feld: «Ich habe starke Zweifel daran, dass die für 180 Plätze zugelassene Aula innert nützlicher Frist geräumt werden kann, wenn man direkt vor dem Eingang ein solches Hindernis errichtet», sagt Schwyn. Doch die Experten der Feuerpolizei sind im Rahmen ihrer Abklärungen zu einem anderen Ergebnis gekommen: Der geplante Lift erfüllt die gesetzlichen Bestimmungen, einzig die Garderoben auf beiden Seiten der Doppeltür müssen angepasst werden. Wie es weitergeht, wird sich weisen: «Ich bin bereit, sachlich gegen diesen Standort zu argumentieren», sagt Schwyn. Die Petition liegt jetzt beim Vorsteher des Baudepartements, Regierungsrat Hans-Peter Lenherr.

Der Standort: Die roten Punkte markieren die Ecken des geplanten Liftschachtes vor dem Eingang der Aula.
Bild: Robin Blanck.

#Allgemeines

13. April 2007 | Restaurant Hohenklingen: Christoph Saredi will Ausflügler, Wanderer und Gourmets verwöhnen

Schaffhauser Nachrichten, Stein am Rhein
E. F.

Noch ist das Restaurant auf dem Hohenklingen nicht fertig, aber der Wirt und Pächter ist bereits ausgesucht. Aus einer grossen Anzahl von Bewerbungen hat sich Christoph Saredi mit einem Konzept durchgesetzt, das den Stadtrat und Stadtpräsident Franz Hostettmann überzeugte. Der neue Wirt Christoph Saredi ist gelernter Koch und derzeit noch als Küchenfachlehrer an der Gastroschule Belvoirpark in Zürich tätig. «Ich habe mir mit dieser neuen Aufgabe einen Traum erfüllt», freut sich der junge Mann, der das Restaurant auf dem Hohenklingen mit gut einem Dutzend Angestellten führen will. Sein Konzept ist es, für fast jeden Geschmack etwas anzubieten. Einfache kalte Teller zu vernünftigen Preisen. Es soll familienfreundlich sein, betont er. Deshalb wird man auch eine Schüssel Salat bestellen können, dazu gibts Währschaftes wie Würste. Doch auch verwöhnte Gaumen will der künftige Wirt berücksichtigen. Vor allem im A-la-Carte-Bereich wird es ausgefallene Speisen geben. Die Preise siedelt er im mittleren Segment an, will Wanderer und Velofahrer ebenso ansprechen wie Leute, die sich zum gepflegten Menü oder Bankett treffen möchten. Saredi, der aus Herzogenbuchsee stammt, kennt Stein am Rhein durch verwandtschaftliche Bande, da sein Onkel dort wohnt. Schon als Kind habe er die Gegend gemocht, meint er, und es freue ihn, dass er hier tätig werden könne. Auch Stadtpräsident Hostettmann zeigte sich von der Wahl des Wirts überzeugt. Er wird jetzt in die Planung der gastronomischen Infrastruktur miteinbezogen. In Zürich ist er bis Juli tätig, danach beginnen für ihn die Vorarbeiten für die Eröffnung am 15. September.

Christoph Saredi wird das Restaurant auf dem Hohenklingen führen und dort für jeden Geschmack und jedes Portemonnaie etwas bieten.
Foto: Edith Fritschi.

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11. April 2007 | Unis stellen akademisches Jahr um

Schaffhauser Nachrichten, Inland
Karen Schärer

Lange bildeten die Schweizer Universitäten das Schlusslicht innerhalb Europas – zumindest in Bezug auf den Semesterbeginn: Erst Ende Oktober füllten sich jeweils die Gänge wieder mit Studierenden. Neu beginnt das akademische Jahr an allen Schweizer Hochschulen fünf Wochen früher – von Mitte September bis Weihnachten und von Mitte Februar bis Ende Mai.
Die Schweizer Universitäten brauchten ganze 100 Jahre, bis sie sich zur Vereinheitlichung durchringen konnten: 1904 wurde die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (Crus) gegründet; das erste Traktandum war die Einführung von einheitlichen Semesterdaten. 2004 haben sich die Universitäten schliesslich geeinigt.
Die Harmonisierung ist ein gewichtiger Schritt in Richtung gemeinsame Hochschullandschaft Schweiz und die erfolgreiche Umsetzung der Bologna-Richtlinien. In diesem Punkt hat die Schweiz damit die übrigen europäischen Länder gar überholt. Denn diese beraten noch, wie sie die Bologna-Vorgaben umsetzen wollen, wie Johanna Ziberi, Stabsmitarbeiterin bei der Crus, erläutert: «Wir haben mit dieser Reform in Europa gepunktet.» Die anderen europäischen Länder würden sich nun bei ihren Beratungen an den Reformen der Schweiz orientieren.
Die neue Situation mag ein Fortschritt sein; für einzelne Fächer, in denen in länderübergreifenden Netzwerken gearbeitet wird, wird die Situation aber komplizierter: Die Abteilung für Nordische Philologie an der Uni Basel etwa bietet gemeinsam mit der Universität Freiburg (im Breisgau) Veranstaltungen an. Diese internationale Zusammenarbeit wird künftig schwierig. Im Frühlingssemester 2008 beispielsweise überschneiden sich die Vorlesungszeiten in Basel und Freiburg nur noch während fünf Wochen.

Militär nimmt Rücksicht
Starke Überschneidungen gibt es künftig auch zwischen Rekrutenschule und Semester. In einem Zwischenbericht stellte das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) im Dezember 2005 fest: «In der Armee musste die Erkenntnis Platz greifen, dass sich das Hauptinteresse der Hochschulen auf eurokompatible Studiengänge ausrichtet und die Abstimmung mit der militärischen Ausbildung nachgeordnet und nur so weit möglich angestrebt wird.» Deshalb hat sich nun das Militär den Hochschulen angepasst: Zum einen wird ab diesem Sommer die Rekrutenschule eine Woche früher beginnen. Zum anderen können die Rekruten die RS nach der Grundausbildung – just zum Zeitpunkt des Seinesterbeginns – unterbrechen. Die fehlenden Wochen müssen sie im Folgejahr leisten. Die Möglichkeit der «Fraktionierung» besteht seit 2004. Philippe Zahno, Kommunikationschef der Abteilung Verteidigung im VBS, sagt, bisher profitierten rund zehn Prozent, also jeweils 1500 bis 1600, der Rekruten, von dieser Möglichkeit.
Mehr Schwierigkeiten könnte das Zusammenfallen von Schulferien und Semester bringen: Neben Sport- und Frühlingsferien überschneiden sich künftig auch die Herbstferien mit der Vorlesungszeit. Studierende und Dozierende mit schulpflichtigen Kindern werden damit in der Wahl der Wochen für die Familienferien eingeschränkt. Ob die geänderten Semesterdaten auch Auswirkungen haben auf Schulsportlager, in denen gerne auf die Unterstützung von Studierenden als Leiter gezählt wird? Daniela Renner, Verantwortliche bei der Sektion Sport des Kantons Aargau, sagt dazu: «Die Sportferien sind auch heute schon ein Engpass, weil dann am meisten Lager stattfinden.» Dieser Engpass könnte sich künftig verschärfen: Nicht nur die Semesterverschiebung, auch die strikteren Bologna-Studienrichtlinien machen es für Studenten schwieriger, sich in Lagern zu engagieren. Man habe eine Wunschvorstellung, sagt Renner: «Schön wäre, wenn Studenten, insbesondere angehende Lehrkräfte, für Einsätze mit Jugendlichen freigestellt würden, wie es an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz der Fall ist.»

#Allgemeines

4. April 2007 | Bräuchte Job im englischsprachigen Raum…

Hallo zusammen,
da ich in diesem Jahr ausbildungsbedingt noch einen Monat einen individuellen Sprachaufenthalt in irgendeinem englischsprachigen Land absolvieren muss, hab ich gedacht, ich frag mal, ob irgendjemand irgendwelche nützlichen Connections hat.
Das Gute daran ist, dass ich dort machen kann, was ich will, d.h. ich muss nicht unbedingt eine teure Schule besuchen, sondern kann auch einen Monat lang arbeiten, was die ganze Angelegenheit natürlich finanziell begünstigen kann.
Falls also irgendjemand irgendjemanden kennt, der mir einen Job für einen Monat in England, Australien, Kanada, Amerika, Irland, Südafrika, Jamaica oder wo auch immer verschaffen könnte, wäre das für mich von grossem Nutzen.

Das ganze müsste sich zwischen dem 16. Juli und dem 19. August dieses Jahres abspielen.

Mit besten Farbengrüssen
euer Looping

#Allgemeines

2. März 2007 | «Die beste Lüge ist immer die Wahrheit»

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser

«Karriere ist nicht planbar, aber man kann Grundlagen dazu schaffen», so lautete das Thema, mit welchem sich Giorgio Behr gestern im voll besetzten Kulturklub des Haberhauses in Schaffhausen den Fragen der Schüler von Kantonsschule und KV stellte.
Behr ist denn auch einer, der es wissen muss, wie man Karriere macht. Zurzeit gibt es in der Wirtschaftsregion Schaffhausen und darüber hinaus wohl keine andere Wirtschaftspersönlichkeit, die über eine derart breit gefächerte Karriere und damit auch über so viel Macht und Einfluss verfügt wie er. Die Homepage der Familie Behr vermittelt unter Links einen Überblick über seine umfassenden Engagements. Diese reichen von Bank am Bellevue, BBC Gruppe (Behr, Bircher, Cellpack), BDS Treuhand AG über ETH Zürich, Universität St. Gallen, dann Saurer, Henkel und Hilti bis zu Industrievereinigung und Kadetten Schaffhausen. Gerade über den Sportlink fand der engagierte Unternehmer sehr schnell den richtigen Draht zu den Schülern.
So nahm er nach der Einführung durch Jürg Weber, Präsident des Altherrenverbandes, den Ball schnell auf und startete zu einem wahren rhetorischen Feuerwerk durch. Den Einstieg machte er mit einem prägnanten Abriss zu seiner Karriere und was für Erfolg oder Nichterfolg ausschlaggebend war. Dabei betonte er, dass verschiedenste Wege zum Erfolg führen können, es brauche bei weitem nicht immer die akademische Laufbahn dazu. Als viel bedeutender erachtet er den schnellen Praxiseinstieg nach oder gar während der Ausbildung. Dabei lobte er die heutige Möglichkeit der Fachhochschule, die beides verbindet. Berufsbegleitend absolvierte Behr das Wirtschaftsprüferdiplom. Er habe auch immer wieder die Karriererichtung gewechselt, besonders wenn er spürte das er am «Kreis auflief», wie es im Handball so schön heisst. Eigenständig Entscheide Treffen hat für Behr immer viel bedeutet. So hat er sich nach verschiedenen Tätigkeiten unter anderem bei Hesta und Luwa war 1984 selbstständig gemacht und die BDS Unternehmensberatungsgruppe in Schaffhausen und Zürich aufgebaut. «Ich wollte nicht mein Leben lang den anderen stets nur gute Ratschläge geben, ohne sie selbst umzusetzen», beschrieb er einen der Gründe für seinen Wechsel ins Unternehmertum. Zu Beginn der Neunzigerjahre richtete er die in Beringen domizilierte Bircher-Gruppe neu aus und gründete die überregionale BBC Behr Cellpack Gruppe, der er heute noch als Verwaltungsratspräsident vorsteht. Die erforderlichen Eigenschaften eines Unternehmers umriss er mit: Wille, Disziplin, Neugier, Mut und Passion. Dabei dürfe man sich selbst die Latte jedoch nicht zu hoch legen. Und die beste Lüge sei immer die Wahrheit.

Erfolgreiches Unternehmertum
Die Erfolgsfaktoren für ein gutes Unternehmertum knüpfte Behr an die Thesen: Teamwork mit klarer Führung und klaren Entscheiden; ein ausgewogener Wechsel zwischen Kontrolle und Gas geben; einfach und funktionell, Erfolge gemeinsam feiern; unterlassen statt unternehmen; klare Ziele und Werte vorgeben; zum eigenen Erfolg stehen.
Nach einer von KV Lehrling Dominik Jost gehaltenen kurzen Konterrede stellte sich Behr dann den von Martin Schläpfer moderierten Fragen von Schülern sowie aus dem Publikum. Dabei wurde nicht geschont. Behr nahm diese Herausforderung mit sportlichen Geist an und setzte auch immer wieder zu Konterangriffen an.