#Allgemeines

11. November 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung Dörflingen – Bietingen

Zum Anlass Wanderung Dörflingen – Bietingen wurden das Protokoll aktualisiert.

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30. Oktober 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung Pfäffikon ZH – Uster

Zum Anlass Wanderung Pfäffikon ZH – Uster wurden das Protokoll aktualisiert.

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16. Oktober 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung Waldegg – Hersberg BL

Zum Anlass Wanderung Waldegg – Hersberg BL wurden das Protokoll aktualisiert.

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1. Oktober 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung Dörflingen – Schaffhausen

Zum Anlass Wanderung Dörflingen – Schaffhausen wurden das Protokoll aktualisiert.

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14. September 2019 | Wichtige Neuerungen betreffend Zahlungsverkehr an den Anlässen der Aktivitas!

Wichtige Neuerungen betreffend Zahlungsverkehr an den Anlässen der Aktivitas

 

Der Altherrenvorstand und die Aktivitas der Scaphusia informieren Sie über eine Neuerung bei der

Finanzierung der Anlässe der Aktivitas

 

 

Der nachfolgenden Datei könnt ihr die genauen Infos entnehmen:

Neuerungen Betreffend Zahlungsverkher

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20. August 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung mit KTV Bhf Wilchingen/Hallau – Osterfingen

Zum Anlass Wanderung mit KTV Bhf Wilchingen/Hallau – Osterfingen wurden das Protokoll aktualisiert.

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5. August 2019 | Wanderung Rigi Scheidegg (LW)/Rigi Staffel (KW) – First

Zum Anlass Wanderung Rigi Scheidegg (LW)/Rigi Staffel (KW) – First wurden das Protokoll aktualisiert.

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5. August 2019 | Wanderung Berg am Irchel (LW)/Aesch (KW) – Neftenbach

Zum Anlass Wanderung Berg am Irchel (LW)/Aesch (KW) – Neftenbach wurden das Protokoll aktualisiert.

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12. Juli 2019 | Heutiger RÖMERTROTTENSTAMM

wird infolge unsicherer Wetterentwicklung in die Bude verlegt!
Für Bier und Wurst wird gesorgt.
Für den Fuchsenlauf lassen wir uns was einfallen😈

Wir erwarten euch ab 18.30 in der Bude.
Bwb Scholle/Limes

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5. Juli 2019 | Neue Inhalte zu Damentag Schaffhausen – Diessenhofen

Zum Anlass Damentag Schaffhausen – Diessenhofen wurden das Protokoll aktualisiert.

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2. Juli 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung Trasadingen (LW)/Neunkirch (KW) – Hallau

Zum Anlass Wanderung Trasadingen (LW)/Neunkirch (KW) – Hallau wurden das Protokoll aktualisiert.

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2. Juli 2019 | Traditioneller Römertrottenstamm am 12. Juli

Am 12. Juli findet der traditionelle Römertrottenstamm statt.

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4. Juni 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung Etzwilen – Stammheim

Zum Anlass Wanderung Etzwilen – Stammheim wurden das Protokoll aktualisiert.

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27. April 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung Embrach – Rüdlingen

Zum Anlass Wanderung Embrach – Rüdlingen wurden das Protokoll aktualisiert.

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18. April 2019 | Einladung zum 161. Stiftungsfest der Scaphusia

Am 21. September findet das 161. Stiftungsfest der Scaphusia statt.

Details und die Einladung sind unter 161. Stiftungsfest der Scaphusia verfügbar.

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18. April 2019 | Einladung zum 100. Kartelltag des Ostschweizerkartells

Am 11. Mai findet der 100. Kartelltag des Ostschweizer Kartells statt.

Details und die Einladung unter 100. Kartelltag des Ostschweizerkartells

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26. März 2019 | Jubiläum 150 Jahre Rhetorika St. Gallen

Vom 24. bis am 26 Mai 2019 feiert unsere Kartellverbindung Rhetorika ihr 150. Jubiläum in St. Gallen.
Unter folgendem Link findet man die Programmpunkte:
http://www.rhetorika.ch/jubilaeum
Die Scaphusia wird voraussichtlich mit einer Dreierdelegation der Aktivitas und einer Delegation des AH-Vorstands am Jubiläumskommers teilnehmen.

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12. März 2019 | Neue Inhalte zu Wanderung Andelfingen – Humlikon

Zum Anlass Wanderung Andelfingen – Humlikon wurden das Protokoll aktualisiert.

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28. Februar 2019 | Neue Inhalte zu Wanderungen

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11. Januar 2019 | Wandergruppe: Protokoll zur Wanderung Hemmental – Beggingen

Zum Anlass Wanderung Hemmental – Beggingen wurde das Protokoll aktualisiert.

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14. Oktober 2018 | Höhere Biersteuer für mehr Prävention

Schaffhauser Nachrichten
Kari Kälin

Der Alkohol- und Bierkonsum sinkt seit Jahren langsam, aber stetig. 14 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind sogar totale Abstinenzler, Tendenz zunehmend. Die Stiftung Sucht Schweiz ist dennoch alarmiert. Billiger Alkohol, schreibt sie in einem gestern publizierten Bericht, sei an jeder Ecke zu haben und omnipräsent im Internet. Zudem trinke jeder Fünfte risikoreich. Das heisst: Man schlägt punktuell völlig über die Stränge oder schluckt chronisch zu viel Alkohol. Unzufrieden ist die Stiftung mit der Politik. Anstatt Werbeeinschränkungen zu beschliessen, würden die Zeichen auf Deregulierung stehen. Das Eidgenössische Parlament hat zum Beispiel entschieden, den Alkoholverkauf auf Autobahnraststätten wieder zu erlauben.
Sucht Schweiz plädiert hingegen für eine höhere Biersteuer. Dass ein halber Liter in Supermärkten zum Teil nur 50 Rappen kostet, stösst der Stiftung bitter auf. «Ein Vollrausch ist so billig wie ein Butterbrot», sagt Sprecherin Monique Portner-Helfer. «Dass tiefe Preise den Konsum befeuern, ist eine Tatsache», ergänzt sie. Sucht Schweiz möchte den zusätzlichen Steuerertrag für die Prävention einsetzen. Wie stark die Steuer steigen soll, lässt die Stiftung offen. «Für jene, die einen problematischen Konsum aufweisen, sollte der Aufschlag spürbar sein», so Portner-Helfer.

**Pro Stange 8 Rappen für den Bund**
Die Biersteuer spült pro Jahr rund 113 Millionen Franken in die Bundeskasse. Seit 2007 gelten neue Bestimmungen: Je mehr eine Brauerei produziert, desto stärker langt der Fiskus zu. Im Durchschnitt beträgt die Steuer knapp 25 Rappen pro Liter. Wer am Stammtisch eine Stange konsumiert, beglückt den Bund mit rund 8 Rappen.
Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauereiverbandes, wehrt sich gegen die Pläne von Sucht Schweiz. «Es herrscht kein alkoholpolitischer Notstand», sagt er. Es werde so wenig getrunken wie noch nie. Zur Frage, ob die Steuer ganz gestrichen werden soll, hat der Verband noch keine konsolidierte Haltung. Einerseits, so Kreber, entrichte niemand gerne Steuern. Mit der ­Abschaffung würden Konsumenten und Brauereien entlastet. Andererseits hätten sich diese mit der Steuer arrangiert. Dass kleine Brauereien weniger stark belastet werden als grosse, hat laut Kreber auch positive Effekte. «Diese Regeln fördern die Biervielfalt. Das bedeutet mehr Konkurrenz und mehr Innovation.»
Die helvetische Bierlandschaft blüht tatsächlich. Die Zahl der steuerpflichtigen Brauereien (ab 400 Liter) betrug Ende letzten Jahres 869. Das sind viermal mehr als vor 10 Jahren. Allerdings sind viele Kleinstbrauereien aktiv. Die 50 professionellen Brauereien produzieren 99,2 Prozent der inländischen Biere.
Mit der Abschaffung der Biersteuer wird sich derweil das Parlament befassen müssen. Nationalrat Claudio Zanetti (SVP, ZH) hält sie für völlig willkürlich, eine vergleichbare Steuer auf Wein existiere nicht. Für die Forderung von Sucht Schweiz zeigt Zanetti kein Verständnis: «Es geht nur darum, eine Geldquelle noch stärker anzuzapfen.» Offenbar vergönne die Stiftung den Arbeitern das preisgünstige Feierabendbier.

**Suchttendenzen in der Schweizer Bevölkerung**
Der Konsum von legalen und illegalen Suchtmitteln ist in der Schweiz in den letzten Jahren weitgehend stabil geblieben. Dies teilte gestern die Stiftung Sucht Schweiz mit. 25,3 Prozent der Bevölkerung sind Raucher. Sucht Schweiz kritisiert das Fehlen einer «stringenten Tabakpolitik, welche das Zigarettenrauchen mit einem Werbeverbot und einer wirksamen Steuer reduzieren würde». Die am stärksten verbreitete illegale Droge bleibt Cannabis. 7,3 Prozent der Bevölkerung haben sich im Jahr 2016 mindestens einmal einen Joint angezündet. 0,7 Prozent haben mindestens einmal Kokain konsumiert. Heroin nehmen vor allem Langzeitsüchtige.

**Hirndoping macht bei jungen Menschen vermehrt Schule**
Immer mehr junge Menschen greifen ins Medizinkästchen, um ihre kognitive Leistungsfähigkeit zu verbessern, das Gefühlsleben zu optimieren oder die Erholungszeit des Gehirns zu vermindern. Gemäss Sucht Schweiz haben 3,1 Prozent der 2016 vom Suchtmonitoring befragten 15- bis 24-Jährigen angegeben, in den letzten zwölf Monaten sogenannte Psychostimulanzien eingenommen zu haben. In der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen lässt sich zwischen 2011 und 2016 gar ein Anstieg von 1,4 auf 3,3 Prozent ­beobachten.
Die meisten nehmen Energydrinks, Koffeintabletten, Tabak, Alkohol oder Vitamine zu sich, um länger wach zu bleiben und sich besser konzentrieren zu können. Doch nicht bei allen bleibt es dabei. In einer Studie bei 1400 im Schnitt 17jährigen Schülerinnen und Schülern im Kanton Zürich haben 2014 gut 9 Prozent der Befragten ­angegeben, zur kognitiven Leistungssteigerung auch schon zu Medikamenten gegriffen zu haben. Der Schlager unter den verschreibungspflichtigen Muntermachern: Methylphenidat, besser bekannt als Ritalinx.

**Wirkung nicht nachgewiesen**
In der Regel wird das Medikament Kindern und Jugendlichen zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) verschrieben. Es soll sie ruhiger machen. Bei gesunden Menschen bewirkt Ritalinx aber angeblich das ­genaue Gegenteil: höhere Ausdauer und gesteigerte geistige Fähigkeiten. Kein Wunder, wird Ritalinx seit Jahren als Hirndoping missbraucht – obwohl eine tatsächliche Wirkung bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Am meisten verbreitet ist die Einnahme bei Studierenden. Der Trend stammt aus den USA, wo Ritalinx als Hirndoping für junge Menschen längst salonfähig ist.
Wie oft Kinder und Jugendliche ­Ritalinx oder andere «Cognitive Enhancer» à la Modafinil mit oder ohne ­vorliegende Diagnose tatsächlich einnehmen, lässt sich schwer abschätzen. Es gibt allerdings Anhaltspunkte: 1999 betrug die von Arztpraxen und Apotheken abgegebene Menge an Methylphenidat laut der Arzneimittelbehörde Swissmedic 38 Kilogramm; 2016 waren es mit 344 Kilogramm bereits neunmal mehr. Gleichzeitig stagnierte die Diagnosehäufigkeit von Kindern und Jugend­lichen mit ADHS bei 3 bis 5 Prozent.
Experten gehen deshalb davon aus, dass heute ein Grossteil des Ritalins nicht als Medikament, sondern als Hirndopingmittel verwendet wird – und das, obwohl die Verabreichung von Medikamenten zur Leistungssteigerung an Minderjährige nach geltendem Recht verboten ist. Sie warnen vor den Risiken des medikamentösen Hirndopings. «Zu den Gefahren zählen Abhängigkeit und bei übermässigem Gebrauch ähnliche Probleme wie bei Amphetaminen: Herzrasen, Aggression, Unruhe», sagt Markus Meury von Sucht Schweiz.
Neben Psychostimulanzien werden immer häufiger auch Antidepres­siva sowie Betablocker zur Stimmungsaufhellung und Stressreduktion eingenommen. Rund 2,5 Prozent der Studierenden greifen zu Cannabis, um sich zu beruhigen. Auch Speed, ­Kokain oder Ecstasy sind ein Thema, allerdings nur vereinzelt. «Das sind alles Symptome für den ­gestiegenen Druck auf junge Menschen – und es fängt bereits in der ­Primarschule an», moniert Meury. «Es ist ein Problem, das wir un­­bedingt im Auge behalten sollten.» (Gregory Remez)

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9. Dezember 2017 | «Wir haben die Zukunftsliste in der Schublade»

Schaffhauser Nachrichten
Jeannette Vogel

**Interview Philipp Moersen, Präsident des Verwaltungsrates der Brauerei Falken**

*Herr Moersen, was macht das Jahr 2017 für Sie so besonders?*
Es gab zwei Highlights. Zum einen ist das Projekt Gär- und Tanklager jetzt abgeschlossen, wir haben dafür über fünf Millionen Franken investiert. Es gab weder Verzögerungen noch Mehrkosten, das freut mich natürlich sehr. Zum anderen bin ich seit diesem Sommer offiziell pensioniert.

*Sie sagten vor einem Jahr: «Wir bringen die Brauerei technisch auf den neuesten Stand, dann trete ich kürzer.» Haben Sie nun alle Schlüssel abgegeben?
Nein, die behalte ich. In dieser Brauerei steckt viel von meinem Herzblut. Zudem ist unsere Familie ein namhafter Miteigentümer des Unternehmens. Ich habe aber im unternehmerischen Bereich ganz das Zepter an Geschäftsführer Markus Höfler übergeben.

*Mit dem Dosenkompetenzzentrum, auf dem Sie auch für Dritte abfüllen, hat sich Falken seit 2013 ein zweites Standbein aufgebaut. Ein wichtiger Schritt – aber die Anlage soll bereits zu klein sein. Stimmt das?*
Alle kleineren Brauereien mussten im Ausland abfüllen, wir auch. Als wir uns entschlossen, unsere ­eigene Anlage zu bauen, legten wir die Planung für Drittabfüllungen auf sechs Millionen Dosen pro Jahr aus. Doch wir sind flexibel und kommen dem Konsumentenbedürfnis nach. ­Inzwischen füllen wir jährlich rund 16 Millionen Dosen für Dritte ab. Die Anlage hat aber noch Luft nach oben, sie ist also nicht zu klein.

*Die Brauerei Falken gehört zu den fünf grössten unabhängigen Brauereien der Schweiz. Wird das in absehbarer Zukunft auch so bleiben?*
Es ist ein Blick in die Kristallkugel, aber ja, wir bleiben unabhängig. Wir bezeugen mit den hohen Investitionen der letzten Jahre wie der Dosenabfüllanlage und dem Gär- und Tanklager ganz klar unseren Willen dazu.

*Werfen wir einen weiteren Blick in die Kristallkugel. Wie sieht das (Falken-)Bier der Zukunft aus, und wie schmeckt es?*
Mit der «Hülse» haben wir bereits ein Bier der Zukunft. Ein unfiltriertes, untergäriges Lagerbier. Innovativ und in der Schweiz einmalig ist die wiederverschliessbare Dose. Es ist ein Bier mit Stil und mehr als nur ein Durstlöscher. Ich freue mich darauf, wenn das Prinzip des Verschlusses zum ersten Mal kopiert wird, denn dann weiss ich, wir haben es gut gemacht.

*Die metallgraue «Hülse» mit dem weissen Schriftzug und der Hopfenblüte ist nur schon rein optisch kein typisches Falken-Bier.*
Das stimmt. Zwar richten wir uns auf den Raum Schaffhausen aus, das hat oberste Priorität, mit der «Hülse» wollen wir aber generell Swissness demonstrieren und die ganze Schweiz beliefern. Damit gehen wir ­einen neuen, modernen Weg.

*AI steht für «Artificial Intelligence», also künstliche Intelligenz. So nennt sich ein Bier aus England, ­ an dessen Rezeptur die Biertrinker mitwirken. Anhand der gesammelten Daten ­verändert ein Algorithmus das Rezept – ist das auch bei Falken denkbar?*
Nein. Wir sind eine Traditionsbrauerei. Es ist richtig, am technischen Fortschritt zu arbeiten. Aber wir suchen die Nähe zum Kunden und reden mit ihm und lassen nicht einen Computer entscheiden und den unsere gesamte Arbeit machen.

*Die Zahl der Kleinstbrauereinen steigt. Beispielsweise in Ramsen mit rund 1400 Einwohnern wird das lokale ­Gnädinger Bräu hergestellt, aber vor allem Gässli-Bräu gibt mächtig Gas. Wenn das in allen ­Dörfern und Städten so geht, wird Ihr Stück vom Kuchen ­immer kleiner. Sind Ihnen diese Mikrobrauereien ein Dorn im Auge?*
Grundsätzlich finde ich diese Entwicklung positiv. Wir haben inzwischen rund 800 Brauereien in der Schweiz und zusätzlich ein paar Badewannenbrauer. Dadurch gibt es die verschiedensten Biersorten und neue Geschmackserlebnisse. Das Bier bekommt einen neuen, höheren Stellenwert, den es auch verdient. Andererseits ist es richtig, dass das Kuchenstück für jeden Einzelnen etwas kleiner wird. Grund zur Klage haben wir aber nicht.

*Wer allerdings mit offenen Augen durch Getränke- oder Supermärkte läuft, sieht ein wachsendes Bier- sortiment – freche Namen, neue Geschmacksrichtungen, exotische Herkunftsländer. Wohin soll das noch führen?*
Die Gastronomie verliert, der Detailhandel wächst. Auch die Nähe zur Grenze war schon immer da. Das ist so, jammern hilft nichts. Der Markt ist vielfältig, das kann man auch als Chance sehen.

*Worauf fokussiert sich die Brauerei Falken 2018?*
Wir planen keinen «big bang». Es gibt natürlich eine Zukunftsliste, die können wir bei Bedarf jederzeit aus der Schublade ziehen. Aber erst mal wollen wir das Bestehende weiterentwickeln. Die Arbeit geht uns definitiv nicht aus.

*Die Falken-Generalversammlung ist ein wichtiger Anlass im gesellschaft­lichen Kalender. Ein Eintrittsbillett in Form einer Aktie (Aktienkurs um 13 700 Franken) ist aber schwer aufzutreiben. Wie wird man Falken-Aktionär?*
Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder bei der Bank anklopfen, es gibt immer wieder einzelne Aktien. Oder einem guten Freund eine Aktie abkaufen.


*«Die Schweizer Biere erleben eine Renaissance»*

*Der bisherige Verwaltungsratwurde gestern Abend an ­der Generalversammlung der Traditionsbrauerei Falken für weitere drei Jahre gewählt.*

Über 430 Personen fanden gestern Abend den Weg an die ­ordentliche Generalversammlung der Schaffhauser Brauerei im Schaffhauser Park Casino. Genau um 17.30 Uhr ergriff Philipp Moersen, Präsident des Verwaltungsrates, das Wort. Er habe ein gewisses Verständnis dafür, dass einige Schaffhauser den Verlockungen der günstigen Preise im nahen Ausland nicht immer widerstehen könnten. Gleichzeitig hielt er fest, dass die Brauerei ihr Geld hauptsächlich in der Region verdient und es auch hier ausgibt. So für das fünf Millionen teure Gär- und Tanklager – es ist seit Juni zu 100 Prozent in Betrieb. Es sei ein «ansprechendes Jahresergebnis» erwirtschaftet worden, so Moersen: «Das erlaubt es, die im Berichtsjahr getätigten Investitionen voll abzuschreiben.
Bevor Falken-CEO Markus Höfler das abgelaufene Braujahr Revue passieren lies, sagte er: «Ob vom Profi- oder Hobbybrauer – Bier gewinnt an Ansehen – es erlebt eine Renaissance.» Die Schweiz hat die grösste Brauereidichte der Welt, rund 4000 verschiedene Biere werden landesweit hergestellt. Falken beschränkt sich jedoch nicht nur darauf, Bier zu brauen und Dosen abzufüllen, sondern komplettiert das Sortiment mit Spirituosen wie Munot Malt oder Gin82.
Die statutarischen Geschäfte gingen wie gewohnt schlank über die Bühne – es gab weder Diskussionen noch Gegenstimmen. Die bisherigen Verwaltungsräte wurden für die Amtsdauer von drei Jahren wiedergewählt, die BDO AG in St. Gallen erhielt für ein weiteres Jahr das Mandat als Revisionsstelle. «Eine frohe Stimmung und viel Sitzleder» wünschte der Präsident des Verwaltungsrates, dann trat «Christoph Blocher» auf die Bühne. Er bedankte sich dafür, «dass ich auf einen grossen Schluck vorbeikommen darf». Der Zürcher Schauspieler Walter Andreas Müller parodiert seit Jahren Christoph Blocher, aber auch andere Prominente stellte er mit wechselndem Dialekt und verschiedenen Brillen dar.
Nach der Darbietung gab es Festbier, bevor das traditionelle Menü – Ochsenmaulsalat, kalte Platte garniert und reichhaltige Käseplatte – aufgetragen wurde. «Es sind insgesamt 130 Kilo Ochsenmaulsalat. Davon bleibt nie ein Gramm übrig», sagte CEO Markus Höfler.

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6. Dezember 2017 | Sache … Sächeli

Einen prominenten Gast konnte die Schaffhauser Verbindung Scaphusia letzte Woche auf ihrer Bude im «Falken» begrüssen: Beni Thurnheer. Wie Altherr Michael E. Dreher v/o Aal uns mitteilt, folgte der «Schnurri der Nation» in humorvollen Ausführungen dem A–Z und hatte zu jedem Buchstaben etwas Geistreiches zu sagen. «Einmal mehr ein interessanter intellektueller Teil des Abends, den die Scaphusianer seit über 100 Jahren den I. Akt nennen», schreibt «Aal». «Es folgte der II. Akt, wo die Corona ihrem Ruf als Grosskunde der Brauerei Falken AG gerecht zu werden versuchte. Es gelang!» Ebenfalls zu Gast war Kantonsratspräsident Thomas Hauser (v/o Chräbbs im KTV). Das Bild stammt von Lars Wicki v/o Klimper.


Foto: Lars Wicki

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8. September 2017 | Einmal Note sechs für Kanti-Lehrer

Schaffhauser Nachrichten
Maria Gerhard

Eine aussergewöhnliche Show dürfe die SN bei ihrem Besuch nicht erwarten. Das stellt Mathematiklehrer Giancarlo Copetti zu Beginn seiner Mathestunde in der Klasse 3ma der Kantonsschule Schaffhausen an diesem Dienstagmorgen zunächst klar. «Ich habe nichts Besonderes geplant», sagt er gut gelaunt. Tatsächlich verteilt Copetti ein paar Arbeitsblätter an seine Schüler und schaltet den Beamer ein – mehr nicht. Copetti ist ein Lehrer, der auf ein erprobtes Konzept setzt: erklären, üben, üben, falls nötig gerne noch einmal erklären und erneut üben!
Seit fast 40 Jahren unterrichtet er an der Kantonsschule, lange war er auch Fachvorstand. Vielleicht gerade deshalb ist es für ihn nun eine besondere Freude, dass die Fachschaft Mathematik für ihren Unterricht gestern mit dem Mint-Preis 2017 der ETH Zürich ausgezeichnet wurde. «Mint» setzt sich aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zusammen. Da stellt sich die Frage: Was machen die Mathematiklehrer an der Kanti besser als andere?

**Normalparabel und Co.**
Copetti übt mit seinen Schülern heute die Ableitung der quadratischen Funktion. «Die Steigung ist hier negativ», sagt er und deutet mit dem Kugelschreiber auf einen Punkt auf der Normalparabel, die er an die Zimmerwand projiziert hat. Die Schüler – vor ihnen liegen die Formelsammlung und der Taschenrechner – folgen konzentriert seinen Ausführungen. Mit giftgrünem Markierstift streicht ein Mädchen Formeln auf ihrem Arbeitsblatt an. «Es ist schon spannend», wird Svenja Felix nach dem Unterricht sagen, «vor allem, wenn es gut erklärt wird.» Die 17-Jährige löst ganz gerne Gleichungen. Aber noch lieber hat sie dann doch das Fach Spanisch. Schliesslich ist sie auch im musischsprachlichen Zweig.
Wer an der Kanti die künftigen Mathematiker und Ingenieure kennenlernen möchte, muss auf die vierte Schulstunde warten: Dann unterrichtet Ueli Manz Schüler aus den Klassen 4na und 4nb im Kurs «Anwendungen der Mathematik». Hier werden Fragen gelöst wie: Wie viele verschiedene Anordnungsmöglichkeiten für die 34 Buchstaben des Satzes «Betrachten wir zum Beispiel diesen Satz» gibt es? Die Lösung ist eine 29stellige Zahl. Die Schüler legen voller Tatendrang los.

**Grübeln, bis es dampft**
Man kann fast schon sehen, wie von ihren Köpfen der Dampf aufsteigt, ähnlich einem Computer, der heissläuft. Ein paar tippen eilig auf ihren Taschenrechnern Zahlen ein, andere diskutieren, wieder andere grübeln, die Wange auf die Faust ­gestützt, der Blick ins Leere. Letztere Strategie verfolgt auch der Schüler Gabriel Sonderegger. Mathematik ist eines seiner Lieblings­fächer. «Wobei mich Geometrie nicht so interessiert», sagt er, «mir liegt mehr die Problemlösung.» Solch knifflige Aufgaben zum Beispiel mag er gern. Später will er einmal Ingenieur werden. Den Unterricht an der Kanti findet er super. Und auch die einzige junge Frau in der Runde, Anna Sulzer, kommt gern zu den Mathestunden. Im Mai 2018 stehen die Maturaprüfungen an, doch davor hat sie keine Angst: «Wir werden gut vorbereitet.» Sie will Maschinenbau an der ETH Zürich studieren.

**Der Dialog ist wichtig**
Doch was ist es denn nun, was den Unterricht an der Kanti so gut macht? «Das ist schwer zu sagen», sagt Fachvorstand Michael Barot und zuckt mit den Schultern. Mit Kollegen sitzt er in einer Runde. Sie seien nun mal ein ­gutes Team. Förderlich sei bestimmt auch, dass manche aus der Forschung oder der Industrie kämen. «Uns eint der Idealismus», sagt er, «wir sind überzeugte Lehrer und sehr kommunikativ.» Gerade Letzteres entspricht wohl kaum der gängigen Vorstellung von einem Mathematiklehrer. «Aber wir unterlaufen locker alle Klischees», sagt daraufhin Copetti, um noch hinzuzufügen: «Niemand will bei uns nach einem Lehrbuch unterrichten.» Natürlich gebe es Vorgaben, aber jeder erarbeite andere Unterrichtsmaterialien. Und dann tausche man sich darüber aus. Der Dialog sei das Wertvolle.
Diverse Rückmeldungen geben ihrer Methode recht: Kanti-Schüler würden an der ETH Zürich mit ihren Grundlagen überdurchschnittlich oft auffallen.


**Fachvorstand**

*Auszeichnung erhalten: «Sie sind die Fahnenträger eines inspirierenden Mathematikunterrichts»*

Da haben sich die Mitglieder Fachschaft Mathematik der Kantonsschule aber ordentlich gefreut: Gestern Nachmittag wurde ihnen an der ETH Zürich feierlich der Mint-Preis 2017 überreicht. Die Fachschaft wurde für ihre Leistungen im Unterricht der Fächer Mathematik, ­Informatik, Naturwissenschaft und Technik ausgezeichnet. Neben einer Goldplatinmedaille gab es auch ein Gemälde im Wert von rund 10 000 Franken: Falls es im Fachschaftsraum aufgehängt wird, werden künftig die Gesichter der berühmten Mathematiker Jakob I. Bernoulli und Leonhard Euler auf die Lehrer herabschauen.

Die Laudatio hielt der Professor für Informationstechnologie und Ausbildung, Juraj Hromkovic. Die Fachschaft bestehe aus herausragenden Einzelpersönlichkeiten. Zusammen seien sie die Fahnenträger eines inspirierenden Mathematikunterrichts. Besonders hervorgehoben wurde der Beitrag von Mathematiklehrer Giancarlo Copetti. Er setze jedes Jahr die ETH unter Druck, erklärte Hromkovic. «Wie? Er zündet in seiner Klasse so viel Begeisterung für die exakte Wissenschaft, dass wir hier an der ETH schwitzen, um den hohen Erwartungen seiner Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.» Hromkovic übte aber auch schweizweit Kritik: «In der Schweiz kann man alles erleben. Einen begeisterungsfähigen sowie einen frustrierenden Mathematikunterricht.» Einige Lehrpersonen hätten nun einmal noch nicht verstanden, wie ein erfolgreicher Mathematikunterricht aussehe. Wieder zu den Preisträgern gewandt: «Diese Fachschaft zeigt, wie man voneinander lernen und sich ständig verbessern kann.»(mcg)



Mathematik kann durchaus auch Spass machen: Zusammen mit ihrem Mathematiklehrer Giancarlo Copetti beschäftigen sich diese beiden Schülerinnen im Unterricht mit der Infinitesimalrechnung.
Bilder Maria Gerhard



Freuen sich alle über die Auszeichnung der ETH: (v. l.) Ueli Manz, Fachvorstand Michael Barot, Giancarlo Copetti, Daniel Baumgartner, Brigitta Steinmann und David Stotz. Auf dem Foto fehlen Georg Keller, Michael Gerike, David Maletinsky und Urs Fitze.

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30. August 2017 | ETH zeichnet Kanti Schaffhausen aus

Schaffhauser Nachrichten
zge

Grosse Ehre für die Kantonsschule Schaffhausen: Die ETH Zürich zeichnet die Schule für «ausgezeichnete und aussergewöhn- liche Leistungen im Unterricht der Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)» aus. Der Preis geht an die Fachschaft Mathematik. «Wir beobachten die Kanti Schaffhausen schon länger», sagt Prof. Dr. Juraj Hromkovic von der ETH. «Die Fachschaft Mathematik leistet wirklich Aussergewöhnliches.» Es sei beeindruckend, wie es die Fachschaft schaffe, Jugendliche für die Mathematik zu begeistern. Dies zeige sich auch an den Leistungen der ETH-Studierenden aus Schaffhausen.

Neben der Kantonsschule Schaffhausen wird auch die Kantonsschule Glarus ausgezeichnet. Am 7. September gibt es eine feierliche Übergabe an der ETH in Zürich.

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25. Juli 2017 | Schäumig!

Coopzeitung Nr. 30
Martin Zimmerli

Shame on you, Journalist, schäme dich, du mit deinen Klischees! Zum Beispiel dem Klischee eines Braumeisters: um die sechzig, Rauschebart, hochgekrempelte Hemds-ärmel, Lederschurz, Body-Mass-Index 30+. Und dann kommt Zdzislaw Koltun daher, 37 Jahre jung, gestylter Dreitagebart, T-Shirt, Jeans und Figur eines Langstreckenläufers. Mit den überkommenen Vorstellungen konfrontiert, lächelt er schelmisch: «Ich kenne sie, es ist nicht das erste Mal.»
Geboren im polnischen Teil Oberschlesiens (daher der vermeintlich zungenbrecherische Vorname – dabei muss man für die korrekte Aussprache lediglich die beiden ersten Buchstaben weglassen und das W durch ein V ersetzen), aufgewachsen in Bayern, Lehre als Bierbrauer, Bundeswehr und Wanderjahre durch mehrere Länder und Getränkebereiche, kam Koltun 2013 zur Brauerei Falken in Schaffhausen. «Die Firma befand sich gerade in einem Generationenwechsel», erzählt er, der bald darauf vom Zweiten zum Ersten Braumeister aufstieg, im Organigramm «Leiter Produktion & Technik, Mitglied der Geschäftsleitung» genannt. Doch aus Titeln macht sich der Chefbrauer nicht viel. «Wenn es darauf ankommt, machen bei uns alle alles», sagt er, das sei der Betriebsphilosophie geschuldet. Da greife auch der CEO mal zum Wasserschlauch und spritze den Boden sauber.
«Ein Schluck Heimat» lautet der Werbeslogan der 1799 gegründeten Brauerei Falken. Sie hat 56 Angestellte, und die tun alles, um den Spagat zwischen Tradition und Innovation zu meistern. Was wiederum nicht zuletzt der Job des Braumeisters ist. «Wir müssen unsere traditionellen Kunden pflegen», sagt Koltun, «müssen aber mit Neukreationen auch den Nagel der Zeit treffen.» Dafür stellt er sich schon mal einen Tag lang in einen Laden oder setzt sich in eine Bar, beobachtet die Kundschaft und spricht sie auf ihr Kaufverhalten an. Und er degustiert sich durch die Angebote der Konkurrenz – «auch um meine Sensorik zu schärfen», wie er augenzwinkernd erklärt.

**Selbstständigkeit als oberstes Ziel**
Und die Resultate seiner Feldforschung? «Statt 0,5-Liter-Flaschen mit Bügelverschluss machen wir heute solche mit 0,33 Litern.» Das entspreche dem aktuellen Trinkverhalten, vorab im Bereich der Spezialbiere wie Eidgenoss, Stammhaus oder Schwarzer Falke. Dann entwickelte Koltun mit seinen Leuten ein Biermischgetränk mit Äpfeln, das vor allem bei der Damenwelt gut ankommen soll. Und der neuste Coup ist ein Bier mit dem Namen «Hülse», ein geschmacklich austariertes Lagerbier. Noch trendiger und innovativer als das Bier selber sind dessen Verpackungen: einerseits die 100-prozentig wiederverschliess- und recycelbare Halbliterdose, andererseits die 0,33-Liter-Flasche, beide in edlem Mattschwarz, gestylt mit Studenten der Hochschule Luzern. Dazu gehört ein edler Trinkbecher im selben Look.
Solcherlei Innovationen sind es, die der Brauerei Falken AG ihre Selbstständigkeit sichern sollen. Im Moment spricht nichts gegen das Gelingen dieses Vorhabens: Falken gehört zu den fünf grössten unabhängigen Brauereien des Landes.



Braumeister Zdzislaw Koltun mit einem Teil des Falken-Sortiments

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30. Juni 2017 | Eine Flasche Pisner gefällig?

Neue Zürcher Zeitung
Rudolf Hermann, Stockholm

Nein, es ist kein Druckfehler, die neueste dänische Bier-Kreation heisst tatsächlich so: Pisner. Und ja, wenn sich beim Wortklang eine vielleicht etwas unangenehme Assoziation einstellt, dann ist das durchaus beabsichtigt. Pisner nämlich ist in einem Land, das sich als Pionier betrachtet bei der «zirkulären Wirtschaft», der Wiederverwertung von Abfällen zu neuen Rohstoffen in einem möglichst geschlossenen Kreislauf, die Verwirklichung dieses Prinzips bis in die letzte Konsequenz.

**Der Kreislauf des Biers**
Aber schön der Reihe nach. Zum Sommeranfang findet jeweils am westlichen Rand des Grossraums Kopenhagen das Roskilde-Festival statt, Dänemarks grösstes Rockfestival, das regelmässig bekannte Namen und über hunderttausend Besucher anzieht. Weil es auch in Dänemark manchmal heiss ist im Sommer, wird viel Bier getrunken (es wird auch getrunken, wenn es nicht so heiss ist). Was die Besucher an Flüssigkeit nicht ausschwitzen, müssen sie auf andere Art wieder loswerden. Im vorletzten Jahr liess die dänische Landwirtschafts- und Lebensmittelbehörde am Festival 54 000 Liter Urin von den Besuchern auffangen, um ihn zu Dünger verwerten zu lassen. Nun gab sie ihn an die interessierte Bevölkerung zurück – in Form von Bier.
Natürlich aber indem der am Roskilde-Festival eingesammelte Dünger-Rohstoff dazu verwendet wurde, dem Wachstum der elf Tonnen Gerste nachzuhelfen, aus denen die Kopenhagener Bio-Boutique-Brauerei Nörrebro Bryghus nun ihr Pisner herstellt. Das neue Bier wurde am Dienstag vor dem Haus Axelborg, dem Sitz der Landwirtschafts- und Lebensmittelbehörde, der Öffentlichkeit vorgestellt.

**«Mutiges Marken-Experiment»**
Mit der Aktion wolle man eine junge Zielgruppe auf Fragen der Rezyklierung und Weiterverwertung aufmerksam machen, sagte eine Sprecherin der Behörde gegenüber der Internet-Publikation «The Local», die über das Ereignis berichtete. «Wenn du nicht weisst, was Rezyklierung ist, dann kannst du hier ein bisschen davon kosten», hiess es auf einem grossen Banner am Stand vor dem Haus Axelborg, wo am Dienstag während dreier Stunden das Bier gratis an die Passanten verteilt wurde.
Das Amt kaufte Nörrebro Bryghus die gesamte Pisner-Produktion von rund 60 000 Flaschen ab und will das Bier nun mit Grossverteilern unter die Leute bringen – mit der Original-Bezeichnung. «Ein mutiges Marken-Experiment», befand Henrik Vang, der Chef der Brauerei. Das Publikum reagiere gespalten, doch sei es immer gut, zu den Kunden ehrlich zu sein.

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18. Juni 2017 | Schreibwettbewerb der Stiftung «Scaphusia-Preis» 2017

Kantonsschule Schaffhausen, Online

Am 9. Juni 2017 fand an der Kantonsschule die Preisvergabe des alle zwei Jahre ausgeschriebenen Wettbewerbs der Stiftung «Scaphusia-Preis» statt.
Die Teilnehmer am diesjährigen Schreibwettwettbewerb mussten eine Kurzgeschichte, einen Sketch oder einen Dialog zum Thema Missverständnis(-se) verfassen.
16 Beiträge wurden eingereicht. Erfreulich ist die Tatsache, dass sich Schülerinnen und Schüler aller Stufen (1. – 4. Klasse) und aller Profile (musisch-sprachlich, naturwissenschaftlich, sprachlich-altsprachlich, FMS) am Wettbewerb beteiligten.
Die Texte wurden von Alexander Wanner gesammelt und anonym an die Jury (Susanne Bernhard, Edith Fritschi, Norbert Hauser, Detlef Roth, Reinhard Nowak) weitergeleitet. Die Jury kannte also keine Namen, als sie die Texte las und beurteilte.

Dies sind die Preisträger und ihre Texte:

1. Rang (1000 Franken in bar): Louise Roos (2sb) mit dem Text
Eine eigene Zeile für die Null

2. Rang (600 Franken in bar): Nils Kessler (3sa) mit dem Text
Weltenbrand

3. Rang (300 Franken in bar): Pascale Pfeiffer (1sa) mit dem Text
Ein einfacher Abend

#Allgemeines

15. Juni 2017 | Der Gewinner-Text des Scaphusia-Preises 2017: Eine eigene Zeile für die Null

Schaffhauser AZ
Louise Roos

«Und dieses Handy ist für dich. Somit können wir immer in Kontakt stehen und du kannst sogar mal Cindy in der Schule anrufen. Es hat extra grosse Tasten und ist einfach zu handhaben. Wie gefällt es dir?» Sie sitzt da und starrt auf das Natel. Ein Mobiltelefon. Ein Seniorenhandy. Überdimensionierte Tasten, für jede Zahl eine. Vier Zeilen, zwölf Tasten mit zehn Zahlen und zwei weiteren Symbolen. In der zweituntersten Zeile rechts die Neun, unten in der Mitte die Null. Eine eigene Zeile für die Null, ein neuer Abschnitt, eine eigene Epoche, eine neue Welt. Schon wieder.
Ihr Blick schweift zu den Besuchern. Zwei davon hantieren selbst wild mit ihren Geräten. Sie sind ganz in Gedanken versunken, so weit weg. Gross, diese Handys, geradezu monströs und wie viel Platz sie einnehmen. Der Bildschirm, der beim Berühren gewisser Tasten auf leuchtet, irritiert sie. Ich bin es nicht gewohnt, das ist nicht meine Zeit.
«Danke, ich werde davon gewiss Gebrauch machen.» Ihre Mundwinkel ziehen sich hoch. Einer der Besucher löst seinen Blick vom Handy und geht auf sie zu. «Für dich, eine Lektüre. Ich habe es in einem Buchgeschäft gefunden und mir gedacht, dass es dir gefallen könnte. Du liest ja gerne und oft.» Die Besucherin lächelt. Wie hübsch das ihr bekannte Gesicht doch geworden ist, so gutmütig und reif, so erwachsen. Wie war noch mal ihr Name? Sie sucht, durchkämmt ihr Gedächtnis. Eine Nebelwand tut sich vor ihr auf, sobald sie einen Gedanken zu packen versucht. Begann der Name mit einem S? Und weiter ging es mit … Weg, der Name ist einfach verschwunden im Nichts. Sie kämpft, versucht verzweifelt, ihn wieder zu finden. Falten graben sich in ihre Stirn, Schweiss auf ihren Handf lächen. Dann, Erleichterung: Auf dem Einband des Werkes steht «Von deiner Tochter Sonja». Sie seufzt, blickt auf das Cover der ihr gegebenen Lektüre. Sie liest «die Bücherdiebin», ein Buch, das vom Zweiten Weltkrieg handelt. 1939–1945, so weit weg. «Es ist ein Thema, das dich beschäftigt, wie wir alle wissen, und soll dich dazu animieren, mehr von damals zu erzählen.» «Ja, erzähl doch bitte!», rufen mehrere Stimmen aus. Die Telefone werden zur Seite gelegt, man rutscht ein wenig näher. Sechs neugierige Augenpaare richten sich auf sie. Mustern ihr Gesicht eindringlich, ihr ordentlich zurechtfrisiertes Haar, ihre weisse, fast schon durchsichtig schimmernde Haut, ihre blauen Augen, die hinter dicken, runden, Brillengläsern tief in den Augenhöhlen liegen. Schliesslich fixieren sie ihren Mund und warten. Liegen ihre Haare richtig? Sehen sie die vielen kleinen Falten um ihren Mund? Sind die Ringe unter den Augen zu auffällig? Sie weiss es nicht. Ihre Besucher gaffen und fiebern ihren Worten entgegen.
«An einem Mittwoch hat meine Mutter mir ein schneeweisses Kleid mit Rüschen gekauft», sie sieht alles genau vor sich, kann sich sogar noch an das Parfum ihrer Mutter erinnern. Ganz dezent nach Maiglöckchen duftend, niemals aufdringlich.
Schweigen. Verwirrt schauen sich die Besucher an. Verständnislosigkeit. «Und weiter? Wie war das, als die Bomben fielen?» «Was hast du erlebt?» «Wie war das auf der Flucht?» Fragen über Fragen artikulieren kleine und grosse Mäuler. Bedecken sie, drohen sie zu erdrücken. Es sind jedes Mal die gleichen Fragen, immer dieselbe Geschichte fordernd. Aus ihrem Mund dringt kein Ton. Nicht dieses Mal. Nicht schon wieder dieselben Begebenheiten. Sie schweigt.
Schliesslich erstirbt der Fragef luss. Man lauscht auf die alte, laut tickende Wanduhr und betrachtet eingehend und mit ungewöhnlich grossem Interesse die schwarze Stehlampe neben dem grau melierten Sessel, in welchem sie nachmittags zu sitzen pf legt. «Schön hast du es dir hier eingerichtet.» «Das war… Marina.» «Sie heisst Monika», eine berichtigende Stimme. «Ach ja, …, richtig. Monika schaut immer nach dem Rechten. Manchmal dekoriert sie mein Zimmer.» «Wie reizend. Ist der Blumenstrauss von ihr? Maya, kannst du mir verraten, wie viele Rosen in der Vase stehen?» «Hilf mit», bedeutet die Kleine ihr und setzt sich auf ihren Schoss. Warme Kinderbeine auf ihrem Kleid. Rosige Wangen und ein allzu bekannter Kinderduft. Zu lange haben sie sich nicht mehr gesehen.
Mit ausgestrecktem Zeigefinger und sich leise bewegenden Lippen zeigen sie beide auf jede einzelne Blume und zählen. Viele sind es. Sie verzählt sich, versucht es erneut. Auch die Kleine hat ihre Schwierigkeiten. Balsam für die Seele, Verbundenheit, Verständnis.
«Es sind neun!», schreit die Kleine mit einem Mal und reckt stolz das Näschen in die Luft.
Neun. Neun Rosen, hallt es durch ihren Kopf. Neun skrupellos beendete Leben, neun einzelne Epochen, neun Jahrzehnte. Nummer neun, auf ihrem Mobiltelefon in der zweituntersten Spalte rechts zu finden. Beklemmung.
«Cindy, nun ist dein Geschenk an der Reihe.»
Eine Papierrolle wird in ihren Schoss gelegt. Ihre blauen Augen strahlen und schauen unstet auf das von Kinderhand gebastelte Geschenk. Ihre Hände machen sich an der Schleife zu schaffen, nesteln, zittern, versuchen, kämpfen. Resignieren. Es gelingt ihr nicht. «Warte, ich helfe dir. In deinem Alter könnte ich das auch nicht mehr, solch eine enge Schleife lösen.» Freundliche Worte, die mit einem erzürnten Blick von ihr gestraft werden. Unverständnis zeichnet sich auf den Gesichtern der Besucher ab. Doch sie lässt ihn gewähren, den der mit einem Griff die Schleife zu lösen vermag.
Der Blick auf das Geschenk. Tränen der Rührung in ihren Augen. Ein leises Schluchzen, Freude. Erinnerungen werden wach. «Weisst du noch, Cindy, wie wir gemeinsam Mensch ärgere dich nicht gespielt haben?», fragt sie, auf den Lippen ein Lächeln. «Natürlich. Viele Nachmittage sassen wir an deinem Wohnzimmertisch und haben dabei Apfelkuchen gegessen.» Sie sehnt sich danach. «Oder wie wir mit dem Ball gespielt haben», sie schwelgt in der Vergangenheit, geniesst. «Auf dem Bild habe ich dich aber mit deinem Rollator gemalt. Schau.» Cindy deutet auf das Geschenk. «Psst, darüber sollst du doch nicht so reden!», zischt eine Stimme. Cindys Blick zu Boden.
Ihre Finger verkrampfen sich. «Stimmt, das Ballspielen kann ich nicht mehr», sie versucht ein Lächeln. Ein Kloss im Hals. «Das ist auch nicht gravierend, solange du überhaupt noch mit uns nach draussen kommen kannst.» Die Besucher lachen sich gelöst an. Wieso versteht sie niemand?
Schweigen. Eingehende Betrachtung der Stehlampe.
«Wie wäre es, wenn wir nun unsere Nummern in dein Handy programmieren und dir zeigen, wie man damit umgeht?» «Können wir das nicht ein anderes Mal machen? Lasst uns lieber noch etwas reden», wehrt sie ab. «Aber du wolltest doch so dringend mit uns in Kontakt, ‹up to date› bleiben. Dafür ja auch das Handy!» «Ich», sie weiss nicht, wie sie es sagen soll. Das elektronische Monstrum mit den vielen Symbolen als Bindeglied zweier Welten. «Ich möchte gerne mit euch einen Tee trinken und mich unterhalten.» Sie begreifen nicht. Angesäuerte Blicke. Die alte Wanduhr läutet. «Es ist schon fünf Uhr. Die lange Fahrt nach Hause wird uns einiges an Zeit kosten.» «Durch den Abendverkehr sowieso», stimmt ein anderer zu. Man bückt sich und umarmt sie. «Geniesse noch den Abend», «Gönne dir etwas Feines zu essen» und «Lass den Tag gemütlich ausklingen», rät man ihr. Sie klammert sich an den Klang der Stimmen, spürt und riecht jeden einzelnen, sagt adieu.
Die Besucher verlassen das Heim. «Mama, hat sie sich über unseren Besuch überhaupt gefreut? Und über mein Geschenk? Sie hat sich gar nicht bedankt.» «Liebes, das Handy war das wichtige Geschenk. Darüber hat sie sich gefreut.»
Das Fenster ihres Zimmers steht offen. Sie hat alles gehört. Will schreien, will klä-ren, will sich für das Präsent, das sie zu Tränen gerührt hat, bedanken, will berichtigen. Ihr Hals schnürt sich zu, die Worte bleiben stecken. Das Dröhnen eines Motors. Es ist zu spät.
Sie sinkt in ihren Stuhl zurück, starrt auf den Blumenstrauss. Neun Blumen. Daneben ihr neues Handy. Unberührt, unverstanden, eine andere Welt. Die Null ganz unten. Eine eigene Zeile für die Null. Ein Jahrzehnt mehr. Schon wieder.


**Die Autorin**
Die 16-jährige Louise Roos ist Zweitklässlerin im altsprachlichen Profil der Kantonsschule.
Mit ihrem Text setzte sie sich gegen 15 Mitbewerber durch und gewann den mit 1000 Franken dotierten Scaphusia-Preis.
Der Anerkennungspreis geht auf das Legat eines Alten Herrn der Mittelschulverbindung Scaphusia zurück und zeichnet regelmässig Schülerinnen und Schüler für besondere Leistungen in verschiedenen Disziplinen aus.

#Allgemeines

15. Juni 2017 | Ein schönes, unvergessliches Fest

Schaffhauser Nachrichten
Clio Zubler

Der Maturball ist ein Ereignis, das man wohl nicht so schnell vergisst. Die jungen Frauen und Männer feiern an diesem Abend trotz der bevorstehenden Abschlussprüfungen und geniessen den gemeinsamen Abend.
Martina Stettler und Chiara Cesaretti organisierten den Anlass, der am Samstag stattfand, gemeinsam mit Melina Bienz, Joelle Gansser, Claudio de Roasa, Irma Omlin, Frederic Su, Corinne Eichholzer, Carole Häner und Nevin Öztürk. «Es war eine Herausforderung, an all die kleinen Sachen zu denken, die geplant werden mussten», sagte Stettler. Seit September sei das OK mit der Planung des Balles mit dem Motto «Mit Stil ins Ziel» beschäftigt gewesen. «Ich freue mich nun aufs Essen und die Musik», meinte Cesaretti.
Für Lara Gansser war es eine besondere Ehre, ihre Schwester Joelle begleiten zu dürfen. «Ich brauchte lang, um ein Kleid zu finden», erzählte diese.
Einen neuen Anzug kaufte auch Sandro Holderegger extra auf den Anlass. Seine Freundin Corinne Eichholzer war im OK für die Finanzen zuständig: «Es war viel Arbeit, hat aber auch Spass gemacht.»
Bereits zum zweiten Mal besuchte Andrea Tanner den Maturball. Ihre Kollegin Tina Ott hatte ihr Kleid schnell gefunden. «Ich trage sogar hohe Schuhe, die bequem sind», sagte sie.
Kantonsschullehrer Markus Werner meinte: «Ich bin fast jedes Jahr hier, die Schüler erwarten das.» Christoph Roost, ebenfalls Lehrer, war zum ersten Mal am Maturball und fotografierte im Auftrag der Schule zusammen mit Mahela Stamm die Schüler. Stamm tat das bereits im vergangenen Jahr, sie liebe es, zu fotografieren. «Am Anfang schauen die Leute auf den Fotos jeweils ein wenig anders aus als am Ende des Abends», sagte sie schmunzelnd.



In den prächtigsten Kleidern: Bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen trafen die Maturanden vor dem Park Casino ein.
Bilder Selwyn Hoffmann



Ladies in red: Chiara Cesaretti und Martina Stettler haben mit weiteren acht Personen den diesjährigen Maturball organisiert.



Joelle Gansser (rechts) brachte als Begleitung ihre Schwester Lara mit.



Corinne Eichholzer und Sandro Holderegger geniessen den besonderen Abend miteinander.



Frederic Su und Rafael Sonderegger waren gespannt darauf, wie ihre Klassenkameraden gekleidet sein würden.



Andrea Tanner begleitete ihre Kollegin Tina Ott. Die beiden waren sehr edel gekleidet.



In eleganter Zweisamkeit: Luca Miozzari und Freundin Noemi Zähner.