#Allgemeines

30. Dezember 2011 | «Tor zu Thurauen»: Erste Bilanz

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
M. G.

Bundesrätin Doris Leuthard und der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi haben am 20. August mit Hunderten Gästen den Abschluss der ersten Etappe des Grossprojektes «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» und die Eröffnung des Naturzentrums Thurauen in der Steubisallmend bei Flaach gefeiert. Im Rahmen des Projekts hat der Kanton Zürich in den letzten drei Jahren das Ufer der Thur renaturiert und rund die Hälfte der veranschlagten 54 Millionen für diese letzte Etappe, die «Königsetappe» der gesamten Renaturierungsmassnahmen entlang der Thur, verbaut. Herzstück des neuen Flaacher Erholungsmekkas ist das Naturzentrum Thurauen: Als Schmelztiegel für Wissensdurstige, Erholungsuchende und Naturliebhaber, die sich das Auengebiet erklären lassen wollen, bietet die Ausstellung viel Anschauungsunterricht.
Erfolg ist den Betreibern des Naturzentrums, sprich: der interaktiven Ausstellung, des Lehrpfads und des neuen Restaurants Rübis & Stübis, beschieden. Laut der Stiftung PanEco sind bislang 7000 Besucher in die Thurauen gekommen, davon 5200 in die Ausstellung, darunter Schulklassen, Firmen-, Behörden- und Fachgruppen – etwa Wasserbaufachleute und Ingenieure, aber auch Familien und Rentner. «Es kamen mehr, als wir erwartet hatten. Längerfristig rechneten wir mit zwischen 6000 und 10 000 Besuchern pro Jahr», sagt Kaspar Hitz, Geschäftsführer der Stiftung PanEco. Dies, obwohl die Saison erst im August begann. Nun müsse die Zukunft weisen, ob es sich um einen Anfangsansturm gehandelt habe, der mit dem Auftritt der Bundesrätin an der Eröffnung Momentum erhalten habe. Doch mit zukünftig 10 000 Gästen wäre er zufrieden. Denn zu viele Kunden würden auch das Personal – etwa bei den Führungen – an seine Grenzen bringen. «Wachstum um jeden Preis ist daher nicht gesund. Lieber 10 000 statt 15 000 Kunden, dafür werden diese gut betreut», sagt Hitz. Auf eine treue Stammkundschaft, vorab aus dem Weinland, könne er aber jetzt schon zählen. Viele besuchen wandernd die Thurauen, andere nur das Naturzentrum, welches gemäss Leistungsauftrag als «Tor zu den Thurauen» den sanften Tourismus pflegt. Seit Kurzem teilen sich auch drei Personen die Ranger-Aufgaben. Das Restaurant bietet ausschliesslich Gerichte aus saisonalen Ingredienzen aus der Region oder zumindest der Schweiz an. Die Öffnungszeiten des Naturzentrums seien mehrmals ausgedehnt worden – ein weiterer Erfolgsindikator: Das Zentrum mit der Ausstellung war etwa im Winter viel öfter als einen Sonntag im Monat – die Minimalvorgabe vom Kanton – geöffnet. Das Restaurant muss unterschiedliche Kundengruppen bedienen und hat daher auch zwei Betriebsmodi entwickelt. Im Sommerhalbjahr sorgten das Naturzentrum, der benachbarte Campingplatz und das Schwimmbad für Massenkundschaft. Im Winter würden eher Gruppen bedient im Rahmen von Tagungen (Anlassgeschäfte).

#Notizen zu Namen

30. Dezember 2011 | Eine geschätzte Führungskraft tritt in den Ruhestand

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen / Schaffhausen
Ursula Hafner-Wipf, Regierungsrätin, Vorsteherin Departement des Innern

Kurt Gehring, Jurist und Rechtsanwalt, wurde in Amtszeit von Regierungsrat Hermann Keller per 1. August 1997 vom Regierungsrat in sein Amt gewählt. Davor war er bei der Stadt Schaffhausen als Rechtsberater des Stadtrates und stellvertretender Stadtschreiber tätig. Seine Erfahrungen und seine profunden juristischen Kenntnisse erlaubten ihm einen optimalen Start in der kantonalen Verwaltung. Rasch arbeitete er sich in das vielfältige Aufgabengebiet ein und leitete als Stabschef mit grosser Umsicht und grossem Geschick das Departementssekretariat. Den Dienststellen stand er stets beratend und unterstützend zur Seite, und nicht nur bei komplexen Dossiers und anspruchsvollen Projekten waren sein Fachwissen und sein organisatorisches Talent gefragt. In Situationen, welche besonderes Fingerspitzengefühl erforderten, war Kurt Gehring ein sicherer Wert, und man konnte sich jederzeit auf ihn verlassen.
Kurt Gehring betreute die zentralen Stabsaufgaben des Departements des Innern und war linienverantwortlich für das breit gefächerte Sekretariat mit den Bereichen Gewerbepolizei, Jagd und Fischerei und Rechtsdienst. Er hat bei zahlreichen Projekten mitgewirkt und engagierte sich in diversen Gremien innerhalb, aber auch ausserhalb der Verwaltung. Gleich zu Beginn setzte er sich erfolgreich für die Durchsetzung des Verursacherprinzips bei der Abfallentsorgung ein. Das liberalisierte Gastgewerbegesetz trägt seine Handschrift, ebenso die Reorganisation der Betreuung Abhängiger und die Erhaltung der kantonalen Fischzuchtanstalt. Massgebend begleitete er das Leitbild für eine kohärente Integrationspolitik, die Anfänge der Flughafendiskussion, das Sachplanverfahren Tiefenlager sowie zahlreiche Gesetzesrevisionen und unzählige Vernehmlassungen. In seiner Amtszeit hatte er auch die Neubesetzung fast aller oberen Kaderstellen im Departement zu koordinieren. Besondere Herausforderungen bildeten die Kriseninterventionen beim Äschensterben im Hitzesommer 2003, die Mitwirkung im kantonalen Führungsstab bei der Vogelgrippe sowie die spektakulären Hundevorfälle. Kurt Gehring wirkte dabei meist im Hintergrund, das aber sehr zielführend. Bei aller Vielseitigkeit lag ihm die Natur jedoch besonders am Herzen. Mit seinem Verständnis und seinem Einsatz für die Jagd und Fischerei verschaffte er sich über die Kantonsgrenzen hinaus hohe Anerkennung und Wertschätzung.
Kurt Gehring beeindruckte durch hohe Sachkompetenz, ganzheitliches Denken und einen pragmatischen Sinn für realistische und praktikable Lösungen. Sein gutes Beziehungsnetz über die Verwaltung hinaus und seine Akzeptanz waren ihm bei seiner Arbeit von grossem Nutzen. Die Vorsteherin des Departements des Innern konnte bei ihren Entscheiden stets auf den ausgewogenen Rat ihres Departementssekretärs bauen und auf seine Loyalität zählen. Kurt Gehring hat ein ausgeprägtes Gespür für heikle Fragestellungen, welche allenfalls auch im öffentlichen Fokus stehen könnten. Der Informationsfluss zur Vorgesetzten und zu den involvierten Dienststellen funktionierte bestens, und nötige Vorkehrungen wurden von ihm umgehend getroffen. Mit seiner empathischen und vertrauensvollen Art und dank seiner Ausbildung zum Mediator gelang es ihm immer wieder, in heiklen Situationen Wege und Lösungen aufzuzeigen, was ihm die Achtung seines Gegenübers einbrachte. Mit Kurt Gehring verlieren das Departement des Innern und der Kanton eine kompetente und äusserst verdiente Führungsperson. Die Mitarbeitenden schätzten seine offene, kollegiale und verbindliche Art sehr. Wir lassen ihn nur ungerne ziehen und wünschen ihm und seiner Frau Barbara alles Gute für die Zukunft. Vor allem wünschen wir weiterhin eine gute Gesundheit für den kommenden Lebensabschnitt, wo es dem naturverbundenen und musischen Menschen mit Gärtnern, Wandern, Lesen, Schreiben, Musizieren und mit der Pflege von Freundschaften sicher nicht langweilig werden wird. Im Namen des Regierungsrates danke ich Kurt Gehring herzlich für seinen jahrelangen, wertvollen Einsatz zum Wohl des Kantons und der Kantonsbevölkerung.

#Notizen zu Namen

29. Dezember 2011 | Doppelter Florian

Schaffhauser Nachrichten, Tops und Flops

Auszug aus: «Rote Zahlen, Kunst und Wahlerfolg»

**Florian I.**
Florian Keller ist der Christoph Blocher der Alternativen Liste: offiziell zwar nicht Präsident, in Tat und Wahrheit aber das Gravitätszentrum der Gruppierung. Wie einst die SVP in früheren Jahren trifft die AL den Nerv der Zeit und versteht, was das Volk bewegt. Sie hat die Abschaffung der Pauschalsteuer erreicht und innert kürzester Zeit genügend Unterschriften gegen die Senkung der Staatsbeiträge an die Krankenkassenprämien gesammelt. Keller ist wie Blocher blitzgescheit und sogar noch volksnäher als der Tribun aus Herrliberg. Blocher beim Bier in der Beiz ist ein seltenes Bild; für Keller sind Kneipe, Krug und Kippe quasi das nächste Kapitel nach dem Kantonsrat. Die höchste Prüfung steht Keller und seiner AL aber noch bevor: ein Sitz in der Exekutive – oder in Bundesbern. An der AL lag es ja nicht, sie haben sich beworben, aber das Volk wollte bis jetzt noch keine junge linke Wilde in Topchargen. Auch wenn wir das Heu nicht unbedingt auf der gleichen Bühne wie die AL haben: Mehr Drive in der Politik finden wir top!

**Florian II.**
Florian Hotz ist der Florian Keller der Jungfreisinnigen Schaffhausen: offiziell zwar nicht Präsident, in Tat und Wahrheit aber das Gravitätszentrum der Gruppierung. Die beiden Florians teilen nicht nur den Vornamen: Beide sind so intelligent wie angriffig. Dann hören aber die Gemeinsamkeiten auf. Anders als die AL trifft der Jungfreisinn den Nerv überhaupt nicht mehr. Bei den Nationalratswahlen hat die Jungpartei nicht einmal die Hälfte der Stimmen der AL geholt. Kompromisslos vertretene rechtsliberale Grundwerte scheinen in diesen Tagen weniger gefragt als auch schon. Während die AL für ihre Initiativen im Schnellzugstempo Unterschriften sammelt und an der Urne Erfolge feiert, ist es um die JFSH ruhig geworden. Jungfreisinnige Funkstille, Schweigen auf allen Kanälen. Der letzte Eintrag im Politblog der JFSH stammt vom Februar 2010. Und war im letzten Frühling nicht mal die Rede von einer grossen Steuerinitiative? Hallo? Leute, etwas mehr Drive, sonst wird das ein Flop!

#Allgemeines

27. Dezember 2011 | Öko statt Bier auf dem Cardinal-Areal

Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
Raphael Corneo

Den Kanton Freiburg hat man bisher eher weniger mit Cleantech und Innovationen in Verbindung gebracht. Doch das soll sich nun ändern. Mitten in Freiburg auf dem ehemaligen Cardinal-Gelände soll ein Innovationspark entstehen. Das Bauvorhaben soll zum Leuchtturmprojekt werden und über die Kantonsgrenzen hinweg leuchten.
Im Sommer 2010 hat der dänische Bierkonzern Carlsberg beschlossen, den Produktionsstandort in Freiburg zu schliessen. Seit Juli dieses Jahres wird das Bier nicht mehr in Freiburg, sondern bei der Carlsberg-Tochter Feldschlösschen in Rheinfelden gebraut. «Der Entscheid von Carlsberg, den Standort zu schliessen, war für den Kanton und die Stadt eine Tragödie. Nun haben wir daraus eine Chance gemacht», sagt Beat Vonlanthen, Staatsrat und Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Freiburg. Ab Ende 2013 sollen im Cardinal-Innovationspark mehrere Hundert Arbeitsplätze geschaffen werden. «Wir wollen den ersten Innovationspark der Schweiz bauen, der vollständig emissionsfrei ist», sagt Vonlanthen.

Das Projekt nimmt Formen an
Das ist auch deshalb eine grosse Herausforderung, weil beim Bau des Parks einige Gebäude erhalten werden sollen. Auch diese müssen CO2-frei werden. «Wir sind uns bewusst, dass es nicht einfach wird. Trotzdem sind wir aber überzeugt, dass es keine Illusion ist und wir es schaffen können», sagt Vonlanthen. Wer genau auf dem Areal einziehen wird, ist noch nicht klar. «Die Mieter werden ausgewählt. Dabei liegt unser Augenmerk vor allem auf Unternehmen aus dem Bereich nachhaltige Entwicklung», sagt Vonlanthen. Doch auch Restaurants und ein Cardinal- Museum sollen auf dem Areal entstehen. Das Besondere an dem Park wird zudem sein, dass er mitten in der Stadt Freiburg steht und auch mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar ist. Für die Umsetzung des Projekts hat man sich einen ehrgeizigen Zeitplan gesetzt. Anfang Dezember wurde ein Ideenwettbewerb lanciert, der noch bis Februar 2012 dauern wird. Nächstes Jahr soll dann der Architekturwettbewerb stattfinden und schon 2013 mit dem Bau begonnen werden. «Bei einem Projekt wie diesem ist es wichtig, dass von Anfang an alle Akteure bei der Planung miteinbezogen werden», sagt Emmanuel Rey, Professor für nachhaltiges Bauen an der ETH Lausanne. Dabei müssen auch die Hochschulen eine grosse Rolle übernehmen und können bei der Planung miteinbezogen werden. Rey und weitere Forscher der ETH Lausanne haben bei der Entwicklung des Ökoquartiers rund um den Bahnhof Neuenburg mitgeholfen, zu dem auch das neue Gebäude des Bundesamtes für Statistik gehört.

Weitere Parks sind geplant
Doch der Technologiepark auf dem Cardinal-Areal ist nur eines der Innovationsprojekte im Kanton Freiburg. «In der Schweiz sind momentan 20 Ökoquartiere geplant. Allein vier davon in unserem Kanton», sagt Vonlanthen stolz. Neben dem Cardinal-Park sollen auch in Bulle, in Romont und in Villaz-St-Pierre Ökoquartiere entstehen. «In Bulle soll ein CO2-neutrales Quartier mit Wohnungen, einem Hotel, Geschäften und einem Freizeitkomplex entstehen», erklärt Michel Cailleau, Projektträger der Ökoquartiere in Bulle und in Romont sowie Verwaltungsratspräsident des Immobilienentwicklers Abadia. Das Quartier in Bulle entsteht auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne, das in Romont in der ehemaligen Industriezone «En Raboud». «Dabei wollen wir nicht nur mit Architekten, sondern auch mit Soziologen und den Bürgern selber zusammenarbeiten», sagt Cailleau. Auch Thierry Dewarrat, Direktor der EnergieConcept S. A., die das Mandat für die energietechnische Begleitung der Projekte hat, ist überzeugt, dass das wichtig ist: «Ökoquartiere brauchen bewusste Nutzer, die geschult werden müssen», sagt er. Dem soll nicht nur bei dem Projekt in Bulle, sondern auch bei dem in Romont Beachtung geschenkt werden.

#Allgemeines

10. Dezember 2011 | Falken kann dem Gegenwind standhalten

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

In der Agenda vieler Aktionäre der hiesigen Brauerei hat die Generalversammlung im Dezember einen fixen Platz, gehört sozusagen zur Vorweihnachtszeit wie andere wiederkehrende Termine auch. 346 Aktionäre sind der Einladung zur Generalversammlung ins Park Casino in Schaffhausen gestern Abend gefolgt.
Was Verwaltungsratspräsident Jürg Spahn den Anwesenden zu Beginn der Versammlung zu sagen hatte, war zunächst wenig feierlich. Ausgehend von der Weltwirtschaftslage näherte er sich via dem globalen und dem nationalen Biermarkt dem eigentlichen Thema des Abends: der Brauerei Falken AG.
Die Schweizer Wirtschaft habe sich 2010 zwar schnell von der Krise erholt, sei aber ebenso schnell im Zuge der Frankenstärke und der Schuldenkrise wieder auf einen Abwärtspfad geraten, so der langjährige Verwaltungsratspräsident der Brauerei.
Der globale Biermarkt ist zwar einmal mehr gewachsen, allerdings in einer für kleine, unabhängige Brauerein unvorteilhaften Art: zulegen konnten vor allem die ganz grossen Bierkonzerne wie beispielsweise Anheuser-Busch.

**Schweizer Brauereien unter Druck**
Auch auf dem Schweizer Biermarkt hat sich die Dominanz der internationalen Konzerne einmal mehr bemerkbar gemacht: Der inländische Biermarkt ist zwar um bescheidene 0,7 Prozent gewachsen, die inländische Produktion jedoch um 1,1 Prozent gesunken. Der Marktanteil von Importbier ist auf 22,9 Prozent gestiegen. Eine weitere, anhaltende Tendenz sieht Spahn in der anhaltenden Verlagerung von den Gaststätten zum Detailhandel. Dieser Entwicklung Vorschub geleistet haben dürften die Folgen des schweizweiten Rauchverbots in Gastronomiebetrieben. Für zusätzlichen Druck sorgte schliesslich die Frankenstärke, die gerade in einer Grenzregion wie Schaffhausen den Einkaufstourismus gefördert hat. «Auch in der Brauerei Falken hat der Import von Billigbier und die Frankenstärke spuren hinterlassen», so Spahns Fazit. Dass das Vorjahresergebnis gehalten werde konnte, sei deshalb als Erfolg zu werten. Geschäftsführer Markus Höfler belegte Spahns Ausführungen mit weiteren Zahlen, und zeigte sich überzeugt, dass die Schaffhauser Brauerei mit ihrer Strategie auf dem richtigen Weg sei. «Regionalität, Tradition und Swissness sind in», so Höfler. Weil aber im Schaffhauser Heimmarkt kaum mehr Wachstumschancen vorhanden seien, müssen solche weiterhin in Zürich gesucht werden, vorzugsweise in Zusammenarbeit mit renomierten Gastronomiebetrieben. Um den Entwicklungen im Schweizer Biermarkt Paroli zu bieten, habe die Brauerei im vergangenen Jahr Effizienz und Sicherheit gesteigert.

**Verwaltungsräte bestätigt**
Während Philipp Moersen, Vizepräsident des Verwaltungsrates, und Ronald Forster, Mitglied des Verwaltungsrates, für eine volle Amtsdauer von drei Jahren wieder gewählt wurden, wurde Präsident Jürg Spahn lediglich noch für ein Jahr gewählt. «Da die Altersgrenze bei 72 Jahren liegt, könnte auch ich mich nochmals für eine volle Amtsdauer wählen lassen», so der 69-Jährige. Weil er eine Verjüngung des Gremiums für angezeigt hält, verzichtete er jedoch darauf, und liess sich stattdessen für ein letztes Jahr im Amt bestätigen.
Wie üblich fasste Spahn schliesslich das vergangene Braujahr lyrisch zusammen und löste mit Versen wie «Gestern drehte man den Schalter von Zuppiger auf Walter» grosses Gelächter unter den Anwesenden aus. Ob dichterische Fähigkeiten auch zum Anforderungsprofil seines Nachfolgers gehören, blieb offen. Nächstes Jahr wird Spahn sie jedenfalls noch ein letztes Mal unter Beweis stellen können.


**Getroffen: Die Falken-GV ist ein wichtiger Treffpunkt für viele Schaffhauser und ist für eine sehr ausgelassene Stimmung bekannt**

*Thomas Minder*
hat bisher noch nie an der GV teilgenommen – dieses Jahr ist er eingeladen worden. «Produzierende Betriebe sind mir sympathisch, und Eigenständigkeit ist heute eine Leistung.» Mit der Brauerei sei er verbunden durch seine Mithilfe beim Bau einer Nische für Falken.

*Dario Zimmermann*
hat seinen Kollegen begleitet und nimmt zum ersten Mal am Anlass teil. Ihm sei aufgefallen, dass wenig junge Leute und kaum Frauen unter den Gästen seien: «Es wäre nicht schlecht, wenn man etwas junges Blut in die Aktiengesellschaft bringen könnte.»

*Susanne Sieber*
war schon 1998 dabei, als die GV noch in der Brauerei stattfand: «Damals hatte es neben mir nur zwei weitere Frauen.» Besonders gefreut hat sie sich auf das Gedicht: «Auch heute war es wieder super und sehr aktuell. Nur Minder wurde darin nicht erwähnt.»

*Markus Müller, SVP-Kantonsrat*
ist zum dritten Mal hier und freut sich darauf, viele Bekannte zu treffen. «Das erste Mal war ich als Kantonsratspräsident eingeladen, dann bekam ich Freude daran und habe eine Aktie gekauft.» Nächstes Jahr wolle er seine Frau mitnehmen.

*Thomas Kunz*
ist in Schaffhausen aufgewachsen und wohnt ausserhalb. Er will Bekannte von früher wiedersehen: «Einige habe ich schon gesehen. Leider hat es keinen Platz mehr an ihrem Tisch – aber ich habe Zeit, mein Zug fährt erst um zwei, der letzte notfalls um drei Uhr.»


**Brauerei Falken AG Kennzahlen 2010/11**

10/11 09/10
Nettoerlöse 20,49 22,28
Jahresgewinn 0,329 0,331
Umlaufvermögen 6,18 6,39
Anlagevermögen 12,02 11,83
Fremdkapital 13,79 13,98
Eigenkapital 4,41 4,24
Rückstellungen 10,86 10
Flüssige Mittel 0,489 0,412
Personalaufwand 5,36 5,53
Dividende
pro Aktie (in Fr.)
50 50
#Notizen zu Namen

7. Dezember 2011 | Seine zuverlässige Art schaffte Vertrauen

Schaffhauser Nachrichten
Ernst Neukomm, alt Regierungsrat, Löhningen

Am vergangenen Freitagmittag erreichte uns die traurige Nachricht, dass alt Staatsschreiber Felix Bolli im Alter von 77 Jahren an einer schweren Krankheit im Hirslandenspital in Zürich gestorben war. Der Regierungsrat und seine Mitarbeiter in der Staatskanzlei schätzten ihn als tüchtigen Mitarbeiter und als stets freundliche und bescheidene Persönlichkeit sehr.
Ich verweise deshalb gerne auf einige markante Marksteine im Leben und Wirken des ehemaligen Staatsschreibers. Felix Bolli wuchs in seinem Heimatort Beringen auf und erwarb im Jahre 1954 an der Kantonsschule Schaffhausen die Maturität. Anschliessend studierte er in Lausanne und Bern Rechtswissenschaft. Nach einem Praktikum in einem bernischen Anwaltsbüro und bei den Schaffhauser Gerichten erwarb er noch das Anwaltspatent. Anschliessend wirkte er drei Jahre als Chef des Büros für Verkehrsstrafsachen und als Sekretär der Justizdirektion. Nach einem Abstecher in die Stabsstelle der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Thurgau wählte ihn die Schaffhauser Regierung auf den 1. Januar 1971 zum juristischen Sekretär der Staatskanzlei und zum Stellvertreter des Staatsschreibers. In dieser Zeit übte er auch das anspruchsvolle Nebenamt eines Baureferenten in der damals aufstrebenden Gemeinde Beringen aus. Seit dem 1. Mai 1992 diente Felix Bolli dem Kanton als Staatsschreiber. Auch in dieser Funktion hat er viel und gute Arbeit geleistet. Seine zuverlässige, ruhige und stets korrekte Art verschaffte ihm einen grossen Vertrauensbonus. Dies war auch im Regierungsrat der Fall. Die Teilnahme und die Mitwirkung an den Sitzungen des Regierungsrates gehören naturgemäss zu den Schwerpunkten der Tätigkeit eines Staatsschreibers. Nachher hat er viel ins geschriebene Wort zu fassen und Geschriebenes aus den Verwaltungsabteilungen zu redigieren, dass es der Kantonsregierung in Form und Inhalt wohl ansteht. An Diskussionen im Regierungsrat kann sich jeweils auch der Staatsschreiber beteiligen. Das hat Felix Bolli selten getan. Aber bei hitzigen Situationen versuchte er ausgleichend zu wirken und zu beruhigen. Nach seiner Devise bestand die menschliche Kraft nicht in den Extremen, sondern eher in deren Vermeidung. Viele andere wichtige Leistungen von Felix Bolli werden uns ebenfalls in dankbarer Erinnerung bleiben, wie die Schaffung und die Leitung der Departementssekretärenkonferenz, die umsichtige Oberaufsicht des Staatsarchivs und das Mitwirken in der Internationalen Bodenseekonferenz. Die Kraft und die Gelassenheit für sein Wirken bezog er zu einem grossen Teil aus seinem schönen Heim in Beringen, in dem seine liebe Gattin, die vor eindreiviertel Jahren gestorben ist, stets mit feinem Humor für einen guten Geist besorgt war. Zudem hat Felix Bolli seine Lebensfreude bis zum Lebensende behalten, weil ihm die Kunst des Savoir-vivre nicht fremd war, von der er ein gutes Stück verstand und auch praktizierte. Er konnte sich zum Beispiel am Schönen ausgiebig und herzlich freuen. Stichworte sind Gemäldeausstellungen, Konzerte, Reisen, Bücherlesen, gutes Essen und feine Getränke. Er genoss es, in kleinen Kreisen Freundschaften zu pflegen, lachte dann gerne und brachte auch andere zum Lachen. So nach seinem Motto «Ein ehrliches Lächeln kostet weniger als elektrischer Strom und gibt mehr Licht». Beides wird uns von Felix Bolli unvergesslich bleiben, weil wir ihn, sein Lächeln und das damit bei uns erzeugte Licht arg vermissen.



Felix Bolli, 1934–2011
Archivbild B. + E. Bührer

#Allgemeines

6. Dezember 2011 | Ersatzwahl ins Kantonsgericht

Schaffhauser Nachrichten
von Erwin Künzi

06.12.2011
Kantonsgerichtswahl mit Nebengeräuschen
Die Ersatzwahl ins Kantonsgericht hat mit einer Überraschung geendet
von Erwin Künzi

Die Ersatzwahl ins Kantonsgericht, die durch den Wechsel von Annette Dolge an die Spitze des Obergerichts nötig geworden war, sorgte bereits im Vorfeld für Diskussionen. Der Grund: die Zusammensetzung der Wahlvorbereitungskommission. Diese besteht aus der Justizkommission des Kantonsrats, dem zuständigen Regierungsrat sowie vier Vertretern der Schaffhauser Justiz. Stimmberechtigt sind allerdings nur die Mitglieder der Justizkommission. So kam es denn, dass die Repräsentanten der Justiz sich geschlossen für Eva Bengtsson, Schreiberin am Obergericht, aussprachen, während die drei Mitglieder der Justizkommission, die an der Wahlsitzung teilnahmen, ebenso klar Marcus Andreas Textor favorisierten. Und da nur sie stimmberechtigt waren, wurde Textor offiziell dem Kantonsrat zur Wahl vorgeschlagen. Das empörte die Vertreter der Justiz, die ganze Sache wurde öffentlich, und es kam auch zu Filzvorwürfen (siehe SN vom 24. November).

Gespaltene Kommission
Auf diese Vorgeschichte ging Willi Josel (SVP, Neuhausen), der Präsident sowohl der Justizkommission wie der Wahlvorbereitungskommission, gestern ein. Er schilderte, wie es innerhalb der Kommission zu diesem Wahlvorschlag gekommen war. Er habe zweimal angesichts der gespaltenen Kommission und der Abwesenheit von zwei Kantonsräten versucht, den Entscheid zu verschieben, sei aber damit nicht durchgedrungen. Für die Zukunft wolle die Kommission eine Lösung für diesen Spagat suchen und diese dem Kantonsrat unterbreiten. Als erster Fraktionssprecher erklärte Heinz Brütsch (FDP, Büttenhardt), Textor wie Bengtsson seien zu einem Gespräch eingeladen worden, und die Mehrheit der Fraktion habe sich für Textor ausgesprochen. Dass die Profis der Justiz für Bengtsson, die Kommission aber für Textor gewesen sei, sei unschön, aber zu akzeptieren, meinte Werner Bächtold (SP, Schaffhausen). Was nicht gehe, sei, dass Medienschaffende von Mitgliedern der Wahlvorbereitungskommission informiert worden seien. Es gehe auch nicht an, dass die Justiz einen solch starken Druck auf die Kommission ausübe. Für die Zukunft forderte Bächtold, dass die Kommission immer in Vollbesetzung tagen müsse, und der Kommissionsbericht müsse ausführlicher sein. Auch die SP/AL-Fraktion hörte beide an und sprach sich für Bengtsson aus, weil der zu wählende Richter es vor allem mit Familienrecht zu tun bekomme. Das gleiche Argument gab auch bei der ÖBS/EVP-Fraktion den Ausschlag, wie Bernhard Egli (ÖBS, Schaffhausen) erklärte. In der Folge wurde Eva Bengtsson mit 29 Stimmen vor Marcus Andreas Textor mit 25 Stimmen gewählt. Daraufhin ergriff Willi Josel nochmals das Wort: Bei dieser Wahl seien das Amtsgeheimnis mehrfach sowie die Gewaltenteilung verletzt worden. Die Justizkommission werde jetzt alle Beteiligten befragen und erwarte von denjenigen, die das Amtsgeheimnis verletzt haben, dass sie ihren Rücktritt aus der Wahlvorbereitungskommission erklären.


26.11.2011
Leider nur gut gemeint
von Erwin Künzi

Es war, wie so oft im Leben, gut gemeint: Bei der Vorbereitung der Wahlen von Justizpersonal wie Richtern und Staatsanwälten sollte die Justiz bereits frühzeitig mit einbezogen werden. Neu sollte nicht mehr die aus fünf Mitgliedern des Kantonsrats bestehende Justizkommission allein dem Parlament Wahlvorschläge unterbreiten, sondern eine Wahlvorbereitungskommission, der auch Vertreter der Schaffhauser Justiz angehören. Stimmberechtigt würden aber allein die Parlamentarier sein. Im ersten Umgang funktionierte das einigermassen gut, jetzt ist es zum Krach gekommen (siehe SN vom 24. November), als die Kantonsräte sich bei der Ersatzwahl ins Kantonsgericht für einen Kandidaten aussprachen, die Justizvertreter dezidiert anderer Meinung waren und am Schluss die Politiker entschieden.
Es konnte wenig verwundern, dass in dieser Situation bald einmal Filzvorwürfe auftauchten. Aber: Wir sind in Schaffhausen, wo «ein dä ander kännt», wie es im bekannten Lied von Dieter Wiesmann heisst. Da kommt es unweigerlich zu engeren Kontakten, und der Grat zwischen dem, was der eine für Verfilzung hält und der andere einfach für eine gute Vernetzung, ist sehr schmal. In diesem Fall scheint das Problem aber anderswo zu liegen: In dieser Wahlvorbereitungskommission dürfen die einen – die Politiker – entscheiden, die anderen – die Justizvertreter – aber nur mitreden. So will es die Gewaltentrennung. Wäre es da nicht ehrlicher, wieder zum alten System mit klaren Fronten zurückzukehren? Im Klartext: Die Justizkommission alleine, also die Kantonsräte, schlägt das zu wählende Justizpersonal vor. Bei der Vorbereitung dieser Vorschläge konsultiert sie, falls nötig, die Vertreter der Justiz und lässt deren Hinweise bei Bedarf in ihre Wahlempfehlung einfliessen.


24.11.2011
Umstrittene Wahl in das Kantonsgericht
Am 5. Dezember nimmt der Kantonsrat eine Ersatzwahl ins Kantonsgericht vor. Umstritten sind dabei nicht die Kandidierenden, sondern die Rolle der Wahlvorbereitungskommission
von Erwin Künzi

Am 1. April 2012 tritt Annette Dolge die Nachfolge von Obergerichtspräsident David Werner an. Damit wurde das Amt als Kammervorsitzende des Kantonsgerichts, das sie zurzeit innehat, frei. Das Kantonsgericht wählte am 9. September aus seiner Mitte Kantonsrichter Markus Kübler zum neuen Kammervorsitzenden. Das wiederum hiess, dass ein neuer Kantonsrichter gebraucht wird, der das Amt von Markus Kübler übernimmt, und zwar ebenfalls auf den 1. April 2012. Gesucht war ein Kantonsrichter mit einem 50-Prozent-Pensum, der vom Kantonsrat gewählt werden muss. Und an diesem Punkt kam die Wahlvorbereitungskommission ins Spiel.
Diese Kommission ist, wenn man so will, ein Kind des neuen Justizgesetzes, das seit dem 1. Januar dieses Jahres in Kraft ist. Vorher machte die fünfköpfige Justizkommission des Kantonsrats dem Parlament Wahlvorschläge. Mit dem neuen Justizgesetz wurde aber eine spezielle Wahlvorbereitungskommission geschaffen, in der nicht nur die gesamte Justizkommission, sondern auch die Justiz vertreten ist (siehe Kasten auf dieser Seite). Die Idee dahinter war, die Justiz bereits frühzeitig bei der Wahl von neuen Richtern und Staatsanwälten mit einzubeziehen. Allerdings war für die Justizvertreter nur eine beratende Rolle vorgesehen; entscheiden, wer zur Wahl vorgeschlagen wird, dürfen nur die fünf Kantonsräte der Justizkommission. Der Artikel 3 des Justizgesetzes, der die rechtliche Grundlage für diese Wahlvorbereitungskommission bildet, wurde von der Regierung bereits am 1. Mai 2010 in Kraft gesetzt. Damit konnte die Kommission ihre Arbeit rechtzeitig aufnehmen und die Wahlvorschläge, die mit dem neuen Justizgesetz nötig wurden, ausarbeiten. Dieser erste Auftritt der Wahlvorbereitungskommission ging letztes Jahr ohne grössere Nebengeräusche über die Bühne. Jetzt, mit der anstehenden Ersatzwahl ins Kantonsgericht, musste sich diese Kommission zum ersten Mal im, wenn man so will, Alltag bewähren. Auf eine Ausschreibung hin meldeten sich für das Amt des Kantonsrichters 15 Personen, 5 wurden zu einer Anhörung eingeladen. Dabei stellte die Kommission fest, wie in ihrem Bericht nachzulesen ist, «dass alle 5 Personen, welche sich der Kommission vorgestellt haben, die Wahlvoraussetzungen erfüllen und grundsätzlich wählbar sind». Die Mitglieder der Kommission mussten anschliessend reihum erklären, wen sie dem Kantonsrat für die Wahl vorschlagen wollten. Und dabei kam es zum Eklat. Zuerst meldeten sich die vier Vertreter der Justiz. Sie sprachen sich alle eindeutig für Eva Bengtsson aus, zurzeit Schreiberin am Schaffhauser Obergericht. Anderer Meinung waren die drei Vertreter der Justizkommission (zwei konnten, zum Teil aus gesundheitlichen Gründen, nicht an der Sitzung teilnehmen): Sie empfahlen Marcus Andreas Textor, Anwalt bei einer Anwaltskanzlei in Zürich, zur Wahl. Und da nur sie stimmberechtigt waren, wurde Textor zum offiziellen Kandidaten bestimmt, was auch so kommuniziert wurde (siehe SN vom 8. November).

Helle Empörung
Bei den Vertretern der Justiz herrschte daraufhin helle Empörung. Sie hatten sich für Bengtsson ausgesprochen, weil diese von 2004 bis 2011 als Schreiberin am Kantonsgericht gearbeitet und in dieser Funktion über 100 Gerichtsentscheide formuliert hatte. Mit ihr würde das Kantonsgericht jemanden erhalten, der nicht nur das Gericht bestens kennt, sondern auch gut ins Team passen würde. «Textor ist gut, aber sie ist besser», meinte einer der Justizvertreter gegenüber den SN. Er und die anderen können nicht verstehen, warum man die Justizvertreter in die Kommission geholt hat, um dann doch gegen ihre geschlossene Meinung zu entscheiden. Prompt kamen Vermutungen auf, für den Wahlvorschlag ausschlaggebend gewesen seien die Parteizugehörigkeit von Textor (zwei Mitglieder der Justizkommission sind in der gleichen Partei wie er) sowie der Umstand, dass dieser, wie ein Mitglied der Justizkommission auch, früher einer bestimmten Kantonsschulverbindung angehört hat. Diese Unterstellungen weist der Präsident der Justizkommission, Kantonsrat Willi Josel (SVP, Neuhausen), entschieden zurück. «Es gab gute Gründe, die für Textor sprachen, dessen Fähigkeiten, das Richteramt zu versehen, übrigens niemand in Zweifel zog». erklärte er gegenüber den SN. Für Josel persönlich war die Tätigkeit Textors bei einer Anwaltskanzlei ein Pluspunkt: «Er musste sich dem rauen Wind der Privatwirtschaft aussetzen, und die Erfahrungen, die er dabei machte, kommen dem Gericht zugute.» Zudem sei Textor vom Kantonsrat bereits zum Ersatzrichter am Kantonsgericht gewählt worden, wo er seine Arbeit gut mache. Auf die einhellige Meinung der Justizvertreter angesprochen, meinte Josel: «Es gilt die Gewaltentrennung, aber natürlich nicht nur in eine Richtung. Und für die Richterwahl ist nun einmal die Politik zuständig, nicht die Justiz.» Der Kantonsrat wird an seiner Sitzung vom 5. Dezember als erstes Geschäft die Ersatzwahl ins Kantonsgericht vornehmen. Neben Textor, der von der Wahlvorbereitungskommission vorgeschlagen wird, hat auch Bengtsson ihre Kandidatur angemeldet.


Richterwahl. Die Fakten

Gesetzliche Grundlage
Justizgesetz, Artikel 3: «Dem Kantonsrat obliegende Wahlen bereitet eine Wahlvorbereitungskommission vor. Sie steht unter dem Vorsitz der Präsidentin oder des Präsidenten der Justizkommission und setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
a.) Mitglieder der Justizkommission,
b.) Vorsteherin oder Vorsteher des zuständigen Departements,
c.) Vertretung des Obergerichts,
d.) Vertretung des Kantonsgerichts,
e.) Vertretung der Staatsanwaltschaft,
f.) Vertretung der Schaffhauser Anwaltskammer.
Sie unterbreitet dem Kantonsrat Wahlvorschläge. Die Mitglieder der Justizkommission sind stimmberechtigt.» Dieser Artikel wurde am 1. Mai 2010 von der Regierung in Kraft gesetzt.

Zusammensetzung
Die Wahlvorbereitungskommission setzt sich wie folgt zusammen: Justizkommission des Kantonsrats mit Willi Josel (SVP, Neuhausen), Präsident; Andreas Gnädinger (SVP, Schaffhausen), Vizepräsident; Florian Hotz (JFSH, Schaffhausen); Florian Keller (AL, Schaffhausen), Heinz Rether (ÖBS, Thayngen). Ernst Landolt, Regierungsrat. Justiz: David Werner, Präsident des Obergerichts; Werner Oechslin, Präsident des Kantonsgerichts; Peter Sticher, Erster Staatsanwalt; Jürg Uhlmann, Vertreter der Anwaltskammer. Stimmberechtigt sind nur die 5 Mitglieder der Justizkommission.

#Alt-Scaphusia

6. Dezember 2011 | Felix Bolli olim Lot

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Felix Bolli olim Lot
Alt Staatsschreiber
Generation 1952

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 11. Januar 2012 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Notizen zu Namen

22. November 2011 | Doppelkonzert mit vielen Highlights

Schaffhauser Nachrichten; Neuhausen / Schaffhausen
Gustav Sigg

Im Namen der drei beteiligten städtischen Musikkorps konnte Knabenmusik-Präsident Robert Weber nicht nur ein erwartungsvolles Publikum, sondern seitens der Behörden auch Regierungspräsident Reto Dubach und Stadtrat Peter Käppler in der Kirche St Johann herzlich willkommen heissen. Nach beinahe zehn Jahren veranstalteten die Stadtmusik/Stadtharmonie und die Knabenmusik Schaffhausen wieder einmal zusammen ein Konzert. Es wurde von den siebzig Jugendlichen der Knabenmusik unter der Leitung von Dirigent Bruno Schmid mit «Pasadena», einem grossorchestralen Klanggemälde von Jacob de Haan, schwungvoll eröffnet. In der Filmmusik «Highlights from Ratatouille» hatte Altmeister Walt Disney auf originelle Art und Weise das Leben von Ratten eingefangen, indem speziell das Flöten- und Klarinettenregister dominierte. Aber auch die Perkussionisten waren durch die oft wechselnden Tempi sehr stark gefordert. Nicht weniger hoch motiviert präsentierte sich die vierstimmige Posaunensektion in der Rob-Ares-Komposition «Happy Trombones» mit ihrem auch spieltechnisch recht ausgefeilten Ensemblespiel.
Im sehr anspruchsvollen Werk «Imagasy» von Thiemo Kraas kam das fantastische Klangbild der höchst konzentriert aufspielenden Knabenmusik unter Einschluss aller Register in seiner breitesten Form überzeugend zum Tragen. Zur unbestrittenen Paradenummer der heute auch bei internationalen Musikwettbewerben sehr erfolgreichen Knabenmusik geriet einmal mehr das popige Paul-Lavender-Arrangement «Lionel!» In dieser Ode an den weltberühmten farbigen Gesangsstar Lionel Richie begegnete man seinen bekanntesten Hits wie «Ballerina Girl», und «Deep River Woman». Und es endete mit einem fulminanten Xylofon-Solo von Schlagzeuglehrer Peter Keller zum unsterblichen «Say You, Say Me!». Der zweite «Highlights»-Teil wurde von den fortan miteinander musizierenden Stadtmusik und Stadtharmonie Schaffhausen mit dem feierlichen «Festmarsch op. 452» – unter der Direktion von Alain Wozniak aus Friedrichshafen – voluminös eröffnet. Ebenfalls aus der kundigen Feder von Johann Strauss Sohn stammte die nachfolgende populäre «Fledermaus-Ouvertüre» mit dem Maskenball-Finale im beliebten Walzertakt. An eine menschliche Tragödie im zweiten Weltkrieg erinnerte Steven Spielbergs Film «Schindlers Liste», dessen Melodien durch das virtuose Geigenspiel von Wolfgang Steinke bereichert wurden. Im Walzer-Erfolg «Estudiantina» von Emile Waldteufel kam das perfekte Zusammenspiel der beiden Korps zum Ausdruck. Im ungarischen Nationaltanz «Czardas» von Vittorio Monti liess Wolfgang Steinke in seinem temporeichen Violinensoli die Zuhörer das leidenschaftliche Temperament der Osteuropäer spüren. Einen begeisternden Schlusspunkt setzte das klangvolle Trompetensolo von Andrea Reale mit «La Virgen de la Macarena», worauf Dirigent Alain Wozniak das Doppelkonzert mit zwei stürmisch verlangten Zugaben ausklingen liess.



Die Knabenmusik Schaffhausen am «Highlights 2011»-Konzert.
[auf dem Foto sind erkennbar: Simba, Troubadix und Yang; Dubio ist nicht abgebildet; Quell weilt derzeit in der Rekrutenschule.]
Bild Eric Bührer

#Notizen zu Namen

22. November 2011 | Ensi-Direktor neuer Präsident der Westeuropäischen Atomaufsicht

NZZ Online, Politik

Der Direktor der Schweizer Atomaufsichtsbehörde, Hans Wanner, ist zum neuen Präsidenten der Westeuropäischen Nuklearaufsichtsbehörde (Wenra) [Western European Nuclear Regulators’ Association] ernannt worden. Der 56-Jährige folgt auf Jukka Laaksonen von der finnischen Atomaufsichtsbehörde.
Die Ernennung von Wanner sei ein klares Zeichen dafür, wie sehr die Leistungen der Schweizer Atomaufsicht international anerkannt würden, teilte der Rat des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) am Dienstag mit.
Der 1999 gegründete Wenra gehören 17 Mitgliedsstaaten an. Sie hat das Ziel, die Sicherheitsstandards für AKW zu harmonisieren und nach dem Stand von Wissenschaft und Technik laufend zu verbessern. Dabei prägte sie unter anderem die Standards für den EU-Stresstest. (sda)

[ebenso in:
Berner Zeitung BZ, BZ Namen; 23. November 2011
Aargauer Zeitung / MLZ, Inland, Nachrichten; 23. November 2011
Blick, Manager des Tages; 23. November 2011
Basler Zeitung, Nachrichten; 23. November 2011
HandelsZeitung, Sesselwechsel; 24. November 2011
Migros-Magazin, Menschen, Mann der Woche; 28. November 2011]

#Notizen zu Namen

17. November 2011 | Generationenwechsel im Kirchenstand

Schaffhauser Nachrichten, Neuhausen / Schaffhausen
H. H.

Dieses Jahr nahmen am 14. November 94 Personen die Einladung an zum Besuch der Ordentlichen Kirchgemeindeversammlung der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Schaffhausen im Pfarreisaal Sta. Maria. In der Eröffnungsansprache liess der amtierende Präsident, René Quiblier, die letzten Jahre Revue passieren. Während zwölf Jahren hat er das Gremium geleitet und mitgeprägt. In dieser Zeit wurden viele Gebäudehüllen saniert, Kirchen innen und aussen renoviert, Neues gebaut. Der Kirchenstand musste sich vor allem mit Zahlen, Bauen und Organisieren beschäftigen. Doch hinter diesen Gebäudehüllen und allen Tätigkeiten steht der Wunsch, dass diese dazu da sind, mit Leben gefüllt zu werden, dass Begegnungen möglich sind, dass Gemeindeleben entsteht, dass Jung und Alt sich gemeinsam wohlfühlt und alle ihre Aktivitäten gestalten können. Immer wieder zeigt sich: Gemeinschaft entsteht immer wieder neu.
In die Präsidialzeit fielen aber auch Ereignisse, welche zu Belastungen führten. Vakanzen und Erkrankungen erforderten in der Kirchgemeinde eine gute Organisation und das Engagement von Mitgliedern, welche die Mehrarbeit übernahmen. Die Herausforderungen wurden gemeistert, und heute kann René Quiblier eine bestens funktionierende Verwaltung mit einer intakten Kirchgemeinde seinem Nachfolger übergeben. Mit herzlichem Applaus wurden die Rede und das Wirken des scheidenden Präsidenten vom Publikum verdankt. Als Kandidat für das Präsidentenamt war Andreas Textor zur Wahl vorgeschlagen. Vor vier Jahren in den Kirchenstand gewählt, konnte er sich in das Gremium und die Materie einarbeiten und sich so das Rüstzeug für die Präsidentschaft holen. Die Mitglieder der Versammlung wählten den 34-Jährigen einstimmig in sein neues Amt. Somit wurde hier ein Generationenwechsel vollzogen. Da sich auch Pfarradministrator Benedikt Wey nicht mehr zur Wahl stellte, weil er im Sommer seine neue Stelle in Frauenfeld antreten wird, mussten weitere Mitglieder gesucht werden. Mit Josef Montanari und Wolfgang Lendl stellten sich zwei Personen zur Wahl und wurden mit Applaus in den Kirchenstand berufen. Zur Wiederwahl stellten sich Norbert Gschwend, Roland Korn und Martina Truninger, welche von den Anwesenden mit Applaus bestätigt wurden. Mit den bestehenden und den neuen Mitgliedern wird eine gute Kontinuität erreicht, bei der Bewährtes mit gutem Potenzial für neue Ideen durchmischt wird. Auch die Geschäftsprüfungskommission wurde einstimmig wiedergewählt.

**Infos zum neuen Pastoralraum**
Als Gast war Ulrike Zimmermann von der Bistumsregionalleitung anwesend. Sie informierte über das Projekt Pastoraler Entwicklungsplan (PEP), das vom damaligen Bischof Kurt Koch zur Neuorganisation im Bistum initiiert worden war. Mit der Errichtung von Pastoralräumen sollen grossräumigere Einheiten geschaffen und dabei die Bedürfnisse in den Pfarreien besser abgedeckt werden können. So werden in Zukunft die drei Stadtpfarreien in Schaffhausen zusammen mit Thayngen einen Pastoralraum bilden. In solchen Pastoralräumen wird Zusammenarbeit grossgeschrieben, nicht jeder muss alles selbst machen. Inhaltliche Schwerpunkte können gesetzt werden. Grössere Seelsorgeteams werden gebildet und Vakanzen können besser abgefedert werden.

**Gute Jahresrechnung 2010**
Norbert Gschwend als Finanzreferent durfte einmal mehr eine gute Jahresrechnung präsentieren. Diskusionslos genehmigten die Versammelten einstimmig die von der Geschäftsprüfungskommission bestätigte Rechnung. Auch das Budget 2012 fand grosse Zustimmung.

**Bauprojekt Pfarreizentrum Sta. Maria**
Neben den Neuwahlen dürfte das Bauprojekt Pfarreizentrum Sta. Maria das Haupttraktandum dargestellt haben. Bereits im letzten Jahr hatte die Kirchgemeindeversammlung einen Projektierungskredit genehmigt. Dieser wurde entsprechend genutzt und eine Baukommission ins Leben gerufen. Dabei wurde mit dem Architekten Felix Aries ein Projekt ausgearbeitet, welches die Bedürfnisse der Pfarrei abdeckt und zukunftsorientiert ist. Der Pfarreisaal wird komplett renoviert, und darüber werden zwei grosse neue Sitzungszimmer gebaut. Die Infrastruktur der Küche wird aufgewertet, und endlich werden die WC-Anlagen auf zwei Niveaus ebenerdig erschlossen. Jungwacht und Blauring können von neuen Räumlichkeiten profitieren, und auch in der Kirchgemeindeverwaltung werden einige Umbauten getätigt. Solch grosse Projekte sind natürlich nicht gratis zu haben, und manch ein Kirchbürger wird über den Betrag erschrocken sein, stand doch im Voranschlag ein Projektvolumen von über 2,2 Millionen Franken. Um dieses zu finanzieren, hat der Kirchenstand eine Objektsteuer von 1 Prozent beantragt, mit welcher der Umbau bezahlt und abgeschrieben werden soll. Aus Erfahrung wissen die Mitglieder der Versammlung, dass der Kirchenstand bei den Finanzen vorsichtig budgetiert und auch das Umfeld der weiteren zukünftigen Ausgaben berücksichtigt. So werden in den nächsten Jahren noch einige Projekte anstehen, die entsprechende finanzielle Mittel erfordern. Gerade die Objektsteuer schien einigen Anwesenden sauer aufzustossen. Es gab Anträge, auf diese zu verzichten, und auch das Bauprojekt selbst wurde als Luxus taxiert. Engagierte Voten zugunsten des Zentrums und die Klarheit der Argumentations führten dazu, dass letztlich mit 84 Personen eine grosse Mehrheit dem Projekt Pfarreizentrum Sta. Maria zustimmte und auch bereit war, die Objektsteuer zu tragen. Bereits im Mai 2012 wird mit dem Umbau begonnen werden, der rechtzeitig Ende November beendet sein soll. Am Schluss der Kirchgemeindeversammlung verabschiedete Norbert Gschwend den scheidenden Präsidenten René Quiblier unter dem herzlichem Applaus der Anwesenden.

#Allgemeines

17. November 2011 | Stadt hat «Tanne» übernommen

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Robin Blanck

Seit dem letzten Freitag gehört die Liegenschaft Tanne 3 mit der traditionsreichen Weinstube der Stadt: Das kam nicht überraschend, sondern war schon länger mit der heute 93-jährigen Besitzerin Margrit Zimmermann so geplant (siehe dazu auch SN vom 8. März 2011). In den letzten 15 Jahren war das Lokal nur noch jeweils am Samstagmorgen für zwei Stunden geöffnet, eine kleine, aber konstante Gästeschar traf sich noch in der Weinstube. Seit März des Jahres entfielen auch diese Stunden, und das Lokal blieb geschlossen. Bereits 1998 wurde abgemacht, dass bei Geschäftsaufgabe die Stadt die Liegenschaft übernehmen wird. Im Gegenzug wurden zwei Dinge zugesichert: Einerseits soll die besondere Eigenart der Wirtschaft mit historischer Ausstattung erhalten werden, «soweit dies mit den gesetzlichen Bestimmungen und Auflagen in Einklang zu bringen ist», wie es in der gestern versandten Mitteilung heisst. Andererseits wurde vereinbart, dass Margrit Zimmermann statt eines einmaligen Kaufpreises für das Gebäude von der Stadt eine bescheidene Leibrente erhält.
Den Zeitpunkt der Übertragung konnte die Eigentümerin und Wirtin selber wählen. Bis vor Kurzem bewohnte Margrit Zimmermann, wie schon ihr ganzes Leben, das Haus an der Tanne; gesundheitliche Gründe legten aber einen Übertritt in ein städtisches Altersheim nahe. «Ihr geht es den Umständen entsprechend gut», sagt Baureferent Peter Käppler auf Anfrage der SN.

**Weder zugänglich machen**
Die Weinstube selbst ist derzeit geschlossen, «bei der Stadt besteht der feste Wille, dass man das Lokal künftig wieder der Öffentlichkeit zugänglich macht», sagt Käppler. In welcher Form das erfolgen soll, könne man heute noch nicht festlegen. Offen ist derzeit auch, wann das passieren soll, zumal erst noch Investitionen für einen Weiterbetrieb notwendig sind. Käppler: «Es handelt sich um ein Stück Schaffhauser Identität, mit dem wir sorgfältig umgehen wollen, deshalb soll zuerst eine saubere Analyse vorgenommen und dann – ohne Zeitdruck – dem Grossen Stadtrat eine Vorlage präsentiert werden.» Mit dem «Alten Emmersberg», dem Park Casino, dem «Alten Schützenhaus», dem «Kleinen Käfig» und dem Theaterrestaurant besitzt die Stadt bereits heute fünf Restaurationsbetriebe, die auch künftig weitergeführt werden sollen.

#Allgemeines

17. November 2011 | Schweizer Brauereien weiter unter Druck

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

Fast 4,6 Millionen Hektoliter Bier sind im Braujahr 2010/11 in der Schweiz getrunken worden. Dies entspricht einem Zuwachs von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Schweizer Brauerei-Verband gestern mitteilte. Trotz diesem leichten Wachstum ist die Produktion der Schweizer Brauereien um 1,1 Prozent gesunken – die Bierimporte hingegen sind einmal mehr deutlich angestiegen, deren Marktanteil beträgt mittlerweile fast 23 Prozent. Mit Abstand am meisten Bier wird aus Deutschland importiert. Eine Entwicklung, die Schweizer Brauereien Sorgen bereitet. «Die stete Zunahme der Bierimporte stellt unsere schweizerische Braubranche vor Herausforderungen», so der Präsident des Schweizer Brauerei-Verbandes, Nationalrat Markus Zemp. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben seiner Ansicht nach die Verschlechterung der Wirtschaftslage und der günstige Euro. Auch das Rauchverbot in Gaststätten, welches am 1. Mai 2010 in Kraft trat, habe sich ausgewirkt. Die Brauerei Falken konnte ihr Jahresergebnis in diesem anspruchsvollen Umfeld halten (siehe unten).

**Verlagerung zum Detailhandel**
Das neue, schweizweite Rauchverbot dürfte auch dazu beigetragen haben, dass die Verlagerung von der Gastronomie in den Detailhandel weiter angehalten hat. Als Indiz dafür sieht der Brauerei-Verband den hohen Anteil von Dosen und Einwegflaschen, welche die Gebinde der Importbiere dominieren. Wer sein Feierabendbier nicht an einem rauchfreien Stammtisch einnehmen will, tut dies offenbar vermehrt zu Hause in der guten Stube – mit Zigarette oder Stumpen, und im Glas perlt wohl auch öfter als in der Beiz ein Importbier.

**Markteingriffe befürchtet**
Neues Ungemach sehen die hiesigen Brauereien aus Bundesbern auf sich zukommen: Gesetzesvorhaben wie die Revision des Alkoholgesetzes könnten zu Eingriffen in die Markt- und Wirtschaftsfreiheit der Brauer führen, so die Befürchtung. Gegensteuer gibt der Verband mit einem kürzlich erstmals angelaufenen Ausbildungskurs zum Schweizer Bier-Sommelier, mit dem die Bierkompetenz in der Schweizer Gastronomie erhöht werden soll. Zudem findet am 19. April 2012 erstmals der «Tag des Schweizer Bieres» statt, an dem Schweizer Bierkultur und Brauereitradition erlebbar sein sollen.


**Brauerei Falken In schwierigem Umfeld das Ergebnis gehalten**

Die Brauerei Falken AG weist für 2010/2011 einen Jahresgewinn von rund 329 000 Franken aus, wie der gestern veröffentlichten Einladung zur Generalversammlung der Aktionäre zu entnehmen ist. Damit konnte die hiesige Brauerei das Vorjahresergebnis trotz verschiedenen negativen Einflüssen auf dem Vorjahresniveau halten. «Auch wir haben natürlich unter der Frankenstärke und dem Import von Billigbier gelitten», sagt Geschäftsführer Markus Höfler auf Anfrage. Angesichts des harten Umfelds sei dies ein positives Ergebnis.

**Strategie beibehalten**
«Wir halten an unserer Strategie fest, wir wollen uns nicht über einen tiefen Preis profilieren. Stattdessen setzen wir auf Qualität und Dienstleistungen», so Höfler weiter. Auch an der hauptsächlichen Ausrichtung auf die Region soll sich nichts ändern. Neben den Bierimporten des Handels bekommt die Falken-Brauerei auch den Einkaufstourismus zu spüren, der statistisch nicht erfasst wird. «Dem gegenüber stehen aber eine grosse Loyalität der Schaffhauser zu regionalen Produkten sowie eine überdurchschnittliche Dichte gastronomischer Betriebe auf hohem Niveau», sagt Markus Höfler. (ple)

#Notizen zu Namen

12. November 2011 | Arnold Oechslin, der fast Vergessene

Schaffhauser Nachrichten, Region
Martin Schweizer

Für die in beschränkter Auflage vorab für die Mitglieder des Schweizerischen Ex Libris Club gedruckte Broschüre zeichnet Stadtbibliothekar René Specht verantwortlich, der sich bereits früher intensiv mit dem Schaffhauser Künstler (1885–1960) befasst hat. Dass das sorgfältig erstellte und mit einer Werkliste versehene Heft im Jubiläumsjahr der «Schaffhauser Nachrichten» erscheint, ist ein Zufall – ein bemerkenswerter: Arnold Oechslin ist verwandt mit Carl Oechslin (C. O.), Verleger und Chefredaktor dieser Zeitung bis 1971; einige der Radierungen, von denen ab den Kupferplatten jeweils bis 150 Abzüge gemacht wurden, beziehen sich auf ihn oder auf Angehörige der Familien Oechslin/Meier.
In der Jahresgabe des Ex Libris Club sind 60 und damit alle zurzeit noch auffindbaren Exlibris von Oechslin abgebildet. Ein Exlibris ist – oder war – ein speziell angefertigtes Blatt Papier auf der Innenseite des vorderen Buchdeckels, auf dem der Name des Bucheigentümers stand, verbunden oft mit einem allegorischen Motiv. Im Falle von Arnold Oechslin kann man sagen: Es sind bei ihm in der Regel humorvolle oder karikierende Exlibris mit persönlichem Touch. Meist entstanden die Blätter im Auftrag der hier ansässigen Buchbesitzer. Arnold Oechslin ist den Schaffhausern allerdings weniger geläufig als Exlibriskünstler denn als Gestalter von Wein- und Bieretiketten, Plakaten, Inseraten sowie von Wandmalereien wie im Schaffhauser Staatskeller. Und noch bekannter ist Oechslin für den Lappi-Mann am Schwabentor. Bei der Renovation des Schwabentors im Jahre 1933/35 entschied sich der Stadtrat aus vier Einsendungen für den Entwurf von Arnold Oechslin; der Bildhauer Martin Oechslin meisselte die Vorlage dann in Stein. Der nachgerade weltberühmte und beherzigenswerte Spruch «Lappi tue d’Auge uf» geht auf eine russische Inschrift zurück, die ursprünglich im 19. Jahrhundert auf dem Gut «Charlottenfels» angebracht wurde. Eingebunden in feste Strukturen, etwa die einer Werbeagentur, hätte sich Oechslin nach Ansicht von René Specht «möglicherweise zu einem bedeutenden Schweizer Grafiker der Zwischenkriegszeit entwickeln können.» Er brachte es auf dem Gebiet der Gestaltung zu «beachtlicher Meisterschaft», verstand sich aber eigentlich als Maler. Doch in dieser Disziplin reüssierte er nicht. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich weitgehend mit Gelegenheitsarbeiten, neben Etiketten etwa von Einladungskarten oder Karikaturen für Fasnachtszeitungen. Geboren wurde Arnold Oechslin 1885 in Schaffhausen als Sohn des Seilfabrikanten Carl Caspar Oechslin und der Anna Barbara Oechslin. Er war das achte von zwölf Kindern, von denen sechs früh starben. Arnold absolvierte eine Lehre als Bildhauer, liess sich danach an Akademien in Nürnberg und Berlin weiter ausbilden, in grafischen Techniken und in der Landschaftsmalerei. 1914 heiratete er in Berlin Albertine Wilhelmine Grundner. Sohn Albert Arnold (1914–1994) wurde bekannt als Bühnenbildner und nannte sich, zur Unterscheidung vom Vater, Ary. 1917 kehrte Arnold Oechslin nach Schaffhausen zurück, wohnte im Haus «zum Peyerhof» an der Vordergasse 43, unterrichtete Zeichnen an der Pestalozzischule und Modellieren an der Gewerbeschule. Zeitweise gehörte er dem Vorstand des Munotvereins an und war zuständig für Dekorationen. Im Dezember 1940 übersiedelte Oechslin nach Berlin und blieb dort mit kurzem Unterbruch bis Kriegsende. Warum er dort ausharrte, ist unklar. Als möglichen Beweggrund erwähnt Biograf Specht den Umstand, dass Sohn Ary damals an verschiedenen deutschen Theatern arbeitete und seine Frau in Berlin vermutlich Verwandte hatte. Naheliegend sind auch gewisse Sympathien zu Nazideutschland; die «Schaffhauser Nachrichten» widmeten Arnold Oechslin jedenfalls keinen Nachruf, obwohl Carl Oechslin, der damalige Besitzer und Chefredaktor der SN, sein Neffe war. Während der Künstler Arnold Oechslin zwischen den beiden Weltkriegen in Schaffhausen «gesellschaftlich gut verankert war», hat man seinen Weggang nach Deutschland offenbar nicht überall goutiert. Er wurde nach seiner Rückkehr 1946 in die alte Heimat einsam, seine künstlerische Arbeit litt. Bis zu seinem Tod im Herbst 1960 lebte Oechslin wieder in der Munotstadt, zuletzt im städtischen Altersheim. Laut Todesanzeige starb er «nach langem schweren Leiden.»

Die Jahresgabe kann man beziehen bei anna.stiefel@hispeed.ch.



**Arnold Oechslin Maler, Grafiker, Karikaturist Porträt**
Von Arnold Oechslin (1885–1960) sind kaum Aufnahmen bekannt, gut porträtierte aber Albert Merckling (1895–1958) den Künstler auf einer (undatierten) Zeichnung. Oechslin selbst konnte von seiner Malerei nicht leben, verdiente für sich und seine Familie den Lebensunterhalt vor allem mit Gebrauchsgrafik, wo er es zu einer allseits anerkannten Meisterschaft brachte.



Eduard Gubler, Chefredaktor bis 1927



Fritz Hartmeier, Hausarzt des Künstlers



Heinrich Meier, genannt «Rundum», als Jäger



Carl Oechslin (1916-1971), Verleger und Chefredaktor des «Intelligenzblattes»



Mimmi, Schwester des Künstlers



Bundesrichter Jakob Hablützel um 1930



Arnold Oechslin als Kunstmaler



Arnold Oechslin beherrschte wie kein Zweiter die Kunst der Etikettenmalerei



Vor allem in der Zwischenkriegszeit schuf Arnold Oechslin immer wieder Wein- und Bieretiketten. Es waren für ihn, der sich als Maler verstand, Gelegenheitsarbeiten



Das Museum zu Allerheiligen besitzt einige Ölbilder von Oechslin, umfangreicher sind Bestände der farbenfrohen und oft witzigen druckgrafischen Erzeugnisse



Eine leicht verwegene Etikette, entstanden mitten im Ersten Weltkrieg


Bilder zvg

#Allgemeines

10. November 2011 | Sex ist kein Tabuthema im Unterricht

Schaffhauser Nachrichten, Region
Silvia Krauer

Ende Oktober musste ein Gymnasiallehrer aus Zürich vor dem Bezirksgericht erscheinen, weil er seinen Schülern im Sprachunterricht durch seine Auswahl literarischer Werke Pornografie zugänglich gemacht haben soll. Der Fall wirft die Frage danach auf, welche Werke an den Schulen gelesen werden dürfen und wo die Grenzen liegen. Wie werden der literarische Kanon und die Themen, die im Sprachunterricht an Gymnasien behandelt werden, vorgegeben und kontrolliert?
In den meisten Kantonen bezieht sich der gymnasiale Lehrplan auf die Epochen der Literaturgeschichte, die vermittelt werden müssen, nicht aber auf die Auswahl der einzelnen Werke oder gar der Themen, die innerhalb eines Werkes besonders hervorgehoben werden sollen.

**Was soll man, was darf man lesen?**
So wird dies auch an der Kantonsschule Schaffhausen gehandhabt. Bei der Auswahl der Werke handle der jeweilige Sprachlehrer nach eigener Verantwortung, informiert Detlef Roth, Fachschaftsvorstand Deutsch an der Kantonsschule Schaffhausen. Roth erinnere sich nicht, dass seit seinem Stellenantritt als Lehrer vor fünf Jahren Beschwerden bezüglich des Umgangs mit sexuellen Thematiken in der behandelten Literatur eingegangen wären. Er selber ist der Meinung, dass das Thema der sexualisierten Gesellschaft, wie es sich in der Literatur der letzten zehn bis zwanzig Jahre spiegle, durchaus an der gymnasialen Oberstufe diskutiert werden könne. «Ob ein Lehrer dies jedoch tun will oder nicht, ist ihm freigestellt», ergänzt Roth, der diese Freiheit angemessen findet, denn «nicht jeder fühlt sich kompetent, im Unterricht Diskussionen über Themen wie Sexualität zu führen. Daher soll auch niemand dazu gezwungen werden, sich aufs Glatteis zu wagen.» Auch der Rektor der Kantonsschule, Urs Saxer, erinnert sich an keine diesbezüglichen Beschwerden in den letzten fünfzehn Jahren: «Der einzige Vorfall, der in diese Richtung geht, war eine Nachfrage von Eltern bezüglich des Vokabulars, das eine Französischlehrkraft als Vorbereitung für einen Sprachaufenthalt in Frankreich zusammengestellt hatte. Unter dem Passivwortschatz befanden sich einzelne obszöne Ausdrücke, deren Verständnis die Lehrkraft als nützlich beurteilt hatte.»

**Auch Schülerwünsche zählen**
«Bei der Themenwahl hat nicht nur der Lehrer viel Freiraum, sondern auch den Schülern wird häufig die Gelegenheit gegeben, mitzubestimmen, unter welchen Aspekten sie ein Buch lesen möchten», erklärt Roth. Der Haltung, dass ein literarisches Werk gerade von der Vielfalt an Bezügen lebe, würde sich wohl so mancher Sprachlehrer anschliessen. Als aktuelles Beispiel eines literarischen Werkes, in dem Sexualität ein zentrales, aber nicht das Kernthema bildet, nennt Roth den Roman «Der Vorleser» von Bernhard Schlink aus dem Jahr 1995, der an vielen Gymnasien bereits zum ungeschriebenen Kanon gehört und sich seit seiner Verfilmung im Jahr 2008 bei den Schülern noch grösserer Beliebtheit erfreut. Bis heute haben mehrere Generationen von Kantonsschülerinnen und -schülern diesen zum Klassiker avancierten Roman gelesen, trotz seiner sexuellen Thematik.

**Zielsetzung muss klar sein**
«Will ein Lehrer ein Buch wählen, das heikel sein könnte, wie zum Beispiel das Werk «Feuchtgebiete», muss er mir dieses nicht zur Kontrolle einreichen. Ich bin aber zur Stelle, falls sich Fragen oder Unsicherheiten ergeben», gibt Rektor Urs Saxer über die Situation an der Kantonsschule Schaffhausen Auskunft. «In jedem Fall ist es gut, wenn neue Bücher zuerst in der Fachschaft diskutiert werden und innerhalb des Teams Unterstützung finden», erklärt er den Usus an seiner Schule. Wichtig sei, dass die Zielsetzung klar sei: «Es soll von aussen nachvollziehbar sein, warum die Wahl gerade dieses Werkes das Erreichen der Lernziele fördert.»

**Sexualität nicht das einzige Thema**
Hinter der Frage nach Angemessenheit stehe diejenige der Verantwortung, findet Roth: «Wer soll heute für die Aufklärung verantwortlich sein, die Schule oder die Eltern?» Allerdings gibt es neben Sexualität noch viele andere heikle Themen, die im Unterricht zu schwierigen Situationen führen können. Saxer erinnert sich an einen Fall, wo eine Lehrkraft den Tod als Unterrichtsthema wählte, ohne zu wissen, dass eine Schülerin kurz zuvor eine enge Bezugsperson verloren hatte. Dies löste bei der Betroffenen Unsicherheit aus. Solche Schwierigkeiten sind bei der Wahl von Themen wie Abtreibung, Magersucht, Gewalt, Drogenkonsum oder eben Sexualität im Vornherein zu bedenken. «Der Lehrer muss eine solche Thematik ganz bewusst angehen», meint Roth.

#Aktivitas

31. Oktober 2011 | Flyer Quartalsprogramm Herbst

Der Flyer ist seit letzter Woche an der Kanti im Umlauf und als A2-Plakate aufgehängt.


#Allgemeines

28. Oktober 2011 | Kanti: Mehr Solarstrom

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(r.)

Die Solarstromanlage auf der Kantonsschule übertrifft die Erwartungen. In den ersten neun Monaten Betriebszeit hat sie rund 86 000 Kilowattstunden (kWh) Strom produziert, bei einem prognostizierten Jahresertrag von gut 75 000 kWh. Dies teilt das Baudepartement mit.
Neue erneuerbare Energien sollen bis 2017 mehr als 2000 Haushalte mit Strom versorgen. Damit die Sonne ihren Anteil übernehmen kann, hat der Regierungsrat Anfang des Jahres das Impulsprogramm Solarenergie lanciert. Es umfasst vier Massnahmen, von welchen eine die Vorbildrolle des Kantons bildet. Ein Beispiel hat der Kanton zum Start des Programms bereits umgesetzt: die Solarstromanlage auf der Kantonsschule. Sie ist seit Anfang 2011 in Betrieb. Der erzeugte Strom wird in erster Linie für den Eigenbedarf der Kanti eingesetzt. Dabei werden über 15 Prozent des Stromverbrauchs abgedeckt.

#Notizen zu Namen

11. Oktober 2011 | Der Rugbyclub Schaffhausen kann zuversichtlich in die Zukunft blicken

Schaffhauser Nachrichten, Sport
pd

Rugby ist ein faszinierender Sport. Davon konnten sich die Zuschauer, die am Samstag den schlechten äusseren Bedingungen trotzten, überzeugen lassen. Was für die Zuschauer als eher unangenehmes Wetter empfunden wurde, war aber perfektes Rugbywetter. Der Boden auf dem Sportplatz Schlauch in Wiechs am Randen war leicht aufgeweicht. Beste Voraussetzungen also für das körperbetonte Spiel der Schaffhauser. Nach Monaten harter Arbeit scheint es den Verantwortlichen gelungen zu sein, in Schaffhausen eine schlagkräftige Rugby-Mannschaft auf die Beine zu stellen. Trotz der Unerfahrenheit und des zum Teil jugendlichen Alters einiger Spieler hat Schaffhausen eine durchweg konkurrenzfähige Mannschaft.
Im Spiel gegen Zürich konnten die Schaffhauser Rugbyspieler sodann auch von Beginn weg mithalten. Schaffhausen zeigte wiederum ein beherztes Spiel. Zürich musste bald feststellen, dass ihm ein hartes Stück Arbeit bevorstehen und ein Sieg gegen die Neulinge nicht leichtfallen würde. Trotz teilweise drückender Überlegenheit gelang es des Zürchern nicht, die Verteidigung der Schaffhauser zu durchbrechen. Man spürte die wachsende Nervosität bei den Zürchern, was sich immer wieder in verbalen Auseinandersetzungen in ihren Reihen zeigte. Kurz vor der 10. Minute konnten die Gäste aber ihr erstes Try verzeichnen. Das gab ihnen die nötige Ruhe, um die Schaffhauser weiter unter Druck zu setzen. Verteidigen ist im Rugby ein Kraftakt. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die Heimmannschaft zusehends müde wirkte. Zürich kam dadurch zu weiteren Punkten. Schaffhausen glänzte aber immer wieder mit schönen Angriffen. Am Schluss stand es 29:7. Die Schaffhauser können mit ihrer Leistung gegen ein etabliertes Team wie Zürich aber durchaus zufrieden sein.
Nach dem Zweitrundensieg gegen Bern verzeichneten die Schaffhauser damit die zweite Niederlage in Folge. Trotzdem ist die Zuversicht gross, dass in dieser Saison noch Siege folgen werden. Auch hält Coach Nick Wragg am Ziel fest, in zwei Jahren in die nächsthöhere Liga aufsteigen zu wollen.


1. Liga Osta RC Schaffhausen – RU Zürich 7:29.. -1x Try durch Luca Cristina; lx Conversion durch )ason Raynolds. – RCS mit: Eichenberger, Wragg, Eisenring, Tobler, Cristina, Häggi, Renolds, Kradolfer (2x), Furrer, Zeindler, Arm, Formica, Knaus, Hess, Kuhn, Tasovac, Weber. – Weitere Partien: Baar Panth. RFC – RC Solothurn 17:5. Rugby Bombers Zug – RC Bern 2 28:39. – Rangliste: 1. Baar 19.2. Zürich 10.3. Bern 7.4. Heugümpers 5.5. Solothurn 5.6. Schaffhausen 5.7. Zug 0.


#Allgemeines

8. Oktober 2011 | Vertretbarer Aufwand

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

Man ist mit einem blauen Auge davongekommen: Es war nur ein Fehlalarm, als am 19. September ein bewaffneter Mann in der Nähe der Kantonsschule gesichtet wurde. Beim Vorfall wurden Sicherheitsmängel an der Kanti offenbar, die teilweise schon länger bekannt waren: Ein Teil der Zimmertüren ist nicht abschliessbar, die Lautsprecheranlage funktioniert nicht überall – besonders im erst vor wenigen Jahren erstellten Neubau muss in diesem Punkt von Fehlplanung gesprochen werden. Das soll nun behoben werden. Angesichts dessen, dass im Jahr 2011 Geld auch für weniger dringliche Belange wie eine Solaranlage oder die Fassadensanierung – beides bei der Kanti – ausgegeben wurde, dürfte einer raschen Umsetzung dieser einfachen Massnahmen nichts entgegenstehen. Dass die Probleme den Verantwortlichen schon deutlich länger bekannt waren und trotzdem zugewartet wurde, erstaunt: Eine Alarmierungsmöglichkeit via Lautsprecher dürfte kaum ein längeres Abwägen erfordern. In der lancierten Petition wird verlangt, dass die Probleme bis Ende Jahr gelöst werden sollen, die Schulleitung will dies in den Sportferien erledigen lassen. Auf diese 28 Tage – so viel Zeit liegt zwischen dem Jahresende und dem Beginn der Sportferien – kommt es nicht an. Sinnvollerweise stellt man im Zusammenhang mit Sicherheitsmassnahmen immer wieder die Frage nach dem Nutzen. Längst ist klar, dass Unfälle und Gewaltverbrechen sich nie ganz werden verhindern lassen. Deshalb kann man nicht völlig auf Sicherheitsmassnahmen verzichten, sondern es gilt ein vernünftiges Verhältnis von Aufwand zu Ertrag zu wahren. Eine Lautsprecheranlage für eine Schule, in der sich über 700 Schüler aufhalten, und ein paar Türschlösser sind auch unter diesem Aspekt ein vertretbarer Aufwand.

#Allgemeines

7. Oktober 2011 | Sicherheitsmängel schon länger bekannt

Schaffhauser Nachrichten
Robin Blanck

Als der 23-jährige bewaffnete Mann am 19. September festgenommen war und fest stand, dass es sich nicht um einen Amoklauf gehandelt hat, ging ein Aufatmen durch die Kantonsschule. Insgesamt, so das Fazit des Prorektors, sei alles gut abgelaufen, zudem wurde angekündigt, dass Lücken im Alarmierungssystem – etwa die Verschliessbarkeit der Zimmer und die Instandsetzung der Audioanlage für die Warndurchsagen – geschlossen werden können.
Eine Überraschung seien die Lücken indes nicht gewesen, vielmehr hätten die Verantwortlichen von Schulleitung, Erziehungsdepartement und Hochbauamt bereits seit Jahren Kenntnis dieser Mängel: Das ist der Petition «Taten statt Worte! – Eine Petition für mehr Sicherheit an der Kantonsschule Schaffhausen» zu entnehmen, die im Nachgang des Vorfalls von Lehrerinnen und Lehrern der Kantonsschule lanciert wurde und bei Lehrern, Schülern und Eltern zirkulierte. Gemäss Petitionstext haben im Rahmen einer Lehrerkonferenz im Juni 2009 Vertreter der Schaffhauser Polizei ein Referat zum Thema «Sicherheit und Notfälle» gehalten und dabei die Sicherheitsmängel aufgezeigt. Ebenso seien Verbesserungen angekündigt worden. Und: «Auch interne Testläufe zeigten die Mängel in aller Deutlichkeit auf!»

**Viermal Handlungsbedarf**
Die Petitionskommission, in der fast jede Fachschaft mit mindestens einer Lehrperson vertreten ist, legt auch eine vier Punkte umfassende Mängelliste vor: Die Mehrheit der Lehrpersonen hätten ihre Zimmertüren nicht abschliessen können, weil die Schlüssel nicht gepasst hätten. Zweitens wären die Durchsagen im Ergänzungsbau nicht zu hören gewesen, weshalb ein Schulleitungsmitglied die Warnung von Zimmer zu Zimmer gehend verbreiten musste. Dieser Mangel wird auch in Punkt drei angesprochen: Noch immer verfüge nicht jedes Schulzimmer über eine funktionierende Lautsprecheranlage. Und schliesslich sei erst kürzlich eingestellten Lehrern das verwendete Amok-Codewort gar nicht bekannt gewesen, weshalb sie von einem «technischen Defekt» im Wortsinn ausgegangen seien.

**750 Unterschriften in einer Woche**
Die 16 Mitglieder des Petitionskomitees stehen mit ihren Forderungen offenbar nicht alleine da: In knapp einer Woche sind über 750 Unterschriften von Schülern, Eltern und Lehrpersonen zusammengekommen, wie ein Mitglied der Petitionskommission gegenüber den SN erklärt. Die Erwartungen werden klar formuliert: Die Verantwortlichen sollen die Behebung der «Missstände, die das Leben und die Sicherheit der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter gefährden» nicht aufschieben, sondern diese bis Ende des Jahres beheben. Man sei sich, so steht es in der Petition, bewusst, dass mit den angetönten Veränderungen Amokläufe zwar nicht verhindert, aber doch Menschenleben gerettet werden könnten. Nach den Ferien will die Kommission beschliessen, an wen nebst der Schulleitung die Petition überwiesen wird. Bei der Schulleitung stossen die Anliegen der Petenten nicht auf taube Ohren, wie Prorektor Pasquale Comi, der den Inhalt der Petition kennt, auf Anfrage der SN erklärt: «Ich habe Verständnis für die Forderungen», sagt Comi, der während des Alarms selber nachgeschaut hat, ob auch keine Schüler mehr auf dem Areal unterwegs sind. Aber: «Die Petition ist in erster Linie gut gemeint, notwendig war sie nicht mehr, weil wir schon vorher reagiert haben», sagt Comi. Bereits anlässlich der Konferenz, die am Abend des 19. Septembers stattgefunden hat, seien die Lehrpersonen, die den Alarm nicht hören konnten, aufgefordert worden, sich bei der Schulleitung zu melden und ihren jeweiligen Aufenthaltsort zur Alarmzeit anzugeben. Am Tag darauf wurde die Liste an der Schulleitungssitzung behandelt und ein Treffen mit Vertretern des Baudepartementes und der Schaffhauser Polizei am folgenden Montag angekündigt. Ziel des Treffens sei die Behebung der baulichen Unzulänglichkeiten im Zusammenhang mit dem Sicherheitskonzept. Am Mittwoch, also erst am Tag nach dieser Ankündigung, seien die Petitionsbögen aufgelegt worden, wie Comi betont. Die angekündigte Sitzung hat inzwischen stattgefunden und es wurde beschlossen, in den nächsten drei Wochen ein Detailkonzept zu erarbeiten und die nötigen Tests durchzuführen. Comi bestätigt, dass ein Teil der Probleme bereits seit 2009 bekannt waren: «Wir wussten von einer Evakuationsübung, dass Durchsagen über die auf dem Gang angebrachten Lautsprecher in den Zimmern praktisch nicht zu hören sind.» Konkret betroffen davon war etwa der neuste Teil der Schulanlage, der Ergänzungstrakt mit der Mensa. Als Folge des vermeintlichen Amoklaufs werden jetzt im Rahmen des Einbaus einer Wireless-Internet-Anlage auch gleich die nötigen Kabel für die Installation von Lautsprechern eingezogen, wie ein Augenschein vor Ort gestern zeigte. Auch die bisher mangelhafte Abschliessbarkeit der Schulzimmer war schon seit 2010 bekannt: «Nicht alle Lehrer verfügen über einen Schlüssel, um die verschiedenen Zimmer, in denen sie unterrichten, abzuschliessen», sagt Comi.

**Einheitliche Standards abwarten**
Wieso aber hat man offensichtliche Mängel nicht schon früher behoben? Gemäss dem Prorektor ist das darauf zurückzuführen, dass man in dieser Frage vonseiten des Hochbauamtes einheitliche Standards für alle kantonalen Schulen definieren wollte und dabei noch das Vorgehen anderer Kantone wie etwa Zürich abwarten wollte. «Das führte zur Verzögerung, die Behebung der Mängel war vom Hochbauamt für das Jahr 2012 vorgesehen», sagt Comi. Bildungsdirektor Christian Amsler weilt derzeit in den Ferien: «So lange ich den genauen Inhalt der Petition nicht kenne, kann ich mich dazu auch nicht äussern.» Er ist überzeugt, dass man man sich im Nachgang des Amoklaufs von Winnenden beim Erziehungsdepartement die nötigen Gedanken gemacht hat. Amsler: «Es ist möglich, dass wir die bauliche Seite nochmals anschauen müssen.»

**Kaum noch in diesem Jahr**
In den Sportferien 2012 soll nun die Lautsprecheranlage abschliessend angepasst und wo nötig sollen Verriegelungsvorrichtungen auf der Innenseite der Türen montiert werden, die ohne Schlüssel bedient werden können. Die Forderung der Petenten, die eine Umsetzung sämtlicher Massnahmen noch in diesem Jahr verlangen, kann kaum erfüllt werden: Zuerst müsse die Regierung die nötigen Ausgaben bewilligen, dann würden die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben. Comi: «Und weil während der Schulzeit nicht gebaut werden kann, muss das in den Sportferien geschehen – das ist der schnellstmögliche Termin.»


**Augenzeugen Wie Kantischüler den Alarm erlebt haben**

Hört man sich bei Kantonsschülern um, die den Fehlalarm vom 19. September erlebt haben, so wird der Eindruck gestützt, das nicht alles wie geplant lief. Schüler Reto beispielsweise sagt, nur gerade eine Klasse sei nicht an den Pulten sitzen geblieben, schon gar nicht sei man unter die Tische gesessen. Im Ernstfall wäre die Schule nicht gerüstet gewesen – so sein Fazit. Thomas sagt, dass bei seiner Klasse die Türen nach der Durchsage abgeschlossen worden seien, der Unterricht aber normal weitergeführt worden sei. Es sei, so seine Einschätzung, nicht alles optimal gelaufen. Jasmin findet, dass gut reagiert worden sei, Annika hingegen erklärt auf Anfrage der SN: «In unserem Zimmer hörte niemand den Alarm und wir erfuhren erst nach Schulschluss von der ganzen Sache.» Berichtet wird überdies von Fällen, in denen Schüler und Lehrer auf dem Gang unterwegs waren, um herauszufinden, was genau los sei. (cco/rob)

#Allgemeines

5. Oktober 2011 | Wussten Sie schon…

Schaffhauser Nachrichten, Service
(mha.)

Schon im Mittelalter galten alkoholische Getränke als etwas Mystisches. Viele Menschen konnten sich damals nicht erklären, wie der berauschende Effekt zustande kam. Oft vermutete man dahinter den Einfluss einer Gottheit.
Nicht selten wurde Alkohol zu rituellen und religiösen Anlässen getrunken. In Griechenland waren insbesondere die Symposien, eine Art Trinkgelage, bei denen man philosophische Gespräche führte, sehr beliebt. Der Rausch galt damals als Erkenntnis fördernd. Gleichwohl unterlag der Alkoholkonsum in der Antike in der Regel einer strengen sozialen Kontrolle. In Athen wachte auch die Obrigkeit darüber, wann und wie viel Alkohol getrunken wurde. Ähnliches galt auch für die Menschen im alten Rom, wobei der Senat recht häufig gegen ausschweifende Trinkorgien durchgreifen musste. Frauen war übrigens im alten Rom der Alkoholkonsum gänzlich verboten.
Während sich die Griechen und die Römer vorwiegend mit Wein berauschten, hielten sich die Germanen lieber an Met und Bier. Diese Getränke hatten auch eine stark kultische Bedeutung. Mit ihnen ehrte man unter anderem den Gott Odin. Wichtige Beschlüsse wurden von den Germanen nur im berauschten Zustand getroffen, wobei Trinkzwang herrschte. Es sollte schliesslich niemand einen Vorteil aus dem Rausch der anderen ziehen können.
Auch im Mittelalter gehörte der Alkohol zum täglichen Leben. Zwar verurteilte die Kirche übermässige Trunkenheit als heidnisches Laster. Die damals überwiegend schlechte Qualität des Trinkwassers führte jedoch dazu, dass sich das Volk lieber an Wein und Bier hielt. Selbst Kindern wurden in der Regel mit Wasser verdünnte alkoholische Getränke verabreicht, wenn keine Milch zur Verfügung stand. Ein Quantum von 2 bis 3 Litern Wein dürfte auch im alten Schaffhausen bei erwachsenen Personen keine Seltenheit gewesen sein. Allerdings hatte beispielsweise der Weisswein damals kaum mehr als 6 bis 8 Volumenprozente. Und dennoch: Weil Alkohol praktisch rund um die Uhr getrunken wurde, führte das bei den meisten Menschen von damals zu einer Art Dauerbeschwipstheit. Zu Exzessen kam es in mittelalterlicher Zeit vor allem auch durch die Unsitte des Zutrinkens, welche bei jungen Leuten und Landsknechten sehr beliebt war. Wem in einer Wirtschaft zugetrunken wurde, musste in der Regel mit dem gleichen Quantum nachsteigen, wenn er nicht eine Prügelei riskieren wollte.
Mit der Reformation gab es dann auch in unserer Stadt zunehmend strengere Gesetze gegen den übermässigen Alkoholkonsum. Ihr tägliches Quantum Wein liessen sich aber die meisten Schaffhauser – Erwachsene wie Kinder – bis weit ins 19. Jahrhundert hinein nicht nehmen.

#Allgemeines

1. Oktober 2011 | Ein Finale mit Powerpoint

Schaffhauser Nachrichten, Region
Mark Liebenberg

In Teams von fünf Leuten hatten die rund 100 Kantons- und Berufsschüler während einer Woche Kurse zu unternehmerischen Aspekten besucht und ein fingiertes Unternehmen vorangebracht, das mit Hilfe einer computergestützten Unternehmenssimulation und mit konkreten Entscheidungen auf verschiedenen Führungsebenen auf die Erfolgskurve gebracht werden musste. Am Freitag galt es dann ernst: Die Ergebnisse der Geschäftstätigkeit, der Erfolg und die zukünftige Strategie mussten an einer fingierten Generalversammlung den Aktionären schmackhaft und überzeugend dargelegt werden.

**Simulierte Unternehmensführung**
So legte vor dem Plenum auch die Forma «Deep Divers» Rechenschaft ab. Sie produziert seit 14 Jahren Kopfhörer – was sie mit dem packenden Slogan «Dive into your world of music» verdeutlicht. CEO Matthias referiert gekonnt über die Grundstrategie, die Ziele und die Leitsätze. Zudem sind im zurückliegenden Jahr schwere Gewinneinbussen zu verzeichnen gewesen, was ein etwas verlegener CFO Sven dem Aktionariat erklären musste: «Tut mir leid», so der Finanzchef über die geringeren Dividendenzahlungen. «Wie der Phönix aus der Asche» sei das Unternehmen aber wieder in die Gewinnkurve eingebogen. Wie man merkt, legen die Schüler ein grosses Augenmerk auf die Situation der Arbeitnehmenden. So berichtet Judith vom Human Resources Management von einer erfreulichen Lohnentwicklung und attraktiven Weiterbildungen. Johanna gibt sodann kompetent zu Forschung und Entwicklung des Unternehmens sowie zur Anlagenentwicklung Bescheid und abschliessend gibt Mia eine Übersicht über das Marketing der Kopfhörerfirma. Auch sie tut dies sattelfest. Wie es scheint, haben die Schüler die Materie verstanden und somit wichtige Grundbegriffe der Betriebsökonomie verinnerlicht. Fast schon mit Pathos in der Stimme verbreitet der CEO nochmals gute Stimmung und legt die Schwerpnkte und konkreten Ziele des Unternehmens dar. Das Auditorium war entzückt und spendete Applaus. Unter den Zuhörenden waren auch Regierungsrat Christian Amsler und Vertreter des Erziehungsdepartements, der Industrie- & Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen, der Ernst-Schmidheiny-Stiftung und der Kantonsschule – jene Institutionen, die die traditionelle Wirtschaftswoche mittragen.

#Allgemeines

21. September 2011 | Polizei hat Festgenommenen freigelassen

Schaffhauser Nachrichten
(zge/ek)

Der Mann, der am Montag bei einem Grosseinsatz in Schaffhausen von der Polizei gefasst wurde, ist wieder frei. Wie Polizeisprecher Patrick Caprez gestern erklärte, sei keine Bedrohung von dem 23-Jährigen ausgegangen. Passanten hatten gemeldet, dass der Mann mit einer Waffe in Richtung Kantonsschule gehe. Die Polizei löste darauf in mehreren Schulen Amokalarm aus und postierte Polizisten. Bei der Festnahme stellte sich heraus, dass der Mann eine Schreckschusspistole, einen Schlagstock und einen Pfefferspray auf sich trug. Eine Verbindung zur Schule habe aber nicht bestanden, sagte Caprez. Der Mann wird nun wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz verzeigt.
Der Zwischenfall offenbarte Lücken im Alarmierungssystem der Kantonsschule. So konnte etwa die Durchsage, dass Schüler und Lehrer in den Zimmern bleiben sollten, nicht überall gehört werden. Nun sollten die Konsequenzen gezogen werden, sagte Prorektor Pasquale Comi: «Die Verschliessbarkeit der Zimmer soll verbessert und die Audioanlage à jour gebracht werden.»

#Allgemeines

20. September 2011 | Amok-Alarm in Schaffhausen: Bewaffneter bei Schulhaus verhaftet

Schaffhauser Nachrichten
Zeno Geisseler

Ein 23-jähriger Schweizer hat gestern Nachmittag die Polizei und die Schulen in Atem gehalten. Um 14.15 Uhr geht bei der Polizei laut Mediensprecher Patrick Caprez die Meldung ein, dass bei der Bushaltestelle Frohberg ein Mann mit einer Schusswaffe hantiert habe und jetzt in Richtung Schulhäuser unterwegs sei. Die Polizei rückt sofort aus und zieht ein grosszügiges Dispositiv auf. Die Schulhäuser Emmersberg und Gelbhausgarten, das Bachschulhaus und die Kantonsschule sowie das Berufsbildungszentrum werden in Alarmzustand versetzt. In den Schulhäusern werden Polizisten postiert. «Die Schüler und die Lehrer mussten in den Zimmern bleiben, die Türen wurden abgeschlossen», erzählt Pasquale Comi, stellvertretender Rektor der Kantonsschule, «Hektik gab es aber keine.»

**Absichten unklar**
Um etwa 15 Uhr lässt sich der Mann widerstandslos unterhalb der Kantitreppe von der Polizei festnehmen. Kurz danach gibt es in den Schulhäusern Entwarnung. Wie Polizeisprecher Patrick Caprez sagte, trug der Mann bei der Verhaftung eine Schreckschusspistole auf sich, die sich optisch nicht von einer wirklichen Pistole unterschied. Weiter hatte er einen Teleskopschlagstock und einen Pfefferspray dabei. Noch ist unklar, warum der Mann diese Gegenstände bei sich hatte und was seine genauen Absichten waren. Laut Polizeiangaben bleibt der Mann vorläufig in Gewahrsam. Die Lehrerinnen und Lehrer der Kantonsschule wurden laut Comi gestern Abend um 17.15 Uhr über den Vorfall informiert, heute Dienstag erfahren die Schülerinnen und Schüler der Kanti mehr.

#Allgemeines

5. September 2011 | Die Meister des Schweizer Biers in Schaffhausen

Schaffhauser Nachrichten
Nora Cetin

Was braucht es, um ein gutes Bier zu brauen? Erstens: Gerstenmalz oder andere stärkehaltige Rohstoffe, vor allem Getreide wie Weizen, Roggen, Mais, Reis, Hafer, Dinkel oder Emmer, aber auch Zutaten wie Kastanien oder Datteln eignen sich. Zweitens braucht man Hopfen. Er sorgt nicht nur durch seine edlen Aroma-, Bitter- und Gerbstoffe für den angenehm bitteren Geschmack eines Bieres, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf die Haltbarkeit und die Schaumbildung des Getränks.
Entscheidend ist drittens für ein gutes Bier: Wasser. Für helles Bier wird im Normalfall weiches Wasser eingesetzt, für dunkle Biere kann auch härteres Wasser verwendet werden. Und viertens wäre da noch die Hefe. Sie hat wesentlichen Anteil am Charakter und Geschmack eines Bieres. All diese Inhaltsstoffe braucht es, um ein gutes Bier zu brauen. Aber all diese Zutaten wären verschwendet, wäre Hopfen und Malz verloren, wenn es da nicht den Braumeister geben würde, der mit diesen Zutaten zu arbeiten weiss. Um ein gutes Bier zu brauen, braucht es einen guten, einen erfahrenen Braumeister.

**Lebenselixier Bier**
Von überall aus der Schweiz waren die Mitglieder der Schweizerischen Braumeistervereinigung, wie schon im Gründungsjahr 1909, in Schaffhausen zusammengekommen. Nach einem vielfältigen Programm am Nachmittag, organisiert vom Gastgeber, der FalkenBrauerei AG, wurden die Braumeister und Braumeisterinnen am Abend offiziell in Schaffhausen begrüsst. Regierungsrat Reto Dubach würdigte das Bier mit einem kurzen Reim: «Bier, glaube mir, ist ein Lebenselixier.» Stadtpräsident Thomas Feurer lobte das Bier als perfektes Lebensmittel mit grosser handwerklicher Tradition, die nicht verloren gehen dürfe, und die Brauerei Falken als Vorzeigebetrieb der Region. Die längste Rede des Abends war jedoch nicht ein Loblied auf Schaffhausen oder auf das Bier, sondern eine Laudatio für einen ganz besonderen Braumeister. Jeder, der in den letzten 28 Jahren ein Bier aus der Falken Brauerei getrunken hat, hat seine Geschmacksnerven diesem Mann anvertraut: Oskar Dommen.

**Bis nach Afrika …**
Der Laudator Alfred Bucher, ehemaliger Technischer Direktor von Feldschlösschen und langjähriger Freund von Dommen, legte dem Laureaten nahe, ein Buch über sein Leben zu schreiben. Möglicher Titel: «I had a dream … to become a brewmaster». Dieser Traum hat sich für Oskar Dommen erfüllt und ihn, sogar mehrere Male, bis nach Afrika geführt, wo er etwa in Swasiland oder Gambia als Braumeister tätig war. Neben der Leidenschaft fürs Bier hat Oskar noch eine weitere, über die ein Buch geschrieben werden könnte: Triathlon. Laudator Bucher hatte auch für dieses Werk bereits einen Titel ersonnen: «Mit Hopfen und mit Malz im Blut läuft Oskar immer gut». Als Braumeister wählt Dommen die Rohstoffe sorgfältig aus, stimmt die Rezepturen behutsam ab und stellt eine exakte Steuerung der Brauvorgänge sicher. «Dank seiner Erfahrung und Begeisterung braute er Bier, über dessen Geschmack und Qualität man nichts weiter zu sagen braucht», so Bucher. Er übergebe seinem Nachfolger (Uwe Siegrist) Ende des Jahres eine intakte Brauerei auf dem neusten Stand der Technik. Zeit für ein gutes Bier hat Oskar Dommen in Zukunft noch mehr, vielleicht schafft er es dann auch, seinen Kaffe endlich einmal heiss zu geniessen: «Den Znüni-Kaffi lass ich nämlich immer irgendwo stehen und vergesse ihn, bis er kalt ist», sagt Dommen.



Oskar Dommen, Braumeister der Falken Brauerei, im Kreise seiner Berufskollegen.
Bild Nora Cetin

#Alt-Scaphusia

31. August 2011 | Hanspeter Fischer olim Öpfel

Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschied unseres lieben Farbenbruders

Hanspeter Fischer olim Öpfel
Dr. iur.
Generation 1942

in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.

Der Totensalamander findet am Mittwoch, 28. September 2011 um 20.00 Uhr in der Bude statt.

#Allgemeines

30. August 2011 | Achtung Bier – jetzt kommen die Frauen!

Coopzeitung Nr. 35 vom 30. August 2011
Bettina Ullmann

*Coopzeitung: Warum wird eine Frau
Biersommelière?*
Gaby Gerber: Ich trinke natürlich selbst gerne Bier. Ich beobachte, dass es vielen Frauen genauso geht wie mir und es wird immer selbstverständlicher, dass Frauen Bier trinken. Die Frauen meiner Generation sind selbstbewusster geworden. Diese Frauen möchte ich über meineTätigkeit erreichen.Meine Ausbildung zur Biersommelière war für mich aber nicht in erster Linie eine Frage von Geschlechterklischees. Die Ausbildung zur Biersommelière hat mich einfach fachlich interessiert.

*Aber das Bierimage ist natürlich sehr männlich.*
Ganz klar. Dabei waren es ganz früher einmal die Frauen, die das Bier gebraut haben. Weil Bier historisch gesehen ein Nebenprodukt der Brotbäckerei war. Heute ist die Branche mehrheitlich in Männerhand.

*Spüren Sie das?*
Ich muss zum Beispiel manchmal erklären, warum mir Bier schmeckt. In der Brauerei Feldschlösschen verkosten wir in einem Team von 19 Leuten täglich verschiedene Biere. Unter diesen Personen sind fünfweibliche Mitarbeiterinnen.

*Gibt es denn einen Unterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Biergenuss?*
Grundsätzlich sind Frauen zum Beispiel probierfreudiger als Männer. Das gefällt mir.

*Warum?*
Ich würde gerne allen Bierliebhabern, Frauen wie Männern, vermitteln, dass Bier nicht gleich Bier ist. Wenn wir im Restaurant einenWein bestellen, sagen wir ja auch nicht, «einen Wein bitte!» – sondern wir bestellen einen ganz bestimmten Wein. Die Unterschiede zwischen einem obergärigenWeizenbier, einem Lager, einem süffigen alkolholfreien und so weiter, sind so gross, dass wir von dieser grossen Biervielfalt auch profitieren sollten. Ein Biersommelier in guten Restaurants könnte genauso selbstverständlich sein wie ein Weinsommelier. Das wäre mein Ziel.

*Welche Biere schmecken denn vor allem den Frauen?*
Die Wahrnehmung des Biergeschmacks ist nach meiner Erfahrung nicht gleich wie bei Männern. Viele Frauen mögen keinen ausgeprägten «bierigen» Geschmack, sondern trinken gerne milde oder liebliche Biere. Das kann aber nicht allein an der Bitterkeit liegen. Denn Bitter Lemonund Campari werden auch von Frauen gerne getrunken. Grundsätzlich schmecken Frauen empfindlicher als Männer. Auch unser Eve ist so entstanden.Während der Entwicklungsphase sagte unser Chef, daran lasse er nur Frauen, und so war es. Das Eve wurde ausschliesslich von Frauen entwickelt.

*Welche Biersorten empfehlen Sie zu welchem Essen?*
Ein Amber passt gut zum Essen. Aber natürlich ist relevant, was genau aufgetischt wird. Zu einem hellen Gericht wie Fisch beispielsweise passt auch ein helles Bier. Zu Brot oder einem Wildgericht serviere ich gerne ein Amber oder ein dunkles Bier, zu einem Dessert passt eher ein herbes, helles Spezbier. Wenn man an einem Abend verschiedene Biere nacheinander trinkt, gilt die Regel: vom alkoholarmen zum alkoholhaltigen, vomweniger süssen zum süsseren, vom wenig vollmundigen zum vollmundigen Bier steigern.


**Die Biergeschichte ist auch weiblich**
Man weiss sicher, dass es im alten Ägypten neben Bäckereien auch Brauereien gab. Und das bereits vor rund 5500 Jahren! Frauen waren am Biergenuss durchaus beteiligt und ein bierähnlicher, aus Brotteig gegorener Trank avancierte damals zum Nationalgetränk. Lange Zeit war das Bierbrauen in Frauenhand, unter anderem, weil es so eng mit dem Brotbacken verbunden war. 1358 hiess eine der sieben Brauereien in Strassburg «Zur Bierfrouwen». 1439 gab es in Oxford mehr Frauen als Männer im Braugewerbe. Dann wurden sie jedoch bald aus diesen Berufen vertrieben. Ob Frauen Alkohol trinken durften, war gesellschaftlich nicht immer gleich legitim. Dennoch haben sich die Frauen wahrscheinlich zu keinem


**Gaby Gerber: Die Bierexpertin**
Gaby Gerber (39) wuchs in einem von Frauen geführten KMU auf, das Edelbrände herstellt. Sie ist heute nicht nur Fachfrau für Bier, sondern auch Jurymitglied der Destillata, der grössten internationalen Edelbrandverkostung. Seit 14 Jahren ist sie bei der Brauerei Feldschlösschen angestellt. Ihre Ausbildung zur Biersommelière machte sie an der Brauakademie Doemens (D), diese beinhaltete unter anderem 100 Unterrichtseinheiten und 140 Bierproben. Gaby Gerber ist bei Feldschlösschen zuständig für das Standortmarketing der Brauerei in Rheinfelden.

Umfrage: Trinken Sie gerne Bier?

#Allgemeines

28. August 2011 | Züri-Hell-Bier: Herkunft dunkel

Saldo, 28. August 2011
Thomas Lattmann

Das Bier für Zürich», bewirbt der Verein Züri-Hell sein Bier. Die Etikette auf der Flasche zeigt das nächtlich erleuchtete Grossmünster und das Reiterdenkmal von Hans Waldmann. Züri-Hell gibt sich als Stadtzürcher Bier aus. Abgesehen vom Namen auf der Etikette hat es mit der grössten Schweizer Stadt aber nichts gemeinsam: Denn Züri-Hell wird von der Brauerei Sonnenbräu in Rebstein SG hergestellt. Gemäss Claudia Graf, Geschäftsleitungsmitglied von Sonnenbräu, ist Züri-Hell praktisch identisch mit dem hauseigenen Maisbier.

**Heineken und Carlsberg geben in der Schweiz den Ton an**
Nach der Übernahme und Schliessung zahlreicher Brauereien dominieren in der Schweiz zwei internationale Bierkonzerne: Heineken aus Holland und Carlsberg aus Dänemark. Die beiden Riesen beherrschen rund zwei Drittel des Schweizer Biermarkts. Als Gegenbewegung zu den Einheitsbieren der beiden marktführenden Unternehmen sind in den letzten Jahren zahlreiche Kleinbrauereien entstanden. Die Kleinen wollen sich mit Kundenemotionen, Brautradition, Spezialitäten und Lokalkolorit gegen die Grossen behaupten. Mit ihrer angeblichen Einzigartigkeit rechtfertigen sie den meist höheren Preis für ihre Biere.
Auch Coop hat den Trend zu lokalen Bieren erkannt. Je nach Verkaufsregion befinden sich unterschiedliche Biere im Angebot des Grossverteilers. Über 115 lokale und regionale Biere umfasst das Sortiment.

**Einige Kleinbrauereien gibt es in Wirklichkeit gar nicht**
Züri-Hell ist kein Einzelfall: So lokal verwurzelt und einzigartig sind die Biere vieler Kleinbrauereien nicht – wenngleich der Name und die Werbung etwas anderes verheissen. Einige Brauereien existieren sogar nur auf dem Papier. Deren Biere werden auswärts gebraut. Hier drei Beispiele:

*Brauerei Aare in Bargen BE:*
Sie bedient verschiedene Regionen mit «lokalem» Bier. Die 2006 im Berner Seeland eröffnete Brauerei produziert Lozärner Bier, Churer Stadtbier sowie Goldküstenbräu und Oberländerbräu (Zürcher Oberland). Geschäftsführer Cesare Gallina sagt, dass alle Biere nach den Rezepturen der Auftraggeber produziert würden. Philippe Corbat, einer der besten Bierkenner des Landes und regelmässiges Jury-Mitglied beim Wettbewerb Schweizer Bier des Jahres, bezweifelt dies. Beim Blindtest konnte er keinerlei Unterschiede feststellen zwischen dem Kellerfrisch der Aare-Bier-Brauerei und den Fremdmarken Lozärner Bier und Goldküstenbräu. Gallina habe diesen Sachverhalt ihm gegenüber bestätigt, sagt Corbat.

*Brauerei Locher in Appenzell:*
Diese Brauerei liefert ein weiteres Beispiel von Fremdbrauen. Die Marke Em Basler sy Bier stammt nicht etwa aus einem Sudtopf von den Ufern des Rheins, sondern von der Brauerei Locher. Auf der Etikette ist das aber nirgends deklariert. Die Basler Herkunft wirkt konstruiert: Braugerste und Hopfen sollen von Feldern des Stadtkantons kommen und das Wasser aus «einer der 16 benannten Rheinquellen». Gemeint ist da­mit das Appenzeller Wasser, das letztendlich in den Rhein fliesst. Locher braut im katholischen Appenzell auch die Calvinus-Biere. Mit dem Bild des Reformators Jean Calvin wird bei diesen Bieren die Genfer Identität betont. Von den Frères Papinot in Genf, die auf den Flaschenetiketten angegeben sind, stammen aber lediglich die Rezepturen.

*Brauerei Baar ZG:*
Diese Brauerei stellt seit ein paar Jahren das Amboss-Bier aus dem Zürcher Kreis 5 her. Als «Lieblingsbier unserer Lieblingsstadt» preist sich dieser Gerstensaft an. Auf der Etikette steht lediglich: «Ein Produkt der Amboss Zürich AG. In Kooperation mit der Brauerei Baar». Ob der Biertrinker daraus schliesst, dass Amboss aus dem Kanton Zug kommt, ist fraglich.

Bierspezialist Philippe Corbat kritisiert, dass viele Kleinbrauereien ihr Bier von anderen herstellen lassen und sich auf den Marketing-Aspekt und allenfalls den Vertrieb beschränken. Wird das nicht oder nur ungenügend offengelegt, grenze das für ihn an Betrug.
Deutlicher wird Adrien Weber, Geschäftsführer der Zürcher Turbinenbräu: «Wenn man die Leute über die Herkunft des Bieres anlügt, ist das Etikettenschwindel. Das schadet dem Produkt Bier.» In den vergangenen Jahren habe in der Schweiz nicht die Biervielfalt, sondern die Etikettenvielfalt zugenommen.

**Zuerst kommt das Marketing, dann das Brauen**
Hansjörg Schatt von Züri-Hell weist den Vorwurf des Etikettenschwindels entschieden zurück. Das Brauen sei sehr kapitalintensiv. Deshalb behelfe man sich anfänglich mit einer Fremdabfüllung und kümmere sich zuerst um das Marketing. Seine Vision sei eine Braustätte in Zürich. Coop weiss, dass manche Anbieter von lokalen und regionalen Bieren nicht selber produzieren. Das sei kein Etikettenschwindel. «Wenn wir Produkte ins Sortiment nehmen, geschieht dies, weil der Kunde danach fragt und das Konzept, welches hinter dem Bier steht, als Ganzes überzeugt.»

**Gemälzte Gerste kommt immer aus dem Ausland**
Kein Bier in der Schweiz ist 100 Prozent lokal, weil in der Schweiz keine Mälzerei zur Verarbeitung der Gerste existiert. Aber es gibt Kleinbrauereien, die dem Ideal nahe kommen. Dazu gehören etwa die Brauerei Luzern, Euelbräu in Winterthur oder Turbinenbräu in Zürich. Diese Betriebe führen vom Brauprozess über die Abfüllung bis hin zum Vertrieb und der Vermarktung des Biers alles selber durch. «Für uns ist das selbstverständlich», sagt Adrien Weber von Turbinenbräu.

**Brauereien und ihre Fremdbiere**

*Aare Bier, Bargen BE, braut:*
* Biere von Braukultur Uster ZH, nämlich Goldküstenbräu, Oberländerbräu, Usterbräu
* Lozärner Bier, Luzern
* Churer Stadtbier, Chur GR

*Baar, Baar ZG, braut:*
* Amboss Bier, Zürich

*Falken, Schaffhausen, braut:*
* Striker, Meilen ZH

*Locher, Appenzell AI, braut:*
* Hopfehäxli, Wolfwil SO
* Calvinus, Genf
* Em Basler sy Bier, Basel
* Stammheimer Hopfenperle, Stammheim ZH

*Rosengarten, Einsiedeln SZ, braut:*
* Gottardo, Faido TI
* Pfauenbier, Rapperswil SG
* Entlebucher Bier, Entlebuch LU (Aushilfe bei Kapazitätsengpässen)
* Stadtguet, Winterthur ZH (Flaschenabfüllung und Aushilfe bei Kapazitätsengpässen)

*Sonnenbräu, Rebstein SG, braut:*
* Züri-Hell, Zürich
* Thurbobräu, Wil SG
* lllauer Punt, Illnau ZH



Etikettenschwindel: Em Basler sy Bier, Calvinus, Lozärner Bier, Züri-Hell

#Aktivitas

26. August 2011 | Flyer Quartalsprogramm Sommer

Der Flyer ist ab heute 26. August an der Kanti im Umlauf.

flyer_scaphusia_hs_2011.pdf

#Allgemeines

25. August 2011 | «Im Stammertal gehört der Hopfen dazu»

Schaffhauser Nachrichten, Weinland
Oskar Keller

*Herr Ulrich, wie wird die Hopfenernte 2011 ausfallen, die heuer wohl zwei Wochen früher beginnt? 2010 haben Sie noch 6000 Kilogramm geerntet …*
Stefan Ulrich: Die Ernte wird nicht zwei Wochen früher beginnen, sondern am 29. August, denn die Abreife ist durch die Tageslänge gesteuert, das heisst, der Erntezeitpunkt variiert nur wenige Tage. Die Erntemenge ist sehr schwer einzuschätzen, und ich wage keine Prognose. Da sind schon viele «Gelehrte» reingefallen, allerdings sieht der Hopfen zum jetzigen Zeitpunkt sehr schön und vielversprechend aus. Vor fünf Jahren hatten indes wir einen verregneten, kalten August. Damals waren alle sehr enttäuscht.

*Der Hopfenanbau in der Schweiz ist am Verschwinden (Gesamtfläche: 17 Hektaren). Er macht etwa 15 Prozent des Bedarfs aus. Im süddeutschen Tettnang beträgt die Anbaufläche heuer 1221 Hektaren! Bauen Sie im Stammertal in Zukunft noch mehr Hopfen an?*
Wir würden gerne mehr Hopfen anbauen, denn die vorhandenen Anlagen und Maschinen würden locker für die doppelte Fläche ausreichen. Daneben müsste aber auch der Preis stimmen, denn ich stelle nicht gern Aushilfskräfte ein, die dann den höheren Lohn haben als ich!

*Der Hopfenübernahmepreis wurde gemäss Beschluss Ihrer Hopfen-Genossenschaft (GSH) für drei Jahre (2010–2012) auf 430 Franken für fünfzig Kilogramm festgelegt. Das sind 8.60 Franken pro Kilo. Hopfenpreise sind Weltmarktpreise. Wie sieht es mit den Erträgen für den Hopfenanbau in Stammheim aus? Sind Hopfen ein gutes Geschäft für Sie?*
Ich arbeite fast ausschliesslich mit Maschinen, die älter als zwanzig Jahre und damit amortisiert sind. Darum und weil wir vieles selber machen, sprich wenig betriebsfremde Arbeitskräfte einsetzen, ist der Anbau noch machbar. Heute mit dem Hopfenbau zu beginnen, ist aber völlig unmöglich.

*Sie sind Mitglied in der Genossenschaft für Schweizer Hopfen (GSH) sowie seit 1991 Präsident des Vereins Schweizerischer Hopfen-Produzenten (VSH) mit neun Mitgliedern. Was bezwecken und nützen diese Organisationen den wenigen Hopfenanbauern?*
Da mindestens alle drei Jahre über den Hopfenpreis verhandelt wird, sind eine gute Absprache und ein Konsens unter den Produzenten sehr wichtig. Ausserdem gibt es viele andere Bereiche, wo eine offizielle Ansprechperson nötig ist – etwa für Pflanzenschutz und Direktzahlungsverordnung –, denn wir haben keine andere Lobby.

*Wie viele Hopfenbauer gibt es noch im Stammertal?*
Heute sind wir im Stammertal noch fünf Pflanzer, als mein Vater 1949 mit dem Anbau begann, waren es acht Bauern und fünf Jahre später sogar 19 Produzenten. Allerdings war der durchschnittliche Hopfengarten nur etwa eine Juchert, circa 36 Aren gross, und heute beträgt die Anbaufläche pro Betrieb doch 1 bis 2,9 Hektaren.

*Gibt es einen Trend bei den Hopfenpflanzen?*
Die Hopfenpflanzen-Neuzüchtungen werden wie alle Kulturpflanzen immer ertragreicher und krankheitsresistenter. In der Schweiz werden vermutlich immer mehr Bitterstoffsorten angebaut, weil die Brauereien dies wünschen. Die Umstellungen gehen aber sehr langsam vor sich, denn eine Sorte kann locker zwanzig bis dreissig Jahre genutzt werden, und ein Sortenwechsel ist mit viel zusätzlicher Arbeit verbunden.

*Die alte Heilpflanze hat viele Vorzüge, und der Anbau ist speziell. Was fasziniert Sie am Hopfenanbau?*
Der Hopfen ist eine schöne Pflanze, und ein Hopfengarten im August ist doch sehr imposant. Hopfenanbau ist jedes Jahr eine neue Herausforderung und sehr spannend. Es ist jedes Jahr faszinierend, wie schnell die Hopfen in die Höhe schiessen – bis zwanzig Zentimeter pro Tag –, und der Geruch während der Ernte ist unbeschreiblich. Ausserdem bin ich natürlich Bierliebhaber, und etwas für dieses Getränk zu produzieren, freut mich besonders, auch wenn ich die heutigen Biere eher zu wenig bitter finde.

*«Die Schweizer Hopfenbauern haben den Trend im Wechsel der Pflanzen verpasst und die besonderen Aromakomponenten des Hopfens vergessen», meint Bierguru und Brauer Martin Wartmann aus Frauenfeld. Es gilt nach wie vor der Bitterstoffgehalt als allein selig machend, während in den USA und England die spezifischen Aromasorten einen wahren Boom erleben. Wie sehen Sie das?*
Zum Teil gebe ich Martin Wartmann recht, allerdings ist es fast nirgends so, dass etwas angefasst wird, wenn es nicht bezahlt wird. Andrerseits müssen Sie sich die Dimensionen vor Augen halten: In der Schweiz werden etwa 30 Tonnen Hopfen geerntet. 80 Prozent dieser Menge wird von den Konzernen Carlsberg und Heineken gekauft und verwendet, das heisst, wenn wir nicht das produzieren, was sie wollen, können wir 80 Prozent unserer Ernte nicht verkaufen.

*Hopfenlaus und Spinnmilben sind omnipräsent. Wie halten Sie es mit dem Pflanzenschutz?*
Wer erlebt hat, wie schnell so ein Schädling den Ertrag dezimieren und die Qualität zunichtemachen kann, der begreift auch, dass der Hopfenbauer Gegenmassnahmen ergreift. Natürlich heisst die Devise: So viel wie nötig, so wenig wie möglich, aber es ist sehr schwierig, den Verlauf eines Schädlings- oder eines Pilzbefalles abzuschätzen.

*Biologischer Hopfen führt weiterhin ein Schattendasein. Acht von neun Anbauern führen konventionelle Betriebe. Warum bauen Sie nicht Biohopfen an?*
Mit 2,5 Hektaren ist der Bedarf an Biohopfen in der Schweiz mehr als abgedeckt. Ausserdem muss in der Schweiz der gesamte Betrieb nach den Biorichtlinien geführt werden. Als Traubenproduzent kommt das für mich nicht in Frage. Daneben stellt sich die Frage, warum ich Fortschritte in der Anbautechnik und im Pflanzenschutz nicht nutzen sollte. Von einem herausragenden Einhundert-Meter-Läufer erwartet man auch nicht, dass er diese Leistung mit Wasser und Brot vollbringt. Im Übrigen habe ich es zu oft erlebt, dass erstens Konsumenten, die Bioprodukte verlangen, keine Ahnung haben von der Bioproduktion und zweitens, wenn sie im eigenen Garten ein Problem haben, sehr schnell zur Giftspritze greifen. Damit Sie mich richtig verstehen: Ich habe hohen Respekt vor den Biobauern und den Leistungen, die sie erbringen, aber im Hopfenbau ist es enorm schwer und der Ertrag extrem starken Schwankungen unterlegen. Den ökonomischen Aspekt kann ich nicht ausklammern, denn der Hopfenanbau liefert etwa einen Drittel des Betriebseinkommens.

*Der Bierkonsum stieg im Jahr 2010 leicht auf 57,3 Liter pro Kopf. Der Trend geht aber auch zu alkoholreduzierten Bieren – und zu Mineralwasser. Wie sehen Sie die Zukunft für die Schweizer Hopfenbauern? Wird in zwanzig Jahren noch Hopfen in Stammheim und in der Schweiz angebaut?*
Ich fände es sehr schade, wenn der Hopfenbau in der Schweiz zum Erliegen käme. Eine bald hundertjährige Kulturpflanze würde verschwinden und damit viel Wissen und Know-how. Im Weiteren sehe ich den Hopfen als Bereicherung unserer Landschaft. Im Stammertal gehört der Hopfen einfach dazu.

**Hopfenanbau Seit über 60 Jahren Familienbetrieb**
*Stefan Ulrich*
1960 in Unterstammheim geboren, studierte er 1981 an der ETH Zürich Agronomie. 1988 übernahm er mit seiner Frau Sylvia aus Buchberg SH, auch Bäuerin, den 1976 erbauten Hopfenhof in der Nähe des Bahnhofs Stammheim. Ulrich ist seit 1991 Präsident des Vereins Schweizerischer Hopfen-Produzenten (VSH). Stefan und Sylvia Ulrich sowie ihre vier Kinder bewirtschaften 20 Hektaren Land. Sie betreiben vor allem Milchwirtschaft und Rebbau (125 Aren). 2010 begannen sie mit der Zucht der besonderen englischen Jersey-Kühe, denn 2013 tritt die neue Tierschutzverordnung in Kraft, die die Haltung der bisherigen Fleckviehrasse in ihrem Stall untersagt.

*Verarbeitung*
1949, lange nach der «Anbauschlacht Wahlen», begann Stefans Vater René Ulrich, Hopfen anzubauen. Bis 1955 wurden viele Hopfen noch von Hand geerntet. Heute werden die aromatischen Blüten – die Dolden – auf einer Pflückmaschine von den Ranken abgezupft, getrocknet und in 50 bis 60 Kilogramm schweren Ballen verpackt. Die gesamte (getrocknete) Hopfenernte in der Schweiz wird mit Lastwagen in das grösste deutsche Hopfenanbaugebiet, in die bayrische Hallertau – mit über 15 000 Hektaren – gebracht. Dort werden die Hopfen fein gemahlen, die Bitterstoffe standardisiert, und in kleine, zylinderförmige Körper pelletiert, das heisst gepresst.



«Es werden vermutlich immer mehr Bitterstoffsorten angebaut»: Stefan Ulrich, 51, in seinem Hopfengarten in Unterstammheim.
Bild Urs Oskar Keller