Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser
Nach Jahren rückläufigen Bierkonsums können die Bierbrauer wieder etwas aufatmen: Wie der Schweizer Brauerei-Verband bekannt gab, sind im abgelaufenen Braujahr 2006/07 4,34 Millionen Hektoliter Bier für knapp 1 Milliarde Franken verkauft worden, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Pro Kopf ergibt dies einen jährlichen Bierkonsum von 57,1 Liter. Das sind zwei Stangen mehr als im Vorjahr. Daran haben die Schweizer Brauereien mit einem durchschnittlichen Wachstum von 1,5 Prozent partizipiert.
Brauerei Falken gut im Trend
«Nach einem hervorragenden Start im Frühjahr, einem wetterbedingt schwachen Sommer und recht guten Herbstmonaten sind wir mit dem Geschäft im Braujahr 2006/2007 insgesamt zufrieden», erklärt Geschäftsleiter Philipp Moersen den SN gegenüber. Ohne genauere Zahlen zu nennen, entspreche das erzielte Geschäftswachstum in etwa der gesamtschweizerischen Zunahme von 1,5 Prozent. «Ich bin davon überzeugt, dass ohne die Lancierung neuer Spezialitäten sowie die stark emotional geprägte Neuausrichtung des Firmenauftrittes mit einem neuen, naturverbundenen Falken-Logo dieses Wachstum nicht möglich gewesen wäre», betont Moersen.
Pionier von Bierspezialitäten
Ebenfalls zum Wachstum beigetragen habe die erfolgreiche Erschliessung neuer Kunden, hauptsächlich im Grossraum Zürich, dann aber auch im angrenzenden Kanton Thurgau. «Mit unserem Falken im neuen Logo finden unsere neuen Bierspezialitäten speziell auch in der Partyszene eine wachsende Anhängerschaft», betont Marketing- und Verkaüfsleiter Markus Höfler nicht ganz ohne Stolz. Neben dem Falken-Lagerbier, welches nach wie vor den Basisumsatz erbringe, seien dies insbesondere Brauspezialitäten wie der Edelfalke hell, das Falken alkoholfrei, das Schwarzbier, der Falken Prinz oder das Munot Weizen. CEO Moersen betont, dass die Brauerei Falken eine der ersten, mittelgrossen Brauereien der Schweiz gewesen sei, welche noch vor der Neuaufmischizng des schweizerischen-Biermarktes mit solehen Produktinnovationen von sich reden machte.
Ein stark emotionales Geschäft
«Nur wenn es uns gelingt, Emotionen für unser Produkt mit Schaffhauser Wurzeln auszulösen, werden wir uns auch in Zukunft neben den Grossanbietern behaupten können, gibt sich Marketingleiter Höfler überzeugt. Selbstverständlich sei die Bierqualität beim Aufbau von Kundenbindungen nach wie vor entscheidend. Doch spielten gerade im «Lifestyle-Zeitalter» von heute immer mehr emotionale Komponenten bei der Auswahl des bevorzugten Biers eine Rolle. Dies beginne bereits bei der Flasche: Neben dem beliebten Drehverschluss für Einwegbiere erfreue sich die traditionelle Bügelflasche wieder grosser Beliebtheit. «Wir haben in eine neue Bügelverschlussanlage investiert und können damit noch effizienter produzieren», erklärt CEO Moersen.
Um die emotionale Bindung zum Falken zu stärken, trete die Brauerei Falken als Hauptlieferant an der Winterthurer Fasnacht, dann in Zürich am «Züri-Fäscht» sowie am Silvesterzauber auf. Und zu guter Letzt werde der Brauturm erstmals mit einer Weihnachtsbeleuchtung versehen.