Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Wunderli
Die dritte Klasse mit Schwerpunktfach Gestaltung hat sich zusammen mit ihrem Lehrer Eduard Schwyn vorgenommen, eine Wandfläche im Zwischentrakt des Schulhauses zu gestalten. «Wir standen vor der leeren Fläche und bemerkten, dass sich diese in einem Durchgangsbereich befindet», so Schwyn. Auf die Wand gehe selten jemand direkt zu, aber viele Male am Tag daran vorbei. Dieses Vorbeigehen haben sich die Schüler der Klasse zum Thema gemacht und versucht, unterschiedliche Bewegungsmuster visuell festzuhalten. Sie taten dies mit Hilfe von Stanzresten, welche Schwyn von einer Kartonfabrik erhalten hatte. Daraus stellten die Schüler auf einem Streifen Papier den Rhythmus des Vorbeigehens in Form eines Reliefs dar. Aus den aneinandergefügten Streifen entstand dann die fertige Komposition.
«Als ich vor der gestalteten Wand stand, dachte ich mir, dass das Werk aussieht wie visualisierte Musik», so Schwyn. Das Optische in Musik umzusetzen, hat sich an der Vernissage der Kantonsschüler Timon Happle zur Aufgabe gemacht. In einem minutenlangen Solokonzert am Schlagzeug übertrug er die verschiedenen Rhythmen des Wandreliefs auf die Trommeln seines Schlagzeugs. Der dreidimensionalen Darstellung von menschlichen Bewegungsabläufen ist ein zweiter Teil der Ausstellung gewidmet. Der schwierigen Aufgabe nahmen sich unter anderem Felix Hauser und Elisabeth Güttinger an. Mit vierkantigen Balsahölzchen schufen sie eine Skulptur von zwei Judokämpfern in Aktion. «Zuerst haben wir Skizzen gemacht und versucht, die Proportionen der Figuren richtig darzustellen», erklärt Hauser. Beim Zusammenbauen der Figuren waren dann starke Nerven gefragt, wie Güttinger betont: «Das ist keine exakte Wissenschaft, man muss immer wieder ausprobieren, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.» Die fertigen Balsaholzfiguren wurden von den Schülern auch fotografiert: einmal sachlich nüchtern, dann durch farbiges Licht in Szene gesetzt. Die gestrige Vernissage war gut besucht. Neben Schülern und Eltern war auch Regierungsrat Christian Amsler anwesend. Beim anschliessenden Apéro konnten sich die Besucher dann über die ausgestellten Werke unterhalten.