Schaffhauser Nachrichten, Region
(rob)
Nicht nur Lehrpersonen der Unter- und der Oberstufe treten am kommenden Montag in den Streik, auch an der Kantonsschule wollen gemäss jüngsten Angaben 8 der total 120 Lehrpersonen an der Aktion auf dem Herrenacker teilnehmen. Dies erklärt Urs Saxer, Rektor der Kantonsschule, gegenüber den SN. Trotz der Absenzen wird der Unterricht an der Kantonsschule stattfinden – wenn auch in angepasster Form: Die rund 120 Schüler werden während der Abwesenheit der jeweiligen Lehrpersonen von Rektor Saxer und Prorektor Pasquale Comi in der Mensa respektive einem weiteren Schulzimmer im Vorlesungsbetrieb mit Arbeitsblättern unterrichtet. Auch das Thema für diese Lektionen ist bereits gesetzt: «Streik – geschichtlicher Rückblick und rechtliche Grundlagen in Frankreich respektive der Schweiz». Persönlich beurteilt Saxer den Streik zwar durchaus als legitimes Mittel, insgesamt sei das aktuelle Vorgehen aber eher «kontraproduktiv» und überstürzt: «Als Lehrer und Elternteil wünsche ich mir, dass die Solidarität mit den berechtigten Anliegen der Lehrerschaft des Kantons Schaffhausen auf eine konstruktivere Art als in der Teilnahme an diesem – aus meiner Sicht allzu spontan organisierten – Streik gesucht wird.» Um eine für die Eltern akzeptable Kinderbetreuung innerhalb der Schulen zu organisieren, brauche es eine bedachtere Planung und mehr Zeit. Saxer: «Wenn man an Streik als ‹Lösungsansatz› denkt, kann man als Lehrer auch an die unterrichtsfreie Zeit denken, diese gehört ja auch zu unserer Arbeitszeit. In diesem Sinne wäre eine Aktion an einem Samstagmorgen auf dem Fronwagplatz aus meiner Sicht als nächster Schritt besser geeignet gewesen.»
Beim Berufsbildungszentrum (BBZ) rechnet man nicht damit, dass am kommenden Montag Lehrkräfte abwesend sein werden: «Ich habe keine Kenntnis von solchen Absenzen», sagt BBZ-Direktor Ernst Schläpfer auf Anfrage der SN. «Wir sind für die Ausbildung der Schüler zuständig, und die können ja nichts für die vorhandenen Probleme», sagt Schläpfer, «deshalb gehe ich davon aus, dass bei den meisten BBZ-Lehrkräften die Überzeugung besteht, dass es andere Wege gäbe, die Forderungen zu deponieren.» Kritik übt Schläpfer etwa an der Lohnentwicklungsskala des Kantons, die im Zusammenhang mit dem neuen Personalgesetz erarbeitet wurde: «Diese ist nicht stimmig», sagt Schläpfer. Sie bevorteile Quereinsteiger. Personen, die aber gleich nach dem Studium den Lehrerberuf ergriffen, würden oft enttäuscht: «Bei der Einstellung wird eine Lohnentwicklung von jährlich 1,5 Prozent suggeriert, aber am Ende geht diese Rechnung nicht auf.» So könne es dazu kommen, dass ein Junglehrer nach fünf Jahren gegen 1000 Franken unter dem in Aussicht gestellten Lohn verdiene. «Das geht einfach nicht auf», sagt Schläpfer, der den Fehler nicht beim Erziehungsdepartement, sondern beim Personalamt sieht. Gemäss Anfrage wird auch bei der Handelsschule Schaffhausen nicht damit gerechnet, dass Lehrkräfte am Montag abwesend sein werden.