Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
(lbb)
«Entweder er oder ich», soll die im Juli in stiller Wahl bestätigte Stadtschulratspräsidentin Katrin Huber Ott dem SP-Parteivorstand bereits im Januar 2012 gedroht haben. Die Rede war von ihrem Parteigenossen und Kollegen Andreas Wüthrich, der neben Vreni Osterwalder als zweiter SP-Vertreter seit 2008 im Stadtschulrat sitzt. Die Partei entschied sich dann offenbar für Huber Ott. In der Folge entzog die Delegiertenversammlung dem beim Kanton tätigen Juristen Wüthrich die Unterstützung für eine erneute Kandidatur. Wüthrich will’s aber dennoch nochmals wissen und kandidiert nun folglich als Parteiloser für weitere vier Jahre.
«Sollte ich gewählt werden und Frau Huber Ott ihre Drohung deshalb wahr machen und zurücktreten – dann sei es so. Ich reiche ihr jederzeit die Hand zur Versöhnung», sagt der wilde Kandidat gestern vor den Medien. Über die Gründe für das Zerwürfnis machte er gestern vor den Medien keine Angaben. Der nebenamtlich als Gemeindeschreiber von Bargen und Aktuar des Einwohnerrats von Thayngen engagierte Wüthrich hat nun ein Unterstützungskomitee zusammengestellt, das unter anderem aus mehreren Lehrkräften aus dem Schulhaus Emmersberg besteht. Wüthrich legte seine Ziele und strategischen Schwerpunkte wie folgt dar: Die Lehrer müssten von pädagogisch-theoretischen Vorgaben aus dem Erziehungsdepartement entlastet werden und sollten mehr Freiheit in der Gestaltung ihres Unterrichtes erhalten. «Der Lehrplan wird immer überladener», sagt Wüthrich. Die Schule sei im Umbruch, weshalb etwa Inspektoren wieder vermehrt in die fachliche Beurteilung des Lehrbetriebs einbezogen würden. Die Integration ausländischer Kinder müsse «mit Fingerspitzengefühl, aber auch mit einer strengen und konsequenten Haltung vorangetrieben werden», fordert der Vater einer siebenjährigen Tochter. Zudem biete er als parteiloser Kandidat sich an, da das Gremium damit in Zukunft politisch breiter abgestützt sei und auch die parteilosen Wähler sich im Stadtschulrat vertreten fühlen könnten. Namens seiner Unterstützer empfahl die frühere Primarlehrerin Hanna Meister den Kandidaten, weil er wisse, wo der Schuh drücke: «Nach der Ablehnung der Schulleitungen ist es wichtig, dass die Rolle der Schulvorsteher ausgebaut wird.» Als Vater habe Wüthrich ein immanentes Interesse daran, dass die Projekte schnell und effizient an die Hand genommen würden. Das garantiere Andreas Wüthrich.