Schaffhauser Bock
von Daniel Thüler
Der grosse Stolz des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung der Brauerei Falken AG war deutlich spürbar an der gestrigen offiziellen Einweihung des neuen Dosenkompetenzzentrums («Es ist ein Meilenstein in der Firmengeschichte»): Hier kann die Schaffhauser Brauerei künftig pro Stunde 15 000 50-cl- oder 33-cl-Dosen abfüllen, und nach einer späteren Erweiterung auch 25-cl-Slim-Cans (bekannt durch «Red Bull»). «Es gibt nur zwei weitere Dosenabfüllanlagen in der Schweiz», erklärt VR-Präsident Jürg P. Spahn. «Und diese sind in festen Händen von ausländischen Grossbrauereien, die nicht mit kleineren zusammenarbeiten wollen. Unabhängige Schweizer Brauereien waren deshalb bisher gezwungen, ihr Bier jenseits der Grenze abfüllen zu lassen – dem schaffen wir nun Abhilfe.» Gerade beim lokalen Bezug der Biere, dem zunehmenden Absatz von Dosenbier und dem grösseren Bewusstsein der Konsumenten für «swissness» sei dies enorm wichtig. Das hätten auch die anderen Brauereien erkannt: «Die Nachfrage ist bereits deutlich höher als wir erwartet haben.»
**Verlust wird zur Chance**
Am Anfang des neuen Dosenkompetenzzentrums stand der Verlust eines wichtigen Kunden. «Nebst der Produktion unserer Falken-Biere und dem Getränkehandel sind wir auch zu einer guten Adresse für Lohnfüllungen für andere Brauereien und Produzenten nichtalkoholischer Getränke geworden», erklärt Spahn. «Im Herbst 2010 wurde Thurella geschlossen, wodurch wir einen wichtigen Partner im Bereich Lohnfüllungen verloren haben.» Statt den Verlust nicht einfach mit Bedauern zur Kenntnis zu nehmen, wollte der Verwaltungsrat ihn mindestens kompensieren. «Die Geschäftsleitung suchte nach Alternativen», so Jürg P. Spahn, «mit dem Ziel, die freigewordenen Kapazitäten wieder auszulasten, auch um die Arbeitsplätze zu erhalten und längerfristig zu sichern. So kam der Gedanke zum Ausbau des Lohnfüllgeschäftes als weiteres strategisches Standbein der Brauerei Falken.» Bier in Dosen verzeichne zurzeit zweistellige Zuwachsraten pro Jahr. Wie Falken-Geschäftsleiter Markus Höfler sagt, werde am eigenen Sortiment deshalb nicht geschraubt – Bier aus Flaschen habe für Falken nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Geplantes Volumen übertroffen Wie Philipp Moersen sagte, seien für den Bau möglichst Firmen aus der Region berücksichtigt worden. «Am 5. Juni 2012 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, nun sind wir bereits fertig», erklärt er. «Parallel zum Bau haben wir mit potenziellen Lohnfüllpartnern die vorbesprochenen Verträge abgeschlossen, und so können wir heute mit Stolz festhalten, dass wir die ursprünglich geplanten Anfangsvolumen weit übertroffen haben und weitere Verträge kurz vor dem Abschluss stehen.» Ein positiver Aspekt sei auch, dass eine zusätzliche Lehrstelle für einen Lebensmitteltechnologen sowie eine Lehrstelle für einen Logistiker geschaffen werden konnten.