Schaffhauser Nachrichten
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Auf ganz besondere Art konnten die Besucher am Samstag den Munot kennenlernen, denn der Munotverein öffnete anlässlich seines 175-Jahr-Jubiläums sämtliche Gänge, Türen und Tore. Im Munotgraben konnte man das Bauwerk einmal aus dem Blickwinkel eines Hirsches betrachten. Unterirdische Gänge offenbarten sich, der Römerturm oder der steile Wehrgang konnten entdeckt werden, sogar in den Geheimgang konnten die vielen Besucher einen Blick werfen. Weitere Darbietungen rundeten bei schönem Wetter den viel beachteten Tag der offenen Tore auf dem Wahrzeichen ab. Urs Saxer, Präsident des Munotvereins, sprach von über 1500 Gästen, die auf dem Munot unterwegs waren.
von Katja Meier
**Ausnahmezustand auf dem Munot**
*175 Jahre Munotverein wurden auf der Festung gefeiert. Zum ersten Mal war das ganze Munotgelände für die Öffentlichkeit zugänglich.*
Ausnahmezustand herrschte am Samstag auf dem Munotgelände zwischen 10 und 16 Uhr. Mehrere Flaggen vom Munotverein waren an den Masten aufgehängt, Leute irrten zwischen den Rebbergen umher, und die Damhirsche mussten sich mit einem ein bisschen kleineren Gehege zufrieden geben. Anlässlich des 175-Jahre-Jubiläums öffnete der Munotverein alle Toren und Türen.
**Volles Programm**
Am Samstag konnten die Besucherinnen und Besucher den Munot einmal auf eine ganze besondere Art erleben. Sie hatten zu sämtlichen Gängen, Gärten und Kellern Zugang. Im Munotgraben konnte man das Bauwerk einmal aus der Perspektive der Hirsche begutachten. Den unterirdischen Gang entlanglaufen und beim Ziehbrunnen einen Blick auf den Grundwasserspiegel erhaschen. Den Römerturm besteigen. Den steilen östlichen Wehrgang hochkraxeln. Die Pflanzenwelt im Munotgarten erblicken. Und den Pavillon in den Rebbergen entdecken. Dies und noch vieles mehr konnte man am Samstag fast den ganzen Tag auf dem Munotgelände erkunden. Auch ganz oben auf der Munotzinne stiess man auf allerlei Darbietungen. Der amtierende Munotwächter Christian Beck unterhielt das Publikum mit einer Drehorgel aus den 60er-Jahren und informierte die Leute über die Geschichten des Munots. Und auch seine Frau Christine Beck nutzte die Gelegenheit, um zusammen mit Katja Ur ihr neues Projekt vorzustellen: Die Munotglöggli-Spielgruppe soll ab dem Sommer 2014 eröffnet werden. Mit dem «Munotmüüsli» werden die Kinder dann auf Entdeckungsreise gehen. Auch die Schaffhauser Pfadi war anwesend und zuständig für das Kinderprogramm. Leonie Neukomm verwandelte die Kinder in Schmetterlinge, Clowns oder Katzen, indem sie mit Farbe die Gesichter der Kinder bemalte. Und bei der Schmiedezunft konnten viele ihren eigenen Nagel schmieden.
**«Perfektes Wetter»**
Um halb 11 war es noch bedeckt und ziemlich kühl. Im Verlauf des Tages drückte aber immer mehr die Sonne durch die Wolken. Laut Munotvereinspräsident Urs Saxer war es das perfekte Wetter für eine solche Veranstaltung. «Für die Schaffhauser ist es etwas zu kühl, um auf den Rhein zu gehen, aber regnen tut es auch nicht», meinte Saxer und hielt fest: «Deshalb ist es ideales Wetter für einen Besuch auf dem Munot.» Auch über die grosse Anzahl der Besucher freute sich Saxer: Rund 1500 fanden am Samstag den Weg zum Munot. Es war eindeutig kein normaler Besuch auf dem Munot. «Es entstehen ganz spontane Gespräche zwischen den Leuten, welche sonst nie passieren», meinte Saxer zufrieden. Der Verein durfte sich auch über etwa 30 Neumitglieder freuen, welche mit ihrem Mitgliederbeitrag auch das neue Projekt des westlichen Wehrgangs unterstützen, das am Samstag von Architekt und Vorstandsmitglied Manuel Bergamini genauer vorgestellt wurde.
**100 Helfer im Einsatz**
Für die ganze Veranstaltung waren natürlich auch viele Helfer nötig. Rund 100 Helferinnen und Helfer zeigten den Besuchern den Weg, informierten die Leute über die Geschichte des Munots, verkauften Essen und Trinken oder warben auch um Neumitglieder. Auch die jüngere Gesellschaft half kräftig mit, wie der 12-jährige Florian Leutwiler. «Ich war am Vormittag im unterirdischen Gang und zeigte den Leuten den Weg», sagte der junge Schüler stolz.