Zum Abschied von alt Staatsschreiber Dr. Peter Uehlinger

Schaffhauser Nachrichten
Ernst Neukomm, Alt Regierungsrat

Am Mittwoch vor einer Woche erreichte uns die traurige Nachricht, dass alt Staatsschreiber Dr. jur. Peter Uehlinger im Alter von 88 Jahren an einer heimtückischen, altersbedingten Krankheit gestorben sei. Der Regierungsrat, seine früheren Mitarbeitenden in der Staatskanzlei und die Chefbeamten des Kantons Schaffhausen waren darüber bestürzt, denn sie schätzten ihren früheren, beruflich kompetenten und stets freundlichen Arbeitskollegen sehr. Viele von ihnen pflegten mit ihm bis zuletzt noch den persönlichen Kontakt. Peter Uehlinger liebte die Geselligkeit. Er besuchte bis im vergangenen September die traditionellen, monatlichen Treffen ehemaliger Chefbeamten und die Zusammenkünfte der alt Regierungsräte.
Obwohl er aus gesundheitlichen Gründen stark gehbehindert war, wollte er kein Stubenhocker sein. Noch lange Zeit liebte er schöne Reisen, besuchte gerne mit seiner Gattin Konzerte und Anlässe, die ihnen Freude machten. Vor noch nicht langer Zeit meinte er zufrieden, sein Leben sei interessant und schön gewesen. Und: «Me mue aber öppis tue derfür.» Das ist ihm vorbildlich gelungen.
Peter Uehlinger ist in seinem Heimatort Neunkirch aufgewachsen. 1947 erwarb er an der Kantonsschule Schaffhausen die Maturität. Freundschaften, die damals in der Kantonsschulverbindung Scaphusia entstanden sind, hatten bei ihm bis ins hohe Alter einen grossen Stellenwert. Gerne erinnerte er sich auch an sein Studium beider Rechte an den Universitäten Zürich, Genf und Basel. Am 5. November 1955 wurde er zum Dr. jur. promoviert. Darnach ist er umgehend zum Betreibungs- und Konkursbeamten des Oberklettgaus gewählt worden. Zwei Jahre später holte ihn der Regierungsrat als juristischen Sekretär und als Stellvertreter des damaligen Staatsschreibers Schudel ins Rathaus. Nach dessen altersbedingtem Rücktritt wurde Peter Uehlinger zum Staatsschreiber gewählt und ihm damit zugleich die Leitung der Staatskanzlei übertragen. Nun hatte er seinen Traumberuf, dem er bis zur Pensionierung 1992 treu geblieben ist. Die Teilnahme und die Mitwirkung an den wöchentlichen Sitzungen des Regierungsrates gehörten zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit als Staatsschreiber. Hinzu kamen die Sitzungsvorbereitungen, das Erstellen des Protokolls und die schriftliche Erledigung von Beschlüssen. Damals gab es durchschnittlich 50 Sitzungen pro Jahr und um die 1500 Regierungsgeschäfte. Trotz der immensen Arbeit im Beruf liebte er es, in der Freizeit in verschiedenen Vereinen und Institutionen mitzuwirken, wie im Vorstand des TCS, des Munotvereins, in der Männerriege, in der BGB Klettgau, als Präsident der Verwaltungsjuristen-Konferenz sowie ab 1985 einige Jahre als Präsident der Sparkasse Neunkirch. Diese Aufzählung seiner Freizeitaktivitäten wird unvollständig sein. Das tut aber seinem eindrücklichen Lebenswerk keinen Abbruch. Weil er sich zudem auch stets bemühte, seiner Gattin Lotti ein guter Ehemann und seiner Tochter Irene (1966) sowie seinem Sohn Peter (1968) ein lieber Vater zu sein. Das wurde ihm an der Feier zu seinem 80. Geburtstag im Jahre 2007 in der Neunkircher Städtlihalle von seiner Familie vor 200 Gästen ganz herzlich verdankt.
Auch ich werde meinen lieben Kollegen Peter Uehlinger in dankbarer Erinnerung halten, seine treue Freundschaft und sein 35jähriges Wirken im Interesse der Allgemeinheit, insbesondere zum Nutzen unseres schönen Kantons.