Bald wird das erste «CM-Bier» gezapft

Schaffhauser Nachrichten
Saskia Baumgartner

Die Menükarte ist noch nicht gedruckt, die offizielle Eröffnung der neuen Braustube im Chübelimoserhaus findet erst in eineinhalb Wochen statt – doch das Reservierungsbuch ist schon jetzt gut gefüllt. «Wir haben bereits Buchungen bis nächsten März», sagt Initiant Josef Eugster.
2015 hat der Unternehmer zusammen mit Architekt Lukas Berger der Gemeinde das historische Gebäude im Zentrum von Neuhausen abgekauft. In den oberen Stockwerken befindet sich nach der kürzlich abgeschlossenen Sanierung nun das Architekturbüro Bergers, im Erd- und Kellergeschoss die Gasthausbrauerei, das Projekt von Eugster.
Der Unternehmer und Präsident der SVP Stadt Schaffhausen hat von den Einheimischen bislang nur positive Rückmeldungen bekommen. Die Neuhauser scheinen froh, dass dem Gebäude, in dem sich einst der Eisenwarenladen von Karl Moser, dem «Chübelimoser», befand neues Leben eingehaucht wird.
Eugster ist sich der hohen Erwartungen der Bevölkerung an den neuen Gastrobetrieb bewusst: «Alles steht und fällt mit dem Gastgeber», sagt er mit einem Blick zu Werner Drost. Der deutsche Küchenchef, noch wohnhaft im Thurgau, antwortet mit einem selbstsicheren Lächeln. Warum ist Eugsters Wahl auf Drost gefallen und nicht etwa auf einen Gastronomen aus der Region? Interessenten aus der Schaffhauser Gastroszene gab es ebenfalls.
Zum einen, so Eugster, sei Drost nicht nur gelernter Koch, sondern auch ausgebildeter Bäcker. Zum anderen habe ihn dessen Initiative überzeugt. Drost habe viele Ideen und in den vergangenen drei Jahrzehnten schon selbständig mehrere Betriebe aufgebaut. Unter anderem hat er auch schon ein Lokal in Bayern geleitet, in dem es eine ähnliche Hausmannskost gab, wie sie im Chübelimoserhaus geplant ist.
Drost selbst sagt, dass er sich auf das Inserat gemeldet habe, weil ihn die Kombination eines Restaurants mit hauseigener Brauerei gereizt habe. Zusammen mit Koch Rudi Ernst hat er sich schon Gerichte wie etwa eine Bierrahmsuppe ausgedacht, und er will Speisen passend zum jeweiligen Saisonbier anbieten.
Dieses brauen wird Simon Neuhold. Der Brauer und Mälzer ist bereits Brauführer einer Brauerei in Winterthur. «Anders als dort werden mir die Leute in Neuhausen beim Arbeiten zusehen können», sagt er. Denn: Die glänzenden Kupferkessel stehen mitten in der Gaststube – im einstigen Verkaufsladen. Rund 40 Personen finden in der Stube Platz, etwa genauso viele im dazugehörigen Eventkeller.

**Das «CM-Bier»: ein helles Lager**
Die Kupferkessel sind bereits gefüllt. Neuhold ist seit Mitte August, seit der Anlieferung der Brauereiausstattung, im Chübelimoserhaus tätig. Das künftige Hausbier, das «CM-Bier», kann bald gezapft werden. «Es handelt sich um ein helles Lager mit einer leichten Karamellnote», so der Bierbrauer. Neuhold erklärt, dass er keinem bestimmten Trend wie aktuell den Craft-Bieren folgen wollte. «Ein eigenes, klassisches Bier herzustellen, ist auch eine Kunst.» Eugster pflichtet ihm bei. «Ich wollte einfach ein Bier haben, das nach Bier schmeckt und nicht etwa nach ­Banane.»
Die passenden Gläser mit dem «CM»-Logo sollen in diesen Tagen geliefert werden, sodass am 8. Oktober bei der offiziellen Eröffnung des Brauhauses angestossen werden kann.



Simon Neuhold (links) braut künftig das Bier im Chübelimoserhaus, Werner Drost ist für die Gastronomie zuständig. Wo sich einst der Verkaufsladen des Eisenwaren- geschäfts befand, ist heute die Gaststube. Aus früheren Zeiten beibehalten worden ist der grosse Holzschrank im Hintergrund, der restauriert wurde.
Bild Selwyn Hoffmann