Schaffhauser Nachrichten
Anna Rosenwasser
Wer sich nicht allzu dumm anstellt, verbringt meist vier Jahre an der Kantonsschule. Höhepunkte sind dabei nicht nur abenteuerliche Lektionen im Labor oder der Maturstreich, sondern auch das Kantifest: Alle vier Jahre findet es statt, sodass die allermeisten genau einmal im Laufe ihrer Kantizeit dabei mitwirken. Jede einzelne Klasse plant für diesen Anlass, für den jeweils bis zu 3000 Besuchende erwartet werden, ein Zimmer, das sie nach einem bestimmten Thema gestaltet.
Das Kantifest 2016 stand unter dem Motto «Filmwelten», was dem Anlass einen roten Faden verlieh. Von 16 Uhr bis Mitternacht galt es, die alten und neuen Räume der Bildungsinstitution zu bestaunen – für einmal nicht wegen der Skelette aus dem Biologieunterricht oder wegen der umstrittenen Statuen. Das Abenteuer begann am Filme-Kantifest bereits in den Gängen. Dort warben Schilder, Tücher, Sprüche und Rätsel für die jeweiligen Räume, zahlreiche Verkleidete wandelten umher, sodass manch einer sich tatsächlich auf einem Filmset hätte wähnen können. Richtig szenisch dann wurde es in den Zimmern selbst. Wo sonst Grammatik oder Arithmetik gelehrt wird, wurden nun vier Wände kunstvoll verzaubert – in vier Fällen gar im wahrsten Sinne des Wortes, da sich doch glatt vier Räume dem fiktiven Harry-Potter-Universum widmeten, in dessen Kanti-Version man sich mit Brille und Quidditch-Besen ablichten oder die Zukunft voraussagen lassen konnte. Ein weiteres Highlight war das «Grease»-Projekt, das sich dem Kultfilm aus den Siebzigern nicht nur mit Bar und Musik widmete, sondern bei dem auch stündlich eine (vom Publium bejubelte) Tanzeinlage im Lichthof des Neubaus gezeigt wurde.
Neu konnten sich die Klassen mit den Kantifest-Projekten für eine Auszeichnung bewerben. Diese Projekte wurden erst im Voraus für die Konzeptionierung und dann am Fest für die Durchführung ausgezeichnet. Eine weitere Neuerung hingegen sorgte für Erstaunen bei den Besucherinnen und Besuchern: Essen durfte neu, so die Sicherheitsvorschriften, nicht mehr in den Räumen der Bauten verkauft werden, sondern war nur noch auf dem Pausenplatz verfügbar. Lediglich Süsses war neben den zahlreichen Getränken erhältlich (was beispielsweise den drei Räumen rund um «Charlie und die Schokoladenfabrik» besonders zugutekam). In der Aula im Altbau sowie in der Mensa des Ergänzungsbaus widmete man sich zudem musikalisch dem Thema: Mal klassisch, mal poppig interpretierten unterschiedliche Bands und Ensembles Soundtracks aus neuen und alten Filmen.
Wem der Schluss um Mitternacht zu früh war, konnte an der offiziellen Afterparty im Club Orient weiterfeiern. Vereinzelte Kantischülerinnen und -schüler mussten sich vertrösten lassen: Der Eintritt war ab 16.

Neu gab es in den Gebäuden der Kantonsschule am Kantifest keine ganzen Mahlzeiten – aber immerhin Süsses, wie etwa hier im Lichthof des Neubaus, wo Nikolija Vasic Zuckerwatte aushändigt.
Bild Anna Rosenwasser