In Wilchingen verpasst Ruedi Leu das absolute Mehr um 2 Stimmen

Schaffhauser Nachrichten
(jcg)

Nach dem gestrigen Showdown bleibt Wilchingen die einzige Gemeinde im Klettgau, in der das Gemeindepräsidium noch nicht besetzt werden konnte. Das beste Resultat erreichte mit 422 Stimmen der parteilose Kandidat Ruedi Leu. Er verpasste das absolute Mehr damit gerade mal um 2 Stimmen. Relativ dicht auf den Fersen ist ihm Virginia Stoll (SVP) mit 354 Stimmen, während Walter Linsi (FDP), der amtierende Sozialreferent der Gemeinde, mit nur 56 Stimmen klar abgeschlagen blieb. Es kommt somit zu einem zweiten Wahlgang. Dieser geht in genau zwei Wochen, am 11. September, über die Bühne.

**Leu: «Ein gutes Omen»**
Ruedi Leu zeigte sich gestern jedenfalls «nicht allzu überrascht» über dieses Ergebnis. «Ich hatte eigentlich schon fest mit einem zweiten Wahlgang gerechnet», sagte er. Die knappe Nichtwahl scheine auf den ersten Blick ärgerlich. Andererseits zeige sie, dass eine Mehrheit im Dorf bereit sei, ihm das Vertrauen auszusprechen – und dies sei bei gleich drei antretenden Kandidaten doch bemerkenswert und ein gutes Omen für den zweiten Wahlgang.
Wie sich die Stimmen von Linsi im zweiten Wahlgang verteilen würden, könne man zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen, so Leu weiter. Zweite Wahlgänge entwickelten oft eine gewisse Eigendynamik. «Ich bin jedenfalls nach wie vor guter Dinge, dass es klappen wird», sagte Leu. Er glaube an seine Chance.

**Stoll noch unsicher, Linsi gibt auf**
Virginia Stoll war gestern schon etwas verhaltener. Sie wisse noch nicht einmal, ob sie überhaupt noch einmal antreten werde. Bevor diese Frage entschieden werden könne, müsse man zuerst noch einmal das Wahlergebnis analysieren und über die Bücher. «Man musste jedenfalls damit rechnen, dass es bei uns zu einem zweiten Wahlgang kommt», sagte sie. Und mit ihrem Ergebnis könne sie sicher grundsätzlich zufrieden sein – zumal sie im Dorf noch viel weniger verwurzelt sei als Ruedi Leu, bei dem «zwei Generationen in die Schule gegangen sind».
Walter Linsi kündigte seinerseits an, dass er zum zweiten Wahlgang nicht mehr antreten werde – und dass er dieses Resultat eigentlich auch erwartet habe, nachdem schon im Vorfeld Signale aufgetaucht seien, dass er im Dorf vermutlich keine Mehrheit finden werde. «Vielleicht will man ja auch unbedingt, dass ich im Sozialreferat bleibe, weil man mit meiner Arbeit dort so zufrieden ist», meinte er schmunzelnd. Er werde jedenfalls sicher wieder als Gemeinderat kandidieren.



Hauchdünn unter dem absoluten Mehr geblieben, hat Ruedi Leu die besten Karten für den zweiten Wahlgang in Wilchingen.
Bild Thomas Güntert