Schaffhauser Nachrichten
(jcg)
Überraschend ist für die Wilchinger Gemeindepräsidentenwahl vom 28. August eine dritte Kandidatur eingegangen. Der parteilose Ruedi Leu (Bild) fordert Virginia Stoll (SVP) und Walter Linsi (FDP) heraus. Der 65jährige ehemalige Lehrer und Schulinspektor war bereits von 1991 bis 1998 Gemeinderat und Finanzreferent in Wilchingen, zuvor hatte er von 1989 bis 1990 Einsitz in der Rechnungsprüfungskommission der Gemeinde genommen. Leu ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Vor zwei Jahren liess er sich pensionieren. Bereits länger bekannt sind die Bewerbungen von Virginia Stoll (SVP) und Walter Linsi (FDP). Das überparteiliche Findungskomitee hält alle drei Kandidaten für wählbar und verzichtet daher auf eine Wahlempfehlung, wie es gestern mitteilte.
**«Bereit für Herausforderung»**
«Ich bin von verschiedenen Seiten gefragt worden, ob ich kandidieren wolle», sagt Ruedi Leu. «Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr spürte ich, dass ich durchaus bereit bin, diese Herausforderung anzunehmen.» Er wisse ja auch genau, was im Fall einer Wahl auf ihn zukomme. Seine Erfolgschancen könne er nicht einschätzen. «Aber wenn man gar keine Hoffnung hätte, würde man sich nicht zur Wahl stellen», stellt er klar.
Politisch besonders am Herzen liege ihm der Umgang miteinander – die Frage, wie man das Zusammenleben im Dorf gestalten könne, damit man sich wohl und politisch zugehörig fühle und keine Gräben aufgerissen würden. «Der zurücktretende Hans Rudolf Meier hinterlässt diesbezüglich aber ein gemachtes Gärtchen», so Leu. Zu den anderen beiden Kandidaten will er sich nicht äussern, sondern sich lieber auf sich selbst konzentrieren. Seine Wahlkampfaktivitäten wolle er eher auf kleiner Flamme halten.