Das grosse Finale vor der Maturaprüfung

Schaffhauser Nachrichten
Anna-Barbara Winzeler

Köche, Fischer, Bauern, Bäcker ­– am Donnerstagmorgen zogen die Arbeiter scharenweise durch Schaffhausen. Angeführt wurden sie von Soldaten in Uniform und Guerillakämpfern. Ist in Schaffhausen die Revolution ausgebrochen?
Nur ein wenig: Die offizielle letzte Schulwoche der Maturanden stand dieses Jahr unter dem eher heiklen Thema «Diktatur». Gestern stand das «Finale 2016» an, früher bekannt unter dem Namen «Maturstreich»: Die jüngeren Mitschüler durften sich als das arbeitende Volk verkleiden, und schon bewegte sich die gesamte Schülerschaft der Kantonsschule in Richtung Kammgarn. Dort wurde zuerst der Diktator (dargestellt von Fabian Bolli) von der Revolution gestürzt. Im Anschluss folgten ein Wochenrückblick und Auszeichnungen besonderer Maturanden: Wer ist die fröhlichste Schülerin? Wer hatte die meisten Absenzen? Wer den grössten Bizeps? Und als krönenden Abschluss gab’s einen Sketch der Lehrer und der Schulleitung zum Thema Macht. Da wurden die Pausen gestrichen, das Kantifest ins St. Johann verlegt und die Projektwoche in die Weihnachtsferien. Auch hier musste es die Revolution richten.
Nach dem wilden Finale folgt nun die Matura, die Reifeprüfung. Statt gegen das System wird nun nur noch mit dem Lernstoff gekämpft. Rektor Pasquale Comi wünschte den Maturanden in der Schlussrede «viel Glück und Erfolg».



Wasser und Mehl als Waffen: Die Maturanden der Kantonsschule machten bei der Inszenierung ihrer Willkürherrschaft keine halben Sachen.
Bild Anna-Barbara Winzeler