Vorschläge für die Zukunft der Brauerei Falken

Schaffhauser Nachrichten
Beni Muhl

«Eigentlich habe ich Bier ja gar nicht gerne», sagt Josua Sommer und lacht. Trotz seiner Abneigung gegen den Gerstensaft hat er sich im Rahmen seiner Maturaarbeit mit dem alkoholischen Getränk aus Hopfen und Malz auseinandergesetzt. Für Sommer war das aber nicht weiter schlimm, denn es ging in seiner Arbeit um den wirtschaftlichen Aspekt der Brauerei Falken AG und nicht ums Biertrinken. Die Idee zu seiner Abschlussarbeit kam Sommer daheim am Küchentisch. «Meine Familie und ich diskutieren zu Hause sehr gerne über Wirtschaftsthemen», so Sommer. Der Maturand wollte wissen, wo sich die Grenzen des Wachstums bei der Brauerei Falken befinden. Dazu analysierte er die Wachstumsstrategie der Brauerei der letzten Jahre. «Ich habe zuerst untersucht, wie es der Firma zurzeit wirtschaftlich gerade geht», erklärt Sommer. Mit den Daten der Brauerei zeigt er die Verlagerung des Absatzmarktes von der Gastronomie zum Detailhandel auf. Wurden im Geschäftsjahr 2011/2013 noch 55 Prozent des Umsatzes in der Gastronomie umgesetzt, waren es im Folgejahr noch 53 Prozent. Im gleichen Zeitraum konnte hingegen der Anteil des Umsatzes im Detailhandel von 42 auf 43 Prozent gesteigert werden. Für Sommer sind die Gründe klar: Er macht das Rauchverbot und die Promillegrenze beim Autofahren für die Verlagerung des Absatzes in den Detailhandel verantwortlich. Die Stammtischkultur würde unter den Regelungen leiden, was sich schliesslich auch bei den Zahlen des Unternehmens bemerkbar machen würde.

**Drei Ansätze für mehr Wachstum**
Im Hauptteil seiner Arbeit stellt Sommer selber eine Wachstumsstrategie für die Brauerei auf. Aufgrund seiner eigenen Analyse zur aktuellen wirtschaftlichen Lage der Brauerei und einem Interview mit Esther Stolz, Mitglied des Verwaltungsrats der Brauerei Falken AG, hat er drei Ansätze heraus gearbeitet, die der Brauerei zu mehr Wachstum verhelfen würden. Die Dosenabfüllanlage, die im Jahr 2012 in Betrieb genommen wurde, könnte mit durchgehend zwei oder sogar drei Arbeitsschichten betrieben werden, statt wie bisher nur teilweise zweischichtig. Ausserdem gäbe es die Möglichkeit, das Falkenbier in den Nachbarkantonen bekannt zu machen und dort mehr Umsatz zu generieren. Schliesslich sieht Sommer für die Brauerei Falken noch die Option, das Bier für andere Brauereien mit deren Rezept zu brauen.
Im letzten Teil der Arbeit untersucht er den ethischen Aspekt des Wachstums der Brauerei. Das Hauptproblem seien vor allem die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gefahr des Bieres als Suchtmittel.


Zur Person
**Josua Sommer**
Alter: 19 Jahre
Wohnort: Schaffhausen
nach der Matura: Sprachaufenthalt in der Dominikanischen Republik, danach Betriebswirtschaftsstudium an der Hochschule St. Gallen (HSG)
Titel der Maturaarbeit: «Die Grenzen des Wachstums – Fallstudie an hand der Brauerei Falken AG»
Fachbereich: Wirtschaft und Recht



Wie könnte die Brauerei Falken AG noch weiter wachsen? – Josua Sommer hat in seiner Maturaarbeit eine Wachstumsstrategie für das Unternehmen ausgearbeitet.
Bild Beni Muhl