Schaffhauser Nachrichten
(ek)
Wo sollen beim Staatshaushalt 40 Millionen eingespart werden? Zurzeit läuft die Suche nach Einsparmöglichkeiten. Doch diese spielt sich nicht im stillen Kämmerlein ab, viele Mitarbeitende in der kantonalen Verwaltung, in den Schulen und im Spital sind bei dieser Suche miteinbezogen, was zur Folge hat, dass in einzelnen Fällen bereits heute durchsickert, wo der Sparhebel angesetzt werden soll.
Exemplarisch dafür ist die Kantonsschule. Diese bekam offenbar vom Erziehungsdepartement den Auftrag, 10 Prozent ihres Budgets von rund 16 Millionen Franken einzusparen. Die Schulleitung präsentierte umgehend Sparvorschläge, bezog aber sowohl Lehrer- wie Schülerschaft mit ein und versorgte sie mit den entsprechenden Zahlen. Wenig überraschend, gelangten diese zu einem Kantonsrat, der sich am Montag prompt darüber beklagte, dass Kantilehrer und -schüler mehr über die Sparanstrengungen an ihrer Schule wüssten als die Volksvertreter. «Auf der einen Seite Informationsembargo, auf der anderen basisdemokratische Diskussion von Einzelmassnahmen. Diese Diskrepanz empfinden wir als skandalös und fordern die Regierung auf, endlich mit dem Versteckspiel aufzuhören und die Nebel um das Sparprogramm 14 zu lichten», erklärte Werner Bächtold (SP, Schaffhausen) im Rat (siehe SN von gestern). Aufgrund der Zahlen der Schulleitung hat die Schülerorganisation (SO) der Kanti bereits Stellung zu den Sparvorschlägen bezogen. Sie kritisiert diverse Massnahmen, so den Halbklassenunterricht erst ab 18 Schülern («Je grösser die Halbklassen werden, desto mehr verspielt man die markanten Vorteile des Halbklassenunterrichts»), den Zweier-Unterricht im Instrumentalunterricht («Im Zweierunterricht kann viel weniger auf den einzelnen Schüler eingegangen werden, und das Finden von zwei Schülern auf gleichem Niveau wird sich wohl schwierig gestalten») oder die Kostenbeteiligung der Schüler am 2. und 3. Freifach («Eine Frechheit – es kann nicht sein, dass Schüler und Schülerinnen mit mehr Geld im Vorteil sind! Bildung soll für alle gleich erschwinglich sein, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern!»). Die SO befürchtet, dass durch einen Leistungsabbau an der Kantonsschule das Bildungsniveau sinkt. Sie hält fest: «Wir als Schülerorganisation und Vertretung der Schülerschaft sind mit diesen vorgesehenen Sparmöglichkeiten, die uns in unseren Bildungsmöglichkeiten stark einschränken und uns so den Zugang zu weiterführenden Schulen massiv erschweren, ganz und gar nicht einverstanden und werden die Einsparungen in der Bildung nicht kommentarlos über uns ergehen lassen. Wir hoffen hierbei auf die Unterstützung aller Bürger und Bürgerinnen unseres noch bildungsstarken Kantons!»