Gladiatorenkampf an der Kanti

Schaffhauser Nachrichten
von Katja Meier

Seit Montag wird den Schülern und Lehrern der Einlass zur Kanti erschwert. Jeden Morgen stehen die Schüler vor dem Haupteingang Schlange, denn sie müssen alle durch eine sogenannte Zeitmaschine. Mit einer Nebelmaschine und Lichteffekten werden sie ins Zeitalter der Antike geschickt. Wer sich wehrt, bekommt ohne Erbarmen einen dicken Stempel mit der Aufschrift «Sklave» ins Gesicht. Ist man dann endlich im Schulgebäude drin, laufen einem Gestalten wie Gladiatoren, Sklaven, römische und griechische Götter, Statuen und andere antike Persönlichkeiten über den Weg.

**Gladiatorenkampf und Skalpieren**
In der grossen Pause und über Mittag haben sich die Maturandinnen und Maturanden des Organisationskomitees verschiedene Veranstaltungen überlegt. Etwa Theaterspiele mit den griechischen und den römischen Göttern oder Wagenrennen. Zudem wurden unartigen Schülern die Haare geschoren. Für die grosse Pause von gestern haben sich die OK-Mitglieder ein ganz bestimmtes Thema überlegt: einen Gladiatorenkampf. Im Lichthof des neuen Kantigebäudes wurde die Arena für die kämpfenden Krieger aus Matten, Schwedenkästen und Bänken aufgestellt. Auf der Bank balancierend lieferten sich die Schüler von der 1. bis zur 3. Klasse, ausgestattet mit Schwimmnudeln, Duelle. Auch die Lehrer wurden von dieser Aktion nicht verschont. Deutschlehrer Roger Staub errang sogar einen tapferen Sieg gegen einen Schüler. Nicht nur die Jungs kämpften, auch die Mädchen mussten mit den Schwimmnudeln gegeneinander antreten. Kantonsschulrektor Urs Saxer schien sehr zufrieden zu sein mit der Umsetzung des diesjährigen Maturstreichs. «Es ist überraschend, dass die Werte der Antike für die Schüler eine so hohe Bedeutung haben», sagte Saxer.

**Eine grosse Überraschung**
Morgen Donnerstag steigt dann das grosse Finale des Maturstreichs. Am letzten Tag vor den Prüfungen lassen die Viertklässler noch einmal so richtig die Sau raus. «Wir haben uns für den Abschlusstag etwas ganz Besonderes ausgedacht», sagt Klara Brütsch vom Maturstreich-OK, «dieses Jahr wird die Feier etwas anders ablaufen.» Die jüngeren Schülerinnen und Schüler wissen noch nicht, was morgen auf sie zukommen wird. Aber eins ist gewiss: Niemand wird verschont.

**Ein letztes Mal Blödsinn machen**
Der Maturstreich wird an vielen Gymnasien und Fachmittelschulen in der Schweiz durchgeführt. In Schaffhausen findet er immer in der Woche vor den schriftlichen Maturprüfungen statt. Ziel des Streichs ist es, dass die Schüler noch ein letztes Mal Blödsinn machen können, bevor dann der Ernst des Lebens beginnt. Grössere Zwischenfälle hatte es laut Urs Saxer glücklicherweise diese Woche noch keine gegeben.



Am Maturstreich mussten einige Kantischüler in der Gladiatorenarena ihre Kräfte unter Beweis stellen. Auch die Lehrer wurden nicht verschont.
Bild Simon Brühlmann



Haare ab hiess es für den Kantischüler Nino Storrer (sitzend). An Ideen fehlte es dem Organisationskomitee des Maturstreichs, der diese Woche an der Kanti Schaffhausen stattfindet, nicht. Seit Montag befinden sich die Maturandinnen und Maturanden in der Welt der Antike, bevor sie sich dann am Freitag den schriftlichen Abschlussprüfungen widmen. Die Abschlussklässler versuchen in den manchmal tristen Schulalltag ein bisschen Witz reinzubringen. Wie auch hier auf dem Bild: Die unartigen jüngeren Schüler, wie Nino Storrer, wurden von den Maturanden David Gasser (mit Rasierer) und Marco Walter (im Rock) mit einer Kopfrasur bestraft.
Bild Katja Meier