Lehrreicher Tag im Grünen

Schaffhauser Nachrichten
von Daniel Jung

Löst man Harz von Bäumen in Alkohol auf, so lässt sich ein wirksames Desinfektionsmittel herstellen. Brot, Bier oder Antibiotika: All dies gäbe es ohne nützliche Pilze nicht. Und der Amerikaner Joseph Cox erfand die Kette der Kettensäge, nachdem er die Funktionsweise von Kiefern verschiedener Wald-Käfer studiert hatte.
All dies und noch viel mehr erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen der Kantonsschule Schaffhausen gestern am Posten von Martin Bolliger von der Fachstelle Naturschutz des Kantons Schaffhausen. «Natur-Inspirationen» lautete der Titel dieser einen von insgesamt fünf Stationen im Eschheimertal, welche die mehr als 160 Schülerinnen und Schüler im Laufe des Tages besuchten. Susanne Gatti, Leiterin des kantonalen Planungs- und Naturschutzamtes, sprach im Gelände über Fragen der Raumplanung. André Moritz, stellvertretender Forstmeister der Stadt Schaffhausen, erläuterte vor Ort die ökologischen Vernetzungsprojekte, wobei etwa mit Hecken verschiedene Lebensräume verbunden werden.

**Die Herkunft der «Unkenrufe»**
Herbert Billing, Leiter Naturschutz beim Kanton, sprach über Amphibien und ihre verletzliche, meist feuchte und teilweise giftige Haut. Er hatte in der Nacht zuvor für die Schüler unter anderem eine Kreuzkröte, einen Laubfrosch und einen Feuersalamander eingefangen. Vom Computer spielte Billing die eigentümlichen Laute der Gelbbauchunken ab und erklärte so die Herkunft des Begriffs «Unkenrufe». Er erwähnte auch, dass die in der Schweiz verloren gegangenen Lebensräume in Überschwemmungsgebieten von Flussläufen durch Biotope in Kiesgruben teilweise ersetzt werden können.

**Urwälder nachahmen**
Kantonsforstmeister Bruno Schmid sprach bei einem Waldspaziergang über das Prinzip des Dauerwalds. «Unser Ziel ist es, jeden Baum bis zur optimalen Dicke wachsen zu lassen», sagte er. Dies dauere bei Eichen etwa 130 Jahre – sechs Generationen von Förstern. Kahlschläge werden im Dauerwald vermieden. Ziel ist es, im bewirtschafteten Forst die natürliche Struktur von Urwäldern nachzuahmen. Zur Mittagspause grillierten die Biologielehrer, die den Tag der Ökologie organisiert hatten, am Eschheimerweiher Brat- und Vegiwürste. Die Stimmung unter den Schülern war ausgezeichnet. «Martin Bolliger gab uns viele praktische und fantasievolle Tipps, zum Beispiel welche Kräuter gegen Fieberbläschen helfen», sagte Amon Rether. «Uns macht es Spass, einen Tag nicht im Schulzimmer, sondern in der Natur zu verbringen», erklärten Nadine Schlatter und Michèle Fuhrer. «Das ist etwas Besonderes.»