Schaffhauser Nachrichten
von Anne Gross
Keine lautstarken Diskussionen, wie man es von den täglichen Redaktionssitzungen des Teams der «Schaffhauser Nachrichten» gewohnt ist, sind beim Betreten des Schulungsraumes an der Vordergasse zu hören. Eher ein zurückhaltendes Flüstern, das von leisem Tastaturschreiben sogar noch übertönt wird.
Die acht Kantischüler halten sich noch etwas zurück. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Projektwoche der Kantonsschule Schaffhausen sind sie diese Woche bei den SN und schnuppern in den Journalistenarbeitsalltag hinein. Untätig bleiben sie dabei nicht. In einer Beilage der SN werden Ende Woche ihre Artikel zum Thema «Generation iPhone» erscheinen.
Regine Frey, Deutschlehrerin an der Kantonsschule Schaffhausen, ist die Initiatorin des Projektes und schon zum fünften Mal mit ihren Schülern im Rahmen der Projektwoche in der Redaktion der «Schaffhauser Nachrichten». «Dieses Jahr ist es das erste Mal, dass wir das Thema schon vorgegeben haben. Zuvor hatte ich die Themenwahl immer den Schülern überlassen, oder wir haben uns gemeinsam auf etwas geeinigt», sagt Frey. Die Deutschlehrer Anja Kükenbrink und Wolfgang Behschnitt unterstützen Frey dieses Jahr zum ersten Mal. «Ich war natürlich sofort begeistert von diesem Projekt», sagt Kükenbrink. «Das intensive Schaffen an Text und Sprache fasziniert mich von Berufs wegen sowieso, aber in diesem journalistischen Umfeld ist es natürlich doppelt spannend», sagt Behschnitt. Die drei Lehrer haben sich schon vor den Frühlingsferien mit den teilnehmenden Schülern und Sandro Stoll, dem stellvertretenden Chefredaktor der SN, getroffen und schon einiges vorbereitet. So hat das Interview mit dem Zürcher Hochschulprofessor für Angewandte Psychologie, Daniel Süss, schon stattgefunden.
Die Schülerin Christiane von Stegmann hat zum Projektthema «Generation iPhone» einen Selbstversuch durchgeführt: eine Woche ohne Facebook und ohne Smartphone. Für einige sicher eine unvorstellbare Vorstellung, nicht so für Christiane. «Als Herr Stoll diesen Vorschlag gebracht hat, dachte ich mir, das versuche ich mal», sagt von Stegmann. Eigentlich sei es gar nicht so schlimm gewesen, sagt die Schülerin. «Ich hatte plötzlich viel mehr Zeit für alles», sagt sie. Die Hausaufgaben seien ohne Handy auch schneller erledigt gewesen, erinnert sie sich.
Bei der ersten, fast eineinhalbstündigen Sitzung am Montagnachmittag blühten die Schüler im Gespräch mit Sandro Stoll richtiggehend auf.
Die verschiedenen Artikel wurden von den jeweiligen Gruppen vorgestellt, und der Profi machte Verbesserungsvorschläge gab und journalistische Tipps. Auch Stoll selbst konnte sich fast nicht mehr von den Schülern losreissen. «Das war jetzt wirklich sehr spannend für mich», bemerkt der gestandene Journalist.
**Ein vielfältiges Angebot**
Nicht zu vergessen sind die andern laufenden Projekte. Auch dieses Jahr wird den Schülern wieder eine Vielzahl von Projekten vorgeschlagen.
22 Projekte wurden von den Lehrern vorbereitet, 18 davon kamen zustande. Wer ein bisschen weiter wegwollte als «nur» bis in die SNRedaktion, hatte die Möglichkeit dazu. Ob eine Reise nach Barcelona im Rahmen des Schwerpunktfaches Spanisch oder in London der englischen Literatur auf der Spur sein, Rom entdecken oder im Oberengadin die Natur erforschen, das alles ist möglich. Aber auch die Projekte in Schaffhausen waren begehrt.
Die Technikwoche, die schon zum fünften Mal stattfindet, wird von Prorektor Georg Keller angeboten. «Eines der Highlights dieser Woche ist sicher der Besuch bei dem Grosskonzern Bosch, wo die Schüler praktische Eindrücke sammeln können, die sie dann in den Workshops anwenden müssen», sagt Keller.