Schaffhauser Nachrichten, Region
(fep)
Gestern Nachmittag hiess Urs Saxer rund ein Dutzend neue Schüler aus Alicante an der Kantonsschule Schaffhausen willkommen. In seiner Begrüssung betonte er, dass zentraler Punkt dieses Projekts der Austausch und der Kontakt mit Schülern und Schülerinnen aus Spanien und der Schweiz sei. «Woran es in der Welt besonders fehlt, ist Völkerverständigung», sagte Urs Saxer und dafür würden sich besonders in der Schweiz viele Möglichkeiten bieten. So solle der Austausch auch nicht bloss touristischer Natur sein, sondern das ermöglichen, wofür Reisen an sich steht: Den Horizont erweitern, neue Kulturen kennenlernen und Gespräche und Austausch ermöglichen. Rosa Maria Silva, Spanischlehrerin an der Kantonsschule, ging vertieft auf die Ziele dieses Programms ein. Diese seien nicht nur der Spracherwerb, sondern es soll ein reges Gespräch stattfinden und zudem solle aber auch die Möglichkeit gegeben werden, sich über Ängste und Befürchtungen auszutauschen. Eine «totale Immersion» in eine neue und fremde Kultur sei das Ziel.
Während der Projektwoche hatten die Schüler der Spanischklasse aus Schaffhausen selbst die Möglichkeit, dieses Eintauchen während einer Woche in Alicante umzusetzen. Auf diese Weise lernten die Schaffhauser, Kultur, Essen und Sprache in einem authentischen Umfeld kennen und lieben. Nun sind die Schüler aus Spanien dran, eine Woche in der zugeschneiten Schweiz zu verbringen. Dabei werden sie an der Kanti vor allem die verschiedenen Fremdsprachenlektionen und die Sportstunden besuchen. Denn keiner der spanischen Schüler kann bisher deutsch. Dass die Schüler nun ebenfalls eine Woche hier in der Schweiz verbringen können, ist aufgrund der Krise keine Selbstverständlichkeit.
**Krise auch in Spaniens Schulen**
Denn die Krise in Spanien geht vor allem auf Kosten der jungen Generation. Auf die Frage, wie sich die momentane Lage auf den Schulalltag auswirke und wie sie mit den Nöten und Ängsten umgingen, berichteten Esteban Chirino und Sara Ripoll, beide Schüler aus Alicante, dass an spanischen Schulen schon keine Kopien mehr im Unterricht verteilt würden, die Trams nicht mehr fahren und es oft zu Strom- und Wasserausfällen käme. «Die Lebensqualität ist allgemein einfach besser in der Schweiz», fügte Sara Ripoll noch hinzu. Nur die Menschen seien hier in der Schweiz oft viel zurückhaltender und ruhiger als in Spanien. Beide berichteten weiter, dass sie vorhätten, später einmal auszuwandern, wie es viele weitere hochqualifizierte Hochschulabgänger Spaniens derzeit tun.
Schüler aus Spanien und der Schweiz toben im Schnee.
Bild Felix Palm