Krönender Abschluss des SIA-Jubiläumsjahres

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhasuen
Roland Brühwiler

Mit einem dreiteiligen Fest haben die Mitglieder des SIA Schaffhausen am Samstagabend das 100-Jahr-Jubiläum des Vereins gefeiert. Nach zwei kulturellen Teilen in den Hallen für Neue Kunst und im Haberhaus fand der offizielle Festakt mit Reden und Nachtessen im Park Casino Schaffhausen statt. Dabei überbrachte Regierungsrat und Baudirektor Reto Dubach seine besten Wünsche: «Der SIA bürgt für Qualität. Damit gleichen sich die Interessen, denn auch die Regierung will Qualität erreichen.» Gute Bauten und damit eine gute Infrastruktur seien sehr wichtig. Dubach sprach auch drei grosse Herausforderungen an, die in nächster Zeit noch häufiger auf die Architekten und Ingenieure zukommen würden: die Raumentwicklung, die Zersiedelung und der Energieumstieg, bei dem die Energieeffizienz von Gebäuden immer wichtiger werde. Der Präsident SIA Sektion Schaffhausen, Daniel Schmid, will eine bessere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erreichen: «Wir haben uns in den letzten Jahren zu schlecht verkauft.» Die Sektion Schaffhausen des SIA werde sich weiterhin in der Gesellschaft und der Politik einbringen. Er stiess sodann mit den 80 anwesenden Mitgliedern auf die nächsten 100 Jahre an. Der Generalsekretär des SIA, der Schaffhauser Hans-Georg Bächtold, fasste die Geschichte des SIA kurz zusammen – der Mutterverein hat dieses Jahr nämlich mit 175 Jahren auch ein Jubiläum gefeiert. Zu den Herausforderungen zählt Bächtold auch die Ausbildung: «In der Schweiz fehlen zurzeit 15 000 Ingenieure.» Nachdem die Sektion Schaffhausen des SIA schon das ganze Jahr hindurch vermehrt in die Öffentlichkeit getreten war, war der Festakt am Samstag nun der krönende Abschluss des Jubiläumsjahres des Berufsverbandes der Bereiche Bau, Technik und Umwelt.

**Spezielle Vorlesung von Donogood**
Losgegangen war das Jubiläumsfest am Nachmittag mit Gruppenführungen in den Hallen für Neue Kunst. «Gerade Architekten sind ja auch Künstler», erklärte Daniel Schmid. Sie hätten aber auch kritische Fragen gestellt, was zu Diskussionen geführt habe. Den zweiten Teil des Festaktes bildete ein Apéro im Haberhaus mit einer speziell auf den Anlass zugeschnittenen Vorlesung des Trios Donogood. Raphael Burri, Rolf Strub und Walter Millns unterhielten dabei das Publikum blendend. SIA-Mitglieder und Donogood hätten eine Gemeinsamkeit, bemerkte Strub zu Beginn: «Wir möchten das Publikum unterhalten, ihr schafft Liegenschaften, die es zu unterhalten gilt.» Besonders viel Applaus bekam die Nummer, in der Gott Noah den Auftrag gab, eine Arche zu bauen, da er die Erde nochmals zerstören wollte. Noah schaffte es aber nicht, denn er hatte seine liebe Mühe mit streikenden Handwerkern, der Unmöglichkeit des Imports libanesischer Zedern und dem Tierschutzgesetz. Gott sah dann von seinem Vorhaben ab. Denn: «Das schafft schon eure Verwaltung.» Dass das Bauwesen tatsächlich immer komplizierter werde und Vereinfachungen geschaffen werden müssten, bemerkte auch Reto Dubach in seiner Festrede. Beim Nachtessen im Park Casino hatten die Mitglieder dann genügend Zeit, sich untereinander auszutauschen und das Jubiläum richtig zu feiern.



Hans-Georg Bächtold, Daniel Schmid und Stefan Cadosch, Präsident SIA Schweiz, freuen sich über das 100-Jahr-Jubiläum der Sektion Schaffhausen des SIA.
Bild Selwyn Hoffmann