40 Jahre Heimatvereinigung Buch-Hemishofen-Ramsen: Säge Buch und weiteres Kulturgut erhalten

Schaffhauser Bock, Unsere Gemeinden
Daniel Thüler

Wenn man die Biberbrücke am Dorfein­gang von Buch überquert, sieht man kurz darauf auf der linken Seite einen schmu­cken historischen Holzschopf. Es handelt sich um die Säge Buch, die 1786 gebaut wurde und war bis im 1899 in Betrieb stand. Danach verlotterte sie zunehmend und drohte zusammenzubrechen.

**Vom Zerfall gerettet**
1973 wurde die Säge Buch schliesslich gerettet. Der Eigentümer, Ernst Brütsch-Geier, verkaufte sie an die Heimatverei­nigung Buch-Hemishofen-Ramsen, die ein Jahr zuvor gegründet wurde und sie restaurieren wollte. Als 1975 das Europäische Jahr für Heimatschutz und Denkmalpflege stattfand, wurde die Säge Buch SH zu einem der Pilotobjekte des Kantons Schaffhausen erkoren. Beiträge von Bund, Kanton, Gemeinden, Vereini­gungen und Privaten ermöglichten eine umfassende Renovation des Gebäudes, den Nachbau des ehemaligen Wasserra­des, die Installation eines alten Getriebes und einer typischen Einfachgangsäge. Von 1977 bis 1979 wurde zudem im Un­tergeschoss eine Hanfreibe aufgebaut. Als Buch 1980 das 900-Jahre-Jubiläum feierte, konnte sogar Geld aufgetrieben werden, um einen geschlossenen Was­serkreislauf zu erstellen, der den Antrieb des Schaufelrades mit Wasser ermög­lichte.
Die Säge Buch wird jeweils am SlowUp öffentlich vorgeführt und auch private Führungen, allenfalls kombiniert mit ei­nem Apéro sind möglich.

**Kulturgüter für Zukunft bewahren**
Die Heimatvereinigung Buch-Hemisho­fen- Ramsen wurde 1972, also vor genau 40 Jahren, von Dr. Herbert Brütsch ge­gründet. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die Liebe der Bevölkerung zur engeren Heimat zu wecken und das Verständnis der Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft zu retten. Jährlich wird ein Vor­trag sowie ein interessanter Ausflug für die fast 200 Mitglieder organisiert. Auch werden immer wieder Ausstellungen rea­lisiert, um der Schuljugend Einblick in die frühere Wohn- und Arbeitswelt zu geben.

**Flohmarkt Ende Juni**
Die Heimatvereinigung pflegt auch ei­ne umfangreiche Sammlung von selten gewordenen Kulturgütern. «Viele die­ser Gegenstände sind im Hinterhaus des Museums Lindwurm in Stein am Rhein ausgestellt», erklärt Arthur Meister, seit 24 Jahren Präsident der Heimatvereini­gung. «Ursprünglich wollten wir ein eige­nes Dorfmuseum im Anker-Schulhaus in Ramsen betreiben, sahen aber davon ab, da es fraglich ist, ob genügend Besucher kommen. Die Ausstellungsgegenstände würden nur verstauben.» Viel Sammelgut besitzt die Heimatverei­nigung mehrfach. «Wir führen deshalb am Samstag, 23. Juni 2012, in Ramsen einen grossen Flohmarkt durch, wo die nicht mehr gewollten Sammelstücke ver­kauft werden», sagt Meister.

**Vermehrt auf Film setzen**
Die Heimatvereinigung will künftig ver­mehrt auf filmische Dokumente setzen. «Dokumentarfilme sind eine tolle Mög­lichkeit, heutiges Wissen in die Zukunft zu überführen», sagt Arthur Meister. «Man muss heute filmen, was morgen Vergangenheit ist.» Der Aktuar Hansueli Holzer hat bereits einen Film über 40 Jah­re Heimatvereinigung zusammengestellt. Uraufgeführt wurde dieser an der Jubilä­ums- GV im März.



Die historische Säge von aussen.


Die Säge von 1786, die von der Heimatvereinigung Buch-Hemishofen-Ramsen gerettet wur­de, ist die Attraktion in Buch.

Bilder: Daniel Thüler