Aufbruch in unerforschte Welten

Schaffhauser Nachrichten Schaffhausen/Neuhausen
Daniel Jung

Bereits am Montag war auf dem Pausenplatz der Kantonsschule ein UFO gelandet. Allerdings wurde aus Sicherheitsgründen von der Alien-Kontrollbehörde «Men in Black» ein Zelt um das Flugobjekt herum errichtet. Diese ausserirdische Ankunft hatte in der Kanti einige Unruhe hervorgerufen, waren doch seither auf dem Gelände zahlreiche Reporter unterwegs, dargestellt von Maturandinnen und Maturanden. Ebenfalls trat eine Hippie-Sekte auf den Plan, die in der Ankunft des Raumschiffs entweder das Ende der Welt oder den Anfang einer intergalaktischen Umarmung erkannte. Daneben lieferten sich die in schwarze Anzüge gekleideten und mit Sonnenbrillen und Laserpistolen ausgerüsteten «Men in Black» und die verschiedenen ausserirdischen Lebensformen wilde Wasserpistolenschlachten.

Kostümierte Kantischüler
In ihrer letzten offiziellen Schulwoche vor den Prüfungen gehen die Schülerinnen und Schülder der vierten Kantiklassen traditionell verkleidet in den Unterricht – sofern sie diesen überhaupt noch besuchen. Gestern gipfelte ein solches Kostümspektakel wieder einmal in einem unterhaltsamen Anlass für die ganze Schule, der sich nach anfänglichen Spässen und Kapriolen in den Schulhäusern hauptsächlich in der grossen Dreifachturnhalle auf dem Munot abspielte. Dort mussten die unteren Schulklassen jeweils einen thematisch passenden Beitrag vorführen. Die Klassen des sprachlichen Profils hatten eine Weltraumversion des Märchens vom bösen Wolf und den sieben Geisslein ohne Worte darzustellen. Die Schüler des musischen Profils hatten die Aufgabe erhalten, einen Rap zur Kommunikation mit den Ausserirdischen zu erarbeiten – leider waren diese Darbietungen mehrheitlich kaum zu verstehen, sei es wegen der Akustik in der Halle oder der fehlenden Koordination der Sprechsänger. Als humoristischen und obszönen Höhepunkt waren die Klassen des naturwissenschaftlichen Profils angehalten worden, ein Verhütungsmittel für Aliens zu entwickeln. Diese abstrusen Instrumente präsentierten die Gruppen unter grossem Gelächter vor ihren Mitschülern. Ebenfalls wurde in der Halle der «goldene Erstklässler» gewählt – diese Ehre fiel Dilan Rama zu. Neben der «schwärzesten Raucherlunge» wurde auch das beliebteste Kanti-Pärchen ausgezeichnet – hier erhielten Nadine Frei und Alexander von Stegmann am meisten Applaus. Zuvor hatte hatte jedoch Rektor Urs Saxer mit pinkfarbener Perücke und heliumerhöhter Stimme den unteren Klassen erklärt: «Der normale Schulalltag geht um 13 Uhr weiter.»



Ein junger Mann mit Schädelmaske und die vier Maturandinnen Irina Lerch, Isabelle Kohler, Jessica Huber und Yvonne Burger gestern Vormittag am Maturstreich.
Bild Selwyn Hoffmann