Schon wenig Alkohol kann Krebsrisiko steigern

Schaffhauser Nachrichten, Von Tag zu Tag
(dpa)

Eine eben veröffentlichte europäische Untersuchung weist darauf hin, dass schon kleine Mengen regelmässig konsumierten Alkohols die Gefahr von Krebs deutlich erhöhen. «Unsere Daten zeigen, dass viele Krebserkrankungen hätten vermieden werden können, wenn der Alkoholkonsum auf zwei Getränke täglich bei Männern und ein Getränk täglich bei Frauen beschränkt worden wäre. Das sind die Empfehlungen vieler Gesundheitsorganisationen», erläutern die Autoren der Studie. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der neuesten Ausgabe des «British Medical Journal». Die Grenzmenge liegt demnach bei 24 Gramm Alkohol pro Tag für Männer und 12 Gramm für Frauen. Das entspricht etwa eineinhalb Flaschen Bier für Männer und einem kleinen Glas Weisswein für Frauen.
360 000 Probanden nehmen teil
Laut Studie ist derzeit jede zehnte Krebserkrankung bei Männern und eine von 33 bei Frauen durch Alkoholkonsum zumindest begünstigt. Dabei geht es um bösartige Tumore in der Mund- und Rachenhöhle, an den Stimmbändern und in der Speiseröhre sowie um Darm- und Leberkrebs. Die Untersuchung ist Teil einer Langzeitstudie in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs (European Prospective Investigation of Cancer). Daran nehmen etwa 360 000 Probanden aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Grossbritannien, den Niederlanden, Griechenland und Dänemark teil. Die Studie war in den 1990er-Jahren begonnen worden. «Die Menschen trinken heute sogar noch mehr, und das könnte dazu führen, dass noch mehr alkoholbedingte Krebserkrankungen auftauchen», sagte Autorin Naomi Allen von der Universität Oxford.