Schaffhauser Nachrichten, Klettgau / Reiat
Hans-Caspar Ryser
Wie für so viele Gegenstände und Zeugen vergangener Zeiten, welche er liebevoll gehegt, gepflegt und ausgestellt hat, sei die Zeit als Museumsverwalter für ihn nun endgültig abgelaufen. In all den Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit habe er nun genug für die Allgemeinheit geleistet.
So resümiert ein etwas nachdenklicher Hans Wäschle, seit dem Jahr 2000 engagierter Museumsverwalter von Beringen, die Beweggründe für seinen Rücktritt. Mit 69 Jahren habe er zudem ein Alter erreicht, wo man ohne schlechtes Gewissen etwas kürzertreten könne.
**Aus Interesse an der Geschichte**
Bereits während seiner Zeit als Reallehrer habe er stets ein grosses Interesse an lokalhistorischen Zusammenhängen und der Archäologie gehabt. Aus dieser Affinität für die Ortsgeschichte heraus habe er damals im Jahr 2000 spontan zugesagt, als Rita Rahm, Schwiegertochter des Museumsgründers Ewald Rahm, ihn um Unterstützung im Ortsmuseum bat. Als er dann im Jahr 2002 zum Ortsmuseumsverwalter und Museumsführer ernannt worden sei, habe er den Bettel beinahe hingeschmissen, nachdem ihm eröffnet worden war, dass das Museum zum Bersten voll und keine Erweiterung möglich sei.
**Etwas aufbauen statt verwalten**
Erst als der Museumsverein die Gelegenheit erhielt, das Nachbargebäude ebenfalls zu Museumszwecken zu nutzen, sah Wäschle die Stunde gekommen, etwas Neues aufzubauen, statt nur Bestehendes zu verwalten, auch wenn seine ehrenamtliche Funktion so umschrieben war. Und mit Eifer machte er sich daran, das umfangreiche Sammelgut thematisch gegliedert auszustellen und gleichzeitig mit dem Museumsverein zusammen ein Konzept für Sonderausstellungen zu bestimmten Themen auszuarbeiten. In der Folge entstanden Sonderausstellungen zu so unterschiedlichen Themen wie Fasnachtsmasken, Radios aus der Pionierzeit, das Schleitheimer Tram, die Beringer Wirtshäuser, spezielle Hobbys oder Bilder von einheimischen Künstlern. Diese Sonderausstellungen waren gemäss Wäschle in doppelter Hinsicht ein Erfolg: Einerseits liessen sich damit die Ausstellungsgüter zu bestimmten Themen ausbauen, andererseits vervielfachten sich jeweils die Besucherzahlen in Jahren mit attraktiven Sonderausstellungen. So sei beispielsweise im Jahr der Sonderausstellung mit dem Schleitheimer Tram die Rekordzahl von 2000 Besuchern erreicht worden. Im vergangenen Jahr besuchten 754 Personen das Ortsmuseum. Obwohl er seit seinem Rücktritt nicht mehr involviert sei, habe er da-von Kenntnis, dass der Museumsverein in Kontakt mit der DB sei, um die Möglichkeiten einer allfälligen Jubiläumsausstellung abzuklären.
**Ortsmuseum Beringen Entstehung, Entwicklung**
Geschichte
Die Gründung des Ortsmuseums von Beringen geht auf das Jahr 1985 zurück. Doch bereits seit 1928 sammelte der damalige Oberstufenlehrer Ewald Rahm mit seinen Schülern historische Gegenstände aus der Gemeinde.
Ausstellungsgut
Das im Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert der Edlen Hün von Beringen untergebrachte Ortsmuseum beschränkt sich bewusst auf die Kulturgeschichte von Beringen, Löhningen und Guntmadingen. In der 1995 restaurierten Zehntenscheune nebenan sind alte landwirtschaftliche Maschinen und bäuerliches Gerät ausgestellt. Zudem ist im Dachgeschoss ein zusätzlicher Ausstellungsraum untergebracht, und im Erdgeschoss befindet sich ein Archiv.

Besonders stolz ist Museumsverwalter Wäschle unter anderem auch auf die Ausstellung mit Gerätschaften aus der Bronzezeit.
Bild Hans-Caspar Ryser