Schaffhauser Nachrichten, Stein/Diessenhofen
Thomas Riesen
Diessenhofen Idyllisch gelegen sind die beiden Feuerstellen «Mörderbuck» unterhalb der Klinik St. Katharinental. Direkt daneben eine Anlegestelle für Gäste vom Rhein her und auch Wander- und Radweg sind ganz in der Nähe. Kein Wunder, sind die Grillplätze an schönen Tagen sehr begehrt. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Eine der beiden Grillstellen wurde im Frühling verwüstet und wiederhergerichtet. Jetzt ist das gleiche noch einmal passiert – bei beiden Plätzen gleichzeitig. «Wir sind bereit, etwas für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, aber so geht es nicht», sagt Urban Brütsch, Präsident des Forstreviers und in der Bürgergemeinde (sie hat die beiden Feuerstellen gesponsert, die Red.) für den Wald zuständig. Das sei eine «Sisyphos-Arbeit». Und der Revierförster Jakob Gubler ergänzt: «Die Feuerstellen waren solide gebaut, die drei Stützen in Beton gegossen und die Grillroste mit Ketten verbunden. Das hat Kraft gebraucht.»
**Grillroste gestohlen**
Unabhängig davon: Derzeit können beide Grillstellen nicht genutzt werden, denn die Grillroste wurden von den Vandalen gleich mitgenommen. Anzeige erstattet hat bis jetzt jedoch weder Brütsch noch Gubler. «Gegen wenn denn? Das bringt doch nichts», sagt der Revierförster, und auf die Frage, wer es gewesen sein könnte, sagt Brütsch: «Für einen Wanderer oder Velofahrer wäre es wahrscheinlich eher mühsam gewesen einen grossen Grillrost mitzunehmen. Eventuell war es ein Besucher vom Rhein her.» Gleichzeitig wissen er und Gubler aus Erfahrung, dass man mit einer Feuerstelle umso mehr Probleme hat, je besser zugänglich sie ist. Dann werde auch mit dem Auto herangefahren und zum Beispiel das bereitgestellte Holz gestohlen. Das sei bei anderen Feuerstellen beobachtet worden. Andererseits kennen sie diese neue Art von Problemen bei den anderen, grösseren Grillstellen, die sie unterhalten, nicht, weil diese weniger gut zugänglich sind. Es stellt sich also die Frage: Wie weiter? Brütsch und Gubler haben sich im Vorfeld des Gespräches darüber Gedanken gemacht und sind zum Schluss gekommen, das beide Plätze noch einmal schön hergerichtet werden. Sollte es in nächster Zeit jedoch noch einmal zu einem Fall von Vandalismus kommen, werden sie geschlossen. Das bedeutet in der Praxis ein Grillverbot beim «Mörderbuck», denn Grillieren ist im Schaarenwald nur an offiziellen Feuerstellen erlaubt. «Das wäre schade, denn bisher hatten wir hier mit Abfällen nur wenig und sonst gar keine Probleme», sagt der Revierförster.
**Kosten von rund 2000 Franken**
Die Kosten für eine Sanierung der beiden Feuerplätze betragen rund 2000 Franken, schliesslich seien sie bereit, etwas Solides, Schönes zur Verfügung zu stellen. Ergänzend hat Gubler bei der Stadtgemeinde Diessenhofen angefragt, ob sich diese möglicherweise daran beteiligt, und dazu das Gespräch mit Stadtammann Walter Sommer gesucht. Dieser weilt in den Ferien. Stellvertretend sagt der Stadtschreiber Armin Jungi: «Ich könnte mir vorstellen, dass ein solches Gesuch im Stadtrat eine Chance hätte.» Auf die Frage, ob die Stadtgemeinde bei ihren Feuerstellen beim «Tote Maa» und in der Badi ebenfalls schlechte Erfahrungen mit Vandalismus gemacht hat, sagt er: «Das gab es auch schon, ist jedoch eine Weile her. Wir haben eher ein Problem mit dem Abfall.»