Der Falke ist im Coop-Regal gelandet

Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Philipp Lenherr

In der Region Schaffhausen ist das normale Falken-Lagerbier schon lange in den Coop-Filialen erhältlich. Seit mehr als zwei Jahren produziert die Brauerei Falken zudem für Coop alkoholfreies Biobier. Rechtzeitig zu Beginn der Grillsaison ist es der Brauerei nun gelungen, gleich zwei weitere Biere in die Coop-Regale zu bringen.

**Biolagerbier und «Eidgenoss»**
Mitte Mai lancierte Coop das neue Biolagerbier unter dem Label Naturaplan, welches von der Brauerei Falken hergestellt wird und schweizweit im Coop erhältlich ist. Den Hinweis auf die Schaffhauser Brauerei findet der aufmerksame Biertrinker auf der Rückseite der Flasche. Viel eher auf den ersten Blick als Falkenbier zu erkennen ist hingegen der «Eidgenoss», welcher ebenfalls seit Mitte Mai bei Coop in allen grösseren Filialen der Deutschschweiz verkauft wird. Der Falke ist also gleich doppelt in den Coop-Regalen gelandet, vielerorts wahrscheinlich auf der verkaufstechnisch attraktiven Augenhöhe im Regal. «Wir sind wirklich stolz auf die nun ausgebaute Zusammenarbeit mit Coop. Wir sind die einzige unabhängige Brauerei in der Deutschschweiz, die das geschafft hat», so Geschäftsleiter Markus Höfler auf Anfrage. Um das Naturaplan-Biobier liefern zu dürfen, musste die Brauerei zahlreiche Anforderungen erfüllen. «Nötig war zum Beispiel die Bio-Zertifizierung, die wir bereits hatten», so Höfler. Weiter würden Grossverteiler wie Coop zahlreiche Anforderungen an die Produktionsabläufe stellen, die sogenannten «Food Standards». «Wir haben kürzlich zum zweiten Mal die Zertifizierung für den International Food Standard (IFS) erhalten, und das auch noch auf höherem Niveau», so Höfler. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand für eine kleine Brauerei, der sich offenbar gelohnt hat.

**Expandieren – für die Region**
Neben dem Vorstoss in die Coop-Regale hat die Brauerei Falken in letzter Zeit auch andere Anstrengungen unternommen, um neue Absatzkanäle für ihre Gerstensäfte zu erschliessen – mit Erfolg. So schenkt der in Zürich stadtbekannte «Sternen-Grill» beim Bellevue seit wenigen Tagen nur noch Falkenbier aus. Zahlreiche Stadtzürcher und Auswärtige werden dort wohl ihre erste Bekanntschaft mit Falkenbier machen. Und auch am Zürifäscht Anfang Juli wird dieses Jahr einmal mehr Falkenbier ausgeschenkt werden. Die Expansion nach Zürich wird also fortgesetzt, und die Coop-Regale sind erobert – fühlt sich der Falke etwa nicht mehr wohl in seinem angestammten Schaffhauser Horst? Markus Höfler verneint vehement. Viel eher scheint der Falke mehr Platz für Ausflüge zu brauchen. «Schaffhausen ist und bleibt unser Heimmarkt. Es ist auch nicht so, dass unsere Sponsoring-Engagements in Zürich und anderswo auf Kosten der Aktivitäten hier vor Ort gehen», so Höfler. Die teilweise langjährige Unterstützung von Anlässen in der Region soll fortgeführt werden. Die Handballer der Kadetten, die FCS-Kicker und die Kanti-Girls beispielsweise brauchen sich also um eine weitere Zusammenarbeit keine Sorgen zu machen. Mit dem Nordostschweizer Jodlerfest und dem «Festival» auf dem Herrenacker stehen zudem diesen Sommer zwei Grossanlässe auf dem Programm, die von der Brauerei ebenfalls unterstützt werden. «Alle unsere Anstrengungen in diesem Bereich, insbesondere auch die in Zürich, machen wir letztendlich nur für Schaffhausen. Es geht darum, die Zukunft unserer Brauerei und der rund 60 Arbeitsplätze zu sichern», so Höfler. Da die Brauerei in ihrem Heimmarkt bereits einen hohen Marktanteil hat und der Sprung über die Grenze ins «Bierland» Deutschland wenig Sinn machen würde, bleibt Zürich als Expansionsgebiet übrig. Dass durch die erweiterte Zusammenarbeit mit Coop nun auch die schweizweite Präsenz deutlich erhöht werden kann, ist für die über 200 Jahre alte Brauerei natürlich sehr positiv. Von den Coop-Regalen aus werden die in Schaffhausen produzierten Biere ab diesem Sommer noch den Weg zu der einen oder anderen Grillparty finden, die bisher ausserhalb der Reichweite von Falken waren.