Schaffhauser Nachrichten, Region
Daniel Wunderli
Prorektor Thomas Stamm begrüsste gestern Abend in der Aula der Kantonsschule Schaffhausen die 22 Schüler, deren Maturaarbeiten von ihren Betreuern zur Prämierung vorgeschlagen wurden, sowie die zahlreich erschienenen Eltern, Kollegen und Gäste, darunter auch Regierungsrat Christian Amsler. Er berichtete kurz von seinen eigenen Erfahrungen als Verfasser und Betreuer ähnlicher Arbeiten.
Die Preisverleihung eröffnete dann Georg Freivogel von der Buchhandlung Fass, die den Preis für die ausgezeichnete Arbeit im Fachbereich Sprache stiftet. «Es sind nicht die besten Arbeiten, die wir als Jury prämiert haben, sondern jene, die uns am besten gefallen haben», so Freivogel. Einfach habe es sich die Jury nicht gemacht: «Über vier Stunden haben wir in der entscheidenden Sitzung beraten, welche Arbeiten heute prämiert werden sollen.» Den Preis im Fachbereich Sprache erhielt dann Ladina Wunderli für ihre Maturaarbeit über die Planung eines Workshops für den Englischunterricht. Im Fachbereich Naturwissenschaften präsentierte Jakob Walter von der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen zwei Arbeiten. Als Erstes eine Arbeit von Christoph Bohren, der anhand von Videoaufnahmen das Brutverhalten der Mehlschwalben analysierte, sowie die Arbeit von Nicolas Schmid über die umwelttechnischen Aspekte des Holzbaus. Die Preise in diesem Fachbereich wurden von der Firma Cilag finanziert. «Ich komme gleich zur Sache», sagte Peter Scheck vom Historischen Verein und überreichte Katarina Dujmovic den Preis für ihre Arbeit über die Auswirkungen des Jugoslawienkriegs auf die kroatische Stadt Vukovar. Daneben wurde die Arbeit von Sara Wohlwend zur Solarenergie-Nutzung in Deutschland und der Schweiz prämiert. Der von der Bank Wegelin gestiftete Preis in der Kategorie Kunst ging an Anja Leu, die ein Theaterstück mit dem Titel «Irre?» zum Thema Normalität verfasst hat. Für den musikalischen Rahmen sorgte das famose Schülerensemble «Bansemble» unter der Leitung von Andrew Kendrick.
**Maturaarbeiten**
Die nominierten Arbeiten
*Fachbereich Sprachen*
Nora Leutert: «Irrlichtern» – eine Erzählung Valentina Missio: La Sciroccana. Una trasmissione radiofonica in italiano Michaela Tobler, Karin Wäspe: Kinder für Kinder – Ein Theaterprojekt Ladina Wunderli: Creating a Workshop
*Fachbereich Naturwissenschaft und Mathematik*
Christoph Bohren: Mehlschwalben. Analyse des Brutverhaltens mit Hilfe einer Videokamera Anna Ebi: Trüffeln auf dem Südranden Janina Graule: Muttermilch oder Säuglingsnahrung – Was ist das Beste für Mutter und Kind? Elisabeth Güttinger: Ammoniten – Eine stammesgeschichtliche Interpretation der Gattungen Staufenia, Ludwigia und Brasilia Andrin Rohner, Luca Keller: Strömungskanal selbst gebaut. Technische Experimente an Weidlingsmodellen Nicolas Schmid: Mit Holzbau gegen den Klimawandel Deborah Schneider: Neuerhebung von Fledermaus- Gebäudequartieren im Kanton Schaffhausen Bruce Weder: Ernährungstherapie mit chinesischen Kräutern
*Fachbereich Geistes- und Sozialwissenschaften*
Katarina Dujmovic: Vukovar: Werden die Wunden jemals verheilen? Ralph Hartmeier: Erfahrungen aus der Jugendorganisation im Handgepäck – Bessere Chancen im Berufsleben Vera Küng, Carola Schabert: Bombardierung der Stadt Schaffhausen im Zweiten Weltkrieg am Schicksalstag des 1. April 1944 – Entwurf einer Stadtführung Lilith Ritzmann: Sanierungsprojekt «Linth 2000» Bettina Schlatter: Gelähmt! Und dann? Ist Schaffhausen rollstuhlfreundlich? Fabienne Schober: Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bei Kindern – Störungsbild, Problemfeld Schule Sara Wohlwend: Solarenergie-Nutzung in der Schweiz und in Deutschland – Ein Vergleich anhand von Stein am Rhein und Gottmadingen
*Fachbereich Kunst und Sport*
Aline Bürgin: Mara – Wenn das Leben aus den Fugen gerät (Musical) Tanja Griadunova: Russland, meine zweite Heimat Anja Leu: Irre? – Ein Theaterstück zum Thema Normalität
**Maturaarbeiten**
Die prämierten Arbeiten
*Prämiert Fachbereich Naturwissenschaften*
«Mehlschwalben. Analyse des Brutverhaltens mit Hilfe einer Videokamera», so lautet der Titel der ausgezeichneten Arbeit von Christoph Bohren aus Thayngen. Er hat eine Kolonie Mehlschwalben mit der Kamera gefilmt und dabei viel Wissenswertes herausgefunden. Zwei Beispiele: Die Jungvögel vertilgen bis zu 500 Gramm Insekten, bevor sie flügge werden.Wenn Schwalben ihre Jungen füttern, wird das Nest rund 500-mal pro Tag angeflogen.
*Prämiert Fachbereich Naturwissenschaften*
Nicolas Schmid aus Schaffhausen hat sich mit dem Potenzial des Holzbaus im Kampf gegen die Erderwärmung auseinandergesetzt. In seiner Arbeit «Mit Holzbau gegen den Klimawandel» verglich er einen Schaffhauser Kindergarten in Holzbauweise mit einem fiktiven Gebäude aus konventionellen Materialien. Dabei konnte er in detaillierten Berechnungen zeigen, dass der Holzbau weniger Treibhausgase verursacht als herkömmliche Bauweisen.
*Prämiert Geistes- und Sozialwissenschaften*
Katarina Dujmovic aus Schaffhausen hat über die wechselvolle Geschichte der ostkroatischen Stadt Vukovar und die Auswirkungen des Jugoslawienkrieges geschrieben. Ihre Arbeit heisst «Vukovar: Werden die Wunden jemals verheilen?». Weiter hat sie mit sechs serbischen und sechs kroatischen Bewohnern der Stadt Interviews geführt. Die im Titel gestellte Frage konnte sie nicht definitiv beantworten, jedoch macht sie auch Vorschläge, um das Zusammenleben der Volksgruppen zu verbessern.
*Prämiert Geistes- und Sozialwissenschaften*
Die ausgezeichnete Arbeit von Sara Wohlwend aus Ramsen heisst «Solarenergie-Nutzung in der Schweiz und in Deutschland – ein Vergleich anhand von Stein am Rhein und Gottmadingen». Der Maturandin ist aufgefallen, dass es in Gottmadingen speziell viele Sonnenenergie-Anlagen gibt. Die Frage, wie die Situation im Vergleich zur Schweiz aussieht, hat sie in ihrer eigenständigen und originellen Arbeit systematisch untersucht und dabei die unterschiedlichen Fördermassnahmen diskutiert.
*Prämiert Fachbereich Kunst*
An der Theaterarbeit von Anja Leu aus Schaffhausen lobte Laudator Thomas Stamm die saubere Ausführung, sowohl in der Inszenierung wie auch in der schriftlichen Präsentation. Die Arbeit hat den Titel «Irre? – ein Theaterstück zum Thema Normalität». Anja Leu betrieb für ihr selbst geschriebenes Stück grossen Aufwand und inszenierte es packend mit Schulkollegen im Theater Central in Neuhausen. In der Klinik des Stücks werden drei Pfleger durch ihren Alltag an den Rand der Normalität getrieben.
*Prämiert Fachbereich Sprachen*
Ladina Wunderli aus Thayngen hat einen Workshop für den Englischunterricht in der 3. Sekundarklasse entwickelt. Ziel der Arbeit mit dem Titel «Creating a Workshop» war es, dass die Schüler Freude am Sprachunterricht haben. Sie entwarf ergänzende Unterrichtsmaterialien rund um eine fiktive Weltreise in englischsprachige Länder. Getestet hat Ladina Wunderli den Workshop in einer 3.-Sek-Klasse in Thayngen. Ihr Workshop kam bei der Klasse wie auch beim Lehrer sehr gut an.