Krimispiel auf Dampfer mit Bordkapelle

Schaffhauser Nachrichten, Stein
Edith Fritschi

Stein am Rhein Im Zentrum der Generalversammlung des «No e Wili»-Vereins stand die Präsentation des Konzepts für das Theaterprojekt im Jahr 2011. «Wir haben uns für ein Stück entschieden, das Spannung und Unterhaltung bietet, das alle Generationen anspricht und in dem es zwei Haupt- und zahlreiche Nebenrollen gibt», sagte Ueli Böhni, der das Konzept zusammen mit einem OK ausgearbeitet hat.
Zugleich konnte er mit Stefano Mengarelli auch den Regisseur präsentieren, der aus der Vorlage von Christies Roman «Death on the Nile» (Mord an Bord) ein Gesamtkunstwerk machen möchte. Das Ganze soll auf einem stilvollen Dampfer aus den frühen 70er-Jahren angesiedelt sein, verriet Mengarelli, dem ein vielschichtiger Spielraum mit Innen- und Aussenhandlungen vorschwebt. Das Stück handelt von einem frisch verheirateten Paar, das Flitterwochen auf dem Nil macht, und von anderen Passagieren auf dem Dampfer, auf dem bald einmal Morde passieren.

**Strenge Dramaturgie auflockern**
Mengarelli erweitert die originale Passagierliste um eine Schweizer Reisegruppe, die in einigen chorischen und choreografischen Szenen eine musikalische, komödiantisch-poetische Funktion übernehmen soll. Damit will er Agatha Christies Kriminaldramaturgie auflockern und spektakuläre, unterhaltende Elemente einbauen. Dazu gehört auch eine Bordkapelle. Natürlich dürfe die Beiz bei diesem «Gesamtkunstwerk» nicht fehlen, betonte Böhni. Sie ist im 70er-Jahre-Stil eingerichtet und wird von Peter de Leeuw geführt. Dann kam Böhni auf die finanzielle Seite zu sprechen: Es müsse eine kostendeckende Produktion werden, sagte er. Das Budget sieht Ausgaben in Höhe von 173 500 Franken und Einnahmen von 178 000 Franken vor. Kein geringer Betrag, zumal das Ganze als Freiluftaufführung ohne Dach geplant ist. Ein Grossteil der Kosten soll über die Billette gedeckt werden (108 000 Franken); 30 000 über Sponsoring und 40 000 soll die Theaterbeiz in die Kasse bringen. «Es ist eine Herausforderung, aber wir sind überzeugt, diese zu meistern», sagte Böhni. Auch der Vereinsvorstand habe intensiv über die Kosten diskutiert, sagte Präsident André Ullmann. Man sei überzeugt, dass das Konzept solide sei und man alle Bedingungen, die man sich gesetzt habe, erfüllen könne. So kam man zum Schluss, der Theatergruppe ein zinsloses Darlehen von 100 000 Franken zu gewähren, was die GV mit ihrem Plazet zum Gesamtkonzept ohne Gegenstimme und mit drei Enthaltungen gewährte. Wie bereits beim «No e Wili» basiert auch «Mord an Bord» auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Bestimmte Leistungen wie Tribüne (mit Platz für 300 Leute), Technik, Regie und Musikleitung werden indes bezahlt.

**Freiwillige willkommen**
Das Casting für die Schauspieler wird im August stattfinden; benötigt werden 12 Laien-Akteure und rund 14 Spieler und Spielerinnen für die Reisegruppe. Zusätzlich werden im musikalischen Bereich bis zu 4 Personen im Einsatz stehen. Bis Ende September soll die Rollenvergabe dann abgeschlossen sein. Bei Musik und Akrobatik lässt man sich von professionellen Kräften unterstützen. Zusätzlich werden für die Tätigkeiten im Backoffice rund 50 Helfer gebraucht. Da setzt das OK auf die «No e Wilianer». Da man vor allem die Altstadtbewohner nicht wieder behelligen will, wurde als Spielort die Fridau ausgewählt. Ansprechen will man mit dem Stück ein vielschichtiges Publikum jeglichen Alters in Stein und Schaffhausen, Singen, Winterthur und Kreuzlingen.