Zwischen Eleganz und Schweisstropfen

Schaffhauser Nachrichten, Stadt Schaffhausen
Alexa Scherrer

Ein Hut, der an den typischen Audifahrer der 70er-Jahre erinnert, ein Gilet, das auch unter dem Smoking getragen werden könnte, und ein blaugestreiftes Hemd unter grauem Pullover: Nein, kein Szenario aus der Abschlussfeier des Juristenlehrgangs, sondern Ausdruck des wiederbelebten Lebensgefühls des Rock ’n’ Roll.
Die Schaffhauser Band «The Brevers» feierte am Samstag im Chäller im Rahmen von «Lokalhelden» die Taufe ihres zweiten Silberlings «Undercover» – eine CD mit zwölf Liedern, denen man laut Bassist Tobias Wüst die Reife der letzten zwei Jahre anhört und welche die positive Lebenseinstellung der vier Musiker vermitteln sollen. Nimmt man den Stimmungspegel des Konzerts als Messlatte, hat Letzteres auf jeden Fall funktioniert. Das zahlreich erschienene Publikum liess sich von den vier Vollblutmusikern anstecken und feierte vom Anfang bis zum Schluss ordentlich mit.

**Aus Spass wird Ernst**
«The Brevers» haben vor fünf Jahren ihr erstes Konzert gegeben und gehören mittlerweile zum festen Bestandteil der Schaffhauser Musikszene. In letzter Zeit kamen die Konzerte aufgrund der Fertigstellung ihrer Platte etwas zu kurz, das werde sich aber jetzt ändern, versprach Tobias Wüst. Musik soll Emotionen transportieren und das funktioniere an einem Livekonzert am besten. Um die sprachlichen Transportwege kümmert sich Sänger und Gitarrist Simon Thoma. «Texten ist eine Fleissarbeit. Fertig ist ein Text erst, wenn er sich während längerer Zeit zusammen mit der Band entwickelt hat.» Die Ideen zur musikalischen Umsetzung kämen oft während der Jam-Sessions im Proberaum – aus Blödsinn entstehe dann plötzlich eine gute Idee, so Wüst. Am samstäglichen Heimspiel haben Felix Meisterhans am Saxofon, Bobby Bührer am Schlagzeug sowie Sänger und Bassist gezeigt, dass man Musik noch lange nicht beruflich ausüben muss, um dazu berufen zu sein. Takt und Rhythmus vereinigten sich mit dem ganzen Körper und die vier schienen teilweise beinahe mit ihren Instrumenten zu verschmelzen. Nach knapp einer Stunde wich der Wollpullover – ganz in Rockstar-Manier – dem Muskelshirt, und die Schweissperlen auf der Stirn zeugten von einem gelungenen Auftritt. Auch wenn Simon Thoma manchmal den Namen des neuen Albums mit dem nächsten Songtitel verwechselte oder sich der eine oder andere schiefe Ton ins Lied schlich, «The Brevers» haben es definitiv verdient, als Lokalhelden bezeichnet zu werden.